Difficulties of Living Together
in the Anthroposophical Society
The Dornach Crisis in the Summer of 1915
GA 253
21 August 1915, Dornach
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Probleme des Zusammenlebens in der Anthroposophischen Gesellschaft
8. Erster Ansprache zur Dornacher Krise
8. Erster Ansprache zur Dornacher Krise
[ 1 ] Ich muß heute eine Episode einschalten, wenn auch anderer Art als die gestrige. Heute morgen habe ich ein Schriftstück erhalten, und ich fühle mich nicht nur veranlaßt, sondern verpflichtet, dieses Schriftstück zur Kenntnis jedes einzelnen Mitgliedes zu bringen. Die Gründe, warum ich mich dazu nicht nur veranlaßt, sondern genötigt, ja geradezu gezwungen fühle, werde ich nachher vorbringen.
[ 1 ] Ich muß heute eine Episode einschalten, wenn auch anderer Art als die gestrige. Heute morgen habe ich ein Schriftstück erhalten, und ich fühle mich nicht nur veranlaßt, sondern verpflichtet, dieses Schriftstück zur Kenntnis jedes einzelnen Mitgliedes zu bringen. Die Gründe, warum ich mich dazu nicht nur veranlaßt, sondern genötigt, ja geradezu gezwungen fühle, werde ich nachher vorbringen.
Heinrich und Gertrud Goesch an Rudolf Steiner
Heinrich und Gertrud Goesch an Rudolf Steiner
Dornach, den 19. August 1915
Dornach, den 19. August 1915
Sehr geehrter Herr Dr. Steiner!
Sehr geehrter Herr Dr. Steiner!
Ich habe erkannt, daß Sie bei Ihrem Wirken in unserer geistigen Bewegung neben Ihrer dem Guten gewidmeten Tätigkeit auch eine dem Bösen dienende Handlungsweise nebenhergehen lassen. Als gut erkenne ich vor allem die uns durch Sie gebrachte Esoterik, die uns durch Sie verkündete Lehre, die uns durch Sie geschenkten Mysterienspiele, die Inaugurierung der Eurythmie, die Kunst des Johannesbaus. In allen diesen Beziehungen sehe ich in Ihnen nach wie vor einen Abgesandten der großen weißen Loge und fühle mich von tiefster Dankbarkeit für Sie und Ihre dem Guten gewidmete Tätigkeit erfüllt. Als böse aber erkenne ich die Art, wie Sie das Verhältnis zwischen sich und den andern Mitgliedern unserer geistigen Bewegung gestalten. In dieser Ihrer dem Bösen dienenden Handlungsweise erblicke ich die allergrößte Gefahr für unsere geistige Bewegung. Sie stellen solche Beziehungen zwischen sich und den anderen Mitgliedern her, daß die andern nur Glieder von Ihnen, nicht aber selbständige geistige Wesenheiten neben Ihnen sein sollen. Sie verhalten sich zu den andern nur scheinbar als ein Mensch unter Menschen. In Wahrheit verschmähen Sie eigentlich jede wahrhaft menschliche Verbindung und maßen sich statt dessen Eingriffe in das Leben der anderen an, die nur den Göttern, nimmermehr aber einem heutigen Menschen zustehen. So schaffen Sie einen antichristlichen Zusammenhang zwischen sich und den andern Mitgliedern unserer geistigen Bewegung. Und alle die Menschen, die sich reif gemacht haben, um in unserer Zeit die großen spirituellen Lehren entgegenzunehmen, die machen Sie ärmer als den ärmsten Materialisten draußen. Denn dieser kann bei seinem ins Gegenbild verkehrten Christentum doch ein starkes Ich entwickeln. Ihre Schüler aber müssen, wenn es so weiter geht, durch die unaufhörliche Schwächung, die ihr Ich durch Ihre Handlungsweise erfährt, über kurz oder lang zu Opfern der schwarzen Magie werden.
Ich habe erkannt, daß Sie bei Ihrem Wirken in unserer geistigen Bewegung neben Ihrer dem Guten gewidmeten Tätigkeit auch eine dem Bösen dienende Handlungsweise nebenhergehen lassen. Als gut erkenne ich vor allem die uns durch Sie gebrachte Esoterik, die uns durch Sie verkündete Lehre, die uns durch Sie geschenkten Mysterienspiele, die Inaugurierung der Eurythmie, die Kunst des Johannesbaus. In allen diesen Beziehungen sehe ich in Ihnen nach wie vor einen Abgesandten der großen weißen Loge und fühle mich von tiefster Dankbarkeit für Sie und Ihre dem Guten gewidmete Tätigkeit erfüllt. Als böse aber erkenne ich die Art, wie Sie das Verhältnis zwischen sich und den andern Mitgliedern unserer geistigen Bewegung gestalten. In dieser Ihrer dem Bösen dienenden Handlungsweise erblicke ich die allergrößte Gefahr für unsere geistige Bewegung. Sie stellen solche Beziehungen zwischen sich und den anderen Mitgliedern her, daß die andern nur Glieder von Ihnen, nicht aber selbständige geistige Wesenheiten neben Ihnen sein sollen. Sie verhalten sich zu den andern nur scheinbar als ein Mensch unter Menschen. In Wahrheit verschmähen Sie eigentlich jede wahrhaft menschliche Verbindung und maßen sich statt dessen Eingriffe in das Leben der anderen an, die nur den Göttern, nimmermehr aber einem heutigen Menschen zustehen. So schaffen Sie einen antichristlichen Zusammenhang zwischen sich und den andern Mitgliedern unserer geistigen Bewegung. Und alle die Menschen, die sich reif gemacht haben, um in unserer Zeit die großen spirituellen Lehren entgegenzunehmen, die machen Sie ärmer als den ärmsten Materialisten draußen. Denn dieser kann bei seinem ins Gegenbild verkehrten Christentum doch ein starkes Ich entwickeln. Ihre Schüler aber müssen, wenn es so weiter geht, durch die unaufhörliche Schwächung, die ihr Ich durch Ihre Handlungsweise erfährt, über kurz oder lang zu Opfern der schwarzen Magie werden.
Schon ist es vorgekommen, daß ausgezeichnete Mitglieder an die Stelle der Berufung auf die Wahrheit die Berufung auf Ihr Wort setzen und jede Kritik irgendeines Teiles Ihres Wirkens mit dem Einwand abschneiden, daß man sich mit einer solchen Kritik über Sie stellen würde. Aus dem Gefühl heraus, daß ein Sich-über-Sie-stellen als frevelhafte Vermessenheit ausgeschlossen sei, glaubt man mit einem solchen Einwande die Angelegenheit in sachgemäßer Weise erledigt zu haben. Nicht die Mitglieder sind an solchen Verirrungen schuld, sondern Sie. Sie haben es über der Verkündung immer weiterer Teile der Lehre versäumt, in der Lebensgemeinschaft mit Ihren Schülern fortwährend die Gesinnung zu pflegen, daß sich jeder Mensch als Christ immer wieder und wieder nicht nur unter jeden andern, sondern auch über jeden anderen stellen müsse; daß für jeden nicht nur das tiefste Wesen auch seines geringsten Nebenmenschen von unersetzlichem Werte sei, sondern daß auch der Geringste für den Entwickeltsten mit die Verantwortung trage und seine Fehler bekämpfen müsse. Ihre eigene Lehre ist es, die mich in diesen Gesichtspunkten bestärkt hat. Im Leben aber wenden Sie eine Reihe von Mitteln an, die diesem christlichen Ideal einer menschlichen Lebensgemeinschaft entgegenarbeiten.
Schon ist es vorgekommen, daß ausgezeichnete Mitglieder an die Stelle der Berufung auf die Wahrheit die Berufung auf Ihr Wort setzen und jede Kritik irgendeines Teiles Ihres Wirkens mit dem Einwand abschneiden, daß man sich mit einer solchen Kritik über Sie stellen würde. Aus dem Gefühl heraus, daß ein Sich-über-Sie-stellen als frevelhafte Vermessenheit ausgeschlossen sei, glaubt man mit einem solchen Einwande die Angelegenheit in sachgemäßer Weise erledigt zu haben. Nicht die Mitglieder sind an solchen Verirrungen schuld, sondern Sie. Sie haben es über der Verkündung immer weiterer Teile der Lehre versäumt, in der Lebensgemeinschaft mit Ihren Schülern fortwährend die Gesinnung zu pflegen, daß sich jeder Mensch als Christ immer wieder und wieder nicht nur unter jeden andern, sondern auch über jeden anderen stellen müsse; daß für jeden nicht nur das tiefste Wesen auch seines geringsten Nebenmenschen von unersetzlichem Werte sei, sondern daß auch der Geringste für den Entwickeltsten mit die Verantwortung trage und seine Fehler bekämpfen müsse. Ihre eigene Lehre ist es, die mich in diesen Gesichtspunkten bestärkt hat. Im Leben aber wenden Sie eine Reihe von Mitteln an, die diesem christlichen Ideal einer menschlichen Lebensgemeinschaft entgegenarbeiten.
Ich werde jetzt zwei solcher Mittel des Näheren zur Sprache bringen. Daran mag der Sinn meiner Behauptungen deutlicher werden.
Ich werde jetzt zwei solcher Mittel des Näheren zur Sprache bringen. Daran mag der Sinn meiner Behauptungen deutlicher werden.
Es ist eine Tatsache, daß es Ihnen zur Gewohnheit geworden ist, Versprechen zu geben und nicht zu halten. Daß Sie die Zukunft zu mangelhaft überschauen könnten oder daß Sie zu schwach seien, ursprüngliche Absichten durchzuführen, so daß Sie sich mit einem gewissen Recht immer wieder der Erfüllung von Versprechen entziehen könnten, wird ja wohl niemand behaupten wollen. Es handelt sich also um ein bewußtes Enttäuschung bereiten, und da die Versprechen, auch wo sie gar nicht gefordert sind, aus eigenem Antriebe von Ihnen gegeben werden, um ein bewußtes Sichhineindrängen in fremde Leben, um innerhalb derselben etwas zu tun, was allein dem Schicksal vorbehalten bleiben muß. Eine Enttäuschung, die uns das Karma schickt, wird unmittelbar für unsere Entwicklung förderlich sein. Eine Enttäuschung, die uns ein Mensch planvoll bereitet, wird aber jedenfalls zunächst eine schwere Verletzung und, wenn das Vertrauen in den Verletzenden nicht zurückgezogen wird, eine Schwächung unseres Ich bedeuten. Es ist derselbe Unterschied wie zwischen dem Tode in einer Feuersbrunst und dem auf von Menschen geschichteten Scheiterhaufen.
Es ist eine Tatsache, daß es Ihnen zur Gewohnheit geworden ist, Versprechen zu geben und nicht zu halten. Daß Sie die Zukunft zu mangelhaft überschauen könnten oder daß Sie zu schwach seien, ursprüngliche Absichten durchzuführen, so daß Sie sich mit einem gewissen Recht immer wieder der Erfüllung von Versprechen entziehen könnten, wird ja wohl niemand behaupten wollen. Es handelt sich also um ein bewußtes Enttäuschung bereiten, und da die Versprechen, auch wo sie gar nicht gefordert sind, aus eigenem Antriebe von Ihnen gegeben werden, um ein bewußtes Sichhineindrängen in fremde Leben, um innerhalb derselben etwas zu tun, was allein dem Schicksal vorbehalten bleiben muß. Eine Enttäuschung, die uns das Karma schickt, wird unmittelbar für unsere Entwicklung förderlich sein. Eine Enttäuschung, die uns ein Mensch planvoll bereitet, wird aber jedenfalls zunächst eine schwere Verletzung und, wenn das Vertrauen in den Verletzenden nicht zurückgezogen wird, eine Schwächung unseres Ich bedeuten. Es ist derselbe Unterschied wie zwischen dem Tode in einer Feuersbrunst und dem auf von Menschen geschichteten Scheiterhaufen.
