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Spiritual Science and Medicine
GA 312

6 April 1920, Dornach

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Siebzehnter Vortrag

Lecture Seventeen

[ 1 ] Es ist ja so, daß ich, soweit der Stoff bezwungen werden kann, auf Grundlage des Stoffes der letzten Stunde werde einiges zusammenfassen müssen, das erst richtig Licht wirft auf das Ganze und eigentlich das Ganze fruchtbar macht. Und deshalb wird es schon gut sein, trotzdem ja alles nur ein Anfang sein kann, daß wir in der Lage sind, zwei Tage dazuzunehmen. In Anknüpfung an das gestern Gesprochene möchte ich gerade mit Bezug auf die Entwickelung und Rückentwickelung des Zahnwesens heute einiges vorbringen, das aber überhaupt geeignet sein wird, auf den gesunden und kranken Menschen einiges Licht zu werfen. Es ist nicht gut, wenn man solche Auseinandersetzungen, wie die gestern gepflogenen, zu stark in materialistischem Sinne nimmt, denn es handelt sich dabei wirklich darum, daß man in dem, was äußerlich vorgeht, sagen wir, also in der Verderbnis der Zähne, nur eben das äußere Symptom für einen gewissen inneren Prozeß sieht, für einen Prozeß, der sich eigentlich der äußeren Wahrnehmung verbirgt und der dann im Gefolge dasjenige hat, was eigentlich von außen auftritt.

[ 1 ] On the foundation of the material of the preceding lecture I must summarise some things calculated to throw light on the whole of what we considered and indeed to make it fruitful. Although all this can only be a preliminary outline, it is well that we are able to give two days to this study. In continuing our yesterday's subject which referred to the development and retrogression of the teeth I want to put before you some facts which should throw light on man in the state of health and sickness. It is inadvisable to take such explanations on too materialistic lines; for we should really regard such external occurrence, as, for instance, dental decay as the visible symptoms of a certain inner process; this process hides itself from external perception, but has consequences which are externally visible.

[ 2 ] Sie werden den ganzen zahnbildenden Prozeß verstehen, wenn Sie ihn zusammen schauen mit anderen Vorgängen im menschlichen Organismus, die ja im Grunde scheinbar recht ferne liegen von diesem Zahnbildeprozeß. Wenn Sie ihn zum Beispiel zusammenhalten mit einer Erscheinung, die Ihnen ja gut genug bekannt ist, aber deren richtige Bewertung man erst vollzieht, wenn man sie eben mit dem Zahnbildungsprozeß richtig zusammenzudenken versteht. Es ist eine Erscheinung, die vorkommt, daß Mädchen ganz gesunde Zähne haben: sie überstehen die erste Entbindung und sie haben nachher verdorbene Zähne. Das ist etwas, was außerordentlich gründlich aufklärend wirkt über den Zusammenhang gerade der Zahnschmerzen, der Zahnschäden mit der ganzen Konstitution des Organismus. Ferner muß man doch die außerordentlich interessante Beziehung gerade dessen, was in den Zähnen vorgeht, mit der Neigung des Menschen zu Hämorrhoidalleiden in Erwägung ziehen. Das alles sind Zusammenhänge, die gerade beweisen, wie das, was am meisten mineralisierend im Menschen wirkt — denn die Zahnbildung ist das am meisten Mineralisierende —, wie das auf der anderen Seite doch innig zusammenhängt mit dem Gesamtorganisationsprozeß des Menschen und sich, ich möchte sagen, in seiner Abhängigkeit, in seinem Verhältnis bis zum anderen Ende des Menschen eigentlich offenbart.

[ 2 ] You will understand the whole process of dental formation, if viewed in the light of other processes in mankind, which appear quite remote; for instance, the phenomenon with which you are well acquainted but whose correct significance can only be judged in connection with tooth formation. Girls and young women have good teeth—and after their first confinement and childbirth their teeth are defective. This circumstance should help to explain the connection of toothache and defective teeth with the whole bodily constitution. There is another very interesting connection, between dental processes and the tendency to hæmorrhoids or piles; this also needs study. A study of these things proves that what has the most mineralising effect in the body of man—for dental formation is our most mineralising process—is also closely associated with the general process of organisation and shows this association and interdependence in the human area most distant on the mouth and teeth. Here is a significant fact with regard the process of dental formation, which cannot be disputed.

[ 3 ] Sehr beeinflußt wird man ja mit Bezug auf die Beurteilung des Zahnbildeprozesses dadurch, daß es ja nicht zu leugnen ist, daß der Zahnbildeprozeß in seinem Abschlusse, wenn es zur äußeren, außer dem Zahnfleisch befindlichen Zahnumhüllung kommt, zunächst etwas ist, wo die menschliche Organisation wirklich als Mineralisches der Außenwelt übergeben ist, wo in einer fast völligen Weise dasjenige, was im Zahnüberzug, im Schmelz, da ist, etwas Abgeschlossenes ist und Ernährungsprozesse da nicht mehr stattfinden, daß gewissermaßen da etwas vorliegt, was ganz und gar unorganischer Natur geworden ist. Ja, ich glaube doch gestern schon angedeutet zu haben, daß es auf diesen gewissermaßen aufsteigenden Prozeß weniger ankommt als auf den beim Zahnbilden fortwährend das ganze Leben hindurch vor sich gehenden Abbauprozeß. Und wenn es auf der einen Seite auch zugegeben werden muß, daß an diesem peripherischen Ende der menschlichen Organisation, wo sich das Äußerste des Zahnes entwickelt, da die innere Organisation im Aufbauenden noch wenig tun kann, so darf aber nicht vergessen werden, daß diese innere Organisation mit dem Abbau zusammenhängt, mit dem Zerstörungsprozeß, und daß in der Tat die Frage viel wichtiger ist als die andere: Wie verzögert man die Anlage im Menschen zum Abbau dieses Prozesses? — Denn das wäre ein vollständiger Irrtum, wenn man glauben würde, daß nun dieser Abbau ganz und gar bloß von äußeren Insulten herrühren würde. Das ist also dasjenige, was berücksichtigt werden muß.

[ 3 ] The completion of this dental formative process—the external cusp of the tooth which projects from the gums, is a region of the human frame which is given up to the external world as something mineral. Here the substance of the external layer (enamel) merges into the mineral world, nutritive processes are eliminated and a piece of inorganic substance is left. I indicated yesterday that the progressive development of dental structure is perhaps less important than the process of decomposition which accompanies the formation of the teeth throughout life. For on the one hand, it must be admitted that at this pole of the organisation at which the extremity of the tooth develops, the internal organisation cannot contribute very much to the formative process. But we must not forget that this internal organisation is closely involved in the destructive process, and therefore the more important and urgent question is how to retard the tendency in man to the destruction of this process. It would be a complete mistake to believe destruction and decay are purely the result of external injuries.

[ 4 ] Nun handelt es sich ferner darum, daß ja gerade das, was ich gestern über die Funktion des Fluors mit Bezug auf die Zahnbildung gesagt habe, sich im wesentlichen natürlich bezieht auf jene Kindheitsperiode, in der der Zahnbildungsprozeß von innen nach außen geht, in dem, was sich eben eigentlich erst vorbereitet, denn er bereitet sich tief im Innern des Organismus, im ganzen Organismus vor, bevor die zweiten Zähne außen erscheinen. Dieser Fluorbildungsprozeß, der hat dann seine Kulmination darinnen, daß gewissermaßen in der Substanz an der Zahnoberfläche etwas vorliegt, worinnen das Fluor zu einer Art stabilem Gleichgewichtszustand gekommen ist, wo es gebunden ist an die Substanz und in gewissem Sinne ruht. Aber es wird in seiner Ruhe erschüttert, indem die Zähne sich zurückbilden, indem sie dem Zerstörungsprozeß entgegengehen. Da ist ein feiner Prozeß vorhanden, der vom Zahn ausgeht und zusammenhängt mit einem durch das Fluor bedingten Gestaltungsprozeß, der den ganzen Organismus erfüllt und der doch für das ganze Leben des Menschen erhalten bleibt.

