Physiological Therapeutics
based on Spiritual Science
GA 314
2 January 1924, Dornach
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Physiological Therapeutics based on Spiritual Science, tr. SOL
Zur Therapie III
Therapy III
[ 1 ] Nun möchte ich noch einige von den Fragen, die mir vorgelegt worden sind, behandeln, und da scheinen mir vorzugsweise einige Fragen Ihnen noch wichtig zu sein.
[ 1 ] Now I would like to address a few more of the questions that have been submitted to me, and it seems to me that some of them are still particularly important to you.
[ 2 ] Die eine Frage, die Gonorrhöe-, die Tripperfrage: Nun ist es auch da notwendig, wenn man einsehen will, was eigentlich zu tun ist, daß man das Wesen der Sache studiert. Nun scheint mir, als ob man gerade auf diesem Gebiete allzuleicht zufrieden wäre, indem man einfach sagt: Infektion, Infektion und wieder Infektion. Das ist ja dasjenige, was eigentlich gesagt wird. Gewiß, es liegt bei diesen und ähnlichen Erkrankungen eine wirklich außerordentlich große, außerordentlich starke Möglichkeit. der Ansteckung vor; aber aus der Erkenntnis der Ansteckung heraus kann eigentlich ja am allerwenigsten folgen die Erkenntnis der heilenden Mittel. Man hat einfach nicht viel, wenn man weiß, die Sache ist ansteckend. Man hat nur das eine davon, daß man natürlich Vorkehrungen trifft, um die Ansteckungsgefahren zu vermindern. Das ist etwas, was ganz selbstverständlich ist. Aber es ist doch gut, wenn man gerade bei solchen Dingen eindringt in dasjenige, um das es sich handelt.
[ 2 ] The question of gonorrhea: Here, too, if one wants to understand what actually needs to be done, it is necessary to study the nature of the matter. It seems to me, however, that in this very area people are all too quick to settle for simply saying: infection, infection, and infection again. That is, after all, what is actually said. Certainly, with these and similar diseases, there is a truly extraordinarily high and strong risk of infection; but the knowledge of infection is actually the least likely to lead to the discovery of curative remedies. It simply doesn’t get you very far to know that the condition is contagious. The only thing that follows from that is, of course, that one takes precautions to reduce the risk of infection. That is something that goes without saying. But it is still good, especially in such matters, to delve into the very essence of the issue at hand.
[ 3 ] Nun, man muß sich klar sein darüber, daß der menschliche Organismus wirklich ein in sich abgeschlossenes System ist, und daß in größerem oder geringerem Grade für den menschlichen Organismus alles dasjenige giftig ist, was außerhalb seiner liegt. Also Gift ist eigentlich alles, was außerhalb des menschlichen Organismus liegt. Nur gibt es gewisse Anpassungen, in denen sozusagen die Wirkung, die sonst Giftwirkung ist, isoliert wird. Und diese Isolierung einer Wirkung, die sonst Giftwirkung ist, tritt für die Realisierung ätherischer Impulse und astralischer Impulse namentlich eben auf, wenn weiblicher und männlicher Same sich vereinigen. Sie tritt sonst auch in zahlreichen Fällen auf, besonders aber, wenn weiblicher und männlicher Same sich vereinigen. Die Wirkung ist eine eminent giftige, wenn die beiden polarisch entgegengesetzten Substanzen sich vereinigen. Also die Wirkung ist eine eminent giftige, aber sie wird isoliert und in der Isolierung exponiert den Kräften des Kosmos, die man sogar im einzelnen beschreiben kann. Es sind die konzentrierten Sonnen- und Mondenkräfte, denen dann dasjenige, was aus der Vereinigung entsteht, exponiert wird.
[ 3 ] Well, one must be clear about the fact that the human organism is truly a self-contained system, and that, to a greater or lesser degree, everything outside the human organism is toxic to it. So, in fact, everything outside the human organism is a toxin. However, there are certain adaptations in which, so to speak, the effect—which would otherwise be a toxic effect—is isolated. And this isolation of an effect—which would otherwise be a toxic effect—occurs specifically for the realization of etheric and astral impulses when female and male seed unite. It also occurs in numerous other cases, but especially when female and male seed unite. The effect is eminently toxic when the two polar opposites unite. Thus, the effect is eminently toxic, but it is isolated and, in this isolation, exposed to the forces of the cosmos, which can even be described in detail. It is the concentrated forces of the sun and moon to which that which arises from the union is then exposed.
[ 4 ] Diese Exposition, die ist nur möglich, wenn tatsächlich nur ein Zusammenwirken stattfindet des männlichen und weiblichen Samens. Mit jeder Substanz, die außerhalb des weiblichen Samens liegt, die also in Organen erzeugt wird, die nicht die weiblichen Sexualorgane sind, gibt der männliche Same ein überall im menschlichen Organismus sowohl wie in der Welt draußen unbrauchbares Gift. Umgekehrt, der weibliche Same gibt mit jeder Substanz, ausgenommen diejenige, die vom männlichen Sexualorgan abgesondert wird, Gift, das nicht verarbeitet werden kann. Dieses Gift ist eigentlich im Grunde genommen, nur unter Metamorphosierung, das eine Mal Schankergift, das andere Mal Trippergift. Und damit haben wir es überhaupt mit Erkrankungen zu tun, die etwas wesentlich anderes darstellen als die Syphiliserkrankungen, die wir besprochen haben. Wir haben es zu tun mit der Erzeugung von Giften, die keine Exposition, weder im menschlichen Organismus noch über den menschlichen Organismus hinaus, aushalten.
[ 4 ] This exposure is only possible if there is, in fact, only an interaction between the male and female seeds. With any substance other than female seed—that is, any substance produced in organs other than the female reproductive organs—the male seed releases a toxin that is useless both within the human organism and in the outside world. Conversely, the female seed, with every substance except that secreted by the male sexual organ, releases a toxin that cannot be processed. This toxin is, in essence—albeit in a transformed state—sometimes the toxin of syphilis, sometimes the toxin of gonorrhea. And thus we are dealing with diseases that are fundamentally different from the syphilitic diseases we have discussed. We are dealing with the production of toxins that cannot withstand exposure, neither within the human organism nor beyond it.
[ 5 ] Nun, solche Stoffe sind im wesentlichen auch ungeheuer starke Ansteckungsstoffe. Sie sind überhaupt die Träger von Parasiten kleinster Art, hypermikroskopischer Organismen. Und mit einer solchen Wirkung haben wir es zu tun, also mit einem Ineinanderwirken der astral-ätherischen Organisation im Männlichen und Weiblichen, das dann bei seinem Hinunterwirken in das Physische diese entsprechenden Gifte erzeugt. Das ist das Wesentliche. Die Ansteckungsgefahr ist das Sekundäre. Sie ist immer da, gerade weil auf diese Weise eben die stärksten Gifte überhaupt erzeugt werden, die es für das Organ gibt.
[ 5 ] Well, such substances are essentially also tremendously potent infectious agents. They are, in fact, the carriers of the tiniest parasites—hypermicroscopic organisms. And this is the effect we are dealing with—namely, an interaction between the astral and etheric organizations in the male and female, which then, as it works its way down into the physical realm, produces these corresponding toxins. That is the essential point. The risk of infection is secondary. It is always present, precisely because this is how the strongest toxins possible for the organ are produced.
[ 6 ] Ich meine, daß es außerordentlich wichtig ist, daß solche Dinge einmal eingesehen werden, damit man nicht immer eigentlich, ich möchte sagen, die entsprechenden Erscheinungen so betrachtet, wie einstmals die ganze Fortpflanzung des Menschengeschlechtes betrachtet wurde, indem man auf den Eierstock der Eva zurückgeführt hat das ganze Menschengeschlecht in alle Zukunft der Erde. Das ist natürlich eine sehr leichte Betrachtung. So macht man es sich auch leicht, wenn man sagt: Diese Erkrankung ist angesteckt; die anstekkende ist wieder angesteckt, und man kommt zurück natürlich ins Unbestimmte, aber man kommt zu keiner eigentlichen Erkenntnis. Kommt man aber zu einer solchen Erkenntnis, wie ich sie eben angedeutet habe, dann fragt man sich natürlich folgendes. Dann sagt man: Wie ist nun beizukommen dem Wirken, das entsteht im menschlichen Organismus unter dem Einfluß dieses Giftes?
[ 6 ] I believe it is extremely important that such things be understood once and for all, so that we do not—as it were—continue to view these phenomena in the same way that the entire reproduction of the human race was once viewed, by tracing the entire human race, into the distant future of the Earth, back to Eve’s ovary. That is, of course, a very simplistic view. One also takes the easy way out when one says: This disease is contagious; the infected person is in turn infected, and one naturally ends up in the realm of the indefinite, but one arrives at no real understanding. But if one arrives at the kind of understanding I have just hinted at, then one naturally asks the following question. Then one asks: How, then, can we address the effects that arise in the human organism under the influence of this poison?
