Spiritual Science and Medicine
GA 312
8 April 1920, Dornach
Translate the original German text into any language:
Versions Available:
Spiritual Science and Medicine, tr. Unknown
Neunzehnter Vortrag
Lecture Nineteen
[ 1 ] Ich werde suchen so viel wie möglich heute und morgen aufzuarbeiten. Es handelt sich ja bei einer solchen allerersten Anregung — und es ist ja eine erste Anregung, wie sie in diesem Kursus hat gegeben werden können — hauptsächlich darum, den Weg kennenzulernen im Genaueren, wie ihn die Geisteswissenschaft geben kann, den die außermenschlichen Substanzen im menschlichen Organismus nehmen, und wiederum um ihre Gegenwirkungen. Hat man nämlich eine vollständige Übersicht über die Art der Wirkung irgendeiner Substanz, dann hat man ja eine Wegleitung zur Anwendung derselben als Heilmittel, und man kann selbst urteilen. Und das ist viel besser, als wenn man Vorschriften beobachtet, dahingehend, das eine ist für das, das andere ist für jenes. Nun werde ich heute wiederum von etwas scheinbar sehr Entlegenem ausgehen müssen, um zu etwas sehr Naheliegendem zu kommen. Unter den Fragen, die gestellt worden sind, tauchte ja immer eine auf, die Sie selbstverständlich alle interessieren muß, das ist die Frage nach der Erblichkeit, nach der Vererbung. Sie spielt bei der Beurteilung sowohl des gesunden, oder wenigstens relativ gesunden, und des kranken Menschen eine außerordentlich große Rolle.
[ 1 ] In these two final lectures I shall try to deal with as many as possible of the questions before us. In a preliminary outline, such as has been offered in this series, the main purpose is to learn more accurately, in the way that can be given by Spiritual Science, the path taken within the human organism by substances external to man, and also their counter-effects. If we have a complete bird's eye view, as it were, of the way in which any substance operates, we have at the same time an indication of its therapeutic value, and can use our own judgment. To use individual judgment is far better than to keep to prescriptions which say that is for this and the other for that. On this occasion, I shall again start from something apparently remote, in order to reach something very near to us all. Among the written questions put to me, one continually reappears, and it must, of course, be of interest to you all—the question of heredity in general. Both in judging healthy—or at least relatively healthy—persons and the sick, it plays an extremely important part.
[ 2 ] Nun muß man sagen, diese Erblichkeit, diese Vererbung wird eigentlich in der gegenwärtigen materialistischen Naturwissenschaft nur sehr abstrakt studiert, sie wird durchaus nicht so studiert, daß sich für das Leben viel Praktisches daraus ergeben kann. Man findet aber gerade, wenn man im Ernste daran geht, so etwas zu studieren wie die Vererbung, daß es doch höchst merkwürdig ist — mehr für den Exoteriker, während es für den Esoteriker eine ihm anschauliche Gesetzmäßigkeit ist —, daß alles dasjenige, was dem Menschen wichtig ist über Weltzusammenhänge zu wissen, an irgendeiner Stelle ziemlich äußerlich sichtbar zur Offenbarung kommt. Irgend etwas zeigt durch eine äußere Offenbarung immer, welche verborgenen, aber im Menschen sehr wirksamen Kräfte in der Natur vorhanden sind. An diese muß man sich ganz besonders bei dem Studium der Vererbung halten. Denn auf der anderen Seite wird alles dasjenige, was mit der Vererbung zusammenhängt, fortwährend beeinträchtigt, mit Illusionen umkleidet, so daß man es nicht richtig beurteilen kann. Man kann sich einmal ein Urteil bilden über die Vererbung, dann stimmt es wiederum nicht mit anderen Erscheinungen. Das rührt eben davon her, daß gerade die Vererbungstatsachen außerordentlich stark in Illusionen gekleidet sind, und das hängt damit zusammen, daß an der Vererbung beteiligt ist in einer ganz gesetzmäßigen, aber schwer regulierbaren Weise das Männliche und das Weibliche. Gesetzmäßig ist die Sache, aber so wie das Gesetz auftritt, ist es nicht immer möglich, daß eine anschauliche Regulierung auch da ist. Die Vererbungserscheinungen sind also gesetzmäßig, aber schwer regulierbar. So wie das Waagrechthalten des Waagebalkens auf einer Gesetzmäßigkeit beruht, aber, wenn man links und rechts immer auflegt, nach der einen oder der anderen Seite ein Ausschlag kommt, ist dadurch die strenge Gesetzmäßigkeit schwer regulierbar. So ist es ungefähr auch mit den Vererbungserscheinungen. Sie haben eine ähnliche Gesetzmäßigkeit wie die, die den Waagebalken horizontal drängt. Aber diese Gesetzmäßigkeit zeigt sich in einer starken Variabilität ihres Auftretens, und das rührt davon her, weil an der Vererbung immer beteiligt sind das Männliche und das Weibliche, und zwar das Männliche und das Weibliche so, daß das Männliche in dem Vererbungsvorgang gerade immer dasjenige überträgt, was der Mensch dem irdischen Dasein verdankt, was er Erdenkräften verdankt, während der weibliche Organismus mehr darauf hin orientiert ist, dasjenige zu übertragen, was aus dem außerirdischen Kosmos kommt. Man könnte sagen: auf den Mann macht fortwährend die Erde ihre Ansprüche, sie organisiert ihn durch ihre Kräfte. Sie ist ja auch die Ursache der Entstehung der männlichen Sexualität. Auf die Frau macht fortwährend, wenn wir so sagen dürfen, der Himmel seine Ansprüche. Er bewirkt fortwährend ihre Gestaltung. Er ist es, der in allen inneren Organisationsprozessen den überwiegenden Einfluß hat. Das deutet ja wiederum zurück auf etwas, was ich schon gesagt habe. Dadurch entsteht aber das Folgende. Denken Sie sich, es entwickelt sich durch die Konzeption ein weibliches Wesen, so neigt dieses weibliche Wesen dahin, immer mehr und mehr sich einzugliedern in die außerirdischen Prozesse. Es neigt immer mehr und mehr dazu, wenn ich mich so ausdrücken darf, vom Himmel aufgenommen zu werden. Wenn sich ein männliches Wesen entwickelt, so neigt es immer mehr und mehr dazu, von der Erde in Anspruch genommen zu werden. Also es wirken tatsächlich Himmel und Erde zusammen. Denn das, was ich sage, ist nicht so, daß man es etwa wiederum interpretieren darf: auf das Weib wirkt der Himmel und auf den Mann wirkt die Erde, sondern beide wirken auf beide, und bei dem Weibe schlägt der Waagebalken nach dem Himmel aus, beim Manne schlägt der Waagebalken nach dem Irdischen aus. Es ist eine strenge Gesetzmäßigkeit; die ist aber variabel. Dadurch tritt aber eine gewisse Folge ein. Durch dasjenige, was die Frau in ihrem Organismus birgt, wird in ihr fortwährend bekämpft dasjenige, was irdisch ist. Aber das Eigentümliche besteht: es wird nur bekämpft in ihrem ihr zu eigen gehörigen Organismus, nicht in ihrem Keime, nicht in dem Samen. Also dieser Kampf des Himmels mit der Erde, der beschränkt sich beim weiblichen Organismus auf alle Organisationsprozesse, die außerhalb der Samenbildung liegen, also außerhalb der Eibildung, außerhalb desjenigen, was sich gerade in die Fortpflanzungsvorgänge eingliedert, so daß sich das Weib fortwährend den dem Fortpflanzungsprozesse eingeborenen Kräften mit seiner Organisation entzieht. Mit dem um die Fortpflanzung Herumgelagerten, da entzieht es sich fortwährend, so daß man sagen kann: Es besteht die Tendenz, durch den Mann dasjenige, was in den Fortpflanzungskräften liegt, was also vererbt werden kann, zu vererben. Bei der Frau besteht die Tendenz, sich selbst dieser Vererbung zu entziehen. Aber sie hat dafür die stärkere Vererbungstendenz in ihren eibildenden Kräften.
