Spiritual Science and Medicine
GA 312
9 April 1920, Dornach
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Spiritual Science and Medicine, tr. SOL
Zwanzigster Vortrag
Twentieth Lecture
[ 1 ] Es handelt sich darum, daß, wenn das medizinische Studium in einer der Menschheit heilsamen Weise fortgeführt werden soll, dann wirklich dasjenige Platz greife, was ich versuchte in diesen Vorträgen anzudeuten: das Zusammendenken des ganzen gesunden und kranken menschlichen Organismus mit den außermenschlichen Kräften, Substanzen, Wirkungsweisen überhaupt. Denn dadurch wird die Brücke geschlagen zwischen der naturwissenschaftlichen Richtung, die immer mehr und mehr auf das bloße Erkennen der Krankheiten hinausläuft, und dem Bestreben, Heilmittel und Heilwirkungen zu schaffen. Dazu aber, daß dieser Weg mit Erfolg betreten werden kann, ist es notwendig, eine Gesamtanschauung des Menschen zu gewinnen, ihn gewissermaßen geisteswissenschaftlich zu durchleuchten, von da an, wo der Mensch zunächst, so wie er jetzt als Mensch ist, mit der Außenwelt in einem gewissen Zusammenhange steht. Dieser Zusammenhang mit der Außenwelt tritt ja am weitesten in der Entwickelung vorgeschritten in der Wechselwirkung der äußeren Sinne mit der Außenwelt hervor, die eigentlich nur noch wenig mit physischen Wirkungen im Inneren zu tun haben, wie zum Beispiel die Sinneswirkungen des Auges. Aber sobald wir in das Gebiet der unteren Sinne kommen, in das Gebiet des Geruchs-, des Geschmackssinnes, so sehen wir sogleich, wie das Äußere des Menschen, gewissermaßen der äußere Verkehr des Menschen mit der Umwelt, sich verinnerlicht. Denn bis zu einem gewissen Punkte ist ja die menschliche Verdauung nichts anderes als eine Fortsetzung und Umwandelung der Sinnestätigkeit. Bis zu dem Punkte, wo die Nahrungsstoffe abgegeben werden von der Darmtätigkeit an die lymph- und blutbildende Tätigkeit, und noch sogar im Übergang zu diesem Punkte ist im Grunde genommen alles metamorphosierte, umgewandelte Sinnestätigkeit, die, je niedriger sie selbst ist, um so mehr organisch wirkt. So daß wir eigentlich in dem Verdauungsvorgang bis zu dem Punkte, den ich eben charakterisiert habe, einen fortgesetzten Geschmacksempfindungsvorgang zu erkennen haben.
[ 1 ] The point is that, if the study of medicine is to be pursued in a way that is beneficial to humanity, then what I have attempted to suggest in these lectures must truly take hold: the holistic consideration of the entire human organism—both healthy and diseased—in conjunction with non-human forces, substances, and modes of action in general. For this builds a bridge between the natural-scientific approach—which increasingly boils down to the mere recognition of diseases—and the endeavor to create remedies and healing effects. However, in order for this path to be successfully pursued, it is necessary to gain a holistic view of the human being—to examine him, so to speak, from a perspective of Spiritual Science—beginning at the point where the human being, as he is now, stands in a certain relationship with the external world. This relationship with the external world is most evident, in the most advanced stage of development, in the interaction of the external senses with the external world—interactions that actually have little to do with physical effects within the body, such as the sensory perceptions of the eye. But as soon as we enter the realm of the lower senses—the senses of smell and taste—we immediately see how the human being’s external aspect, so to speak, the human being’s external interaction with the environment, becomes internalized. For up to a certain point, human digestion is nothing other than a continuation and transformation of sensory activity. Up to the point where nutrients are transferred from intestinal activity to the lymphatic and blood-forming processes—and even during the transition to this point—everything is, in essence, metamorphosed, transformed sensory activity, which, the lower its level, the more organically it acts. Thus, in the digestive process up to the point I have just described, we must actually recognize a continued process of taste perception.
[ 2 ] Würdigt man eine solche Tatsache richtig, dann wird man den Boden sich bereiten erstens für die ganze Diätetik, dann aber auch für die Erkenntnis all des Heilsamen, das notwendig ist, um auf diesem Gebiete gerade zu wirken. Auch Schädigungen, die auf diesem Gebiete eintreten können, die werden dadurch systematisch nach und nach erkannt werden können. Denn bedenken Sie einmal das Folgende: Verfolgen Sie die Wirkung von, ich will sagen, Ammoniaksalz auf den menschlichen Organismus. Der Bekenner der heutigen Naturwissenschaft wird sagen: Zunächst einmal wirken Ammoniaksalze, die etwa in der Form des Salmiaks beigebracht werden — wie man eben sagen müßte im Sinne der heutigen Naturwissenschaft —, auf das muskulös-motorische Herznervensystem etwa.
[ 2 ] If one properly appreciates this fact, one will lay the groundwork, first for the entire field of dietetics, and then also for understanding all that is wholesome and necessary to work effectively in this area. Even the harms that can arise in this area will, as a result, be systematically identified little by little. For consider the following: Observe the effect of, let us say, ammonium salt on the human organism. An adherent of modern natural science will say: First of all, ammonium salts, administered in the form of sal ammoniac—as one would have to say in the terminology of modern natural science—act, for example, on the muscular-motor cardiac nervous system.
[ 3 ] Nun ist aber dieses ganze Nervensystem, das motorisch sein soll, ein Unding. Es gibt keinen Unterschied, wie ich genügend hervorgehoben habe, zwischen den sensitiven Nerven und den motorischen Nerven. Also die ganze Auffassung ist ein Unding. Dasjenige, um was es sich handelt, ist etwas wesentlich anderes. Das, um was es sich handelt, ist das Folgende: Solange die Ammoniaksalze ihre Wirkung behalten — sagen wir innerhalb des Gebietes, das von dem Geschmacksvorgang reicht bis zu dem Blutbildungsvorgang —, ist auch eine fortgesetzte Geschmackswirkung im Innern da, und diese fortgesetzte Geschmackswirkung ist zugleich ein Vorgang im Astralleibe und löst eine reflektorische Tätigkeit im astralischen Leibe aus, die zum Beispiel besteht in der Absonderung des Schweißes. Sie sehen geradezu hinein in die Absonderung des Schweißes, auch in einer gewissen Weise in die Absonderung des Harnes, wenn Sie in der Lage sind, diese erste Partie, möchte ich sagen, der Verdauungstätigkeit des Menschen als einen fortgesetzten Geschmacksprozeß aufzufassen. Denn ich bitte Sie, die Sache ist ja so: Wenn man auf das hinschaut, was da vorzugsweise stattfindet auf diesem Gebiete, so haben wir es zu tun im wesentlichen mit einer Aufnahme der zugeführten Nahrungsstoffe durch die innerlichen körperlichen Flüssigkeitsabsonderungen. Das ist das Wesentliche. Alles das, was da in Betracht kommt, reduziert sich eigentlich mehr oder weniger auf diese auflösende Wirkung der Körperflüssigkeit auf die Nahrungsmittel. Diese Auflösewirkung, die hat ihre Gegenwirkung. Die Gegenwirkung besteht in der Leber- und Milztätigkeit. Deshalb mußten wir auch die Leber- und Milztätigkeit zuordnen im wesentlichen der Wassertätigkeit, der Flüssigkeitstätigkeit. Aber im Gegensatz zu der Auflösungswirkung im ersten Gebiete der Verdauung hat die Lebertätigkeit die Wirkung des Einhüllenden, des Umhüllenden, des wiederum Zurückverwandelnden dessen, was im ersten Teile des Prozesses getan wird. Es ist im wesentlichen ein Bild zu gewinnen für das, was da vorliegt, wenn man einfach nebeneinander sieht die Tätigkeit, die ausgeübt wird, wenn ich Salz in warmes Wasser werfe. Das Salz verteilt sich lösend im warmen Wasser: Bild der Tätigkeit bis zur Aufnahme der Nahrungsmittel in die Lymph- und Blutgefäße. Ich lege daneben ein paar sich rundende Quecksilbertröpfchen mit ihrem Bestreben zu runden, Abschließendes zu machen, zu organisieren, zu gestalten: Bild alles desjenigen, was beginnt von der Aufnahme der Nahrungsmittel an in die Lymph- und Blutgefäße und was dirigiert wird von der Leber aus mit all ihrer Beziehung zu dem astralischen Leib des Menschen.
[ 3 ] But this entire nervous system, which is supposed to be motor, is an absurdity. As I have sufficiently emphasized, there is no difference between the sensory nerves and the motor nerves. So the whole concept is an absurdity. What we are actually dealing with is something fundamentally different. What we are dealing with is the following: As long as the ammonia salts retain their effect—let us say within the range extending from the process of taste to the process of blood formation—there is also a continuous effect of taste within the body, and this ongoing taste effect is at the same time a process in the astral body and triggers a reflex activity in the astral body, which consists, for example, in the secretion of sweat. You can literally look right into the secretion of sweat—and in a certain sense, into the secretion of urine as well—if you are able to perceive this first phase, so to speak, of human digestive activity as a continuous taste process. For I ask you, the matter is this: When one looks at what primarily takes place in this area, we are essentially dealing with the absorption of ingested nutrients through the body’s internal fluid secretions. That is the essence of it. Everything that comes into play here actually boils down, more or less, to this dissolving effect of bodily fluids on food. This dissolving effect has its counteraction. The counteraction consists of liver and spleen activity. That is why we also had to classify liver and spleen activity essentially as water activity, fluid activity. But in contrast to the dissolving effect in the first stage of digestion, liver activity has the effect of enveloping, encasing, and, in turn, reconverting what is accomplished in the first part of the process. Essentially, one can gain a picture of what is happening here by simply observing side by side the activity that takes place when I drop salt into warm water. The salt dissolves and disperses in the warm water: an image of the activity up to the point where food is absorbed into the lymphatic and blood vessels. I place next to it a few rounding droplets of mercury with their striving to become round, to bring things to a close, to organize, to shape: an image of everything that begins with the absorption of food into the lymphatic and blood vessels and is directed from the liver with all its connection to the human astral body.
