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Art in the Light of Mystery Wisdom
GA 275

3 January 1915, Dornach

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Siebenter Vortrag

Seventh Lecture

[ 1 ] Wenn Sie sich erinnern an die Auseinandersetzungen, die gepflogen worden sind im Zusammenhang mit der Entwickelung der Erde über die Saturn-, Sonnen- und Mondenzeit, so werden Sie wissen, daß auf jeder dieser Stufen der Evolution eine bestimmte Wesensart, die wir heute zu den Wesensarten der höheren Hierarchien rechnen müssen, gewissermaßen die Menschheitsstufe erreichte. Wir wissen, daß während der alten Saturnzeit diejenigen geistigen Wesenheiten die Menschheitsstufe erreichten, die wir nennen die Geister der Persönlichkeit, die Urbeginne, die Archai, daß während der Sonnenzeit ihre Menschheitsstufe erreichten die Archangeloi, während der Mondenzeit die Angeloi und während der Erdenzeit die Menschen.

[ 1 ] If you recall the discussions that have taken place regarding the evolution of the Earth through the Saturn, Sun, and Moon eras, you will know that at each of these stages of evolution, a certain type of being—which we must now classify among the beings of the higher hierarchies—reached, so to speak, the human stage. We know that during the ancient Saturn era, those spiritual beings whom we call the Spirits of Personality, the Primordial Beings, and the Archai reached the human stage; that during the Solar era, the Archangeloi reached their human stage; during the Lunar era, the Angeloi; and during the Earth era, human beings.

[ 2 ] Nun ersehen Sie aber auch aus all den Betrachtungen, die im Zusammenhange mit den Evolutionen gepflogen worden sind, daß jede Stufe von Wesenheiten, die in der folgenden Zeit eine bestimmte Entwickelung erreichte, vorbereitet worden ist. Wir wissen, daß der Mensch vorbereitet worden ist durch die Saturn-, Sonnen- und Mondenzeit, daß dasjenige, was wir heute als den vollkommenen physischen Menschenleib bezeichnen, eine Evolution durchgemacht hat schon seit der Saturnzeit, daß der Ätherleib eine Evolution durchgemacht hat seit der Sonnenzeit, der Astralleib seit der Mondenzeit, und daß das Ich erst hinzugekommen ist während der Erdenzeit, so daß also die Gesamtheit einer solchen Wesensart vorbereitet wird.

[ 2 ] But you can also see from all the considerations that have been made in connection with the evolutionary processes that each stage of beings, which reached a certain level of development in the subsequent era, had been prepared. We know that human beings were prepared through the Saturn, Sun, and Moon eras; that what we today call the perfect physical human body has undergone an evolution since the Saturn era; that the etheric body has undergone an evolution since the Sun era; the astral body since the Moon era; and that the “I” was only added during the Earth era, so that the entirety of such a being is thus prepared.

[ 3 ] Es kann Ihnen die Frage gewissermaßen auf dem Herzen liegen: Werden denn auch in unserer Zeit solche Wesenheiten vorbereitet, welche während der Jupiterzeit die Menschenstufe erreichen? - Nun wissen Sie aber auch, daß während der Saturn-, Sonnen- und Mondenzeit — Sie brauchen nur die Darstellung in meinem Buche «Die Geheimwissenschaft» nachzusehen - an der Vorbereitung zum Menschentum die Geister der höheren Hierarchien teilgenommen haben. Es ist da dargestellt worden, wie die Angeloi, Archangeloi und Archai an dem Zustandekommen der menschlichen Wesenheiten teilgenommen haben, und so liegt es nahe, sich die Frage vorzulegen: Arbeiten vielleicht auch die Menschen durch ihr Erdensein an denjenigen Wesen vorbereitend, die während der Jupiterzeit die Menschheitsstufe erreichen werden?

[ 3 ] You may be wondering, in a sense: Are there beings being prepared even in our time who will reach the human stage during the Jupiter era? - But you also know that during the Saturn, Sun, and Moon eras—you need only refer to the description in my book *The Secret Science*—the spirits of the higher hierarchies participated in the preparation for humanity. It has been described there how the Angeloi, Archangeloi, and Archai participated in the formation of human beings, and so it stands to reason to ask the question: Are human beings, through their earthly existence, perhaps also working to prepare those beings who will reach the human stage during the Jupiter era?

[ 4 ] Das ist eine Frage, die gewiß jedes fühlende Herz - fühlend in dem Sinne, wie wir es in den vergangenen Tagen im Zusammenhang mit den Anregungen durch die Geisteswissenschaft fühlend genannt haben - als eine Lebensfrage betrachten muß. Denn es könnte sein, daß des Menschen Benehmen im ganzen während der Erdenzeit etwas fördern oder verfehlen könnte in bezug auf diejenigen Wesenheiten, welche während der Jupiterzeit die Menschheitsstufe erreichen könnten. Man möchte sagen: Was können wir denn Schlimmeres tun, als während der Erdenevolution uns in einer Weise zu benehmen, die es unmöglich macht, daß aus unseren Taten die richtigen Jupiterwesen hervorgehen? - Nun muß man allerdings einen gewissen guten Erkenntniswillen voraussetzen, wenn man über diese Dinge sprechen will, denn indem man über diese Dinge spricht, berührt man wahrhaftig schon wichtige Geheimnisse der Initiation, solche Geheimnisse der Initiation, welche der heutigen Wissenschaft selbstverständlich ein Greuel sind. Da muß man sich schon vorbereiten dutch sein Gefühl, anzusehen, wie diese heutige Wissenschaft zu den eigentlichen Lebenswahrheiten notwendigerweise stehen muß.

[ 4 ] This is a question that every feeling heart—feeling in the sense that we have described in recent days in connection with the insights provided by Spiritual Science—must certainly regard as a matter of life and death. For it could be that human behavior as a whole during the Earth period might either promote or hinder the development of those beings who could reach the human stage during the Jupiter period. One might say: What worse could we do than to behave during Earth evolution in a way that makes it impossible for the right Jupiter beings to emerge from our actions? - Now, of course, one must assume a certain willingness to understand if one wishes to speak about these things; for in speaking about them, one is truly touching upon important mysteries of initiation—mysteries of initiation that are, of course, an abomination to modern science. One must therefore prepare oneself, through one’s own intuition, to consider how modern science must necessarily stand in relation to the actual truths of life.

[ 5 ] Ich habe schon versucht, in den vorhergehenden Vorträgen einiges zu charakterisieren über das notwendige Verhältnis der heutigen Wissenschaft zum Leben. Sie kann nicht unmittelbar an die Geheimnisse des Lebens heran. Sie kann dies auch nicht wollen; sie muß sich nur nicht anmaßen, an diese Geheimnisse des Lebens herankommen zu wollen. Für diejenigen, welche gern Eier essen, wenn sie hartgesotten sind, ist es sicher gut, wenn man Eier hart siedet, und dann haben hartgesottene Eier einen guten Zweck eben für die, welche sie genießen. Aber wenn jemand hingehen wollte und sagen: Man nehme den Hühnern die Eier weg, um sie hart zu sieden und sie dann nachher von ihnen ausbrüten zu lassen -, so würde ein solcher etwas Absurdes unternehmen. Ganz dasselbe unternimmt in bezug auf den Kosmos derjenige, welcher die Geheimnisse des Kosmos enträtseln will und mit dem heutigen Wissen daran gehen will, sie zu enträtseln, was wirklich dem Verhalten desjenigen entspricht, der hartgesottene Eier ausbrüten lassen will, aus denen sich nichts mehr ausbrüten läßt.

[ 5 ] In my previous lectures, I have already attempted to describe, to some extent, the necessary relationship between modern science and life. Science cannot directly approach the mysteries of life. Nor should it seek to do so; it must simply not presume to claim that it can approach these mysteries of life. For those who like to eat hard-boiled eggs, it is certainly good to boil them hard, and then hard-boiled eggs serve a good purpose precisely for those who enjoy them. But if someone were to go along and say: “Let’s take the eggs away from the hens in order to hard-boil them and then have the hens hatch them afterward”—such a person would be doing something absurd. Exactly the same thing is done with regard to the cosmos by those who want to unravel its mysteries and set out to do so with today’s knowledge—which truly corresponds to the behavior of someone who wants to have hard-boiled eggs hatched, from which nothing can hatch anymore.

[ 6 ] Inwiefern diese Wissenschaft als zusammenhängend mit dem ganzen heutigen Denken in vieler Beziehung gerade für die wahren Rätsel des Lebens irreführend sein muß, kann Ihnen anschaulich werden durch einen Vergleich, den ich jetzt machen möchte. Nicht wahr, wenn jemand sich auslassen will über das Förderliche oder Schädliche der Wissenschaft, so wird er zunächst versuchen, die Frage so zu stellen: Hat diese Wissenschaft da oder dort Recht? -— Und wenn er beweisen kann, daß sie da oder dort Recht hat, so wird er selbstverständlich auf sie schwören.

