Difficulties of Living Together
in the Anthroposophical Society
The Dornach Crisis in the Summer of 1915
GA 253
11 September 1915, Dornach
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Probleme des Zusammenlebens in der Anthroposophischen Gesellschaft
2. Die Anthroposophische Gesellschaft als Lebewesen
2. Die Anthroposophische Gesellschaft als Lebewesen
[ 1 ] Meine lieben Freunde! Ich machte Sie gestern auf den prinzipiellen Unterschied aufmerksam, der zwischen einer solchen Gesellschaft, wie die unsrige es ist, und einer anderen Gesellschaft oder einem Verein besteht. Und ich sprach davon, daß unsere Gesellschaft mit Bezug auf ihr Wesen sich nicht als erschöpft ansehen kann dadurch, daß sie Statuten, daß sie Programmpunkte hat, und daß auch durch eine Vermehrung oder Verminderung der Statuten und Programmpunkte dem Wesen desjenigen, was unsere Gesellschaft sein soll, nichts Bedeutsames hinzugefügt oder weggenommen wird. Ich machte Sie auch darauf aufmerksam, wodurch sich unsere Gesellschaft zunächst auf das Anschaulichste von einem gewöhnlichen Programm-Verein oder einer Programm-Gesellschaft unterscheidet. Ich sagte: eine Gesellschaft oder ein Verein, der sich auf Programmpunkte stützt, der Statuten hat, kann sich jeden Augenblick auflösen oder kann aufgelöst werden. Nehmen wir aber an, daß es notwendig würde, unsere Gesellschaft aufzulösen, und daß sie wirklich aufgelöst würde, so änderte diese Tatsache an den realen Verhältnissen gar nichts. Denn unsere Gesellschaft unterscheidet sich von anderen eben dadurch, daß sie nicht auf die Phantasterei und Illusion von Programm- und Statutenpunkten, sondern auf Realitäten begründet ist. Und als eine der Realitäten haben wir zunächst nur die herausgehoben, daß in den Händen unserer sämtlichen Mitglieder sich die Zyklen befinden und daß sich an dieser Tatsache gar nichts ändern würde, wenn sich die Gesellschaft auflöste oder aufgelöst würde. Und so wäre es noch mit vielen anderen Realitäten, auf welche unsere Gesellschaft gegründet ist.
[ 1 ] Meine lieben Freunde! Ich machte Sie gestern auf den prinzipiellen Unterschied aufmerksam, der zwischen einer solchen Gesellschaft, wie die unsrige es ist, und einer anderen Gesellschaft oder einem Verein besteht. Und ich sprach davon, daß unsere Gesellschaft mit Bezug auf ihr Wesen sich nicht als erschöpft ansehen kann dadurch, daß sie Statuten, daß sie Programmpunkte hat, und daß auch durch eine Vermehrung oder Verminderung der Statuten und Programmpunkte dem Wesen desjenigen, was unsere Gesellschaft sein soll, nichts Bedeutsames hinzugefügt oder weggenommen wird. Ich machte Sie auch darauf aufmerksam, wodurch sich unsere Gesellschaft zunächst auf das Anschaulichste von einem gewöhnlichen Programm-Verein oder einer Programm-Gesellschaft unterscheidet. Ich sagte: eine Gesellschaft oder ein Verein, der sich auf Programmpunkte stützt, der Statuten hat, kann sich jeden Augenblick auflösen oder kann aufgelöst werden. Nehmen wir aber an, daß es notwendig würde, unsere Gesellschaft aufzulösen, und daß sie wirklich aufgelöst würde, so änderte diese Tatsache an den realen Verhältnissen gar nichts. Denn unsere Gesellschaft unterscheidet sich von anderen eben dadurch, daß sie nicht auf die Phantasterei und Illusion von Programm- und Statutenpunkten, sondern auf Realitäten begründet ist. Und als eine der Realitäten haben wir zunächst nur die herausgehoben, daß in den Händen unserer sämtlichen Mitglieder sich die Zyklen befinden und daß sich an dieser Tatsache gar nichts ändern würde, wenn sich die Gesellschaft auflöste oder aufgelöst würde. Und so wäre es noch mit vielen anderen Realitäten, auf welche unsere Gesellschaft gegründet ist.
[ 2 ] Daraus geht hervor, daß es wirklich notwendig ist, sich mit den Lebensbedingungen unserer Gesellschaft recht genau bekannt zu machen und sich in bezug auf diese Lebensbedingungen keinen Illusionen hinzugeben. Ich habe gestern einiges zunächst in äußerlicher Weise über diese Lebensbedingungen auseinandergesetzt und möchte das jetzt etwas vertiefen.
[ 2 ] Daraus geht hervor, daß es wirklich notwendig ist, sich mit den Lebensbedingungen unserer Gesellschaft recht genau bekannt zu machen und sich in bezug auf diese Lebensbedingungen keinen Illusionen hinzugeben. Ich habe gestern einiges zunächst in äußerlicher Weise über diese Lebensbedingungen auseinandergesetzt und möchte das jetzt etwas vertiefen.
[ 3 ] Sehen Sie, unter mancherlei materialistischen Auseinandersetzungen, die es über das Wesen des Lebens heute gibt, findet man ja diese und jene Definition, diese und jene Erklärung über das, was ein lebendiges Wesen ist. Ich glaube, zu Ihnen ist aus der Geisteswissenschaft heraus schon genügend gesagt worden, aus dem erkennbar ist, daß alle solche Erklärungen, alle solche Definitionen nur ganz einseitig sein können. Der große Irrtum, die große Illusion der materialistisch gesinnten Menschen ist eben der, daß sie glauben, mit einer Definition oder mit einer Erklärung das Wesen der Sache zu erschöpfen. Ich habe Sie, um Ihnen das Groteske dieses Glaubens zu illustrieren, öfter schon darauf aufmerksam gemacht, daß in einer griechischen Philosophenschule einmal die Definition für den Menschen gesucht wurde und man dann endlich gefunden hat, daß ein Mensch so zu definieren sei, daß er zwei Beine und keine Federn habe. - Nun, das ist ganz zweifellos richtig; man kann sagen, es ist dies eine absolut richtige Definition. Am nächsten Tage brachte einer, der die Definition verstanden hatte, einen gerupften Hahn mit und sagte: Das ist ein Wesen, das zwei Beine und keine Federn hat, also muß das ein Mensch sein.
[ 3 ] Sehen Sie, unter mancherlei materialistischen Auseinandersetzungen, die es über das Wesen des Lebens heute gibt, findet man ja diese und jene Definition, diese und jene Erklärung über das, was ein lebendiges Wesen ist. Ich glaube, zu Ihnen ist aus der Geisteswissenschaft heraus schon genügend gesagt worden, aus dem erkennbar ist, daß alle solche Erklärungen, alle solche Definitionen nur ganz einseitig sein können. Der große Irrtum, die große Illusion der materialistisch gesinnten Menschen ist eben der, daß sie glauben, mit einer Definition oder mit einer Erklärung das Wesen der Sache zu erschöpfen. Ich habe Sie, um Ihnen das Groteske dieses Glaubens zu illustrieren, öfter schon darauf aufmerksam gemacht, daß in einer griechischen Philosophenschule einmal die Definition für den Menschen gesucht wurde und man dann endlich gefunden hat, daß ein Mensch so zu definieren sei, daß er zwei Beine und keine Federn habe. - Nun, das ist ganz zweifellos richtig; man kann sagen, es ist dies eine absolut richtige Definition. Am nächsten Tage brachte einer, der die Definition verstanden hatte, einen gerupften Hahn mit und sagte: Das ist ein Wesen, das zwei Beine und keine Federn hat, also muß das ein Mensch sein.
[ 4 ] So sind wirklich die Definitionen, die häufig gegeben werden, und man muß wissen, daß Definitionen eben so sind. Und so gibt es also auch eine materialistische Definition des Lebendigen, die ein berühmter Zoologe gegeben hat und die auch richtig und brauchbar ist in den Grenzen, in denen sie anwendbar ist. Diese materialistische Definition des Lebendigen besagt: Ein Lebendiges ist dasjenige, welches unter gewissen Bedingungen einen Leichnam zurückläßt; alles dasjenige, was es bei seiner Vernichtung zurückläßt, ist also kein Lebendiges.
[ 4 ] So sind wirklich die Definitionen, die häufig gegeben werden, und man muß wissen, daß Definitionen eben so sind. Und so gibt es also auch eine materialistische Definition des Lebendigen, die ein berühmter Zoologe gegeben hat und die auch richtig und brauchbar ist in den Grenzen, in denen sie anwendbar ist. Diese materialistische Definition des Lebendigen besagt: Ein Lebendiges ist dasjenige, welches unter gewissen Bedingungen einen Leichnam zurückläßt; alles dasjenige, was es bei seiner Vernichtung zurückläßt, ist also kein Lebendiges.
[ 5 ] Selbstverständlich, meine lieben Freunde, ist diese Definition nur eine Definition für die äußersten Ausläufer des physischen Planes. Aber dafür ist diese Definition, daß ein Lebendiges bei seinem Untergange einen Leichnam zurückläßt, gültig. Eine Maschine, wenn sie zerstört wird, läßt keinen Leichnam zurück, und man weiß, daß man parabolisch spricht, wenn man sagt, eine Uhr läßt einen Leichnam zurück. Aber im allerrealsten Sinne des Wortes wäre dies tatsächlich der Fall, wenn unsere Gesellschaft aufgelöst würde oder sich selbst auflösen würde. Sie ließe einen realen Leichnam zurück.
[ 5 ] Selbstverständlich, meine lieben Freunde, ist diese Definition nur eine Definition für die äußersten Ausläufer des physischen Planes. Aber dafür ist diese Definition, daß ein Lebendiges bei seinem Untergange einen Leichnam zurückläßt, gültig. Eine Maschine, wenn sie zerstört wird, läßt keinen Leichnam zurück, und man weiß, daß man parabolisch spricht, wenn man sagt, eine Uhr läßt einen Leichnam zurück. Aber im allerrealsten Sinne des Wortes wäre dies tatsächlich der Fall, wenn unsere Gesellschaft aufgelöst würde oder sich selbst auflösen würde. Sie ließe einen realen Leichnam zurück.
[ 6 ] Worin besteht denn das Wesen des realen Leichnams? Es besteht darin, daß der Leichnam, wenn er von seiner Seele verlassen ist, nicht mehr denselben Gesetzen folgt wie zu der Zeit, in der er mit ihr vereint war. Er beginnt, den physikalischen Gesetzen der Erdenelemente zu folgen. Nun, in dem Augenblick, wo unsere Gesellschaft aufgelöst würde, würde mit dem Leichnam unserer Gesellschaft dasselbe der Fall sein. Hinzu käme noch das, was der Träger unserer Gesellschaft ist: die Zyklen. Zu dem Leichnam gehörten also auch alle in den Händen der Mitglieder befindlichen Zyklen.
