Faust, the Striving Human Being
Spiritual Scientific Explanations of Goethe's Faust
GA 272
14 August 1915, Dornach
Translate the original German text into any language:
Versions Available:
Faust, der strebende Mensch Geisteswissenschaftliche
7. Fausts Himmelfahrt
7. Fausts Himmelfahrt
[ 1 ] Es soll morgen von uns das Wagnis unternommen werden, die Schlußszene von Goethes «Faust» eurythmisch darzustellen. Es wird begreiflich erscheinen, daß sich meine heutige und morgige Betrachtung in Anknüpfung an den Schluß des zweiten Teiles von Goethes «Faust» hält. Wir stehen ja mit Bezug auf den ganzen zweiten Teil des Goetheschen «Faust», aber namentlich in bezug auf die Schlußszene, doch vor einem der allergrößten dichterischen Versuche der Weltenentwickelung, der zugrunde liegend hat die bedeutsamsten geistigen Wahrheiten. Dennoch, so wahr es auch ist, daß Goethes «Faust» verschiedene Grade und Stufen des Verstehens zuläßt, so wahr ist es auch, daß man immer weiter und weiter wird gehen können in bezug auf das Aufsuchen desjenigen, was aus Goethes unendlich reichem Seelenleben in den «Faust» und namentlich in den zweiten Teil des «Faust» eingeflossen ist.
[ 1 ] Es soll morgen von uns das Wagnis unternommen werden, die Schlußszene von Goethes «Faust» eurythmisch darzustellen. Es wird begreiflich erscheinen, daß sich meine heutige und morgige Betrachtung in Anknüpfung an den Schluß des zweiten Teiles von Goethes «Faust» hält. Wir stehen ja mit Bezug auf den ganzen zweiten Teil des Goetheschen «Faust», aber namentlich in bezug auf die Schlußszene, doch vor einem der allergrößten dichterischen Versuche der Weltenentwickelung, der zugrunde liegend hat die bedeutsamsten geistigen Wahrheiten. Dennoch, so wahr es auch ist, daß Goethes «Faust» verschiedene Grade und Stufen des Verstehens zuläßt, so wahr ist es auch, daß man immer weiter und weiter wird gehen können in bezug auf das Aufsuchen desjenigen, was aus Goethes unendlich reichem Seelenleben in den «Faust» und namentlich in den zweiten Teil des «Faust» eingeflossen ist.
[ 2 ] Außerdem werden wir sehen, daß gerade der Schluß des zweiten Teiles uns so viele okkulte Wahrheiten geradezu zu enthüllen hat, wenn wir an die Feinheiten in der Darstellung derselben gehen, wie kaum ein anderer Schriftsteller der Welt bis jetzt versucht hat zu enthüllen. Und wir werden sehen, daß diese Wahrheiten von Goethe in den zweiten Teil des «Faust» mit einer wunderbaren — um einen scheinbar pedantischen Ausdruck zu gebrauchen — okkult-sachgemäßen Wissenschaftlichkeit hineingeheimnißt sind.
[ 2 ] Außerdem werden wir sehen, daß gerade der Schluß des zweiten Teiles uns so viele okkulte Wahrheiten geradezu zu enthüllen hat, wenn wir an die Feinheiten in der Darstellung derselben gehen, wie kaum ein anderer Schriftsteller der Welt bis jetzt versucht hat zu enthüllen. Und wir werden sehen, daß diese Wahrheiten von Goethe in den zweiten Teil des «Faust» mit einer wunderbaren — um einen scheinbar pedantischen Ausdruck zu gebrauchen — okkult-sachgemäßen Wissenschaftlichkeit hineingeheimnißt sind.
[ 3 ] Nun muß ich Ihnen offen gestehen, daß ich es nicht wagen würde, in einer solchen Weise über den «Faust» zu sprechen, wie ich es tun will, wenn ich nicht wirklich seit dem Jahre 1884 zurückzublicken hätte auf ein nie ruhendes Faust- und Goethe-Problem. Daher wird es mir vielleicht gestattet sein, manches aphoristisch anzudeuten, was vor demjenigen, der nicht von der Geisteswissenschaft ausgeht, viel genauer begründet werden müßte. Dennoch muß ich gestehen, daß ich nicht ohne eine gewisse Scheu daran gehe, gerade okkulte Bemerkungen an Goethes «Faust», überhaupt an eine Dichtung zu knüpfen. Denn da taucht vor meinem Blicke all das Jammervolle auf, das geleistet worden ist von Okkultisten und Nichtokkultisten in der Interpretation von Dichtungen.
[ 3 ] Nun muß ich Ihnen offen gestehen, daß ich es nicht wagen würde, in einer solchen Weise über den «Faust» zu sprechen, wie ich es tun will, wenn ich nicht wirklich seit dem Jahre 1884 zurückzublicken hätte auf ein nie ruhendes Faust- und Goethe-Problem. Daher wird es mir vielleicht gestattet sein, manches aphoristisch anzudeuten, was vor demjenigen, der nicht von der Geisteswissenschaft ausgeht, viel genauer begründet werden müßte. Dennoch muß ich gestehen, daß ich nicht ohne eine gewisse Scheu daran gehe, gerade okkulte Bemerkungen an Goethes «Faust», überhaupt an eine Dichtung zu knüpfen. Denn da taucht vor meinem Blicke all das Jammervolle auf, das geleistet worden ist von Okkultisten und Nichtokkultisten in der Interpretation von Dichtungen.
[ 4 ] Man muß wirklich etwas zurückbeben vor der okkultistischen Besprechung von Dichtungen, wenn man in Gedanken hat, was alles in der Welt verbrochen worden ist mit Bezug auf solche Interpretationen, sei es von der Seite der Wissenschaft oder von sogenannten Theosophen! Und daher gestatten Sie, daß ich eine Art von Einleitung voraussende, aus der Sie entnehmen können, wie wenig ich selber gerade geneigt bin, leichter Hand okkulte Wahrheiten, okkulte Erkenntnisse hineinzuträumen in irgendwelche Dichtung der Geistesentwickelung der Menschheit, wie sehr ich versuche, nur das vorzubringen, was wirklich als unbedingt begründet gelten kann.
[ 4 ] Man muß wirklich etwas zurückbeben vor der okkultistischen Besprechung von Dichtungen, wenn man in Gedanken hat, was alles in der Welt verbrochen worden ist mit Bezug auf solche Interpretationen, sei es von der Seite der Wissenschaft oder von sogenannten Theosophen! Und daher gestatten Sie, daß ich eine Art von Einleitung voraussende, aus der Sie entnehmen können, wie wenig ich selber gerade geneigt bin, leichter Hand okkulte Wahrheiten, okkulte Erkenntnisse hineinzuträumen in irgendwelche Dichtung der Geistesentwickelung der Menschheit, wie sehr ich versuche, nur das vorzubringen, was wirklich als unbedingt begründet gelten kann.
[ 5 ] Nun, ich habe so im Gebrauch, wenn ich über einen Gegenstand zu reden habe, mich vorher etwas im weitern Sinne in den Gegenstand hineinzuleben. Beim Ernsthaftnehmen von okkulten Betrachtungen ist das schon notwendig, daß man sich in die ganze Atmosphäre, in die der Gegenstand hineingestellt ist, hineinlebt. Und so war ich denn bestrebt, ein wenig mich wiederum einmal einzuleben in Goetheanismus.