[ 6 ] The extent to which this science, as it is intertwined with contemporary thought as a whole, must be misleading in many respects—especially regarding the true mysteries of life—can be made clear to you through a comparison I would now like to make. Isn’t it true that when someone wants to express an opinion on whether a science is beneficial or harmful, they will first try to frame the question this way: Is this science correct in this or that respect? — And if they can prove that it is correct in this or that respect, they will naturally swear by it.

[ 7 ] Ja, aber das ist es gerade, wovon wir abkommen müssen, daß wir diese Frage, ob das, was die Wissenschaft sagt, richtig oder nicht richtig ist, für so wichtig halten. Wir müssen dahinkommen, daß wir diese Frage nicht als die Hauptsache betrachten, wenn es sich darum handelt, die Rätsel des Lebens zu lösen. Wenn jemand einen Wagen sieht, der von Pferden gezogen ist und auf dem ein Mensch sitzt, so wird derjenige, der das sieht, ganz gewiß Recht haben, wenn er sagt: Die Pferde ziehen diesen Menschen auf dem Wagen, sie ziehen ihn nach sich. - Das ist zweifellos richtig. Und derjenige, der behaupten wollte, die Pferde ziehen nicht den Wagen und den, der auf dem Wagen sitzt, der würde selbstverständlich etwas Unrichtiges behaupten. Aber ebenso wahr ist es, daß der Mensch, der darauf sitzt, bewirkt durch die Art, wie er die Pferde dirigiert, wohin die Pferde ihn ziehen sollen, und das ist ganz gewiß das Wichtigere, das Wesentlichere, worauf es ankommt für die Erreichung dessen, was erreicht werden soll. Die heutige Wissenschaft gleicht eben der Behauptung desjenigen, der leugnet, daß der Mann auf dem Wagen die Pferde lenkt, und der nur zugeben will, daß die Pferde den Mann auf dem Wagen ziehen.

[ 7 ] Yes, but that is precisely what we must move away from—the idea that we consider this question—whether what science says is correct or not—to be so important. We must come to the point where we do not regard this question as the main issue when it comes to solving the mysteries of life. If someone sees a carriage drawn by horses with a person sitting in it, the person who sees this will certainly be correct in saying: The horses are pulling this person in the carriage; they are pulling him along. — That is undoubtedly true. And anyone who were to claim that the horses are not pulling the carriage and the person sitting in it would, of course, be stating something incorrect. But it is equally true that the person sitting on it, through the way he directs the horses, determines where the horses are to pull him, and that is certainly the more important, the more essential factor that matters for achieving what is to be achieved. Modern science is precisely like the claim of someone who denies that the man in the carriage is steering the horses, and who is willing to admit only that the horses are pulling the man in the carriage.

[ 8 ] Wenn Sie diesen Vergleich sich genauer ausdenken, so werden Sie sich über das Verhältnis der heutigen Wissenschaft zur heutigen Wahrheitsforschung die richtigen Ideen aneignen können. Ich muß diese Dinge immer wieder sagen aus dem Grunde, weil der auf dem Boden unserer Weltanschauung Stehende immer mehr und mehr in die Lage kommen muß, diese unsere geisteswissenschaftliche Weltanschauung gegenüber den Angriffen der heutigen Weltanschauung zu verteidigen, zu sichern. Das kann man aber nur, wenn man wirklich sich aufklärt über das Verhältnis der heutigen äußeren Wissenschaft zu der echten Wahrheitsforschung. Immer muß man mit ganz bestimmten Empfindungen, mit ganz bestimmten Gefühlsnuancen an die Fragen der Geisteswissenschaft herangehen, sonst kommt man mit ihnen nicht zurecht.

[ 8 ] If you think this comparison through more carefully, you will be able to gain a proper understanding of the relationship between modern science and the search for truth today. I must repeat these things again and again for the reason that those who stand on the ground of our worldview must increasingly be able to defend and safeguard our Spiritual Science worldview against the attacks of today’s prevailing worldview. But this is only possible if one truly understands the relationship between today’s external science and the genuine pursuit of truth. One must always approach the questions of Spiritual Science with very specific feelings and very specific emotional nuances; otherwise, one cannot come to terms with them.

[ 9 ] Nun hängt die Frage, die wir berührt haben, die Frage nach denjenigen Wesenheiten, welche auf dem Jupiter die Menschenstufe erreichen werden, in der Tat mit den tiefsten Fragen der Erdenevolution des Menschen zusammen. Es gibt in unserer Erdenevolution etwas, demgegenüber immer philosophische Bestrebungen da waren, das ist das Verhältnis des sittlichen, des ethischen Handelns zu dem natürlichen Dasein des Menschen. Der Mensch muß ja unterscheiden als Erdenwesen, inwiefern er ein Wesen ist, das von seinen Trieben beherrscht ist, das seinen Trieben folgt, das diese Triebe befriedigen muß, das gegenüber diesen Trieben und ihrer Befriedigung nichts vermag, weil sie einfach nach Naturgesetzen befriedigt werden müssen. Das ist die eine Seite der menschlichen Natur. Ihr gegenüber sagen wir: Das, was wir tun, müssen wir tun. Wir müssen essen, wir müssen schlafen. -— Aber es gibt ein anderes Gebiet des menschlichen Verhaltens auf der Erde, das ist das Gebiet, demgegenüber wir von einem Müssen nicht reden können, das allen Sinn verlieren würde, wenn wir von einem Müssen sprechen würden. Das ist das weite Gebiet des Sollens, das Gebiet, wo wir gegenüber allen Trieben, gegenüber alldem, was auf naturgemäße Weise aus unserer Natur folgt, empfinden: Wir müssen einem rein geistigen Impulse folgen. - Das «Du sollst» ist niemals etwas, was triebartig zu uns spricht, sondern etwas, was richtunggebend auf rein geistige Art zu uns spricht. Dieses «Du sollst» umfaßt das Gebiet unserer sittlichen Pflichten.

[ 9 ] Now, the question we have touched upon—the question of those beings who will attain the human stage on Jupiter—is in fact connected with the deepest questions of human evolution on Earth. There is something in our earthly evolution that has always been the subject of philosophical inquiry: the relationship between moral and ethical action and the natural existence of human beings. As an earthly being, humanity must distinguish to what extent it is a being governed by its instincts, one that follows these instincts, that must satisfy them, and that is powerless in the face of these instincts and their satisfaction because they must simply be satisfied according to the laws of nature. That is one side of human nature. In contrast to this, we say: What we do, we must do. We must eat; we must sleep.—But there is another realm of human behavior on Earth—the realm in which we cannot speak of an “obligation,” for such a concept would lose all meaning if we were to apply it here. This is the vast realm of “ought,” the realm where, in the face of all instincts and everything that naturally follows from our nature, we feel: We must follow a purely spiritual impulse. — The “Thou shalt” is never something that speaks to us in an instinctive way, but rather something that speaks to us in a purely spiritual way, providing direction. This “Thou shalt” encompasses the realm of our moral duties.

[ 10 ] Es gibt Philosophien, die gar nicht finden können den Zusammenhang zwischen dem «Du sollst» und dem «Du mußt». Und unsere im Materialismus gerade dann schon, wenn es sich um das sittliche Leben handelt, fast versumpfende Gegenwart — sie wird noch immer mehr versumpfen -, möchte gleichsam alles «Du sollst» überhaupt in ein «Du mußt» verwandeln. In dieser Beziehung gehen wir Zeiten entgegen, in denen die Verwandlung des «Du sollst» in ein «Du mußt» mit einem gewissen Hochmut geradezu als Psychologie ausposaunt wird. Schlimme Aspekte bieten sich dar, wenn man die Anfänge desjenigen, was sich in Zukunft noch auswachsen wird, zum Beispiel als Kriminalpsychologie, ins Auge faßt. Da sehen wir schon heute, wie angefaßt wird der Mensch so, daß man nicht frägt, hat er ein «Du sollst» übertreten, sondern man sucht nachzuweisen, wie er zu dieser oder jener den Menschen schädigenden Tat durch ein Müssen seiner Natur getrieben, angespornt worden ist. Kuriose Versuche werden immer mehr und mehr angestellt, Verbrechen nur als einen besonderen Krankheitsfall in der Welt zu charakterisieren. Alle diese Dinge gehen hervor aus einer gewissen materialistischen Unklarheit unserer Zeit über die Beziehung des «Du sollst» zu dem «Du mußt».

[ 10 ] There are philosophies that cannot at all discern the connection between “You should” and “You must.” And our present age—which, precisely when it comes to moral life, is already almost mired in materialism and will become even more so—would like, as it were, to transform every “you ought to” into a “you must.” In this regard, we are heading toward times in which the transformation of “you ought to” into “you must” will be trumpeted with a certain arrogance as if it were psychology. Dire prospects loom when one considers the beginnings of what will develop further in the future—for example, criminal psychology. We can already see today how people are being approached in such a way that the question is no longer whether they have transgressed a “you should,” but rather how they were driven or spurred by an inherent compulsion to commit this or that act harmful to others. Curious attempts are being made more and more frequently to characterize crime solely as a special case of illness in the world. All these things stem from a certain materialistic confusion of our time regarding the relationship between “you ought” and “you must.”