[ 6 ] Worin besteht denn das Wesen des realen Leichnams? Es besteht darin, daß der Leichnam, wenn er von seiner Seele verlassen ist, nicht mehr denselben Gesetzen folgt wie zu der Zeit, in der er mit ihr vereint war. Er beginnt, den physikalischen Gesetzen der Erdenelemente zu folgen. Nun, in dem Augenblick, wo unsere Gesellschaft aufgelöst würde, würde mit dem Leichnam unserer Gesellschaft dasselbe der Fall sein. Hinzu käme noch das, was der Träger unserer Gesellschaft ist: die Zyklen. Zu dem Leichnam gehörten also auch alle in den Händen der Mitglieder befindlichen Zyklen.
[ 7 ] Nun kann dieser Vergleich auch noch wirklich sachgemäß und wissenschaftlich richtig fortgesetzt werden. Dem Leichnam gegenüber besteht die Notwendigkeit, wenn er nicht schädlich, nicht verderblich auf die Umgebung wirken soll, ihn zu verbrennen oder zu bestatten. Übertragen Sie sich nur einmal diese absolut richtige Wahrheit auf den Leichnam, der von unserer Gesellschaft, wenn sie aufgelöst würde, zweifellos zurückbleiben würde. Das heißt, wir werden in dem Augenblicke, wo wir uns dessen bewußt werden, was unsere Gesellschaft ist, gewahr, daß wir eine Verantwortung haben gegenüber ihren realen Grundlagen. Eine Gesellschaft oder ein Verein, der auf Statuten und Programmpunkte aufgebaut ist, gleicht einer Maschine, die, wenn man sie zerschlägt, nichts anderes zurückläßt als Stücke; während unsere Gesellschaft, weil sie ein Organismus, ein Lebewesen ist, wirklich einen realen Leichnam zurückließe, wenn sie aufgelöst würde, etwas zurückließe, das als Leichnam gedacht und behandelt werden müßte.
[ 7 ] Nun kann dieser Vergleich auch noch wirklich sachgemäß und wissenschaftlich richtig fortgesetzt werden. Dem Leichnam gegenüber besteht die Notwendigkeit, wenn er nicht schädlich, nicht verderblich auf die Umgebung wirken soll, ihn zu verbrennen oder zu bestatten. Übertragen Sie sich nur einmal diese absolut richtige Wahrheit auf den Leichnam, der von unserer Gesellschaft, wenn sie aufgelöst würde, zweifellos zurückbleiben würde. Das heißt, wir werden in dem Augenblicke, wo wir uns dessen bewußt werden, was unsere Gesellschaft ist, gewahr, daß wir eine Verantwortung haben gegenüber ihren realen Grundlagen. Eine Gesellschaft oder ein Verein, der auf Statuten und Programmpunkte aufgebaut ist, gleicht einer Maschine, die, wenn man sie zerschlägt, nichts anderes zurückläßt als Stücke; während unsere Gesellschaft, weil sie ein Organismus, ein Lebewesen ist, wirklich einen realen Leichnam zurückließe, wenn sie aufgelöst würde, etwas zurückließe, das als Leichnam gedacht und behandelt werden müßte.
[ 8 ] Es ist schon notwendig, meine lieben Freunde, daß wir über die Lebensbedingungen unserer Gesellschaft nachdenken. Wenden Sie den Blick einmal von dem, ich möchte sagen, ganz Äußerlichen der Zyklen hin zu dem, was in den Zyklen darinnen steht und was, wie ich gestern gesagt habe, in eine Anzahl von Köpfen hineingegangen ist. Ich meine damit nicht nur diejenigen Köpfe, in die es sachgemäß und harmonisch hineingegangen ist, sondern vielleicht auch - selbstverständlich sind die Anwesenden aus Höflichkeit ausgenommen diejenigen, in die es verkehrt hineingegangen ist und die jetzt allerlei Verkehrtes reden. Das alles ist auch da; das alles lebt in der Gesellschaft. Denken Sie sich, wie das als der Leichnam der Gesellschaft wirken müßte, wenn sich die Gesellschaft auflösen würde.
[ 8 ] Es ist schon notwendig, meine lieben Freunde, daß wir über die Lebensbedingungen unserer Gesellschaft nachdenken. Wenden Sie den Blick einmal von dem, ich möchte sagen, ganz Äußerlichen der Zyklen hin zu dem, was in den Zyklen darinnen steht und was, wie ich gestern gesagt habe, in eine Anzahl von Köpfen hineingegangen ist. Ich meine damit nicht nur diejenigen Köpfe, in die es sachgemäß und harmonisch hineingegangen ist, sondern vielleicht auch - selbstverständlich sind die Anwesenden aus Höflichkeit ausgenommen diejenigen, in die es verkehrt hineingegangen ist und die jetzt allerlei Verkehrtes reden. Das alles ist auch da; das alles lebt in der Gesellschaft. Denken Sie sich, wie das als der Leichnam der Gesellschaft wirken müßte, wenn sich die Gesellschaft auflösen würde.
[ 9 ] Es wird uns also eine Verantwortung auferlegt, über die Lebensbedingungen unserer Gesellschaft zu wachen. Deshalb richtete ich gestern nach verschiedenen Richtungen hin an Sie den Appell, über diese Lebensbedingungen wirklich zu wachen.
[ 9 ] Es wird uns also eine Verantwortung auferlegt, über die Lebensbedingungen unserer Gesellschaft zu wachen. Deshalb richtete ich gestern nach verschiedenen Richtungen hin an Sie den Appell, über diese Lebensbedingungen wirklich zu wachen.
[ 10 ] Nun, ich sagte vorhin, daß von der Gesellschaft, wenn sie aufgelöst würde, ein Leichnam zurückbleiben würde und daß wir daran erkennen könnten, daß sie etwas im wirklichen Sinne Lebendiges ist. Sie ist dies aber auch noch dadurch, daß sie ein anderes Charakteristikon des Lebendigen trägt, das darin besteht, daß ein Lebendiges krank werden kann. Ich sagte, ein Verein, der auf Programmpunkte und Statuten gegründet ist, gleicht einer Maschine, einem Mechanismus, und wenn ein Mitglied etwas nicht mit der Maschine Übereinstimmendes macht, so scheidet man es aus. Der Ausschluß von Mitgliedern aus einem Verein, der aufgrund von Statuten gegründet ist, ist ja immer eine «liebevoll» gehandhabte Regel. Aber, meine lieben Freunde, wenn man es nun nicht mit einem Mechanismus, sondern wie bei unserer Gesellschaft mit einem Organismus zu tun hat, dann wird ja die Operation des Ausschließens eines Mitgliedes in den allerseltensten Fällen eine große Bedeutung haben. In den allermeisten Fällen wird dadurch an dem, worum es sich handelt, nicht sehr viel verbessert. In den meisten Fällen wird es bei uns, wenn wir ein Mitglied, das etwas ausgefressen hat, ausschließen, ein Bequemlichkeitsmittel sein. Man kann sich dessen bedienen, darüber will ich jetzt nicht sprechen, aber man muß sich darüber klar sein, daß es viel mehr darauf ankommt, den Organismus unserer Gesellschaft so gesund zu erhalten, daß er als Ganzes wie der Heiler auftritt gegenüber den einzelnen Auswüchsen. Darin besteht ja in den allermeisten Fällen die Heilung eines Organismus, daß die Heilkräfte des ganzen Organismus aufgerufen werden, wenn irgendein einzelnes Glied erkrankt. Es handelt sich also darum, daß wir den Prozeß des Kranksein-Könnens innerhalb unserer Gesellschaft einsehen und uns bewußt werden müssen, daß die Heilkräfte wirklich des ganzen Organismus aufgerufen werden müssen.
[ 10 ] Nun, ich sagte vorhin, daß von der Gesellschaft, wenn sie aufgelöst würde, ein Leichnam zurückbleiben würde und daß wir daran erkennen könnten, daß sie etwas im wirklichen Sinne Lebendiges ist. Sie ist dies aber auch noch dadurch, daß sie ein anderes Charakteristikon des Lebendigen trägt, das darin besteht, daß ein Lebendiges krank werden kann. Ich sagte, ein Verein, der auf Programmpunkte und Statuten gegründet ist, gleicht einer Maschine, einem Mechanismus, und wenn ein Mitglied etwas nicht mit der Maschine Übereinstimmendes macht, so scheidet man es aus. Der Ausschluß von Mitgliedern aus einem Verein, der aufgrund von Statuten gegründet ist, ist ja immer eine «liebevoll» gehandhabte Regel. Aber, meine lieben Freunde, wenn man es nun nicht mit einem Mechanismus, sondern wie bei unserer Gesellschaft mit einem Organismus zu tun hat, dann wird ja die Operation des Ausschließens eines Mitgliedes in den allerseltensten Fällen eine große Bedeutung haben. In den allermeisten Fällen wird dadurch an dem, worum es sich handelt, nicht sehr viel verbessert. In den meisten Fällen wird es bei uns, wenn wir ein Mitglied, das etwas ausgefressen hat, ausschließen, ein Bequemlichkeitsmittel sein. Man kann sich dessen bedienen, darüber will ich jetzt nicht sprechen, aber man muß sich darüber klar sein, daß es viel mehr darauf ankommt, den Organismus unserer Gesellschaft so gesund zu erhalten, daß er als Ganzes wie der Heiler auftritt gegenüber den einzelnen Auswüchsen. Darin besteht ja in den allermeisten Fällen die Heilung eines Organismus, daß die Heilkräfte des ganzen Organismus aufgerufen werden, wenn irgendein einzelnes Glied erkrankt. Es handelt sich also darum, daß wir den Prozeß des Kranksein-Könnens innerhalb unserer Gesellschaft einsehen und uns bewußt werden müssen, daß die Heilkräfte wirklich des ganzen Organismus aufgerufen werden müssen.
[ 11 ] Nun habe ich schon gestern darauf aufmerksam gemacht, daß eine wichtige Heilkraft darin liegt, sich gegenüber den Erscheinungen des physischen Planes an absolute Genauigkeit zu gewöhnen, Wahrheit in der Genauigkeit, Genauigkeit in der Wahrheit. Es kommt wirklich im äußeren exoterischen Leben nicht so viel darauf an, wenn eine Mitteilung von dem einen zu dem andern geht und sie durch Klatsch und Tratsch oder durch Ungenauigkeit verändert wird, als wenn wir innerhalb unserer Gesellschaft dies Usus werden lassen würden. Zu den dringendsten Bedürfnissen gehört also, immer daran zu denken bei dem, was wir sprechen und tun, Genauigkeit in bezug auf alles walten zu lassen.
