Difficulties of Living Together
in the Anthroposophical Society
The Dornach Crisis in the Summer of 1915
GA 253
14 September 1915, Dornach
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Difficulties of Living Together in the Anthroposophical Society, tr. SOL
5. Freudsche Psychoanalyse, Swedenborgs Sehertum, Sexualität und modernes Hellsehen
5. Freudian Psychoanalysis, Swedenborg's Visionary Tradition, Sexuality, and Modern Clairvoyance
[ 1 ] Meine lieben Freunde, als ich Ihnen gestern gewissermaßen einfügend über das Thema Psychoanalyse sprach, weil es durch den uns alle berührenden Fall so nahe liegt, da werden Sie ja haben bemerken müssen, daß ich die Unterscheidung des Seelenlebens in Bewußtes und Unbewußtes durch die Psychoanalyse, oder besser gesagt durch die psychoanalytische Anschauung, als die eine Seite der psychoanalytischen Anschauung charakterisiert habe; und indem ich dann weiter - wenigstens andeutend - ausgeführt habe, wie die ganze psychoanalytische Anschauung gewissermaßen «plätschert» in Sexualismus, haben Sie sehen können, wie auf der anderen Seite ein wirklich trostloses, man möchte sagen, «grauenvolles» Element gerade mit dieser psychoanalytischen Anschauung innerhalb unseres Geisteslebens aufgetaucht ist. Damit ist aber überhaupt auf etwas Charakteristisches in den geistigen Bestrebungen der Gegenwart hingewiesen.
[ 1 ] My dear friends, when I spoke to you yesterday—in a way, as an aside—about the topic of psychoanalysis, since it is so relevant given the case that affects us all, you must surely have noticed that I characterized psychoanalysis’s—or rather, the psychoanalytic perspective’s—distinction between the conscious and the unconscious as one aspect of the psychoanalytic perspective; and as I then went on—at least in passing—to explain how the entire psychoanalytic worldview, so to speak, “spills over” into sexualism, you could see how, on the other hand, a truly desolate—one might even say “horrific”—element has emerged within our spiritual life precisely through this psychoanalytic worldview. This, however, points to something characteristic of the intellectual endeavors of the present.
[ 2 ] Mit der Unterscheidung eines unbewußten von einem bewußten Seelenleben wird durch die psychoanalytische Weltanschauung ja ganz zweifellos etwas Richtiges unserem Geistesleben eingefügt, und wir können vieles davon so betrachten, daß wir sehen: da sind Leute auf eine gewisse Spur gekommen; da sind Leute dahinter gekommen, daß man das Seelische tiefer suchen muß als in demjenigen, was das gewöhnliche Menschenbewußtsein umfaßt. Aber nun wird diese richtige Spur von Menschen verfolgt, welche ihren Materialismus so weit getrieben haben, daß dieser nicht nur so wirkt, wie er etwa in dem jetzigen fälschlich so genannten Monismus wirkt, daß er die Gedankenrichtung umfaßt, sondern der Materialismus des Psychoanalytikers wirkt so, daß die niederen Menschentriebe in die Theorie hineingetragen werden und mit der Theorie bewirken, daß wirklich ein ganz subjektives, das subjektivste Element, das Element der sexuellen Triebe selber, zum inneren Impuls des wissenschaftlichen Lebens gemacht wird.
[ 2 ] By distinguishing between an unconscious and a conscious inner life, the psychoanalytic worldview undoubtedly adds something true to our spiritual life, and we can view much of it in such a way that we see: people have stumbled upon a certain lead; people have realized that one must seek the psychological deeper than what ordinary human consciousness encompasses. But now this correct line of inquiry is being pursued by people who have taken their materialism so far that it does not merely function as it does, for example, in what is currently and erroneously called monism—that is, by encompassing that line of thought—but the psychoanalyst’s materialism operates in such a way that the lower human drives are incorporated into the theory and, together with the theory, bring about the transformation of a truly subjective—the most subjective—element, the element of the sexual drives themselves, into the inner impulse of scientific life.
[ 3 ] Gerade eine solche Erscheinung im Geistesleben der Gegenwart muß besonders deutlich ins Auge gefaßt werden, aus dem Grunde, weil wir auf der einen Seite sehen, daß dasjenige, was - vom Menschen unabhängig - die Menschen zwingt, ein höheres Geistiges anzuerkennen als das zunächst uns bewußte, sogar die grobklotzigsten materialistischen Köpfe dazu zwingt, es eben anzuerkennen. Was sind denn diese Anhänger Freuds und der Freudschen Schule anderes als Leute, welche nicht nur in ihrem Verstande, sondern bis in ihre Triebe hinein auf grobklotzig materialistischem Boden stehen, aber durch die Objektivität der Welt gezwungen sind, etwas über das gewöhnliche Bewußtsein Hinausgehendes zu erforschen. Das ist die objektive Seite. Die andere, die subjektive Seite ist die, daß der Mensch so tief verstrickt ist mit dem Materialistischen, so daß damit zugleich - weil das so zu dem Materialistischen dazugehört wie die linke Hand zur rechten, das linke Auge zum rechten oder vielleicht wie Dinge, die noch mehr zusammengehören -, so daß damit zugleich die niedersten, die subjektivsten Triebe in den Weltanschauungsbetrieb hineinkommen. Zu dem Stehenbleiben beim Materialismus gehört ganz notwendig, wenn man sich ganz gehen läßt, das Hineinfallen, ich möchte sagen «Hineinplumpsen» in die niedersten menschlichen Triebe.
[ 3 ] It is precisely this phenomenon in contemporary intellectual life that must be viewed with particular clarity, for the reason that, on the one hand, we see that what—independently of human beings—compels people to acknowledge a higher spiritual reality than that of which we are initially aware compels even the most crude and blockheaded materialists to acknowledge it. What, then, are these followers of Freud and the Freudian school other than people who stand on a crassly materialistic foundation—not only in their intellect but right down to their instincts—yet are compelled by the objectivity of the world to explore something that transcends ordinary consciousness? That is the objective side. The other, the subjective side, is that human beings are so deeply entangled with materialism that—because this belongs to materialism just as the left hand belongs to the right, the left eye to the right, or perhaps like things that belong together even more closely—the basest, most subjective drives simultaneously enter into the process of worldview formation. Remaining stuck in materialism inevitably involves—if one lets oneself go completely—falling, or I would say “plummeting,” into the basest human instincts.
[ 4 ] Und dennoch, meine lieben Freunde, diese ganze Anschauungsweise, wie sie vor uns auftritt, sie kann dem Menschen nur dann ganz klar werden, wenn er hinter so manches Geheimnis der Weltordnung kommt. Es ist das Gefährliche solcher Weltanschauungen, wie sie die psychoanalytische ist, daß die Leute im Richtigen tapsen und ihre unreinlichen Instinkte gerade in das Richtige hineinbringen. Es ist viel weniger schädlich, wenn die unreinlichen Instinkte in den Irrtum, in den vollen Irrtum hineingetragen werden, als wenn sie in ein teilweise Richtiges hineingetragen werden. Und das Richtige der psychoanalytischen Weltanschauung besteht in der Anerkennung der Tatsache, daß eben im Menschenleben so unendlich viel Unbewußtes, richtig Unbewußtes spielt. Und da kommen die Psychoanalytiker wirklich auf sehr, sehr vieles, was wahr, was richtig ist. Sie werden auf richtige Spuren getrieben.