[ 11 ] Dieses «Du sollst», was man auch den kategorischen Imperativ genannt hat, was hat es im gesamten Zusammenhang des menschlichen Daseins eigentlich zu bedeuten? Derjenige, welcher dem «Du sollst» folgt, begeht bekanntlich eine sittliche Handlung. Derjenige, der dem «Du sollst» nicht folgt, begeht eine unsittliche Handlung. Das ist ja eine recht triviale Wahrheit. Aber nun versuchen wir einmal «sittlich» und «unsittlich» nicht nur in bezug auf die äußere Maja des physischen Planes anzusehen, sondern versuchen wir sittlich und unsittlich anzusehen in bezug auf die Wahrheit und in bezug auf dasjenige, was hinter der Maja des physischen Planes eigentlich steht. Da nimmt sich das Moralische, das Ethische, das Sittliche, das, was dem «Du sollst» entspricht, für die Wissenschaft der Initiation eigentlich schon, man möchte sagen, in einem gröberen Sinne genommen als etwas in das geistige Auge Springendes aus. Der Mensch zeigt sich Ihnen - es müssen nun schon einmal auch solche für die materialistische Weltanschauung greulichen Wahrheiten ausgesprochen werden -, wenn Sie ihn bei gewissen Temperatur- und Witterungsverhältnissen betrachten — die Pferde zeigen es noch besser, aber wir reden jetzt nicht von den Pferden -, der Mensch zeigt sich Ihnen dann, wie er aushaucht, und wie der Hauch durch das Eindringen in die Luft sichtbar wird als Dunst. Selbstverständlich ist für die materialistische Wissenschaft dieser Hauch, den der Mensch von sich gibt — bei Pferden kann man es noch besser sehen, aber wir reden jetzt, wie gesagt, nicht von Pferden -, etwas, was verflattert und zerfließt und keine weitere Bedeutung hat. Aber für denjenigen, der mit der Wissenschaft der Initiation die Erscheinungen des Lebens verfolgt, ist dieser Aushauch insofern bedeutsam, als er in seiner Nuancierung genau die Spuren des sittlichen oder unsittlichen Verhaltens des Menschen trägt. Das sittliche oder unsittliche Verhalten des Menschen ist in dem wäßrigwerdenden Hauch zu erkennen, und ganz anders ist der wäßrigwerdende Hauch bei einem zur Sittlichkeit hinneigenden Menschen und anders bei einem zum Unsittlichen hinneigenden Menschen. Sie wissen, daß bei mancherlei, was in der menschlichen Natur ist, die feineren Eigentümlichkeiten der menschlichen Natur auch erst in den feineren Teilen der ätherischen und astralischen Aura beobachtet werden können. Aber dasjenige, was im gewöhnlichen Sinne des Wortes der Mensch als sittliches oder unsittliches Wesen ist, das zeigt sich schon in dem ätherisch-astralischen Einschlag, der in dem wäßrigwerdenden Hauch enthalten ist. Was physisch daran ist, zerflattert, das aber, was sich in dem Hauch verkörpert, das zerflattert nicht, denn das enthält ein dämonisches Wesen, und in dem ist enthalten, wenn der Hauch wässerig wird, ein Physisches, ein Ätherisches und ein Astralisches, nur daß das Physische nicht erdig ist, sondern eben nur wässerig. Also etwas, was in der mannigfaltigsten Weise Gestaltung hat, zeigt sich in diesem Aushauch.

[ 11 ] What does this “Thou shalt”—which has also been called the categorical imperative—actually mean in the overall context of human existence? As is well known, whoever follows the “Thou shalt” commits a moral act. Whoever does not follow the “Thou shalt” commits an immoral act. That is, of course, a rather trivial truth. But now let us try to view “moral” and “immoral” not only in relation to the outer maya of the physical plane, but let us try to view them in relation to the truth and to what actually lies behind the maya of the physical plane. In the science of initiation, the moral, the ethical, the virtuous—that which corresponds to “thou shalt”—actually stands out, one might say, in a more gross sense, as something that leaps to the spiritual eye. Human beings reveal themselves to you—and such truths, which are abhorrent to the materialistic worldview, must now be stated—when you observe them under certain temperature and weather conditions—horses demonstrate this even more clearly, but we are not speaking of horses now—human beings then reveal themselves to you through the way they exhale, and how the breath becomes visible as a mist as it enters the air. Of course, for materialistic science, this breath that a human being exhales—it can be seen even more clearly in horses, but as I said, we are not talking about horses now—is something that flutters away and dissipates and has no further significance. But for those who observe the phenomena of life through the science of initiation, this exhalation is significant in that its nuances bear the exact traces of a person’s moral or immoral behavior. A person’s moral or immoral behavior can be recognized in this watery exhalation, and the watery exhalation is quite different in a person inclined toward morality than in one inclined toward immorality. You know that, in many aspects of human nature, the finer characteristics of human nature can only be observed in the finer parts of the etheric and astral auras. But what, in the ordinary sense of the word, constitutes a human being as a moral or immoral being is already revealed in the etheric-astral influence contained within the watery breath. The physical aspect of it dissipates, but that which is embodied in the breath does not dissipate, for it contains a demonic being; and when the breath becomes watery, it contains a physical, an etheric, and an astral aspect—only that the physical aspect is not earthy, but merely watery. Thus, something that takes on the most manifold forms manifests itself in this exhalation.

[ 12 ] Bei Taten, die aus Liebe entstanden sind, zeigt sich etwas anderes als bei Taten, die zum Beispiel aus Enthusiasmus, aus schöpferischem Drang, aus Vervollkommnungsdrang entstanden sind. Aber immer hat diese Aushauchgestalt etwas, was erinnert an Wesenheiten, die es jetzt noch gar nicht gibt auf der Erde. In diesen Wesenheiten bereiten sich diejenigen vor, welche die Menschheitsstufe auf dem Jupiter erreichen werden. Das sind die ersten, voraneilenden Schattenbilder, die sich verändern und auch fernerhin verändern werden, um auf dem Jupiter dann zur Menschheitsstufe aufzusteigen.

[ 12 ] Acts that arise from love reveal something different than acts that arise, for example, from enthusiasm, creative impulse, or the drive for perfection. But this form of outbreathing always has something about it that is reminiscent of beings who do not yet exist on Earth. Within these beings, those who will attain the human stage on Jupiter are preparing themselves. These are the first, forerunning shadows that are changing and will continue to change in order to then ascend to the human stage on Jupiter.

[ 13 ] Wir verdanken auch in einer gewissen Weise dem Ausatmungsprozesse der Angeloi auf dem Monde unsere Entstehung, und es gehört wiederum zu den erschütternden Erfahrungen des geistigen Lebens, wenn man von einer solchen Erkenntnis ausgeht, daß sich in dem Aushauch die künftigen Jupitermenschen vorbereiten, daß aus dem, was heute die Menschen aushauchen, sich entwickeln werden die zukünftigen Jupitermenschen. Wenn man mit einer solchen Erkenntnis an die Bibel herangeht und liest die ersten Worte der Bibel, dann kann man sich sagen: Jetzt fängt man an zu verstehen, wie das gemeint ist, wenn da steht, daß Hauche ausgeatmet worden sind von den Elohim, und daß sie durch den Hauch, den sie den Menschen einbliesen, den Erdenmenschen formten.

[ 13 ] In a certain sense, we also owe our very existence to the exhalation processes of the Angeloi on the Moon, and it is, in turn, one of the most profound experiences of spiritual life to realize that the future Jupiter-men are being prepared in this exhalation—that from what human beings exhale today, the future Jupiter-men will develop. When one approaches the Bible with this insight and reads its first words, one can say to oneself: Now one begins to understand what is meant when it says that breath was exhaled by the Elohim, and that through the breath they breathed into human beings, they formed the earthly human beings.

[ 14 ] Ich kann Ihnen das Geständnis machen, daß ich niemals verstanden hätte dieses Einhauchen der Elohim, das Einhauchen in den Mund und die Nase der lebendigen Wesenheit des Menschen, wenn ich nicht vorher gewußt hätte, daß auch im Aushauch des Erdenmenschen die ersten Keime enthalten sind derjenigen Wesen, die auf dem Jupiter erst Menschen werden. Aber Jupitermenschen können nur werden diejenigen Aushauche, die ihr Dasein verdanken den Handlungen, die dem «Du sollst» folgen, die also sittliche Handlungen sind.

[ 14 ] I can confess to you that I would never have understood this breathing of the Elohim—the breathing into the mouth and nose of the living being that is man—if I had not known beforehand that even in the exhalation of the earthly human being are contained the first seeds of those beings who will only become human on Jupiter. But only those exhalations that owe their existence to actions that follow the “Thou shalt”—that is, moral actions—can become Jupiter humans.

[ 15 ] So sehen wir, wie wir in die ganze kosmische Ordnung eingreifen mit unserer Erdensittlichkeit. So sehen wir, daß unsere Erdensittlichkeit in der Tat eine schöpferische Macht ist, und wir sehen, daß es in der Geisteswissenschaft einen starken Antrieb gibt zu Impulsen für das sittliche Handeln, denn wir wissen, wir stellen uns entgegen der Schöpfung der Jupitermenschen, wenn wir auf der Erde nicht sittlich handeln. Sittlichkeit, die der Ausdruck ist des «Du sollst», gewinnt so in der Tat einen realen Wert, einen Existenzwert. In einer intensiven Weise formt unser menschliches Verhalten dasjenige, was wir aus der Geisteswissenschaft übernehmen können, wenn wir also real mit dem Kosmos zusammenhängende Geheimnisse erkennen.

