Spiritual Science and Medicine
GA 312
2 April 1920, Dornach
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Geisteswissenschaft und Medizin
Dreizehnter Vortrag
Dreizehnter Vortrag
[ 1 ] Es könnte sein, daß insbesondere an drei Tatsachenreihen zuerst die mehr materialistisch gesinnte medizinische Richtung sich wendet zu der mehr geisteswissenschaftlich orientierten, und das wird sein höchstwahrscheinlich bei Tatsachenreihen, an deren Besprechung wir nunmehr auch herantreten müssen. Es wird sein bei der Beobachtung alles dessen, was zusammenhängt mit den Geschwulstbildungen und namentlich mit ihrer eventuellen Heilung. Und es wird zutage treten bei einer wirklich rationellen Auffassung der sogenannten Geisteskrankheiten und dann bei den therapeutischen Erkenntnissen, die man sich wird erwerben müssen für das Anwenden äußerer Mittel, also Einreibungen, Einsalbungen und dergleichen. Wir können kaum hoffen, mit den gewöhnlichen physikalischen Untersuchungen — ohne daß wenigstens geisteswissenschaftliche Einsichten die Richtung, die Orientierung angeben — nahezukommen solchen Dingen, wie all den Geschwulstbildungen, die dann gipfeln in der Karzinombildung. Es ist heute die Psychiatrie in einem so traurigen Zustande namentlich dadurch, daß von ihr keine Brücke führt ins Bewußtsein der Menschen nämlich — denn die Brücken in der Natur sind überall vorhanden — zu der gewöhnlichen anderen Pathologie und Therapie, daß man sich auf diesen beiden Gebieten vielleicht am ehesten bequemen wird, in geisteswissenschaftliche Betrachtung einzutreten. Es wird namentlich notwendig sein, zu beachten alles dasjenige, was Geisteswissenschaft wird sagen können, und man braucht ja heute nur meine Literatur zu berücksichtigen, und man wird finden, daß sie schon recht viel nach dieser Richtung hin gesagt hat. Man wird berücksichtigen müssen das ganze Eingreifen des Ätherleibes in den menschlichen Organismus.
[ 1 ] Es könnte sein, daß insbesondere an drei Tatsachenreihen zuerst die mehr materialistisch gesinnte medizinische Richtung sich wendet zu der mehr geisteswissenschaftlich orientierten, und das wird sein höchstwahrscheinlich bei Tatsachenreihen, an deren Besprechung wir nunmehr auch herantreten müssen. Es wird sein bei der Beobachtung alles dessen, was zusammenhängt mit den Geschwulstbildungen und namentlich mit ihrer eventuellen Heilung. Und es wird zutage treten bei einer wirklich rationellen Auffassung der sogenannten Geisteskrankheiten und dann bei den therapeutischen Erkenntnissen, die man sich wird erwerben müssen für das Anwenden äußerer Mittel, also Einreibungen, Einsalbungen und dergleichen. Wir können kaum hoffen, mit den gewöhnlichen physikalischen Untersuchungen — ohne daß wenigstens geisteswissenschaftliche Einsichten die Richtung, die Orientierung angeben — nahezukommen solchen Dingen, wie all den Geschwulstbildungen, die dann gipfeln in der Karzinombildung. Es ist heute die Psychiatrie in einem so traurigen Zustande namentlich dadurch, daß von ihr keine Brücke führt ins Bewußtsein der Menschen nämlich — denn die Brücken in der Natur sind überall vorhanden — zu der gewöhnlichen anderen Pathologie und Therapie, daß man sich auf diesen beiden Gebieten vielleicht am ehesten bequemen wird, in geisteswissenschaftliche Betrachtung einzutreten. Es wird namentlich notwendig sein, zu beachten alles dasjenige, was Geisteswissenschaft wird sagen können, und man braucht ja heute nur meine Literatur zu berücksichtigen, und man wird finden, daß sie schon recht viel nach dieser Richtung hin gesagt hat. Man wird berücksichtigen müssen das ganze Eingreifen des Ätherleibes in den menschlichen Organismus.
[ 2 ] Man sollte ja nicht bloß sagen, daß man unbedingt Hellseher sein müsse, um über die Tätigkeit des Ätherleibes im menschlichen Organismus zu sprechen. Denn man kann ja an sehr vielen Prozessen, die einfach den Tätigkeiten des Ätherleibes entgegengesetzt sind, sehen, daß der Ätherleib in einer gewissen Weise nicht tätig ist oder wenigstens nicht ordentlich tätig ist. Und um auf diesem Gebiete zu gültigen Vorstellungen zu kommen, wird es nötig sein, einmal ins Auge zu fassen alles dasjenige, was mit Entzündungen zusammenhängt, was sich auf dem Boden von Entzündungen entwickelt, und alles dasjenige, was mit Geschwulstbildungen zusammenhängt, gewissermaßen von da ausgehend den menschlichen Organismus zerstört. Bei Geschwulstbildungen ist es ja das sehr berechtigte Bestreben, das nur heute gegenüber den sozialen Zuständen, die eben dann daneben auch geändert werden müssen — nicht die äußeren, sondern die sozialen Zustände, in welche die Medizin hineinspielt, Hygiene namentlich —, noch nicht durchführbar ist, daß immer wiederum aus einem berechtigten Ideal heraus gefordert wird, bei Geschwulstbildungen das Messer des Chirurgen zu entbehren. Nur handelt es sich darum, daß man Ersatz schafft für dasjenige, was das Messer des Chirurgen erreicht und nicht erreicht — erreicht gewiß in einer gewissen Beziehung, aber auch nicht erreicht. Zweifellos werden auch sehr viele, die heute einfach deshalb, weil noch keine Auskunftsmittel dafür da sind, für das Messer des Chirurgen eintreten, in dem Augenblicke sich zum Gegenteile bekehren, wenn eben Auskunftsmittel geschaffen werden.
[ 2 ] Man sollte ja nicht bloß sagen, daß man unbedingt Hellseher sein müsse, um über die Tätigkeit des Ätherleibes im menschlichen Organismus zu sprechen. Denn man kann ja an sehr vielen Prozessen, die einfach den Tätigkeiten des Ätherleibes entgegengesetzt sind, sehen, daß der Ätherleib in einer gewissen Weise nicht tätig ist oder wenigstens nicht ordentlich tätig ist. Und um auf diesem Gebiete zu gültigen Vorstellungen zu kommen, wird es nötig sein, einmal ins Auge zu fassen alles dasjenige, was mit Entzündungen zusammenhängt, was sich auf dem Boden von Entzündungen entwickelt, und alles dasjenige, was mit Geschwulstbildungen zusammenhängt, gewissermaßen von da ausgehend den menschlichen Organismus zerstört. Bei Geschwulstbildungen ist es ja das sehr berechtigte Bestreben, das nur heute gegenüber den sozialen Zuständen, die eben dann daneben auch geändert werden müssen — nicht die äußeren, sondern die sozialen Zustände, in welche die Medizin hineinspielt, Hygiene namentlich —, noch nicht durchführbar ist, daß immer wiederum aus einem berechtigten Ideal heraus gefordert wird, bei Geschwulstbildungen das Messer des Chirurgen zu entbehren. Nur handelt es sich darum, daß man Ersatz schafft für dasjenige, was das Messer des Chirurgen erreicht und nicht erreicht — erreicht gewiß in einer gewissen Beziehung, aber auch nicht erreicht. Zweifellos werden auch sehr viele, die heute einfach deshalb, weil noch keine Auskunftsmittel dafür da sind, für das Messer des Chirurgen eintreten, in dem Augenblicke sich zum Gegenteile bekehren, wenn eben Auskunftsmittel geschaffen werden.
[ 3 ] Nun brauche ich Ihnen ja nicht die ganze Wesenheit der Entzündungsvorgänge auch in ihren verschiedenen spezifischen Gestaltungen nach den Organen auseinanderzusetzen. Das ist etwas, wovon ich sagen kann, daß es ja bekannt ist. Aber nicht bekannt ist gerade dasjenige, was gewissermaßen als einheitlicher Vorgang über allen Entzündungsvorgängen schwebt. Diesen einheitlichen Vorgang kann man am besten dadurch charakterisieren, daß man sagt: Bei all dem, was eine wirkliche Entzündung ist, sei sie eine sehr kleine, sei sie eine sehr große, was auf Grundlage von Entzündungen dann zur Geschwürbildung führt, bei all dem ist für, ich will jetzt so sagen, die geisteswissenschaftliche Untersuchung noch zu bemerken, daß der ganze Ätherleib des Menschen als solcher wirkt, man sich also immer noch verlassen kann darauf, daß man irgend etwas tun könne, um nur die in einem gewissen Sinne, nach einer Richtung hin träge gewordene Wirkung des Ätherleibes zurückzuführen auf ihre normale Verteilung, so daß der ganze Ätherleib des Menschen in gesundem Sinne wirkt. Es ist eigentlich nur Hinleitung der Tätigkeit des Ätherleibes nach ganz bestimmten Richtungen, während der gesunde Ätherleib seine Tätigkeit über alle entsprechenden Richtungen des Organismus erstrecken muß. Das ist im wesentlichen auch so, daß man sagen kann: Man kann Reaktionen finden — wir werden über solche noch sprechen —, die den Ätherleib, der zum Beispiel träge wird nach einem gewissen Organsystem hin, wiederum anregen können, wenn er im ganzen noch gesund ist, nach dieser Richtung hin seine, wenn ich so sagen darf, universelle Tätigkeit zu entfalten.