Derjenige nun, der ein solches Versprechen erhält und auf seine Erfüllung wartet, gerät bei dem Vertrauen, das er Ihnen entgegenbringt, in einen Zustand der Spannung, welcher ihn unsicher macht, während Sie sein allmähliches Enttäuschtwerden ruhig überschauen können. Hat es sich dann irgendwann auch für den Betroffenen herausgestellt, daß das Versprechen von Ihnen nicht gehalten werden wird, so wird derselbe entweder künftig derartige Worte von Ihnen nicht mehr ernst nehmen und sich dadurch zwar insofern von Ihnen trennen. Indem er Ihnen aber gleichwohl im Ganzen sein Vertrauen weiter entgegenbringt, wird er den Maßstab für die Heiligkeit des Wortes verlieren und vielleicht selbst anfangen, ähnlich zu handeln. Er wird auf eine unmenschliche Weise mit Ihnen zusammenhängen und gleich Ihnen auf andere weiterzuwirken suchen. Oder aber es wird einer von folgenden drei Fällen eintreten. Der Betroffene wird aus dem Vertrauen heraus, das er Ihnen entgegenbringt, einen tiefen okkulten Sinn hinter Ihrer Handlungsweise vermuten. Er wird sich der Meinung hingeben, es gäbe tiefe okkulte Gründe, um derenwillen es erlaubt oder sogar nötig sei Versprechen zu geben, in der Absicht, sie nicht zu halten. Hier und da stößt man sogar auf eine solche Verirrung des Gefühls, daß eine derartige Handlungsweise bewundert und als ein Zeichen von Übermenschentum betrachtet wird. Es ist aber ohne weiteres einzusehen, daß keine Macht der Welt einem heutigen Menschen die Befugnis geben könnte, Versprechen zu geben, um sie nicht zu halten. Eine Enttäuschung zu bereiten, ist allein Sache der das Karma lenkenden Götter. Die genannte Verwirrung der Begriffe ist für den Geistesschüler um so gefährlicher, weil sich die moderne Geisteswissenschaft ja gerade an die gesunde Urteilskraft wendet und diese durch derartiges untergraben wird. Da tritt dann in verhängnisvoller Weise an die Stelle der Wahrheit Ihr Wort, an die Stelle der Erkenntnis, daß Sie hier etwas Böses tun, der Gedanke: Ich kann mich doch nicht über ihn stellen. Dadurch aber bröckelt ein Stück innerer Menschenwürde nach dem anderen bei dem Betroffenen ab und er wird zu einem geistig unselbständigen Werkzeug in Ihrer Hand. Eine zweite Möglichkeit für den um die Erfüllung des Versprechens Betrogenen ist die, daß in dem Betroffenen, damit er bei dem Vertrauen, das er in Sie setzt, beharren kann, die Tatsache, daß Sie ja von vornherein nicht daran dachten, das Versprechen zu halten, nicht zum Bewußtsein erhoben wird und man den Ausweg findet, das nachherige Nichthalten als eine neue Offenbarung eines Wesens hinzunehmen, das man überhaupt nicht als Mensch empfindet oder als Mensch verantwortlich machen kann. Auch diese Ansicht findet sich innerhalb der Gesellschaft vertreten und muß ja dazu führen, daß Sie in der Tat als Mensch immer schattenhafter und schattenhafter werden. Oder endlich drittens wird in manchen Seelen der radikale Ausweg gewählt, daß ein Vergessen des gesamten Tatbestandes, daß von Ihnen überhaupt ein Versprechen der und der Art gegeben ist, eintritt. Damit wird wiederum dem Menschen ein Stück seines Ich genommen, und nicht selbständige Mitarbeiter in unserer geistigen Bewegung stehen neben Ihnen, sondern durch Sie in ihrem Ich geschwächte Schatten. Sie aber sind es, der die Schuld an allem diesem trägt.
Derjenige nun, der ein solches Versprechen erhält und auf seine Erfüllung wartet, gerät bei dem Vertrauen, das er Ihnen entgegenbringt, in einen Zustand der Spannung, welcher ihn unsicher macht, während Sie sein allmähliches Enttäuschtwerden ruhig überschauen können. Hat es sich dann irgendwann auch für den Betroffenen herausgestellt, daß das Versprechen von Ihnen nicht gehalten werden wird, so wird derselbe entweder künftig derartige Worte von Ihnen nicht mehr ernst nehmen und sich dadurch zwar insofern von Ihnen trennen. Indem er Ihnen aber gleichwohl im Ganzen sein Vertrauen weiter entgegenbringt, wird er den Maßstab für die Heiligkeit des Wortes verlieren und vielleicht selbst anfangen, ähnlich zu handeln. Er wird auf eine unmenschliche Weise mit Ihnen zusammenhängen und gleich Ihnen auf andere weiterzuwirken suchen. Oder aber es wird einer von folgenden drei Fällen eintreten. Der Betroffene wird aus dem Vertrauen heraus, das er Ihnen entgegenbringt, einen tiefen okkulten Sinn hinter Ihrer Handlungsweise vermuten. Er wird sich der Meinung hingeben, es gäbe tiefe okkulte Gründe, um derenwillen es erlaubt oder sogar nötig sei Versprechen zu geben, in der Absicht, sie nicht zu halten. Hier und da stößt man sogar auf eine solche Verirrung des Gefühls, daß eine derartige Handlungsweise bewundert und als ein Zeichen von Übermenschentum betrachtet wird. Es ist aber ohne weiteres einzusehen, daß keine Macht der Welt einem heutigen Menschen die Befugnis geben könnte, Versprechen zu geben, um sie nicht zu halten. Eine Enttäuschung zu bereiten, ist allein Sache der das Karma lenkenden Götter. Die genannte Verwirrung der Begriffe ist für den Geistesschüler um so gefährlicher, weil sich die moderne Geisteswissenschaft ja gerade an die gesunde Urteilskraft wendet und diese durch derartiges untergraben wird. Da tritt dann in verhängnisvoller Weise an die Stelle der Wahrheit Ihr Wort, an die Stelle der Erkenntnis, daß Sie hier etwas Böses tun, der Gedanke: Ich kann mich doch nicht über ihn stellen. Dadurch aber bröckelt ein Stück innerer Menschenwürde nach dem anderen bei dem Betroffenen ab und er wird zu einem geistig unselbständigen Werkzeug in Ihrer Hand. Eine zweite Möglichkeit für den um die Erfüllung des Versprechens Betrogenen ist die, daß in dem Betroffenen, damit er bei dem Vertrauen, das er in Sie setzt, beharren kann, die Tatsache, daß Sie ja von vornherein nicht daran dachten, das Versprechen zu halten, nicht zum Bewußtsein erhoben wird und man den Ausweg findet, das nachherige Nichthalten als eine neue Offenbarung eines Wesens hinzunehmen, das man überhaupt nicht als Mensch empfindet oder als Mensch verantwortlich machen kann. Auch diese Ansicht findet sich innerhalb der Gesellschaft vertreten und muß ja dazu führen, daß Sie in der Tat als Mensch immer schattenhafter und schattenhafter werden. Oder endlich drittens wird in manchen Seelen der radikale Ausweg gewählt, daß ein Vergessen des gesamten Tatbestandes, daß von Ihnen überhaupt ein Versprechen der und der Art gegeben ist, eintritt. Damit wird wiederum dem Menschen ein Stück seines Ich genommen, und nicht selbständige Mitarbeiter in unserer geistigen Bewegung stehen neben Ihnen, sondern durch Sie in ihrem Ich geschwächte Schatten. Sie aber sind es, der die Schuld an allem diesem trägt.
Ein zweites Beispiel Ihrer bösen Handlungsweise ist Ihre Ablehnung jeder Kritik gegenüber den in der Bewegung tätigen Menschen. Sie machen bei Ihrer Ablehnung gelegentlich die Unterstellung, daß jede derartige Kritik aus negativen Gefühlen heraus gegeben wird. Diese Unterstellung ist falsch. Es soll hier überhaupt nicht von der gehässigen destruktiven Kritik, sondern nur von der sich verantwortlich fühlenden positiven Kritik die Rede sein, zu der in der Tat viele Mitglieder durchaus fähig sind. Eine solche könnte doch höchstens dann gescheut werden, wenn man sich bewußt ist, daß leitende Stellen mit ungeeigneten Persönlichkeiten besetzt sind. In der heutigen Zeit, in der durch ein freies Zusammenkommen von Menschen aus der Freiheit der Menschen heraus eine hierarchische Ordnung derselben zur Erfüllung unserer Aufgaben entstehen soll, ist eine gewisse wohlwollende Kritik, von jedem gegen jeden geübt, die alleinige Bürgschaft für ein Gedeihen. In unserer Zeit kann sich sogar nur in dem Wirken einer derartigen Kritik der naturgemäße Aufbau einer wahren hierarchischen Ordnung vollziehen. Kommt der Getadelte den berechtigten Ansprüchen der Kritik, die er geradezu aufzusuchen verpflichtet ist, nicht nach, so muß er eben von seiner bisherigen Stellung in der Hierarchie weichen, damit die Wahrheit siegt. Und keine übergeordnete Stelle sollte einem solchen durch ein so Tun, als ob alles in Ordnung sei, schützen. Das ergibt sich aus dem Wesen der heutigen Zeit. Wenn man aber bei jedem, der an einer bestimmten Stelle der hierarchischen Ordnung stehend, Fehler macht, diese Fehler nicht kritisiert, sondern ruhig bestehen, ja weiter geschehen läßt, so schafft man nur eine Hierarchie als ob. Eine solche Hierarchie beruht nicht auf wahren menschlichen Eigenschaften und Verbindungen, sondern auf Fiktionen, Fiktionen, um die aufrecht zu erhalten, es dann immer neuen Unrechts bedarf. Und wiederum ist Unmenschlichkeit und Antichristlichkeit der gesamten Beziehungen die Folge. Sie tragen die Schuld daran. Es findet durch eine Organisation der Gesellschaft, wie sie sich unter Ihnen nach und nach herausgebildet hat, eine Usurpierung der Kräfte der Mitglieder zu Gunsten Ihrer und vielleicht noch gewisser anderer in dieser Scheinhierarchie hochgestellten Personen statt, während die Angelegenheiten der Gesellschaft schlecht verwaltet werden.
Ein zweites Beispiel Ihrer bösen Handlungsweise ist Ihre Ablehnung jeder Kritik gegenüber den in der Bewegung tätigen Menschen. Sie machen bei Ihrer Ablehnung gelegentlich die Unterstellung, daß jede derartige Kritik aus negativen Gefühlen heraus gegeben wird. Diese Unterstellung ist falsch. Es soll hier überhaupt nicht von der gehässigen destruktiven Kritik, sondern nur von der sich verantwortlich fühlenden positiven Kritik die Rede sein, zu der in der Tat viele Mitglieder durchaus fähig sind. Eine solche könnte doch höchstens dann gescheut werden, wenn man sich bewußt ist, daß leitende Stellen mit ungeeigneten Persönlichkeiten besetzt sind. In der heutigen Zeit, in der durch ein freies Zusammenkommen von Menschen aus der Freiheit der Menschen heraus eine hierarchische Ordnung derselben zur Erfüllung unserer Aufgaben entstehen soll, ist eine gewisse wohlwollende Kritik, von jedem gegen jeden geübt, die alleinige Bürgschaft für ein Gedeihen. In unserer Zeit kann sich sogar nur in dem Wirken einer derartigen Kritik der naturgemäße Aufbau einer wahren hierarchischen Ordnung vollziehen. Kommt der Getadelte den berechtigten Ansprüchen der Kritik, die er geradezu aufzusuchen verpflichtet ist, nicht nach, so muß er eben von seiner bisherigen Stellung in der Hierarchie weichen, damit die Wahrheit siegt. Und keine übergeordnete Stelle sollte einem solchen durch ein so Tun, als ob alles in Ordnung sei, schützen. Das ergibt sich aus dem Wesen der heutigen Zeit. Wenn man aber bei jedem, der an einer bestimmten Stelle der hierarchischen Ordnung stehend, Fehler macht, diese Fehler nicht kritisiert, sondern ruhig bestehen, ja weiter geschehen läßt, so schafft man nur eine Hierarchie als ob. Eine solche Hierarchie beruht nicht auf wahren menschlichen Eigenschaften und Verbindungen, sondern auf Fiktionen, Fiktionen, um die aufrecht zu erhalten, es dann immer neuen Unrechts bedarf. Und wiederum ist Unmenschlichkeit und Antichristlichkeit der gesamten Beziehungen die Folge. Sie tragen die Schuld daran. Es findet durch eine Organisation der Gesellschaft, wie sie sich unter Ihnen nach und nach herausgebildet hat, eine Usurpierung der Kräfte der Mitglieder zu Gunsten Ihrer und vielleicht noch gewisser anderer in dieser Scheinhierarchie hochgestellten Personen statt, während die Angelegenheiten der Gesellschaft schlecht verwaltet werden.
Was vielmehr ausgeschaltet werden muß und wogegen einmal ein Vortrag gehalten werden könnte, ist die persönliche Empfindlichkeit der von der Kritik Betroffenen. Die Kritik kann in der Regel, besonders wenn sie rechtzeitig einsetzen kann, durchaus so anregend und erfreulich gestaltet werden und frei sein von persönlicher Erbitterung, daß jeder Stachel verschwindet und der Kritisierte froh sein kann, auf diese Weise Hilfe zu erlangen und die Sache gefördert zu sehen. Die allerdings heute vielfach herrschende Nervosität oder Animosität der Kritisierenden entspringt zum Teil bereits dem berechtigten Gefühl, daß man auch mit der sachgemäßesten Kritik nicht gehört, sondern eher scheel angesehen und völlig bei Seite gesetzt wird. Ein wirklich überlegener Mensch hat ja gar keine Ursache, Kritik zu fürchten. Wahre äberlegenheit beweist sich gerade gegenüber auch der schärfsten Kritik. Der Fall, daß der aus dem Gefühl der Verantwortlichkeit heraus wirken wollende Kritiker die Sachlage in Wahrheit nicht überschauen kann, wird sich, wo er wirklich einmal vorliegt, demselben in der Regel sofort oder später leicht und ohne überflüssigen Zeitverlust begreiflich machen lassen. Ich sehe hierbei ab von dem Fall, in welchem eine Kritik sich bereits zu einer solchen in sich begründeten Absage an ein ganzes abgeschlossen vor mir stehendes System ausgestaltet hat, wie sie mein Brief darstellt. Hier würde keine Vertagung etwas ändern. Wenn mir aber in einem bestimmten Falle seitens eines von mir selbst als überlegen anerkannten Menschen, nicht nur seitens einer in der Scheinhierarchie aus undurchschaubaren Gründen über mich gesetzten Persönlichkeit, bedeutet wird, daß ich den betreffenden Fall noch nicht überschauen kann, so werde ich meine Kritik gerne zurückstellen, bis der betreffende Fall hinreichend abgeschlossen ist. In unserer geistigen Bewegung herrscht jedoch unter Ihren Auspizien ein Geist, welcher ein derartiges Zurückstellen der Kritik auf unbestimmte Zeiten - in der Regel bis zu dem Vergessen des betreffenden Faktums nicht nur für gewisse einzelne, sondern prinzipiell für alle Fälle gefordert wird. Dadurch wird aber einerseits tatsächlich viel Verkehrtes zum Schaden aller gemacht, andererseits die Urteilskraft, auf die ja alles ankommt, geschädigt. Ich muß wiederum auf den Widerspruch verweisen, der darin liegt, daß die Geisteswissenschaft sich einerseits wendet an die gesunde Urteilskraft der Menschen, andererseits aber eben diese Urteilskraft prinzipiell für die allermeisten Geschehnisse in unserer Bewegung verwiesen wird an nicht verständliche, nicht überschaubare Gründe für Maßnahmen. Man muß aber zugeben, daß der Mensch heute zwei Jahrtausende nach Christus im Besitze bestimmter Maßstäbe bereits ist, die jeder anwenden und jeder auf sich anwenden lassen muß, wenn sie nicht verloren gehen sollen, und daß es wirklich hinreichend abgeschlossene Tatbestände gibt, die unserem Urteil wirklich unterstehen. Gerade der Umstand, daß ein Mensch sich gezwungen sieht, über einen Fall nachzudenken, pflegt anzuzeigen, daß er auch die Fähigkeit in sich hat, wenn auch vielleicht nicht ohne Unterstützung, über die Sache ins Klare zu kommen.