[ 4 ] And yet, my dear friends, this entire way of looking at things, as it presents itself to us, can only become fully clear to a person when he uncovers many of the mysteries of the world order. The danger of worldviews such as the psychoanalytic one is that people stumble upon the truth and project their impure instincts precisely into that truth. It is far less harmful when impure instincts are projected into error—into complete error—than when they are projected into something that is partially true. And what is correct about the psychoanalytic worldview lies in the recognition of the fact that, in human life, there is so much that is unconscious—truly unconscious. And in this regard, psychoanalysts do indeed uncover a great deal that is true and correct. They are led down the right path.
[ 5 ] Verfolgen wir einmal, wie so die Psychoanalytiker auf manche richtige Spur getrieben werden. In dem Buche, von dem ich Ihnen gestern gesprochen habe, bemüht sich der Führer der psychoanalytischen Schule, gewisse Bräuche bei den wilden Völkern zu erklären in Anlehnung an gewisse psychoanalytische Theorien, in Anlehnung an Zusammenhänge, die die Psychoanalyse annimmt zwischen dem kindlichen, dem infantilen Leben und dem späteren Zustande der Neurose des Menschen.
[ 5 ] Let’s see how psychoanalysts are sometimes led down the right track. In the book I mentioned to you yesterday, the leader of the psychoanalytic school attempts to explain certain customs among primitive peoples by drawing on certain psychoanalytic theories and on the connections that psychoanalysis posits between childhood, infantile life, and the later state of neurosis in humans.
[ 6 ] Wir haben gestern gesehen, wie gerade in diese Theorien das sexuelle Element hineinspielt. Nun vergleicht Freud in seinem Buche «Totem und Tabu», in dem Aufsatz über «Das Tabu und die Ambivalenz der Gefühlsregungen», gewisse Anschauungen, gewisse Vorstellungen bei Wilden mit gewissen infantilen Eigenschaften der Kulturmenschen, die in der Neurose, in einer gewissen Art von Nervenerkrankungen seelischer Art, in nervösen Seelenerkrankungen auftreten. Aus dem Gestrigen werden Sie ja erkennen, daß vieles von den Psychoanalytikern so erklärt wird, daß im ganz jungen Leben auf den Menschen Impulse ausgeübt werden, die sich dann zurückziehen in Seeleninseln und weiterwirken, aus dem Unterbewußtsein heraufwirken. Dadurch aber wirkt gleichsam das infantile Leben im Kulturmenschen weiter, und darin besteht ja nach dieser Anschauung die Neurose oder eine gewisse Art der Neurose, daß Menschen herumgehen, die mittlerweile 40 Jahre alt geworden sind, aber eine Seele haben, in der die allerersten Jugenderfahrungen, das heißt die infantilen Erfahrungen, besonders wirksam sind.
[ 6 ] Yesterday we saw how the sexual element comes into play precisely in these theories. Now, in his book *Totem and Taboo*, specifically in the essay “The Taboo and the Ambivalence of Emotions,” Freud compares certain views and mental images found among primitive peoples with certain infantile traits of civilized people that manifest in neurosis—a certain type of mental disorder—and in nervous mental disorders. From yesterday’s discussion, you will recognize that psychoanalysts explain much of this by positing that impulses are exerted on a person in very early life, which then retreat into “islands of the psyche” and continue to exert their influence, rising up from the unconscious. As a result, however, the infantile life continues to exert an influence, as it were, in civilized human beings; and according to this view, neurosis—or a certain type of neurosis—consists precisely in the fact that there are people who are now 40 years old but whose psyches are still particularly influenced by their very earliest childhood experiences, that is, their infantile experiences.
[ 7 ] Nun vergleicht Freud eben eine Vorstellung der Wilden mit Erfahrungen in der Neurose. Er sagt zum Beispiel: «Ein Maorihäuptling wird kein Feuer mit seinem Hauch anfachen, denn sein geheiligter Atem würde seine Kraft dem Feuer mitteilen, dieses dem Topf, der im Feuer steht, der Topf der Speise, die in ihm gekocht wird, die Speise der Person, die von ihr ißt, und so müßte die Person sterben, die gegessen von der Speise, die gekocht in dem Topf, der gestanden im Feuer, in das geblasen der Häuptling mit seinem heiligen und gefährlichen Hauch.» Nun vergleicht Freud die Scheu davor, in das Feuer zu hauchen, damit ein anderer dann nicht essen könne aus dem Topf, der in dem Feuer gestanden hatte, selbstverständlich nicht mit den Lebensgewohnheiten derjenigen Persönlichkeit, von der wir in diesen Tagen sprechen mußten - weil er sie und ihre Scheu, auf ihre Aura wirken zu lassen, nicht gekannt hat -, aber er vergleicht sie mit einer anderen Person, die als Patientin zu ihm kam. Er sagt: «Die Patientin verlangte, daß ein Gebrauchsgegenstand, den ihr Mann vom Einkauf nach Hause gebracht, entfernt werde, er würde ihr sonst den Raum, in dem sie wohnt, unmöglich machen.» Also eine Patientin kommt zu dem Psychoanalytiker und erklärt, daß ein Gebrauchsgegenstand, den ihr Mann vom Einkaufen nach Hause brachte, entfernt werden müsse, weil er ihr sonst den Raum, in dem sie wohnt, unmöglich machen würde.
[ 7 ] Freud compares a mental image of “savages” with experiences in neurosis. He says, for example: “A Maori chief will not fan a fire with his breath, for his sacred breath would impart its power to the fire, which would then pass it on to the pot standing in the fire, the pot to the food being cooked in it, the food to the person eating it, and thus the person would die after eating the food cooked in the pot that stood in the fire into which the chief had blown his sacred and dangerous breath.” Now Freud does not, of course, compare the reluctance to breathe into the fire—so that another might not then eat from the pot that had stood in the fire—with the lifestyle of the person we have had to discuss these past few days—because he did not know her or her reluctance to allow her aura to be affected— but he compares it to another person who came to him as a patient. He says: “The patient demanded that an everyday object her husband had brought home from shopping be removed; otherwise, she claimed, it would make the room in which she lives unlivable.” So a patient comes to the psychoanalyst and explains that an everyday object her husband brought home from shopping must be removed, because otherwise it would make the room where she lives unbearable.
[ 8 ] Nun könnte eine solche Patientin ja auch betrachtet werden von dem gesunden Sinn eines Geisteswissenschaftlers; der wird seine Gedanken über eine solche Patientin in allerlei Richtungen zu bringen haben. Aber auch von Psychoanalytikern könnte eine solche Patientin betrachtet werden, und sie kämen dabei vielleicht - vielleicht auch gar nicht - auf eine gewisse Spur. Allerdings ein Mystiker, der zu den verkehrten Mystikern gehört, der könnte tiefsinnige Betrachtungen anstellen über allerlei magische Einwirkungen, die auf diese Person geschehen sind oder die ausgehen von einer so feinen Persönlichkeit, die auf einem so vorgeschrittenen Punkt der Evolution oder Entwickelung ist, daß gewisse Gegenstände nicht in dem von ihr bewohnten Raum sein dürfen!
[ 8 ] Now, such a patient could also be examined from the perspective of a healthy-minded scholar of the humanities; he would have to explore his thoughts about such a patient in all sorts of directions. But such a patient could also be examined by psychoanalysts, and in doing so they might—or perhaps not at all—come across a certain clue. However, a mystic—one of the “misguided” mystics—might engage in profound reflections on all sorts of magical influences that have affected this person or that emanate from such a refined personality, who is at such an advanced stage of evolution or development that certain objects are not permitted to be in the space she inhabits!
