Art in the Light of Mystery Wisdom
GA 275
29 December 1914, Dornach
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Art as Seen in the Light of Mystery Wisdom, tr. Wehrle, et. al.
Zweiter Vortrag
2. Impulses of Transformation for Man's Artistic Evolution I
[ 1 ] Ich möchte Ihnen noch sprechen im Verlaufe dieser Betrachtungen ich habe das schon gestern angedeutet - von den wichtigen Umwandlungsimpulsen, die in unserer Zeit liegen für die künstlerische Evolution der Menschheit. Ich möchte das anschließen an dasjenige, was sich Ihnen ergibt, wenn Sie unseren Bau betrachten, namentlich das, wovon dieser Bau ein schwacher Anfang sein will. Damit wir aber solche Betrachtungen anstellen können, wird es notwendig sein, eine Grundlage zu schaffen, eine Grundlage über den Zusammenhang des Künstlerischen mit den Erkenntnissen, die wir gewonnen haben über den Zusammenhang des Menschen mit der Welt überhaupt. Diese vielleicht mehr theoretisch aussehende Betrachtung möchte ich heute anstellen und dann morgen fortfahren mit Bezug auf unser eigentliches 'Thema, eben die Umwandlungsimpulse der künstlerischen Entwickelung.
[ 1 ] In the course of the following considerations I shall be speaking to you about the important impulses of transformation present in our era for the artistic evolution of mankind. I would like to connect this with what may occur to you as a result of your own observation of this building, or rather with that of which this building is merely a beginning. But as a basis for these considerations it will be necessary to establish a connection between art and the knowledge we have gained about man and his relationship with the world in general. I will begin today with these seemingly more theoretical considerations and continue tomorrow with our actual theme concerning the impulses of transformation in artistic development.
[ 2 ] Ich sage, die scheinbar mehr theoretische Grundlage möchte ich heute geben. In Wirklichkeit handelt es sich für den, der die Geisteswissenschaft als etwas Lebendiges erfaßt, nicht um etwas Theoretisches, sondern auch um etwas durchaus Lebendiges. Das kann allerdings nur für diejenigen ganz klar hervortreten, denen die Ideen von physischem Leib, Ätherleib, Astralleib, Ich und so weiter nicht Bezeichnungen sind für eine schematische Darstellung der menschlichen Wesenheit, sondern die Zusammenfassung von wirklich Erlebtem in Empfindungen, in Vorstellungen der geistigen Welt.
[ 2 ] Though I said that I would begin today with a seemingly more theoretical basis, in actual fact anyone who looks upon spiritual science as something living will find these preliminaries very much alive and not at all theoretical. They will, however, only be quite clear to those for whom the ideas of physical body, etheric body, astral body, ego, and so on, are not mere designations in a diagram of man's being but the expression of actual experiences in feelings and ideas relating to the spiritual world.
[ 3 ] Wenn wir die einzelnen Künste in Betracht ziehen, so stellt sich uns als diejenige Kunst, welche am meisten losgelöst ist von der ganzen menschlichen Wesenheit, die Baukunst, die Architektur dar. Die Baukunst wird dadurch losgelöst von der menschlichen Wesenheit, daß sie in den Dienst gestellt wird unserer äußeren Impulse, entweder reiner Nützlichkeitsimpulse, wie das bei der Utilitätsbaukunst, bei den eigentlichen Nützlichkeitsbauten der Fall ist, oder daß sie in den Dienst treten muß vieler ideeller, idealer Interessen, wie das der Fall ist, wenn sie mit ihren Werken dem Kult dient, dem religiösen Dienst und so weiter. Wir werden aus dem Gang der Betrachtungen selber ersehen, wie die andern Künste, ich möchte sagen intimer sich anschließen an die eigentliche menschliche Wesenheit als die Baukunst. Die Baukunst hat etwas Losgelöstes von dem, was wir als die Gesetzmäßigkeit des menschlichen Inneren bezeichnen. Und dennoch, für den Betrachter der Welt, der von der Geisteswissenschaft ausgeht, verliert die Baukunst wiederum diesen Charakter der Äußerlichkeit eigentlich in ganz beträchtlichem Maße.
[ 3 ] If we consider the different forms of art, it appears that architecture is the one that has become most separated from the human being as a whole. Architecture is separated from the human being, because it is placed at the service of our external impulses, either those of utility, which call for utilitarian structures, or those having idealistic aims, as in the case of religious buildings. We shall see during the course of the lecture how other forms of art have a more intimate connection with the real being of man than has architecture. Architecture is in some way detached from what we describe as the laws of man's inner being. And yet, seen from the point of view of spiritual science, this external character of architecture very largely disappears.
[ 4 ] Wenn wir an die Anschauung der menschlichen Wesenheit herangehen, so tritt uns zunächst gewissermaßen als das Äußerlichste dieser menschlichen Wesenheit entgegen der physische Leib. Dieser physische Leib ist aber durchzogen, durchwellt, durchwirkt von dem ätherischen Leib. Der physische Leib könnte ein reiner Raumesleib genannt werden, eine räumliche Organisation. Das aber, was als ätherischer Leib im physischen Leib drinnensteckt, oder, wie Sie wissen, über den physischen Leib auch hinausragt und in intimer Verbindung steht mit dem kosmischen Ganzen, das ist nicht zu betrachten, wenn man nicht die Zeit zu Hilfe nimmt. Denn im Grunde genommen ist alles im ätherischen Leib Rhythmus, zyklischer Ablauf von Bewegungen, von Betätigungen, und einen räumlichen Charakter trägt der Ätherleib nur dadurch, daß er den physischen Leib ausfüllt. Für die menschliche imaginative Anschauung ist es allerdings notwendig, daß der ätherische Leib auch in Raumesbildern vorgestellt wird, aber das ist nicht sein Wesentliches. Sein Wesentliches ist das Zyklische, das Rhythmische, das in der Zeit Ablaufende. Und so wenig es im Musikalischen auf das Räumliche ankommt, sondern auf das Zeitliche, so wenig kommt es eigentlich bei der Realität des menschlichen ätherischen Leibes - nicht bei seiner imaginativen Repräsentation - an auf das Räumliche, sondern es kommt an auf das Bewegliche, sich Bewegende, auf das tätig sich Gestaltende, aber rhythmisch sich Gestaltende, in Melodien sich Gestaltende, also auf das Zeitliche. Gewiß, es liegt hier eine Schwierigkeit des menschlichen Vorstellens, weil das menschliche Vorstellen so sehr gewöhnt ist, alles auf den Raum zu beziehen. Aber man muß vielmehr sich bemühen, um zu einer klaren Vorstellung über den ätherischen Leib zu kommen, ich möchte sagen, die musikalischen Vorstellungen zu Hilfe zu nehmen und nicht die räumlichen Vorstellungen.
[ 4 ] When we begin to look at the human being, the part that first strikes us, because it is the most outward, is the physical body. But this physical body is permeated and penetrated and filled by the etheric body. The physical body might be simply called a space body or described as an organisation in space. But the etheric body, which dwells in the physical body and, as you know, also extends beyond the limits of the physical body and is intimately connected with the whole cosmos, cannot be contemplated without the aid of time. Basically everything in the etheric body is rhythm, a cyclical rhythm of movement or activity, and it has a spatial character only in as far as it inhabits the physical body. For human imaginative perception, it is true, the etheric body also has to be conceived in spatial pictures; but these do not show its essential nature, which is cyclic, rhythmic, moving in time. Music takes up no space, but is solely present in time. In the same way, what matters with regard to the human etheric body in reality (not in the imaginative picture we draw) is mobility, movement, formative activity in rhythmic or musical sequence, in fact the quality of time. Of course, this is a difficult thing for the human mind to conceive, accustomed as it is to relating everything to space; but in order to gain a clear concept of the etheric body we must try much harder to allow musical ideas rather than spatial ideas to come to our aid.