Was vielmehr ausgeschaltet werden muß und wogegen einmal ein Vortrag gehalten werden könnte, ist die persönliche Empfindlichkeit der von der Kritik Betroffenen. Die Kritik kann in der Regel, besonders wenn sie rechtzeitig einsetzen kann, durchaus so anregend und erfreulich gestaltet werden und frei sein von persönlicher Erbitterung, daß jeder Stachel verschwindet und der Kritisierte froh sein kann, auf diese Weise Hilfe zu erlangen und die Sache gefördert zu sehen. Die allerdings heute vielfach herrschende Nervosität oder Animosität der Kritisierenden entspringt zum Teil bereits dem berechtigten Gefühl, daß man auch mit der sachgemäßesten Kritik nicht gehört, sondern eher scheel angesehen und völlig bei Seite gesetzt wird. Ein wirklich überlegener Mensch hat ja gar keine Ursache, Kritik zu fürchten. Wahre äberlegenheit beweist sich gerade gegenüber auch der schärfsten Kritik. Der Fall, daß der aus dem Gefühl der Verantwortlichkeit heraus wirken wollende Kritiker die Sachlage in Wahrheit nicht überschauen kann, wird sich, wo er wirklich einmal vorliegt, demselben in der Regel sofort oder später leicht und ohne überflüssigen Zeitverlust begreiflich machen lassen. Ich sehe hierbei ab von dem Fall, in welchem eine Kritik sich bereits zu einer solchen in sich begründeten Absage an ein ganzes abgeschlossen vor mir stehendes System ausgestaltet hat, wie sie mein Brief darstellt. Hier würde keine Vertagung etwas ändern. Wenn mir aber in einem bestimmten Falle seitens eines von mir selbst als überlegen anerkannten Menschen, nicht nur seitens einer in der Scheinhierarchie aus undurchschaubaren Gründen über mich gesetzten Persönlichkeit, bedeutet wird, daß ich den betreffenden Fall noch nicht überschauen kann, so werde ich meine Kritik gerne zurückstellen, bis der betreffende Fall hinreichend abgeschlossen ist. In unserer geistigen Bewegung herrscht jedoch unter Ihren Auspizien ein Geist, welcher ein derartiges Zurückstellen der Kritik auf unbestimmte Zeiten - in der Regel bis zu dem Vergessen des betreffenden Faktums nicht nur für gewisse einzelne, sondern prinzipiell für alle Fälle gefordert wird. Dadurch wird aber einerseits tatsächlich viel Verkehrtes zum Schaden aller gemacht, andererseits die Urteilskraft, auf die ja alles ankommt, geschädigt. Ich muß wiederum auf den Widerspruch verweisen, der darin liegt, daß die Geisteswissenschaft sich einerseits wendet an die gesunde Urteilskraft der Menschen, andererseits aber eben diese Urteilskraft prinzipiell für die allermeisten Geschehnisse in unserer Bewegung verwiesen wird an nicht verständliche, nicht überschaubare Gründe für Maßnahmen. Man muß aber zugeben, daß der Mensch heute zwei Jahrtausende nach Christus im Besitze bestimmter Maßstäbe bereits ist, die jeder anwenden und jeder auf sich anwenden lassen muß, wenn sie nicht verloren gehen sollen, und daß es wirklich hinreichend abgeschlossene Tatbestände gibt, die unserem Urteil wirklich unterstehen. Gerade der Umstand, daß ein Mensch sich gezwungen sieht, über einen Fall nachzudenken, pflegt anzuzeigen, daß er auch die Fähigkeit in sich hat, wenn auch vielleicht nicht ohne Unterstützung, über die Sache ins Klare zu kommen.
Wie die Sache jetzt steht, ist ein großer Teil der Geisteskraft der Mitglieder fortwährend aufs intensivste mit der fruchtlosen Arbeit beschäftigt, die verborgenen weisheitsvollen Gründe für das Böse in Ihrer Handlungsweise und derjenigen Ihrer höchsten Mitarbeiter zu suchen, einer Kräfteentfaltung, der Sie ruhig zusehen können. Oder aber diese Menschen müssen sich entschließen, um das Vertrauen in Sie nicht zu verlieren, eben diese Kräfte des Wahrheitsuchens in sich abzudämpfen und so einer teilweisen Verblödung anheim zu fallen. Wo aber bleiben alle diese Kräfte? Es ist grausig, diesem Gedanken weiter nachzugehen. Jedenfalls stellen Sie ein groRes Kraftzentrum dar, für welches alle die einzelnen nur Organe sind, die Sie nach Belieben für undurchschaubare Zwecke verwenden. Also nicht etwa handelt es sich in unserer geistigen Bewegung um ein zwischen vollen Menschen sich abspielendes wirkliches Leben, in welchem jeder auch sein Bestes geben darf. Sie sind nicht etwa der Freund aller Mitglieder, sondern durch Ihr ganzes Verhalten weisen Sie jede lebendige Freundschaftsbeziehung zurück. Sie sind in Wahrheit für viele der stärkste Feind, dem sie je begegnet sind.
Wie die Sache jetzt steht, ist ein großer Teil der Geisteskraft der Mitglieder fortwährend aufs intensivste mit der fruchtlosen Arbeit beschäftigt, die verborgenen weisheitsvollen Gründe für das Böse in Ihrer Handlungsweise und derjenigen Ihrer höchsten Mitarbeiter zu suchen, einer Kräfteentfaltung, der Sie ruhig zusehen können. Oder aber diese Menschen müssen sich entschließen, um das Vertrauen in Sie nicht zu verlieren, eben diese Kräfte des Wahrheitsuchens in sich abzudämpfen und so einer teilweisen Verblödung anheim zu fallen. Wo aber bleiben alle diese Kräfte? Es ist grausig, diesem Gedanken weiter nachzugehen. Jedenfalls stellen Sie ein groRes Kraftzentrum dar, für welches alle die einzelnen nur Organe sind, die Sie nach Belieben für undurchschaubare Zwecke verwenden. Also nicht etwa handelt es sich in unserer geistigen Bewegung um ein zwischen vollen Menschen sich abspielendes wirkliches Leben, in welchem jeder auch sein Bestes geben darf. Sie sind nicht etwa der Freund aller Mitglieder, sondern durch Ihr ganzes Verhalten weisen Sie jede lebendige Freundschaftsbeziehung zurück. Sie sind in Wahrheit für viele der stärkste Feind, dem sie je begegnet sind.
All die geschilderten Dinge sind nicht nur objektiv böse, sondern stehen sogar in ausdrücklichem Widerspruch zu der von Ihnen verkündigten Lehre. Durch Sie bin ich über die Gründe belehrt worden, die mich zur Ablehnung dieser Handlungsweise führen. Es macht geradezu den Eindruck, daß Sie je länger je mehr Ihre Verbindung mit dem Christus-Impuls nur in den Vorträgen ausleben und abgesehen von den Vorträgen entgegengesetzten Impulsen huldigen. Ja an einigen Stellen scheint mir schon Ihre Lehrtätigkeit zwar nicht dem Gehalte nach, aber dem formalen Aufbau nach, ein wenig von der sonst von Ihnen gepflogenen Praxis angekränkelt. So finden sich bereits Sätze, durch deren Aufbau etwas versprochen wird, ohne daß es dann gehalten wird, und die nur den Zweck haben können, den Leser eine Fruchtlose Gedankenarbeit vollziehen zu lassen. (Gedanken während der Zeit des Krieges, Seite 9, Zeile 12 von unten £.f.) Oder Sie suchen die Einsicht darin, daß auch Sie wie jeder lebendige Mensch im Laufe der Zeit seine Ansicht wirklich geändert haben, wie eine lästige Kritik abzuwehren (Rätsel der Philosophie, Vorwort, letzter Absatz). Diese Stellen zeigen übrigens auch beide eine deutliche Stilwandlung zum Unüberschaubaren hin.
All die geschilderten Dinge sind nicht nur objektiv böse, sondern stehen sogar in ausdrücklichem Widerspruch zu der von Ihnen verkündigten Lehre. Durch Sie bin ich über die Gründe belehrt worden, die mich zur Ablehnung dieser Handlungsweise führen. Es macht geradezu den Eindruck, daß Sie je länger je mehr Ihre Verbindung mit dem Christus-Impuls nur in den Vorträgen ausleben und abgesehen von den Vorträgen entgegengesetzten Impulsen huldigen. Ja an einigen Stellen scheint mir schon Ihre Lehrtätigkeit zwar nicht dem Gehalte nach, aber dem formalen Aufbau nach, ein wenig von der sonst von Ihnen gepflogenen Praxis angekränkelt. So finden sich bereits Sätze, durch deren Aufbau etwas versprochen wird, ohne daß es dann gehalten wird, und die nur den Zweck haben können, den Leser eine Fruchtlose Gedankenarbeit vollziehen zu lassen. (Gedanken während der Zeit des Krieges, Seite 9, Zeile 12 von unten £.f.) Oder Sie suchen die Einsicht darin, daß auch Sie wie jeder lebendige Mensch im Laufe der Zeit seine Ansicht wirklich geändert haben, wie eine lästige Kritik abzuwehren (Rätsel der Philosophie, Vorwort, letzter Absatz). Diese Stellen zeigen übrigens auch beide eine deutliche Stilwandlung zum Unüberschaubaren hin.
Aber nicht nur der Lehre überhaupt widerspricht eine derartige Stellung von Mensch zu Mensch, wie Sie sie herstellen; sondern insbesondere widerspricht Ihr Verhalten auch geradezu dem, was Sie von dem Geisteslehrer in unserer heutigen Zeit verlangen. Derselbe soll sich nur an den bewußten Menschen wenden. Er hat seinem Schüler gegenüber die Pflicht übernommen, keine für den Schüler unkontrollierbaren magischen Wirkungen auf sein Unterbewußtes ohne dessen Willen auszuüben. Sie aber tun dergleichen durch die geschilderte Handlungsweise und andere okkulte Mittel unausgesetzt. Jeder Händedruck, jedes freundliche Gespräch wird Ihnen zu einem Mittel, um diese falschen Beziehungen zu pflegen. Die Seligkeit, welche die Mitglieder nach einer Begegnung mit Ihnen erfüllt, ist nicht diejenige der Gemeinschaft der Heiligen, sondern eine bloß luziferisch-ahrimanische. Hieran sind Sie selber, nicht die Mitglieder schuld. Auch Mitglieder, welche die Falschheit des von Ihnen erstrebten Verhältnisses schon durchschaut haben, versuchen Sie gegen deren Willen mit Händedrücken, mit freundlichen Gesprächen wieder in dasselbe hineinzuziehen. Ich habe mit aller Bestimmtheit erkannt, daß auf diese Weise von Ihnen nicht zu Recht bestehende Wirkungen auf Ihre Schüler ausgeübt werden.
Aber nicht nur der Lehre überhaupt widerspricht eine derartige Stellung von Mensch zu Mensch, wie Sie sie herstellen; sondern insbesondere widerspricht Ihr Verhalten auch geradezu dem, was Sie von dem Geisteslehrer in unserer heutigen Zeit verlangen. Derselbe soll sich nur an den bewußten Menschen wenden. Er hat seinem Schüler gegenüber die Pflicht übernommen, keine für den Schüler unkontrollierbaren magischen Wirkungen auf sein Unterbewußtes ohne dessen Willen auszuüben. Sie aber tun dergleichen durch die geschilderte Handlungsweise und andere okkulte Mittel unausgesetzt. Jeder Händedruck, jedes freundliche Gespräch wird Ihnen zu einem Mittel, um diese falschen Beziehungen zu pflegen. Die Seligkeit, welche die Mitglieder nach einer Begegnung mit Ihnen erfüllt, ist nicht diejenige der Gemeinschaft der Heiligen, sondern eine bloß luziferisch-ahrimanische. Hieran sind Sie selber, nicht die Mitglieder schuld. Auch Mitglieder, welche die Falschheit des von Ihnen erstrebten Verhältnisses schon durchschaut haben, versuchen Sie gegen deren Willen mit Händedrücken, mit freundlichen Gesprächen wieder in dasselbe hineinzuziehen. Ich habe mit aller Bestimmtheit erkannt, daß auf diese Weise von Ihnen nicht zu Recht bestehende Wirkungen auf Ihre Schüler ausgeübt werden.