[ 9 ] Nun, der Psychoanalytiker sagt von dieser Patientin: «Denn sie hat gehört, daß dieser Gegenstand in einem Laden gekauft wurde, welcher in der, sagen wir, Hirschengasse liegt.» Das findet also der Psychoanalytiker heraus, daß sie gehört hat, daß der Gegenstand in einem Laden gekauft wurde, der in der Hirschengasse liegt. Die Mystik wird immer stärker! Der Psychoanalytiker fährt fort: «Aber Hirsch ist heute der Name einer Freundin, welche in einer fernen Stadt lebt, die sie in ihrer Jugend unter ihrem Mädchennamen gekannt hat. Diese Freundin ist ihr heute «unmöglich» - tabu - also etwas, das sie nicht berühren will, «und der hier in Wien gekaufte Gegenstand ist ebenso tabu wie die Freundin selbst, mit der sie nicht in Berührung kommen will.» Also jetzt sehen wir, was der betreffende Psychoanalytiker herausgebracht hat: Die Persönlichkeit hat früher eine Freundin gehabt, mit der sie etwas ausgefressen hat. Die Freundin hat Hirsch geheissen. Das lebt in der Seeleninsel weiter. Im Oberbewußtsein, im gewöhnlichen Tagesbewußtsein ist davon nichts vorhanden, wohl aber im Unterbewußtsein, jedoch so, daß das Zwischenglied ganz verborgen bleibt. Es lebt sich nur so aus, daß der Name die Verbindung ist insofern, als die Freundin, die sie in der Jugend gehaßt hat und in bezug auf welche der Haß im Unterbewußtsein geblieben ist, «Hirsch» heißt und der Gegenstand aus der «Hirschen»-gasse herstammt. Im Gleichklang des Namens Hirsch mit Hirschengasse haben wir die Verbindung. So wirkt das Unterbewußte in das Bewußte herauf.
[ 9 ] Well, the psychoanalyst says of this patient: “Because she heard that this object was purchased at a store located on, let’s say, Hirschengasse.” So the psychoanalyst discovers that she heard that the object was bought in a store located on Hirschengasse. The mystique grows ever stronger! The psychoanalyst continues: “But Hirsch is now the name of a friend who lives in a distant city, whom she knew in her youth by her maiden name. This friend is now “off-limits” to her—a taboo—that is, something she does not want to touch, “and the object purchased here in Vienna is just as taboo as the friend herself, with whom she does not want to come into contact.” So now we see what the psychoanalyst in question has uncovered: The patient once had a friend with whom she got into some kind of trouble. The friend’s name was Hirsch. This lives on in the “island of the soul.” In the superconscious—in ordinary, everyday consciousness—there is no trace of it, but it is present in the unconscious, though in such a way that the connecting link remains entirely hidden. It manifests itself only in such a way that the name serves as the connection, insofar as the girlfriend whom he hated in his youth—and toward whom the hatred has remained in the subconscious—is named “Hirsch,” and the object originates from “Hirschen” Lane. The connection lies in the resonance between the name Hirsch and Hirschengasse. This is how the subconscious influences the conscious mind.
[ 10 ] Es ist überhaupt bei Menschen, die gerne über alles so etwas Mystisches hängen, vieles durch Namensanklänge zu verstehen; die finden sehr leicht Namensanklänge, die sie, ohne daß sie es in ihr Oberbewußtsein heraufholen, zu allerlei Mystischem verleiten. Es könnte zum Beispiel vorkommen, daß eine Persönlichkeit, die einmal die Persephone gespielt hat, sich als Persephone-Wiederverkörperung betrachten zu können glaubt, weil sie einmal im Vorbeigehen von einer ihr unbekannten Person den Namen «Persephone» ihr zugerufen gehört haben will. Es könnte aber auch sein, daß nur jemand in ihrer Nähe gesagt hat, er habe eine Dame «am Telefon stehen sehen», und daß sie aus diesen Tönen heraus «Persephone» verstanden hat. Die betreffende Persönlichkeit hat also «Persephone» nur da herausgehört, wo «Telefon» gesagt wurde, und nun spinnt sie ihren mystischen Faden weiter. - Das ist selbstverständlich nur eine Hypothese, die aber durchaus reale Möglichkeiten auf diesem Gebiete wiedergibt.
[ 10 ] In general, people who like to attach a mystical significance to everything tend to interpret many things through the sound of names; they very easily find similarities in names that, without their bringing it into their conscious awareness, lead them to all sorts of mystical interpretations. For example, it could happen that a person who once played the role of Persephone believes she can consider herself a reincarnation of Persephone because she claims to have heard a stranger call out the name “Persephone” to her in passing. But it could also be that someone nearby simply said they had “seen a lady on the phone,” and that she interpreted those sounds as “Persephone.” The person in question thus only heard “Persephone” where “phone” was actually said, and now she is spinning her mystical thread further. - This is, of course, only a hypothesis, but one that certainly reflects real possibilities in this area.
[ 11 ] Ich könnte Ihnen noch mancherlei Beispiele anführen aus diesen oder vielen anderen Aufsätzen des Dr. Freud und seiner Schüler, die Ihnen zeigen würden, daß die psychoanalytische Weltanschauung wirklich auf dem Wege ist, die Zusammenhänge von Unbewußtem und Bewußtem zu suchen. Nur wird sie durch gewisse Neigungen unserer Zeit dahin geführt, da unten in diesem Unbewußten eigentlich nichts anderes als Sexuelles zu sehen, wie ich Ihnen das gestern ausgeführt habe. Nun, meine lieben Freunde, hier stehen wir wirklich vor einem Punkt, der als außerordentlich wichtig ins Auge zu fassen ist.
[ 11 ] I could cite many more examples from these or many other essays by Dr. Freud and his students that would show you that the psychoanalytic worldview is truly on the path to exploring the connections between the unconscious and the conscious. However, certain tendencies of our time lead it to view the unconscious as containing nothing but the sexual, as I explained to you yesterday. Well, my dear friends, here we are truly faced with a point that must be regarded as extraordinarily important.
[ 12 ] Ich habe Ihnen vorgestern von Swedenborg und seinem Hellsehertum gesprochen. Wir haben es bei Swedenborg zu tun mit einem - auf dem Wege, auf dem er einmal war — außerordentlich ausgeprägten und vorgeschrittenen Hellseher. Wir haben als charakteristisch bei ihm angeführt, daß er die Schwelle nicht überschreiten konnte, wo man zu dem anderen Bewußtseinszustand aufsteigt, so daß man als Grundtatsache seines Bewußtseins nicht mehr sagt: Ich schaue an -, sondern: Ich werde angeschaut. — Er wollte immer selber anschauen. Er schaute seine Imaginationen an. Er wurde nicht von der Sphäre der Angeloi aus angeschaut, sondern er schaute sie an, mit derselben Bewußtseinsform, mit der man hier auf dem physischen Plan anschaut. Fassen wir das noch einmal ganz genau ins Auge, um uns den regulären Aufstieg von dem physischen zu dem höheren Plan deutlich zu machen. Auf dem physischen Plan - wir müssen uns das ganz deutlich machen - nimmt der Mensch verschiedene Objekte wahr. Diese Objekte spiegeln sich, wie wir wissen, durch seinen physischen Leib und werden dadurch seine Vorstellungen. So gelangt er zu der wichtigen inneren Bewußtseinstatsache: Ich schaue die Objekte an.