[ 5 ] Wenn wir noch eine Eigenschaft des ätherischen Leibes hervorheben, so können wir sagen: Dieser Ätherleib ist vor allen Dingen, indem er, den physischen Leib erfüllend, seine Betätigung, sein rhythmisches Spiel hineinerstreckt in den physischen Leib, ein Kräfteleib. Er ist ein Ausfluß von Kräften, ein Sich-Darstellen von Kräften. Und wir merken diese Kräfte an Erscheinungen, die sich beim Menschen vollziehen im Verlaufe seines Lebens. Eine von der äußeren Wissenschaft und äußeren Weltbetrachtung wenig ins Auge gefaßte, von uns aber oft hervorgehobene Erscheinung des menschlichen Lebens ist das Sich-Aufrichten der menschlichen Gestalt. Wir treten ja durch die Kindheit noch nicht mit der Fähigkeit in die Welt, die für den Menschen wichtigste Position oder Lage anzunehmen, die aufrechte Lage. Wir müssen sie uns erst erwerben. Dieses Erwerben. geht zwar vom Astralleib aus, aber der Astralleib muß gleichsam seine In-die-HöheStreckkraft übertragen auf den Ätherleib, und dieser arbeitet im Laufe der Zeit daran, die menschliche physische Gestalt senkrecht aufwärtszutichten. Da sehen wir das lebendige Spiel des Astralleibes und Ätherleibes an der Gestaltung des physischen Leibes. Nun ist das nur die auffälligste Erscheinung, dieses Gestalten zu einer aufrechten, vertikalen Position hin. Jedesmal, wenn wir eine Hand aufheben, findet aber ein ähnlicher Vorgang statt. In unserem Ich können wir ja nur den Gedanken dieser Handbewegung, dieses Handaufhebens haben, dieser Gedanke muß dann zugleich wirken auf den Astralleib, und der Astralleib überträgt seine Tätigkeit — dasjenige, was er als einen Impuls hat — auf den Ätherleib. Und was geschieht dann? Nehmen wir einmal an, ein Mensch habe seine Hand in einer solchen, waagrechten Lage. Nun bildet er sich die Vorstellung: Ich will die Hand etwas weiter oben, hier haben. - Diese Vorstellung, die im Leben gefolgt ist von dem Erheben der Hand, geht über auf den Astralleib; darinnen bildet sich ein Impuls, vom Astralleib auf den Ätherleib, und zwar geschieht im Ätherleib jetzt, wenn die Hand so war, waagrecht, das Folgende: es wird der Ätherleib zunächst nach hier heraufgezogen, und die Hand rückt nach. Die physische Hand folgt demjenigen, was im Ätherleib zuerst als eine Kraftentwickelung geschieht. Die Hand folgt nach.
[ 5 ] In order to bring to the fore another characteristic of the etheric body it can be said: Occupying the physical body and extending, as it does, its activity and rhythmical play into this physical body, it is above all a body of forces. It is a flowing-out of forces, a manifestation of forces, and we notice them in a number of phenomena that occur during the course of a man's life. One of these phenomena, to which not much attention is paid by external science or from an outward view of the world, but one which we have often stressed, is the ability of the human being to stand upright. On entering the world at birth we are not yet able to assume this vertical posture, which is the most important of all postures for the human being. We have to acquire the ability. It is true that this is initiated by the astral body, which as it were transfers its power of upward-stretching to the etheric body, but it is the latter which in the course of time sets about raising the physical body into a vertical position. Here we see the living interplay of the astral and etheric bodies in the formation of the physical body. But this acquisition of the upright posture is only the most striking of these phenomena. Whenever we lift a hand a similar process takes place. In our ego we can only contain the thought of lifting a hand; this thought must at once act upon the astral body, and the astral body transfers its activity, which lives in it as an impulse, to the etheric body. And what happens then? Let us assume that someone is holding his hand in a horizontal position. Now he forms the idea: I want to raise my hand a little bit higher. The idea, which in life is followed by the act of lifting the hand, passes over to the astral body; there an impulse arises and passes over from the astral body to the etheric body. And now the following happens in the etheric body: The hand is at first horizontal; then the etheric body is drawn up higher, then the physical hand moves, following what occurs first as a development of force in the etheric body. The physical hand follows the etheric.
[ 6 ] Den Gesamtvorgang werde ich morgen noch erklären, jetzt will ich nur darauf aufmerksam machen, daß wir es bei jeder Bewegung, bei der Herstellung irgendeiner Bewegung mit einer Kraftentfaltung zu tun haben, auf die eine Gleichgewichtslage folgt. Mit solcher Kraftentfaltung und folgender Gleichgewichtslage haben wir es fortwährend im Leben unseres Organismus zu tun. Natürlich hat der Mensch keine bewußte Erkenntnis von dem, was da eigentlich in ihm vorgeht, aber was da vorgeht, das ist etwas so unendlich Weises, etwas so unendlich Gescheites, daß die Ich-Gescheitheit des Menschen an diese Dinge auch nicht im entferntesten heranreicht. Wir würden keine Hand bewegen können, wenn wir nur auf unsere Gescheitheit, auf unsere Kenntnisse angewiesen wären, denn die feinen Kräfte, die vom Astralleib aus im Ätherleib entwickelt werden müssen, die dann übergehen müssen auf den physischen Leib, die entziehen sich ganz der gewöhnlichen menschlichen Erkenntnis. Dennoch liegt eine millionenfach größere Weisheit darinnen, die da entfaltet wird, als wenn ein Uhrmacher eine Uhr macht. Das bedenken wir gewöhnlich nicht, aber diese Weisheit muß wirklich entfaltet werden. Sie muß entfaltet werden, und sie wird entfaltet dadurch, daß wir allerdings mit unserem Ich uns selbst überlassen sind. In dem Augenblick aber, wo das Ich seine Vorstellungsimpulse in den Astralleib hineinschickt, muß uns ein anderes Wesen helfen. Wir können da allein gar nichts anfangen. Ein Wesen aus der Hierarchie der Angeloi muß uns helfen; wir sind darauf angewiesen. Bei der geringsten Fingerbewegung muß ein solches Wesen, das mit seiner Weisheit weit vorauseilt der menschlichen Weisheit, uns helfen. Wir könnten nichts anderes tun als starr daliegen und vorstellen, starrkrampfartig in der Welt sein, wenn uns nicht fortwährend die Wesen der höheren Hierarchien in ihre Betätigungen aufnehmen würden.
[ 6 ] I shall explain the whole process tomorrow. At the moment I simply want to point out that the making of any movement involves a development of force which is followed by a state of equilibrium. In the life of our organism we are continually dealing with a development of force followed by a state of equilibrium. Of course the human being has no conscious knowledge of what is really going on within him; but what takes place is so infinitely wise that human ego cleverness is nothing by comparison. We would be unable to move a hand if we had to depend on our own cleverness and knowledge alone; for the subtle forces developed by the astral body in the etheric body and then passed on to the physical body are quite inaccessible to ordinary human knowledge. And the wisdom developed in this process is millions of times greater than that required by a watch-maker in making a watch. We do not usually think of this, but this wisdom actually has to be developed. It must be developed and it is developed as a result of our being left to ourselves with our ego. But the moment the ego sends the impulses of its concept into the astral body we need the help of another being; unaided we can do nothing here. We are dependent on help from a being belonging to the hierarchy of the angels. For even the tiniest movement of a finger we need the assistance of such a being, whose wisdom is far in advance of our own. We could do nothing but lie on the earth immobile, making concepts in utter rigidity, if the beings of the higher hierarchies did not constantly surround us with their activity.
