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Second Scientific Course
The warmth at the boundary between positive and negative materiality
Insights from Spiritual Science on the Development of Physics
GA 321

7 March 1920, Stuttgart

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Siebenter Vortrag

Siebenter Vortrag

[ 1 ] Sie erinnern sich noch, wie wir gestern hier den Eisblock hatten, von dem man zunächst hätte vermuten können, daß, wenn wir ihn mit einem Draht durchschneiden, der von einem Gewicht beschwert ist, links und rechts der halbe Block herunterfalle. Sie haben sich schon, trotzdem wir den Versuch nur im Beginn zeigen konnten, überzeugt, daß das gar nicht der Fall ist, daß gewissermaßen, nachdem durch den Druck eine Verflüssigung eingetreten ist in der Richtung des Durchganges des Drahtes, sofort wiederum oben der Eisblock zusammenwächst. Das heißt, daß nur durch den Druck eine Verflüssigung eingetreten ist, daß aber deshalb, weil wir das Eis als Eis erhalten, sofort wiederum das Wärmewesen sich hier so betätigt - ich will meine Ausdrücke ganz genau gebrauchen -, daß eben der Block wiederum sich zusammenfügt.

[ 1 ] Sie erinnern sich noch, wie wir gestern hier den Eisblock hatten, von dem man zunächst hätte vermuten können, daß, wenn wir ihn mit einem Draht durchschneiden, der von einem Gewicht beschwert ist, links und rechts der halbe Block herunterfalle. Sie haben sich schon, trotzdem wir den Versuch nur im Beginn zeigen konnten, überzeugt, daß das gar nicht der Fall ist, daß gewissermaßen, nachdem durch den Druck eine Verflüssigung eingetreten ist in der Richtung des Durchganges des Drahtes, sofort wiederum oben der Eisblock zusammenwächst. Das heißt, daß nur durch den Druck eine Verflüssigung eingetreten ist, daß aber deshalb, weil wir das Eis als Eis erhalten, sofort wiederum das Wärmewesen sich hier so betätigt - ich will meine Ausdrücke ganz genau gebrauchen -, daß eben der Block wiederum sich zusammenfügt.

[ 2 ] Nicht wahr, das überrascht Sie furchtbar zunächst? Aber es überrascht Sie nur aus dem Grunde, weil Sie es nicht in der Art, wie man es nötig hat bei einer wirklich sachgemäßen Verfolgung der physikalischen Erscheinungen, betrachten. In einem anderen Falle machen Sie das Experiment fortwährend und sind gar nicht verwundert darüber, nämlich wenn Sie den Bleistift nehmen und durch die Luft fahren, so durchschneiden Sie sie fortwährend, und hinterher schließt sie sich wiederum. Sie haben gar nichts anderes getan, als dasselbe Experiment, das wir gestern mit dem Eisblock gemacht haben, ausgeführt, nur in einer etwas anderen Sphäre, einem etwas anderen Gebiet. Wir können aber aus dieser Betrachtung verhältnismäßig viel lernen, denn wir sehen daraus, daß, wenn wir einfach mit dem Bleistift durch die Luft fahren — wir wollen jetzt nicht untersuchen, durch welches Verhältnis —, sich durch die Eigenschaften des Materiellen der Luft selbst der Schnitt, den wir bewirkt haben, wiederum schließt. Bei Eis können wir aus den Verhältnissen heraus nicht anders als denken, daß da das Wärmewesen daran beteiligt ist, daß es dasselbe tut, was die Luft selbst tut. Sie haben darin nur eine weitere Ausführung desjenigen, was ich Ihnen gestern gesagt habe. Wenn Sie sich denken die Luft, und Sie denken sie durch einen durchgeführten Schnitt getrennt und sich immer wieder vereinigend, so führt die Luftmaterie alles das aus, was Sie dabei wahrnehmen. Wenn Sie einen festen Körper, also Eis nehmen, so ist die Wärme so darin betätigt, wie die materielle Luft hier selber. Das heißt: Es entsteht Ihnen ein richtiges Bild von dem, was in der Wärme vorgeht, und Sie haben wiederum bestätigt, daß wir, indem wir den gasigen, den dampfförmigen Zustand betrachten — Luft ist dampfförmig, gasig eigentlich —, wir in dem materiellen Vorgang des Gases selbst dasjenige haben, was ein Bild sein kann dessen, was im Wärmewesen vor sich geht.

[ 2 ] Nicht wahr, das überrascht Sie furchtbar zunächst? Aber es überrascht Sie nur aus dem Grunde, weil Sie es nicht in der Art, wie man es nötig hat bei einer wirklich sachgemäßen Verfolgung der physikalischen Erscheinungen, betrachten. In einem anderen Falle machen Sie das Experiment fortwährend und sind gar nicht verwundert darüber, nämlich wenn Sie den Bleistift nehmen und durch die Luft fahren, so durchschneiden Sie sie fortwährend, und hinterher schließt sie sich wiederum. Sie haben gar nichts anderes getan, als dasselbe Experiment, das wir gestern mit dem Eisblock gemacht haben, ausgeführt, nur in einer etwas anderen Sphäre, einem etwas anderen Gebiet. Wir können aber aus dieser Betrachtung verhältnismäßig viel lernen, denn wir sehen daraus, daß, wenn wir einfach mit dem Bleistift durch die Luft fahren — wir wollen jetzt nicht untersuchen, durch welches Verhältnis —, sich durch die Eigenschaften des Materiellen der Luft selbst der Schnitt, den wir bewirkt haben, wiederum schließt. Bei Eis können wir aus den Verhältnissen heraus nicht anders als denken, daß da das Wärmewesen daran beteiligt ist, daß es dasselbe tut, was die Luft selbst tut. Sie haben darin nur eine weitere Ausführung desjenigen, was ich Ihnen gestern gesagt habe. Wenn Sie sich denken die Luft, und Sie denken sie durch einen durchgeführten Schnitt getrennt und sich immer wieder vereinigend, so führt die Luftmaterie alles das aus, was Sie dabei wahrnehmen. Wenn Sie einen festen Körper, also Eis nehmen, so ist die Wärme so darin betätigt, wie die materielle Luft hier selber. Das heißt: Es entsteht Ihnen ein richtiges Bild von dem, was in der Wärme vorgeht, und Sie haben wiederum bestätigt, daß wir, indem wir den gasigen, den dampfförmigen Zustand betrachten — Luft ist dampfförmig, gasig eigentlich —, wir in dem materiellen Vorgang des Gases selbst dasjenige haben, was ein Bild sein kann dessen, was im Wärmewesen vor sich geht.

