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Therapeutic Eurythmy
GA 315

16 April 1921, Dornach

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Therapeutic Eurythmy, tr. SOL
  1. Curative Eurythmy, tr. Krohn
  2. Heileurythmie

Fünfter Vortrag

Fifth Lecture

[ 1 ] Meine lieben Freunde, wir wollen heute übergehen zu einigen eurythmisierenden Übungen, welche sich mehr auf das Wirken vom Seelischen aus beziehen. Dabei muß aber vorausgeschickt werden, daß gewöhnlich angenommen wird, wenn der Mensch eine Willensäußerung entwickelt, oder wenn er ein Urteil entwickelt, daß diese Äußerungen nur zusammenhängen mit dem menschlichen Nervensystem. Das ist aber durchaus nicht der Fall, sondern man muß sich klar sein darüber, daß zum Beispiel Urteile, die der Mensch abgibt, durchaus zusammenhängen mit seiner Gesamtkonstitution, daß der Mensch ein Urteil aus seinem Gesamtwesen heraus gibt. Wenn man daher für ein Urteil die entsprechende eurythmische Bewegung macht, dann ist das auch wieder so, daß dadurch der ganze Mensch in einer gewissen Weise beeinflußt wird, daß also nicht für dasjenige, was in einem eurythmischen Beurteilen zustande kommt, etwa bloß der Kopf beeinflußt würde. Wenn Sie zum Beispiel kennen lernen für eine Bejahung die entsprechende Bewegung, nun für eine Verneinung: (Frau Baumann demonstriert). Jetzt aber kann man natürlich das auch [therapeutisch anwenden]. Das ist natürlich dann oftmals hintereinander zu machen, wenn es als therapeutische Übung gemacht wird. Nun, eine solche Bejahung und Verneinung ist Ja im übergeordneten 1Wort nicht eindeutig zu entziffern, von Helene Finckh ursprünglich mit «negativen» übertragen, später korrigiert mit «ausgesprochenen». Nach vielen Vergleichen mit anderen Stellen im Stenogramm ist «übergeordneten» am ehesten vertretbar. Sinne dasjenige, was man ein Urteil nennen kann; wenn man irgend etwas bejaht oder verneint, hat man ja das eigentliche Wesen des Urteils. Wenn Sie eine solche Bejahung oder Verneinung abgeben, so ist das so, wenn es öfters wiederholt wird — Sie können zum Beispiel, sagen wir die Bejahung zehnmal hintereinander wiederholen lassen, dann die Verneinung. Sie können dann darauf folgen lassen Bejahung, Verneinung, Bejahung, Verneinung, zehnmal beides hintereinander -, so wirkt eine solche Bewegung auf dem Umwege durch den Ätherleib außerordentlich stark auf das Atmungssystem, und man kann sagen: Man kann auf diese Weise einer vorhandenen Kurzatmigkeit entgegenarbeiten, so daß also, wenn wiederum diese Kurzatmigkeit das Symptom für irgendeine tieferliegende Krankheitserscheinung ist, man da weil ja die Sache auf dem Umwege durch den Ätherleib geschieht - tatsächlich hineinarbeiten kann in die ganze Konstitution des Organismus. Sie müssen nur eigentlich jetzt ins Auge fassen, was das ist, was da getan wird. Dasjenige, was jetzt Frau Baumann getan hat, das könnte man in folgender Weise etwa interpretieren und würde auch das Wesen treffen, man könnte sagen: Das, was sie in die Welt gesetzt hat dadurch, ist ein flüchtig gewordener Gedanke, gleichsam der Gedanke, der Flügel gewonnen hat und in die Bewegung übergegangen ist. Wenn ein Urteil eurythmisch fixiert wird, eine Bejahung oder Verneinung, so ist das ein Gedanke, der reitet auf der Bewegung. Und dadurch, daß der Gedanke auf der Bewegung reitet, setzt man tatsächlich einen Teil dieses Wesens heraus; da der Gedanke auf der Bewegung reitet, nimmt man tatsächlich einen Teil gründlicher in sich herein, als es sonst ist. Das heißt, man macht eine Bewegung, durch die man eigentlich wacher wird als man sonst ist. Solche Bewegungen sind tatsächlich aufweckende Bewegungen. Aber da man mit dem Ich nicht zu gleicher Zeit in derselben Weise aufwacht, so wird die Ich-Tätigkeit dadurch in einer gewissen Weise herabgestimmt. Dieses Herabstimmen der Ich-Tätigkeit ist aber nicht absolut, sondern in Relation zum Organismus; das macht dasjenige aus, was man auf dem Umwege durch den Ätherleib eben als erstes Symptom erreicht in der Bekämpfung der Kurzatmigkeit, und was dann eigentlich sich auf dem Umwege durch den Ätherleib in die ganze menschliche Konstitution hineinverfügt.