[ 7 ] Es gehört daher zu dem ersten Schritt der Initiation, sich eine Vorstellung, eine Kenntnis, die sich ganz von selbst ergibt, davon zu erwerben, wie diese Kräfte auf die menschliche Natur wirken.
[ 7 ] Therefore the first step towards initiation is to gain an understanding of how these forces act upon the human being.
[ 8 ] Wir haben ja versucht, hier zu zeigen, was es schon bedeutet, wenn nur das Haupt sich auf die Hand stützt und so weiter. Wir lernen sozusagen das Äußerlichste unseres Wesens, das was durch die Wirkung unseres Ätherleibes auf unseren physischen Leib vorgeht, in einem räumlichen Linien- und Kräftesystem kennen. Wenn wir dieses räumliche Linien- und Kräftesystem, das im Grunde genommen in uns fortwährend wirksam ist, hinaustragen in die Welt und die Materie anordnen nach diesem Kräftesystem, wenn wir loslösen dieses Kräftesystem von uns und die Materie danach anordnen, dann entsteht die Baukunst. Und alle Baukunst besteht darin, daß wir diesen Kräftezusammenhang von uns loslösen und ihn hinausstellen in den Raum. So daß wir sagen können: Wenn wir hier schematisch die äußersten Grenzen unseres physischen Leibes meinen, so schieben wir die innere Gesetzmäßigkeit, die dem physischen Leib aufgeprägt wird durch den Ätherleib, hinaus, außer uns, und dadurch entsteht die Baukunst. Alles, was an Gesetzen in der Zusammenfügung der Materie baukünstlerisch vorhanden ist, ist auch durchaus zu finden im menschlichen Leibe. Ein Hinausprojizieren der eigenen Gesetzmäßigkeit des menschlichen Leibes außer uns in den Raum ist die Baukunst, die Architektur.
[ 8 ] I have tried to show here what is involved even in a movement as simple as resting the head in the hand. We learn to know, in the form of a spatial system of lines and forces, the exterior of our being, that which happens to our physical body through the activity of the etheric body. If we carry this spatial system of lines and forces constantly active in us out into the world, and if we organise matter according to this system, then architecture arises. All architecture consists in separating from ourselves this system of forces and placing it outside in space. Thus we may say: Here we have the outer boundary of our physical body, and if we push the inner organisation, which has been impressed by the etheric body on to the physical body, outside this boundary, then architecture arises. All the laws present in the architectural utilisation of matter are to be found also in the human body. When we project the specific organisation of the human body into the space outside it, then we have architecture.
[ 9 ] Nun wissen wir, daß sich für unsere Betrachtung anschließt an den physischen Leib der ätherische Leib. Wenn wir noch einmal den Blick zurückwenden auf irgendein Werk der Baukunst, was können wir dann sagen gegenüber diesem Werk der Baukunst? Wir können sagen: Da steht, in den Raum draußen hinausgetragen, die Beziehung zwischen vertikalen und horizontalen und von Kräften, die aufeinander wirken, wie sie sich sonst abspielen im menschlichen physischen Leib. Das ist hinausgetragen.
[ 9 ] Now we know, in our way of looking at things, that the etheric body is attached to the physical body. Looking once more at any work of architecture, what we can say to ourselves about it? We can say that here, carried into the space outside us, is the interaction between vertical and horizontal and between forces that react together, all of which are otherwise to be found within the human physical body.
[ 10 ] Ebenso können wir das, was von dem Astralleib ausfließt in den Ätherleib hinein, jetzt nicht außer uns hinaustragen, sondern nur in uns hinuntertragen von dem Astralleib aus in den Ätherleib hinein. Also, wir können etwas hervorrufen, was wir nicht absondern von unseter Natur, nicht hinausstellen in den Raum, sondern was wir nur bis in uns selber hineinschieben. Wenn wir diese Prozedur vollziehen, dann haben wir es im Grunde genommen zu tun mit einem Physischwerden der Gesetze des Ätherleibes, die der Ätherleib vom Astralleib bekommen hat, wie in der Baukunst physisch werden, hinausprojiziert werden die Gesetze des physischen Leibes. Und durch dieses, was so entsteht aus unserem Ätherleib heraus wie die Baukunst aus unserem physischen Leib heraus, entsteht die Plastik oder die Skulptur, so daß wir gleichsam die Gesetze des Ätherleibes eine Stufe herunterschieben.
[ 10 ] In the same way we can carry what streams from the etheric body into the physical body, not outside ourselves this time, but down from the etheric into the physical body. In other words we can bring about something which we do not separate from ourselves by placing it outside us, but which we only push down into ourselves. This is the process by which the laws of the etheric body, which it has received from the astral body, can become physical, just as in architecture the laws of the physical body are projected into the space outside us. Through this process, sculpture arises out of the etheric body, just as architecture arises out of the physical body. In a way we push the laws of the etheric body down one step.
Baukunst
physischer Leib
Physical Body
Architecture
Skulptur
Ätherleib
Etheric Body
Sculpture
[ 11 ] Wie wir die Gesetze des physischen Leibes hinausschieben in den äußeren Raum in der Baukunst, so schieben wir die Gesetze des Ätherleibes in der Skulptur um eine Stufe herunter. Wir sondern sie nicht ab von uns, sondern wir schieben sie gerade in unsere Gestalt hinein. Wie wir zu suchen haben die Baukunst als die Gestaltung der Gesetzmäßigkeit des physischen Leibes außer uns, so haben wir zu suchen die Skulptur als die Gesetzmäßigkeit unseres Ätherleibes in uns; wir fügen sie dann nur im Bilden in die Bildwerke hinein. Alle Gesetzmäßigkeit der Plastik ergibt sich, wenn wir dies betrachten. Wie wir in der Baukunst nur die Gesetze des physischen Leibes, seine Raumlinien und Kraftwirkungen, hinausversetzen in den Raum und nichts anderes in den Raum hineinnehmen, nichts vom Ätherleib, nichts vom Astralleib, nichts vom Ich, so ist es bei der Skulptur so, daß wir die Gesetze des Ätherleibes um eine Stufe heruntersetzen; wir haben nichts vom Astralleib, nichts vom Ich, nur insofern diese, nämlich Astralleib und Ich, Impulse in den Ätherleib hineinsenden. Daher tritt das Skulpturwerk so vor uns auf, daß es den Schein von Leben erweckt. Das vollständige Leben würde es haben, wenn Ich und Astralleib darin wären. Wir müssen also, wenn wir die Gesetze der Skulptur suchen, uns klar sein darüber, daß sie die Gesetze unseres Ätherleibes sind, wie die Baukunst die Gesetze unseres physischen Leibes enthält.
[ 11 ] Just as in architecture we push the laws of the physical body into the space outside us, so in sculpture we push the laws of the etheric body one step downwards. We do not separate these laws from ourselves, we push them directly into our own form. Just as we find in architecture the expression of the laws of our own physical body, so we find in sculpture the natural laws of our etheric body; we simply transfer this inner order into our works of sculpture. In architecture we transplant into the space outside ourselves only the laws of the physical body, its spatial lines and interplay of forces, taking nothing of the etheric body, nothing of the astral body, nothing of the ego. In the same way, where sculpture is concerned, we take only the laws of the etheric body and bring them down one step lower, using nothing of the astral body and nothing of the ego except in so far as they send impulses into the etheric body. This is why a work of sculpture appears to be alive. It would actually be alive if it contained also the ego and the astral body. So if we seek the laws of sculpture we must realise that they are in fact the laws of our etheric body, just as the laws of architecture are to be seen in the laws of our physical body.