[ 4 ] Sehen Sie, es ist notwendig, daß man in dieser Weise hineinschaut in das, was da eigentlich vorgeht. Denn dann wird man einfach angeleitet, die Außenwelt zu studieren, wie sie sich verhält in der Salz- und Merkurialbildung. Man liest förmlich an der Außenwelt dasjenige ab, was im Innern des Organismus tätig sein muß. Aber man muß den Menschen immer im Zusammenhang betrachten mit dieser Außenwelt.
[ 4 ] You see, it is necessary to look into what is actually happening in this way. For then one is simply guided to study the external world and how it behaves in the formation of salt and mercury. One literally reads from the external world what must be at work within the organism. But one must always view the human being in connection with this external world.
[ 5 ] Nun verfolgt man dann diese Ammoniaksalze weiter, wenn sie den Übergang finden in die Blutbildung, da alkalisieren sie das Blut. Da sind sie bei weiteren Schritten auf ihrem Wege so angelangt, daß sie nun aus dem unteren Menschen hinüberwirken in den oberen Menschen und in dem oberen Menschen Reaktionswirkungen hervorrufen. Aber das Interessante ist, daß hier nun eine vollständige Umkehrung stattfindet. Eine ganze Umkehrung der Vorgänge findet statt. Diese Umkehrung der Vorgänge kann man etwa so charakterisieren: Während der obere Mensch bei dem unteren Gebiete des Verdauens bestrebt ist, als Sinnesmensch zu wirken, in Geschmackswahrnehmung zu wirken, beginnt jetzt umgekehrt — die ganze Sache kehrt sich um — der untere Mensch mehr nach dem Wahrnehmen hin zu neigen und der obere Mensch mehr nach dem hin zu neigen, was nun auf die Wahrnehmung wirkt. Und die Folge davon ist, daß, während früher eine Art reflektorischer Wirkung eingetreten ist, die ich charakterisiert habe als vom Astralleib ausgehend, jetzt umgekehrt der Vorgang so stattfindet, daß gewissermaßen die reflektierende Wirkung von unten ausgeht, also von unten das kommt, was der Reflexion entspricht, und oben dasjenige beginnt, was der Flexion entsprechen würde. So daß oben angeregt werden — sagen wir, um einen Kunstausdruck zu gebrauchen — die Flimmerepithelien, zum Beispiel in erregtere Bewegung geraten, und die Sekretion der Lunge befördert wird. Die umgekehrte Bewegung gilt da. Erst wird durch das Auflösen die Bewegung der Leber hervorgerufen, dann wird durch die einhüllende Lebertätigkeit das Auflösende, Zerstreuende, Erregende dessen, was über der Lebertätigkeit gelegen ist, der Lungentätigkeit, hervorgerufen, und statt der Auflösung unten die Sekretion in den oberen Organen.
[ 5 ] These ammonia salts are then tracked further as they enter the blood-forming process, where they alkalize the blood. As they proceed through further stages of their journey, they reach a point where they now influence the upper human being from the lower human being and trigger reactions within the upper human being. But what is interesting is that a complete reversal now takes place here. A complete reversal of the processes occurs. This reversal of the processes can be characterized roughly as follows: While the upper human being, in the lower realm of digestion, strives to act as a sensory being—to act through the perception of taste—the opposite now begins to occur—the entire process is reversed—the lower human being begins to incline more toward perception, and the upper human being begins to incline more toward that which now acts upon perception. And the consequence of this is that, whereas previously a kind of reflexive effect occurred—which I have characterized as emanating from the astral body—the process now takes place in reverse, such that, so to speak, the reflexive effect emanates from below; that is, what corresponds to reflection comes from below, and what would correspond to flexion begins above. So that above—to use an artistic metaphor—the ciliated epithelia, for example, are stimulated and enter into more vigorous movement, and secretion in the lungs is promoted. The reverse movement applies here. First, dissolution triggers the movement of the liver; then, through the enveloping activity of the liver, the dissolving, dispersing, and stimulating effects are brought about in what lies above the liver’s activity—namely, the activity of the lungs—and instead of dissolution below, secretion occurs in the upper organs.
[ 6 ] Das ist der Weg, der gemacht wird im menschlichen Organismus von der Aneignung der Stoffe durch die Auflösung, durch die Salzwirkung zu der gestaltenden Wirkung und wiederum zu der zerstreuenden Wirkung, die zu vergleichen ist dem Verdunstungs- und Verbrennungsprozeß. Stellen Sie also hin neben die Quecksilbertröpfchen eine siedende Flüssigkeit, die fortwährend verdunstet, die also in lebhafter Verdunstungswirkung steht — was man eben phosphorige Sulphurwirkung nennen kann —, wo gleichsam das Unorganische entzündet ist, dann haben Sie die Tätigkeit, die entwickelt wird in den Gegenorganen, also in dem unteren Menschen, aber auch in alledem, was im oberen Menschen nun mit der Lunge in Beziehung steht.
[ 6 ] This is the path that takes place within the human organism, from the assimilation of substances through dissolution and the action of salts, to the formative action, and back again to the dispersing action, which can be compared to the processes of evaporation and combustion. So place, alongside the droplets of mercury, a boiling liquid that is constantly evaporating—that is, one undergoing a vigorous process of evaporation—which one might call the phosphorous-sulfur effect—where, as it were, the inorganic is ignited; then you have the activity that develops in the corresponding organs, that is, in the lower human being, but also in everything in the upper human being that is now related to the lungs.
[ 7 ] Hat man diese innere Tätigkeit, dann hat man auch den Weg, sich Begriffe darüber zu bilden, was in diese Tätigkeiten hereingenommen werden kann von der Außenwelt. Das geht sehr weit; das geht bis zu folgendem. Wenn Sie sich erinnern an das, was wir vor ein paar Tagen gesagt haben, so werden Sie einsehen: Alles dasjenige, was im Zahnbildungsprozeß vor sich geht, ist eine sehr peripherische Betätigung des menschlichen Organismus. Deshalb wird auch diese peripherische Tätigkeit des menschlichen Organismus sehr bald eine völlig äußerliche, mineralisierende, wie ich charakterisiert habe, und ich bitte, das nicht mißzuverstehen. Es ist ein wenig, wie ich glaube, mißverständlich aufgefaßt worden. Ich sagte, weil die zahnbildende Tätigkeit eine so peripherische ist, so ist es berechtigt, dann, wenn schon das Mineralisierende eingetreten ist in dem Zahnbildungsprozesse, wenn man es mit einer Verschlechterung der Zähne zu tun hat, rein technisch äußerlich auch durch die mechanische zahnärztlich-technische Therapie, zur Ausbesserung der Zähne und so weiter zu wirken, weil man von außen nichts mehr tun kann. Man kann also nichts anderes tun als dasjenige, was außen mineralisiert ist, wiederum mechanisch behandeln. Ich rechne dazu alles, was mechanisch vor sich geht, Ausbesserung der Zähne und so weiter. Da ist es also berechtigt, für den Ersatz der Zähne zu sorgen, wenn sie schadhaft geworden sind, denn man kann von einem gewissen Punkte an nicht mehr für die Zähne von innen heraus selber sorgen. Aber man muß für denjenigen Prozeß von innen heraus selber sorgen, der notwendigerweise da sein muß, das ist dieser Fluorbildungsprozeß, der auch für den Organismus notwendig ist. Für das, was die Zähne da tun, solange sie gut sind, muß eben Ersatz geschaffen werden, für den fluorbildenden Prozeß im Organismus. Dieser Ersatz kann in einer gewissen Weise geschaffen werden. Nur muß man jetzt auf diesen Umkehrungsprozeß richtig Rücksicht nehmen, den ich eben charakterisiert habe.
[ 7 ] If one possesses this inner activity, then one also has the means to form concepts about what from the external world can be incorporated into these activities. This goes very far; it extends to the following. If you recall what we said a few days ago, you will see: Everything that takes place in the process of tooth formation is a very peripheral activity of the human organism. That is why this peripheral activity of the human organism very soon becomes a completely external, mineralizing process—as I have characterized it—and I ask that you not misunderstand this. I believe it has been interpreted somewhat misleadingly. I said that because tooth-forming activity is so peripheral, it is justified—once the mineralization phase has already begun in the tooth-forming process and one is dealing with tooth deterioration—to intervene purely technically and externally through mechanical dental therapy to repair the teeth and so on, because nothing more can be done from the outside. So one can do nothing other than treat mechanically what has already been mineralized externally. I include in this everything that takes place mechanically, such as repairing the teeth and so on. It is therefore justified to provide replacements for the teeth once they have become damaged, because at a certain point, the teeth can no longer take care of themselves from the inside. But one must ensure that the process that must necessarily take place from within—namely, the fluoride formation process, which is also essential for the organism—is maintained. A substitute must be created for what the teeth do—as long as they are healthy—namely, for the fluoride-forming process in the organism. This substitute can be created in a certain way. However, one must now take proper account of this reversal process, which I have just described.
