Therapeutic Eurythmy
GA 315
17 April 1921, Dornach
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Therapeutic Eurythmy, tr. SOL
Sechster Vortrag
Sixth Lecture
[ 1 ] Meine lieben Freunde, wir wollen heute einmal - nicht wahr, es wäre ja so unendlich vieles anzuführen über die Beziehungen des Hygienisch-Therapeutischen zur Eurythmie - wir wollen heute einmal in Erwägung ziehen, ich möchte sagen das zunächst nach dem Geistigen hin gelegene Physiologische, das sich uns ergibt, wenn wir die eurythmische Übung ins Auge fassen. Natürlich dasjenige, was sich beobachten läßt an der Kunsteurythmie in dieser Beziehung, das wird alles in verstärktem Maße einem entgegentreten, wenn man von der Kunsteurythmie übergeht zu dem, was wir als eine gewisse verstärkte Eurythmie in diesen Tagen kennengelernt haben. Aber das Wesentliche, um was es sich handelt, kann schon an der Ausführung eines Eurythmischen rein künstlerisch auch beobachtet werden, und dann kann gewissermaßen die Physiologie dafür gesucht werden. Nun wollen wir, um dieses zu tun, einmal folgendes ausführen.
[ 1 ] My dear friends, let us consider today—after all, there is so much that could be said about the relationship between hygiene and therapy and eurythmy—let us consider today, I would say, the physiological aspect that is primarily related to the spiritual, which becomes apparent to us when we look at eurythmic practice. Of course, what can be observed in artistic eurythmy in this regard will become even more apparent when we move from artistic eurythmy to what we have come to know in recent days as a certain intensified form of eurythmy. But the essential point at issue can already be observed in the performance of a purely artistic eurythmy, and then, in a sense, the physiology behind it can be sought. Now, to do this, let us first carry out the following.
[ 2 ] Vielleicht ist Frau Baumann so gut und führt abwechselnd vokalisch und konsonantisch aus das Gedicht, das Sie (Frau Dr. Steiner) vielleicht rezitieren: «Über allen Gipfeln ist Ruh.»
[ 2 ] Perhaps Ms. Baumann would be so kind as to recite—alternating between vowels and consonants—the poem that you (Dr. Steiner) might recite: “Above all the peaks there is peace.”
[ 3 ] Nun machen wir uns klar, was da eigentlich vorgeht; aber gehen wir ganz exakt vor dabei. Was geht vor? Es wird eine Dichtung rezitiert. Also derjenige, der eurythmisiert - der kommt ja physiologisch für uns jetzt in Betracht -, derjenige, der eurythmisiert, hört an, er hört zu. Das ist das erste, was wesentlich zu beachten ist: er hört zu. Also er spricht nicht selbst, er hört zu. Das ist das Wesentliche. Und er hört etwas an, was im wesentlichen das sinnerfüllte Wort, der sinnerfüllte Wortzusammenhang ist. Also er hört sich an etwas, worinnen Denktätigkeit, Vorstellungstätigkeit lebt. Also dasjenige, was er äußerlich wahrnimmt, ist Vorstellungstätigkeit, gekleidet in den Lautzusammenhang. Nicht wahr, das ist etwas, was der Mensch in seinem wachen Tagesleben oftmals tut. Was geschieht denn da eigentlich, wenn der Mensch in seinem wachen Tagesleben dieses tut? Sie werden leicht bemerken, wenn Sie psychologisch-physiologisch sich den Vorgang überlegen, daß beim Zuhören stattfindet ein leises partielles Einschlafen. Ich und astralischer Leib gleiten hinüber in dasjenige, was sie aufnehmen, sie leben sich hinein in dasjenige, was sie aufnehmen. Der Mensch tritt also gewissermaßen leise aus sich heraus, indem er zuhört. Er verfällt, indem er zuhört, in einen Zustand, der schlafähnlich und wieder nicht schlafähnlich ist. Schlafähnlich ist er dadurch, daß sein Ich und sein astralischer Leib leise heraustreten. Nicht schlafähnlich ist er dadurch, daß dieses Ich und der astralische Leib doch empfänglich bleiben, wahrnehmend bleiben und sich bewußt bleiben. Es ist also dasjenige, was da sich abspielt, außerordentlich ähnlich dem Imaginieren. Es ist ein leises bewußstes Imaginieren, ein bewußtes Imaginieren, das noch sehr stark in das Unterbewußte hinuntergedrängt ist. Das ist der Vorgang.
[ 3 ] Now let’s clarify what is actually happening here; but let’s proceed with great precision. What is happening? A poem is being recited. So the person performing eurythmy—who, from a physiological standpoint, is now the focus of our attention—is listening. That is the first essential point to note: he is listening. He is not speaking himself; he is listening. That is the essential point. And he is listening to something that is essentially the meaningful word, the meaningful context of words. So they are listening to something in which thought activity and imagination are alive. What they perceive externally, then, is imaginative activity clothed in a context of sounds. Isn’t that something people often do in their waking daily life? What actually happens when people do this in their waking daily life? If you consider the process from a psychological and physiological perspective, you will easily notice that a gentle, partial falling asleep takes place while listening. The “I” and the astral body glide over into what they are taking in; they immerse themselves in what they are taking in. So, in a sense, a person gently steps out of themselves as they listen. As they listen, they slip into a state that is both sleep-like and yet not sleep-like. It is sleep-like in that their “I” and their astral body gently step out. It is not sleep-like in that this “I” and the astral body remain receptive, remain perceptive, and remain conscious. What takes place here, then, is extraordinarily similar to imagination. It is a gentle, conscious form of imagination—a conscious imagination that is still very strongly suppressed into the subconscious. That is the process.
[ 4 ] Nun, gegen jeden solchen Vorgang gibt es eine Reaktion des Menschen selbst; diese Reaktion des Menschen selbst beachten wir auch. Also jetzt schauen wir auf dasjenige, was sich bei einem Menschen vollzieht, der eben nicht rezitiert. Was tut denn der, wenn er zuhört? Er bringt seinen Ätherleib in Bewegung. Der Ätherleib reagiert. Der Ätherleib nimmt tatsächlich diejenigen Bewegungen an, die er ausführt, aber viel schwächer, wenn der Mensch schläft und seinen Ätherleib im physischen Leib zurückläßt. Wenn der Mensch schläft und seinen Ätherleib und physischen Leib zurückläßt, so ist ja dieser Ätherleib wesentlich tätiger, als wenn der Mensch wacht. Nun werden in einem verstärkten Maße bei diesem abgelähmten Schlafe, der im Zuhören stattfindet, die Bewegungen des Ätherleibes wachgerufen. Man kann beobachten diese Bewegungen des Ätherleibes. Man hat also im zuhörenden Menschen einen Menschen, der gesteigert diejenigen Bewegungen zeigt, die sonst abgeschwächt der Mensch im Schlafe zeigt. Man kann also auch beim zuhörenden Menschen, und zwar, indem es einem geradezu vordemonstriert wird, die Ätherbewegungen des Menschen beim Schlafe studieren. Man braucht den Menschen gar nicht im Schlafe zu studieren, man kann die Ätherbewegungen des Menschen studieren, wenn er zuhört, und auch da gerade die verstärkten Schlafbewegungen des Ätherleibes. Diese Bewegungen, die studiert man, und man läßt sie nun vom physischen Leibe ausführen, das heißt, man läßt den physischen Leib in alle die Ätherbewegungen hineingleiten, die man auf die eben angegebene Weise studiert hat. So daß man also in der Eurythmie dasjenige ausführt, was der Mensch beim Zuhören mit seinem Ätherleibe fortwährend ausführt. Sie sehen, was da eigentlich geschieht.