Bei dem Ausschluß unkontrollierbarer Beeinflussungen des Unterbewußten, wie ihn die heutige Zeit erfordert, genügt es aber nicht, nur Vorträge zu halten oder sonstiges neues Spirituelles zu inaugurieren, sondern es ist notwendig, daß Sie Ihr eigenes Leben, wie Sie es mit den anderen Mitgliedern unserer Bewegung zusammen leben, unter die christlichen Impulse stellen und so zu solchen Beziehungen zu Ihren Schülern fortschreiten, wie Sie sie an Benedictus im vierten Mysterium so schön zur Darstellung bringen. Zur Zeit ist dies sogar, nachdem uns so viel Lehrgut übermittelt ist, die weitaus dringlichere Pflicht.
Bei dem Ausschluß unkontrollierbarer Beeinflussungen des Unterbewußten, wie ihn die heutige Zeit erfordert, genügt es aber nicht, nur Vorträge zu halten oder sonstiges neues Spirituelles zu inaugurieren, sondern es ist notwendig, daß Sie Ihr eigenes Leben, wie Sie es mit den anderen Mitgliedern unserer Bewegung zusammen leben, unter die christlichen Impulse stellen und so zu solchen Beziehungen zu Ihren Schülern fortschreiten, wie Sie sie an Benedictus im vierten Mysterium so schön zur Darstellung bringen. Zur Zeit ist dies sogar, nachdem uns so viel Lehrgut übermittelt ist, die weitaus dringlichere Pflicht.
Wenn ich mich frage, wie es möglich sein kann, daß gerade Sie, der Sie die Lehre zu verkündigen hatten, in dieser Weise gegen dieselbe handeln, so ergibt sich mir hauptsächlich zweierlei als Antwort. Einerseits kann ich die Gründe ahnen, warum die große weiße Loge wohl einen noch nicht durchchristeten Menschen zu dieser Aufgabe wählen mußte, und ich kann Sie als Bringer der Lehre nach wie vor für deren Abgesandten halten. Andererseits scheint es mir, daß das tiefste Motiv, welches in Ihnen wirksam ist, keineswegs aktive Bosheit, wie es nach einigen Feststellungen, die ich habe machen müssen, fälschlicherweise ausgelegt werden könnte, sondern ein allzu einseitiges Interesse für die zeitgemäße Erneuerung der Lehre und vor allem Angst vor dem wahren Leben ist. In Ihrer Vermeidung und Verhinderung des wahren Lebens aber und in Ihrer Schaffung von Surrogaten für dasselbe entfalten Sie doch bereits eine Kraft des Bösen, in welcher ich die allergrößte Gefahr für unsere geistige Bewegung und auch für Sie selber sehen muß.
Wenn ich mich frage, wie es möglich sein kann, daß gerade Sie, der Sie die Lehre zu verkündigen hatten, in dieser Weise gegen dieselbe handeln, so ergibt sich mir hauptsächlich zweierlei als Antwort. Einerseits kann ich die Gründe ahnen, warum die große weiße Loge wohl einen noch nicht durchchristeten Menschen zu dieser Aufgabe wählen mußte, und ich kann Sie als Bringer der Lehre nach wie vor für deren Abgesandten halten. Andererseits scheint es mir, daß das tiefste Motiv, welches in Ihnen wirksam ist, keineswegs aktive Bosheit, wie es nach einigen Feststellungen, die ich habe machen müssen, fälschlicherweise ausgelegt werden könnte, sondern ein allzu einseitiges Interesse für die zeitgemäße Erneuerung der Lehre und vor allem Angst vor dem wahren Leben ist. In Ihrer Vermeidung und Verhinderung des wahren Lebens aber und in Ihrer Schaffung von Surrogaten für dasselbe entfalten Sie doch bereits eine Kraft des Bösen, in welcher ich die allergrößte Gefahr für unsere geistige Bewegung und auch für Sie selber sehen muß.
Der durchchristete Okkultist kann sich niemals damit begnügen, die Lehre zu geben, sondern er muß zugleich in eine Lebensgemeinschaft mit seinen Schülern treten. In dem wahren Verhältnis zwischen Mensch und Mensch im christlichen Sinne ist es unbedingt erforderlich, daß ein jeder sich von dem anderen, soweit es dessen Kräfte nur irgend zulassen, überschauen läßt. Jeder soll sich mit allem, was er hat, dem Nebenmenschen hingeben, soweit dieser ihn empfangen kann. Auf dieser Grundlage hat auch eine moderne Hierarchie zu beruhen. Der hierarchisch Höherstehende hat sich mit allem, was er nur irgendwie dem Tieferstehenden hingeben kann, diesem zuzuneigen. Sie aber befolgen in antichristlicher Weise die umgekehrte Praxis und richten zum Beispiel nach Möglichkeit alles so ein, daß Absichten im Dunkeln bleiben, Geschehnisse wie nichtgeschehen behandelt werden. Es genügt nicht, zuzugeben, daß man auch einmal eine schwache Stunde haben könne. Es ist notwendig, nicht nur zuzugeben, sondern als Mensch fortdauernd zu bestätigen, daß man gegenüber jedem anderen, der ja im christlichen Sinne genau so notwendig ist wie man selbst, in irgendeiner Weise unvollkommen ist und zu lernen hat. Es ist nötig, dieses Mitleben mit dem Nächsten aufzusuchen, mag auch dem Okkultisten älterer Observanz davor grauen. Es genügt nicht, sich nur gegen blinde Bewunderung verwahrt zu haben. Es ist nötig, sachgemäße Kritik aufzusuchen.
Der durchchristete Okkultist kann sich niemals damit begnügen, die Lehre zu geben, sondern er muß zugleich in eine Lebensgemeinschaft mit seinen Schülern treten. In dem wahren Verhältnis zwischen Mensch und Mensch im christlichen Sinne ist es unbedingt erforderlich, daß ein jeder sich von dem anderen, soweit es dessen Kräfte nur irgend zulassen, überschauen läßt. Jeder soll sich mit allem, was er hat, dem Nebenmenschen hingeben, soweit dieser ihn empfangen kann. Auf dieser Grundlage hat auch eine moderne Hierarchie zu beruhen. Der hierarchisch Höherstehende hat sich mit allem, was er nur irgendwie dem Tieferstehenden hingeben kann, diesem zuzuneigen. Sie aber befolgen in antichristlicher Weise die umgekehrte Praxis und richten zum Beispiel nach Möglichkeit alles so ein, daß Absichten im Dunkeln bleiben, Geschehnisse wie nichtgeschehen behandelt werden. Es genügt nicht, zuzugeben, daß man auch einmal eine schwache Stunde haben könne. Es ist notwendig, nicht nur zuzugeben, sondern als Mensch fortdauernd zu bestätigen, daß man gegenüber jedem anderen, der ja im christlichen Sinne genau so notwendig ist wie man selbst, in irgendeiner Weise unvollkommen ist und zu lernen hat. Es ist nötig, dieses Mitleben mit dem Nächsten aufzusuchen, mag auch dem Okkultisten älterer Observanz davor grauen. Es genügt nicht, sich nur gegen blinde Bewunderung verwahrt zu haben. Es ist nötig, sachgemäße Kritik aufzusuchen.
Also muß der Geisteslehrer in dieser Lebensgemeinschaft auf alle die Hilfen verzichten, die in vorchristlicher Zeit der Aufnahme der Lehre seitens der Schüler dienten, vor allem auf die unnahbare Autorität des von göttlicher Weisheit erfüllten Lehrers gegenüber den Schülern, in denen das Ich noch nicht geboren war, auf das Ausgesondertsein von Lehrer und Schüler aus allen menschlichen Lebensbeziehungen. Für den vorchristlichen Initiator bestand das Problem noch nicht, auf das ich hier hinweise. Das Ich war noch nicht geboren, und das göttliche Wesen, das durch den Lehrer wirkte, hatte die Befugnis, in das Schicksal der Schüler so einzugreifen, wie es sonst nur das Karma tut. Aber zu einem heutigen Eingeweihten haben wir Christen uns in erster Linie als zu einem Menschen zu stellen, und unser Vertrauen zu ihm geht gerade darauf, daß keine übermenschlichen Eingriffe in unser Schicksal durch ihn gemacht werden.
Also muß der Geisteslehrer in dieser Lebensgemeinschaft auf alle die Hilfen verzichten, die in vorchristlicher Zeit der Aufnahme der Lehre seitens der Schüler dienten, vor allem auf die unnahbare Autorität des von göttlicher Weisheit erfüllten Lehrers gegenüber den Schülern, in denen das Ich noch nicht geboren war, auf das Ausgesondertsein von Lehrer und Schüler aus allen menschlichen Lebensbeziehungen. Für den vorchristlichen Initiator bestand das Problem noch nicht, auf das ich hier hinweise. Das Ich war noch nicht geboren, und das göttliche Wesen, das durch den Lehrer wirkte, hatte die Befugnis, in das Schicksal der Schüler so einzugreifen, wie es sonst nur das Karma tut. Aber zu einem heutigen Eingeweihten haben wir Christen uns in erster Linie als zu einem Menschen zu stellen, und unser Vertrauen zu ihm geht gerade darauf, daß keine übermenschlichen Eingriffe in unser Schicksal durch ihn gemacht werden.
Es liegt nun wohl für denjenigen, der seine ganze Kraft auf die Erneuerung der Lehre für unsere Zeit richtet, die Versuchung nahe, die schweren Aufgaben einer christlichen Lebensgemeinschaft zunächst zurückzuweisen, und sich vielmehr auf jede mögliche Weise künstlich diejenigen Erleichterungen des Lehrens zu schaffen, die in alter Zeit natürlich waren. Aber diese Dinge sind in unserer Zeit böse. Und es wäre noch eher angängig, daß der Verkündiger der Lehre, abgesehen von dieser Verkündigung, unsichtbar bliebe, als daß ein Lehrer in unserer Zeit in einen solchen Zusammenhang mit seinen Schülern tritt, wie Sie es tun. Viel wichtiger als die Verkündigung der Lehre ist ja die Erhaltung und Stärkung des Ichs der Schüler. An das Ich wendet sich jetzt ja die Lehre. Jede Schmälerung der Rechte des Ich muß ja auch eine unrichtige Anwurzelung der Lehre im Innern des Menschen zur Folge haben. Jede Trübung der Urteilskraft gefährdet ja den zum Geiste Strebenden aufs Höchste.
Es liegt nun wohl für denjenigen, der seine ganze Kraft auf die Erneuerung der Lehre für unsere Zeit richtet, die Versuchung nahe, die schweren Aufgaben einer christlichen Lebensgemeinschaft zunächst zurückzuweisen, und sich vielmehr auf jede mögliche Weise künstlich diejenigen Erleichterungen des Lehrens zu schaffen, die in alter Zeit natürlich waren. Aber diese Dinge sind in unserer Zeit böse. Und es wäre noch eher angängig, daß der Verkündiger der Lehre, abgesehen von dieser Verkündigung, unsichtbar bliebe, als daß ein Lehrer in unserer Zeit in einen solchen Zusammenhang mit seinen Schülern tritt, wie Sie es tun. Viel wichtiger als die Verkündigung der Lehre ist ja die Erhaltung und Stärkung des Ichs der Schüler. An das Ich wendet sich jetzt ja die Lehre. Jede Schmälerung der Rechte des Ich muß ja auch eine unrichtige Anwurzelung der Lehre im Innern des Menschen zur Folge haben. Jede Trübung der Urteilskraft gefährdet ja den zum Geiste Strebenden aufs Höchste.
Allerdings ist dieses richtige Leben für Sie in einer Beziehung auch unendlich viel schwerer als für andere. Der christliche Okkultist muß eine Aufgabe vorausnehmen, die an die anderen Menschen erst in der Zukunft herantreten wird: zu leben und zu schauen. Die Gefahr einer fälschlichen Vermischung der verschiedenen Pläne und ihrer Gesetze schwebt dauernd über ihm. Aber dieser Gefahr kann er nicht durch Abweisung dieser Aufgabe entrinnen. Da wird er, ohne sich am Christusimpuls orientieren zu können, gleichwohl in unerlaubter Weise die Pläne vermischen. Und bei einer jeden solchen Begegnung mit einem Schüler, in welcher das geschieht, wird der Schüler die grausigsten Folgen erkennen können. Und wie bald müssen dieselben auf den Lehrer zurückfallen!
Allerdings ist dieses richtige Leben für Sie in einer Beziehung auch unendlich viel schwerer als für andere. Der christliche Okkultist muß eine Aufgabe vorausnehmen, die an die anderen Menschen erst in der Zukunft herantreten wird: zu leben und zu schauen. Die Gefahr einer fälschlichen Vermischung der verschiedenen Pläne und ihrer Gesetze schwebt dauernd über ihm. Aber dieser Gefahr kann er nicht durch Abweisung dieser Aufgabe entrinnen. Da wird er, ohne sich am Christusimpuls orientieren zu können, gleichwohl in unerlaubter Weise die Pläne vermischen. Und bei einer jeden solchen Begegnung mit einem Schüler, in welcher das geschieht, wird der Schüler die grausigsten Folgen erkennen können. Und wie bald müssen dieselben auf den Lehrer zurückfallen!
Diese neue Aufgabe ist vielleicht bisher allein in irgendeinem Umfang innerhalb der Gemeinschaft des Grales gelöst worden, und Sie geben ja zu, daß das von Ihnen über den Gral Gesagte für Sie selbst etwas Unbefriedigendes hat und haben uns Ihre Schwierigkeiten, Forschungen über die Geheimnisse des Grals anzustellen, deutlich geschildert. Sie selbst aber nennen die neuen Eingeweihten Eingeweihte des Grales. Vielleicht, daß der Gral uns Rettung in dieser schweren Stunde sendet.