[ 12 ] Wenn wir dasselbe machen mit Bezug auf den Astralleib, gleichsam das Astralische hinunterschieben wiederum um eine Stufe tiefer, in den Ätherleib hinein, dann schieben wir das, was schon innerlich im Menschen lebt, herunter. Da entsteht nichts, was in Wahrheit ein Räumliches mehr sein kann, weil sich der Astralleib, wenn er sich in den Ätherleib hineinschiebt, nicht in ein Räumliches hineinschieben kann, denn der Ätherleib ist Rhythmus, ist Zusammenklang und so weiter. Da kann nur entstehen ein Bild, und es entsteht in der Tat ein Bild: es entsteht die Malerei. Die Malerei ist diejenige Kunst, welche ebenso die Gesetze unseres Astralleibes in sich enthält, wie die Skulptur die Gesetze unseres Ätherleibes und die Baukunst die Gesetze unseres physischen Leibes enthält.
[ 12 ] If we do the same in connection with the astral body, as it were pushing what is in us of an astral nature a step lower down into the etheric body, we are pushing down what lives inwardly in man. Now nothing arises that could truly have a spatial nature, for the astral body, when it moves down into the etheric body, is not entering a spatial element: the etheric body is rhythmic and harmonious, not spatial. Therefore what arises can only be a picture, indeed a real picture, in fact the art of painting. Painting is the form of art which contains the laws of our astral body, just as sculpture contains the laws of our etheric body and architecture those of our physical body.
Malerei
Astralleib
Astral Body
Painting
[ 13 ] Wenn wir nun auf das vierte Glied unserer menschlichen Wesenheit sehen, auf das Ich, und wir schieben dieses Ich in seinen Gesetzen hinunter in den Astralleib hinein, weiter hinunter, lassen es darinnen beweglich, tätig sein, so bekommen wir wiederum eine andere Kunst, die da nicht enthält dasjenige, was im Ich wirkt, was wir etwa durch die Sprache oder durch unser gewöhnliches Vorstellen zusammenfassen, sondern wir bekommen etwas, was vom Ich um eine Stufe gegen das Unterbewußte heruntergerückt ist. Gleichsam mit dem Horizonte unseres Bewußtseins gehen wir um die Hälfte eines Gliedes unserer Menschenwesenheit herunter, wir gehen um eine halbe Stufe herunter, wir tauchen unter mit dem Ich in den Astralleib hinein: dadurch entsteht die Musik.
[ 13 ] If we now take the fourth member of the human being, the ego, and push it with its laws down into the astral body, there allowing it to move and act, then we obtain yet another form of art. This art does not contain what works in the ego as something which can be expressed in language or ordinary ideas; it is something that has moved from the ego down one step towards the subconscious. It is as though the horizon of consciousness were to be moved down by the amount of half a member of the human being; we take half a step downward, our ego descends into the astral body: then music is born.
Musik
Ich
Ego
Music
[ 14 ] Die Musik enthält also die Gesetze unseres Ich, aber nicht so, wie wir sie im gewöhnlichen prosaischen Leben ausleben, sondern hinuntergedrückt ins Unterbewußte, in den Astralleib hinein, gleichsam das Ich unter die Oberfläche des Astralleibes untergetaucht und dadrinnen, in der Gesetzmäßigkeit des Astralleibes, schwimmend und wogend.
[ 14 ] So music contains the laws of our ego, though not as they are manifested in ordinary, everyday life, but pressed down into the subconscious, into the astral body; the ego dives, as it were, beneath the surface of the astral body, there to flow and stream within the organisation of the astral body.
[ 15 ] Wenn wir dann von den höheren Gliedern der Menschenwesenheit sprechen wollen, zunächst von dem Geistselbst, so können wir nur sprechen als von etwas, was noch außerhalb der menschlichen Wesenheit ist. Denn wir beginnen erst in unserem fünften nachatlantischen Zeitraum allmählich dieses Geistselbst zu einem inneren Gliede zu machen. Aber wenn der Mensch das aufnimmt als von einem Höheren kommend und in sein Ich hineinsenkt, also wiederum untertaucht mit dem, was heute nur geahnt werden kann, wie der Schwimmer im Wasser untertaucht, in das Ich mit den Ahnungen von seinem Geistselbst, dann entsteht die Dichtung.
[ 15 ] If we go on to speak about the higher members of the human being, starting with the spirit-self, we can refer to them only as something which is still outside the human being. For, in this fifth post-Atlantean epoch, we are only just beginning to make this spirit-self one of our inner members. But if we accept it as a gift from a higher sphere and sink it into our ego, if we dive down, like a swimmer into the water, into our ego, taking with us what as yet can only be dimly felt of the spirit-self, then poetry is born.
Dichtung
Geistselbst
Spirit-self
Poetry
[ 16 ] Und wenn man noch weitergehen wollte, dann können Sie, bis zu einem gewissen Grade natürlich, sich sagen: Es könnte dann auch, weil in unserer Umgebung, in unserer geistig-spirituellen Umgebung von demjenigen, was wir später aufnehmen werden, auch der Lebensgeist liegt, der Lebensgeist einmal eingesenkt werden in das Geistselbst. Aber natürlich muß das jetzt noch etwas sein, was erst in einer sehr fernen Zukunft einen gewissen Grad der Vollkommenheit erreichen kann. Denn der Mensch, indem er versucht, den Lebensgeist hineinzuversenken in das Geistselbst, muß ja ganz und gar leben in einem Element, das einem heute noch durchaus fremd ist. Man kann also höchstens auf diesem Gebiete sprechen so, wie man spricht von dem Lallen des Kindes gegenüber der späteren Vollkommenheit der Sprache. Man kann ahnen, daß es einmal in großer Vollkommenheit eine Kunst geben wird, welche gewissermaßen über die Dichtung so hinausragt, wie die Dichtung — womit selbstverständlich keine Superiorität gemeint ist, sondern bloß eine Anordnung - ragt über die Musik, die Musik über die Malerei, die Malerei über die Skulptur, die Skulptur über die Baukunst. Sie ahnen selbstverständlich, daß ich dabei auf etwas hindeute, was wir heute nur in der allerallerersten Anfänglichkeit kennen, was wir nur in den allerersten Andeutungen haben können: auf die Eurythmie. Die Eurythmie ist wahrhaftig etwas, was heute als Notwendigkeit eintreten muß in die menschliche Evolution, was aber zu Hochmut keine Veranlassung gibt, denn es kann selbstverständlich heute nur ein Lallen sein gegenüber dem, was einstmals aus dieser Kunst wird entstehen müssen.
[ 16 ] And proceeding still further, one can say, though to a limited extent: Round about us, in the environment of soul and spirit which we shall absorb at a later stage, the life-spirit is also present. Therefore one day the life-spirit may come to be lowered into the spirit-self. But of course at the moment this is something that will only reach a certain degree of perfection in the very distant future. For when he tries to lower the life-spirit into the spirit-self, man will have to be living entirely in an element which as yet is absolutely strange to him. So what we can say in this domain is like the babbling of a child when compared with the later perfection of speech. One can foresee for the far distant future that there will be an art of great perfection that will stand out beyond poetry, as poetry stands out beyond music, music beyond painting, painting beyond sculpture, and sculpture beyond architecture (this being a question not of superiority, but of arrangement). You will guess, of course, that I am referring to something of which we know only the most elementary beginnings today: Something of which we can only receive the very first indications: the art of eurythmy. Eurythmy is indeed something that must appear in human evolution at this time; but there is no call for pride, for at present it can be a mere babbling compared with what it will become in the future.