[ 4 ] My remarks yesterday on the function of fluorine in the formation of our teeth, refer mainly to the period of childhood, in which the formative process takes place from inside towards the surface and is in its preparatory stage. For it prepares itself deep in the interior of the whole organism before the second teeth appear. This formative process of fluorine reaches its culminating point in a stable equilibrium—brought about in the substance on the surface of the teeth; the fluorine becomes fixed here to the substance and is, as it were, at rest. But this rest is disturbed by the regressive development of the teeth, which approach gradual decay. This is a subtle process, starting from the tooth and connected with a formative process caused by the fluorine extending throughout the body, and yet continued throughout the whole life of man.

[ 5 ] Nun, gerade das, was ich jetzt gesagt habe, bedingt die ganze prophylaktische Behandlung desjenigen, was dabei in Betracht kommt. Ich könnte zum Beispiel folgendes sagen. Ich könnte sagen: Ein gut Stück von dem, was bei uns in der Waldorfschule in die Pädagogik hineingezogen ist, das ist neben anderem auf die gesunde Entwickelung des Kindes Wirkenden auch darauf berechnet, die frühe Zahnverderbnis der Menschen, die zu uns in die Waldorfschule gehen, zu verhindern. Denn es ist das Merkwürdige, daß gerade mit Bezug auf diese peripherischen Bedingungen außerordentlich viel abhängt von der richtigen Erziehung im kindlichen Alter. Schade, daß man eigentlich heute nur die Möglichkeit hat, durch die Waldorfschule doch erst in einer Zeit zu wirken, wo es für den eigentlichen prophylaktischen Prozeß, den man für die Zahnbildung vornehmen müßte, schon etwas zu spät ist; es müßte schon etwas früher begonnen werden. Aber immerhin, da ja die Zähne nicht auf einmal erscheinen, sondern nach und nach, und der innere Prozeß noch lange nachwirkt, so kann auch einiges noch getan werden, wenn man die Kinder eben erst in dem sechsten oder siebenten Jahre bekommt, aber eigentlich durchaus nicht genügend. Denn dasjenige, um was es sich handelt, das ist, daß in einer gewissen Weise das schon ausgeführt werden kann, was ich gesagt habe: Man muß sorgfältig prüfen, wenn der erste Zahn erscheint, wie der ganze Zahnbildeprozeß eigentlich beschaffen ist. Nun natürlich, es wurde mit Recht eingewendet, daß das ja deshalb Schwierigkeiten bietet, weil dieser Zahnbildeprozeß schon vorbereitet ist, weil sich gewissermaßen die Krone nur vorschiebt und schon fertig ist. Das ist richtig, aber man merkt ja nicht allein an den Zähnen selber, wie der Zahnbildeprozeß ist, sondern es handelt sich darum, daß man finden wird, daß, wenn ein Kind im vierten, fünften, sechsten Jahre an Armen und Händen und Beinen und Füßen ungeschickt ist, also nicht leicht zu einer geschickten Handhabung der Arme und der Beine, namentlich der Hände und der Füße, zu bringen ist, es dann dazu neigt, den Zahnbildungsprozeß nicht ordentlich einzureihen. Gerade an dem Verhalten von Armen und Händen, Beinen und Füßen zeigt sich ganz derselbe Typus, der dann im Zahnbildeprozeß zum Vorschein kommt. Daher wirkt regulierend auf den Zahnbildeprozeß in hohem Grade dies, daß man die Kinder möglichst früh anleitet, kunstvoll zu laufen, so zu laufen, daß sie dabei ihre Füße kunstvoll bewegen müssen, also im Kiebitzschritt laufen läßt oder dergleichen, so daß sie immer den einen Fuß an den anderen anschlagen, indem sie laufen oder ähnliche kunstvolle Laufschritte ihnen aneignet. Dieses verbunden damit, daß die Finger geschickt gemacht werden, fördert in hohem Grade den Zahnbildeprozeß.

[ 5 ] What I have just maintained sets the stage for the whole prophylaxis of the condition. Now I could say something of this sort: a considerable part of what is included in the educational methods of our Waldorf School, besides other things promoting health, is the prevention of early dental decay in those who attend the school for it is indeed remarkable that just in relation to the peripheral structures and processes very much depends upon the right education in childhood. It is regrettable that we are only able to work upon the child at a time—even at the Waldorf School—when it is somewhat too late for the prophylactic treatment necessary to dental formation. we ought to be able to start this work on younger children. However, as teeth do not appear all at once, but gradually, and the internal process is of longer duration, it is still possible to do something with children from six to seven years of age. Something—but certainly not enough. For it is advisable—as I have already emphasised—to ascertain the exact individual dental type. As soon as the first tooth makes its appearance of course it is possible to raise the objection that the dental formation is already prepared and that the crown of the tooth is perfected and only thrusts itself into the light. Yes, that is true, but it is possible to judge dental formative process from other indications than the teeth themselves. If a child of from four to six years old is clumsy and awkward with arms, hands, legs and feet—or cannot adapt himself to a skillful use of his arms and legs and especially of his hands and feet, we shall find that he is inclined to an abnormal process of dental formation. The behaviour of limbs and extremities reveals the same constitutional type as is shown in the dental formative process. Therefore a great influence is exercised on dental formation if we teach children as early as possible to run with dexterity, with intricate movements of the feet such as a kind of modified hopscotch in which the rear foot is brought with some force against the heel of the front foot, or similar exercises. If this is connected with an acquirement of skill in the fingers it will promote the tooth formation very considerably.

[ 6 ] Gehen Sie bei uns in der Waldorfschule in unseren Handarbeitsunterricht, so finden Sie da drinnen, daß die Knaben ebenso stricken und häkeln wie die Mädchen, daß alles gleich gemacht wird von Knaben und Mädchen. Sogar die älteren Knaben machen das noch mit Begeisterung, daß sie stricken. Das geschieht alles nicht aus irgendeiner Schrulle heraus, sondern das geschieht darum, weil die Finger geschickt, gelenkig gemacht werden sollen, weil Seele hineingetrieben werden soll in die Finger. Und treibt man in die Finger Seele hinein, so fördert man vor allen Dingen dasjenige wiederum, was mit dem Zahnbildeprozeß zusammenhängt. Es ist nicht einerlei, ob man ein Kind fortwährend sitzen läßt, wenn es faul ist, oder es anleitet, herumzulaufen, ob man ein Kind ungeschickt sein läßt mit seinen Händen oder ob man es fördert in dem Geschicktwerden der Hände. Das ist deshalb nicht einerlei, weil später alles das, was man da unterlassen hat, in dem frühen Zerstören der Zähne zum Vorschein kommt, natürlich bei dem einen mehr, bei dem anderen weniger. Diese Dinge sind individuell, aber sie kommen eben zum Vorschein. So daß man sagen kann: Gerade je früher man mit einer solchen Disziplinierung des Menschen anfängt, desto mehr beeinflußt man von dieser Seite her das Verlangsamen des Zerstörungsprozesses der Zähne. Es ist so schwer, in alles das, was mit dem Zahnprozeß zusammenhängt, irgendwie einzugreifen, daß man schon auf diese Notwendigkeit, scheinbar recht Entferntes zu berücksichtigen, hinschauen muß.