[ 3 ] Nun brauche ich Ihnen ja nicht die ganze Wesenheit der Entzündungsvorgänge auch in ihren verschiedenen spezifischen Gestaltungen nach den Organen auseinanderzusetzen. Das ist etwas, wovon ich sagen kann, daß es ja bekannt ist. Aber nicht bekannt ist gerade dasjenige, was gewissermaßen als einheitlicher Vorgang über allen Entzündungsvorgängen schwebt. Diesen einheitlichen Vorgang kann man am besten dadurch charakterisieren, daß man sagt: Bei all dem, was eine wirkliche Entzündung ist, sei sie eine sehr kleine, sei sie eine sehr große, was auf Grundlage von Entzündungen dann zur Geschwürbildung führt, bei all dem ist für, ich will jetzt so sagen, die geisteswissenschaftliche Untersuchung noch zu bemerken, daß der ganze Ätherleib des Menschen als solcher wirkt, man sich also immer noch verlassen kann darauf, daß man irgend etwas tun könne, um nur die in einem gewissen Sinne, nach einer Richtung hin träge gewordene Wirkung des Ätherleibes zurückzuführen auf ihre normale Verteilung, so daß der ganze Ätherleib des Menschen in gesundem Sinne wirkt. Es ist eigentlich nur Hinleitung der Tätigkeit des Ätherleibes nach ganz bestimmten Richtungen, während der gesunde Ätherleib seine Tätigkeit über alle entsprechenden Richtungen des Organismus erstrecken muß. Das ist im wesentlichen auch so, daß man sagen kann: Man kann Reaktionen finden — wir werden über solche noch sprechen —, die den Ätherleib, der zum Beispiel träge wird nach einem gewissen Organsystem hin, wiederum anregen können, wenn er im ganzen noch gesund ist, nach dieser Richtung hin seine, wenn ich so sagen darf, universelle Tätigkeit zu entfalten.
[ 4 ] Anders ist es bei den Geschwulstbildungen, bei allen Arten von Geschwulstbildungen. Da handelt es sich darum, daß gewisse Vorgänge im physischen Leib sich direkt als Feinde ausnehmen der Tätigkeit des Ätherleibes, daß sich gewissermaßen Vorgänge im physischen Leibe einfach auflehnen gegen die Tätigkeit des Ätherleibes und daß dann für diese Bezirke des physischen Leibes der Ätherleib nicht mehr wirksam ist.
[ 4 ] Anders ist es bei den Geschwulstbildungen, bei allen Arten von Geschwulstbildungen. Da handelt es sich darum, daß gewisse Vorgänge im physischen Leib sich direkt als Feinde ausnehmen der Tätigkeit des Ätherleibes, daß sich gewissermaßen Vorgänge im physischen Leibe einfach auflehnen gegen die Tätigkeit des Ätherleibes und daß dann für diese Bezirke des physischen Leibes der Ätherleib nicht mehr wirksam ist.
[ 5 ] Nun hat aber der Ätherleib eine sehr große Regenerationsfähigkeit, und man kann immer beobachten mit geisteswissenschaftlichen Mitteln, daß, wenn man das Hindernis beseitigen kann, den Feind beseitigen kann, der seiner Tätigkeit auf einem gewissen Gebiete entgegensteht, man dann der Sache doch beikommen kann. So daß man sagen kann: Bei Geschwülsten wird es sich darum handeln, gewissermaßen durch Naturtätigkeit das Hinwegschaffen der dem Ätherleib entgegenstehenden physischen Tätigkeiten hervorzurufen, so daß der Ätherleib wiederum hinwirken mag an die Stelle, wo er sonst nicht hinwirkt.
[ 5 ] Nun hat aber der Ätherleib eine sehr große Regenerationsfähigkeit, und man kann immer beobachten mit geisteswissenschaftlichen Mitteln, daß, wenn man das Hindernis beseitigen kann, den Feind beseitigen kann, der seiner Tätigkeit auf einem gewissen Gebiete entgegensteht, man dann der Sache doch beikommen kann. So daß man sagen kann: Bei Geschwülsten wird es sich darum handeln, gewissermaßen durch Naturtätigkeit das Hinwegschaffen der dem Ätherleib entgegenstehenden physischen Tätigkeiten hervorzurufen, so daß der Ätherleib wiederum hinwirken mag an die Stelle, wo er sonst nicht hinwirkt.
[ 6 ] Das wird gerade von einer großen Bedeutung werden bei, sagen wir, der Karzinombehandlung. Das Karzinom zeigt ja ohne weiteres, wenn es nur sachgemäß beobachtet wird, daß es trotz seiner mannigfaltigen Formen doch darstellt eine Revolution gewisser physischer Kräfte gegen die Kräfte des Ätherleibes. An der Wirkung, die man zum Beispiel sehr charakteristisch sehen kann an den inneren Karzinombildungen, wo Verhornungen eintreten, die mehr im Hintergrunde bleiben, aber in der Tendenz doch vorhanden sind auch bei den mehr an der Oberfläche zu gelegenen Karzinombildungen, an ihr ist zu sehen, wie die physische Bildung eben übergreift über jene ätherische Bildung, die an diesem betreffenden Orte sein sollte. Studiert man daher diese beiden Dinge richtig, so kommt man zuletzt zu der Anschauung, die auch nun fast mit Händen zu greifen ist, daß Entzündungen und Geschwürbildungen den vollen Gegenpol darstellen gegen die Geschwulstbildungen. Richtig polarische Gegensätze sind diese zwei Dinge. Wenn ich sage, daß sich das mit Händen greifen läßt, so bitte ich Sie nur, sich zu erinnern an die Erfahrungen, die Sie machen können, wenn ein nach der Oberfläche zu gelegenes Karzinom auftritt, wo sehr häufig verwechselt werden kann das, was sich da abspielt, mit Pseudogeschwüren, wenigstens nach gewissen Richtungen hin. So wird sich vor allen Dingen das Studium dahin erstrecken müssen, diese Polarität genauer zu studieren.
[ 6 ] Das wird gerade von einer großen Bedeutung werden bei, sagen wir, der Karzinombehandlung. Das Karzinom zeigt ja ohne weiteres, wenn es nur sachgemäß beobachtet wird, daß es trotz seiner mannigfaltigen Formen doch darstellt eine Revolution gewisser physischer Kräfte gegen die Kräfte des Ätherleibes. An der Wirkung, die man zum Beispiel sehr charakteristisch sehen kann an den inneren Karzinombildungen, wo Verhornungen eintreten, die mehr im Hintergrunde bleiben, aber in der Tendenz doch vorhanden sind auch bei den mehr an der Oberfläche zu gelegenen Karzinombildungen, an ihr ist zu sehen, wie die physische Bildung eben übergreift über jene ätherische Bildung, die an diesem betreffenden Orte sein sollte. Studiert man daher diese beiden Dinge richtig, so kommt man zuletzt zu der Anschauung, die auch nun fast mit Händen zu greifen ist, daß Entzündungen und Geschwürbildungen den vollen Gegenpol darstellen gegen die Geschwulstbildungen. Richtig polarische Gegensätze sind diese zwei Dinge. Wenn ich sage, daß sich das mit Händen greifen läßt, so bitte ich Sie nur, sich zu erinnern an die Erfahrungen, die Sie machen können, wenn ein nach der Oberfläche zu gelegenes Karzinom auftritt, wo sehr häufig verwechselt werden kann das, was sich da abspielt, mit Pseudogeschwüren, wenigstens nach gewissen Richtungen hin. So wird sich vor allen Dingen das Studium dahin erstrecken müssen, diese Polarität genauer zu studieren.
[ 7 ] Nun, natürlich stören bei diesen Dingen sehr häufig nicht gerade alte, aber, ich möchte sagen, mittelalterliche Namengebungen — nicht auf das Mittelalter bezügliche, sondern sogar auf ein sehr nahe hinter uns liegendes Mittelalter bezügliche Namengebungen. Es ist nicht ganz richtig, wenn man die Geschwulstbildungen als «Neubildungen» bezeichnet. Sie sind es höchstens in dem ganz trivialen Sinne, daß sie früher nicht dagewesen sind, aber sie sind es in dem Sinne nicht, daß sie etwa auf dem Boden des von der Haut bedeckten Organismus selber erwachsen. Sondern dadurch, daß der physische Leib in einem Prozeß so stark in Gegensatz tritt gegen den Ätherleib, ordnet sich der äußere Leib gewissermaßen auch dem Äußeren, der dem Menschen feindlichen Natur unter, und es öffnet die Geschwulstbildung allen möglichen äußeren Einflüssen einen starken Zugang.
[ 7 ] Nun, natürlich stören bei diesen Dingen sehr häufig nicht gerade alte, aber, ich möchte sagen, mittelalterliche Namengebungen — nicht auf das Mittelalter bezügliche, sondern sogar auf ein sehr nahe hinter uns liegendes Mittelalter bezügliche Namengebungen. Es ist nicht ganz richtig, wenn man die Geschwulstbildungen als «Neubildungen» bezeichnet. Sie sind es höchstens in dem ganz trivialen Sinne, daß sie früher nicht dagewesen sind, aber sie sind es in dem Sinne nicht, daß sie etwa auf dem Boden des von der Haut bedeckten Organismus selber erwachsen. Sondern dadurch, daß der physische Leib in einem Prozeß so stark in Gegensatz tritt gegen den Ätherleib, ordnet sich der äußere Leib gewissermaßen auch dem Äußeren, der dem Menschen feindlichen Natur unter, und es öffnet die Geschwulstbildung allen möglichen äußeren Einflüssen einen starken Zugang.
