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The Rudolf Steiner Archive

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Difficulties of Living Together
in the Anthroposophical Society
The Dornach Crisis in the Summer of 1915
GA 253

14 September 1915, Dornach

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5. Freudsche Psychoanalyse, Swedenborgs Sehertum, Sexualität und modernes Hellsehen

5. Freudsche Psychoanalyse, Swedenborgs Sehertum, Sexualität und modernes Hellsehen

[ 1 ] Meine lieben Freunde, als ich Ihnen gestern gewissermaßen einfügend über das Thema Psychoanalyse sprach, weil es durch den uns alle berührenden Fall so nahe liegt, da werden Sie ja haben bemerken müssen, daß ich die Unterscheidung des Seelenlebens in Bewußtes und Unbewußtes durch die Psychoanalyse, oder besser gesagt durch die psychoanalytische Anschauung, als die eine Seite der psychoanalytischen Anschauung charakterisiert habe; und indem ich dann weiter - wenigstens andeutend - ausgeführt habe, wie die ganze psychoanalytische Anschauung gewissermaßen «plätschert» in Sexualismus, haben Sie sehen können, wie auf der anderen Seite ein wirklich trostloses, man möchte sagen, «grauenvolles» Element gerade mit dieser psychoanalytischen Anschauung innerhalb unseres Geisteslebens aufgetaucht ist. Damit ist aber überhaupt auf etwas Charakteristisches in den geistigen Bestrebungen der Gegenwart hingewiesen.

[ 1 ] Meine lieben Freunde, als ich Ihnen gestern gewissermaßen einfügend über das Thema Psychoanalyse sprach, weil es durch den uns alle berührenden Fall so nahe liegt, da werden Sie ja haben bemerken müssen, daß ich die Unterscheidung des Seelenlebens in Bewußtes und Unbewußtes durch die Psychoanalyse, oder besser gesagt durch die psychoanalytische Anschauung, als die eine Seite der psychoanalytischen Anschauung charakterisiert habe; und indem ich dann weiter - wenigstens andeutend - ausgeführt habe, wie die ganze psychoanalytische Anschauung gewissermaßen «plätschert» in Sexualismus, haben Sie sehen können, wie auf der anderen Seite ein wirklich trostloses, man möchte sagen, «grauenvolles» Element gerade mit dieser psychoanalytischen Anschauung innerhalb unseres Geisteslebens aufgetaucht ist. Damit ist aber überhaupt auf etwas Charakteristisches in den geistigen Bestrebungen der Gegenwart hingewiesen.

[ 2 ] Mit der Unterscheidung eines unbewußten von einem bewußten Seelenleben wird durch die psychoanalytische Weltanschauung ja ganz zweifellos etwas Richtiges unserem Geistesleben eingefügt, und wir können vieles davon so betrachten, daß wir sehen: da sind Leute auf eine gewisse Spur gekommen; da sind Leute dahinter gekommen, daß man das Seelische tiefer suchen muß als in demjenigen, was das gewöhnliche Menschenbewußtsein umfaßt. Aber nun wird diese richtige Spur von Menschen verfolgt, welche ihren Materialismus so weit getrieben haben, daß dieser nicht nur so wirkt, wie er etwa in dem jetzigen fälschlich so genannten Monismus wirkt, daß er die Gedankenrichtung umfaßt, sondern der Materialismus des Psychoanalytikers wirkt so, daß die niederen Menschentriebe in die Theorie hineingetragen werden und mit der Theorie bewirken, daß wirklich ein ganz subjektives, das subjektivste Element, das Element der sexuellen Triebe selber, zum inneren Impuls des wissenschaftlichen Lebens gemacht wird.

[ 2 ] Mit der Unterscheidung eines unbewußten von einem bewußten Seelenleben wird durch die psychoanalytische Weltanschauung ja ganz zweifellos etwas Richtiges unserem Geistesleben eingefügt, und wir können vieles davon so betrachten, daß wir sehen: da sind Leute auf eine gewisse Spur gekommen; da sind Leute dahinter gekommen, daß man das Seelische tiefer suchen muß als in demjenigen, was das gewöhnliche Menschenbewußtsein umfaßt. Aber nun wird diese richtige Spur von Menschen verfolgt, welche ihren Materialismus so weit getrieben haben, daß dieser nicht nur so wirkt, wie er etwa in dem jetzigen fälschlich so genannten Monismus wirkt, daß er die Gedankenrichtung umfaßt, sondern der Materialismus des Psychoanalytikers wirkt so, daß die niederen Menschentriebe in die Theorie hineingetragen werden und mit der Theorie bewirken, daß wirklich ein ganz subjektives, das subjektivste Element, das Element der sexuellen Triebe selber, zum inneren Impuls des wissenschaftlichen Lebens gemacht wird.

[ 3 ] Gerade eine solche Erscheinung im Geistesleben der Gegenwart muß besonders deutlich ins Auge gefaßt werden, aus dem Grunde, weil wir auf der einen Seite sehen, daß dasjenige, was - vom Menschen unabhängig - die Menschen zwingt, ein höheres Geistiges anzuerkennen als das zunächst uns bewußte, sogar die grobklotzigsten materialistischen Köpfe dazu zwingt, es eben anzuerkennen. Was sind denn diese Anhänger Freuds und der Freudschen Schule anderes als Leute, welche nicht nur in ihrem Verstande, sondern bis in ihre Triebe hinein auf grobklotzig materialistischem Boden stehen, aber durch die Objektivität der Welt gezwungen sind, etwas über das gewöhnliche Bewußtsein Hinausgehendes zu erforschen. Das ist die objektive Seite. Die andere, die subjektive Seite ist die, daß der Mensch so tief verstrickt ist mit dem Materialistischen, so daß damit zugleich - weil das so zu dem Materialistischen dazugehört wie die linke Hand zur rechten, das linke Auge zum rechten oder vielleicht wie Dinge, die noch mehr zusammengehören -, so daß damit zugleich die niedersten, die subjektivsten Triebe in den Weltanschauungsbetrieb hineinkommen. Zu dem Stehenbleiben beim Materialismus gehört ganz notwendig, wenn man sich ganz gehen läßt, das Hineinfallen, ich möchte sagen «Hineinplumpsen» in die niedersten menschlichen Triebe.

[ 3 ] Gerade eine solche Erscheinung im Geistesleben der Gegenwart muß besonders deutlich ins Auge gefaßt werden, aus dem Grunde, weil wir auf der einen Seite sehen, daß dasjenige, was - vom Menschen unabhängig - die Menschen zwingt, ein höheres Geistiges anzuerkennen als das zunächst uns bewußte, sogar die grobklotzigsten materialistischen Köpfe dazu zwingt, es eben anzuerkennen. Was sind denn diese Anhänger Freuds und der Freudschen Schule anderes als Leute, welche nicht nur in ihrem Verstande, sondern bis in ihre Triebe hinein auf grobklotzig materialistischem Boden stehen, aber durch die Objektivität der Welt gezwungen sind, etwas über das gewöhnliche Bewußtsein Hinausgehendes zu erforschen. Das ist die objektive Seite. Die andere, die subjektive Seite ist die, daß der Mensch so tief verstrickt ist mit dem Materialistischen, so daß damit zugleich - weil das so zu dem Materialistischen dazugehört wie die linke Hand zur rechten, das linke Auge zum rechten oder vielleicht wie Dinge, die noch mehr zusammengehören -, so daß damit zugleich die niedersten, die subjektivsten Triebe in den Weltanschauungsbetrieb hineinkommen. Zu dem Stehenbleiben beim Materialismus gehört ganz notwendig, wenn man sich ganz gehen läßt, das Hineinfallen, ich möchte sagen «Hineinplumpsen» in die niedersten menschlichen Triebe.

[ 4 ] Und dennoch, meine lieben Freunde, diese ganze Anschauungsweise, wie sie vor uns auftritt, sie kann dem Menschen nur dann ganz klar werden, wenn er hinter so manches Geheimnis der Weltordnung kommt. Es ist das Gefährliche solcher Weltanschauungen, wie sie die psychoanalytische ist, daß die Leute im Richtigen tapsen und ihre unreinlichen Instinkte gerade in das Richtige hineinbringen. Es ist viel weniger schädlich, wenn die unreinlichen Instinkte in den Irrtum, in den vollen Irrtum hineingetragen werden, als wenn sie in ein teilweise Richtiges hineingetragen werden. Und das Richtige der psychoanalytischen Weltanschauung besteht in der Anerkennung der Tatsache, daß eben im Menschenleben so unendlich viel Unbewußtes, richtig Unbewußtes spielt. Und da kommen die Psychoanalytiker wirklich auf sehr, sehr vieles, was wahr, was richtig ist. Sie werden auf richtige Spuren getrieben.