[ 3 ] Und wenn wir dann an einem festen Körper die Wärmeerscheinungen anschauen, haben wir im Grunde genommen nichts anderes, als daß wir auf der einen Seite den festen Körper haben, auf der anderen Seite dasjenige, was im Gebiete des Wärmewesens sich vollzieht. Wir sehen gewissermaßen anschaulich für unser Auge als Erscheinungen innerhalb des Wärmegebietes dasjenige sich abspielen, was wir sonst im Gas sich abspielen sehen. Daraus können wir neuerdings schließen — nicht einmal schließen, wir geben nur das Anschauliche wieder -, wir können neuerdings sagen: Wollen wir uns dem wahren Wesen der Wärme nähern, so müssen wir versuchen, so gut wir es können, einzudringen in das Gebiet innerhalb des gasigen Körpers. Und in dem, was in dem gasigen Körper geschieht, werden wir einfach Abbilder sehen von dem, was innerhalb des Wärmewesens vor sich geht. So daß uns die Natur wie vor Augen zaubert, indem sie uns gewisse Erscheinungen in den gasigen Körpern offenbart, dasjenige, was Bild ist der Vorgänge im Wärmewesen. Sehen Sie, was uns da leitet, liegt ja allerdings weit ab von der gegenwärtigen Betrachtungsweise, wie sie auf dem Gebiet der Naturwissenschaften eigentlich, wirklich der Naturwissenschaften, nicht bloß der Physik, üblich ist. Aber wozu führt schließlich eine solche Betrachtungsweise? Ich habe hier ein Werk von Eduard von Hartmann, in dem er ein Spezialgebiet von seinem Gesichtspunkte aus behandelt, eben gerade die moderne Physik. Ein Mann, der nun wirklich sich ganz aus dem Geiste der Gegenwart heraus einen breiten Horizont verschafft hat, so daß er als, sagen wir, Philosoph sich in die Lage versetzt hat, etwas über die Physik zu sagen. Nun ist es interessant, wie aus dem ganzen Geiste der Gegenwart heraus solch ein Mensch über die Physik spricht. Er beginnt gerade im ersten Kapitel: «Physik ist die Lehre von den Wanderungen und Wandlungen der Energie und von ihrer Zerlegung in Faktoren und Summanden.» Er muß natürlich, indem er dieses sagt, gleich folgendes hinzufügen, er sagt: «Physik ist die Lehre von den Wanderungen und Wandlungen der Energie und von ihrer Zerlegung in Faktoren und Summanden. Die Gültigkeit dieser Definition ist unabhängig davon, ob man die Energie als ein selbständiges Letztes auffaßt, das nur von uns gedanklich zerlegt wird, oder ob man sie als ein aus anderweitigen Faktoren wirklich entstandenes Produkt ansieht, und unabhängig auch davon, ob man dieser oder jener Ansicht über die Konstitution der Materie huldigt. Sie setzt nur voraus, daß alle Wahrnehmung und Empfindung auf Energie zurückweist, daß die Energie Ort und Gestalt ändern kann, und daß sie ihrem Begriff nach zerlegbar ist.»

[ 3 ] Und wenn wir dann an einem festen Körper die Wärmeerscheinungen anschauen, haben wir im Grunde genommen nichts anderes, als daß wir auf der einen Seite den festen Körper haben, auf der anderen Seite dasjenige, was im Gebiete des Wärmewesens sich vollzieht. Wir sehen gewissermaßen anschaulich für unser Auge als Erscheinungen innerhalb des Wärmegebietes dasjenige sich abspielen, was wir sonst im Gas sich abspielen sehen. Daraus können wir neuerdings schließen — nicht einmal schließen, wir geben nur das Anschauliche wieder -, wir können neuerdings sagen: Wollen wir uns dem wahren Wesen der Wärme nähern, so müssen wir versuchen, so gut wir es können, einzudringen in das Gebiet innerhalb des gasigen Körpers. Und in dem, was in dem gasigen Körper geschieht, werden wir einfach Abbilder sehen von dem, was innerhalb des Wärmewesens vor sich geht. So daß uns die Natur wie vor Augen zaubert, indem sie uns gewisse Erscheinungen in den gasigen Körpern offenbart, dasjenige, was Bild ist der Vorgänge im Wärmewesen. Sehen Sie, was uns da leitet, liegt ja allerdings weit ab von der gegenwärtigen Betrachtungsweise, wie sie auf dem Gebiet der Naturwissenschaften eigentlich, wirklich der Naturwissenschaften, nicht bloß der Physik, üblich ist. Aber wozu führt schließlich eine solche Betrachtungsweise? Ich habe hier ein Werk von Eduard von Hartmann, in dem er ein Spezialgebiet von seinem Gesichtspunkte aus behandelt, eben gerade die moderne Physik. Ein Mann, der nun wirklich sich ganz aus dem Geiste der Gegenwart heraus einen breiten Horizont verschafft hat, so daß er als, sagen wir, Philosoph sich in die Lage versetzt hat, etwas über die Physik zu sagen. Nun ist es interessant, wie aus dem ganzen Geiste der Gegenwart heraus solch ein Mensch über die Physik spricht. Er beginnt gerade im ersten Kapitel: «Physik ist die Lehre von den Wanderungen und Wandlungen der Energie und von ihrer Zerlegung in Faktoren und Summanden.» Er muß natürlich, indem er dieses sagt, gleich folgendes hinzufügen, er sagt: «Physik ist die Lehre von den Wanderungen und Wandlungen der Energie und von ihrer Zerlegung in Faktoren und Summanden. Die Gültigkeit dieser Definition ist unabhängig davon, ob man die Energie als ein selbständiges Letztes auffaßt, das nur von uns gedanklich zerlegt wird, oder ob man sie als ein aus anderweitigen Faktoren wirklich entstandenes Produkt ansieht, und unabhängig auch davon, ob man dieser oder jener Ansicht über die Konstitution der Materie huldigt. Sie setzt nur voraus, daß alle Wahrnehmung und Empfindung auf Energie zurückweist, daß die Energie Ort und Gestalt ändern kann, und daß sie ihrem Begriff nach zerlegbar ist.»

