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Physiological Therapeutics
based on Spiritual Science
GA 314

1 January 1924, Dornach

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Zur Therapie II

Therapy II

[ 1 ] Ich höre gerade, daß eine Unklarheit entstanden ist dadurch, daß ich von Quecksilberbehandlung auf der einen Seite sprach und von jenem Präparat, das ich ja gestern angegeben habe, auf der anderen Seite. Es handelt sich wirklich darum, daß die Quecksilberbehandlung nur angeführt worden ist als eine spezifisch wirksame, aber als eine solche, die eigentlich gefährlich ist und unterlassen werden kann. Ich meinte also gestern einen vollständigen Ersatz der Quecksilberbehandlung durch das angegebene Präparat der Tragantwurzel gegeben zu haben.

[ 1 ] I’ve just heard that some confusion has arisen because I spoke of mercury treatment on the one hand and of that preparation I mentioned yesterday on the other. The point is really that mercury treatment was mentioned only as a specifically effective remedy, but one that is actually dangerous and can be avoided. So yesterday, I meant to suggest a complete replacement of mercury treatment with the specified preparation made from tragacanth root.

[ 2 ] Ich werde gleich mit den Fragen beginnen, die noch auf dem alten Fragezettel stehen, wir haben dann ja morgen auch noch eine Stunde. Es ist unter den neu eingelaufenen Fragen, glaube ich, noch etwas, was im Zusammenhange ist: «Wie kann man den Erfolg der Salvarsantherapie bei Lues verstehen?»

[ 2 ] I’ll start right away with the questions that are still on the old question sheet; after all, we’ll have another hour tomorrow. I believe there’s something among the newly submitted questions that’s related to this: “How can we understand the success of Salvarsan therapy for syphilis?”

[ 3 ] Da würde es sich vor allen Dingen darum handeln, diesen Erfolg genauer zu beschreiben. Es handelt sich bei solch einer Therapie immer darum, daß ein gewisser Erfolg da sein kann, aber schädliche Nebenerfolge da sind. Und bei der Salvarsantherapie ist es ganz undenkbar, daß überhaupt von einer rationellen therapeutischen Behandlung gesprochen werden kann, weil einfach das Präparat, so wie es wenigstens beschrieben wird, ein solches ist, daß es die menschlichen Leiber auseinanderreißt, daß es den Menschen zerreißt. Es stimmt nichts zusammen. Unter Umständen kann man dem Körper einfügen, was man will, es kann immer ein Erfolg entstehen, aber was dann daraus wird, das ist eben gerade bei Salvarsan ganz zweifellos unübersehbar, weil sich die Dinge widersprechen. Daher kann man nur sagen: Die Salvarsantherapie ist so recht ein Kind der gegenwärtigen Denkweise. Und im Grunde genommen liegt die Sache so, daß man im Ernst auf so etwas gar nicht eingehen kann. Wünscht vielleicht jemand irgendwie darüber etwas weiteres zu sagen?

[ 3 ] The main focus here would be on describing this success in greater detail. With this kind of therapy, there is always the possibility of some success, but there are also harmful side effects. And with Salvarsan therapy, it is completely unthinkable that one could even speak of a rational therapeutic treatment, because the preparation—at least as it is described—is such that it tears the human body apart; it tears people apart. Nothing fits together. Under certain circumstances, one can impose whatever one wants on the body; some success may always result, but what comes of it—especially in the case of Salvarsan—is undoubtedly impossible to overlook, because the elements contradict one another. Therefore, one can only say: Salvarsan therapy is truly a product of the current way of thinking. And fundamentally, the situation is such that one really cannot take something like this seriously at all. Would anyone perhaps like to say anything further about this?

Dr. Rascher: Das dürfte sich dann auf die ganze moderne Metalltherapie überhaupt beziehen, also auch auf die Wismuttherapie?

Dr. Rascher: Does that apply to modern metal therapy in general, including bismuth therapy?

[ 4 ] Nicht wahr, die Wismuttherapie kann ja von unserem Standpunkte aus übersehen werden. Ich will sagen, in meinen Kursen selber ist von der Wismuttherapie die Rede. Aber das Präparat Salvarsan ist unmöglich zu übersehen. Es reißt den Körper auseinander. Natürlich kann es Wismutpräparate geben, die dasselbe machen, wenn man es mit anderen Präparaten zusammenbringt. Aber wie das Wismut selber wirkt, kann aus unseren Kursen hervorgehen.

[ 4 ] Isn’t it true that, from our point of view, bismuth therapy can be overlooked? I mean, bismuth therapy is discussed in my courses themselves. But the drug Salvarsan is impossible to overlook. It tears the body apart. Of course, there may be bismuth preparations that have the same effect when combined with other preparations. But the way bismuth itself works is evident from our courses.

Dr. Noll: Kann ein Antimonpräparat wirksam sein gegen Lues?

Dr. Noll: Can an antimony preparation be effective against syphilis?

[ 5 ] Das Antimon hat seine eigentliche Wirksamkeit zwischen dem Sexualtrakt und dem Atmungstrakt. So daß man also alles dasjenige, was in der menschlichen Organisation zwischen diesen beiden Trakten liegt, mit dem Antimon erfassen kann; das übrige nur insofern natürlich, als die Wirkung eines Traktes in die Gesamtorganisation ausstrahlt. Aber spezifisch den Sexualtrakt mit irgend etwas, was ihm fehlt, zu erfassen mit dem Antimon, das ist eigentlich nicht möglich. So daß natürlich Folgeerscheinungen der luetischen Erkrankungen sehr gut einmal mit Antimon behandelt werden können, aber ursprünglich Lues, also Syphilis zu behandeln mit Antimon, wird gewiß nicht zu einer vollständigen Ausheilung führen. Das Antimon erfaßt eben die ausgesprochene mittlere Organisation des Menschen, den ganzen Verdauungstraktus, den Übergang des Verdauungstrakts in den Zirkulationstrakt und natürlich auch jenen Teil der Zirkulation, der dann in die Sexualorgane übergeht. Aber es ist ausgesprochen auf diesen Trakt beschränkt.

[ 5 ] Antimony exerts its true efficacy between the reproductive tract and the respiratory tract. Thus, everything in the human organism that lies between these two tracts can be addressed with antimony; the rest, of course, only to the extent that the effect of one tract radiates into the entire organism. But to specifically address the reproductive tract with antimony for something it lacks is actually not possible. Thus, while the secondary effects of syphilitic diseases can certainly be treated with antimony, treating syphilis itself with antimony will certainly not lead to a complete cure. Antimony specifically addresses the distinct central organization of the human being—the entire digestive tract, the transition from the digestive tract to the circulatory tract, and, of course, that part of the circulation which then passes into the sexual organs. But it is strictly limited to this tract.

Frau Dr. Kater: Es ist ja genug die schlechte Wirkung des Salvarsans durch die Todesfälle bestätigt.

Dr. Kater: The harmful effects of Salvarsan have certainly been confirmed by the deaths.

[ 6 ] Die größte Wahrscheinlichkeit ist die folgende: Salvarsan ist angewendet worden, es ist noch nicht lange her. Die schlimmen Wir kungen in ihrer Kulmination werden sich ergeben bei dem Patienten nach etwa fünf bis zehn Jahren, vielleicht auch in einer siebenjährigen Periode. Aber diese Krankheitsgeschichten werden leider heute nicht gemacht. Es ist ja für die Erkenntnis in der Medizin viel, viel wichtiger, daß man über die Heilung hinaus die Krankheitsgeschichte fortsetzt. Da gewinnt man viel mehr, als wenn man den innerlichen Bestand des Organismus erforscht vor der Erkrankung. Natürlich ist das unter Umständen ganz wichtig, aber da sind eigentlich zumeist äußere Dinge von ganz besonderer Wichtigkeit.

[ 6 ] The most likely scenario is this: Salvarsan was administered, and it was not long ago. The severe side effects will reach their peak in the patient after about five to ten years, or perhaps within a seven-year period. Unfortunately, however, such medical histories are not kept today. After all, it is far, far more important for medical understanding to continue documenting the medical history beyond the point of recovery. One gains much more from this than from investigating the internal state of the organism prior to the onset of the disease. Of course, that may be very important under certain circumstances, but in most cases, external factors are actually of particular importance.