[ 8 ] Nun handelt es sich darum, daß man auch wiederum, ich möchte sagen, das Gegenbild zu all diesen Dingen studiert. Da verweise ich Sie in der außermenschlichen Natur auf das Studium, sagen wir zunächst, der Viscumbildung. Es ist notwendig, daß da zunächst das Augenmerk darauf gerichtet wird, wie die Viscumarten sich auf anderen Pflanzen entwickeln. Aber es ist das gar nicht einmal das Wesentliche. Das Wesentliche. ist gewiß für die Botanik die Schmarotzernatur der Mistel. Aber für das Studium der Beziehung der außermenschlichen Natur zur menschlichen ist es im Grunde genommen viel wichtiger, daß die Mistel dadurch, daß sie auf anderen Pflanzen, auf Bäumen wächst, gezwungen ist, in anderem Jahresrhythmus ihre Vegetation durchzuführen, daß sie also zum Beispiel ihre Blütenbildung bereits abgeschlossen hat, bevor die Bäume, auf denen sie wächst, mit ihrer Laubbildung im Frühling beginnen, daß sie also eine Art Winterpflanze ist, daß sie gewissermaßen sich nicht aussetzt — diese Mistel ist eine Pflanze, welche sich, ich möchte sagen, aristokratisch gebärdet -, indem sie sich durch das Laub der Bäume schützt vor den zu intensiv wirkenden Sonnenstrahlen oder Lichtwirkungen des Sommers. Wir müssen ja nach den vorgestern beschriebenen Vorgängen die Sonne immer nur als den Repräsentanten der Lichtwirkungen betrachten. Dies würde der Gegenstand einer physikalischen Betrachtung sein und gehört nicht hieher. Man kann ja nicht ganz vermeiden das, was aus einer nicht ganz richtigen Naturbetrachtung in unsere Sprache eingezogen ist. Aber die ganze Art und Weise, wie die Mistel wächst und gedeiht dadurch, daß sie eben sich an anderen Pflanzen ansetzt, das ist das besonders Wichtige. Dadurch eignet sich die Mistel eben ganz besondere Kräfte an. Sie eignet sich die Kräfte an, die etwa in der folgenden Weise bezeichnet werden können: sie will vermöge ihrer Kräfte alles dasjenige nicht, was die geraden Organisationskräfte, die geradlinig sich entwickelnden Organisationskräfte wollen, und sie will dasjenige, was die geradlinig sich entwickelnden Organisationskräfte nicht wollen. Auch da wird die Sache erst klar werden, wenn man sie so auffaßt, daß man sagt: Wenn, ganz schematisch gezeichnet (siehe Zeichnung Seite 251), hier eine Stelle ist im physischen menschlichen Leibe, die sich durch ihre Kräfte auflehnt gegen das ganze Hereinwirken der Ätherkräfte, so daß die Ätherkräfte sich gewissermaßen stauen und haltmachen und dadurch das, was wie eine Neubildung aussieht, eben entsteht, so ist es die Mistel, welche dieser Einsackung, die sich da gebildet hat, entgegenwirkt. Sie zieht gewissermaßen das wiederum an die Stelle hin, wo es nicht hin will.
[ 8 ] Nun handelt es sich darum, daß man auch wiederum, ich möchte sagen, das Gegenbild zu all diesen Dingen studiert. Da verweise ich Sie in der außermenschlichen Natur auf das Studium, sagen wir zunächst, der Viscumbildung. Es ist notwendig, daß da zunächst das Augenmerk darauf gerichtet wird, wie die Viscumarten sich auf anderen Pflanzen entwickeln. Aber es ist das gar nicht einmal das Wesentliche. Das Wesentliche. ist gewiß für die Botanik die Schmarotzernatur der Mistel. Aber für das Studium der Beziehung der außermenschlichen Natur zur menschlichen ist es im Grunde genommen viel wichtiger, daß die Mistel dadurch, daß sie auf anderen Pflanzen, auf Bäumen wächst, gezwungen ist, in anderem Jahresrhythmus ihre Vegetation durchzuführen, daß sie also zum Beispiel ihre Blütenbildung bereits abgeschlossen hat, bevor die Bäume, auf denen sie wächst, mit ihrer Laubbildung im Frühling beginnen, daß sie also eine Art Winterpflanze ist, daß sie gewissermaßen sich nicht aussetzt — diese Mistel ist eine Pflanze, welche sich, ich möchte sagen, aristokratisch gebärdet -, indem sie sich durch das Laub der Bäume schützt vor den zu intensiv wirkenden Sonnenstrahlen oder Lichtwirkungen des Sommers. Wir müssen ja nach den vorgestern beschriebenen Vorgängen die Sonne immer nur als den Repräsentanten der Lichtwirkungen betrachten. Dies würde der Gegenstand einer physikalischen Betrachtung sein und gehört nicht hieher. Man kann ja nicht ganz vermeiden das, was aus einer nicht ganz richtigen Naturbetrachtung in unsere Sprache eingezogen ist. Aber die ganze Art und Weise, wie die Mistel wächst und gedeiht dadurch, daß sie eben sich an anderen Pflanzen ansetzt, das ist das besonders Wichtige. Dadurch eignet sich die Mistel eben ganz besondere Kräfte an. Sie eignet sich die Kräfte an, die etwa in der folgenden Weise bezeichnet werden können: sie will vermöge ihrer Kräfte alles dasjenige nicht, was die geraden Organisationskräfte, die geradlinig sich entwickelnden Organisationskräfte wollen, und sie will dasjenige, was die geradlinig sich entwickelnden Organisationskräfte nicht wollen. Auch da wird die Sache erst klar werden, wenn man sie so auffaßt, daß man sagt: Wenn, ganz schematisch gezeichnet (siehe Zeichnung Seite 251), hier eine Stelle ist im physischen menschlichen Leibe, die sich durch ihre Kräfte auflehnt gegen das ganze Hereinwirken der Ätherkräfte, so daß die Ätherkräfte sich gewissermaßen stauen und haltmachen und dadurch das, was wie eine Neubildung aussieht, eben entsteht, so ist es die Mistel, welche dieser Einsackung, die sich da gebildet hat, entgegenwirkt. Sie zieht gewissermaßen das wiederum an die Stelle hin, wo es nicht hin will.


[ 9 ] Auch da können Sie durch das Experiment, das ja selbstverständlich, ich möchte sagen, nur per Gelegenheit gemacht werden kann, sich irgendwie überzeugen. Sie werden diese Antitendenz der Mistel gegen die geradlinige Organisation an einer Tatsache gut studieren können, nämlich wenn Sie beobachten, wie die Mistel auf das Abgehen der Nachgeburt wirkt. Sie hält nämlich die Nachgeburt im menschlichen Organismus zurück, das heißt, sie macht in ihrer Art das Gegenteil von dem, was die geradlinige Organisation eigentlich will. Das ist etwas, was geradezu zu den wesentlichsten Eigenschaften des Mistelwirksamkeitsprozesses gehört, so etwas zu bewirken wie die Nachgeburt zurückhalten, also die gewöhnliche Organisation aufzuhalten, Bei Prozessen, die dann feiner sind im menschlichen Organismus, die aber eigentlich auf demselben beruhen wie das Zurückhalten der Nachgeburt, tritt einem das natürlich viel weniger entgegen. Aber ganz dasselbe, was nun eben stark wirkt, wenn die Mistel da entgegenwirkt der geradlinigen Organisationstendenz, das tritt einem entgegen bei den Bildern, die man bekommt, wenn man die Mistelwirksamkeit überhaupt in Betracht zieht. Nicht wahr, wenn man merkt, daß die Mistel entgegenwirkt den Tendenzen des Ätherleibes, der zum Beispiel den physischen Leib nicht im richtigen Maße ergreifen will, und bringt man dann eine gewisse Mistelwirkung zustande, so ergreift der Ätherleib den physischen Leib zu stark, und es entstehen Krampfanfälle. In anderen Fällen entsteht gerade durch die Mistelwirkung dieses eigentümliche Gefühl, dad man immerfort umfallen könnte. Das sind Dinge, die dann wiederum damit zusammenhängen, daß zum Beispiel im wesentlichen die Mistel pollutionsbefördernd ist.
[ 9 ] Auch da können Sie durch das Experiment, das ja selbstverständlich, ich möchte sagen, nur per Gelegenheit gemacht werden kann, sich irgendwie überzeugen. Sie werden diese Antitendenz der Mistel gegen die geradlinige Organisation an einer Tatsache gut studieren können, nämlich wenn Sie beobachten, wie die Mistel auf das Abgehen der Nachgeburt wirkt. Sie hält nämlich die Nachgeburt im menschlichen Organismus zurück, das heißt, sie macht in ihrer Art das Gegenteil von dem, was die geradlinige Organisation eigentlich will. Das ist etwas, was geradezu zu den wesentlichsten Eigenschaften des Mistelwirksamkeitsprozesses gehört, so etwas zu bewirken wie die Nachgeburt zurückhalten, also die gewöhnliche Organisation aufzuhalten, Bei Prozessen, die dann feiner sind im menschlichen Organismus, die aber eigentlich auf demselben beruhen wie das Zurückhalten der Nachgeburt, tritt einem das natürlich viel weniger entgegen. Aber ganz dasselbe, was nun eben stark wirkt, wenn die Mistel da entgegenwirkt der geradlinigen Organisationstendenz, das tritt einem entgegen bei den Bildern, die man bekommt, wenn man die Mistelwirksamkeit überhaupt in Betracht zieht. Nicht wahr, wenn man merkt, daß die Mistel entgegenwirkt den Tendenzen des Ätherleibes, der zum Beispiel den physischen Leib nicht im richtigen Maße ergreifen will, und bringt man dann eine gewisse Mistelwirkung zustande, so ergreift der Ätherleib den physischen Leib zu stark, und es entstehen Krampfanfälle. In anderen Fällen entsteht gerade durch die Mistelwirkung dieses eigentümliche Gefühl, dad man immerfort umfallen könnte. Das sind Dinge, die dann wiederum damit zusammenhängen, daß zum Beispiel im wesentlichen die Mistel pollutionsbefördernd ist.
[ 10 ] Also überall können Sie sehen, auch mit dem Entstehen der Epilepsie zum Beispiel zusammenhängend, daß die Mistel in sich hat dieses dem menschlichen Organismus Entgegenwirken. Das aber hängt zusammen eben weniger mit ihrem Schmarotzertum als damit, daß sie auch sich — wenn ich den trivialen Ausdruck gebrauchen darf, namentlich die Wiener werden mich verstehen — eine Extrawurst braten läßt von der ganzen Natur. Sie läßt sich insoferne eine Extrawurst braten, als sie eben nicht gedeihen will im gewöhnlichen Jahreslauf, nach dem Frühling hin blühen und dann Früchte tragen, sondern daß sie zu einer anderen Zeit, eben zu einer Extrazeit, während der Winterszeit, diese Dinge entwickelt. Damit konserviert sie diejenigen Kräfte, welche eben entgegenwirken dem gewöhnlichen Gang der Ereignisse. Würde man nicht zu stark Anstoß erregen damit, so könnte man sagen, wenn man hinschaut auf die Mistelbildungen und die wirksame Natur in Betracht zieht: Diese wirksame Natur ist dabei irrsinnig geworden, sie macht alles zur Unzeit in bezug auf die Mistel. Das ist aber gerade dasjenige, was man eben wiederum benützen muß, wenn auf der anderen Seite der menschliche Organismus physisch irrsinnig wird, und das wird er ja zum Beispiel gerade in der Karzinombildung. Da handelt es sich dann darum, gerade für solche Zusammenhänge sich ein Verständnis zu entwickeln.