Diese neue Aufgabe ist vielleicht bisher allein in irgendeinem Umfang innerhalb der Gemeinschaft des Grales gelöst worden, und Sie geben ja zu, daß das von Ihnen über den Gral Gesagte für Sie selbst etwas Unbefriedigendes hat und haben uns Ihre Schwierigkeiten, Forschungen über die Geheimnisse des Grals anzustellen, deutlich geschildert. Sie selbst aber nennen die neuen Eingeweihten Eingeweihte des Grales. Vielleicht, daß der Gral uns Rettung in dieser schweren Stunde sendet.
Durch die geschilderten Geschehnisse sind meine Frau und ich Ihnen gegenüber in eine Lage gekommen, in welcher es unmöglich ist, daß wir uns noch einmal in der Weise begegnen, wie es das letzte Mal, für meine Frau am Sonntag, den 25. Juli, in der Schreinerei, für mich am Donnerstag, den 5. August, auf der Treppe zum Eurythmiesaal vorgekommen ist. Wir besaßen alle diese Erkenntnisse auch damals schon, und Sie haben das sehr wohl gewußt. Gleichwohl gaben Sie uns die Hand und zogen uns in ein Gespräch, als sei nichts geschehen. Dem gesunden Takt eines Nichthellsehenden wäre dergleichen unmöglich gewesen. In Ihrem Falle erkenne ich in einer derartigen Handlungsweise den Versuch eines unzulässigen Eingriffs in meine Wesenheit. Die nähere Begründung dieser Behauptung lasse ich hier aus, da sie zu weit führen würde.
Durch die geschilderten Geschehnisse sind meine Frau und ich Ihnen gegenüber in eine Lage gekommen, in welcher es unmöglich ist, daß wir uns noch einmal in der Weise begegnen, wie es das letzte Mal, für meine Frau am Sonntag, den 25. Juli, in der Schreinerei, für mich am Donnerstag, den 5. August, auf der Treppe zum Eurythmiesaal vorgekommen ist. Wir besaßen alle diese Erkenntnisse auch damals schon, und Sie haben das sehr wohl gewußt. Gleichwohl gaben Sie uns die Hand und zogen uns in ein Gespräch, als sei nichts geschehen. Dem gesunden Takt eines Nichthellsehenden wäre dergleichen unmöglich gewesen. In Ihrem Falle erkenne ich in einer derartigen Handlungsweise den Versuch eines unzulässigen Eingriffs in meine Wesenheit. Die nähere Begründung dieser Behauptung lasse ich hier aus, da sie zu weit führen würde.
Ich kann Sie, wie ich es auch an jenem Abend versuchte, aus der Ferne in aller Ehrfurcht als den Träger der Lehre begrüssen. Aber ich kann mich nicht dazu hergeben, Händedrücke und freundliche Gespräche mit Ihnen auszutauschen, als sei nichts geschehen; umsomehr kann ich es nicht, als gerade diese Händedrücke und Gespräche, wie ich deutlich erkannt habe, eines Ihrer Hauptmittel sind, vermöge deren Sie unerlaubte Einwirkungen auf Ihre Schüler ausüben, und ich mich der auch von einem ausgezeichneten Mitgliede ausgesprochenen Ansicht nicht anschließen kann, diese Dinge seien dazu da, um die eigene Stärke gegenüber fremden Einflüssen zu erproben.
Ich kann Sie, wie ich es auch an jenem Abend versuchte, aus der Ferne in aller Ehrfurcht als den Träger der Lehre begrüssen. Aber ich kann mich nicht dazu hergeben, Händedrücke und freundliche Gespräche mit Ihnen auszutauschen, als sei nichts geschehen; umsomehr kann ich es nicht, als gerade diese Händedrücke und Gespräche, wie ich deutlich erkannt habe, eines Ihrer Hauptmittel sind, vermöge deren Sie unerlaubte Einwirkungen auf Ihre Schüler ausüben, und ich mich der auch von einem ausgezeichneten Mitgliede ausgesprochenen Ansicht nicht anschließen kann, diese Dinge seien dazu da, um die eigene Stärke gegenüber fremden Einflüssen zu erproben.
Ihnen diese Notwendigkeit, künftig eine persönliche Berührung zu vermeiden, mitzuteilen, ist der uns persönlich betreffende Zweck meines Schreibens.
Ihnen diese Notwendigkeit, künftig eine persönliche Berührung zu vermeiden, mitzuteilen, ist der uns persönlich betreffende Zweck meines Schreibens.
Der persönliche Zweck meines Schreibens, soweit er Sie betrifft, ist der, daß ich in dieser schwerwiegenden Angelegenheit, so wenig ich auch tun kann, d.h. was ich als Ihr Nebenmensch leisten kann, doch wenigstens erreicht sehen möchte, indem ich diesen Brief an Sie sende, nämlich: Sie vor die Tatsache zu stellen, daß Sie einmal von einem Menschen auf dem physischen Plan mit physischen Mitteln auf das Böse in Ihrer Handlungsweise aufmerksam gemacht worden sind. Sie wären ja zur Schattenhaftigkeit verurteilt, wenn sich nicht ein Mensch in dieser Weise an Sie wenden wollte. Ich hoffe, daß die Tatsache, daß wenigstens einige Menschen heutzutage imstande sind, Ihre Fehler als solche zu erkennen, im Gedächtnis festzuhalten und dagegen Stellung zu nehmen, Ihnen bei der nun notwendig werdenden Neugestaltung des Lebens in unserer geistigen Bewegung behilflich sein kann. Ich werde auch einige andere Mitglieder, bei welchen ich ein Verständnis für die behandelten Dinge vermuten kann, von dem Inhalt meines Schreibens an Sie in Kenntnis setzen.
Der persönliche Zweck meines Schreibens, soweit er Sie betrifft, ist der, daß ich in dieser schwerwiegenden Angelegenheit, so wenig ich auch tun kann, d.h. was ich als Ihr Nebenmensch leisten kann, doch wenigstens erreicht sehen möchte, indem ich diesen Brief an Sie sende, nämlich: Sie vor die Tatsache zu stellen, daß Sie einmal von einem Menschen auf dem physischen Plan mit physischen Mitteln auf das Böse in Ihrer Handlungsweise aufmerksam gemacht worden sind. Sie wären ja zur Schattenhaftigkeit verurteilt, wenn sich nicht ein Mensch in dieser Weise an Sie wenden wollte. Ich hoffe, daß die Tatsache, daß wenigstens einige Menschen heutzutage imstande sind, Ihre Fehler als solche zu erkennen, im Gedächtnis festzuhalten und dagegen Stellung zu nehmen, Ihnen bei der nun notwendig werdenden Neugestaltung des Lebens in unserer geistigen Bewegung behilflich sein kann. Ich werde auch einige andere Mitglieder, bei welchen ich ein Verständnis für die behandelten Dinge vermuten kann, von dem Inhalt meines Schreibens an Sie in Kenntnis setzen.
Es ist aber notwendig, daß Sie die Beziehung zwischen sich und anderen Mitgliedern der Bewegung sofort von Grund aus in der angegebenen Richtung umzugestalten beginnen. Das ausgesprochen zu haben ist der sachliche Zweck meines Schreibens an Sie im Interesse der Fortführung unserer geistigen Bewegung im Sinne der Evolution. Was würde die Folge sein, wenn Sie sich dieser Aufgabe entziehen wollten? Sie haben bereits zum mindesten in gewissen Fällen verwirkt die eine Tätigkeit, die Ihnen von den weißen Meistern doch wohl zugewiesen sein muß, die der persönlichen Einzelunterweisung. Denn nach dem Gesagten ist ein tiefes Mißtrauen in Ihre Behandlung menschlicher Einzelschicksale nur allzu begründet. Ich kann mir auch nicht denken, wie unter den obwaltenden Umständen eine E.S. [Esoterische Stunde] stattfinden könnte. Wenn Sie sich auf die Verkündigung von immer weiteren Teilen der Lehre beschränken, im übrigen aber alles so weiter gehen lassen würden, so würde entweder, wenn nicht genügend viele Mitglieder sich zu den hier nottuenden Erkenntnissen durchringen können, die Gesellschaft entarten und im allerbesten Falle ein exoterischer Verein werden, wozu ja auch neben den Entwicklungen zum Bösen und zur Verblödung schon gewisse Anzeichen vorhanden sind. Oder wenn die Schüler sich ihrer Verantwortung bewußt würden, würden dieselben nach und nach eine völlige Trennung zwischen Lehre und Lehrer zu vollziehen haben, und Sie hätten unter den hungernden und trauernden Jüngern als ein schuldiger und gequälter Amfortas an heiliger Stelle Ihres Amtes zu walten.
Es ist aber notwendig, daß Sie die Beziehung zwischen sich und anderen Mitgliedern der Bewegung sofort von Grund aus in der angegebenen Richtung umzugestalten beginnen. Das ausgesprochen zu haben ist der sachliche Zweck meines Schreibens an Sie im Interesse der Fortführung unserer geistigen Bewegung im Sinne der Evolution. Was würde die Folge sein, wenn Sie sich dieser Aufgabe entziehen wollten? Sie haben bereits zum mindesten in gewissen Fällen verwirkt die eine Tätigkeit, die Ihnen von den weißen Meistern doch wohl zugewiesen sein muß, die der persönlichen Einzelunterweisung. Denn nach dem Gesagten ist ein tiefes Mißtrauen in Ihre Behandlung menschlicher Einzelschicksale nur allzu begründet. Ich kann mir auch nicht denken, wie unter den obwaltenden Umständen eine E.S. [Esoterische Stunde] stattfinden könnte. Wenn Sie sich auf die Verkündigung von immer weiteren Teilen der Lehre beschränken, im übrigen aber alles so weiter gehen lassen würden, so würde entweder, wenn nicht genügend viele Mitglieder sich zu den hier nottuenden Erkenntnissen durchringen können, die Gesellschaft entarten und im allerbesten Falle ein exoterischer Verein werden, wozu ja auch neben den Entwicklungen zum Bösen und zur Verblödung schon gewisse Anzeichen vorhanden sind. Oder wenn die Schüler sich ihrer Verantwortung bewußt würden, würden dieselben nach und nach eine völlige Trennung zwischen Lehre und Lehrer zu vollziehen haben, und Sie hätten unter den hungernden und trauernden Jüngern als ein schuldiger und gequälter Amfortas an heiliger Stelle Ihres Amtes zu walten.
Ich bin am Schlusse desjenigen, was ich zur Zeit sagen will. Ich habe diese Erkenntnisse, die ich mir unter Anleitung des Siegelbewahrers der Gesellschaft für theosophische Art und Kunst, dessen Protektor Christian Rosenkreutz ist, erworben habe, noch nicht in die Form gießen können, die mir vorgeschwebt hat, weil die Widerstände für einen sich eben erst dem Banne Entstrickenden zur Zeit noch zu groß waren. Aber ich entschließe mich, den Brief abzusenden, da die Stunde es fordert.
Ich bin am Schlusse desjenigen, was ich zur Zeit sagen will. Ich habe diese Erkenntnisse, die ich mir unter Anleitung des Siegelbewahrers der Gesellschaft für theosophische Art und Kunst, dessen Protektor Christian Rosenkreutz ist, erworben habe, noch nicht in die Form gießen können, die mir vorgeschwebt hat, weil die Widerstände für einen sich eben erst dem Banne Entstrickenden zur Zeit noch zu groß waren. Aber ich entschließe mich, den Brief abzusenden, da die Stunde es fordert.
Wenn ich mir nun überlege, mit welchen Gefühlen Sie diesen Brief aufnehmen werden, so bedrückt mich als besonders schwerwiegend die Frage, ob Sie den Weg zu Menschen finden werden, mit denen Sie diese Dinge durchleben und die notwendige Umwandlung beginnen können. Hier ist ein Gebiet, wo in unserer christlichen Zeit der Okkultist als solcher versagen muß und rein Mensch unter Menschen zu sein hat, wie ja auch der Christus Jesus auf Erden Dinge zu erleben hatte, die er als Gottnicht wissen konnte. Möchten Sie sich an diesen Geist um Hilfe wenden!
Wenn ich mir nun überlege, mit welchen Gefühlen Sie diesen Brief aufnehmen werden, so bedrückt mich als besonders schwerwiegend die Frage, ob Sie den Weg zu Menschen finden werden, mit denen Sie diese Dinge durchleben und die notwendige Umwandlung beginnen können. Hier ist ein Gebiet, wo in unserer christlichen Zeit der Okkultist als solcher versagen muß und rein Mensch unter Menschen zu sein hat, wie ja auch der Christus Jesus auf Erden Dinge zu erleben hatte, die er als Gottnicht wissen konnte. Möchten Sie sich an diesen Geist um Hilfe wenden!
Heinrich Goesch
Gertrud Goesch
Heinrich Goesch
Gertrud Goesch
[ 2 ] Nun, meine lieben Freunde, ich habe Ihnen dieses Schriftstück vorgelesen, weil es jeden einzelnen von Ihnen geradesogut angeht wie mich und weil es nach meiner Meinung selbstverständlich ist, daß jedem einzelnen von Ihnen ein Urteil zukommen muß darüber, wie weit diese Dinge den wirklichen Usancen in unserer Gesellschaft entsprechen. Es könnte sonst ja die Meinung entstehen, daß ich mich fürchten würde vor dem hier in dem Briefe erhobenen Vorwurf, zur «Verblödung» der Mitglieder zu wirken, und ich die Mitglieder nicht als so freie Mitglieder ansehen würde, daß ich jedem einzelnen sein unabhängiges Urteil in dieser Sache völlig überlasse.