[ 7 ] Man muß also etwas herstellen, dem man dieses Gift exponieren kann, wie man zum Beispiel den befruchteten weiblichen Keim exponieren kann dem Weltenall. Man muß also sozusagen eine Atmosphäre herstellen, im astral-ätherischen Organismus eine Atmosphäre herstellen, die eine gewisse Absorptionsfähigkeit hat, nicht für das Gift, das dann ausgeschieden wird, wenn die gifterzeugenden Kräfte im Astralischen und Ätherischen absorbiert werden.
[ 7 ] One must therefore create something to which this poison can be exposed, just as, for example, the fertilized female germ can be exposed to the universe. One must, so to speak, create an atmosphere—an atmosphere within the astral-etheric organism—that possesses a certain absorptive capacity, not for the poison, which is then excreted, but for the poison-producing forces in the astral and etheric realms.
[ 8 ] Und nun ist es gerade bei solchen Dingen sogar häufig so, daß man von zwei Seiten her die heilenden Kräfte zusammenwirken läßt, und man wird wirklich Gutes in einem solchen Fall erzeugen können, wenn man ein Präparat, etwa irgendein kohlensaures Alkalii, Alkalikarbonat innerlich gibt und dann lokal behandelt mit Umschlägen, starke ölige Eukalyptusumschläge lokal macht, aber beide Dinge zusammenwirken läßt. Das wird ganz gewiß zu einer, wenn auch vielleicht langsamen, aber dann eben gründlichen Ausheilung führen können. Denn die Alkalikarbonate, die wirken im wesentlichen so, daß sie aus dem Gesamtätherleib des Menschen einen Spezialätherleib herstellen gewissermaßen; und der Eukalyptusauszug, der wirkt so, daß er diesen hergestellten Athertrakt wie astralisch durchströmt. So daß man tatsächlich um den Genitaltrakt herum eine Atmosphäre herstellt, die die gifterzeugenden Kräfte absorbiert. Das ist das, was man dabei ins Auge fassen kann.
[ 8 ] And now, especially with such matters, it is often the case that one allows the healing forces to work together from two directions, and one will truly be able to achieve a positive outcome in such a case by administering a preparation—such as some kind of carbonated alkali— an alkali carbonate, and then applies strong, oily eucalyptus poultices locally, allowing both to work together. This will most certainly lead to a healing that, while perhaps slow, will be thorough. For the alkali carbonates essentially work by creating, so to speak, a specialized etheric body out of the human being’s entire etheric body; and the eucalyptus extract works by flowing through this created etheric body in an astral manner. In this way, one actually creates an atmosphere around the genital tract that absorbs the toxin-producing forces. That is what one can bear in mind in this context.
[ 9 ] Möchte jemand vielleicht gerade darüber etwas sagen? Alle diese Dinge sind ja eigentlich nicht da zum Diskutieren, sondern zum Ausprobieren. Sie werden sich bewähren. Nun möchte ich namentlich eingehen auf eine Frage, welche ich hier gefunden habe, und die ist:
[ 9 ] Would anyone like to say something about this right now? All of these things aren't really meant to be discussed, but rather to be tried out. They will prove themselves. Now I'd like to address specifically a question I found here, and that is:
Läßt sich ein durch schweres Asthma zum Morphinisten gewordener Patient wohl mit Erfolg entwöhnen, auch vom Morphium, mit dem vom Klinisch-Therapeutischen Institut
Can a patient who has become addicted to morphine due to severe asthma be successfully weaned off morphine using the method developed by the Clinical-Therapeutic Institute
[ 10 ] in Stuttgart angewandten Mittel, Zitronensäure, Prunus spinosa und Nicotiana tabacum, behandeln?
[ 10 ] the agents used in Stuttgart—citric acid, Prunus spinosa, and Nicotiana tabacum—treat?
[ 11 ] Mit dem Asthma ist es ja eine schwierige Sache, weil das Asthma wesentlich auf der Tatsache beruht, daß die Ausatmung, der Ausatmungsstrom, bei seinem Durchgange durch die Luftwege Widerstände findet. Er hakt sich gewissermaßen ein. Das ist etwas, was im astralischen Organismus ganz stark zu sehen ist.
[ 11 ] Asthma is a difficult condition because it is essentially based on the fact that exhalation—the exhalation flow—encounters resistance as it passes through the airways. It gets caught, so to speak. This is something that is very clearly visible in the astral organism.


[ 12 ] Es ist ja natürlich immer etwas problematisch, wenn man diese Dinge aufzeichnet, aber Sie sind ja alle Anthroposophen und werden die Dinge selbstverständlich so nehmen, wie sie gemeint sind. Also dem ausströmenden Luftstrom, dem sieht man tatsächlich entgegenstehen vom Astralischen des Menschen etwas wie Haken, in die er sich einstößt (siehe Zeichnung). Das ist der Befund. Und das bezeugt eben, daß das Asthma wirklich spezifisch diejenige Erkrankungsform ist, die hart an der Grenze steht an rein psychischen Erkrankungen, worunter ich nicht die sogenannten Geisteskrankheiten verstehe, sondern diejenigen Erkrankungen, die mit dem psychischen Leben zusammenhängen. Geisteskrankheiten brauchen gar nicht mit dem psychischen Leben zusammenzuhängen, sondern können lediglich physische Erkrankungen sein, wobei das Psychische lediglich Symptom ist. Also die sogenannten Geisteskrankheiten sollten meistens gar nicht Geisteskrankheiten genannt werden, weil es sich fast immer um eine wirkliche organische Erkrankung handelt, die ein psychisches Gegenbild findet, einfach ein Schattenbild, und das ist lediglich Symptom. Man kommt am besten zum Heilen der sogenannten Geisteskrankheiten, wenn man aus dem physischen Befund als Symptomkomplex erkennt, ob eine Nierenkrankheit, Leberkrankheit, eine wirklich organische Gehirnkrankheit vorliegt. Unter psychischen Erkrankungen verstehe ich aber diejenigen, wo zum Beispiel wirklich psychische Wirkungen zugrunde liegen, wie auch Schockwirkungen oder Angstwirkungen und dergleichen, also wo psychische Ursachen vorliegen. Und beim Asthma ist es ja tatsächlich so, daß man oftmals sehr weit zurückgehen muß in den psychischen Ursachen.
[ 12 ] Of course, it’s always a bit problematic to put these things down in writing, but since you are all anthroposophists, you will naturally take these things as they are meant. So, in the outflowing stream of air, one can actually see something like hooks emerging from the human astral body, into which the air current pushes itself (see drawing) . That is the finding. And this precisely attests to the fact that asthma is truly a specific form of illness that lies right on the borderline of purely psychological illnesses—by which I do not mean so-called mental illnesses, but rather those illnesses that are connected to psychological life. Mental illnesses do not necessarily have to be connected to psychological life; they can simply be physical illnesses, in which the psychological aspect is merely a symptom. So the so-called mental illnesses should in most cases not be called mental illnesses at all, because they are almost always actual organic diseases that find a psychological counterpart—simply a shadow image—and that is merely a symptom. The best way to treat so-called mental illnesses is to determine, based on the physical findings as a complex of symptoms, whether a kidney disease, liver disease, or a truly organic brain disease is present. By “psychological disorders,” however, I mean those in which, for example, genuinely psychological effects are at the root—such as the effects of shock or anxiety and the like—that is, where psychological causes are present. And in the case of asthma, it is indeed true that one often has to go back very far to identify the psychological causes.
[ 13 ] Wenn man so alt geworden ist wie ich, sind einem ja Asthmafälle der mannigfaltigsten Art immer entgegengetreten, und ich muß schon sagen, oftmals muß man bei Asthmafällen, wenn man zurückgeht, um die Entstehungsursache — abgesehen von dem Karmischen also —, die Auslöseursache zu suchen, sogar ins Embryonalleben zurückgehen. Und die äußeren Ursachen liegen eigentlich oftmals wirklich im Embryonalleben. Sie liegen darinnen, daß die Mutter Schocks oder die Mutter Kümmernisse gehabt hat, die sich in unregelmäßigen Wiederholungen immer wieder ergeben haben während der Schwangerschaft. Solche Dinge, sie wirken außerordentlich stark auf das gesamte Schleimhautsystem des Atmungstraktes, und davon gehen dann während der Embryonalzeit schon die Ursachen für dasjenige aus, was später sich in den asthmatischen Erscheinungen ‚kundgibt.