[ 10 ] Also überall können Sie sehen, auch mit dem Entstehen der Epilepsie zum Beispiel zusammenhängend, daß die Mistel in sich hat dieses dem menschlichen Organismus Entgegenwirken. Das aber hängt zusammen eben weniger mit ihrem Schmarotzertum als damit, daß sie auch sich — wenn ich den trivialen Ausdruck gebrauchen darf, namentlich die Wiener werden mich verstehen — eine Extrawurst braten läßt von der ganzen Natur. Sie läßt sich insoferne eine Extrawurst braten, als sie eben nicht gedeihen will im gewöhnlichen Jahreslauf, nach dem Frühling hin blühen und dann Früchte tragen, sondern daß sie zu einer anderen Zeit, eben zu einer Extrazeit, während der Winterszeit, diese Dinge entwickelt. Damit konserviert sie diejenigen Kräfte, welche eben entgegenwirken dem gewöhnlichen Gang der Ereignisse. Würde man nicht zu stark Anstoß erregen damit, so könnte man sagen, wenn man hinschaut auf die Mistelbildungen und die wirksame Natur in Betracht zieht: Diese wirksame Natur ist dabei irrsinnig geworden, sie macht alles zur Unzeit in bezug auf die Mistel. Das ist aber gerade dasjenige, was man eben wiederum benützen muß, wenn auf der anderen Seite der menschliche Organismus physisch irrsinnig wird, und das wird er ja zum Beispiel gerade in der Karzinombildung. Da handelt es sich dann darum, gerade für solche Zusammenhänge sich ein Verständnis zu entwickeln.
[ 11 ] Nun ist die Mistel zweifellos dasjenige, durch dessen Potenzierung man erreichen wird müssen das Ersetzen des Chirurgenmessers bei den Geschwulstbildungen. Es wird sich nur darum handeln, daß man namentlich die Mistelfrucht, aber durchaus im Zusammenhang mit anderen Kräften der Mistel selber, in der richtigen Weise wird behandeln können, um sie zum Heilmittel zu machen.
[ 11 ] Nun ist die Mistel zweifellos dasjenige, durch dessen Potenzierung man erreichen wird müssen das Ersetzen des Chirurgenmessers bei den Geschwulstbildungen. Es wird sich nur darum handeln, daß man namentlich die Mistelfrucht, aber durchaus im Zusammenhang mit anderen Kräften der Mistel selber, in der richtigen Weise wird behandeln können, um sie zum Heilmittel zu machen.
[ 12 ] Nicht wahr, das Irrsinnige ist ja zum Beispiel auch darinnen enthalten, daß der ganze Bestand des Misteltums daran gebunden ist, daß die Befruchtung der Mistel auf das Übertragen durch den Vogelflug angewiesen ist in allen diesen Dingen; nicht wahr, die Mistel würde aussterben, wenn nicht die Vögel immerfort wiederum die Befruchtungssubstanzen von einem Baum zum andern tragen würden. Kurioserweise wählen diese Befruchtungssubstanzen auch noch den Weg durch die Vögel durch, so daß also die Mistelsubstanzen erst in den Leib der Vögel aufgenommen und wieder entleert werden, um dann auf einem anderen Baume weiterzusprossen. Das alles sind Dinge, die eben hineinschauen lassen, wenn man sie sachgemäß beobachtet, in den ganzen, wenn ich so sagen darf, Mistelbildungsprozeß. Und es handelt sich dann darum, daß man namentlich die Leimsubstanz, die leimartige Substanz der Mistel in den richtigen Zusammenhang bringt mit einem Verreibungsmittel und man allmählich eine sehr hohe Potenzierung dieser mistelartigen Substanz herausbringt.
[ 12 ] Nicht wahr, das Irrsinnige ist ja zum Beispiel auch darinnen enthalten, daß der ganze Bestand des Misteltums daran gebunden ist, daß die Befruchtung der Mistel auf das Übertragen durch den Vogelflug angewiesen ist in allen diesen Dingen; nicht wahr, die Mistel würde aussterben, wenn nicht die Vögel immerfort wiederum die Befruchtungssubstanzen von einem Baum zum andern tragen würden. Kurioserweise wählen diese Befruchtungssubstanzen auch noch den Weg durch die Vögel durch, so daß also die Mistelsubstanzen erst in den Leib der Vögel aufgenommen und wieder entleert werden, um dann auf einem anderen Baume weiterzusprossen. Das alles sind Dinge, die eben hineinschauen lassen, wenn man sie sachgemäß beobachtet, in den ganzen, wenn ich so sagen darf, Mistelbildungsprozeß. Und es handelt sich dann darum, daß man namentlich die Leimsubstanz, die leimartige Substanz der Mistel in den richtigen Zusammenhang bringt mit einem Verreibungsmittel und man allmählich eine sehr hohe Potenzierung dieser mistelartigen Substanz herausbringt.
[ 13 ] Dann wird es sich darum handeln, daß man spezialisiert für die verschiedenen Organe hin — ich werde darauf noch eingehen — zum Teil nach dem Standort der Mistel, ob sie auf dem oder jenem Baume wächst. Aber ein anderes, was wichtig ist, wird sein, daß man es dahin bringt, in Heilmitteln etwas zu erzeugen, was darauf beruht, daß diese leimartige Substanz mit gewissen Metallsubstanzen zusammenwirkt, mit Metallsubstanzen, die selbstverständlich auch durch den Metallinhalt anderer Pflanzen erreicht werden können. Aber in dem Zusammenwirken, sagen wir, zum Beispiel der Mistel einfach vom Apfelbaum und dem Verreiben etwa mit Silbersalzen würde sich etwas ergeben, was in hohem Grade allen Unterleibskrebsen entgegenwirken könnte.
[ 13 ] Dann wird es sich darum handeln, daß man spezialisiert für die verschiedenen Organe hin — ich werde darauf noch eingehen — zum Teil nach dem Standort der Mistel, ob sie auf dem oder jenem Baume wächst. Aber ein anderes, was wichtig ist, wird sein, daß man es dahin bringt, in Heilmitteln etwas zu erzeugen, was darauf beruht, daß diese leimartige Substanz mit gewissen Metallsubstanzen zusammenwirkt, mit Metallsubstanzen, die selbstverständlich auch durch den Metallinhalt anderer Pflanzen erreicht werden können. Aber in dem Zusammenwirken, sagen wir, zum Beispiel der Mistel einfach vom Apfelbaum und dem Verreiben etwa mit Silbersalzen würde sich etwas ergeben, was in hohem Grade allen Unterleibskrebsen entgegenwirken könnte.
[ 14 ] Sie werden nun verstehen, daß ich über diese Dinge aus dem Grunde vorsichtig sprechen muß, weil auf der einen Seite die Tendenz, die damit angegeben wird, absolut richtig ist, auf gut fundierten geisteswissenschaftlichen Forschungen beruht, weil aber auf der anderen Seite in dem Augenblicke, wo nun der praktische Heilungsprozeß anfängt, die volle Abhängigkeit von der Verarbeitung der Mistelsubstanz anfängt, da eigentlich im Grunde genommen kaum die Kenntnisse da sind, um den Prozeß in der richtigen Weise zu betreiben. Hier liegt es natürlich, wo Geisteswissenschaft nur dann günstig wirken könnte, wenn sie tatsächlich in fortwährendem Zusammenwirken mit dem stehen könnte, worauf ja so vieles bei der anderen Ärzteschaft beruht, nämlich mit dem klinischen Prozesse. Und das ist es, was die Beziehungen der Geisteswissenschaft zu der Medizin so schwierig macht, weil ja die beiden Dinge, klinische Beobachtungsmöglichkeiten und geisteswissenschaftliche Untersuchungen, einfach heute durch unsere sozialen Einrichtungen noch ganz auseinanderfallen müssen. Aber gerade aus dem wird eingesehen werden können, daß eigentlich nur auf einen grünen Zweig zu kommen ist, wenn sich beides miteinander verbindet. Also es wird sich darum handeln, daß tatsächlich Erfahrungen gesammelt werden nach dieser Richtung, denn Sie werden ja kaum der Außenwelt irgendwie mit solchen Dingen anders imponieren können, als daß Sie ihr wenigstens Verifikationen durch äußere klinische Berichte und so weiter geben können. Es ist nicht so sehr eine innere Notwendigkeit als gerade eine äußere Notwendigkeit, daß man das braucht.
[ 14 ] Sie werden nun verstehen, daß ich über diese Dinge aus dem Grunde vorsichtig sprechen muß, weil auf der einen Seite die Tendenz, die damit angegeben wird, absolut richtig ist, auf gut fundierten geisteswissenschaftlichen Forschungen beruht, weil aber auf der anderen Seite in dem Augenblicke, wo nun der praktische Heilungsprozeß anfängt, die volle Abhängigkeit von der Verarbeitung der Mistelsubstanz anfängt, da eigentlich im Grunde genommen kaum die Kenntnisse da sind, um den Prozeß in der richtigen Weise zu betreiben. Hier liegt es natürlich, wo Geisteswissenschaft nur dann günstig wirken könnte, wenn sie tatsächlich in fortwährendem Zusammenwirken mit dem stehen könnte, worauf ja so vieles bei der anderen Ärzteschaft beruht, nämlich mit dem klinischen Prozesse. Und das ist es, was die Beziehungen der Geisteswissenschaft zu der Medizin so schwierig macht, weil ja die beiden Dinge, klinische Beobachtungsmöglichkeiten und geisteswissenschaftliche Untersuchungen, einfach heute durch unsere sozialen Einrichtungen noch ganz auseinanderfallen müssen. Aber gerade aus dem wird eingesehen werden können, daß eigentlich nur auf einen grünen Zweig zu kommen ist, wenn sich beides miteinander verbindet. Also es wird sich darum handeln, daß tatsächlich Erfahrungen gesammelt werden nach dieser Richtung, denn Sie werden ja kaum der Außenwelt irgendwie mit solchen Dingen anders imponieren können, als daß Sie ihr wenigstens Verifikationen durch äußere klinische Berichte und so weiter geben können. Es ist nicht so sehr eine innere Notwendigkeit als gerade eine äußere Notwendigkeit, daß man das braucht.