[ 4 ] Und dennoch, meine lieben Freunde, diese ganze Anschauungsweise, wie sie vor uns auftritt, sie kann dem Menschen nur dann ganz klar werden, wenn er hinter so manches Geheimnis der Weltordnung kommt. Es ist das Gefährliche solcher Weltanschauungen, wie sie die psychoanalytische ist, daß die Leute im Richtigen tapsen und ihre unreinlichen Instinkte gerade in das Richtige hineinbringen. Es ist viel weniger schädlich, wenn die unreinlichen Instinkte in den Irrtum, in den vollen Irrtum hineingetragen werden, als wenn sie in ein teilweise Richtiges hineingetragen werden. Und das Richtige der psychoanalytischen Weltanschauung besteht in der Anerkennung der Tatsache, daß eben im Menschenleben so unendlich viel Unbewußtes, richtig Unbewußtes spielt. Und da kommen die Psychoanalytiker wirklich auf sehr, sehr vieles, was wahr, was richtig ist. Sie werden auf richtige Spuren getrieben.

[ 5 ] Verfolgen wir einmal, wie so die Psychoanalytiker auf manche richtige Spur getrieben werden. In dem Buche, von dem ich Ihnen gestern gesprochen habe, bemüht sich der Führer der psychoanalytischen Schule, gewisse Bräuche bei den wilden Völkern zu erklären in Anlehnung an gewisse psychoanalytische Theorien, in Anlehnung an Zusammenhänge, die die Psychoanalyse annimmt zwischen dem kindlichen, dem infantilen Leben und dem späteren Zustande der Neurose des Menschen.

[ 5 ] Verfolgen wir einmal, wie so die Psychoanalytiker auf manche richtige Spur getrieben werden. In dem Buche, von dem ich Ihnen gestern gesprochen habe, bemüht sich der Führer der psychoanalytischen Schule, gewisse Bräuche bei den wilden Völkern zu erklären in Anlehnung an gewisse psychoanalytische Theorien, in Anlehnung an Zusammenhänge, die die Psychoanalyse annimmt zwischen dem kindlichen, dem infantilen Leben und dem späteren Zustande der Neurose des Menschen.

[ 6 ] Wir haben gestern gesehen, wie gerade in diese Theorien das sexuelle Element hineinspielt. Nun vergleicht Freud in seinem Buche «Totem und Tabu», in dem Aufsatz über «Das Tabu und die Ambivalenz der Gefühlsregungen», gewisse Anschauungen, gewisse Vorstellungen bei Wilden mit gewissen infantilen Eigenschaften der Kulturmenschen, die in der Neurose, in einer gewissen Art von Nervenerkrankungen seelischer Art, in nervösen Seelenerkrankungen auftreten. Aus dem Gestrigen werden Sie ja erkennen, daß vieles von den Psychoanalytikern so erklärt wird, daß im ganz jungen Leben auf den Menschen Impulse ausgeübt werden, die sich dann zurückziehen in Seeleninseln und weiterwirken, aus dem Unterbewußtsein heraufwirken. Dadurch aber wirkt gleichsam das infantile Leben im Kulturmenschen weiter, und darin besteht ja nach dieser Anschauung die Neurose oder eine gewisse Art der Neurose, daß Menschen herumgehen, die mittlerweile 40 Jahre alt geworden sind, aber eine Seele haben, in der die allerersten Jugenderfahrungen, das heißt die infantilen Erfahrungen, besonders wirksam sind.

[ 6 ] Wir haben gestern gesehen, wie gerade in diese Theorien das sexuelle Element hineinspielt. Nun vergleicht Freud in seinem Buche «Totem und Tabu», in dem Aufsatz über «Das Tabu und die Ambivalenz der Gefühlsregungen», gewisse Anschauungen, gewisse Vorstellungen bei Wilden mit gewissen infantilen Eigenschaften der Kulturmenschen, die in der Neurose, in einer gewissen Art von Nervenerkrankungen seelischer Art, in nervösen Seelenerkrankungen auftreten. Aus dem Gestrigen werden Sie ja erkennen, daß vieles von den Psychoanalytikern so erklärt wird, daß im ganz jungen Leben auf den Menschen Impulse ausgeübt werden, die sich dann zurückziehen in Seeleninseln und weiterwirken, aus dem Unterbewußtsein heraufwirken. Dadurch aber wirkt gleichsam das infantile Leben im Kulturmenschen weiter, und darin besteht ja nach dieser Anschauung die Neurose oder eine gewisse Art der Neurose, daß Menschen herumgehen, die mittlerweile 40 Jahre alt geworden sind, aber eine Seele haben, in der die allerersten Jugenderfahrungen, das heißt die infantilen Erfahrungen, besonders wirksam sind.

[ 7 ] Nun vergleicht Freud eben eine Vorstellung der Wilden mit Erfahrungen in der Neurose. Er sagt zum Beispiel: «Ein Maorihäuptling wird kein Feuer mit seinem Hauch anfachen, denn sein geheiligter Atem würde seine Kraft dem Feuer mitteilen, dieses dem Topf, der im Feuer steht, der Topf der Speise, die in ihm gekocht wird, die Speise der Person, die von ihr ißt, und so müßte die Person sterben, die gegessen von der Speise, die gekocht in dem Topf, der gestanden im Feuer, in das geblasen der Häuptling mit seinem heiligen und gefährlichen Hauch.» Nun vergleicht Freud die Scheu davor, in das Feuer zu hauchen, damit ein anderer dann nicht essen könne aus dem Topf, der in dem Feuer gestanden hatte, selbstverständlich nicht mit den Lebensgewohnheiten derjenigen Persönlichkeit, von der wir in diesen Tagen sprechen mußten - weil er sie und ihre Scheu, auf ihre Aura wirken zu lassen, nicht gekannt hat -, aber er vergleicht sie mit einer anderen Person, die als Patientin zu ihm kam. Er sagt: «Die Patientin verlangte, daß ein Gebrauchsgegenstand, den ihr Mann vom Einkauf nach Hause gebracht, entfernt werde, er würde ihr sonst den Raum, in dem sie wohnt, unmöglich machen.» Also eine Patientin kommt zu dem Psychoanalytiker und erklärt, daß ein Gebrauchsgegenstand, den ihr Mann vom Einkaufen nach Hause brachte, entfernt werden müsse, weil er ihr sonst den Raum, in dem sie wohnt, unmöglich machen würde.

[ 7 ] Nun vergleicht Freud eben eine Vorstellung der Wilden mit Erfahrungen in der Neurose. Er sagt zum Beispiel: «Ein Maorihäuptling wird kein Feuer mit seinem Hauch anfachen, denn sein geheiligter Atem würde seine Kraft dem Feuer mitteilen, dieses dem Topf, der im Feuer steht, der Topf der Speise, die in ihm gekocht wird, die Speise der Person, die von ihr ißt, und so müßte die Person sterben, die gegessen von der Speise, die gekocht in dem Topf, der gestanden im Feuer, in das geblasen der Häuptling mit seinem heiligen und gefährlichen Hauch.» Nun vergleicht Freud die Scheu davor, in das Feuer zu hauchen, damit ein anderer dann nicht essen könne aus dem Topf, der in dem Feuer gestanden hatte, selbstverständlich nicht mit den Lebensgewohnheiten derjenigen Persönlichkeit, von der wir in diesen Tagen sprechen mußten - weil er sie und ihre Scheu, auf ihre Aura wirken zu lassen, nicht gekannt hat -, aber er vergleicht sie mit einer anderen Person, die als Patientin zu ihm kam. Er sagt: «Die Patientin verlangte, daß ein Gebrauchsgegenstand, den ihr Mann vom Einkauf nach Hause gebracht, entfernt werde, er würde ihr sonst den Raum, in dem sie wohnt, unmöglich machen.» Also eine Patientin kommt zu dem Psychoanalytiker und erklärt, daß ein Gebrauchsgegenstand, den ihr Mann vom Einkaufen nach Hause brachte, entfernt werden müsse, weil er ihr sonst den Raum, in dem sie wohnt, unmöglich machen würde.

[ 8 ] Nun könnte eine solche Patientin ja auch betrachtet werden von dem gesunden Sinn eines Geisteswissenschaftlers; der wird seine Gedanken über eine solche Patientin in allerlei Richtungen zu bringen haben. Aber auch von Psychoanalytikern könnte eine solche Patientin betrachtet werden, und sie kämen dabei vielleicht - vielleicht auch gar nicht - auf eine gewisse Spur. Allerdings ein Mystiker, der zu den verkehrten Mystikern gehört, der könnte tiefsinnige Betrachtungen anstellen über allerlei magische Einwirkungen, die auf diese Person geschehen sind oder die ausgehen von einer so feinen Persönlichkeit, die auf einem so vorgeschrittenen Punkt der Evolution oder Entwickelung ist, daß gewisse Gegenstände nicht in dem von ihr bewohnten Raum sein dürfen!

[ 8 ] Nun könnte eine solche Patientin ja auch betrachtet werden von dem gesunden Sinn eines Geisteswissenschaftlers; der wird seine Gedanken über eine solche Patientin in allerlei Richtungen zu bringen haben. Aber auch von Psychoanalytikern könnte eine solche Patientin betrachtet werden, und sie kämen dabei vielleicht - vielleicht auch gar nicht - auf eine gewisse Spur. Allerdings ein Mystiker, der zu den verkehrten Mystikern gehört, der könnte tiefsinnige Betrachtungen anstellen über allerlei magische Einwirkungen, die auf diese Person geschehen sind oder die ausgehen von einer so feinen Persönlichkeit, die auf einem so vorgeschrittenen Punkt der Evolution oder Entwickelung ist, daß gewisse Gegenstände nicht in dem von ihr bewohnten Raum sein dürfen!