[ 15 ] Thus we see how we intervene in the entire cosmic order through our earthly morality. Thus we see that our earthly morality is indeed a creative power, and we see that there is a strong impetus in Spiritual Science toward moral action, for we know that we oppose the creation of the Jupiter beings when we do not act morally on Earth. Morality, which is the expression of “Thou shalt,” thus truly acquires a real value, an existential value. Our human behavior intensively shapes what we can take from Spiritual Science when we recognize mysteries that are truly connected to the cosmos.

[ 16 ] Auf ähnliche Dinge ist schon früher aufmerksam gemacht worden, indem da oder dort die Bemerkung gemacht worden ist, was wiederum die Sprache für ein Symbolum ist für das zukünftige Schaffen des Menschen selber. Darauf will ich aber heute nicht eingehen, sondern ich wollte zunächst nur zeigen, welche Bedeutung das sittliche Verhalten im Ganzen des Kosmos hat.

[ 16 ] Attention has been drawn to similar matters in the past, with remarks made here and there about how language itself serves as a symbol for humanity’s future creative work. However, I do not wish to go into that today; rather, I wanted first and foremost to show the significance of moral behavior within the cosmos as a whole.

[ 17 ] Nun können Sie aber die Frage aufwerfen: Wie ist es nun mit dem unsittlichen Verhalten? — Auch das unsittliche Verhalten spricht sich in der inneren Gestaltung, in der Formierung des Hauches aus. Aber das unsittliche Verhalten prägt dem Hauche eine dämonische Gestalt ein. Dämonen werden geboren durch das unsittliche Verhalten des Menschen. Versuchen wir uns zunächst klarzumachen den Unterschied zwischen den Dämonen, die durch das unsittliche Verhalten entstehen, und den geistigen Wesenheiten — geistig insofern, als sie es auf Erden nur zu einem wäßtigen Dasein bringen -, den geistigen Gestalten, die durch die sittlichen Handlungen geschaffen werden.

[ 17 ] Now, however, you may ask: What about immoral behavior? — Immoral behavior, too, finds expression in the inner structure, in the formation of the breath. But immoral behavior imprints a demonic form upon the breath. Demons are born through human immoral behavior. Let us first try to clarify the difference between the demons that arise from immoral behavior and the spiritual beings—spiritual insofar as they manage only a watery existence on Earth—the spiritual beings created through moral actions.

[ 18 ] Diejenigen Wesenheiten, die bis zu einem vorübergehenden wäßtigen Dasein im Hauche kommen und die aus dem sittlichen Verhalten hervorgehen, sind Wesen, die einen astralischen, einen ätherischen und endlich einen physischen Leib haben, der bis zur Wäßrigkeit verdichtet ist, so wie wir während des Mondendaseins einen ätherischen, einen astralischen und einen physischen Leib hatten, und der physische Leib auch nur bis zu einer Art von Wäßrigkeit verdichtet war. Es war schon auch mit uns so während des Mondendaseins, wenn auch nicht genau so. Und in diesem Gebilde, das da aus den sittlichen Handlungen entsteht und das aus physischem Leib, Ätherleib und Astralleib besteht, ist die Anlage, das Ich aufzunehmen, so wie in unserem physischen, Äther- und Astralleib während der Mondenzeit die Anlage war, ein Ich aufzunehmen. Die Anlage, ein Ich aufzunehmen, ist also darinnen. Solche Wesenheiten sind zum regulär fortschreitenden Dasein im Kosmos berufen, sie gehen einen regulären Weg. Die andern Wesenheiten, die als Dämonen durch die unsittlichen Handlungen geschaffen werden, haben auch selbstverständlich astralischen Leib, ätherischen Leib und den physischen Leib bis zur Wäßrigkeit, aber sie haben nicht die Anlage, ein Ich zu entwickeln. Sie kommen gleichsam geköpft zur Welt. Statt daß sie die Anlage in sich aufnehmen, fortzuschreiten in der regulären Evolution zum Jupiterdasein, lehnen sie diese Anlage ab. Sie verurteilen sich dadurch zu dem Schicksale, aus der Evolution herauszufallen. Dadurch aber vermehren sie die Scharen der luziferischen Wesenheiten. Sie gelangen unter die Gewalt der luziferischen Wesenheiten. Sie müssen dadurch, weil sie zu keinem regelmäßig veranlagten Dasein kommen können, ein Parasitendasein führen. Alle Wesenheiten, welche ein regelmäßig veranlagtes Dasein ablehnen, müssen ein Parasitendasein führen, müssen sich, um fortzukommen, woanders ansetzen. Diejenigen Wesenheiten, die durch unsittliche Handlungen entstehen, haben insbesondere das Bestreben, ein Parasitendasein zu führen, indem sie die menschliche Evolution auf der Erde ergreifen unter der Leitung des Luzifer, dem sie sich untergeordnet haben, indem sie die Evolution beim Menschen ergreifen, bevor dieser physisch zur Welt gekommen ist. Den Menschen in der Embryonalzeit befallen sie und führen bei dem noch ungeborenen Menschen, in dem Leben des Menschen zwischen Empfängnis und Geburt, ein parasitäres Dasein. Manche Wesen, die stark genug sind, können dieses Dasein noch fortsetzen, wenn der Mensch schon zur Welt gekommen ist, und zeigen uns dann die Erscheinungen, die auftreten können bei gewissen besessenen Kindern.

[ 18 ] Those beings who come into existence in the breath up to a temporary, watery state—and who arise from moral conduct—are beings who possess an astral body, an etheric body, and finally a physical body that is condensed to the point of wateriness, just as we had an etheric body, an astral body, and a physical body during our lunar existence, and the physical body, too, was condensed only to a kind of watery state. It was already the case with us during the Lunar stage, though not exactly in the same way. And in this form that arises from moral actions—consisting of a physical body, an etheric body, and an astral body—there is the potential to receive an “I,” just as there was the potential in our physical, etheric, and astral bodies during the Lunar stage to receive an “I.” The predisposition to receive an “I” is thus present within them. Such beings are destined for a regular, progressive existence in the cosmos; they follow a regular path. The other beings, created as demons through immoral actions, naturally also possess an astral body, an etheric body, and a physical body reduced to a watery state, but they lack the predisposition to develop an “I.” They come into the world, as it were, decapitated. Instead of assimilating within themselves the predisposition to progress in the regular evolution toward a Jupiter existence, they reject this predisposition. They thereby condemn themselves to the fate of falling out of evolution. In doing so, however, they swell the ranks of the Luciferic beings. They fall under the powers of the Luciferic beings. Consequently, because they cannot attain a regularly structured existence, they are forced to lead a parasitic existence. All beings who reject a regularly structured existence must lead a parasitic existence; in order to survive, they must attach themselves elsewhere. Those entities that arise through immoral acts are particularly inclined to lead a parasitic existence by seizing human evolution on Earth under the guidance of Lucifer, to whom they have subordinated themselves, by seizing the evolution of the human being before he or she has physically come into the world. They infest humans during the embryonic stage and lead a parasitic existence within the unborn human, in the human’s life between conception and birth. Some beings who are strong enough can continue this existence even after the human has been born, and then manifest the phenomena that can occur in certain possessed children.

[ 19 ] Dieses, was aus dem parasitären Dasein hervorgeht, das die Verbrecherdämonen bei noch ungeborenen Menschen führen, ist dasjenige, was die Generationenfolge verschlechtert, was die Menschen benagt, so daß sie nicht so gut werden können, als sie werden würden, wenn es solche Dämonen nicht gäbe. Alles dasjenige, was mit dem Niedergang der Geschlechter, Stämme, Völker und Nationen zusammenhängt, kommt aus mancherlei Ursachen, aber auch daher, daß die Verbrecherdämonen ein parasitäres Dasein führen beim Menschen in der Periode, von der ich gesprochen habe.

[ 19 ] This—which arises from the parasitic existence that criminal demons lead within people who are not yet born—is what degrades the succession of generations, what gnaws at people, so that they cannot become as good as they would be if such demons did not exist. Everything connected with the decline of families, tribes, peoples, and nations stems from various causes, but also from the fact that the criminal demons lead a parasitic existence within human beings during the period I have described.

[ 20 ] Das sind Dinge, welche eine große Rolle spielen in der ganzen Erdenevolution, und wir berühren mit solchen Dingen, wie gesagt, wirklich tiefe Geheimnisse des menschlichen Daseins. Gewisse Vorurteile, gewisse Anschauungen prägen sich dadurch oftmals den Menschen schon ein, bevor sie noch durch die Geburt ins Dasein getreten sind. Und die Menschen werden auf diese Weise geplagt von Zweifeln, von Unsicherheiten im Leben, von allem möglichen, was damit zusammenhängt, daß solche dämonischen Wesen ein solches Dasein führen.