[ 15 ] Es wird sich auch beweisen lassen, daß die Mistelwirkung wirklich auf dem beruht, was ich jetzt auseinandergesetzt habe. Man braucht ja nur dann methodisch vorzugehen. Denn man wird sich sagen: Nach dem, was ich vor einigen Tagen hier gesagt habe, sind ja eigentlich die Stammbildungen der Bäume mehr Auswüchse der eigentlichen Erdensubstanz, sind eigentlich nur kleine Hügel, in denen das Vegetabile noch drinnen ist, auf denen dann schon dasjenige, was sonst mit dem Baum zusammengehört, wächst. Nun, wenn erst noch die Mistel darauf wächst, nicht wahr, so wächst sie ja eigentlich mit ihrer Wurzelung der Erde entgegen, indem sie es sich auf dem Baume selber bequem macht. Daher ist zu erwarten, daß, wenn man mit solchen Pflanzen Versuche macht, welche sich den irrsinnigen Aristokratismus der Mistel aneignen, ohne zu gleicher Zeit sich die Boheme-Eigenschaft des Schmarotzertums beizulegen, man mit solchen Pflanzen eine ähnliche Erfahrung machen könnte. Nun, das wird man auch. Wenn man ausgehen wird darauf, Winterpflanzen auf ihre Antitendenz gegen die normale Tendenz des menschlichen Organismus zu untersuchen, also auch die normale Krankheitsbildungstendenz, so wird man erwarten können, daß Pflanzen, die es angemessen finden für sich, ihre Blüten im Winter zu treiben, eben ähnliche Wirkungen haben müssen. Da braucht man ja denn nur die Versuchsreihe auszudehnen auf so etwas wie zum Beispiel Helleborus niger, die gewöhnliche Christblume, und man wird finden, daß man in der Tat ähnliche Wirkungen erzielt. Nur muß man den ganzen Gegensatz in Betracht ziehen, wie ich ihn Ihnen wenigstens vorläufig schon charakterisiert habe, zwischen dem Männlichen und dem Weiblichen. So daß man mit Helleborus niger kaum Wirkungen, stark sichtbare Wirkungen bei Frauen erzielen wird, aber immerhin vernehmbare Wirkungen bei der Mannesnatur, wenn Geschwulstbildungen vorliegen und man in einer ähnlichen Weise versucht, eine höhere Potenzierung zu bekommen, wie ich es für das Viscum angegeben habe.
[ 15 ] Es wird sich auch beweisen lassen, daß die Mistelwirkung wirklich auf dem beruht, was ich jetzt auseinandergesetzt habe. Man braucht ja nur dann methodisch vorzugehen. Denn man wird sich sagen: Nach dem, was ich vor einigen Tagen hier gesagt habe, sind ja eigentlich die Stammbildungen der Bäume mehr Auswüchse der eigentlichen Erdensubstanz, sind eigentlich nur kleine Hügel, in denen das Vegetabile noch drinnen ist, auf denen dann schon dasjenige, was sonst mit dem Baum zusammengehört, wächst. Nun, wenn erst noch die Mistel darauf wächst, nicht wahr, so wächst sie ja eigentlich mit ihrer Wurzelung der Erde entgegen, indem sie es sich auf dem Baume selber bequem macht. Daher ist zu erwarten, daß, wenn man mit solchen Pflanzen Versuche macht, welche sich den irrsinnigen Aristokratismus der Mistel aneignen, ohne zu gleicher Zeit sich die Boheme-Eigenschaft des Schmarotzertums beizulegen, man mit solchen Pflanzen eine ähnliche Erfahrung machen könnte. Nun, das wird man auch. Wenn man ausgehen wird darauf, Winterpflanzen auf ihre Antitendenz gegen die normale Tendenz des menschlichen Organismus zu untersuchen, also auch die normale Krankheitsbildungstendenz, so wird man erwarten können, daß Pflanzen, die es angemessen finden für sich, ihre Blüten im Winter zu treiben, eben ähnliche Wirkungen haben müssen. Da braucht man ja denn nur die Versuchsreihe auszudehnen auf so etwas wie zum Beispiel Helleborus niger, die gewöhnliche Christblume, und man wird finden, daß man in der Tat ähnliche Wirkungen erzielt. Nur muß man den ganzen Gegensatz in Betracht ziehen, wie ich ihn Ihnen wenigstens vorläufig schon charakterisiert habe, zwischen dem Männlichen und dem Weiblichen. So daß man mit Helleborus niger kaum Wirkungen, stark sichtbare Wirkungen bei Frauen erzielen wird, aber immerhin vernehmbare Wirkungen bei der Mannesnatur, wenn Geschwulstbildungen vorliegen und man in einer ähnlichen Weise versucht, eine höhere Potenzierung zu bekommen, wie ich es für das Viscum angegeben habe.
[ 16 ] Beim Arbeiten in dieser Weise muß man auf solche Verhältnisse wirklich Rücksicht nehmen, ob eine Pflanze im Winter oder im Sommer gedeiht, ob sie ihre Wirksamkeit dadurch bekommt, daß sie sich so verhält wie die Mistel oder mehr zur Erde neigt als diese. Die Mistel mag nicht gerne zur Erde, die Schwarze Nieswurz, die Christblume, mag an die Erde heran, ist daher mehr mit dem männlichen Kräftesystem verwandt, das ja wiederum mehr mit dem Irdischen verwandt ist, wie ich vor ein paar Tagen ausgeführt habe, während das weibliche Kräftesystem mehr mit dem Außertellurischen verwandt ist. Diese Dinge müssen eben durchaus berücksichtigt werden. Namentlich wird es sich darum handeln, da einen gewissen Einblick in die Naturvorgänge selbst zu gewinnen. Deshalb versuchte ich es auch in dieser Weise, wie wir es getan haben, zu charakterisieren, gewissermaßen zu zeigen, wie die Kräfte drauBen sind, versuchte moralische Vorstellungen zu Hilfe zu nehmen, die einem aber ganz gut dienen können, wie Bohemiens, Aristokraten, Irrsinn und so weiter, weil die in der Tat nicht ganz inadäquat sind in bezug auf dasjenige, was da eigentlich in Betracht kommt.
[ 16 ] Beim Arbeiten in dieser Weise muß man auf solche Verhältnisse wirklich Rücksicht nehmen, ob eine Pflanze im Winter oder im Sommer gedeiht, ob sie ihre Wirksamkeit dadurch bekommt, daß sie sich so verhält wie die Mistel oder mehr zur Erde neigt als diese. Die Mistel mag nicht gerne zur Erde, die Schwarze Nieswurz, die Christblume, mag an die Erde heran, ist daher mehr mit dem männlichen Kräftesystem verwandt, das ja wiederum mehr mit dem Irdischen verwandt ist, wie ich vor ein paar Tagen ausgeführt habe, während das weibliche Kräftesystem mehr mit dem Außertellurischen verwandt ist. Diese Dinge müssen eben durchaus berücksichtigt werden. Namentlich wird es sich darum handeln, da einen gewissen Einblick in die Naturvorgänge selbst zu gewinnen. Deshalb versuchte ich es auch in dieser Weise, wie wir es getan haben, zu charakterisieren, gewissermaßen zu zeigen, wie die Kräfte drauBen sind, versuchte moralische Vorstellungen zu Hilfe zu nehmen, die einem aber ganz gut dienen können, wie Bohemiens, Aristokraten, Irrsinn und so weiter, weil die in der Tat nicht ganz inadäquat sind in bezug auf dasjenige, was da eigentlich in Betracht kommt.
[ 17 ] Nun, wenn man dann solche Vorstellungen gewinnt, so wird einem auch der charakteristische Unterschied entgegentreten, der da zwischen der Wirksamkeit des Mittels von außen und des Mittels von innen ist. Ehe wir aber das in Betracht ziehen können, müssen wir uns doch noch Vorstellungen vor Augen stellen, die uns erst zu diesem Unterschied in der richtigen Weise hinführen können. Es ist zum Beispiel durchaus etwas, was für gewisse Krankheiten, die jetzt auftreten, wird zu studieren sein müssen: daß man für diese gewissermaßen neuartigen Krankheiten — ich habe gestern schon darauf hingedeutet — wird so etwas für den Heilprozeß zu studieren haben, wie zum Beispiel, daß man Carbo vegetabilis eine gewisse längere Zeit einfach dem Sumpfgas exponiert, einfach im Sumpfgas liegen läßt und dann, wenn es sich genügend imprägniert hat mit Sumpfgas, erst die Verreibung macht. Dadurch wird man etwas bekommen, was in gewisser Art äußerlich wirksam wäre als Salbe und dergleichen, insbesondere wenn man etwa die Verreibung mit Substanzen macht, die dann noch die Wirkung begünstigen können. Es handelt sich darum, einfach die technische Methode für so etwas zu finden. Wenn die Verreibung durch irgendwelche technische Methoden, die ganz gewiß gefunden werden können, mit Talk-Erde zum Beispiel, gemacht wird, dann würde man in diesem Mittel etwas haben, was in gewisser Art äußerlich wirksam wäre als Salbe und dergleichen.
[ 17 ] Nun, wenn man dann solche Vorstellungen gewinnt, so wird einem auch der charakteristische Unterschied entgegentreten, der da zwischen der Wirksamkeit des Mittels von außen und des Mittels von innen ist. Ehe wir aber das in Betracht ziehen können, müssen wir uns doch noch Vorstellungen vor Augen stellen, die uns erst zu diesem Unterschied in der richtigen Weise hinführen können. Es ist zum Beispiel durchaus etwas, was für gewisse Krankheiten, die jetzt auftreten, wird zu studieren sein müssen: daß man für diese gewissermaßen neuartigen Krankheiten — ich habe gestern schon darauf hingedeutet — wird so etwas für den Heilprozeß zu studieren haben, wie zum Beispiel, daß man Carbo vegetabilis eine gewisse längere Zeit einfach dem Sumpfgas exponiert, einfach im Sumpfgas liegen läßt und dann, wenn es sich genügend imprägniert hat mit Sumpfgas, erst die Verreibung macht. Dadurch wird man etwas bekommen, was in gewisser Art äußerlich wirksam wäre als Salbe und dergleichen, insbesondere wenn man etwa die Verreibung mit Substanzen macht, die dann noch die Wirkung begünstigen können. Es handelt sich darum, einfach die technische Methode für so etwas zu finden. Wenn die Verreibung durch irgendwelche technische Methoden, die ganz gewiß gefunden werden können, mit Talk-Erde zum Beispiel, gemacht wird, dann würde man in diesem Mittel etwas haben, was in gewisser Art äußerlich wirksam wäre als Salbe und dergleichen.