[ 1 ] My dear friends, today we will move on to some eurythmy exercises that relate more to the workings of the soul. However, it must first be noted that it is commonly assumed that when a person expresses a will or forms a judgment, these expressions are connected solely to the human nervous system. This is by no means the case, however; rather, one must be clear that, for example, the judgments a person makes are indeed connected to their overall constitution—that a person forms a judgment from within their entire being. Therefore, when one performs the corresponding eurythmic movement for a judgment, the whole person is influenced in a certain way—meaning that it is not merely the head that is affected by what arises in a eurythmic judgment. For example, if you learn the corresponding movement for an affirmation, and now for a negation: (Ms. Baumann demonstrates). But of course, this can also be [applied therapeutically]. Naturally, when done as a therapeutic exercise, it often needs to be repeated several times in succession. Now, such an affirmation and negation is—in the overarching 1word—not unambiguously decipherable; originally rendered by Helene Finckh as “negative,” later corrected to “expressed.” After many comparisons with other passages in the stenographic record, “overarching” is the most plausible interpretation. In this sense, it is what one might call a judgment; when one affirms or denies something, one has, in fact, the very essence of judgment. When you utter such an affirmation or denial—and this is especially true when it is repeated frequently—you can, for example, have the affirmation repeated ten times in a row, followed by the denial. You can then follow that with affirmation, negation, affirmation, negation—ten times of each in succession—and such a movement, acting indirectly through the etheric body, has an extraordinarily strong effect on the respiratory system, and one can say: In this way, one can counteract existing shortness of breath, so that if this shortness of breath is, in turn, a symptom of some deeper-seated disease, one can—since the process occurs indirectly through the etheric body—actually work into the entire constitution of the organism. You really just need to consider now what it is that is being done here. What Ms. Baumann has just done could be interpreted roughly as follows—and this would also capture the essence of it—one could say: What she has brought into the world through this is a thought that has become fleeting, as it were, a thought that has taken flight and transformed into movement. When a judgment—whether an affirmation or a negation—is expressed through eurythmy, it is a thought riding on the movement. And because the thought rides on the movement, one actually brings a part of this essence to the fore; since the thought rides on the movement, one actually takes a part of it more deeply into oneself than is usually the case. That is to say, one makes a movement through which one actually becomes more alert than one otherwise is. Such movements are indeed awakening movements. But since one does not awaken with the “I” in the same way at the same time, the activity of the “I” is thereby toned down in a certain way. This dampening of ego activity, however, is not absolute but relative to the organism; this is precisely what one achieves, indirectly through the etheric body, as the first symptom in combating shortness of breath—and what then actually permeates the entire human constitution indirectly through the etheric body.

[ 2 ] Nun eine Willenszustimmung, also sagen wir Sympathie und Antipathie, geben: (Fräulein Wolfram demonstriert) Sympathie - nun zurück also! - und Antipathie. Nun denken Sie sich, Sie machen diese Bewegung in der Tat sehr häufig hintereinander: Sympathie, Antipathie, Sympathie, Antipathie, oder auch eines von beiden. Wenn Sie dieses machen - es ist natürlich das nur zu konstatieren durch das Anschauen -, wenn Sie dieses machen, dann ist das in einem gewissen Sinne eine Art von Heraussetzen von etwas, was man in sich trägt. Es ist eine Art von Einschlafen nämlich. Es ist ja auch eine Bewegung, bei der derjenige, der ihr zuschaut - die andere Bewegung muß schnell, diese langsam ausgeführt werden -, es ist schon etwas, wodurch derjenige, der zuschaut, auch die Imagination des Schlafes bekommt, man imaginativ also gewissermaßen einschläft mit einer solchen Bewegung - wenigstens sollte man es nicht [in Wirklichkeit]! Da man aber doch, während man diese Bewegung macht, nicht in Wirklichkeit einschläft, so ist das Ich in Relation zum Körper stärker tätig, als es sonst ist. Also es ist stärker tätig als es sonst ist, und es wird dann durch eine solche Bewegung im wesentlichen die Zirkulation und die Gesamtverdauung angeregt, die Gesamtverdauung so angeregt, daß zum Beispiel durch eine solche Bewegung die Neigung zum Aufstoßen bekämpft werden kann.

[ 2 ] Now, let’s express a state of mind—let’s say sympathy and antipathy: (Miss Wolfram demonstrates) Sympathy—now back again!—and antipathy. Now imagine that you actually make this movement very frequently in rapid succession: sympathy, antipathy, sympathy, antipathy, or even just one of the two. When you do this—it can, of course, only be observed by watching—when you do this, then in a certain sense it is a kind of bringing forth of something one carries within oneself. It is, in fact, a kind of falling asleep. It is, after all, a movement in which the observer—the other movement must be performed quickly, this one slowly—it is something that causes the observer to also experience the imagination of sleep; one falls asleep imaginatively, so to speak, with such a movement—at least one shouldn’t [in reality]! But since one does not actually fall asleep while performing this movement, the ego is more active in relation to the body than it normally is. So it is more active than usual, and such a movement essentially stimulates circulation and overall digestion—stimulating overall digestion to such an extent that, for example, a tendency to burp can be counteracted by such a movement.

[ 3 ] Jetzt wollen wir einmal ausdrücken dasjenige, was man etwa nennen kann, sagen wir, das Gefühl der Liebe zu etwas (Frau Baumann). Sehen Sie sich das gut an, also das Gefühl der Liebe zu etwas. Denken Sie sich das zehnmal hintereinander ausgeführt und denken Sie es begleitet in der Weise, in der Weise also, daß Sie es hintereinander ausführen zehn Mal und es begleiten so, daß Sie immer zwischen dieser Bewegung dann eine kräftige E-Bewegung machen. Also: Liebe - E, Liebe - E, und so weiter hintereinander dieses ausführen. Also: Ein solches Gefühl - es könnte auch ein anderes Gefühl sein -, also dasjenige, was Sie lernen in der Eurythmie als Gefühls-Bewegung, lassen Sie immer begleiten von E-Bewegungen. Da haben wir immer eine starke Wirkung, die vom Ätherischen des Menschen ausgeht auf sein Astralisches, und die im wesentlichen eine, ich möchte sagen, die Zirkulation warm machende Wirkung hat. Es ist also etwas, was tatsächlich auf das Zirkulationssystem in einer wohltätigen Art einwirkt. Man kann nicht sagen, daß es beschleunigt oder verlangsamt, aber es wirkt in einer wohltätig erwärmenden Weise ein.

[ 3 ] Now let’s try to express what one might call, say, the feeling of love for something (Ms. Baumann). Take a good look at that—the feeling of love for something. Imagine performing this ten times in a row, and imagine accompanying it in such a way—that is, performing it ten times in a row while always inserting a strong “E” movement between each one. So: Love—E, Love—E, and so on, performing this in succession. So: such a feeling—it could also be another feeling—that is, what you learn in eurythmy as a feeling-movement—always let it be accompanied by E-movements. This always produces a strong effect that emanates from the human etheric body to the astral body, and which essentially has, I would say, a warming effect on circulation. It is, therefore, something that actually has a beneficial effect on the circulatory system. One cannot say that it accelerates or slows it down, but it acts in a beneficial, warming way.