[ 2 ] Nun, meine lieben Freunde, ich habe Ihnen dieses Schriftstück vorgelesen, weil es jeden einzelnen von Ihnen geradesogut angeht wie mich und weil es nach meiner Meinung selbstverständlich ist, daß jedem einzelnen von Ihnen ein Urteil zukommen muß darüber, wie weit diese Dinge den wirklichen Usancen in unserer Gesellschaft entsprechen. Es könnte sonst ja die Meinung entstehen, daß ich mich fürchten würde vor dem hier in dem Briefe erhobenen Vorwurf, zur «Verblödung» der Mitglieder zu wirken, und ich die Mitglieder nicht als so freie Mitglieder ansehen würde, daß ich jedem einzelnen sein unabhängiges Urteil in dieser Sache völlig überlasse.
[ 3 ] Allein Sie werden einsehen, daß ein solcher Brief nicht in seiner Einzelheit genommen werden kann, sondern ein Symptom ist für dasjenige, was in unserer Gesellschaft waltet, und daher werde ich mich an der Diskussion über diesen Brief und über dasjenige, was zu geschehen hat, überhaupt nicht beteiligen. Es muß selbstverständlich zunächst den Mitgliedern überlassen sein, dasjenige zu tun und zu tun zu finden, was in dieser Angelegenheit notwendig ist. Deshalb möchte ich insbesondere nichts über den Passus sagen, in dem von Versprechungen, die nicht eingehalten werden, geredet wird. Denn wenn das Urteil jedem einzelnen anheimgestellt wird, so wird jeder einzelne auch wissen, wie es mit den Dingen steht; denn es muß jeder einzelne ja wissen, was ihm versprochen und nicht gehalten worden ist. Insofern muß ich erwarten und verlangen, daß die Gesellschaft als solche, die Gesellschaft, die um den Dornacher Bau herum wohnt, in der nächsten Zeit die bestimmteste Stellung zu dieser Angelegenheit nimmt. Ich werde mich an Diskussionen in dieser Sache absolut nicht beteiligen. Ich will nur einzelnes sagen und bitte Sie, das aufzufassen als dasjenige, was ich im Zusammenhang mit dem Vorgelesenen sagen muß, weil ja auch aus anderen Symptomen als nur aus diesem Briefe deutlich hervorgeht, daß gar mancherlei, was ich im Verlaufe der letzten Wochen und Monate hier innerhalb der verschiedenen Vorträge zu unseren Mitgliedern gesprochen habe, nichts genützt hat.
[ 3 ] Allein Sie werden einsehen, daß ein solcher Brief nicht in seiner Einzelheit genommen werden kann, sondern ein Symptom ist für dasjenige, was in unserer Gesellschaft waltet, und daher werde ich mich an der Diskussion über diesen Brief und über dasjenige, was zu geschehen hat, überhaupt nicht beteiligen. Es muß selbstverständlich zunächst den Mitgliedern überlassen sein, dasjenige zu tun und zu tun zu finden, was in dieser Angelegenheit notwendig ist. Deshalb möchte ich insbesondere nichts über den Passus sagen, in dem von Versprechungen, die nicht eingehalten werden, geredet wird. Denn wenn das Urteil jedem einzelnen anheimgestellt wird, so wird jeder einzelne auch wissen, wie es mit den Dingen steht; denn es muß jeder einzelne ja wissen, was ihm versprochen und nicht gehalten worden ist. Insofern muß ich erwarten und verlangen, daß die Gesellschaft als solche, die Gesellschaft, die um den Dornacher Bau herum wohnt, in der nächsten Zeit die bestimmteste Stellung zu dieser Angelegenheit nimmt. Ich werde mich an Diskussionen in dieser Sache absolut nicht beteiligen. Ich will nur einzelnes sagen und bitte Sie, das aufzufassen als dasjenige, was ich im Zusammenhang mit dem Vorgelesenen sagen muß, weil ja auch aus anderen Symptomen als nur aus diesem Briefe deutlich hervorgeht, daß gar mancherlei, was ich im Verlaufe der letzten Wochen und Monate hier innerhalb der verschiedenen Vorträge zu unseren Mitgliedern gesprochen habe, nichts genützt hat.
[ 4 ] Zunächst möchte ich das Folgende betonen, meine lieben Freunde. Mein Recht, in dieser oder jener Weise meinen Verkehr mit den Mitgliedern zu regeln, kann ich mir von niemandem vorschreiben lassen. Es obliegt einzig und allein mir, zu bestimmen, in welcher Weise ich mit den Mitgliedern zu verkehren für nötig finde. Das ist nicht so zu betrachten wie etwas, was eine Richtschnur für Sie sein soll, sondern als etwas, was ich von mir aus ausspreche. Ich werde mir in keiner Art und von niemandem vorschreiben lassen, in welcher Weise ich mit den Mitgliedern zu verkehren habe, insofern sich der Verkehr auf die Unterlassungssünde, die ich gegenüber den Mitgliedern begangen haben soll, bezieht. Das hängt mit einer tiefen Notwendigkeit zusammen. Aus diesem Briefe, insbesondere aber auch aus mancherlei, das sonst in unserer Gesellschaft schon durch Jahre hindurch und in der letzten Zeit immer mehr und mehr zu Tage getreten ist, zeigte sich ja doch, daß sehr viele keine Vorstellung darüber gewinnen wollen, welche Verantwortung derjenige trägt, der okkulte Wahrheiten so ausspricht, daß er wirklich die Verantwortung dafür übernehmen will.
[ 4 ] Zunächst möchte ich das Folgende betonen, meine lieben Freunde. Mein Recht, in dieser oder jener Weise meinen Verkehr mit den Mitgliedern zu regeln, kann ich mir von niemandem vorschreiben lassen. Es obliegt einzig und allein mir, zu bestimmen, in welcher Weise ich mit den Mitgliedern zu verkehren für nötig finde. Das ist nicht so zu betrachten wie etwas, was eine Richtschnur für Sie sein soll, sondern als etwas, was ich von mir aus ausspreche. Ich werde mir in keiner Art und von niemandem vorschreiben lassen, in welcher Weise ich mit den Mitgliedern zu verkehren habe, insofern sich der Verkehr auf die Unterlassungssünde, die ich gegenüber den Mitgliedern begangen haben soll, bezieht. Das hängt mit einer tiefen Notwendigkeit zusammen. Aus diesem Briefe, insbesondere aber auch aus mancherlei, das sonst in unserer Gesellschaft schon durch Jahre hindurch und in der letzten Zeit immer mehr und mehr zu Tage getreten ist, zeigte sich ja doch, daß sehr viele keine Vorstellung darüber gewinnen wollen, welche Verantwortung derjenige trägt, der okkulte Wahrheiten so ausspricht, daß er wirklich die Verantwortung dafür übernehmen will.
[ 5 ] Was nötig ist, um manchmal einen einzigen Satz auszusprechen, davon scheinen sehr viele in unserer Gesellschaft sich denn doch keine Vorstellung machen zu wollen. Daß es neben der geistigen Vorarbeit, die notwendig ist, um einen Vortrag zu halten, nicht möglich ist, mit den verschiedenen Cliquen der Mitglieder etwa jede Nacht bis zwei Uhr zusammenzusitzen und über allerlei unnützes und überflüssiges Zeug zu schwätzen, das wird nicht in der richtigen Weise gewürdigt; manches andere auch noch nicht, was, wie es scheint, verlangt wird und was als Unterlassungssünde figuriert. Ich habe meine Zeit nötig, und ich habe sie noch in ganz anderer Weise nötig, als man verstehen zu wollen scheint. Wenn ich sie nicht so, wie ich es tue, anwenden würde, dann würden Sie von mir ebenso blödsinnige okkulte Anschauungen zu hören bekommen, wie man sie vielfach in der Welt zu hören bekommt. Soviel mit Bezug auf die Unterlassungssünden.
[ 5 ] Was nötig ist, um manchmal einen einzigen Satz auszusprechen, davon scheinen sehr viele in unserer Gesellschaft sich denn doch keine Vorstellung machen zu wollen. Daß es neben der geistigen Vorarbeit, die notwendig ist, um einen Vortrag zu halten, nicht möglich ist, mit den verschiedenen Cliquen der Mitglieder etwa jede Nacht bis zwei Uhr zusammenzusitzen und über allerlei unnützes und überflüssiges Zeug zu schwätzen, das wird nicht in der richtigen Weise gewürdigt; manches andere auch noch nicht, was, wie es scheint, verlangt wird und was als Unterlassungssünde figuriert. Ich habe meine Zeit nötig, und ich habe sie noch in ganz anderer Weise nötig, als man verstehen zu wollen scheint. Wenn ich sie nicht so, wie ich es tue, anwenden würde, dann würden Sie von mir ebenso blödsinnige okkulte Anschauungen zu hören bekommen, wie man sie vielfach in der Welt zu hören bekommt. Soviel mit Bezug auf die Unterlassungssünden.
[ 6 ] Ich weiß nicht, meine lieben Freunde, wie der Vorwurf, daß ich zu wenig christlich mit jedem einzelnen Mitgliede, mit jeder einzelnen Mitgliedergruppe, verkehre, sich zusammenreimt mit dem andern, daß ich mir nicht erlauben darf, ohne eine ungerechtfertigte, schwarzmagische Beeinflussung zu begehen, Sie in ein Gespräch zu ziehen oder einen Händedruck auszutauschen. Meinetwillen könnte ja mit Bezug auf diesen positiven Teil die Gesellschaft ihre Anschauung äußern. Denn es hängt selbstverständlich von dem einzelnen ab, ob er ein freundliches Gespräch mit mir führen oder einen Händedruck mit mir austauschen will. Wenn diese Ansicht beliebter werden sollte, so könnte es geäußert werden, damit solche Händedrucke für die zukünftige Zeit unterlassen werden selbstverständlich. Auf weiteres gehe ich, aus den gesagten Gründen, nicht ein; nur eines muß ich noch erwähnen, weil es charakteristisch ist.
[ 6 ] Ich weiß nicht, meine lieben Freunde, wie der Vorwurf, daß ich zu wenig christlich mit jedem einzelnen Mitgliede, mit jeder einzelnen Mitgliedergruppe, verkehre, sich zusammenreimt mit dem andern, daß ich mir nicht erlauben darf, ohne eine ungerechtfertigte, schwarzmagische Beeinflussung zu begehen, Sie in ein Gespräch zu ziehen oder einen Händedruck auszutauschen. Meinetwillen könnte ja mit Bezug auf diesen positiven Teil die Gesellschaft ihre Anschauung äußern. Denn es hängt selbstverständlich von dem einzelnen ab, ob er ein freundliches Gespräch mit mir führen oder einen Händedruck mit mir austauschen will. Wenn diese Ansicht beliebter werden sollte, so könnte es geäußert werden, damit solche Händedrucke für die zukünftige Zeit unterlassen werden selbstverständlich. Auf weiteres gehe ich, aus den gesagten Gründen, nicht ein; nur eines muß ich noch erwähnen, weil es charakteristisch ist.
[ 7 ] Es wird in einem Passus dieses Briefes das Folgende gesagt: «Durch die geschilderten Geschehnisse sind meine Frau und ich Ihnen gegenüber in eine Lage gekommen, in welcher es unmöglich ist, daß wir uns noch einmal in der Weise begegnen, wie es das letzte Mal, für meine Frau am Sonntag, den 25. Juli in der Schreinerei, für mich am Donnerstag, den 5. August auf der Treppe zum Eurythmiesaal vorgekommen ist. Wir besaßen alle diese Erkenntnisse auch damals schon. Gleichwohl gaben Sie uns die Hand und zogen uns in ein Gespräch, als sei nichts geschehen. Dem gesunden Takt eines Nicht-Hellsehenden wäre dergleichen unmöglich gewesen. In Ihrem Falle erkenne ich in einer derartigen Handlungsweise den Versuch eines unzulässigen Eingriffs in meine Wesenheit.»
[ 7 ] Es wird in einem Passus dieses Briefes das Folgende gesagt: «Durch die geschilderten Geschehnisse sind meine Frau und ich Ihnen gegenüber in eine Lage gekommen, in welcher es unmöglich ist, daß wir uns noch einmal in der Weise begegnen, wie es das letzte Mal, für meine Frau am Sonntag, den 25. Juli in der Schreinerei, für mich am Donnerstag, den 5. August auf der Treppe zum Eurythmiesaal vorgekommen ist. Wir besaßen alle diese Erkenntnisse auch damals schon. Gleichwohl gaben Sie uns die Hand und zogen uns in ein Gespräch, als sei nichts geschehen. Dem gesunden Takt eines Nicht-Hellsehenden wäre dergleichen unmöglich gewesen. In Ihrem Falle erkenne ich in einer derartigen Handlungsweise den Versuch eines unzulässigen Eingriffs in meine Wesenheit.»