Eurythmie
Lebensgeist
Life-spirit
Eurythmy
[ 17 ] Wir können nun irgendwo einsetzen mit einer, ich möchte sagen, etwas weitergehenden Betrachtung. Wenn wir aber diese Betrachtung anstellen wollen, dann müssen wir uns klar sein darüber, daß die menschliche Organisation wahrhaftig nicht so einfach ist, wie man zur eigenen Erkenntnisbequemlichkeit sich das oftmals vorstellen möchte. Es ist wirklich unendlich bequem, sich vorzustellen, der Mensch besteht aus physischem Leib, Ätherleib, Astralleib, Ich und so weiter. Wenn man so diese Dinge aufzählen kann und ein annäherndes Vorstellen von diesen Dingen hat, so kann man vor einer einigermaßen bequemen Erkenntnis sich sehr leicht zufrieden halten. Aber so einfach liegen die Dinge nicht. Das sind nicht Schalen, die so einfach ineinandergeschaltet sind, physischer Leib, Ätherleib, Astralleib, Ich, sondern das sind in der Tat recht komplizierte Gebilde. Und wenn man zum Beispiel den Astralleib herausgreift, kann man nicht nur sagen: Nun, das ist der Astralleib und damit fertig -, sondern es liegt die Sache komplizierter.
[ 17 ] We can now begin at any point with a somewhat more extended view. But in order to do so we must realise that the organisation of man's being is not nearly as simple as we would like to imagine in our intellectual indolence. It is incredibly easy simply to imagine that the human being consists of physical body, etheric body, astral body, ego, and so on. If one is able to enumerate these various members and has an approximate conception of them, one may easily consider this rather simple form of knowledge quite satisfactory. But things are not so simple. Physical body, etheric body, astral body, ego are not simply sheaths which fit easily into one another; they are, on the contrary, very complex structures. Take, for instance, the astral body. It is not enough merely to say: This is the astral body and nothing more. Things are much more complicated.
[ 18 ] Der Astralleib zum Beispiel - ja, man kann da nur annähernd bezeichnende Worte brauchen - hat in sich wiederum eine Gliederung, besteht aus sieben Gliedern. So wie der Mensch selber in sieben Glieder geteilt ist - physischer Leib, Ätherleib, Astralleib, Ich, Geistselbst, Lebensgeist, Geistesmensch -, so geht der Astralleib durch alle diese Glieder hindurch, und es gibt gleichsam einen dünnsten Teil des Astralleibes, den man bezeichnen könnte als vorzugsweise geschmiegt und gebildet für den physischen Leib. Also ein gesetzmäßiges Ausleben des Astralleibes für den physischen Leib, ein gesetzmäßiges Ausleben des Astralleibes für den Ätherleib, ein gesetzmäßiges Ausleben des Astralleibes für sich selber, ein gesetzmäßiges Ausleben des Astralleibes für das Ich, ein gesetzmäßiges Ausleben des Astralleibes für das Geistselbst, für den Lebensgeist und den Geistesmenschen. Jedes dieser Glieder ist wiederum siebengliedrig, so daß wir, wenn wir den siebengliedrigen Menschen haben und bedenken, daß jedes Glied wieder siebengliedrig ist, schon neunundvierzig Glieder haben. Das ist natürlich ein furchtbarer Horror für die moderne Seelenkunde, welche die Seele als Einheit betrachten und sich nicht einlassen möchte auf solche Dinge. Aber für eine wirkliche Erkenntnis, wie sie allmählich eintreten muß in der geistigen Menschheitsevolution, ist das tatsächlich nicht ohne Bedeutung. Denn wenn wir so wissen, daß der Astralleib eine siebengliedrige Natur hat und ein Organismus von inneren Lebensimpulsen ist, dann werden wir uns sagen: In diesem Astralleib und seiner Siebengliedrigkeit gehen auch zwischen seinen einzelnen Gliedern Vorgänge vor sich. - Der Teil des Astralleibes, der dem physischen Leib entspricht, steht in gewisser Wechselbeziehung mit dem Teil des Astralleibes, der dem Ätherleib, und mit dem, der dem Astralleib selber entspricht und so weiter. Und das sind nicht bloß abstrakte Annahmen, sondern es kann zum Beispiel im menschlichen Organismus durchaus geschehen, daß, sagen wir, der Mensch innerlich — allerdings mehr im Unterbewußtsein als im Vollbewußtsein - verspürt eine Regung in dem Gliede des Astralleibes, das dem physischen Leib entspricht. Und dann kann durch irgend etwas eine Regung hinzukommen, sich notwendigerweise ansetzen in dem Glied des Astralleibes, das dem Astralleib entspricht und so weiter. Das geschieht aber wirklich, das ist nicht bloß eine "Theorie, sondern das geschieht wirklich.
[ 18 ] Words here are only an approximation, but we could say that the astral body, for instance, is in itself structured and consists of seven members. Just as the human being can be said to have seven members (physical body, etheric body, astral body, ego, spirit-self, life-spirit, spirit-man), so the astral body has a connection with each of these. There is as it were a ‘thinnest’ part of the astral body which could be described as being especially moulded and fashioned for the physical body. That is to say: there is a living system of laws in the astral body for the physical body, a living system of laws in the astral body for the etheric body, a living system of laws in the astral body for itself, a living system of laws in the astral body for the ego, a living system of laws in the astral body for the spirit-self, for the life-spirit, and for the spirit-man. Thus each member of the human being has in turn seven members. So taking into consideration that the human being consists of seven members which are in turn each structured into seven members, we already find we have a total of forty-nine members. This of course sounds perfectly horrible to modern psychologists, who like to regard the soul as a unity and would prefer to have nothing to do with these things. But for true knowledge, which must gradually arise in the course of the spiritual evolution of mankind, it is certainly not without significance. For when we know that the astral body is sevenfold in its nature and that it is an organism of inner living impulses, then we shall say to ourselves: Within this astral body, with its sevenfold organisation, individual activities must surely take place between the various members. The part of the astral body that corresponds to the physical body must have a certain interplay with the part that corresponds to the etheric body and with the part that corresponds to the astral body itself, and so on. These are no mere abstract suppositions; it is quite possible in the human organism for a man to feel inwardly—though more subconsciously than consciously—a movement of that part of the astral body which corresponds to the physical body. And then something may produce another movement which will have to start in that member of the astral body that corresponds to the astral body itself, and so on. This is not a mere theory; it really happens.