[ 8 ] Was ist denn eigentlich diese ganze Zahnentstehung ihrer Realität nach betrachtet? Sie ist eine Bewegung des Mineralisierungsprozesses von innen nach außen. Wenn die zweiten Zähne alle heraußen sind, so ist dieser eben den Mineralisierungsprozeß nach außen drängende Vorgang an seinem Ziele angelangt. Ihm tritt dann entgegen der Sexualisierungsprozeß, der nach innen wiederum treibt. Das sind zwei entgegengesetzte Prozesse, die wie im Rhythmus einander entgegenwirken: der Zahnbildeprozeß und der Sexualisierungsprozeß. In demselben Maße, als der Zahnbildungsprozeß fertig wird, geht der Sexualisierungsprozeß nach der anderen Seite vor sich. Aber wenn Sie die Sache so ansehen, werden Sie auch einsehen, daß ein anderer Prozeß im Menschen, der die Richtung nach innen und rückwärtig hat, polarisch entgegengesetzt ist dem Zahnbildebewegungsprozeß, und er hat in der Tat sehr viel damit zu tun. Das ist die peristaltische Bewegung des Gedärmes. Das sind zwei Prozesse, die innig miteinander zusammenhängen. Also alles, was zu dieser peristaltischen Bewegung gehört, hängt innig zusammen mit dem, was nach der anderen Seite die Zahnbildung besorgt. Dieser Bewegungsprozeß des Gedärmes hängt innig zusammen mit der Verwertung des Fluors im menschlichen Organismus. Man kann sagen: Einfach wenn dieser Prozeß der Darmbewegung schneller, intensiver vor sich geht, als er vor sich gehen sollte, nach der Individualität eines Menschen, dann wirkt das zurück auf die Verschlechterung der Zähne, aber namentlich auf all dasjenige, was das Fluor im menschlichen Organismus normalerweise tun sollte. Daher wird es nötig sein, daß der Zahnarzt die Anweisung gibt, wenn er bemerkt, daß die Zähne sehr schadhaft sind, daß die ganze verdauungsbewegende Tätigkeit des Menschen etwas weniger intensiv gemacht wird, sei es dadurch, daß er rein äußerlich mechanisch Ruhe anordnet, wenn es beim Beruf des Menschen sein kann, sei es dadurch, daß er die Verdauung beruhigende Mittel gibt, also nur um etwas, nicht um viel heruntersetzt die Intensität der Bewegungen der Därme insbesondere.
[ 8 ] What, in reality, is this entire process of tooth formation? It is a movement of the mineralization process from the inside out. Once all the permanent teeth have erupted, this process—which drives the mineralization outward—has reached its goal. It is then countered by the process of sexualization, which in turn drives inward. These are two opposing processes that counteract each other rhythmically: the process of tooth formation and the process of sexualization. To the same extent that the tooth-formation process is completed, the sexualization process proceeds in the opposite direction. But if you look at it this way, you will also realize that another process in humans—one directed inward and backward—is polar opposites to the tooth-formation process, and it is, in fact, very closely related to it. This is the peristaltic movement of the intestines. These are two processes that are intimately connected. Thus, everything related to this peristaltic movement is intimately connected with the process of tooth formation on the other side. This process of intestinal movement is intimately connected with the utilization of fluoride in the human organism. One could say: Simply put, if this process of intestinal movement proceeds more rapidly and intensely than it should, according to a person’s individual constitution, then this has a negative effect on the condition of the teeth—but specifically on all the functions that fluoride is normally supposed to perform in the human organism. Therefore, it will be necessary for the dentist to instruct the patient—if he notices that the teeth are severely damaged—to reduce the intensity of the person’s entire digestive activity somewhat, whether by prescribing external, mechanical rest if the person’s occupation permits, or by administering digestive-calming agents, thus reducing—only slightly, not drastically—the intensity of intestinal movements in particular.
[ 9 ] Aber die Regulierung dieser Tätigkeit ist von einer besonderen Bedeutung, und sie wird befördert durch eine regelmäßigen Gesetzen gehorchende Tätigkeit der Glieder, auf die ich schon hingedeutet habe, der Arm- und Handglieder und der Bein- und Fußglieder, die ja insbesondere durch eurythmische Regelung der Bewegungen befördert werden können, weil die eurythmischen Bewegungen die Bewegungen durchseelen. Wenn das Turnerische aber zu stark in das bloß Physiologische übergeht, dann schnappt, ich möchte sagen, das Pendel nach der falschen Richtung hinüber, und man kann sehr leicht nach dem Gegenteil hin wirken. Deshalb ist es auch begreiflich, daß diejenigen Betätigungen, wie gewöhnliche Tanzbetätigungen, denen insbesondere Mädchen unterworfen werden, nun auch wiederum in schädigender Weise wirken können auf den zahnbildenden Prozeß, daß man also durchaus nicht sagen darf: Ja, wie kommt es denn, daß Mädchen, die doch viel tanzen, schlechtere Zähne haben als Knaben? — Es kommt darauf an, daß dieses Tanzen eben auch beseelt wird, nicht übertrieben wird. Auf der anderen Seite, was die Bewegung der Hände betrifft, so braucht nur dasjenige, was im Stricken und Häkeln zum Vorschein kommt, eben auch übertrieben zu werden, und wir haben die gegenteilige Wirkung von dem, was da ist bei einer richtigen Verwendung dieser Tätigkeit beim Menschen.
[ 9 ] But the regulation of this activity is of particular importance, and it is promoted by the regular, law-abiding activity of the limbs—the arms and hands, and the legs and feet—to which I have already alluded. This activity can be promoted in particular through the eurythmical regulation of movements, because eurythmical movements animate the movements. But if gymnastics veers too strongly toward the merely physiological, then—I might say—the pendulum swings in the wrong direction, and one can very easily end up having the opposite effect. That is why it is also understandable that certain activities—such as ordinary dance activities, to which girls in particular are subjected—can in turn have a harmful effect on the process of tooth formation; so one must by no means say: “Well, how is it that girls, who dance so much, have worse teeth than boys?” — It depends on whether this dancing is done with feeling and is not overdone. On the other hand, as far as hand movements are concerned, all it takes is for the movements involved in knitting and crocheting to be overdone, and we have the opposite effect of what occurs when this activity is used correctly by humans.
[ 10 ] So sieht man also, wie in der Tat schon auf diesem Gebiete, ich möchte sagen, der mechanisch-sichtbaren Bewegung eine Umkehrung stattfindet. Erstens ist umgekehrt der Zahnbildungsprozeß zum Verdauungsprozeß. Dann aber ist wiederum ganz wichtig, daß überhaupt umgekehrt gerichtet ist zur menschlichen Bewegung, zur Fortbewegung des Menschen, zur Fähigkeit, sich vorwärts zu bewegen, die Bewegung, die in den Verdauungsprozeß hineingelegt wird. In dem ist ungeheuer viel gelegen für den Aufbau des Menschen. Daß der Mensch vorwärts gehen kann, und daß rückwärts die Anregung zu seiner Verdauung vor sich geht, daran ist ungeheuer viel gelegen. Sogar damit kann man etwas erreichen, daß man einen Menschen, der eine zu träge wirkende Verdauung hat, daran gewöhnt, turnerisch viel rückwärts zu gehen. Man wird dann fördernd wirken auf seine Verdauungstätigkeit. Alle diese Dinge, möchte ich sagen, werden aus rein empirischen Notizensammlungen etwas, was man innerlich durchdringen kann, wenn man den Menschen in bezug auf seine ganze Konstitution geisteswissenschaftlich durchleuchtet.
[ 10 ] So we can see how, in fact, even in this area—I would say—a reversal is taking place in what is mechanically visible movement. First, the process of tooth formation is the reverse of the digestive process. But then it is also very important that the movement involved in the digestive process is, in general, directed in the opposite direction to human movement—to the human ability to move forward. This is of immense significance for the development of the human being. The fact that a person can walk forward, while the stimulation for digestion takes place in the backward direction, is of immense significance. One can even achieve something by accustoming a person whose digestion seems too sluggish to walk backward frequently as part of a gymnastics routine. This will then have a beneficial effect on their digestive activity. All these things, I would say, are transformed from purely empirical collections of notes into something that can be deeply understood when one examines a person’s entire constitution from a perspective of Spiritual Science.
[ 11 ] Ich will Sie auf etwas anderes noch aufmerksam machen. Sehen Sie, es ist doch gewiß die wunderbare Wirkung da beim Menschen, wenn wir auf das übergehen wollen, von Nux vomica. Worauf beruht diese Wirkung? Nux vomica braucht man bloß bei einer gewissen Gelegenheit zu studieren, und man wird auf ihre Wirkung kommen, innerliche Einsicht in ihre Wirkung bekommen. Sie brauchen Nux vomica bloß beim Katzenjammer zu studieren, dann werden Sie sehen, was sie für eine Wirkung hat. Alle übrigen Wirkungen lassen sich in einer gewissen Weise leichter übersehen, wenn man bei katzenjämmerlichen Menschen die Wirkung von Nux vomica beobachtet. Da ist eine richtige Umkehrung der ganzen menschlichen organischen Tätigkeit beim Katzenjammer vorhanden. Der Katzenjammer ist ja die Fortsetzung eines Prozesses, der sich gar sehr abspielt im ersten Trakt der Verdauungstätigkeit. Er tritt ein, wenn dasjenige, was sich bei der Wein- oder Bier- oder bei der Champagnerschwelgerei abspielt bis zur Aufnahme der Stoffe in die lymph- und blurbildenden Vorgänge, in diese Vorgänge übergeht. Dann werden diejenigen Gebiete des menschlichen Organismus, die eigentlich ihren Beruf darinnen haben, aufzulösen, in eine Art Sinnesorgan verwandelt; und statt daß der Mensch nun seine Hauptsinnestätigkeit auf die Außenwelt richtet, mit der Außenwelt in Kommunikation tritt, vor sich draußen die Erde mit ihren Vorgängen hat, zwingt ihn das, was er mit sich angerichtet hat, nach innen hinein wahrzunehmen, denn jetzt hat er da drinnen eine sehr, sehr der äußeren Erdentätigkeit ähnlich gewordene Tätigkeit. Da fängt er an, die Drehung der Erde zu verspüren, und sein Bett fängt an zu kreisen. Da jenseits seiner Darmtätigkeit, in der Lymph- und Blurbildetätigkeit, liegt jetzt, ich möchte sagen, eine Art Erdentätigkeit, eine Art Außenwelt, eine innere Außenwelt. Der Mensch hat sich zur inneren Außenwelt gemacht und nimmt schrecklich wahr dadrinnen dasjenige, was ihn gar nicht stört, wenn er es außen wahrnimmt, denn sein Inneres ist nicht dazu geeignet, eine Erde zu werden, sein Inneres soll sich gerade der Erde entziehen. Jetzt aber konstruiert er sich da drinnen eine richtige Erde, etwas, was eigentlich viel besser dazu geeignet wäre, wenn man es ganz herausnehmen könnte und ringsherum Sinneswahrnehmer hätte, die das von außen anschauen könnten. Er aber wird jetzt veranlaßt, mit einem mehr nach außen gelegenen Innern wahrzunehmen.