[ 12 ] The day before yesterday, I spoke to you about Swedenborg and his clairvoyance. In Swedenborg’s case, we are dealing with a clairvoyant who—on the path he once followed—was extraordinarily gifted and advanced. We noted as a characteristic of his that he was unable to cross the threshold where one ascends to the other state of consciousness, so that the fundamental fact of his consciousness is no longer: “I am looking at—” but rather: “I am being looked at.” — He always wanted to look himself. He looked at his imaginations. He was not looked upon from the sphere of the angels, but rather he looked at them with the same form of consciousness with which one looks here on the physical plane. Let us consider this once more very carefully in order to clarify for ourselves the regular ascent from the physical to the higher plane. On the physical plane—and we must make this very clear to ourselves—human beings perceive various objects. These objects, as we know, are reflected through their physical body and thereby become their mental images. In this way, they arrive at the important inner fact of consciousness: “I look at the objects.”
[ 13 ] (Während der folgenden Ausführungen wurde an die Tafel gezeichnet. Die Originaltafelzeichnung ist nicht erhalten, doch hat Rudolf Steiner später der Nachschrift von Franz Seiler die nachstehend faksimilierten Skizzen eingefügt.)
[ 13 ] (During the following remarks, drawings were made on the blackboard. The original blackboard drawings have not been preserved, but Rudolf Steiner later included the sketches reproduced below in Franz Seiler’s transcript.)


[ 14 ] Physischer Leib
Gegenstands-Impuls
Vorstellung, die in der Seele ist.
[ 14 ] Physical body
Object-impulse
Mental image that exists in the soul.
Mensch / höheres Wesen
a) unterbewußter Impuls des Menschen auf höheres Wesen
b) Spirituelles Erlebnis des Wahrgenommenwerdens durch ein höheres Wesen.
Human / Higher Being
a) The human being’s subconscious impulse toward a higher being
b) The spiritual experience of being perceived by a higher being.
[ 15 ] In dem Augenblick aber, wo wir zu einem höheren Bewußtsein aufsteigen, ändert sich das ganz grundlegend. Jetzt müßte ich das Geistige zeichnen, das kann man selbstverständlich nicht, also zeichne ich so:
[ 15 ] But the moment we ascend to a higher level of consciousness, this changes fundamentally. Now I would have to draw the spiritual realm—which, of course, is impossible—so I’ll draw it like this:


[ 16 ] Da werden wir mit unserem Ich in Empfang genommen von Wesenheiten höherer Ordnung, und nun werden wir uns bewußt: Ich werde wahrgenommen, ich werde angeschaut.
[ 16 ] There, our “I” is welcomed by beings of a higher order, and now we become aware: I am being perceived; I am being looked at.
[ 17 ] Swedenborg stellt nun noch einen dritten Zustand dar, den Zustand, wo er eine ganze Welt von Objekten hat, die nicht auf dem physischen Plan sind und dennoch von ihm so wahrgenommen werden, nur feiner, wie Gegenstände auf dem physischen Plan. Also Swedenborg nimmt geistige Objekte wahr, die ihm in Form von Imaginationen gegeben werden, genau so als wenn die geistige Welt nichts anderes wäre als nur eine feinere Ausgestaltung der physischen Welt. Er sieht die geistige Welt so an, wie man im normalen Leben die physische Welt ansieht.
[ 17 ] Swedenborg now describes a third state: the state in which he has an entire world of objects that are not on the physical plane and yet are perceived by him just as objects on the physical plane, only more subtly. Thus, Swedenborg perceives spiritual objects that are presented to him in the form of imaginations, just as if the spiritual world were nothing more than a finer manifestation of the physical world. He views the spiritual world in the same way that one views the physical world in everyday life.
[ 18 ] Woher kommt das? Wir haben ja verfolgt, wozu Swedenborg auf diesem Wege gekommen ist. Er hat geistige Wesenheiten entdeckt, an denen ihm klar geworden ist, daß sie gewisse Marsbewohner waren, die ihm aber unverständlich waren, weil sie alle ihre Gemütsbewegungen zurückgehalten haben und sich nur in GedankenGebärden ausdrückten. Er wußte, er könne diese Wesen - ich habe es Ihnen am Sonntag erzählt - aus dem Grunde nicht verstehen, weil sie sich fähig gemacht hatten, ihr Seelenleben zu verbergen. Wäre Swedenborg nun in die Lage gekommen, mit dem Bewußtsein der Angeloi selbst zu sehen - wie es hätte sein müssen, wenn er wirklich in die geistige Welt aufgestiegen wäre, das heißt, wenn er auch sein Bewußtsein hinaufgetragen hätte in die geistige Welt -, so würde er trotzdem diese Marsbewohner in ihrer Wesenhaftigkeit durchschaut haben. So aber stellte sich der Inhalt der Seele der Marsbewohner vor Swedenborg hin wie eine kalte Gedankenwelt. Sehr merkwürdig ist das.
[ 18 ] Where does this come from? We have, after all, traced how Swedenborg arrived at this conclusion. He discovered spiritual beings who, he realized, were certain inhabitants of Mars; yet he could not understand them because they suppressed all their emotional responses and expressed themselves only through mental gestures. He knew—as I told you on Sunday—that he could not understand these beings because they had made themselves capable of concealing their inner lives. Had Swedenborg been able to see with the consciousness of the Angeloi themselves—as would have been the case if he had truly ascended into the spiritual world, that is, if he had also carried his consciousness up into the spiritual world—he would nevertheless have seen through these Martians to their very essence. As it was, however, the contents of the Martians’ souls appeared to Swedenborg as a cold world of thought. This is very strange.
[ 19 ] Denken Sie doch nur, was für eine scheußliche Angst die Menschen hier auf dem physischen Plan zumeist vor der kalten abstrakten Verstandeswelt haben. Wieviel Abfälliges hört man von dieser kalten abstrakten Gedankenwelt sagen, der die Leute zu entkommen suchen, um nur ja, ja nicht in bloßen Gedanken zu denken. Und wenn jemand den Menschen zumutet, sich bis zu dem reinen Gedanken aufzuschwingen, dann gilt der eben als ein lebensfremder, lebensfeindlicher Mensch. Das ist das Gefühl, das die Menschen auf dem physischen Plan der abstrakten Gedankenwelt gegenüber haben. Dieser Standpunkt ist sehr, sehr weit verbreitet. Und ich trete ja gewiß niemandem von Ihnen, meine lieben Freunde, allzu nahe denn die Anwesenden sind immer ausgenommen -, wenn ich zum Beispiel das Folgende sage. Seit einer Reihe von Jahren lesen eine größere Anzahl von Personen meine «Philosophie der Freiheit» -ein reines Gedankenwerk. Es ist Anfang der neunziger Jahre erschienen. Es wäre interessant, wenn sich einmal jemand die Mühe gäbe, zu zählen, wie viele von jenen Persönlichkeiten innerhalb unserer Bewegung, die heute die «Philosophie der Freiheit» lesen, sie auch gelesen haben würden, wenn sie ihnen im Anfang der neunziger Jahre, ohne von mir und unserer Bewegung etwas zu wissen, in die Hand gekommen wäre, rein so als Buch. Es wäre interessant zu erfahren, wie viele sie dazumal gelesen hätten und wie viele von ihnen gesagt hätten: Nein, in so einem Gedankengespinst komme ich nicht durch, das hat gar keine Bedeutung!