[ 4 ] Was heißt das, wenn man so etwas sagt? Das heißt: Man macht den Versuch, dasjenige, was man physikalisch vor sich hat, so zu definieren, daß man ja nicht nötig hat, auf sein Wesen einzugehen. Man bildet eine Definition, die durch ihre besondere Eigenart es unnötig macht, auf das Wesen einzugehen, denn man schließt das Wesen aus. Man bildet einen Energiebegriff und sagt: Alles, was uns entgegentritt äußerlich physikalisch, ist nur eine Umwandelung dieses Energiewesens. Das heißt, man wirft aus seinen Begriffen alle Essentialität heraus und glaubt ganz sicher zu sein, wenn man nichts mehr erfaßt, daß man dann wenigstens sichere Definitionen gibt. Das ist aber in unsere physikalischen Vorstellungen gerade in einer furchtbaren Weise eingezogen. Es ist so eingezogen, daß wir kaum heute leicht in die Lage kommen, solche Versuche zu machen, welche uns das, was ist, wirklich veranschaulichen. Es sind schon alle unsere Versuchswerkzeuge, wie wir sie uns für unsere physikalischen Untersuchungen verschaffen können, so eingerichtet, daß sie gewissermaßen auf die theoretische Anschauung der gegenwärtigen Physik dressiert sind. Wir können nicht leicht dasjenige, was wir heute zur Hand haben, dazu verwenden, um in das Wesen der Dinge physikalisch einzudringen. Das Heil wird nur allein darin bestehen, daß zunächst eine gewisse Anzahl von Menschen sich findet, die sich bekanntmacht mit den notwendigen methodischen Konsequenzen eines wirklichen Eingehens auf das Wesen der physikalischen Erscheinungen, und daß diese Anzahl von Menschen sich dazu findet, auch schon die Versuchseinrichtungen, ja schon die Einrichtungen der Werkzeuge zu den Versuchen, so zu machen, daß man allmählich in das Wesen eindringt. Wir brauchen tatsächlich nicht bloß eine Umwandelung unserer Weltanschauung in Begriffen, wir brauchen heute durchaus selber von unseren Gesichtspunkten aus Forschungsinstitute. Wir werden nicht so schnell die Menschen von anthroposophischen Gesichtspunkten aus erreichen können, wie es notwendig ist, wenn wir nicht auf der anderen Seite die heute gewohnten Gedankenrichtungen dadurch aus ihren eingefahrenen Geleisen herausbringen können, daß wir den Leuten einfach ebenso durch den Versuch zeigen «das ist richtig, was wir über die Dinge sagen», wie heute der Physiker imstande ist, durch dasjenige, was ihm schon die Fabriken einrichten, den Menschen zu zeigen, scheinbar zu zeigen, daß das stimmt, was er ihnen sagt. Dazu aber ist natürlich wirklich notwendig, daß wir erst vordringen zum wirklich physikalischen Denken. Und zum wirklich physikalischen Denken gehört ja, daß wir uns in eine Vorstellungsrichtung hineinbringen, wie ich sie in diesen Tagen, und insbesondere gestern, zuerst angedeutet habe.

[ 4 ] Was heißt das, wenn man so etwas sagt? Das heißt: Man macht den Versuch, dasjenige, was man physikalisch vor sich hat, so zu definieren, daß man ja nicht nötig hat, auf sein Wesen einzugehen. Man bildet eine Definition, die durch ihre besondere Eigenart es unnötig macht, auf das Wesen einzugehen, denn man schließt das Wesen aus. Man bildet einen Energiebegriff und sagt: Alles, was uns entgegentritt äußerlich physikalisch, ist nur eine Umwandelung dieses Energiewesens. Das heißt, man wirft aus seinen Begriffen alle Essentialität heraus und glaubt ganz sicher zu sein, wenn man nichts mehr erfaßt, daß man dann wenigstens sichere Definitionen gibt. Das ist aber in unsere physikalischen Vorstellungen gerade in einer furchtbaren Weise eingezogen. Es ist so eingezogen, daß wir kaum heute leicht in die Lage kommen, solche Versuche zu machen, welche uns das, was ist, wirklich veranschaulichen. Es sind schon alle unsere Versuchswerkzeuge, wie wir sie uns für unsere physikalischen Untersuchungen verschaffen können, so eingerichtet, daß sie gewissermaßen auf die theoretische Anschauung der gegenwärtigen Physik dressiert sind. Wir können nicht leicht dasjenige, was wir heute zur Hand haben, dazu verwenden, um in das Wesen der Dinge physikalisch einzudringen. Das Heil wird nur allein darin bestehen, daß zunächst eine gewisse Anzahl von Menschen sich findet, die sich bekanntmacht mit den notwendigen methodischen Konsequenzen eines wirklichen Eingehens auf das Wesen der physikalischen Erscheinungen, und daß diese Anzahl von Menschen sich dazu findet, auch schon die Versuchseinrichtungen, ja schon die Einrichtungen der Werkzeuge zu den Versuchen, so zu machen, daß man allmählich in das Wesen eindringt. Wir brauchen tatsächlich nicht bloß eine Umwandelung unserer Weltanschauung in Begriffen, wir brauchen heute durchaus selber von unseren Gesichtspunkten aus Forschungsinstitute. Wir werden nicht so schnell die Menschen von anthroposophischen Gesichtspunkten aus erreichen können, wie es notwendig ist, wenn wir nicht auf der anderen Seite die heute gewohnten Gedankenrichtungen dadurch aus ihren eingefahrenen Geleisen herausbringen können, daß wir den Leuten einfach ebenso durch den Versuch zeigen «das ist richtig, was wir über die Dinge sagen», wie heute der Physiker imstande ist, durch dasjenige, was ihm schon die Fabriken einrichten, den Menschen zu zeigen, scheinbar zu zeigen, daß das stimmt, was er ihnen sagt. Dazu aber ist natürlich wirklich notwendig, daß wir erst vordringen zum wirklich physikalischen Denken. Und zum wirklich physikalischen Denken gehört ja, daß wir uns in eine Vorstellungsrichtung hineinbringen, wie ich sie in diesen Tagen, und insbesondere gestern, zuerst angedeutet habe.

