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The Rudolf Steiner Archive

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The History of the German Section
of the Theosophical Society
1902–1913
GA 250

20 March 1913, The Hague

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The History of the German Section of the Theosophical Society, tr. SOL
  1. Zur Geschichte der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft

51. Zu den Jüngsten Entwicklungen I

51. Recent Developments I

Ansprachen von Rudolf Steiner vor dem Zyklus «Welche Bedeutung hat die okkulte Entwicklung des Menschen für seine Hüllen (physischen Leib, Ätherleib, Astralleib) und sein Selbst?» (GA 145)

Lectures by Rudolf Steiner from the series “What Significance Does the Occult Development of the Human Being Have for His Bodies (Physical Body, Etheric Body, Astral Body) and His Self?” (GA 145)

Meine lieben theosophischen Freunde!

My dear Theosophical friends!

[ 1 ] Zum ersten Mal sind wir hier zu einem Zyklus versammelt, nachdem diejenigen unserer Freunde, welche die gegenwärtige Lage unseres theosophischen Strebens zu erkennen vermocht haben, sich vereinigt haben mit den Mitgliedern der ehemaligen Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft, welche - man kann das Wort nicht anders prägen aus unserer Theosophischen Gesellschaft ausgeschlossen worden sind. Es ist notwendig, meine lieben Freunde, in dem Augenblicke, da ich Sie zu diesem mir ganz besonders feierlichen Zyklus begrüßen darf, einige Worte zu dieser herzlichen, theosophisch aufrichtigen Begrüßung hinzuzufügen. Es ist dieses aus dem Grunde notwendig, weil unsere Freunde vielleicht noch oftmals in der nächsten Zeit Gelegenheit haben werden, da oder dort ein Wort sprechen zu müssen über die wahre Sachlage der Ereignisse, die in der letzten Zeit sich unter uns und unseren Freunden abgespielt haben.

[ 1 ] This is the first time we have gathered here for a series of lectures since those of our friends who have been able to recognize the current state of our Theosophical endeavor have joined forces with the members of the former German Section of the Theosophical Society, who—there is no other way to put it—have been expelled from our Theosophical Society. It is necessary, my dear friends, at this moment when I have the honor of welcoming you to this gathering, which is particularly solemn for me, to add a few words to this heartfelt and theosophically sincere greeting. This is necessary because our friends may well have many opportunities in the near future to speak here and there about the true state of affairs regarding the events that have recently taken place among us and our friends.

[ 2 ] Wir konnten aus mancherlei Zuschriften und Äußerungen ersehen, dass man da oder dort es nicht als natürlich empfunden hat, dass wir für unsere Veranstaltungen, für unsere internen Veranstaltungen den Modus wählen mussten, die Mitglieder der Theosophischen Gesellschaft, insofern diese von Adyar aus verwaltet wird, nicht zu diesen unseren internen Veranstaltungen zuzulassen. Es hat sich gezeigt, dass man diese notwendige Maßnahme nicht überall gleich als eine solch notwendige empfunden hat, dass man an manchen Orten gemeint hat, wir hätten besser getan zur Aufrechterhaltung des Friedens oder dergleichen, diese Maßregel nicht in so strenger Weise zu ergreifen. Dennoch, meine lieben Freunde, wenn Sie alles wirklich in Anbetracht ziehen, was geschehen ist, werden Sie jedem gegenüber verteidigen können, ja verteidigen müssen, dass in dem entsprechenden ernsten Augenblicke diese Maßregel ergriffen werden musste. Sie müssen ja nur bedenken, dass die Deutsche Sektion nicht etwa, wie man es formal auslegen könnte, ausgetreten ist aus der Theosophischen Gesellschaft, sondern in aller Wirklichkeit dennoch ausgeschlossen worden ist, ausgeschlossen worden ist wiederum mit einem Grund, der formell definiert werden kann in der ganz besonderen Weise, dass man sich sogar zu sagen vermessen konnte, die Deutsche Sektion habe irgendwelche Statuten der Theosophischen Gesellschaft verletzt! Denn man wird sagen: Diese Deutsche Sektion habe die Mitglieder des Sternes vom Osten, also die Bekenner einer bestimmten Meinung, aus ihrer Körperschaft ausgeschlossen. Man muss in Erwägung ziehen, dass alles geschehen ist vorher von der anderen Seite, dass die Deutsche Sektion nicht anders konnte, als nicht die Mitglieder des Sternes des Ostens zunächst, sondern die Persönlichkeiten, die innerhalb Deutschlands als Mitglieder des Sternes des Ostens in Betracht kamen, wirklich nicht mehr zuzulassen zu den Veranstaltungen der Deutschen Sektion. Denn in dem Augenblick, als der «Stern des Ostens seinen Einzug in Deutschland hielt, stellte er sich mit ausgesprochener Absicht feindlich der Deutschen Sektion gegenüber; namentlich bemühte er sich, das System zum Ausdruck zu bringen, welches unter anderem auch wiederum in einer so — man möchte sagen - versteckt sonderbaren Art im letzten März-‹Theosophist› zum Ausdruck gekommen ist. Es bemühten sich die Persönlichkeiten, die die Flagge des Sternes des Ostens angenommen haben, unsere Arbeit vor der Welt so hinzustellen, als ob es uns jemals darauf angekommen wäre, irgendwelche spirituelle Meinung, irgendwelchen spirituellen Standpunkt aus unseren Bestrebungen auszuschließen.