[ 18 ] Aber es handelt sich darum nun, einen solchen Prozeß auch zu durchschauen. Man wird ihn nicht durchschauen, wenn man sich nicht den Blick zunächst dadurch schärft, daß man auch in der Psychiatrie gesund denken lernt. Sie dürfen mir glauben, daß der Geisteswissenschafter eigentlich, wenn ich drastisch reden darf, schon geärgert wird bei dem bloßen Ausdruck Geisteskrankheit, denn es ist töricht, den Ausdruck Geisteskrankheit zu gebrauchen, weil der Geist immer gesund ist und eigentlich nicht erkranken kann. Es ist ein Unsinn, von Geisteskrankheiten zu sprechen. Es handelt sich immer darum, daß der Geist in seiner Fähigkeit, sich zu äußern, von dem physischen Organismus gestört wird, und nie um eine eigentliche Erkrankung des geistigen oder seelischen Lebens selber. Das sind alles nur Symptome, was da auftritt.
[ 18 ] Aber es handelt sich darum nun, einen solchen Prozeß auch zu durchschauen. Man wird ihn nicht durchschauen, wenn man sich nicht den Blick zunächst dadurch schärft, daß man auch in der Psychiatrie gesund denken lernt. Sie dürfen mir glauben, daß der Geisteswissenschafter eigentlich, wenn ich drastisch reden darf, schon geärgert wird bei dem bloßen Ausdruck Geisteskrankheit, denn es ist töricht, den Ausdruck Geisteskrankheit zu gebrauchen, weil der Geist immer gesund ist und eigentlich nicht erkranken kann. Es ist ein Unsinn, von Geisteskrankheiten zu sprechen. Es handelt sich immer darum, daß der Geist in seiner Fähigkeit, sich zu äußern, von dem physischen Organismus gestört wird, und nie um eine eigentliche Erkrankung des geistigen oder seelischen Lebens selber. Das sind alles nur Symptome, was da auftritt.
[ 19 ] Nun aber muß man seinen Blick für die konkreten einzelnen Symptome schärfen. Und da wird es sich darum handeln, daß Sie vielleicht sich entwickeln sehen, was man etwa nennen könnte die erste Anlage und dann die weitere Fortentwickelung von, sagen wir, so etwas wie einem religiösen Wahnsinn oder was dem ähnlich ist — nicht wahr, die Ausdrücke sind alle nicht genau, weil die Bezeichnungsweise auf diesem Gebiete eine außerordentlich konfuse ist, aber wir müssen doch eben die Worte gebrauchen. Das alles sind selbstverständlich nur Symptome. Aber nehmen wir an, daß sich so etwas entwickelt, so wird es sich dann darum handeln, allerdings ein Bild gewinnen zu können von diesem ganzen Entwickelungsgang. Dann aber, wenn man dieses Bild gewonnen hat, wird es nötig sein, bei einem Menschen, der dieses Bild zeigt, genau hinzuschauen auf irgendwelche Abnormitäten im Lungenbildungsprozeß, nicht im Atmungsprozeß, sondern im Lungenbildungsprozeß, im Stoffwechsel der Lunge. Denn auch der Ausdruck Gehirnkrankheit ist eigentlich ein nicht ganz richtiger. Wenn der Ausdruck Geisteskrankheit ganz falsch ist, so ist der Ausdruck Gehirnkrankheit eigentlich halb falsch, denn auch dasjenige, was an Entartungen im Gehirn auftritt, ist eigentlich immer sekundär. Das Primäre liegt bei den Krankheiten niemals in dem, was sich in dem oberen Menschlichen, sondern immer in dem unteren Menschlichen abspielt. Das Primäre liegt eigentlich immer in den Organen, zu denen die vier Organsysteme gehören, dem Leber-, Nieren-, Herz- und Lungensystem. Und wichtiger als alles andere ist bei jemandem, der zu denjenigen Formen des Wahnsinns neigt, wo das Interesse am äußeren Leben abstirbt und der Mensch innerlich brütend wird und Wahnvorstellungen nachgeht, daß man eine Vorstellung von der Beschaffenheit seines Lungenprozesses bekommt. Das ist außerordentlich wichtig.
[ 19 ] Nun aber muß man seinen Blick für die konkreten einzelnen Symptome schärfen. Und da wird es sich darum handeln, daß Sie vielleicht sich entwickeln sehen, was man etwa nennen könnte die erste Anlage und dann die weitere Fortentwickelung von, sagen wir, so etwas wie einem religiösen Wahnsinn oder was dem ähnlich ist — nicht wahr, die Ausdrücke sind alle nicht genau, weil die Bezeichnungsweise auf diesem Gebiete eine außerordentlich konfuse ist, aber wir müssen doch eben die Worte gebrauchen. Das alles sind selbstverständlich nur Symptome. Aber nehmen wir an, daß sich so etwas entwickelt, so wird es sich dann darum handeln, allerdings ein Bild gewinnen zu können von diesem ganzen Entwickelungsgang. Dann aber, wenn man dieses Bild gewonnen hat, wird es nötig sein, bei einem Menschen, der dieses Bild zeigt, genau hinzuschauen auf irgendwelche Abnormitäten im Lungenbildungsprozeß, nicht im Atmungsprozeß, sondern im Lungenbildungsprozeß, im Stoffwechsel der Lunge. Denn auch der Ausdruck Gehirnkrankheit ist eigentlich ein nicht ganz richtiger. Wenn der Ausdruck Geisteskrankheit ganz falsch ist, so ist der Ausdruck Gehirnkrankheit eigentlich halb falsch, denn auch dasjenige, was an Entartungen im Gehirn auftritt, ist eigentlich immer sekundär. Das Primäre liegt bei den Krankheiten niemals in dem, was sich in dem oberen Menschlichen, sondern immer in dem unteren Menschlichen abspielt. Das Primäre liegt eigentlich immer in den Organen, zu denen die vier Organsysteme gehören, dem Leber-, Nieren-, Herz- und Lungensystem. Und wichtiger als alles andere ist bei jemandem, der zu denjenigen Formen des Wahnsinns neigt, wo das Interesse am äußeren Leben abstirbt und der Mensch innerlich brütend wird und Wahnvorstellungen nachgeht, daß man eine Vorstellung von der Beschaffenheit seines Lungenprozesses bekommt. Das ist außerordentlich wichtig.
[ 20 ] Ebenso ist es wichtig, daß man bei Leuten, bei denen dasjenige auftritt, was man Eigensinn, Dickköpfigkeit, Rechthaberei nennen könnte, also alles dasjenige, was eine gewisse Unbeweglichkeit des Begriffssystems darstellt, ein starres Stehenbleibenwollen beim Begriffssystem, daß man durch das sich dazu führen läßt, nachzusehen, wie es mit dem Leberprozeß des betreffenden Menschen steht. Denn bei einem solchen Menschen ist immer der innere organische Chemismus dasjenige, was nicht ordentlich wirkt. Selbst dasjenige, was man gewohnt worden ist als Gehirnerweichung etwa zu bezeichnen im trivialen Leben, das sind alles sekundäre Dinge. Das Primäre liegt gerade bei den sogenannten geistigen Erkrankungen in den Organsystemen, wenn es auch manchmal schwieriger zu beobachten ist. Und weil es in den Organsystemen liegt, deshalb ist es manchmal so trostlos, zu sehen, wie man gerade durch geistige Behandlung diesen Dingen am allerwenigsten beikommt, wie man tatsächlich viel eher bei wirklichen organischen Erkrankungen durch geistige Behandlung etwas ausrichten kann als gerade bei sogenannten Geisteskrankheiten. Man wird sich geradezu angewöhnen müssen, Geisteskrankheiten mit Heilmitteln zu behandeln. Das ist das Wesentliche, und das ist dasjenige, was eben das zweite Gebiet ist, wo die äußere medizinische Richtung sich den Weg wird suchen lassen müssen, um zur Geisteswissenschaft hin zu kommen.
[ 20 ] Ebenso ist es wichtig, daß man bei Leuten, bei denen dasjenige auftritt, was man Eigensinn, Dickköpfigkeit, Rechthaberei nennen könnte, also alles dasjenige, was eine gewisse Unbeweglichkeit des Begriffssystems darstellt, ein starres Stehenbleibenwollen beim Begriffssystem, daß man durch das sich dazu führen läßt, nachzusehen, wie es mit dem Leberprozeß des betreffenden Menschen steht. Denn bei einem solchen Menschen ist immer der innere organische Chemismus dasjenige, was nicht ordentlich wirkt. Selbst dasjenige, was man gewohnt worden ist als Gehirnerweichung etwa zu bezeichnen im trivialen Leben, das sind alles sekundäre Dinge. Das Primäre liegt gerade bei den sogenannten geistigen Erkrankungen in den Organsystemen, wenn es auch manchmal schwieriger zu beobachten ist. Und weil es in den Organsystemen liegt, deshalb ist es manchmal so trostlos, zu sehen, wie man gerade durch geistige Behandlung diesen Dingen am allerwenigsten beikommt, wie man tatsächlich viel eher bei wirklichen organischen Erkrankungen durch geistige Behandlung etwas ausrichten kann als gerade bei sogenannten Geisteskrankheiten. Man wird sich geradezu angewöhnen müssen, Geisteskrankheiten mit Heilmitteln zu behandeln. Das ist das Wesentliche, und das ist dasjenige, was eben das zweite Gebiet ist, wo die äußere medizinische Richtung sich den Weg wird suchen lassen müssen, um zur Geisteswissenschaft hin zu kommen.