[ 4 ] Well, there is a reaction on the part of the human being himself to every such process; we also take note of this reaction. So now let us look at what takes place within a person who is not reciting. What does he do when he listens? He sets his etheric body in motion. The etheric body reacts. The etheric body actually assumes the movements it performs, but much more weakly when a person sleeps and leaves their etheric body behind in the physical body. When a person sleeps and leaves their etheric body and physical body behind, this etheric body is, in fact, much more active than when the person is awake. Now, during this state of “paralyzed sleep” that occurs while listening, the movements of the etheric body are evoked to a greater degree. One can observe these movements of the etheric body. Thus, in the person who is listening, we have a person who exhibits, to a heightened degree, the very movements that a person otherwise displays in a weakened form while asleep. Thus, one can also study the etheric movements of a person during sleep by observing a person who is listening—indeed, by having them demonstrated right before one’s eyes. One does not need to study the person while they are asleep; one can study the etheric movements of the person while they are listening, and specifically the intensified sleep movements of the etheric body. One studies these movements and then has the physical body perform them—that is, one allows the physical body to glide into all the etheric movements that have been studied in the manner just described. Thus, in eurythmy, one performs what a person continually performs with their etheric body while listening. You see what is actually happening there.
[ 5 ] Nun, nachdem man so beobachtet hat dasjenige, was da eigentlich geschieht, so wird sich einem auch ergeben, was die Wirkung ist. Die Wirkung ist diese, daß man ins Bewußtsein hereinführt, eben auf dem Umwege durch die physische Bewegung ins Bewußtsein einführt, was sonst unbewußt geschieht. Man regt also damit wiederum auf dem Umwege durch den physischen Leib astralischen Leib und Ich an, man macht sie so, daß sie verstärkt sind. Was geschieht aber dadurch? Wenn astralischer Leib und Ich auf diese Weise verstärkt sind, dann wird ihre Tätigkeit ähnlich derjenigen, die im Naturzusammenhang beim Kind und beim noch heranwachsenden Menschen wirkt. Man appelliert also an die Wachstumskräfte des Menschen. Man arbeitet direkt in den Wachstumskräften des Menschen. Ist der Mensch noch ein Kind und droht er im Wachstum zurückzubleiben, so regt man dadurch sein Wachstum an. Ist der Mensch kein Kind mehr, haben die Wachstumskräfte schon abgenommen, oder ist der Mensch gar in der zweiten Hälfte seines Lebens, so wendet man sich an die Jugendkräfte, wendet man sich an verjüngende Kräfte in ihm, die aber, weil ja der menschliche Organismus schon ausgewachsen ist, nicht zu seinem Wachstum beitragen können. Wir können ein Kind in seinem Wachstum fördern, wenn wir es eurythmisieren lassen, [oder] in seinem abnormen Wachstum bekämpfen.1Im Stenogramm auch möglich als «dämpfen» zu lesen. Bei einem erwachsenen Menschen setzt der innere Organismus zu großen Widerstand entgegen, als daß wir ihn noch wachsen machen könnten. Aber dennoch führen wir diese Wachstumskräfte in ihn ein. Die Folge davon ist, daß sie an dem Widerstand des Organismus anprallen und sich dadurch metamorphosieren, das heißt, sie regen in diesem metamorphosierten Zustand die plastische Kraft der inneren Organe an. Sie wirken anregend auf die plastische Kraft der inneren Organe, und diese inneren Organe lernen dadurch besser atmen, sie lernen dadurch besser verdauen. Sie werden also in bezug auf die ganze notwendige Tätigkeit des menschlichen Organismus angeregt. Wenn Kunsteurythmie ausgeführt wird, so darf sie natürlich nicht zugleich als Heileurythmie gedacht werden, obwohl sie in dem Augenblicke, wo der Mensch anfängt, überhaupt irgendwie abnorm zu sein, auch heilend wirken wird. Aber wir haben ja auch schon die Beispiele betrachtet, wo wir durch Verstärkung der gewöhnlichen Eurythmie gesehen haben, wie auch natürlich dasjenige verstärkt werden muß, was als Reaktion auftritt, und wir können uns jetzt eine Vorstellung machen, wie in die Plastik der Organisation hinein diese Eurythmie wirkt.
[ 5 ] Now, once one has observed what is actually happening there, the effect will also become clear. The effect is this: one brings into consciousness—specifically, via the detour of physical movement—what would otherwise occur unconsciously. In this way, one stimulates the astral body and the “I” indirectly through the physical body, strengthening them. But what happens as a result? When the astral body and the “I” are strengthened in this way, their activity becomes similar to that which operates in the natural context of a child and a person still growing. One thus appeals to the human being’s growth forces. One works directly within the human being’s growth forces. If the person is still a child and is at risk of falling behind in growth, this stimulates their growth. If the person is no longer a child, if their growth forces have already diminished, or if the person is even in the second half of their life, then one appeals to the forces of youth, to the rejuvenating forces within them—forces which, however, because the human organism is already fully grown, cannot contribute to their physical growth. We can promote a child’s growth by having them practice eurythmy, [or] counteract abnormal growth.1In the shorthand transcript, this may also be read as “dampen.” In an adult, the inner organism offers too much resistance for us to make them grow any further. Nevertheless, we introduce these growth forces into the person. The result is that they collide with the organism’s resistance and are thereby transformed; that is to say, in this transformed state, they stimulate the plastic power of the internal organs. They have a stimulating effect on the plastic power of the internal organs, and through this, the internal organs learn to breathe better and digest more effectively. They are thus stimulated with regard to the entire necessary activity of the human organism. When artistic eurythmy is performed, it must of course not be regarded at the same time as therapeutic eurythmy, although it will also have a healing effect the moment a person begins to exhibit any kind of abnormality. But we have already considered examples where, by intensifying ordinary eurythmy, we have seen how the reaction that occurs must naturally be intensified as well, and we can now form a mental image of how this eurythmy acts upon the plasticity of the organism.
[ 6 ] Sie können verstehen, daß die habituelle Ausübung der Eurythmie für den Menschen zunächst die Plastik der Organe, die plastische Kraft der Organe anregt, daß der Mensch in seinem Inneren ein besserer Atmer wird, daß er in bezug auf die nach innen gelegene Verdauung ein - wenn ich mich so ausdrücken darf - besserer Mensch wird. Er wird ein Mensch, der mehr seinen ganzen Organismus in seine Willkür hereinbekommt. Er wird ein innerlich geschickterer Mensch. Und eigentlich besteht alles Künstlertum darinnen, daß man den inneren Menschen beweglich, plastisch, geschickt macht. Man kann das schon sehen, wenn man zum Beispiel plastisch arbeitet. Man kann eigentlich nicht richtig plastisch arbeiten, wenn man nicht in seinem inneren Erleben übergehen kann, sagen wir zum Beispiel in die Figur, die man plastisch ausarbeitet, wenn man nicht diese Kräfte lebendig machen kann in sich selber, die diese Figur bilden, die in dieser Figur sich ausdrücken wollen. Aber wenn man dann noch den menschlichen Organismus selber als ein Werkzeug betrachtet und das Entsprechende im Inneren tut, dann ist dasjenige, was bei dem äußeren Künstlertum der Fall ist, in einem noch erhöhten Maße der Fall, denn dann kann man gar nicht anders, als daß man im Inneren das Entsprechende hervorruft für die äußere Bewegung.