[ 13 ] When one has lived as long as I have, one has certainly encountered asthma cases of the most varied kinds, and I must say that often, when dealing with asthma cases, if one looks back to find the cause—aside from karmic factors, that is—the triggering cause, one must even go back to embryonic life. And the external causes are, in fact, often truly rooted in embryonic life. They stem from the mother having experienced shocks or distress that recurred irregularly throughout her pregnancy. Such things have an extraordinarily strong effect on the entire mucous membrane system of the respiratory tract, and it is from this that, already during the embryonic period, the causes arise for what later “manifests itself” in asthmatic symptoms.
[ 14 ] Nun ist aber bei den asthmatischen Erscheinungen von ganz besonderer Wichtigkeit das Folgende: Das Asthma lebt sich in ganz verschiedener Weise aus, je nach der Individualität des Menschen, und es hängt viel davon ab, daß man die sonstigen im Organismus bestehenden Folgeerscheinungen des Asthma wirklich richtig bekämpfen kann. Dann macht man den Organismus stark genug, daß er später selber etwas tun kann, um das Asthma zu bekämpfen. Und so möchte ich nun die Möglichkeiten angeben, wie man, da es sich ja wirklich um eine unregelmäßige Bewegung des astralischen Leibes in der Bronchien-Lungengegend handelt, diesen Sachen gerade beikommt.
[ 14 ] However, the following is of particular importance when it comes to asthmatic symptoms: Asthma manifests itself in very different ways, depending on the individual, and much depends on whether one can truly and effectively combat the other consequences of asthma that exist within the organism. This strengthens the organism enough so that it can later take action on its own to combat the asthma. And so I would now like to outline the possibilities for addressing these issues, given that this is indeed a matter of an irregular movement of the astral body in the bronchial-pulmonary region.
[ 15 ] Da liegt nämlich etwas, ich möchte sagen, ganz Raffiniertes zugrunde, wie das Asthma überhaupt eine raffinierte Erkrankung ist. Untersucht man mit, wenn ich so sagen darf, okkultem Schauen einen Asthmakranken, so findet man, daß bei ihm vor allen Dingen ausgeschaltet ist das, was ich den inneren Appetit des Organismus nennen möchte.
[ 15 ] There is, in fact, something—I would say—quite subtle underlying this, just as asthma is, in general, a subtle disease. If one examines a person with asthma using—if I may say so—occult perception, one finds that, above all else, what I would like to call the organism’s inner appetite is suppressed.
[ 16 ] Verständigen wir uns zunächst über diesen Begriff «innerer Appetit» des Organismus. Man kommt eigentlich auf diesen Begriff des inneren Appetits des Organismus erst, wenn man ganz kleine Kinder beobachtet. Die schmecken eigentlich nicht bloß mit der Zunge. Den Pädagogen habe ich das immer gesagt, die kleinen Kinder schmecken nicht bloß mit der Zunge, die schmecken eigentlich mit dem ganzen Organismus. Der ganze Organismus ist etwas wie ein feines Geschmacksorgan. Nur lokalisiert sich später dieses Schmecken eben sozusagen um Gaumen, Zunge und so weiter herum. Diese Differenzierung, die verhältnismäßig früh eintritt, ist aber nur eine teilweise. In unterbewußten Sphären schmeckt der Mensch und erzeugt also dieses innere Erlebnis von Appetit durch seinen ganzen Organismus. Einfach der ganze Organismus hat jene Strebekraft, die man als Appetit bezeichnet.
[ 16 ] Let’s first clarify this concept of the organism’s “inner appetite.” One actually only comes across this concept of the organism’s inner appetite when observing very young children. They don’t really taste things just with their tongues. I’ve always told educators this: small children don’t just taste with their tongues; they actually taste with their entire organism. The entire organism is something like a delicate organ of taste. It’s just that later on, this tasting becomes localized, so to speak, around the palate, tongue, and so on. This differentiation, which occurs relatively early, is, however, only partial. In the subconscious realm, a person tastes—and thus generates this inner experience of appetite—through their entire organism. Quite simply, the entire organism possesses that driving force which we call appetite.
[ 17 ] Nun, nicht wahr, wie es nun eine Appetitlosigkeit im abgesonderten Hauptestrakt gibt, die da erlebt wird, so gibt es eben, und das ist gerade beim Asthmatischen im hohen Maße der Fall, eine Appetitlosigkeit des Organismus. Und es tritt beim Asthmatischen eine Appetitlosigkeit des ganzen Organismus ein; er hat gar keine Lust, die eingenommenen Nahrungsstoffe gerade nach den Teilen hin aufzunehmen, die in den ganzen Kreislauf übergehen. Er hat sogar eine Abneigung, aber er weiß nichts davon, weil sie innerlich unbewußt ist, namentlich gegen Gekochtes. Man wird dieses aus äußerlichen Symptomen, die in seinem Leben auftreten, recht gut beobachten können. Dem muß man zuerst beikommen. Man muß den Organismus erst wieder appetitfähig machen.
[ 17 ] Well, isn’t it true that just as there is a loss of appetite in the isolated main extract that is experienced there, so too—and this is particularly the case to a high degree in asthmatics—is there a loss of appetite throughout the entire organism. And in asthmatics, a loss of appetite affecting the entire organism sets in; they have absolutely no desire to absorb the nutrients they consume—specifically those that enter the bloodstream. They even have an aversion—though they are unaware of it because it is an unconscious, internal reaction—particularly toward cooked foods. This can be observed quite clearly from external symptoms that appear in their daily life. This must be addressed first. One must first restore the body’s ability to have an appetite.
[ 18 ] Es ist überhaupt gut, wenn Sie wissen, wie man einem Organismus beikommt, bei dem man zu bemerken glaubt, daß er appetitlos ist, daß also die rechte Verbindung zwischen Ätherorganismus und astraliischem Organismus unterbrochen ist, denn das heißt appetitlos sein. Nun ist es gut, wenn man überhaupt weiß, was da gut ist. Und da ist immer gut, wenn man das in der richtigen Dosierung dem Organismus beibringt, was man in der Form von Gerbsäure gewinnen kann, zum Beispiel aus Salbeiblättern, aus Nußblättern, aus Eichenrinden oder Weidenrinden, kurz, wenn man, ich will sagen, dasjenige, was vielleicht der ersten Dezimale gleichkommt, eben nur prozentig, an Gerbsäure dem menschlichen Organismus beibringt. Das ist dasjenige, was ganz besonders wichtig ist für den Astralleib in einem solchen Falle. Der wird angeregt, seine Tätigkeit auf den Ätherleib auszudehnen, wenn man ihm diese Gerbsäure beibringt. Darauf reagiert wiederum nicht der Ätherleib. So daß man nur Unordnung erregt, wenn man einseitig Gerbsäure beibringt. Man muß auf der anderen Seite auch dem Ätherleib beikommen. Und dem kommt man bei, wenn man zum Beispiel aus Veronica officinalis, aus diesem Ehrenpreis einen Blätterauszug macht und daraus namentlich die bitteren Stoffe gewinnt, diese bitteren Stoffe, die in solchen Pflanzen sind — man kann sie auch aus anderen Pflanzen gewinnen, überall, wo diese bitteren Extraktivstoffe drinnen sind —, und man wird dann abwechselnd, meinetwillen am Morgen das eine geben, am Abend das andere, und man kann dann den Rhythmus regeln zwischen astralischem und ätherischem Leib und auf diese Weise die Heilung einleiten. Gibt man dann dem Kranken die Anweisung, in langer Geduld, wochenlang überhaupt nicht im Bette zu liegen, sondern in einem Stuhl zu schlafen, und wenn er den Versuch macht, einzuschlafen, die Atmung im Geist zu meditieren, also zu sehen oder zu spüren im Geiste: Einatmung, Atem ausbreiten, Ausatmung, — ganz bewußt atmen, wenn er einschläft; wenn er aufwacht, gleich wiederum ihn anfangen lassen, ein paar Minuten bewußt zu atmen. Wenn man auf diese Weise seine moralischen Kräfte in Anwendung auf den eigenen Organismus stärkt, nämlich auf das Atmen, aber so, daß er sie unbeirrt anwenden kann — bei jeder anderen Lage als bei einem Schlafen in einem Stuhl, namentlich bei der Liegelage, ist es ganz unmöglich, daß der Patient die Sache durchführt — und dieses dann als den dritten Akt der Kur verwendet, so ist zu hoffen, daß man dem Asthma selbst noch in sehr späten Entwickelungsstadien beikommt. Der Morphinismus ist ja dann doch nur eine Folgeerscheinung, den wird man dann wegbringen. Man muß versuchen, den Morphinismus dann zu bekämpfen.