[ 19 ] Wenn Sie sich nämlich vorstellen, daß die sieben Glieder des Astralleibes in solcher Wechselwirkung stehen wie die Töne der Tonskala: Prim, Sekund, Terz, Quart und so weiter, dann haben Sie, wenn Sie sich der Wirkung einer Melodie hingeben, diese Wirkung aus Ihrer menschlichen Organisation gegeben, darauf beruhend, daß, wenn in der Melodie dieser oder jener Ton ist, er innerlich erlebt wird im entsprechenden Gliede des Astralleibes. Eine Terz wird erlebt in demjenigen Teil des Astralleibes, der dem Astralleib selber entspricht. ‚Eine Quart wird erlebt in demjenigen Teil des Astralleibes, der — nun, näher sei das bezeichnet — der Verstandes- oder Gemütsseele entspricht. Eine Quint wird erlebt in demjenigen Teil des Astralleibes, der der Bewußtseinsseele entspricht. Und wenn Sie sich erinnern, daß wir bei einer genaueren Einteilung so gliedern, daß wir eigentlich neun Teile haben, so müssen wir auch den Astralleib so gliedern, nach den gegebenen Andeutungen. Und ich könnte sagen, aufzählend: Das dem physischen Leib entsprechende Glied des Astralleibes -, aber in unserer jetzigen Anwendung kann ich sagen, wird erlebt in der Prim. Ich könnte sagen: Der dem Ätherleib entsprechende Teil des Astralleibes -, in der jetzigen Anwendung kann ich sagen, wird erlebt in der Sekund. Ich könnte sprechen von dem dem Astralleib selber entsprechenden Glied des Astralleibes; in der jetzigen Anwendung kann ich sagen, es wird erlebt in der Terz.
[ 19 ] Now imagine the seven members of the astral body to be interrelated as are the tones of the scale: tonic, second, third, fourth, etc. If you allow the effect of a melody to work upon you, you will find that your human organisation permits this to occur because the various tones of the melody are experienced inwardly in the corresponding member of the astral body. The interval of a third is experienced in the part of the astral body which corresponds to the astral body itself. A fourth is experienced in the part of the astral body which—well, let us now be more specific—corresponds to the intellectual or mind soul. A fifth is experienced in the part of the astral body which corresponds to the consciousness or spiritual soul. And remembering that when we divide the human organism more exactly we find it contains nine members, we must, accordingly, structure the astral body in the same way. Instead of saying “the member of the astral body which corresponds to the physical body” when enumerating the various members, I could now say “the member experienced in the tonic”. Instead of “the member of the astral body which corresponds to the etheric body”, I could say “the member experienced in the second”. And instead of saying “the member of the astral body which corresponds to the astral body itself” I could say “the member experienced in the third”.
Quint — Bewußtseinsseele
Quart — Verstandesseele
Terz — Astralleib: Empfindungsseele, Astralleib
Sekund — Ätherleib
Prim — Physischer Leib

[ 20 ] Aber jetzt sehen Sie auch, daß das Vorhandensein der großen Terz und der kleinen Terz wirklich dem Eingefügtsein des Astralleibes in unsere ganze Menschheitsorganisation entspricht. Wir haben ein Zusammenfallen — nehmen Sie das nur aus meinem Buche «Theosophie» in dem entsprechenden Abschnitt — auf der einen Seite desjenigen, was wir als Astralleib und auf der andern Seite desjenigen, was wir als Empfindungsseele bezeichnen. Es kann also das, was ich als Terz bezeichnet habe, mit dem Astralleib korrespondieren oder aber korrespondieren mit der Empfindungsseele. Das eine ergibt die große Terz, das andere ergibt die kleine Terz.
[ 20 ] You can now also see that the existence of the major third and the minor third really corresponds to the incorporation of the astral body in our whole human organisation. If you look up the relevant passage in my book Theosophy you will see that there is an overlapping of what we call the sentient soul on the other. Therefore what I described as an interval of a third can correspond either to the astral body or to the sentient soul: in the one case we have the major third and in the other the minor third.
[ 21 ] Tatsächlich, auf diesem inneren musikalischen Wirken des Astralleibes beruht das Miterleben des musikalischen Kunstwerkes, nur daß eben, während wir mit unserem Ich das Kunstwerk anhören, wir sogleich das Erlebnis hinuntertauchen in unseren Astralleib, in gewisse unterbewußte Regionen.
[ 21 ] It is a fact that our ability to experience a musical work of art depends upon this inner musical activity of the astral body: only while we listen to the music with our ego we immediately sink the experience into our astral body, into certain realms which are subconscious.
[ 22 ] Dies führt uns aber ganz zweifellos auf eine sehr bedeutsame Sache. Betrachten wir dann uns selber, insofern wir ein astralisches Wesen sind, einen Astralleib in uns tragen. Wie sind wir denn da? Wir sind nach musikalischen Gesetzen aus dem Kosmos heraus als astralische Wesen geschaffen. Wir haben, insofern wir ein astralisches Wesen sind, einen musikalischen Zusammenhang mit dem Kosmos. Wir sind selber ein Instrument.
[ 22 ] This leads us to a very important fact. Let us look at ourselves as astral beings, as possessors of an astral body: what is our nature in this respect? As astral beings we have been created out of the cosmos according to musical laws. Inasmuch as we are astral beings we are musically connected with the cosmos. We are ourselves an instrument.
[ 23 ] Nehmen wir nun an, wir würden nicht physikalisches Erklingen der Töne brauchen, sondern wir würden zuhören können jener schöpferischen Tätigkeit im Kosmos, die uns in unserer astralischen Organisation aus dem Kosmos heraus geschaffen hat, so würden wir erklingen hören die Weltenmusik, das, was man immer die Sphärenmusik genannt hat. Nehmen wir an, wir würden imstande sein, bewußt unterzutauchen in unsere astralische Wesenheit und würden diese astralische Wesenheit zu solcher hohen Kraft, zu solcher geistigen Kraft erheben, daß wir die schöpferischen Tätigkeiten der Weltenmusik hören, so würden wir uns sagen können: Der Kosmos, er spielt mit Hilfe unseres Astralleibes unsere eigene Wesenheit. — Dieser Gedanke, den ich Ihnen jetzt ausspreche, er hat in älterer Zeit gelebt in den Menschen, richtig gelebt. Und indem man auf so etwas aufmerksam macht, deutet man wiederum hin auf die ganze Vermaterialisierung der menschlichen Entwickelung in den fünften nachatlantischen Kulturzeitraum herein. Denn natürlich lebt dieser Gedanke nicht in der heutigen äußeren Kultur der Menschheit. Die Menschheit weiß nichts davon, daß der Mensch ein Musikinstrument ist in bezug auf seinen Astralleib. Aber das war nicht immer so, und daß es nicht immer so war, hat man sozusagen vergessen. Denn es gab eine Zeit, wo die Menschen sich sagten: Da gab es einmal einen Johannes, und dieser Johannes konnte sich in einen geistigen Zustand versetzen, so daß er die Musik des himmlischen Jerusalem hörte. — Sie sagten: Alle irdische Musik kann nur sein eine Nachbildung dieser himmlischen Musik, die mit der Schöpfung der Menschheit ihren Anfang nahm. Und sie empfanden - der mehr religiös geartete Teil der Menschheit -, daß der Mensch dadurch, daß er zu den Wünschen der physischen Welt übergegangen ist, die Impulse in sich aufgenommen hat, die ihm benebeln, verdunkeln die himmlische Musik. Aber sie empfanden zugleich, daß es einen Weg geben muß in der menschlichen Evolution durch eine Reinigung von dem äußeren chaotischen Leben, gleichsam zu dem Ziele, hindurchzuhören durch die äußere materielle Musik die spirituelle Weltenmusik.