[ 6 ] Go into our needlework classes and handicraft classes at the Waldorf School, and you will find the boys knit and crochet as well as the girls, and that they share these lessons together. Even the older boys are enthusiastic knitters. This is not the result of any fad or whim, but happens deliberately in order to make the fingers skillful and supple, in order to permeate the fingers with the soul. And to drive the soul into the fingers means to promote all the forces that go to build up sound teeth. It is no matter of indifference whether we let an indolent child sit about all day long, or make it move and run about; or whether we let a child be awkward and helpless with its hands, or train it to manual skill. Sins of omission in these matters bear fruit later in the early destruction of the teeth; of course sometimes in more pronounced forms, and sometimes in less, for there is great individual diversity, but they are bound to manifest themselves. In fact, the earlier we begin to train and discipline the child, on the lines indicated, the more we shall tend to slow down and counteract the process of dental decay. Any interference with dental processes is so difficult that we should carefully consider such measures even if they seem to be far-fetched.

[ 7 ] Nun liegt mir hier die Frage vor: Wodurch wird Fluor aufgenommen in den Organismus, durch den Schmelz von außen, durch den Speichel oder durch das Zahnmark oder durch die Blutbahn oder dergleichen?

[ 7 ] Now this question is before me: How is fluorine absorbed into the organism; through the enamel, through the saliva, through the pulp or by the blood channels?

[ 8 ] Nun sehen Sie, das Fluor als solches ist ein menschengestaltender Prozeß, und darüber viel zu grübeln, auf welchem Wege es aufgenommen wird, das ist eigentlich gar nicht das Wichtige. In der Regel braucht man nur den Prozeß zu berücksichtigen, der durch die ganz ‚gewöhnliche Ernährung leitet; in dem werden diejenigen Substanzen, die die Fluorverbindungen enthalten, aufgenommen. Man braucht nur zu verfolgen den ganz gewöhnlichen Ernährungsprozeß, der schon peripherisch die Fluorsubstanz an diejenigen Stellen bringt, wo sie abgelagert werden soll. Das Wichtige ist, daß eigentlich das Fluor als solches viel verbreiteter ist, als man denkt. Viel davon ist vorhanden — natürlich verhältnismäßig viel, denn es wird ja vom Menschen ungeheuer wenig gebraucht — in den verschiedensten Pflanzen. Namentlich aber ist in den Pflanzen der fluorbildende Prozeß vorhanden, so daß es gerade beim Fluor so ist, daß wenn chemisch das Fluor gar nicht nachweisbar ist, so ist der fluorbildende Prozeß — wir werden gleich davon genauer sprechen — in den Pflanzen doch vorhanden. Denn es ist sogar Fluor immer im Wasser vorhanden, in jedem Wasser, das wir trinken, so daß also gar keine Not ist, das Fluor heranzubekommen. Es handelt sich nur darum, daß der Organismus so organisiert ist, daß er wiederum den außerordentlich komplizierten Prozeß bewältigt, der gerade in der Aufnahme des Fluors gelegen ist. Also wenn Sie in der gebräuchlichen Terminologie sprechen wollen, so müssen Sie schon sagen: Das Fluor wird eigentlich durch die Blutbahn an seinen Ort befördert.

[ 8 ] Fluorine in itself is one of the formative processes of man and it is somewhat beside the mark to speculate about the precise manner of its absorption. As a rule, we need only consider the normal nutritive process of everyday, by which substances containing various fluorine compounds are incorporated. Now follow this normal process of nutrition, which distributes fluorine to the periphery in the directions and to the regions where it is to be deposited. It is important to know that fluorine is much more widely distributed than is generally supposed. Much is contained in plants of the most different varieties—that is, comparatively speaking, for very little is required by man. But the process of fluorine formation is present in plants, even when fluorine itself is not chemically demonstrable; we shall refer to this presently in greater detail. Indeed fluorine is always present in water, even in our drinking water, so there is no difficulty in getting at it. It is only a matter of our organism being so constructed as to master and perform the highly complicated process of fluorine absorption. In the customary terminology of medicine, one may say that fluorine is carried to its destination through the blood channels.

[ 9 ] Dann liegt die Frage vor, ob der Schmelz der durchgebrochenen Zähne noch ernährt wird. Das wird er eben nicht. Das geht schon hervor aus demjenigen, was ich hier auseinandergesetzt habe. Aber etwas anderes ist vorhanden, und auf das muß das Augenmerk gerichtet werden. Man könnte sagen: Geisteswissenschaftlich untersucht ist in der Gegend der Zahnbildung und auch in der Umgebung eine außerordentlich rege Tätigkeit des menschlichen Ätherleibes vorhanden, die frei ist, die sich gewissermaßen nur locker an die physische Organisation anschließt. Diese Tätigkeit, die da vorhanden ist, die man da ganz besonders beobachten kann, die sozusagen ein fortwährendes bewegtes Organisieren um die Kiefer bildet, diese ätherisch bewegte Organisation, die ist als solche freie Organisation gar nicht vorhanden im menschlichen Unterleibe. Da bindet sie sich im engsten Sinne zusammen mit der physischen, organischen Tätigkeit, und damit hängen die Erscheinungen zusammen, die ich früher angeführt habe. Damit hängt zusammen, daß, wenn nun die Ätherleibstätigkeit, wie bei der Schwangerschaft, losgelöst wird von dem physischen Organismus, das gleich auf dem anderen Pol bedeutsame Veränderungen in der Zahnorganisation hervorruft. Ebenso ist ja das Hämorrhoidalleiden damit zusammenhängend, daß der physische Leib und der Ätherleib in ihren Wirkungen eigene Wege gehen. Aber dasjenige, was an diesem Ende der menschlichen Organisation auftritt, das Selbständigwerden des ätherischen Leibes, das zieht gleich wiederum den Ätherleib auf der anderen Seite in die Organisation hinein, und da ist auf der anderen Seite dann auch die entgegengesetzte Wirkung damit verbunden, die zerstörende Wirkung. Dasjenige, was die organische Tätigkeit erhöht, wie es im gesunden Sinn der Fall ist bei der Schwangerschaft, wie es im kranken Sinn — was aber auch nur eine Erhöhung der organischen Tätigkeit ist — beim Kranken der Fall ist, was da die gesunde Tätigkeit erhöht, die normale Tätigkeit intensiver macht, das wirkt auf der anderen Seite als intensivere organische Tätigkeit, also vorzugsweise bei den Zähnen rückbildend, zerstörend. Das ist dasjenige, was besonders beachtsam ist.

[ 9 ] Then I come to the inquiry whether the enamel of the teeth still receives nutrition after the teeth have been cut. No, this is not the case, as may appear from what has already been stated. But something else takes place, to which I would now call your attention. It might be expressed as follows: from the standpoint of spiritual research, around the growing teeth there is a remarkable activity of the human etheric body which is freed from the physical organisation or only loosely attached to it. This activity, which can be quite distinctly observed, forms as it were a constant etheric movement of organising around the jaws. Such a free organisation does not exist in the lower abdominal region; in that area it unites itself most closely with the physical organic activity, and thence arise the phenomena to which I have already referred. Thus, when there is a separation of the etheric body's activity from the physical organisation, e.g., during pregnancy, immediately at the opposite pole of the organism, pronounced changes in the teeth are brought about. Hæmorrhoids are another consequence of separation between the etheric and physical bodies, each “going their own way” But the fact that in this extremity of the human frame, the etheric body becomes independent implies that at the other pole the etheric body is drawn into the physical organisation, and destructive processes come into operation. For all things which increase organic activities—as for instance in the normal way in pregnancy, and in the abnormal way in diseases—all things which are stimulants to healthy functions have on the other hand concurrent effects on the dental structure where they work destructively. This is what should be especially noted.