[ 20 ] These are things that play a major role in the entire evolution of the Earth, and, as I said, by addressing such matters we are truly touching upon the deepest mysteries of human existence. Certain prejudices and certain views are often imprinted on people even before they have entered existence through birth. And in this way, people are plagued by doubts, by uncertainties in life, and by all sorts of things connected with the fact that such demonic beings lead such an existence.

[ 21 ] Mit dem, was der Mensch in sich von dem Momente an entwickelt, wo sein Ich auftritt, können diese Wesenheiten nicht mehr viel machen, aber um so mehr können sie ihr parasitäres Dasein entwickeln in der Zeit, bevor der Mensch geboren ist oder noch in den ersten Kindheitsjahren. So sehen wir, daß auch die bösen Handlungen ihre bedeutsame kosmische Wirkung haben, daß sie schöpferisch sind, aber so schöpferisch sind, daß sie sich hinwenden, ich möchte sagen, zum alten Mondendasein. Denn das, was der Mensch in der Zeit durchmacht, von der eben gesprochen worden ist, wo diese dämonischen Wesen ein parasitäres Dasein führen können, ist im wesentlichen die Erbschaft der alten Mondenzeit, die in allerlei unterbewußtem, instinktivem Verhalten zum Vorschein kommt. Es ist etwas, das aus früheren, besseren Zeiten her selbst die physische Wissenschaft noch unter ihren Instinkten bewahrt hat, indem sie die Embryonalzeit des Menschen auf der Erde nicht nach den gewöhnlichen Monaten, sondern nach den Mondmonaten berechnet und daher von zehn Mondmonaten spricht und manches andere noch weiß von einem Zusammenhang dieser Entwickelung mit dem Verlaufe der Mondenphasen.

[ 21 ] These entities can no longer do much with what a human being develops within themselves from the moment their “I” emerges, but they are all the more able to pursue their parasitic existence during the time before a human is born or during the early years of childhood. Thus we see that even evil deeds have their significant cosmic effect, that they are creative—but so creative that they turn, I might say, toward the old lunar existence. For what a human being goes through during the period just mentioned—when these demonic beings can lead a parasitic existence—is essentially the legacy of the old lunar era, which manifests itself in all manner of subconscious, instinctive behavior. It is something that even physical science has preserved among its instincts from earlier, better times, in that it calculates the embryonic period of human beings on Earth not according to the ordinary months but according to the lunar months, and therefore speaks of ten lunar months and knows many other things as well about the connection between this development and the course of the lunar phases.

[ 22 ] So sehen wit, daß in unserer Erdenentwickelung ein Zweifaches enthalten ist: in den guten Handlungen die Tendenz, an der Schöpfung des Irdischen weiterzuarbeiten nach dem Jupiterdasein hin, damit auf dem Jupiter das entstehen könne, was dem Menschen nachfolgen muß als der nächste Mensch. Aber es ist durch die bösen Handlungen zugleich unserer Evolution die Tendenz eingeprägt, die Erde wiederum zurückzubringen in die alte Mondenzeit, sie abhängig zu machen von alledem, was mit den unterbewußten Impulsen zusammenhängt. Wenn Sie nachdenken, so werden Sie vieles, vieles finden, was mit solchen unterbewußten Impulsen zusammenhängt, und viel mehr als in den Zeiten, in denen die Menschen noch nicht so materialistisch waren, ist von solchen Impulsen vorhanden in der materialistisch gewordenen Menschheit der neueren Zeit.

[ 22 ] Thus we see that the evolution of our Earth contains a twofold aspect: in good deeds lies the tendency to continue working on the creation of the earthly realm toward the Jupiter stage, so that what must succeed humanity as the next human being may come into being on Jupiter. But at the same time, through evil deeds, a tendency is imprinted upon our evolution to bring the Earth back to the old Lunar Age, making it dependent on everything connected with subconscious impulses. If you reflect on this, you will find many, many things connected to such subconscious impulses, and far more of these impulses are present in the materialistic humanity of recent times than in the days when people were not yet so materialistic.

[ 23 ] Ich glaube, gerade an Beispielen einer solchen Erkenntnis, wie sie heute wiederum gegeben worden sind, zeigt es sich, daß man fühlen kann, wie tief eingreifend die Geisteswissenschaft in die menschliche Lebensauffassung sein kann, daß sie wahrhaftig nicht nur etwas sein wird, was dem Menschen Theoretisches gibt, sondern daß sie etwas sein wird, was das Leben des Menschen neu zu regeln imstande sein wird. Zeiten werden kommen, in denen dieses Leben ganz chaotisch werden wird, wenn die Menschen nicht die Möglichkeit ergreifen werden, es aus den geisteswissenschaftlichen Erkenntnissen heraus zu regeln. Hinaus muß der Mensch mit seinen Erkenntnissen aus der Eingeschlossenheit der Erkenntnis, die nur an die physische Leiblichkeit gebunden ist. Unsere materialistische Zeit will keine andern Erkenntnisse als diejenigen, die nur an die physische Leiblichkeit gebunden sind. Aber der Mensch muß hinaus mit seinen Erkenntnissen aus dieser physischen Leiblichkeit. Und dasjenige, was wir heute anerkennen als die ersten Übungen, die erwähnt worden sind in «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten ?», wird dem Menschen nach und nach — das «nach und nach» wird allerdings noch eine längere Zeit dauern — etwas Natürliches werden, etwas, was der Mensch mit Selbstverständlichkeit zu seinem Leben rechnen wird. Namentlich dasjenige, was wir als Gedankenkonzentration bezeichnen, wird dem Menschen etwas Natürliches werden.

[ 23 ] I believe that it is precisely through examples of such insight, as have once again been presented today, that it becomes evident how profoundly Spiritual Science can influence the human view of life—that it will truly be not merely something that provides people with theory, but something capable of reorganizing human life anew. Times will come when life will become utterly chaotic if people do not seize the opportunity to organize it on the basis of insights from Spiritual Science. Human beings must break free with their insights from the confinement of knowledge that is bound solely to physical corporeality. Our materialistic age wants no other insights than those that are bound solely to physical corporeality. But human beings must move beyond this physical corporeality with their insights. And what we recognize today as the first exercises mentioned in *How Does One Attain Knowledge of the Higher Worlds?* will gradually—though this “gradually” will certainly take a long time—become something natural to human beings, something they will take for granted as part of their lives. In particular, what we call “concentration of thought” will become something natural for human beings.

[ 24 ] Der Mensch wird immer mehr und mehr die Notwendigkeit anerkennen, sich wirklich gedankenmäßig zu konzentrieren, zu richten sein ganzes Seelenleben auf scharf umrissene Gedanken, die er sich hinstellt vor sein Bewußtsein. Während er sonst seine Sinne schweifen lassen würde von Ding zu Ding, von Tatsache zu Tatsache, wird er immer mehr und mehr, wenn auch nur für kurze Zeit, das Gedankenleben richten auf bestimmte Dinge, die er sich auswählt, auf einen bestimmten Gedanken wird er sich konzentrieren, um das ganze Seelenleben in diesem Gedanken zusammenzuhalten. Dabei wird der Mensch eine Erfahrung machen, eine Erfahrung, die viele von Ihnen hier schon ganz gut kennen. Im Verlaufe der Konzentration ergibt sich für alle eine bestimmte Erfahrung. Wenn wir einen Gedanken in den Mittelpunkt des Bewußtseins rücken und unser ganzes Seelenleben auf ihn lenken, auf ihn uns konzentrieren, so merken wir, der Gedanke wird immer stärker und stärker. Gewiß. Aber dann kommt ein Punkt, wo er nicht mehr stärker wird, sondern wo er schwächer wird und verblaßt. Das ist eine Erfahrung, die viele von Ihnen kennen. Er muß so verblassen, der Gedanke, er muß gleichsam innerlich ersterben. Denn so, wie wir den Gedanken zunächst haben, wie wir zunächst denken, so denken wir durch das Werkzeug des physischen Leibes, und die Art, wie wir durch das Werkzeug des physischen Leibes denken, die konzentrieren wir, aber erst in dem Momente schlüpfen wir heraus aus dem physischen Leibe, wo der Gedanke, der konzentriert ist, erstirbt.

[ 24 ] Human beings will increasingly recognize the need to truly concentrate their thoughts, to direct their entire inner life toward clearly defined thoughts that they bring to the forefront of their consciousness. Whereas they would otherwise let their senses wander from thing to thing, from fact to fact, they will increasingly—even if only for a short time—direct their mental life toward specific things they choose; they will concentrate on a specific thought in order to hold their entire inner life together within that thought. In doing so, people will have an experience—one that many of you here are already quite familiar with. In the course of concentration, a certain experience arises for everyone. When we place a thought at the center of our consciousness and direct our entire inner life toward it, concentrating on it, we notice that the thought grows stronger and stronger. Certainly. But then there comes a point where it no longer grows stronger, but rather where it weakens and fades away. This is an experience many of you are familiar with. The thought must fade away in this way; it must, as it were, die inwardly. For just as we initially have the thought—just as we initially think—we think through the instrument of the physical body; and the way we think through the instrument of the physical body is what we concentrate on, but it is only at the moment when the concentrated thought dies out that we slip out of the physical body.