[ 2 ] In the materialistic biology of the present day this heredity is only studied in a very abstract manner. Certainly it is not studied in such a way as to provide much practical use in life. But if we give it earnest and careful study, we shall find it remarkable (at least to the exoteric student, whereas the esoterist knows it as an obvious law) that all that mankind needs to know about the world and its relations, reveals itself somewhere in an externally visible form. There is always something that reveals externally those secret but—for mankind—most effective forces of nature. And if we investigate heredity we must keep that very specially in mind for on the other hand all the factors associated with heredity are continually confused and concealed by illusions, so that sound judgment becomes most difficult. If a judgment is formed on a question of heredity, there are always other phenomena to which it does not apply. For indeed, the facts of heredity are wrapped in the most powerful illusions which spring from the character of its law. But the very nature of this law implies that its regularity does not always become obvious. The manifestations of heredity follow a pattern of law, but one very hard to regulate. Just as the horizontal position of the arms of a balance depends on a special law, but is upset by adding to the weight of one side or the other, so that the law is difficult to regulate—so is it also, we may say, with the operation of heredity. It is a similar to that of the horizontal tendency of the scales; but it is sealed through a wide range of varying manifestations. This is due to the fact that always in heredity different elements, male and female, play their parts. The male always transmits what man owes to earthly existence, what he owes to earth-forces; whereas the female organism is more apt to transmit the cosmic influence from beyond the earth. We might express this difference as follows. Earth makes continual demands on the man; the earth organises his forces. Earth is the cause from which the male sexuality originates. On woman the heavens, as it were, make continual demands; they cause her shape, and prevail in all the internal processes of her organisation. This contrast may remind you of something already touched upon in these discussions. Now there follows this result; suppose a female being comes into existence through conception, and develops; it is inclined to become more and more attuned to the extra-terrestrial processes, to be taken up as it were by the heavens. If a male being develops it becomes more and more inclined to be taken hold of by the earth. Thus heavens and earth actually co-operate, for neither acts exclusively nor on one sex alone, but in the female the arm of the scale rises towards the heavens and in the male it inclines to the terrestrial. It is a strict law but is subject to variation, and hence arises the following result. In woman, the organism includes internal tendencies which wage permanent contest with the terrestrial elements. But the strange thing is that this only holds good with regard to her own individual organism, and not in the terms of life and the seed. This contest between cosmic and telluric forces is restricted in woman to all the processes apart from the formation of the ovule, that is to say from the organs which serve the functions of reproduction. Thus woman continually withdraws her organisation from the inherent forces of reproduction; the organs surrounding the reproductive tract are continually kept back. And we might say that there is a tendency to transmit through the male what is contained in the reproductive forces and can therefore be inherited. In woman there is a tendency to withdraw from this heredity—and concurrently in her own oogenous powers there is the stronger tendency of inheritance.
[ 3 ] Man wird daher die Frage stellen können: Wie wird man in der menschlichen Gesellschaft entgegenwirken können den verheerenden Kräften der Vererbung? — Nicht wahr, daß die Vererbungskräfte nicht haltmachen vor dem sogenannten Geistigen und vor dem sogenannten Physischen, das zeigt sich ja einfach in einer Erscheinung, wie die ist, daß in Familien, in denen Geisteskrankheiten herrschen, in der Generationenfolge sehr leicht die Zuckerkrankheit auftreten kann, so daß also die Metamorphose von der einen Seite nach der andern Seite hinüberschlägt. Also es ist schon eine außerordentlich wichtige Frage: Wie entzieht man den Menschen den verheerenden Wirkungen der Vererbung? — Gegen diese gibt es kein anderes Mittel, als erstens dafür zu sorgen, daß die Frauenwelt möglichst gesund erhalten wird, denn dann wird durch die Frauenwelt der außerirdische Einfluß in unseren Erdenprozeß hereingezogen, und es wird auch das eintreten, daß fortdauernd diejenigen Prozesse, die dahin wirken, durch den Keim die Schädigungen der Vererbung zu übertragen, vom Frauenorganismus aus bekämpft werden. Also in einer Gesellschaft, in der gut darauf gesehen wird, daß die Frauen gesund sind, kämpft man gegen den schädigenden Einfluß, der von den Erdenkräften ausgeht mit Bezug auf die Vererbungsprozesse, weil man eben einen Appell richtet an die Wirksamkeit der vom Außerirdischen hereinwirkenden ausgleichenden Kräfte, die gewissermaßen ihren irdischen Akkumulator nur in der Frauenorganisation haben. Das ist etwas, was außerordentlich wichtig ist zu berücksichtigen.
[ 3 ] So we must ask how the human community can counteract the destructive forces of heredity? For we know, do we not, that heredity finds no barrier between the spiritual and the physical. For instance, in families subject to mental disorders, these may alternate in successive generations with diabetes; there is thus a metamorphosis which swings to and fro. Therefore it is a matter of immense urgency to find out how to shield mankind from the ravages of heredity. The chief preventative measure is first and foremost to do everything to preserve and improve the health of women, for in that case, the extra-telluric influence is drawn more actively into our earth process, and those processes which work continuously to transmit the harmful influences of heredity through the germ, can be combatted through the maternal organism. Thus a community which gives thought and care to the health of their women, wages war against the harmful influence which springs from the earth-forces in heredity, by means of an appeal to the forces proceeding from outside the earth, and acting as a counterbalance. For these cosmic celestial forces have, as it were, their earthly accumulator solely in the organism of a woman.
[ 4 ] Dasjenige, was ich jetzt gesagt habe, ist etwas, was für alle irdischen und außerirdischen Kräfte gilt, das ist etwas sehr Universelles. Aber es tritt augenscheinlich zutage dann, wenn man es zu tun hat mit Hämophilen, mit Bluter-Erkrankungen. Es muß eben darauf hingewiesen werden, daß man über die Vererbungserscheinungen nicht so im allgemeinen herumreden soll, sondern daß man da studieren soll, wo die konkreten Tatsachen handgreiflich auf die Vererbung weisen. Studieren Sie einmal diese Vererbungserscheinungen bei den Blutern. Da finden Sie eine höchst eigentümliche Erscheinung, die Ihnen ja allen bekannt ist und die nur ein äußerer Ausdruck dessen ist, was ich jetzt eben auseinandergesetzt habe: Sie finden, daß im Blut der Familie die Übertragung des Bluters nur vorkommt bei männlichen Individuen, daß sie dagegen nur übertragen wird durch die weiblichen Individuen, daß also ein Weib, das Tochter eines Bluters ist, dazu neigt, auf ihre männlichen Nachkommen die Bluterkrankheit zu übertragen, auch wenn sie sie selber gar nicht hat; sie bekommt sie ja natürlich dadurch, daß sie in der Familie ist. Dagegen werden die Männer Bluter. Wenn sie aber Frauen heiraten, die nachweislich nicht aus Bluterfamilien stammen, so wird die Bluterkrankheit nicht übertragen.
[ 4 ] This is most important, and holds good for all forces of telluric and cosmic origin; it is universally true. It becomes conspicuously evident in the case of haemophiliacs, of so-called “bleeders.” It would be well if there were less vague talk about heredity, and more study where concrete facts point unmistakably to its operation. Observe this as shown among “bleeders.” You will find a striking phenomenon, known to you all, and illustrating what I have just pointed out. In the family descent among haemophiliacs bleeding itself only appears in males, but the transmission of the illness occurs only through females. A woman whose father was a haemophiliac, though she does not exhibit the disease herself, is liable to bequeath it to her male descendants. She gets it because she is part of the family. The males, however, become bleeders. But if these marry women free from haemophiliac descent, the disease is not transmitted.
[ 5 ] Da haben Sie dasjenige, wenn Sie es analysieren, was Ihnen ein deutlicher äußerer Ausdruck dessen ist, was ich jetzt gesagt habe, und die Erscheinungen bei Hämophilen zeigen viel deutlicher als alle Versuche von Weismann, die vor kurzer Zeit gemacht worden sind, wie eigentlich die Dinge laufen in bezug auf die Vererbung. Das ist dasjenige, was man nun aber auch wichtig finden muß für eine Gesamtbeurteilung der menschlichen Organisation, und danach müssen wir ja die menschliche Organisation beurteilen, was auf sie einen Einfluß ausüben kann.
[ 5 ] If you analyse the aforesaid facts, you will find a striking concrete expression of my statements, and indeed the facts of haemophilia are far clearer proofs than all the recent experiments by Weismann, etc., of what happens in heredity. And they are also important for the general judgment of the human bodily organisation; this organisation must be to some degree estimated in the light of that which is apt to influence it.