[ 10 ] Nun kann man natürlich die Frage aufwerfen: Wenn aber allein nicht dasjenige wirkt, was ich erzählt habe von den, ich möchte sagen, äußeren Fluorwirkungen, wenn das nicht genügend wirkt, da handelt es sich darum, ob man nun ausfindig machen kann — der menschliche Organismus ist so kompliziert, daß natürlich an Stelle der bloßen Erziehung die Heilung eingreifen muß -, ob, wenn man mit der bloßen Erziehung nicht auskommt, man mit der Heilung schon anfangen soll. Denn alles das, was wir an Zusammenspiel von Hände- und Fußwirkungen haben, das sind nämlich makroskopisch angesehen die Fluorwirkungen, die Konstitution, die da entsteht, wenn gelenkig, beweglich die Finger werden, wenn gelenkig die Beine werden, das ist Fluorwirkung, nicht das, was man atomistisch dahinein phantasiert, sondern was im menschlichen Organismus an seiner Oberfläche erscheint, und das da nach innen fortgesetzt wird; dieses innere Fortsetzen desjenigen, was da geschieht an der äußeren Tätigkeit, das ist die Fluorwirkung. Denn wir merken nicht bloß an den Zähnen, daß die Erziehung eine schlechte war, sondern wir merken das auch daran, daß das Kind nichts anfangen, nicht geschickt werden kann. Da handelt es sich dann darum, daß wir gewissermaßen prophylaktisch in den Organismus eingreifen. Da ist es sehr interessant, daß, wenn man den Versuch macht mit einem wässerigen Auszug des Saftes der Roßkastanienrinde, also mit einem Äskulinauszug, und sehr verdünntes Äskulin innerlich nehmen läßt, man dann auch regulierend auf die Zahnkonservation, auf das Zahnkonservieren einwirken kann, wenn man nur nicht zu spät kommt damit.

[ 10 ] What we do as an interplay between feet and hands is the macroscopic aspect of the fluorine workings. The constitution arising if the fingers and the legs become supple and skillful, is the working of fluorine. This is fluorine—not what the atomistic theorists imagine, but what is made manifest on the surface of the human organism, and is continued and extended inwards. This internal continuance of the process at the periphery is the essence of fluorine working. But if the external fluorine workings are disturbed, then the complexity of the human organism requires us to supplement education with therapeutics. For we not only perceive the result of defective or mistaken education in the condition of the teeth, but also in the child's being awkward and helpless. In such cases we must bring prophylactic influences upon the organism, and it is very interesting that a regulative action on the preservation of the teeth may be possible—of course if it has not been started too late—by means of an aqueous extract from the husks of horse chestnuts; that is to say Aesculin extract, in very high dilution and administered by the mouth.

[ 11 ] Das ist wieder ein interessanter Zusammenhang. In dem Saft der Roßkastanienrinde liegt in der Tat etwas von dem, was unsere Zähne aufbaut. Immer ist irgend etwas draußen im Makrokosmos zu finden, was innerlich irgendwie eine organisierende Bedeutung hat. Und das hängt damit zusammen, daß in diesem Äskulin etwas liegt, was aus der Substanz, in der das Äskulin tätig ist, den Chemismus herauswirft. Es wird der Chemismus unwirksam gemacht. Es ist ja merkwürdig, daß, wenn man den Spektrumkegel durch eine Äskulinlösung gehen läßt, dann die chemischen Wirkungen aus dem Spektrum ausgetilgt werden. Dieses Austilgen der chemischen Wirkungen, das ist etwas, was man wiederum sieht, wenn man nun — aber es muß ein Wasserauszug sein — die wässerige Auszuglösung in den Organismus sehr verdünnt einführt. Dann sieht man darinnen, daß dieses Überwinden des Chemismus, dieses Hinarbeiten auf das bloße Mineralisieren eigentlich dasselbe ist wie der Zahnbildungsprozeß im Organismus. Nur ist dasjenige, was sonst beim Auslöschen des Chemismus bloß äußerlich geschieht, noch durchzogen von den organisierenden Kräften, die eben im menschlichen Organismus sind.

[ 11 ] This is again an interesting connection. The juice of the horse chestnut contains something of the same principle as that which builds up our teeth. There is always some substance out in the macrocosm with an internal organising effect. In Aesculin there is a force which ejects the “chemism” from the substance in which it is active. The chemism is so to speak rendered ineffective. If a beam of light is projected through a dilution of Aesculin, the chemical effect is obliterated. This obliteration is again perceptible if the aqueous dilution of Aesculin is taken internally; but note that it must be a very mild dilution and in a watery medium. Then it becomes evident that this overcoming of the chemism and trend towards pure mineralisation are essentially the same as the organic process which builds up the teeth. Only the obliteration in the external experiment is permeated still with the organising forces which are inherent in the human organism.

[ 12 ] Dann in einer ähnlichen Weise, aber bei anderer Behandlung, wirkt sogar das gewöhnliche Chlorophyll. Die Kraft, die gerade bei der Roßkastanie und einigen anderen Gewächsen in der Rinde liegt, liegt etwas anders formiert im ganzen Blattgrün eigentlich. Nur müssen wir dann versuchen, das Blattgrün gewissermaßen in Äther auszuziehen, und dann haben wir nötig nun nicht eine innerliche Anwendung, sondern eine äußerliche Anwendung durch Einreiben des Unterleibes. So daß, wenn wir den Unterleib mit ätherisiertem Blattgrün einreiben, wir dann in einer ähnlichen Weise auf den Organismus wirken nach dem Konservieren der Zähne hin, wie wir wirken, wenn wir die Äskulinwirkung innerlich anwenden. Das sind Dinge, die ausprobiert werden müßten, die ganz gewiß, wenn sie der Außenwelt vorgeführt werden in ihren statistischen Ergebnissen, bedeutsamen Eindruck machen würden. Ist einmal das ganze Zahnmark abgerötet, dann muß versucht werden, eben den ganzen Organismus zur Fluoraufnahme geeignet zu machen. Das ist dann keine Sache der allgemeinen Zahnbehandlung.

[ 12 ] In a similar direction but by another method, we may use the common chlorophyll. The same force that is localised in the husk of the horse chestnut and some other plants, is also contained in chlorophyll, though in a somewhat different formation. But in order to use it we must try to extract as it were the chlorophyll in ether and use it not by internal dosage, but externally as a salve for the lower part of the body. If we rub the lower abdomen with etherised chlorophyll we shall produce the same effect on the preservation of the teeth, indirectly, through the whole organism, as is produced by the oral administration of Aesculin. These are things which need to be tested and which would certainly make a great impression on the general public if their statistical results could be made available. If the whole pulp of the tooth is “dead” an attempt should be made to adapt the whole organism to the absorption of fluorine. This is no longer a matter of mere dental treatment.

[ 13 ] Nun, aus alledem ersehen Sie, wie stark die Zahnbehandlung, soweit man überhaupt noch die Zähne behandeln kann, zusammenhängt mit allen Wachstumskräften des menschlichen Organismus. Denn das, was ich angeführt habe von Äskulin und Chlorophyll1, das führt uns auf Kräfte, die im wesentlichen zusammenhängen mit ganz feinen Wachstumsprozessen, mit Wachstumsprozessen die nach der Mineralisierung hin liegen. Es ist nun schon so, daß der Mensch seine höhere Entwickelung nach dem Geiste hin erkaufen muß mit einer Rückbildung des zahnbildenden Prozesses überhaupt. Auch phylogenetisch ist das so. Es ist gegenüber dem tierischen Zahnbildungsprozeß der menschliche Zahnbildungsprozeß ein Rückbildungsprozeß. Aber diesen Charakter des Rückbildungsprozesses teilt er mit Rückbildungsprozessen, die überhaupt in der menschlichen Hauptesorganisation überall vorhanden sind.