[ 5 ] Nicht wahr, der heutige Physiker sieht einfach auf dasjenige hin, was geschieht, und er wird dann, wenn er auf das hinsieht, was geschieht, möglichst bestrebt sein, abzustreifen das, was er wahrnimmt, und nur auf das hinzuschauen, was er errechnen kann. So macht er auch diesen Versuch, den wir heute möglichst früh vor unsere Seele stellen wollen, möglichst früh aus dem Grunde, weil er sich ja auch erst ausbauen wird im Verlaufe der Stunde. Wir bringen hier ein rotierendes Schaufelrad in eine Flüssigkeit, so daß wir, indem wir das Rad in Drehung versetzen durch diesen Umsetzungsapparat, eine mechanische Arbeit verrichten — wir lassen sie von der Maschine verrichten. Dadurch aber, daß diese mechanische Arbeit eingreift in die Geschehnisse im Wasser, in das das Schaufelrad eingetaucht ist, dadurch werden wir eine erkleckliche Erwärmung des Wassers hervorrufen, und wir haben den einfachsten, elementarsten Versuch vor uns, durch den, wie man sagt, mechanische Arbeit in Wärme oder, wie man auch sagt, in thermische Energie umgewandelt wird. Wir haben jetzt eine 'Temperatur von 16 ° und werden nach einiger Zeit die Temperatur wiederum untersuchen.

[ 5 ] Nicht wahr, der heutige Physiker sieht einfach auf dasjenige hin, was geschieht, und er wird dann, wenn er auf das hinsieht, was geschieht, möglichst bestrebt sein, abzustreifen das, was er wahrnimmt, und nur auf das hinzuschauen, was er errechnen kann. So macht er auch diesen Versuch, den wir heute möglichst früh vor unsere Seele stellen wollen, möglichst früh aus dem Grunde, weil er sich ja auch erst ausbauen wird im Verlaufe der Stunde. Wir bringen hier ein rotierendes Schaufelrad in eine Flüssigkeit, so daß wir, indem wir das Rad in Drehung versetzen durch diesen Umsetzungsapparat, eine mechanische Arbeit verrichten — wir lassen sie von der Maschine verrichten. Dadurch aber, daß diese mechanische Arbeit eingreift in die Geschehnisse im Wasser, in das das Schaufelrad eingetaucht ist, dadurch werden wir eine erkleckliche Erwärmung des Wassers hervorrufen, und wir haben den einfachsten, elementarsten Versuch vor uns, durch den, wie man sagt, mechanische Arbeit in Wärme oder, wie man auch sagt, in thermische Energie umgewandelt wird. Wir haben jetzt eine 'Temperatur von 16 ° und werden nach einiger Zeit die Temperatur wiederum untersuchen.

[ 6 ] Nun kommen wir noch einmal zurück zu dem, was wir schon ausgesprochen haben. Wir haben gewissermaßen das physikalische Schicksal der Körperlichkeit dadurch zu erfassen versucht, daß wir diese Körperlichkeit durchgeführt haben durch den Schmelzpunkt und durch den Siedepunkt, wodurch der feste Körper zum flüssigen, der flüssige zum gasförmigen wird. Ich will in vereinfachten Ausdrücken jetzt sprechen. Wir haben gesehen, daß das Wesentliche des festen Körpers ist: das Gestalthaben. Er emanzipiert sich gewissermaßen von dem, was gestaltbildend bei einer Flüssigkeit ist, wenigstens relativ gestaltbildend ist, wenn die Flüssigkeit nicht durch die Zeit zum Verdunsten gebracht wird. Der feste Körper hat also seine feste Gestalt irgendwie; die Flüssigkeit muß in ein Gefäß eingeschlossen werden und unterliegt für ihre Niveaubildung, die sich überall an der Oberfläche des festen Körpers ebenso zeigt, den Kräften der ganzen Erde. Das haben wir uns ja vor die Seele geführt. So daß wir nicht anders können als sagen: Indem wir eigentlich im Grunde die Summe alles Flüssigen auf der Erde betrachten, wir diese Summe alles Flüssigen auf der Erde, wenn wir sie wirklich physikalisch betrachten wollen, mit der Erde als eine Körperlichkeit anzusehen haben. Das Feste emanzipiert sich nur von diesem Verbundensein mit der Erde, es individualisiert sich, nimmt seine eigene Gestalt an. Wenn wir nun, zunächst beibehaltend die Ausdrucksweise der gebräuchlichen Physik, in dem, was man Schwerkraft nennt, die Ursache für die Niveaubildung der Flüssigkeit sehen, so muß man doch, wenn man im rein Anschaulichen stehen bleibt, dasjenige, was man sonst einfach im rechten Winkel der Niveaubildung entgegensetzt, in irgendeiner Weise hineinverlegen in den individualisierten festen Körper. Man muß in irgendeiner Weise denken, daß dasjenige, was hier mit der Niveaubildung zu tun hat und was man sich denkt als Schwerkraft der Erde, in irgendeiner Weise auch im festen Körper irgendwo drinnensitzt und die verschiedenen Niveaus bewirkt, daß also der feste Körper gewissermaßen die Schwerkraft individualisiert. Wir sehen also, daß der feste Körper die Schwerkraft für sich in Anspruch nimmt. Aber wir sehen auf der anderen Seite ja auch, daß die Niveauwirkung aufhört in dem Augenblick, wo wir zum Gas übergehen. Das Gas bildet kein Niveau. Wollen wir eine Gestalt des Gases haben, eine Grenze seines Rauminhaltes, so müssen wir das durch den Einschluß in ein Gefäß von allen Seiten her bewirken. So daß wir also, indem wir von der Flüssigkeit zum Gas übergehen, die Niveaubildung aufhören sehen. Wir sehen das Hinausstreben auch über diesen noch irdischen Rest von Gestaltenbilden, der im Niveau sich äußert, und wir sehen, wie alle Gase, die uns schon dadurch als eine Einheit entgegengetreten sind, daß sie sich in dem gleichen Ausdehnungskoeffizienten offenbarten, zusammen als ein einheitlich Materielles von der Erde sich emanzipieren.