[ 11 ] Nun habe ich schon gestern darauf aufmerksam gemacht, daß eine wichtige Heilkraft darin liegt, sich gegenüber den Erscheinungen des physischen Planes an absolute Genauigkeit zu gewöhnen, Wahrheit in der Genauigkeit, Genauigkeit in der Wahrheit. Es kommt wirklich im äußeren exoterischen Leben nicht so viel darauf an, wenn eine Mitteilung von dem einen zu dem andern geht und sie durch Klatsch und Tratsch oder durch Ungenauigkeit verändert wird, als wenn wir innerhalb unserer Gesellschaft dies Usus werden lassen würden. Zu den dringendsten Bedürfnissen gehört also, immer daran zu denken bei dem, was wir sprechen und tun, Genauigkeit in bezug auf alles walten zu lassen.
[ 12 ] Nun ist es ja selbstverständlich, daß man fragen kann: Was ist denn das, was man eigentlich zu tun hat, wodurch man der Gesellschaft aufhilft? - Und da muß gesagt werden: Vor allen Dingen ist vonnöten, daß jeder einzelne sich wirklich und in richtiger Weise als ein Glied der Gesellschaft fühlt, daß er die Gesellschaft als einen Organismus auffaßt und sich in diesem darinnen fühlt. Das ist aber nur möglich, wenn die Angelegenheiten der Gesellschaft wirklich Angelegenheiten eines jeden einzelnen von uns werden, wenn wir mit der Gesellschaft mitdenken. Um die Angelegenheiten der Gesellschaft zu wissen und zu wissen suchen, das ist etwas, was von prinzipieller, von ganz grundlegender Bedeutung ist. Dazu ist natürlich ein gewisses Interesse an der Gesellschaft als solcher notwendig. Und damit wir wiederum dieses Interesse an der Gesellschaft als solcher gewinnen, müssen wir ganz ernst nehmen das Wissen davon, daß die Gesellschaft ein Organismus ist, was viel mehr ist als ein Vergleich. Dazu müssen wir zum Beispiel folgendes wissen, meine lieben Freunde.
[ 12 ] Nun ist es ja selbstverständlich, daß man fragen kann: Was ist denn das, was man eigentlich zu tun hat, wodurch man der Gesellschaft aufhilft? - Und da muß gesagt werden: Vor allen Dingen ist vonnöten, daß jeder einzelne sich wirklich und in richtiger Weise als ein Glied der Gesellschaft fühlt, daß er die Gesellschaft als einen Organismus auffaßt und sich in diesem darinnen fühlt. Das ist aber nur möglich, wenn die Angelegenheiten der Gesellschaft wirklich Angelegenheiten eines jeden einzelnen von uns werden, wenn wir mit der Gesellschaft mitdenken. Um die Angelegenheiten der Gesellschaft zu wissen und zu wissen suchen, das ist etwas, was von prinzipieller, von ganz grundlegender Bedeutung ist. Dazu ist natürlich ein gewisses Interesse an der Gesellschaft als solcher notwendig. Und damit wir wiederum dieses Interesse an der Gesellschaft als solcher gewinnen, müssen wir ganz ernst nehmen das Wissen davon, daß die Gesellschaft ein Organismus ist, was viel mehr ist als ein Vergleich. Dazu müssen wir zum Beispiel folgendes wissen, meine lieben Freunde.
[ 13 ] Nicht wahr, wir haben drei Punkte gewissermaßen als Statutenpunkte. Daß aber Statuten für uns nur eine nebensächliche Bedeutung haben, geht aus dem hervor, was ich gesagt habe; aber sie sind da und müssen da sein. Nehmen wir diese drei Statutenpunkte, so können wir sie am besten dadurch bezeichnen, wenn wir sagen, sie stellen unsere Arbeit dar. Es ist wirklich so, daß sie die Arbeit unserer Gesellschaft darstellen. Wenn aber jemand bei einem Menschen über das Verhältnis der Arbeit zum Menschen nachdenkt, wird er folgendes herauskriegen: Durch die Arbeit ermüdet der Mensch; sie nützt ihn ab. Aber die Arbeit kann nicht das sein, worin sich das Wesen des Menschen erschöpft. Ebensowenig kann jemand mit gesunder Vernunft sagen, in der Arbeit mit diesen drei Programmpunkten erschöpfe sich das Wesen unserer Gesellschaft. Die Gesellschaft wird aber dadurch abgenützt, daß sie diese Arbeit der drei Punkte verrichtet. Das heißt also, daß unsere Gesellschaft, so wie der Mensch, außer der Arbeit noch der Pflege bedarf. Wie der Organismus des Menschen noch die Pflege braucht, so braucht sie als Gesellschaft auch die Pflege ihres Organismus. Und es genügt nicht zu glauben, man sei ein Mitglied der Gesellschaft, wenn man die Gesellschaft bloß benützt als den Ort, an dem man dasjenige pflegt, was in den drei Programmpunkten ausgedrückt ist, sondern man muß auch ein Interesse haben für die Führung der Gesellschaft als solche. Hat man das nicht, dann denkt man in Wirklichkeit, daß man mit dem Bestande der Gesellschaft nicht einverstanden ist. Dadurch also, daß man sich bloß für dasjenige interessiert, was die Gesellschaft arbeitet, interessiert man sich noch nicht für die Gesellschaft als solche. Wenn wir aber eine Gesellschaft brauchen als Basis für die Arbeit, so muß Interesse da sein für die Gesellschaft als solche, für den Organismus der Gesellschaft. Das heißt, ein gewisses Prinzip des Zusammenlebens, des Miteinanderlebens muß in der Gesellschaft gepflegt werden.
[ 13 ] Nicht wahr, wir haben drei Punkte gewissermaßen als Statutenpunkte. Daß aber Statuten für uns nur eine nebensächliche Bedeutung haben, geht aus dem hervor, was ich gesagt habe; aber sie sind da und müssen da sein. Nehmen wir diese drei Statutenpunkte, so können wir sie am besten dadurch bezeichnen, wenn wir sagen, sie stellen unsere Arbeit dar. Es ist wirklich so, daß sie die Arbeit unserer Gesellschaft darstellen. Wenn aber jemand bei einem Menschen über das Verhältnis der Arbeit zum Menschen nachdenkt, wird er folgendes herauskriegen: Durch die Arbeit ermüdet der Mensch; sie nützt ihn ab. Aber die Arbeit kann nicht das sein, worin sich das Wesen des Menschen erschöpft. Ebensowenig kann jemand mit gesunder Vernunft sagen, in der Arbeit mit diesen drei Programmpunkten erschöpfe sich das Wesen unserer Gesellschaft. Die Gesellschaft wird aber dadurch abgenützt, daß sie diese Arbeit der drei Punkte verrichtet. Das heißt also, daß unsere Gesellschaft, so wie der Mensch, außer der Arbeit noch der Pflege bedarf. Wie der Organismus des Menschen noch die Pflege braucht, so braucht sie als Gesellschaft auch die Pflege ihres Organismus. Und es genügt nicht zu glauben, man sei ein Mitglied der Gesellschaft, wenn man die Gesellschaft bloß benützt als den Ort, an dem man dasjenige pflegt, was in den drei Programmpunkten ausgedrückt ist, sondern man muß auch ein Interesse haben für die Führung der Gesellschaft als solche. Hat man das nicht, dann denkt man in Wirklichkeit, daß man mit dem Bestande der Gesellschaft nicht einverstanden ist. Dadurch also, daß man sich bloß für dasjenige interessiert, was die Gesellschaft arbeitet, interessiert man sich noch nicht für die Gesellschaft als solche. Wenn wir aber eine Gesellschaft brauchen als Basis für die Arbeit, so muß Interesse da sein für die Gesellschaft als solche, für den Organismus der Gesellschaft. Das heißt, ein gewisses Prinzip des Zusammenlebens, des Miteinanderlebens muß in der Gesellschaft gepflegt werden.
[ 14 ] Ich habe schon gestern gesagt, daß es einmal notwendig ist, daß manche Dinge hier beim rechten Namen genannt werden und daß sie wirklich ganz radikal so bezeichnet werden, wie sie bezeichnet werden müssen, und auch, daß es zum Wesen unserer Gesellschaft gehört, sicher sein zu können, daß die Dinge nicht gleich hinausgetragen werden. Nicht wahr, ich habe gestern an dem grotesken Beispiel des Mannes, der in den Rasierladen hineingegangen ist und durch die Lebensgewohnheiten, die er sich beilegte, zusammenstieß mit den Lebensgewohnheiten der Umgebung, anschaulich machen wollen, daß solchen Zusammenstößen oftmals ein ganz anderes Motiv zugrunde liegt als dasjenige, was man vorgibt. Ich habe gezeigt, daß es bei dem betreffenden Mann hysterische Eitelkeit war.
[ 14 ] Ich habe schon gestern gesagt, daß es einmal notwendig ist, daß manche Dinge hier beim rechten Namen genannt werden und daß sie wirklich ganz radikal so bezeichnet werden, wie sie bezeichnet werden müssen, und auch, daß es zum Wesen unserer Gesellschaft gehört, sicher sein zu können, daß die Dinge nicht gleich hinausgetragen werden. Nicht wahr, ich habe gestern an dem grotesken Beispiel des Mannes, der in den Rasierladen hineingegangen ist und durch die Lebensgewohnheiten, die er sich beilegte, zusammenstieß mit den Lebensgewohnheiten der Umgebung, anschaulich machen wollen, daß solchen Zusammenstößen oftmals ein ganz anderes Motiv zugrunde liegt als dasjenige, was man vorgibt. Ich habe gezeigt, daß es bei dem betreffenden Mann hysterische Eitelkeit war.
[ 15 ] Sehen Sie, das Karma hat uns mit unserem Bau hierher in diese Gegend geführt und wir sind in Lebensbedingungen darinnen, die wahrhaftig nicht gerade - ich will sagen - einwandfrei nach allen Seiten hin sind. Ich habe das schon dadurch ausgedrückt, daß ich gesagt habe, es könnte vorkommen, daß jeder unter uns musterhaft wäre und man würde dann erst recht ungeheuer viel an Verleumdungen und so weiter über uns ausbreiten, auch wenn sich die Mitglieder innerhalb der Einwohnerschaft ganz musterhaft benehmen. Daraus sehen Sie schon, daß es mir nicht darauf ankommt, zu sagen, man muß allen Vorurteilen Rechnung tragen, sondern daß wir vielmehr die notwendigen Lebensbedingungen für unsere Gesellschaft ins Auge fassen.