[ 11 ] I would like to draw your attention to something else. You see, there is certainly a remarkable effect in humans when we turn our attention to Nux vomica. What is the basis for this effect? You need only study Nux vomica in a specific context, and you will come to understand its effect—gain an inner insight into its effect. You need only study Nux vomica in the context of a hangover, and then you will see what effect it has. All other effects can, in a certain sense, be more easily grasped when one observes the effect of Nux vomica in people suffering from a hangover. There is a complete reversal of the entire human organic activity during a hangover. A hangover is, after all, the continuation of a process that takes place primarily in the first part of the digestive tract. It occurs when what takes place during the indulgence in wine, beer, or champagne—up to the point where the substances are incorporated into the processes of lymph and bile formation—transitions into these very processes. Then those areas of the human organism that are actually tasked with breaking down these substances are transformed into a kind of sensory organ; and instead of the person now directing his primary sensory activity toward the external world, entering into communication with it, and having the Earth with its processes before him outside, what he has done to himself compels him to perceive inwardly; for now he has within himself an activity that has become very, very similar to the Earth’s external activity. There he begins to feel the Earth’s rotation, and his bed begins to spin. There, beyond his intestinal activity—in the activity of lymph and mucus formation—lies now, I would say, a kind of earthly activity, a kind of external world, an inner external world. Human beings have turned their inner world into an outer world and perceive with dread within it that which does not disturb them at all when they perceive it externally; for their inner being is not suited to becoming an Earth—their inner being is meant precisely to withdraw from the Earth. But now he constructs for himself a real earth in there—something that would actually be much better suited if it could be taken out entirely and surrounded by sensory perceivers who could observe it from the outside. He, however, is now led to perceive with an inner world that is situated more toward the outside.
[ 12 ] Gegen das alles, was da eintritt, wirkt Nux vomica aus dem Grunde, weil zunächst, so lange bis — in diesem Falle tritt ja meistens ein starker Naturheilungsprozeß ein — der Naturheilungsprozeß eintritt, die Empfindlichkeit für dieses äußere Innere durch Nux vomica unterdrückt wird. Dadurch, daß es unterdrückt wird, wird zu gleicher Zeit der innen gelegene äußere Prozeß nicht gestört, und es ist schon eine Art Heilwirkung von Nux vomica damit verbunden, die aber ausgeht davon, daß eigentlich die Fortsetzung des metamorphosierten Schmeckvorganges abgeschwächt wird, nicht mehr störend wirkt auf dasjenige, was jenseits dieses fortgesetzten Schmeckvorganges liegt. Dadurch wird eine Art Heilung hervorgerufen. Nehmen Sie an, daß nun das Umgekehrte vorhanden ist. Es findet nicht eine Steigerung des fortgesetzten Schmeckvorganges, also der Auflösungstätigkeit, statt, sondern eine Herablähmung, es wird die Auflösung nicht weit genug getrieben. Nehmen wir an, es wird also die Sache so im menschlichen Organismus, daß, statt daß im richtigen Maße das, was von der Außenwelt aufgenommen wird, aufgelöst und in den Salzbildungsprozeß einbezogen wird, sich dieses Innere zu schwach erweist, um es in den Salzbildungsprozeß einzubeziehen. Es wirkt dieses, was das erste Gebiet der Verdauungstätigkeit ist, schon so, wie man es haben will, wenn man Nux vomica gibt, es wirkt schon von Natur aus so durch irgendeinen anderen Prozeß; dann werden sich die nicht bis zur genügenden Lösung getriebenen Stoffe ihm anzupassen suchen. Sie können ja nicht, wenn sie nicht bis zu einem Ausweg gekommen sind, hinübergehen über dieses Ufer, welches da besteht zwischen der Geschmacks- und Verdauungstätigkeit und der blutbildenden Tätigkeit, sie können dieses Ufer nicht überschreiten. Sie suchen sich daher einen Weg in entgegengesetzter Richtung, und all dasjenige kommt zustande, was dann bekämpft werden kann, indem man einfach die auflösende Wirkung befördert, während man sie herabdämpft durch die Wirkung von Nux vomica. Und all dem, was da sich einen falschen Weg sucht, dem tritt man kämpfend entgegen mit Thuja. Da haben Sie auch die polarische Gegensätzlichkeit zwischen Nux vomica und Thuja aus der menschlichen Natur heraus entwickelt. Das zeigt aber auch, daß man immer hinschauen sollte auf die Gesamtorganisation des Menschen, denn diese Gegensätzlichkeiten, die im menschlichen Organismus sind, sind von einer ganz und gar nicht zu unterschätzenden Bedeutung.
[ 12 ] Nux vomica counteracts all of these symptoms because, initially—and until the body’s natural healing process sets in (which usually occurs in this case)—Nux vomica suppresses the sensitivity to this external influence on the internal system. Because it is suppressed, the internal process—which is, in a sense, external—is not disturbed at the same time, and this is already associated with a kind of healing effect of Nux vomica; however, this effect stems from the fact that the continuation of the metamorphosed taste process is actually attenuated, so that it no longer has a disruptive effect on what lies beyond this continued taste process. This brings about a kind of healing. Suppose now that the opposite is the case. There is not an intensification of the continued process of taste—that is, the activity of dissolution—but rather a slowing down; the dissolution is not carried far enough. Let us assume, then, that the situation in the human organism is such that, instead of what is taken in from the external world being broken down to the proper extent and incorporated into the salt-forming process, this internal process proves too weak to incorporate it into the salt-forming process. This first aspect of the digestive process already functions as intended when Nux vomica is administered; it functions naturally in this way through some other process; then the substances that have not been broken down sufficiently will seek to adapt to it. After all, if they have not yet found a way out, they cannot cross over this boundary that exists between gustatory and digestive activity and hematopoietic activity; they cannot cross this boundary. They therefore seek a path in the opposite direction, and everything that arises as a result can then be countered by simply promoting the dissolving effect, while simultaneously dampening it through the action of Nux vomica. And everything that seeks a wrong path there is combated with Thuja. Here, too, you have derived the polar opposition between Nux vomica and Thuja from human nature itself. But this also shows that one should always consider the overall organization of the human being, for these opposites within the human organism are of a significance that must not be underestimated in the least.
[ 13 ] Die Tätigkeiten, welche namentlich so wirken, daß sie alles dasjenige, was im unteren Menschen vorgeht, hinauftreiben nach dem oberen Menschen, sind ja alle gesteigert im Schlafe. Man muß sehr vorsichtig sein, wenn man den Schlaf charakterisieren will. Denn es ist richtig: der Schlaf ist eines der besten Heilmittel, aber nur dann, wenn er gerade so lang geübt wird, nicht länger und nicht kürzer, als für die betreffende Individualität des Menschen notwendig ist. Ein für die betreffende Individualität zu langer Schlaf ist krankmachend. Da kommt durch einen zu langen Schlaf eine zu starke Durchsiebung durch dieses Ufer, was ich eben bezeichnet habe; es geht zu viel hinein von dem ersten Gebiet der Verdauung in die lymph- und blutbildende Tätigkeit. Dem ist der Mensch überhaupt immer ausgesetzt. Der untere Organismus schläft ja fortwährend, so daß der Mensch fortwährend ausgesetzt ist der Erkrankung seines Blutes durch den unteren Organismus. Da trägt aber der Mensch sein eigenes Heilmittel in sich, das nur natürlich abgestimmt ist auf den normalen menschlichen Organismus. Dieser normale menschliche Organismus hat schon das Bestreben, sich durch den Schlaf fortwährend krank zu machen. Aber dieses Bestreben wird völlig ausgeglichen durch den Eisengehalt des Blutes. Das Eisen ist zunächst das dem Menschen wichtigste Metall, das in seinem Innern wirkt und das einfach ausgleichend wirkt nach dieser Richtung, das normalisiert alles dasjenige, was in überflüssiger Weise von dem einen Prozeß in den anderen hinein geschieht. Ebenso wie Sie die Erkrankungen durch Eisenmangel im Blute verstehen werden aus dem, was ich eben jetzt gesagt habe, so werden Sie auf der anderen Seite, wenn Sie das Eisen in genügender Verdünnung verwenden, so daß es wirklich verwandt wird mit dem jedesmal vor sich gehenden Homöopathisieren des oberen Menschen, immer dem Organismus helfen, seine störenden Prozesse, die von unten nach oben gehen, zu überwinden. Die anderen für den Menschen hauptsächlich in Betracht kommenden metallischen Prozesse sind, wie Sie gesehen haben, ersetzt durch die menschlichen Tätigkeiten.