[ 4 ] Nun gibt es auch etwas, was man einen Wunsch nennen kann: Hoffnung (Fräulein Wolfram). Sehen Sie sich dieses an, und denken Sie sich das, indem man immer wieder in die Gleichgewichtslage zurückgeht, dann immer wiederum diese Wunschbewegung ausführt, denken Sie sich das in der Abwechslung begleitet immer von einer U-Bewegung, also begleitet, abgewechselt damit. Das bedeutet eine sehr starke Einwirkung des Astralischen auf das Ätherische und man kann sagen, daß dadurch wiederum eine wohltätig erwärmende Wirkung auf das Atmungssystem ausgeübt wird. Nur natürlich handelt es sich darum, daß all diese Dinge, die wir heute besprechen, auf dem Umwege durch den Ätherleib stattfinden, und daß sie daher ihre Wirkung niemals am nächsten Tage schon äußern können, sondern ungefähr nach zwei bis drei Tagen erst irgendwelche Wirkungen zeigen können; aber um so sicherer sind dann diese Wirkungen.

[ 4 ] Now there is also something that could be called a wish: hope (Miss Wolfram). Consider this, and imagine it: by repeatedly returning to the position of balance, then performing this “wish” movement again and again, imagine it alternating with a U-shaped movement—that is, accompanied by and alternating with it. This signifies a very strong influence of the astral upon the etheric, and one can say that this, in turn, exerts a beneficial, warming effect on the respiratory system. Of course, the point is that all these things we are discussing today take place indirectly through the etheric body, and therefore their effects can never manifest as early as the very next day, but rather only begin to show some effects after about two to three days; yet these effects are all the more certain as a result.

[ 5 ] Nun denken Sie sich einmal jetzt, wir machen eine Bewegung, die eine Beuge- und Streckbewegung ist, durch die Beine, und wir machen dazu eine ausgesprochene B-Bewegung zu gleicher Zeit (Frau Baumann): das, was ich Ihnen jetzt gezeigt habe, mit einer ausgesprochenen B-Bewegung zu gleicher Zeit, Jetzt ganz zurück [in die Ausgangsstellung], B mit der Beugung, dieses zehnmal hintereinander, dann Pause, dann wiederum zehnmal hintereinander. Das ist etwas, was Leute machen sollten, die sehr häufig an Migräne oder an sonstigen Kopfschmerzen leiden. Dann, wenn sie sie nicht haben, sollten sie das machen, nicht wenn sie sie haben, die Kopfschmerzen, sondern dann, wenn sie sie nicht haben, sollen sie das machen.

[ 5 ] Now imagine this: we’re doing a movement that involves bending and extending the legs, and at the same time we’re doing a distinct “B” movement (Ms. Baumann): what I just showed you, combined with a pronounced “B” movement at the same time. Now go all the way back [to the starting position], “B” with the bending—do this ten times in a row, then pause, then ten more times in a row. This is something that people who suffer very frequently from migraines or other headaches should do. They should do this when they don’t have a headache—not when they do, but when they don’t have one.

[ 6 ] Nun ist eine besonders wirksame Bewegung diese (Fräulein Wolfram): vor, rückwärts, aber gleichzeitig begleitet mit einer R-Bewegung, vorne beugen, rückwärts beugen mit R, und das recht oft hintereinander. Das wirkt sehr gut auf das ganze rhythmische System ein, auf den Atmungs- und Zirkulationsrhythmus. Wenn also da sich Unregelmäßigkeiten finden, dann wirkt das unter allen Umständen außerordentlich gut.

[ 6 ] Now, one particularly effective movement is this (Miss Wolfram): forward, backward, but at the same time accompanied by an R-movement—bending forward, bending backward with R—and repeating this quite often in succession. This has a very positive effect on the entire rhythmic system, on the rhythms of breathing and circulation. So if irregularities are found there, this exercise works exceptionally well under all circumstances.

[ 7 ] Nun bitte ich Sie, eine wieder recht wirksame Bewegung zu sehen, die besteht in folgendem: Kopf nach rechts und links mit Kopfschütteln, den Kopf nach rechts und links schütteln mit M-Bewegung. Es sollte der Kopf möglichst nicht gedreht, sondern nur links und rechts gebeugt werden und dazu die M-Bewegung. Das ist wiederum etwas, was, wenn es ausgeführt wird, auf dem Umwege durch den Ätherleib sehr stark beruhigend wirkt auf alles mögliche, was als Unregelmäßigkeiten im Unterleib auftreten kann. Unregelmäßigkeiten im Unterleib, die sich durch Schmerzen äußern, die können gemildert werden durch das. Es muß nur eben das so sein, daß man damit Neigungen zu solchen Schmerzen dann bekämpfen will, wenn sie nicht da sind, die Schmerzen. Das ist das, worauf es ankommt. Also während die Schmerzen da sind, ist es nicht gut auszuführen, aber daß man es ausführt, solange die Schmerzen nicht da sind, das ist das, worauf es besonders ankommt.

[ 7 ] Now I ask you to observe another quite effective movement, which consists of the following: turning the head to the right and left while shaking it, and shaking the head to the right and left while performing the M-movement. If possible, the head should not be turned, but only tilted to the left and right, accompanied by the M-movement. This, in turn, is something that—when performed—has a very strong calming effect, via the etheric body, on all sorts of irregularities that may arise in the lower abdomen. Irregularities in the lower abdomen that manifest as pain can be alleviated by this. It is simply a matter of using this to combat a predisposition to such pain when the pain itself is not present. That is what matters. So while the pain is present, it is not advisable to perform this exercise; however, performing it when the pain is not present is what is particularly important.