[ 13 ] So you see how greatly dental treatment—in so far as dental treatment is still practicable—is related to all the growth-forces of the human organism. For what I have explained with reference to Aesculin and chlorophyll leads to the recognition of forces connected with very delicate processes of growth-processes tending towards mineralisation. The fact is that mankind has to pay for its higher evolution in the direction of the spirit, with a retrogressive development of the formative teeth process. And phylo-genetically the same is true; compared with the process of dental formation in the animals, our human process is one of retrogression. But it is not singular in that respect; this character of retrogression in the formation of the teeth is only one of many others in the organisation of the human head.

[ 14 ] Da habe ich Sie geführt auf Formen des Anschauens, die schon bedeutsam werden können für die Beurteilung des ganzen zahnbildenden Prozesses. Einiges wird sich uns noch ergeben, wenn wir nun noch anderes einfügen, das wiederum eine Basis abgeben kann. Da werde ich jetzt einfügen ein Kapitel, das scheinbar nicht zu der Sache gehört. Das ist nämlich das, was man Diätfragen nennen könnte, die gerade auch mit solchen Dingen zusammenhängen, wie wir sie jetzt eben behandelt haben. Diese Diätfragen, sie sind deshalb so wichtig, weil sie nicht bloß eine medizinische, sondern auch eine soziale Bedeutung haben. Man kann ja viel diskutieren darüber, ob Mazdaznan-Diät oder ähnliche sonderbare Diätformen eine Bedeutung und Berechtigung haben. Man kann das; aber bei all dem kommt doch in Betracht, daß der Mensch in all dem, was ihm so angeraten wird, zum unsozialen Wesen gemacht wird. Da stößt wirklich das Soziale zusammen mit dem Medizinischen. Je mehr wir darauf angewiesen sind, für uns etwas extra haben zu sollen in bezug auf unsere Ernährung, überhaupt in bezug auf die Einwirkung der äußeren Welt, je mehr werden wir unsoziale Wesen. Die Bedeutung des Abendmahles beruht ja nicht darauf, daß der Christus jedem Jünger extra etwas gegeben hat, sondern daß er allen das gleiche gegeben hat. Das Herbeiführen der Möglichkeit, daß man zusammen sein kann als Menschen im Essen oder im Trinken, das hat eine große soziale Bedeutung. Und alles, was darauf hinausläuft, diese gesunde soziale Natur des Menschen zu unterbinden, das muß, möchte ich sagen, doch mit einiger Vorsicht behandelt werden. Denn wenn der Mensch sich selbst überlassen ist, ich meine jetzt nicht bloß in bezug auf das, was ihm bewußt ist, sondern in bezug auf alles das, was organisch in ihm wirkt, so bekommt er eigentlich alle möglichen Appetite und Antiappetite. Es ist gar nicht so sehr wichtig für den Menschen, in dem Sinne auf diese Appetite und Antiappetite hinzuschauen, wie man das gewöhnlich tut. Denn wenn — ich meine jetzt nicht nur dem subjektiven Appetit gegenüber, sondern der ganzen Konstitution nach — der Mensch es dahin gebracht hat, etwas, was er eigentlich nicht verträgt, ertragen zu lernen, wenn er also überwindet einen Antiappetit im weitesten Sinne — ich meine das ganz auf das Organsystem ausgedehnt —, dann hat er mehr für seine Organisation gewonnen, als wenn Sie noch so lange dasjenige, was seinem Antiappetit entspricht, von ihm abhalten. In der Überwindung von etwas, das man nicht erträgt, und in dem Überwundenhaben liegt geradezu — nicht einmal bloß vergleichsweise gesprochen, sondern ganz richtig gesprochen — die Aufrichtung eines entweder zerstörten, oder, wenn wir auf das Ätherische hinschauen, sogar neuen Organes. Die organbildende Kraft liegt nämlich in nichts anderem als in der Überwindung der Antiappetite. Durch das Den-Appetiten-Frönen von einem gewissen Punkte an dient man nicht den Organen, sondern hypertrophiert sie, man bringt sie zur Entartung, so daß, wenn man zu weit geht im Nachgeben gegenüber dem, was der Organismus durch seine Schädigungen von sich fernhalten will, man die Organisation schädigt. Wenn man aber versucht, den Menschen nach und nach an das zu gewöhnen, was ihm nicht geeignet erscheint, stärkt man immer die Organisation.

[ 14 ] With this we have reached forms of thought which may be of great importance for our judgment of the whole process of dental formation. More insight will still be attained when we add some other facts which form a basis for it. I shall therefore include here a section which may not seem immediately to the point, for it will treat of questions of diet which are, however, closely related to our present theme. Questions of diet are so important because they have social as well as medicinal implications. One may spend endless time in discussing whether the dietetic rules of Mazdaznan or other special schools and creeds, have any justification or significance. But in all the arguments pro and con, and the prescriptions which are given in these schools, we must admit that a person is treated as an unsocial being. But social problems combine with medical. The more we are compelled or advised to have some extra kind of food, something special to ourselves alone and not only in matters of food but in things from the external world—the more unsocial we become. The significance of the Last Supper lies in this: not that Christ gave something special to each of his disciples, but that He gave the same to all. The mere possibility of being together with others, as we eat or drink, has a great social value, and all that might tend to repress this healthy natural tendency, should—if I may say so—be treated with caution. If man be left alone in individual isolation, not only as regards conscious processes but also in all organic activities he develops all manner of appetites, and anti-appetites. Attention to these individual appetites and anti-appetites need not be given the importance usually bestowed. I am speaking now with reference to the whole constitution. If a man has become able to endure something naturally distasteful to him—that is to say, if an anti-appetite (in the wider sense, speaking of the whole organisation) has been conquered, then that person has gained more for the efficiency of his organisation than the constant avoidance of what is antipathetic. The conquest of something distasteful means the reconstruction of an organ which has been ruined or, in relation to the etheric, is a new organ; and this in no symbolic sense, but in fact. The organic formative force consists in nothing less than the conquest of antipathies. To gratify appetites beyond a certain limit, is not to serve and strengthen our organs, but to hypertrophise them and bring about their degeneration. To go too far in yielding to the antipathies of the organism, causes profound damage to the whole organisation. While on the other hand gradually to accustom a man to that which seems unsuitable to him always strengthens the constitution.

[ 15 ] In dieser Beziehung hat ja unsere moderne Naturwissenschaft fast alles, was uns nötig wäre zu wissen, zugedeckt. Denn dieses äußere Prinzip des Kampfes ums Dasein und der Auslese ist ja wirklich zunächst etwas ganz Äußerliches. Roux hat es noch übertragen auf den Kampf der Organe im Menschen. Das ist aber wirklich etwas sehr Äußerliches. Das gewinnt erst eine Bedeutung, wenn man das, was eigentlich innerlich vorgeht, wirklich betrachten kann. Und da muß man sagen, daß eigentlich die Verstärkung eines menschlichen Organs, überhaupt eines Organs in der phylogenetischen Reihe, immer herrührt von der Überwindung einer Antipathie. Die Gestaltung, die Organgestaltung wird der Überwindung von Antipathien verdankt, während das Wachsen eines schon vorhandenen Organs dem Den-Sympathien-Frönen verdankt wird — es darf aber eben einen gewissen Punkt nicht überschreiten. Sympathie und Antipathie sind nicht nur auf der Zunge oder im Auge, sondern von Sympathie und Antipathie ist der ganze Organismus durchtönt. Jedes Organ hat seine Sympathien und Antipathien. Ein Organ bekommt eine Antipathie gegen dasjenige, was es aufgebaut hat in einem gewissen Zustande. Es verdankt nämlich dem, wogegen es, wenn es fertig ist, eine Antipathie bekommt, gerade seinen Aufbau. Das ist etwas, was viel mehr hinunterführen würde in die Phylogenie, wenn man das berücksichtigen würde, wie die Außenwelt zunächst so wirkt, daß sich das Innere dagegen wehrt, in Antipathie entlädt und daß gerade dadurch die immer weitergehende Vervollkommnung der Organisation zustande kommt. Der besteht im Organismenreiche den Kampf ums Dasein am besten, der am meisten imstande ist, innere Antipathien zu überwinden und Organe an ihre Stelle zu setzen. Das gehört zu dem organfortbildenden Prozesse.

[ 15 ] Almost everything we need to know in this division of our subject has been covered over by our modern natural science. For the external principle of the struggle for existence and natural selection is really purely external. Roux has even extended these concepts to the strife of the organs within man. But that too is really quite external. Such a principle can only become significant if what happens internally is actually observed and recorded. The strengthening, however, of a human organ, especially an organ in the phylogenetic line, always results from the overcoming of an antipathy. The formation, the actual organic structure, is due to the conquest of antipathies, whereas the continued growth of an organ already in being, is due to indulgence in sympathies. But there is, of course, a definite limit. Sympathy and antipathy are not only on the tongue and in the eye; but the whole body liberates through and through with sympathies and antipathies; every organ has its special sympathies and antipathies. An organ can develop antipathy to the very forces that built and formed it at a certain stage. It owes its upbuilding to the very thing to which it becomes antipathetic, when it is completed. This leads us deeper into the phylogenetic realm; it leads us to take into world provokes all antipathetic reaction from inside; there is an internal resistance, a discharge so to speak of antipathy. But by this very reaction the progressive perfection of the organisation is brought about. In the realm of the organism he succeeds best in the struggle for existence who is best able to conquer inner antipathies and to replace them by organs. This conquest is part of the process of further development of the organs.

[ 16 ] So bietet sich gerade, wenn man dieses betrachtet, ein Anhaltspunkt dafür, auch wiederum hinzuschauen auf die Dosierung der Heilmittel. Sie sehen ja im organbildenden Prozesse selber ein fortwährendes Hinundherpendeln zwischen Sympathie und Antipathie. Die Genesis der Organisation hängt im wesentlichen mit dem Bilden von Sympathie und Antipathie zusammen und von dem Wechselspiel zwischen Sympathie und Antipathie ab. So wie sich Sympathie und Antipathie im Organismus verhalten, so verhalten sich niedrigere Dosierungen, also substantiell als Substanz Verwendetes, zu dem, was in hoher Potenz verwendet wird. Die hohe Potenz hat die gegenteilige Wirkung der niedrigen Potenz. Das hängt zusammen mit der ganzen organisierenden Kraft. Und in einem gewissen Sinne ist auch das richtig, worauf ich übrigens schon gestern von anderem Gesichtspunkte aus hingedeutet habe, daß dasjenige, was in der ersten Lebensepoche in einer bestimmten Weise im Organismus wirkt, seine Wirkung umkehrt in späteren Lebensepochen, daß aber das, was da wirkt im Organismus, verschoben werden kann. Darauf beruht, wie ich Ihnen gestern gesagt habe, auf der einen Seite die Dementia praecox, auf der anderen Seite das Auffinden der isolierten Seelenbezirke, die dann im späteren Alter die Organisation ergreifen, da sie sie nicht ergreifen sollten.

[ 16 ] When we consider this aspect we are offered an important clue for the further estimate of actual dosage of remedies. You see in the process of organ formation itself a continuous oscillation between sympathy and antipathy. The genesis of the bodily constitution is dependent on the production of sympathy and antipathy, and their interplay. Moreover smaller dosages of substances used pharmaceutically have the same relation to highly potentised dosages, as sympathy has to antipathy, in the human organism. High potency has the opposite effect from low potency. That is bound up with the whole organising force. And in a certain sense it is also true that factors with a definite action on the organism in the early periods of life, turn their effect into the opposite in later periods; but that these effects in the organism can be shifted out of place. On this displacement is based on the one hand dementia praecox as I have already stated, and, on the other, the formation of isolated “soul provinces” which at a later period of life wrongfully encroach on the organisation.

[ 17 ] Über diese Dinge wird man erst zurecht kommen, wenn unsere Wissenschaft selber wiederum ein wenig spiritualisiert sein wird, wenn wir dahin kommen werden, nicht mehr sogenannte Geisteskrankheiten auf einem geistig-seelischen Wege heilen zu wollen, sondern wenn wir die Frage werden aufwerfen wollen: Wo ist etwas in den Organen nicht in Ordnung, wenn diese oder jene sogenannte Geistes- oder Seelenkrankheit vorliegt? — Umgekehrt, so sonderbar das klingt, hat man sogar viel mehr Veranlassung, bei sogenannten physischen Krankheiten auf das Seelische zu schauen als just bei Seelenkrankheiten. Bei Seelenkrankheiten ist der seelische Befund kaum viel mehr als diagnostisch helfend. Man muß ihn studieren, um durch das Anschauen seiner herauszubekommen, wo der Fehler liegen kann in dem Organismus. Die Alten haben in dieser Beziehung in der Terminologie schon vorgesorgt. Wahrhaftig, die Alten haben das Seelenkrankheitsbild der Hypochondrie nicht umsonst mit einem rein materialistisch klingenden Namen, mit «Unterleibsknochigkeit» oder «Unterleibsknorpeligkeit», «Hypochondrie» zusammengebracht. Sie hätten niemals den Tatbestand, der im Psychischen vorliegt, primär in etwas anderem gesucht — wenn selbst die Hypochondrie sich bis zum Wahnsinn steigerte — als in einer Erkrankung des Unterleibes. Man muß natürlich so weit kommen, daß man zuerst alles sogenannte Materielle als Geistiges anzusehen in die Lage kommt.

[ 17 ] These matters will only be viewed aright if our science itself becomes somewhat spiritualised and we reach the stage of ceasing to try to cure so-called mental disorders by way of the spirit and the soul, but ask ourselves: where is the organic disorder or inadequacy, as this or that so-called mental or soul-sickness becomes apparent? And vice versa—however strange this may sound—in sickness of so-called physical kind there is even more need to examine the conditions of the soul, than in a case of sickness of the soul itself. In the latter class, the phenomena exhibited by the soul help little beyond the diagnosis. We must study these soul phenomena in order to guess where the organic defect can lie. The Ancients have provided for this in their terminology. It was not without purpose that these men of old time connected the picture of that mental disorder hypochondria with a name that sounds wholly materialistic: the bony or cartilaginous character of the abdomen. They would never have sought for the primary cause of the psychological unbalance—even when the hypochondria develops to actual insanity—anywhere except in some sickness of the lower bodily sphere. We must of course progress to the point of being able to regard all so-called material things as spiritual.

[ 18 ] Wir leiden ja heute ungeheuer dadurch, daß der Materialismus die Fortsetzung der katholischen Askese in der Denkweise ist. Diese Askese, die hat die Natur verachtet und durch Naturverachtung den Geist erringen wollen. Die heutige Weltanschauung, die hat sich das herausgenommen aus dieser asketischen Richtung, was ihr gerade gefällt, und meint, dasjenige, was im Unterleibe vorgeht, ist grob materiell, das braucht man nicht zu berücksichtigen. Das ist es eben nicht so in Wirklichkeit, sondern in allen diesen Dingen wirkt der Geist drinnen, und man muß wissen, wie der Geist da drinnen wirkt. Wenn ich den Geist, der im Organismus wirkt, zusammenbringe mit dem Geist, der in irgend etwas draußen wirkt, dann wirkt Geistiges und Geistiges zusammen. Wir müssen abkommen von der Naturverachtung. Wir müssen gerade dazu kommen, die ganze Natur wieder vergeistigt uns vorzustellen. Denn finden Sie es nicht auffallend und gerade für die ganze Reform des medizinischen Denkens ungeheuer bedeutsam, daß gerade just in der Hochflut des Materialismus die Sucht aufgetreten ist, auf den Menschen mit sogenannten abnormen Zuständen mit allerlei Hypnose und Suggestion zu wirken? Dinge, die vom Materiellen scheinbar abliegen, die sind ja aufgetreten gerade in der Zeit des Materialismus, und man hat die Möglichkeit verloren, sich über das Geistige von Merkur, von Antimon, von Gold, von Silber zu unterrichten. Das ist das Wesentliche: man hat die Möglichkeit verloren, sich über das Geistige des Materiellen zu unterrichten, und deshalb will man das Geistige als solches behandeln, gerade so auch, wie in der Psychoanalyse, wo man das Geistige als solches dirigieren will. Gesunde Anschauungen müssen wieder Platz greifen über die geistigen Eigenschaften der Materie.

[ 18 ] We suffer severely today, simply because materialism is the continuation of medieval Catholic asceticism in the region of thought. This asceticism despised nature, and sought to attain to spiritual realms by an attitude of condemnation. Those who hold the modern world conception have extracted from the ascetic point of view just what they find convenient, and have no doubt that all the processes of the lower abdomen are crudely material and need not be seriously considered. But the truth is very different: the spirit works in all these things—and we need to know just how the spirit works there. If I bring the spirit which works within the organism together with the spirit acting in some external object or substance—the two spiritual forces collaborate. We must cease to despise nature, and learn again to regard to the whole external world as permeated with the spirit symptom and one of great value for the whole reform of medical thinking that just at the high tide of materialism there has arisen the custom of using hypnotic and other forms of suggestion in treating abnormal conditions in the individual? Things which seem at the opposite pole to materialism have come into favour in the materialistic age, when people had lost the possibility of learning the spiritual aspects of quicksilver, of antimony, of silver and of gold. That is the crux of the matter; the loss of the power to learn about the spirit of material things; and from this loss arises the attempt to treat spiritual ailments as spiritual only, just as in the psycho-analytic doctrines where it is attempted to direct the spirit as such. Sound views must again prevail on the subject of the spiritual attributes of matter.

[ 19 ] Es gehört wirklich nicht zu den geringsten Verdiensten, die gerade in der homöopathischen Tradition durch das neunzehnte Jahrhundert heraufgekommen sind, daß rege erhalten worden ist dieses Bekenntnis zu der Geistigkeit der äußeren materiellen Substanzen. Das gehört sogar zu dem Allerwichtigsten, denn die äußere allopathische Medizin hat leider sich immer mehr und mehr dem Glauben zugewandt, daß man es nur zu tun habe mit dem Materiellen, eben äußerlich materiellen Wirkungen in den außermenschlichen Substanzen. Das aber führt dazu, auf der einen Seite beim Diagnostizieren von sogenannten physischen Krankheiten gerade seine Aufmerksamkeit zu wenden auf den seelischen Tatbestand, und umgekehrt, wenn ein abnormer seelischer Tatbestand stark hervortritt, die physischen Schädigungen aufzusuchen. Physische Erkrankungen, sie sollten eigentlich immer die Frage hervorrufen: Welchen Temperamentes ist der Mensch, bei dem sie auftreten? — Finden wir, daß der Mensch, bei dem sie auftreten, hypochondrischer Natur ist, dann wird uns allein seine gewöhnliche hypochondrische Natur darauf hinleiten, daß wir ihn zu behandeln haben so, daß wir auf seinen unteren Menschen stark wirken, daß wir ihn also zu behandeln haben im materiell Wirksamen, also mit niederen Potenzen. Finden wir, daß ein Mensch sonst außerhalb der Krankheit aufgeweckten Geistes oder sanguinisch ist, dann wird von vornherein notwendig sein, zu höheren Potenzen seine Zuflucht zu nehmen. Kurz, der seelische Tatbestand ist etwas, was nunmehr gerade der physischen Erkrankung gegenüber herausgearbeitet werden muß. Dieser gesamte seelische Tatbestand, der tritt uns ja in einer gewissen Weise schon entgegen beim Kinde, und es wird nicht leicht eine Dementia praecox auftreten, wenn nicht das Kind schon die Neigung, die Disposition zum Phlegma zeigt, wenn wir nicht beim Kinde schon deutlich wahrnehmen können diejenige Temperamentsanlage, die eigentlich erst im späteren menschlichen Lebensalter auftreten sollte, wenn auch da in eingeschränktem Maße. Aber von besonderer Wichtigkeit ist die Unterscheidung mit Bezug auf die innere Aktivität oder innere Passivität. Das kommt sehr in Betracht. Denken Sie nur, wenn wir bei unseren sogenannten psychischen Heilweisen mit Suggestion wirken, so stellen wir da den Menschen ganz in die Einflußsphäre eines anderen Menschen, wir unterbinden seine Aktivität. Und das Unterbinden der Aktivität, das Unterbinden der inneren Initiative des Menschen zeitigt aber schon im äußeren Leben etwas, was für den Lebenslauf wichtig ist und was, wenn wir es entsprechend — wir wollen dann morgen weiter darüber reden — beim Kinde beobachten, nun gerade wiederum in die Zahngeschichte hineinspielt, auch wiederum für das spätere Leben.

[ 19 ] It is one of the chief services of the nineteenth century to have held alive this acknowledgment of the spiritual permeation of external material things. One of the most important services; for external medicine of the allopathic school has unfortunately tended more and more to believe that one is only concerned with material, i.e., external-material effects and processes in the “extra-human” substances. Today on the one hand, in the diagnosis of so-called physical disorders, attention should be given to the state of the soul, and on the other, i.e., in abnormal soul states, the physical disturbances should be examined. Physical sicknesses should always prompt the inquiry: “what is the temperament of the person in whom they appear?” Suppose we find the sufferer is of hypochondriacal nature, that alone should be an indication for treatment of the lower organic sphere, with materially effective remedies, that is with low potencies. If we find that apart from the illness, the patient is of active mind or “sanguine,” it will be necessary to use high potencies from the outset of treatment. In short, the state of the soul is something that needs study and co-ordination when we consider bodily sickness. The total constitution of the soul is up to a certain point already obvious in the child; dementia præcox will not easily supervene if the child does not exhibit a phlegmatic disposition, that is to say the temperamental tendency appropriate to a much later stage in life, and then only to a limited degree. But still more important is it to recognise the disposition to inner activity or inner passivity. Only consider—if we work through so-called psychic treatment by means of suggestion we are placing the human being wholly in the sphere of influence of another. We repress his activity. But suppression of activity and of inner initiative gives rise to something even in outer life, which is important for the whole course of life. It appears externally in childhood and reacts on the whole dental condition, in later years as well. We shall deal further with this subject tomorrow.