[ 6 ] Nun kommen wir noch einmal zurück zu dem, was wir schon ausgesprochen haben. Wir haben gewissermaßen das physikalische Schicksal der Körperlichkeit dadurch zu erfassen versucht, daß wir diese Körperlichkeit durchgeführt haben durch den Schmelzpunkt und durch den Siedepunkt, wodurch der feste Körper zum flüssigen, der flüssige zum gasförmigen wird. Ich will in vereinfachten Ausdrücken jetzt sprechen. Wir haben gesehen, daß das Wesentliche des festen Körpers ist: das Gestalthaben. Er emanzipiert sich gewissermaßen von dem, was gestaltbildend bei einer Flüssigkeit ist, wenigstens relativ gestaltbildend ist, wenn die Flüssigkeit nicht durch die Zeit zum Verdunsten gebracht wird. Der feste Körper hat also seine feste Gestalt irgendwie; die Flüssigkeit muß in ein Gefäß eingeschlossen werden und unterliegt für ihre Niveaubildung, die sich überall an der Oberfläche des festen Körpers ebenso zeigt, den Kräften der ganzen Erde. Das haben wir uns ja vor die Seele geführt. So daß wir nicht anders können als sagen: Indem wir eigentlich im Grunde die Summe alles Flüssigen auf der Erde betrachten, wir diese Summe alles Flüssigen auf der Erde, wenn wir sie wirklich physikalisch betrachten wollen, mit der Erde als eine Körperlichkeit anzusehen haben. Das Feste emanzipiert sich nur von diesem Verbundensein mit der Erde, es individualisiert sich, nimmt seine eigene Gestalt an. Wenn wir nun, zunächst beibehaltend die Ausdrucksweise der gebräuchlichen Physik, in dem, was man Schwerkraft nennt, die Ursache für die Niveaubildung der Flüssigkeit sehen, so muß man doch, wenn man im rein Anschaulichen stehen bleibt, dasjenige, was man sonst einfach im rechten Winkel der Niveaubildung entgegensetzt, in irgendeiner Weise hineinverlegen in den individualisierten festen Körper. Man muß in irgendeiner Weise denken, daß dasjenige, was hier mit der Niveaubildung zu tun hat und was man sich denkt als Schwerkraft der Erde, in irgendeiner Weise auch im festen Körper irgendwo drinnensitzt und die verschiedenen Niveaus bewirkt, daß also der feste Körper gewissermaßen die Schwerkraft individualisiert. Wir sehen also, daß der feste Körper die Schwerkraft für sich in Anspruch nimmt. Aber wir sehen auf der anderen Seite ja auch, daß die Niveauwirkung aufhört in dem Augenblick, wo wir zum Gas übergehen. Das Gas bildet kein Niveau. Wollen wir eine Gestalt des Gases haben, eine Grenze seines Rauminhaltes, so müssen wir das durch den Einschluß in ein Gefäß von allen Seiten her bewirken. So daß wir also, indem wir von der Flüssigkeit zum Gas übergehen, die Niveaubildung aufhören sehen. Wir sehen das Hinausstreben auch über diesen noch irdischen Rest von Gestaltenbilden, der im Niveau sich äußert, und wir sehen, wie alle Gase, die uns schon dadurch als eine Einheit entgegengetreten sind, daß sie sich in dem gleichen Ausdehnungskoeffizienten offenbarten, zusammen als ein einheitlich Materielles von der Erde sich emanzipieren.

[ 7 ] Nun fassen Sie diesen Gedanken ganz streng: Sie stehen hier als Mensch, also als Kohlenstofforganismus, auf der festen Erde, sind unter den Erscheinungen, die die festen Körper der Erde bewirken. Diese unterliegen als solche der Schwerkraft, die sich angeblich überall äußert. So daß Sie eigentlich, indem Sie auf der Erde als Mensch stehen, um sich herum haben die festen Körper, die sich in irgendeiner Weise die Schwerkraft angeeignet haben müssen zu ihrer Gestaltbildung. Aber in den Erscheinungen, die diese festen Körper bewirken in dem Fallen, wie ich es gestern gesagt habe, zu dem Sie sich ein ideelles Niveau hinzuzudenken haben, das Sie überall bilden können, in dem haben Sie etwas, was Sie sich denken können als eine Art Kontinuum, als etwas, was sich überall ausbreitet, was gewissermaßen eine unsichtbare Flüssigkeit ist. So daß die festen Körper, sofern sie auf der Erde sich bewegen und Erscheinungen hervorrufen, in der Summe dieser Erscheinungen eine Flüssigkeit darstellen. Sie machen das gleiche, was eine materielle Flüssigkeit in sich macht. So daß wir eigentlich sagen können: Indem wir auf der festen Erde stehen, nehmen wir dasjenige wahr und nennen es Schwerkraft, was beim Wasser niveaubildend ist.

[ 7 ] Nun fassen Sie diesen Gedanken ganz streng: Sie stehen hier als Mensch, also als Kohlenstofforganismus, auf der festen Erde, sind unter den Erscheinungen, die die festen Körper der Erde bewirken. Diese unterliegen als solche der Schwerkraft, die sich angeblich überall äußert. So daß Sie eigentlich, indem Sie auf der Erde als Mensch stehen, um sich herum haben die festen Körper, die sich in irgendeiner Weise die Schwerkraft angeeignet haben müssen zu ihrer Gestaltbildung. Aber in den Erscheinungen, die diese festen Körper bewirken in dem Fallen, wie ich es gestern gesagt habe, zu dem Sie sich ein ideelles Niveau hinzuzudenken haben, das Sie überall bilden können, in dem haben Sie etwas, was Sie sich denken können als eine Art Kontinuum, als etwas, was sich überall ausbreitet, was gewissermaßen eine unsichtbare Flüssigkeit ist. So daß die festen Körper, sofern sie auf der Erde sich bewegen und Erscheinungen hervorrufen, in der Summe dieser Erscheinungen eine Flüssigkeit darstellen. Sie machen das gleiche, was eine materielle Flüssigkeit in sich macht. So daß wir eigentlich sagen können: Indem wir auf der festen Erde stehen, nehmen wir dasjenige wahr und nennen es Schwerkraft, was beim Wasser niveaubildend ist.