[ 9 ] Nun, der Psychoanalytiker sagt von dieser Patientin: «Denn sie hat gehört, daß dieser Gegenstand in einem Laden gekauft wurde, welcher in der, sagen wir, Hirschengasse liegt.» Das findet also der Psychoanalytiker heraus, daß sie gehört hat, daß der Gegenstand in einem Laden gekauft wurde, der in der Hirschengasse liegt. Die Mystik wird immer stärker! Der Psychoanalytiker fährt fort: «Aber Hirsch ist heute der Name einer Freundin, welche in einer fernen Stadt lebt, die sie in ihrer Jugend unter ihrem Mädchennamen gekannt hat. Diese Freundin ist ihr heute «unmöglich» - tabu - also etwas, das sie nicht berühren will, «und der hier in Wien gekaufte Gegenstand ist ebenso tabu wie die Freundin selbst, mit der sie nicht in Berührung kommen will.» Also jetzt sehen wir, was der betreffende Psychoanalytiker herausgebracht hat: Die Persönlichkeit hat früher eine Freundin gehabt, mit der sie etwas ausgefressen hat. Die Freundin hat Hirsch geheissen. Das lebt in der Seeleninsel weiter. Im Oberbewußtsein, im gewöhnlichen Tagesbewußtsein ist davon nichts vorhanden, wohl aber im Unterbewußtsein, jedoch so, daß das Zwischenglied ganz verborgen bleibt. Es lebt sich nur so aus, daß der Name die Verbindung ist insofern, als die Freundin, die sie in der Jugend gehaßt hat und in bezug auf welche der Haß im Unterbewußtsein geblieben ist, «Hirsch» heißt und der Gegenstand aus der «Hirschen»-gasse herstammt. Im Gleichklang des Namens Hirsch mit Hirschengasse haben wir die Verbindung. So wirkt das Unterbewußte in das Bewußte herauf.

[ 9 ] Nun, der Psychoanalytiker sagt von dieser Patientin: «Denn sie hat gehört, daß dieser Gegenstand in einem Laden gekauft wurde, welcher in der, sagen wir, Hirschengasse liegt.» Das findet also der Psychoanalytiker heraus, daß sie gehört hat, daß der Gegenstand in einem Laden gekauft wurde, der in der Hirschengasse liegt. Die Mystik wird immer stärker! Der Psychoanalytiker fährt fort: «Aber Hirsch ist heute der Name einer Freundin, welche in einer fernen Stadt lebt, die sie in ihrer Jugend unter ihrem Mädchennamen gekannt hat. Diese Freundin ist ihr heute «unmöglich» - tabu - also etwas, das sie nicht berühren will, «und der hier in Wien gekaufte Gegenstand ist ebenso tabu wie die Freundin selbst, mit der sie nicht in Berührung kommen will.» Also jetzt sehen wir, was der betreffende Psychoanalytiker herausgebracht hat: Die Persönlichkeit hat früher eine Freundin gehabt, mit der sie etwas ausgefressen hat. Die Freundin hat Hirsch geheissen. Das lebt in der Seeleninsel weiter. Im Oberbewußtsein, im gewöhnlichen Tagesbewußtsein ist davon nichts vorhanden, wohl aber im Unterbewußtsein, jedoch so, daß das Zwischenglied ganz verborgen bleibt. Es lebt sich nur so aus, daß der Name die Verbindung ist insofern, als die Freundin, die sie in der Jugend gehaßt hat und in bezug auf welche der Haß im Unterbewußtsein geblieben ist, «Hirsch» heißt und der Gegenstand aus der «Hirschen»-gasse herstammt. Im Gleichklang des Namens Hirsch mit Hirschengasse haben wir die Verbindung. So wirkt das Unterbewußte in das Bewußte herauf.

[ 10 ] Es ist überhaupt bei Menschen, die gerne über alles so etwas Mystisches hängen, vieles durch Namensanklänge zu verstehen; die finden sehr leicht Namensanklänge, die sie, ohne daß sie es in ihr Oberbewußtsein heraufholen, zu allerlei Mystischem verleiten. Es könnte zum Beispiel vorkommen, daß eine Persönlichkeit, die einmal die Persephone gespielt hat, sich als Persephone-Wiederverkörperung betrachten zu können glaubt, weil sie einmal im Vorbeigehen von einer ihr unbekannten Person den Namen «Persephone» ihr zugerufen gehört haben will. Es könnte aber auch sein, daß nur jemand in ihrer Nähe gesagt hat, er habe eine Dame «am Telefon stehen sehen», und daß sie aus diesen Tönen heraus «Persephone» verstanden hat. Die betreffende Persönlichkeit hat also «Persephone» nur da herausgehört, wo «Telefon» gesagt wurde, und nun spinnt sie ihren mystischen Faden weiter. - Das ist selbstverständlich nur eine Hypothese, die aber durchaus reale Möglichkeiten auf diesem Gebiete wiedergibt.

[ 10 ] Es ist überhaupt bei Menschen, die gerne über alles so etwas Mystisches hängen, vieles durch Namensanklänge zu verstehen; die finden sehr leicht Namensanklänge, die sie, ohne daß sie es in ihr Oberbewußtsein heraufholen, zu allerlei Mystischem verleiten. Es könnte zum Beispiel vorkommen, daß eine Persönlichkeit, die einmal die Persephone gespielt hat, sich als Persephone-Wiederverkörperung betrachten zu können glaubt, weil sie einmal im Vorbeigehen von einer ihr unbekannten Person den Namen «Persephone» ihr zugerufen gehört haben will. Es könnte aber auch sein, daß nur jemand in ihrer Nähe gesagt hat, er habe eine Dame «am Telefon stehen sehen», und daß sie aus diesen Tönen heraus «Persephone» verstanden hat. Die betreffende Persönlichkeit hat also «Persephone» nur da herausgehört, wo «Telefon» gesagt wurde, und nun spinnt sie ihren mystischen Faden weiter. - Das ist selbstverständlich nur eine Hypothese, die aber durchaus reale Möglichkeiten auf diesem Gebiete wiedergibt.

[ 11 ] Ich könnte Ihnen noch mancherlei Beispiele anführen aus diesen oder vielen anderen Aufsätzen des Dr. Freud und seiner Schüler, die Ihnen zeigen würden, daß die psychoanalytische Weltanschauung wirklich auf dem Wege ist, die Zusammenhänge von Unbewußtem und Bewußtem zu suchen. Nur wird sie durch gewisse Neigungen unserer Zeit dahin geführt, da unten in diesem Unbewußten eigentlich nichts anderes als Sexuelles zu sehen, wie ich Ihnen das gestern ausgeführt habe. Nun, meine lieben Freunde, hier stehen wir wirklich vor einem Punkt, der als außerordentlich wichtig ins Auge zu fassen ist.

[ 11 ] Ich könnte Ihnen noch mancherlei Beispiele anführen aus diesen oder vielen anderen Aufsätzen des Dr. Freud und seiner Schüler, die Ihnen zeigen würden, daß die psychoanalytische Weltanschauung wirklich auf dem Wege ist, die Zusammenhänge von Unbewußtem und Bewußtem zu suchen. Nur wird sie durch gewisse Neigungen unserer Zeit dahin geführt, da unten in diesem Unbewußten eigentlich nichts anderes als Sexuelles zu sehen, wie ich Ihnen das gestern ausgeführt habe. Nun, meine lieben Freunde, hier stehen wir wirklich vor einem Punkt, der als außerordentlich wichtig ins Auge zu fassen ist.

[ 12 ] Ich habe Ihnen vorgestern von Swedenborg und seinem Hellsehertum gesprochen. Wir haben es bei Swedenborg zu tun mit einem - auf dem Wege, auf dem er einmal war — außerordentlich ausgeprägten und vorgeschrittenen Hellseher. Wir haben als charakteristisch bei ihm angeführt, daß er die Schwelle nicht überschreiten konnte, wo man zu dem anderen Bewußtseinszustand aufsteigt, so daß man als Grundtatsache seines Bewußtseins nicht mehr sagt: Ich schaue an -, sondern: Ich werde angeschaut. — Er wollte immer selber anschauen. Er schaute seine Imaginationen an. Er wurde nicht von der Sphäre der Angeloi aus angeschaut, sondern er schaute sie an, mit derselben Bewußtseinsform, mit der man hier auf dem physischen Plan anschaut. Fassen wir das noch einmal ganz genau ins Auge, um uns den regulären Aufstieg von dem physischen zu dem höheren Plan deutlich zu machen. Auf dem physischen Plan - wir müssen uns das ganz deutlich machen - nimmt der Mensch verschiedene Objekte wahr. Diese Objekte spiegeln sich, wie wir wissen, durch seinen physischen Leib und werden dadurch seine Vorstellungen. So gelangt er zu der wichtigen inneren Bewußtseinstatsache: Ich schaue die Objekte an.