[ 8 ] Beachten Sie das Folgende: An das Knie anstemmen mit dem andern Fuß; dieses denken Sie sich begleitet von einer Arm-E-Bewegung. Dieses Beugen des einen Beines, Darauf-(schlagen) 2«schlagen« findet sich in der Umschrift von Helene Finckh, im Stenogramm aber unleserlich. auf das andere Bein, und dabei begleitet von einer Arm-E-Bewegung, es ist eine sehr schöne Bewegung. Und es ist das eine Übung, die sehr gut ausgeführt werden kann mit den Kindern in der Schule, und [sie] sollte auch da ausgeführt werden, denn wenn diese Bewegung häufig gemacht wird, so ist sie tatsächlich eine Bekämpferin der mannigfaltigsten Ungeschicklichkeiten. Die Kinder werden wenigstens sehr gut geheilt von ihren Ungeschicklichkeiten, wenn sie gerade diese Bewegung machen. Und wenn dann die Kinder kommen und sagen, es tun ihnen besonders die Schultern weh und es tut ihnen alles mögliche weh, dann sagen Sie: Das wollte ich ja gerade haben; darüber wirst du, wenn es wieder gut ist, besonders froh sein! - Denn jeder Schmerz, der auf diese Weise erzeugt wird, ist ein Bekämpfer der Ungeschicklichkeit. Also man darf da schon durchaus etwas scharf die Kinder anpacken.

[ 8 ] Note the following: Push off from the knee with the other foot; imagine this accompanied by an “E” arm movement. This bending of one leg, followed by a 2“strike”—found in Helene Finckh’s transcription, but illegible in the shorthand.—onto the other leg, accompanied by an “E” arm movement; it is a very beautiful movement. And it is an exercise that can be performed very well with children at school, and [it] should also be performed there, because when this movement is done frequently, it is indeed an effective remedy for a wide variety of clumsiness. The children are at least very effectively cured of their clumsiness when they do precisely this movement. And when the children come and say that their shoulders, in particular, hurt, and that all sorts of things hurt, then tell them: “That’s exactly what I wanted; you’ll be especially glad about it once you’re feeling better!”—For every pain produced in this way combats clumsiness. So it’s perfectly fine to be a bit firm with the children in this regard.

[ 9 ] Nun werden wir eine andere Art einmal ins Auge fassen. Denken Sie sich jede Art von E-Bewegung, die mit den Armen ausgeführt werden kann, auf den Fußboden projiziert, so entsteht eben diese Linie, schräg sich kreuzend mit dieser Linie.3Die Zeichnung aus früheren Ausgaben läßt sich weder im Stenogramm noch in der Umschrift finden, daher wird sie nicht mehr wiedergegeben. Nun denken wir uns die Sache so: Denken wir uns, Frau Baumann stellt sich hierher, Fräulein Wolfram hierher, und jetzt laufen Sie, indem Sie das Ganze mit einer E-Bewegung der Arme begleiten, laufen Sie so, und Sie so, aneinander vorbei und geben acht, daß Sie sich ja nicht anstoßen. Weiter, weiter, sehr acht geben daß Sie sich nicht anstoßen. Sie machen also auf dem Boden ein E und machen mit den Armen ein E und müssen achtgeben, daß Sie sich nicht anstoßen. Und dieses Achtgeben, dieses Verwenden der Aufmerksamkeit aufeinander und auch mit der Bewegung, das ist dasjenige, was hier mit der [E-] Bewegung zusammenwirkt. Man kann also diese Sache immer nur von zwei Personen ausführen lassen. Sie ist, wenn sie von zwei Personen ausgeführt wird, im wesentlichen das, was man nennen könnte eine Stärkung des Herzens, also alles dasjenige, was zusammenhängt mit den Erscheinungen, die man so gewöhnlich als Stärkung des Herzens bezeichnet.

[ 9 ] Now let’s consider another type. Imagine any kind of E-movement that can be performed with the arms, projected onto the floor; this creates precisely this line, intersecting diagonally with this line.3The drawing from earlier editions cannot be found in either the shorthand notes or the transcription, so it is no longer reproduced. Now let’s imagine it this way: Let’s imagine that Mrs. Baumann stands here, Miss Wolfram here, and now you walk—accompanying the whole thing with an “E” movement of your arms—you walk like this, and you like that, past each other, taking care not to bump into one another. Keep going, keep going, being very careful not to bump into each other. So you trace an “E” on the floor and make an “E” with your arms, and you have to be careful not to bump into each other. And this being careful—this paying attention to one another and also to the movement—is what interacts with the [E] movement here. So this exercise can only ever be performed by two people. When performed by two people, it is essentially what one might call a strengthening of the heart—that is, everything related to the phenomena commonly referred to as a strengthening of the heart.

[ 10 ] [Zwischenfrage] Könnte man das von einem Gesunden und einem Kranken ausführen lassen?

[ 10 ] [Interjection] Could this be performed by a healthy person and a sick person?

[ 11 ] Man kann das schon, man muß aber dann vielleicht den Gesunden dazu veranlassen, daß er nicht die E-Bewegung mit den Armen mitmacht. Nicht wahr, diese Bewegung ist ganz besonders auf, ich möchte sagen den Sanatoriumsbetrieb eigentlich berechnet, wo man natürlich die zwei, deren Stärkung des Herzens man wünscht, eben hat; es ist schon besser, wenn man die beiden haben kann.

[ 11 ] It is possible to do that, but you may then need to encourage the healthy person not to join in the E-movement with their arms. Isn’t that right? This exercise is specifically designed—I would say—for sanatorium settings, where you naturally have the two patients whose heart strength you wish to improve; it’s certainly better if you can have both of them.

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[ 12 ] Nun denken wir uns einmal die Bewegung so, daß eine der Damen hier steht, die andere hier, hintereinander. Wenn Sie ankommen [Frau Baumann], führt Fräulein Wolfram diesen Lauf aus, aber so, daß sie immer nach vorne schaut, dann, indem sie fortsetzt zu bewegen, führen Sie nun diesen Lauf hier aus, Sie diesen, stückeln 4«anstückeln»: Österreichischer Ausdruck für «ansetzen», «ergänzen». eine Bewegung an die andere an, und das begleitet von der O-Haltung der Arme. Nun natürlich muß man die Leute, die das machen, veranlassen, mit einem gewissen Tempo anzufangen; erst langsamer, aber das dann immer schneller und schneller machen lassen, und dann wiederum es abfluten lassen, von dem Schnellen wiederum ins Langsame immer weiter hinein. Dann ist das eine Bewegung, die wesentlich zur Stärkung des Zwerchfelles dienen kann und damit des ganzen Atmungssystems. Man kann da wiederum, wenn man die O-Bewegung mit den Armen wegläßt, einen Gesunden verwenden zum Mittun. Aber am besten ist es natürlich, wenn man zwei, die diese Gesundung gebrauchen, dazu verwendet.

[ 12 ] Now let's imagine the movement like this: one of the ladies stands here, the other here, one behind the other. When you arrive [Ms. Baumann], Miss Wolfram performs this step, but in such a way that she always looks forward; then, as she continues moving, you perform this step here, and you add 4“anstückeln”: Austrian expression for “to begin,” “to add.” one movement after another, accompanied by the “O” position of the arms. Now, of course, you must encourage the people doing this to start at a certain pace; first more slowly, but then let them do it faster and faster, and then let it taper off again, gradually slowing down from the fast pace back to the slow one. This is a movement that can significantly strengthen the diaphragm and, consequently, the entire respiratory system. Here, too, if you omit the “O” movement with the arms, you can have a healthy person participate. But of course, it is best to have two people who need this healing participate.

[ 13 ] Nun bitte ich Sie, zuerst (Frau Baumann) eine H-Bewegung uns noch einmal vorzumachen. Dies ist eine H-Bewegung. Und jetzt bitte ich Sie, diese Bewegung so zu machen, daß Sie die Arme ganz stillhalten und bloß mit den Schultern, so gut es geht, nachahmen diese Bewegung. Und nun muß man sich aber gewöhnen, diese Bewegung mit den Schultern zu machen und zugleich ein A mit den Armen zu machen, irgendein A mit den Armen; das recht häufig hintereinander. Sehen Sie, das ist dasjenige, was man nennen könnte: eurythmisch lachen. So lacht man eurythmisch. Und wenn man so eurythmisch lacht, so ist das wirklich in sehr verschärftem Maße dasjenige, was man überhaupt in der gesundenden Wirkung des Lachens hat. Diese gesundende Wirkung des Lachens, sie ist ja bekannt. Aber wenn das Lachen eurythmisch getrieben wird, so ist eben diese gesundende Wirkung in besonderem Maße da. Sie können aber das auch noch anders machen.

[ 13 ] Now I’d like to ask you (Ms. Baumann) to demonstrate the H-movement for us one more time. This is an H-movement. And now I’d like you to perform this movement while keeping your arms completely still and using only your shoulders—as best you can—to imitate this movement. And now you have to get used to doing this movement with your shoulders while at the same time making an “A” with your arms—any kind of “A” with your arms—repeating it quite frequently in succession. You see, this is what one might call “eurythmic laughter.” This is how one laughs eurythmically. And when you laugh eurythmically like this, it truly intensifies to a very high degree the healing effect that laughter generally has. This healing effect of laughter is, of course, well known. But when laughter is practiced eurythmically, this healing effect is present to a particularly high degree. You can also do this in other ways.

[ 14 ] Machen Sie (Fräulein Wolfram) zunächst einmal irgendeine A-Bewegung; und jetzt versuchen Sie, aber recht langsam, wie wenn Sie also wirklich es ganz bedächtig machen wollten, indem Sie die Arme so lassen, dieselbe Bewegung, die ich vorhin gesagt habe, diese Schulterbewegung des H, und wieder zurück, also in der A-Bewegung der Arme diese Schulterbewegung des H zu machen. Das ist dann dasjenige, was man nennen könnte: der ganze Organismus richtet sich ein auf das Gefühl der Verehrung, und es hat auch alles dasjenige, was durch das Gefühl der Verehrung ja im wesentlichen im Organismus bewirkt wird. Durch das Gefühl der Verehrung, wenn es beim Menschen habituell ist, wird ja auf den Organismus die Wirkung ausgeübt, daß er dadurch in der Tat dauerhafter wird, also beständiger wird, als Organismus beständiger wird. Er wird widerstandsfähiger. Menschen, die wirklich richtig veranlagt sind dazu, gut verehren zu können, die werden widerstandsfähiger in ihrem Organismus. Daher: alles dasjenige, was man den Kindern an Verehrung, an Begabung oder an Fähigkeit der Verehrung beibringt, das macht die Kinder widerstandsfähiger. Und man kann dieser Widerstandsfähigkeit gerade durch die zuletzt angeführte eurythmische Übung zu Hilfe kommen.

[ 14 ] First of all, (Miss Wolfram), make any A-movement; and now try—but very slowly, as if you really wanted to do it very deliberately—to keep your arms like this and perform the same movement I mentioned earlier, that H-shoulder movement, and back again—in other words, to perform that H-shoulder movement within the A-movement of the arms. That is then what one might call: the entire organism attunes itself to the feeling of reverence, and it also encompasses everything that is essentially brought about in the organism by the feeling of reverence. When the feeling of reverence becomes habitual in a person, it has the effect on the organism of actually making it more enduring—that is, more stable; the organism itself becomes more stable. It becomes more resilient. People who are truly well-disposed to revere others properly become more resilient in their organism. Therefore: everything we teach children about reverence—whether in terms of a gift for it or the capacity to revere—makes them more resilient. And we can support this resilience precisely through the eurythmy exercise mentioned last.

[ 15 ] Überhaupt muß man das durchaus festhalten, daß das, was wir heute für Urteil, Willensäußerung, Hoffnung, für Liebe angeführt haben, was wir sonst angeführt haben in bezug auf gewisse organische Schmerzen, was wir angeführt haben zur Bekämpfung der Ungeschicklichkeit und so weiter, daß das in der Tat sich so zum Menschen stellt, daß der Mensch dadurch im Innersten seines organischen Wesens ergriffen wird und auf dem Umwege durch den Ätherleib tatsächlich die Möglichkeit bekommt, überhaupt diesen Ätherleib zu einem brauchbaren Patron zu machen.

[ 15 ] In general, it must be firmly established that what we today attribute to judgment, the expression of will, hope, and love—as well as what we have discussed regarding certain physical pains, and what we have discussed in relation to overcoming clumsiness and so on—that these things indeed approach the human being in such a way that the human being is grasped at the very core of their physical being and, indirectly through the etheric body, actually gains the ability to make this etheric body a useful vehicle at all.

[ 16 ] Der Ätherleib ist ja etwas im Menschen, was bei den meisten Menschen, die ihr Leben versitzen, die ihr Leben ohne Interesse für ihre Umwelt zubringen, was bei diesen Menschen steif wird. Und es ist eben nicht gut, es ist auch für die organischen Funktionen nicht gut, wenn der Ätherleib des Menschen steif wird. Wenn man mäßig die Bewegungen, die wir heute beschrieben haben, ausführen läßt von Kindern, wenn man sie recht energisch ausführen läßt [von] den entsprechenden Patienten — man sieht ja aus den Dingen, die gegeben worden sind, welchen Patienten man das auferlegen soll -, dann wird der Ätherleib geschmeidig, in sich beweglich, und man tut sowohl Kindern wie auch Erwachsenen damit etwas Gutes.

[ 16 ] The etheric body is, in fact, something within the human being that becomes rigid in most people who spend their lives sitting around, who go through life without any interest in their surroundings. And it is simply not good—it is not good for the bodily functions either—when a person’s etheric body becomes rigid. If children are made to perform the movements we have described today in moderation, and if the appropriate patients are made to perform them quite energetically—one can see from the information provided which patients should be given these exercises—then the etheric body becomes supple and flexible, and this benefits both children and adults alike.

[ 17 ] Diese Bewegungen, sie sind wirklich so, daß man ihnen auch durchaus den Vorzug geben kann gegenüber den gewöhnlichen Turnbewegungen, weil die gewöhnlichen Turnbewegungen eigentlich wirklich nur aus der Physiologie, also aus der Physis des Körpers hervorgeholt sind und im Grunde genommen den physischen Leib fortwährend herausreißen aus dem ätherischen, so daß dann der physische Leib immer seine eigenen Bewegungen macht, die dann nicht die Bewegungen des Ätherleibes in entsprechender Weise nach sich ziehen. Und dadurch ist ja das gewöhnliche, bloß physiologische Turnen im Grunde genommen eine Schule des Materialismus, indem das materialistische Denken ins Gefühl übergeht; und das Eurythmische, das bewirkt, daß der Mensch wirklich mehr die Fähigkeit bekommt, in sich selber sich zu erkennen, in sich selber sich zu beherrschen. Daher haben solche Übungen sowohl einen pädagogisch-didaktischen Wert wie auch einen therapeutischen und hygienischen Wert. Es müßte im Grunde genommen die Sache so sein, daß man wirklich den Versuch machen würde, daß solche Übungen auch von Erwachsenen in mäßiger Weise immer ausgeführt werden, gerade die heute beschriebenen meine ich, und für Kranke eben sanatoriumsmäßig ausgebildet würden.

[ 17 ] These movements are such that one can certainly give them preference over ordinary gymnastic movements, because ordinary gymnastic movements are actually derived solely from physiology, that is, from the physical nature of the body, and essentially continually tear the physical body away from the etheric, so that the physical body then always performs its own movements, which do not correspondingly entail the movements of the etheric body. And as a result, ordinary, purely physiological gymnastics is, in essence, a school of materialism, in that materialistic thinking spills over into feeling; whereas eurythmy enables a person to truly develop the ability to recognize themselves within themselves and to master themselves. Therefore, such exercises have both a pedagogical-didactic value as well as a therapeutic and hygienic value. Essentially, the situation should be such that a genuine effort is made to ensure that such exercises—specifically those described today—are always performed in moderation by adults as well, and that they are adapted for use in sanatoriums for the benefit of the sick.

[ 18 ] Es ist mir noch eine Frage gestellt worden, die vielleicht auf einiges führen kann, und einige andere Fragen noch. Hier ist die Frage:

[ 18 ] I was asked another question that might lead to some insights, as well as a few other questions. Here is the question:

[ 19 ] Chinesen können den Buchstaben R nicht aussprechen, sie gebrauchen das L dafür. Erdbeere würde zum Beispiel Eldbeele ausgesprochen werden. Hängt das mit der Rasse zusammen?

[ 19 ] Chinese people cannot pronounce the letter R; they use the letter L instead. For example, “Erdbeere” would be pronounced “Eldbeele.” Is this related to race?

[ 20 ] Es hängt natürlich mit der Organisation des Organismus, insofern der rassenmäßig bestimmt ist, zusammen, und man kann ja gerade an dieser besonderen Begabung einer Menschenabteilung für den einen oder den andern Laut sehen, wie die Menschen veranlagt sind aus ihrem Rassenmäßigen heraus. Wir haben ja selbst vor einigen Stunden solche Dinge angeführt.

[ 20 ] This is, of course, related to the organism’s structure, insofar as it is determined by race, and one can see precisely from this particular aptitude of a certain group of people for one sound or another how people are predisposed based on their racial characteristics. We ourselves cited such examples just a few hours ago.

[ 21 ] Nun sind hier noch Fragen gestellt worden mit Bezug auf Übungen, die etwa angestellt werden könnten mit Rücksicht auf die Zustände der Indolenz, des Reaktionsmangels, des mangelhaften Bewegungstriebes und so weiter, Zustände also, denen sehr häufig eine ungenügende Funktion der Schilddrüse zugrunde liegt. Hier ist noch aufmerksam gemacht darauf, daß Fließ in seinem bekannten Buche über den «Ablauf des Lebens» diese Symptomkomplexe unter die sexuelle Zwischenstufe (stellt). Wie würde ein gegenwärtiger Schriftsteller das nicht tun! Alles dasjenige, worüber er nicht viel weiß, rechnet er natürlich in die sexuelle Zwischenstufe. Oder auf eine andere Art in dieselbe Kategorie stellt er zum Beispiel Linkshändige. Man darf vielleicht [...] linkische [...] 4Im Stenogramm ist dieser Satz fragmentarisch, wurde von Helene Finckh auch nicht übertragen. Denkbar wäre, daß noch eine Äußerung über Fliess folgte. Siehe den Hinweis dazu auf S. 150. Ich betone aber ausdrücklich, daß ich niemandem noch anempfohlen habe eurythmische Übungen mit besonderer Rechts- und Linksbetonung.

[ 21 ] Now, questions have been raised here regarding exercises that might be performed in light of conditions such as lethargy, lack of responsiveness, diminished motor drive, and so on—conditions that are very often caused by insufficient thyroid function. It should also be noted here that Fließ, in his well-known book on the “Course of Life,” classifies these symptom complexes under the “sexual intermediate stage.” How could a contemporary writer fail to do the same! Naturally, he classifies everything about which he knows little under the “sexual intermediate stage.” Or, to put it another way, he places left-handed people, for example, in the same category. One might perhaps [...] clumsy [...] 4In the stenographic transcript, this sentence is fragmentary and was not transcribed by Helene Finckh. It is conceivable that a further remark about Fließ followed. See the note on this on p. 150. However, I expressly emphasize that I have not yet recommended eurythmy exercises with a special emphasis on the right or left side to anyone.

[ 22 ] (Es wird hingewiesen auf die Übungen [aus dem 1. Vortrag], die je verschieden rechts und links begonnen werden sollen, Jambus, Trochäus.)

[ 22 ] (Please refer to the exercises [from the first lecture], which are to be started alternately on the right and left: iambic and trochaic.)

[ 23 ] Das ist nicht eigentlich, um Rechts- oder Linksbetonung besonders hervorzuheben, sondern um gerade in der Vorwärtsbewegung das Jambus- oder Trochäusgefühl hervorzurufen. Das ist natürlich durchaus berechtigt. Es ist das doch so: Es kommt weniger auf das lang-kurz an, sondern es kommt auf diese besondere Bewegung an. Es ist schon richtig, es handelt sich nur darum, daß, wenn umgesetzt wird dasjenige, was also im Atmungssystem lebt, ins Bewegungssystem, so wird es umgekehrt. Oberer Mensch und unterer Mensch ist ja umgekehrt. Also es muß jeder Jambus, der zu denken wäre etwa im Atmungssystem, also durch das Sprechen hervorgebracht, der muß ein Trochäus werden in der Bewegung mit den Beinen und umgekehrt. Darauf ist nämlich die ganze Eurythmie gebaut. Sie können die ganze Eurythmie daraufhin prüfen, es ist immer die Bewegung, die entspricht nicht etwa nach dem Gesichtspunkt der Ähnlichkeit, wenn sie ausgeführt wird, sondern sie entspricht nach dem Bilde der Polarität. Es ist alles entsprechend nach dem Bilde der Polarität. Das ist natürlich überhaupt festzuhalten. Aber ich habe niemals anempfohlen jemandem, daß er besonders irgend etwas links oder rechts ausführen soll; das soll dem Gefühl vollständig überlassen sein. Also ob etwas mit der rechten oder linken Hand ausgeführt wird, das soll nur denjenigen Dingen überlassen sein, die sonst in Betracht kommen. Ich möchte nicht da (die Meinung aufkommen lassen), daß ich irgendwelchen linkischen Menschen eine Rechtsbetonung mit den besonderen eurythmischen Übungen empfohlen hätte, das ist nicht der Fall.

[ 23 ] This is not really meant to emphasize the right or left syllable in particular, but rather to evoke the sense of iambic or trochaic meter precisely in the forward movement. This is, of course, entirely justified. After all, it’s not so much about the long and short syllables as it is about this particular movement. It is certainly true that the point is simply this: when what lives in the respiratory system is transposed into the motor system, it is reversed. The upper human and the lower human are, after all, reversed. So every iamb that might be conceived of in the respiratory system—that is, produced through speech—must become a trochee in the movement of the legs, and vice versa. The entire art of eurythmy is built upon this principle. You can examine the whole of eurythmy in this light: when performed, the movement never corresponds merely from the standpoint of similarity, but rather corresponds according to the principle of polarity. Everything corresponds to the principle of polarity. This, of course, is a fundamental point to note. But I have never recommended to anyone that they should perform anything specifically on the left or right; that should be left entirely to feeling. So whether something is performed with the right or left hand should be determined solely by the other factors that come into play. I do not wish to give the impression that I have recommended a right-side emphasis through specific eurythmy exercises to people who are left-handed; that is not the case.

[ 24 ] Nun möchte ich aber zu diesem eben das Folgende betonen: Es handelt sich darum, daß wenn also ein Reaktionsmangel oder ein mangelhafter Bewegungstrieb vorhanden ist, daß dann diese mehr allgemeine Bezeichnung, daß diese immer unter irgend etwas von dem fällt, was ich eigentlich schon angegeben habe. Mangelhafter Bewegungstrieb ist ein allgemeiner Ausdruck, und es fällt das dann unter irgend etwas, was ich angegeben habe, da sind dann die entsprechenden Bewegungen auszuführen.

[ 24 ] Now, however, I would like to emphasize the following regarding this point: The issue is that when there is a lack of reaction or a deficient impulse to move, this more general term always falls under one of the categories I have already mentioned. “Deficient motor drive” is a general term, and it falls under one of the categories I have mentioned; the corresponding movements must then be performed.

[ 25 ] (Frage) ... [nicht mitstenographiert]

[ 25 ] (Question) ... [not included in the stenographic record]

[ 26 ] Diese Zustände von Indolenz, mangelhaftem Bewegungsdrang, Unaufmerksamkeit und so weiter bis zur Faulheit sind gewissermaßen eine Vorstufe von dem, was man in der Homöopathie typhösen 5Von Helene Finckh mit «diffusen» übertragen, offenbar war sie aber unsicher - sie hat im Stenogramm die Stelle unterstrichen und mit einem Kreuz gekennzeichnet. Geisteszustand nennt [...] 6Nach «nennt» ist eine größere Lücke im Stenogramm durch einen langen Strich gekennzeichnet. Nun, was daran das, ich möchte sagen rein Medizinische ist, das will ich dann morgen beantworten. Aber ich möchte, weil ja die Frage wesentlich an den Vortrag über Eurythmie anknüpft, noch das folgende sagen: Im ganzen muß man solch eine Übung wie diejenige, die ich hier angegeben habe mit Bezug auf das Urteil und die Willensäußerung, sie muß man durchaus betrachten so, daß gerade auch diese Äußerungen von Indolenz, mangelhaftem Bewegungsdrang und so weiter ganz besonders bekämpft werden durch dasjenige, was ich angegeben habe für Willensäußerungen. Und sieht man, daß diese nicht besonders wirksam sind, so lasse man es abwechseln mit demjenigen, was ich für das Urteil angegeben habe, jedoch so, daß man versucht zu probieren - hier handelt es sich um das Probieren —, daß man versucht, zu probieren, ob Willensäußerungen zu Urteilsäußerungen in dem Verhältnis der Zeit drei zu zwei besser wirkt oder zwei zu drei besser wirkt, also das eine länger, das andere kürzer. Und es wird sich allerdings, da diese Dinge auf dem Umwege durch den Ätherleib wirken, es wird sich herausstellen, daß man zunächst anfangen muß, zwei bis drei Tage die Übungen fortsetzen muß, und daß man unter Umständen, wenn man sieht, daß sie nicht richtig ausfallen, daß man dann am dritten Tage ändern muß. Aber im allgemeinen kann man sagen, daß sowohl die eine wie die andere Übung nach beiden Richtungen hin weckend auf den Menschen wirken wird. Also gerade diese Willensübung und Urteilsübung sind dasjenige, was da ganz besonders in Betracht kommen kann.

[ 26 ] These states of indolence, lack of urge to move, inattention, and so on—even laziness—are, in a sense, a preliminary stage of what is known in homeopathy as “typhoid” 5Translated by Helene Finckh as “diffuse,” though she was apparently unsure—she underlined the passage in the stenographic transcript and marked it with a cross. mental state [...] 6After “calls,” a large gap in the stenographic transcript is marked by a long dash. Well, as for what is—I would say—purely medical about this, I will answer that tomorrow. But since the question is essentially linked to the lecture on eurythmy, I would like to add the following: On the whole, one must view an exercise such as the one I have described here—with regard to judgment and the expression of will—in such a way that precisely these manifestations of indolence, a lack of impulse to move, and so on, are combated in a very special way through what I have described for expressions of will. And if one sees that these are not particularly effective, then one should alternate them with what I have described for judgment—but in such a way that one tries to experiment —this is a matter of experimentation—to see whether expressions of will are more effective than expressions of judgment in a ratio of three to two or two to three in terms of duration, that is, one longer and the other shorter. And it will certainly turn out—since these things work indirectly through the etheric body—that one must first begin by continuing the exercises for two to three days, and that under certain circumstances, if one sees that they are not working properly, one must then make a change on the third day. But in general, it can be said that both exercises will have a stimulating effect on the person in both directions. So it is precisely these exercises of will and judgment that are particularly worth considering.

[ 27 ] Ich betone noch, damit kein Mißverständnis entsteht, daß natürlich die Meinung nicht entstehen darf, daß solche Übungen, zwei, drei Tage durchgeführt, eben schon eine sehr bedeutsame Wirkung haben könnten. Das würde ein Irrtum sein. Solche Übungen müssen, wenn sie eine Wirkung haben sollen, mindestens sieben Wochen durchgeführt werden. Sieben Wochen also, das ist so ein Zeitraum, der durchaus - ohne daß man dabei, wenn man es behauptet, mystisch angekränkelt sein muß -, der ungefähr dann zeigt, wohltätig also, [die] eben charakterisierten Wirkungen.

[ 27 ] I would like to emphasize—so that there is no misunderstanding—that one must not, of course, come to believe that such exercises, performed for just two or three days, could already have a very significant effect. That would be a mistake. If such exercises are to have an effect, they must be performed for at least seven weeks. Seven weeks, then—that is a period of time which, without one having to be, as it were, mystically inclined to believe it—does indeed demonstrate the beneficial effects just described.

[ 28 ] Das ist dasjenige, was ich Ihnen heute über diese Dinge sagen wollte, und ich bitte Sie vielleicht, ob wir morgen dürfen die Stunde, diese entsprechende Stunde anreihen an die andere, nach einer kurzen Pause. Morgen würde dann das die letzte Eurythmiestunde sein, weil wir am Montag dann nötig haben, zwei Stunden [als] rein ärztliche Stunden hintereinander zu machen.

[ 28 ] That is what I wanted to tell you today about these matters, and I would like to ask if we might be able to schedule this class—this particular class—right after the other one tomorrow, following a short break. Tomorrow would then be the last eurythmy class, because on Monday we’ll need to hold two consecutive hours [as] purely medical sessions.