[ 6 ] Worauf beruht denn eigentlich die Bluterkrankheit? Es zeigt sich ja schließlich bei der oberflächlichen Betrachtung, worauf sie beruht. Es ist die Gerinnungsfähigkeit des Blutes nicht vorhanden, so daß also bei der geringsten Öffnung nach außen der Mensch verbluten kann, durch bloßes Nasenbluten, bei irgendeiner Zahnoperation, daß solche Dinge, die sonst einfach beim Menschen zur Gerinnung des Blutes an der Wundstelle führen, bei Blutern nicht dazu führen. Darauf beruht ja eigentlich die ganze Wirkung, auf der mangelnden Gerinnungsfähigkeit des Blutes. Es muß also das Blut etwas in sich haben, was entgegenwirkt der Gerinnungsfähigkeit, und wenn das, was es da in sich hat, zu stark wirkt, so wird es eben durch diejenigen Kräfte nicht aufgehoben, die von außen dann beginnen einzuwirken, wenn das Blut gerinnt. Wenn das Blut gerinnt, haben wir es zu tun mit Kräften, die von außen einwirken. Ist im Blute etwas, was diese Kräfte gegen sich nicht aufkommen laßt, so ist eben eine zu starke Verflüssigung des Blutes, eine zu starke Verflüssigungstendenz des Blutes vorhanden.
[ 6 ] What is the actual basis of haemophilia? This can in fact be detected by superficial consideration. The blood does not coagulate properly, so that the slightest external scratch or prick may cause the haemophiliac to bleed to death; they may die from attacks of nose bleeding, or the extraction of a tooth, for what would lead to coagulation in other persons does not do so in the case of a haemophiliac. So the blood of these persons must possess some constituent or quality, which counteracts the power of coagulation. If this quality exists in too potent a degree, it is not neutralised by the external forces which begin to work from outside when the blood coagulates. For coagulation of the blood is caused by forces working from outside. If the blood possesses a quality which does not allow these external forces to prevail, there is an excessive tendency to fluidity of the blood.
[ 7 ] Sie werden leicht finden, daß eine solche starke Tendenz zur Verflüssigung des Blutes zusammenhängt mit der ganzen menschlichen Ich-Bildung. Aber sie hängt nicht so ganz oberflächlich wiederum zusammen mit der menschlichen Ich-Bildung; sie hängt zusammen mit dem, was im menschlichen Ich als Wille wirksam ist, nicht mit dem, was im menschlichen Ich als Vorstellung wirksam ist. Also mit all dem, was im Menschen den Willen stärkt oder schwächt, mit all dem hängt jene Organisation zusammen, die also beim Blute die zu starke Verflüssigungsfähigkeit hervorruft. Ich möchte sagen, da hat die Geschichte einen schönen Fall hingestellt, welcher wiederum zeigt, wie man bei richtiger Interpretation auf gewisse Geheimnisse der Natur kommt. Nicht jetzt die Natur allein, sondern die Geschichte hat ja den berühmten Engadiner Fall hingestellt, der Ihnen ja bekannt sein kann, der berühmte Fall der Engadiner Jungfrauen. Jene zwei Engadiner Jungfrauen haben geradezu etwas hingestellt, welches, ich möchte sagen, gründlich aufklärend wirken kann auf die Menschenerkenntnis, wie sie die Medizin braucht. Diese Engadiner Jungfrauen stammten aus Bluterfamilien, und sie haben den starksinnigen Entschluß gefaßt, nicht zu heiraten, so daß also diese Engadiner Jungfrauen in der Geschichte dastehen als persönliche Bekämpfer des Übertragens der Bluterkranklheit.
[ 7 ] It is easy to detect that a strong tendency to excessive fluidity is connected with the whole formation of the human ego. And not superficially but deeply, and with that which manifests in the human ego as will, not with that which manifests as “Ideation.” The constitutional tendency to excessive fluidity in the human blood is associated with all that either strengthens or debilitates the human will. And there is a fine historical example which proves that certain of nature's secrets are accessible to a proper interpretation. Both history and science are aware of the Engadine case; you will probably know it—the case of those two young girls of the Engadine district who have furnished us with a light on some profound—and medically helpful—aspects of human nature. Both of these young women came of haemophiliac stock, and both formed and kept the steadfast and courageous resolution to refrain from marriage. So they have their place in history as personal champions of the fight against hereditary haemophilia.
[ 8 ] Nun muß man in einem solchen Falle eben auf das Rechte hinschauen. Es ist ganz gewiß nicht die Eigentümlichkeit aller aus Bluterfamilien stammenden Mädchen, in dieser Weise sich dem Fortpflanzungstrieb zu entziehen. Dazu gehört die Ausbildung eines starken subjektiven Willens, gerade jenes starken subjektiven Willens, der im Ich wirkt, der nicht im astralischen Leib wirkt. Der muß also bei ihnen vorhanden gewesen sein. Das heißt, die Sache ist so, daß das, was diese Frauen in ihrem Ich, in ihrem Willen gehabt haben, in einer gewissen Weise zusammenhängt mit denjenigen Kräften, die in einer gewissen Weise wirksam sind gerade bei den Blutern. Wenn sie in bewußter Weise gestärkt werden, so können sie leichter gestärkt werden, als sie bei Nichtblutern gestärkt werden können. Das ist nun etwas, was, in der richtigen Weise erkannt, darauf führt, etwas in die Kräfte hineinzuschauen, die nun eigentlich dem Blute eigen sind, zu erkennen, wie da eine Wechselwirkung mit dem Außermenschlichen stattfindet. Man kann, indem man so hinschaut auf diejenigen Kräfte im Blute, die mit dem bewußten Willen zusammenhängen, finden, wie überhaupt der Zusammenhang des menschlichen Willens ist mit außermenschlichen Kräften. Nun ist ja die Sache so, daß gewisse außermenschliche Kräfte diejenige innere Verwandtschaft haben mit den menschlichen Willenskräften, welche darauf beruht, daß im Laufe der Entwickelung in dem Naturreiche ausgeschieden worden ist zuletzt dasjenige, was gerade mit dem bewußten menschlichen Willen zu tun hat, mit dem menschlichen Willen überhaupt zu tun hat. Das ist zuletzt in dem Naturreiche ausgeschieden worden.
[ 8 ] Of course we must lay stress on the real core of this case. It is certainly not peculiar to all the girls in haemophiliac families to withdraw in this way from propagation. For such a course of action a strong subjective will must be developed; just the kind of strong subjective will that operates in the ego, and not in the astral body. Such a peculiar will power must have distinguished both of those young women. They must have both had something in their egos, in their power of will, that was connected in some manner with the forces operative in bleeders. If such forces are augmented in a conscious way, this could be done more easily in such cases than in persons who are non-bleeders. A just estimate of this interaction leads us to look into the specific forces and properties of the blood and their interplay with the extra-human world. And in studying those properties of blood that are associated with the conscious will, we can learn something of the general connection between the human will and the forces external to man. Certain of these external forces have a particular inner kinship with the forces of the human will, a kinship based on the course of evolution for the very last to be separated out in the natural realm, has been all that is connected with the conscious will of mankind. That is the latest precipitation to emerge in the realm of nature.
[ 9 ] Nun handelt es sich darum, so etwas zu studieren, was unter den Ausscheidungen des menschenbildenden Prozesses in der Natur draußen ist und was durch seine eigenen Qualitäten zeigt, wie es mit dem menschenbildenden Prozeß in einem Zusammenhang stehen kann. So etwas ist eigentlich in der Natur lange studiert worden, und wie es ist, ist es außerordentlich schwer zu übersehen, weil es schwer ist, die Kräfte, die die atavistische Medizin selbst noch bis ins siebzehnte, achtzehnte Jahrhundert herein bewahrt hat, wieder in dem heutigen intellektuellen Menschen regsam zu machen. Das, was da studiert worden ist, ist nämlich alles, was mit dem Antimon zusammenhängt.
[ 9 ] Let us now study something in external nature which is among the creations by which nature framed mankind, and which shows by its inherent qualities its association with that formative process of humanity. A substance of that description has long been a subject of study, and there are great difficulties in surveying the results because it is hard to make the forces preserved by atavistic medicine into the seventeenth and eighteenth centuries active still in the intellectual modern man. The substance thus studied was antimony and all that is linked with it.