[ 12 ] Ich habe Ihnen vorgestern von Swedenborg und seinem Hellsehertum gesprochen. Wir haben es bei Swedenborg zu tun mit einem - auf dem Wege, auf dem er einmal war — außerordentlich ausgeprägten und vorgeschrittenen Hellseher. Wir haben als charakteristisch bei ihm angeführt, daß er die Schwelle nicht überschreiten konnte, wo man zu dem anderen Bewußtseinszustand aufsteigt, so daß man als Grundtatsache seines Bewußtseins nicht mehr sagt: Ich schaue an -, sondern: Ich werde angeschaut. — Er wollte immer selber anschauen. Er schaute seine Imaginationen an. Er wurde nicht von der Sphäre der Angeloi aus angeschaut, sondern er schaute sie an, mit derselben Bewußtseinsform, mit der man hier auf dem physischen Plan anschaut. Fassen wir das noch einmal ganz genau ins Auge, um uns den regulären Aufstieg von dem physischen zu dem höheren Plan deutlich zu machen. Auf dem physischen Plan - wir müssen uns das ganz deutlich machen - nimmt der Mensch verschiedene Objekte wahr. Diese Objekte spiegeln sich, wie wir wissen, durch seinen physischen Leib und werden dadurch seine Vorstellungen. So gelangt er zu der wichtigen inneren Bewußtseinstatsache: Ich schaue die Objekte an.

[ 13 ] (Während der folgenden Ausführungen wurde an die Tafel gezeichnet. Die Originaltafelzeichnung ist nicht erhalten, doch hat Rudolf Steiner später der Nachschrift von Franz Seiler die nachstehend faksimilierten Skizzen eingefügt.)

[ 13 ] (Während der folgenden Ausführungen wurde an die Tafel gezeichnet. Die Originaltafelzeichnung ist nicht erhalten, doch hat Rudolf Steiner später der Nachschrift von Franz Seiler die nachstehend faksimilierten Skizzen eingefügt.)

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[ 14 ] Physischer Leib
Gegenstands-Impuls
Vorstellung, die in der Seele ist.

[ 14 ] Physischer Leib
Gegenstands-Impuls
Vorstellung, die in der Seele ist.

Mensch / höheres Wesen
a) unterbewußter Impuls des Menschen auf höheres Wesen
b) Spirituelles Erlebnis des Wahrgenommenwerdens durch ein höheres Wesen.

Mensch / höheres Wesen
a) unterbewußter Impuls des Menschen auf höheres Wesen
b) Spirituelles Erlebnis des Wahrgenommenwerdens durch ein höheres Wesen.

[ 15 ] In dem Augenblick aber, wo wir zu einem höheren Bewußtsein aufsteigen, ändert sich das ganz grundlegend. Jetzt müßte ich das Geistige zeichnen, das kann man selbstverständlich nicht, also zeichne ich so:

[ 15 ] In dem Augenblick aber, wo wir zu einem höheren Bewußtsein aufsteigen, ändert sich das ganz grundlegend. Jetzt müßte ich das Geistige zeichnen, das kann man selbstverständlich nicht, also zeichne ich so:

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[ 16 ] Da werden wir mit unserem Ich in Empfang genommen von Wesenheiten höherer Ordnung, und nun werden wir uns bewußt: Ich werde wahrgenommen, ich werde angeschaut.

[ 16 ] Da werden wir mit unserem Ich in Empfang genommen von Wesenheiten höherer Ordnung, und nun werden wir uns bewußt: Ich werde wahrgenommen, ich werde angeschaut.

[ 17 ] Swedenborg stellt nun noch einen dritten Zustand dar, den Zustand, wo er eine ganze Welt von Objekten hat, die nicht auf dem physischen Plan sind und dennoch von ihm so wahrgenommen werden, nur feiner, wie Gegenstände auf dem physischen Plan. Also Swedenborg nimmt geistige Objekte wahr, die ihm in Form von Imaginationen gegeben werden, genau so als wenn die geistige Welt nichts anderes wäre als nur eine feinere Ausgestaltung der physischen Welt. Er sieht die geistige Welt so an, wie man im normalen Leben die physische Welt ansieht.

[ 17 ] Swedenborg stellt nun noch einen dritten Zustand dar, den Zustand, wo er eine ganze Welt von Objekten hat, die nicht auf dem physischen Plan sind und dennoch von ihm so wahrgenommen werden, nur feiner, wie Gegenstände auf dem physischen Plan. Also Swedenborg nimmt geistige Objekte wahr, die ihm in Form von Imaginationen gegeben werden, genau so als wenn die geistige Welt nichts anderes wäre als nur eine feinere Ausgestaltung der physischen Welt. Er sieht die geistige Welt so an, wie man im normalen Leben die physische Welt ansieht.

[ 18 ] Woher kommt das? Wir haben ja verfolgt, wozu Swedenborg auf diesem Wege gekommen ist. Er hat geistige Wesenheiten entdeckt, an denen ihm klar geworden ist, daß sie gewisse Marsbewohner waren, die ihm aber unverständlich waren, weil sie alle ihre Gemütsbewegungen zurückgehalten haben und sich nur in GedankenGebärden ausdrückten. Er wußte, er könne diese Wesen - ich habe es Ihnen am Sonntag erzählt - aus dem Grunde nicht verstehen, weil sie sich fähig gemacht hatten, ihr Seelenleben zu verbergen. Wäre Swedenborg nun in die Lage gekommen, mit dem Bewußtsein der Angeloi selbst zu sehen - wie es hätte sein müssen, wenn er wirklich in die geistige Welt aufgestiegen wäre, das heißt, wenn er auch sein Bewußtsein hinaufgetragen hätte in die geistige Welt -, so würde er trotzdem diese Marsbewohner in ihrer Wesenhaftigkeit durchschaut haben. So aber stellte sich der Inhalt der Seele der Marsbewohner vor Swedenborg hin wie eine kalte Gedankenwelt. Sehr merkwürdig ist das.

[ 18 ] Woher kommt das? Wir haben ja verfolgt, wozu Swedenborg auf diesem Wege gekommen ist. Er hat geistige Wesenheiten entdeckt, an denen ihm klar geworden ist, daß sie gewisse Marsbewohner waren, die ihm aber unverständlich waren, weil sie alle ihre Gemütsbewegungen zurückgehalten haben und sich nur in GedankenGebärden ausdrückten. Er wußte, er könne diese Wesen - ich habe es Ihnen am Sonntag erzählt - aus dem Grunde nicht verstehen, weil sie sich fähig gemacht hatten, ihr Seelenleben zu verbergen. Wäre Swedenborg nun in die Lage gekommen, mit dem Bewußtsein der Angeloi selbst zu sehen - wie es hätte sein müssen, wenn er wirklich in die geistige Welt aufgestiegen wäre, das heißt, wenn er auch sein Bewußtsein hinaufgetragen hätte in die geistige Welt -, so würde er trotzdem diese Marsbewohner in ihrer Wesenhaftigkeit durchschaut haben. So aber stellte sich der Inhalt der Seele der Marsbewohner vor Swedenborg hin wie eine kalte Gedankenwelt. Sehr merkwürdig ist das.

[ 19 ] Denken Sie doch nur, was für eine scheußliche Angst die Menschen hier auf dem physischen Plan zumeist vor der kalten abstrakten Verstandeswelt haben. Wieviel Abfälliges hört man von dieser kalten abstrakten Gedankenwelt sagen, der die Leute zu entkommen suchen, um nur ja, ja nicht in bloßen Gedanken zu denken. Und wenn jemand den Menschen zumutet, sich bis zu dem reinen Gedanken aufzuschwingen, dann gilt der eben als ein lebensfremder, lebensfeindlicher Mensch. Das ist das Gefühl, das die Menschen auf dem physischen Plan der abstrakten Gedankenwelt gegenüber haben. Dieser Standpunkt ist sehr, sehr weit verbreitet. Und ich trete ja gewiß niemandem von Ihnen, meine lieben Freunde, allzu nahe denn die Anwesenden sind immer ausgenommen -, wenn ich zum Beispiel das Folgende sage. Seit einer Reihe von Jahren lesen eine größere Anzahl von Personen meine «Philosophie der Freiheit» -ein reines Gedankenwerk. Es ist Anfang der neunziger Jahre erschienen. Es wäre interessant, wenn sich einmal jemand die Mühe gäbe, zu zählen, wie viele von jenen Persönlichkeiten innerhalb unserer Bewegung, die heute die «Philosophie der Freiheit» lesen, sie auch gelesen haben würden, wenn sie ihnen im Anfang der neunziger Jahre, ohne von mir und unserer Bewegung etwas zu wissen, in die Hand gekommen wäre, rein so als Buch. Es wäre interessant zu erfahren, wie viele sie dazumal gelesen hätten und wie viele von ihnen gesagt hätten: Nein, in so einem Gedankengespinst komme ich nicht durch, das hat gar keine Bedeutung!