[ 23 ] Let us now suppose that we do not need to hear the physical sound of tones, but are able to listen to the creative activity of the cosmos that has brought us into existence as astral beings out of the cosmos: in such a state we should hear the universal music, what has always been called the music of the spheres. Let us suppose that we are able to dive down consciously into our astral entity, developing its spiritual strength to such an extent that we can hear the creative activity of the cosmic music; we could then say to ourselves: With the help of our astral body the cosmos is playing our own being. This thought, which I have just expressed to you, was alive in men in ancient times, really alive. And in pointing this out one is also pointing to the way in which right into the fifth post-Atlantean epoch human evolution has become more and more materialistic. For we all know that this thought is not alive in the external human culture of today; humanity knows nothing about the fact that, so far as the astral body is concerned, the human being is a musical instrument. But this was not always the case, and the fact that it was not always the case has been, so to speak, forgotten. For there was a time when men said: A man once lived who was called John, and this John was able to transport himself into a state of spiritual consciousness in which he could hear the music of the heavenly Jerusalem. They said: All earthly music can only be a copy of the heavenly music which began with the creation of mankind. And the more religious part of humanity felt that by passing over into the world of physical desires, man had absorbed impulses which veiled and darkened the celestial music for him. But at the same time they felt that there must exist in human evolution—through purification from external and chaotic life—a road leading to the goal of hearing the spiritual cosmic music, as it were, through and beyond the external music of the physical world.
[ 24 ] Schön hat man das noch im 10., 11. Jahrhundert ausgedrückt, diese Beziehung der äußeren, materiellen Musik, auf deren göttlichen Ursprung man dabei hinweisen wollte, zu dem, was ihr Urbild in der geistigen Welt ist als himmlische Musik, indem man forderte, daß der Mensch das Musikalische auch zu einem Opferdienst, zu einem religiösen Dienst mache, sich bewußt werde, daß, wenn er die Töne erzeugt, er sich freimachen muß von dem Zusammenhang mit der bloß chaotischen — wie man es empfand - unreinen Außenwelt. Das Leben in der gewöhnlichen äußeren Sprache empfand man als ein Unreines. Und ein Hinaufrücken zu geistigen Höhen empfand man, wenn man von der Sprache sich erhob zu dem Abbilde der himmlischen Musik in der Musik. Das drückte man aus, indem man sagte: «Ut queant laxis resonare fibris mira gestorum famuli tuorum solve polluti labii reatum, S.J. - Sancte Johanne.»
[ 24 ] In the tenth and eleventh centuries, this relation between external, materialistic music, of which the divine origin was pointed out, and its heavenly prototype, was still beautifully expressed: men were required to employ music as a form of sacrificial or religious service and were expected to free themselves of their connection with the purely chaotic and—as it was felt to be—impure outer world when they produced musical sounds. Life in ordinary external speech was felt to be impure. People felt themselves transported to spiritual heights when they lifted themselves up from speech to music, which is the image of celestial music. This feeling was expressed in the following words: Ut queant laxis resonare fibris mira gestorum famuli tuorum solve polluti labii reatum, S.J. (Sancte Johanne)
[ 25 ] Würde man das übersetzen, so würde man sagen müssen: Damit deine Diener mit leicht gewordenen Stimmbändern die Wunder deiner Werke besingen mögen, sühne die Schuld der irdisch gewordenen Lippen - für die Sprache fähig gewordenen Lippen -, heiliger Johannes. — Denn ein Hörer des himmlischen Jerusalem war ja derjenige, zu dem man hinaufschaute bei solcher Gelegenheit. Und wenn Sie herausheben einiges, was in einem solchen Spruche liegt: ut, aus resonare re, aus mira mi, aus famuli das fa, aus solve das sol, aus labii das la, S.J. ist si. Das ut wurde später durch do ersetzt, es war aber ursprünglich die Bezeichnung für do. So haben Sie: do re mi fa sol la si, das heißt dasjenige, was verwendet wird in der mittleren Zeit zur Notenschrift. Das ist in diesen Vers hineingeheimnißt.
[ 25 ] To translate this we would have to say: “So that thy servants may sing with liberated vocal cords the wonders of thy works, pardon the sins of the lips which have become earthly—one might say which have become capable of speech—O Saint John.” It was to one who could hear the heavenly Jerusalem that men looked up in this connection. Let us extract certain things that lie hidden in such a verse: Ut (this word was later replaced by do), resonare (re), mira (mi), famuli (fa), solve (sol), labii (la), S.J. (si). So you find that ‘do, re, mi, fa, sol, la, si’, the names of the notes in medieval musical notation, have been carefully hidden in this verse.
[ 26 ] Wir sehen bei einer solchen Gelegenheit, wie in dem Augenblick, wo wir zurückgehen auf dasjenige, was durch atavistische Hellsehererkenntnis noch bis ins 11., 12. Jahrhundert herein lebte in den Gemütern, wie das verschwindet vor dem Hereinfluten der materialistischen Weltanschauung, wie es aus dem Bewußtsein der Menschen herauskommt. Jetzt aber leben wir in der Zeit, wo wir das durch geistige Erkenntnis wiederum finden müssen, es wiederum erschaffen müssen. Es ist wirklich so, wie wenn uns alles klar zeigen würde, daß die Entwickelung einen Abstieg durchgemacht hat, daß sie da gar so tief gegangen ist, daß ein Sumpf entstanden ist. Das schlammige Wasser dieses Sumpfes ist all dasjenige, was die materialistische Weltanschauung an Vorstellungen hervorgebracht hat. Und jetzt sind wir daran, uns wiederum aus dem materialistischen Sumpf herauszuarbeiten, heraufzusteigen und wiederum das zu finden, was die Menschheit im Herabsteigen verloren hat.
[ 26 ] In such an instance we can go back to what still lived in human minds right until the eleventh or twelfth centuries through atavistic clairvoyant cognition, and we see how it all disappears in the flood of materialistic views and passes out of the consciousness of men. But now we are living at a time when through spiritual knowledge we must find it again and recreate it. Everything points clearly to the way in which evolution has made a descent so deep that a swamp has formed. The muddy water of this morass is made up of all the ideas originating in a materialistic view of the world. And now we are about to struggle up again out of the swamp of materialism, to ascend and rediscover what mankind has lost in its descent.
[ 27 ] Ich habe ja gestern darauf hingedeutet, daß der Mensch im Grunde genommen nicht nur bei Nacht schläft, sondern daß Gewisses im Menschen auch bei Tag schläft. Bei Nacht schläft mehr das Gedanklich-Gefühlsmäßige, bei Tag schläft mehr das Willensartig-Gefühlsmäßige. Gerade in dieses Willensartig-Gefühlsmäßige taucht man unter, wenn man das Ich untertauchen läßt in den Astralleib. Und in dem Erklingen des musikalischen Kunstwerkes liegt eben das vor, daß der Mensch bewußt hinuntertaucht mit der Ich-Natur in dasjenige, was sonst schläft. Sitzen Sie im Anhören einer Symphonie, so bedeutet das in Ihnen den inneren Vorgang, das gewöhnliche, profane Gedankenleben zu dämpfen und mit Ihrem geistig-seelischen Erleben hinunterzutauchen in das, was sonst während des Tagwachens schläft. Das bedingt den Zusammenhang der musikalischen Wirkung mit all den belebenden Kräften im menschlichen Organismus; das bewirkt den Zusammenhang mit alledem, was gleichsam den ganzen Menschen durchzieht und durchlebt und ihn eins werden läßt, ich möchte sagen, ihn zusammenwachsen läßt mit strömenden Tonmassen.
[ 27 ] I have pointed out that properly speaking we do not sleep by night only but that certain parts of our being also sleep by day. At night it is principally the thinking and feeling parts which sleep, while during the day it is more the willing and feeling parts which sleep. It is in this will sphere that we are submerged when we dive down with the ego into the astral body. And when we hear a musical work, what happens is that we consciously dive down with our ego into the part of us which is otherwise asleep. When you sit and listen to a symphony, the inner process which takes place is a dulling of your ordinary, everyday thought life while you plunge with soul and spirit down into a region which otherwise sleeps during daytime consciousness. This brings about the connection between the effect of music and all the life-giving forces in the human organism, all that streams with living force through the whole human being, letting him grow together as one with the streaming volume of sounds.