[ 2 ] We have gathered from various letters and comments that, in some quarters, it was not considered natural that we had to adopt the policy—for our events, specifically our internal events—of not admitting members of the Theosophical Society, insofar as it is administered from Adyar, to these internal events of ours. It has become apparent that this necessary measure was not universally perceived as such; in some places, it was felt that we would have done better—for the sake of maintaining peace or the like—not to implement this measure so strictly. Nevertheless, my dear friends, if you truly consider everything that has happened, you will be able—indeed, you must—defend to everyone that, at that particular critical moment, this measure had to be taken. You need only consider that the German Section did not, as one might interpret it formally, withdraw from the Theosophical Society, but was in fact expelled—expelled, moreover, for a reason that can be formally defined in such a specific way that one could even go so far as to say that the German Section had violated certain statutes of the Theosophical Society! For it will be said: This German Section has excluded the members of the Star of the East—that is, the adherents of a certain opinion—from its body. One must take into account that everything had already been initiated by the other side; that the German Section had no choice but to stop admitting—not initially the members of the Star of the East, but rather the individuals within Germany who were considered members of the Star of the East—to the events of the German Section. For the moment the “Star of the East” made its entrance into Germany, it took a deliberately hostile stance toward the German Section; specifically, it sought to articulate the system that, among other things, had once again been expressed in such a—one might say—subtly peculiar manner in the latest March issue of *The Theosophist*. Those who have adopted the banner of the Star of the East have sought to portray our work to the world as if it had ever been our intention to exclude any spiritual opinion or any spiritual standpoint from our endeavors.

[ 3 ] Damit war ein Kardinalangriff, der durchaus nur auf objektive Unwahrheit gestützt war, gegen die Deutsche Sektion geführt. Und alle Maßnahmen, die gelinderer Natur waren, waren stumpf geblieben gegen jene Wühlarbeit, die sich immer wieder und wiederum dahin zuspitzte, vor aller Welt den ganzen Charakter unserer Bestrebungen zu verunglimpfen, sodass wir um der Möglichkeit unserer Arbeit willen gezwungen waren zu erklären, dass wir nicht zusammengehen können mit denjenigen Persönlichkeiten, die sich in Deutschland dem «Stern des Ostens» angeschlossen hatten. Ähnliche Angriffe kamen ja von Persönlichkeiten des «Sternes des Ostens auch aus dem Auslande. Die Maßregel, die dann getroffen worden ist gegen den «Stern des Ostens», war weiter nichts als eine Abwehrmaßregel, und wer sie anders hinstellt, der sagt über sie nicht das Richtige. Eine notwendige Abwehrmaßregel, herausgefordert durch die Tatsache, dass unsere Arbeit nicht nur gestört, sondern einfach unmöglich geworden wäre, wenn wir nicht zu dieser Maßregel gegriffen hätten. Unsere Arbeit kann wirklich so charakterisiert werden, dass man darauf hinweist, dass ja Logen unter uns bestanden haben, welche ganz anders gearbeitet haben als wir, dass ihnen aber kein Haar gekrümmt worden ist. Wir haben alle Logen «gechartert», welche sich auf [einen] ganz anderen Standpunkt gestellt haben, als der war, auf dem wir selber standen. Als dann aber unter ausgesprochenem Hinblick auf die Wühlarbeit des Sternes des Ostens Logen gegründet werden sollten, welche schon in ihrem Titel Angriffe trugen, nicht nur auf unsere Arbeit, sondern auf die Wahrhaftigkeit und Ehrlichkeit unserer theosophischen Gesinnung, dann war die Abwehrmaßregel aus dem Grunde notwendig, weil wir zu unwahren Menschen geworden wären, wenn wir solche Logen irgendwie kreiert hätten.