[ 15 ] Sehen Sie, das Karma hat uns mit unserem Bau hierher in diese Gegend geführt und wir sind in Lebensbedingungen darinnen, die wahrhaftig nicht gerade - ich will sagen - einwandfrei nach allen Seiten hin sind. Ich habe das schon dadurch ausgedrückt, daß ich gesagt habe, es könnte vorkommen, daß jeder unter uns musterhaft wäre und man würde dann erst recht ungeheuer viel an Verleumdungen und so weiter über uns ausbreiten, auch wenn sich die Mitglieder innerhalb der Einwohnerschaft ganz musterhaft benehmen. Daraus sehen Sie schon, daß es mir nicht darauf ankommt, zu sagen, man muß allen Vorurteilen Rechnung tragen, sondern daß wir vielmehr die notwendigen Lebensbedingungen für unsere Gesellschaft ins Auge fassen.
[ 16 ] Nicht wahr, wir sprechen auch bei unserem menschlichen Wesen von dem physischen Leibe; wir wissen, daß dieser den äußeren Lebensbedingungen angepaßt werden muß, weil er diese braucht, und daß das eine fortwährende Wechselwirkung zwischen der Außenwelt und unserem physischen Organismus bedingt. So ist es auch mit dem äußeren Organismus unserer Gesellschaft. Der muß sich innerhalb des sozialen Lebensrahmens entwickeln, in den wir einmal durch unser Karma hereingestellt worden sind. Und da ist es nun wirklich notwendig, daß die Mitglieder beachten, welches die Lebensbedingungen unserer Gesellschaft sind. Es wird von mir ja wirklich von Zeit zu Zeit immer wieder auf diese Lebensbedingungen unserer Gesellschaft hingewiesen.
[ 16 ] Nicht wahr, wir sprechen auch bei unserem menschlichen Wesen von dem physischen Leibe; wir wissen, daß dieser den äußeren Lebensbedingungen angepaßt werden muß, weil er diese braucht, und daß das eine fortwährende Wechselwirkung zwischen der Außenwelt und unserem physischen Organismus bedingt. So ist es auch mit dem äußeren Organismus unserer Gesellschaft. Der muß sich innerhalb des sozialen Lebensrahmens entwickeln, in den wir einmal durch unser Karma hereingestellt worden sind. Und da ist es nun wirklich notwendig, daß die Mitglieder beachten, welches die Lebensbedingungen unserer Gesellschaft sind. Es wird von mir ja wirklich von Zeit zu Zeit immer wieder auf diese Lebensbedingungen unserer Gesellschaft hingewiesen.
[ 17 ] Als ein hiesiger Pfarrer einen Artikel gegen unsere Gesellschaft schrieb, da hatte ich eine Entgegnung geschrieben. Ein wichtiger Punkt darin war der, daß ich ausdrücklich darauf hinwies, daß unsere Gesellschaft als solche mit der Religion unmittelbar nichts zu tun hat. Es kommt nicht bloß darauf an, daß man immer das Richtige sagt, sondern daß man im gegebenen Falle das Notwendige sagt. Darauf kommt es an. Nun gehört es wirklich zu dem Allernotwendigsten für das Gedeihen unserer ganzen Bewegung, daß endlich die Außenwelt den Gedanken einsieht, wie ich ihn suche zu verdeutlichen, indem ich immer wieder und wieder sage: So wenig die kopernikanische Weltanschauung, als sie aufgekommen ist, etwas zu tun hatte mit einer religiösen Gemeinschaft, so wenig hat unsere Bewegung etwas mit der Religion zu tun. Daß sich die religiösen Gemeinschaften dazumal gegen die kopernikanische Weltanschauung aufgelehnt haben, das ist ihre Sache, nicht Sache der kopernikanischen Weltanschauung. Aber wir müssen uns streng auf den Standpunkt stellen, daß wir nicht eine Sekte, nicht eine religiöse Bewegung gründen wollen. Ich wurde sogar an einem Orte einmal richtig unangenehm, weil - wenn auch aus dem besten Willen heraus - Artikel über unseren Bau geschrieben wurden, in denen dieser Bau mit dem Namen «Tempel» belegt worden war. Das schadet uns ungeheuer, weil wir dadurch hingestellt werden wie in Konkurrenz stehend mit religiösen Gesellschaften, was nicht zu sein braucht. Daher wurden ja die Mitglieder immer wieder ermahnt, den Titel «Hochschule für Geisteswissenschaft» populär zu machen.
[ 17 ] Als ein hiesiger Pfarrer einen Artikel gegen unsere Gesellschaft schrieb, da hatte ich eine Entgegnung geschrieben. Ein wichtiger Punkt darin war der, daß ich ausdrücklich darauf hinwies, daß unsere Gesellschaft als solche mit der Religion unmittelbar nichts zu tun hat. Es kommt nicht bloß darauf an, daß man immer das Richtige sagt, sondern daß man im gegebenen Falle das Notwendige sagt. Darauf kommt es an. Nun gehört es wirklich zu dem Allernotwendigsten für das Gedeihen unserer ganzen Bewegung, daß endlich die Außenwelt den Gedanken einsieht, wie ich ihn suche zu verdeutlichen, indem ich immer wieder und wieder sage: So wenig die kopernikanische Weltanschauung, als sie aufgekommen ist, etwas zu tun hatte mit einer religiösen Gemeinschaft, so wenig hat unsere Bewegung etwas mit der Religion zu tun. Daß sich die religiösen Gemeinschaften dazumal gegen die kopernikanische Weltanschauung aufgelehnt haben, das ist ihre Sache, nicht Sache der kopernikanischen Weltanschauung. Aber wir müssen uns streng auf den Standpunkt stellen, daß wir nicht eine Sekte, nicht eine religiöse Bewegung gründen wollen. Ich wurde sogar an einem Orte einmal richtig unangenehm, weil - wenn auch aus dem besten Willen heraus - Artikel über unseren Bau geschrieben wurden, in denen dieser Bau mit dem Namen «Tempel» belegt worden war. Das schadet uns ungeheuer, weil wir dadurch hingestellt werden wie in Konkurrenz stehend mit religiösen Gesellschaften, was nicht zu sein braucht. Daher wurden ja die Mitglieder immer wieder ermahnt, den Titel «Hochschule für Geisteswissenschaft» populär zu machen.
[ 18 ] Es kommt wirklich darauf an, daß die Leute immer wieder zu hören bekommen, daß wir es nicht mit einer religiösen Sekte, nicht mit der Begründung einer neuen Religion und dergleichen zu tun haben. Ungeheuer viel sündigen gerade die Mitglieder unserer Gesellschaft nach dieser Richtung, indem sie in den Auskünften, die sie geben, nicht darauf aufmerksam machen, daß unsere Gesellschaft nichts zu tun hat mit einer Religionsstiftung, ja nicht nur, daß sie darauf nicht genügend aufmerksam machen, sondern sogar passiv vieles dazu tun, unsere Bestrebung in das Licht einer Religionsstiftung zu stellen. Und da handelt es sich darum, daß man dies sogar in Nebensachen berücksichtigt, daß man den Leuten immer wieder in ihre harten Schädel hineinbleut, daß man es nicht mit einem Tempel, nicht mit einer Kirche zu tun hat, sondern mit etwas, das wissenschaftlichen Zwecken gewidmet ist.
[ 18 ] Es kommt wirklich darauf an, daß die Leute immer wieder zu hören bekommen, daß wir es nicht mit einer religiösen Sekte, nicht mit der Begründung einer neuen Religion und dergleichen zu tun haben. Ungeheuer viel sündigen gerade die Mitglieder unserer Gesellschaft nach dieser Richtung, indem sie in den Auskünften, die sie geben, nicht darauf aufmerksam machen, daß unsere Gesellschaft nichts zu tun hat mit einer Religionsstiftung, ja nicht nur, daß sie darauf nicht genügend aufmerksam machen, sondern sogar passiv vieles dazu tun, unsere Bestrebung in das Licht einer Religionsstiftung zu stellen. Und da handelt es sich darum, daß man dies sogar in Nebensachen berücksichtigt, daß man den Leuten immer wieder in ihre harten Schädel hineinbleut, daß man es nicht mit einem Tempel, nicht mit einer Kirche zu tun hat, sondern mit etwas, das wissenschaftlichen Zwecken gewidmet ist.
[ 19 ] Es liegt manchmal, meine lieben Freunde, nicht nur daran, was gesprochen wird, sondern auch an der Art und Weise, wie gesprochen wird. Wir sollten uns klar sein, daß es draußen immer den Eindruck machen wird, daß es sich um eine Sekten- oder um eine Religionsstiftung handelt, wenn wir nur zu reden wissen in Ausdrücken, die man bezeichnen kann, wie es einmal jemand bezeichnet hat - nun, es ist keine schöne Bezeichnung, aber eine treffende -, daß man alles, was in unserer Bewegung geschieht, betrachte mit einem «Gesicht bis ans Bauch». Das heißt, es wird alles mit langen Gesichtern betrachtet, aber nur, weil sich manche Menschen vorstellen, daß man nur so Gefühle charakterisieren könne, die sich auf das religiöse Leben beziehen. Aber unser Bestreben muß sein, abzustreifen von unserer Bewegung das Vorurteil, daß wir eine Kirche, eine Religion oder eine Sekte stiften wollen, und immer populärer zu machen, daß wir es mit einer geisteswissenschaftlichen Bewegung zu tun haben, die sich so in die Welt hineinstellt, wie das kopernikanische System sich in die Welt hineingestellt hat, so daß alles sehen kann, daß das Unrecht auf der anderen Seite ist. Als die Kirche die kopernikanische Lehre abgelehnt hat, da hat sie sich ins Unrecht gesetzt, denn sie hat sie später doch annehmen müssen. Und so wird es auch mit unserer Bewegung sein; die Kirche wird sie annehmen müssen, diese Bewegung.