[ 13 ] The activities that specifically serve to drive everything that takes place in the lower human being upward toward the higher human being are, in fact, all intensified during sleep. One must be very careful when attempting to characterize sleep. For it is true: sleep is one of the best remedies, but only if it is practiced for exactly the right length of time—neither longer nor shorter than is necessary for the individual in question. Sleep that is too long for a given individual is pathogenic. For when sleep is too long, there is an excessive filtering through this barrier I have just described; too much is transferred from the first realm of digestion into the lymphatic and blood-forming processes. Human beings are constantly exposed to this. The lower organism is, after all, in a state of perpetual sleep, so that human beings are constantly at risk of their blood becoming diseased due to the lower organism. Yet human beings carry their own remedy within them, one that is naturally attuned to the normal human organism. This normal human organism already has a tendency to make itself sick continuously through sleep. But this tendency is completely balanced by the iron content of the blood. Iron is, first and foremost, the most important metal for human beings, one that acts within the body and simply has a balancing effect in this regard; it normalizes everything that flows excessively from one process into the other. Just as you will understand the diseases caused by iron deficiency in the blood from what I have just said, so, on the other hand, if you use iron in a sufficiently diluted form so that it is truly integrated into the ongoing homeopathic process of the higher human being, you will always help the organism to overcome its disruptive processes that move from the bottom up. The other metallic processes of primary importance to humans are, as you have seen, replaced by human activities.
[ 14 ] Ich möchte in dieser Richtung dasjenige, was aus dem ganzen Geist meiner Vorträge hervorgeht, noch einmal kurz zusammenfassen. Wir haben heute auch wiederum hingedeutet auf diese lymph- und blutbildende Tätigkeit im Menschen. Sie ist das Polarische von dem, was auftritt in dem Mineralisierungsprozeß beim Kupfer. Daher besteht eine Verwandtschaft dieser Vorgänge mit dem Kupfer. Die Aufgabe würde darinnen bestehen, sich klarzumachen, daß diese Vorgänge ja noch dem unteren Menschen angehören, nur der obersten Partie des unteren Menschen, und daß also dadurch eine solche Verwandtschaft mit dem Kupfer vorhanden ist, die sehr stark nach der kupferbildenden Kraft selber, so wie sie ist auf der Erde, hinzielt. Denn alles dasjenige, was mit unserem unteren Menschen zusammenhängt, hängt mit den irdischen Prozessen zusammen. Wollen wir daher durch Kupfer da wirken, so handelt es sich darum, uns wie eine goldene Regel zu sagen: Hier lassen wir das Kupfer im allgemeinen so anwenden — natürlich indem wir es nicht in schädigend großen Dosen für den Menschen verwenden —, daß es niedrig potenziert ist, also seinem Verhalten auf der Erde noch ziemlich ähnlich ist.
[ 14 ] I would like to briefly summarize once again, in this context, what emerges from the overall spirit of my lectures. Today we have once again pointed to this lymph- and blood-forming activity in human beings. It is the polar opposite of what occurs in the mineralization process involving copper. Hence, there is a connection between these processes and copper. The task would be to realize that these processes still belong to the lower human being—specifically, to the uppermost part of the lower human being—and that, as a result, there is a kinship with copper that points very strongly toward the copper-forming force itself, as it exists on Earth. For everything connected with our lower human being is connected with earthly processes. If, therefore, we wish to work through copper, it is a matter of telling ourselves, as a golden rule: Here we generally use copper—naturally, without employing it in doses harmful to humans—in such a way that it is low-potent, that is, still quite similar in its behavior to how it behaves on Earth.
[ 15 ] Ebenso verwandt nun wie der innere lymph- und blurbildende Vorgang dem Kupfer ist, so verwandt ist alles dasjenige, was auf dem Übergange steht, was gewissermaßen hinüberbefördert den äußeren Verdauungsprozeß in den inneren blutbildenden, lymphbildenden Verdauungsprozeß, mit der Leber und vor allen Dingen dem Merkur. So verwandt, wie der andere Prozeß dem Kupfer ist, so ist er verwandt dem Merkur, nur müssen wir beim Merkur die Vorsicht üben, daß er eigentlich etwas Rundes, Ausgleichendes hat, also gewissermaßen schon mit der Wechselwirkung der beiden Prozesse zusammenhängt. Diejenigen Prozesse aber, die der Mensch auch ausbilden muß, damit nicht zuviel ins Blut übergeht, die gerade erzeugt werden durch die Nux-vomica-Wirkung und die bekämpft werden durch die Thujawirkung, werden reguliert durch die Silberwirkung.
[ 15 ] Just as the inner lymph- and blood-forming process is related to copper, so too is everything that stands at the transition—that which, so to speak, carries the outer digestive process over into the inner blood- and lymph-forming digestive process—related to the liver and, above all, to mercury. Just as the other process is related to copper, so is it related to mercury; however, with mercury we must exercise caution, for it actually possesses a round, balancing quality, and is thus, in a sense, already connected to the interaction of the two processes. However, those processes that the human being must also develop to prevent too much from entering the blood—processes that are specifically generated by the Nux vomica action and counteracted by the Thuja action—are regulated by the silver action.
[ 16 ] Nun eröffnet sich dann das Feld, die äußere Natur nach diesen Bestandteilen zu untersuchen und sie gleichsam als einen auseinandergelegten Menschen aufzufassen, um so den Menschen ganz hineinzustellen in seinen gesunden und kranken Zuständen in seine Umgebung, mit der er ja gerade durch seinen unteren Menschen innig zusammenhängt. Also das, was nun von dem unteren Menschen in den oberen Menschen aufsteigt durch die mit dem Cuprum verwandten Prozesse, das wird eben reguliert, ausgeglichen durch das entgegenstehende Eisen. Daraus sehen Sie schon, daß der Mensch Eisen nötig hat, daß immer ein Überschuß vorhanden sein muß bei ihm an Eisenprozessen, jetzt chemisch aufgefaßt, an Eisen. Alle anderen Metalle sind eben im Menschen selbst vorhanden als Prozesse. Der Mensch ist gewissermaßen ein siebengliedriges Metall. Nur das Eisen ist eben als Eisen vorhanden, die anderen Metalle sind nur als Prozesse vorhanden.
[ 16 ] This then opens up the field for examining external nature in terms of these components and understanding it, as it were, as a human being laid open, so as to place the human being entirely within his environment—in both his healthy and diseased states—with which he is, after all, intimately connected precisely through his lower self. So what now rises from the lower human being into the upper human being through the processes related to copper is precisely regulated and balanced by the opposing iron. From this you can already see that the human being needs iron, that there must always be an excess of iron processes—now understood chemically—in him. All other metals are present in the human being himself as processes. The human being is, so to speak, a seven-part metal. Only iron is present as iron; the other metals are present only as processes.
[ 17 ] Ebenso wie all das, was in den Organen zusammenwirkt mit der lymph- und blutbildenden Tätigkeit, mit dem Kupfer verwandt ist, so ist all dasjenige, was eben von der Lunge ausgeht, nach außen sich öffnet bis zum Kehlkopf hin und so weiter, eben verwandt dem Eisen.
[ 17 ] Just as everything in the organs that is involved in lymphatic and hematopoietic activity is related to copper, so too is everything that originates in the lungs, opens outward toward the larynx, and so on, related to iron.
[ 18 ] Und wiederum diejenigen Partien, die es zu tun haben mit den Partien im Gehirn, die mehr der inneren Tätigkeit dienen, die mehr, ich möchte sagen, der Verdauungstätigkeit des Gehirnes ähnlich sind, die also wechselweise zugehörig entsprechen dem Übergangsprozesse vom Darm in die Lymph- und Blutgefäße, diese Tätigkeiten sind verwandt mit dem zinnbildenden Prozeß. Die zinnbildenden Prozesse wirken so, daß sie, ich möchte sagen, den Verdauungsprozeß auf dem Gebiete, wo ich ihn eben charakterisiert habe, durchseelen und dadurch regeln.
[ 18 ] And again, those functions that are connected with the parts of the brain that serve more the inner activity—which are, I would say, more akin to the brain’s digestive activity—and which thus correspond to the transitional processes from the intestines into the lymphatic and blood vessels: these activities are related to the image-forming process. The image-forming processes work in such a way that they, I would say, permeate and thereby regulate the digestive process in the area where I have just characterized it.
[ 19 ] Dagegen ist alles dasjenige, was mehr zusammenhängt mit den Fäden der Nerven, mit den Organen, die im Innern des oberen Menschen die Fortsetzung der Sinne sind, verwandt dem Blei, und das ist dasjenige, was wiederum entspricht all dem, was schweißoder harnartige Absonderung ist.
[ 19 ] In contrast, everything that is more closely connected to the nerve fibers and to the organs that, within the higher human being, are the continuation of the senses, is akin to lead; and this, in turn, corresponds to all that is secreted in the form of sweat or urine.
[ 20 ] Das sind die Dinge, die so den Menschen, ich möchte sagen, durchleuchten und die zu gleicher Zeit ein Hinweis darauf sind, wie man aus den Substanzen, die den Menschen umgeben, aus Gegenwirkungen Heilwirkungen herausholen kann. Wir müssen uns nur klar sein, daß gerade Geisteswissenschaft darauf hinweisen muß, wie sogenannte Geisteskrankheiten in den Organen in vieler Beziehung ihren Sitz haben und wie organische Erkrankungen schon sehr stark zusammenhängen mit seelisch-geistigen Wirkungen. Das ist ein schwieriges Kapitel. Der Materialismus, der auf der einen Seite bei sogenannten physischen Krankheiten ganz mechanisch oder chemisch vorgeht, der also den Menschen mehr oder weniger nur wie einen Apparat behandelt, der ist auf der anderen Seite angekommen, bei der Charakteristik der sogenannten Geisteskrankheiten im Grunde genommen eine bloße Beschreibung der psychischen Symptome geben zu können, weil diesem Materialismus eine Überschau über den Zusammenhang des Geistig-Seelischen und des Physisch-Leiblichen verlorengegangen ist.