[ 18 ] It is generally a good thing to know how to treat an organism in which one believes one can observe a lack of appetite—that is, a disruption of the proper connection between the etheric organism and the astral organism—for that is what a lack of appetite means. Now, it is good to know what is beneficial in such cases. And it is always beneficial to provide the organism with the correct dosage of what can be obtained in the form of tannic acid—for example, from sage leaves, walnut leaves, oak bark, or willow bark—in short, I mean, when one introduces to the human organism that amount of tannic acid which perhaps corresponds to the first decimal place—expressed as a percentage. That is what is particularly important for the astral body in such a case. It is stimulated to extend its activity to the etheric body when one supplies it with this tannic acid. The etheric body, however, does not respond to this. Thus, one merely causes disorder if one supplies tannic acid in an unbalanced manner. On the other hand, one must also address the etheric body. And this is achieved, for example, by making a leaf extract from Veronica officinalis—this speedwell—and extracting specifically the bitter substances from it, those bitter substances found in such plants—they can also be obtained from other plants, wherever these bitter extractives are present— and then one administers them alternately—for my part, one in the morning and the other in the evening—and one can then regulate the rhythm between the astral and etheric bodies and in this way initiate the healing process. If one then instructs the patient, with great patience, not to lie in bed at all for weeks on end, but to sleep in a chair, and when he tries to fall asleep, to meditate on his breathing in his mind—that is, to see or feel in his mind: inhalation, expansion of the breath, exhalation—to breathe very consciously as they fall asleep; when they wake up, have them begin again immediately, breathing consciously for a few minutes. If one strengthens one’s moral powers in this way by applying them to one’s own organism—namely, to breathing— but in such a way that one can apply them unwaveringly—in any situation other than sleeping in a chair, particularly when lying down, it is entirely impossible for the patient to carry this out—and then uses this as the third phase of the treatment, there is hope that asthma itself can be addressed even in very late stages of development. Morphine dependence is, after all, merely a secondary effect; it can then be eliminated. One must then attempt to combat the morphine dependence.
[ 19 ] Nun einen anderen interessanten Fall, der mir vorgelegt worden ist. Ich möchte aber ausdrücklich betonen, daß es natürlich mehr oder weniger problematische Dinge sind, die man gibt, wenn man den betreffenden Patienten nicht sieht. Es ist eben nur, ich möchte sagen, der Fall auch idealiter zu konstruieren, aber wir wollen doch dasjenige kurz sagen, was da vorliegt bei diesem fünfundvierzigjährigen Postsekretär, der infolge von irgend etwas einen Nervenzusammenbruch erlitten hat, dann zunächst, wie es scheint, schlaflos geworden ist und in so etwas hineingekommen ist, wo der Kranke nicht mehr Herr wird über sich, wo der Kopf allein denkt, also automatisch ist. Das ist wohl das erste Stadium gewesen. Dann scheint dieses Stadium übergegangen zu sein in ein anderes, wo er ein Gliederzittern bekommen hat nach zwei Jahren und Krampfzustände wohl auch in den Gliedern.
[ 19 ] Now, another interesting case that has been brought to my attention. However, I would like to emphasize explicitly that, of course, there are more or less problematic aspects to these cases when one does not see the patient in question. It is simply that I would like to say that the case should ideally be reconstructed, but let us briefly describe what we have here with this forty-five-year-old postal clerk, who, as a result of something, suffered a nervous breakdown, then—as it seems—initially became insomniac and entered a state where the patient can no longer control himself, where the mind thinks on its own—that is, automatically. That was probably the first stage. Then this stage seems to have transitioned into another, in which he developed tremors in his limbs after two years, as well as convulsive episodes, presumably in his limbs as well.
[ 20 ] Es wird sich nun darum handeln, in einem solchen Falle vor allen Dingen zu wissen, daß der ganze Zustand nicht in anderen Organen liegt als denjenigen, die von der Ich-Organisation und von der astralischen Organisation her dirigierend wirken auf das Willenssystem des Menschen. Das Willenssystem kommt in Betracht. Und das Unregelmäßige und Unnormale des Willenssystems wirkt schon in diesem eigentümlichen Hingegebensein an den Gedankenautomatismus. Das hat gar nichts mit den Gedanken zu tun, das hat zu tun mit dem Willen, der der Entwickelung des Gedankens zugrunde liegt. Alles geht aber darauf aus, tief in dem Unterbewußten unten zu wirken, um den Willen eigentlich in dem bloßen StoffwechselGliedmaßenorganismus zu bilden, ihn herauszuziehen aus dem rhythmischen Organismus, herauszuziehen aus dem Nerven-Sinnesorganismus. Es liegt also die Verlegung der ganzen physischen und ätherischen Willensorgane nach dem unteren Organismus eigentlich als Tendenz vor.
[ 20 ] In such a case, the most important thing is to realize that the entire condition does not lie in organs other than those that, through the ego-organization and the astral organization, exert a directing influence on the human will system. The system of the will is what matters. And the irregularities and abnormalities of the system of the will are already at work in this peculiar surrender to automatic thought processes. This has nothing to do with thoughts themselves; it has to do with the will that underlies the development of thought. Everything, however, is directed toward working deep within the lower subconscious in order to actually form the will within the purely metabolic-limb organism, to draw it out of the rhythmic organism, to draw it out of the nervous-sensory organism. Thus, there is actually a tendency toward the displacement of the entire physical and etheric organs of the will toward the lower organism.
[ 21 ] Sie würden sicher das, was ich sage, in einem solchen Falle auch an äußeren Symptomen gut haben wahrnehmen können, wenn Sie die Gelegenheit gehabt hätten, sagen wir, von irgendeinem Zeitpunkte an diesen Postsekretär zu beobachten, und nach zwei Jahren wiederum; Sie würden so bemerken, daß in diesen zwei Jahren das wechselseitige Verhältnis zwischen Unterlippe und Oberlippe ein anderes geworden ist. Es würde Ihnen vor zwei Jahren vorgekommen sein, daß vielleicht ein bestimmtes, nicht ganz zusammenstimmendes Verhältnis im Bewegen der Oberlippe zur Unterlippe stattgefunden hat, daß man das Gefühl hat, das paßt nicht so zusammen, wie bei den normalen Menschen, und nach zwei Jahren wird das stärker geworden sein. Die Unterlippe wird ihre ungezogenen Bewegungen mehr fortgesetzt haben als die Oberlippe. Solche Dinge werden Sie beobachten können. Sie werden auch ein solches Wechselverhältnis beobachten können zwischen den Beinen und den Armen an nicht zusammenstimmenden Bewegungen.
[ 21 ] You would certainly have been able to clearly perceive what I am saying in such a case, even from outward symptoms, if you had had the opportunity, let’s say, to observe this postal clerk at some point in time, and then again two years later; You would thus notice that, over the course of those two years, the relationship between the lower lip and the upper lip has changed. Two years ago, it might have seemed to you that there was a certain, not entirely harmonious relationship in the movement of the upper lip relative to the lower lip—that one has the feeling that they do not fit together as well as they do in normal people—and after two years, this discrepancy would have become more pronounced. The lower lip will have continued its erratic movements more than the upper lip. You will be able to observe such things. You will also be able to observe a similar interplay between the legs and the arms in terms of movements that do not coordinate.
[ 22 ] Nun handelt es sich darum, daß in einem solchen Falle kombiniert werden sollte eine medikamentöse Behandlung, eine physische Behandlung, sagen wir, mit einer seelischen Behandlung in Heileurythmie. Diese zwei Dinge müssen hier kombiniert werden, und dafür ist der Fall sogar typisch.
[ 22 ] The point is that in such a case, medication and physical therapy should be combined with, let’s say, psychological treatment through therapeutic eurythmy. These two approaches must be combined here, and this case is actually a typical example of that.
[ 23 ] Wenden Sie in einem solchen Falle Equisetumbäder an mit ziemlich starkem Zusatz von Equisetum, wodurch Sie dann auf die Kieselsäure rechnen. Equisetum hat ja einen sehr hohen Prozentsatz von Kieselsäure, also nehmen Sie Equisetumbäder, und Sie werden durch diese Equisetumbäder eine wesentliche Verstärkung der Ich-Organisation hervorrufen können. Aber die ist eben unter dem Einfluß des Bades da. Fortwährend ist die Gefahr vorhanden, daß sie nach kurzer Zeit wiederum verschwunden ist. Sie wird zur Tendenz getrieben, etwas Bleibendes zu sein, wenn Sie nun heileurythmisch vokalisieren lassen, einfach vokalisieren lassen, nachdem das Bad abgelaufen ist, eine Stunde lang heileurythmisch vokalisieren lassen. Da regen Sie das dann an, -was zuerst nur veranlagt worden ist im Equisetumbad. Und dann können Sie hoffen, auf diese Weise, vor allen Dingen von der Peripherie aus, von dem Gliedmaßenorganismus aus, die Sache zu bekämpfen. Man muß eben überall versuchen, den Punkt zu finden, von dem aus man die Dinge bekämpfen kann.