[ 19 ] Es liegt manchmal, meine lieben Freunde, nicht nur daran, was gesprochen wird, sondern auch an der Art und Weise, wie gesprochen wird. Wir sollten uns klar sein, daß es draußen immer den Eindruck machen wird, daß es sich um eine Sekten- oder um eine Religionsstiftung handelt, wenn wir nur zu reden wissen in Ausdrücken, die man bezeichnen kann, wie es einmal jemand bezeichnet hat - nun, es ist keine schöne Bezeichnung, aber eine treffende -, daß man alles, was in unserer Bewegung geschieht, betrachte mit einem «Gesicht bis ans Bauch». Das heißt, es wird alles mit langen Gesichtern betrachtet, aber nur, weil sich manche Menschen vorstellen, daß man nur so Gefühle charakterisieren könne, die sich auf das religiöse Leben beziehen. Aber unser Bestreben muß sein, abzustreifen von unserer Bewegung das Vorurteil, daß wir eine Kirche, eine Religion oder eine Sekte stiften wollen, und immer populärer zu machen, daß wir es mit einer geisteswissenschaftlichen Bewegung zu tun haben, die sich so in die Welt hineinstellt, wie das kopernikanische System sich in die Welt hineingestellt hat, so daß alles sehen kann, daß das Unrecht auf der anderen Seite ist. Als die Kirche die kopernikanische Lehre abgelehnt hat, da hat sie sich ins Unrecht gesetzt, denn sie hat sie später doch annehmen müssen. Und so wird es auch mit unserer Bewegung sein; die Kirche wird sie annehmen müssen, diese Bewegung.
[ 20 ] Das ist ein Beispiel dafür, daß wir uns angewöhnen müssen, genau zu sprechen. Das ist als ein Lebensnerv der Gesellschaft gegenüber der Außenwelt zu beachten. Das ist einer der Punkte, wo wir für unsere Gesellschaft wirklich viel Nutzbringendes leisten können. Wer bloß Interesse am Zyklenlesen hat - was selbstverständlich sehr nützlich ist und ohne das man nicht sein kann - und kein Interesse hat an der Führung der Gesellschaft als solcher - namentlich da, wo Sie, wie hier, in engen Zusammenhängen auftreten —, wer dieses Interesse nicht entwickeln will, der erklärt sich mit der Gesellschaft als solcher nicht einverstanden, wie ich schon sagte. Interesse für die Gesellschaft muß man entwickeln! Nicht bloß da sein, um das, was die Gesellschaft zu arbeiten hat, in irgendeiner Weise mitzumachen, sondern Interesse für die Gesellschaft als solche entwickeln, darauf kommt es an. Das heißt aber: die Angelegenheiten der Gesellschaft als eines Lebewesens zu seinem eigenen Bewußtseinsinhalt zu machen. Und je weniger man dazu Statuten braucht, desto besser ist es.
[ 20 ] Das ist ein Beispiel dafür, daß wir uns angewöhnen müssen, genau zu sprechen. Das ist als ein Lebensnerv der Gesellschaft gegenüber der Außenwelt zu beachten. Das ist einer der Punkte, wo wir für unsere Gesellschaft wirklich viel Nutzbringendes leisten können. Wer bloß Interesse am Zyklenlesen hat - was selbstverständlich sehr nützlich ist und ohne das man nicht sein kann - und kein Interesse hat an der Führung der Gesellschaft als solcher - namentlich da, wo Sie, wie hier, in engen Zusammenhängen auftreten —, wer dieses Interesse nicht entwickeln will, der erklärt sich mit der Gesellschaft als solcher nicht einverstanden, wie ich schon sagte. Interesse für die Gesellschaft muß man entwickeln! Nicht bloß da sein, um das, was die Gesellschaft zu arbeiten hat, in irgendeiner Weise mitzumachen, sondern Interesse für die Gesellschaft als solche entwickeln, darauf kommt es an. Das heißt aber: die Angelegenheiten der Gesellschaft als eines Lebewesens zu seinem eigenen Bewußtseinsinhalt zu machen. Und je weniger man dazu Statuten braucht, desto besser ist es.
[ 21 ] Sehen Sie, es ist ganz zweifellos notwendig, daß immer mehr und mehr die Möglichkeit geschaffen wird, daß wir uns, wenn wirklich jemand von draußen das oder jenes über unsere Gesellschaft sagt, fest auf unsere zwei Beine stellen und sagen können, wir können dafür eintreten, daß so etwas in unserer Gesellschaft nicht möglich ist. Wir müssen die Möglichkeit haben, darauf zu bauen, daß in den weitaus meisten Fällen — selbstverständlich, Ausnahmen können überall vorkommen - die Verleumdungen, die ausgestreut worden sind, verlogen sind. Dazu gehört aber dieses wirklich lebendige Interesse an den Angelegenheiten der Gesellschaft. Denn, nehmen wir einmal an, es käme vor, daß bei irgend etwas eine Unvorsichtigkeit geschieht. Nehmen wir meinetwillen an - hypothetisch kann man so etwas annehmen -, irgendein Mann und ein Mädchen hätten die Unvorsichtigkeit begangen, an einem schönen Maiennachmittag irgend etwas draußen in der freien Natur zu zeigen, was nicht gezeigt werden soll, so daß es die Leute der Umgebung haben sehen können. Nehmen wir an, so etwas wäre aus Unvorsichtigkeit einmal vorgekommen. Was wäre da das Natürliche in der Gesellschaft, wenn sie so besteht, wie es die unsrige verlangen muß? Das Natürliche wäre doch, daß demjenigen, dem so etwas passiert ist, in den nächsten Tagen aufgeht, daß er ein älteres Mitglied aufsuchen und ihm sagen müsse: Mir ist das und das passiert, was kann man tun? — Das würde dann bedeuten, daß er seine Angelegenheit zur Angelegenheit der Gesellschaft macht.
[ 21 ] Sehen Sie, es ist ganz zweifellos notwendig, daß immer mehr und mehr die Möglichkeit geschaffen wird, daß wir uns, wenn wirklich jemand von draußen das oder jenes über unsere Gesellschaft sagt, fest auf unsere zwei Beine stellen und sagen können, wir können dafür eintreten, daß so etwas in unserer Gesellschaft nicht möglich ist. Wir müssen die Möglichkeit haben, darauf zu bauen, daß in den weitaus meisten Fällen — selbstverständlich, Ausnahmen können überall vorkommen - die Verleumdungen, die ausgestreut worden sind, verlogen sind. Dazu gehört aber dieses wirklich lebendige Interesse an den Angelegenheiten der Gesellschaft. Denn, nehmen wir einmal an, es käme vor, daß bei irgend etwas eine Unvorsichtigkeit geschieht. Nehmen wir meinetwillen an - hypothetisch kann man so etwas annehmen -, irgendein Mann und ein Mädchen hätten die Unvorsichtigkeit begangen, an einem schönen Maiennachmittag irgend etwas draußen in der freien Natur zu zeigen, was nicht gezeigt werden soll, so daß es die Leute der Umgebung haben sehen können. Nehmen wir an, so etwas wäre aus Unvorsichtigkeit einmal vorgekommen. Was wäre da das Natürliche in der Gesellschaft, wenn sie so besteht, wie es die unsrige verlangen muß? Das Natürliche wäre doch, daß demjenigen, dem so etwas passiert ist, in den nächsten Tagen aufgeht, daß er ein älteres Mitglied aufsuchen und ihm sagen müsse: Mir ist das und das passiert, was kann man tun? — Das würde dann bedeuten, daß er seine Angelegenheit zur Angelegenheit der Gesellschaft macht.
[ 22 ] Merken Sie wohl, was ich für eine Angelegenheit als Beispiel gewählt habe. Sie ist nicht eine solche, in die man sich als in eine Privatangelegenheit des einzelnen nicht hineinmischt, sondern eine solche, die der Gesellschaft furchtbar schadet. Da muß der Grundsatz bestehen, daß das Knie nicht sagt, ich habe meine eigenen Angelegenheiten, sondern daß das Knie sich als Teil des ganzen Organismus fühlt. Selbstverständlich muß aber für solche Dinge auch entgegenkommendes Interesse da sein. Man muß solche Angelegenheiten als eine Angelegenheit der Gesellschaft betrachten, so daß auch immer jemand da sein muß, der nicht nur dasjenige weiß, was ihn zunächst interessiert, sondern der auch vieles aus der Gesellschaft weiß und dadurch an den fortlaufenden Gedeihensbedingungen der Gesellschaft mitwirken kann. Das heißt, wir müssen uns vollständig erheben können über den Standpunkt: Ich habe jemanden meines engeren Bekanntenkreises, ich habe vielleicht sogar das Verdienst, diesen engeren Bekanntenkreis selber in die Gesellschaft hineingebracht zu haben, und dieser Bekanntenkreis interessiert mich. Daß jemand Freundschaften und Beziehungen entwickelt, das kann selbstverständlich keinen Gegenstand der Kritik bilden; das geht die Gesellschaft nichts an. Was aber die Gesellschaft sofort berührt, das ist das, daß er die Gesellschaft als solche nur so betrachtet, in der er eben darinnen ist. Wir müssen aber die Angelegenheiten der Gesellschaft zu den unsrigen machen; es muß die Möglichkeit vorliegen, daß es ganz ausgeschlossen ist, daß, wenn irgend etwas vorgekommen ist, was äußerlich Ärgernis gegeben hat, man innerhalb der Gesellschaft erst dadurch von dem Ärgernis erfährt, daß es einem von der Außenwelt erzählt wird. Dem ist sofort abgeholfen, wenn Interesse am gesellschaftlichen Leben vorhanden ist.
[ 22 ] Merken Sie wohl, was ich für eine Angelegenheit als Beispiel gewählt habe. Sie ist nicht eine solche, in die man sich als in eine Privatangelegenheit des einzelnen nicht hineinmischt, sondern eine solche, die der Gesellschaft furchtbar schadet. Da muß der Grundsatz bestehen, daß das Knie nicht sagt, ich habe meine eigenen Angelegenheiten, sondern daß das Knie sich als Teil des ganzen Organismus fühlt. Selbstverständlich muß aber für solche Dinge auch entgegenkommendes Interesse da sein. Man muß solche Angelegenheiten als eine Angelegenheit der Gesellschaft betrachten, so daß auch immer jemand da sein muß, der nicht nur dasjenige weiß, was ihn zunächst interessiert, sondern der auch vieles aus der Gesellschaft weiß und dadurch an den fortlaufenden Gedeihensbedingungen der Gesellschaft mitwirken kann. Das heißt, wir müssen uns vollständig erheben können über den Standpunkt: Ich habe jemanden meines engeren Bekanntenkreises, ich habe vielleicht sogar das Verdienst, diesen engeren Bekanntenkreis selber in die Gesellschaft hineingebracht zu haben, und dieser Bekanntenkreis interessiert mich. Daß jemand Freundschaften und Beziehungen entwickelt, das kann selbstverständlich keinen Gegenstand der Kritik bilden; das geht die Gesellschaft nichts an. Was aber die Gesellschaft sofort berührt, das ist das, daß er die Gesellschaft als solche nur so betrachtet, in der er eben darinnen ist. Wir müssen aber die Angelegenheiten der Gesellschaft zu den unsrigen machen; es muß die Möglichkeit vorliegen, daß es ganz ausgeschlossen ist, daß, wenn irgend etwas vorgekommen ist, was äußerlich Ärgernis gegeben hat, man innerhalb der Gesellschaft erst dadurch von dem Ärgernis erfährt, daß es einem von der Außenwelt erzählt wird. Dem ist sofort abgeholfen, wenn Interesse am gesellschaftlichen Leben vorhanden ist.