[ 5 ] Nun, ich habe so im Gebrauch, wenn ich über einen Gegenstand zu reden habe, mich vorher etwas im weitern Sinne in den Gegenstand hineinzuleben. Beim Ernsthaftnehmen von okkulten Betrachtungen ist das schon notwendig, daß man sich in die ganze Atmosphäre, in die der Gegenstand hineingestellt ist, hineinlebt. Und so war ich denn bestrebt, ein wenig mich wiederum einmal einzuleben in Goetheanismus.
[ 6 ] Ich mußte zu diesem Behufe mir manches literarische Hilfsmittel beschaffen, das ich vor Jahrzehnten durchgenommen habe. So nahm ich mir denn auch wiederum vor die «Weissagungen des Bakis» von Goethe. Das sind zweiunddreißig Sprüche, in rätselhafte Form gekleidet, gewissermaßen zweiunddreißig Rätsel. Nun können Sie sich denken, daß unendlich viel geschrieben wurde darüber, was Goethe dazu noch « Weissagungen» nannte und worüber er gewissermaßen orientalisierende Weisheit gegossen hat - es ist das eine besondere Speise für die Literarhistoriker. So haben in den zweiunddreißig Rätselversen die mannigfaltigsten Leute die kolossalsten Geheimnisse gesehen.
[ 6 ] Ich mußte zu diesem Behufe mir manches literarische Hilfsmittel beschaffen, das ich vor Jahrzehnten durchgenommen habe. So nahm ich mir denn auch wiederum vor die «Weissagungen des Bakis» von Goethe. Das sind zweiunddreißig Sprüche, in rätselhafte Form gekleidet, gewissermaßen zweiunddreißig Rätsel. Nun können Sie sich denken, daß unendlich viel geschrieben wurde darüber, was Goethe dazu noch « Weissagungen» nannte und worüber er gewissermaßen orientalisierende Weisheit gegossen hat - es ist das eine besondere Speise für die Literarhistoriker. So haben in den zweiunddreißig Rätselversen die mannigfaltigsten Leute die kolossalsten Geheimnisse gesehen.
[ 7 ] Ich will Ihnen gleich eine charakteristische Probe geben. Es ist der neunundzwanzigste und dreifigste Rätselvers, den Goethe also geprägt hat. Es ist ganz gut, daß wir uns, bevor wir an die letzte Szene des «Faust» gehen, erst in diese Art Rätselverse vertiefen.
[ 7 ] Ich will Ihnen gleich eine charakteristische Probe geben. Es ist der neunundzwanzigste und dreifigste Rätselvers, den Goethe also geprägt hat. Es ist ganz gut, daß wir uns, bevor wir an die letzte Szene des «Faust» gehen, erst in diese Art Rätselverse vertiefen.
Eines kenn’ ich verehrt, ja angebetet zu Fuße;
Auf die Scheitel gestellt, wird es von jedem verflucht.
Eines kenn’ ich, und fest bedrückt es zufrieden die Lippe;
Doch in dem zweiten Moment ist es der Abscheu der Welt.
Eines kenn’ ich verehrt, ja angebetet zu Fuße;
Auf die Scheitel gestellt, wird es von jedem verflucht.
Eines kenn’ ich, und fest bedrückt es zufrieden die Lippe;
Doch in dem zweiten Moment ist es der Abscheu der Welt.
[ 8 ] Man muß sagen: es klingt schon recht geheimnisvoll! Und gleich der dreißigste Rätselvers heißt:
[ 8 ] Man muß sagen: es klingt schon recht geheimnisvoll! Und gleich der dreißigste Rätselvers heißt:
Dieses ist es, das Höchste, zu gleicher Zeit das Gemeinste!
Nun das Schönste, sogleich auch das Abscheulichste nun,
Nur im Schlürfen genieße du das, und koste nicht tiefer:
Unter dem reizenden Schaum sinket die Neige zu Grund.
Dieses ist es, das Höchste, zu gleicher Zeit das Gemeinste!
Nun das Schönste, sogleich auch das Abscheulichste nun,
Nur im Schlürfen genieße du das, und koste nicht tiefer:
Unter dem reizenden Schaum sinket die Neige zu Grund.
[ 9 ] Bevor wir uns etwa eine Vorstellung machen, wie so ein Theosoph diese geheimnisvollen Verse «deutet», wollen wir uns einen Exoteriker ansehen. Man wird zwar nicht klug aus dem werden, was er sagt, aber das schadet nichts; daran kann man einmal sehen, was so «Wissenschaft» heißt: «Eine höchst merkwürdige Wendung! Goethe hat diese Form gewählt, um seine Meinung zu verschließen und zu gleicher Zeit zu enthüllen.» Ein anderer Goethe-Erklärer hat diese Verse bezeichnet als «Freiheit und Liebe». Der gute Mann zeiht den andern der Ratlosigkeit und will nun selber auf eine Erklärung hinweisen. «Das Höchste, zugleich auch das Abscheulichste.» Das soll sein: Die Jugend. Die geniefst sowohl das Höchste wie das Abscheulichste. Er sagt: So löst sich das Rätsel von selbst.
[ 9 ] Bevor wir uns etwa eine Vorstellung machen, wie so ein Theosoph diese geheimnisvollen Verse «deutet», wollen wir uns einen Exoteriker ansehen. Man wird zwar nicht klug aus dem werden, was er sagt, aber das schadet nichts; daran kann man einmal sehen, was so «Wissenschaft» heißt: «Eine höchst merkwürdige Wendung! Goethe hat diese Form gewählt, um seine Meinung zu verschließen und zu gleicher Zeit zu enthüllen.» Ein anderer Goethe-Erklärer hat diese Verse bezeichnet als «Freiheit und Liebe». Der gute Mann zeiht den andern der Ratlosigkeit und will nun selber auf eine Erklärung hinweisen. «Das Höchste, zugleich auch das Abscheulichste.» Das soll sein: Die Jugend. Die geniefst sowohl das Höchste wie das Abscheulichste. Er sagt: So löst sich das Rätsel von selbst.
[ 10 ] Das ist ein Exoteriker! Ein Esoteriker könnte sagen: So etwas muß man unendlich viel tiefer nehmen!
[ 10 ] Das ist ein Exoteriker! Ein Esoteriker könnte sagen: So etwas muß man unendlich viel tiefer nehmen!
Eines kenn’ ich verehrt, ja angebetet zu Fuße;
Auf die Scheitel gestellt, wird es von jedem verflucht.
Eines kenn’ ich, und fest bedrückt es zufrieden die Lippe;
Doch in dem zweiten Moment ist es der Abscheu der Welt.
Eines kenn’ ich verehrt, ja angebetet zu Fuße;
Auf die Scheitel gestellt, wird es von jedem verflucht.
Eines kenn’ ich, und fest bedrückt es zufrieden die Lippe;
Doch in dem zweiten Moment ist es der Abscheu der Welt.
[ 11 ] Das bezieht sich auf die Pflanze, könnte man sagen, die den umgekehrten Menschen darstellt. Man kann es in Zusammenhang bringen mit dem Logos und Luzifer, oder mit weißer und schwarzer Magie und so weiter! Solche Erklärungen sind zu Tausenden in der theosophischen Literatur verbreitet.