[ 19 ] Denken Sie doch nur, was für eine scheußliche Angst die Menschen hier auf dem physischen Plan zumeist vor der kalten abstrakten Verstandeswelt haben. Wieviel Abfälliges hört man von dieser kalten abstrakten Gedankenwelt sagen, der die Leute zu entkommen suchen, um nur ja, ja nicht in bloßen Gedanken zu denken. Und wenn jemand den Menschen zumutet, sich bis zu dem reinen Gedanken aufzuschwingen, dann gilt der eben als ein lebensfremder, lebensfeindlicher Mensch. Das ist das Gefühl, das die Menschen auf dem physischen Plan der abstrakten Gedankenwelt gegenüber haben. Dieser Standpunkt ist sehr, sehr weit verbreitet. Und ich trete ja gewiß niemandem von Ihnen, meine lieben Freunde, allzu nahe denn die Anwesenden sind immer ausgenommen -, wenn ich zum Beispiel das Folgende sage. Seit einer Reihe von Jahren lesen eine größere Anzahl von Personen meine «Philosophie der Freiheit» -ein reines Gedankenwerk. Es ist Anfang der neunziger Jahre erschienen. Es wäre interessant, wenn sich einmal jemand die Mühe gäbe, zu zählen, wie viele von jenen Persönlichkeiten innerhalb unserer Bewegung, die heute die «Philosophie der Freiheit» lesen, sie auch gelesen haben würden, wenn sie ihnen im Anfang der neunziger Jahre, ohne von mir und unserer Bewegung etwas zu wissen, in die Hand gekommen wäre, rein so als Buch. Es wäre interessant zu erfahren, wie viele sie dazumal gelesen hätten und wie viele von ihnen gesagt hätten: Nein, in so einem Gedankengespinst komme ich nicht durch, das hat gar keine Bedeutung!

[ 20 ] Daraus ersehen Sie, meine lieben Freunde, wie viele - selbstverständlich, die Anwesenden sind immer ausgeschlossen - aus rein persönlichen Gründen dieses Gedankenwerk lesen! Denn nur diejenigen lesen es aus unpersönlichen Gründen, die es auch gelesen haben würden, wenn sie mich niemals persönlich kennengelernt hätten. Das muß man nur ganz trocken und nüchtern ins Auge fassen. Das ist der Horror vor dem angeblich Abstrakten auf dem physischen Plan.

[ 20 ] Daraus ersehen Sie, meine lieben Freunde, wie viele - selbstverständlich, die Anwesenden sind immer ausgeschlossen - aus rein persönlichen Gründen dieses Gedankenwerk lesen! Denn nur diejenigen lesen es aus unpersönlichen Gründen, die es auch gelesen haben würden, wenn sie mich niemals persönlich kennengelernt hätten. Das muß man nur ganz trocken und nüchtern ins Auge fassen. Das ist der Horror vor dem angeblich Abstrakten auf dem physischen Plan.

[ 21 ] Nun, wenn der Swedenborg auf dem astralischen Plan Wesen sieht, diese besondere Kategorie der Marswesen, von denen ich gesprochen habe, so ist er - trotzdem er ein so großer Gelehrter ist doch nicht dazu fähig, verstehen zu können, wenn in Seelen reine Gedanken leben, die ganz und gar von allen Emotionen frei sind. Das würde auf den physischen Plan vergleichsweise übertragen dasselbe sein, wie wenn jemand von der «Philosophie der Freiheit» sagen würde: ©, das ist ja Chinesisch, das ist überhaupt schon nicht mehr eine Sprache, die ein vernünftiger Mensch lesen kann! - Das heißt, daß man sie überhaupt für unverständlich hielte. Ganz genau so hält Swedenborg auf dem astralischen Plan diese Marsmenschen für unverständlich.

[ 21 ] Nun, wenn der Swedenborg auf dem astralischen Plan Wesen sieht, diese besondere Kategorie der Marswesen, von denen ich gesprochen habe, so ist er - trotzdem er ein so großer Gelehrter ist doch nicht dazu fähig, verstehen zu können, wenn in Seelen reine Gedanken leben, die ganz und gar von allen Emotionen frei sind. Das würde auf den physischen Plan vergleichsweise übertragen dasselbe sein, wie wenn jemand von der «Philosophie der Freiheit» sagen würde: ©, das ist ja Chinesisch, das ist überhaupt schon nicht mehr eine Sprache, die ein vernünftiger Mensch lesen kann! - Das heißt, daß man sie überhaupt für unverständlich hielte. Ganz genau so hält Swedenborg auf dem astralischen Plan diese Marsmenschen für unverständlich.

[ 22 ] Es kommt aber darauf an, daß man wenigstens den guten Willen und das Bestreben haben muß, bis zu jenem Denken fortzuschreiten, das emotionsfrei ist, zunächst von den Emotionen frei ist, die man eben so in der Welt im gewöhnlichen Leben kennt. Derjenige ist zum Beispiel nicht zum reinen Denken gekommen, dem dasjenige, was in der «Philosophie der Freiheit» steht, deshalb gefällt, weil er aus seinem Gefühl heraus nun zu einem mehr geistigen Weltanschauen hinneigt; sondern erst derjenige stellt sich in der richtigen Weise zur «Philosophie der Freiheit», der gerade das, was darinnen lebt, wegen der Art und Weise aufnimmt, wie die Gedanken folgerichtig immer auseinander herauswachsen und sich gegenseitig stützen.

[ 22 ] Es kommt aber darauf an, daß man wenigstens den guten Willen und das Bestreben haben muß, bis zu jenem Denken fortzuschreiten, das emotionsfrei ist, zunächst von den Emotionen frei ist, die man eben so in der Welt im gewöhnlichen Leben kennt. Derjenige ist zum Beispiel nicht zum reinen Denken gekommen, dem dasjenige, was in der «Philosophie der Freiheit» steht, deshalb gefällt, weil er aus seinem Gefühl heraus nun zu einem mehr geistigen Weltanschauen hinneigt; sondern erst derjenige stellt sich in der richtigen Weise zur «Philosophie der Freiheit», der gerade das, was darinnen lebt, wegen der Art und Weise aufnimmt, wie die Gedanken folgerichtig immer auseinander herauswachsen und sich gegenseitig stützen.

[ 23 ] Swedenborg seinerseits hatte - trotzdem er ein so großer Gelehrter war - gar keine Ahnung von einem solchen Hinneigen zu einer Gedankenwelt, die nur reine Gedankenwelt ist und die wirklich nichts mehr enthält von den Motiven, die im Emotionsmäßigen, im Gefühlsmäßigen liegen. Man muß einmal, meine lieben Freunde, versuchen zu durchschauen - und Mittel haben wir dafür genug in unserer Literatur -, wie man im gewöhnlichen Leben aus Gemütsimpulsen heraus, die einem auf dem physischen Plan karmisch oder erzieherisch oder sonstwie gegeben sind, sich für die eine oder andere Wahrheit entscheidet. Das Subjektive hört erst dann auf, wenn man mit seinem eigenen Seelenleben wirklich in eine solche Sphäre des Denkens aufrückt, wo die Gedanken sich gegenseitig selber tragen, wo aus den Gedanken der subjektive Inhalt heraus ist.

[ 23 ] Swedenborg seinerseits hatte - trotzdem er ein so großer Gelehrter war - gar keine Ahnung von einem solchen Hinneigen zu einer Gedankenwelt, die nur reine Gedankenwelt ist und die wirklich nichts mehr enthält von den Motiven, die im Emotionsmäßigen, im Gefühlsmäßigen liegen. Man muß einmal, meine lieben Freunde, versuchen zu durchschauen - und Mittel haben wir dafür genug in unserer Literatur -, wie man im gewöhnlichen Leben aus Gemütsimpulsen heraus, die einem auf dem physischen Plan karmisch oder erzieherisch oder sonstwie gegeben sind, sich für die eine oder andere Wahrheit entscheidet. Das Subjektive hört erst dann auf, wenn man mit seinem eigenen Seelenleben wirklich in eine solche Sphäre des Denkens aufrückt, wo die Gedanken sich gegenseitig selber tragen, wo aus den Gedanken der subjektive Inhalt heraus ist.

[ 24 ] Aber man muß es noch zu etwas anderem bringen. Wenn man es einmal wirklich dazu gebracht hat, so denken zu können, daß man den reinen Gedanken erfaßt hat, daß man in seinem Seelenleben eine Folge von reinen Gedanken haben kann, dann ist das eigene Gemüt, das subjektive Ich nicht mehr beteiligt. Daher auch das Strenge, das man fühlt, wenn man beim reinen Denken angekommen ist. Man kann es nicht mehr biegen und brechen, so wie man es subjektiv haben wollte. Wenn man eine Gedankenfolge so nimmt, wie sie zum Beispiel in der «Philosophie der Freiheit» gegeben ist, ist es unmöglich, sie anders zu gestalten. Man kann sie nicht in einer beliebigen Weise meißeln und so weiter, sondern man muß sie so in sich wachsen lassen wie einen Organismus. Man ist wirklich mit seinem Ich unbeteiligt; das Denken selber denkt. Aber dadurch allein wird es reif, daß nun das, was man herausgeleert hat - der eigene IchInhalt -, durch ein anderes ersetzt wird: Statt unseres eigenen Gemütsinhaltes muß jetzt der Gemütsinhalt der Geister der höheren Hierarchien in dieses emotionsfreie Denken hinein. Und wenn Sie es dahinbringen, daß Sie aus dem mit Ihren Emotionen angefüllten Denken nach und nach diesen subjektiven Inhalt herausbringen, den ich hier punktiert gezeichnet habe (siehe Seite 88), und nur noch die reinen Begriffe als solche haben, dann kann der göttliche Inhalt hineinfließen. Und nun haben Sie den Inhalt von oben.