[ 7 ] Da muß ich immer wiederum solche Fälle erwähnen: Unser Freund, Herr Dr. Haakenson, brachte mir in Christiania einen Patienten. Er hatte unerklärbare Ausschlagserscheinungen. Er war etwa fünfundvierzig Jahre alt, als er gebracht wurde, und das ganze Bild stellte sich für die Durchschnittsmedizin dar als ein unmöglich als zusammengehörig definierbarer Symptomkomplex. Sehen Sie, da können Sie, rein nach dem Organismus weitergehend, überhaupt nicht auf eine plausible Ursache stoßen. Natürlich ist der Arzt meistens dann angewiesen auf dasjenige, was ihm der Patient sagt. Ich konnte diesem Patienten auf den Kopf zu folgendes sagen. Ich sagte inm — die Zwischenglieder will ich jetzt auslassen —: Sie müssen etwa zwischen dem neunten und elften oder zwölften Lebensjahre irgendeine Vergiftung bekommen haben.

[ 7 ] I must once again mention cases like this: Our friend, Dr. Haakenson, referred a patient to me in Christiania. The patient had unexplained rashes. He was about forty-five years old when he was brought in, and the entire clinical picture presented itself to conventional medicine as a complex of symptoms that could not possibly be defined as belonging together. You see, if you proceed purely on the basis of the organism, you cannot find a plausible cause at all. Of course, the doctor is then usually reliant on what the patient tells him. I was able to tell this patient the following straight to his face. I said—I’ll skip the details in between—: “You must have suffered some kind of poisoning between the ages of nine and eleven or twelve.”

[ 8 ] Nun kam es nach und nach wirklich heraus, daß der Mann, der also dazumal etwa fünfundvierzig Jahre alt war, als Junge in der Schule einmal Durst hatte, es war zufällig neben dem Schulzimmer ein Laboratorium, auf dem Fenster stand schwache Salzsäurelösung, die hat er für den Durst ausgetrunken. Und es lag in dieser Vergiftung dasjenige, was sich noch mit dam fünfundvierzigsten Jahre zeigte.

[ 8 ] It gradually came to light that the man—who was about forty-five years old at the time—had once been thirsty as a boy at school; there happened to be a laboratory next to the classroom, and on the windowsill was a weak hydrochloric acid solution, which he drank to quench his thirst. And it was this poisoning that caused the symptoms that manifested themselves when he was forty-five.

[ 9 ] So muß man gerade als auf das Wichtigste auf diese äußere Ursache sehen, wenn man eine Krankheit verstehen will. Aber hinterher muß man eigentlich sorgfältig nach der Heilung den Organismus weiter beobachten, was nun die Heilung im Organismus bewirkt.

[ 9 ] Therefore, if one wants to understand a disease, one must focus on this external cause as the most important factor. But afterward, once the patient has recovered, one must actually continue to carefully observe the organism to see what effects the healing has on it.

[ 10 ] Und das würde bei der Salvarsantherapie von ganz besonderer Wichtigkeit sein. Bei der Salvarsantherapie werden Sie sicher nicht das anwenden können, was ich gestern sagte für die Syphilisbehandlung überhaupt. Ich gab Ihnen an eine Art meditativer Behandlung hinterher, also mit abstrakten Begriffen, die in verschiedenem Tempo, zunehmende Schnelligkeit, dann wiederum nachlassende Schnelligkeit, wirklich gewissenhaft ausgeführt werden müssen. Dadurch wird man eine allerdings Jahre dauernde psychische Nachkur gerade bei der Syphilis fruchtbar machen können, wenn sie auf eine solche Weise geheilt ist, wie ich gestern angegeben habe. Auch bei der Quecksilberbehandlung, obwohl ich dies nicht empfehle, würde eine solche psychische Nachbehandlung von Vorteil sein. Bei der Salvarsanbehandlung werden Sie wahrscheinlich, wenn Sie eine solche Nachkur machen, im späteren Alter herausbekommen eine, man kann nicht sagen Dementia praecox, aber etwas, was für das spätere Leben der Dementia praecox sehr ähnlich ist. Während es bei der Quecksilberbehandlung mit nichtpsychischer Nachkur eben infolge dessen, was ich gestern erwähnt habe, zu psychiatrischen Erscheinungen kommt. Aber bei der Salvarsanbehandlung wird sich eben wegen des Zerreißens herausstellen, daß tatsächlich eine Art von Schizophrenie eintreten wird, gerade wenn Sie eine Nachkur versuchen in psychischem Sinne.

[ 10 ] And that would be of particular importance in Salvarsan therapy. In Salvarsan therapy, you certainly won’t be able to apply what I said yesterday regarding the treatment of syphilis in general. I described a kind of meditative treatment to follow—one involving abstract concepts that must be carried out very conscientiously, at varying speeds, first increasing and then decreasing in pace. This will make it possible to ensure the success of a psychological follow-up treatment—which, however, lasts for years—especially in the case of syphilis, if it has been cured in the manner I described yesterday. Even with mercury treatment—though I do not recommend it—such psychological follow-up therapy would be beneficial. With Salvarsan treatment, if you undergo such follow-up therapy, you will likely develop in later life—one cannot say “dementia praecox,” but something very similar to dementia praecox in later life. Whereas with mercury treatment without psychiatric follow-up therapy, psychiatric symptoms do arise precisely as a result of what I mentioned yesterday. But with Salvarsan treatment, precisely because of the disruption it causes, it will turn out that a form of schizophrenia will indeed develop, especially if you attempt follow-up therapy in a psychiatric sense.

Dr. Palmer: Es wäre sehr interessant, wenn Sie uns Ihre Stellungnahme zur sogenannten tertiären Lues und zur Jodtherapie mitteilen würden.

Dr. Palmer: It would be very interesting if you could share your views on so-called tertiary syphilis and iodine therapy.

[ 11 ] Nach dem, was darüber gesagt werden kann, ist ja dieses wesentlich, daß man es zu tun hat gerade bei einer solchen sehr generellen Erkrankung, wie es die Syphilis ist, erstens mit dem eigentlichen Krankheitsherd und seinen Ausstrahlungen, dann aber, weil die Syphilis den ganzen Menschen ergreift, bis in die Ich-Organisation heraufgreift, hat man es zu tun mit dem Gegenbilde in dem NervenSinnesmenschen. Man kann schematisch durchaus sagen: Die Krankheit sitzt im Stoffwechsel-Gliedmaßenmenschen, hat aber ihr Gegenbild im Nerven-Sinnesmenschen, zu dem auch zum Beispiel der Kehlkopftrakt gehört, alles dasjenige, was mit der sich differenzierenden oberen Atmung zusammenhängt. Diese beiden Dinge stehen miteinander im innigen Zusammenhang. Dasjenige, was man mit Quecksilber vollbringt, bezieht sich auf die eigentliche Quelle und ihre Ausstrahlung. Dasjenige, was man mit dem Jodpräparat vollbringt, das bezieht sich auf das Obere. So daß also die polarisch auftretenden Erscheinungen in dem Nerven-Sinnesapparat durch Jod wieder paralysiert werden können, wenn Quecksilberbehandlung angewendet wird. Also das ist der Zusammenhang.

[ 11 ] Based on what can be said about this, the essential point is that, particularly in the case of a disease as general in nature as syphilis, first, with the actual focus of the disease and its effects; but second, because syphilis affects the whole person, extending even into the ego organization, one is dealing with its counterpart in the nervous-sensory human being. Schematically speaking, one can certainly say: The disease is located in the metabolic-limb human, but has its counterpart in the nervous-sensory human, which also includes, for example, the laryngeal tract—everything connected with the differentiating upper respiration. These two aspects are intimately connected with one another. What is achieved with mercury relates to the actual source and its effects. What is achieved with the iodine preparation relates to the upper region. Thus, the polar phenomena occurring in the nervous-sensory system can be counteracted by iodine when mercury treatment is applied. So that is the connection.