[ 6 ] You can understand that the regular practice of eurythmy first stimulates the plasticity of the organs—the plastic power of the organs—so that a person becomes a better breather internally and, with regard to internal digestion, becomes—if I may put it this way—a better human being. They become a person who is better able to bring their entire organism under their will. They become a person who is more skillful inwardly. And in fact, all artistry consists in making the inner human being flexible, plastic, and skillful. You can already see this, for example, when working in sculpture. You cannot truly work in sculpture unless you can merge, in your inner experience, with—let’s say, for example—the figure you are sculpting; unless you can bring to life within yourself the forces that form this figure and that seek to express themselves through it. But if one then regards the human organism itself as a tool and does the corresponding work within, then what is true of external artistic creation is true to an even greater degree; for then one cannot help but evoke within oneself the corresponding forces for the external movement.
[ 7 ] Wir wollen nun, wenn Sie so gut sind, das Gedicht noch einmal machen, und zwar so, daß Sie rein vokalisch, also nur mit Betonung der Vokale die Eurythmie ausführen. (Frau Dr. Steiner rezitiert, Fräulein Wolfram eurythmisiert.)
[ 7 ] Now, if you would be so kind, let’s perform the poem once more—this time using only vowel sounds, that is, performing the eurythmy by emphasizing only the vowels. (Dr. Steiner recites; Miss Wolfram performs the eurythmy.)
[ 8 ] Hier ist dasjenige, was ich über die Physiologie des Eurythmischen eben gesagt habe, spezialisiert. Wenn also rein vokalisch eurythmisiert wird, haben wir nicht im vollen Sinne dasjenige zum Ausdruck gebracht, was ich eben charakterisiert habe. Was ich eben charakterisiert habe, das ist richtig für den Fall, daß gesprochen wird und dabei abwechselnd konsonantierende und vokalisierende Bewegungen gemacht werden. Für dasjenige, was wir eben ausgeführt haben, ist das, was ich gesagt habe, nicht ganz richtig, sondern wir müssen es selbst spezialisieren. Denn hier werden ganz bestimmte differenzierte Bewegungen ausgeführt, die sich also herausstellen als solche Bewegungen im Ätherleib, die vorzugsweise sich beziehen auf alles dasjenige, was im rhythmischen System selber liegt. Also dasjenige System fassen wir als ätherisches System ins Auge, das sich insbesondere beim Sprechen beteiligt. Fassen wir dieses ins Auge. Wenn der Mensch dem Vokalischen zuhört - natürlich, die Sache ist so spezialisiert nur in der Eurythmie vorhanden, aber gerade deshalb muß sie hervorgehoben werden, weil sie da für das Therapeutische besonders wichtig ist wenn der Mensch dem Vokalischen zuhört, also wenn man ihm nur eine Aufeinanderfolge von Vokalen rezitieren würde, oder wenn man ihn eben nur solche Bewegungen machen läßt — da hört er ja gewissermaßen eurythmisierend solchen Bewegungen zu, die Ausdrucksformen für das Vokaliisieren sind —, dann kommen gewöhnlich beim Menschen nun, der dem Vokalisieren zuhört, diejenigen Bewegungen des Ätherleibes in der früher beschriebenen Weise zur Betätigung, die dem rhythmischen System entsprechen. Und man läßt nun diejenigen Bewegungen wiederum ausführen von dem Eurythmisierenden, durch die er mit seinem physischen Leib in diese Bewegungen hineingleitet, die sonst durch den Ätherleib beim Zuhören des Vokalischen sich abspielen. Das ist also die Spezialisierung der Sache. Dadurch aber werden insbesondere zur Atmungs- und inneren Verdauungstätigkeit diejenigen Organe angeregt, die Organe für das rhythmische System sind. Die werden gestärkt, in denen wird der Appell an die Wachstumskräfte gerichtet beim noch heranwachsenden Kinde, oder an die plastischen Kräfte, die an der Organisation eben ihren Widerstand haben, bei dem erwachsenen Menschen.
[ 8 ] Here, what I just said about the physiology of eurythmy is applied in a specialized way. So when eurythmy is performed using only vowels, we have not fully expressed what I have just described. What I have just described applies to the case where one speaks while alternately making consonantal and vocal movements. For what we have just described, what I said is not entirely correct; rather, we must specify it ourselves. For here, very specific, differentiated movements are performed—movements that manifest as such in the etheric body and relate primarily to everything that lies within the rhythmic system itself. So we consider this system—the etheric system—which is particularly involved in speech. Let us consider this. When a person listens to vowel sounds—of course, this phenomenon exists in such a specialized form only in eurythmy, but it must be emphasized precisely because it is particularly important for therapeutic purposes—when a person listens to vowel sounds, that is, if one were to recite only a sequence of vowels to them, or if one were simply to have them perform such movements — in a sense, they are listening to such movements in a eurythmic way, which are forms of expression for vocalization — then, in the person listening to the vocalization, those movements of the etheric body corresponding to the rhythmic system are usually activated in the manner described earlier. And now one has the eurythmist perform those very movements, through which he glides with his physical body into the movements that would otherwise take place in the etheric body while listening to the vocalization. This, then, is the specific nature of the practice. Through this, however, the organs associated with the respiratory and internal digestive systems—the organs of the rhythmic system—are particularly stimulated. These organs are strengthened; in the still-growing child, the call is directed toward the growth forces, while in the adult, it is directed toward the plastic forces that find their resistance precisely in the body’s organization.
[ 9 ] Das führt Sie in die Physiologie gerade des vokalischen Eurythmisierens hinein. Wenn Sie also dasjenige zu therapeutischen Zwecken anwenden, was dem Vokalisieren entstammt in der Eurythmie, dann werden Sie auf die rhythmischen Organe ganz besonders wirken.
[ 9 ] This introduces you to the physiology of vocal eurythmy in particular. So if you use the elements of eurythmy that stem from vocalization for therapeutic purposes, you will have a particularly strong effect on the rhythmic organs.
[ 10 ] Nun darf ich Sie vielleicht bitten, Frau Baumann, konsonantierend dasselbe Gedicht noch einmal auszuführen. Sie werden beim bloßen Anblick den radikalen Unterschied beim Konsonantieren gegenüber dem Vokalisieren ja unmittelbar merken. Dieser Unterschied ist auch ein durchaus radikaler. Und wenn wir dasjenige, was wir jetzt eben gesehen haben, studieren wollen, dann müssen wir uns klar sein darüber, wie sich die Sache verhält beim gewöhnlichen Anhören, wenn wir also nur Konsonantisches anhören würden. Es ist ja das beim Kulturmenschen wenig der Fall, aber bei weniger zivilisierten Volksstämmen kommt es allerdings vor, daß sie viel Konsonantisches anhören müssen. Denn bei weniger kultivierten Volksstämmen hat die Sprache [eine] wesentlich reichere Konsonantenwelt und da ist ein starker Übergang von einem Konsonanten zum andern, unbehelligt durch das dazwischenliegende Vokalische, vorhanden. Sie können das sogar noch bis [nach] Europa herein beobachten. Schauen Sie sich einmal tschechisch geschriebene Worte an, so werden Sie sehen, wie Sie da Konsonantenzusammenstellungen haben. Nun, selbstverständlich, wenn sie ausgesprochen werden, so klingt das Vokalische in diesen Konsonantenzusammenstellungen schon mit, aber es durchsetzt sie nur so wie eine fortlaufende, kaum nuanciierte Strömung. Und wenn Sie dem Tschechischen zuhören, so werden Sie sich einfach sagen müssen: Dieses Anhören des Konsonantischen ist ein ganz anderes als das Anhören eines in einer Sprache Gegebenen, die außerordentlich gut vokalisierend ist.
[ 10 ] Now, perhaps I might ask you, Ms. Baumann, to recite the same poem once more, focusing on the consonants. Just by looking at it, you will immediately notice the radical difference between consonant-based recitation and vowel-based recitation. This difference is indeed a radical one. And if we wish to study what we have just seen, then we must be clear about how things stand in ordinary listening—that is, if we were to listen only to consonants. This is rarely the case for cultured people, but among less civilized tribes it does indeed happen that they must listen to a great deal of consonants. For among less cultured tribes, the language has a significantly richer consonantal system, and there is a strong transition from one consonant to another, unimpeded by the intervening vowel. You can even observe this as far as Europe. Take a look at words written in Czech, and you’ll see how they contain clusters of consonants. Now, of course, when they are pronounced, the vowel sounds are already present within these consonant clusters, but they permeate them only like a continuous, barely nuanced flow. And when you listen to Czech, you’ll simply have to admit: this perception of the consonantal is quite different from the perception of a language that is exceptionally vowel-rich.
[ 11 ] Man hat es also da mit einem ganz andern Prozeß zu tun, und diesen Prozeß kann man in der folgenden Weise am besten charakterisieren: Dieser Prozeß, er ist also als gewöhnlicher Anhörungsprozeß, er ist ein starkes Hervorrufen derjenigen Bewegungen des Ätherleibes, die bei den physischen Bewegungen sonst eigentlich ausgeführt werden. Sie werden zurückgehalten. So daß also der Mensch beim Anhören des Konsonantischen in einer gewissen Spannung lebt. Er möchte eigentlich unbewußt, beim Anhören des Konsonantischen, äußerlich physisch imitieren, nachahmen, und hält es zurück. Diese Spannung lebt da. Es ist im wesentlichen ein Beruhigungszustand, aber ein künstlich hervorgerufener, durch eigene Ich-Kraft hervorgerufener Beruhigungszustand gegenüber den Bewegungen, die eigentlich ausgeführt werden wollen. Es ist also ein in sich gestaltetes Wollen,2Von Helene Finckh so übertragen, bei späteren Kontrollen eher als «gestähltes» gelesen. In früheren Ausgaben «gestautes». das beim Anhören des Konsonantischen zutage tritt. Sie werden daher auch finden, daß das Anhören des Konsonantischen außerordentlich innerlich kräftigt, stark macht. Und man kann schon studieren, wenn man dafür ein Auge hat, man kann schon studieren wie solche Völker, wie zum Beispiel das tschechische Volk sich in seinem Inneren ausnimmt, wie sich da der Mensch in seinem Inneren ausnimmt, mit diesen Spannungskräften, mit.diesen aggressiven Kräften, wenn man weiß, daß das an dem Konsonantieren der Sprache herangebildet ist, dieses fortwährende Zurückhalten desjenigen, was eigentlich physische Bewegung werden will.
[ 11 ] We are therefore dealing with an entirely different process here, and this process can best be characterized as follows: This process—which is essentially a normal listening process—involves a powerful evocation of those movements of the etheric body that are otherwise actually carried out during physical movements. These movements are held back. Thus, when listening to consonants, the person experiences a certain tension. Unconsciously, when listening to consonants, they would actually like to physically imitate or mimic these movements outwardly, but they hold back. This tension is present. It is essentially a state of calm, but one that is artificially induced—brought about by the power of the ego—in contrast to the movements that actually want to be carried out. It is, therefore, a will formed within oneself,2Translated this way by Helene Finckh; in later reviews, it was read more as “steeled.” In earlier editions, “pent up.” which comes to light when listening to consonants. You will therefore also find that listening to consonants strengthens one’s inner being extraordinarily and makes one strong. And one can already study—if one has an eye for it—one can already study how such peoples, such as the Czech people, appear within themselves, how the human being appears within himself, with these forces of tension, with. these aggressive forces—if one knows that this is shaped by the consonantal nature of the language, this constant holding back of that which actually seeks to become physical movement.
[ 12 ] Nun ist es ja wiederum ein Herausgehen des Menschen, ein Übergehen in den Schlafzustand, und dieses Herausgehen des Menschen, dieses Übergehen in den Schlafzustand, es ist außerordentlich interessant. Sehen Sie, beobachten Sie einmal schematisch den Menschen: Kopf, rhythmisches System, Gliedmaßen-Stoffwechselsystem.
[ 12 ] Now, this is, once again, a process of the human being stepping out, a transition into the state of sleep, and this process of the human being stepping out, this transition into the state of sleep, is extraordinarily interesting. Look, let’s observe the human being schematically: head, rhythmic system, limbs and metabolic system.


[ 13 ] Engagiert beim Konsonanten-Zuhören ist ja vorzugsweise das Gliedmaßen-Stoffwechselsystem. Der Mensch will seine Glieder bewegen, will in Bewegung übergehen, nur ist die Bewegung in Spannung versetzt. Er geht gewissermaßen in einen Schlaf über, der eigentlich sonst nicht ausgeführt wird, denn es bleiben eigentlich Ich und astralischer Leib wie im 3Nicht eindeutig zu entziffern, möglicherweise «beim» an Stelle von «wie im». gewöhnlichen Schlafe, bleiben im Organismus drinnen.4Zu dieser Aussage siehe Hinweis S. 151. Jetzt sucht man sogar eine Art künstlichen Schlafs herbeizuführen für das GliedmaßenStoffwechselsystem in diesem Falle. Aber da macht sich dann die starke Reaktion bemerkbar, diese starke Reaktion, wenn man gewissermaßen einschläft mit seinem Gliedmaßen-Stoffwechselmenschen. Diese Reaktion besteht darin, daß man träumt. Aber nun ist wiederum das Bewußtsein nicht dazu hergerichtet, daß man träumt. Es entstehen gewissermaßen Träume am Menschen, die ihn umspielen (orange).
[ 13 ] It is primarily the metabolic system of the limbs that is engaged in consonant listening. The human being wants to move his limbs, wants to transition into movement, but the movement is held in tension. He enters, so to speak, a state of sleep that would not otherwise occur, for the ego and the astral body actually remain within the organism, as in 3Not clearly decipherable; possibly “during” instead of “as in.” ordinary sleep; they remain within the organism.4See the note on p. 151 regarding this statement. Now, in this case, one is even attempting to induce a kind of artificial sleep for the limb-metabolic system. But then a strong reaction becomes noticeable—this strong reaction that occurs when one, so to speak, falls asleep with one’s limb-metabolic self. This reaction consists in dreaming. But now, in turn, consciousness is not equipped for dreaming. Dreams, so to speak, arise in the person and surround them (orange).


[ 14 ] Er beeinflußt die äußere Astralität und den äußeren Äther. Solche Menschen, die Konsonantischem zuhören, machen in ihrer Umgebung eine Verstärkung der Aura, und diese Verstärkung der Aura, die spricht sich wiederum polarisch dadurch aus, daß nun dasjenige, was da im Unterbewußtsein bleibt, als polarischer Inhalt, als Willensgefühlsfaktor den Kopforganismus umspielt (violett) und in den Kopforganismus sich
[ 14 ] He influences the outer astral realm and the outer ether. Such people, who listen to consonant sounds, create an amplification of the aura in their surroundings, and this amplification of the aura, in turn, manifests itself polaristically in that what remains in the subconscious now surrounds the head organism (violet) as polar content, as a factor of will and feeling, and enters the head organism


[ 15 ] Sie können daher bemerken bei solchen Menschen, die ans Konsonantieren gewöhnt sind, eine Verstärkung ihres Eigensinnes, eine Verstärkung des Eigenwillens. Es sind in Wille umgewandelte Träume, die da durch den Kopforganismus spielen, in Wille umgewandelte Träume.
[ 15 ] You can therefore observe in such people, who are accustomed to consonantization, a strengthening of their obstinacy, a strengthening of their willfulness. These are dreams transformed into will that play out through the head organism—dreams transformed into will.
[ 16 ] Was ist denn das eigentlich physiologisch richtig angesehen «in Wille umgewandelte Träume»? Wenn man dafür das ätherisch-physische Korrelat betrachtet - das ist im wesentlichen dasjenige, was nun plastisch wirkt in der Kopforganisation. Man hat also vorzugsweise das plastische Wirken auf die Kopforganisation, und man wird solche Kopforganisation, welche gewissermaßen hinter sich selber zurückgeblieben ist, die wird man auf diese Weise anregen können. Hat man es also zu tun mit einem Schwachsinnigen, hat man es zu tun mit jemandem, bei dem man sonst konstatieren kann, physisch konstatieren kann, daß seine Kopforganisation nicht in Ordnung ist, so lasse man ihn konsonantierend eurythmisieren, und man greift ein in diejenige Kraft, die sonst als traumhafter Wille in der ganzen übrigen, in der Gliedmaßen-Stoffwechselorganisation wirkt und da die Organisation anregt, in Regsamkeit erhält. Man macht dem Schwachsinnigen und dem sonst in der Kopforganisation Zurückgebliebenen seinen Kopf regsamer. So daß man also brauchen kann diese Art von Eurythmie, um Heilkräfte in bezug auf die Kopforganisation hervorzurufen. Insbesondere wenn man das verstärkt ausführen wird, was wir ja als Verstärkung, als verstärkte Metamorphose der Konsonanten in der Eurythmie, was wir da in den letzten Tagen gehört haben.
[ 16 ] What, from a physiological standpoint, are “dreams transformed into will”? If we consider their etheric-physical correlate—which is essentially what now exerts a formative influence on the head organization— So one focuses primarily on the formative influence on the head organization, and in this way one will be able to stimulate a head organization that has, so to speak, fallen behind in its development. If, then, one is dealing with a person with mental retardation—or with someone in whom one can otherwise physically observe that their head organization is not functioning properly— then have them practice eurythmy with consonant movements; in doing so, one intervenes in the force that otherwise acts as a dreamlike will throughout the rest of the body—in the limb and metabolic organization—and which stimulates that organization, keeping it active. One makes the mind of the person with intellectual disability and of those otherwise lagging behind in their head organization more active. Thus, this type of eurythmy can be used to evoke healing forces with regard to the organization of the head. This is especially true when we intensify what we have heard in recent days—namely, the intensification, the heightened metamorphosis of the consonants in eurythmy.
[ 17 ] Es ist ja natürlich, wenn man die Physiologie des Eurythmisierens ins Auge fassen will, daß man den bewegten, regsamen Menschen ins Auge fassen muß, daß man also gewissermaßen wirklich Physiologie treiben muß. Denn mit der gewöhnlichen Physiologie treibt man eigentlich keine Physiologie, sondern man geht im Grunde genommen doch, selbst wenn man seine Versuche am Lebendigen macht, vom Maschinellen aus, oder man geht ganz von der Leiche aus und schließt dann auf das eigentlich Physiologische. Man hat also etwas, was man erschlossen hat. Das, was man sonst erschlossen hat, das muß man der Regsamkeit des Menschen ablesen, wenn man es zur Physiologie dieser Prozesse bringen will, und man wird sehen können, daß von einem solchen Studium eine Belebung der gesamten Physiologie wiederum ausgehen kann. Denn bedenken Sie nur das Folgende: Was ist eigentlich, jetzt am lebendigen Menschen betrachtet, die Verdauungstätigkeit? Sie ist Stoffwechseltätigkeit, die nach dem Rhythmischen hin stößt, nach dem Rhythmischen hin sich entfaltet. Verdauungstätigkeit ist Stoffwechsel, der gewissermaßen aufgefangen wird von dem Rhythmus der Zirkulationsorgane. Es spielt sich ja fortwährend ein Prozeß ab, der eine Zusammensetzung ist aus der Stoffwechseltätigkeit in der Gewebeflüssigkeit. Und dasjenige, was sich abspielt als Stoffwechseltätigkeitin der Gewebeflüssigkeit, das wird, indem der Rhythmus heranschlägt,5Möglicherweise «heraufschlägt» laut Stenogramm. selber von diesem Rhythmus der Zirkulationsorgane mitgenommen, mitgerissen, und es geht die mehr chaotische Tätigkeit, das Chaos, das stattfindet in den Regungen der Gewebeflüssigkeit, das geht über in den Rhythmus des Zirkulationssystems. Und in so etwas, wo das Chaos der Gewebeflüssigkeit übergeht in die regelmäßige rhythmische Betätigung des Zirkulationssystems, in dem lebt sich ja physisch aus dasjenige, was menschliche Willenstätigkeit ist. Willenstätigkeit -— die man wiederum jetzt genau unterscheiden muß vom äußeren Tun, obwohl sie sich in dieses äußere Tun ergießt-, die besteht darinnen, daß ein fortwährender Übergang stattfindet zwischen chaotischer Regsamkeit in der Gewebeflüssigkeit und rhythmisch-regelmäßiger Tätigkeit, auch harmonisierender Tätigkeit in dem Zirkulationswesen. Dadurch aber, daß dieses stattfindet, harmonisiert sich die Innenwelt des Menschen, das innerhalb der Haut Gelegene, mit dem äußeren Wesen des Menschen. Der Mensch gliedert sich gewissermaßen, indem er sein Eigenwesen herabsetzt,6«Eigenwesen» laut Stenogramm, vorher «Innenwesen». in das Wesen der Außenwelt ein. Indem man daher eurythmisch auf diese Tätigkeit wirkt, wie wir es jabeim Konsonantieren gesehen haben, ist das so, daß wir in der Tat entgegenwirken dem Eigensinnig-Werden des Menschen, dem Egoistisch-Werden des Menschen, aber auch im organischen Sinne dem Egoistisch-Werden des Menschen. Denn was heißt denn egoistisch werden des Menschen eigentlich? - Sehen Sie, egoistisch werden des Menschen heißt, organisch ausgedrückt: die Organe verlieren ihre plastische Kraft und nehmen zu in bezug auf ihre starre Kristallisationskraft. Sie wollen gewissermaßen nicht mehr Plastiker sein, sie wollen sich nähern dem Kristallisierungszustande. Dem arbeitet man entgegen durch das konsonantierende Eurythmisieren.
[ 17 ] It is, of course, only natural that if one wishes to consider the physiology of eurythmy, one must consider the moving, active human being—that is, one must, in a sense, actually engage in physiology. For with conventional physiology, one is not really practicing physiology at all; rather, even when conducting experiments on living beings, one essentially proceeds from a mechanical perspective, or one proceeds entirely from the cadaver and then infers what is actually physiological. So one has something that one has already deduced. What one has otherwise deduced must be gleaned from human activity if one wishes to apply it to the physiology of these processes, and one will be able to see that such a study can in turn breathe new life into the entire field of physiology. For just consider the following: What, when observed in a living human being, is the digestive process? It is a metabolic activity that tends toward the rhythmic, that unfolds in accordance with the rhythmic. Digestive activity is metabolism that is, so to speak, caught up in the rhythm of the circulatory organs. After all, a process is constantly taking place that is a synthesis of the metabolic activity in the tissue fluid. And what takes place as metabolic activity in the tissue fluid—as the rhythm sets in—5Possibly “surges,” according to the transcript. is itself carried along and swept up by this rhythm of the circulatory organs, and the more chaotic activity—the chaos that takes place in the movements of the interstitial fluid—transforms into the rhythm of the circulatory system. And in such a process, where the chaos of the interstitial fluid merges into the regular rhythmic activity of the circulatory system, what constitutes human volitional activity finds its physical expression. Volitional activity—which, in turn, must now be precisely distinguished from external action, even though it pours into this external action—consists in the fact that a continuous transition takes place between chaotic activity in the interstitial fluid and rhythmic, regular activity, indeed harmonizing activity, within the circulatory system. But because this takes place, the inner world of the human being—that which lies within the skin—harmonizes with the human being’s outer nature. The human being, so to speak, structures itself by bringing its “own being” down,6“own being” according to the stenographic transcript; previously “inner being.” into the essence of the external world. Therefore, by influencing this activity through eurythmy—as we have seen in the case of consonant articulation—we are in fact counteracting the tendency of the human being to become self-willed, to become selfish, but also, in an organic sense, the tendency of the human being to become selfish. For what does it actually mean for a human being to become selfish?—You see, for a human being to become selfish means, expressed in organic terms: the organs lose their plastic power and increase in terms of their rigid crystallizing power. In a sense, they no longer want to be plastic; they want to approach a state of crystallization. This is what we counteract through consonant-based eurythmy.
[ 18 ] So sehen Sie eigentlich ganz in die menschliche Organisation hinein. Egoisten sind eigentlich immer Menschen, deren Magen und Leber und Lungenflügel drohen, anzunehmen richtige Keilform. Sie wollen Keile werden, sie wollen ins Kristallinische übergehen, währenddem Menschen, die krankhaft selbstlos sind, bei denen fließen diese Organe aus. Sie haben keine Kristallisationskraft, sie haben plastische Kraft, sie runden sich. Das ist ja auch ein krankhafter Zustand. Immer ist es ja das Ausschlagen des Pendels nach der einen und nach der andern Seite, was man zu beachten hat.
[ 18 ] This actually gives you a deep insight into human nature. Egoists are, in fact, always people whose stomachs, livers, and lungs are in danger of taking on a truly wedge-like shape. They want to become wedges; they want to transform into crystalline forms, whereas in people who are pathologically selfless, these organs spread out. They lack the power of crystallization; they possess plastic energy, and they take on a rounded form. This, too, is a pathological condition. It is always the swinging of the pendulum from one side to the other that one must take into account.
[ 19 ] Nun beachten Sie einmal die eigentliche auch geistige Tätigkeit so: Wenn der Mensch denkt und vom Denken aus fühlt all dasjenige, was man im gewöhnlichen Leben die Tätigkeit nennt, welche man [als] geistige bezeichnet - sie wird ja ausgeführt von der physischsten Kopforganisation, also gerade dadurch ist sie die sublimierend geistige Tätigkeit, das Individualisierende auf der einen Seite, das abstrakt Gefühlte auf der andern Seite - wenn der Mensch diese geistige Tätigkeit ausführt, was geschieht denn dann? Sehen Sie, dann zieht er aus seinem Organismus heraus diejenige Kraft, welche ihn befähigt, sich als Glied in die Außenwelt hineinzuversetzen. Er zieht auch aus seinem Organismus heraus diejenige Kraft, die ihn krankhaft dazu verführt, auszufließen. Er macht sich geradezu zum Kristallisator, wenn er geistig tätig ist. Gewisse, insbesondere — wie ich glaube - mehr nach Norden gelegene Völker, die haben ein starkes instinktives Bewußtsein sich angeeignet für diese Dinge. Und sie haben zwar heute noch keine Neigung, das Eurythmische nach diesem instinktiven Bewußtsein einzurichten, sie verwenden dann dasjenige, was mehr äußerlich physiologisch ist, das schwedische Turnen und so weiter, aber sie benutzen doch die eigentümliche Wechselwirkung, die da besteht zwischen derjenigen Tätigkeit, die die Kinder ausführen müssen, wenn sie in der Schule szientifisch wirken sollen, nicht wahr, denken sollen und so weiter, diese Tätigkeit lassen sie abwechseln mit demjenigen, was dann zur Bewegung anregt. Sie fordern auch schon, daß jeder Lehrer eigentlich ein Turnlehrer sei, sie fordern wiederum von dem Turnlehrer, daß er auf der geistigen Höhe des Kindes steht. Solche Dinge sind ja in einer fortgeschrittenen Zivilisation durchaus zu berücksichtigen, und wenn ich eine bissig erscheinende, aber durchaus nicht bissig gemeinte Bemerkung, die nur aufklärend sein soll, machen will, so könnte ich sagen: Um diese Dinge instinktiv zu berücksichtigen, dazu gehört Zeit. - Das muß also bei Völkern ausgeführt werden, welche sonst weniger am Zivilisationsprozeß teilnehmen, die mehr für sich leben, ein abgeschlossenes Leben für sich leben, und die also instinktiv nach und nach ausbilden können dasjenige, was sich auf solchen Rhythmus von geistiger Tätigkeit und physischer Tätigkeit bezieht wie zum Beispiel die Schweden und Norweger, die so eine Art isoliertes Dasein führen, die können ja solche Anschauungen ganz besonders gut instinktiv ausführen. Andere Völker, die mehr angewiesen sind darauf, solche Dinge bewußt auszuführen, weil sie sonst mehr sich betätigen an dem allgemeinen Weltprozesse, diese Völker, die also sich zum Beispiel beschäftigen müssen, was ja in der letzten Zeit sehr der Fall war, mit Kriegsführung und so weiter, die müssen dann um so mehr bewußt auf diese Dinge sehen. Und diejenigen, die durchaus eigentlich, weil sie mitten drinnenstehen in der Bewegung der Welt und ganz eigentlich sich in diese Dinge versetzen müssen, weil sich gewissermaßen um sie die Welt dreht, die werden schon sehen, was sie hinterlassen, wenn sie sich nicht bewußt diesen Dingen zuwenden, wie sie allmählich dekadent werden. Das ist etwas, was sich insbesondere die Schweiz sagen müßte.
[ 19 ] Now consider the actual, spiritual activity in this way: When a person thinks and, through thinking, feels all that which in ordinary life is called activity—which is designated as “spiritual”—it is, after all, carried out by the most physical organization of the head; precisely because of this, it is the sublimating spiritual activity—the individualizing force on the one hand, the abstractly felt on the other—when a person carries out this spiritual activity, what happens then? You see, he then draws from his organism the very force that enables him to place himself, as a member of the outer world, within it. He also draws from his organism the very force that pathologically tempts him to dissipate. He literally becomes a crystallizer when he is engaged in spiritual activity. Certain peoples—particularly, as I believe, those located further north—have developed a strong instinctive awareness of these things. And although they still have no inclination today to structure eurythmy according to this instinctive awareness, they do make use of what is more outwardly physiological—Swedish gymnastics and so on— but they do make use of the unique interplay that exists between the activities children must perform when they are to engage in scientific work at school—that is, thinking and so on—and they alternate these activities with those that stimulate movement. They also insist that every teacher should essentially be a physical education teacher, and they in turn require the physical education teacher to be on the same intellectual level as the child. Such things must certainly be taken into account in an advanced civilization, and if I were to make a remark that might seem biting but is by no means meant that way—one intended only to clarify—I could say: It takes time to instinctively take these things into account. — This must therefore be carried out among peoples who otherwise participate less in the process of civilization, who live more for themselves, leading a self-contained life, and who can thus gradually and instinctively develop an understanding of the rhythm of mental and physical activity—such as the Swedes and Norwegians, who lead a sort of isolated existence; they are particularly well-suited to instinctively grasp such perspectives. Other peoples, who are more reliant on consciously carrying out such things—because they are otherwise more actively involved in the general world process—these peoples, who, for example, have had to concern themselves with warfare and the like, as has very much been the case in recent times, must then pay all the more conscious attention to these matters. And those who, precisely because they are right in the thick of the world’s movements and must truly put themselves in the midst of these matters—since, in a sense, the world revolves around them—will see what they leave behind if they do not consciously turn their attention to these matters, as they gradually become decadent. This is something Switzerland, in particular, ought to take to heart.
[ 20 ] Diese Dinge laufen also ein durchaus auch in das Betrachten der allgemeinen Weltverhältnisse, denn schließlich, nicht wahr, meine lieben Freunde, die allgemeinen Weltverhältnisse gehen ja aus dem Wirken der Menschen hervor, und sie gehen sogar heute noch viel mehr aus dem unbewußten Wirken der Menschen hervor als aus dem bewußten. Aber man hat die Aufgabe, das unbewußte Wirken der Menschen in das bewußte allmählich überzuführen.
[ 20 ] These things, then, certainly also play a role in our consideration of general world conditions, for after all, my dear friends, general world conditions arise from human activity, and even today they arise much more from people’s unconscious activity than from their conscious activity. But it is our task to gradually bring people’s unconscious actions into the realm of the conscious.
[ 21 ] Nun, diese geistige Tätigkeit, wie wirkt sie im Menschen? Sie wirkt, indem sie die Kristallisationskräfte wachruft. Sie wirkt daher bei ich-schwachen Menschen auf die Verstärkung des Ego, sie macht sie egoistischer. Aber wir haben ja nötig die Egoismuskräfte bei solchen Menschen, die organisch ausfließen, weil sie zu wenig egoistisch sind, diese Egoismuskräfte, nicht für die Seele, aber für den Organismus dann anzuregen. Wir können sie anregen ja auch durch äußere Mittel, und es wird ja natürlich sein, daß wir solchen Menschen, die organisch ausfließen, raten, zuckerhaltige Substanzen zu sich zu nehmen. Aber sie haben dafür manchmal gerade eine gewisse Antipathie, worin sich gerade die Tatsache erst recht ausdrückt.
[ 21 ] Now, how does this mental activity work in human beings? It works by awakening the forces of crystallization. In people with a weak sense of self, it therefore strengthens the ego; it makes them more selfish. But we do need to stimulate the forces of egoism in such people—who are organically depleted because they are not egoistic enough—not for the sake of the soul, but for the sake of the organism. We can also stimulate them through external means, and it will naturally follow that we advise such people, who are physically depleted, to consume sugary substances. But they sometimes have a certain aversion to this, which only serves to underscore the very fact.
[ 22 ] Nun aber, das ist ja dasjenige, was uns jetzt in diesem Augenblick viel weniger interessiert. Was uns jetzt in diesem Augenblick interessiert, ist das, daf® man ja durch die vokalisierende Eurythmie dazu kommt, nach dieser Richtung hin ganz besonders zu wirken, und daß man da gewissermaßen durch das vokalisierende Eurythmisieren den Menschen zu sich selbst bringen kann, organisch. Man kann diejenigen Kräfte wachrufen, die ihn organisch zu sich selbst bringen. Und das kann ja für gewisse Menschen außerordentlich notwendig sein, auch zum Beispiel für diejenigen Menschen, die verschlafen sind. Man wird aber auch sehen, daß die Abwechslung der beiden, des Vokalisierenden und des Konsonantierenden dadurch günstig wirkt, daß da ein lebendiger Rhythmus entsteht im Menschen, wie er auch sein soll zwischen der Hingabe an die Welt und der Zurücknahme in sich selbst. Das ist dann dasjenige, was durch das abwechselnde konsonantierende und vokalisierende Eurythmisieren hervorgerufen wird. Es ist natürlich dann ganz besonders notwendig, wenn man die Eurythmie zu Heilzwecken anwenden will, daß man dieses, ich möchte sagen physiologisch-psychologische Durchschauen dessen, was eigentlich vorgeht, sich aneignet, daß man also richtig weiß: Es neigt ein Mensch, der konsonantisch eurythmisiert, dazu, eine Art von Aura um sich hervorzurufen, welche dann wiederum auf ihn zurückwirkt und ihn herausbringt aus dem wesenlosen Zusammenfließen mit der Welt. Es wirkt bei dem Menschen, den man vokalisierend eurythmisieren läßt, die Sache so, daß gewissermaßen seine eigene Aura zusammengezogen wird, was ja immer auch bei der geistigen Tätigkeit der Fall ist, daß seine eigene Aura zusammengezogen wird, in sich verdichtet wird und daß dadurch die inneren Organe angeregt werden, den Menschen zu sich zu bringen.
[ 22 ] But anyway, that is precisely what interests us much less at this very moment. What interests us right now is that vocal eurythmy enables us to work in this direction in a very special way, and that, through vocal eurythmy, we can, so to speak, bring the person back to themselves organically. We can awaken those forces that bring them back to themselves organically. And this can be extraordinarily necessary for certain people, including, for example, those who are lethargic. But one will also see that the alternation between the two—vocalizing and consonantizing—has a beneficial effect in that it creates a living rhythm within the person, just as there should be a rhythm between devotion to the world and withdrawal into oneself. This is what is brought about by the alternating use of consonantal and vocalic eurythmy. It is, of course, particularly necessary when one wishes to use eurythmy for healing purposes to acquire this—I would say—physiological-psychological insight into what is actually taking place, so that one knows precisely: A person who performs consonantal eurythmy tends to evoke a kind of aura around themselves, which in turn acts back upon them and draws them out of the formless merging with the world. In the case of a person who is guided through vowel-based eurythmy, the effect is such that, in a sense, their own aura is drawn together—which is, after all, always the case during mental activity—so that their own aura is drawn together, condensed within itself, and thereby stimulates the internal organs to bring the person back to themselves.
[ 23 ] In pädagogisch-didaktischer Beziehung ist es ja nun wirklich so, daß man wiederum durch die Abwechslung zwischen den Stunden, die man etwa an den Vormittag verlegt, in denen mehr geistig gearbeitet werden muß, und denjenigen Stunden, in denen mehr in Bewegung gearbeitet wird, also wo auch viel eurythmisiert wird, daß man dadurch eine rhythmische Tätigkeit in dem heranwachsenden Kinde hervorruft, die außerordentlich günstig wirkt, indem all die Schäden, die entstehen müssen bei zu starker geistiger Anstrengung, indem diese Schäden wiederum durch das Eurythmisieren ausgeglichen werden. Und deshalb stellt sich auch in den Gesamtunterricht das Eurythmisieren in einer außerordentlich wohltätigen Weise hinein.