[ 23 ] Es kommt beispielsweise vor, daß man drei, vier, fünf Menschen bei uns fragen kann, ob der oder jener in den letzten Wochen hier bei unseren Vorträgen war, und daß alle die drei, vier, fünf Menschen es nicht wissen. Das kommt durchaus bei uns vor. Gewiß, wenn einer nichts weiß davon, so ist das begreiflich; wenn aber überhaupt nichts herausgefunden werden kann durch Herumfragen ich meine bei solchen, von denen man voraussetzt, daß sie es wissen sollten -, dann ist das ein Mangel an Interesse und zeigt an, daß unsere Gesellschaft ein Mechanismus und kein Organismus ist; daß man kein Interesse hat an ihrem lebendigen Leben. Aber gerade das ist es, was ich immer wieder betonen möchte, dieses notwendige Interesse an dem lebendigen Leben unserer Gesellschaft.
[ 23 ] Es kommt beispielsweise vor, daß man drei, vier, fünf Menschen bei uns fragen kann, ob der oder jener in den letzten Wochen hier bei unseren Vorträgen war, und daß alle die drei, vier, fünf Menschen es nicht wissen. Das kommt durchaus bei uns vor. Gewiß, wenn einer nichts weiß davon, so ist das begreiflich; wenn aber überhaupt nichts herausgefunden werden kann durch Herumfragen ich meine bei solchen, von denen man voraussetzt, daß sie es wissen sollten -, dann ist das ein Mangel an Interesse und zeigt an, daß unsere Gesellschaft ein Mechanismus und kein Organismus ist; daß man kein Interesse hat an ihrem lebendigen Leben. Aber gerade das ist es, was ich immer wieder betonen möchte, dieses notwendige Interesse an dem lebendigen Leben unserer Gesellschaft.
[ 24 ] Sehen Sie, meine lieben Freunde, man wird zuweilen in der Gesellschaft von Ereignissen überrascht, von denen man nicht überrascht zu werden brauchte, wenn die Mitglieder - ich will jetzt wirklich das Wort gebrauchen - ihre «Verpflichtungen» in der Hinsicht fühlten, daß sie mitdenken, mitfühlen, mitwollen würden mit der Gesellschaft als einem Organismus. Dazu ist notwendig, daß in bezug auf dasjenige, was zu den Lebensbedingungen der Gesellschaft gehört, jeder den Willen hat, es nicht als seine persönliche Angelegenheit zu behandeln, und zweitens, daß jeder, der so etwas will, einen andern findet, bei dem er Geneigtheit und Gehör findet. Wenn Sie jetzt, wo wir in einer Krisis desjenigen Teiles der Gesellschaft sind, der um den Dornacher Bau verkehrt, noch soviel Paragraphen beschließen, noch so viele neu formulieren, so werden Sie damit in der Gesellschaft doch nicht zurechtkommen und nicht verhindern können, daß wir nach einiger Zeit den angedeuteten Leichnam haben werden. Verhindern können Sie das nur dadurch, daß Sie anfangen, interessevoll mit den Angelegenheiten der Gesellschaft zu leben, das heißt, daß Sie nicht nur einmal einen, ich will sagen, «scharfsinnigen» Verstand einsetzen, um möglichst gute Paragraphen zu formulieren, um möglichst gute Tribunalien einzusetzen für dieses oder jenes «Verbrechen», sondern wenn Sie fortwährend die Gesellschaft als Objekt Ihres Interesses im lebendigen Zusammenhang betrachten. Aber vor allen Dingen ist notwendig, daß wir die Unbequemlichkeit des Denkens wirklich nicht scheuen.
[ 24 ] Sehen Sie, meine lieben Freunde, man wird zuweilen in der Gesellschaft von Ereignissen überrascht, von denen man nicht überrascht zu werden brauchte, wenn die Mitglieder - ich will jetzt wirklich das Wort gebrauchen - ihre «Verpflichtungen» in der Hinsicht fühlten, daß sie mitdenken, mitfühlen, mitwollen würden mit der Gesellschaft als einem Organismus. Dazu ist notwendig, daß in bezug auf dasjenige, was zu den Lebensbedingungen der Gesellschaft gehört, jeder den Willen hat, es nicht als seine persönliche Angelegenheit zu behandeln, und zweitens, daß jeder, der so etwas will, einen andern findet, bei dem er Geneigtheit und Gehör findet. Wenn Sie jetzt, wo wir in einer Krisis desjenigen Teiles der Gesellschaft sind, der um den Dornacher Bau verkehrt, noch soviel Paragraphen beschließen, noch so viele neu formulieren, so werden Sie damit in der Gesellschaft doch nicht zurechtkommen und nicht verhindern können, daß wir nach einiger Zeit den angedeuteten Leichnam haben werden. Verhindern können Sie das nur dadurch, daß Sie anfangen, interessevoll mit den Angelegenheiten der Gesellschaft zu leben, das heißt, daß Sie nicht nur einmal einen, ich will sagen, «scharfsinnigen» Verstand einsetzen, um möglichst gute Paragraphen zu formulieren, um möglichst gute Tribunalien einzusetzen für dieses oder jenes «Verbrechen», sondern wenn Sie fortwährend die Gesellschaft als Objekt Ihres Interesses im lebendigen Zusammenhang betrachten. Aber vor allen Dingen ist notwendig, daß wir die Unbequemlichkeit des Denkens wirklich nicht scheuen.
[ 25 ] Ich habe schon erwähnt, nicht wahr, daß wir jetzt in einer - hoffentlich wird das bald zu Ende gehen - abnormen Zeit des europäischen Lebens leben. In solchen Zeiten - ich rede nicht von Privatangelegenheiten, sondern von Dingen, die sich auf die Gesellschaft beziehen - ist es notwendig einzusehen, daß man nicht alles, was einem einfällt - wenn es auch nicht unrichtig oder anstößig ist -, über die Grenzen zu schicken und zu schreiben braucht. Aber es ist wirklich so, meine lieben Freunde, daß eine große Anzahl der Mitglieder gar nicht den Willen hat, auch nur soviel darüber nachzudenken, was jetzt in diesem Augenblick gerade opportun oder nicht opportun ist. Gewiß, die Dinge sind nichts Unrechtes, ich will auch nichts Tadelndes aussprechen, sondern nur auffordern zu denken und zu überlegen, bevor man etwas tut. Nicht wahr, wir wissen, daß ein Aufnahmeschein, ein Aufnahmeansuchen ein unschuldiges Dokument ist, das niemals Veranlassung zu Maßnahmen von einem Lande zum andern geben kann. Anders aber werden diese Sachen von den kriegführenden Ländern angesehen. Warum also schicken denn dann die Mitglieder Aufnahmescheine über die Grenzen? Der eine vielleicht aus Gedankenlosigkeit, der andere vielleicht aus Eigensinn, weil er damit etwas demonstrieren will. Aber unmöglich kann die Gesellschaft weiterbestehen, wenn derlei Dinge in größerem Umfange weiterhin vorkommen, weil man alles mögliche vermutet, das nicht dahinter ist. Unsere Mitglieder sollten sich doch gerade dadurch auszeichnen, daß sie denken! Darauf aber gerade müßte geachtet werden, sonst können wir die Gesellschaft wirklich nicht weiter fortsetzen.
[ 25 ] Ich habe schon erwähnt, nicht wahr, daß wir jetzt in einer - hoffentlich wird das bald zu Ende gehen - abnormen Zeit des europäischen Lebens leben. In solchen Zeiten - ich rede nicht von Privatangelegenheiten, sondern von Dingen, die sich auf die Gesellschaft beziehen - ist es notwendig einzusehen, daß man nicht alles, was einem einfällt - wenn es auch nicht unrichtig oder anstößig ist -, über die Grenzen zu schicken und zu schreiben braucht. Aber es ist wirklich so, meine lieben Freunde, daß eine große Anzahl der Mitglieder gar nicht den Willen hat, auch nur soviel darüber nachzudenken, was jetzt in diesem Augenblick gerade opportun oder nicht opportun ist. Gewiß, die Dinge sind nichts Unrechtes, ich will auch nichts Tadelndes aussprechen, sondern nur auffordern zu denken und zu überlegen, bevor man etwas tut. Nicht wahr, wir wissen, daß ein Aufnahmeschein, ein Aufnahmeansuchen ein unschuldiges Dokument ist, das niemals Veranlassung zu Maßnahmen von einem Lande zum andern geben kann. Anders aber werden diese Sachen von den kriegführenden Ländern angesehen. Warum also schicken denn dann die Mitglieder Aufnahmescheine über die Grenzen? Der eine vielleicht aus Gedankenlosigkeit, der andere vielleicht aus Eigensinn, weil er damit etwas demonstrieren will. Aber unmöglich kann die Gesellschaft weiterbestehen, wenn derlei Dinge in größerem Umfange weiterhin vorkommen, weil man alles mögliche vermutet, das nicht dahinter ist. Unsere Mitglieder sollten sich doch gerade dadurch auszeichnen, daß sie denken! Darauf aber gerade müßte geachtet werden, sonst können wir die Gesellschaft wirklich nicht weiter fortsetzen.
[ 26 ] Ich muß manchmal auf alte Sachen zurückkommen. Zum Beispiel war bei uns immer das Bestreben, bei der Aufnahme von Mitgliedern in die Gesellschaft nicht nur das zu befolgen, daß die Mitglieder aufgenommen werden, weil sie so hervorragende Menschen sind, daß sie sich von der ganzen übrigen Menschheit durch ihre hervorragenden Eigenschaften unterscheiden - diese Ansicht haben zwar viele, aber sie ist nicht richtig; manche haben die Ansicht, daß derjenige, der in die Gesellschaft aufgenommen worden ist, sich in nichts von allen anderen Menschen unterscheidet -, sondern man nahm auch Leute auf, um ihnen zu helfen, damit sie gesunden. Da ist es dann möglich geworden, daß so ein Mensch, der hätte gesunden sollen, aufgenommen worden ist - was ist aber passiert? Passiert ist, daß die Mitglieder in ihm einen solchen gesehen haben, der unsere Gesellschaft gesund machen soll, daß er wie ein Apostel angesehen worden ist.