[ 10 ] Das Antimon ist nämlich ein höchst merkwürdiger Körper. Deshalb haben wohl diejenigen, die soviel mit dem Antimon zu tun gehabt haben, wie auch der sagenhafte Basilius Valentinus, so stark das Antimon studiert. Sie brauchen nur auf gewisse Eigenschaften des Antimons hinzuschauen, dann werden Sie, ich möchte sagen, erkennen, in welch eigentümlicher Weise das Antimon eingespannt ist in den ganzen Naturprozeß. Es ist auf eine eigentümliche Weise eingespannt in den ganzen Naturprozeß. Denken Sie einmal, daß das Antimon in den Naturprozeß so eingespannt ist, daß es erstens — das ist vielleicht noch seine geringfügigste Eigenschaft — eine außerordentliche Verwandtschaft zu anderen Metallen und anderen Körpern hat, daß es also mit diesen anderen Körpern viel zusammen erscheint, namentlich mit Schwefelverbindungen anderer Stoffe. Der Schwefel hat ja diese spezifische Wirkung in der Natur, die wir wenigstens andeutungsweise schon besprochen haben. Die Neigung, die das Antimon hat zu Schwefelverbindungen anderer Stoffe, die zeigt, wie es in den Naturprozeß eingespannt ist. Aber noch mehr zeigt eine andere Eigenschaft des Antimons, wie es in den Naturprozeß eingespannt ist. Das ist nämlich die, daß es, wo es nur in die Möglichkeit versetzt ist, in büschelförmiger Kristallisation auftritt, das heißt in die Linie strebt, weg von der Erde. Da wo das Antimon, ich möchte sagen, sich anhäuft in Linienbildung, da sieht man gewissermaßen äußerlich mit Augen die Kristallisationskräfte, die vom Außerirdischen in das Irdische hereinkommen. Denn die Kräfte, die sonst in einer größeren Regelmäßigkeit auftreten und die kristallbildend sind, die wirken in diesen spießigen und büschelförmigen Bildungen des Antimons. Da verrät geradezu die Antimonsubstanz, wie sie eingespannt ist in den ganzen Naturprozeß. Ebenso weist dasjenige, was im Saigerprozeß vor sich geht, sehr stark darauf hin, wie das Antimon geradezu der Verräter der Kristallisationskräfte ist. Durch den Saigerprozeß bekommt man ja das Antimon in einer solchen Form, dab es feinfaserig ist.
[ 10 ] Antimony is a most remarkable substance; it has attracted the most profound attention from all who have had much to do with it, including the legendary Basilius Valentinus. Certain attributes of this substance will reveal the peculiar manner in which it is interwoven with the whole process of nature. Consider, for example, what is perhaps the least of antimony's attributes: its extraordinary affinity to other metals and other non-metallic substances, so that it often appears in combination with other substances, especially with sulphur compounds. Now we have already touched on the specific operation of sulphur in this respect and antimony tends to appear together with the sulphur compounds of other substances. This inclination of antimony shows how it is interwoven in the nature-process. Yet another quality is even more significant. Whenever possible, it forms sheafs of needle-shaped crystals. That is, its urge is along a straight line, outwards and away from the earth. Whenever antimony collects longitudinally, we behold the lines along which the forces of crystallisation are directed from outer space to the earth. For the formative forces in crystallisation which generally work in more regular patterns, produce in antimony the spear-shaped and sheaflike structures. In this way antimony reveals how it is inserted into the whole of nature. The characteristics of the smelting process also indicate antimony as revealing—or betraying—the forces of crystallisation. By means of the smelting process we can obtain antimony in a delicately fibrous form.
[ 11 ] Eine weitere Eigenschaft des Antimons ist dann ja diese, daß es, wenn es geglüht wird, oxydieren kann, verbrennen kann in einer gewissen Weise. Der weiße Rauch, der sich da bildet, zeigt die Eigentümlichkeit einer gewissen Verwandtschaft mit kalten Körpern, wo er sich anklebt und die berühmten Antimonblumen erzeugt — wiederum etwas, wo gewissermaßen in Anlehnung an andere Körper die Kristallisationskraft sich entlädt.
[ 11 ] Then there is this further quality: if antimony is exposed to temperatures it can oxidize—burn in a peculiar manner. The white smoke that forms from it reveals a certain kinship to cold bodies and attaches itself to them. The well-known “flowers” of antimony produce something in which the force of crystallisation as it were discharges itself in contact with other bodies.
[ 12 ] Das Allermerkwürdigste aber ist jene eigentümliche Abwehrkraft, welche das Antimon hat gegen diejenigen Kräfte, die ich ja im Laufe der Tage, in denen Sie hier sind, bezeichnet habe als gewissermaßen unterirdische Kräfte, die Kräfte, die in der Elektrizität und dem Magnetismus spielen. Wenn man durch Elektrolyse Antimon in einer gewissen Weise behandelt und es dann an die Kathode bringt und den Niederschlag des Antimons an der Kathode mit einer Metallspitze berührt, dann explodiert das Antimon, ruft kleine Explosionen hervor. Dieses Wehren des Antimons gegen das Elektrische, wenn man ihm nur etwas zu Hilfe kommt, das ist so außerordentlich bezeichnend für das Antimon. Da sehen wir wirklich hinein beim Antimon, wie ein Körper in den ganzen Naturprozeß sich hineinstellt. Andere Substanzen zeigen das nicht in einer so, ich möchte sagen, aufdringlichen Weise.
[ 12 ] And the most remarkable of all antimonial properties, is its peculiar form of resistance to all the forces which I have grouped together as sub-terrestrial, in a certain sense; those forces that play through electricity and magnetism. Suppose that we treat antimony with electrolysis, bring it to the cathode, and touch the antimonial deposit on the cathode with a metal point—the antimony produces tiny explosions. This active resistance of antimony to electric processes—if the substance is given a little stimulus—is most characteristic and distinctive, revealing its real position in the whole process of nature, no other substance reveals its interactions so emphatically.
[ 13 ] Nun kann man nur verstehen, was sich da wiederum an einem anschaulichen Fall in der Natur zeigen will, wenn man davon ausgeht, daß die Kräfte, die in der Natur vorhanden sind, überall wirken; nur, wenn Substanzen sie in besonderem Maße zeigen, so sind eben in diesen Substanzen diese Kräfte besonders konzentriert lokalisiert. Aber was im Antimon wirkt, ist eigentlich überall vorhanden. Überall wirkt, wenn ich den Ausdruck bilden darf, die antimonisierende Kraft. Diese antimonisierende Kraft ist nun dasjenige, was im Menschen auch regulierend wirkt, aber so, daß der Mensch diese antimonisierende Kraft in seinem Normalzustande vom Außerirdischen her bezieht. Gewissermaßen vom Außerirdischen her bezieht er dasjenige, was das Antimon konzentriert herstellt. In normalem Zustande wendet er sich nicht an die antimonisierende Kraft im Irdischen und das, was im Antimon konzentriert ist, sondern er wendet sich an die äußere, außerirdische Kraft des Antimons. Und da liegt es natürlich nahe, jetzt zu fragen: Was ist denn im Außerirdischen diese antimonisierende Kraft?
[ 13 ] We can only interpret the lessons so graphically presented by that substance, on the supposition that the forces present in nature are working throughout, are in fact ubiquitous; and that if certain substances show their operation to a marked degree, it is because the forces are especially concentrated in those substances. What operates in antimony is present throughout nature; the antimonising power—if we may coin the term—is everywhere. It has also a regulative action in man, so that in normal conditions human beings draw the antimonising force from the extra-telluric sphere. That is to say, mankind draws from the cosmos what in concentrated form is manifested as antimony. In normal conditions man does not have recourse to the antimonising force as present on earth and in its specific concentrated form, but turns towards the external, extra-telluric antimonial force. So we must obviously ask: What is the extra-telluric form of this antimonising force?