[ 11 ] Das bezieht sich auf die Pflanze, könnte man sagen, die den umgekehrten Menschen darstellt. Man kann es in Zusammenhang bringen mit dem Logos und Luzifer, oder mit weißer und schwarzer Magie und so weiter! Solche Erklärungen sind zu Tausenden in der theosophischen Literatur verbreitet.
[ 12 ] Nun, nicht darauf beruht dasSich-Einleben in dieGeisteswissenschaft, daß man dasjenige, was man aufgenommen hat in der Geisteswissenschaft, auf alles Beliebige anzuwenden wüßte, sondern darauf, daß man sich in das richtige Verhältnis - in unserem Falle zum Beispiel zu Goethe - stellt. Die Geisteswissenschaft soll uns nicht verleiten zu allerlei Spintisierereien, sondern sie soll uns dahin bringen, wo die Wahrheit fließt. Und dann findet man, daß in den zwei ersten Zeilen des erstgenannten Verses gemeint ist — ein Pantoffel, und in den zwei letzten eine Zigarre. Goethe war Zigarrenrauch verhaßt. Ja, das ist die Wahrheit, sie ist nicht tief, aber sie ist so, wie Goethe sie gemeint hat. Und die Lösung von dem zweiten Vers heißt: Spiritus. Als der Geist ist er das Höchste, im Alkohol als der Rausch das Abscheulichste. Es ist ganz gut, einen solchen Prozeß einmal vorzuführen, weil man sich wirklich nicht verblenden lassen soll von Interpretationskunst und allerlei tiefsinnigen Künsten, sondern man soll sich dahin führen lassen, wo die Wahrheit ist.
[ 12 ] Nun, nicht darauf beruht dasSich-Einleben in dieGeisteswissenschaft, daß man dasjenige, was man aufgenommen hat in der Geisteswissenschaft, auf alles Beliebige anzuwenden wüßte, sondern darauf, daß man sich in das richtige Verhältnis - in unserem Falle zum Beispiel zu Goethe - stellt. Die Geisteswissenschaft soll uns nicht verleiten zu allerlei Spintisierereien, sondern sie soll uns dahin bringen, wo die Wahrheit fließt. Und dann findet man, daß in den zwei ersten Zeilen des erstgenannten Verses gemeint ist — ein Pantoffel, und in den zwei letzten eine Zigarre. Goethe war Zigarrenrauch verhaßt. Ja, das ist die Wahrheit, sie ist nicht tief, aber sie ist so, wie Goethe sie gemeint hat. Und die Lösung von dem zweiten Vers heißt: Spiritus. Als der Geist ist er das Höchste, im Alkohol als der Rausch das Abscheulichste. Es ist ganz gut, einen solchen Prozeß einmal vorzuführen, weil man sich wirklich nicht verblenden lassen soll von Interpretationskunst und allerlei tiefsinnigen Künsten, sondern man soll sich dahin führen lassen, wo die Wahrheit ist.
[ 13 ] Auch zu einem nationalen Chauvinisten hat man Goethe gemacht. Das war er aber ganz und gar nicht. Nehmen wir den fünften Vers:
[ 13 ] Auch zu einem nationalen Chauvinisten hat man Goethe gemacht. Das war er aber ganz und gar nicht. Nehmen wir den fünften Vers:
Zweie seh’ ich! den Großen! ich seh’ den Größern! Die beiden
Reiben mit feindlicher Kraft, einer den andern sich auf.
Hier ist Felsen und Land, dort sind Felsen und Wellen!
Welcher der Größere sei, redet die Parze nur aus.
Zweie seh’ ich! den Großen! ich seh’ den Größern! Die beiden
Reiben mit feindlicher Kraft, einer den andern sich auf.
Hier ist Felsen und Land, dort sind Felsen und Wellen!
Welcher der Größere sei, redet die Parze nur aus.
[ 14 ] Das wurde bezogen auf die Kontinentalmacht, den Kampf zwischen Frankreich und England. Der oben zitierte Kommentator verwirft das aber und sagt, die Französische Revolution und das deutsche Volk seien gemeint. Das ist ganz ordentlich töricht! Gemeint ist in Wirklichkeit Leben und Tod!
[ 14 ] Das wurde bezogen auf die Kontinentalmacht, den Kampf zwischen Frankreich und England. Der oben zitierte Kommentator verwirft das aber und sagt, die Französische Revolution und das deutsche Volk seien gemeint. Das ist ganz ordentlich töricht! Gemeint ist in Wirklichkeit Leben und Tod!
[ 15 ] Nun, die Sache ist wirklich sehr ernst zu nehmen. Denn, daß irgend etwas sich beweisen läßt, das ist durchaus kein Beweis, daß die Sache richtig ist.
[ 15 ] Nun, die Sache ist wirklich sehr ernst zu nehmen. Denn, daß irgend etwas sich beweisen läßt, das ist durchaus kein Beweis, daß die Sache richtig ist.
[ 16 ] Ich wollte dieses vorausschicken, damit Sie nicht etwa glauben, daß ich in denselben Fehler verfallen will bei der Erklärung der Schlußszene des «Faust». Diese Schlußszene stellt uns dasjenige dar, was man nennen könnte «Fausts Himmelfahrt». Faust ist bekanntlich hindurchgegangen durch schwere Verirrung, auch durch alle möglichen Irren und Wirren der weiteren, größeren Welt. So soll gezeigt werden: Faust soll zwar unter den Einfluß des Ahriman-Mephistopheles geführt werden durch die Verirrungen der Welt, aber das Tiefste, was als das Ewige in der Menschenbrust verkörpert ist, das soll nicht angefressen werden können von demjenigen, was von Mephisto-Ahriman kommt. Es soll Faust zuletzt dennoch aufgenommen werden können von den guten geistigen Welten. Das ist das, was Goethe sich als das Ziel seiner Faust-Dichtung vorgenommen hat.
[ 16 ] Ich wollte dieses vorausschicken, damit Sie nicht etwa glauben, daß ich in denselben Fehler verfallen will bei der Erklärung der Schlußszene des «Faust». Diese Schlußszene stellt uns dasjenige dar, was man nennen könnte «Fausts Himmelfahrt». Faust ist bekanntlich hindurchgegangen durch schwere Verirrung, auch durch alle möglichen Irren und Wirren der weiteren, größeren Welt. So soll gezeigt werden: Faust soll zwar unter den Einfluß des Ahriman-Mephistopheles geführt werden durch die Verirrungen der Welt, aber das Tiefste, was als das Ewige in der Menschenbrust verkörpert ist, das soll nicht angefressen werden können von demjenigen, was von Mephisto-Ahriman kommt. Es soll Faust zuletzt dennoch aufgenommen werden können von den guten geistigen Welten. Das ist das, was Goethe sich als das Ziel seiner Faust-Dichtung vorgenommen hat.