[ 28 ] Und wir schlafen in der Nacht. Da wird abgedämpft in einem Elemente, das wir jetzt noch nicht im normalen Bewußtsein drinnen haben, das profane Gedankenleben. Wenn es uns aber gelingt, dasjenige nun in das gewöhnliche Tagesbewußtsein hereinzubringen, was im schlafenden Menschen erweckt wird, wenn das, worinnen der Mensch lebt im Schlafe, untertaucht in das wache Tagesleben, dann merken Sie wohl den Gegensatz, ich habe eben gesagt, es wird untergetaucht beim musikalischen Erleben das Ich-Erleben in das, was bei Tag schläft; jetzt tauchen wir das, was wir in der Nacht erleben, in das Tagwachen ein -, dann wird dies die Dichtung. Das haben solche Leute empfunden wie Plato, wenn sie das Dichten ein göttliches Träumen genannt haben.
[ 28 ] And at night we sleep; then our ordinary thought life is dulled in an element which as yet is not present in our normal consciousness. But if we succeed in bringing into ordinary everyday consciousness that which awakens when we sleep; if that in which we live when asleep dives down into our waking experience, then . . . . Just in contrast: I have just said that when we experience music the ego's awareness dives down into a region which sleeps during the day. But when we submerge what we experience at night into the consciousness of daytime, then poetry arises. This is what people like Plato felt when they called poetry a ‘divine dreaming’.
[ 29 ] Wir können gerade, wenn wir uns so vertiefen in den Zusammenhang des Menschen mit dem ganzen Kosmos, wie man das gewissermaßen kann unter der Anleitung der Künste, zu einem gewissen Leben bringen das, was sonst bloße Begriffsschablone bleibt. Aber merken Sie, daß die Dinge nicht Begriffsschablonen sind! Es macht gewissen Leuten eine solche Freude, wenn sie das, was da entwickelt ist in meinem Buche « Theosophie», so hintereinander anordnen können in einem Schema, und gewiß haben manche gemeint, es sei ein reiner Eigensinn, daß ich abgewichen bin in diesem Punkte hier, wo ich gegeben habe drei Dreigliedrigkeiten, aber so, daß sie ineinandergreifen, von dem, was in dem früheren theosophischen Betriebe gelernt wurde. Wenn man aber eingeht auf das, was man erlebt, auf die Realität der Sache, dann wird man schon aus der Natur der Dur- und Mollmelodie ersehen, daß die Dinge tief begründet sind in der ganzen Struktur des Kosmos. Nur dann, wenn die Dinge lebendig herausgeholt werden aus der ganzen Struktur des Kosmos, entsprechen sie einer wirklichen Realität.
[ 29 ] When we thus explore the connection that exists between man and the whole cosmos, which we can do to a certain extent under the guidance of art, we can bring a certain measure of life into what otherwise remains a mere skeleton of ideas. Please do realise that these things are not a mere skeleton! Some people take such pleasure in arranging what I have described in my book Theosophy in the pattern of a diagram; no doubt they thought that it was from pure obstinacy that I deviated from the pattern of earlier theosophical teachings, when I described three threefold organisations1see diagram p. 49 in Kunst im Lichte der Mysterienweisheit, Dornach 1980. that are not separate but interlaced. But if these matters are approached through what one experiences and what is absolutely real, then even the nature of major and minor melodies will show that things are deeply rooted in the whole structure of the cosmos. Only when things are taken as living entities out of the whole structure of the cosmos do they correspond to a true reality.
[ 30 ] Es war ja natürlich notwendig, daß anfangs manches gesagt worden ist, wovon wirklich die Gründe erst im Laufe der Jahre nach und nach hervorgetreten sind. Man mußte sich da schon der Gefahr aussetzen, daß die Leute nun mit ihrer Kritik herankommen, weil sie nicht wissen, worauf die Dinge beruhen und wie sie sich ausnehmen müssen, wenn man die ganze Struktur des Kosmos berücksichtigt. Aber so ist es auch noch mit vielem. Es kann gegen sehr vieles, was jetzt gesagt wird, noch sehr viel eingewendet werden, wenn man mit oberflächlichen Begriffen ihm naht. Aber es wird im Laufe der Jahre oder vielleicht Jahrzehnte schon dasjenige herauskommen, was die Dinge rechtfertigen wird. Und es werden die geisteswissenschaftlichen Erkenntnisse selbst fruchtbar werden, wenn sie nicht mehr Theorien sein werden, sondern Lebendiges sein werden.
[ 30 ] Of course it was necessary in the beginning to say a number of things, the reasons for which have only appeared by degrees during the course of many years. This naturally involved the risk that people would start to criticise, because they did not know on what certain statements were based, nor how things of necessity present themselves when the whole structure of the cosmos is taken into consideration. This is still the case with many matters. Many things that are said now are open to numerous objections if they are approached with superficial ideas. But in the course of years even decades they will certainly be verified. And the knowledge gained through spiritual science will become fruitful as soon as it is no longer a theory but a living experience.
[ 31 ] Darauf kommt alles an, daß man sich erhebt von dem, was man zunächst mit den bloßen Worten physischer Leib, Ätherleib, Astralleib und so weiter verbindet, zu einem Lebendigwerden dieser Ideen; denn dann geht aus, strahlt aus von diesem Lebendigwerden ein wirkliches Weltverständnis. Und derjenige, der dazu in der Lage ist, möge nun vergleichen das, was an Ästhetik hervorgetreten ist im Verlaufe der letzten anderthalb Jahrhunderte mit dem, was aus der Kenntnis der menschlichen Organisation heraus folgen kann für die Herleitung der Künste. Und sehen wird ein solcher, der dieses vergleicht, wie unmöglich es ist, ohne die Kenntnis der menschlichen Organisation zu einem wirklichen Verständnis dessen zu kommen, was in unserer Umgebung lebt und uns selbst erfreut.
[ 31 ] All depends upon the capacity to surmount the first ideas presented by the words: physical body, etheric body, astral body, etc., so that these ideas can become alive; a real understanding of the universe radiates from this process of bringing to life. Those who are able to do this should now compare the kind of aesthetics that have come to the fore during the last century and a half, with what can be learned from a knowledge of the human being in discovering the origin of the arts. Those who make this comparison will see that, unless there is an understanding of the human organisation, it is impossible to reach a real comprehension of what lives around us and gives us joy.
[ 32 ] Eine Empfindung möchte ich hervorrufen von der Tatsache, daß mit der Geisteswissenschaft selbst wirklich ein Anfangsimpuls gegeben ist, der sich immer weiter und weiter entwickeln wird, daß wir gewissermaßen dazu berufen sind, die allerersten Schritte zu machen, und ahnen können, was aus diesen ersten Schritten wird, wenn wir längst nicht mehr in dieser Inkarnation dabei sein werden.
[ 32 ] I want to awaken in you a recognition of the fact that spiritual science is itself an initial impulse that will continue to grow and develop, that we are in a sense called upon to make the very first steps, and that we can imagine what these first steps will lead to, long after we have laid aside our bodies in our present incarnation.
Baukunst
physischer LeibSkulptur
ÄtherleibMalerei
AstralleibMusik
IchDichtung
GeistselbstEurythmie
Lebensgeist
Not translated