[ 24 ] Aber man muß es noch zu etwas anderem bringen. Wenn man es einmal wirklich dazu gebracht hat, so denken zu können, daß man den reinen Gedanken erfaßt hat, daß man in seinem Seelenleben eine Folge von reinen Gedanken haben kann, dann ist das eigene Gemüt, das subjektive Ich nicht mehr beteiligt. Daher auch das Strenge, das man fühlt, wenn man beim reinen Denken angekommen ist. Man kann es nicht mehr biegen und brechen, so wie man es subjektiv haben wollte. Wenn man eine Gedankenfolge so nimmt, wie sie zum Beispiel in der «Philosophie der Freiheit» gegeben ist, ist es unmöglich, sie anders zu gestalten. Man kann sie nicht in einer beliebigen Weise meißeln und so weiter, sondern man muß sie so in sich wachsen lassen wie einen Organismus. Man ist wirklich mit seinem Ich unbeteiligt; das Denken selber denkt. Aber dadurch allein wird es reif, daß nun das, was man herausgeleert hat - der eigene IchInhalt -, durch ein anderes ersetzt wird: Statt unseres eigenen Gemütsinhaltes muß jetzt der Gemütsinhalt der Geister der höheren Hierarchien in dieses emotionsfreie Denken hinein. Und wenn Sie es dahinbringen, daß Sie aus dem mit Ihren Emotionen angefüllten Denken nach und nach diesen subjektiven Inhalt herausbringen, den ich hier punktiert gezeichnet habe (siehe Seite 88), und nur noch die reinen Begriffe als solche haben, dann kann der göttliche Inhalt hineinfließen. Und nun haben Sie den Inhalt von oben.

[ 25 ] Das konnte Swedenborg nicht erreichen. Er brachte seine persönlichen Emotionen nicht aus dem, was er dachte, heraus, trotzdem er ein großer Gelehrter war. Er brachte es nicht dahin, dieses Denken ganz frei von seinen Emotionen zu haben. Da er nun auf den Astralplan aufgestiegen war, so war er mit dem Denken, das noch immer in seiner Persönlichkeit befangen war, ganz fremd gegenüberstehend solchen Wesenheiten, die in reinem Denken dachten: nämlich diesen betreffenden Marsbewohnern, die er nicht verstehen konnte. Die sprachen für ihn in ganz und gar unverständlichen Gebärden. Woher kommt das, was liegt denn da eigentlich zugrunde? Warum war Swedenborg wie mit einer Klammer abgeschlossen von der Welt eines höheren Bewußtseins, warum kam er nicht hinein in die Welt eines höheren Bewußtseins? Warum trug er die Art des Schauens, die man sonst auf dem physischen Plan hat, in die geistige Welt hinauf, in der er doch wirklich darinnen war, und warum blieben für ihn die Worte, die Gebärdenworte der Geister, die in reinen Gedanken denken konnten, die ihren subjektiven Gemütsinhalt heraushalten konnten - aus welchem Grunde braucht man dabei nicht zu untersuchen, sie konnten ihn eben heraushalten -, warum blieben ihm diese unverständlich?

[ 25 ] Das konnte Swedenborg nicht erreichen. Er brachte seine persönlichen Emotionen nicht aus dem, was er dachte, heraus, trotzdem er ein großer Gelehrter war. Er brachte es nicht dahin, dieses Denken ganz frei von seinen Emotionen zu haben. Da er nun auf den Astralplan aufgestiegen war, so war er mit dem Denken, das noch immer in seiner Persönlichkeit befangen war, ganz fremd gegenüberstehend solchen Wesenheiten, die in reinem Denken dachten: nämlich diesen betreffenden Marsbewohnern, die er nicht verstehen konnte. Die sprachen für ihn in ganz und gar unverständlichen Gebärden. Woher kommt das, was liegt denn da eigentlich zugrunde? Warum war Swedenborg wie mit einer Klammer abgeschlossen von der Welt eines höheren Bewußtseins, warum kam er nicht hinein in die Welt eines höheren Bewußtseins? Warum trug er die Art des Schauens, die man sonst auf dem physischen Plan hat, in die geistige Welt hinauf, in der er doch wirklich darinnen war, und warum blieben für ihn die Worte, die Gebärdenworte der Geister, die in reinen Gedanken denken konnten, die ihren subjektiven Gemütsinhalt heraushalten konnten - aus welchem Grunde braucht man dabei nicht zu untersuchen, sie konnten ihn eben heraushalten -, warum blieben ihm diese unverständlich?

[ 26 ] Diese Fragen beantworten sich uns, meine lieben Freunde, wenn wir fragen: Ja, wie war das denn nun eigentlich bei Swedenborg, was trug er denn da auf den astralischen Plan hinauf? Nicht wahr, er hat seinen geistigen Menschen nicht ganz aus dem physischen Menschen herausgebracht; denn hätte er ihn herausbekommen, so hätte er in der Sphäre des höheren Bewußtseins sein Ich als Objekt geschaut. Sein Ich würde ihm wie ein Erinnerungsobjekt geworden sein, so wie die zerbrochenen Töpfe in dem Vergleich, den ich vor einiger Zeit gebraucht habe. Er konnte sich nicht genügend von sich losreißen. Aber nun ist das gerade das Charakteristische - das ging ja auch aus unserer ganzen Auseinandersetzung hervor -, daß Swedenborg nicht bloß Illusionen sah; er sah nicht bloß Maja, sondern er konnte doch zum Beispiel wirklich richtig die objektive Tatsache erkennen, daß er es mit so und so gearteten Marsbewohnern zu tun hatte. Das war ja richtig. Er sah nur die geistige Welt mit MajaCharakter, sozusagen mit einem illusionären Schleier. Er hatte ja wirkliche Marswesen vor sich, er konnte sie nur nicht verstehen, da er nun wirkliche geistige Wesen vor sich harte.

[ 26 ] Diese Fragen beantworten sich uns, meine lieben Freunde, wenn wir fragen: Ja, wie war das denn nun eigentlich bei Swedenborg, was trug er denn da auf den astralischen Plan hinauf? Nicht wahr, er hat seinen geistigen Menschen nicht ganz aus dem physischen Menschen herausgebracht; denn hätte er ihn herausbekommen, so hätte er in der Sphäre des höheren Bewußtseins sein Ich als Objekt geschaut. Sein Ich würde ihm wie ein Erinnerungsobjekt geworden sein, so wie die zerbrochenen Töpfe in dem Vergleich, den ich vor einiger Zeit gebraucht habe. Er konnte sich nicht genügend von sich losreißen. Aber nun ist das gerade das Charakteristische - das ging ja auch aus unserer ganzen Auseinandersetzung hervor -, daß Swedenborg nicht bloß Illusionen sah; er sah nicht bloß Maja, sondern er konnte doch zum Beispiel wirklich richtig die objektive Tatsache erkennen, daß er es mit so und so gearteten Marsbewohnern zu tun hatte. Das war ja richtig. Er sah nur die geistige Welt mit MajaCharakter, sozusagen mit einem illusionären Schleier. Er hatte ja wirkliche Marswesen vor sich, er konnte sie nur nicht verstehen, da er nun wirkliche geistige Wesen vor sich harte.

[ 27 ] Nun, meine lieben Freunde, seien Sie nun für einen Augenblick einmal recht schlau, so wie es die meisten derjenigen, die sich hellseherisch entwickeln wollen, nicht sind. Nicht wahr, mit den gewöhnlichen Sinnen, mit der gewöhnlichen Augenkraft konnte Swedenborg diese Wesenheiten, die Marsbewohner sind, nicht sehen; er hat sie ja in der geistigen Welt gesehen. Also mit der Augenkraft konnte er sie nicht sehen, mit der Ohrenkraft nicht hören, mit all den sonstigen Sinneswerkzeugen, auch mit der gewöhnlichen Denkfähigkeit konnte er sie nicht erfassen. Denn ich habe Ihnen auseinandergesetzt, daß diese Denkfähigkeit eigentlich eine alte Mondengabe war, also etwas, was entwickelt war vor der Marskraft ... [Lücke im Stenogramm]. Er hatte also unter den bekannten Erkenntniskräften des Menschen keine Kraft, um diese Wesen zu erkennen. So haben wir die eigentümliche Tatsache vor uns, daß Swedenborg geistige Wesen vor sich hatte, die er unzweifelhaft erkannte, aber er erkannte sie nicht mit höheren Kräften; er sah sie mit etwas, mit was er sie eigentlich nicht hätte sehen können, weil er das Bewußtsein nicht dazu hatte. Denn die gewöhnlichen Bewußtseinskräfte des physischen Planes reichen nicht aus, um das zu erklären, was er da sah. Was war es denn dann, womit er gesehen hat? Nun, Swedenborg war einfach nicht nur ein großer Gelehrter, sondern auch ein reiner Mensch in seinem Leben; und umgewandelt hatte sich in ihm die Kraft, die der Mensch auf dem physischen Plan hat und die schon etwas Ähnliches ist wie die hellseherische Kraft, nur daß sie auf dem physischen Plan eine andere Aufgabe hat, als die hellseherische Tätigkeit auszuüben. Wodurch hat nun also Swedenborg gesehen?