[ 17 ] Derjenige, der etwas von den geistigen Welten durch die Geisteswissenschaft kennengelernt hat und wenig künstlerischen Sinn in sich hat, kann im allgemeinen sich eine Vorstellung bilden, wie er sich das erdichten würde. Für Goethe, der im intimsten und im höchsten Sinne eine Künstlernatur war, war das nicht so einfach. Er konnte nicht so einfach darstellen, wie Faust da in den Himmel hinaufsteigt, und das alles in abstrakt-allegorische Gebilde bringen, das wäre für ihn Symbolik, Stroh gewesen, das wollte er nicht. Er wollte Kunst. Dasjenige, was vor der wahren Wirklichkeit Bestand und Sicherheit hat, das wollte er, das sollte da sein. Daher kam ihm in den Sinn: Wie soll ich das nun auf der Bühne darstellen, daß Faust in den Himmel geführt wird? Man kann doch nur höchstens Gegenstände des physischen Planes hineinstellen, die können nur etwas Symbolisches andeuten, aber das wäre Stroh, das wäre keine Kunst! Selbst mit allerlei Maschinerien könnte man nur Stroh darstellen. Goethe mußte erst das Weltenmittel suchen, durch das Faust hinaufdringen kann als Seele in die geistigen Welten. Man kann nicht durch die Luft, man kann nicht durch die äußeren physischen Elemente in die geistigen Welten hinaufdringen. Wo ist etwas Reales, was das Mittel, durch das Faust hinaufzudringen vermag, abgeben kann? Das kann nur dasjenige sein, was zunächst auf Erden das Geistige darstellt. Ja, wo ist das auf Erden? Das ist das Bewußtsein, das das Geistige aufnimmt! Das heißt, Goethe hat nötig, erst eine Bewußtseinsrealität zu schaffen, die das Geistige aufnimmt. Das tut er, indem er in seine Szenerie Menschen hineinstellt, von denen man voraussagen kann, daß in ihrem Bewußtsein das Geistige lebt: Mönche, Anachoreten, die lagert er übereinander. Und man kann sagen: das Hinaufsteigen einer Seele in die geistigen Welten ist ein realer Vorgang. Vor einem gewöhnlichen Parkett einen geistigen Vorgang darzustellen, wäre nicht real, da wurzelt er nicht; in den Seelen, die Goethe vorführt, da wurzelt er. So suchte er erst die Bewußtseine darzustellen, die den geistigen Vorgang anschauen. So stellt er den Chor und das Echo hin, welche die elementarische Welt des Geistes wahrnehmen können in dem Sinnlich-Physischen darinnen. Sie haben sich vorbereitet darauf, nicht bloß die äußere physische Natur zu sehen, sondern innerhalb des physischen Planes auch die geistige Welt, in die die Seele des Faust hineingehen muß.
[ 17 ] Derjenige, der etwas von den geistigen Welten durch die Geisteswissenschaft kennengelernt hat und wenig künstlerischen Sinn in sich hat, kann im allgemeinen sich eine Vorstellung bilden, wie er sich das erdichten würde. Für Goethe, der im intimsten und im höchsten Sinne eine Künstlernatur war, war das nicht so einfach. Er konnte nicht so einfach darstellen, wie Faust da in den Himmel hinaufsteigt, und das alles in abstrakt-allegorische Gebilde bringen, das wäre für ihn Symbolik, Stroh gewesen, das wollte er nicht. Er wollte Kunst. Dasjenige, was vor der wahren Wirklichkeit Bestand und Sicherheit hat, das wollte er, das sollte da sein. Daher kam ihm in den Sinn: Wie soll ich das nun auf der Bühne darstellen, daß Faust in den Himmel geführt wird? Man kann doch nur höchstens Gegenstände des physischen Planes hineinstellen, die können nur etwas Symbolisches andeuten, aber das wäre Stroh, das wäre keine Kunst! Selbst mit allerlei Maschinerien könnte man nur Stroh darstellen. Goethe mußte erst das Weltenmittel suchen, durch das Faust hinaufdringen kann als Seele in die geistigen Welten. Man kann nicht durch die Luft, man kann nicht durch die äußeren physischen Elemente in die geistigen Welten hinaufdringen. Wo ist etwas Reales, was das Mittel, durch das Faust hinaufzudringen vermag, abgeben kann? Das kann nur dasjenige sein, was zunächst auf Erden das Geistige darstellt. Ja, wo ist das auf Erden? Das ist das Bewußtsein, das das Geistige aufnimmt! Das heißt, Goethe hat nötig, erst eine Bewußtseinsrealität zu schaffen, die das Geistige aufnimmt. Das tut er, indem er in seine Szenerie Menschen hineinstellt, von denen man voraussagen kann, daß in ihrem Bewußtsein das Geistige lebt: Mönche, Anachoreten, die lagert er übereinander. Und man kann sagen: das Hinaufsteigen einer Seele in die geistigen Welten ist ein realer Vorgang. Vor einem gewöhnlichen Parkett einen geistigen Vorgang darzustellen, wäre nicht real, da wurzelt er nicht; in den Seelen, die Goethe vorführt, da wurzelt er. So suchte er erst die Bewußtseine darzustellen, die den geistigen Vorgang anschauen. So stellt er den Chor und das Echo hin, welche die elementarische Welt des Geistes wahrnehmen können in dem Sinnlich-Physischen darinnen. Sie haben sich vorbereitet darauf, nicht bloß die äußere physische Natur zu sehen, sondern innerhalb des physischen Planes auch die geistige Welt, in die die Seele des Faust hineingehen muß.
[ 18 ] Und nun wird so geschildert, wie nur diese Mönche das empfinden können. Denn nehmen Sie nur die Worte, Schilderungen von physischen Vorgängen sind sie wirklich nicht:
[ 18 ] Und nun wird so geschildert, wie nur diese Mönche das empfinden können. Denn nehmen Sie nur die Worte, Schilderungen von physischen Vorgängen sind sie wirklich nicht:
Waldung, sie schwankt heran.
Waldung, sie schwankt heran.
[ 19 ] Das ist so, wie wenn man aus den natürlichen Dingen die elementarische Welt hervorgehen fühlt.
[ 19 ] Das ist so, wie wenn man aus den natürlichen Dingen die elementarische Welt hervorgehen fühlt.
Waldung, sie schwankt heran,
Felsen, sie lasten dran,
Wurzeln, sie klammern an,
Stamm dicht an Stamm hinan,
Woge nach Woge spritzt,
Höhle, die tiefste, schützt.
Löwen, sie schleichen stumm-
Freundlich um uns herum,
Ehren geweihten Ort,
Heiligen Liebeshort.
Waldung, sie schwankt heran,
Felsen, sie lasten dran,
Wurzeln, sie klammern an,
Stamm dicht an Stamm hinan,
Woge nach Woge spritzt,
Höhle, die tiefste, schützt.
Löwen, sie schleichen stumm-
Freundlich um uns herum,
Ehren geweihten Ort,
Heiligen Liebeshort.
[ 20 ] Zu diesem Chor ist ein Echo da. Das ist nicht ohne Bedeutung. Es soll uns andeuten, wie wirklich das, was aus der elementarischen Natur kommt, allseitig ist.
[ 20 ] Zu diesem Chor ist ein Echo da. Das ist nicht ohne Bedeutung. Es soll uns andeuten, wie wirklich das, was aus der elementarischen Natur kommt, allseitig ist.
[ 21 ] Nun werden wir zugleich zu etwas geführt, was bei Goethe zu einer wunderbaren Steigerung wird. Uns werden drei weitergekommene Anachoreten vorgeführt, der Pater ecstaticus, der Pater profundus und der Pater Seraphicus, drei, die höhere Stufen erlangt haben als die andern, die als Anachoreten nur die eben geschilderten Vorgänge beschreiben. Aber eine wunderbare Steigerung liegt von dem Pater ecstaticus durch den Pater profundus zu dem Pater Seraphicus.