[ 8 ] Nun denken Sie sich aber, wir wären in der Lage als Menschen, auf einem flüssigen Weltkörper zu leben, wir würden so organisiert sein, daß wir auf einem flüssigen Weltenkörper leben würden. Dann würden wir über der Niveaubildung dieser Flüssigkeit sein müssen. Und wir würden dann, ebenso wie wir jetzt im Verhältnis sind zu dem Flüssigen, im Verhältnis zum Gasförmigen sein, das aber nach allen Seiten strebt. Das heißt aber nichts Geringeres, als daß wir da keine Schwerkraft würden wahrnehmen können. Zu reden von der Schwerkraft würde aufhören, einen Sinn zu bekommen. Schwerkraft nehmen also nur diejenigen Wesen wahr und ihr unterliegen nur diejenigen Körperlichkeiten, die auf einem Planeten sind, der fest ist. Wesen, welche leben könnten auf einem Planeten, der flüssig ist, würden nichts wissen von einer Schwerkraft. Man könnte nicht davon reden. Und Wesen, die nun gar auf einem Weltkörper leben, der gasig ist, die würden das entgegengesetzte der Schwerkraft, das Streben nach allen Seiten vom Zentrum weg, als das Normale ansehen müssen. Wenn ich mich paradox ausdrücken will: Bei Wesen, die einen gasförmigen Planeten bewohnten, müßten die Körper, statt hinzufallen zum Planeten, fortwährend abgeschleudert werden. So daß wir, wenn wir den Übergang finden jetzt in wirklich physikalisches Denken, nicht bloß in mathematisches Denken, das sich außerhalb des Wirklichen stellt, sondern wenn wir wirklich physikalisch denken, wir uns sagen müssen: Wir beginnen, indem wir auf einem festen Planeten stehen, um uns die Schwerkraft zu haben. Und indem wir vom festen zum gasförmigen Planeten schreiten, gehen wir durch eine Art Nullzustand hindurch und kommen zu einem entgegengesetzten Zustand, zu einer räumlichen Kraftäußerung, welche nur negativ im Verhältnis zur Schwerkraft aufgefaßt werden könnte.

[ 8 ] Nun denken Sie sich aber, wir wären in der Lage als Menschen, auf einem flüssigen Weltkörper zu leben, wir würden so organisiert sein, daß wir auf einem flüssigen Weltenkörper leben würden. Dann würden wir über der Niveaubildung dieser Flüssigkeit sein müssen. Und wir würden dann, ebenso wie wir jetzt im Verhältnis sind zu dem Flüssigen, im Verhältnis zum Gasförmigen sein, das aber nach allen Seiten strebt. Das heißt aber nichts Geringeres, als daß wir da keine Schwerkraft würden wahrnehmen können. Zu reden von der Schwerkraft würde aufhören, einen Sinn zu bekommen. Schwerkraft nehmen also nur diejenigen Wesen wahr und ihr unterliegen nur diejenigen Körperlichkeiten, die auf einem Planeten sind, der fest ist. Wesen, welche leben könnten auf einem Planeten, der flüssig ist, würden nichts wissen von einer Schwerkraft. Man könnte nicht davon reden. Und Wesen, die nun gar auf einem Weltkörper leben, der gasig ist, die würden das entgegengesetzte der Schwerkraft, das Streben nach allen Seiten vom Zentrum weg, als das Normale ansehen müssen. Wenn ich mich paradox ausdrücken will: Bei Wesen, die einen gasförmigen Planeten bewohnten, müßten die Körper, statt hinzufallen zum Planeten, fortwährend abgeschleudert werden. So daß wir, wenn wir den Übergang finden jetzt in wirklich physikalisches Denken, nicht bloß in mathematisches Denken, das sich außerhalb des Wirklichen stellt, sondern wenn wir wirklich physikalisch denken, wir uns sagen müssen: Wir beginnen, indem wir auf einem festen Planeten stehen, um uns die Schwerkraft zu haben. Und indem wir vom festen zum gasförmigen Planeten schreiten, gehen wir durch eine Art Nullzustand hindurch und kommen zu einem entgegengesetzten Zustand, zu einer räumlichen Kraftäußerung, welche nur negativ im Verhältnis zur Schwerkraft aufgefaßt werden könnte.

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[ 9 ] Sie sehen also, wir kommen, indem wir da durch das Materielle durchgehen, tatsächlich zu einem Nullpunkt im räumlichen Sein, zu einer Nullsphäre im räumlichen Sein, so daß wir von der Schwerkraft nur als von etwas sehr Relativem sprechen können. Ja, aber sehen wir denn nicht, wenn wir einem Gas Wärme zuführen — wir haben die Versuche darnach gemacht —, Wärme, die seine Zerstreuungskraft immer erhöht, schon das Bild, das ich Ihnen entworfen habe? (Siehe Zeichnung Seite 100.) Liegt nicht dasjenige, was da im Gas tätig ist, schon jenseits der Nullsphäre, zu der die Schwere hintendiert? Können wir nicht, indem wir innerhalb der Erscheinungen bleiben, uns weiter denken, daß, indem wir den Übergang finden von einem festen zum gasförmigen Planeten, wir durch einen Nullpunkt hindurchgehen? Unterhalb die Schwerkraft; oberhalb verwandelt sich diese Schwerkraft für das physikalische Denken zu ihrem Gegenteil, zur negativen Schwerkraft. Aber wir finden sie, wir brauchen sie gar nicht zu denken. Das Wärmewesen tut dasselbe, was diese negative Schwerkraft tut. Wir sind jetzt gewiß noch nicht am Ziel angekommen, aber wir haben doch soviel schon erreicht, daß wir das Wesen der Wärme relativ erfassen können insoweit, daß wir sagen können: Das Wesen der Wärme äußert sich gerade so, wie die Negation der Schwerkraft, die negative Schwerkraft. Wenn man also in physikalischen Formeln, die die Schwerkraft in sich enthalten, eine Schwerkraftgröße negativ einsetzt, so muß dem wirklichkeitsgemäßen Denken nach diese Formel nicht mehr vorstellen Schwerkraftlinie oder Schwerkraftgröße, sondern Wärmekraftlinie und Wärmekraftgröße. Sie sehen also, daß man auf diese Art die Mathematik erst beleben kann. Man kann einfach die Formeln nehmen, die sich uns ergeben aus etwas, was wir rein mechanisch als ein Schwerkraftsystem betrachten. Setzen wir in diesen Formeln die Größen negativ, so sind wir genötigt, dasjenige, was früher Schwerkraft war, als Wärme anzusehen. Daraus ersehen Sie aber, daß wir nur dadurch, daß wir die Erscheinungen in ihrem Konkreten erfassen, zu wirklichen Resultaten kommen. Wir sehen, indem wir von den festen Körpern zu den flüssigen übergehen, wie sich die Gestalt unter dem Einfluß des Flüssigwerdens auflöst. Die Gestalt verliert sich. Wenn ich einen Kristall auflöse oder zum Schmelzen bringe, verliert er die Gestalt, die er vorher gehabt hat. Er nimmt diejenige Gestalt an, die er zunächst, weil er eben in das Allgemeine, in Flüssigkeit übergeht, unter dem Einfluß der Erde bekommt. Der Körper nimmt eine Niveaufläche der Erde an und muß in einem Gefäß aufbewahrt werden.