[ 12 ] Nun habe ich ja gestern, wie Sie sich erinnern werden, im wesentlichen zwei Teile der ganzen Syphilisbehandlung angegeben. Das erste ist die Injektion mit dem Präparat, das zweite ist eine Badebehandlung, wodurch ausgetrieben wird. Das entspricht sich nun in einem viel natürlicheren, rationelleren Sinne geradeso wie hier Quecksilber und Jod. So ist das also gedacht. Es ist überhaupt so, daß zumeist die Therapie uns führt auf ein sich ausgleichendes Behandeln der beiden einander polarisch entgegengesetzten Organisationen.

[ 12 ] Now, as you will recall, yesterday I outlined essentially two parts of the entire treatment for syphilis. The first is an injection with the preparation; the second is a bath treatment, which expels the disease. These correspond to one another in a much more natural and rational sense, just as mercury and iodine do here. That is the idea, then. In general, therapy usually leads us toward a balancing treatment of the two polar opposites.

Dr. Palmer: Dann sind also die Gummata zu betrachten als Folgezustände einer zu starken Quecksilbertherapie?

Dr. Palmer: So, should the gummas be considered sequelae of excessive mercury therapy?

[ 13 ] Ja, das ist ganz ausgesprochen so. Ist noch etwas zu fragen, was gerade darauf bezüglich zu sagen ist?

[ 13 ] Yes, that is absolutely the case. Is there anything else you'd like to ask about this?

Frau Dr. Kater: Wie ist die Wirkung des Arsens?

Dr. Kater: What are the effects of arsenic?

[ 14 ] Die Wirkung des Arsens im allgemeinen ist diese, daß das Arsen im wesentlichen den menschlichen astralischen Leib energisiert. Das ist das Urphänomen der Arsenwirkung. Das Arsen, auch in seinen Verbindungen, wirkt so stark auf den Menschen, daß man sagen kann: Das Arsen energisiert den astralischen Leib. Daher, wenn Sie Arsen anwenden, insbesondere im flüssigen Zustand, einfach als Roncegno- und Levicowasser in entsprechender Dosierung, werden Sie immer wirken können dann, wenn es sich darum handeln muß, den astralischen Leib anzuregen, daß er sozusagen seine ihm natürlichen Impulse entfaltet.

[ 14 ] The general effect of arsenic is that it essentially energizes the human astral body. This is the fundamental phenomenon of arsenic’s action. Arsenic, even in its compounds, has such a powerful effect on humans that one can say: Arsenic energizes the astral body. Therefore, when you use arsenic—especially in its liquid form, simply as Roncegno and Levicow water in the appropriate dosage—you will always be able to achieve the desired effect whenever it is necessary to stimulate the astral body so that it, so to speak, unfolds its natural impulses.

[ 15 ] Nun ist immer auch bei jeder solchen Erkrankung übrigens, bei Syphilis und auch bei anderen Sexualerkrankungen, ein Defekt im astralischen Leib entweder Ursache oder Folge. Daher ist es ganz natürlich, daß das Arsen auch darauf eine Wirkung hat, die man beobachten kann; aber es braucht nicht zu heilen. Es greift viel zuwenig tief, als daß man von Heilung reden könnte. Frau Dr. ...: Liegen bei kongenitaler Lues die Verhältnisse beim Kinde anders als beim Erwachsenen?

[ 15 ] Incidentally, with every such disease—syphilis as well as other sexually transmitted diseases—a defect in the astral body is either the cause or the consequence. Therefore, it is only natural that arsenic also has an observable effect on this; but it does not necessarily cure it. It does not penetrate deeply enough for one to speak of a cure. Dr. ...: In cases of congenital syphilis, are the conditions in children different from those in adults?

[ 16 ] Sie meinen bei der hereditären Lues? Bei der Lues beim Kinde, da liegen die Verhältnisse natürlich absolut anders. Und beim Kinde, wenn Sie rechtzeitig diagnostizieren können, werden Sie gerade mit einer Arsenkur, aber nicht mit der Salvarsankur, sondern mit der Arsenkur etwas erreichen, wobei Sie das Arsen in seiner stärkeren Verdünnung anwenden und womöglich durch Versetzung mit Milchsäure oder ähnlichem weit genug im Körper vorwirken lassen. So werden Sie da sehr günstige Erfolge gerade beim Kinde haben können. Denn die hereditäre Lues ist eigentlich nicht eine Syphilis, sondern die hereditäre Lues unterscheidet sich dadurch von der Syphilis, daß die Syphilis unter den menschlichen Organisationsgliedern, namentlich beim Erwachsenen, wenn sie durch Infektion aufgetreten ist, ihre wesentliche Auswirkung im ätherischen Leib hat. Das Hereditäre geht nur in den physischen Leib über und ist dann nicht im ätherischen Leib. Und Sie können daher, wenn Sie den astralischen Leib stark anregen durch Arsen, das überführen auf den ätherischen Leib, und dann bekämpfen Sie es wirklich ganz rationell im physischen Leib. Die Schwierigkeit bei der hereditären Lues liegt eben darinnen, daß man gründlich ruiniert hat dasjenige, was für irdische Mittel so schwer zugänglich ist.

[ 16 ] Do you mean hereditary syphilis? In the case of syphilis in children, the circumstances are, of course, completely different. And in children, if you can diagnose it in time, you will achieve results specifically with an arsenic treatment—not the Salvarsan treatment, but the arsenic treatment—provided you use the arsenic in a stronger dilution and, if possible, allow it to take effect deep enough within the body by mixing it with lactic acid or something similar. In this way, you will be able to achieve very favorable results, especially in children. For hereditary lues is not actually syphilis; rather, hereditary lues differs from syphilis in that syphilis, when it arises through infection in the human organism—particularly in adults—exerts its primary effect on the etheric body. The hereditary form, however, affects only the physical body and is not present in the etheric body. And therefore, if you strongly stimulate the astral body with arsenic, you can transfer this effect to the etheric body, and then you can combat it quite effectively in the physical body. The difficulty with hereditary lues lies precisely in the fact that one has thoroughly ruined that which is so difficult to reach with earthly remedies.

[ 17 ] Hier kommt in Betracht dasjenige, was ich in dem allgemeinen Vortrage als den peripherischen Kräften unterworfen dargestellt habe, Wenn Sie überhaupt irgendwelche Einflüsse haben wollen auf solche Deformationen und Degenerationen, überhaupt Schädigungen, die zusammenhängen mit den peripherischen Kräften, dann müssen Sie irgendwie auch ätherische Kräfte in Bewegung setzen.

[ 17 ] What comes into consideration here is what I described in the general lecture as being subject to peripheral forces. If you want to have any influence at all on such deformations and degenerations—or, in general, on damage associated with peripheral forces—then you must somehow set etheric forces in motion as well.

[ 18 ] Nun dieser Bocksdorn, von dem ich gestern gesprochen habe, hat die Eigentümlichkeit, daß er verhärtet, verhornt ist und dadurch nicht eigentlich fortwährend umsprüht ist von noch ätherischen Kräften. Wenn man diese ätherischen Kräfte dann durch den Saft seiner eigenen Blüten und Blätter erhält, dann bekommt man eben ein Präparat heraus, wie ich es gestern beschrieben habe. Das ergibt dann ein rationelles Denken über die Sache. Dr. Palmer: Es wird nochmals zur tertiären Syphilis gefragt.

[ 18 ] Now, this buckthorn, which I spoke of yesterday, has the peculiarity that it is hardened and calloused and, as a result, is not actually continuously permeated by ethereal forces. If one then obtains these ethereal forces through the sap of its own flowers and leaves, one ends up with a preparation just as I described it yesterday. This leads to a rational understanding of the matter. Dr. Palmer: There is another question regarding tertiary syphilis.

[ 19 ] Man kann zur tertiären Syphilis nur sagen: Wirklich rationell kann man sich nur so verhalten, daß man sie nicht herankommen läßt, daß man strebt, die Syphilis in ihrem ersten Stadium zu erfassen. Denn ist die Syphilis sekundär oder tertiär geworden, dann liegt gerade für eine okkulte Beobachtung ein so komplizierter Symptomenkomplex vor, der nicht bei zwei Patienten gleich zu sein braucht. Es sieht nur äußerlich so aus, innerlich braucht es nicht gleich zu sein. So daß es eben sehr schwer ist, der Sache beizukommen, weil man wirklich an einem Ende kuriert und am anderen Ende bricht es im entgegengesetzten Sinne aus. Daher kann man nur, wenn man eine Stellung einnehmen muß dazu, sagen: Die sekundäre Syphilis muß natürlich ebenso behandelt werden, wie ich es gestern gesagt habe, und bei der tertiären wird es sich eben darum handeln, daß man unter Umständen noch eine Heilung erzielt, daß sie aber immer problematisch bleibt.

[ 19 ] All one can say about tertiary syphilis is this: The only truly rational course of action is to prevent it from progressing to that stage—to strive to detect syphilis in its primary stage. For once syphilis has progressed to the secondary or tertiary stage, there is such a complex set of symptoms—especially when it comes to occult observation—that it need not be the same in two patients. It only appears that way on the surface; internally, it need not be the same. Consequently, it is very difficult to get to the root of the matter, because while you are effectively treating one aspect, it breaks out in the opposite way at the other end. Therefore, if one must take a position on this, one can only say: Secondary syphilis must, of course, be treated exactly as I described yesterday, and in the case of tertiary syphilis, the goal will be to achieve a cure under certain circumstances, though it will always remain problematic.

Dr. Palmer: Zum Glaukomprozeß, zum Ohrenprozeß: Der Glaukomprozeß wird als eine Art Geschwulstprozeß angesehen; Ohrenprozesse sind Eiterprozesse, Entzündungsprozesse. Nun ist gerade das Auge in seiner ganzen Entstehung als ein Entzündungsprozeß aufzufassen, und in der Ohrenbildung haben wir einen Geschwulstbildungsprozeß zu sehen. Ist gerade der polarische Gegensatz dasjenige, was das Krankheitsbild des Glaukoms auf der einen Seite und der Ohreneiterung auf der anderen Seite ist?

Dr. Palmer: Regarding the glaucoma process and the ear process: The glaucoma process is regarded as a kind of tumor process; ear processes are suppurative processes, inflammatory processes. Now, the eye itself, in its entire development, is to be understood as an inflammatory process, whereas in the formation of the ear, we are dealing with a neoplastic process. Is this polar opposition precisely what defines the clinical picture of glaucoma on the one hand and ear suppuration on the other?

[ 20 ] Liegt das nicht auf der Hand? Wenn man im Auge bei Normalität einen Entzündungsprozeß hat, wenn man im Ohr bei Normalität einen Geschwulstprozeß hat, so muß der Krankheitsprozeß beim Auge ein Geschwulstprozeß, beim Ohre ein Entzündungsprozeß sein, nämlich dasjenige, was als das Gegenteil auftritt. Es liegt ja sozusagen auf der Hand, daß das so sein muß.

[ 20 ] Isn't that obvious? If, under normal conditions, there is an inflammatory process in the eye, and if, under normal conditions, there is a neoplastic process in the ear, then the pathological process in the eye must be a neoplastic process, and in the ear an inflammatory process—namely, the one that occurs as the opposite. It is, so to speak, obvious that this must be the case.

[ 21 ] Nun, bei dieser Gelegenheit ist es vielleicht gleich möglich, von diesen polarischen Prozessen der Ohrenentzündung, namentlich der Mittelohrentzündung, zu sprechen. Man hat es bei der Ohrenentzündung ja ausgesprochen mit einem Überhandnehmen der ätherischen Organisation in diesem lokalen Trakt zu tun. Daß dies so ist, bringt nicht nur die okkulte Beobachtung, sondern der einfache Anblick eines Endzustandes, Endstadiums einer Mittelohrentzündung bei der Verwachsung der Organe und so weiter.

[ 21 ] Well, on this occasion, it might be appropriate to discuss these polar processes involved in ear infections, specifically middle ear infections. In the case of an ear infection, one is clearly dealing with a predominance of the etheric organization in this local region. This is evident not only from occult observation but also from the simple observation of the final state, the final stage of a middle ear infection, with the adhesion of the organs and so on.

[ 22 ] Man kann schon dem physischen Organismus dann ansehen, daß es sich hier handelt um eine überhandnehmende Tätigkeit des ätherischen Leibes. Nun muß man sich klar sein darüber, daß diese überhandnehmende Ätherorganisation in diesem Trakt sofort herbeiführt eine Verstärkung der Ich-Organisation für diesen Trakt, die ins Unterbewußte hinuntergeht.

[ 22 ] One can already see from the physical organism that this involves an excessive activity of the etheric body. Now, one must be clear that this excessive activity of the etheric body in this tract immediately brings about a strengthening of the “I” organization for this tract, which extends down into the subconscious.

[ 23 ] Wir haben also eine physische Bildung, die nicht da sein sollte und die von der Ich-Organisation abhängig ist. Wir können der Sache am besten dadurch beikommen, daß wir wiederum den Atmungsprozeß gewissermaßen in Schwung bringen. Innerlich medikamentös kann man den Atmungsprozefß, so daß die Ausatmung eine lebendigere wird, dadurch in Schwung bringen, daß man Levistikum anwendet innerlich in einer entsprechenden Dosierung. Das bringt den Atmungsprozeß — im entgegengesetzten Sinne des gestern Erwähnten für die Glaukombildung — in Schwung. Man atmet mehr so, daß die Verstärkung der Atmung nach innen geht, während es beim Levistikumprozeß nach außen gehen muß. Also es geht mehr nach innen die Verstärkung des Atmungsprozesses. Und dann wird sich als besonders günstig herausstellen für die Ohrenentzündung, so sonderbar es aussieht, wenn man auch bei der Ohrenentzündung Eurythmie anwendet, Heileurythmie. Und zwar wird es außerordentlich günstig sein, wenn man gerade L, M, S als Heileurythmisches üben läßt. Nämlich alles dasjenige, was sich auf das Ohr bezieht, ist wirklich nur ein lokalisierter Prozeß für einen Prozeß im ganzen menschlichen Ätherleib. Daher kann man auf alles dasjenige, was sich im Ohr lokalisiert, dadurch wirken, daß man die Atmung auch so fördert — man fördert ja dadurch auch nur die Atmung -—, daß man die angeführten Buchstaben heileurythmisch ausführen läßt.

[ 23 ] So we have a physical formation that should not be there and that depends on the organization of the “I.” The best way to address this is by, in a sense, stimulating the breathing process once again. Internally, one can stimulate the breathing process—so that exhalation becomes more lively—by taking Levisticum internally in an appropriate dosage. This stimulates the breathing process—in the opposite direction to what was mentioned yesterday regarding glaucoma formation. One tends to breathe in such a way that the intensification of breathing is directed inward, whereas in the lovage process it must be directed outward. So the intensification of the breathing process is directed more inward. And then it will prove to be particularly beneficial for ear infections—as strange as it may seem—if one also applies eurythmy, specifically therapeutic eurythmy, in cases of ear infection. In fact, it will be exceptionally beneficial to practice the letters L, M, and S specifically as therapeutic eurythmy. For everything related to the ear is really just a localized manifestation of a process occurring throughout the entire human etheric body. Therefore, one can influence everything localized in the ear by promoting breathing in this way—since this is really just a way of promoting breathing—by having the patient perform the aforementioned letters as therapeutic eurythmy.

[ 24 ] Nun möchte ich noch über einiges sprechen.

[ 24 ] Now I'd like to talk about a few more things.

Dr. ...: Die Eurythmie müßte wohl verschieden sein bei Ohrenentzündungen und sklerotischen Prozessen?

Dr. ...: Wouldn't the eurythmy have to be different for ear infections and sclerotic processes?