[ 20 ] Ich kann zum Beispiel notwendig erachten für mich — nach dem, was ich vorhin gesagt habe, ist es ja wichtig, so etwas zu berücksichtigen — gewisse Nahrungsmittel zu vermeiden, anderen mich mehr zuzuwenden. Ich kann notwendig erachten für mich eine gewisse Diät. Die kann sehr gut sein für mich. Aber es ist ein ganz beträchtlicher Unterschied, ob ich durch eigenes Ausprobieren zu dieser Diät komme dadurch, daß ich selber auf das oder jenes komme, oder indem ich sie mir einfach vom Arzte vorschreiben lasse. Bitte, nehmen Sie mir nicht übel, daß ich das so ganz trocken sage. Nicht wahr, es schaut vor der materialistischen Gesinnung so aus, als ob es denselben Dienst tut, wenn die für mich gute Diät von mir selber instinktiv gefunden ist, ich sie mir erarbeitet habe, vielleicht unter der Anleitung des Arztes erarbeitet habe, selber dabei Initiative entwickelt habe, oder ob ich sie mir einfach vom Arzte verschreiben lasse. Das letzte Ende, möchte ich sagen, dieser Wirkungen zeigt sich darinnen, daß mir ja die vom Arzte vorgeschriebene, befolgte Diät zunächst nützen wird, aber sie hat leider das Schädliche, daß sie mich im Alter leichter zur Vertrottelung führt, als ich sonst käme, daß sie zum Altersschwachsinn führt, während das aktive Mitarbeiten bei der Diät mich bis ins Alter hinein — natürlich kommen andere Faktoren, durch die das bedingt ist, hinzu — leichter geistig beweglich erhält. Und dieses Spielen von Aktivität und Inaktivität, das wird ganz besonders beeinträchtigt bei allen Suggestionskuren, wo ich mich ganz in die Abhängigkeit nicht nur dahin ergebe, daß ich mich meines Urteils begebe, das tue, was der andere vorschreibt, sondern sogar die Anleitung meines Willens in die Beurteilung des anderen gebe. Daher sollten Kuren, die sich auf Hypnose und Suggestion stützen, womöglich eingeschränkt werden. Nur wenn man sich sagen kann: die Beeinträchtigung des Willens, die bei jedem Menschen, den man so behandelt, vorliegt, schadet bei dem betreffenden Menschen aus anderen Gründen nicht und man erweist ihm doch einen größeren Gefallen, wenn man ihm eine Zeitlang hilft auf suggestivem Wege, dann kann man solche Dinge anwenden. Aber im allgemeinen handelt es sich darum, daß gerade Geisteswissenschaft auf das Heilende desjenigen hinweisen muß, was in den Substanzwirkungen, in den atmosphärischen Wirkungen, in den Bewegungswirkungen des menschlichen Organismus, kurz in alledem liegt, was nicht eben unmittelbar geistige Beeinflussung ist, sondern was entweder aus dem Bewußtsein oder aus dem Unterbewußten aktiv mit Initiative aus dem Menschen selbst hervorgehen muß.

[ 20 ] Now I can come to the conclusion that for myself as an individual it is necessary to avoid certain foodstuffs, and to partake of others; I can choose a certain diet for myself—and it is important to bear this in mind, following what has already been said regarding the choice of food. And that diet can do me much good. But there is a very appreciable difference according to whether I adopt this diet as a result of individual experiment or simply accept what the doctor prescribes for me. Please do not take offense at this rather blunt statement. For the materialistic approach, it may well seem a matter of indifference, and equally beneficial, whether the diet that suits me has been instinctively chosen by myself, has been worked out experimentally by myself, perhaps at the physician's suggestion, but with individual initiative, or else has been prescribed for me by a physician. The ultimate result is seen in the fact that the diet prescribed by the physician will be of benefit in the beginning, but will have the disadvantage of leading in old age to mental degeneration more easily than would be the case with an active collaboration in questions of diet; this helps to keep the mind active and mobile into old age—of course, other factors play their part. The interplay of activity and passivity is much impaired in all “treatments by suggestion,” for such treatments imply not only giving up judgment, and doing what another prescribes, but also even the direction of the will itself. The guidances and impact on the will should only be employed in cases where we can assure ourselves that the impairment is not an injury to the person in question, because of other factors; and in fact that it is doing them a greater service to treat them for a while on “suggestive” lines. In general, however, spiritual science finds it necessary to emphasise the healing elements and effects in the material substances, in the atmospheric conditions, and in the movements and functions of the human organism itself; in short in all that cannot be termed spiritual influence proper, but must proceed actively from the consciousness or subconsciousness with the initiative of the patient himself.

[ 21 ] Diese Dinge sind deshalb von so großer Wichtigkeit, weil gerade im materialistischen Zeitalter gegen diese Dinge am allermeisten gesündigt wird und weil, angesteckt von den Ansichten, die da herrschen, man heute sogar schon das Schreckliche erleben kann, daß allerlei Hypnotisiertendenzen und Suggeriertendenzen in die Pädagogik hineingetragen werden. Dieses Hineintragen dieser Tendenzen in die Pädagogik, das ist etwas Furchtbares, und man wird vielleicht erst klar in dieser Richtung sehen, wenn man sich die Frage beantworten wird: Wie wirken demgegenüber solche Betätigungen des menschlichen Organismus, die ihn zum Aufwecken bringen statt zum Einschlafen? Geradeso wie der Mensch, wenn er einschläft, in der Vorstellung Bewegungen ausführt, die von den Aktionen seines Willens nicht gefolgt werden, wie da der Mensch gewissermaßen der äußeren Welt gegenüber in Ruhe kommt, während er in seinen Bewußtseinserlebnissen in Bewegung ist, so ist das Umgekehrte bei der Eurythmie der Fall. Bei der Eurythmie wird gerade das Umgekehrte vom Einschlafen bewirkt: es wird ein stärkeres Aufwachen gegenüber den gewöhnlichen Bewußtseinserscheinungen bewirkt. Es werden die Hypertrophien des Vorstellens, wie sie im Traume vorliegen, weggenommen und dafür eine gesunde Ausbildung des Willens in die Glieder getrieben. Der Wille in seiner Organisation wird in die Glieder eingetrieben. Und wenn man dann anfängt zu studieren, wie anders zum Beispiel das eurythmische Vokalisieren wirkt auf den unteren Menschen und auf den oberen Menschen und wiederum das konsonantenbildende Eurythmisieren auf den unteren Menschen und auf den oberen Menschen, dann sieht man, daß man auch ein bedeutsames therapeutisches Element schon in der Eurythmie suchen kann.

[ 21 ] All these considerations are so crucial because they are the most of all sinned against in the age of materialism, and because the prevalent attitude has been so infectious as to have extended to pedagogy, where we may already experience the terrible abuse of all manner of hypnotic and suggestive tendencies. Their introduction into pedagogy is of appalling augury; and perhaps one will only be able to see clearly in this direction by answering the question: What is the effect of such exercises on the human organism as stimulate it to an awakening, instead of lulling into sleep? Just as when man falls asleep, movements are carried out in his imagination which are not followed by the will, just as the sleeper sinks into repose so far as the external world is concerned, while his consciousness is in motion, so the exact opposite occurs in the case of Eurhythmy. In Eurhythmy the reverse of the sleep condition is brought about; the consciousness awakens more vividly, as compared to its usual state. The hypertrophies of imagination typical of the dream, are dispersed and in their stead a sound and vigorous current of volition is sent through the limbs. The organised will is driven into the limbs. Study the different effects of Eurhythmic vowel forming on the lower and the upper human being respectively, and then again observe the effect of Eurhythmic formation of consonants on the upper and lower man, and you will realise that we may also seek a valuable therapeutic element in Eurhythmy itself.