[ 9 ] Sie sehen also, wir kommen, indem wir da durch das Materielle durchgehen, tatsächlich zu einem Nullpunkt im räumlichen Sein, zu einer Nullsphäre im räumlichen Sein, so daß wir von der Schwerkraft nur als von etwas sehr Relativem sprechen können. Ja, aber sehen wir denn nicht, wenn wir einem Gas Wärme zuführen — wir haben die Versuche darnach gemacht —, Wärme, die seine Zerstreuungskraft immer erhöht, schon das Bild, das ich Ihnen entworfen habe? (Siehe Zeichnung Seite 100.) Liegt nicht dasjenige, was da im Gas tätig ist, schon jenseits der Nullsphäre, zu der die Schwere hintendiert? Können wir nicht, indem wir innerhalb der Erscheinungen bleiben, uns weiter denken, daß, indem wir den Übergang finden von einem festen zum gasförmigen Planeten, wir durch einen Nullpunkt hindurchgehen? Unterhalb die Schwerkraft; oberhalb verwandelt sich diese Schwerkraft für das physikalische Denken zu ihrem Gegenteil, zur negativen Schwerkraft. Aber wir finden sie, wir brauchen sie gar nicht zu denken. Das Wärmewesen tut dasselbe, was diese negative Schwerkraft tut. Wir sind jetzt gewiß noch nicht am Ziel angekommen, aber wir haben doch soviel schon erreicht, daß wir das Wesen der Wärme relativ erfassen können insoweit, daß wir sagen können: Das Wesen der Wärme äußert sich gerade so, wie die Negation der Schwerkraft, die negative Schwerkraft. Wenn man also in physikalischen Formeln, die die Schwerkraft in sich enthalten, eine Schwerkraftgröße negativ einsetzt, so muß dem wirklichkeitsgemäßen Denken nach diese Formel nicht mehr vorstellen Schwerkraftlinie oder Schwerkraftgröße, sondern Wärmekraftlinie und Wärmekraftgröße. Sie sehen also, daß man auf diese Art die Mathematik erst beleben kann. Man kann einfach die Formeln nehmen, die sich uns ergeben aus etwas, was wir rein mechanisch als ein Schwerkraftsystem betrachten. Setzen wir in diesen Formeln die Größen negativ, so sind wir genötigt, dasjenige, was früher Schwerkraft war, als Wärme anzusehen. Daraus ersehen Sie aber, daß wir nur dadurch, daß wir die Erscheinungen in ihrem Konkreten erfassen, zu wirklichen Resultaten kommen. Wir sehen, indem wir von den festen Körpern zu den flüssigen übergehen, wie sich die Gestalt unter dem Einfluß des Flüssigwerdens auflöst. Die Gestalt verliert sich. Wenn ich einen Kristall auflöse oder zum Schmelzen bringe, verliert er die Gestalt, die er vorher gehabt hat. Er nimmt diejenige Gestalt an, die er zunächst, weil er eben in das Allgemeine, in Flüssigkeit übergeht, unter dem Einfluß der Erde bekommt. Der Körper nimmt eine Niveaufläche der Erde an und muß in einem Gefäß aufbewahrt werden.

[ 10 ] Aber es zeigt sich — wir wollen die Sache zunächst auch wiederum bloß der Erscheinung nach festhalten, wir können es später konkreter begreifen -, wenn die Flüssigkeitsmenge nur genügend klein ist, daß der Tropfen entsteht, die Kugelform. Flüssigkeiten haben also, wenn sie genügend klein sind, die Möglichkeit, sich auch von der allgemeinen Schwerkraft zu emanzipieren und in einem Spezialfall dasjenige sich anzueignen, was sonst bewirkt, daß polyedrisch bestimmte Gestalten in den Kristallen erscheinen. Aber die Flüssigkeiten haben dann die Eigentümlichkeit, sich eine einheitliche Gestalt zu bilden, die Kugelform. Und wenn ich nun diese Kugelform mir ansehe, ist sie gewissermaßen die Zusammenfassung, die Synthese aller polyedrischen Formen, aller Kristallformen.

[ 10 ] Aber es zeigt sich — wir wollen die Sache zunächst auch wiederum bloß der Erscheinung nach festhalten, wir können es später konkreter begreifen -, wenn die Flüssigkeitsmenge nur genügend klein ist, daß der Tropfen entsteht, die Kugelform. Flüssigkeiten haben also, wenn sie genügend klein sind, die Möglichkeit, sich auch von der allgemeinen Schwerkraft zu emanzipieren und in einem Spezialfall dasjenige sich anzueignen, was sonst bewirkt, daß polyedrisch bestimmte Gestalten in den Kristallen erscheinen. Aber die Flüssigkeiten haben dann die Eigentümlichkeit, sich eine einheitliche Gestalt zu bilden, die Kugelform. Und wenn ich nun diese Kugelform mir ansehe, ist sie gewissermaßen die Zusammenfassung, die Synthese aller polyedrischen Formen, aller Kristallformen.