[ 8 ] Ich will dazu nur erwähnen, daß am Freitag vor dem Sonntag, den 25. Juli, mir von einem unserer Mitglieder eine Anfrage von Frau Goesch in bezug auf ihr Kind gebracht worden ist, wobei mir gesagt wurde, daß das Kind heruntergefallen und sich irgendwie verletzt hätte. Daraufhin habe ich gesagt: Wenn eine Neigung dazu vorhanden ist, so kann ich sehen, was mit dem Kinde los ist. - Daraufhin brachte ein Mitglied unserer Gesellschaft Frau Goesch mit dem Kinde zu mir. Und dann folgte der Sonntag hier in der Schreinerei, wo ich den Eingriff in die Wesenheit von Frau Goesch begangen habe dadurch, daß ich Frau Goesch gefragt habe, wie es mit dem Kind gehe, und ihr dabei die Hand reichte. Die Begegnung am Donnerstag, den 5. August auf der Treppe zum Eurythmiesaal verlief so, daß ich zu Herrn Goesch auf seine Frage, ob das Kind, das ich eben vorher gesehen hatte - es stand nämlich unten an der Tür -, die Eurythmieübungen wieder mitmachen solle, sagte: Selbstverständlich solle die Sache nach dem Willen seiner Eltern behandelt werden, da ja der Wille der Eltern ganz einzig und allein in Betracht komme, ob man das Kind wiederum zur Eurythmie kommen lassen wolle oder nicht. - Ich habe dabei auch den Fehler gemacht, Herrn Goesch die Hand zu reichen. Das sind die beiden ungerechtfertigten, auf schwarzer Magie beruhenden Eingriffe in fremde Wesenheit.
[ 8 ] Ich will dazu nur erwähnen, daß am Freitag vor dem Sonntag, den 25. Juli, mir von einem unserer Mitglieder eine Anfrage von Frau Goesch in bezug auf ihr Kind gebracht worden ist, wobei mir gesagt wurde, daß das Kind heruntergefallen und sich irgendwie verletzt hätte. Daraufhin habe ich gesagt: Wenn eine Neigung dazu vorhanden ist, so kann ich sehen, was mit dem Kinde los ist. - Daraufhin brachte ein Mitglied unserer Gesellschaft Frau Goesch mit dem Kinde zu mir. Und dann folgte der Sonntag hier in der Schreinerei, wo ich den Eingriff in die Wesenheit von Frau Goesch begangen habe dadurch, daß ich Frau Goesch gefragt habe, wie es mit dem Kind gehe, und ihr dabei die Hand reichte. Die Begegnung am Donnerstag, den 5. August auf der Treppe zum Eurythmiesaal verlief so, daß ich zu Herrn Goesch auf seine Frage, ob das Kind, das ich eben vorher gesehen hatte - es stand nämlich unten an der Tür -, die Eurythmieübungen wieder mitmachen solle, sagte: Selbstverständlich solle die Sache nach dem Willen seiner Eltern behandelt werden, da ja der Wille der Eltern ganz einzig und allein in Betracht komme, ob man das Kind wiederum zur Eurythmie kommen lassen wolle oder nicht. - Ich habe dabei auch den Fehler gemacht, Herrn Goesch die Hand zu reichen. Das sind die beiden ungerechtfertigten, auf schwarzer Magie beruhenden Eingriffe in fremde Wesenheit.
[ 9 ] Nun, meine lieben Freunde, hervorzuheben habe ich noch, daß am Schlusse dieses Schriftstückes steht: «Ich bin am Schlusse desjenigen, was ich zur Zeit sagen will. Ich habe diese Kenntnisse, die ich mir unter Anleitung des Siegelbewahrers der Gesellschaft für theosophische Art und Kunst, dessen Protektor Christian Rosenkreutz ist, erworben habe, noch nicht in die Form gießen können, die mir vorgeschwebt hat, weil die Widerstände für einen sich eben erst dem Banne Entstrickenden zur Zeit noch zu groß waren.»
[ 9 ] Nun, meine lieben Freunde, hervorzuheben habe ich noch, daß am Schlusse dieses Schriftstückes steht: «Ich bin am Schlusse desjenigen, was ich zur Zeit sagen will. Ich habe diese Kenntnisse, die ich mir unter Anleitung des Siegelbewahrers der Gesellschaft für theosophische Art und Kunst, dessen Protektor Christian Rosenkreutz ist, erworben habe, noch nicht in die Form gießen können, die mir vorgeschwebt hat, weil die Widerstände für einen sich eben erst dem Banne Entstrickenden zur Zeit noch zu groß waren.»
[ 10 ] Der sogenannte Siegelbewahrer ist, wie ich glaube, allen bekannt, und ich habe dazu nur zu bemerken, daß dieser Siegelbewahrer in den letzten Monaten eine Anzahl Briefe, zum Teil an mich, zum Teil an Frau Dr. Steiner, gerichtet hat. Ein Brief von diesem Siegelbewahrer ist auch noch heute bei Frau Dr. Steiner eingegangen.1Siehe Seite 126. Ich will für heute auf die Angelegenheit des Siegelbewahrers nicht weiter eingehen und möchte nur darauf hindeuten, daß diese Briefe des Siegelbewahrers in mysteriöser Weise zu Weihnachten begannen.
[ 10 ] Der sogenannte Siegelbewahrer ist, wie ich glaube, allen bekannt, und ich habe dazu nur zu bemerken, daß dieser Siegelbewahrer in den letzten Monaten eine Anzahl Briefe, zum Teil an mich, zum Teil an Frau Dr. Steiner, gerichtet hat. Ein Brief von diesem Siegelbewahrer ist auch noch heute bei Frau Dr. Steiner eingegangen.1Siehe Seite 126. Ich will für heute auf die Angelegenheit des Siegelbewahrers nicht weiter eingehen und möchte nur darauf hindeuten, daß diese Briefe des Siegelbewahrers in mysteriöser Weise zu Weihnachten begannen.
[ 11 ] Nun, meine lieben Freunde, dasjenige, was ich vielleicht dazu zu sagen haben werde, das möchte ich wirklich nicht heute sagen. Ich möchte, daß Sie unbeeinflußt zu einem Urteile kommen. Allerdings ist es fast unmöglich, den mysteriösen Zusammenhang dieses Schriftstückes mit dem Siegelbewahrer zu kennen und keine weiteren Mitteilungen zu machen. Aber es ist vielleicht doch nicht gut, dies heute schon zu tun oder irgend etwas in dieser Richtung heute schon zu sagen. Erwähnen möchte ich aber doch das: Es ist einmal zur Herbsteszeit verkündigt worden, daß, weil gewisse unmögliche Symptome in unserer Gesellschaft sich zeigten, es notwendig geworden sei, eine gewisse engere Gesellschaft noch zu begründen, wobei ich zunächst versucht habe, einer Anzahl von nahestehenden und in der Gesellschaft längere Zeit lebenden Persönlichkeiten gewisse Titel zuzuschreiben, indem ich von ihnen voraussetzte, daß sie im Sinne dieser Titel selbständig wirken würden. Ich habe dazumal gesagt: Wenn etwas geschehen soll, so werden die Mitglieder bis zum Dreikönigstage etwas hören. — Es hat keines etwas zu hören bekommen, und daraus geht hervor, daß die Gesellschaft für theosophische Art und Kunst überhaupt nicht besteht. Das ist eigentlich selbstverständlich, da niemandem eine Mitteilung gemacht worden ist, so wie es selbstverständlich gewesen wäre, daß die Mitteilung ergangen wäre, wenn die Sache realisiert worden wäre. Die Art und Weise, wie die Sache aufgefaßt worden ist, machte sie unmöglich. Es war ein Versuch.
[ 11 ] Nun, meine lieben Freunde, dasjenige, was ich vielleicht dazu zu sagen haben werde, das möchte ich wirklich nicht heute sagen. Ich möchte, daß Sie unbeeinflußt zu einem Urteile kommen. Allerdings ist es fast unmöglich, den mysteriösen Zusammenhang dieses Schriftstückes mit dem Siegelbewahrer zu kennen und keine weiteren Mitteilungen zu machen. Aber es ist vielleicht doch nicht gut, dies heute schon zu tun oder irgend etwas in dieser Richtung heute schon zu sagen. Erwähnen möchte ich aber doch das: Es ist einmal zur Herbsteszeit verkündigt worden, daß, weil gewisse unmögliche Symptome in unserer Gesellschaft sich zeigten, es notwendig geworden sei, eine gewisse engere Gesellschaft noch zu begründen, wobei ich zunächst versucht habe, einer Anzahl von nahestehenden und in der Gesellschaft längere Zeit lebenden Persönlichkeiten gewisse Titel zuzuschreiben, indem ich von ihnen voraussetzte, daß sie im Sinne dieser Titel selbständig wirken würden. Ich habe dazumal gesagt: Wenn etwas geschehen soll, so werden die Mitglieder bis zum Dreikönigstage etwas hören. — Es hat keines etwas zu hören bekommen, und daraus geht hervor, daß die Gesellschaft für theosophische Art und Kunst überhaupt nicht besteht. Das ist eigentlich selbstverständlich, da niemandem eine Mitteilung gemacht worden ist, so wie es selbstverständlich gewesen wäre, daß die Mitteilung ergangen wäre, wenn die Sache realisiert worden wäre. Die Art und Weise, wie die Sache aufgefaßt worden ist, machte sie unmöglich. Es war ein Versuch.
[ 12 ] Meine lieben Freunde, ich habe öfters darüber gesprochen, daß die Gesellschaft einen Sinn haben muß als Gesellschaft, wenn sie überhaupt irgendeinen Sinn haben soll. Um okkulte Lehren vorzutragen, könnte man auch andere Einrichtungen machen. Ich habe darauf hingewiesen, daß, wenn in unserer Gesellschaft gewisse Symptome weiter hervortreten, es unerläßlich sein wird, eine andere Form zu finden, weil dann diese Form, wie sie eingerichtet ist, nicht geht. Ich habe demjenigen, was in der Theosophischen Gesellschaft von dieser oder jener Seite herrschte, dadurch zu entgehen versucht, daß ich die Anthroposophische Gesellschaft begründete, bei der ich nicht Mitglied sein will, weil das notwendig ist für das, was ich für die geistige Bewegung zu tun habe.
[ 12 ] Meine lieben Freunde, ich habe öfters darüber gesprochen, daß die Gesellschaft einen Sinn haben muß als Gesellschaft, wenn sie überhaupt irgendeinen Sinn haben soll. Um okkulte Lehren vorzutragen, könnte man auch andere Einrichtungen machen. Ich habe darauf hingewiesen, daß, wenn in unserer Gesellschaft gewisse Symptome weiter hervortreten, es unerläßlich sein wird, eine andere Form zu finden, weil dann diese Form, wie sie eingerichtet ist, nicht geht. Ich habe demjenigen, was in der Theosophischen Gesellschaft von dieser oder jener Seite herrschte, dadurch zu entgehen versucht, daß ich die Anthroposophische Gesellschaft begründete, bei der ich nicht Mitglied sein will, weil das notwendig ist für das, was ich für die geistige Bewegung zu tun habe.
[ 13 ] Unsere Gesellschaft wird auch von außen viel angegriffen, und selbstverständlich wird auch derjenige angegriffen, der in dieser Gesellschaft Lehren vorzutragen hat. Daraus müßte unseren tätigen Mitgliedern die Pflicht erwachsen, die Sache zu verteidigen, wenn sie den Gesellschaftsbegriff in ernstem und würdigem Sinne auffassen. Aber Schmähschriften gehässigster Art sind erschienen, die zum Teil die unglaublichsten Verleumdungen enthalten, und ich überlasse es jedem, zu beurteilen, ob unser Gesellschaftsbegriff von allen, die tätig etwas tun könnten, so aufgefaßt worden ist, wie es notwendig wäre, wenn die Gesellschaft gegenüber diesen Attacken von außen bestehen soll.
[ 13 ] Unsere Gesellschaft wird auch von außen viel angegriffen, und selbstverständlich wird auch derjenige angegriffen, der in dieser Gesellschaft Lehren vorzutragen hat. Daraus müßte unseren tätigen Mitgliedern die Pflicht erwachsen, die Sache zu verteidigen, wenn sie den Gesellschaftsbegriff in ernstem und würdigem Sinne auffassen. Aber Schmähschriften gehässigster Art sind erschienen, die zum Teil die unglaublichsten Verleumdungen enthalten, und ich überlasse es jedem, zu beurteilen, ob unser Gesellschaftsbegriff von allen, die tätig etwas tun könnten, so aufgefaßt worden ist, wie es notwendig wäre, wenn die Gesellschaft gegenüber diesen Attacken von außen bestehen soll.
[ 14 ] Meine lieben Freunde, es ist nicht tunlich und nicht möglich, daß derjenige, der dafür etwas tun will, daß unsere Gesellschaft bestehen könne, vor allen Dingen - wie es seit Jahren und Monaten wirklich vorgekommen ist — zunächst den Weg einschlägt, daß er zu mir kommt und sich mit mir darüber besprechen will, was er zu meiner Verteidigung und zur Verteidigung unserer Sache zu tun hätte. Das sollte unter allen Umständen unterbleiben. Denn dadurch würde es vollständig zur Wahrheit, daß im Grunde genommen die Leute hier nur an ihren Platz hingestellt werden, daß ihnen ihr Platz zugeteilt wird. Ich muß die Selbständigkeit der Mitglieder respektieren, leider auch oftmals so, daß ich ihnen etwas versage; und es ist wirklich so nach dem, wie es bisher der Fall gewesen ist —, daß ich wahrhaftig vieles tun könnte, wenn ich nicht für mancherlei Dinge in Anspruch genommen würde, für die ein In-Anspruch-Nehmen nicht nötig wäre. Es ist wirklich, mindestens für dasjenige, was zugunsten und zum Besten unserer Gesellschaft geschehen sollte, ein Unding, sich erst mit mir über solche Dinge verständigen zu wollen. Denn wenn dasjenige geschehen soll für die Gesellschaft, was ich tun will, dann bitte ich mir die Zeit zu lassen, es selber zu tun. Der Begriff der Gesellschaft kann nicht darin bestehen, daß man sich immer an einen einzelnen wendet, sondern daß man das, was für die Gesellschaft zu tun ist, aus eigener Initiative heraus tut.