[ 21 ] Nun werden wir zugleich zu etwas geführt, was bei Goethe zu einer wunderbaren Steigerung wird. Uns werden drei weitergekommene Anachoreten vorgeführt, der Pater ecstaticus, der Pater profundus und der Pater Seraphicus, drei, die höhere Stufen erlangt haben als die andern, die als Anachoreten nur die eben geschilderten Vorgänge beschreiben. Aber eine wunderbare Steigerung liegt von dem Pater ecstaticus durch den Pater profundus zu dem Pater Seraphicus.
[ 22 ] Der Pater ecstaticus hat es mit den niederen Stufen der Vervollkommnung zu tun, mit den Sinnenerlebnissen, dem Selbstinnensein. Der Pater profundus ist schon so weit, daß er von innen nach außen geht, daß er das erlebt, was als Geist die Natur durchlebt und zugleich Menschengeist ist. Er steht höher als der Pater ecstaticus, vom geistigen Gesichtspunkt aus gesehen. Wir können sagen: Der Pater profundus sieht den Geist im Kosmos, der bei ihm zugleich Geist im Menschen wird. Der Pater Seraphicus sieht unmittelbar in die Welt des Geistes hinein, für ihn offenbart sie sich nicht durch die Natur hindurch, sondern er hat es unmittelbar mit dem Geiste zu tun.
[ 22 ] Der Pater ecstaticus hat es mit den niederen Stufen der Vervollkommnung zu tun, mit den Sinnenerlebnissen, dem Selbstinnensein. Der Pater profundus ist schon so weit, daß er von innen nach außen geht, daß er das erlebt, was als Geist die Natur durchlebt und zugleich Menschengeist ist. Er steht höher als der Pater ecstaticus, vom geistigen Gesichtspunkt aus gesehen. Wir können sagen: Der Pater profundus sieht den Geist im Kosmos, der bei ihm zugleich Geist im Menschen wird. Der Pater Seraphicus sieht unmittelbar in die Welt des Geistes hinein, für ihn offenbart sie sich nicht durch die Natur hindurch, sondern er hat es unmittelbar mit dem Geiste zu tun.
[ 23 ] Daher das Mystischwerden des Pater ecstaticus durch innere Entwickelung. Es bedeutet lauter innere Zustände, was jetzt gesagt wird:
[ 23 ] Daher das Mystischwerden des Pater ecstaticus durch innere Entwickelung. Es bedeutet lauter innere Zustände, was jetzt gesagt wird:
Ewiger Wonnebrand,
Glühendes Liebeband,
Siedender Schmerz der Brust,
Schäumende Gottes-Lust.
Pfeile, durchdringet mich,
Lanzen, bezwinget mich,
Keulen, zerschmettert mich,
Blitze, durchwettert mich;
Daß ja das Nichtige
Alles verflüchtige,
Glänze der Dauerstern,
Ewiger Liebe Kern.
Ewiger Wonnebrand,
Glühendes Liebeband,
Siedender Schmerz der Brust,
Schäumende Gottes-Lust.
Pfeile, durchdringet mich,
Lanzen, bezwinget mich,
Keulen, zerschmettert mich,
Blitze, durchwettert mich;
Daß ja das Nichtige
Alles verflüchtige,
Glänze der Dauerstern,
Ewiger Liebe Kern.
[ 24 ] Wir haben den Pater profundus bereits durchgenommen, der zu der Stufe übergeht, durch die Natur den Geist zu fühlen.
[ 24 ] Wir haben den Pater profundus bereits durchgenommen, der zu der Stufe übergeht, durch die Natur den Geist zu fühlen.
Wie Felsenabgrund mir zu Füßen
Auf tiefem Abgrund lastend ruht,
Wie tausend Bäche strahlend fließen
Zum grausen Sturz des Schaums der Flut,
Wie strack, mit eignem kräftigen Triebe,
Der Stamm sich in die Lüfte trägt:
So ist es die allmächtige Liebe,
Die alles bildet, alles hegt.
Ist um mich her ein wildes Brausen,
Als wogte Wald und Felsengrund!
Und doch stürzt, liebevoll im Sausen,
Die Wasserfülle sich zum Schlund,
Berufen, gleich das Tal zu wässern;
Der Blitz, der flammend niederschlug,
Die Atmosphäre zu verbessern,
Die Gift und Dunst im Busen trug:
Sind Liebesboten, sie verkünden,
Was ewig schaffend uns umwallt,
Mein Innres mög’ es auch entzünden,
Wo sich der Geist, verworren, kalt,
Verquält in stumpfer Sinne Schranken,
Scharfangeschloßnem Kettenschmerz.
O Gott! beschwichtige die Gedanken,
Erleuchte mein bedürftig Herz.
Wie Felsenabgrund mir zu Füßen
Auf tiefem Abgrund lastend ruht,
Wie tausend Bäche strahlend fließen
Zum grausen Sturz des Schaums der Flut,
Wie strack, mit eignem kräftigen Triebe,
Der Stamm sich in die Lüfte trägt:
So ist es die allmächtige Liebe,
Die alles bildet, alles hegt.
Ist um mich her ein wildes Brausen,
Als wogte Wald und Felsengrund!
Und doch stürzt, liebevoll im Sausen,
Die Wasserfülle sich zum Schlund,
Berufen, gleich das Tal zu wässern;
Der Blitz, der flammend niederschlug,
Die Atmosphäre zu verbessern,
Die Gift und Dunst im Busen trug:
Sind Liebesboten, sie verkünden,
Was ewig schaffend uns umwallt,
Mein Innres mög’ es auch entzünden,
Wo sich der Geist, verworren, kalt,
Verquält in stumpfer Sinne Schranken,
Scharfangeschloßnem Kettenschmerz.
O Gott! beschwichtige die Gedanken,
Erleuchte mein bedürftig Herz.
[ 25 ] Nun kommt in dem Pater Seraphicus das unmittelbare Erfassen im Bewußtsein der geistigen Welt, in die Faust aufgenommen werden soll, das heißt solcher Geister, in deren Mitte Faust nun zunächst eintreten soll. Dafür muß zuerst wieder ein Bewußtsein dargestellt werden: das ist der Pater Seraphicus; er gibt das Medium ab, durch das die seligen Knaben erscheinen können. Und nun wiederum wunderbar, ich möchte sagen fach- und sachgemäß beobachtet:
[ 25 ] Nun kommt in dem Pater Seraphicus das unmittelbare Erfassen im Bewußtsein der geistigen Welt, in die Faust aufgenommen werden soll, das heißt solcher Geister, in deren Mitte Faust nun zunächst eintreten soll. Dafür muß zuerst wieder ein Bewußtsein dargestellt werden: das ist der Pater Seraphicus; er gibt das Medium ab, durch das die seligen Knaben erscheinen können. Und nun wiederum wunderbar, ich möchte sagen fach- und sachgemäß beobachtet:
Welch ein Morgenwölkchen schwebet
Durch der Tannen schwankend Haar!
Ahn’ ich, was im Innern lebet?
Es ist junge Geisterschar.
Welch ein Morgenwölkchen schwebet
Durch der Tannen schwankend Haar!
Ahn’ ich, was im Innern lebet?
Es ist junge Geisterschar.