[ 20 ] These are the things that, so to speak, shed light on human beings and, at the same time, point to how one can derive healing effects from the substances that surround us—from these interactions. We must simply be clear that Spiritual Science, in particular, must point out how so-called mental illnesses are rooted in the organs in many respects, and how organic diseases are already very closely connected to psychological and spiritual effects. This is a difficult subject. Materialism, which on the one hand approaches so-called physical illnesses in a purely mechanical or chemical manner—that is, which treats the human being more or less merely as a machine—has, on the other hand, reached a point where, in characterizing so-called mental illnesses, it is essentially able to provide only a mere description of psychological symptoms, because this materialism has lost sight of the connection between the spiritual-psychic and the physical-bodily realms.
[ 21 ] Dieses innige Verbundensein, das zeigt sich ja gerade, wenn wir das Ineinanderspielen des seelischen und des körperlichen Befindens konkret untersuchen. Fragen wir uns: Was ist denn eigentlich fördernd für Geisteskrankheiten? —- Wenn der Mensch zunächst erkrankt, so treten subjektive Symptome auf, Schmerzsymptome, andere Befindenssymptome und so weiter. Diese Symptome, die bei akuten Erkrankungen ja am deutlichsten wahrzunehmen sind, die sich bei chronischen Erkrankungen eigentlich verwandeln, sind, ich möchte sagen, zunächst dasjenige, was der geistig-seelische Mensch tut, wenn er irgendeine Schädigung eines Organes hat: Er zieht sich daraus zurück. Der Schmerz ist nichts anderes, als daß Ich und astralischer Leib von dem physischen und Ätherleib sich zurückziehen, das natürlich verbunden sein kann gerade mit einem Zurückziehen des Ätherleibes. Aber das Wesentliche der Schmerzempfindung liegt ja im astralischen Leib und im Ich. Da ist in der Regel das Ich noch so stark, daß es den ganzen Gegenprozeß, den subjektiven, den bewußten Gegenprozeß desjenigen wahrnimmt, was in dem physischen Organe vorgeht. Wird die Krankheit eine chronische, dann zieht sich allmählich der Vorgang aus dem Ich zurück, und die Folge davon ist, daß dasjenige, was seelisch vorgeht, eigentlich nur noch auf den astralischen Leib sich beschränkt, daß also das Ich nicht teilnimmt an dem, was der astralische Leib mit dem Ätherleib zusammen leidet. Da kann zunächst die chronische Organerkrankung vor sich gehen; das Akute geht in ein Chronisches über. Wir haben es zu tun mit sich zurückziehenden bewußten psychischen Symptomen. Wir müssen, wenn wir Symptomatologie treiben wollen, schon auf das Tiefere des Menschen eingehen. Wir müssen, statt daß wir ihn fragen, wie er sich befindet, wo es ihm wehtut, ihn fragen, ob er gut oder schlecht schläft, ob er Arbeitslust hat. Also wir müssen dasjenige, was sich mehr über größere Zeiträume erstreckt, was mehr mit dem Werden des Menschen zusammenhängt, als Symptome ansehen, während wir das augenblicklich subjektive Empfinden als Symptom bei akuten Krankheiten ansehen können. Wir müssen gewissermaßen mehr auf den Lebenslauf des Menschen hinschauen als auf die Symptome, wenn es zum Chronischen kommt.
[ 21 ] This intimate connection becomes particularly evident when we specifically examine the interplay between mental and physical well-being. Let us ask ourselves: What actually contributes to mental illness? —- When a person first becomes ill, subjective symptoms appear—symptoms of pain, other symptoms of physical condition, and so on. These symptoms, which are most clearly perceptible in acute illnesses but actually transform in chronic illnesses, are, I would say, initially what the spiritual-soul being does when an organ is damaged in some way: They withdraw from it. Pain is nothing other than the “I” and the astral body withdrawing from the physical and etheric bodies—a process that may naturally be associated precisely with a withdrawal of the etheric body. But the essence of the sensation of pain lies, of course, in the astral body and in the “I.” There, as a rule, the “I” is still strong enough to perceive the entire counterprocess—the subjective, conscious counterprocess—of what is taking place in the physical organ. If the illness becomes chronic, the process gradually withdraws from the “I,” and the consequence of this is that what takes place psychologically is actually limited to the astral body alone—that is, the “I” does not participate in what the astral body suffers together with the etheric body. At first, the chronic organ disease can proceed on its own; the acute condition transitions into a chronic one. We are dealing with conscious psychological symptoms that are receding. If we wish to practice symptomatology, we must delve into the deeper aspects of the human being. Instead of asking the person how they are feeling or where it hurts, we must ask whether they sleep well or poorly, and whether they have a desire to work. So we must regard as symptoms those aspects that extend over longer periods of time and are more closely connected to the person’s development, whereas we can regard the immediate subjective experience as a symptom in acute illnesses. When it comes to chronic conditions, we must, so to speak, look more closely at the person’s life course than at the symptoms.
[ 22 ] Nun aber kommt es zur gewöhnlichen physischen chronischen Erkrankung, wenn der ganze Vorgang so im Organ gehalten werden kann, daß astralischer Leib und Ätherleib richtig ihren Anteil nehmen an der Organwirkung und so viel als nötig ist, in die Organwirkung hineinsenden. Ist der Kranke so konstituiert, daß er ertragen kann ein unordentliches Hereinwirken des astralischen Leibes auf dem Umweg durch den Ätherleib in sein Organ, ist der Kranke also so geartet, daß er den abnormen Zusammenhang seines astralischen Leibes mit seiner Leber über einen gewissen kritischen Punkt hinwegbringt, so daß gewissermaßen die Leber nicht merkt, daß der astralische Leib nicht ordentlich in sie hineinwirkt, dann, ich möchte sagen, erholt sich die Leber, aber sie gewöhnt sich an das unordentliche Hineinwirken des astralischen Leibes. Das braucht dann nur lange genug fortzuschreiten und es macht den umgekehrten Weg in das Seelische hinein. Das, was die Leber aufnehmen sollte ins Physische, schiebt sie in das Seelische hinein, und wir haben die Depression, so daß also in einer gewissen Weise dadurch, daß der Mensch chronische Krankheiten über einen gewissen Punkt hin bis zu der abnormen Beziehung zum astralischen Leib hin übersteht, die Anlage gegeben wird zur sogenannten geistigen Erkrankung.
[ 22 ] However, a typical chronic physical illness arises when the entire process can be maintained within the organ in such a way that the astral body and the etheric body properly participate in the organ’s function and contribute to it as much as is necessary. If the patient is constituted in such a way that he can tolerate a disorderly influence of the astral body on his organ—via the detour through the etheric body—that is, if the patient is of such a nature that he can carry the abnormal connection between his astral body and his liver beyond a certain critical point, so that, in a sense, the liver does not notice that the astral body is not acting upon it in an orderly manner—then, I would say, the liver recovers, but it becomes accustomed to the disorderly influence of the astral body. This process need only continue long enough, and it takes the reverse path into the soul. What the liver should absorb into the physical body, it pushes into the soul, and we have depression; so in a certain sense, by the fact that a person endures chronic illnesses beyond a certain point—to the point of an abnormal relationship with the astral body—the predisposition for so-called mental illness is established.
[ 23 ] Wenn man diese Dinge einmal so betrachten wird, dann wird man über das Stadium der Pathographie hinauskommen. Heute redet man sehr viel von dem unregelmäßigen Verlauf der Vorstellungen, dem unregelmäßigen Verlauf der Willenshandlungen und so weiter. Aber solange man nicht weiß, wie durch das merkwürdige Zusammenwirken von Leber, Milz und den anderen Unterleibsorganen eigentlich dasjenige gestützt wird, was zuletzt in seiner höchsten seelischen Form als der menschliche Wille erscheint, so lange wird man nicht dazu kommen, das entsprechende physische Gegenbild für eine Pathographie wirklich zu finden. Man sollte schon gerade bei sogenannten Geisteskrankheiten daran denken können, die physische Behandlung einzuleiten. Das ist scheinbar ein Widerspruch, daß Geisteswissenschaft führen muß bei sogenannten Geisteskrankheiten auf physische Behandlung, während sie darauf hinweisen muß bei physischen Erkrankungen wiederum auf die Mitwirkung des Seelischen bei der Gesundung. Aber es hängt das zusammen mit dem gewaltigen Gegensatz zwischen dem unteren und dem oberen Menschen. Das hängt zusammen mit dieser Umkehrung, die eintritt, wenn die von außen eingeleitete Sinnestätigkeit so zur inneren Sinnestätigkeit wird wie in dem fortgesetzten Geschmacksvorgang, oder dann, wenn dasjenige, was da im Inneren ist, sich nach außen wiederum entlädt in der Flimmerbewegung oder in der veranlagten Flimmerbewegung. In diesem liegt dasjenige, was dann, wenn es richtig durchschaut wird, schon zu einem gewissen Ziele führen kann.
[ 23 ] Once one begins to view these things in this way, one will move beyond the stage of pathography. Today, there is much talk of the irregular course of mental images, the irregular course of volitional acts, and so on. But as long as one does not know how the remarkable interaction of the liver, spleen, and the other abdominal organs actually supports that which ultimately appears in its highest spiritual form as the human will, one will not be able to truly find the corresponding physical counterpart for a pathography. One should be able to consider initiating physical treatment, especially in cases of so-called mental illnesses. It seems like a contradiction that Spiritual Science must lead to physical treatment in cases of so-called mental illnesses, while at the same time it must point to the role of the soul in recovery from physical illnesses. But this is connected to the immense contrast between the lower and the higher human being. This is connected to the reversal that occurs when sensory activity initiated from the outside becomes inner sensory activity—as in the ongoing process of taste—or when what is inside is discharged outward again in the form of a flickering movement or an innate flickering movement. In this lies that which, when properly understood, can already lead to a certain goal.