[ 14 ] Meine lieben Freunde, es ist nicht tunlich und nicht möglich, daß derjenige, der dafür etwas tun will, daß unsere Gesellschaft bestehen könne, vor allen Dingen - wie es seit Jahren und Monaten wirklich vorgekommen ist — zunächst den Weg einschlägt, daß er zu mir kommt und sich mit mir darüber besprechen will, was er zu meiner Verteidigung und zur Verteidigung unserer Sache zu tun hätte. Das sollte unter allen Umständen unterbleiben. Denn dadurch würde es vollständig zur Wahrheit, daß im Grunde genommen die Leute hier nur an ihren Platz hingestellt werden, daß ihnen ihr Platz zugeteilt wird. Ich muß die Selbständigkeit der Mitglieder respektieren, leider auch oftmals so, daß ich ihnen etwas versage; und es ist wirklich so nach dem, wie es bisher der Fall gewesen ist —, daß ich wahrhaftig vieles tun könnte, wenn ich nicht für mancherlei Dinge in Anspruch genommen würde, für die ein In-Anspruch-Nehmen nicht nötig wäre. Es ist wirklich, mindestens für dasjenige, was zugunsten und zum Besten unserer Gesellschaft geschehen sollte, ein Unding, sich erst mit mir über solche Dinge verständigen zu wollen. Denn wenn dasjenige geschehen soll für die Gesellschaft, was ich tun will, dann bitte ich mir die Zeit zu lassen, es selber zu tun. Der Begriff der Gesellschaft kann nicht darin bestehen, daß man sich immer an einen einzelnen wendet, sondern daß man das, was für die Gesellschaft zu tun ist, aus eigener Initiative heraus tut.
[ 15 ] Deshalb auch, meine lieben Freunde, ist diese Episode heute als eine wichtige und wesentliche anzusehen. Deshalb habe ich das Schriftstück vorgelesen, das im Grunde genommen ja nur ein einzelnes Symptom ist für manches, was da und dort glimmt, und ich werde ruhig abwarten, was Sie, als Mitglieder der Gesellschaft, tun werden. Ich werde mittlerweile meine Pflicht tun; wir werden morgen unser Programm so haben, wie wir es sonst hatten. Aber es ist selbstverständlich, daß alles weitere davon abhängen wird, was die Gesellschaft zu dem, was sie heute gehört hat, für eine Stellung nimmt und was nicht als irgend etwas einzelnes zu betrachten ist, sondern als etwas, was gewissermaßen fundamental manches berührt, auf was ich schon hingewiesen habe in den mancherlei Auseinandersetzungen, die ich seit Monaten gegeben habe.
[ 15 ] Deshalb auch, meine lieben Freunde, ist diese Episode heute als eine wichtige und wesentliche anzusehen. Deshalb habe ich das Schriftstück vorgelesen, das im Grunde genommen ja nur ein einzelnes Symptom ist für manches, was da und dort glimmt, und ich werde ruhig abwarten, was Sie, als Mitglieder der Gesellschaft, tun werden. Ich werde mittlerweile meine Pflicht tun; wir werden morgen unser Programm so haben, wie wir es sonst hatten. Aber es ist selbstverständlich, daß alles weitere davon abhängen wird, was die Gesellschaft zu dem, was sie heute gehört hat, für eine Stellung nimmt und was nicht als irgend etwas einzelnes zu betrachten ist, sondern als etwas, was gewissermaßen fundamental manches berührt, auf was ich schon hingewiesen habe in den mancherlei Auseinandersetzungen, die ich seit Monaten gegeben habe.
Nach diesen Ausführungen Rudolf Steiners fand eine Diskussion statt, bei der nicht mitstenographiert wurde. Dabei müssen wohl auch Stimmen zur Verteidigung laut geworden sein, so daß nach der Erinnerung einer Teilnehmerin Rudolf Steiner mit Marie Steiner den Saal verließ mit den Worten: «Mit solch einer Gesellschaft kann ich nichts mehr zu tun haben!» Die große Mehrheit der Anwesenden dürfte sich dieser Situation geschämt haben und verfaßte noch am gleichen Abend folgende Vertrauensadresse:
Nach diesen Ausführungen Rudolf Steiners fand eine Diskussion statt, bei der nicht mitstenographiert wurde. Dabei müssen wohl auch Stimmen zur Verteidigung laut geworden sein, so daß nach der Erinnerung einer Teilnehmerin Rudolf Steiner mit Marie Steiner den Saal verließ mit den Worten: «Mit solch einer Gesellschaft kann ich nichts mehr zu tun haben!» Die große Mehrheit der Anwesenden dürfte sich dieser Situation geschämt haben und verfaßte noch am gleichen Abend folgende Vertrauensadresse:
Dornach, den 21. August 1915
Hochverehrter Herr Doktor Steiner!
Wir Mitglieder der Anthroposophischen Gesellschaft möchten Ihnen unsern berechtigten Zorn, unsere Entrüstung und das Gefühl der Scham zum Ausdrucke bringen dürfen darüber, daß eine solch verlogene, unmoralische Gesinnung, wie sie in dem Briefe des Herrn Heinrich Goesch zutage tritt, es gewagt hat, Herrn Doktor gegenüber sich zu äußern in dieser von dem verwerflichsten Größenwahn diktierten Form.
Wir müssen uns schmerzliche Vorwürfe machen, daß wir es nicht verstanden haben, das Geschehene rechtzeitig zu verhindern und daß wir uns bis jetzt unfähig erwiesen, einen Lebenskreis zu schaffen, in dem Gedanken und Gefühle, wie sie der Brief zeigt, unmöglich gewesen wären.
Wir bitten unsern geliebten, verehrten Lehrer uns vergeben zu wollen, sein Vertrauen uns nicht zu nehmen oder doch wieder zu schenken, weil wir ernst entschlossen sind, den Begriff der Anthroposophischen Gesellschaft besser zu verwirklichen und uns unserer Verantwortlichkeit in Zukunft mehr bewußt zu sein.
Es ist selbstverständlich, daß wir Fräulein Alice Sprengel, Herrn Heinrich und Frau Gertrud Goesch mit ihrer Gesinnung nicht mehr als zu uns gehörig betrachten wollen.
Wir bitten Sie, verehrter Herr Doktor, unsere Unterschriften als Zusicherung unseres unbegrenzten und unwandelbaren Vertrauens und unserer innigen Dankbarkeit hinzunehmen.
Michael Bauer [Mitglied des Zentralvorstandes] und über 300 Unterschriften.
Dornach, den 21. August 1915
Hochverehrter Herr Doktor Steiner!
Wir Mitglieder der Anthroposophischen Gesellschaft möchten Ihnen unsern berechtigten Zorn, unsere Entrüstung und das Gefühl der Scham zum Ausdrucke bringen dürfen darüber, daß eine solch verlogene, unmoralische Gesinnung, wie sie in dem Briefe des Herrn Heinrich Goesch zutage tritt, es gewagt hat, Herrn Doktor gegenüber sich zu äußern in dieser von dem verwerflichsten Größenwahn diktierten Form.
Wir müssen uns schmerzliche Vorwürfe machen, daß wir es nicht verstanden haben, das Geschehene rechtzeitig zu verhindern und daß wir uns bis jetzt unfähig erwiesen, einen Lebenskreis zu schaffen, in dem Gedanken und Gefühle, wie sie der Brief zeigt, unmöglich gewesen wären.
Wir bitten unsern geliebten, verehrten Lehrer uns vergeben zu wollen, sein Vertrauen uns nicht zu nehmen oder doch wieder zu schenken, weil wir ernst entschlossen sind, den Begriff der Anthroposophischen Gesellschaft besser zu verwirklichen und uns unserer Verantwortlichkeit in Zukunft mehr bewußt zu sein.
Es ist selbstverständlich, daß wir Fräulein Alice Sprengel, Herrn Heinrich und Frau Gertrud Goesch mit ihrer Gesinnung nicht mehr als zu uns gehörig betrachten wollen.
Wir bitten Sie, verehrter Herr Doktor, unsere Unterschriften als Zusicherung unseres unbegrenzten und unwandelbaren Vertrauens und unserer innigen Dankbarkeit hinzunehmen.
Michael Bauer [Mitglied des Zentralvorstandes] und über 300 Unterschriften.
Diese Adresse war der rein menschliche spontane Ausdruck der Verbundenheit der Unterzeichner mit Rudolf Steiner. Das Sachliche der Situation kommt in den Ausführungen Rudolf Steiners zum Ausdruck. Die Schwierigkeit für die Mitglieder in der Beurteilung der Situation wurde von einem Arzt, Dr. Amann, in einem klinischen Beitrag (Basel, 14. September 1914) wie folgt beleuchtet:
Diese Adresse war der rein menschliche spontane Ausdruck der Verbundenheit der Unterzeichner mit Rudolf Steiner. Das Sachliche der Situation kommt in den Ausführungen Rudolf Steiners zum Ausdruck. Die Schwierigkeit für die Mitglieder in der Beurteilung der Situation wurde von einem Arzt, Dr. Amann, in einem klinischen Beitrag (Basel, 14. September 1914) wie folgt beleuchtet:
«... Unter den Mitgliedern ist die Meinung immer noch vorherrschend: Dr. Goesch sei nicht geisteskrank, er sei nur beeinflußt!
Nicht wahr, wenn jemand Fieber hat oder schläfrig ist, so ist das sehr leicht zu konstatieren von jedermann; ungeheuer schwer hingegen ist es, Geisteskrankheit zu diagnostizieren, selbst für den wissenschaftlichen Fachmann, insofern es sich nicht um ein Extrem in der Stufenleiter handelt.
Aus dem, was man hört (weshalb viele Mitglieder nicht begreifen können, daß Dr. G. geisteskrank ist), fließt die Empfindung, daß man sich irrige Vorstellungen macht über die Art der Krankheit, man meint: Geisteskranke müssen Idioten sein und könnten nicht intelligent schreiben.
Ein Idiot ist ein schwachsinniger Mensch, welcher mit seiner Gehirnträgheit gar nichts denken kann; er ist verblödet, soweit es nicht organische Krankheitsursachen sind, die ihn evtl. erst sekundär zum Idioten machten. Gerade das Gegenteil ist der Fall beim eigentlichen Geisteskranken. Hier liegt Trübsinn vor: getrübte Logik! Wohl zu unterscheiden ist diese Kategorie vom Wahnsinn; Wahnsinnige sind gefährlich!
Der Trübsinnige büßt absolut nichts ein an der Qualität seines Intellekts, er steigert sogar die Geistesfähigkeit, aber ist ein unermüdlicher Geistesarbeiter, er arbeitet denkerisch ungeheuer viel, arbeitet Tag und Nacht. Das ist das Kranke darin, daß er sich in die eigenen fixen Ideengänge verbohrt, sich darin selbst hypnotisiert und keiner fremden Kritik zugänglich zeigt. Im Verborgenen leiden quasi diese Menschen unter ihren quälenden Gedanken so lange, bis sie ihre Gedanken ausgeboren der Öffentlichkeit übergeben können. Es lebt der Drang in ihnen: produktiv und wichtig zu sein und es zu zeigen.»
«... Unter den Mitgliedern ist die Meinung immer noch vorherrschend: Dr. Goesch sei nicht geisteskrank, er sei nur beeinflußt!
Nicht wahr, wenn jemand Fieber hat oder schläfrig ist, so ist das sehr leicht zu konstatieren von jedermann; ungeheuer schwer hingegen ist es, Geisteskrankheit zu diagnostizieren, selbst für den wissenschaftlichen Fachmann, insofern es sich nicht um ein Extrem in der Stufenleiter handelt.
Aus dem, was man hört (weshalb viele Mitglieder nicht begreifen können, daß Dr. G. geisteskrank ist), fließt die Empfindung, daß man sich irrige Vorstellungen macht über die Art der Krankheit, man meint: Geisteskranke müssen Idioten sein und könnten nicht intelligent schreiben.
Ein Idiot ist ein schwachsinniger Mensch, welcher mit seiner Gehirnträgheit gar nichts denken kann; er ist verblödet, soweit es nicht organische Krankheitsursachen sind, die ihn evtl. erst sekundär zum Idioten machten. Gerade das Gegenteil ist der Fall beim eigentlichen Geisteskranken. Hier liegt Trübsinn vor: getrübte Logik! Wohl zu unterscheiden ist diese Kategorie vom Wahnsinn; Wahnsinnige sind gefährlich!
Der Trübsinnige büßt absolut nichts ein an der Qualität seines Intellekts, er steigert sogar die Geistesfähigkeit, aber ist ein unermüdlicher Geistesarbeiter, er arbeitet denkerisch ungeheuer viel, arbeitet Tag und Nacht. Das ist das Kranke darin, daß er sich in die eigenen fixen Ideengänge verbohrt, sich darin selbst hypnotisiert und keiner fremden Kritik zugänglich zeigt. Im Verborgenen leiden quasi diese Menschen unter ihren quälenden Gedanken so lange, bis sie ihre Gedanken ausgeboren der Öffentlichkeit übergeben können. Es lebt der Drang in ihnen: produktiv und wichtig zu sein und es zu zeigen.»
Rudolf Steiner ging in Fortsetzung seiner Ausführungen vom 21. August am nächsten Abend, dem 22. August 1915, wie folgt weiter auf den Fall ein:
Rudolf Steiner ging in Fortsetzung seiner Ausführungen vom 21. August am nächsten Abend, dem 22. August 1915, wie folgt weiter auf den Fall ein:
