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An Anthroposophical Understanding
of Humanity and Medicine
GA 319

15 November 1923, The Hague

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An Anthroposophical Understanding of Humanity and Medicine, tr. SOL
  1. Anthroposophische Menschenerkenntnis und Medizin

Fünfter Vortrag

Fifth Lecture

[ 1 ] Vor allen Dingen danke ich Herrn Dr. Zeylmans und Ihnen allen, daß Sie mir Gelegenheit geben, einiges hier auszusprechen über die -— wenn ich so sagen darf — medizinischen Konsequenzen der anthroposophischen Forschungsart. Es wird natürlich nur möglich sein, in zwei kurzen Stunden einiges Wenige als Andeutungen zu geben, und bei der Abweichung des Gesichtspunktes, den ich werde zu wählen haben, von dem heute gebräuchlichen, wird es auch noch ganz besonders schwer sein, in den zwei kurzen Stunden darüber hinauszukommen, daß manches, was gesagt werden muß, vom heutigen Gesichtspunkte aus — von dem Gesichtspunkte aus, den man gewohnt ist — recht paradox, vielleicht mehr als paradox zu erscheinen hat. Aber die verehrten Anwesenden werden ja wissen, wie man im Laufe der geschichtlichen Entwickelung der Menschheit in bezug auf mancherlei Dinge gelernt hat, umzudenken; und so wird, wenigstens zunächst, auch eine gewisse Nachsicht dafür vorhanden sein, daß ein Gesichtspunkt aus einer wirklichen gewissenhaften Forschung heraus einmal paradox erscheinen muß.

[ 1 ] First and foremost, I would like to thank Dr. Zeylmans and all of you for giving me the opportunity to say a few words here about the—if I may put it that way—medical implications of the anthroposophical approach to research. Of course, in just two short hours, it will only be possible to offer a few brief insights, and given that the perspective I will have to adopt differs from the one commonly used today, it will be particularly difficult to go beyond the fact that much of what needs to be said may appear—from today’s perspective, from the perspective to which we are accustomed— — must appear quite paradoxical, perhaps more than paradoxical. But the distinguished audience here will surely know how, in the course of humanity’s historical development, we have learned to rethink many things; and so, at least initially, there will also be a certain degree of forbearance for the fact that a perspective arising from genuine, conscientious research must, at times, appear paradoxical.

[ 2 ] Das erste aber, was ich einleitungsweise sagen möchte, ist, daß es sich hier bei den medizinischen Konsequenzen der anthroposophischen Forschungsmethode nicht darum handelt, irgend etwas, das nun absolut «neu» sein müßte, entgegenzusetzen dem, was die heutige gewissenhafte, auf der seit Jahrhunderten gebräuchlich gewordenen Naturwissenschaft gebauten Medizin zu sagen hat. Nicht umstürzen möchte die Forschungsmethode, von der ich hier spreche, sondern sie möchte gerade das Gegenteil: Indem sie auf Verschiedenes hinblickt, was gerade in der neueren Zeit aus den gewissenhaften sinnlich-empirischen Methoden für die Medizin aus der Naturwissenschaft sich ergeben hat, muß sie aus dem großen Umfange der Fragen, die da entstanden sind, gerade ihrerseits in Anspruch nehmen, daß die moderne Medizin überall hinüberweist in ein Gebiet, das ihr selbst noch schwer ist zu betreten, aus dem Grunde, weil, ja, weil die Forschungsmethoden im Grunde genommen so gewissenhaft, so exakt sind, so exakt sind in bezug auf die uns ja allen bekannten sinnlich-empirischen Methoden. Aber gerade durch das, wodurch die Naturwissenschaft groß geworden ist, wodurch sie in ihrer Art eine so bedeutungsvolle Grundlage für die Medizin hat liefern können, gerade durch das sind wiederum gewisse Wege zur Menschenerkenntnis und damit zur Heilkunde unmöglich gemacht worden. Und deshalb gestatten Sie, daß ich heute zunächst einiges Prinzipielle anführe und dann auf die Besonderheit einiger unserer Heilmittel, die typisch, die charakteristisch sind, morgen eingehen werde.

[ 2 ] The first thing I would like to say by way of introduction, however, is that the medical implications of the anthroposophical research method are not about pitting something that is absolutely “new” against what today’s conscientious medicine—based on natural science that has been in use for centuries—has to say. The research method I am discussing here does not seek to overturn anything, but rather aims to do the exact opposite: By taking into account various developments that have emerged in recent times from the conscientious sensory-empirical methods of natural science applied to medicine, it must, from the vast range of questions that have arisen there, claim for itself that modern medicine points everywhere to a realm that is still difficult for it to enter—for the reason that, yes, because the research methods are, in essence, so meticulous, so precise—so precise in relation to the sensory-empirical methods with which we are all familiar. But precisely because of what has made the natural sciences great—what has enabled them, in their own way, to provide such a significant foundation for medicine—precisely because of that, certain paths to understanding human beings, and thus to medicine, have in turn been made impossible. And so please allow me today to begin by outlining a few fundamental principles, and then tomorrow I will discuss the specific characteristics of some of our remedies that are typical and distinctive.

[ 3 ] Wir haben von vornherein nicht etwa den Weg gewählt, daß wir uns gesagt haben: Anthroposophie muß über alles etwas wissen, muß also auch über die Medizin etwas zu sagen haben. Das ist Agitatorenmethode. Wir aber, auf wirklich anthroposophischem Boden, wollen uns gerade auf den Standpunkt echter wissenschaftlicher Erkenntnis, wenigstens in unseren Grundlagen, stellen. Und so ist es auch dadurch gekommen, daß überhaupt diese medizinische Bewegung innerhalb der anthroposophischen Gesamtbewegung entstanden ist, daß Ärzte, namentlich Ärzte Deutschlands, aber im Grunde genommen auch Ärzte aller Länder, gefunden haben: gegenwärtige Naturwissenschaft und Medizin geben Fragen auf, die mit den heute gebräuchlichen Methoden nicht beantwortet werden können, wenigstens nicht von der Diagnose, von der Pathologie bis zu einer rationellen Therapie hinübergetrieben werden können. Es sind dann diese Ärzte gekommen und haben gefragt, ob nicht Anthroposophie mit ihrer besonderen Art von Menschenerkenntnis etwas zu sagen habe über Medizinisches, über eine Menschenerkenntnis, die etwas tiefer hineingehen kann in die menschliche Wesenheit, als man das mit den heute gebräuchlichen Methoden imstande ist. So ist eigentlich, herausgefordert, möchte ich sagen, gerade durch diejenigen Mediziner, die unbefriedigt waren, oder aus ihren Studien und aus ihrer Praxis heraus in eine gewisse Skepsis verfallen sind, dasjenige entstanden, worüber ich Ihnen heute und morgen werde zu sprechen haben. Dabei haben wir auch von vornherein nicht etwa den Standpunkt eingenommen, wir dürften jetzt alles mögliche Dilettantische hineintreiben in ein gewissenhaft betriebenes, in die Praxis übergegangenes Forschungsgebiet. Und als durch die Begründung des «Kommenden Tages» in Stuttgart und des «Futurums» in der Schweiz nahegelegt worden ist, nun auch das Gebiet der Medizin zu pflegen, ist es denn gekommen, daß von mir gesagt worden ist: Gewiß, es läßt sich von dem aus, was Anthroposophie zu geben hat, ein Licht werfen auf Heilmittelbereitung, aber man solle nicht einfach davon ausgehen, Heilmittel zu bereiten, sondern alles, was nach dieser Richtung hin gemacht wird, solle im strengsten Zusammenhang stehen mit der Medizin, mit der wirklichen Praxis. Und so sind denn unsere Institute entstanden, die ja in der Tat auf der einen Seite Institute sind für Heilmittelbereitung nach den Methoden, von denen ich sprechen werde; aber diese Institute sind verbunden mit klinischen Anstalten, und ich werde noch im Laufe der Zeit öfter, namentlich auf jenes klinische Institut hinzuweisen haben, das in erster Linie jetzt mustergültig geworden ist: das von Frau Dr. Wegman in Arlesheim, das in unmittelbarem Zusammenhange steht mit dem Goetheanum, unserer anthroposophischen Hochschule in der Schweiz. Da ist es ja denn möglich, tatsächlich im fortwährenden Verkehr mit den Kranken auch in einen lebendigen Zusammenhang hineinzukommen in bezug auf das Therapeutische, das von der anthroposophischen Forschungsart eben hauptsächlich als die große Frage der Zeit heute gepflegt werden soll.

[ 3 ] From the very beginning, we did not choose the path of saying to ourselves: “Anthroposophy must know something about everything, and must therefore also have something to say about medicine.” That is the method of agitators. We, however, standing on truly anthroposophical ground, wish to adopt the standpoint of genuine scientific knowledge, at least in our foundational principles. And this is also why this medical movement arose within the broader anthroposophical movement in the first place—because physicians, particularly those in Germany, but ultimately physicians from all countries, have found that: contemporary natural science and medicine raise questions that cannot be answered using the methods in use today—at least not carried through from diagnosis and pathology to a rational therapy. These physicians then came forward and asked whether anthroposophy, with its particular understanding of the human being—an understanding that can penetrate deeper into the human being than is possible with the methods commonly used today—might have something to say about medicine. So it was actually—I would say, prompted—precisely by those physicians who were dissatisfied, or who had become somewhat skeptical as a result of their studies and practice, that what I will be speaking to you about today and tomorrow came into being. From the very beginning, we did not adopt the stance that we could now introduce all manner of amateurish elements into a field of research that is conducted conscientiously and has been put into practice. And when, with the founding of the “Kommender Tag” in Stuttgart and the “Futurum” in Switzerland, it was suggested that we now also cultivate the field of medicine, I came to say: Certainly, what anthroposophy has to offer can shed light on the preparation of remedies, but one should not simply set out to prepare remedies; rather, everything done in this direction should be in the closest connection with medicine, with actual practice. And so our institutes came into being; on the one hand, they are indeed institutes for the preparation of remedies according to the methods I will discuss; but these institutes are linked to clinical facilities, and in time I will have to refer more often, in particular, to that clinical institute which has now become exemplary above all others: the one run by Dr. Wegman in Arlesheim, which is directly connected to the Goetheanum, our anthroposophical university in Switzerland. There, indeed, it is possible—through constant interaction with patients—to enter into a living connection with regard to therapy, which, according to the anthroposophical approach to research, is to be cultivated today as the great question of our time.

[ 4 ] Aber auch damit haben wir uns noch nicht genügen lassen. Wir haben an diese Institute angegliedert eigentliche Forschungsinstitute. Und zwar haben wir angegliedert ein biologisches Institut, auch physikalische Institute, aber von denen will ich zunächst nicht sprechen, die stehen noch mehr im Anfange ihrer Arbeit. In dem Biologischen Forschungsinstitut — das ich erwähnen will, damit Sie sehen, daß wir aus derselben Exaktheit heraus arbeiten wollen, die sonst auch gefordert wird - haben wir schon zwei Arbeiten zu verzeichnen. Fassen Sie es nicht als eine alberne Eitelkeit von mir auf, wenn ich meine Überzeugung ausspreche — o nein, es kommt ja darauf an, ehrlich das auszusprechen, wovon man sich nach den vorhandenen Ergebnissen überzeugt halten kann -, wenn ich sage: Trotz mancher methodischer Einwände im einzelnen, die man noch machen kann, sind diese zwei Ergebnisse doch zunächst so, daß sie darauf hinweisen können, wie wir dieselbe Exaktheit anstreben, die sonst heute in der wissenschaftlichen Grundlage auch der Medizin angestrebt wird.

[ 4 ] But we did not stop there. We have established actual research institutes affiliated with these institutions. Specifically, we have established a biological institute, as well as physics institutes—though I do not wish to discuss those for the time being, as they are still in the very early stages of their work. At the Biological Research Institute—which I want to mention so that you can see that we aim to work with the same precision that is otherwise required—we have already produced two studies. Please do not take it as mere vanity on my part when I express my conviction—oh no, it is, after all, important to honestly state what one can be convinced of based on the available results—when I say: Despite some methodological objections that can still be raised in specific details, these two results are, for now, such that they can indicate how we are striving for the same precision that is otherwise sought today in the scientific foundations of medicine as well.

[ 5 ] Die erste Arbeit, die aus unserem Forschungsinstitut hervorgegangen ist, ist eine Arbeit über die Milzfunktion, und da ich in diesen zwei Vorträgen ja wirklich nur Gesichtspunkte, nur Anregungen geben kann, so werden Sie es verzeihen, wenn ich auf manches nur hinweisen kann. Mir selber ist im Verlaufe der anthroposophischen Forschungsarbeit gerade die Milzfunktion interessant geworden, und ich werde ja gerade nachher von dem zu sprechen haben, was man geisteswissenschaftliche Methode nennen kann. Durch diese Methoden ist mir aufgestiegen, wie besonders geartet in der Gesamtheit der menschlichen Organisation diese Milzfunktion ist, die ja, wie Sie wissen, für die Anthropologie eine Art von Crux ist. Der Mensch - ich kann das jetzt nur andeuten — trägt in sich die verschiedensten Prozesse, unter anderem die Prozesse, die Rhythmik fordern. Zu solchen Prozessen gehören ja nicht nur Atmung und Blutzirkulation, sondern auch Rhythmen von einer größeren Ausdehnung, zum Beispiel der Verdauungsrhythmus. Nun ist der Verdauungsrhythmus etwas, was von der menschlichen Natur selber gefordert wird, was aber in der Art, wie es von ihr gefordert wird, niemals eingehalten werden kann. Der Mensch müßte eigentlich, nach der Forderung seines Organismus, essen und trinken mit einer ungeheueren rhythmischen Regelmäßigkeit. Das kann er nicht; denn selbst wenn er sich mit großer Pedanterie die Zeiten für seine Mahlzeiten einrichten würde, so würde das noch nicht zur Folge haben, daß die Rhythmik, die der Organismus fordert, auch wirklich eingehalten werden kann. Denn man ißt am einen Tage dieses, am anderen Tage jenes, und man müßte mit einer schier ins Unermeßliche gehenden Detailkenntnis dabei vorgehen, wenn man das alles machen würde. Atmung und Blutzirkulation haben es leichter, aber der Verdauungsrhythmus ist, weil wir darin abhängig sind von unserem Verkehr mit der Außenwelt, etwas, dem schlechterdings eigentlich nicht entsprochen werden kann. Nun sind die Funktionen der Milz dazu veranlagt, jene Unregelmäßigkeiten, die notwendigerweise im Verdauungsrhythmus auftreten müssen, auszugleichen, zu korrigieren, indem sich diese Milzfunktionen vereinigen mit der ganzen Verdauungsfunktion im weitesten Sinne. Das ist mir damals aufgegangen. Nun ist in unserem Biologischen Forschungsinstitute dann durch Methoden, die immerhin so exakt sind, wie die klinischen Methoden heute sonst sind, wenn auch in bezug auf die Details manches eingewendet werden kann, durch die Arbeit über die Milzfunktion dieses zur vollständigen empirischen Bestätigung gekommen. Es ist schon eine Arbeit, von der man glauben möchte, daß sie, wenn sie an einer gewöhnlichen Klinik gemacht worden wäre, einen großen Eindruck auf dem Gebiete des medizinischen Denkens gewonnen hätte. Daß es nicht so geworden ist — und das ist es, was ich bitte, mir nicht als alberne Eitelkeit auszulegen —, daß diese mit ungeheuerer Hingabe von Frau Dr. Kolisko ausgeführte Arbeit auch heute noch ziemlich unbekannt geblieben ist, das ist einzig und allein dem Umstande beizumessen, daß sie auf anthroposophischem Boden entstanden ist.

[ 5 ] The first study to emerge from our research institute is a study on the function of the spleen, and since in these two lectures I can really only offer perspectives and suggestions, I hope you will forgive me if I can only touch on certain points. In the course of my anthroposophical research, I myself have become particularly interested in the function of the spleen, and I will indeed be speaking shortly about what might be called the method of Spiritual Science. Through these methods, it has become clear to me just how unique the function of the spleen is within the entirety of the human organism—a function which, as you know, represents a sort of crux for anthropology. Human beings—I can only hint at this now—carry within themselves the most diverse processes, including those that require rhythm. Such processes include not only breathing and blood circulation, but also rhythms of a broader scope, such as the digestive rhythm. Now, the digestive rhythm is something demanded by human nature itself, but it can never be maintained in the way that nature demands it. According to the demands of his organism, a human being would actually have to eat and drink with tremendous rhythmic regularity. But this is impossible; for even if one were to schedule meal times with great pedantry, this would still not ensure that the rhythmic pattern demanded by the organism could actually be maintained. For one eats this on one day and that on another, and one would have to proceed with a level of detailed knowledge bordering on the immeasurable if one were to do all of this. Breathing and blood circulation have it easier, but the digestive rhythm—because we are dependent on our interaction with the outside world—is something that simply cannot be maintained. Now, the functions of the spleen are designed to compensate for and correct those irregularities that inevitably arise in the digestive rhythm, by integrating these spleen functions with the entire digestive function in the broadest sense. That is what dawned on me back then. Now, at our Biological Research Institute, through methods that are, after all, as precise as clinical methods generally are today—even if some objections can be raised regarding the details—this has been fully empirically confirmed through the work on spleen function. It is indeed a body of work that one would like to believe, had it been conducted at an ordinary clinic, would have made a major impact in the field of medical thought. The fact that this has not been the case—and I ask that you not interpret this as mere vanity on my part—that this work, carried out with tremendous dedication by Dr. Kolisko, remains largely unknown even today, is due solely to the fact that it arose from an anthroposophical foundation.

[ 6 ] Die zweite Arbeit ist dann eine solche, daß ein wissenschaftlichmedizinischer «Glaube» in dem Maße, in dem er exakte Wissenschaft werden kann, zu einer solchen gemacht worden ist. Sie werden nicht voraussetzen, daß ich hier irgendwie eintreten will für das vielumstrittene Gebiet der Homöopathie in ihrem Verhältnis zur Allopathie, das fällt mir nicht ein, denn ich weiß, wieviel Laienhaftes und Dilettantisches in der gewöhnlichen homöopathischen Anschauung steckt. Aber nicht geleugnet werden kann, daß von Substanzen in großer Verdünnung, selbst auf äußerem physikalischem Gebiete, die weitgehendsten Wirkungen da sein können. Es ist also von vornherein nicht vorauszusetzen, daß Substanzen in starker Verdünnung nicht immerhin Wirkungen haben können. Denken Sie nur daran, daß zahlreich diejenigen Wirkungen sind, die ausgeübt werden beim Inhalieren von irgendwelchen Substanzen, die in einer außerordentlich feinen Verteilung da sind. Wir beachten oftmals nicht, wenn wir Menschen sich in ein Bad setzen lassen, daß es viel wichtiger ist, daß sie inhalieren, was verdunstet, wobei gewisse Substanzen in einer sehr starken Verdünnung sind, daß dies viel wichtiger ist als das, was das Bad von außen bewirkt. Das alles war aber bisher eine Art wissenschaftlicher Glaube. Wir haben nun tatsächlich versucht, diesen Glauben - in den Grenzen natürlich, in denen er berechtigt ist; es darf das, was dabei herauskommt, natürlich nicht zu einem Allheilmittel werden — wissenschaftlich zu begründen, indem wir Verdünnungen in einem Verhältnis bis eins zu einer Trillion herstellten, so daß wir wirklich schon sagen können: dabei handelt es sich wirklich nicht mehr darum, daß die gewöhnliche stoffliche Wirkung zutage tritt, sondern um die Funktion, die in den Stoffen lebt, die übergeht in das Medium. Man hat es dabei mit nichts anderem zu tun als mit der funktionellen Form. Wir haben dabei aber doch zustande gebracht, daß wir nachweisen konnten, daß die verdünnten Entitäten rhythmische Wirksamkeiten entfalten, die erstaunlich sind. Wir haben uns dazu des Wachstums von Samenkörnern bedient. Wir waren in der Auswahl der Samenkörner exakt und vorsichtig. Wir haben die Samenkörner keimen lassen in Metallösungen, wobei wir die Metallverbindung in entsprechender Verdünnung benutzt haben, und wir haben wirklich nachweisen können, wie auf die Wachstumskräfte der Pflanzen die Metallösungen in der Verdünnung von eins zu zehn, eins zu zwanzig, eins zu fünfzig, eins zu hundert, eins zu fünfhundert und so weiter wirksam sind. Man bekommt da interessante Kurven heraus, die eine große Regelmäßigkeit zeigen, so daß man sagen kann: Bei einer gewissen Verdünnung wird die vitalisierende Kraft noch in einer gewissen Weise beeinflußt; geht man weiter in der Verdünnung, so wird diese Beeinflussung geringer. Geht man noch weiter, so erfährt dann durch die größere Verdünnung die vitalisierende Kraft wieder eine größere Beeinflussung. Das gibt eine absteigende und eine aufsteigende Kurve, die dann der Ausdruck sind für die Wirkungen von stark verdünnten Entitäten, die sich exakt rechtfertigen lassen. Und damit ist der kleine Teil, der Ausschnitt dessen, was — ich sage ausdrücklich -— die Homöopathie mißbraucht, zum Range eines exakten Forschungsgebietes erhoben worden. Ich sage das nicht deshalb, um gerade diesen Ergebnissen in erster Linie die größere Bedeutung beizumessen; ich sage es nur, um zu zeigen, daß wir uns durchaus bemühen, nicht in dilettantischer, laienhafter Weise außerhalb der Wissenschaft zu arbeiten, sondern uns durchaus zunächst auf den Boden gegenwärtiger, in der Wissenschaft gebräuchlicher Forschungsmethoden zu stellen. Aber von da aus müssen wir dann entsprechend weitergehen.

[ 6 ] The second work is one in which a scientific-medical “belief,” to the extent that it can become an exact science, has been transformed into just that. You will not assume that I intend here to advocate in any way for the highly controversial field of homeopathy in its relationship to allopathy; that would not occur to me, for I know how much layman’s thinking and amateurism is embedded in the common homeopathic view. But it cannot be denied that substances in high dilutions can have far-reaching effects, even in the realm of external physics. It cannot, therefore, be assumed from the outset that substances in high dilutions cannot have any effects at all. Just consider how numerous are the effects produced by inhaling any substances that are present in an extraordinarily fine dispersion. We often fail to realize, when we have people take a bath, that it is far more important for them to inhale the vapors—in which certain substances are present in very high dilutions—than the effects the bath itself has from the outside. Until now, however, all of this has been a kind of scientific belief. We have now actually attempted to scientifically substantiate this belief—within the limits, of course, where it is justified; of course, the results must not be turned into a panacea—by scientifically substantiating it through the preparation of dilutions in a ratio of up to one to a trillion, so that we can truly say: this is no longer a matter of the ordinary material effect manifesting itself, but rather of the function that lives within the substances and is transferred into the medium. We are dealing here with nothing other than the functional form. Yet we have managed to demonstrate that the diluted entities unfold rhythmic effects that are astonishing. To this end, we made use of the growth of seeds. We were precise and careful in our selection of seeds. We allowed the seeds to germinate in metal solutions, using the metal compound in appropriate dilutions, and we were indeed able to demonstrate how the metal solutions—diluted at ratios of one to ten, one to twenty, one to fifty, one to one hundred, one to five hundred, and so on—affect the growth forces of the plants. This yields interesting curves that show a high degree of regularity, so that one can say: At a certain dilution, the vitalizing force is still influenced in a certain way; as the dilution increases further, this influence diminishes. If one goes even further, the vitalizing force is then influenced to a greater extent again due to the higher dilution. This results in a descending and an ascending curve, which then serve as an expression of the effects of highly diluted entities that can be precisely substantiated. And with that, the small part—the fragment of what, I say explicitly, homeopathy misuses—has been elevated to the status of a precise field of research. I am not saying this primarily to attach greater significance to these particular results; I say it only to show that we make every effort not to work in an amateurish, layman-like manner outside the realm of science, but rather to first place ourselves firmly on the ground of current research methods commonly used in science. But from there, we must then proceed accordingly.

[ 7 ] Es ist historisch begreiflich, daß bei den ungeheueren Erfolgen, die wenigstens in naturwissenschaftlicher Beziehung - in den letzten Jahrhunderten, insbesondere im 19. Jahrhundert, hervorgetreten sind, die Menschheit sozusagen wie suggestioniert war von demjenigen, was die sinnlich-physische Beobachtung und das exakte Experiment ergeben können. Aber in bezug auf die Menschenerkenntnis, und zwar auch in bezug auf die ganz gewöhnliche physische Menschenerkenntnis ist es doch nicht möglich, mit diesen Forschungsmethoden so weit zu kommen, daß ein innerliches Auffassen des Wesens der menschlichen Organisation dabei herauskommt. Und das hängt einfach damit zusammen, daß man nicht nur auf der einen Seite großartige und gewaltige Fortschritte macht in der Erkenntnis der physischen Organisation des Menschen, sondern daß man gerade durch das Exakte und Fruchtbare dieser Forschungsmethoden auf der anderen Seite dazu kommt, sich einen ganzen Teil des Menschen, der ebenso real ist wie der physische Mensch, einfach auszuschließen. Die Größe der naturwissenschaftlichen Forschung könnte man auch daran ermessen, daß sie mit einer ungeheueren Energie aus unserer Menschenerkenntnis dasjenige herausgeworfen hat, was der geistig-seelische Mensch ist, der — wie wir sehen werden — auch im medizinischen Sinne nicht weniger als eine Realität in der Praxis aufgefaßt werden muß als der physische Mensch. Dazu ist es schon notwendig, daß ich Ihnen erst einiges Prinzipielle sage über die anthroposophische Forschungsmethode überhaupt, namentlich insofern sie zur Menschenerkenntnis führt.

[ 7 ] It is historically understandable that, given the tremendous advances—at least in the natural sciences—that have emerged over the past few centuries, particularly in the 19th century, humanity was, so to speak, mesmerized by what sensory-physical observation and precise experimentation could yield. But when it comes to understanding human beings—and indeed, even to the most ordinary physical understanding of human beings—it is simply not possible to use these research methods to the extent that they yield an inner grasp of the essence of the human organism. And this is simply because, on the one hand, we are making magnificent and tremendous progress in understanding the physical organization of the human being, but on the other hand, precisely because of the precision and fruitfulness of these research methods, we end up simply excluding an entire aspect of the human being that is just as real as the physical human being. The magnitude of scientific research could also be gauged by the fact that, with tremendous energy, it has expelled from our understanding of the human being that which constitutes the spiritual-soul aspect of the human being—which, as we shall see, must be regarded in medical practice as no less a reality than the physical human being. To this end, it is necessary for me to first say a few fundamental things about the anthroposophical research method in general, particularly insofar as it leads to an understanding of the human being.

[ 8 ] Es handelt sich ja darum, daß wir heute bei allem Forschen einfach dabei stehenbleiben, wie wir in unserer Seelenkonstitution, zu der auch unsere Erkenntnisfähigkeit gehört, geworden sind durch das, vras die Kultur schon einmal heraufgebracht hat als unsere Schulbildung, als die Bildung innerhalb der gebräuchlichen Wissenschaften. Da bleiben wir stehen. Wir sagen uns nicht: Wir schauen als zwei-, dreijähriges Kind noch seelisch ganz unähnlich unserer Seelenstimmung und -konstitution im späteren Lebensalter aus. Wir entwickeln uns; wir werden seelisch ganz andere im Verlaufe von, sagen wir, fünfzehn Jahren unserer menschlichen Jugend. Wir haben im achtzehnten, neunzehnten Lebensjahre Fähigkeiten, die wir als zwei-, dreijähriges Kind, geschweige denn früher, nicht haben; die entwickeln sich aus unserem Inneren heraus. Warum sollte es denn nicht möglich sein, auch einmal die Frage aufzuwerfen: Darf man sich denn nicht auch noch als erwachsener Mensch relativ entwickelungsfähig halten? Darf man denn willkürlich, sozusagen, dieses Werden des Seelenlebens einmal abschließen? Es ist natürlich zunächst eine Frage, die auf das innere Probieren geht. Aber wer probiert, wer wirklich über das, was heute als das Normale einer menschlichen Seelenentwickelung angesehen wird, hinauszukommen versucht zu noch anderen Seelenfähigkeiten, der kann es, der bringt es zustande! Das Genauere darüber steht in meinen Büchern «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?», «Geheimwissenschaft im Umriß» und anderen. Prinzipiell will ich darüber nur dieses andeuten, daß wir in der Lage sind, dasjenige, was wir sonst als Denken haben, was wir kennen aus der Anwendung nicht nur im gewöhnlichen Leben, sondern auch in der gebräuchlichen Wissenschaft, wenn wir experimentieren und Beobachtungen interpretieren, daß wir dies, was wir als Denken haben, weiterentwickeln können. Wenn das gesagt wird, fängt man dann gewöhnlich gleich an zu sagen: Ja, jetzt kommt er mit einer «mystischen Entwickelung». — Aber wenn man verächtlich auf die mystische Entwickelung — wenn man das Wort gebrauchen will - hinweisen will, von der ich hier spreche, dann soll man auch verächtlich auf die Mathematik und die Geometrie hinweisen. Das Wesentliche der Mathematik und Geometrie ist dies: daß man sich in voller Besonnenheit bewegt von einer Aufstellung zur anderen, daß da gar nichts von Unterbewußtem, in das Suggestives hineinspielen kann, dabei ist. Diese Besonnenheit, diese volle Bewußtheit ist es, die uns beim Objekt, bei der Mathematik und Geometrie, überall verfolgen muß. Dasselbe, was man da tut beim Objekt, innerlich, wenn man exakt vorgeht, dasselbe kann man anwenden auf die eigene Seelenentwickelung. Nicht in jener mystischen Verschwornmenbheit, mit der man oft über Mystik spricht, sondern in voller Klarheit läßt sich die Seele in bezug auf ihre Denkfähigkeit weiterentwickeln, aber nicht, indem man in sich hineinbrütet, sondern indem man von ganz bestimmten, überschaubaren Vorstellungen ausgeht und von da aus - gerade so, wie es in der Mathematik für das Objekt geschieht - nun nichts hineinnimmt als das, wodurch man mit voller Besonnenheit von dem einen Bewußtseinsinhalt zum anderen übergehen kann. Wenn man das als eine wirklich innerlich exakte Methode der Seelenfortentwickelung genügend lange anwendet — beim einen dauert es länger, beim anderen kürzer -, dann kommt man in der Tat dazu, allmählich das Denken nun nicht so, wie es sonst passiv ist, sondern in seiner Aktivität zu ergreifen; so daß man, während man sonst mit seinen Gedanken passiv demjenigen folgt, was man beobachten kann, zum Erleben einer inneren Aktivität kommt.

[ 8 ] The point is that, despite all our research today, we simply remain stuck at the stage where we have arrived in our psychological constitution—which includes our capacity for cognition—as a result of what culture has already produced: our school education and the education we receive within the established sciences. That is where we remain. We do not say to ourselves: As two- or three-year-old children, we are still, in our soul life, quite unlike the mood and constitution of our souls in later life. We develop; we become quite different in our soul life over the course of, say, fifteen years of our human youth. By the time we are eighteen or nineteen, we possess abilities that we did not have as two- or three-year-old children—let alone earlier; these develop from within us. Why, then, should it not be possible to raise the question: May we not consider ourselves, even as adults, to still be relatively capable of development? May we, so to speak, arbitrarily bring this development of the soul to a close? It is, of course, first and foremost a question that involves inner experimentation. But whoever experiments, whoever truly tries to go beyond what is today regarded as the norm of human soul development to reach even other soul capacities—such a person can do it; such a person will succeed! More detailed information on this can be found in my books How Does One Attain Knowledge of the Higher Worlds?, An Outline of Esoteric Science, and others. In principle, I simply wish to suggest that we are capable of further developing what we otherwise call “thinking”—that which we know from its application not only in everyday life but also in conventional science, when we conduct experiments and interpret observations—that we can develop this “thinking” further. When this is said, people usually immediately begin to say: “Yes, now he’s coming out with ‘mystical development.’” — But if one wishes to refer contemptuously to the mystical development—if one wishes to use that word—of which I am speaking here, then one should also refer contemptuously to mathematics and geometry. The essence of mathematics and geometry is this: that one moves with complete composure from one arrangement to another, so that nothing from the subconscious or the realm of suggestion can come into play. It is this composure, this full consciousness, that must guide us everywhere in our approach to the object, in mathematics and geometry. The very same approach one takes toward the object, inwardly, when proceeding with precision—that same approach can be applied to one’s own spiritual development. Not in that mystical obfuscation with which people often speak of mysticism, but with complete clarity, the soul can be further developed in terms of its capacity for thought, but not by brooding inwardly, rather by starting from very specific, manageable mental images and, from there—just as is done in mathematics with regard to the object—accepting nothing other than that which allows one to move from one content of consciousness to another with complete composure. If one applies this as a truly internally precise method of spiritual development for a sufficiently long time—it takes longer for some, shorter for others—then one does indeed come to gradually grasp thinking not as it is otherwise passive, but in its activity; so that, whereas one otherwise passively follows with one’s thoughts what one can observe, one comes to experience an inner activity.

[ 9 ] Diese innere Aktivität des Denkens gibt die erste wirkliche Erkenntnis von dem, was übersinnlich im Menschen ist, die erste Stufe. Ich möchte sagen: wenn man von außen an den Menschen herangeht — und man kann sich die ganze Blutdynamik aufzeichnen -, so hat man in der Blutdynamik gewissermaßen ein Bild des Menschen, eines Teiles des Menschen, von außen angesehen. Indem man so vorgeht, wie ich es andeutungsweise über das Denken jetzt gesagt habe, kommt man aber dazu, sich innerlich ausgefüllt zu erleben nun mit einem zweiten Menschen, mit dem Menschen, der unabhängig ist von dem physischen Organismus.

[ 9 ] This inner activity of thinking provides the first true insight into what is supersensible in the human being—the first stage. I would like to say: when one approaches the human being from the outside—and one can chart the entire blood dynamics—one has, in a sense, a picture of the human being, or a part of the human being, as viewed from the outside, in the blood dynamics. By proceeding in the way I have just hinted at regarding thinking, however, one comes to experience oneself as inwardly fulfilled in relation to a second human being—the human being who is independent of the physical organism.

[ 10 ] Wer da glaubt, es trete da irgend etwas Suggestives auf, der beachtet nicht, wie die Methoden, auf die ich hier hinweise, durchaus exakte Methoden sind, wo alles in voller Besonnenheit erlebt wird; so daß man gerade auf das kommt, was auch nur im geringsten suggestiv im Inneren der Seele sein könnte und das abweisen kann. Der Weg, den man mit dieser Methode macht, ist der genau entgegengesetzte von dem, der irgend etwas Suggestives oder Autosuggestives in das Bewußtsein hereinbringen kann. Aber man kommt auf folgendes:

[ 10 ] Anyone who believes that anything suggestive is at work here fails to recognize that the methods I am referring to here are thoroughly precise methods, in which everything is experienced with complete composure; so that one can identify precisely whatever might be even in the slightest way suggestive within the soul and reject it. The path one takes with this method is the exact opposite of one that could introduce anything suggestive or autosuggestive into consciousness. But one arrives at the following:

[ 11 ] Wenn man nun in einer exakten Beobachtungsart, die man sich gerade durch eine solche Denkentwickelung erwirbt, die allmähliche Entfaltung des Kindes beachtet, dann ergibt sich einem eine bedeutsame Differenz zwischen der ganzen Konstitution des Kindes bis etwa zum Zahnwechsel, zum siebenten, achten Lebensjahr hin, und nachher. Die Differenz, die da vorhanden ist zwischen dem Früheren und Späteren, sie ist so, daß man sich eben erst die Fähigkeit der Aufmerksamkeit für sie erwerben muß. Man übersieht sie sonst, achtet nicht darauf, aber man muß gerade dort einsetzen, ich möchte sagen, mit dem Mut, an den Menschen und an solche Beobachtungen wirklich so exakt heranzugehen, wie man es sonst in der Physik gewohnt worden ist im Laufe des neueren Forschungslebens. Wir reden in der Physik von latenter Wärme und von real auftretender Wärme; wir reden davon, daß durch irgendeinen Prozeß ein Wärmezustand, der sonst latent bliebe in irgendeiner Substanz, der also in der Substanz drinnen ist, herauskommen kann. Wozu man mit der äußeren physikalischen Wissenschaft gekommen ist, zu dem müssen wir auch kommen. Wir müssen den Mut dazu haben können, den Mut in bezug auf die menschliche Seelenentwickelung zum Beispiel. Und hat man diesen Forschungsmut, so stellt sich folgendes heraus: Man sieht - man muß nur verstehen, die Aufmerksamkeit darauf zu richten -, wie beim Kinde, wenn es den Zahnwechsel durchgemacht hat, innere seelische Kräfte auftreten, die vorher nicht da waren. Nicht einmal die Pädagogik ist heute so weit, darüber etwas zu sagen, weil sie nicht exakt beobachtet, weil die Kurven nicht bergehoch steigen und tälertief fallen, sondern weil es sich da um Feinheiten handelt und diese Feinheiten mit anderem, geistigem Blick verfolgt werden müssen; deshalb gibt man heute nicht viel darauf. Aber für den, der sich den geistigen Forschungsblick aneignet, stellt sich heraus, daß zum Beispiel alles, was wir Erinnerungsfähigkeit nennen, mit dem Zahnwechsel radikal verändert wird. Die Erinnerungsfähigkeit ist früher eine solche, die mit einer gewissen elementaren Kraft noch aus dem Organismus dasjenige, was das Kind in der Erinnerung vorstellt, herausschießen läßt. Jene besondere Art des Erinnerungserlebnisses, wo man zurückgeht und das Gefühl hat, daß man zurückgeht auf das Erlebte, die tritt erst mit dem Zahnwechsel ein.

[ 11 ] If one observes the child’s gradual development through a precise method of observation—one acquired precisely through such a process of intellectual development—one will notice a significant difference between the child’s overall constitution up until about the time of tooth replacement, around the seventh or eighth year of life, and thereafter. The difference that exists between the earlier and later stages is such that one must first acquire the capacity for attention to perceive it. Otherwise, one overlooks it, pays no attention to it; but one must begin precisely there—I would say, with the courage to approach human beings and such observations with the same precision that we have become accustomed to in physics in the course of recent scientific research. In physics, we speak of latent heat and of heat that actually manifests; we speak of how, through some process, a state of heat—which would otherwise remain latent in a substance, that is, which is contained within the substance—can be released. We must also arrive at what external physical science has already achieved. We must be able to muster the courage to do so—the courage, for example, with regard to the development of the human soul. And once we have this courage to explore, the following becomes apparent: We see—we need only learn to direct our attention to it—how, in a child who has gone through the process of losing baby teeth, inner soul forces emerge that were not there before. Not even pedagogy has advanced far enough today to say anything about this, not because it lacks precise observation—since the curves do not rise as high as mountains or fall as deep as valleys—but because these are subtleties that must be observed with a different, spiritual gaze; that is why little attention is paid to them today. But for those who cultivate a spiritual perspective on research, it becomes clear that, for example, everything we call the capacity for memory undergoes a radical change with the loss of baby teeth. The ability to remember used to be one in which a certain elemental force would still cause the mental image the child creates in memory to shoot forth from the organism. That particular kind of memory experience, in which one goes back and has the feeling of returning to what has been experienced, only sets in with the change of teeth.

[ 12 ] So treten unzählige Dinge im seelischen Erleben erst mit dem Zahnwechsel auf. Die sind dann da; sie offenbarten sich vorher nicht in der kindlichen Natur. Wo waren sie? Sie waren in der kindlichen Natur drinnen, so wie latente Wärme in einer Substanz drinnen ist; und diejenigen organischen Prozesse, die im Zahnwechsel nur ihr äußeres Symptom haben, die haben das, was früher im Organismus steckte und an ihm arbeitete, so herausgeholt, wie irgendein physikalischer Prozeß die latente Wärme aus einer Substanz herausholt. Heute redet die Psychologie von psychophysischem Parallelismus und ähnlichem; sie kann nicht darauf kommen, daß zwischen dem, was wir heute in der Psychologie figurieren haben: dem ganz abstrakt gedachten Seelischen, und zwischen dem, was wiederum anatomisch-physiologisch zutage tritt, ein Zusammenhang sein kann, weil die zwei Dinge so sind, daß man, wenn man sie so abstrakt sieht, keine Brücke von dem einen zum anderen findet.

[ 12 ] Thus, countless aspects of psychological experience first emerge with the change of teeth. They are present then; they did not manifest themselves in the child’s nature before. Where were they? They were contained within the child’s nature, just as latent heat is contained within a substance; and those organic processes that have only their outward symptom in the change of teeth have drawn out what was previously contained within the organism and working upon it, just as any physical process draws out latent heat from a substance. Today, psychology speaks of psychophysical parallelism and the like; it cannot conceive that there might be a connection between what we have conceptualized in psychology today—the purely abstractly conceived mental realm—and what, in turn, manifests itself anatomically and physiologically, because the two things are such that, when viewed in such an abstract way, one cannot find a bridge from one to the other.

[ 13 ] Aber der Mensch ist ja ein Entwickelungswesen. Sieht man auf das, was nach dem Zahnwechsel seelisch da ist, was seelisch hervorgetreten ist, so kann man sagen: dieselben Kräfte, die einem jetzt entgegentreten als das metamorphosierte Denken in der Seele, waren vorher organische Kräfte, wirkten als Organwachstumskräfte im Kinde; so daß man hier eine empirische Beziehung des seelischen Lebens zum körperlichen Leben hat, die man nur eben in der richtigen Zeit der menschlichen Entwickelung suchen muß.

[ 13 ] But human beings are, after all, evolving beings. If we look at what is present in the soul after the teeth have fallen out—at what has emerged in the soul—we can say: the same forces that now confront us as metamorphosed thinking in the soul were previously organic forces, acting as forces of organ growth in the child; so that here we have an empirical relationship between soul life and physical life, which one simply has to look for at the right stage of human development.

[ 14 ] Macht man nun solche Denkübungen durch, von denen ich gesprochen habe, dann kommt man wiederum darauf - allerdings jetzt auf einem seelischen Niveau -, in diesem Denken etwas Ähnliches zu ergreifen, was so stark, so aktiv ist wie das noch im Organismus steckende Denken, das beim Kinde bis zum Zahnwechsel hin aber zugleich Wachstums- und Organisationskraft ist. Das ist der zweite Mensch, den man in sich entdeckt: es ist auf einem höheren Niveau dasjenige, was nun nicht das gewöhnliche, bloß passive Denken ist, sondern was uns als ein zweiter, ätherischer Leib - ich bitte, sich nicht an dem Ausdruck zu stoßen — durchorganisiert. Also es handelt sich nicht bei der anthroposophischen Forschungsmethode darum, daß man nun schwefelt von einem ausgedachten ätherischen Leib, sondern darum, daß man in der Tat - ich kann hier nur Andeutungen geben — überall empirisch hinweisen kann, wie das, was man nun durch die besonderen Erkenntnismethoden findet, real tätig ist in der menschlichen Natur; denn wenn wir ein Kind anschauen, so wirkt ja das, was wir später im Gedanken finden. Will ich also beim Kinde die Wachstumskräfte begreifen, will ich wissen, wie da besonders Vitalisierendes drinnen ist, so habe ich es in dem, was ich imaginative Erkenntnis nenne, denn die macht es zum inneren Bewußstseinsinhalt. Liegen also etwa in den Kräften, die beim Kinde Wachstumskräfte sind, später in das seelische Leben übergehen, dann aber passiv wirken, liegen in diesen Wachstumskräften Heilkräfte, so kann ich diese Heilkräfte nur erforschen, wenn ich nun wiederum dazu komme, mit der eigentlichen geisteswissenschaftlichen Methode das anzuschauen und innerlich zu erleben, was die vitalisierenden Kräfte sind. Das gibt die Möglichkeit, in der Tat nicht bloß etwas Phantastisches in den Dingen zu sehen, die man sich da erobert, sondern etwas, was im menschlichen Organismus wirksam ist, und damit die äußere Anthropologie durch innere Empirie zu einer wirklichen Anthroposophie zu machen.

[ 14 ] If one now engages in the kinds of thought exercises I have spoken of, one comes to realize once again—though now on a spiritual level—that there is something in this thinking that is as strong and as active as the thinking still present in the organism, which in children up until the change of teeth is at the same time a force of growth and organization. This is the second human being one discovers within oneself: it is, on a higher level, that which is not ordinary, merely passive thinking, but rather what permeates and organizes us as a second, etheric body—please do not take offense at the expression. So the anthroposophical method of research is not about rambling on about some imagined etheric body, but rather about the fact that—I can only offer hints here—one can empirically point out everywhere how what is discovered through these special methods of knowledge is actually at work in human nature; for when we look at a child, what we later find in thought is already at work. So if I want to understand the child’s growth forces, if I want to know what it is that is particularly vitalizing within the child, I find it in what I call imaginative knowledge, for that makes it the inner content of consciousness. If, for example, the forces that are growth forces in the child later pass into the soul life but then act passively—if healing forces are contained within these growth forces—then I can only investigate these healing forces if I, in turn, come to observe and inwardly experience, using the actual method of Spiritual Science, what these vitalizing forces are. This makes it possible, in fact, not merely to see something fantastical in the things one has come to understand, but rather something that is active within the human organism, and thus to transform external anthropology into true anthroposophy through inner empiricism.

[ 15 ] Und so wie man durch eine besondere Ausbildung des Denkens diesen zweiten Menschen findet, so läßt sich, wenn man nun weitergeht, innerhalb dieser zwei Menschen, des physischen und des ätherischen, noch ein dritter finden. Stoßen Sie sich aber nicht daran - denn überall braucht man eine Terminologie —, wenn ich ihn den astralischen Menschen nennen werde, die Anthroposophie gibt schon die Gründe dafür an. Ich will hier nur auf die Konstitution des Menschen selber hindeuten.

[ 15 ] And just as one discovers this second human being through a special training of the mind, so, if one goes further, one can discover a third human being within these two—the physical and the etheric. But please do not take offense at this—for terminology is necessary everywhere—if I call him the astral human; anthroposophy already provides the reasons for this. I wish only to point here to the constitution of the human being itself.

[ 16 ] Wenn man soweit gekommen ist, diesen zweiten, ätherischen Menschen wirklich innerlich unabhängig vom physischen Menschen zu erleben, dann hat man einen Bewußtseinsinhalt. Mit Bezug auf diesen kann ich sagen: Man fühlt sich darinnen fast ebenso sicher, wie man sich in seinem physischen Leibe beim normalen wachen Bewußtsein fühlt. - Man fühlt schon diesen zweiten Menschen. Deshalb ist es eine viel stärkere innere Arbeit, was nun folgen muß: das herauszubekommen, was ich beschrieben habe als ätherischen Menschen. Denn das Weitere bekommt man nur dadurch, daß man die Kraft gewinnt, sich diesen ätherischen Menschen abzusuggerieren. Das muß nun sehr bewußt geschehen, so daß man gewissermaßen wiederum herausfährt, nachdem man hereingefahren ist. Es ist schon im allgemeinen die Vorübung dazu nicht ganz leicht. Vorstellungen, an denen man lange gehaftet hat, die einem so gegenwärtig waren, daß sie das ganze Bewußtsein eingenommen haben — aber wieder in voller Besonnenheit, so daß nichts Suggestives dabei sein kann -, die sind schon schwer auszuschalten, da sie mit viel stärkerer Kraft im Bewußtsein wirken als das, was flüchtig im Alltagsleben und aus der gewöhnlichen Beobachtung als Vorstellungen sich festsetzt. Aber hat man sich geübt, überhaupt das Bewußtsein frei zu machen, in bewußterer Weise frei zu machen von dem, was in ihm da sein kann, dann kommt man auch dazu, dieses Eigengebilde, das man bekommen hat, sich wieder wegzusuggerieren und ein leeres Bewußtsein herzustellen. Dieses Bewußtsein ist dann genau in dem Zustande, in dem der Mensch wäre, wenn er, nachdem der gewöhnliche traumlose Schlaf eingetreten ist, plötzlich um sich herum eine andere Welt wahrnehmen würde, wenn er nicht im Körper, sondern außerhalb des Körpers, aber auch nicht in der physischen Welt, sondern in einer geistigen Welt aufwachen würde.

[ 16 ] Once one has reached the point of truly experiencing this second, ethereal human being inwardly, independent of the physical human being, then one has a content of consciousness. With regard to this, I can say: One feels almost as secure within it as one does in one’s physical body during normal waking consciousness. - One already senses this second human being. That is why what must now follow—bringing forth what I have described as the etheric human being—is a much more intense inner process. For one can only achieve what comes next by gaining the strength to visualize this etheric human being. This must now be done very consciously, so that, in a sense, one “drives out” again after having “driven in.” Even the preliminary exercise for this is generally not entirely easy. Mental images to which one has long clung, which were so present that they occupied one’s entire consciousness—but again, with full composure, so that nothing suggestive can be involved—are already difficult to set aside, since they operate with much greater force in consciousness than the mental images that fleetingly take root in everyday life and through ordinary observation. But once one has practiced freeing one’s consciousness in the first place—freeing it in a more conscious way from whatever may be present within it—then one also comes to the point where one can suggest away this self-created image that one has formed and restore an empty consciousness. This state of consciousness is then precisely the state in which a person would be if, after falling into ordinary, dreamless sleep, they suddenly perceived a different world around them—if they were to awaken not in the body but outside the body, and not in the physical world but in a spiritual world.

[ 17 ] Dieses Aufwachen kann man dadurch herstellen, indem man das macht, was ich eben beschrieben habe: daß man, nachdem man zuerst das Bewußtsein in der stärksten Weise energisiert hat, so daß es einen ätherischen Inhalt bekommen hat, es nun wieder leer macht, das leere Bewußtsein hat, das bloße Wachen, ohne einen Inhalt von dem, was man sonst im Leben oder in der Wissenschaft hat. Leeres Bewußtsein herzustellen — Sie wissen, wie schwierig das im gewöhnlichen Leben ist, denn wenn man die Sinnesempfindungen im gewöhnlichen Leben verschwinden läßt, so schläft eben der Mensch ein. Aber auf diese Weise, wie ich es dargestellt habe, kommt man zu dem leeren Bewußtsein, das bloß wacht, aber es bleibt nicht lange so. Dann kommt die geistige Welt herein, vor allen Dingen ein dritter Mensch, ein Mensch, der eigentlich jetzt nur innere Funktion, nur innere Beweglichkeit und Tätigkeit ist. Der zweite, ätherische Mensch, ist das Vitalisierende, der dritte, astralische Mensch, ist Beweglichkeit, Tätigkeit.

[ 17 ] This awakening can be achieved by doing what I have just described: after first energizing consciousness in the strongest possible way so that it has acquired an ethereal content, one then empties it again, achieving empty consciousness—mere wakefulness—without the content one otherwise has in life or in science. To achieve empty consciousness—you know how difficult that is in ordinary life, for when one allows sensory perceptions to fade away in ordinary life, one simply falls asleep. But in the way I have described, one arrives at empty consciousness, which is merely awake; yet it does not remain that way for long. Then the spiritual world enters—above all, a third human being, a human being who is now, in essence, nothing but inner function, inner mobility, and activity. The second, etheric human being, is the vitalizing force; the third, astral human being, is mobility and activity.

[ 18 ] Es gibt dann noch einen vierten Menschen, der erst möglich macht, daß wir im vollsten Sinne des Wortes Mensch sind. Ich werde vielleicht im Verlaufe der Vorträge noch Gelegenheit haben, darauf einzugehen; jetzt will ich nur andeuten, daß dies der eigentliche IchMensch ist, denn das, was ich bisher beschrieben habe, hat auch das Tier: physischen Leib, ätherischen Leib und astralischen Leib. Der Mensch aber hat außerdem noch die Möglichkeit, jene Zusammenfassung seiner Glieder — nicht abstrakt, sondern konkret - in sich zu erleben. Wenn der Mensch nicht nur leeres Bewußtsein herstellt, dadurch die geistige Welt erfaßt, sondern wenn er nun noch weitergeht und das Erleben der geistigen Welt wieder weiter energisiert, dann kommt er hinauf zur vollen Ich-Vorstellung.

[ 18 ] There is also a fourth kind of human being who makes it possible for us to be human in the fullest sense of the word. I may have the opportunity to elaborate on this in the course of these lectures; for now, I will merely suggest that this is the true “I-being,” for what I have described so far is also found in animals: the physical body, the etheric body, and the astral body. Human beings, however, also have the ability to experience within themselves that synthesis of their constituent parts—not abstractly, but concretely. When a human being not only creates empty consciousness—and thereby perceives the spiritual world—but goes even further and uses that experience of the spiritual world to generate further energy, then he ascends to the full mental image of the “I.”

[ 19 ] So kann man sich eine Vorstellung von dem bilden, was durch anthroposophisch exakte Methoden Inhalt der Menschenwesenheit allmählich wird. Dieser Inhalt der Menschenwesenheit ist nun wahrhaftig da. Geradeso wie die Wärme, die erst latent war und nachher heraufgeholt und reale Wärme wurde, sich in ihren physikalischen Wirkungen äußert, so äußert sich das, was Ätherleib, astralischer Leib und Ich ist, durchaus im Menschen. Und wir verstehen den Menschen nur, wenn wir dieses Zusammenwirken der vier Glieder seiner Wesenheit wirklich ins Auge fassen können.

[ 19 ] In this way, one can form a mental image of what gradually becomes the content of the human being through anthroposophically precise methods. This content of the human being is now truly present. Just as heat, which was at first latent and was later brought to the surface to become real heat, manifests itself in its physical effects, so too do the etheric body, the astral body, and the “I” manifest themselves fully in the human being. And we can only understand the human being if we can truly grasp this interplay of the four members of his being.

[ 20 ] Betrachten wir eine Einzelheit. Betrachten wir im einzelnen, damit wir uns eine Vorstellung bilden können, wie diese Dinge zusammenwirken können, zum Beispiel die Niere und die Nierenfunktion des Menschen. In jedem einzelnen Glied des Menschen spielen die vier Glieder der menschlichen Natur mehr oder weniger zusammen. Wenn wir nun die Nierenfunktion studieren, so haben wir in dem, was wir an der Leiche oder sonst beobachten können, eben nur die Summe physischer Wirkungen. Diese Summe physischer Wirkungen ist aber durchenergisiert von dem, was ich zunächst den ätherischen Leib nannte, also von jenem Teil des Ätherleibes, der im besonderen die vitalen Funktionen für die Niere enthält. Der aber ist wieder durchzogen von dem astralischen Leib, und in der Zusammenwirkung dieser Glieder der menschlichen Natur liegt erst das, was auch bei einem einzelnen Organ oder Organsystem die menschliche Wesenheit innerlich begreiflich macht. Nehmen wir nun den Fall, wir konstatieren irgendwelche Unregelmäßigkeiten in der Nierenfunktion. Ich brauche ja auf dieses überall nur hinzuweisen, da Sie in einer Fachwissenschaft stehen. Da wird sich dem, der nun die ganze Sache so durchschaut, wie ich es angedeutet habe, ergeben, daß in irgendeiner Weise die physische Nierenfunktion und die ätherische Nierenfunktion der astralischen Nierenfunktion Widerstand entgegensetzen. Also das ist ein typischer Fall. Man kann darauf kommen, daß die physische und die ätherische Nierenorganisation der astralischen Nierenfunktion — die man erst zur Ansicht bekommt, wenn man leeres Bewußtsein hergestellt hat —, Widerstand entgegensetzen. Nun ist es aber so: wenn ein lebendiges Organ, die Niere, durch seine physische und ätherische Organisation der astralischen Widerstand entgegensetzt, so muß, weil sonst das Organ eben atrophieren würde, die astralische Organisation gründlicher, energischer eingreifen; und wir haben daher, in besonderen Fällen natürlich - ich erzähle immer besonders konkrete Fälle -, eine besondere Konzentrierung desjenigen Teiles der astralischen Organisation, der der Niere entspricht, auf die Nierentätigkeit. Mit anderen Worten: die astralische Nierenfunktion wird viel stärker in sich, als sie nach der ganzen Konstitution des Menschen für die Niere in Anspruch genommen werden darf; so daß der, der in dieser Weise die Nierenfunktion durchschaut, das Bild hat: Da verrichtet der astralische Leib an der Niere eine Arbeit, die er der Totalität der menschlichen Wesenheit, in der er aktiv sein muß, entzieht; er bildet einen Prozeß aus in der Niere, der eigentlich nicht da sein dürfte. Durch die besonderen, abnormen Entwickelungsmomente in der physischen und in der ätherischen Niere wird eben die astralische Niere in einer zu starken Weise in Anspruch genommen.

[ 20 ] Let us consider a specific detail. Let us examine it in detail so that we can form a mental image of how these things can interact—for example, the kidney and human kidney function. In every single part of the human body, the four aspects of human nature interact to a greater or lesser extent. Now, when we study kidney function, what we observe in a cadaver or elsewhere is merely the sum of physical effects. This sum of physical effects, however, is permeated by what I initially called the etheric body—that is, by that part of the etheric body which specifically contains the vital functions for the kidney. This, in turn, is permeated by the astral body, and it is in the interplay of these aspects of human nature that we find what makes the human being internally comprehensible, even in the case of a single organ or organ system. Let us now consider the case where we observe certain irregularities in kidney function. I need only point this out in general terms, since you are experts in this field. It will become clear to anyone who now understands the whole matter as I have indicated that, in some way, the physical kidney function and the etheric kidney function are resisting the astral kidney function. So this is a typical case. One might conclude that the physical and etheric kidney structures are resisting the astral kidney function—which one can only perceive once one has established a state of empty consciousness. Now, however, the situation is this: when a living organ—the kidney—opposes the astral function through its physical and etheric organization, the astral organization must intervene more thoroughly and energetically—otherwise the organ would simply atrophy; and therefore—in specific cases, of course; I always describe particularly concrete cases—we have a special concentration of that part of the astral organization corresponding to the kidney on kidney activity. In other words: the astral kidney function becomes much more self-contained than it is permitted to be, given the human constitution as a whole; so that anyone who perceives the kidney function in this way has the following picture: Here the astral body is performing work on the kidney that it is withdrawing from the totality of the human being, within which it must be active; it is creating a process in the kidney that really ought not to be there. It is precisely the specific, abnormal developmental phases in the physical and etheric kidneys that place an excessive demand on the astral kidney.

[ 21 ] Nun handelt es sich darum, die Diagnose bis zu diesem Punkte zu treiben. Man wisse: der astralische Teil der Niere hat jetzt etwas zu tun, was er eigentlich im normalen Funktionieren des Organismus nicht zu tun hat; er verrichtet etwas, was er eigentlich nicht verrichten sollte, was aber die Niere jetzt, wie sie einmal ist in ihrem kranken, pathologischen Zustande, oder als ätherische Niere von diesem astralischen Teil fordert. Man kommt da auf den ersten Teil, auf das allererste Glied einer Anschauung über das Wesen des Kranken. Die Krankheitsprozesse müßten eigentlich für den denkenden Menschen das größte Rätsel sein, denn sie sind ja Naturprozesse. Aber die normalen Prozesse sind auch Naturprozesse. Wie kommen diese abnormen Prozesse, diese Krankheitsprozesse, mitten hinein unter die normalen Prozesse? Solange man den Menschen nur wie ein gleichwertiges Gewebe von physischen Stoffen und Funktionen ansieht, so lange kommt man eigentlich nicht zu einer möglichen Unterscheidung desjenigen, was physiologisch, und desjenigen, was pathologisch ist; man kommt aber dazu, wenn man weiß, daß die Niere metamorphosiert werden kann dadurch, daß sie eben einfach physische Prozesse entwickelt, die die normale Niere nicht entwickelt, weil in der normalen Niere der richtige Zusammenklang zwischen physischer, ätherischer und astralischer Niere ist. Das also durchschaut man zunächst.

[ 21 ] The task now is to take the diagnosis this far. It should be understood that the astral part of the kidney is now performing a function that it does not normally perform in the healthy functioning of the organism; it is performing a task it should not actually be performing, but which the kidney—as it now is in its diseased, pathological state, or as an etheric kidney—demands of this astral part. This brings us to the first part, the very first link in an understanding of the nature of the sick person. For the thinking person, disease processes should actually be the greatest mystery, for they are, after all, natural processes. But normal processes are also natural processes. How do these abnormal processes—these disease processes—come to be interwoven right in the midst of the normal processes? As long as one regards the human being merely as a homogeneous fabric of physical substances and functions, one cannot actually distinguish between what is physiological and what is pathological; but one does arrive at this distinction when one knows that the kidney can undergo metamorphosis simply by developing physical processes that the normal kidney does not develop, because in the normal kidney there is the proper harmony between the physical, etheric, and astral kidneys. This, then, is what one first comes to understand.

[ 22 ] Jetzt handelt es sich darum: wie kann dieser Krankheitsprozeß, der einfach in einer zu starken Inanspruchnahme gerade eines übersinnlichen Teiles der menschlichen Natur erklärt werden muß, eventuell beseitigt werden? Wie können wir den astralischen Menschen dazu bringen, daß er wiederum normal funktioniert?

[ 22 ] The question now is: How can this pathological process—which can simply be explained as an excessive strain on a particular supersensible aspect of human nature—possibly be eliminated? How can we restore the astral human to normal functioning?

[ 23 ] Ich will bei diesen Auseinandersetzungen immer ganz Konkretes, Einzelnes betrachten. Ich will nicht von einer schweren Nierenerkrankung sprechen, denn das Prinzipielle der Sache kann uns auch bei einer leichten Nierenerkrankung klar werden. Nur damit ich andeuten kann, wie nun einer solchen Niere beizukommen ist, möchte ich aber von einem ganz Bestimmten ausgehen.

[ 23 ] In these discussions, I always want to focus on very specific, individual cases. I do not want to speak of a severe kidney disease, because the fundamental principle of the matter can also become clear to us in the case of a mild kidney disease. However, just so that I can suggest how to treat such a kidney, I would like to start with a very specific example.

[ 24 ] Was wir wissen, das ist zunächst, daß wir nun den astralischen Leib wieder frei bekommen müssen von seinem Arbeiten an der im weitesten Sinne deformierten Niere. Da ist ein Prozeß drinnen, den der menschliche Astralleib nicht tun sollte; wir müssen ihn herausbekommen aus dem abnorm verlaufenden Prozeß der Niere.

[ 24 ] What we know, first of all, is that we must now free the astral body from its work on the kidney, which is deformed in the broadest sense. There is a process taking place there that the human astral body should not be involved in; we must remove it from the abnormally proceeding process of the kidney.

[ 25 ] Wenn man nun diejenige Art von Erkenntnisüberschau gewinnt, die zuerst auf den Menschen geht und dann auf die Welt, so stellt sich mit einer solchen Methode, wie ich sie geschildert habe, das Folgende heraus. Wir richten den Blick vom Menschen auf die äußere Natur. Wir kommen dazu, zu studieren die besondere Natur von Equisetum arvense. Wenn wir dieses Equisetum studieren, indem wir nicht so sehr den Hauptwert darauf legen, aus welchen einzelnen Substanzen es besteht, sondern darauf sehen, welcher Prozeß in ihm lebt, dann kommen wir zu folgendem: Heute ist es üblich, weil das materialistisch orientierte Denken alles ergriffen hat, daß wir bei allem Organischen angeben: es besteht aus so und so viel Eiweiß, Fett und Kohlehydraten und so weiter. Wir sehen überall darauf, was die äußere Chemie angeben kann als die einzelnen Bestandteile eines Stoffes, und kommen dann auf diese Weise zu den Elementen, wie man es genannt hat; es hat sich die Sache ja nun wieder etwas geändert. Nur ist das aber nicht das, worauf es zunächst bei dem ankommt, was ich jetzt hier im Auge habe. Da interessiert uns am Equisetum besonders das, daß wir bei einer Analyse, wenn wir das Equisetum analysieren, also seine Funktionen auseinandertreiben, unter demjenigen, was wir da übrigbehalten, besonders Kieselsäure als Hauptbestandteil bekommen. Der muß also so stark darinnen sein, daß er prädominiert, also noch seine Kieselsäurefunktion geltend macht im Equisetum. Im Analysieren erkennen wir also nicht den Stoff als solchen, wohl aber, was der Stoff für eine Bedeutung hat. Und das muß man auch erkennen.

[ 25 ] If we now gain that kind of comprehensive insight that first focuses on the human being and then on the world, the following becomes apparent when using the method I have described. We turn our gaze from the human being to the external natural world. We come to study the specific nature of Equisetum arvense. When we study this Equisetum, focusing not so much on the individual substances of which it consists but rather on the process at work within it, we arrive at the following: Today, because materialistic thinking has taken hold of everything, it is customary to state, with regard to all organic matter, that it consists of such-and-such amounts of protein, fat, and carbohydrates, and so on. Everywhere we look, we focus on what external chemistry can identify as the individual constituents of a substance, and in this way arrive at the elements, as they were once called; the situation has, of course, changed somewhat since then. But that is not what matters first and foremost in what I have in mind here. What interests us particularly about Equisetum is that when we analyze it—that is, when we break down its functions—among the components that remain, we find silica as the main constituent. It must therefore be present in such a high concentration that it predominates—that is, that its silicic acid function is still active in Equisetum. In analyzing, we do not recognize the substance as such, but rather the significance of the substance. And that is what must be recognized.

[ 26 ] Equisetum ist eine Pflanze; in ihr finden wir nicht einen astralischen Leib, wohl aber einen physischen Leib und einen ätherischen Leib. Wir studieren Equisetum. arvense und finden, daß da besonders die Kieselsäure eine Rolle spielt. Es gibt natürlich auch andere Pflanzen, die Kieselsäure enthalten. Wir finden außerdem, daß gewisse schwefelsaure Salze eine Rolle spielen und finden zuletzt, daß die wichtigsten Bestandteile, die noch ihre Natur, ihre Wesenheit geltend machen im Equisetum, Kieselsäure — aber nicht der «Stoff», sondern die Kieselsäurefunktion —- und die Schwefelfunktion ist. Und nun finden wir etwas sehr Merkwürdiges. Wenn wir nun in der Lage sind, mit den geistig entwickelten Kräften die besondere Art der Verbindung zu durchschauen, was da um die schwefelsauren Salze herum in Zusammenhang steht mit der Kieselsäure, SiO,, so finden wir, daß da ein Prozeß, ein Funktionszusammenhang ist, den wir nun in den menschlichen Organismus hineinbringen, sei es innerlich oder — bei anderen Vorgängen müssen wir eben nicht die Aufnahme durch den Mund wählen — durch das Bad oder durch Injektion. Die Bedeutung dieser einzelnen Methoden werden noch zu erörtern sein. Wenn wir aber in einer gewissen Weise das Equisetum in den menschlichen Organismus hineinbringen — aber besser ist es jetzt, nicht Equisetum als solches zu verwenden, und darauf beruht das Wesentliche unserer Heilmittelverfertigung, weil die Wirkungen zwar da sind, anschaulich, aber nicht so dauerhaft sind -, wenn wir nun den Funktionszusammenhang zwischen Kieselsäure und Schwefel studieren und ihn im Präparat dann nachzuahmen versuchen, so bekommen wir dadurch in der Umsetzung dessen, was am Equisetum studiert werden kann, in das mehr oder weniger unorganische Präparat die Möglichkeit, stärkere Wirkungen auf den menschlichen Organismus herauszubilden, als diejenigen sind, wie wenn man etwa die bloße Pflanze als Tee oder dergleichen verwendet. Hierin liegt besonders das Wesentliche bei der Herstellung unserer Heilmittel.

[ 26 ] Equisetum is a plant; in it we do not find an astral body, but we do find a physical body and an etheric body. We study Equisetum arvense and find that silicic acid, in particular, plays a role. Of course, there are also other plants that contain silicic acid. We also find that certain sulfuric acid salts play a role, and finally we find that the most important constituents that still assert their nature, their essence, in Equisetum are silicic acid—but not the “substance,” rather the silicic acid function—and the sulfur function. And now we discover something very remarkable. When we are able, through our spiritually developed faculties, to penetrate the special nature of the connection between the sulfuric acid salts and silicic acid, SiO, we find that there is a process, a functional relationship, which we then introduce into the human organism, whether internally or—in the case of other procedures, where oral administration is not necessary—through a bath or by injection. The significance of these individual methods will be discussed later. However, when we introduce Equisetum into the human organism in a certain way—though it is better now not to use Equisetum as such, and this is the essence of our remedy preparation, because while the effects are present, clear, but not as lasting—if we now study the functional relationship between silicic acid and sulfur and then attempt to mimic it in the preparation, we thereby gain, through the transposition of what can be studied in Equisetum into the more or less inorganic preparation, the ability to produce stronger effects on the human organism than those achieved, for example, by using the mere plant as a tea or the like. Herein lies, in particular, the essence of the preparation of our remedies.

[ 27 ] Bringe ich jetzt das, was der Funktionszusammenhang zwischen Schwefel und Kieselsäure ist, in der richtigen Weise in den menschlichen Organismus hinein, so geschieht einfach durch die besondere Qualität dieses Funktionszusammenhanges dies: daß nun in der Niere dem menschlichen astralischen Leib abgenommen wird der Prozeß, den er, während die Krankheit vorliegt, verrichten muß. Bringe ich also in die Niere das Funktionieren von Schwefel und Kieselsäure im Equisetum arvense hinein, so nehme ich ihm das, was sonst der menschliche astralische Leib an der deformierten Niere — deformiert jetzt im weitesten Sinne genommen - verrichten muß, ab; ich lasse sozusagen zunächst den Krankheitsprozeß von etwas verrichten, was ich in den Körper hineingebracht habe.

[ 27 ] If I now introduce the functional relationship between sulfur and silicic acid into the human organism in the proper way, then—simply by virtue of the special quality of this functional relationship—the following occurs: the process that the human astral body must carry out while the disease is present is now taken over by the kidney. So if I introduce the functioning of sulfur and silicic acid from Equisetum arvense into the kidney, I relieve the human astral body of the task it would otherwise have to perform on the deformed kidney—deformed here in the broadest sense of the word; I allow, so to speak, the disease process to be carried out initially by something I have introduced into the body.

[ 28 ] Das ist überhaupt der Anfang eines jeden Heilungsprozesses. Man muß den Krankheitsprozeß kennen. Man muß zunächst eine rationelle Pathologie haben, muß den Krankheitsprozeß kennen und muß erforschen, wo in der Natur irgend etwas vorkommt, das diesen Krankheitsprozeß genau nachbilden kann. Denn man darf zunächst nicht glauben, daß man immer überall bei einer Krankheit den Krankheitsprozeß bekämpfen kann, sondern man muß ihn geradezu auffangen. Was der Krankheitsprozeß ist, das muß man durch etwas, was man in seiner Dynamik kennt wie hier beim Equisetum Schwefel und Kieselsäure, auffangen lassen. Dann bekommt man dasjenige frei heraus, was, wie in diesem Falle der Nierenerkrankung, früher als astralischer Leib gewirkt hat. Und indem man das nun frei herausbekommt, muß man auch dafür sorgen, daß der Mensch durch Diät und so weiter innerlich gestärkt wird, daß er seine ganzen inneren Kräfte energischer anwenden kann als sonst, das heißt, man muß einige Energie dem gesamten astralischen Leib zuwenden. Dann bringt man den jetzt auf diese Weise in seiner ganzen Normalität frei gewordenen astralischen Leib dazu, daß in dem entsprechenden Falle nun das Gesundende des astralischen Leibes das Kranke auslöscht, wenn man die zu starke Tätigkeit des astralischen Leibes zuerst hat von einem äußerlichen Funktionieren übernehmen lassen.

[ 28 ] This is, in fact, the very beginning of every healing process. One must understand the disease process. One must first have a rational understanding of pathology, must understand the disease process, and must investigate whether there is anything in nature that can precisely replicate this disease process. For one must not assume, at first, that one can always combat the disease process in every instance; rather, one must actually counteract it. The disease process must be counteracted by something whose dynamics are understood—as is the case here with Equisetum, sulfur, and silicic acid. Then one is able to release what, as in this case of kidney disease, previously functioned as the astral body. And by releasing this, one must also ensure that the person is internally strengthened through diet and other means, so that they can apply all their inner forces more vigorously than usual—that is, one must direct some energy toward the entire astral body. Then, having thus liberated the astral body in all its normality, one causes the healing aspect of the astral body to eradicate the diseased aspect in the specific case, provided that one has first allowed the excessive activity of the astral body to be taken over by an external function.

[ 29 ] So kommt man zu einem rationellen Begriff des Heilens. Dieses Heilen besteht in der Regel eigentlich immer darin, daß man den Krankheitsprozeß durch einen eingeschobenen, von außen eingeschobenen Prozeß abfängt und dann das, was schon im Menschen ist, durch Energisierung zum Überwinden des Krankheitsprozesses veranlaßt, während man das nicht kann, so lange — wie hier in diesem Falle der astralische Leib seine Tätigkeit einseitig nach der Niere, die anders ist, als sie sein soll, hinwenden muß. Das aber, was ich jetzt eben beschrieben habe, ist der Fall, oder kann der Fall sein bei allen denjenigen Krankheitsvorgängen, die auf Unregelmäßigkeiten von Organen beruhen, die - wie ich es nennen möchte - zentrifugal wirken, nach innen zentrifugal wirken. Die Niere ist ein Absonderungsorgan, das nach innen zunächst absondert, wenn auch die Ausscheidung nach außen geht, sie sondert nach innen ab. Und pathologische Prozesse müssen, wenn man das auffaßt, was ich gesagt habe, so verstanden werden, daß die Heilung darin besteht, daß wir in der Niere durch Einfügung von Equisetum arvense einen zentrifugalen Prozeß hervorrufen, einen von der Niere ausstrahlenden Prozeß.

[ 29 ] This is how one arrives at a rational understanding of healing. This healing generally always consists of intercepting the disease process through an intervening process introduced from the outside, and then, through energization, prompting what is already within the person to overcome the disease process—while this is not possible as long as—as in this case—the astral body must direct its activity one-sidedly toward the kidney, which is not as it should be. But what I have just described is the case—or can be the case—with all those disease processes that are based on irregularities in organs that—as I would like to call them—act centrifugally, acting centrifugally inward. The kidney is an excretory organ that primarily secretes inward; even though excretion occurs outward, it secretes inward. And pathological processes—if one understands what I have said—must be understood in such a way that healing consists in our inducing a centrifugal process in the kidney through the administration of Equisetum arvense, a process radiating outward from the kidney.

[ 30 ] Es gibt nun andere Prozesse, die uns geradezu die polarische Seite von dem zeigen, was ich jetzt angeführt habe. Und da möchte ich wieder nicht eine schwere Krankheit, sondern, um das Prinzipielle zu erörtern, etwas anführen, was zwar mehr oder weniger nur entfernte Aufmerksamkeit gegenüber den eigentlichen tieferen Erkrankungen des menschlichen Wesens hervorruft, was aber vor allen Dingen für den Patienten außerordentlich unangenehm ist: das ist der Heuschnupfen, das Heufieber, der Heufieberkatarrh. Wenn man dieses bekämpfen will, muß man darauf achten, daß man es dabei mit einer sehr starken konstitutionellen Erkrankung zu tun hat. Die führt aber zuletzt darauf zurück, daß peripherisch im Menschen auftritt ein Nachlassen des astralischen Leibes mit seinen Kräften, dieses dritten, innerlich beweglichen Menschen. Wir können ja gerade das Heufieber zurückverfolgen bis in die erste Kinderzeit, wo wir gewöhnlich nicht sehr beachtete allgemeine Erkrankungen haben, die sich dann spezialisieren zu dem, was im späteren Leben als Heufieber auftritt. Und wissen wir, daß dieses Heufieber darauf beruht, daß der astralische Leib in bezug auf gewisse Funktionen nachläßt, nicht herandringt bis an den physischen Leib und ätherischen Leib, so muß es uns zunächst daran liegen, diesen astralischen Leib innerlich zu energisieren, auf seine eigentlichen Funktionen zurückzuführen; so daß man da, wo man es mit mehr nach außen gehenden zentrifugalen Wirkungen im Pathologischen zu tun hat, jetzt etwas anderes entgegenstellt. Bei dem Beispiel der Nierenerkrankung haben wir gewissermaßen die Krankheit abgefangen; wir haben den astralischen Leib so betrachtet, daß wir ihn, wenn er von seiner anormalen Arbeit befreit ist, nur zu energisieren, zu verstärken brauchen; dann wird er, wenn man ihm abnimmt, was er an der kranken Niere tun mußte, schon in der Richtung der Gesundheit wirken. Das ist bei Prozessen wie beim Heufieber nicht der Fall. Da dürften wir nicht darauf ausgehen, den Krankheitsprozeß abzufangen, sondern da müssen wir geradezu dem Krankheitsprozeß einen gleichen Prozeß in polarisch entgegengesetzter Richtung entgegenschicken. Und da hat sich dann herausgestellt, daß wir gerade dann den astralischen Leib zu der Funktion anregen können, die er nicht mehr verrichtet, weil er nicht mehr den Zugang hat zum physischen Leib und Ätherleib, wenn wir gewisse Säfte von Früchten, die Schalen haben, verwenden, wodurch sich in der Tat innerhalb der Frucht zentripetale Wirkungen zeigen, und wenn wir das entsprechende Präparat aus diesen Fruchtsäften zubereiten, bei leichteren Fällen als Salbe, bei schwereren Fällen als Injektion. Wir treiben ihn wieder zurück zum physischen Leib und Ätherleib, und in dieser Beziehung sind ja tatsächlich recht schöne Erfolge aufzuweisen. Frau Dr. Wegman hat doch zahlreiche Patienten mit unserem Heuschnupfenmittel injiziert und gerade auf diesem Gebiete die allerschönsten Erfolge gehabt. Es ist durchaus möglich, aus dieser Denkweise heraus es dahin zu bringen, dem träge gewordenen astralischen Leib entgegenzukommen und ihn zu energisieren, so daß man an diesem Prozeß, den man bei der Injektion hervorruft — diese Prozesse haben dann eine bestimmte Affinität zu besonderen Organen; wenn wir also einen bestimmten Fruchtsaft anwenden, so hat er eine besondere Affinität zu bestimmten Organen; man muß dann die besonderen Stellen ausforschen und die Strömungen kennen, in denen sich die Affinitäten zum Ausdruck bringen -, gerade sehen kann, wie jene physischen Funktionen, die durch dasjenige auftreten, was lässig und träge geworden ist im astralischen Leib, die nicht auftreten würden, wenn sie vom astralischen Leib gehalten würden, wie diese Funktionen wirklich aufhören aufzutreten, wenn wir nun den astralischen Leib selber abfangen. Vorher haben wir den Krankheitsprozeß abgefangen, jetzt fangen wir den Prozeß ab in dem betreffenden Gebiete, auf das wir gerade wirken wollen. So haben wir in bezug auf die Präparate, die wir anwenden, zu unterscheiden zwischen mehr zentrifugal wirkenden Prozessen, wie ich es beim Nierenprozeß beschrieben habe, und zwischen zentripetal wirkenden Heilprozessen, wie zum Beispiel beim Heuschnupfenmittel.

[ 30 ] There are, however, other processes that reveal to us, as it were, the polar opposite of what I have just described. And here again, I do not wish to cite a serious illness, but rather—in order to discuss the principle—something that, while it may attract only more or less passing attention compared to the actual, deeper illnesses of the human being, is above all extraordinarily unpleasant for the patient: hay fever, hay fever catarrh. If one wishes to combat this, one must be aware that one is dealing with a very severe constitutional disorder. Ultimately, however, this stems from a peripheral weakening of the astral body and its forces within the human being—this third, inwardly dynamic aspect of the human being. We can, in fact, trace hay fever all the way back to early childhood, where we usually encounter general illnesses that go largely unnoticed, which then develop into what manifests as hay fever in later life. And since we know that hay fever stems from the astral body’s decline in certain functions—its failure to reach the physical and etheric bodies—our first priority must be to internally energize this astral body and restore it to its proper functions; so that where we are dealing with more outward-directed, centrifugal effects in pathology, we can now counter them with something else. In the example of kidney disease, we have, so to speak, intercepted the disease; we have viewed the astral body in such a way that, once it is freed from its abnormal activity, we need only energize and strengthen it; then, once we relieve it of what it had to do for the diseased kidney, it will already begin to work toward health. This is not the case with processes such as hay fever. There, we should not aim to intercept the disease process, but rather we must actively counter it with an equivalent process moving in the polar opposite direction. And it has turned out that we can stimulate the astral body to perform the function it no longer carries out—because it no longer has access to the physical body and etheric body—precisely when we use certain juices from fruits that have peels, which in fact produce centripetal effects within the fruit, and when we prepare the corresponding remedy from these fruit juices, as an ointment for milder cases and as an injection for more severe ones. We drive it back toward the physical and etheric bodies, and in this regard, we have indeed achieved quite remarkable results. Dr. Wegman has administered injections of our hay fever remedy to numerous patients and has had the most remarkable success precisely in this area. It is entirely possible, based on this line of thinking, to reach a point where we can reach out to the astral body that has become sluggish and energize it, so that through this process—which is brought about by the injection—one can observe exactly how those physical functions, which are affected by what is being administered, are influenced; these processes then have a specific affinity for particular organs; so when we use a specific fruit juice, it has a special affinity for certain organs; one must then investigate the specific areas and understand the currents in which these affinities manifest—and can clearly see how those physical functions, which arise due to what has become lax and sluggish in the astral body—functions that would not occur if they were sustained by the astral body—actually cease to occur when we now intercept the astral body itself. Previously, we intercepted the disease process; now we intercept the process in the specific area we wish to treat. Thus, with regard to the preparations we use, we must distinguish between processes that act more centrifugally—as I described in the case of the kidney process—and healing processes that act more centripetally, such as in the case of hay fever remedies.

[ 31 ] Wenn man diese Dinge ins Auge faßt, kann man zunächst glauben, das sei etwas Ausgedachtes. Die meisten Menschen in der Gegenwart glauben auch, es sei ausgedacht. Deshalb legte ich einen großen Wert darauf, daß wir nicht nur solche Heilmittel herstellen, sondern daß im Sinne dieser medizinischen Denkungsart in unseren Instituten gearbeitet wird. Nun ist man ja bei der Ausprüfung dieser Mittel in einem anderen Falle, als wenn man rein äußerlich-empirisch Mittel ausprobiert. Im letzteren Falle ist man ja hauptsächlich auf die Statistik angewiesen, die uns sagt: ist die Zahl der Fälle, wo ein Mittel geholfen hat, im Verhältnis zu denen, wo es nicht geholfen hat, sehr groß, so hilft uns da die Statistik. Wenn man aber von einer solchen Methode ausgeht, wie ich sie besprochen habe, sieht man ja in einer gewissen Beziehung aus dem Durchschauen des Krankheitsprozesses heraus, was bei einem bestimmten Heilungsprozeß eintreten muß. Pathologie und Therapie werden ja eines! Denn die Sache ist so: erkenne ich durch die Diagnose, was in der kranken Niere vor sich geht, so ist es ja derselbe Prozeß, nur auf einem anderen Niveau, den ich bei der Therapie anwenden muß: ich muß den Prozeß abfangen; ich muß durch Verbindung von Schwefel und Kieselsäure etwas in den menschlichen Organismus hineinbringen, damit ich das, was sich mir als pathologischer Prozeß darstellt, selber hervorbringe. Ich heile dadurch, daß ich eine Therapie ausbilde, die die Nachahmung des Krankheitsprozesses auf einem anderen Niveau ist, und die muß der astralische Leib ausführen. Führe ich zum Beispiel die Equisetumfunktion in den menschlichen Organismus ein, so lasse ich sie im Ätherleibe, und ich nehme dem astralischen Leib seine Arbeit an der kranken Niere wieder ab.

[ 31 ] When one considers these things, one might at first think they are merely a figment of the imagination. Most people today also believe they are a figment of the imagination. That is why I placed great importance on ensuring that we not only produce such remedies, but that our institutes operate in accordance with this medical philosophy. Now, when testing these remedies, one is dealing with a different situation than when trying out remedies purely from an external, empirical standpoint. In the latter case, one relies mainly on statistics, which tell us: if the number of cases where a remedy has helped is very large in comparison to those where it has not, then the statistics support us. But if one proceeds from a method such as the one I have discussed, one can, in a certain sense, discern from an understanding of the disease process what must occur in a specific healing process. Pathology and therapy become one! For the fact is this: if, through diagnosis, I recognize what is happening in the diseased kidney, then it is the same process—only on a different level—that I must apply in therapy: I must intercept the process; I must introduce something into the human organism through the combination of sulfur and silicic acid, so that I myself can bring about what presents itself to me as a pathological process. I heal by developing a therapy that is an imitation of the disease process on a different level, and this must be carried out by the astral body. If, for example, I introduce the Equisetum function into the human organism, I leave it in the etheric body, and I relieve the astral body of its work on the diseased kidney.

[ 32 ] So verwandelt sich das, was sonst heute ganz nebeneinandersteht und nur rein empirisch zusammengefunden werden kann: Pathologie und Therapie, das verwandelt sich in eine absolute Einheit. Erkennt man in einer solchen Weise die Natur des Krankheitsprozesses, so muß man in der äußeren Natur finden, wie zum Beispiel ein besonderer Nierenprozeß imitiert wird im Equisetum arvense; oder erkennt man, daß der Gallenabsonderungsprozeß in der Leber bei bestimmten Krankheitsformen wirklich seiner inneren Natur nach so ist, daß wir diese Krankheitsform des Gallenabsonderungsprozesses zum Beispiel im Cichorium intybus finden, so sind wir imstande, daß wir durch die Art und Weise, wie die Funktion im Cichorium intybus verläuft, dem Astralleib der Leber im Gallenabsonderungsprozeß das abzunehmen, was er sonst tun muß. Wir kommen so in der Heilung in der Weise weiter, daß die Pathologie selber eigentlich nichts anderes ist als schon die Therapie. Dadurch wird die Therapie eine wirklich rationelle Wissenschaft. -— Kennt man zum Beispiel den wunderbaren Zusammenhang, der zwischen Eisen und namentlich gewissen Pflanzenschleimbestandteilen und Salzen des Anisum vulgare besteht, so kann man erkennen, wie in diesem Anis, namentlich in dem Samen von Anisum [Pimpinella anisum] etwas Funktionierendes drinnen ist, was mit gewissen überentzündlichen Krankheitsprozessen des Blutes eins ist. Wir können dem Blut diese Krankheitsprozesse abnehmen, indem wir in entsprechender Weise ein Präparat verwenden, das nachgebildet ist dem Zusammenhange zwischen gewissen Pflanzenschleimstoffen und dem Eisen im Anis. Da ist es dann so, daß wir nicht nur den astralischen Leib frei machen, sondern, wenn es sich um Bluterkrankungen handelt, ist zugleich die Ich-Organisation daran beteiligt.

[ 32 ] Thus, what today otherwise stands entirely side by side and can only be brought together on a purely empirical basis—pathology and therapy—is transformed into an absolute unity. If one recognizes the nature of the disease process in this way, one must find in the external natural world how, for example, a specific renal process is imitated in Equisetum arvense; or if one recognizes that the bile secretion process in the liver, in certain forms of disease, is truly such in its inner nature that we find this form of the disease—the process of bile secretion—in Cichorium intybus, for example, then we are able, through the way the function proceeds in Cichorium intybus, to relieve the astral body of the liver in the process of bile secretion of what it would otherwise have to do. In this way, we make progress in healing in such a way that the pathology itself is, in fact, nothing other than the therapy. This makes therapy a truly rational science. — If, for example, one is aware of the remarkable connection that exists between iron and, in particular, certain plant mucilage components and salts of Anisum vulgare, one can recognize how there is something active within this anise—specifically in the seed of Anisum [Pimpinella anisum]—that is one and the same as certain hyperinflammatory disease processes in the blood. We can relieve the blood of these pathological processes by appropriately using a preparation modeled on the relationship between certain plant mucilage substances and the iron in anise. In this way, we not only free the astral body but, in cases of blood disorders, the ego organization is also involved.

[ 33 ] So kommen wir auf diese Weise dazu, den Blick auf die ganze Natur hinzuwenden. Was die schöne Natur draußen ist, sind eigentlich lauter imitierte Krankheitsprozesse. Beim Menschen sind es innerlich Krankheitsprozesse, draußen ist es die wunderbar schöne Natur. Aber man muß den Zusammenhang verstehen und muß wissen, wie man aus dem weiten Felde der Naturprozesse in den Menschen Krankheitsfunktionen hineinbringt und dadurch Krankheitsprozesse den übersinnlichen Gliedern der menschlichen Natur abnehmen kann. Jetzt ist man nicht mehr auf eine Statistik angewiesen! Denn erkennt man einen solchen Zusammenhang durch inneres Durchschauen, und schaut man an, wie die Wirkungen auftreten müssen, dann ist das ebenso wie bei einem in exakter Wissenschaftlichkeit richtig ausgeführten physikalischen Experiment. Da geht man ja auch nicht gerade nach der Statistik vor, sondern da weiß man, zum Beispiel beim Mariotte-Gay-Lussac’schen Gesetz, daß das ein exakt ausgeführtes Experiment ist, das, wenn es exakt ausgeführt ist, auch beweisend ist. Beim Menschen ist es zwar nicht so einfach wie bei einem physikalischen Experiment, aber es ist eigentlich ebenso, wenn man beim Durchschauen des Krankheitsprozesses angeben kann: da muß dies oder jenes wirken -, und wenn man dann Stück für Stück sieht, wie es wirkt. Was dabei notwendig ist —- und das ist das, was eben gerade in dem Klinisch-Therapeutischen Institut von Frau Dr. Wegman in Arlesheim in einem so hohen Maße vorhanden ist —, das ist, daß man wirklich verbannt alle ärztliche Skepsis; denn die ist eigentlich das, was einem fortwährend die stärksten Hindernisse in den Weg legt. Was bei Frau Dr. Wegman vorhanden ist, das ist der Mut des Heilens. Der Mut des Heilens gehört zu allem dazu! Dann kommt man auch dazu, den Krankheitsprozeß zu schauen, und daß man anfängt ihm zu begegnen, indem man ihn sozusagen abfängt. Aber dann wird besonders wichtig, darauf zu sehen, wie das alles auch wirklich eintritt, wenn man nicht schlampig ist; sondern daß man den Heilungsprozeß verfolgt von Stufe zu Stufe. Und dann weiß man ja auch, wo etwas nicht in Ordnung ist; dann muß man zurückgehen und erforschen, wo man etwas übersehen hat. Aber wenn man dann in jedem einzelnen Falle den Mut des Heilens hat und tatsächlich nichts anderes voraussetzt, nichts anderes will als Heilen, als die Krankheitsprozesse mutvoll zu heilen, dann hat man dasjenige, wovon man sich am allerstärksten angeregt fühlen kann, als eine solche exaktwissenschaftliche Grundlage der Medizin, die aus einer exakten Pathologie nicht erst bloß als Konsequenz eine rationelle Therapie herausarbeiten will, sondern die schon in der Diagnose den Heilprozeß hat. Dann kann man gar nicht anders über den Krankheitsprozeß sprechen, als daß man zugleich mit der Diagnose schon die Therapie hat. Man beschreibt dann schon die Nierenerkrankung so, daß die Beschreibung ganz ähnlich ist dem, was im Equisetum arvense geschieht: man überträgt das, was man in der Niere schaut, auf ein äußeres Naturgeschehen; so daß man im Diagnostizieren so beschreibt, daß die Diagnose den Heilprozeß enthält.

[ 33 ] In this way, we come to turn our gaze toward nature as a whole. What we see as the beauty of nature outside is, in fact, nothing but imitations of disease processes. In human beings, these are internal disease processes; outside, they manifest as the wonderfully beautiful natural world. But one must understand the connection and know how to incorporate disease functions into human beings from the vast field of natural processes, thereby relieving the supersensible aspects of human nature of these disease processes. Now we are no longer reliant on statistics! For if one recognizes such a connection through inner insight, and observes how the effects must occur, then it is just like a physical experiment correctly carried out with exact scientific rigor. After all, one does not proceed strictly according to statistics there either; rather, one knows—for example, in the case of Mariotte-Gay-Lussac’s law—that this is an experiment carried out with precision, which, when performed precisely, also serves as proof. With human beings, it is not quite as simple as with a physical experiment, but it is essentially the same if, in gaining insight into the disease process, one can specify: “This or that must have an effect”—and then observe, step by step, how it works. What is necessary here—and this is precisely what is present to such a high degree at Dr. Wegman’s Clinical-Therapeutic Institute in Arlesheim—is that one truly banishes all medical skepticism; for that is actually what continually places the greatest obstacles in one’s path. What Dr. Wegman possesses is the courage to heal. The courage to heal is essential to everything! Then one is also able to observe the disease process and begin to counter it by, so to speak, intercepting it. But then it becomes especially important to observe how all of this actually unfolds—provided one is not careless—but rather that one follows the healing process step by step. And then one also knows where something is not right; then one must go back and investigate where one may have overlooked something. But if, in every single case, one has the courage to heal and truly assumes nothing else, desires nothing else but to heal—to courageously heal the disease processes— then one has what can inspire one most deeply: a precisely scientific foundation for medicine that does not merely seek to derive a rational therapy as a consequence of precise pathology, but one in which the healing process is already present in the diagnosis itself. Then one cannot speak of the disease process in any other way than to say that, along with the diagnosis, one already has the therapy. One then describes kidney disease in such a way that the description is very similar to what occurs in Equisetum arvense: one applies what one observes in the kidney to an external natural phenomenon; thus, in making a diagnosis, one describes it in such a way that the diagnosis itself contains the healing process.