[ 25 ] Wenn es sich um eine Sklerose handelt, wird man vorzugsweise eine vokalische Heileurythmie anwenden müssen. Dann würde es sich um Vokalisieren handeln in der Heileurythmie. Bei Entzündungsprozessen muß es sich um Konsonantierung, und namentlich um L, M, S und solche Laute handeln.

[ 25 ] If the condition is sclerosis, vocal therapeutic eurythmy should preferably be used. In this case, the therapeutic eurythmy would involve vocalization. For inflammatory processes, the focus must be on consonant sounds, specifically L, M, S, and similar sounds.

[ 26 ] Nun sind noch andere Fragen aufgeworfen worden, auf die ich der Reihe nach nun gern eingehen möchte. Da ist ja ganz besonders interessant der Fall, über den hier gefragt worden ist und über den schon einige Erfahrungen bei uns vorliegen. Es ist hier die Frage aufgeworfen worden:

[ 26 ] Now, other questions have been raised, which I would like to address one by one. Of particular interest is the case that was asked about here, regarding which we already have some experience. The question raised here is:

Ist bei jahrzehntelang bestehender Arthritis deformans eine therapeutische Einwirkung noch möglich? Es wird zurzeit Phosphoröl ein Prozent und Stannum versucht. Ist da auch konsonantische Eurythmie angezeigt?

Is therapeutic intervention still possible in cases of arthritis deformans that have persisted for decades? We are currently trying 1 percent phosphorus oil and stannum. Is consonant eurythmy also indicated in this case?

[ 27 ] Vielleicht darf ich Herrn Dr. Palmer bitten, uns ganz kurz unseren Stuttgarter Fall von Arthritis deformans einmal zu referieren.

[ 27 ] Perhaps I might ask Dr. Palmer to briefly present our Stuttgart case of arthritis deformans.

Dr. Palmer: Dieser Fall, den wir damals behandelt haben und dessen Therapie allgemein bekanntgeworden ist, bezog sich auf einen ganz frischen Fall von Arthritis deformans. Es war bei Frau X., wo nach vier- bis fünfwöchiger Behandlung mit einprozentigem Phosphoröl und vier bis fünf Prozent Stannumverreibung alle Symptome, die vorher anderweitig in Kliniken behandelt waren, zurückgingen. Die Patientin hat auch damals Heileurythmie noch neben der medikamentösen Heilung durchgemacht. Bei den Fällen, die zu uns in die Klinik kamen und wo wir dieselbe Therapie angewendet haben, haben wir natürlich nicht dieselben Erfolge gehabt, wie wir sie bei diesem frischen Fall hatten. Ein kleiner Junge, der bereits mit dem dritten, vierten Lebensjahr dies bekam, wurde auch mit Phosphoröl und Stannum behandelt, wir mußten aber zur Verstärkung der Wirkung auch noch Einspritzungen mit Levicowasser machen. Dieser Junge hatte damals ein ganz akutes entzündliches Stadium von Arthritis deformans in seiner Hüfte, und da sind auch die Symptome alle zurückgegangen, vollkommen schmerzlos geworden. Selbstverständlich war die Zerstörung in den Gelenken und die Zerstörung des Knorpels bereits derartig groß, daß in diesem Falle an eine Wiederherstellung der Gelenksbewegungsfähigkeit nicht mehr zu denken war.

Dr. Palmer: This case, which we treated at the time and whose therapy has since become widely known, involved a very recent case of deforming arthritis. It was in the case of Ms. X, where, after four to five weeks of treatment with 1 percent phosphorus oil and a 4 to 5 percent tin rub, all symptoms—which had previously been treated elsewhere in clinics—subsided. At that time, the patient also underwent therapeutic eurythmy in addition to the medicinal treatment. In the cases that came to our clinic where we applied the same therapy, we naturally did not achieve the same success as we did with this very recent case. A young boy who developed this condition as early as age three or four was also treated with phosphorus oil and stannum, but we had to administer injections of Levicow water to enhance the effect. At the time, this boy was in a very acute inflammatory stage of deforming arthritis in his hip, and all his symptoms subsided, leaving him completely pain-free. Of course, the damage to the joints and the destruction of the cartilage were already so extensive that, in this case, restoring joint mobility was no longer a possibility.

[ 28 ] Das ist ja natürlich überhaupt die Schwierigkeit. Wollen wir jetzt zunächst die zwei Fälle ins Auge fassen, weil das eine ganz lehrreiche Sache abgeben wird. Wie alt war unsere Patientin, Frau X?

[ 28 ] That, of course, is the whole difficulty. Let’s start by considering these two cases, because this will be quite instructive. How old was our patient, Ms. X?

Dr. Palmer: Vielleicht Ende der zwanziger Jahre, und der Junge wird zwölf oder dreizehn Jahre gewesen sein, es war der Amerikanerjunge.

Frau Dr. Kater sagt, daß ihr Patient siebenundzwanzig Jahre alt ist und vom zwölften Jahre ab leidend, ein zweiter Patient fünfundvierzig Jahre alt, seit drei Jahren leidend, und eine Patientin etwa siebzig Jahre alt sei.

Dr. Palmer: Perhaps in the late 1920s, and the boy must have been twelve or thirteen years old—he was the American boy.

Dr. Kater says that her patient is twenty-seven years old and has been suffering since the age of twelve; a second patient is forty-five years old and has been suffering for three years; and a female patient is about seventy years old.

[ 29 ] Nun fragt es sich aber, ob Sie eine Heilung erzielt haben. Sie haben hier dieselbe Behandlung angewendet?

[ 29 ] But the question is whether you were able to cure it. Did you use the same treatment here?

Frau Dr. Kater sagt, daß sie jetzt eben erst die Sache angewendet habe.

Dr. Kater says she has just now put this method into practice.

[ 30 ] Die Sache ist deshalb außerordentlich wichtig, weil wirklich bei dieser Erkrankung ungeheuer viel davon abhängt, mit welchem Menschen man es zu tun hat. Und man kann schon sagen, bei dieser Erkrankung, bei der Arthritis deformans, ist es wirklich so, daß man in allen Fällen eigentlich in einer gewissen Beziehung individualisieren muß, denn die Entstehung dieser Krankheit hängt nämlich stark zusammen mit der ganzen Entwickelung des Menschen. Sie müssen zuweilen bei einer Erkrankung, die in mittleren Jahren auftritt, wie bei dem Fall, um dessen Interpretation ich zuerst Herrn Dr. Palmer gebeten habe, da müssen Sie sich fragen: Ist die Ursache sehr weit zurückliegend in den Kindheitsjahren, oder liegen die Ursachen erst in späteren Jahren?

[ 30 ] This issue is extremely important because, with this disease, so much really depends on the individual patient. And it is fair to say that with this condition—deforming arthritis—it is indeed the case that, in every instance, one must, in a certain sense, consider the individual, for the onset of this disease is closely linked to the person’s overall development. Sometimes, with a condition that arises in middle age—as in the case I first asked Dr. Palmer to interpret—you have to ask yourself: Does the cause lie far back in childhood, or do the causes stem from later years?

[ 31 ] Das Eigentümliche nämlich ist gerade dieses, daß bei entsprechender Körperdisposition, namentlich bei einer konstitutionellen Schwäche des ätherischen Leibes, in den meisten Fällen die Ursache der Arthritis deformans in psychischen Vorgängen liegt, namentlich bei Menschen, die ihren astralischen Leib hinuntersenken in einen schwachen ätherischen Leib beim Aufwachen, wo also der astralische Leib durch die Schwäche des ätherischen Leibes stärker wird, als er eigentlich sein sollte, wo er nicht genügend abgelähmt wird beim Hineindringen in den ätherischen Leib. Da wirken in der Seele auftretender Kummer, Sorge, Schocks, zehrender Jammer tatsächlich als Ursache für diese Erkrankung.

[ 31 ] What is peculiar, in fact, is precisely this: that with a corresponding physical disposition—namely, a constitutional weakness of the etheric body—the cause of deforming arthritis lies in most cases in psychological processes, particularly in people who, upon waking, allow their astral body to descend into a weak etheric body—where, as a result of the etheric body’s weakness, the astral body becomes stronger than it ought to be, and is not sufficiently dampened as it penetrates the etheric body. Grief, worry, shocks, and consuming distress arising in the soul do indeed act as causes of this disease.

[ 32 ] Nun ist aber das Eigentümliche dieses: Wenn Sie ein Kind haben, nehmen wir irgendeinen ideellen Fall, ein Kind im zehnten Jahre hat irgendwie, sagen wir, durch eine vorhergehende Masernkrankheit oder so etwas, einen auch nur zeitweilig geschwächten ätherischen Leib; der astralische Leib wirkt zu stark. Daher wirkt in dieser Lebenszeit bei dem Kinde — ich will nicht sagen zehn, sondern zwölf Jahre, Sie werden gleich sehen, warum —, wenn es einen mürrischen Erzieher hat, der es in allerlei Zustände bringt, so daß es in sich selbst seelische Uneinigkeit bereitet, solcher kindliche Kummer zunächst prädominierend. Und nun lassen Sie das vierzehnte Jahr herankommen, approximativ natürlich, dann haben Sie vom zwölften Jahre zwei Jahre bis zum vierzehnten Jahre, und dann zwei Jahre bis zum sechzehnten Jahre, und im sechzehnten Jahr ist wiederum eine Möglichkeit, ebensolange hinter dem Abschluß der Periode hinter der Geschlechtsreife, wie der Insult vor der Geschlechtsreife aufgetreten ist, daß die Sache sich rhythmisch wiederholt, daß dann aber nicht neuer Kummer natürlich, der von außen kommen müßte, auftritt, sondern daß das organische Gegenbild des Kummers auftritt. Dann ist die Frage diese: Wie lange braucht nun nach den Perioden, die sich da herausbilden, dieser Prozeß, um gehörig peripherisch zu werden? Im einundzwanzigsten Jahre ist wiederum eine Periode, das heißt im neunzehnten, zwei Jahre vor dieser Periode, und zwei Jahre danach, mit dreiundzwanzig Jahren, ist bei diesem Kinde wiederum die Möglichkeit, daß irgendwie die Sache weiterschreitet. Nun handelt es sich nur darum, wie lange dieser Prozeß braucht, um gehörig peripherisch zu werden, daß er als Deformation auftritt? Das kann unter Umständen vom zwölften Jahre, wo die ersten Ursachen liegen, bis in die dreißiger Jahre, ja selbst bis in den Anfang der vierziger Jahre hineingehen. Dann hat man ein ganz anderes Bild, als wenn zum Beispiel irgend jemand die psychische Ursache erst erlebt nach seinem fünfzigsten Lebensjahre oder Ende seiner vierziger Lebensjahre, wo sie auch erlebt werden kann. Dann treten also diese Deformationen auf aus einer ganz anderen Tiefe des Organismus heraus. Und so kann man sagen, nehmen wir einmal an, wir haben es mit einem Patienten zu tun, der meinetwillen am Ende der dreißiger, Anfang der vierziger Jahre ist und der eine starke Arthritis deformans hat, die uns zeigt, daß eigentlich die Ursachen recht weit zurückliegen. Dann kann man unter Umständen die folgende Behandlung vorschlagen aus diesem Tatbestand heraus. Ich habe daher einen Idealfall auf Ihre Frage hin konstruiert, und es würde nun sich darum handeln, daß man in einem solchen Falle dasjenige, was hier behandelt worden ist, durch die Arseninjektion und durch das Stannum und so weiter hervorruft, indem man Schwefelwasserstoffbäder gibt, also zunächst auf das NervenSinnessystem wirkt, auf das entsprechende Bäder immer wirken, und dadurch den peripherischen Menschen von außen ergreift. Geben Sie dann von innen etwa, sagen wir, hochpotenzierte Arnikasubstanz, Arnikatinktur oder Equisetum, was in diesem Falle beides dasselbe sein würde, so wirken Sie in demselben Sinne von innen heraus, und Sie werden wahrscheinlich bei einer auch alteingesessenen Arthritis deformans eine Heilung erzielen.

[ 32 ] Now, the peculiar thing about this is: If you have a child—let’s take any hypothetical case—a ten-year-old child who, for whatever reason, say due to a previous bout of measles or something similar, has an etheric body that is even only temporarily weakened; the astral body is exerting too strong an influence. Consequently, during this phase of the child’s life—I won’t say ten, but twelve years; you’ll see why in a moment—if the child has a grumpy teacher who puts the child through all sorts of situations, causing inner psychological discord, such childhood distress will initially predominate. And now let the fourteenth year approach—approximately, of course—then you have two years from the twelfth year to the fourteenth, and then two years to the sixteenth, and in the sixteenth year there is again a possibility—one that occurs just as long after the conclusion of the period following sexual maturity as the insult occurred before sexual maturity—that the process repeats itself rhythmically; but then, of course, no new sorrow—which would have to come from outside—arises, but rather the organic counterpart of that sorrow emerges. The question then is this: How long does this process take, following the periods that emerge, to become sufficiently peripheral? At the age of twenty-one, there is another period; that is, at nineteen—two years before this period—and two years afterward, at twenty-three, there is again the possibility for this child that the matter will somehow progress further. Now the only question is: How long does this process take to become sufficiently peripheral so that it manifests as a deformity? Depending on the circumstances, this can extend from the twelfth year—when the initial causes lie—into the thirties, or even into the early forties. Then one has a completely different picture than if, for example, someone experiences the psychological cause only after turning fifty or at the end of their forties—which is also when it can occur. In such cases, these deformities arise from a completely different depth within the organism. And so one might say—let’s assume, for the sake of argument, that we are dealing with a patient who is, for my purposes, in his late thirties or early forties and who has severe deforming arthritis, which indicates that the causes actually lie quite far back in the past. Based on these facts, one might, under certain circumstances, propose the following treatment. I have therefore constructed an ideal case in response to your question, and the point would now be that, in such a case, one induces what has been discussed here—through the arsenic injection, Stannum, and so on—by administering hydrogen sulfide baths; that is, one first acts on the nervous-sensory system, on which such baths always act, and thereby addresses the patient’s peripheral condition from the outside. If you then administer from the inside, for example, highly potentized arnica substance, arnica tincture, or Equisetum—which in this case would be one and the same—you will be acting in the same way from the inside out, and you will likely achieve a cure even in cases of long-standing deforming arthritis.

[ 33 ] Es ist durchaus so, daß man sagen kann: Das wäre ein Fall, der vielleicht so zu behandeln ist. Während Fälle, wie der erste von Dr. Palmer interpretierte, der ganz sicher seine Ursache gar nicht weit zurückliegen hatte, mit Stannum und mit Phosphoröl behandelt werden können. Ich erwähnte deshalb diesen Fall sehr gerne, weil es ja lehrreich ist, gerade an einer solchen, allerdings ganz tiefgehenden Erkrankung zu sehen, wie man individualisieren muß.

[ 33 ] It is certainly true that one can say: This would be a case that might need to be treated in this way. Whereas cases such as the first one interpreted by Dr. Palmer—whose cause most certainly did not lie far in the past—can be treated with Stannum and Phosphorus oil. That is why I was very happy to mention this case, because it is instructive to see, precisely in such a—albeit very profound—illness, how one must individualize the treatment.

Es wird ein Fall geschildert, wo die Patientin in der Jugend etwas derartiges durchgemacht hat. In ihren zwanziger Jahren hat sie dann eine gonorrhoische Infektion durchgemacht und direkt anschließend daran eine sehr schwere chronische Arthritis bekommen. Sie ist jetzt ungefähr fünfundvierzig Jahre alt und ist in einem ganz desolaten Zustande.

A case is described in which the patient went through something similar during her youth. In her twenties, she contracted gonorrhea and, immediately afterward, developed very severe chronic arthritis. She is now about forty-five years old and is in a truly dire condition.

[ 34 ] Es ist ja fast so, wie wenn ich diesen Fall ideell vorhin konstruiert hätte! Schwefelwasserstoffbäder und innerlich Equisetum oder Arnika, womöglich, wenn es nicht unmittelbar angreift, Injektionen.

[ 34 ] It’s almost as if I had just made up this case in my head! Hydrogen sulfide baths and, internally, Equisetum or Arnica; possibly, if it doesn’t take effect immediately, injections.

Frau Dr. Kater: Der Fall, den Sie angeführt haben, ist genau der der siebenundzwanzigjährigen Frau unter meinen Patienten. Sie haben ihn genau skizziert, ohne ihn zu kennen.

Dr. Kater: The case you mentioned is exactly that of the twenty-seven-year-old woman among my patients. You described it in detail without even knowing about it.

[ 35 ] Nun haben wir hier auch eine interessante Frage: Erkrankungen des Magen- und Darmtraktes infolge von Schockwirkung. Nun, die können auftreten infolge von Schockwirkungen, aber ich glaube auch infolge von anderen psychischen Wirkungen, zum Beispiel von anhaltendem Kummer und dergleichen, der immer wiederum neue Nahrung erhält; namentlich bei weiblichen Persönlichkeiten wird dies der Fall sein. Da können auftreten sehr schmerzhafte kolikartige Zustände. Es kann auch eine Lethargie des ganzen Magen- und Darmtraktes auftreten, es kann sogar ein vollständiges Versagen unter Umständen auftreten, aber ein Versagen, das zu gleicher Zeit mit Schmerzempfindung sehr häufig verbunden ist. Ist nicht das Krankheitsbild ungefähr so? (Antwort: Ja!) — Das ist nun eine sehr häufig vorkommende Erkrankung, und da ist es sehr interessant, zu beobachten, was da eigentlich geschehen ist. In jedem solchen Falle ist folgendes geschehen: Der menschliche astralische Leib ist ja ein sehr differenzierter Organismus, und wenn Sie diesen menschlichen astralischen Leib kennenlernen, so paßt er sich für alle Organe, die hinter den Sexualorganen gegen den Nierentrakt zu liegen und nach oben hin durch Lungen- und Herztrakt begrenzt sind, also in dieser Partie, der astralische Leib sehr stark dem Ätherleib an. So daß man eigentlich sagen kann: Für diesen Trakt ist der Atherleib das Maßgebende. Der astralische Leib nimmt in seinen Bewegungen, in seinen Formen das an, was der Ätherleib tut. Das ist ganz anders im Sexualtrakt. Im Sexualtrakt ist der Astralleib für sich sehr stark tätig, unterdrückt in einer gewissen Beziehung die Tätigkeit des Ätherleibes. Wenn eine Schockwirkung gerade von dieser Sorte hier auftritt, dann drängt sich die Tätigkeit, die der astralische Leib im Sexualtrakt entwickelt, in den Verdauungstrakt hinein, so daß man eine Verlagerung der astralischen Tätigkeit vorliegen hat, und alle Symptome sind dann die vorgenannten. Und man hat nötig, wirklich jenen Prozeß einzuleiten, der den Astralleib in einem solchen Fall wiederum an seinen rechten Ort bringt.

[ 35 ] Now we have another interesting question here: disorders of the gastrointestinal tract resulting from shock. Well, these can occur as a result of shock, but I also believe they can result from other psychological factors, such as persistent grief and the like, which is constantly being fueled anew; this is particularly true for women. In such cases, very painful, colic-like conditions can arise. Lethargy of the entire gastrointestinal tract may also occur; under certain circumstances, complete failure may even set in—though this failure is very often accompanied by pain. Isn’t that roughly the clinical picture? (Answer: Yes!) — This is a very common condition, and it is very interesting to observe what actually happens there. In every such case, the following has occurred: The human astral body is, after all, a highly differentiated organism, and when you become acquainted with this human astral body, you will see that—for all the organs lying behind the sexual organs toward the renal tract and bounded upward by the pulmonary and cardiac tracts, that is, in this region—the astral body closely conforms to the etheric body. So one can actually say: For this tract, the etheric body is the determining factor. In its movements and forms, the astral body adopts what the etheric body does. This is quite different in the sexual tract. In the sexual tract, the astral body is very active in its own right and, in a certain sense, suppresses the activity of the etheric body. When a shock of precisely this kind occurs here, the activity that the astral body develops in the sexual tract pushes its way into the digestive tract, resulting in a displacement of astral activity, and all the symptoms are then those mentioned above. And it is necessary to actually initiate the process that, in such a case, returns the astral body to its proper place.

[ 36 ] Man muß wirklich diesen Zusammenhang verstehen, der sich eigentlich ganz innerhalb der höheren Glieder des menschlichen Organismus abspielt. Das andere, was sich im physischen Leib abspielt, ist lediglich Folgeerscheinung, lediglich äußeres Symptom. Was sich abspielt, spielt sich zwischen Ätherleib und Astralleib ab, und zwar partiell in der bestimmten Körpergegend.

[ 36 ] One really must understand this connection, which actually takes place entirely within the higher members of the human organism. What takes place in the physical body is merely a consequence, merely an external symptom. What is happening takes place between the etheric body and the astral body, specifically in a particular region of the body.

[ 37 ] Sie werden in allen Fällen etwas erreichen, wenn Sie anwenden entweder Umschläge oder Einreibungen mit Oxalsäure, also einfach Oxalsäure, die Sie am besten gewinnen dadurch, daß Sie Klee auspressen. Sie pressen Klee aus, gewinnen auf diese Weise die Oxalsäure. Da ist sie am wirksamsten. Und am besten ist sie natürlich durch Einreiben zu verwenden. Sie ist außerordentlich stark wirksam in der Energisierung des ätherischen Systems im Verdauungstrakt. Das kommt dadurch in eine besonders starke Tätigkeit. Und nun müssen Sie versuchen, dieses astralische Sexualsystem, das da hineingegangen ist, wiederum zurückzukriegen. Das bekommen Sie zurück entweder durch ein Silberpräparat per os in entsprechender Dosierung, oder durch eine in der fünften oder sechsten Dezimale angewendete Silberinjektion. Silber hat, sowohl in das Zirkulationswie in das Verdauungssystem gebracht, immer die Tendenz, Deformationen der höheren Organisationsglieder wieder herzustellen.

[ 37 ] You will achieve results in all cases if you apply either compresses or rubs with oxalic acid—that is, simply oxalic acid, which you can best extract by squeezing clover. Squeeze the clover to extract the oxalic acid in this way. That is when it is most effective. And, of course, it is best used as a rub. It is extraordinarily effective in energizing the etheric system in the digestive tract. This causes it to become particularly active. And now you must try to bring back this astral sexual system that has entered there. You can restore it either by taking a silver preparation orally in the appropriate dosage, or through a silver injection administered in the fifth or sixth decimal dilution. When introduced into either the circulatory or the digestive system, silver always tends to restore deformations in the higher organizational levels.

[ 38 ] Sie sehen, wenn Sie diese beiden Prozesse hintereinander anwenden, so werden Sie gerade bei Schockwirkungen sehr schöne Erfolge erzielen. Gerade Schockwirkungen sind nämlich außerordentlich interessant. Und wenn Sie eine Heilung bewirkt haben bei einer Schockwirkung, wenn, sagen wir, eine solche typische Schockwirkung vorliegt, wie wir sie eben beschrieben haben, dann werden Sie, wenn Sie weiter den Patienten verfolgen, das Folgende bemerken können. Sie werden, wenn Sie entsprechend zu fragen verstehen, vom Patienten Antworten bekommen, die etwa so lauten: Es ist ganz merkwürdig, seit ich dazumal gesund geworden bin, seit der Zeit wirkt mein Herz ganz anders; seit der Zeit, wenn ich etwas Schreckhaftes, einen Kanonenschuß oder so etwas wahrnehme, dann wirkt mein Herz so, als wenn es mich selber beruhigen wollte, als wenn ich an ihm ein Wesen hätte, das mich selber beruhigen wollte.