[ 27 ] Nun, meine lieben Freunde, seien Sie nun für einen Augenblick einmal recht schlau, so wie es die meisten derjenigen, die sich hellseherisch entwickeln wollen, nicht sind. Nicht wahr, mit den gewöhnlichen Sinnen, mit der gewöhnlichen Augenkraft konnte Swedenborg diese Wesenheiten, die Marsbewohner sind, nicht sehen; er hat sie ja in der geistigen Welt gesehen. Also mit der Augenkraft konnte er sie nicht sehen, mit der Ohrenkraft nicht hören, mit all den sonstigen Sinneswerkzeugen, auch mit der gewöhnlichen Denkfähigkeit konnte er sie nicht erfassen. Denn ich habe Ihnen auseinandergesetzt, daß diese Denkfähigkeit eigentlich eine alte Mondengabe war, also etwas, was entwickelt war vor der Marskraft ... [Lücke im Stenogramm]. Er hatte also unter den bekannten Erkenntniskräften des Menschen keine Kraft, um diese Wesen zu erkennen. So haben wir die eigentümliche Tatsache vor uns, daß Swedenborg geistige Wesen vor sich hatte, die er unzweifelhaft erkannte, aber er erkannte sie nicht mit höheren Kräften; er sah sie mit etwas, mit was er sie eigentlich nicht hätte sehen können, weil er das Bewußtsein nicht dazu hatte. Denn die gewöhnlichen Bewußtseinskräfte des physischen Planes reichen nicht aus, um das zu erklären, was er da sah. Was war es denn dann, womit er gesehen hat? Nun, Swedenborg war einfach nicht nur ein großer Gelehrter, sondern auch ein reiner Mensch in seinem Leben; und umgewandelt hatte sich in ihm die Kraft, die der Mensch auf dem physischen Plan hat und die schon etwas Ähnliches ist wie die hellseherische Kraft, nur daß sie auf dem physischen Plan eine andere Aufgabe hat, als die hellseherische Tätigkeit auszuüben. Wodurch hat nun also Swedenborg gesehen?

[ 28 ] Ja, sehen Sie, Swedenborg hat gesehen mit einer Kraft, die das Äußere wahrnimmt, ohne es anzugreifen, ohne es zu berühren, die es wahrnimmt, ohne mit dem Auge zu wirken. Was ist das für eine Kraft? Das ist auf der Erde, auf dem physischen Plan die Kraft, die sich im sexuellen Leben, im richtigen sexuellen Leben äußert; jene geheimnisvolle Kraft, die die Menschen in der irdischen Liebe zusammentreibt, die sich unterscheidet von allen anderen Erkenntniskräften. Diese Kraft hatte Swedenborg konserviert, aufbewahrt, und in einem gewissen Alter wurde sie bei ihm umgewandelt, blieb aber gewissermaßen sexuelle Kraft. Er sah die geistige Welt durch die sexuelle Kraft. Das heißt, Swedenborgs Hellsehen ist wirklich ein solches, dem die umgewandelte sexuelle Kraft zugrunde liegt.

[ 28 ] Ja, sehen Sie, Swedenborg hat gesehen mit einer Kraft, die das Äußere wahrnimmt, ohne es anzugreifen, ohne es zu berühren, die es wahrnimmt, ohne mit dem Auge zu wirken. Was ist das für eine Kraft? Das ist auf der Erde, auf dem physischen Plan die Kraft, die sich im sexuellen Leben, im richtigen sexuellen Leben äußert; jene geheimnisvolle Kraft, die die Menschen in der irdischen Liebe zusammentreibt, die sich unterscheidet von allen anderen Erkenntniskräften. Diese Kraft hatte Swedenborg konserviert, aufbewahrt, und in einem gewissen Alter wurde sie bei ihm umgewandelt, blieb aber gewissermaßen sexuelle Kraft. Er sah die geistige Welt durch die sexuelle Kraft. Das heißt, Swedenborgs Hellsehen ist wirklich ein solches, dem die umgewandelte sexuelle Kraft zugrunde liegt.

[ 29 ] Daraus werden Sie nun den Schluß ziehen können, daß dem Menschen während seiner Erdenentwickelung eben eine Kraft gegeben ist, die sich während der Erdenentwickelung als Sexualität auslebt, die aber einmal in umgewandelter Form auftreten wird, wenn sie nicht mehr an das Physische gebunden sein wird. Aber Sie werden andererseits auch den Schluß daraus ziehen können, wie innig verwandt diejenigen Kräfte sind, die zum bildhaften Hellsehen führen, mit diesen Kräften, die mit den gegenwärtig niedersten Trieben der Menschennatur zusammenhängen, und wie sozusagen eine Sphäre da von der anderen Sphäre angezogen werden kann.

[ 29 ] Daraus werden Sie nun den Schluß ziehen können, daß dem Menschen während seiner Erdenentwickelung eben eine Kraft gegeben ist, die sich während der Erdenentwickelung als Sexualität auslebt, die aber einmal in umgewandelter Form auftreten wird, wenn sie nicht mehr an das Physische gebunden sein wird. Aber Sie werden andererseits auch den Schluß daraus ziehen können, wie innig verwandt diejenigen Kräfte sind, die zum bildhaften Hellsehen führen, mit diesen Kräften, die mit den gegenwärtig niedersten Trieben der Menschennatur zusammenhängen, und wie sozusagen eine Sphäre da von der anderen Sphäre angezogen werden kann.

[ 30 ] Ja, meine lieben Freunde, daraus folgt, daß mit der Hellsichtigkeit nicht zu spielen ist. Gewiß bezieht sich das, was ich jetzt sage, nicht auf die Geisteswissenschaft als solche, aber es bezieht sich auf jedes erhaschte, jedes ungerechtfertigt erstrebte und erworbene Hellsehen. Es muß dies wirklich ernst genommen werden, daß Hellsichtigkeit nicht angestrebt werden soll so, daß bloß die umgewandelte Anschauungsform des physischen Planes hinaufgetragen wird, sondern daß eine neue Art der Anschauung für die höheren Plane erstrebt wird, eine neue Anschauungsweise der geistigen Welt, die dann nichts zu tun hat mit der Sexualkraft, denn die ist physisch, die ist nur für den physischen Plan da. Dieselbe Art der Anschauung wie im Physischen hinaufzutragen in die geistigen Welten, vorauszusetzen, daß man sagen kann: Ich nehme wahr, wie man auf dem physischen Plan wahrnimmt -, das bringt in dem Menschen den Hang hervor, die Verbindungsbrücke zu schlagen zwischen dem Hellsehen und den sexuellen Kräften.

[ 30 ] Ja, meine lieben Freunde, daraus folgt, daß mit der Hellsichtigkeit nicht zu spielen ist. Gewiß bezieht sich das, was ich jetzt sage, nicht auf die Geisteswissenschaft als solche, aber es bezieht sich auf jedes erhaschte, jedes ungerechtfertigt erstrebte und erworbene Hellsehen. Es muß dies wirklich ernst genommen werden, daß Hellsichtigkeit nicht angestrebt werden soll so, daß bloß die umgewandelte Anschauungsform des physischen Planes hinaufgetragen wird, sondern daß eine neue Art der Anschauung für die höheren Plane erstrebt wird, eine neue Anschauungsweise der geistigen Welt, die dann nichts zu tun hat mit der Sexualkraft, denn die ist physisch, die ist nur für den physischen Plan da. Dieselbe Art der Anschauung wie im Physischen hinaufzutragen in die geistigen Welten, vorauszusetzen, daß man sagen kann: Ich nehme wahr, wie man auf dem physischen Plan wahrnimmt -, das bringt in dem Menschen den Hang hervor, die Verbindungsbrücke zu schlagen zwischen dem Hellsehen und den sexuellen Kräften.

[ 31 ] Man kann sich auf verschiedene Art davor retten, und wir stehen jetzt an einem wichtigen Punkte der Menschheitsentwickelung, wo man solche Dinge verstehen muß. Das, was ich Ihnen jetzt gesagt habe, ist ja uralte Wahrheit. Die Menschen der Vorzeit haben sich auf folgende Weise geschützt. Sie haben gesagt: Wenn man den Menschen heranbringt an die geistige Welt, so ist zu beachten, daß der Mensch schwach ist, daß aber Stärke des Charakters, Selbstzucht der Seele, Entfernung aller Zügellosigkeit der seelischen Triebe notwendig ist, um in die geistigen Welten richtig hinaufzukommen. Ja, der Mensch ist schwach, wird recht schwächlich, sagten die alten Wissenden, daher halte man ihm ferne die Möglichkeit, diese beiden Sphären zu mischen. - Nun, wie kann man denn das? Man sperrt ihn einfach ab vom anderen Geschlecht, wenn man ihm von wirklich geistigen Dingen redet, so daß er zum anderen Geschlecht gar nicht hinüberkommt. Das heißt, man läßt das weibliche Geschlecht überhaupt nicht teilnehmen an denjenigen Zusammenkünften, wo man von geisteswissenschaftlichen Dingen spricht. Daher der Ausschluß der Frauen in älteren Zeiten von allen geisteswissenschaftlichen Versammlungen, die man gehalten hat. Dadurch waren die Männer davor bewahrt, irgendwie die beiden Sphären miteinander zu vermischen; denn sie waren durch ein strenges Gelöbnis gebunden, außerhalb der Loge überhaupt nicht zu sprechen von dem, was in den Logen vorging. Die Frauen konnten also von der Gemeinschaft mit der Geisteswissenschaft nichts anderes haben als die weiRen Handschuhe, die ein bedeutsames Symbol waren für diesen ganzen Tatbestand.