[ 19 ] Just think what a dreadful fear people here on the physical plane usually have of the cold, abstract world of the mind. How much disparaging talk does one hear about this cold, abstract world of thought, from which people seek to escape, just so they won’t—at any cost—think in mere thoughts. And if someone expects people to elevate themselves to the level of pure thought, that person is immediately regarded as someone who is out of touch with life and hostile to it. That is the feeling people on the physical plane have toward the abstract world of thought. This point of view is very, very widespread. And I am certainly not taking offense at any of you, my dear friends—for those present are always exempt—when I say the following, for example. For a number of years now, a large number of people have been reading my *Philosophy of Freedom*—a work of pure thought. It was published in the early 1890s. It would be interesting if someone were to take the trouble to count how many of those individuals within our movement who are reading *The Philosophy of Freedom* today would have read it as well if it had come into their hands in the early 1890s—without knowing anything about me or our movement—simply as a book. It would be interesting to find out how many of them would have read it back then and how many of them would have said: “No, I can’t make my way through such a web of ideas—it has no meaning at all!”
[ 20 ] Daraus ersehen Sie, meine lieben Freunde, wie viele - selbstverständlich, die Anwesenden sind immer ausgeschlossen - aus rein persönlichen Gründen dieses Gedankenwerk lesen! Denn nur diejenigen lesen es aus unpersönlichen Gründen, die es auch gelesen haben würden, wenn sie mich niemals persönlich kennengelernt hätten. Das muß man nur ganz trocken und nüchtern ins Auge fassen. Das ist der Horror vor dem angeblich Abstrakten auf dem physischen Plan.
[ 20 ] From this you can see, my dear friends, how many—of course, those present are always excluded—read this body of thought for purely personal reasons! For only those read it for impersonal reasons who would have read it even if they had never met me in person. One simply has to face this fact in a completely matter-of-fact and sober manner. This is the horror of the supposedly abstract on the physical plane.
[ 21 ] Nun, wenn der Swedenborg auf dem astralischen Plan Wesen sieht, diese besondere Kategorie der Marswesen, von denen ich gesprochen habe, so ist er - trotzdem er ein so großer Gelehrter ist doch nicht dazu fähig, verstehen zu können, wenn in Seelen reine Gedanken leben, die ganz und gar von allen Emotionen frei sind. Das würde auf den physischen Plan vergleichsweise übertragen dasselbe sein, wie wenn jemand von der «Philosophie der Freiheit» sagen würde: ©, das ist ja Chinesisch, das ist überhaupt schon nicht mehr eine Sprache, die ein vernünftiger Mensch lesen kann! - Das heißt, daß man sie überhaupt für unverständlich hielte. Ganz genau so hält Swedenborg auf dem astralischen Plan diese Marsmenschen für unverständlich.
[ 21 ] Now, when Swedenborg sees beings on the astral plane—this particular category of Martian beings I have spoken of—he is, despite being such a great scholar, still unable to comprehend that pure thoughts can exist in souls that are entirely free from all emotions. To apply this to the physical plane, it would be comparable to someone saying about *The Philosophy of Freedom*: “That’s all Greek to me; it’s not even a language that a reasonable person can read anymore!”—meaning that one would consider it completely incomprehensible. In exactly the same way, Swedenborg considers these Martian beings on the astral plane to be incomprehensible.
[ 22 ] Es kommt aber darauf an, daß man wenigstens den guten Willen und das Bestreben haben muß, bis zu jenem Denken fortzuschreiten, das emotionsfrei ist, zunächst von den Emotionen frei ist, die man eben so in der Welt im gewöhnlichen Leben kennt. Derjenige ist zum Beispiel nicht zum reinen Denken gekommen, dem dasjenige, was in der «Philosophie der Freiheit» steht, deshalb gefällt, weil er aus seinem Gefühl heraus nun zu einem mehr geistigen Weltanschauen hinneigt; sondern erst derjenige stellt sich in der richtigen Weise zur «Philosophie der Freiheit», der gerade das, was darinnen lebt, wegen der Art und Weise aufnimmt, wie die Gedanken folgerichtig immer auseinander herauswachsen und sich gegenseitig stützen.
[ 22 ] What matters, however, is that one must at least have the good will and the aspiration to progress toward a mode of thinking that is free of emotion—at least free of the emotions one encounters in the world in ordinary life. For example, someone has not attained pure thought if he is drawn to what is written in *The Philosophy of Freedom* because, driven by their feelings, they now tend toward a more spiritual worldview; rather, the one who approaches the *Philosophy of Freedom* in the right way is the one who embraces precisely what lives within it because of the way the thoughts consistently grow apart from one another and support one another.
[ 23 ] Swedenborg seinerseits hatte - trotzdem er ein so großer Gelehrter war - gar keine Ahnung von einem solchen Hinneigen zu einer Gedankenwelt, die nur reine Gedankenwelt ist und die wirklich nichts mehr enthält von den Motiven, die im Emotionsmäßigen, im Gefühlsmäßigen liegen. Man muß einmal, meine lieben Freunde, versuchen zu durchschauen - und Mittel haben wir dafür genug in unserer Literatur -, wie man im gewöhnlichen Leben aus Gemütsimpulsen heraus, die einem auf dem physischen Plan karmisch oder erzieherisch oder sonstwie gegeben sind, sich für die eine oder andere Wahrheit entscheidet. Das Subjektive hört erst dann auf, wenn man mit seinem eigenen Seelenleben wirklich in eine solche Sphäre des Denkens aufrückt, wo die Gedanken sich gegenseitig selber tragen, wo aus den Gedanken der subjektive Inhalt heraus ist.
[ 23 ] Swedenborg, for his part—despite being such a great scholar—had absolutely no inkling of such an inclination toward a world of thought that is purely a world of thought and that truly contains nothing more of the motives rooted in the emotional and the affective. My dear friends, we must try to understand—and we have plenty of resources for this in our literature—how, in ordinary life, we decide in favor of one truth or another based on emotional impulses that are given to us on the physical plane, whether karmically, through upbringing, or in some other way. The subjective ceases only when one truly ascends with one’s own soul life into such a sphere of thought where thoughts sustain one another, where the subjective content has been removed from the thoughts.
[ 24 ] Aber man muß es noch zu etwas anderem bringen. Wenn man es einmal wirklich dazu gebracht hat, so denken zu können, daß man den reinen Gedanken erfaßt hat, daß man in seinem Seelenleben eine Folge von reinen Gedanken haben kann, dann ist das eigene Gemüt, das subjektive Ich nicht mehr beteiligt. Daher auch das Strenge, das man fühlt, wenn man beim reinen Denken angekommen ist. Man kann es nicht mehr biegen und brechen, so wie man es subjektiv haben wollte. Wenn man eine Gedankenfolge so nimmt, wie sie zum Beispiel in der «Philosophie der Freiheit» gegeben ist, ist es unmöglich, sie anders zu gestalten. Man kann sie nicht in einer beliebigen Weise meißeln und so weiter, sondern man muß sie so in sich wachsen lassen wie einen Organismus. Man ist wirklich mit seinem Ich unbeteiligt; das Denken selber denkt. Aber dadurch allein wird es reif, daß nun das, was man herausgeleert hat - der eigene IchInhalt -, durch ein anderes ersetzt wird: Statt unseres eigenen Gemütsinhaltes muß jetzt der Gemütsinhalt der Geister der höheren Hierarchien in dieses emotionsfreie Denken hinein. Und wenn Sie es dahinbringen, daß Sie aus dem mit Ihren Emotionen angefüllten Denken nach und nach diesen subjektiven Inhalt herausbringen, den ich hier punktiert gezeichnet habe (siehe Seite 88), und nur noch die reinen Begriffe als solche haben, dann kann der göttliche Inhalt hineinfließen. Und nun haben Sie den Inhalt von oben.