[ 38 ] As you can see, if you apply these two processes one after the other, you will achieve excellent results, especially with shock effects. Shock reactions, in particular, are exceptionally interesting. And if you have brought about a healing in response to a shock reaction—if, let’s say, there is a typical shock reaction such as the one we just described—then, as you continue to follow up with the patient, you will notice the following. If you know how to ask the right questions, you will receive answers from the patient that go something like this: “It’s quite strange—ever since I recovered back then, my heart has been behaving quite differently; ever since then, whenever I perceive something startling—a cannon shot or something like that—my heart reacts as if it wanted to calm me down itself, as if there were a being within it that wanted to calm me down.”

[ 39 ] Darinnen sehen Sie, wie wirklich polarische Prozesse bei jedem regelnden Eingriff, nicht nur bei einem Heileingriff, in dem menschlichen Organismus vorhanden sind. Diese Herzwirkung, von der der Patient spricht, die ja auch im wesentlichen im Ätherischen und im Astralischen verläuft, die ist die polarische Gegenwirkung zu dem, was Sie eigentlich getan haben für die Herstellung der richtigen Relation zwischen Sexualtrakt und Verdauungstrakt. Das ist dasjenige, was in bezug auf diese Schockwirkung zu sagen ist.

[ 39 ] Here you can see how truly polar processes are present in the human organism during any regulatory intervention—not just during a healing intervention. This effect on the heart, which the patient describes—and which essentially takes place in the etheric and astral bodies—is the polar counteraction to what you actually did to establish the proper relationship between the sexual tract and the digestive tract. That is what needs to be said regarding this shock effect.

[ 40 ] Nun werde ich dann morgen über eine interessante Frage, nämlich über die Nervenkrankheiten, namentlich über die Rückenmarkskrankheiten, was sozusagen als erste Frage aufgeschrieben ist, noch etwas näher sprechen. Wir werden uns morgen wiederum gleich um halb neun Uhr zusammenfinden. Ich möchte jetzt nur noch etwas sagen, da es ja wirklich eine recht aktuelle Frage — es scheint mir wenigstens so — jetzt zu sein scheint, die hier auch auf dem Zettel steht, nämlich über das Bettnässen der Kinder. Es scheint in der Tat in einer sehr verstärkten Gestalt aufzutreten.

[ 40 ] Tomorrow I will discuss in a bit more detail an interesting topic, namely nervous system disorders—specifically spinal cord disorders—which is listed as the first item on the agenda, so to speak. We will meet again tomorrow at half past eight. I would just like to say one more thing, since this really seems to be a very timely issue—at least that’s how it strikes me—which is also listed here on the note, namely, bedwetting in children. It does indeed seem to be occurring with increasing frequency.

[ 41 ] Beim Bettnässen der Kinder hat man es mit einer typischen Schwäche des astralischen Leibes zu tun. Der astralische Leib hat einfach die Stärke nicht, die er haben sollte. Wenn Sie aber gerade in dem Falle des Bettnässens Arsenik anwenden, auch in der gesunden Form von Levicowasser oder Roncegnowasser, dann werden Sie in der Regel zu einer zwar starken, aber außerordentlich kurzen Tätigkeit, gerade bei Bettnässern durch ihre Gesamtorganisation zu einer kurzen, dem astralischen Leib angemessenen Bewegung dieses astralischen Leibes kommen. Die Kinder werden dennoch beim Bettnässen bleiben; aber Sie werden ganz sicher gute Erfolge erzielen, wenn Sie anwenden bei Bettnässern diejenige Substanz, die Sie gewinnen können durch Auspressen der Blätter und Blüten, vom Johanniskraut, Hypericum perforatum. Ich weiß nicht, ob Sie wissen, daß es die einzige Pflanze ist, die in drei Büscheln stehende Staubgefäße hat. Sie gehört zu der 18. Linne-Klasse, sie hat gelbe Blumenblätter und sie hat Blätter, die aussehen, wenn Sie durchschauen, wie wenn lauter Löcher in den Blättern wären. Wenn Sie diese Pflanze auspressen, so bekommen Sie einen Saft. Es liegt im wesentlichen an diesem bitteren Extraktivstoff, der in dieser Pflanze enthalten ist, auch ein Stoff, der sehr stark und dauernd auf die innere Beweglichkeit des astralischen Leibes wirkt und diesen stark macht. Und dadurch unter Umständen wird es zur Heilung kommen, wenn man dann noch moralisch auf das Kind einwirkt dadurch, daß man eben einfach sagt, es ist verpflichtet, achtzugeben auf seine Funktionen. Diese moralische Einwirkung sollte eigentlich stattfinden gerade bei solchen Dingen, die, nicht wahr, an der Grenze stehen zwischen Ungezogenheiten und Krankheiten. Ich bitte mich nicht mißzuverstehen, ich weiß schon natürlich, daß es eine Krankheit ist, aber es steht an der Grenze zwischen Ungezogenheit und Krankheit. Und weil in der Tat der moralische Wille einen großen Einfluß hat, so soll man den nicht außer acht lassen. Denn wenn Sie eine solche Sache bei dem Kinde kurieren — natürlich kurieren können Sie es mit Hypericum — so schwächen Sie den Willen des Kindes, wenn Sie ihn nicht zu gleicher Zeit anspornen, ihm nicht einen Impuls geben nach der moralischen Seite hin. Das wäre in bezug auf das Bettnässen zu sagen.

[ 41 ] Bedwetting in children is a typical sign of weakness in the astral body. The astral body simply lacks the strength it should have. However, if you use arsenic specifically for bedwetting—even in the mild forms such as Levicow water or Roncegnow water—you will generally achieve an effect that is strong but exceptionally short-lived; in the case of bedwetters, due to their overall constitution, this will result in a brief movement of the astral body that is appropriate for it. The children will nevertheless continue to wet the bed; but you will most certainly achieve good results if, for bed-wetters, you use the substance obtained by pressing the leaves and flowers of St. John’s wort, Hypericum perforatum. I do not know if you are aware that it is the only plant with stamens arranged in clusters of three. It belongs to Linnaeus’s 18th class; it has yellow petals, and its leaves, when held up to the light, appear as if they were full of holes. When you squeeze this plant, you obtain a juice. It is essentially due to this bitter extractive substance contained in the plant—a substance that has a very strong and lasting effect on the inner mobility of the astral body and strengthens it. And through this, healing may occur under certain circumstances, provided one also exerts a moral influence on the child by simply telling them that they are obligated to pay attention to their bodily functions. This moral influence should actually be applied precisely in cases that, you see, lie on the borderline between misbehavior and illness. Please do not misunderstand me; I am well aware, of course, that it is an illness, but it lies on the borderline between misbehavior and illness. And because the moral will does indeed have a great influence, one should not disregard it. For if you treat such a condition in a child—and of course you can treat it with Hypericum—you weaken the child’s will if you do not at the same time encourage it, if you do not give it an impulse toward the moral side. That is what I would say with regard to bedwetting.

[ 42 ] Dann wollen wir morgen sprechen über neuropathische Kinder, besonders über Kinder mit Dementia praecox in den verschiedenen Formen. Dann noch über einige andere Fragen, und ich will versuchen, diese Fragen alle noch zu berücksichtigen.

[ 42 ] Then tomorrow let’s talk about children with neuropathic disorders, especially children with dementia praecox in its various forms. Then we’ll discuss a few other issues, and I’ll try to address all of these questions.

Frau Dr. ...: Es wird gefragt, wie alt der Saft sein darf.

Dr. ...: The question is how old the juice can be.

[ 43 ] Zu alt darf man ihn nicht werden lassen; aber wenn Sie ihn etwa so geben, daß Sie ihn möglichst gut auspressen, auf ein bestimmtes Quantum, sagen wir, ein Gramm Blatt und Blüte durcheinander, halb und halb, dann werden Sie die Möglichkeit bekommen, ein Glas Wasser damit zu versorgen, und das können Sie dann abteilen und ein halbes Jahr lang in dieser Weise gebrauchen.

[ 43 ] You shouldn't let it get too old; but if you prepare it so that you squeeze as much out of it as possible—to a specific amount, say, one gram of leaves and flowers mixed together, half and half—then you’ll be able to use it to treat a glass of water, and you can then portion it out and use it this way for half a year.