[ 26 ] Kinder läßt Goethe auftreten, die gleich gestorben sind, nachdem sie geboren sind, man nennt sie im Volksmund: Mitternachtsgeborene.
[ 26 ] Kinder läßt Goethe auftreten, die gleich gestorben sind, nachdem sie geboren sind, man nennt sie im Volksmund: Mitternachtsgeborene.
[ 27 ] In Gesellschaft von solchen Mitternachtsgeborenen soll Faust zunächst kommen; sie wissen nichts von der Welt, ihr Bewußtsein von früher hat sich getrübt durch die Geburt, und von der neuen Welt wissen sie noch nichts. Das gehört zusammen mit der Himmelfahrt des Faust. So wie in der physischen Welt der Blitz nicht ohne den Donner ist, so ist in der geistigen Welt eine solche Himmelfahrt Fausts nicht ohne ein Sich-Bewußtwerden des seligen Knaben.
[ 27 ] In Gesellschaft von solchen Mitternachtsgeborenen soll Faust zunächst kommen; sie wissen nichts von der Welt, ihr Bewußtsein von früher hat sich getrübt durch die Geburt, und von der neuen Welt wissen sie noch nichts. Das gehört zusammen mit der Himmelfahrt des Faust. So wie in der physischen Welt der Blitz nicht ohne den Donner ist, so ist in der geistigen Welt eine solche Himmelfahrt Fausts nicht ohne ein Sich-Bewußtwerden des seligen Knaben.
Daß ein Liebender zugegen,
Fühlt ihr wohl, so naht euch nur;
Doch von schroffen Erdewegen,
Glückliche! habt ihr keine Spur.
Daß ein Liebender zugegen,
Fühlt ihr wohl, so naht euch nur;
Doch von schroffen Erdewegen,
Glückliche! habt ihr keine Spur.
[ 28 ] Durch unsere Augen und Ohren können geistige Wesenheiten überhaupt nur das Physische des physischen Planes sehen, sonst sehen sie das Geistige. Wenn ein Geist eine Hand sieht, so sieht er den Willen, der die Hand bewegt, und die Form; wenn er das Physische der Hand sehen will, muß er sich eines physischen Auges bedienen.
[ 28 ] Durch unsere Augen und Ohren können geistige Wesenheiten überhaupt nur das Physische des physischen Planes sehen, sonst sehen sie das Geistige. Wenn ein Geist eine Hand sieht, so sieht er den Willen, der die Hand bewegt, und die Form; wenn er das Physische der Hand sehen will, muß er sich eines physischen Auges bedienen.
Steigt herab in meiner Augen
Welt- und erdgemäß Organ,
Könnt sie als die euern brauchen,
Schaut euch diese Gegend an!
(Er nimmt sie in sich.)
Das sind Bäume, das sind Felsen,
Wasserstrom, der abestürzt
Und mit ungeheurem Wälzen
Sich den steilen Weg verkürzt.
Steigt herab in meiner Augen
Welt- und erdgemäß Organ,
Könnt sie als die euern brauchen,
Schaut euch diese Gegend an!
(Er nimmt sie in sich.)
Das sind Bäume, das sind Felsen,
Wasserstrom, der abestürzt
Und mit ungeheurem Wälzen
Sich den steilen Weg verkürzt.
[ 29 ] Die seligen Knaben sind jetzt in dem Pater Seraphicus darinnen. Er gibt ihnen soviel von seiner geistigen Kraft, daß sie zu höheren Sphären aufsteigen können. Daraus sieht man wieder den Zusammenhang der geistigen mit der physischen Welt. Wenn wir meditieren, kommt das auch den Geistern zugute, deshalb sollen wir den Toten vorlesen. So gibt der Pater Seraphicus den Knaben die Frucht seiner Meditation ab, und dadurch steigen sie auf.
[ 29 ] Die seligen Knaben sind jetzt in dem Pater Seraphicus darinnen. Er gibt ihnen soviel von seiner geistigen Kraft, daß sie zu höheren Sphären aufsteigen können. Daraus sieht man wieder den Zusammenhang der geistigen mit der physischen Welt. Wenn wir meditieren, kommt das auch den Geistern zugute, deshalb sollen wir den Toten vorlesen. So gibt der Pater Seraphicus den Knaben die Frucht seiner Meditation ab, und dadurch steigen sie auf.
Steigt hinan zu höhrem Kreise,
Wachset immer unvermerkt,
Wie, nach ewig reiner Weise,
Gottes Gegenwart verstärkt.
Denn das ist der Geister Nahrung,
Die im freisten Äther walter:
Ewigen Liebens Offenbarung,
Die zur Seligkeit entfaltet.
Steigt hinan zu höhrem Kreise,
Wachset immer unvermerkt,
Wie, nach ewig reiner Weise,
Gottes Gegenwart verstärkt.
Denn das ist der Geister Nahrung,
Die im freisten Äther walter:
Ewigen Liebens Offenbarung,
Die zur Seligkeit entfaltet.
[ 30 ] Den «Faust» so kennen, wie hier einmal bei Goethe eine tiefste okkulte Wahrheit einer Weltendichtung einverleibt worden ist, heißt näher dem Okkultismus stehen, als noch so viele «okkulte» Erklärungen geben,
[ 30 ] Den «Faust» so kennen, wie hier einmal bei Goethe eine tiefste okkulte Wahrheit einer Weltendichtung einverleibt worden ist, heißt näher dem Okkultismus stehen, als noch so viele «okkulte» Erklärungen geben,
[ 31 ] Jetzt sind die Knaben in ihren eigenen Regionen. Sie sind übergegangen aus der Sphäre der Geister der Form in die Sphäre der Geister der Bewegung.
[ 31 ] Jetzt sind die Knaben in ihren eigenen Regionen. Sie sind übergegangen aus der Sphäre der Geister der Form in die Sphäre der Geister der Bewegung.
[ 32 ] Nun kommen die Engel, heraufbringend Faustens Entelechie, das heißt sein Unsterbliches. Sie haben entrissen dieses Glied der Geisterwelt dem Mephistopheles und bringen es hinauf mit den Worten:
[ 32 ] Nun kommen die Engel, heraufbringend Faustens Entelechie, das heißt sein Unsterbliches. Sie haben entrissen dieses Glied der Geisterwelt dem Mephistopheles und bringen es hinauf mit den Worten:
Gerettet ist das edle Glied
Der Geisterwelt vom Bösen:
Wer immer strebend sich bemüht,
Den können wir erlösen;
Und hat an ihm die Liebe gar
Von oben teilgenommen,
Begegnet ihm die selige Schar
Mit herzlichem Willkommen.
Gerettet ist das edle Glied
Der Geisterwelt vom Bösen:
Wer immer strebend sich bemüht,
Den können wir erlösen;
Und hat an ihm die Liebe gar
Von oben teilgenommen,
Begegnet ihm die selige Schar
Mit herzlichem Willkommen.
[ 33 ] Die jüngeren Engel:
[ 33 ] Die jüngeren Engel:
Jene Rosen, aus den Händen
Liebend-heiliger Büßerinnen,
Halfen uns den Sieg gewinnen
Und das hohe Werk vollenden,
Diesen Seelenschatz erbeuten.
Böse wichen, als wir streuten,
Teufel flohen, als wir trafen.