[ 25 ] Wir würden nun überhaupt in das Unbewußte gehen, wenn wir nicht, parallel mit dieser Konzentration, etwas anderes versuchen würden, wodurch wir, wenn wir hinausschlüpfen aus unserem physischen Leibe, uns doch bewußt draußen erhalten. Wir nennen dasjenige, was wir tun müssen, um uns draußen bewußt zu erhalten, ein gelassenes Leben haben, gelassen die Dinge der Welt hinnehmen. Wir können noch mehr tun, als gelassen die Dinge hinnehmen. Wir können es mit dem, was uns ja als Theorie so geläufig ist, wir können es mit der Karma-Idee völlig ernst nehmen. Was heißt das?

[ 25 ] We would now enter the unconscious entirely if, in parallel with this concentration, we did not attempt something else that would allow us to remain conscious outside our physical body when we slip out of it. We call what we must do to remain conscious outside of our body “living a serene life” and “accepting the things of the world with serenity.” We can do even more than simply accept things with serenity. We can take the idea of karma—which is so familiar to us in theory—completely seriously. What does that mean?

[ 26 ] Zunächst ist im Leben der Mensch ganz und gar nicht geneigt, es mit der Karma-Idee völlig ernst zu nehmen. Wenn er nur eine kleine Fährlichkeit hat im Leben, die ihn verletzt, oder wenn irgend etwas sonst ihm begegnet, so kann er manchmal wütend werden, es ist ihm jedenfalls antipathisch. Demjenigen, was wir unser Schicksal nennen, stehen wir mit Sympathie oder Antipathie gegenüber. Im gewöhnlichen Leben kann es auch gar nicht anders sein, da ist es ganz notwendig, daß wir gewissen Ereignissen, die wir zum Schicksal rechnen, sympathisch, und daß wir andern derartigen Ereignissen antipathisch gegenüberstehen. Das Schicksal ist für uns etwas, was von außen an uns herankommt.

[ 26 ] To begin with, people are not at all inclined to take the idea of karma completely seriously. If they encounter even a minor adversity in life that hurts them, or if anything else happens to them, they may sometimes become angry; in any case, they find it unpleasant. We regard what we call our fate with either sympathy or antipathy. In everyday life, it cannot be any other way; it is entirely necessary that we view certain events—which we consider fate—with sympathy, and that we view other such events with antipathy. For us, fate is something that comes at us from the outside.

[ 27 ] Wenn wir es ernst nehmen mit der Karma-Idee, dann müssen wir unser Ich in unserem Schicksale wirklich erkennen, wir müssen uns klar sein, daß wir in dem, was uns im Schicksal zustößt, selber tätig sind, daß wir selber die eigentlichen Akteure sind. Es wird uns gewiß schwierig, wenn uns jemand beleidigt, daran zu glauben, daß in dem Beleidiger wir selber darinnenstecken. Denn im physischen Leben kann es nötig sein, die Beleidigung zu ahnden. Aber wir müssen immer ein Kämmerchen in unserem Inneren haben, in dem wir uns doch gestehen: Selbst wenn dich jemand’ beleidigt, so bist du es selbst, der dich beleidigt, wenn dich jemand schlägt, bist du es selbst, der dich schlägt, wenn dich mißliche Schicksalsschläge treffen, so bist du es selbst, der diese Schicksalsschläge an dich heranbringt. - Wir vergessen, daß wir nicht bloß in unserer Haut sind, sondern in unserem Schicksal darinnen sind, wir vergessen, daß wir in allen den sogenannten Zufällen unseres Schicksals darinnen sind.

[ 27 ] If we take the idea of karma seriously, then we must truly recognize our own self in our fate; we must be clear that we ourselves are active in what befalls us in fate, that we ourselves are the actual actors. It is certainly difficult for us, when someone insults us, to believe that we ourselves are present within the insulter. For in physical life, it may be necessary to punish the insult. But we must always have a little chamber within ourselves where we admit to ourselves: Even if someone insults you, it is you yourself who insults yourself; if someone strikes you, it is you yourself who strikes yourself; if misfortunes befall you, it is you yourself who brings these misfortunes upon yourself. - We forget that we are not merely in our own skin, but within our own destiny; we forget that we are present in all the so-called coincidences of our destiny.

[ 28 ] Es ist sehr schwierig, wirklich die Empfindung zu entwickeln, daß man sein Schicksal mit dem eigenen Ich heranträgt. Wahr ist es aber: wir tragen unser Schicksal mit unserem eigenen Ich heran, und die Impulse bekommen wir nach Maßgabe unserer früheren Inkarnationen in dem Leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt, so daß wir da unser Schicksal selber an uns herantragen. Und wir müssen danach streben, zusammenzuwachsen mit unserem Schicksal, müssen immer mehr und mehr, statt antipathisch einen schweren Schicksalsschlag abzuwehren, uns sagen: Dadurch, daß dieser Schicksalsschlag dich trifft, das heißt, daß du dich triffst mit dem Schicksalsschlag, dadurch machst du dich in gewisser Beziehung stärker, kräftiger, kraftvoller. - Es ist schwieriger, so mit seinem Schicksal zusammenzuwachsen, als uns dagegen zu wehren, aber das, was wir verlieren, wenn unser Gedanke erstirbt, das können wir nur wiedergewinnen, wenn wir auf diese Weise das, was außer uns ist, in uns hineinziehen. In dem, wasin unserer Haut ist, können wir nicht bleiben, wenn der Gedanke bei der Konzentration in uns erstirbt, aber hinaustragen wird er uns, wenn wir unser Karma, unser Schicksal im wahren Sinne erfaßt haben. Da wecken wir uns wieder auf. Der Gedanke erstirbt, aber das, was wir als Identifizierung erfaßt haben zwischen unserem Ich und unserem Schicksal, das tragen wir hinaus, das trägt uns draußen in der Welt herum.

[ 28 ] It is very difficult to truly develop the sense that one brings one’s destiny with one’s own self. Yet it is true: we bring our destiny upon ourselves through our own “I,” and we receive the impulses in accordance with our past incarnations during the life between death and a new birth, so that we ourselves bring our destiny upon us there. And we must strive to grow together with our destiny; instead of resentfully fending off a severe blow of fate, we must say to ourselves more and more: By allowing this blow of fate to strike you—that is, by meeting the blow of fate head-on—you make yourself, in a certain sense, stronger, more robust, and more powerful. - It is more difficult to grow together with one’s destiny in this way than to resist it, but what we lose when our thought dies can only be regained if we draw what lies outside of us into ourselves in this manner. We cannot remain within our own skin if thought dies within us during concentration, but it will carry us outward once we have grasped our karma—our destiny—in the true sense. Then we awaken once more. Thought dies, but what we have grasped as the identification between our “I” and our destiny—that is what we carry outward; that carries us about in the world.

[ 29 ] Diese Gelassenheit gegenüber unserem Schicksal, das wahrhaftige Hinnehmen unseres Schicksals, das ist es, was uns mit Existenz beschenkt, wenn wir außerhalb unseres Leibes sind. Das braucht selbstverständlich unser Leben auf dem physischen Plane nicht zu ändern. Das können wir nicht immer. Aber die Gesinnung, die wir in einem Kämmerchen unserer Seele entwickeln müssen, die muß da sein für die Augenblicke, wo wir wirklich außerhalb unseres Leibes die Möglichkeit finden wollen, bewußt zu leben. Zwei Sätze können Leitsätze für uns sein, können uns außerordentlich wichtig sein. Der erste dieser Sätze, den wir uns so recht tief einschreiben sollten, ist dieser:

[ 29 ] This serenity toward our fate—the true acceptance of our fate—is what bestows existence upon us when we are outside our bodies. Of course, this need not change our life on the physical plane. We cannot always do that. But the attitude we must cultivate in a little chamber of our soul must be there for those moments when we truly wish to find the opportunity to live consciously outside our bodies. Two sentences can serve as guiding principles for us; they can be of extraordinary importance. The first of these sentences, which we should engrave deeply within ourselves, is this:

Erstrebe des Gedankens Ersterben im All.

The first aspiration of thought is to die in space.

[ 30 ] Denn nur, wenn der Gedanke erstirbt im All, dann wird er draußen eine lebendige Kraft. Aber wir können uns mit dieser lebendigen Kraft nicht verbinden, wenn wir uns nicht um den Inhalt des zweiten Satzes bemühen:

[ 30 ] For only when a thought dies in the universe does it become a living force out there. But we cannot connect with this living force unless we strive to understand the meaning of the second sentence:

Erstrebe des Schicksals Auferstehung im Ich.

Strive for the resurrection of destiny within the self.

[ 31 ] Wenn du das vollbringst, dann vereinigst du das im Gedanken wiedergeborene mit dem außer dir auferstandenen Ich.

[ 31 ] If you accomplish this, then you will unite the self reborn in thought with the self that has risen outside of you.

[ 32 ] Es ist aber vieles in der menschlichen Natur, was es schwierig macht, eine Evolution zu suchen im Sinne dieser Sätze. Es ist schwierig, denn das Verhältnis des Inneren zum Äußeren in der richtigen Weise anzuschauen, wird den Menschen ganz besonders schwer. Je mehr wir in dieser Beziehung Ethisches lernen können anhand der geisteswissenschaftlichen Weltanschauung, desto besser ist es. Ethisches können wir insofern lernen anhand der geisteswissenschaftlichen Weltanschauung, als gewisse ethische Begriffe erst Blut und inneres Leben erhalten durch das, was aus der Geisteswissenschaft ihnen zuströmen kann.

[ 32 ] However, there is much in human nature that makes it difficult to seek evolution in the sense of these statements. It is difficult because it is particularly hard for people to view the relationship between the inner and the outer in the right way. The more we can learn about ethics in this regard through the spiritual-scientific worldview, the better. We can learn about ethics through the spiritual-scientific worldview to the extent that certain ethical concepts are only brought to life and given inner vitality through what flows into them from Spiritual Science.

[ 33 ] So zum Beispiel gibt es Menschen, welche fortwährend über andere Menschen klagen, sich darüber beklagen, daß ihnen andere Menschen dieses oder jenes tun. Bis dahin geht es, daß sie davon sprechen, daß andere Menschen sie verfolgen. Alle solchen Dinge hängen immer zusammen mit dem andern Pol der Menschennatur, man muß nur in der richtigen Weise das Leben betrachten, das heißt in der Weise, die gerade die wirklich verstandene Geisteswissenschaft gibt. Wer durch das Leben geht und sich das Auge etwas hellsichtig hat machen lassen durch die Geisteswissenschaft, der wird immer finden — selbstverständlich gibt es Gründe, um über Lieblosigkeit zu klagen, aber dessen ungeachtet wird man finden -, daß am meisten über Lieblosigkeit geklagt wird von denen, die eigentlich Egoisten sind, und der Glaube, daß alle Menschen ihnen schaden oder Böses zufügen wollen, wird am meisten bei egoistischen Naturen entstehen, während Naturen, die an sich liebevoll und liebefähig sind, nicht leicht zu dem Glauben kommen, daß sie verfolgt werden, daß man ihnen alles mögliche Böse antun wolle und so weiter.

[ 33 ] For example, there are people who constantly complain about others, lamenting that other people do this or that to them. It even goes so far that they claim other people are persecuting them. All such things are always connected to the other pole of human nature; one need only view life in the right way—that is, in the way that Spiritual Science, when truly understood, provides. Anyone who goes through life and has had their vision somewhat clarified through Spiritual Science will always find—of course, there are reasons to complain about a lack of love, but regardless of that, one will find—that complaints about a lack of love are most frequently voiced by those who are actually egoists, and the belief that all people want to harm them or do them wrong arises most strongly in egoistic natures, whereas natures that are loving and capable of love by their very nature do not easily come to believe that they are being persecuted, that people want to do all manner of evil to them, and so on.

[ 34 ] Ja, indem so etwas ausgesprochen wird, ist man leicht geneigt, das theoretisch zuzugeben. Ich bin sogar überzeugt davon, die meisten Menschen werden das theoretisch schon zugeben, nachdem sie ein wenig nachgedacht haben. Es ins Leben einzuführen, das ist es aber, worauf es ankommt.

[ 34 ] Yes, when something like that is said, it’s easy to be inclined to admit it in theory. I’m even convinced that most people would admit it in theory after giving it a little thought. But putting it into practice—that’s what really matters.

[ 35 ] Nun kann die Frage entstehen: Welches ist der Weg, um diese Dinge in das Leben einzuführen? -— Da muß dann die Antwort wieder gegeben werden: Wirklich mitleben da, wo die Geisteswissenschaft wirklich gesucht wird, mitleben, soviel als man kann. — Das ist dasjenige, um was es sich handelt. Dabei wird die Geisteswissenschaft nicht in Kompendien oder kurzen Abrissen gegeben, sondern es wird versucht, die Geisteswissenschaft zu einer lebendigen Strömung zu machen, in der wir darinnen leben können, so daß wir durch sie fortwährend uns warm erhaltend Anregungen haben können.

[ 35 ] Now the question may arise: What is the way to bring these things into life? — The answer must once again be: To truly participate in the life of the community where Spiritual Science is genuinely sought, to participate as much as one can. — That is what it is all about. Spiritual Science is not presented here in compendia or brief summaries; rather, the aim is to make Spiritual Science a living current in which we can live, so that we may continually draw inspiration from it, keeping ourselves warm.

[ 36 ] Das hat auch im Grunde genommen dazu geführt, für dieses lebendige Streben der Geisteswissenschaft eine Art Mittelpunkt zu suchen in unserem Bau, der so, wie er ist, ich habe es gestern erwähnt, durch seine Formen, durch die Art, in der er durchgeführt ist, das LeiblichSeelisch-Geistige im Sinne unserer Geisteswissenschaft gibt. Er ist selbst ein Wahrzeichen dafür, daß wir suchen, gemäß den Impulsen, die wir aus der geistigen Welt heraus erkennen können, solches der Menschheitsevolution einzufügen, was gerade für die heutige Zeit so notwendig ist, damit die nächste Zukunft sich daraus in wirklich regelrechter Art entwickeln kann. Gerade dadurch, daß der Bau in seinen Formen das enthält, woran man das Wesen der Geisteswissenschaft empfinden kann, wird bewirkt, daß dieser Bau wirklich etwas sein kann wie eine Art Zentrum, wie eine Art Konzentrationspunkt, um den sich herumkristallisiert dasjenige, was als geisteswissenschaftliches Streben notwendig werden soll in der Menschheitsevolution.

[ 36 ] This has also essentially led us to seek a kind of focal point for this vibrant pursuit of Spiritual Science within our building, which—as I mentioned yesterday—in its very form and the way it has been executed, embodies the physical-soul-spiritual in the sense of our Spiritual Science. It is itself a symbol of our quest to incorporate into human evolution—in accordance with the impulses we can perceive from the spiritual world—that which is so necessary for the present time, so that the near future may develop from it in a truly proper manner. Precisely because the building’s forms embody what allows one to sense the essence of Spiritual Science, it is enabled to truly become something like a center, a focal point around which crystallizes that which is to become a necessary spiritual-scientific endeavor in the evolution of humanity.

[ 37 ] Da mag man oftmals sagen: Trübe sind unsere Zeiten, manches lebt in unserer Zeit, was in recht grellem Widerspruch steht mit dem, was eine geisteswissenschaftliche Weltanschauung der Menschheit sein kann. — Auf der andern Seite aber hat unser Karma uns dazugebracht, so weit zu kommen, daß wir gewissermaßen überwinden dürfen in dem Materiale, das unserem Bau dient, dieses Materielle so, daß er auch in den äußeren Formen als Wahrzeichen unserer Geisteswissenschaft dasteht.

[ 37 ] One might often say: Our times are gloomy; there are many things in our time that stand in stark contrast to what a worldview of Spiritual Science could be for humanity. — On the other hand, however, our karma has brought us to the point where we may, so to speak, transcend the material that serves as the foundation of our work—transcend this material in such a way that it also stands, in its outer forms, as a symbol of our Spiritual Science.

[ 38 ] Jeder von uns kann sich das sagen, woran ich selber oftmals denken muß, besonders im Angesichte unserer schwierigen Zeit, unter den starken Anfeindungen, die insbesondere das Geisteswissenschaftliche in unserer Zeit erfährt. Mancher kann sich fragen, wie weit wir eigentlich mit unserem eigenen Persönlichen kommen in der Mitwirkung an dem, was sich um unseren Bau herum konzentrieren soll. Selbst für den Fall, daß der eine oder andere nicht mehr physisch dabei sein kann bei dem, was im physischen Leben weiter um unseren Bau herum sich konzentriert: daß der Bau da ist, daß uns unser Karma diesen Bau gebracht hat, das ist ein wichtiger Schritt vorwärts. Und wenn wir bedenken, wie Geisteswissenschaft so tief Verstehende, wie zum Beispiel unser Christian Morgenstern, auch nach dem physischen Tode vereint bleiben mit dem, was unser physischer Bau soll, dann erkennen wir in unserem Bau zugleich ein Wahrzeichen in unserer Zeit des Wirkens innerhalb unserer spirituellen Bewegung, für welches die Grenzen zwischen dem, was man gewöhnlich Leben und Tod nennt, gar nicht in Betracht kommen.

[ 38 ] Each of us can tell ourselves this—something I myself often have to remind myself of, especially in light of the difficult times we face and the intense hostility that the Spiritual Science in particular is experiencing today. Some may wonder how far we actually get, on a personal level, in contributing to what is to take shape around our building. Even if one or the other can no longer be physically present for what continues to take shape around our building in physical life—the fact that the building is there, that our karma has brought us this building—is an important step forward. And when we consider how those who understand Spiritual Science so deeply—such as our Christian Morgenstern—remain united even after physical death with the purpose of our physical building, we recognize in our building at the same time a landmark in our time of working within our spiritual movement, for which the boundaries between what are commonly called life and death do not even come into consideration.

[ 39 ] Mit diesem Bau können wir wirklich verwachsen uns fühlen, und er kann so die ernstesten Gedanken anregen, die Gedanken anregen, die ganz natürlich sind in einer solchen Zeit, wie die unsrige es ist, die den Materialismus auf die höchste Spitze bringt. Selbst für den Fall, daß dieser Bau diesen oder jenen nur als geistiges Wesen mitwirkend finden sollte, wird der Bau für den Fortgang unserer Bewegung wichtig sein, wobei wir selbstverständlich dieses nur aussprechen - Sie werden mich verstehen -, um den ganzen, über Tod und Leben hinausgehenden Ernst unserer Bewegung ins Auge zu fassen.

[ 39 ] We can truly feel at one with this building, and it can thus inspire the most profound thoughts—thoughts that are entirely natural in a time such as ours, which takes materialism to its highest extreme. Even if this structure were to find this or that person participating in it solely as a spiritual being, it will still be important for the progress of our movement—though, of course, we say this—you will understand me—only to bring into focus the full gravity of our movement, which transcends both life and death.

[ 40 ] Dieser Ernst tritt uns gerade in diesen Tagen ganz besonders entgegen. Und wenn das eine geschieht, warum sollte nicht auch demnächst manches andere geschehen können? Es ist so außerordentlich schwierig, dasjenige zu erreichen, wovon ich öfter gesprochen habe, auch wiederum gesprochen habe im Verlaufe dieser Vorträge. Ich habe darauf aufmerksam gemacht, wie versucht wird in der strengsten Weise, Worte zu wägen, Worte zu prägen, sie in genauer, streng genauer Weise auszusprechen unter der vollsten Verantwortlichkeit gegenüber den geistigen Welten. So ist es aber auch wünschenswert, daß sie gehört werden, diese Worte, so ist es wünschenswert, daß sie aufgenommen werden.

[ 40 ] This seriousness is particularly evident to us these days. And if this one thing happens, why shouldn’t many other things also be able to happen soon? It is so extraordinarily difficult to achieve what I have spoken of often, and have spoken of again in the course of these lectures. I have drawn attention to how every effort is being made to weigh words, to craft them, and to pronounce them in a precise—strictly precise—manner, with the utmost responsibility toward the spiritual worlds. Yet it is also desirable that these words be heard; it is desirable that they be taken to heart.

[ 41 ] Es werden gewiß Zeiten kommen, in denen, ich möchte sagen, eine größere Leichtlebigkeit möglich sein wird in bezug auf die Strömung der geisteswissenschaftlichen Weltanschauung. Aber heute, wo wir im Anfange derselben stehen, müssen wir uns angewöhnen, die Dinge als sehr, sehr ernst zu nehmen. Ich habe vor einiger Zeit hier mancherlei von okkulten Forschungen und auch anderes gegeben, wovon ich geglaubt habe, daß es manchem nützlich sein könnte. Es wurden im wesentlichen Charakteristiken von Tatsachen gegeben. Man könnte glauben, daß es manchem nützlich sein könnte zum Verständnisse unserer gegenwärtigen, schwierigen Zeit. Gerade dieses aber, was aus diesem Impulse heraus gegeben worden ist, ist nicht in der Weise überall - selbstverständlich berühre ich dabei diese oder jene Ausnahme, aber es ist richtig, was ich sage — mit der nötigen Vorsicht, mit der nötigen Pietät behandelt worden, und es ist da oder dort wieder gesagt worden und, wie sich herausgestellt hat, in einer Form, die geradezu das Gegenteil davon darstellte, was hier gesagt worden ist.

[ 41 ] There will certainly come a time when, I would say, a greater lightheartedness will be possible with regard to the current of the worldview of Spiritual Science. But today, as we stand at the very beginning of this path, we must accustom ourselves to taking things very, very seriously. Some time ago, I presented here various insights from occult research, as well as other material, which I believed might be useful to some. Essentially, I provided descriptions of facts. One might think that this could be helpful to some in understanding our present, difficult times. But precisely what was presented out of this impulse has not everywhere been treated—of course, I am referring to this or that exception, but what I say is true—with the necessary caution and reverence; and it has been repeated here and there, and, as it turned out, in a form that was virtually the opposite of what was said here.

[ 42 ] Wenn ich bloß daran denke, was aus dem gemacht worden ist, was eigentlich gar nicht mißzuverstehen ist, weil es schon in einem Zyklus vorliegt, was gemacht worden ist aus der Gliederung der europäischen Menschheit mit Bezug auf die Empfindungsseele, Verstandes- oder Gemütsseele, Bewußtseinsseele und das Ich, was wahrhaftig nicht gegeben worden ist, um eine Superiorität auszudrücken, wenn ich bedenke, was für Sätze in die Welt hinausgegangen sind und was diese Sätze für Oppositionen und Emotionen hervorgerufen haben, so ist wirklich zu ersehen daraus, daß gerade das Prinzip, die Dinge ganz genau zu nehmen, selbst in so schwierigen Fällen, nicht voll beachtet worden ist. Wenn ich jemals zum Beispiel gesagt hätte: Das, was unter der Ich-Wirkung in bezug auf die europäische Bevölkerung vorhanden ist, sollte organisierend wirken innerhalb der europäischen Bevölkerung -, so hätte ich einen Nonsens gesagt. Dennoch ist zum Beispiel dieses hinausgetragen worden in die Welt und es erfährt die schlimmsten Mißverständnisse, ruft die stärksten Emotionen hervor.

[ 42 ] When I just think about what has been made of something that is actually impossible to misunderstand—because it already exists within a cycle—what has been made of the classification of European humanity with regard to the feeling soul, the intellectual or emotional soul, the conscious soul, and the “I”—which was truly not intended to express any kind of superiority—when I consider what kinds of statements have been put out into the world and what kind of opposition and emotions these statements have provoked, it really becomes clear from this that precisely the principle of taking things very precisely, even in such difficult cases, has not been fully observed. If, for example, I had ever said: “What exists among the European population under the influence of the ‘I’ should have an organizing effect within the European population”—I would have spoken nonsense. Nevertheless, this, for example, has been spread throughout the world and is subject to the worst misunderstandings, evoking the strongest emotions.

[ 43 ] Um nun nach dieser Richtung hin meine Pflicht zu erfüllen, ist es mir auferlegt worden für die Zeit, die jetzt kommen wird, gar nichts mehr in meinen Vorträgen in Anknüpfung an diese Dinge zu berühren. Ich muß absehen von jeder Berührung dieser Dinge, so daß also das, was jedem andern zusteht, nämlich, etwas sagen zu dürfen über dieses oder jenes, durch die Art und Weise, wie die Dinge genommen werden, mir zur Unmöglichkeit gemacht wird.

[ 43 ] In order to fulfill my duty in this regard, I have been instructed not to touch upon any of these matters in my lectures for the time being. I must refrain from any mention of these matters, so that what is the right of everyone else—namely, to be allowed to say something about this or that—is made impossible for me by the way things are handled.

[ 44 ] Alle diese Dinge zeigen uns, daß wir wohl in unsere Seele schauen sollen, inwiefern es uns gelingen kann, diese geisteswissenschaftliche Bewegung in ihrem vollen Ernst zu betrachten. Denn wir sind manchmal durchaus nicht aufmerksam darauf, welche Verantwortung, wenn es sich um wirkliche, wahrhaft rechte Geistesforschung und ihre Mitteilungen handelt, gegenüber jedem Satze vorliegt, wenn die Sache ernst genommen wird. Um Emotionen hervorzurufen, dazu ist wirklich die Geisteswissenschaft nicht da, auch nicht, um Emotionen zu bekämpfen oder abzuwenden. Und wenn jemand gesagt hat, diese Dinge werden mitgeteilt, um jemanden zu bekämpfen, so sollte er sich fragen, ob da von solchen Dingen der richtige Gebrauch gemacht worden ist, ob nicht vielmehr ein Mißbrauch vorliegt dieser Dinge, deren Mitteilung in voller Objektivität, in keuscher Wahrheitsliebe gemacht worden ist. Das sind Dinge, die mir zu meinen okkulten Erfahrungen, die ohnehin schon schmerzlich genug sind, einen weiteren Schmerz hinzufügen. Wenn auch Wichtiges dadurch nicht berührt werden kann, wenn auch vieles wegfallen muß von dem, wovon ich glaubte, daß es in der nächsten Zeit betrachtet werden dürfte, so bleibt doch noch Wichtiges und Wesentliches für unsere Zeit zu besprechen.

[ 44 ] All these things show us that we should look into our souls to see to what extent we can succeed in viewing the Spiritual Science movement with all its seriousness. For we are sometimes completely unaware of the responsibility we bear—when it comes to genuine, truly legitimate spiritual research and its findings—toward every statement, if the matter is taken seriously. Spiritual Science is truly not meant to stir up emotions, nor is it meant to combat or ward off emotions. And if anyone has said that these things are communicated in order to fight against someone, they should ask themselves whether proper use has been made of such things, or whether, rather, there is a misuse of these things, the communication of which was made with full objectivity and a chaste love of truth. These are things that add further pain to my occult experiences, which are already painful enough. Even if important matters cannot be addressed as a result, even if much of what I believed might be considered in the near future must be set aside, there still remain important and essential matters to be discussed for our time.