[ 14 ] Sie ist das Zusammenwirken, planetarisch gesprochen, von Merkur, Venus und Mond. Wenn diese nicht jedes einzeln wirken, sondern zusammen wirken, dann wirken sie nicht merkurialisch, nicht silberig, nicht kupferig, dann wirken sie, wie eben in der Erde das Antimon wirkt. Das ist etwas, was ja natürlich einfach dadurch untersucht werden muß, daß man solche Konstellationen in ihrer Wirkung auf den Menschen aufsucht, wo sich die drei Kräfte, die Mondenkraft, die Merkurkraft und die Venuskraft, wo sich diese neutralisieren durch entsprechende Oppositions- und Quadrantenstellung. Wenn sie sich neutralisieren, wenn sie alle drei so zueinander wirken, daß sie sich eben neutralisieren, dann findet dieselbe Wechselwirkung statt, die mit der Antimonwirkung etwas zu tun hat, die im Antimon von der Erde in Anspruch genommen wird. In allem, was Antimon auf der Erde ist, wirkt von der Erde aus dieselbe Kraft, die von diesen drei planetarischen Körpern vom Außerirdischen aus auf die Erde wirkt.
[ 14 ] Speaking in terms of the planets, it is the co-operation of Mercury, Venus and the Moon. If these three do not operate separately but together their action is not specifically of the nature of mercury, copper or silver; but is comparable with the action of antimony in the earth. And of course this can be and must be investigated, by observing and registering the effects of such constellations upon man—constellations, that is to say, in which the three forces of Moon, Mercury and Venus neutralise each other, through the aspects of opposition or square. If all three are in such an aspect of neutralisation, there is the precise interaction which in the case of antimony is laid hold of by the earth. In all the antimony in and on the earth, the same force is exerted from our planet itself, as is exerted by these three planetary bodies upon the earth.
[ 15 ] Da komme ich auf etwas, was ich doch erwähnen muß. Nämlich bei der Erdenkonstitution ist es so, daß man eigentlich unrichtig redet, wenn man bei so etwas wie dem Antimon von dem einzelnen Stück bloß redet. Es ist alles Antimon in der Erdenorganisation eine Einheit, wie alles Silber und alles Gold der Erde eine Einheit ist. Es kommt gar nicht so sehr auf das einzelne Stück an. Wenn Sie das einzelne Stück Antimon aus der Erde wegnehmen, so wühlen Sie einfach in dem Gesamtantimonleib der Erde, der ihr eingegliedert ist. Also das gehört dazu zu dem gesamten Antimonleib. Da haben wir also geschildert auf der einen Seite alles dasjenige, was gewissermaßen durch die Antimonwirkung anschaulich wird. Allem Wirken stehen nun in der Natur Gegenwirkungen gegenüber. Gerade durch das Hin- und Herpendeln von Wirkung und Gegenwirkung entstehen immer die gestalteten Körper.
[ 15 ] Here it is necessary to warn against a mistake. The constitution the earth is such as to make it erroneous to refer piecemeal, so to speak, to such substances as antimony. All the antimony on the earth is a unity in the earth's structure, just as all the earth's stores of silver or of gold are unities. If you remove separate lumps of antimony from the earth, you are simply extracting or amputating a part of that antimonial body which is incorporated into the earth. We have now attempted to delineate all the perceptible effect of antimonial action: and here, as everywhere in nature, actions meet counteractions. This oscillation between action and reaction, is just what gives rise to bodily form.
[ 16 ] Nun sehen Sie, diese gegenwirkenden Kräfte müssen wir nun aufsuchen. Diese gegenwirkenden Kräfte zeigen sich uns dann, wenn wir erkennen können, durchschauen können, daß ja die Antimonkräfte in dem Augenblick auf den Menschen wirken, wo irgend etwas, was eigentlich im Innern des Menschen geregelt ist, nach außen drängt. Diese Antimonkräfte sind es nämlich gerade, die in der Gerinnung des Blutes wirken. Da drinnen wirkt das Antimonisierende. Überall wo das Blut in seinem Bestande, in seiner Strömung die Tendenz zum Gerinnen zeigt, da ist antimonisierende Kraft. Überall da, wo das Blut sich entziehen will dieser gerinnenden Kraft, da sind die Gegenwirkungen da. So daß wir da, wo uns die Bluter entgegentreten, kurioserweise finden die antiantimonisierenden Kräfte. Da haben Sie die anti-antimonisierenden Kräfte. Diese anti-antimonisierenden Kräfte sind aber identisch mit dem, was ich nennen möchte — wenn ich das Wort bilden darf — die albuminisierenden Kräfte, die eiweißstoffbildenden Kräfte, die so organisierend wirken, daß sie die Bildung des Eiweißes fördern. Denn wiederum dasjenige, was das Blut am Gerinnen verhindert, sind die eiweißbildenden Kräfte.
[ 16 ] Let us then look for those forces which act counter to the antimonial forces. They reveal themselves if we are able to detect that the antimonial forces act on man at the moment in which something presses outwards which is regulated while within him. It is these antimonial forces which are operative in the coagulation of the blood. Wherever the consistency of the bloodstream shows a tendency to coagulate the antimonising force is active. Wherever the blood tends to withdraw from coagulation the counteracting forces are at work. So that haemophiliacs manifest the forces antagonistic to antimony curiously enough. And these anti-antimonising forces are identical with those for which I should like to coin the term “albuminising forces,” the albumen forming forces, which work in such a health-giving way—that they promote the formation of albumen. For, let us emphasise once more: the forces that hinder coagulation are the albuminising forces.
[ 17 ] Auf diese Weise kommen wir zu einer Erkenntnis der Beziehungen des Antimonisierenden und des Albuminisierenden im menschlichen Organismus. Ich muß schon sagen, ich glaube, wenn man dieses Wechselspiel des Antimonisierenden und des Albuminisierenden studieren würde, dann würde man gründliche Erkenntnisse im Erkrankungs- und Heilungsprozesse gewinnen. Denn was sind albuminisierende Prozesse? Es sind diejenigen Prozesse, durch welche alles Plastische, alles Gestaltende in der Natur dem menschlichen und auch dem tierischen Organismus für seine Substanzbildung einverleibt wird. Die antimonisierenden Kräfte sind diejenigen, welche gewissermaßen von außen hereinwirkend die plastischen Künstler sind, die der organbildenden Substanz die Form geben. So haben zu den inneren organisierenden Kräften der Organe die Antimonkräfte eine gewisse Beziehung.
[ 17 ] Thus we arrive at some knowledge of the relationships between the antimonising and albuminising forces in the human organism. In my belief, careful study of the interplay of these two processes would reap very important harvests of knowledge as regards disease and its cure. For what are the processes which form albumen—the albuminising processes? They are those by virtue of which all that is plastic and formative in nature is incorporated into the human or the animal organism, in order to supply its actual substance. And the antimonising forces are those which, working from the outside, so to speak, take the part of the artist, the sculptor, giving the substance which builds the organs its form.
[ 18 ] Also, bitte, unterscheiden Sie jetzt die beiden Prozesse — das ist eine wichtige Unterscheidung — bei einem Organ, ich will sagen etwa bei der Speiseröhre. Diese ist ja innerlich organisiert. Sie können gewissermaßen ihre innere Struktur verfolgen, ohne daß Sie zunächst eine Rücksicht darauf nehmen, was für ein Vorgang sich abspielt, wie längs der Speiseröhre der Speisebrei verläuft und so weiter. Dann kommt die Speiseröhre und wirkt zusammen mit dem, was in den menschlichen Organismus hereinkommt. Man kann also trennen im Abstrakten die inneren Vorgänge im Organ und dasjenige, was im Organ geschieht, wenn es zusammenarbeitet mit dem, was dem Menschen von außen zugeführt wird. Das sind zwei verschiedene Prozesse. Da drinnen im Organ selber, da wirkt die antimonisierende Kraft im Menschen. Der Mensch ist eigentlich Antimon, wenn man sich herausdenkt alles dasjenige, was in ihn von außen eingeführt wird. Er ist selbst Antimon. Es handelt sich darum, daß man nicht überladen darf die innere organ bildende Kraft im normalen Lebensprozesse mit dieser antimonbildenden Kraft. Man darf diese im normalen Lebensprozesse nicht zuführen, sonst vergiftet man den Organismus, man regt ihn zu stark an. Aber wenn es nötig ist, ihn stärker anzuregen, dann muß man ihm das zuführen, was man ihm normal nicht zuführen darf. Hier kommen Sie zu der Antimonwirkung, die gerade durch die geschilderten Eigentümlichkeiten des Antimons eine spezifisch verschiedene ist, ob Sie das Antimon von außen anwenden oder ob Sie es von innen anwenden. Wenn Sie es von innen anwenden, so müssen Sie versuchen, das Antimon in einer so großen Verdünnung zu bekommen, daß Sie es hineinkriegen in den oberen Menschen. Wenn Sie es hineinkriegen in den oberen Menschen, dann wird das Antimon außerordentlich anregend wirken auf gestörte Organbildungen, innere Organprozesse. Es wird daher schon bei gewissen Formen der Typhusbildung fein potenziertes Antimon eine große Rolle spielen können.