[ 26 ] Ich muß manchmal auf alte Sachen zurückkommen. Zum Beispiel war bei uns immer das Bestreben, bei der Aufnahme von Mitgliedern in die Gesellschaft nicht nur das zu befolgen, daß die Mitglieder aufgenommen werden, weil sie so hervorragende Menschen sind, daß sie sich von der ganzen übrigen Menschheit durch ihre hervorragenden Eigenschaften unterscheiden - diese Ansicht haben zwar viele, aber sie ist nicht richtig; manche haben die Ansicht, daß derjenige, der in die Gesellschaft aufgenommen worden ist, sich in nichts von allen anderen Menschen unterscheidet -, sondern man nahm auch Leute auf, um ihnen zu helfen, damit sie gesunden. Da ist es dann möglich geworden, daß so ein Mensch, der hätte gesunden sollen, aufgenommen worden ist - was ist aber passiert? Passiert ist, daß die Mitglieder in ihm einen solchen gesehen haben, der unsere Gesellschaft gesund machen soll, daß er wie ein Apostel angesehen worden ist.
[ 27 ] Warum kann so etwas stattfinden, meine lieben Freunde? Weil man nicht beachtet die Mittel und Wege, die an die Hand gegeben werden, um solche Fehler nicht zu machen. Denken Sie doch nur einmal zurück an manches, was geschehen ist! Und wir müssen denken, wenn wir eine okkulte Bewegung aufrechterhalten wollen! Denken Sie zurück: Wenn eine charakteristische Tatsache geschah, wurde in Vorträgen gewöhnlich dasjenige, was man zur Beurteilung braucht, herbeigeschaffen, es wurde gesagt. Sie brauchten nur darauf zu achten, gerade wenn Gefahr vorhanden ist. Dazu ist aber erforderlich, daß man wirklich gründlich auf die betreffenden Vorträge, die in jener Zeit gehalten worden sind, eingeht. Wir brauchen nicht, um das Richtige zu tun, in den Fehler des Persönlichen zu verfallen, sondern wir können uns an das Objektive halten. Aber es muß das Objektive in jedem einzelnen Fall verstanden werden.
[ 27 ] Warum kann so etwas stattfinden, meine lieben Freunde? Weil man nicht beachtet die Mittel und Wege, die an die Hand gegeben werden, um solche Fehler nicht zu machen. Denken Sie doch nur einmal zurück an manches, was geschehen ist! Und wir müssen denken, wenn wir eine okkulte Bewegung aufrechterhalten wollen! Denken Sie zurück: Wenn eine charakteristische Tatsache geschah, wurde in Vorträgen gewöhnlich dasjenige, was man zur Beurteilung braucht, herbeigeschaffen, es wurde gesagt. Sie brauchten nur darauf zu achten, gerade wenn Gefahr vorhanden ist. Dazu ist aber erforderlich, daß man wirklich gründlich auf die betreffenden Vorträge, die in jener Zeit gehalten worden sind, eingeht. Wir brauchen nicht, um das Richtige zu tun, in den Fehler des Persönlichen zu verfallen, sondern wir können uns an das Objektive halten. Aber es muß das Objektive in jedem einzelnen Fall verstanden werden.
[ 28 ] So könnte man schon sagen: Es ist notwendig, namentlich für .den Teil unserer Gesellschaft, der sich um den Johannesbau gruppiert, daß etwas ganz Gründliches und Radikales geschieht. Aber es ist jetzt im Grunde genommen die höchste Zeit, daß dieses Gründliche und Radikale nicht wiederum auf falschen Wegen gesucht wird dadurch, daß man glaubt, mit einigen Dingen, einigen Prinzipien, einigen Feststellungen und Festsetzungen sei alles gemacht. Damit ist wirklich gar nichts gründlich gemacht und gar nichts gründlich geheilt.
[ 28 ] So könnte man schon sagen: Es ist notwendig, namentlich für .den Teil unserer Gesellschaft, der sich um den Johannesbau gruppiert, daß etwas ganz Gründliches und Radikales geschieht. Aber es ist jetzt im Grunde genommen die höchste Zeit, daß dieses Gründliche und Radikale nicht wiederum auf falschen Wegen gesucht wird dadurch, daß man glaubt, mit einigen Dingen, einigen Prinzipien, einigen Feststellungen und Festsetzungen sei alles gemacht. Damit ist wirklich gar nichts gründlich gemacht und gar nichts gründlich geheilt.
[ 29 ] Ich muß gestehen, meine lieben Freunde, daß es mir gar nicht leicht wird, diese Dinge so wie gestern und heute auseinanderzusetzen, aus dem einfachen Grunde, weil ich selbstverständlich lieber von anderen Dingen sprechen würde und weil ich weiß, daß eine große Anzahl von Mitgliedern da sind, die das gar nicht hören wollen, weil sie sich sagen, wir sind doch da, um allerlei okkulte Wahrheiten zu hören. Aber, meine lieben Freunde, wenn die Gefahr vorhanden ist, wie sie wirklich vorhanden ist, daß die «Unmöglichkeit» an uns herantreten konnte, sagen zu müssen: Ja, wenn die Gesellschaft sich so wenig bewährt, wie einzelne in der letzten Zeit das gezeigt haben, dann ist es absolut ausgeschlossen, in der Welt Geisteswissenschaft durch die Gesellschaft einzuführen. - Denken Sie sich doch nur einmal, was schon für eine Diskrepanz besteht zwischen dem, was ich eben gesagt habe, und dem, was ich oftmals hier in den letzten Wochen habe sagen müssen, daß das, was wir als Geisteswissenschaft anerkennen, der größte Impuls unserer Zeit sein muß, der reformatorisch gegenüber den anmaßendsten äußeren Erkenntnissen, scheinbaren Erkenntnissen und wissenschaftlichen Bestrebungen, als ein gründliches Vorwärts in der Menschheit sich geltend machen muß, und daß man es dann notwendig hat, über allerlei Dinge, die eigentlich selbstverständlich sein sollten, zu sprechen und noch dazu unter der Gefahr, daß man gerade in bezug auf diese Dinge immerfort mißverstanden wird. Denn das ist doch ein durchgängiges Prinzip, daß im Grunde genommen jeder den Sünder in dem andern sieht und sich nicht aufraffen will, so etwas, wie unsere Gesellschaft als einen wirklichen Organismus aufzufassen, zu tun, das heißt, sich als Glied eines solchen Organismus zu fühlen.
[ 29 ] Ich muß gestehen, meine lieben Freunde, daß es mir gar nicht leicht wird, diese Dinge so wie gestern und heute auseinanderzusetzen, aus dem einfachen Grunde, weil ich selbstverständlich lieber von anderen Dingen sprechen würde und weil ich weiß, daß eine große Anzahl von Mitgliedern da sind, die das gar nicht hören wollen, weil sie sich sagen, wir sind doch da, um allerlei okkulte Wahrheiten zu hören. Aber, meine lieben Freunde, wenn die Gefahr vorhanden ist, wie sie wirklich vorhanden ist, daß die «Unmöglichkeit» an uns herantreten konnte, sagen zu müssen: Ja, wenn die Gesellschaft sich so wenig bewährt, wie einzelne in der letzten Zeit das gezeigt haben, dann ist es absolut ausgeschlossen, in der Welt Geisteswissenschaft durch die Gesellschaft einzuführen. - Denken Sie sich doch nur einmal, was schon für eine Diskrepanz besteht zwischen dem, was ich eben gesagt habe, und dem, was ich oftmals hier in den letzten Wochen habe sagen müssen, daß das, was wir als Geisteswissenschaft anerkennen, der größte Impuls unserer Zeit sein muß, der reformatorisch gegenüber den anmaßendsten äußeren Erkenntnissen, scheinbaren Erkenntnissen und wissenschaftlichen Bestrebungen, als ein gründliches Vorwärts in der Menschheit sich geltend machen muß, und daß man es dann notwendig hat, über allerlei Dinge, die eigentlich selbstverständlich sein sollten, zu sprechen und noch dazu unter der Gefahr, daß man gerade in bezug auf diese Dinge immerfort mißverstanden wird. Denn das ist doch ein durchgängiges Prinzip, daß im Grunde genommen jeder den Sünder in dem andern sieht und sich nicht aufraffen will, so etwas, wie unsere Gesellschaft als einen wirklichen Organismus aufzufassen, zu tun, das heißt, sich als Glied eines solchen Organismus zu fühlen.
[ 30 ] Gewiß, meine lieben Freunde, bei eben eingetretenen Mitgliedern mag es vorkommen, daß Irrtümer begangen werden. Aber ich frage: Wozu sind denn manche Mitglieder viele Jahre lang Mitglieder, wenn sie nicht etwas dazu tun, daß bei neu eintretenden Mitgliedern nicht Irrtümer eintreten? Es müßte doch geradezu Grundsatz sein, daß keiner bei uns eintritt, der nicht von den älteren Mitgliedern in der allerersten Zeit wirklich bemerkt wird und dem man mit Rat und Tat zur Seite steht und ihn davor behütet, daß er Torheit für Weltenweisheiten hält.
[ 30 ] Gewiß, meine lieben Freunde, bei eben eingetretenen Mitgliedern mag es vorkommen, daß Irrtümer begangen werden. Aber ich frage: Wozu sind denn manche Mitglieder viele Jahre lang Mitglieder, wenn sie nicht etwas dazu tun, daß bei neu eintretenden Mitgliedern nicht Irrtümer eintreten? Es müßte doch geradezu Grundsatz sein, daß keiner bei uns eintritt, der nicht von den älteren Mitgliedern in der allerersten Zeit wirklich bemerkt wird und dem man mit Rat und Tat zur Seite steht und ihn davor behütet, daß er Torheit für Weltenweisheiten hält.
[ 31 ] Es liegt in der Natur einer okkulten Gesellschaft, meine lieben Freunde, daß schon einmal Torheiten darin vorkommen können. Aber es muß eine möglichst große Anzahl von Mitgliedern da sein, die die Torheiten durchschauen und dafür sorgen, daß sie nicht durchgeführt werden. Dazu gehört auch das, was in dem Briefe von Dr. Goesch enthalten ist.“ Er behauptet ja, daß Versprechen gegeben und nicht gehalten werden, und frägt an bei einem Mitglied, von dem er glaubt oder vermutet, daß ihm ein Versprechen gegeben worden sei. Wenn dieses Mitglied ihm sagt, daß das nicht der Fall ist, dann sagt nun aber Dr. Goesch nicht, er habe sich geirrt, sondern er sagt, da habe man wieder einen Beweis dafür, daß Magie darin liege, wenn ich jemandem die Hand gegeben habe; in dem Gedächtnis dieser Leute sei das Versprechen ausgelöscht worden. — Das ist ja einer der hauptsächlichsten Anklagepunkte in der Schrift des Dr. Goesch.