Statt gewohnter Höllenstrafen
Fühlten Liebesqual die Geister;
Selbst der alte Satansmeister
War von spitzer Pein durchdrungen.
Jene Rosen, aus den Händen
Liebend-heiliger Büßerinnen,
Halfen uns den Sieg gewinnen
Und das hohe Werk vollenden,
Diesen Seelenschatz erbeuten.
Böse wichen, als wir streuten,
Teufel flohen, als wir trafen.
Statt gewohnter Höllenstrafen
Fühlten Liebesqual die Geister;
Selbst der alte Satansmeister
War von spitzer Pein durchdrungen.
[ 34 ] Es ist ein okkulter Satz: dem Mephisto-Ahriman ist die Liebe ein verzehrendes Feuer und eine furchtbare Gabe der Finsternis.
[ 34 ] Es ist ein okkulter Satz: dem Mephisto-Ahriman ist die Liebe ein verzehrendes Feuer und eine furchtbare Gabe der Finsternis.
Jauchzet auf! es ist gelungen.
Jauchzet auf! es ist gelungen.
[ 35 ] Nun die vollendeteren Engel:
[ 35 ] Nun die vollendeteren Engel:
Uns bleibt ein Erdenrest
Zu tragen peinlich,
Und wär’ er von Asbest,
Er ist nicht reinlich.
Wenn starke Geisteskraft
Die Elemente
An sich herangerafft....
Uns bleibt ein Erdenrest
Zu tragen peinlich,
Und wär’ er von Asbest,
Er ist nicht reinlich.
Wenn starke Geisteskraft
Die Elemente
An sich herangerafft....
[ 36 ] Was ist das für ein Erdenrest? Unsere Seele, wenn sie auf der Erde lebt, nimmt durch ihre Wahrnehmungen, Vorstellungen, Gefühle dasjenige auf, was auf der Erde vorgeht, dadurch rafft gleichsam die Seele an sich heran, was in den Elementen des physischen, Planes lebt. Das kann nicht gleich getrennt werden. So wie man früher die Leichen in ein Gewebe von Asbest eingehüllt hat, damit die Asche zusammengehalten wird, so hat Fausts Seele einen Rest von der Sinnenwelt, der ist nicht rein, wenn er auch wäre wie der Asbest, der dem Feuer stand hält.
[ 36 ] Was ist das für ein Erdenrest? Unsere Seele, wenn sie auf der Erde lebt, nimmt durch ihre Wahrnehmungen, Vorstellungen, Gefühle dasjenige auf, was auf der Erde vorgeht, dadurch rafft gleichsam die Seele an sich heran, was in den Elementen des physischen, Planes lebt. Das kann nicht gleich getrennt werden. So wie man früher die Leichen in ein Gewebe von Asbest eingehüllt hat, damit die Asche zusammengehalten wird, so hat Fausts Seele einen Rest von der Sinnenwelt, der ist nicht rein, wenn er auch wäre wie der Asbest, der dem Feuer stand hält.
Kein Engel trennte
Geeinte Zwienatur
Der innigen beiden,
Die ewige Liebe nur
Vermag’s zu scheiden.
Kein Engel trennte
Geeinte Zwienatur
Der innigen beiden,
Die ewige Liebe nur
Vermag’s zu scheiden.
[ 37 ] Die Engel verhüllen vor der Menschwerdung ihr Angesicht. Das ist ein Geheimnis, das nur geschaut werden kann von denjenigen Wesenheiten, die tiefer hinabsteigen können als Engel, welche die Menschwerdung nicht mitgemacht haben. Nur die Liebe kann das scheiden.
[ 37 ] Die Engel verhüllen vor der Menschwerdung ihr Angesicht. Das ist ein Geheimnis, das nur geschaut werden kann von denjenigen Wesenheiten, die tiefer hinabsteigen können als Engel, welche die Menschwerdung nicht mitgemacht haben. Nur die Liebe kann das scheiden.
[ 38 ] Jetzt werden die Engel der seligen Knaben gewahr. Die seligen Knaben empfangen das, was da hinaufgeführt wird:
[ 38 ] Jetzt werden die Engel der seligen Knaben gewahr. Die seligen Knaben empfangen das, was da hinaufgeführt wird:
Löset die Flocken los.
Löset die Flocken los.
[ 39 ] Hier knüpft Goethe wiederum an physische Vorgänge an, um geistige Vorgänge zu charakterisieren. Die Benediktinermönche werden, wenn sie sterben, in ein besonderes Kleid, die «flocca», von bräunlicher Farbe, gehüllt; alle Benediktiner werden in derselben Flocca bestattet, daher das Wort «Flocken».
[ 39 ] Hier knüpft Goethe wiederum an physische Vorgänge an, um geistige Vorgänge zu charakterisieren. Die Benediktinermönche werden, wenn sie sterben, in ein besonderes Kleid, die «flocca», von bräunlicher Farbe, gehüllt; alle Benediktiner werden in derselben Flocca bestattet, daher das Wort «Flocken».
[ 40 ] Hier habe ich versucht, eine Freiheit mir zu gestatten gegenüber dem, was um Faust herum wirklich da ist. Ich habe gesagt: durch ein Bewußtsein muß das alles uns aufgehen. Bis jetzt geht alles hin durch das Bewußtsein des Chores, der Anachoreten. Jetzt muß Faust selber durch ein Bewußtsein hinaufgehen, aber er muß durch ein Vollbewußtsein hinaufgehen, er muß ein neues Bewußtsein ganz ausfüllen, ein neues Bewußtsein, das aber mit ihm identisch ist, denn er gelangt als voller Mensch hinauf.
[ 40 ] Hier habe ich versucht, eine Freiheit mir zu gestatten gegenüber dem, was um Faust herum wirklich da ist. Ich habe gesagt: durch ein Bewußtsein muß das alles uns aufgehen. Bis jetzt geht alles hin durch das Bewußtsein des Chores, der Anachoreten. Jetzt muß Faust selber durch ein Bewußtsein hinaufgehen, aber er muß durch ein Vollbewußtsein hinaufgehen, er muß ein neues Bewußtsein ganz ausfüllen, ein neues Bewußtsein, das aber mit ihm identisch ist, denn er gelangt als voller Mensch hinauf.
[ 41 ] Vieles im «Faust» ist noch unvollendet, und sicher unvollendet ist der Pater Marianus, den Goethe später Doctor Marianus nannte. Dieser Doctor Marianus ist da, damit durch sein Bewußtsein der Faust erscheint, daher lasse ich einfach den Doctor Marianus den Faust selber sein. Der Anachoret Doctor Marianus ist zu gleicher Zeit Doctor Marianus und Faust.
[ 41 ] Vieles im «Faust» ist noch unvollendet, und sicher unvollendet ist der Pater Marianus, den Goethe später Doctor Marianus nannte. Dieser Doctor Marianus ist da, damit durch sein Bewußtsein der Faust erscheint, daher lasse ich einfach den Doctor Marianus den Faust selber sein. Der Anachoret Doctor Marianus ist zu gleicher Zeit Doctor Marianus und Faust.
[ 42 ] Nun handelt es sich darum, daß das tiefe Mysterium der Liebe herankommt, als durchdringend die Welt im ganz christlichen Sinne.
[ 42 ] Nun handelt es sich darum, daß das tiefe Mysterium der Liebe herankommt, als durchdringend die Welt im ganz christlichen Sinne.