[ 18 ] Thus the antimonial forces have a certain kinship to the internal organising forces of the organs. Please take as a concrete example, one organ, the alimentary canal. It is of course internally organised. You are able to follow up its inner structure, without considering the purpose it serves, or the manner in which food stuffs are carried along it and worked upon. It is possible, that is to say, to separate in the abstract the internal processes of the organ and those that take place in working upon the substance introduced from outside. This is an important separation, for the processes are indeed different. In the organ itself, the antimonising force works in man. For man is actually antimony, if we disregard all the ingredients brought into him from the external world. Man himself is antimony. But the internal organic formative force must not be overloaded with the antimonising force in the normal course of life, for the effect would be excessively stimulating, in fact a form of poisoning. But, if strong stimulation is necessary, we may supply antimony to the organism—which normally must not be supplied. The effect of antimony owing to these peculiar properties, varies greatly according as it is applied from within or without. If it is administered from within it is necessary to dilute it so far as to make it absorbed by the upper bodily sphere of man. If you are thus able to introduce antimony into the upper sphere, it will have an amazing stimulant effect on disturbed organ formations and internal organic processes. Thus very fine potencies of antimony can be most useful in certain forms of typhus or typhoid.
[ 19 ] Dagegen ist die Wirkung etwas anders und wird erreicht, wenn man das Antimon in weniger hoher Potenzierung nimmt, wenn es äußerlich geschieht durch Salben und dergleichen. Natürlich kann es sich da auch herausstellen, daß man auch für das Äußere unter Umständen an die Kraft des verfeinerten Antimons appellieren muß. Aber im wesentlichen wird die Wirkung von außen dadurch herbeigeführt werden, daß man die niederen Potenzierungen im allgemeinen nimmt.
[ 19 ] In the other case the effect is somewhat different, and is achieved by using lower potencies of antimony externally, in ointments, salves, and so forth. There may be occasions when it is desirable to have recourse to higher potencies in external application; but as a general rule, external application will have their beneficial effect in lower potencies.
[ 20 ] Sie sehen daraus, daß ein solches Heilmittel, das zu gleicher Zeit ein wirklich außerordentlich brauchbares Heilmittel ist, sich hineinstellt in das, was ich gesagt habe, in diesen gesetzmäßigen Gang, der aber zu gleicher Zeit immerfort seine Schwingungen zeigt. Und man wird sich daher daran halten müssen, daß man innerlich Antimon vorzugsweise dann anwendet, wenn man es mit sehr willensstarken Menschen zu tun hat, und daß man äußerlich Antimon anwendet, wenn man es mit mehr willensschwachen Menschen zu tun hat. Nach dieser Weise muß man schon spezialisieren. Sie sehen daraus, daß man im Antimon innerhalb des mineralischen Reiches etwas gegeben hat, was eine innere Verwandtschaft mit dem menschlichen Willen hat insofern, als der menschliche Wille, je bewußter er ist, desto mehr sich veranlaßt fühlt, die Gegenwirkung gegen die Wirkung des Antimons hervorzubringen. Der menschliche Wille wirkt zerstörend auf alle diejenigen Kräfte, die ich Ihnen vorhin geschildert habe und die das eigentümliche Verhalten des Antimons bilden. Während alles das, was im Menschen organisierend wirkt, unter dem Einfluß der Gedankenkräfte, aber namentlich der unbewußten Gedankenkräfte, der Gedankenkräfte auch, die im Kinde zum Beispiel noch unbewußt wirken, eigentlich unterstützt wird durch die Antimonkräfte, mit dem wirken die Antimonkräfte zusammen. So daß, wenn ich das Antimon in den menschlichen Organismus in einer beliebigen Weise hineinbringe und es zunächst stark durch seine eigenen Eigenschaften wirken kann, es ein starkes Phantom im Menschen bildet. Es werden gleich die inneren Organkräfte angeregt, und es bleibt nichts mehr übrig für diese Arbeit zusammen mit dem in den menschlichen Organismus Eingefügten: Brechen, Durchfall — was darauf beruht, daß die Wirkung zurückgeht auf die Organe und sich nicht erstreckt auf die Nachbarschaft der Organe. Auch mit der Gegenwirkung zeigt sich das.
[ 20 ] This remedial substance is an extremely useful remedy in many different directions. It is at work within the law of polarity just referred to, yet shows constant slight oscillations. Thence arises a rule that should not be disregarded. Antimony should be administered internally by preference, in the treatment of individuals of very strong will power, and externally by preference, in treating persons of weaker will. Here is a first line of differentiation. Antimony represents, within the mineral realm, a substance with an inner kinship to the human will; that is to say, as the human will becomes more conscious, it feels more inclined to call forth the counter-effects to antimonial action. Human will has a destructive effect on all the forces previously described, constituting the characteristic operation of antimony. On the other hand, all that builds up the human constitution under the influence of thought and especially of unconscious thought—including the still unconscious thought forces at work in the child—all these are supported by the antimonial forces; antimony is, as it were, their ally. Thus if antimony is introduced, by any route, into the human organism and is thus able to exert its own properties, it forms a strong phantom (scaffolding or network) within the body. The internal organic forces are thus stimulated, and there is nothing left for co-operation with the substances brought into the human organism. There follow fits of vomiting and diarrhoea—showing that the effect is confined to the organs, instead of including their surroundings. The same is true in the counteracting process.
[ 21 ] Sie können ja, wenn Sie gerade günstig dazu organisiert sind, mit demjenigen Mittel die schädliche Wirkung des Antimons bekämpfen, das sonst auch diejenigen Menschen aus einem gewissen Instinkt heraus bei sich gerne anwenden, denen durch irgend etwas die geregelte Unterhaltung aller ihrer Zirkulations-, ihrer rhythmischen Prozesse sympathisch sein muß. Auf diese rhythmischen Prozesse wirkt ausgleichend der Kaffeegenuß — ich schildere nur die Tatsachen, ich will selbstverständlich nichts anempfehlen, denn es kann ja in einer anderen Beziehung sehr schädlich sein, wenn man dem Ich selber die Regulierung dieser rhythmischen Prozesse abnimmt, aber ich will davon nicht sprechen, ich will nur über die Tatsache sprechen. Der Kaffeegenuß bringt rhythmische Prozesse, wenn der Mensch seelisch nicht stark genug ist, sie zu regulieren, in eine gewisse Regulierung hinein. Daher bei den Vergiftungsprozessen durch das Antimon der Kaffee ein gewisses Gegenmittel ist, weil er den Rhythmus wiederum herstellt zwischen der inneren organischen Wirkung und dem, was äußerlich liegt. Das wird auch unterhalten durch einen bestimmten Rhythmus. Kaffee trinken wir eigentlich aus dem Grunde, damit eine fortwährende Rhythmisierung zustande kommt zwischen unseren inneren Organen und zwischen dem, was also in der Nachbarschaft der Organe geschieht mit den aufgenommenen Nahrungsmitteln.
[ 21 ] You will be able to counter injurious effects of antimony in yourself by the methods instinctively employed by people when they want to keep their own circulatory and rhythmic processes regular. They drink coffee, through which the rhythmic processes are made even and harmonious. Please note that I am stating a fact; I make no recommendation here, for it may be very harmful in other ways, to relieve the ego of the task of regulating these human rhythms. If man is not strong enough in his soul to regulate his rhythmic processes, then coffee can bring about a certain harmony. And so in cases of antimonial poisoning coffee acts in some degree an antidote, restoring the rhythms between the working of the inner organic forces and their surrounding. For there is a regular interplay through rhythm. Indeed the real reason for drinking coffee, is to establish a continuous regulation of rhythm between our internal organs and what is happening in their vicinity to the food-stuffs we have consumed.