[ 24 ] Nun habe ich mich ja bemüht, gar mancherlei vor Ihnen in diesen zwanzig Vorträgen aufzurollen. Als ich daran ging, diese Vorträge zu halten, da sagte ich mir, wenn ich überschaute all dasjenige, was eigentlich in Betracht kommt: Diese Vorträge zu halten ist schwer, denn wo soll man beginnen? — Beginnt man beim Elementaren, so kann man natürlich in zwanzig Vorträgen nicht sehr weit kommen, man kann nur eine Wegleitung, eine andeutende Wegleitung geben. Beginnt man beim obersten Stockwerk und führt gewissermaßen lauter okkulte Tatsachen an, dann ist zur heutigen Medizin nach gewisser Richtung hin nicht leicht eine Brücke zu schlagen, und man braucht dann erst recht viel mehr Zeit. Es ist ja so, daß man überall, wo man heute die ja schon weit fortgeschrittenen Schädigungen des Materialismus sieht, auch die Norwendigkeiten beachtet, nun von der anderen Seite diesen Schädigungen entgegenzuwirken. Ich bitte Sie, wirklich dasjenige, was ich sage, nach keiner Richtung hin parteimäßig, sondern freundschaftlich aufzufassen. Ich will nicht nach irgendeiner Richtung Partei nehmen, sondern ich möchte nur die Tatsachen objektiv darstellen. Allein das darf und muß eigentlich gesagt werden: Wenn man die heutige allopathische Medizin überschaut, so sieht man überall bei ihr dasjenige, was auf ihrem Weg kommen muß, die Hintendenz zur Beurteilung des kranken Menschen nach gewissen Nebenwirkungen der Krankheit, die in der Bazillentheorie zum Vorschein kommt, das Ablenken auf das Sekundäre. Wenn man die Bazillennaturgeschichte bloß zu Hilfe nähme für das Erkennen, so würde sie ja außerordentlich nützlich sein. Man kann viel aus der Bazillenart erkennen für dasjenige, was da ist, weil eben eine gewisse Bazillenart immer auftritt unter dem Einfluß ganz gewisser primärer Ursachen. Daß man das sehen kann, dazu ist immer genügend Gelegenheit gegeben. Aber in diesem Hintendieren, das Sekundäre für das Primäre zu nehmen, zum Beispiel die Wirkung der Bazillen anzuschauen auf die menschlichen Organe, statt den menschlichen Organismus anzuschauen, inwiefern er ein Träger der Bazillen werden kann, ist dasjenige, was nicht nur in der Bazillentheorie in der allopathischen Medizin zum Vorschein kommt, sondern in der ganzen anderen Betrachtungsweise schon drinnen liegt und dadurch ihre Schädigungen bewirkt, die ich ja vielen von Ihnen im einzelnen nicht aufzuzählen brauche, weil Sie sie ja vielfach werden bemerkt haben.
[ 24 ] Well, I have certainly tried to cover a wide variety of topics for you in these twenty lectures. When I set out to give these lectures, I told myself that if I were to take in everything that actually needs to be considered, giving these lectures would be difficult—for where should one begin? —If one starts with the elementary, one naturally cannot get very far in twenty lectures; one can only provide a guide, a tentative guide. If one starts at the very top and, so to speak, cites nothing but occult facts, then it is not easy to build a bridge to modern medicine in a certain direction, and one would then need even more time. The fact is that wherever one sees the already far-advanced damage caused by materialism today, one also recognizes the necessity of counteracting this damage from the other side. I ask you to take what I am saying not in a partisan way in any direction, but in a spirit of friendship. I do not wish to take sides in any direction, but I would simply like to present the facts objectively. Yet this much must be said: When one surveys today’s allopathic medicine, one sees everywhere the inevitable tendency to judge the sick person based on certain side effects of the disease—a tendency that emerges from the germ theory—and a focus on the secondary aspects. If one were to use the natural history of germs merely as an aid to diagnosis, it would indeed be extraordinarily useful. One can learn a great deal from the type of germ present about the condition at hand, precisely because a certain type of germ always appears under the influence of very specific primary causes. There is always ample opportunity to observe this. But in this tendency to take the secondary for the primary—for example, to examine the effect of germs on human organs instead of examining the human organism to see to what extent it can become a carrier of germs— is precisely what is evident not only in the germ theory of allopathic medicine but is already inherent in its entire approach—and thereby causes the harms I need not enumerate in detail to many of you, since you have surely noticed them on numerous occasions.
[ 25 ] Aber sehen Sie, man kann nicht sagen, daß man deshalb einfach immer — ich bitte, mir das zu verzeihen — befriedigt wird, wenn man die homöopathische Medizin prüfend überschaut, denn die hat ja den Vorzug, daß sie gewissermaßen allerdings auf das Ganze des Menschen hingeht, daß sie ein Bild von den Gesamtwirkungen immer ins Auge faßt, daß sie auch bestrebt ist, die Brücke hinüberzuschlagen zu den Heilmitteln. Aber da tritt etwas anderes auf in der homöopathischen medizinischen Literatur. Wenn man diese Literatur nimmt, so könnte man eigentlich zunächst verzweifeln daran, daß man zum Beispiel, namentlich bei der therapeutischen Literatur, die Mittel hintereinander aufgezählt findet und jedes immer für ein ganzes Heer von Krankheiten hilft. Es ist niemals so, daß man auf das Spezifische leicht kommen kann aus der Literatur. Alles hilft für so und so vieles. Gewiß, ich weiß, daß das zunächst nicht anders sein kann. Aber das ist etwas, was auch ein Abweg ist. Dieser Abweg kann nur bekämpft werden, wenn man in dieser Weise vorgeht, wie es hier wenigstens nun im Elementaren und Andeutenden versucht worden ist. Deshalb habe ich zunächst das Elementare gewählt und nicht schon, ich möchte sagen, das oberste Stockwerk zum Inhalt dieser Vorträge gemacht. Das kann nur verbessert werden, wenn man nun aufsteigt durch eine solche innere Betrachtung der menschlichen und der außermenschlichen Natur zu der, ich möchte sagen, Einengung des Bezirkes eines Heilmittels, zu der Umgrenzung des Heilmittels. Das kann aber nur so geschehen, daß man nun wirklich nicht bloß dasjenige studiert, was eintritt durch ein Heilmittel an dem gesunden oder an dem kranken Menschen, sondern daß man sich nach und nach bemüht, das ganze Universum als eine Einheit zu betrachten und immer den Menschen so zu studieren, daß man — wie ich gestern schon in einem Falle anzudeuten versuchte — den ganzen Antimonisierungsprozeß verfolgt, um dadurch zu sehen, was das Antimon außen tut, und dann das zusammenzuschauen vermag mit dem, was vom Antimon im Inneren des Menschen geleistet werden kann. Dadurch werden auch ganz gewisse, ich möchte sagen, zirkumskripte Gebiete abgegrenzt in der Außenwelt, die dann ihre Beziehungen zum Menschen haben.
[ 25 ] But you see, one cannot say that one is therefore simply always—please forgive me for saying this—satisfied when one critically reviews homeopathic medicine, for it has the advantage that it does, in a sense, address the whole person, that it always takes into account a picture of the overall effects, and that it also strives to build a bridge to the remedies. But something else comes to light in homeopathic medical literature. When one examines this literature, one might initially be disheartened to find, for example—particularly in therapeutic literature—that remedies are listed one after another, and each is said to help with a whole host of diseases. It is never the case that one can easily identify the specific remedy from the literature. Everything is said to help with this and that. Certainly, I know that at first it cannot be any other way. But this is also a detour. This detour can only be countered by proceeding in the manner that has now been attempted here, at least in the elementary and introductory stages. That is why I have chosen to begin with the elementary and have not, so to speak, made the “top floor” the subject of these lectures. This can only be improved upon by ascending, through such an inner contemplation of human and non-human nature, to what I might call the narrowing of a remedy’s scope—the delineation of the remedy. But this can only happen if one now truly does not merely study what occurs through a remedy in a healthy or sick person, but rather gradually strives to view the entire universe as a unity and always studies the human being in such a way that one—as I already attempted to suggest yesterday in one case —trace the entire process of antimony treatment, in order to see what antimony does externally, and then be able to correlate that with what antimony can accomplish within the human being. Through this, very specific—I would say circumscribed—areas are also delineated in the external world, which then have their connections to the human being.