[ 24 ] But one must take it a step further. Once one has truly reached the point of being able to think in such a way that one has grasped the pure thought—that one can have a sequence of pure thoughts in one’s inner life—then one’s own mind, the subjective “I,” is no longer involved. Hence the rigor one feels when one has arrived at pure thinking. One can no longer bend or break it as one might subjectively wish. If one takes a train of thought as it is presented, for example, in *The Philosophy of Freedom*, it is impossible to reshape it. One cannot carve it in any arbitrary way, but must let it grow within oneself like an organism. One is truly detached from one’s ego; thinking itself thinks. But it matures solely through the fact that what one has emptied out—one’s own ego-content—is now replaced by something else: Instead of our own mental content, the mental content of the spirits of the higher hierarchies must now enter into this emotionless thinking. And when you succeed in gradually removing this subjective content—which I have outlined here with dots (see page 88)—from your thinking, which is filled with your emotions, and retain only the pure concepts as such, then the divine content can flow in. And now you have the content from above.
[ 25 ] Das konnte Swedenborg nicht erreichen. Er brachte seine persönlichen Emotionen nicht aus dem, was er dachte, heraus, trotzdem er ein großer Gelehrter war. Er brachte es nicht dahin, dieses Denken ganz frei von seinen Emotionen zu haben. Da er nun auf den Astralplan aufgestiegen war, so war er mit dem Denken, das noch immer in seiner Persönlichkeit befangen war, ganz fremd gegenüberstehend solchen Wesenheiten, die in reinem Denken dachten: nämlich diesen betreffenden Marsbewohnern, die er nicht verstehen konnte. Die sprachen für ihn in ganz und gar unverständlichen Gebärden. Woher kommt das, was liegt denn da eigentlich zugrunde? Warum war Swedenborg wie mit einer Klammer abgeschlossen von der Welt eines höheren Bewußtseins, warum kam er nicht hinein in die Welt eines höheren Bewußtseins? Warum trug er die Art des Schauens, die man sonst auf dem physischen Plan hat, in die geistige Welt hinauf, in der er doch wirklich darinnen war, und warum blieben für ihn die Worte, die Gebärdenworte der Geister, die in reinen Gedanken denken konnten, die ihren subjektiven Gemütsinhalt heraushalten konnten - aus welchem Grunde braucht man dabei nicht zu untersuchen, sie konnten ihn eben heraushalten -, warum blieben ihm diese unverständlich?
[ 25 ] Swedenborg was unable to achieve this. He could not separate his personal emotions from his thoughts, even though he was a great scholar. He was unable to make his thinking entirely free from his emotions. Since he had now ascended to the astral plane, his thinking—which was still bound up in his personality—made him completely alien to those beings who thought in pure thought: namely, the Martians in question, whom he could not understand. They communicated with him through gestures that were utterly incomprehensible. Where does this come from; what is actually underlying it? Why was Swedenborg, as it were, cut off from the world of higher consciousness as if by a barrier; why could he not enter the world of higher consciousness? Why did he carry the kind of perception one normally has on the physical plane up into the spiritual world, into which he was, after all, truly immersed, and why did the words—the gestural words of the spirits who could think in pure thought, who could express the subjective content of their minds—remain incomprehensible to him? There is no need to examine the reason for this; they were simply able to keep them out—why did these remain incomprehensible to him?
[ 26 ] Diese Fragen beantworten sich uns, meine lieben Freunde, wenn wir fragen: Ja, wie war das denn nun eigentlich bei Swedenborg, was trug er denn da auf den astralischen Plan hinauf? Nicht wahr, er hat seinen geistigen Menschen nicht ganz aus dem physischen Menschen herausgebracht; denn hätte er ihn herausbekommen, so hätte er in der Sphäre des höheren Bewußtseins sein Ich als Objekt geschaut. Sein Ich würde ihm wie ein Erinnerungsobjekt geworden sein, so wie die zerbrochenen Töpfe in dem Vergleich, den ich vor einiger Zeit gebraucht habe. Er konnte sich nicht genügend von sich losreißen. Aber nun ist das gerade das Charakteristische - das ging ja auch aus unserer ganzen Auseinandersetzung hervor -, daß Swedenborg nicht bloß Illusionen sah; er sah nicht bloß Maja, sondern er konnte doch zum Beispiel wirklich richtig die objektive Tatsache erkennen, daß er es mit so und so gearteten Marsbewohnern zu tun hatte. Das war ja richtig. Er sah nur die geistige Welt mit MajaCharakter, sozusagen mit einem illusionären Schleier. Er hatte ja wirkliche Marswesen vor sich, er konnte sie nur nicht verstehen, da er nun wirkliche geistige Wesen vor sich harte.
[ 26 ] These questions answer themselves for us, my dear friends, when we ask: Yes, what was it actually like with Swedenborg—what did he bring up onto the astral plane? Isn’t it true that he did not completely separate his spiritual self from his physical self? For if he had managed to do so, he would have perceived his “I” as an object in the sphere of higher consciousness. His “I” would have become like a memento to him, just like the broken pots in the analogy I used some time ago. He was unable to detach himself sufficiently from himself. But now this is precisely the defining characteristic—as was also evident from our entire discussion—that Swedenborg did not merely see illusions; he did not merely see maya, but he was, for example, truly able to recognize the objective fact that he was dealing with Martians of such and such a nature. That was indeed correct. He simply saw the spiritual world as having the character of Maya—through an illusory veil, so to speak. He did indeed have real Martian beings before him; he just could not understand them, since he now had real spiritual beings before him.
[ 27 ] Nun, meine lieben Freunde, seien Sie nun für einen Augenblick einmal recht schlau, so wie es die meisten derjenigen, die sich hellseherisch entwickeln wollen, nicht sind. Nicht wahr, mit den gewöhnlichen Sinnen, mit der gewöhnlichen Augenkraft konnte Swedenborg diese Wesenheiten, die Marsbewohner sind, nicht sehen; er hat sie ja in der geistigen Welt gesehen. Also mit der Augenkraft konnte er sie nicht sehen, mit der Ohrenkraft nicht hören, mit all den sonstigen Sinneswerkzeugen, auch mit der gewöhnlichen Denkfähigkeit konnte er sie nicht erfassen. Denn ich habe Ihnen auseinandergesetzt, daß diese Denkfähigkeit eigentlich eine alte Mondengabe war, also etwas, was entwickelt war vor der Marskraft ... [Lücke im Stenogramm]. Er hatte also unter den bekannten Erkenntniskräften des Menschen keine Kraft, um diese Wesen zu erkennen. So haben wir die eigentümliche Tatsache vor uns, daß Swedenborg geistige Wesen vor sich hatte, die er unzweifelhaft erkannte, aber er erkannte sie nicht mit höheren Kräften; er sah sie mit etwas, mit was er sie eigentlich nicht hätte sehen können, weil er das Bewußtsein nicht dazu hatte. Denn die gewöhnlichen Bewußtseinskräfte des physischen Planes reichen nicht aus, um das zu erklären, was er da sah. Was war es denn dann, womit er gesehen hat? Nun, Swedenborg war einfach nicht nur ein großer Gelehrter, sondern auch ein reiner Mensch in seinem Leben; und umgewandelt hatte sich in ihm die Kraft, die der Mensch auf dem physischen Plan hat und die schon etwas Ähnliches ist wie die hellseherische Kraft, nur daß sie auf dem physischen Plan eine andere Aufgabe hat, als die hellseherische Tätigkeit auszuüben. Wodurch hat nun also Swedenborg gesehen?