[ 31 ] Man kann sich auf verschiedene Art davor retten, und wir stehen jetzt an einem wichtigen Punkte der Menschheitsentwickelung, wo man solche Dinge verstehen muß. Das, was ich Ihnen jetzt gesagt habe, ist ja uralte Wahrheit. Die Menschen der Vorzeit haben sich auf folgende Weise geschützt. Sie haben gesagt: Wenn man den Menschen heranbringt an die geistige Welt, so ist zu beachten, daß der Mensch schwach ist, daß aber Stärke des Charakters, Selbstzucht der Seele, Entfernung aller Zügellosigkeit der seelischen Triebe notwendig ist, um in die geistigen Welten richtig hinaufzukommen. Ja, der Mensch ist schwach, wird recht schwächlich, sagten die alten Wissenden, daher halte man ihm ferne die Möglichkeit, diese beiden Sphären zu mischen. - Nun, wie kann man denn das? Man sperrt ihn einfach ab vom anderen Geschlecht, wenn man ihm von wirklich geistigen Dingen redet, so daß er zum anderen Geschlecht gar nicht hinüberkommt. Das heißt, man läßt das weibliche Geschlecht überhaupt nicht teilnehmen an denjenigen Zusammenkünften, wo man von geisteswissenschaftlichen Dingen spricht. Daher der Ausschluß der Frauen in älteren Zeiten von allen geisteswissenschaftlichen Versammlungen, die man gehalten hat. Dadurch waren die Männer davor bewahrt, irgendwie die beiden Sphären miteinander zu vermischen; denn sie waren durch ein strenges Gelöbnis gebunden, außerhalb der Loge überhaupt nicht zu sprechen von dem, was in den Logen vorging. Die Frauen konnten also von der Gemeinschaft mit der Geisteswissenschaft nichts anderes haben als die weiRen Handschuhe, die ein bedeutsames Symbol waren für diesen ganzen Tatbestand.

[ 32 ] Über diese Zeiten sind wir nun wirklich hinaus, und der Versuch sollte unternommen werden, durch solche Bewegungen, wie auch unsere geisteswissenschaftliche, diesen Zwang nicht mehr zu brauchen. Dazu gehört aber das gänzliche Freihalten des geistigen Gebietes von der andern Sphäre, auf die hingewiesen worden ist; wirkliches Freihalten, das heißt, es dürfen beide Gebiete nicht miteinander vermischt werden.

[ 32 ] Über diese Zeiten sind wir nun wirklich hinaus, und der Versuch sollte unternommen werden, durch solche Bewegungen, wie auch unsere geisteswissenschaftliche, diesen Zwang nicht mehr zu brauchen. Dazu gehört aber das gänzliche Freihalten des geistigen Gebietes von der andern Sphäre, auf die hingewiesen worden ist; wirkliches Freihalten, das heißt, es dürfen beide Gebiete nicht miteinander vermischt werden.

[ 33 ] Nun haben wir in der letzten Zeit einen Fall furchtbarster Vermischung gesehen. Das heißt, wir haben gesehen, wie sexuelle Triebe wirkten, die aber in ihrer Auslegung etwas anderes waren. In der Auslegung waren es allerlei mystische Dinge, in Wirklichkeit waren es sexuelle Triebe. Es ist wichtig, diese Tatsache ganz fest ins Auge zu fassen und aus dem Innern heraus zu verstehen, aus der inneren Natur des Weltgefüges zu verstehen. Wirklich nur der höchste Ernst und die höchste Würde, die man in dem geistigen Leben sieht, können das Egoistische innerhalb des geistigen Lebens von uns fernhalten; sobald das egoistische Mystische hineinkommt, ist man nicht mehr gerettet davor, die beiden charakterisierten Sphären miteinander in der übelsten Weise zu vermischen.

[ 33 ] Nun haben wir in der letzten Zeit einen Fall furchtbarster Vermischung gesehen. Das heißt, wir haben gesehen, wie sexuelle Triebe wirkten, die aber in ihrer Auslegung etwas anderes waren. In der Auslegung waren es allerlei mystische Dinge, in Wirklichkeit waren es sexuelle Triebe. Es ist wichtig, diese Tatsache ganz fest ins Auge zu fassen und aus dem Innern heraus zu verstehen, aus der inneren Natur des Weltgefüges zu verstehen. Wirklich nur der höchste Ernst und die höchste Würde, die man in dem geistigen Leben sieht, können das Egoistische innerhalb des geistigen Lebens von uns fernhalten; sobald das egoistische Mystische hineinkommt, ist man nicht mehr gerettet davor, die beiden charakterisierten Sphären miteinander in der übelsten Weise zu vermischen.

[ 34 ] Ebenso sahen wir, wie bei Swedenborg eine zurückgehaltene Sexualität ausfüllte dasjenige, was sonst leer gewesen wäre, seine Imaginationen, aber sie nur bis zu einem gewissen Grade ausfüllen konnte. Da wo er an Wesen stieß, die selbst alle ihre Gefühle herauslassen konnten aus ihren Gebärden, da konnte er nicht mehr die Sphäre ausfüllen, weil es nur eine Menschensphäre war, die dadurch entstand, daß er seine Sexualität ausbreitete über seine Imaginationen weg.

[ 34 ] Ebenso sahen wir, wie bei Swedenborg eine zurückgehaltene Sexualität ausfüllte dasjenige, was sonst leer gewesen wäre, seine Imaginationen, aber sie nur bis zu einem gewissen Grade ausfüllen konnte. Da wo er an Wesen stieß, die selbst alle ihre Gefühle herauslassen konnten aus ihren Gebärden, da konnte er nicht mehr die Sphäre ausfüllen, weil es nur eine Menschensphäre war, die dadurch entstand, daß er seine Sexualität ausbreitete über seine Imaginationen weg.

[ 35 ] So ist gerade Swedenborg ein starkes Beispiel dafür, was gemieden werden soll auf dem Wege zu den geistigen Welten hin in der neueren Zeit. Denn solches Streben, das irgendwelche Ähnlichkeit hat mit dem Swedenborgschen, das bringt den Menschen immer in Gefahr, daß - während er das Hellsehen anstrebt - die Sexualsphäre sich regt und die beiden Sphären sich miteinander vermischen.

[ 35 ] So ist gerade Swedenborg ein starkes Beispiel dafür, was gemieden werden soll auf dem Wege zu den geistigen Welten hin in der neueren Zeit. Denn solches Streben, das irgendwelche Ähnlichkeit hat mit dem Swedenborgschen, das bringt den Menschen immer in Gefahr, daß - während er das Hellsehen anstrebt - die Sexualsphäre sich regt und die beiden Sphären sich miteinander vermischen.

[ 36 ] Man muß im geisteswissenschaftlichen Zusammenhang von diesen Dingen selbstverständlich sprechen können, meine liebe Freunde. Es wäre sehr schlimm, wenn man diese Dinge nicht objektiv wissenschaftlich erörtern könnte, denn es ist notwendig für den, der ernstlich strebt, auch die Gefahren dieses Strebens kennenzulernen. Daher kommt es auch, daß unreine Phantasie so leicht verkennen kann dasjenige, was als reines Geistesstreben angestrebt wird! Wir stehen jetzt an einem sehr, sehr bedeutungsvollen Punkt der geisteswissenschaftlichen Mitteilungen, an einem höchst bedeutungsvollen Punkt, und ich wollte gewissermaßen so die Linien zeichnen, die zu diesem Punkte führen.

[ 36 ] Man muß im geisteswissenschaftlichen Zusammenhang von diesen Dingen selbstverständlich sprechen können, meine liebe Freunde. Es wäre sehr schlimm, wenn man diese Dinge nicht objektiv wissenschaftlich erörtern könnte, denn es ist notwendig für den, der ernstlich strebt, auch die Gefahren dieses Strebens kennenzulernen. Daher kommt es auch, daß unreine Phantasie so leicht verkennen kann dasjenige, was als reines Geistesstreben angestrebt wird! Wir stehen jetzt an einem sehr, sehr bedeutungsvollen Punkt der geisteswissenschaftlichen Mitteilungen, an einem höchst bedeutungsvollen Punkt, und ich wollte gewissermaßen so die Linien zeichnen, die zu diesem Punkte führen.

[ 37 ] Morgen werde ich um dieselbe Zeit, oder wie es sich eben ergibt, das können wir noch sagen, wenn wir heute auseinandergehen, diese Betrachtungen fortsetzen, aus dem Grunde, weil ich sehr gründlich zu Werke gehen muß, wenn ich über diese Dinge zu Ihnen spreche.

[ 37 ] Morgen werde ich um dieselbe Zeit, oder wie es sich eben ergibt, das können wir noch sagen, wenn wir heute auseinandergehen, diese Betrachtungen fortsetzen, aus dem Grunde, weil ich sehr gründlich zu Werke gehen muß, wenn ich über diese Dinge zu Ihnen spreche.