[ 22 ] Das alles führt uns wiederum dazu, auf etwas anderes das Augenmerk hinzulenken, nämlich auf die albuminisierenden Prozesse. Diese werden verstärkt, das heißt alle diejenigen Prozesse werden verstärkt, die nun auf der anderen Seite liegen, auf der Seite, wo die Organe nicht ihre eigene innere Organisationskraft haben, sondern wo verdaut wird durch die äußere Wirkung der Organe, also alles das, was mechanisch in der Bewegung der Gedärme geschieht und was auch sonst geschieht in der Verdauung, das steht wiederum in inniger Wechselwirkung eben mit den albuminisierenden Kräften, den Kräften, die sich wenden an dasjenige, was zu gleicher Zeit die eiweißbildenden Kräfte eben sind, also die entgegengesetzten Kräfte der antimonisierenden Kräfte.
[ 22 ] From this point we are led to inquire into the albuminising processes. These are reinforced—that is to say, all those processes are reinforced that lie on the other side of the dividing line, where there is no longer the inner organising force of the organs, but where they unfold their external digestive activity. All the mechanical processes of the movement of the intestines, and of the other digestive activities, are closely interwoven with the albuminising forces, which are virtually the formative forces of albumen, i.e., the complementary polar opposites of the antimonising forces.
[ 23 ] Nun muß ich noch einmal auf etwas hinweisen, auf das ich schon hingewiesen habe. Ein sehr lehrreiches Objekt, meinetwillen auch Subjekt, ist die Auster mit ihrer Schalenbildung. In einem eben geringen Maße ist dasselbe schon vorhanden bei den Kalkabsonderungen der Eier, der Schalbildung der Eier. Was liegt denn da eigentlich zugrunde? Was ist denn das, eine Schale wie die Austernschale oder wie die gewöhnliche Schale der Eier? Das ist ein Produkt, dessen sich die Eisubstanz oder die Auster entledigen muß, das sie nach außen befördern muß, und zwar aus dem Grunde, weil, wenn sie es in sich behalten würde, sie dadurch getötet werden würde. Es beruht einfach diese Schalbildung darauf, die Lebenstätigkeit zu erhalten. Wenn man also Austern ißt, dann ißt man mit — ich darf ja wohl zu Ihnen das so aussprechen, ich müßte natürlich, wenn man, um der heutigen Wissenschaft zu gefallen, sprechen wollte, es in etwas gewähltere Formen kleiden — denjenigen Lebensprozeß, der in der Auster sich gerade in der Schalbildung nach außen zeigt. Diesen Lebensprozeß ißt man mit. Man ißt also mit einen albuminisierenden Prozeß, einen Prozeß, der dem Antimonisierenden entgegengesetzt ist; den ißt man mit. Damit fördert man all das im Menschen, was zu typhösen Erscheinungen hinführt. Es ist dieses Austernessen ein außerordentlich interessanter Vorgang. Dieses Austernessen, das fördert die Gestaltungskraft, die albuminisierende Kraft im menschlichen Unterleibe. Dadurch aber entlastet es, zieht gewisse Kräfte weg vom Kopfe, und der Mensch fühlt sich dann subjektiv, wenn er Austern gegessen hat, nicht so beschwert von den Kräften, die in seinem Kopfe arbeiten wollen. Er macht in einer gewissen Weise den Kopf leer. Wir müssen ja diese albuminisierenden Kräfte fortwährend entwickeln, weil wir den Kopf nicht so beladen lassen können mit gestaltenbildenden Kräften. Aber der Austernesser übertreibt das, er strebt mit aller Leidenschaftlichkeit nach einem leeren Kopfe. Daher vergrößert er auch die Möglichkeit des Durchbruches gewisser Kräfte nach den Uhnterleibsorganen, die ich gestern charakterisiert habe, fördert also die Neigung zum Typhus. Und daher können Sie denken, wie wiederum mit dieser Neigung, wenn sie da ist, die Antimonbehandlung herausgefordert wird. Man würde daher gute Resultate erzielen, wenn man dasjenige, was da hervorgerufen werden muß, um die Neigung zum Typhus innerlichst zu bekämpfen, dadurch erreichen würde, daß man eine gleichzeitige Innen- und Außenbehandlung mit Antimon einführen würde, vor allen Dingen Einreibungen mit Antimonsalben und zu gleicher Zeit hochpotenziertes Antimon im Innern. Das würde wiederum regulierend zurückwirken, weil es gegenseitig sich regulieren würde auf die Typhusneigung.
[ 23 ] Now I must once more refer to something already dealt with. That is the instructive object of study—or subject, if you like—the shell formation of the oyster. To a somewhat less degree the same occurs in the calcareous secretion in the egg. What is the key to these phenomena? What precisely is an oyster shell and egg shell? It is a product that the oyster or the essential substance of the egg must eject, because were it retained it would kill them. This shell formation is necessary for the preservation of life. And so, when eating oysters, we consume that life process which is manifested externally in the formation of the shells. (I put the facts to you in these simple terms; if I sought to impress current science, more intricate and technical terms would of course be necessary.) In eating the oyster we eat this albuminising process, a process which is the antithesis to the antimonising process. Through its absorption we promote and stimulate all that leads in man to typhoid manifestations. The consumption of oysters is an extraordinarily interesting operation. It activates the formative force, that is the albuminising force, within the human abdomen. This relieves the head, drawing certain forces downwards, so that after eating oysters man feels much less burdened by the forces which tend to work in his head. Oysters empty the head, in a sense. And we have need of developing the albuminising forces continually, for we cannot let our head continually be charged with formative forces. But the habitual epicure in oysters exaggerates this, and strives at all costs for an empty head. By so doing, he increases the possibility of a downward eruption of certain forces towards the abdomen, as I have already described, that is to say he promotes the tendency in the lower organic sphere to diarrhoea and typhoid. And as you will readily perceive, such a condition demands antimonial treatment. There would be good results in stimulating the forces to which appeal must be made, if the typhlitic tendency is to be combated in its innermost stronghold, by administration of antimony externally and internally at the same time; especially rubbing with antimonial ointment and simultaneously taking by the mouth antimony in high potency. These would be mutually regulated and thus react beneficially on the typhlitic tendency.
[ 24 ] Sie sehen, wie man da versucht, den Menschen immerfort in seine ganze universelle Umgebung hineinzustellen. Die Bedeutung von dem zeigt sich dann, wenn Sie die Beziehung des Menschen untersuchen zu so etwas in der Natur, was dadurch entsteht, daß es sich in einer gewissen Weise wehrt gegen die unmittelbaren Erdenkräfte. Pflanzen können sich wehren gegen die unmittelbaren Erdenkräfte. Dann sparen sie viel auf von ihren Bildungskräften für die Zeit, in der es zur Blüten- und Samenbildung kommt. Unsere gewöhnliche Pflanzenbildung, die den eßbaren Pflanzen zugrunde liegt, die beruht ja gerade darauf, daß eine ganz bestimmte Summe von Erdkräften zur Bildung der Pflanze verwendet wird. Wehrt sich die Pflanze gegen diese Erdkräfte, dann ist sie ausgesetzt den außerirdischen Kräften, wenn es zum letzten Abschlusse der Samenbildung, der Fruchtbildung kommt, und dann wird sie zu einer solchen Pflanze, die eigentlich möchte in die Welt so hinausschauen, wie die höheren, über dem Pflanzenreich liegenden Wesen in die Welt hinausschauen. Dann zeigt sie die Begierde zum Wahrnehmen. Nur hat sie keine Organisation dafür, wahrzunehmen, sie ist Pflanze geblieben und will entwickeln so etwas, wie es im menschlichen Auge liegt. Aber sie kann kein Auge entwickeln, weil sie eben einen Pflanzenkörper, nicht einen Menschen- oder Tierkörper hat. Deshalb wird sie eine Tollkirsche, wird eine Atropa Belladonna. Ich versuchte, Ihnen etwas anschaulich und bildlich diesen Prozeß zu schildern, der da beim Tollkirschenwerden vor sich geht. Sie wird eine Tollkirsche, und sie wird, indem sie zu einer Tollkirsche wird, indem aber schon in ihren Wurzeln diese Kräfte darinnen liegen, die sie dann zuletzt zu der schwarzen Beerenbildung bringen, verwandt mit all dem, was gerade im menschlichen Organismus so wirkt, daß es nach der Gestaltenbildung treibt, daß es nach dem treibt, was eigentlich nur in der Sphäre der Sinne vor sich gehen kann, daß es also den Menschen heraushebt aus der Sphäre seiner Organisation in die Sphäre seiner Sinne. Der Prozeß, der vor sich geht beim Aufnehmen kleiner potenzierter Quantitäten von Tollkirsche, der ist außerordentlich interessant, denn er ist furchtbar ähnlich dem Prozeß des Aufwachens, das mit Träumen durchmischt ist. Da geht gewissermaßen normalisiert dieser Prozeß vor sich. Beim Aufwachen, wenn man gerade noch nicht sinnlich wahrnimmt, sondern wenn die sinnliche Wahrnehmung noch innerlich disponiert ist zum Durchsetztsein des Bewußtseins mit Träumen, da ist eigentlich immer so eine Art Tollkirschenwirkung im Menschen. Und die Vergiftungen durch die Tollkirsche beruhen darauf, daß derselbe Prozeß, der sonst im Menschen verrichtet wird beim Aufwachen, wenn das Aufwachen von Träumen durchsetzt ist, im Menschen hervorgerufen wird durch das Tollkirschengift, aber dauernd gemacht wird, nicht vom Bewußtsein wiederum übernommen wird, sondern diese Übergangserscheinungen bleibend werden. Das ist das Interessante, daß man sieht: Die Prozesse, die auch durch die Vergiftungserscheinungen hervorgerufen werden, sind so, daß, wenn sie mit dem richtigen Zeitmaß im Menschen hervorgerufen werden, sie dann zu der ganzen menschlichen Organisation dazugehören.