[ 21 ] Der richtige Beobachter wird eigentlich auf diesem Gebiete immer der wirklich durchgebildete Psychologe sein. Denn in dem psychischen Leben mit seiner großen Mannigfaltigkeit, mit seiner Art, oftmals nur andeutend zu wirken, liegt außerordentlich viel, und da muß man sich eine richtige Beobachtungsmöglichkeit wirklich allmählich aneignen. Ich kann das durch ein Beispiel erläutern: einfach deshalb, weil es beim Menschen gar nicht so steht, daß er in bezug auf seine Fähigkeiten — womit ich jetzt alles dasjenige meine, was auch in den Befähigungen liegt durch das körperliche Organisiertsein, das ja das Werkzeug wird für das geistige Organisiertsein — nicht einfach geartet ist, nicht einfach gestaltet ist. So sonderbar das klingt, es ist durchaus möglich, daß irgend jemand Eigenschaften an sich hat, durch die man gezwungen ist, ihn als einen Schwachkopf zu bezeichnen, als einen schwachsinnigen Menschen, daß er aber Dinge von sich gibt, die geistreich und genial sind. Das ist durchaus möglich. Das ist aus dem Grunde möglich, weil jemand durch seinen Schwachsinn sehr suggerierfähig sein kann, sehr leicht die geheimnisvollen Einflüsse der Umgebung in sich spiegeln kann. Kulturhistorisch-pathologisch kann man da die interessantesten Beobachtungen machen. Man braucht ja selbstverständlich bei den Ergebnissen solcher Untersuchungen nicht Namen zu nennen; dadurch wird natürlich auch der Glaube etwas erschüttert, aber es geht nicht gut, Namen zu nennen. Es ist insbesondere im Journalismus die Eigentümlichkeit vorhanden, daß eigentlich schwachsinnige Köpfe deshalb gute Journalisten werden können, weil sie imstande sind, durch ihren Schwachsinn nicht ihre eigensinnige Meinung zu geben, sondern dasjenige, was Meinung der Zeit ist. Die spiegelt sich durch sie, so daß zum Beispiel die Ausführungen schwachsinniger Journalisten viel interessanter sind als die Ausführungen eigensinniger, starksinniger Journalisten. Man erfährt viel mehr dasjenige, was die Menschheit denkt, durch schwachsinnige Journalisten als durch starksinnige Journalisten, die immer darauf aus sind, ihre eigene Meinung zu bilden. Da kommt - es ist nur ein extremer Fall, der aber im Leben immer wieder eintritt — das zustande, was man im höchsten Maße eine Maskierung des eigentlichen Falles nennen kann. Man merkt aus dem Grunde einen bestehenden Schwachsinn nicht, weil zunächst etwas auftritt, was sogar eine sehr genialische Äußerung sein kann. Nun natürlich, im gewöhnlichen Leben macht das nicht viel, denn schließlich schadet es ja nicht, wenn unsere Zeitungen durch Schwachsinnige geschrieben werden, wenn sie nur Gutes bringen, nicht wahr. Aber gerade in den radikalen Fällen, wo dann die Sache den Punkt überschreitet und in die Krankheitsform übergeht, führt es dazu, daß man sich wirklich einen unbefangenen, einen sehr unbefangenen Blick aneignen muß für die Beobachtung eines Seelenzustandes von Menschen, die eben in das psychiatrische Gebiet dann hineinfallen. Da wird man nicht immer nach dem, worin sich maskiert hat ihre Seelentätigkeit, beurteilen können, sondern man wird nach tiefer liegenden Symptomen urteilen müssen. Man wird sich daher immer sagen müssen: Bei der Beobachtung des Seelenzustandes ist das Verfallen in Irrtum am allerallerstärksten überhaupt möglich, weil es sich nicht so sehr darum handelt, ob der Mensch zum Beispiel gescheite Gedanken äußert, sondern ob er, wenn er gescheite Gedanken äußert, zum Beispiel zur Tendenz neigt, diese gescheiten Gedanken öfter zu wiederholen, als es nötig ist für den Zusammenhang. Das Wie, wie jemand seine Gedanken äußert, das ist das Wichtige. Ob jemand Gedanken sehr häufig wiederholt oder ob jemand Gedanken ausläßt, so daß man keine Übergänge hat, das ist viel wichtiger, als ob die Gedanken gescheit oder dumm sind. Es kann einer ein ganz gesunder Mensch sein und trotzdem dumm, bloß physiologisch dumm, nicht pathologisch dumm. Es kann einer gescheite Gedanken äußern und die Disposition zur sogenannten Geisteskrankheit in sich haben, auch ihr verfallen, was dann daran zu bemerken ist, viel eher als an etwas anderem, daß er an Auslassungen von Gedanken leidet oder daß er an öfteren Wiederholungen von Gedanken leidet. Derjenige, der an öfteren Wiederholungen leidet, trägt immer eine Anlage in sich, die im Grunde mit einem nicht ordentlichen Lungenbildungsprozeß zusammenhängt. Derjenige, der an Auslassungen von Gedanken leidet, trägt immer die Zusammenhänge mit einem nicht richtig funktionierenden Leberprozeß in sich. Die anderen Dinge stehen in der Mitte drinnen.
[ 21 ] Der richtige Beobachter wird eigentlich auf diesem Gebiete immer der wirklich durchgebildete Psychologe sein. Denn in dem psychischen Leben mit seiner großen Mannigfaltigkeit, mit seiner Art, oftmals nur andeutend zu wirken, liegt außerordentlich viel, und da muß man sich eine richtige Beobachtungsmöglichkeit wirklich allmählich aneignen. Ich kann das durch ein Beispiel erläutern: einfach deshalb, weil es beim Menschen gar nicht so steht, daß er in bezug auf seine Fähigkeiten — womit ich jetzt alles dasjenige meine, was auch in den Befähigungen liegt durch das körperliche Organisiertsein, das ja das Werkzeug wird für das geistige Organisiertsein — nicht einfach geartet ist, nicht einfach gestaltet ist. So sonderbar das klingt, es ist durchaus möglich, daß irgend jemand Eigenschaften an sich hat, durch die man gezwungen ist, ihn als einen Schwachkopf zu bezeichnen, als einen schwachsinnigen Menschen, daß er aber Dinge von sich gibt, die geistreich und genial sind. Das ist durchaus möglich. Das ist aus dem Grunde möglich, weil jemand durch seinen Schwachsinn sehr suggerierfähig sein kann, sehr leicht die geheimnisvollen Einflüsse der Umgebung in sich spiegeln kann. Kulturhistorisch-pathologisch kann man da die interessantesten Beobachtungen machen. Man braucht ja selbstverständlich bei den Ergebnissen solcher Untersuchungen nicht Namen zu nennen; dadurch wird natürlich auch der Glaube etwas erschüttert, aber es geht nicht gut, Namen zu nennen. Es ist insbesondere im Journalismus die Eigentümlichkeit vorhanden, daß eigentlich schwachsinnige Köpfe deshalb gute Journalisten werden können, weil sie imstande sind, durch ihren Schwachsinn nicht ihre eigensinnige Meinung zu geben, sondern dasjenige, was Meinung der Zeit ist. Die spiegelt sich durch sie, so daß zum Beispiel die Ausführungen schwachsinniger Journalisten viel interessanter sind als die Ausführungen eigensinniger, starksinniger Journalisten. Man erfährt viel mehr dasjenige, was die Menschheit denkt, durch schwachsinnige Journalisten als durch starksinnige Journalisten, die immer darauf aus sind, ihre eigene Meinung zu bilden. Da kommt - es ist nur ein extremer Fall, der aber im Leben immer wieder eintritt — das zustande, was man im höchsten Maße eine Maskierung des eigentlichen Falles nennen kann. Man merkt aus dem Grunde einen bestehenden Schwachsinn nicht, weil zunächst etwas auftritt, was sogar eine sehr genialische Äußerung sein kann. Nun natürlich, im gewöhnlichen Leben macht das nicht viel, denn schließlich schadet es ja nicht, wenn unsere Zeitungen durch Schwachsinnige geschrieben werden, wenn sie nur Gutes bringen, nicht wahr. Aber gerade in den radikalen Fällen, wo dann die Sache den Punkt überschreitet und in die Krankheitsform übergeht, führt es dazu, daß man sich wirklich einen unbefangenen, einen sehr unbefangenen Blick aneignen muß für die Beobachtung eines Seelenzustandes von Menschen, die eben in das psychiatrische Gebiet dann hineinfallen. Da wird man nicht immer nach dem, worin sich maskiert hat ihre Seelentätigkeit, beurteilen können, sondern man wird nach tiefer liegenden Symptomen urteilen müssen. Man wird sich daher immer sagen müssen: Bei der Beobachtung des Seelenzustandes ist das Verfallen in Irrtum am allerallerstärksten überhaupt möglich, weil es sich nicht so sehr darum handelt, ob der Mensch zum Beispiel gescheite Gedanken äußert, sondern ob er, wenn er gescheite Gedanken äußert, zum Beispiel zur Tendenz neigt, diese gescheiten Gedanken öfter zu wiederholen, als es nötig ist für den Zusammenhang. Das Wie, wie jemand seine Gedanken äußert, das ist das Wichtige. Ob jemand Gedanken sehr häufig wiederholt oder ob jemand Gedanken ausläßt, so daß man keine Übergänge hat, das ist viel wichtiger, als ob die Gedanken gescheit oder dumm sind. Es kann einer ein ganz gesunder Mensch sein und trotzdem dumm, bloß physiologisch dumm, nicht pathologisch dumm. Es kann einer gescheite Gedanken äußern und die Disposition zur sogenannten Geisteskrankheit in sich haben, auch ihr verfallen, was dann daran zu bemerken ist, viel eher als an etwas anderem, daß er an Auslassungen von Gedanken leidet oder daß er an öfteren Wiederholungen von Gedanken leidet. Derjenige, der an öfteren Wiederholungen leidet, trägt immer eine Anlage in sich, die im Grunde mit einem nicht ordentlichen Lungenbildungsprozeß zusammenhängt. Derjenige, der an Auslassungen von Gedanken leidet, trägt immer die Zusammenhänge mit einem nicht richtig funktionierenden Leberprozeß in sich. Die anderen Dinge stehen in der Mitte drinnen.