[ 26 ] Wie gesagt, solche Dinge waren es, die dazu geführt haben, das Elementare zunächst in diesen zwanzig Vorträgen in den Vordergrund zu stellen. Die Naturheilkunde macht es natürlich notwendig, weil sie einem gewissen Instinkte dient, nämlich den Menschen wiederum naturgemäß in seine eigenen Heilkraftwirkungen hineinzustellen, hinzuweisen auf das, worauf diese eigenen Heilkraftwirkungen beruhen. Nämlich auf der Wechselwirkung des Tellurischen und Außertellurischen beruhen sie in Wahrheit. Und die Naturheilkunde ist gerade darauf angewiesen, nicht sich zu stark auf den Materialismus einzulassen. Es ist das schon so, daß es wirklich heute zu sehen ist, wie alle verschiedenen Parteirichtungen nach dem Materialismus hintendieren. Der ist in einer gewissen Weise allen gemeinsam. Daher ist die Vergeistigung dieses ganzen Gebietes dasjenige, worauf es ankommt. Allein, sehen Sie, es ist ja schon nun einmal so, daß die Welt heute wirklich recht sehr diesen Dingen entgegensteht. Es wird schon notwendig sein, daß gerade von fachkundiger und fachbetreibender Seite auch da das Heilmittel gegen den Materialismus auftritt. Denn es wird nicht verwechselt werden dürfen dasjenige, was hier versucht wird und vielleicht eben jetzt erst im Anfange steht, mit irgendeiner Förderung des Dilettantismus. Das ist gerade das, worauf ich den größten Wert legen möchte, daß diejenigen, die da sehen können, wie man sich bemüht, hier richtig wissenschaftlich zu arbeiten, etwas mitwirken zur Bekämpfung desjenigen Vorurteils, das ja wirklich recht schädlich ist, als ob hier nach irgendeiner Seite der Dilettantismus befördert werde. Es wird schon alles dasjenige auch zu Hilfe genommen und auf alles das Rücksicht genommen, was gerade die moderne Wissenschaft bieten kann. Aber man will es wenig sehen, was hier eigentlich gewollt wird. Und daher kommen immer wiederum solche Dinge vor, wie eines, das ich Ihnen zum Schlusse hier als Beispiel anführen möchte. Sehen Sie, man kann ja eigentlich erst dem Arzt ordentlich auseinandersetzen, was zum Beispiel Eurythmie für eine Bedeutung für die menschliche Konstitution hat. Man kann auch nur deutlich auseinanderlegen, warum hier dieser Bau steht, dem Arzt, der dieses ganze Verinnerlichen und wieder Veräußerlichen des menschlichen Organismus durchschaut, was wir hier in diesen Vorträgen dargelegt haben. Man hat heute nötig, aus einem Uhntergrund heraus zu sprechen, der gar sehr gerade dem Materialismus des Laientums und den veralteten Richtungen, den traditionellen und veralteten Richtungen so sehr widerstrebt. Da kommt wirklich etwas in Betracht, was, ich möchte sagen von fachlicher Seite aus bekämpft werden sollte, sonst mehren sich die Dinge, die sich zeigen in so etwas. Sehen Sie, da hat unser guter Herr von M., der gestern abgereist ist, seinen guten Willen dadurch zu verwirklichen gesucht, daß er an die «Neue Zürcher Zeitung» einen Artikel geschrieben hat über den Dornacher Bau und über die Eurythmie und geglaubt hat, daß er da nun etwas tun kann. Er hat folgende Antwort bekommen:
[ 26 ] As I said, it was things like these that led me to focus initially on the elemental in these twenty lectures. Naturopathy naturally makes this necessary because it serves a certain instinct—namely, to restore people, in accordance with nature, to their own healing powers and to point out what these healing powers are based on. In truth, they are based on the interaction between the telluric and the extra-telluric. And naturopathy is precisely dependent on not becoming too deeply entangled in materialism. It is indeed the case that today we can clearly see how all the various political factions tend toward materialism. In a certain sense, this is common to them all. Therefore, the spiritualization of this entire field is what really matters. However, you see, the fact is that the world today is indeed very much opposed to these things. It will be necessary for the remedy against materialism to come precisely from those who are knowledgeable and actively engaged in the field. For what is being attempted here—and which may well be only just beginning—must not be confused with any promotion of dilettantism. This is precisely what I wish to emphasize most: that those who can see how we are striving to work in a truly scientific manner here should help combat the prejudice—which is indeed quite harmful—that we are promoting dilettantism in any way. We are making use of everything that modern science has to offer and taking all of it into consideration. But people are reluctant to see what is actually intended here. And that is why things like this keep happening—one example I’d like to cite for you here in conclusion. You see, one can really only properly explain to a physician, for example, what significance eurythmy has for the human constitution. One can also only clearly explain why this building stands here to a physician who understands the entire process of internalization and externalization of the human organism—which we have outlined in these lectures. Today, it is necessary to speak from a foundation that is in stark contrast to the materialism of the laity and the outdated schools of thought—the traditional and outdated schools of thought. Here, something truly comes into play that, I would say, should be countered from a professional standpoint; otherwise, the phenomena manifested in such things will only multiply. You see, our good Mr. von M., who left yesterday, sought to put his good intentions into practice by writing an article for the *Neue Zürcher Zeitung* about the Dornach building and eurythmy, believing that he could make a difference there. He received the following reply:
[ 27 ] Geehrter Herr! Schon als Verhöhnung der Landschaft entzieht das theosophische Anthroposopheum mit dem Goethe-Titel.... Von der Eurythmie sahen wir hier erledigende Proben. Danke für Zusendung. H. Trog, Feuilleton-Redakteur
[ 27 ] Dear Sir! The Theosophical Anthroposopheum, with its Goethe title, seems like nothing more than a mockery of the countryside.... We saw some impressive demonstrations of eurythmy here. Thank you for sending them. H. Trog, Arts Editor
[ 28 ] Nun, Sie sehen, wie merkwürdig diese materialistischen Tröge dem entgegenstehen, was eigentlich vom Geiste in die Welt eingehen soll! Das ist dasjenige, was eben heute einmal vorliegt, und man muß ein bißchen die Aufmerksamkeit darauf hinlenken, wie verpestend der Gestank ist, der durch den Inhalt, der durch den schon verfaulenden Inhalt dieser materialistischen Tröge in unsere Nasen hinein sich ergießen kann.
[ 28 ] Well, you can see how strangely these materialistic troughs stand in opposition to what is actually meant to flow from the spirit into the world! This is precisely what we are facing today, and we must draw a little attention to just how foul the stench is that can pour into our noses from the contents—the already rotting contents—of these materialistic troughs.
[ 29 ] Das ist etwas, was ich gerne am Ende dieses Vortragszyklus sagen möchte. Denn alles das wird ja wohl geeignet sein, ich möchte sagen, die Bitte zu belegen, diesen Vortragszyklus doch wirklich mit aller Nachsicht so anzusehen, daß er ja ein Anfang war, bei dem ich mir sagte, als ich ihn begann: Es ist schwer, aus den Gründen, die ich eben angeführt habe, ihn zu beginnen. Aber jetzt, wo wir am Ende stehen, sage ich: Es ist noch schwerer, aufzuhören! Denn wahrhaftig, das nicht zu sagen, was ich noch zu sagen hätte, das bereitet mir noch mehr Schmerz. Und deshalb bitte ich aus alledem heraus, was zusammenhängt mit dem Diktum, das ich nun zum Schlusse hinstellen will: Schwer war es, anzufangen, schwerer ist es, heute aufzuhören — alles das, was mit dem zusammenhängt, das bitte ich Sie hineinzunehmen in Ihre nachsichtige Beurteilung desjenigen, was durch diesen Anfang schon hat gegeben werden können, und zu sehen, wie wahrhaftig nicht nur subjektiv, sondern ganz objektiv es in mir begründet ist, wenn ich Ihnen sage, Ihnen, die Sie durch Ihre persönliche Anwesenheit gezeigt haben, wieviel Sie Interesse haben für diesen Anfang, wenn Sie und manche andere gewissermaßen entgegennehmen das, was ich wirklich aus einer nicht nur subjektiven, sondern objektiven Herzlichkeit jetzt sagen möchte: Auf Wiedersehen bei einer ähnlichen Gelegenheit!
[ 29 ] This is something I would like to say at the end of this lecture series. For all of this will surely serve—I would say—to support the request that this lecture series be viewed, with all due leniency, as a beginning, about which I told myself when I started it: It is difficult, for the reasons I have just cited, to begin it. But now that we have reached the end, I say: It is even harder to stop! For truly, not saying what I still have to say causes me even greater pain. And that is why, in light of all this—which is connected to the dictum I now wish to offer in conclusion: “It was hard to begin; it is harder to stop today”—I ask you to take all that into account in your generous assessment of what has already been made possible through this beginning, and to see how truly—not only subjectively, but entirely objectively—it is rooted within me when I say to you—you who, through your personal presence, have shown how much interest you have in this beginning—when you and many others, in a sense, accept what I now wish to say with a warmth that is not merely subjective but objective: Goodbye until a similar occasion!
Abschlußworte Rudolf Steiners nach der Dankansprache eines Teilnehmers
Rudolf Steiner’s closing remarks following a participant’s speech of thanks
Es ist ja gewissermaßen, meine lieben Freunde, dieser der von mir gewählte einzige Weg, auf dem ich möchte, daß die Geisteswissenschaft auch der Heilkunst zunutze kommt, denn Sie werden auch in aller Zukunft aus Gründen, die Sie gut einsehen werden, dasjenige befolgt finden, was ich bisher immer getan habe: ich möchte dasjenige, was als Wechselwirkung bestehen muß zwischen der Geisteswissenschaft und dem Heilen, nur zwischen mir und den Heilenden ausgemacht wissen. Ich möchte niemals eingreifen selbstverständlich in irgendeiner Weise selbst in irgendeine praktische Heilung, wie ich das nie getan habe. Das bleibt den praktizierenden Ärzten überlassen. Aber dasjenige, was durch geisteswissenschaftliche Anregung kommen soll, soll eben auf Wechselwirkung zwischen der Geisteswissenschaft und den Ärzten selbst bestehen. Dadurch wird auch alles Vorurteil leichter aus der Welt geschafft werden können, als wenn zu alledem, was schon als Vorurteil besteht, auch noch das hinzukommen würde, daß man sagen könnte: Der beteiligt sich ja auch als Kurpfuscher an dem Kurieren der Menschen. Das ist dasjenige, was ich immer zu vermeiden suchte. —
In a sense, my dear friends, this is the only path I have chosen—the one through which I wish Spiritual Science to benefit the art of healing as well; for, for reasons you will readily understand, you will find that I will continue to follow this path in the future just as I have always done: I wish to ensure that the interaction that must exist between Spiritual Science and healing remains solely between myself and the healers. I would never, of course, intervene in any way whatsoever in any practical healing process, just as I have never done so before. That is left to the practicing physicians. But what is to come about through spiritual-scientific inspiration must consist precisely in an interaction between Spiritual Science and the physicians themselves. In this way, all prejudice will also be more easily dispelled than if, in addition to whatever prejudice already exists, it were also added that one could say: “He is also involved in curing people as a quack.” That is precisely what I have always sought to avoid. —
Vielen Dank!
Thank you very much!