[ 43 ] Faust hat ja, im profanen Sinne gesprochen, Gretchen verführt, Gretchen ist sogar hingerichtet worden, sie ist unschuldig schuldig geworden, in ihr ist jene Unschuld, die in dem Mysterium des Menschen eingeschlossen ruht, und ihre Liebe ist «ewiger Dauerstern». Will man das in einer Imagination ausdrücken, so kommt man zu der MaterDolorosa-Gloriosa. Sie bringt mit sich drei Büßerinnen, sie sieht nicht auf die Schuld dieser drei, sondern auf dasjenige, was in ihnen unschuldig schuldig ist. Dem Doctor Marianus geht dieses Geheimnis auf.
[ 43 ] Faust hat ja, im profanen Sinne gesprochen, Gretchen verführt, Gretchen ist sogar hingerichtet worden, sie ist unschuldig schuldig geworden, in ihr ist jene Unschuld, die in dem Mysterium des Menschen eingeschlossen ruht, und ihre Liebe ist «ewiger Dauerstern». Will man das in einer Imagination ausdrücken, so kommt man zu der MaterDolorosa-Gloriosa. Sie bringt mit sich drei Büßerinnen, sie sieht nicht auf die Schuld dieser drei, sondern auf dasjenige, was in ihnen unschuldig schuldig ist. Dem Doctor Marianus geht dieses Geheimnis auf.
Hier ist die Aussicht frei,
Der Geist erhoben.
Dort ziehen Fraun vorbei,
Schwebend nach oben;
Die Herrliche mitteninn
Im Sternenkranze,
Die Himmelskönigin,
Ich seh’s am Glanze.
(Entzückt)
Höchste Herrscherin der Welt!
Lasse mich im blauen
Ausgespannten Himmelszelt
Dein Geheimnis schauen.
Billige, was des Mannes Brust
Ernst und zart beweget
Und mit heiliger Liebeslust
Dir entgegen träget.Unbezwinglich unser Mut,
Wenn du hehr gebietest,
Plötzlich mildert sich die Glut,
Wie du uns befriedest.
Jungfrau, rein im schönsten Sinn,
Mutter, Ehren würdig,
Uns erwählte Königin,
Göttern ebenbürtig.Um sie verschlingen
Sich leichte Wölkchen ...
Hier ist die Aussicht frei,
Der Geist erhoben.
Dort ziehen Fraun vorbei,
Schwebend nach oben;
Die Herrliche mitteninn
Im Sternenkranze,
Die Himmelskönigin,
Ich seh’s am Glanze.
(Entzückt)
Höchste Herrscherin der Welt!
Lasse mich im blauen
Ausgespannten Himmelszelt
Dein Geheimnis schauen.
Billige, was des Mannes Brust
Ernst und zart beweget
Und mit heiliger Liebeslust
Dir entgegen träget.Unbezwinglich unser Mut,
Wenn du hehr gebietest,
Plötzlich mildert sich die Glut,
Wie du uns befriedest.
Jungfrau, rein im schönsten Sinn,
Mutter, Ehren würdig,
Uns erwählte Königin,
Göttern ebenbürtig.Um sie verschlingen
Sich leichte Wölkchen ...
[ 44 ] Goethe läßt ganz sachgemäß die Seele erst aus dem Nebelnden — Wölkchen — hervorgehen, um sich dann erst zur fertigen Form zu ballen.
[ 44 ] Goethe läßt ganz sachgemäß die Seele erst aus dem Nebelnden — Wölkchen — hervorgehen, um sich dann erst zur fertigen Form zu ballen.
[ 45 ] Es folgt der Chor der Büßerinnen. Es ist großartig, daß Goethe gerade, ich möchte sagen, die Liebe in ihrer sinnlichen Form genommen hat und sie hier religiös verklärt hat - zum zweiten Male; die Bibel hat es schon zum ersten Mal getan. Die Maria Magdalena hat viel geliebt im wirklichen Sinn, aber sie hat eben geliebt, und der Christus sieht nur die Liebe, nicht die Sünde, darum gehört sie auch zum Christus. Dann die Maria Aegyptiaca und die Una Poenitentium, sonst Gretchen genannt, Ebenso könnte stehen: Doctor Marianus, sonst Faust genannt.
[ 45 ] Es folgt der Chor der Büßerinnen. Es ist großartig, daß Goethe gerade, ich möchte sagen, die Liebe in ihrer sinnlichen Form genommen hat und sie hier religiös verklärt hat - zum zweiten Male; die Bibel hat es schon zum ersten Mal getan. Die Maria Magdalena hat viel geliebt im wirklichen Sinn, aber sie hat eben geliebt, und der Christus sieht nur die Liebe, nicht die Sünde, darum gehört sie auch zum Christus. Dann die Maria Aegyptiaca und die Una Poenitentium, sonst Gretchen genannt, Ebenso könnte stehen: Doctor Marianus, sonst Faust genannt.
[ 46 ] Die seligen Knaben nehmen Faust auf in ihren Kreis. Faust sucht das Mariahafte in Gretchen durch die Himmelskönigin, daher darf das, was sich zugetragen hat, ein mystischer Chor aussprechen. Dieser mystische Chor enthält die großen, die lapidaren Worte:
[ 46 ] Die seligen Knaben nehmen Faust auf in ihren Kreis. Faust sucht das Mariahafte in Gretchen durch die Himmelskönigin, daher darf das, was sich zugetragen hat, ein mystischer Chor aussprechen. Dieser mystische Chor enthält die großen, die lapidaren Worte:
Alles Vergängliche
Ist nur ein Gleichnis,
Das Unzulängliche,
Hier wird’s Erreichnis;
Das Unbeschreibliche,
Hier ist’s getan;
Das Ewig-Weibliche
Zieht uns hinan.
Alles Vergängliche
Ist nur ein Gleichnis,
Das Unzulängliche,
Hier wird’s Erreichnis;
Das Unbeschreibliche,
Hier ist’s getan;
Das Ewig-Weibliche
Zieht uns hinan.
[ 47 ] Mit diesem Gerippe wollte ich Ihnen zeigen, daß Goethe wirklich sachgemäß, aus geistiger Erkenntnis heraus, diese letzte Szene dargestellt hat, daß er überall die realen Grundlagen zu schaffen gewußt hat: die Bewußtseinsgrundlagen.
[ 47 ] Mit diesem Gerippe wollte ich Ihnen zeigen, daß Goethe wirklich sachgemäß, aus geistiger Erkenntnis heraus, diese letzte Szene dargestellt hat, daß er überall die realen Grundlagen zu schaffen gewußt hat: die Bewußtseinsgrundlagen.
[ 48 ] Wie einer, der die Sache kennt, weiß, wirklich versteht, so hat Goethe geschildert. Allerdings, man muß sich einleben in das, was Goethe gewollt hat. Man muß in seinen Intentionen darinnen sein, gleichsam als lebend den toten Goethe vor sich stehen haben. Denn manches ist nicht so leicht einzusehen.
[ 48 ] Wie einer, der die Sache kennt, weiß, wirklich versteht, so hat Goethe geschildert. Allerdings, man muß sich einleben in das, was Goethe gewollt hat. Man muß in seinen Intentionen darinnen sein, gleichsam als lebend den toten Goethe vor sich stehen haben. Denn manches ist nicht so leicht einzusehen.