[ 22 ] Auch diese Dinge lassen sich ja, ich möchte sagen, im Leben studieren. Da, wo etwas noch Nahrungs- oder Genußmittel ist und noch nicht als Heilmittel, wenigstens im gewöhnlichen Sinne, angewendet wird, da kann man zum Beispiel sehen — ich habe das übrigens bei früheren Gelegenheiten auch öffentlich, wenigstens in gewissen Kreisen, erwähnt —, wie der Kaffee eine ganz deutliche, ausgesprochene Wirkung hat auf den ganzen symptomatischen Prozeß des Seelenlebens. Man sollte auf solche Wirkungen eigentlich nichts geben, denn sie machen nur die Seele träge, wenn man sich auf sie verläßt, aber sie sind eben doch vorhanden. Man kann mangelnde Logik sich durch Kaffeegenuß ersetzen, das heißt, man kann durch Kaffeegenuß tatsächlich den Organismus so disponieren, daß aus ihm mehr Kräfte herausgeholt werden können zur Logik, als wenn einer nicht Kaffee genießt. Daher sollte es zu den Mitteln der auf die gegenwärtige Anschauung gebauten Journalistengewohnheiten gehören, daß die Journalisten viel Kaffee trinken sollen, damit sie nicht so viel an den Federstielen knabbern müssen, um die Gedanken miteinander in Verbindung zu bringen. Das gilt nach der einen Seite hin. Nach der anderen Seite ist der Teegenuß dasjenige, was uns verhindert, einen Gedanken pedantisch immer professorenhaft an den anderen zu knüpfen, wodurch wir uns, wenn es ins Extreme kommt, nicht eigentlich geistreich äußern, sondern so, daß wir immer den anderen genau unseren eigenen logischen Prozeß vormachen; da werden wir immer langweilig. Die Berufe, die ja jetzt in dem Stadium des Abkommens sind, denen man aber aus ihrer alten Organisation hätte ein Mittel anzugeben gehabt, wie sie möglichst geistreich sein können, ohne es innerlich zu werden, sondern bloß durch ein äußeres Genußmittel, denen hätte man natürlich anraten müssen, Tee zu trinken. Wie der Kaffee ein gutes Journalistengetränk ist, so ist der Tee ein außerordentlich wirksames Diplomatengetränk, wodurch eben das Gewöhnen an abgerissene Gedanken, die so hingeworfen werden und durch die man eben geistreich erscheinen kann, im wesentlichen gefördert wird.
[ 22 ] Auch diese Dinge lassen sich ja, ich möchte sagen, im Leben studieren. Da, wo etwas noch Nahrungs- oder Genußmittel ist und noch nicht als Heilmittel, wenigstens im gewöhnlichen Sinne, angewendet wird, da kann man zum Beispiel sehen — ich habe das übrigens bei früheren Gelegenheiten auch öffentlich, wenigstens in gewissen Kreisen, erwähnt —, wie der Kaffee eine ganz deutliche, ausgesprochene Wirkung hat auf den ganzen symptomatischen Prozeß des Seelenlebens. Man sollte auf solche Wirkungen eigentlich nichts geben, denn sie machen nur die Seele träge, wenn man sich auf sie verläßt, aber sie sind eben doch vorhanden. Man kann mangelnde Logik sich durch Kaffeegenuß ersetzen, das heißt, man kann durch Kaffeegenuß tatsächlich den Organismus so disponieren, daß aus ihm mehr Kräfte herausgeholt werden können zur Logik, als wenn einer nicht Kaffee genießt. Daher sollte es zu den Mitteln der auf die gegenwärtige Anschauung gebauten Journalistengewohnheiten gehören, daß die Journalisten viel Kaffee trinken sollen, damit sie nicht so viel an den Federstielen knabbern müssen, um die Gedanken miteinander in Verbindung zu bringen. Das gilt nach der einen Seite hin. Nach der anderen Seite ist der Teegenuß dasjenige, was uns verhindert, einen Gedanken pedantisch immer professorenhaft an den anderen zu knüpfen, wodurch wir uns, wenn es ins Extreme kommt, nicht eigentlich geistreich äußern, sondern so, daß wir immer den anderen genau unseren eigenen logischen Prozeß vormachen; da werden wir immer langweilig. Die Berufe, die ja jetzt in dem Stadium des Abkommens sind, denen man aber aus ihrer alten Organisation hätte ein Mittel anzugeben gehabt, wie sie möglichst geistreich sein können, ohne es innerlich zu werden, sondern bloß durch ein äußeres Genußmittel, denen hätte man natürlich anraten müssen, Tee zu trinken. Wie der Kaffee ein gutes Journalistengetränk ist, so ist der Tee ein außerordentlich wirksames Diplomatengetränk, wodurch eben das Gewöhnen an abgerissene Gedanken, die so hingeworfen werden und durch die man eben geistreich erscheinen kann, im wesentlichen gefördert wird.
[ 23 ] Gerade solche Dinge sind wichtig zu wissen, denn wenn man diese Dinge richtig zu würdigen versteht und die nötige moralische Seelenverfassung hat, dann weiß man, daß diese Dinge selbstverständlich in einem moralischen Leben auf andere Weise gefördert werden müssen als durch diese oder jene Diät. Aber um sich zu belehren über gewisse Naturzusammenhänge, sind solche Dinge außerordentlich wichtig, wie es auch im Kulturzusammenhang wichtig ist, zum Beispiel einmal einen Blick zu werfen auf den sehr niedrigen Zuckergenuß, wie er in Rußland üblich war, und auf den sehr reichlichen der westlichen Welt, der englischen Welt. Da wird man dann finden, daß einfach da, wo die Dinge nicht durch eine seelische Entwickelung paralysiert werden, das Darleben des Menschen sehr deutlich einen Abdruck desjenigen zeigt, was da eigentlich den Menschen zugeführt wird: bei dem Russen, der durch ein gewisses Hingegebensein an die Außenwelt sich äußert, ein geringes Ich-Gefühl hat, das höchstens theoretisch dann ersetzt wird und das mit dem geringen Zuckergenuß zusammenhängt, und dagegen bei dem Engländer, der ein starkes Selbstgefühl hat, das organische Grundlagen hat, das hängt zusammen mit dem starken Zuckergenuß. Es ist aber namentlich hier weniger auf die Tatsache des Genießens zu sehen als auf den Drang. Denn die Tatsache des Genießens entwickelt sich eben aus dem Drang, aus der Sehnsucht des Genießens, und daher ist es wichtig, diese Dinge besonders ins Auge zu fassen.
[ 23 ] Gerade solche Dinge sind wichtig zu wissen, denn wenn man diese Dinge richtig zu würdigen versteht und die nötige moralische Seelenverfassung hat, dann weiß man, daß diese Dinge selbstverständlich in einem moralischen Leben auf andere Weise gefördert werden müssen als durch diese oder jene Diät. Aber um sich zu belehren über gewisse Naturzusammenhänge, sind solche Dinge außerordentlich wichtig, wie es auch im Kulturzusammenhang wichtig ist, zum Beispiel einmal einen Blick zu werfen auf den sehr niedrigen Zuckergenuß, wie er in Rußland üblich war, und auf den sehr reichlichen der westlichen Welt, der englischen Welt. Da wird man dann finden, daß einfach da, wo die Dinge nicht durch eine seelische Entwickelung paralysiert werden, das Darleben des Menschen sehr deutlich einen Abdruck desjenigen zeigt, was da eigentlich den Menschen zugeführt wird: bei dem Russen, der durch ein gewisses Hingegebensein an die Außenwelt sich äußert, ein geringes Ich-Gefühl hat, das höchstens theoretisch dann ersetzt wird und das mit dem geringen Zuckergenuß zusammenhängt, und dagegen bei dem Engländer, der ein starkes Selbstgefühl hat, das organische Grundlagen hat, das hängt zusammen mit dem starken Zuckergenuß. Es ist aber namentlich hier weniger auf die Tatsache des Genießens zu sehen als auf den Drang. Denn die Tatsache des Genießens entwickelt sich eben aus dem Drang, aus der Sehnsucht des Genießens, und daher ist es wichtig, diese Dinge besonders ins Auge zu fassen.
[ 24 ] Wenn Sie nun in Betracht ziehen, daß eigentlich der wirkliche Ursprung der sogenannten Geistes- und Seelenkrankheiten in den Organsystemen des unteren Menschen gesucht werden muß, dann werden Sie gerade da auf Wechselwirkungen im Menschen hingewiesen, die nicht außer acht gelassen werden dürfen, wenn es sich um Pathologisch-Therapeutisches handelt. Diese Wechselwirkungen zwischen dem, was ich einfach bezeichnet habe als den unteren und den oberen Menschen, müssen sowohl beim Pathologischen wie beim Therapeutischen immer in Betracht gezogen werden, sonst wird man niemals eine ordentliche Ansicht auch darüber gewinnen können, wie nun äußere Einflüsse, durch die man auf den Kranken wirken will, auf diesen Kranken wirken. Es ist ein großer Unterschied, ob man dem Kranken Wärme — oder Wasserwirkung dutch die Füße oder durch den Kopf beibringt. Aber man bekommt keine Ratio in diese Dinge hinein, wenn man nicht erst in solchen Dingen auf die großen Unterschiede des Funktionierens zwischen dem unteren und dem oberen Menschen aufmerksam wird. Daher werden wir jetzt, soweit sich das für uns auch auf diesem Gebiete machen läßt, noch den äußeren Einfluß auf den Menschen besprechen.
[ 24 ] Wenn Sie nun in Betracht ziehen, daß eigentlich der wirkliche Ursprung der sogenannten Geistes- und Seelenkrankheiten in den Organsystemen des unteren Menschen gesucht werden muß, dann werden Sie gerade da auf Wechselwirkungen im Menschen hingewiesen, die nicht außer acht gelassen werden dürfen, wenn es sich um Pathologisch-Therapeutisches handelt. Diese Wechselwirkungen zwischen dem, was ich einfach bezeichnet habe als den unteren und den oberen Menschen, müssen sowohl beim Pathologischen wie beim Therapeutischen immer in Betracht gezogen werden, sonst wird man niemals eine ordentliche Ansicht auch darüber gewinnen können, wie nun äußere Einflüsse, durch die man auf den Kranken wirken will, auf diesen Kranken wirken. Es ist ein großer Unterschied, ob man dem Kranken Wärme — oder Wasserwirkung dutch die Füße oder durch den Kopf beibringt. Aber man bekommt keine Ratio in diese Dinge hinein, wenn man nicht erst in solchen Dingen auf die großen Unterschiede des Funktionierens zwischen dem unteren und dem oberen Menschen aufmerksam wird. Daher werden wir jetzt, soweit sich das für uns auch auf diesem Gebiete machen läßt, noch den äußeren Einfluß auf den Menschen besprechen.