[ 3 ] This marked a major attack—based entirely on objective falsehoods—against the German Section. And all measures of a milder nature had proved ineffective against that subversive activity, which time and again escalated to the point of denigrating the very nature of our endeavors before the whole world, so that—for the sake of our work—we were compelled to declare that we could not associate with those individuals who had joined the “Star of the East” in Germany. Similar attacks, of course, came from figures associated with the “Star of the East,” even from abroad. The measure that was subsequently taken against the “Star of the East” was nothing more than a defensive measure, and anyone who portrays it otherwise is not describing it accurately. It was a necessary defensive measure, prompted by the fact that our work would not only have been disrupted but would simply have become impossible had we not resorted to this measure. Our work can indeed be characterized by pointing out that there were indeed lodges among us that operated quite differently from us, yet not a hair on their heads was harmed. We have “chartered” all lodges that adopted a standpoint entirely different from our own. But when, with explicit reference to the subversive activities of the Star of the East, lodges were to be founded whose very names contained attacks—not only on our work but on the truthfulness and honesty of our theosophical convictions—then the defensive measure was necessary for the simple reason that we would have become untruthful people if we had in any way allowed such lodges to be created.

[ 4 ] So waren wir in die Notwendigkeit versetzt, entweder tief innerlich unwahr zu werden oder diese Abwehrmaßregel gegenüber den Mitgliedern des Sternes des Ostens zu ergreifen. Die Taktik kann ja immer in einem sonderbaren Licht dargestellt werden, wenn man jemand zuerst zu einer Handlung zwingen will und dann diese Handlung als ungesetzmö Rig bezeichnet. Man darf sagen: Es ist eigentlich bei wenig Maßnahmen der Welt vorgekommen, dass man in einer solchen Weise sich verhalten hat; das blieb der gegenwärtigen theosophischen Gesellschaft doch in einem so hohen Grade zu tun vorbehalten.

[ 4 ] Thus, we were forced to either betray our innermost convictions or take this defensive measure against the members of the Star of the East. After all, tactics can always be portrayed in a peculiar light when one first seeks to compel someone to act and then labels that action as unlawful. It is fair to say that few measures in the world have ever been taken in such a manner; this, however, was reserved for the present Theosophical Society to a particularly high degree.

[ 5 ] Wenn Sie ferner die Zuschrift lesen, welche der bevorstehenden Ausschließung der Deutschen Sektion durch Misses Besant an den Generalsekretär der damaligen Sektion gerichtet worden ist, so werden Sie diese Zuschrift als nichts anderes ansehen können denn als eine wirkliche Ausschließung. Sie werden sich sagen müssen: Hätte die Deutsche Sektion das nicht so betrachtet, dann hätte sie sich auf einen unwahren Boden gestellt.

[ 5 ] Furthermore, if you read the letter that Miss Besant sent to the Secretary-General of the German Section at the time regarding the impending expulsion of the German Section, you will have no choice but to view this letter as nothing other than an actual expulsion. You will have to conclude: If the German Section had not viewed it that way, it would have placed itself on false ground.

[ 6 ] Dann müssen Sie aber bedenken, dass diesen Dingen vorangegangen ist ein Rundschreiben von meiner Seite an die Generalsekretäre, in welchem Zirkularschreiben ausführlich dargelegt war, wie die Sache eigentlich stand. Dieses Zirkularschreiben enthielt wirkliche Unterlagen für die Beurteilung der Sachlage. Man hat die betrübliche Erfahrung machen müssen, dass außer dem Generalsekretär der skandinavischen Sektion, der ja mittlerweile zurückgetreten ist, keine einzige Persönlichkeit es war in der Körperschaft der Generalsekretäre und des Generalcouncil, die sich irgendwie bereit erklärt hat, auf das einzugehen, was von mir vorgebracht war. Alles, was vonseiten der Generalsekretär kam, war so abgefasst, dass von vornherein angenommen wurde, alle die Darstellungen von Adyar seien das einzig Maßgebende, was als Unterlage zur Beurteilung der Sachlage dienen konnte. Es ist das eine betrübliche Tatsache, die sich ergab als Resultat meines damaligen Rundschreibens. Man kann sagen: Ein berechtigter Schmerz könnte einen überkommen über das Schicksal der Theosophischen Gesellschaft, wenn man diese allgemeine Taubheit gegenüber ganz offen sprechenden Tatsachen bei einer ganzen Körperschaft wahrnehmen musste.

[ 6 ] But then you must bear in mind that these events were preceded by a circular letter I sent to the general secretaries, in which the actual state of affairs was explained in detail. This circular letter contained concrete documentation for assessing the situation. It was a regrettable experience to find that, apart from the Secretary-General of the Scandinavian Section—who has since resigned—not a single person within the body of the Secretaries-General and the General Council was willing in any way to address the points I had raised. Everything that came from the General Secretaries was worded in such a way that it was assumed from the outset that all the statements from Adyar were the only authoritative source that could serve as a basis for assessing the situation. This is the one disheartening fact that emerged as a result of my circular letter at that time. One might say: A justified sense of sorrow could overcome one regarding the fate of the Theosophical Society when one had to witness this general indifference toward facts stated quite openly on the part of an entire organization.

[ 7 ] Und die Krone ist dem ganzen System aufgesetzt worden durch eine Rede, die Frau Besant in der repräsentativen Versammlung in Adyar bei dieser Konvention gehalten hat, bei der sie gezeigt hat, wie ihr jegliche Möglichkeit fehlt, ein Verhältnis zu gewinnen zu jenem notwendigen Pflichtgefühl, das man haben muss erst die Tatsachen zu prüfen und dann eine Behauptung zu tun. Misses Besant hat bekanntlich die Behauptung getan, dass meine Erziehung von Jesuiten geleitet worden sei. Man kann nichts sagen, was aller, aller Wahrheit in einer absurderen, in einer törichteren Weise ins Gesicht schlagen würde, als diese Behauptung, die von der Spitze der Leitung der Theosophischen Gesellschaft in derselben Zeit in die Versammlung hineingeschleudert worden ist, als wir in Köln unter dem Beisein zahlreicher Freunde, auch aus diesem Lande, unseren Vortragszyklus hatten, in dem wir neuerdings bekräftigen konnten, wie wir fest und wahrhaftig zu stehen versuchten auf dem guten Boden der alten Theosophischen Gesellschaft. Man sollte empfinden, meine lieben theosophischen Freunde, die ganze Anomalie einer solchen Tatsache. Nicht nur, dass dies geschehen war, sondern Misses Besant hatte die Kühnheit, die nicht beneidenswerte Kühnheit, auf jene Tatsachen, die von mir dargestellt worden sind in dem Heft der «Mitteilungen», wo ich zuerst gezwungen war, die Tatsachen zu schildern, eine Antwort zu zimmern, an deren Schluss sie die Worte stellte, dies seien ihre letzten Worte in dieser Angelegenheit.

[ 7 ] And the crowning touch to the whole system was a speech that Mrs. Besant delivered at the representative assembly in Adyar during this convention, in which she demonstrated her complete inability to relate to that necessary sense of duty—the duty to first examine the facts and only then make a claim. As is well known, Misses Besant made the assertion that my education had been guided by Jesuits. Nothing could be said that would more absurdly and foolishly fly in the face of all truth than this assertion, which was hurled into the assembly by the leadership of the Theosophical Society at the very same time that we were holding our lecture series in Cologne, in the presence of numerous friends, including some from this country, were holding our lecture series, during which we were once again able to reaffirm how firmly and truthfully we sought to stand on the solid ground of the old Theosophical Society. One should sense, my dear Theosophical friends, the full absurdity of such a fact. Not only did this happen, but Miss Besant had the audacity—an audacity that is not to be envied—to cobble together a response to the facts I had presented in the issue of *Mitteilungen*, where I was first compelled to describe the facts; at the end of which she stated that these were her final words on the matter.

[ 8 ] Meine lieben theosophischen Freunde, nach den bisherigen Erfahrungen könnte es vielleicht sein, wäre sogar die Möglichkeit vorhanden, dass es noch Menschen gäbe in der Theosophischen Gesellschaft, welche auf diese Antwort auch noch etwas geben. In dieser Antwort könnte man suchen nach einem Wort, das der objektiven Wahrheit entsprechen würde: Man würde nichts finden, denn in dieser Antwort ist geradezu alles auf den Kopf gestellt, und zwar so, dass mit einem ungeheuren Wortgeplänkel geradezu dieses Auf-den-Kopf-Stellen der Dinge getrieben worden ist. Es ist geradezu wunderbar, dass sich jemand finden kann, der in einer solchen Weise fähig ist, die Dinge auf den Kopf zu stellen; jeder Satz schließt darin etwas ein, was das Gegenteil von dem ist, was sich zugetragen hat.

[ 8 ] My dear Theosophical friends, based on our experience so far, it might perhaps be—or there might even be a possibility—that there are still people in the Theosophical Society who would still attach some importance to this answer. One might search this reply for a single word that corresponds to objective truth: one would find nothing, for in this reply virtually everything has been turned upside down—and in such a way that this very turning of things upside down has been driven home through an immense verbal skirmish. It is truly remarkable that someone can be found who is capable of turning things upside down in such a way; every sentence in it contains something that is the opposite of what actually happened.

[ 9 ] Ich habe bei der Berliner Generalversammlung oder der Versammlung der Anthroposophischen Gesellschaft gar nicht mit einem Wort auf dieses Schriftstück hingewiesen, um die schon stark in Anspruch genommene Zeit nicht noch mehr in Anspruch zu nehmen. Und ich will auch heute nicht auf dieses Schriftstück eingehen, das nur jeder zu lesen braucht, um herauszusehen, aus welchem Geist es verfasst ist. Nur auf das eine möchte ich eingehen, weil man es nicht sogleich selber daraus ersehen kann. Am Schlusse findet sich ein Satz, der etwa so lautet: Doktor Steiner sagt, dass das Pamphlet von Doktor Vollrath - es ist gemeint das gedruckte Pamphlet, von dem in so viel unleidlicher Weise die Rede war in der vorhergehenden Generalversammlung -, dass das nichts anderes enthalte als gewisse Wiederholungen, die Frau Besant an mich gerichtet habe in Bezug auf seine Ausschließung. Wer lesen kann, der kann sehen. Hier sagt sie doch, dass dieses Schriftstück Doktor Vollraths Appell ... vorhanden war ..., ja sie sagt mehr, sie sagt: «Wenn jenes Pamphlet nicht mehr enthielte als jenes Schriftstück, das Dr. Vollrath an mich richtete, so muss es sehr harmlos sein.» Dass sie aber die Behauptung tut, das Pamphlet müsse harmlos sein, das wiederholt Anklagen, die in jenem damaligen Appell des Doktor Vollrath an Misses Besant enthalten waren, denn sie sagt ja, dass diese harmlos gewesen seien. Nun, in diesen Anklagen stand zum Beispiel der Punkt, dass sich Doktor Vollrath gegen mich hätte wenden müssen, weil ich in habgieriger Weise ein zu großes Gehalt genösse und weil meine Übungen so stark schwarzmagischer Natur seien, dass zahlreiche Menschen krank geworden, manche auch gestorben seien ... und dass alle jene Übungen nur wiederum ausgingen, magische Kräfte und nicht Erkenntnis zu erwerben und dergleichen mehr. Von all diesen Dingen behauptet Doktor Vollrath, dass er sich erbötig mache, wenn Misses Besant es verlangt, sie zu beweisen. Das war das Schriftstück, das Vollrath nach Adyar schickte. ... Dieser Brief

[ 9 ] I did not mention this document at all during the General Assembly in Berlin or the meeting of the Anthroposophical Society, so as not to take up any more of the time that was already so heavily occupied. And I do not wish to address this document today either; anyone need only read it to see the spirit in which it was written. I would like to comment on just one point, because it is not immediately apparent from the text itself. At the end there is a sentence that reads something like this: Dr. Steiner says that Dr. Vollrath’s pamphlet—meaning the printed pamphlet that was discussed in such an intolerable manner at the previous General Assembly—contains nothing other than certain repetitions that Mrs. Besant had addressed to me regarding his expulsion. Anyone who can read can see for themselves. Here she does indeed say that this document—Dr. Vollrath’s appeal—was in existence… indeed, she says more than that; she says: “If that pamphlet contained nothing more than that document which Dr. Vollrath addressed to me, then it must be quite harmless.” However, her assertion that the pamphlet must be harmless repeats the accusations contained in Dr. Vollrath’s appeal to Mrs. Besant at that time, for she does say that those accusations were harmless. Now, among these accusations was, for example, the point that Dr. Vollrath should have turned against me because I was greedily enjoying an excessive salary and because my practices were of such a strongly black-magic nature that numerous people had fallen ill, and some had even died … and that all those practices were again aimed solely at acquiring magical powers rather than knowledge, and so on. Regarding all these matters, Dr. Vollrath asserts that he stands ready to prove them if Miss Besant so requests. That was the document Vollrath sent to Adyar. ... This letter

[ 10 ] lag Misses Besant vor, und das Erwähnte war ein integrierender Teil. Misses Besant sagt darüber: «Wenn Dr. Steiner behauptet, dass dieses Pamphlet nur Wiederholungen enthielte jenes damaligen Appelles, dann muss dieses Pamphlet sehr harmloser Natur sein.» Also Misses Besant macht der Welt vor, dass die Anklagen: Doktor Steiner hatte sich bereichern wollen, während er jegliches Gehalt abgelehnt hat, und er hatte Übungen gegeben, die schwarzmagischer Natur seien, die die Menschen krank machten, an denen die Menschen sogar sterben, diese Anklagen, die tatsächlich dazumal gemacht worden sind, die nannte Misses Besant, um der Welt in ihrer Art den Fall darzustellen, harmlos. So ist das beschaffen, was im Februarheft des «Theosophist» Misses Besant ihren Anhängern neuerdings aufgetischt hat.

[ 10 ] was presented to Misses Besant, and the aforementioned was an integral part of it. Misses Besant says about this: “If Dr. Steiner claims that this pamphlet contains only repetitions of that appeal from back then, then this pamphlet must be of a very harmless nature.” Thus, Misses Besant presents to the world the accusations—that Dr. Steiner had sought to enrich himself, even though he had refused any salary, and that he had conducted exercises of a black-magic nature that made people sick and even caused them to die—these accusations, which were in fact made at the time; Misses Besant called them harmless in order to present the case to the world in her own way. Such is the nature of what Misses Besant has recently served up to her followers in the February issue of *The Theosophist*.

[ 11 ] Ich möchte einmal nichts weiter zu diesen Dingen hinzufügen; denn die Dinge werden ja immer weniger, wirklich weniger erträglich, je mehr man hinzufügt - ich möchte nur fragen, ob unsere Empfindungen, die wir dazumal hatten in Berlin, als unsere Freunde beschlossen, dafür zu wirken, dass nun endlich der Strich gemacht werde, ob unsere Empfindung berechtigt war, dass wir voraussetzen, selbstverständlich voraussetzen, dass unsere Freunde von selber das Gefühl haben würden: Es kann unmöglich von mir zu denjenigen gesprochen werden, die weiterhin sich Bekenner von Misses Besant nennen. Man würde gegen alle okkulten Grundsätze verstoßen, wenn man zu denjenigen Menschen sprechen wollte, welche einen - es darf der Ausdruck gebraucht werden - hinausgeworfen haben, welche einen in einer solchen Weise hingestellt haben, wie Misses Besant das beliebt hat.

[ 11 ] I don’t want to add anything further to these matters for now; for these matters become less and less—truly less—bearable the more one adds to them—I would only like to ask whether our feelings at that time in Berlin, when our friends decided to work toward finally drawing a line under the matter, whether our feeling was justified in assuming—taking it for granted, of course—that our friends would themselves feel: It is impossible for me to speak to those who continue to call themselves followers of Miss Besant. It would violate all occult principles to speak to those people who—to use the expression—have cast one out, who have portrayed one in such a way as Miss Besant saw fit.

[ 12 ] Auf Dinge, wie auf den März-‹Theosophist› einzugehen, widerstrebt mir so, dass ich es nicht tun will. Denn was da in zuckersüße Soße getaucht ist, ist der versteckteste Angriff, der nur gedacht werden kann.

[ 12 ] I am so averse to addressing matters such as the March issue of *The Theosophist* that I refuse to do so. For what is presented there, coated in a sugary-sweet glaze, is the most insidious attack imaginable.

[ 13 ] Prinzipiell - das haben Sie aus den Satzungen der Anthroposophischen Gesellschaft gesehen - stehen wir auf dem Standpunkt, dass jeder zu uns kommen kann. Diejenigen aber, die es nicht vermögen hineinzuschauen in die Wahrheit in der Angelegenheit, mit der wir es zu tun haben, die erklären prinzipiell, selbst wenn [sie zu uns kommen wollen], dass sie uns eigentlich aus ihrer Körperschaft draußen haben wollten. Und die Art und Weise, wie sich die Generalsekretäre verhalten haben, beweist, dass es von uns unwahrhaftig wäre, wenn wir jetzt andere Maßregeln getroffen hätten, als den Strich gezogen hätten zwischen demjenigen, was wir wollen, und demjenigen, was nicht nach den Prinzipien, sondern wider alle Prinzipien der alten Theosophischen Gesellschaft, jetzt innerhalb dieser Theosophischen Gesellschaft gemacht wird.

[ 13 ] In principle—as you have seen from the bylaws of the Anthroposophical Society—we take the position that anyone can join us. However, those who are unable to see the truth of the matter at hand declare, as a matter of principle—even if [they wish to join us]—that they actually want to exclude us from their organization. And the way the General Secretaries have behaved proves that it would be dishonest of us if we had now taken any other measures than drawing a line between what we want and what is being done—not in accordance with the principles, but contrary to all the principles—of the old Theosophical Society, now within this Theosophical Society.

[ 14 ] Aber die andere Seite, meine lieben theosophischen Freunde, der ganzen Angelegenheit darf ich auch sagen. Und eigentlich war es nur notwendig, damit nicht unsere Freunde sozusagen in Verlegenheit sind, wenn dieses oder jenes fernerhin gesprochen wird, zu antworten, nur deshalb war es notwendig, die Worte, die eben gesprochen worden sind, gleichsam als Hintergrund desjenigen zu sagen, was ich Ihnen weiter wie eine Art Begrüßung zu sagen habe. Eigentlich muss gestanden werden, meine lieben theosophischen Freunde, dass ich selber, wenn ich einen Augenblick sprechen darf zu Ihnen - und die Freundschaft, die Sie mir erwiesen haben, berechtigt mich in einer gewissen Weise dazu -, ich selber empfinde alles das, was geschehen ist, neben allem Herben, neben allem Leidvollen, zugleich als eine große Befreiung, als eine Befreiung gerade von einer Engigkeit, die seit Jahren bedrückend war innerhalb des Lebens in der Theosophischen Gesellschaft von jenem Münchener Kongress der europäischen Sektionen an, wo versucht worden ist, nicht auf irgendeiner nationalen und einseitigen Meinungsgrundlage, sondern auf einer wirklichen weiten Grundlage der Gegenwart eine dazumal noch schüchtern hervortretende neue Note in die Theosophische Gesellschaft hineinzubringen. Da konnte man das Urteil hören: Das, was ihr da gemacht habt, ist nicht Theosophie, das ist etwas ganz anderes.