[ 27 ] Well, my dear friends, let’s be really smart for a moment—in a way that most of those who wish to develop their clairvoyant abilities are not. After all, Swedenborg could not see these beings—who are inhabitants of Mars—with his ordinary senses or with the power of his ordinary eyes; he saw them in the spiritual world, after all. So he could not see them with his eyes, nor hear them with his ears, nor perceive them with any of his other sensory faculties—not even with his ordinary power of thought. For I have explained to you that this power of thought was actually an ancient gift from the Moon—that is, something that had developed before the power of Mars... [gap in the transcript]. Thus, among the known cognitive faculties of human beings, he possessed no faculty with which to perceive these beings. So we are faced with the peculiar fact that Swedenborg had spiritual beings before him whom he undoubtedly recognized, but he did not perceive them through higher faculties; he saw them with something through which he actually should not have been able to see them, because he lacked the consciousness for it. For the ordinary powers of consciousness on the physical plane are not sufficient to explain what he saw there. What, then, was it with which he saw? Well, Swedenborg was not only a great scholar but also a pure person in his life; and within him, the power that a human being possesses on the physical plane—which is already somewhat similar to clairvoyant power, except that on the physical plane it has a different purpose than the exercise of clairvoyance—had been transformed. By what means, then, did Swedenborg see?
[ 28 ] Ja, sehen Sie, Swedenborg hat gesehen mit einer Kraft, die das Äußere wahrnimmt, ohne es anzugreifen, ohne es zu berühren, die es wahrnimmt, ohne mit dem Auge zu wirken. Was ist das für eine Kraft? Das ist auf der Erde, auf dem physischen Plan die Kraft, die sich im sexuellen Leben, im richtigen sexuellen Leben äußert; jene geheimnisvolle Kraft, die die Menschen in der irdischen Liebe zusammentreibt, die sich unterscheidet von allen anderen Erkenntniskräften. Diese Kraft hatte Swedenborg konserviert, aufbewahrt, und in einem gewissen Alter wurde sie bei ihm umgewandelt, blieb aber gewissermaßen sexuelle Kraft. Er sah die geistige Welt durch die sexuelle Kraft. Das heißt, Swedenborgs Hellsehen ist wirklich ein solches, dem die umgewandelte sexuelle Kraft zugrunde liegt.
[ 28 ] Yes, you see, Swedenborg saw with a power that perceives the external world without touching it, without coming into contact with it—a power that perceives it without the intervention of the eye. What kind of power is this? On Earth, on the physical plane, it is the power that manifests itself in sexual life—in proper sexual life—that mysterious power which draws people together in earthly love, a power distinct from all other powers of perception. Swedenborg had preserved this force, and at a certain age it was transformed within him, yet it remained, in a sense, sexual force. He saw the spiritual world through sexual force. That is to say, Swedenborg’s clairvoyance is truly a form of clairvoyance based on this transformed sexual force.
[ 29 ] Daraus werden Sie nun den Schluß ziehen können, daß dem Menschen während seiner Erdenentwickelung eben eine Kraft gegeben ist, die sich während der Erdenentwickelung als Sexualität auslebt, die aber einmal in umgewandelter Form auftreten wird, wenn sie nicht mehr an das Physische gebunden sein wird. Aber Sie werden andererseits auch den Schluß daraus ziehen können, wie innig verwandt diejenigen Kräfte sind, die zum bildhaften Hellsehen führen, mit diesen Kräften, die mit den gegenwärtig niedersten Trieben der Menschennatur zusammenhängen, und wie sozusagen eine Sphäre da von der anderen Sphäre angezogen werden kann.
[ 29 ] From this you will now be able to conclude that, during human evolution on Earth, a force is given to human beings that manifests itself as sexuality during this earthly development, but which will one day appear in a transformed form when it is no longer bound to the physical. On the other hand, however, you will also be able to conclude how closely related the forces that lead to pictorial clairvoyance are to those forces associated with the currently basest instincts of human nature, and how, so to speak, one sphere can be drawn to the other.
[ 30 ] Ja, meine lieben Freunde, daraus folgt, daß mit der Hellsichtigkeit nicht zu spielen ist. Gewiß bezieht sich das, was ich jetzt sage, nicht auf die Geisteswissenschaft als solche, aber es bezieht sich auf jedes erhaschte, jedes ungerechtfertigt erstrebte und erworbene Hellsehen. Es muß dies wirklich ernst genommen werden, daß Hellsichtigkeit nicht angestrebt werden soll so, daß bloß die umgewandelte Anschauungsform des physischen Planes hinaufgetragen wird, sondern daß eine neue Art der Anschauung für die höheren Plane erstrebt wird, eine neue Anschauungsweise der geistigen Welt, die dann nichts zu tun hat mit der Sexualkraft, denn die ist physisch, die ist nur für den physischen Plan da. Dieselbe Art der Anschauung wie im Physischen hinaufzutragen in die geistigen Welten, vorauszusetzen, daß man sagen kann: Ich nehme wahr, wie man auf dem physischen Plan wahrnimmt -, das bringt in dem Menschen den Hang hervor, die Verbindungsbrücke zu schlagen zwischen dem Hellsehen und den sexuellen Kräften.
[ 30 ] Yes, my dear friends, it follows that clairvoyance is not something to be trifled with. Certainly, what I am saying now does not refer to Spiritual Science as such, but it does refer to any clairvoyance that is merely snatched up, unjustifiably sought after, or acquired. This must truly be taken seriously: clairvoyance should not be sought in such a way that merely the transformed form of perception from the physical plane is carried upward, but rather a new kind of perception for the higher planes should be sought—a new way of perceiving the spiritual world that has nothing to do with sexual energy, for that is physical; it exists only for the physical plane. To assume that one can carry the same kind of perception used on the physical plane up into the spiritual worlds—that is, to say, “I perceive as one perceives on the physical plane”—brings out in a person the tendency to build a bridge between clairvoyance and sexual forces.
[ 31 ] Man kann sich auf verschiedene Art davor retten, und wir stehen jetzt an einem wichtigen Punkte der Menschheitsentwickelung, wo man solche Dinge verstehen muß. Das, was ich Ihnen jetzt gesagt habe, ist ja uralte Wahrheit. Die Menschen der Vorzeit haben sich auf folgende Weise geschützt. Sie haben gesagt: Wenn man den Menschen heranbringt an die geistige Welt, so ist zu beachten, daß der Mensch schwach ist, daß aber Stärke des Charakters, Selbstzucht der Seele, Entfernung aller Zügellosigkeit der seelischen Triebe notwendig ist, um in die geistigen Welten richtig hinaufzukommen. Ja, der Mensch ist schwach, wird recht schwächlich, sagten die alten Wissenden, daher halte man ihm ferne die Möglichkeit, diese beiden Sphären zu mischen. - Nun, wie kann man denn das? Man sperrt ihn einfach ab vom anderen Geschlecht, wenn man ihm von wirklich geistigen Dingen redet, so daß er zum anderen Geschlecht gar nicht hinüberkommt. Das heißt, man läßt das weibliche Geschlecht überhaupt nicht teilnehmen an denjenigen Zusammenkünften, wo man von geisteswissenschaftlichen Dingen spricht. Daher der Ausschluß der Frauen in älteren Zeiten von allen geisteswissenschaftlichen Versammlungen, die man gehalten hat. Dadurch waren die Männer davor bewahrt, irgendwie die beiden Sphären miteinander zu vermischen; denn sie waren durch ein strenges Gelöbnis gebunden, außerhalb der Loge überhaupt nicht zu sprechen von dem, was in den Logen vorging. Die Frauen konnten also von der Gemeinschaft mit der Geisteswissenschaft nichts anderes haben als die weiRen Handschuhe, die ein bedeutsames Symbol waren für diesen ganzen Tatbestand.