[ 23 ] In such a case, use horsetail baths with a fairly strong concentration of horsetail, which will provide you with the necessary silica. Horsetail does indeed contain a very high percentage of silicic acid, so use horsetail baths, and through these baths you will be able to bring about a significant strengthening of the ego organization. But this is only present under the influence of the bath. There is a constant danger that it will disappear again after a short time. It will be encouraged to become something lasting if you then have the patient vocalize using therapeutic eurythmy—simply vocalize—for one hour after the bath has ended. In this way, you stimulate what was initially only predisposed during the horsetail bath. And then you can hope, in this manner—above all from the periphery, from the limb system—to combat the condition. One must simply try everywhere to find the point from which one can combat these things.
[ 24 ] Nun hat mich etwas dieser andere Fall beschäftigt, der sehr interessant ist; er ist nur nicht ganz klar dargestellt. Es heißt hier:
[ 24 ] Now, I've been thinking about this other case, which is very interesting; it's just not presented very clearly. It says here:
Lupusartige, immer stärker sich ausbreitende Wucherung der Schleimhaut am Gaumen, die Schluckbeschwerden macht, bei einer siebenunddreißigjährigen Patientin, die vor sieben Jahren eine Lungentuberkulose hatte, zweiten, dritten Grades, die aber ziemlich verwachsen ist. Operiert an Gallensteinen, die nicht vorhanden waren.
A lupus-like, progressively spreading growth of the mucous membrane on the palate, causing difficulty swallowing, in a 37-year-old female patient who had stage II or III pulmonary tuberculosis seven years ago, which has since largely resolved. She underwent surgery for gallstones, which were not present.
[ 25 ] Da hätte ich gerne gewußt, was unmittelbar eingetreten ist nach der Operation an Gallensteinen, die nicht vorhanden waren!
[ 25 ] I would have liked to know what happened immediately after the surgery for gallstones that weren't even there!
Leidet an Störungen des Ernährungstraktes, an Blähungen, die wohltätig beeinflußt werden mittels heileurythmischer S-Übung und in letzter Zeit minimal sind; hat seit Jahren schweren Kummer. Könnte eine mit Erfolg durchgeführte I-Übung die Lupuserkrankung verursacht haben? Was wäre zu tun?
Suffers from digestive tract disorders and bloating, which have been alleviated through therapeutic eurythmy S-exercises and have recently been minimal; has been experiencing severe distress for years. Could a successfully performed I-exercise have caused the lupus? What should be done?
[ 26 ] Haben Sie denn die Meinung, daß es sich da wirklich um etwas Lupusähnliches handelt?
[ 26 ] Do you think this is really something similar to lupus?
Es kann auch Skorbut sein; es sieht nur so aus.
It could also be scurvy; it just looks that way.
[ 27 ] Das muß man nicht voraussetzen. In Wirklichkeit kann es sich eigentlich nur darum handeln, daß die plastische Kraft des ätherischen Organismus einfach nicht bis in die peripherischen Trakte genügend wirkt. Es kann sich eben um nichts anderes handeln. Und dem würde man beikommen müssen, indem man einfach injiziert Bienengift in vielleicht sechster Dezimale und den Prozeß zu einem totalen macht, der dadurch entsteht, daß das Bienengift sehr stark den ätherischen Leib anregt zu einer wirklich nach dem ganzen menschlichen Organismus hin gerichteten Aufnahme der astralischen Kräfte.
[ 27 ] One need not assume that. In reality, it can really only be a matter of the plastic power of the ethereal organism simply not extending sufficiently into the peripheral tracts. It simply cannot be anything else. And this would have to be addressed by simply injecting bee venom—perhaps in a sixth decimal dilution—and making the process a total one, which arises from the fact that the bee venom very strongly stimulates the etheric body to absorb astral forces in a way that is truly directed toward the entire human organism.
[ 28 ] Bienengift ist ein sehr interessanter Stoff. Das, was dem Bienengift zugrunde liegt, ist wirklich ein Kraftsystem, das zu gleicher Zeit der ganzen Gestalt des menschlichen Organismus zugrunde liegt. Was da überhaupt wirkt in dem Bienenstock zwischen der Erzeugung des Bienengiftes mit der Bienennahrung und alledem, was die Biene aufnimmt, und dem, was dann die Wachszellen der Waben sind, das ist nicht für die einzelne Biene, aber für den ganzen Bienenstock wunderbar ähnlich den organischen Vorgängen im menschlichen Organismus. Nämlich wenn man die Bienen verfolgt von da an, wo sie auf die Blumen sitzen, bis da, wo sie zum Stock zurückkommen und die Produkte, die sie mitbringen, absondern und dann die Zellen verfertigen, so hat man eine Tätigkeit des Bienenstocks, die wirklich innerlich ichmäßig, astralmäßig, äthermäßig ganz ähnlich dem ist, was geschieht zwischen den Vorgängen, die innerlich im Gehirn vor sich gehen, wenn ein Mensch wahrnimmt, dann in die Wahrnehmungskräfte Substanzen hereinnimmt und bis in die Gestaltung, in diese merkwürdige Gestaltung der Knochenzellen hineingeht. Man sieht in den Bienenwaben etwas Weichgebliebenes, anders Gebliebenes, als in dem zu Knochenzellen Gewordenem, und man sieht in dem Sitzen der Biene auf der Blume die menschliche Wahrnehmung. So daß tatsächlich der ganze menschliche Organismus in seiner Tätigkeit eingeschlossen ist in dem, was zwischen dem Saugen der Bienen auf der Blume und dem Herstellen der Wachszellen liegt.
[ 28 ] Bee venom is a very interesting substance. What underlies bee venom is truly a system of forces that also underlies the entire structure of the human organism. What actually takes place in the beehive—between the production of bee venom from the bees’ food and everything the bee ingests, and the formation of the wax cells in the honeycomb—is, not for the individual bee but for the entire beehive, remarkably similar to the organic processes in the human organism. Namely, if one follows the bees from the moment they alight on the flowers until they return to the hive, secrete the products they bring with them, and then construct the cells, one observes an activity within the beehive that is truly, in its innermost essence—in terms of the “I,” the astral, and etheric—that is very similar to what occurs in the processes taking place internally in the brain when a human being perceives, then takes substances into the powers of perception, and penetrates all the way into the formation—into this remarkable formation of the bone cells. One sees in the honeycombs something that has remained soft, something that has remained different from what has become bone cells, and one sees human perception in the bee sitting on the flower. So that, in fact, the entire human organism, in its activity, is encompassed in what lies between the bees’ sucking on the flower and the production of the wax cells.
[ 29 ] Dem Ganzen liegt wiederum zugrunde, als das organisierende Prinzip vom Geistigen herein, das Bienengift. So daß Sie, wenn es sich darum handelt, daß Sie sehen können, daß gewissermaßen in der Peripherie abreißt die organische Wirkung, nicht hinein will in die Peripherie, immer sehr viel Gutes tun können mit Bienenoder Wespengift, und dann unterstützen von innen heraus die Wirkung der Injektion dadurch, daß Sie einen flüssigen Brei machen von Honig und Milch, und das dann eben als einen täglichen Nahrungszusatz geben.
[ 29 ] Underlying the whole of this, as the organizing principle coming from the spiritual realm, is bee venom. So that when you can see that the organic effect is, so to speak, breaking off at the periphery—and does not want to penetrate into the periphery—you can always do a great deal of good with bee or wasp venom, and then support the effect of the injection from within by making a liquid paste of honey and milk, which you then administer as a daily dietary supplement.
[ 30 ] Das ist etwas, was wirklich sich so darstellt, daß man sieht, der Organismus, der sich in sich zusammengekrampft hat und der solche anormalen Erscheinungen an verschiedenen Peripheriestellen zeigt, breitet wiederum seine Wirkung aus auf der einen Seite unter dem Einfluß des Insektengiftes, das in das Zirkulationssystem hineingeht, auf der anderen Seite unter dem Einfluß desjenigen, was substantiell verwandt ist Milch und Honig, in der Organisation, entwickelt sich, breitet sich aus. Das ist dasjenige, was ich glaube, daß es in einem solchen Falle schon empfohlen werden kann.