[ 23 ] From a pedagogical and didactic standpoint, it is indeed true that by alternating between classes—such as those held in the morning, which require more mental effort, and those that involve more physical activity— —that is, where there is also a great deal of eurythmy—that one thereby evokes a rhythmic activity in the growing child which has an extraordinarily beneficial effect, in that all the damage that is bound to arise from excessive mental exertion is, in turn, counterbalanced by eurythmy. And that is why eurythmy also fits into the overall curriculum in an extraordinarily beneficial way.
[ 24 ] Dasjenige, was ich nun über das Eurythmisieren den Ärzten speziell zu sagen habe, das werde ich dann in die Mitteilungen gegenüber den Ärzten noch hineinfließen lassen. Die eigentlichen eurythmischen Betrachtungen wollen wir damit abgeschlossen sein lassen und morgen zwei aufeinanderfolgende eigentliche Ärztestunden haben, wo die Eurythmisten dann nicht dabei sind, nämlich um halb neun und nach einer Pause um Viertel vor zehn.
[ 24 ] What I have to say specifically to the doctors about eurythmy, I will then incorporate into the communications addressed to the doctors. Let us conclude our actual eurythmy discussions here and hold two consecutive sessions for doctors tomorrow, during which the eurythmists will not be present—namely at 8:30 a.m. and, after a break, at 9:45 a.m.
[ 25 ] Dankesworte von Dr. med. Friedrich Husemann
[ 25 ] Acknowledgments by Dr. med. Friedrich Husemann
[ 26 ] Wir stehen ja heute am Abschluß dieses Kurses, und es ist gewiß unser aller Bedürfnis, darauf noch einmal zurückzublicken. Wir haben, glaube ich, empfunden, daß gerade mit diesem Kursus noch ein gewisser Höhepunkt dessen gegeben ist, was wir bisher von Herrn Dr. Steiner als Anregungen für die Medizin bekommen durften. Daß es möglich war, einen Kursus hier zu halten für Ärzte und Künstlerinnen scheint mir doch ein Symbol gewissermaßen dessen, was wir eigentlich mit unseren anthroposophischen Bestrebungen in der Medizin wollen. Daß diese Synthese zustande kommen konnte ist vielleicht doch auch eine Erfüllung dessen, was Goethe in bildhafter Weise in seinem «Wilhelm Meister» einmal sagte, daß man die Medizinstudenten eigentlich nicht so sehr anatomisieren lassen sollte als vielmehr synthetisieren. Man sollte sie unterrichten, den menschlichen Körper wiederum zusammenzusetzen aus den einzelnen Muskeln, Knochen und Organen, und aus diesem Gefühl des Zusammensetzens heraus würde sich auch das gesunde Gefühl des Heilens ergeben.
[ 26 ] Today we have reached the conclusion of this course, and we all certainly feel the need to look back on it once more. I believe we have sensed that this course in particular represents a certain culmination of what we have been privileged to receive so far from Dr. Steiner as inspiration for medicine. The fact that it was possible to hold a course here for physicians and artists seems to me, in a sense, a symbol of what we actually aim to achieve with our anthroposophical endeavors in medicine. The fact that this synthesis could come about is perhaps also a fulfillment of what Goethe once said, in a figurative way, in his *Wilhelm Meister*—that medical students should not so much be allowed to dissect as to synthesize. They should be taught to reassemble the human body from its individual muscles, bones, and organs, and from this sense of reassembly would also arise a healthy sense of healing.
[ 27 ] Das, glaube ich, ist gerade mit diesem Kurs doch vor uns hingestellt, wie diese Möglichkeit des synthetischen Denkens und Fühlens wieder in uns angeregt werden kann, und daß gerade ein solcher Kursus, der zeigt, wie das Wort, wie das Geistige übergeht in die Bewegung, auf den Körper, daß er uns geradezu zum Tun anregen sollte und nicht zum Reden. Das liegt ja eigentlich in der ganzen Tendenz dessen, was uns hier gegeben ist.
[ 27 ] I believe that this course in particular sets before us the question of how this capacity for synthetic thinking and feeling can be reawakened within us, and that precisely such a course—which shows how the word, how the spiritual, passes into movement and into the body—should inspire us to act rather than to speak. That is, in fact, the underlying tendency of everything that is presented to us here.
[ 28 ] Und darin liegt nun anderseits wieder eine kleine Schwierigkeit. Denn gerade wenn man sich zum Tun angeregt fühlt, kann man ja dazu kommen, zu viel zu tun, und es liegt so außerordentlich nahe, daß nun alle die Anregungen, die hier gegeben sind, eben recht viel und überall angewendet werden. Und da hat nun unsere Vereinigung gerade gebeten, noch einmal doch das recht ernst zu nehmen, was Herr Dr. Steiner wiederholt betont hat, daß man diese therapeutischen Anregungen eben doch als Therapeutische betrachten möchte, das heißt als solche, die unter der Kontrolle oder unter der Mitwirkung eines Arztes eben angewendet werden sollen, daß man nicht blind drauflos sie anwenden soll, denn das kann ja selbstverständlich zu schweren Mißerfolgen führen, wenn das geschieht, und wir müssen andererseits ja auch bedenken, daß alles, was als Dilettantisches dann herauskommt an die Öffentlichkeit, das dann doch schwer schädigend auf uns, auf unsere Bewegung zurückwirken kann.
[ 28 ] And therein lies, on the other hand, a small difficulty. For it is precisely when one feels inspired to act that one can end up doing too much, and it is so all too easy for all the suggestions given here to be applied quite extensively and in every situation. And so our association has specifically asked that we take very seriously once again what Dr. Steiner has repeatedly emphasized: that these therapeutic suggestions should indeed be regarded as therapeutic—that is, as ones that are to be applied under the supervision or with the cooperation of a physician—and that they should not be applied blindly, for that can, of course, lead to serious setbacks if it happens; and on the other hand, we must also bear in mind that anything presented to the public as the work of amateurs can ultimately have a seriously damaging effect on us and on our movement.
[ 29 ] Deshalb wollten wir Sie bitten, diese Ermahnungen, die Herr Dr. Steiner in dieser Beziehung gerade an uns gerichtet hat, doch recht ernst zu nehmen. Das, was hier gegeben ist, muß eben von uns verarbeitet werden. Aber das kann nur in ersprießlicher Weise geschehen, wenn wir eben zusammenarbeiten so, wie wir jetzt hier zusammengewesen sind. Deshalb möchte ich damit schließen, daß wir unseren Dank gegenüber Herrn Dr. Steiner eben gerade dadurch zum Ausdrucke bringen, daß wir wirklich das weiter verarbeiten, aber daß wir uns auch nicht nur tätig hineinstellen in unsere Bewegung, sondern gerade mit Verständnis.
[ 29 ] That is why we would like to ask you to take these admonitions—which Dr. Steiner has just addressed to us in this regard—very seriously. What has been presented here must simply be processed by us. But this can only be done fruitfully if we work together just as we have been gathered here today. Therefore, I would like to conclude by saying that we should express our gratitude to Dr. Steiner precisely by truly working through this material—and not only by actively engaging in our movement, but also with understanding.