[ 31 ] There are various ways to protect oneself from this, and we are now at a crucial point in human development where such things must be understood. What I have just told you is, after all, an ancient truth. The people of ancient times protected themselves in the following way. They said: When bringing a person into contact with the spiritual world, one must bear in mind that human beings are weak, but that strength of character, self-discipline of the soul, and the removal of all unbridledness of the soul’s impulses are necessary in order to ascend properly into the spiritual worlds. Yes, human beings are weak—and become quite feeble, said the ancient sages—so one must keep them far removed from the possibility of mixing these two spheres. —Well, how can one do that? One simply isolates him from the opposite sex when speaking to him about truly spiritual matters, so that he does not cross over to the opposite sex at all. That is to say, one does not allow women to participate at all in those gatherings where matters of Spiritual Science are discussed. Hence the exclusion of women in earlier times from all gatherings of Spiritual Science that were held. This prevented the men from mixing the two spheres in any way; for they were bound by a strict vow not to speak at all outside the lodge about what took place within it. The women, therefore, could derive nothing from their association with Spiritual Science other than the white gloves, which were a significant symbol of this entire situation.
[ 32 ] Über diese Zeiten sind wir nun wirklich hinaus, und der Versuch sollte unternommen werden, durch solche Bewegungen, wie auch unsere geisteswissenschaftliche, diesen Zwang nicht mehr zu brauchen. Dazu gehört aber das gänzliche Freihalten des geistigen Gebietes von der andern Sphäre, auf die hingewiesen worden ist; wirkliches Freihalten, das heißt, es dürfen beide Gebiete nicht miteinander vermischt werden.
[ 32 ] We have now truly moved beyond those times, and we should strive, through movements such as our Spiritual Science movement, to no longer rely on this compulsion. This, however, requires keeping the spiritual realm entirely separate from the other sphere that has been referred to; truly keeping them separate—that is, the two realms must not be mixed together.
[ 33 ] Nun haben wir in der letzten Zeit einen Fall furchtbarster Vermischung gesehen. Das heißt, wir haben gesehen, wie sexuelle Triebe wirkten, die aber in ihrer Auslegung etwas anderes waren. In der Auslegung waren es allerlei mystische Dinge, in Wirklichkeit waren es sexuelle Triebe. Es ist wichtig, diese Tatsache ganz fest ins Auge zu fassen und aus dem Innern heraus zu verstehen, aus der inneren Natur des Weltgefüges zu verstehen. Wirklich nur der höchste Ernst und die höchste Würde, die man in dem geistigen Leben sieht, können das Egoistische innerhalb des geistigen Lebens von uns fernhalten; sobald das egoistische Mystische hineinkommt, ist man nicht mehr gerettet davor, die beiden charakterisierten Sphären miteinander in der übelsten Weise zu vermischen.
[ 33 ] Recently, we have witnessed a case of the most appalling confusion. That is to say, we have seen how sexual impulses were at work, but were interpreted as something else. In their interpretation, they were all sorts of mystical things; in reality, they were sexual impulses. It is important to take this fact very seriously and to understand it from within—to understand it from the inner nature of the fabric of the world. Truly, only the utmost seriousness and the highest dignity that one finds in the spiritual life can keep the egoistic elements within the spiritual life at bay; as soon as the egoistic mystical element enters, one is no longer safe from mixing the two distinct spheres in the worst possible way.
[ 34 ] Ebenso sahen wir, wie bei Swedenborg eine zurückgehaltene Sexualität ausfüllte dasjenige, was sonst leer gewesen wäre, seine Imaginationen, aber sie nur bis zu einem gewissen Grade ausfüllen konnte. Da wo er an Wesen stieß, die selbst alle ihre Gefühle herauslassen konnten aus ihren Gebärden, da konnte er nicht mehr die Sphäre ausfüllen, weil es nur eine Menschensphäre war, die dadurch entstand, daß er seine Sexualität ausbreitete über seine Imaginationen weg.
[ 34 ] Similarly, we saw how, in Swedenborg’s case, a restrained sexuality filled what would otherwise have been empty—his imaginations—but could only fill them to a certain degree. Where he encountered beings who could themselves express all their feelings through their gestures, he could no longer fill that sphere, because it was only a human sphere that arose from his projecting his sexuality beyond his imaginations.
[ 35 ] So ist gerade Swedenborg ein starkes Beispiel dafür, was gemieden werden soll auf dem Wege zu den geistigen Welten hin in der neueren Zeit. Denn solches Streben, das irgendwelche Ähnlichkeit hat mit dem Swedenborgschen, das bringt den Menschen immer in Gefahr, daß - während er das Hellsehen anstrebt - die Sexualsphäre sich regt und die beiden Sphären sich miteinander vermischen.
[ 35 ] Swedenborg, in particular, is a striking example of what should be avoided on the path to the spiritual worlds in modern times. For such an endeavor, which bears any resemblance to Swedenborg’s, always puts a person in danger that—while striving for clairvoyance—the sexual sphere will be stirred and the two spheres will become intermingled.
[ 36 ] Man muß im geisteswissenschaftlichen Zusammenhang von diesen Dingen selbstverständlich sprechen können, meine liebe Freunde. Es wäre sehr schlimm, wenn man diese Dinge nicht objektiv wissenschaftlich erörtern könnte, denn es ist notwendig für den, der ernstlich strebt, auch die Gefahren dieses Strebens kennenzulernen. Daher kommt es auch, daß unreine Phantasie so leicht verkennen kann dasjenige, was als reines Geistesstreben angestrebt wird! Wir stehen jetzt an einem sehr, sehr bedeutungsvollen Punkt der geisteswissenschaftlichen Mitteilungen, an einem höchst bedeutungsvollen Punkt, und ich wollte gewissermaßen so die Linien zeichnen, die zu diesem Punkte führen.
[ 36 ] In the context of Spiritual Science, we must, of course, be able to speak openly about these things, my dear friends. It would be very unfortunate if we could not discuss these matters objectively and scientifically, for it is necessary for those who strive earnestly to also recognize the dangers of this striving. This is also why an impure imagination can so easily misjudge what is being sought as a pure spiritual endeavor! We are now at a very, very significant point in these lectures on Spiritual Science, at an extremely significant point, and I wanted, so to speak, to trace the lines that lead to this point.
[ 37 ] Morgen werde ich um dieselbe Zeit, oder wie es sich eben ergibt, das können wir noch sagen, wenn wir heute auseinandergehen, diese Betrachtungen fortsetzen, aus dem Grunde, weil ich sehr gründlich zu Werke gehen muß, wenn ich über diese Dinge zu Ihnen spreche.
[ 37 ] Tomorrow, at the same time—or whenever it works out; we can decide that when we part ways today—I will continue these reflections, because I need to be very thorough when I speak to you about these matters.