[ 24 ] Such are treatments that attempt to realise man within his whole universal surroundings. The significance of such a method is shown if you investigate man's relationships and reactions to such manifestations in nature as arise from a certain defensive resistance to the direct telluric forces. Plants are able to defend themselves against these direct telluric forces; they store up much of their formative power for their seasons of blossom and seed. Our most frequent type of plant structure, of which most edible plants are examples, is based on the employment of a definite amount of telluric power for the formation of the plant itself. If, however, the plant has a defensive attitude to these telluric forces, it becomes exposed to the extra-telluric forces, when the final processes of fructification and seed-formation ensue; and thus the plant becomes something with an urge to contemplate the world from the same point of vantage as the higher beings of the realms above the vegetable. The plant shows an urge to perceive. But the plant has no specialised structures for that purpose: it remains a plant, and yet it has the urge to develop something analogous to the formation of the human eye. But no eye can develop, in what is, after all, neither a human nor an animal body but the body of a plant. And so the plant becomes a deadly nightshade, Atropa Belladonna. I have tried to show by means of pictures what takes place in the emergence of the fruit of belladonna. That plant has already in its roots the force culminating in the growth of its black berries, and with this it becomes akin to all that urges in the human organism towards moulding the form and beyond. It urges towards things only possible in the sensory sphere, lifting man out of the world of his organisation into the sphere of the senses. A process of extraordinary interest occurs, if small potentised quantities of belladonna are administered. This is because it bears a striking resemblance to the process of awakening from sleep which is still interwoven with dreams. In such an awakening, interspersed with dreams, the process is within the limits of normality. In awakening, when perception has not yet begun but when sense perception is still inwardly potentised to the permeation of the consciousness with dreams, there is actually always a kind of deadly nightshade activity in man. And belladonna poisoning consists in the provocation of this same process that occurs when in awaking dreams still hold their sway; but the process called forth in man by belladonna poison is made lasting, not taken up into consciousness, but the transition phenomena remain. This is the interesting point, that the processes which are caused in man by toxic action, are of such a nature that at the right tempo they are part of the whole human organisation.
[ 25 ] Wie ich vorhin charakterisiert habe: das Tollkirschenwerden ist ein tolles Hinstreben zum Menschenwerden. So könnte man sagen: Das Aufwachen des Menschen hat etwas in sich vom Tollkirschenwerden, es ist nur ein abgemildertes Tollkirschenwerden, ein Maßhalten des Tollkirschenwerdens, ein solches, das sich eben auf den Moment des Aufwachens beschränkt. Wollen Sie daher den Körper entlasten von den inneren Albuminisierungsprozessen, wollen Sie ihn so beeinflussen, daß Sie die zu stark wirkenden Albuminisierungsprozesse zurücknehmen, gewissermaßen das Körperliche in das Seelische ableiten, so daß dasjenige, was sonst in den körperlichen Substanzen wirkt, als Halluzinationen wirkt, dann geben Sie potenziert Belladonna. Da legen Sie etwas in die Seele hinein, wovon Sie den Körper entlasten wollen. Das ist dasjenige, was nun ja auch wiederum, allerdings verwirrend und mit Illusionen eben durchdrungen — wie ich am Anfange des Vortrages sagte —, bei der gewöhnlichen makroskopischen Wirkung der Belladonna einem entgegentritt. Natürlich, wenn Sie den Menschen stoßen, daß er nicht aus dem Aufwachezustand in den Wachzustand übergeht, sondern beim Aufwachezustand bleibt, töten Sie ihn gerade. Der Mensch ist immer in Lebensgefahr, wenn er aufwacht. Nur wacht er so schnell auf, daß er diese Lebensgefahr überwindet. Das sind die interessanten Zusammenhänge zwischen demjenigen, was sozusagen normal ist, aber auf das richtige Maß zurückgeführt ist, und was in dem Augenblicke, wenn es über das richtige Mal3 hinausgeführt wird, antinormal ist.
[ 25 ] As I have already described, the birth of the belladonna means a frantic and excessive urge towards becoming man. And further it might be said that the awakening from sleep in man has something of the nature of an urge towards atropa belladonna: but an urge held in leash and tuned down: confined to the moment of waking. Now suppose you wish to relieve the body of the internal albuminising processes, influencing the organism so that the too powerful albuminising is retarded and the bodily event, so to speak, deflected towards the soul, so that the bodily processes become hallucinations—then give potentised doses of belladonna. Thus you will lift something into the soul, something of which you wish to relieve the body. This is the essence of what we meet in the usual macroscopic operation of belladonna—although here again full of perplexities and illusions, as I have already pointed out. Of course, if you give the human being a shock that prevents the normal passage over from the state of awakening to that of full waking consciousness, and makes permanent the transitional state—well, you kill him. For man is always in danger of death during that brief transition of awakening—but we awake so rapidly that we escape that peril. Such are the interesting inter-actions between what is accepted as normal, and is sound in measure and tempo, and what becomes anti-normal as soon as it exceeds that measure and tempo.
[ 26 ] Das sind die Prozesse, die, wie mir scheint, die alten Ärzte immer wieder und wiederum zu verfolgen suchten. Und wenn die alten Ärzte sprachen von der Erzeugung des Homunkulus, so ist das im Grunde genommen so, daß sie in ihrem noch vorhandenen Hellsehen so etwas schauen konnten, wie es das Phantom des Antimons ist. Da erschien ihnen in dem Bildeprozeß, den sie äußerlich in ihrem Laboratorium vollführten, während das Antimon seine Kräfte entfaltete, hineinprojiziert aus ihrem eigenen Wesen dasjenige, was diese Antimonkräfte als albuminisierende Kräfte bekämpft. Das erschien ihnen gerade als eine Kraft. Dasjenige, was sonst zurückbleibt im menschlichen Organismus, das projizierten sie hinaus, und da sahen sie den Homunkulus, der da erschien, während sich der Prozeß abspielte, in welchem das Antimon seine verschiedenen Formen annimmt. Was da in diesem Abspielungsprozesse erscheint, das sahen sie als den Homunkulus.
[ 26 ] It seems to me that these were the processes that the physicians of old time sought ever and again to pursue. If they spoke of the creation of the Homunculus, they did so because their surviving clairvoyant faculties revealed something resembling the phantom of antimony. For there appeared to them, in the forming process which they carried out in their laboratory when antimony unfolded its forces, something projected into it by their own nature, which fights against the power of antimony as albuminising force. That appeared to them as a definite force. That which normally remains concealed within the human organism, they projected externally, and thus they beheld the Homunculus, who appeared during the various metamorphoses of antimony. What appeared in the interplay of these processes and metamorphoses they saw as the Homunculus.