[ 31 ] Es liegt in der Natur einer okkulten Gesellschaft, meine lieben Freunde, daß schon einmal Torheiten darin vorkommen können. Aber es muß eine möglichst große Anzahl von Mitgliedern da sein, die die Torheiten durchschauen und dafür sorgen, daß sie nicht durchgeführt werden. Dazu gehört auch das, was in dem Briefe von Dr. Goesch enthalten ist.“ Er behauptet ja, daß Versprechen gegeben und nicht gehalten werden, und frägt an bei einem Mitglied, von dem er glaubt oder vermutet, daß ihm ein Versprechen gegeben worden sei. Wenn dieses Mitglied ihm sagt, daß das nicht der Fall ist, dann sagt nun aber Dr. Goesch nicht, er habe sich geirrt, sondern er sagt, da habe man wieder einen Beweis dafür, daß Magie darin liege, wenn ich jemandem die Hand gegeben habe; in dem Gedächtnis dieser Leute sei das Versprechen ausgelöscht worden. — Das ist ja einer der hauptsächlichsten Anklagepunkte in der Schrift des Dr. Goesch.
[ 32 ] Man kann ja bemerken, meine lieben Freunde, daß Dr. Goesch diese Dinge nicht nur geschrieben, sondern auch zu einzelnen gesagt hat. Das lebendige Interesse an den Gesellschaftsangelegenheiten hätte nun wirklich erfordert, daß jemand möglichst schnell zu einem älteren erfahrenen Mitglied hingegangen und dies bekannt gemacht hätte. Es ist wahrlich unbegreiflich, wie es passieren kann, daß jemand unbeanstandet den Dr. Goesch etwas Unmögliches sagen lassen kann wie: «Wenn einer sagt, mir ist kein Versprechen gegeben worden, so schließe ich daraus nicht, daß ihm wirklich kein Versprechen gegeben wurde, sondern ich nehme an, daß dem Betreffenden die Erinnerung an das Versprechen absuggeriert worden ist.» - Wenn solche Dinge unbeanstandet passieren können, dann ist die Gesellschaft wirklich nicht lebensfähig und man kann nicht in sie okkulte Wahrheiten hineingießen.
[ 32 ] Man kann ja bemerken, meine lieben Freunde, daß Dr. Goesch diese Dinge nicht nur geschrieben, sondern auch zu einzelnen gesagt hat. Das lebendige Interesse an den Gesellschaftsangelegenheiten hätte nun wirklich erfordert, daß jemand möglichst schnell zu einem älteren erfahrenen Mitglied hingegangen und dies bekannt gemacht hätte. Es ist wahrlich unbegreiflich, wie es passieren kann, daß jemand unbeanstandet den Dr. Goesch etwas Unmögliches sagen lassen kann wie: «Wenn einer sagt, mir ist kein Versprechen gegeben worden, so schließe ich daraus nicht, daß ihm wirklich kein Versprechen gegeben wurde, sondern ich nehme an, daß dem Betreffenden die Erinnerung an das Versprechen absuggeriert worden ist.» - Wenn solche Dinge unbeanstandet passieren können, dann ist die Gesellschaft wirklich nicht lebensfähig und man kann nicht in sie okkulte Wahrheiten hineingießen.
[ 33 ] Zweierlei, meine lieben Freunde, steht mir vor Augen. Das eine ist das: Ich muß es nach allen meinen Erkenntnissen als eine dringende Notwendigkeit ansehen, daß die Geisteswissenschaft den Menschen gebracht werden muß. Das andere aber steht mir ebenso vor Augen: daß das Instrument, das dazu gegründet worden ist, sich in einer Krisis befindet. Und deshalb konnte ich schon nicht anders, als Sie gewissermaßen zu «quälen» mit dem, was ich gestern und heute zu sagen hatte, denn es ist Ihnen ja angekündigt worden, daß Zusammenkünfte stattfinden, um Abhilfe für dieses oder jenes zu schaffen. Wenn diese Zusammenkünfte wiederum so vorübergehen wie manche früheren in ähnlichen Fällen, dann werden wir nicht weiterkommen.
[ 33 ] Zweierlei, meine lieben Freunde, steht mir vor Augen. Das eine ist das: Ich muß es nach allen meinen Erkenntnissen als eine dringende Notwendigkeit ansehen, daß die Geisteswissenschaft den Menschen gebracht werden muß. Das andere aber steht mir ebenso vor Augen: daß das Instrument, das dazu gegründet worden ist, sich in einer Krisis befindet. Und deshalb konnte ich schon nicht anders, als Sie gewissermaßen zu «quälen» mit dem, was ich gestern und heute zu sagen hatte, denn es ist Ihnen ja angekündigt worden, daß Zusammenkünfte stattfinden, um Abhilfe für dieses oder jenes zu schaffen. Wenn diese Zusammenkünfte wiederum so vorübergehen wie manche früheren in ähnlichen Fällen, dann werden wir nicht weiterkommen.
[ 34 ] Bedenken Sie nur, meine lieben Freunde, daß mit der einfachen Maßregel des Ausschließens niemals irgend etwas erreicht werden kann. Das Ausschließen entscheidet ja gar nichts über irgendeine Angelegenheit der Gesellschaft. Nicht wahr, wir haben vor vielen Jahren den Dr. Hugo Vollrath ausgeschlossen. Alles, alles, was durch den Mann später bewirkt worden ist, wurde bewirkt, trotzdem er ausgeschlossen worden war. Und so wird es in ähnlichen Fällen sein. Man kann ja ausschließen, aber man kann sich nicht mit der Ausschließung beruhigen.
[ 34 ] Bedenken Sie nur, meine lieben Freunde, daß mit der einfachen Maßregel des Ausschließens niemals irgend etwas erreicht werden kann. Das Ausschließen entscheidet ja gar nichts über irgendeine Angelegenheit der Gesellschaft. Nicht wahr, wir haben vor vielen Jahren den Dr. Hugo Vollrath ausgeschlossen. Alles, alles, was durch den Mann später bewirkt worden ist, wurde bewirkt, trotzdem er ausgeschlossen worden war. Und so wird es in ähnlichen Fällen sein. Man kann ja ausschließen, aber man kann sich nicht mit der Ausschließung beruhigen.
[ 35 ] Wenn Sie, meine lieben Freunde, die «Theosophie» aufschlagen das ist also das allererste Buch, das ich in der theosophischen Bewegung zur Theosophie selber geschrieben habe -, und darin das Kapitel «Der Pfad der Erkenntnis» nehmen, so werden Sie darin Dinge finden, mit Hilfe derer, wenn Sie sie durchdenken, Sie sich alles, was ich gestern und heute ausgeführt habe, mit Leichtigkeit selber sagen könnten. Denn das steht alles in diesem Kapitel. Aber es geht daraus auch hervor, daß schon dieses allererste Buch nicht verstanden worden ist, denn sonst hätten viele Dinge, die in den letzten Zeiten geschehen sind, nicht geschehen können.
[ 35 ] Wenn Sie, meine lieben Freunde, die «Theosophie» aufschlagen das ist also das allererste Buch, das ich in der theosophischen Bewegung zur Theosophie selber geschrieben habe -, und darin das Kapitel «Der Pfad der Erkenntnis» nehmen, so werden Sie darin Dinge finden, mit Hilfe derer, wenn Sie sie durchdenken, Sie sich alles, was ich gestern und heute ausgeführt habe, mit Leichtigkeit selber sagen könnten. Denn das steht alles in diesem Kapitel. Aber es geht daraus auch hervor, daß schon dieses allererste Buch nicht verstanden worden ist, denn sonst hätten viele Dinge, die in den letzten Zeiten geschehen sind, nicht geschehen können.
[ 36 ] Wir müssen also dafür sorgen, daß wir mit möglichst großem Ernste und möglichst großer Würde solche Dinge ins Auge fassen, wie wir sie morgen bei der Ersatz-Generalversammlung ins Auge fassen wollen.1Vgl. im Anhang, Seite 183. Denn wir müssen uns fragen, ob wir es bis zu dem angedeuteten Punkte kommen lassen wollen, daß eine Zeit kommt, wo wir sagen müssen: Auf dem Wege einer solchen Gesellschaft läßt sich die Geisteswissenschaft nicht verbreiten. Wir müßten dann versuchen, wenn es durch die Gesellschaft unmöglich gemacht wird, das, was als Leichnam übrigbleibt, auf eine andere Weise zu pflegen, und das würde merklich viel schwieriger sein ...2Hier folgen im Stenogramm noch einige Zeilen, die keinen zusammenhängenden Sinn ergeben.
[ 36 ] Wir müssen also dafür sorgen, daß wir mit möglichst großem Ernste und möglichst großer Würde solche Dinge ins Auge fassen, wie wir sie morgen bei der Ersatz-Generalversammlung ins Auge fassen wollen.1Vgl. im Anhang, Seite 183. Denn wir müssen uns fragen, ob wir es bis zu dem angedeuteten Punkte kommen lassen wollen, daß eine Zeit kommt, wo wir sagen müssen: Auf dem Wege einer solchen Gesellschaft läßt sich die Geisteswissenschaft nicht verbreiten. Wir müßten dann versuchen, wenn es durch die Gesellschaft unmöglich gemacht wird, das, was als Leichnam übrigbleibt, auf eine andere Weise zu pflegen, und das würde merklich viel schwieriger sein ...2Hier folgen im Stenogramm noch einige Zeilen, die keinen zusammenhängenden Sinn ergeben.
[ 37 ] Ich habe nicht für das Programm morgen zu sorgen. Da aber die Art und Weise, wie das Programm morgen erledigt werden wird, mit entscheidend sein wird, ob die Anthroposophische Gesellschaft auch künftig möglich sein wird oder nicht, so begnüge ich mich damit, Ihnen dringend ans Herz zu legen, alles mit der größten Verantwortlichkeit ins Auge zu fassen und nicht leichten Herzens über Dinge hinwegzugehen, die für die ganze Menschheitskultur die größte Bedeutung haben.
[ 37 ] Ich habe nicht für das Programm morgen zu sorgen. Da aber die Art und Weise, wie das Programm morgen erledigt werden wird, mit entscheidend sein wird, ob die Anthroposophische Gesellschaft auch künftig möglich sein wird oder nicht, so begnüge ich mich damit, Ihnen dringend ans Herz zu legen, alles mit der größten Verantwortlichkeit ins Auge zu fassen und nicht leichten Herzens über Dinge hinwegzugehen, die für die ganze Menschheitskultur die größte Bedeutung haben.