[ 30 ] This is something that truly presents itself in such a way that one can see the organism, which has contracted in on itself and exhibits such abnormal symptoms at various peripheral sites, is in turn exerting its effect—on the one hand under the influence of the insect venom entering the circulatory system, and on the other hand under the influence of that which is substantially akin to milk and honey—developing and spreading throughout the organism. This is what I believe can already be recommended in such a case.
[ 31 ] Nun möchte ich über die Frage sprechen, die, wie es scheint, Ihnen auch am Herzen liegt. Das ist die Frage der Nervenkrankheiten, Rückenmarkskrankheiten und so weiter.
[ 31 ] Now I would like to discuss the issue that, it seems, is also close to your heart. That is the issue of nervous system disorders, spinal cord disorders, and so on.
[ 32 ] Von allen Nervenkrankheiten sind schon natürlich die Rückenmarkskrankheiten am schwersten zu erreichen. Den anderen Nervenkrankheiten ist noch viel eher beizukommen. Aber man würde doch viel eher den sogenannten Nervenkrankheiten beikommen können, wenn man in Erwägung zöge, daß im Nerv, im Nervenstrang, im Nerven überhaupt, eine fortdauernd nach der Zerbröckelung hintendierende Substanz vorhanden ist. Es ist im Nerv nichts vorhanden, wie in anderen Teilen des Organismus, von aufbauenden, sprießenden Kräften, von Wachstumskräften, sondern es ist im Nerven überall dasjenige vorhanden, das hinübertendiert nach der Ich-Organisation, dadurch, daß es eigentlich immer abscheiden und zerbröckeln will. Es muß nur immer fortwährend verhindert werden am Zerbröckeln. In dem Augenblick, wo die Ich-Organisation nicht stark genug ist, um den Nerven an diesem Zerbröckeln zu verhindern, dann entstehen eigentlich die verschiedensten Erscheinungen. Je nachdem es sich um die Ich-Organisation oder astralische Organisation handelt, die nicht stark genug sind, entstehen entweder die eigentlichen Nervenkrankheiten, wenn die astralische Organisation nicht stark genug ist, oder wenn die IchOrganisation nicht stark genug ist, entstehen die verschiedenen Neuralgien oder die verschiedenen Zustände mit halb psychischen Symptomen und so weiter.
[ 32 ] Of all nervous disorders, diseases of the spinal cord are, of course, the most difficult to treat. The other nervous disorders are much easier to treat. But one would be much better able to treat so-called nervous disorders if one took into account that within the nerve, the nerve tract, and the nervous system in general, there exists a substance that constantly tends toward disintegration. Unlike in other parts of the organism, there is nothing in the nerve—no constructive, sprouting forces, no forces of growth—but rather, what is present throughout the nerve is that which tends toward the “I”-organization, in that it actually always seeks to separate and disintegrate. It must simply be continuously prevented from disintegrating. The moment the ego-organization is not strong enough to prevent the nerves from crumbling, a wide variety of symptoms actually arise. Depending on whether it is the ego organization or the astral organization that is not strong enough, either actual nervous disorders arise—if the astral organization is not strong enough—or, if the ego organization is not strong enough, various forms of neuralgia or various conditions with semi-psychic symptoms and so on arise.
[ 33 ] Nun muß man sich eben darüber klar werden, wie man gerade so auf das Nervensystem wirken kann, daß im Nervensystem gewissermaßen eine Art Phantom des astralischen und des Ich-Organismus auftritt. Das tritt wirklich auf, wenn man den Versuch macht, die Kräfte — wenn also eine schon stark nervöse Erkrankung, nicht eine partielle vorliegt — die Kieselsäurewirkung in das ganze Nervensystem hineinzubekommen. Das ist sozusagen etwas wie ein Postulat, in die Nervenorganisation die Kieselsäure hineinzubekommen.
[ 33 ] Now one must simply understand how to influence the nervous system in such a way that, so to speak, a kind of phantom of the astral and ego organisms appears within the nervous system. This actually occurs when one attempts to introduce the effects of silicic acid into the entire nervous system—that is, when there is already a severe nervous disorder, not just a partial one. This is, so to speak, something like a postulate: to introduce silicic acid into the nervous system.
[ 34 ] Nun bekommt man schon die Kieselsäure, wenn nicht besondere Hindernisse und Hemmungen da sind, dadurch in das Nervensystem hinein, daß wirklich eine außerordentlich starke Affinität der Form des menschlichen Nervensystems zur Arnikasubstanz vorhanden ist. Die ist schon sehr groß. Und wenn Sie, eben in hoher Potenz natürlich, in der fünfzehnten, fünfundzwanzigsten, selbst dreißigsten Potenz, Arnikainjektionen geben, so werden Sie in den meisten Fällen finden, daß die Arnikainjektion so wirkt, daß der Kranke dann von sich aus auch sogar den Drang und Trieb bekommt, etwas zu tun gegen seine Nervenzustände. Denn dazu muß man es immer bringen, daß der Kranke plötzlich merkt: Das, was in den Nerven ist, das nimmt mir irgendein Heilmittel ab, und ich kann jetzt meine Ich-Organisation, meinen astralischen Organismus verwenden. Um das Abnehmen handelt es sich in diesem Falle. Bei einem Nervenkranken sind der Ich-Organismus und astralische Organismus intensiv beschäftigt mit dem Nervenprozeß. Man muß etwas hineinbekommen in den Nervenprozeß, was nachahmt die Ich-Organisation und die astralische Organisation. Und das tut gerade jene merkwürdige Konfiguration, die in der Arnika ist, die ja tatsächlich ein Mixtum compositum von allem möglichen ist, wirklich auch eine Art mikrokosmischer Nachahmung von allem möglichen Makrokosmischen. Das tut die Arnikasubstanz in ganz besonderem Maße.
[ 34 ] Now, provided there are no particular obstacles or inhibitions, silicic acid enters the nervous system because there is indeed an extraordinarily strong affinity between the structure of the human nervous system and the arnica substance. This affinity is already very strong. And if you administer arnica injections—in high potencies, of course, such as the fifteenth, twenty-fifth, or even thirtieth potency—you will find in most cases that the arnica injection has the effect of causing the patient to spontaneously feel the urge and impulse to do something about their nervous condition. For one must always bring it to the point where the patient suddenly realizes: What is in my nerves is being relieved by some remedy, and I can now make use of my ego-organism and my astral organism. In this case, it is a matter of relief. In a person with a nervous disorder, the ego-organism and the astral organism are intensely occupied with the nervous process. One must introduce something into the nervous process that mimics the ego-organism and the astral organism. And this is precisely what that remarkable configuration found in arnica does—arnica, which is in fact a mixtum compositum of all manner of things, truly a kind of microcosmic imitation of all manner of macrocosmic phenomena. The arnica substance does this to a very special degree.
[ 35 ] Denken Sie doch, was da alles geschieht. Da hat man zunächst die Kieselsäure, die in Arnica montana drinnen ist. Das ist die Grundsubstanz. Die ist ungeheuer fein empfindlich, ein tief bedeutsames Reagens für alle möglichen kosmischen Einflüsse. Für alles, was auf die Erde wirkt, dafür ist die Kieselsäure ein ungemein feines Reagens. Dann besteht in Arnica montana immer die Tendenz, diese feinen Kieselsäure-, man möchte sagen, Wahrnehmungen des Kosmos zu übertragen und abzuformen plastisch in den Kalisalzen und auch Kalksalzen, die in Arnica montana in einer wunderbaren Weise auch verteilt sind.
[ 35 ] Just think about everything that happens there. First, there is the silicic acid found in Arnica montana. That is the basic substance. It is incredibly sensitive—a profoundly significant reagent for all kinds of cosmic influences. Silicic acid is an extraordinarily sensitive reagent for everything that acts upon the Earth. Then, in Arnica montana, there is always a tendency to transmit these subtle silicic acid—one might say—perceptions of the cosmos and to mold them plastically into the potassium salts and also the calcium salts, which are distributed in Arnica montana in a wonderful way.
[ 36 ] Nun denken Sie sich die ganze Wirkung, die ich vorhin auch geschildert habe für die Gerbsäure; diese Wirkung auf den astralischen Organismus ist da in der Arnika auch wiederum drinnen. So daß man dasjenige, was nun aus dem Kosmos hereingetragen wird, von der Kieselsäure abgedruckt wird gewissermaßen plastisch in den Kalium-Kalksalzen, unmittelbar in den Organismus hineinträgt durch den Gerbsäuregehalt der Arnika. Dann entwickelt die Arnikasubstanz wie durch ein Wunder gleichzeitig ein Beruhigungsmittel, so daß der Mensch nicht das Beunruhigende des Eindringens von fremder Substanz in das physische Korrelat des astralischen Leibes spürt. In der Arnikasubstanz ist nämlich etwas Kampferartiges drinnen. Es ist also das eigene Beruhigungsmittel drinnen. Dann enthält ja die Arnikasubstanz, in Gummi und ähnliche Stoffe wunderbar gebettet, Eiweißsubstanz, womit eine Affinität zum Ätherleib hin gegeben ist. Und dann haben wir drinnen Phosphoriges, nämlich ätherische Ole, wodurch das ganze so aufgebaut wird, daß es direkt ein Phantom wird des menschlichen Ich-Organismus. |
[ 36 ] Now imagine the entire effect that I described earlier with regard to tannic acid; this effect on the astral organism is also present in arnica. So that what is now carried in from the cosmos—imprinted, as it were, plastically by silicic acid in the potassium-calcium salts—is carried directly into the organism through the tannic acid content of arnica. Then, as if by a miracle, the arnica substance simultaneously develops a sedative, so that the person does not feel the distress caused by the intrusion of a foreign substance into the physical counterpart of the astral body. For there is something camphor-like within the arnica substance. So it contains its own sedative. Furthermore, the arnica substance—wonderfully embedded in gum and similar substances—contains protein, which gives it an affinity for the etheric body. And then there are phosphorous compounds within it, namely essential oils, through which the whole is structured in such a way that it directly becomes a phantom of the human “I”-organism. |
[ 37 ] Bringen Sie daher in der richtigen Dosierung in den Organismus hinein — aber durch Injektion, die anderen Dinge werden nicht so stark wirken durch Injektion — eine Substanz von Arnica montana, so werden Sie in der Regel sehen, daß mindestens zunächst eine starke Beeinflussung des Nervensystems da ist. Der richtige Vorgang wird da sein, wenn Sie bemerken können, wie der Kranke sich nun stärker fühlt, wie er glaubt, er wird jetzt die Sache von sich aus bezwingen können. Dies Gefühl muß man hervorrufen. Kommt es nicht, dann nehmen Sie zu Hilfe alternierend mit der Arnica montana dasjenige, was ihn nun unterstützt dadurch, daß er die Wirkung der Arnica montana auch von der Atmungsseite her mehr in Schwung bringt, wechseln Sie also ab mit einer ziemlich hochprozentigen Ameisensäureinjektion. Sie werden sehen, daß dann die Sache auftreten kann.
[ 37 ] Therefore, administer a substance derived from Arnica montana in the correct dosage—but by injection, since other substances will not be as effective when administered by injection—and you will generally observe, at least initially, a strong effect on the nervous system. The process is proceeding correctly when you notice that the patient now feels stronger and believes he will be able to overcome the condition on his own. This feeling must be evoked. If this does not occur, then, alternating with Arnica montana, use whatever supports the patient by further stimulating the effect of Arnica montana on the respiratory side; in other words, alternate with a fairly high-concentration formic acid injection. You will see that the desired effect can then occur.
[ 38 ] Bringen Sie das nicht zustande, dann ist es natürlich notwendig, daß man aus dem Teile, bei dem man, je nachdem, ob es im Gehirn, ob es im Rückenmark ist, den eigentlichen Quell der Krankheit konstatieren kann, einen Auszug macht aus dem betreffenden Teil des Nervensystems eines Tieres in hoher Potenz, und das dann statt der Ameisensäure in Alternierung mit der Arnika injiziert. Wenn Sie also zum Beispiel die Vermutung haben, daß die Nervenerkrankung, sagen wir, vom Sehbezirk ausgeht, da ihren Ursprung hat, dann nehmen Sie aus der Vierhügelsubstanz oder solch einer Substanz eines Tieres eben die Absonderung, ziehen sie aus, nehmen sie in einer ziemlich hohen Potenz und injizieren sie zur Unterstützung der Arnica montana. Lassen Sie die Unterstützung gerade dorthin gehen, wo es notwendig ist. Das sind Dinge, die man immer beobachten muß.
[ 38 ] If you cannot achieve this, then it is, of course, necessary to prepare a highly potent extract from the part of the nervous system—whether in the brain or the spinal cord—where the actual source of the disease can be identified, and then inject this in place of formic acid, alternating it with arnica. So, for example, if you suspect that the neurological disorder originates in, say, the visual cortex, then take the secretion from the quadrigeminal plate or a similar structure in an animal, extract it, prepare it in a fairly high potency, and inject it to support Arnica montana. Let the support go precisely where it is needed. These are things one must always observe.
[ 39 ] Allerdings tritt nun namentlich bei gelingenden Arnica montanaKuren eine gelinde Giftwirkung auf — es sollte die sogar auftreten —, die man an irgend etwas wahrnehmen kann. Aber immer werden Sie sehen, daß diese gelinde Giftwirkung durch per os genommene Alkalien in irgendwelcher Verbindung aufgehoben werden kann. Ich glaube, daß in dem, was ich da geschildert habe, tatsächlich etwas sehr Wesentliches liegt für das, was getan werden sollte bei nervösen Erkrankungen, auch bei Rückenmarkserkrankungen, die eben im rechten Stadium nur diagnostiziert werden konnten, und bei denen man sich jene medizinische Ungezogenheit abgewöhnen sollte, die namentlich im Westen Europas so grassiert, daß man fast alle Tabes dorsalis-Erkrankungen auf irgendwelche luetischen Ursachen zurückführt. Es ist ein völliger Unsinn. Und wenn man sich den freien Blick damit von vorneherein verbaut, so wird man natürlich mit seiner Anschauung nicht zurechtkommen. Die meisten der Rückenmarkserkrankungen rühren sogar durchaus nicht von irgendwelchen syphilitischen Ausgangspunkten her, sondern sie rühren von den den meisten Menschen harmlos erscheinenden Erkältungskrankheiten her, in gastrischen oder sonstigen Unterleibstrakten, also überhaupt in Unterleibstrakten, oder davon, daß die Wirbelsäule als solche einmal einer Erkältung ausgesetzt worden ist. Es ist nur das, daß ja, nun, nach den bekannten sozialen Zuständen der letzten Jahrzehnte natürlich die rein äußerliche Komplikation sehr häufig von Syphiliserkrankung und Rückenmarkserkrankung zusammen kam, und der Blick wurde dann dadurch abgelenkt, und man tat nicht das Richtige, nämlich die Syphilisfolgen für sich zu bekämpfen und die der Rückenmarkserkrankungen durch so etwas, wie ich es jetzt beschrieben habe. Die müßte eigentlich immer als eine Nervenerkrankung angesehen und behandelt werden, wie ich es eben beschrieben habe.
[ 39 ] However, particularly in successful Arnica montana treatments, a mild toxic effect occurs—indeed, it is expected to occur—that can be perceived in some way. But you will always find that this mild toxic effect can be neutralized by alkalis taken per os in some form. I believe that what I have described here actually contains something very essential regarding what should be done in cases of nervous disorders, including spinal cord disorders, which could only be diagnosed at the right stage, and in which we should break the habit of that medical misconduct that is so rampant, particularly in Western Europe, whereby almost all cases of tabes dorsalis are attributed to some syphilitic cause. It is utter nonsense. And if one obstructs one’s clear view of the matter from the outset, one will naturally be unable to come to terms with this perspective. Most spinal cord disorders do not stem from any syphilitic causes at all, but rather from common colds—which seem harmless to most people—in the gastric or other abdominal regions, that is, in the abdominal region in general, or from the spine itself having been exposed to a cold at some point. It is simply that, well, given the well-known social conditions of the past decades, the purely external complication of syphilis and spinal cord disease very often occurred together, and attention was thus diverted, so that the correct course of action—namely, treating the consequences of syphilis separately and those of spinal cord disease through the methods I have just described—was not taken. It should actually always be regarded and treated as a neurological disorder, just as I have described.
[ 40 ] Nun ist das Interessante, daß man dann, wenn man die Nervenerkrankungen noch im Verdauungstrakt oder gar im Magentrakt lokalisiert hat und sie nicht weiter über die Verdauungsorgane hinaus gehen, dasselbe erreichen kann — und das ist eben außerordentlich interessant —, wenn man statt Arnica montana Chamomilla nimmt, und geradeso durch Injektion behandelt, das übrige gleich macht. Und das ist deshalb interessant, weil Sie daraus sehen — denn der Chamomilla fehlt fast vollständig die Kieselsäure —, daß die Kieselsäure erst notwendig ist, wenn man mit den Nerven über den Verdauungstrakt hinauskommt. Es fehlt die Kieselsäure. Dagegen ist Schwefel drinnen, der im wesentlichen gerade segensreich ist, wenn es sich um die Anregung des Ätherleibes im Verdauungssystem handelt.
[ 40 ] Now, the interesting thing is that when nervous disorders are still localized in the digestive tract or even in the stomach and do not extend beyond the digestive organs, the same result can be achieved—and this is particularly interesting—by using Chamomilla instead of Arnica montana, treating it in the same way by injection, and keeping everything else the same. And this is interesting because it shows—since Chamomilla is almost completely lacking in silicic acid—that silicic acid is only necessary when the nervous system extends beyond the digestive tract. Silicic acid is absent. On the other hand, sulfur is present, which is essentially beneficial when it comes to stimulating the etheric body in the digestive system.
[ 41 ] Nun sind noch einige Fragen aufgetaucht, aber wir haben nicht mehr Zeit, die Dinge eingehend zu behandeln: «Was ist das Wesen von Kurzsichtigkeit und Weitsichtigkeit?»
[ 41 ] Now a few more questions have come up, but we don't have time to discuss them in detail: “What is the nature of nearsightedness and farsightedness?”
[ 42 ] Nicht wahr, Sie haben die Meinung, ob man diese Dinge therapeutisch beeinflussen könnte? Die Ursachen davon liegen ja auf der flachen Hand, und die fragen Sie doch nicht in diesen Sachen. Sie meinen, wie man sie therapeutisch beeinflussen könne, ob man sie heilen kann durch bloße medizinische Heilmittel? Man wird sie heilen können, sowohl die Kurzsichtigkeit wie die Übersichtigkeit heilen können, und damit auch vorbauen, denn Sie haben ganz recht, es hängt ja natürlich das Glaukom mit der Übersichtigkeit wesentlich zusammen. Nicht übersichtige Menschen werden nicht leicht glaukomkrank. Aber eine medikamentöse Heilung, die allerdings möglich ist, wird nur gelingen, wenn man sie einleitet vielleicht sogar vor dem dritten Lebensjahre. Man muß also sehr früh die Anlage zur Kurzsichtigkeit oder Weitsichtigkeit im Kinde bemerken. Dann wird man durch hochpotenzierte Belladonna sehr viel tun können. Aber man muß es merken eigentlich, bevor das Kind vollständig sprechen und gehen gelernt hat. Wenn der Organismus einmal soweit seine physische Grundlegung erlangt hat, wie er sie erlangt hat, wenn er gehen, stehen und sprechen erlernt hat, ist ja auch schon die ganze Tendenz zur Formung der Kristalllinse und des Glaskörpers vorhanden, die der Hyperopie und Myopie zugrunde liegen. Und da ist dann, weil es etwas rein mechanisch Formales ist, schwer etwas zu machen. Dagegen, solange noch auf das Auge dasjenige wirken kann, was ungeformt ist in den zappelnden Bewegungen, in den noch nicht orientierten Armbewegungen und so weiter beim Kinde, und das in ein sehr innerliches von einem gewissen Spüren, von einer gewissen Empfindung durchzogenes Erlebnis durch hochpotenzierte Belladonna kommt, so könnte man ja denken, daß man da etwas machen kann. Aber wahrscheinlich wird es nicht leicht sein, da seine Beobachtungen zu machen. Das ist darüber zu sagen.
[ 42 ] Don’t you think there’s a way to influence these conditions therapeutically? The causes are obvious, after all, and you don’t ask about them in these matters. You mean, how one could influence them therapeutically—whether they can be cured by mere medical remedies? It will be possible to cure both nearsightedness and farsightedness, and thereby also prevent them, because you’re quite right—glaucoma is, of course, closely linked to farsightedness. People who aren’t farsighted don’t easily develop glaucoma. But a cure through medication—which is indeed possible—will only succeed if treatment is initiated perhaps even before the age of three. One must therefore recognize the predisposition to nearsightedness or farsightedness in a child very early on. Then, highly potentized Belladonna can be very effective. But one must actually notice it before the child has fully learned to speak and walk. Once the organism has reached the stage of physical development it has attained—once it has learned to walk, stand, and speak—the entire tendency toward the formation of the crystalline lens and the vitreous body, which underlie hyperopia and myopia, is already present. And since this is a purely mechanical, formal process, it is difficult to do anything about it. On the other hand, as long as the eye can still be influenced by what is unformed in the child’s wriggling movements, in the still-uncoordinated arm movements, and so on—and as long as a very inner experience, permeated by a certain sense of feeling and a certain sensation, is brought about by highly potentized Belladonna—one might think that something can be done there. But it will probably not be easy to make such observations. That is what needs to be said about it.
[ 43 ] Nun müssen wir leider diese Betrachtungen abschließen. Ich hoffe, daß wir sie ja zu geeigneter Zeit wiederum fortsetzen werden. Es wird uns immer eine ganz besondere Befriedigung hier gewähren, wenn wir sozusagen in die angekündigte medizinische Hochschultätigkeit das einfügen können, daß wir den Ärzten einiges geben können, wenn sie zu solchen Versammlungen kommen. Ich hoffe, daß das in der Zukunft doch auf diese oder jene Weise immer wiederum herbeigeführt werden kann. Es wird ja im wesentlichen aber auch möglich sein, daß diejenigen Freunde, die in Verbindung bleiben mit der Dornacher Hochschule, von Zeit zu Zeit — wir werden dafür sorgen, daß das in der richtigen Weise gemacht wird — auch auf Fragen hin Mitteilungen bekommen können über diese oder jene Dinge. So daß also durchaus, wenn Sie an die Leitung, Frau Dr. Wegman, Fragen einschicken, wir zusammen Antworten geben werden, allerdings dann nicht im Beiblatt zum «Goetheanum» selbstverständlich, sondern in einer Form, in der es eben nur an die Ärzte kommen kann. Aber ich glaube, daß wir die Einrichtung so treffen sollen, daß, wenn einer eine Frage stellt, an unsere anthroposophischen Ärzte überhaupt dann die Antwort komme, weil sie immer eigentlich für alle interessant ist und wir auf diese Weise am besten weiterkommen werden. Wir werden versuchen, auf diese Weise auch die Kommunikation mit den Ärzten von hier aus, von Dornach aus in entsprechender Weise einzuleiten.
[ 43 ] Unfortunately, we must now conclude these remarks. I hope that we will be able to resume them again at an appropriate time. It will always give us a very special sense of satisfaction here when we can, so to speak, incorporate into the announced medical university activities the opportunity to offer the doctors something of value when they attend such gatherings. I hope that this can indeed be arranged again and again in the future, in one way or another. Essentially, however, it will also be possible for those friends who remain in contact with the Dornach School to receive, from time to time—and we will ensure that this is done properly—information on various topics in response to their questions. So, if you send questions to the administration, Dr. Wegman, we will provide answers together—though not, of course, in the supplement to *Goetheanum*, but in a format that is intended solely for doctors. But I believe we should set things up so that when someone asks a question, the answer reaches our anthroposophical physicians in general, because it is always of interest to everyone, and this is how we will make the best progress. We will try to initiate communication with the physicians in this way as well, from here in Dornach.
Dr. Palmer: Hochverehrter Herr Dr. Steiner, Sie gestatten wohl, daß ich im Namen meiner Kollegen unseren herzlichsten Dank ausspreche, daß Sie trotz der vielen Arbeit, die Sie in den Weihnachtstagen gehabt haben, noch die Zeit gefunden haben, auch uns einige Stunden zu widmen. Wie sehr nötig wir diese Stunden haben, das wissen wir selbst, die wir am Klinisch-Therapeutischen Institut in Stuttgart arbeiten, und wir möchten Sie bitten, daß Sie uns auch fernerhin mit Ihrem Rat unterstützen und uns Ihre Hilfe angedeihen lassen.
Dr. Palmer: Dear Dr. Steiner, Please allow me, on behalf of my colleagues, to express our heartfelt thanks for the fact that, despite the heavy workload you faced over the Christmas holidays, you still found the time to devote a few hours to us as well. We who work at the Clinical-Therapeutic Institute in Stuttgart know all too well how much we need these hours, and we would like to ask you to continue supporting us with your advice and to extend your assistance to us.
[ 44 ] Das einzige, was ich gewünscht hätte, wäre nur das gewesen, daß es mehr Stunden hätten sein können. Aber so viel wir auch mit Frau Dr. Wegman herumgedacht haben, es haben sich nicht mehr als diese drei Stunden ergeben. Wie gesagt, es wäre mein Wunsch gewesen, daß es mehr Stunden hätten sein können; hoffentlich aber ein anderes Mal!
[ 44 ] The only thing I would have wished for was that there could have been more hours. But no matter how much Dr. Wegman and I thought it through, we couldn't come up with more than these three hours. As I said, I would have liked there to have been more hours; but hopefully another time!