[ 14 ] But I must also mention the other side of the whole matter, my dear Theosophical friends. And actually, it was necessary—so that our friends would not be, so to speak, put on the spot when this or that is discussed further—to respond; it was necessary for that reason alone to offer the words that have just been spoken, as it were, as a backdrop to what I have to say to you next, by way of a greeting. In truth, my dear Theosophical friends, I must admit that I myself—if I may speak to you for a moment, and the friendship you have shown me entitles me to do so in a certain sense—I myself perceive everything that has happened, alongside all the bitterness and all the suffering, at the same time as a great liberation—a liberation precisely from a narrowness which had been oppressive for years within the life of the Theosophical Society, ever since that Munich Congress of the European Sections, where an attempt was made—not on the basis of any national or one-sided opinion, but on a truly broad foundation of the present—to introduce into the Theosophical Society a new note that was still timidly emerging at that time. There one could hear the verdict: “What you have done there is not Theosophy; it is something entirely different.”

[ 15 ] Eine Gesellschaft, die auf Okkultismus begründet ist, die hat in sich dennoch, wenn auch in einer gewissen Weise der Einzelne sich befreien mag von ihren Grenzen und Schranken, hat dennoch Kräfte, die psychisch oder spirituell wirken, und es war einfach nicht möglich in dem Rahmen der Theosophischen Gesellschaft, dasjenige, was man in berechtigter Weise Okkultismus nennt, in all seiner Weitherzigkeit und in seiner Angepasstheit für unseren gegenwärtigen Menschheitszyklus zur Geltung zu bringen. Und ich hoffe, wenn es uns gegönnt ist, die Anthroposophische Gesellschaft weiterzuführen, werden sich unsere Freunde überzeugen, dass die Befreiung von der Theosophischen Gesellschaft uns nicht bringen wird eine Verengerung, sondern im Gegenteil gerade eine Erweiterung unseres okkulten Strebens. Mancherlei von dem, was unmöglich war zu verwirklichen innerhalb der Theosophischen Gesellschaft wegen ihrer Vorurteile, deshalb, weil sie einem entgegentrat mit eng begrenzten Traditionen, es wird sich verwirklichen lassen in der Anthroposophischen Gesellschaft, und diejenigen, die werden sehen wollen, sie werden sehen, dass gerade die Weite der Gesichtspunkte, die wir brauchen in unserer Gegenwart, nunmehr versucht werden soll, damit wirklich das, was in unserer Zeit herunterfließt aus den geistigen Welten an spirituellem Weisheitsgut und an spirituellen Willensimpulsen, einem Teil der Menschheit, der Verständnis dafür hat, zugutekommen könne. Deshalb erscheint mir dieser erste Zyklus, der hier abgehalten werden darf vor Ihnen, meine lieben theosophischen Freunde, der der erste Zyklus der begründeten Anthroposophischen Gesellschaft ist, er scheint mir als ein ganz besonders feierlicher zu begrüßen zu sein.

[ 15 ] A society founded on occultism nevertheless possesses—even if, in a certain sense, the individual may free himself from its limits and barriers—forces that act psychically or spiritually, and it was simply not possible within the framework of the Theosophical Society to give full expression to what is rightly called occultism, in all its breadth and in its suitability for our present human cycle. And I hope that, if we are granted the opportunity to continue the Anthroposophical Society, our friends will come to realize that our separation from the Theosophical Society will not lead to a narrowing, but rather, on the contrary, to an expansion of our occult endeavors. Much of what was impossible to realize within the Theosophical Society—due to its prejudices and because it stood in our way with its narrowly defined traditions—will be realizable in the Anthroposophical Society; and those who are willing to see will see that it is precisely this breadth of perspective—which we need in our present time—that must now be pursued, so that the spiritual wisdom and spiritual impulses of will flowing down from the spiritual worlds in our time may truly benefit that portion of humanity capable of understanding them. That is why this first lecture series, which we are privileged to hold here before you, my dear Theosophical friends—the first lecture series of the newly founded Anthroposophical Society—seems to me to call for a particularly solemn welcome.