[ 11 ] Wenn ich nun weitergehe von der Flüssigkeit zum Gas, so habe ich das Auseinanderstreben, die Auflösung der Kugelform, aber jetzt nach außen. Nun kommen wir allerdings zu einem etwas schwierigeren Begriff: Denken Sie sich einmal, Sie stehen irgendeiner einfachen Gestalt, einem Tetraeder gegenüber, und Sie würden das Tetraeder so umkehren, wie man einen Handschuh umkehrt. Dann würden Sie nämlich allerdings bemerken, wenn Sie es umkehren wollten im ganzen, daß Sie durch die Kugelform durchgehen müßten, und daß dann der Negativkörper erscheint, für den alle Verhältnisse negativ sind, der gewissermaßen ’so ist, daß, wenn Sie hier das Tetraeder haben, irgendwie ausgefüllt, so müßten Sie sich diesen Negativkörper so vorstellen, daß der ganze übrige Raum ausgefüllt ist. Da ist es gasig. Nun denken Sie sich in diesem angefüllten Raum ein tetraedrisches Loch ausgespart. Da ist es hohl. Sie müßten dann, wenn Sie die Sache real auffassen, in alle Größen, die sich auf dieses Tetraeder beziehen, die Werte negativ einsetzen. Dann kriegen Sie das Negativtetraeder, das ausgesparte Tetraeder, während sonst im Tetraeder Materie drinnen ist. Aber der Zwischenzustand, wo das positive Tetraeder in das negative Tetraeder übergeht, das ist die Kugel. Jeder polyedrische Körper geht in seine Negation über, indem er durch die Kugel wie durch einen Nullpunkt, eine Nullsphäre schreitet.

[ 11 ] Wenn ich nun weitergehe von der Flüssigkeit zum Gas, so habe ich das Auseinanderstreben, die Auflösung der Kugelform, aber jetzt nach außen. Nun kommen wir allerdings zu einem etwas schwierigeren Begriff: Denken Sie sich einmal, Sie stehen irgendeiner einfachen Gestalt, einem Tetraeder gegenüber, und Sie würden das Tetraeder so umkehren, wie man einen Handschuh umkehrt. Dann würden Sie nämlich allerdings bemerken, wenn Sie es umkehren wollten im ganzen, daß Sie durch die Kugelform durchgehen müßten, und daß dann der Negativkörper erscheint, für den alle Verhältnisse negativ sind, der gewissermaßen ’so ist, daß, wenn Sie hier das Tetraeder haben, irgendwie ausgefüllt, so müßten Sie sich diesen Negativkörper so vorstellen, daß der ganze übrige Raum ausgefüllt ist. Da ist es gasig. Nun denken Sie sich in diesem angefüllten Raum ein tetraedrisches Loch ausgespart. Da ist es hohl. Sie müßten dann, wenn Sie die Sache real auffassen, in alle Größen, die sich auf dieses Tetraeder beziehen, die Werte negativ einsetzen. Dann kriegen Sie das Negativtetraeder, das ausgesparte Tetraeder, während sonst im Tetraeder Materie drinnen ist. Aber der Zwischenzustand, wo das positive Tetraeder in das negative Tetraeder übergeht, das ist die Kugel. Jeder polyedrische Körper geht in seine Negation über, indem er durch die Kugel wie durch einen Nullpunkt, eine Nullsphäre schreitet.

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[ 12 ] Jetzt verfolgen Sie das im Konkreten bei den Körpern. Sie haben die festen Körper mit Gestalten; sie gehen durch die Flüssigkeitsform, das heißt Kugelform durch und werden Gase. Wollen wir die Gase richtig betrachten, so müßten wir sie als Gestalten betrachten, aber als Negativgestalten. Wir kommen also da zu Gestaltungen hinaus, die wir nur erfassen können, wenn wir durch die Nullsphäre ins Negative hineinkommen. Das heißt: Indem wir uns zu den Gasvorgängen, die Bilder der Wärmevorgänge sind, begeben, kommen wir durchaus nicht in ein Gestaltenloses, es wird uns nur schwieriger sie zu erfassen, als die Gestalten unserer Umgebung, die positive Gestalten sind, nicht negative Gestalten sind. Ja, aber zu gleicher Zeit sehen wir daraus, daß jeder Körper, in dem überhaupt das Flüssige irgendwo in Betracht kommt, in einem Zwischenzustand ist. Er ist in dem Zwischenzustand, von Gestaltetem zu dem, was wir gestaltlos nennen, also zu negativ Gestaltetem, überzugehen.

[ 12 ] Jetzt verfolgen Sie das im Konkreten bei den Körpern. Sie haben die festen Körper mit Gestalten; sie gehen durch die Flüssigkeitsform, das heißt Kugelform durch und werden Gase. Wollen wir die Gase richtig betrachten, so müßten wir sie als Gestalten betrachten, aber als Negativgestalten. Wir kommen also da zu Gestaltungen hinaus, die wir nur erfassen können, wenn wir durch die Nullsphäre ins Negative hineinkommen. Das heißt: Indem wir uns zu den Gasvorgängen, die Bilder der Wärmevorgänge sind, begeben, kommen wir durchaus nicht in ein Gestaltenloses, es wird uns nur schwieriger sie zu erfassen, als die Gestalten unserer Umgebung, die positive Gestalten sind, nicht negative Gestalten sind. Ja, aber zu gleicher Zeit sehen wir daraus, daß jeder Körper, in dem überhaupt das Flüssige irgendwo in Betracht kommt, in einem Zwischenzustand ist. Er ist in dem Zwischenzustand, von Gestaltetem zu dem, was wir gestaltlos nennen, also zu negativ Gestaltetem, überzugehen.

[ 13 ] Haben wir irgendwo ein Beispiel, wo wir so etwas verfolgen können, in dem, was in unserer allernächsten Umgebung ist, was wir anschauen, aber nicht eigentlich erleben? Wir bleiben doch, wenn wir neben der Verflüssigung eines festen Körpers oder der Verdampfung eines flüssigen Körpers stehen, so ziemlich in demselben Erlebniszustand, wie wir vorher waren. Aber können wir so etwas irgendwie miterleben? Wir können es miterleben und wir erleben es fortwährend mit. Wirerleben es dadurch mit, daß wir Erdenmenschen sind und daß die Erde zwar in der Nähe, in der wir sie bewohnen, tatsächlich ein grundfester Körper ist, und dann stehen Körper darauf, die in unserer Umgebung die verschiedenen Erscheinungen bewirken, die wir dann anschauen. Aber außerdem ist das Flüssige eingebettet in das Irdische und gehört dazu, und auch das Gasförmige gehört dazu. Und es besteht tatsächlich ein großer Unterschied zwischen dem, was ich nennen möchte, damit wir einen Ausdruck dafür haben — wir werden uns diesen Dingen schon nähern -, was ich nennen möchte Wärmenacht und Wärmetag. Was ist die Wärmenacht? Die Wärmenacht ist gegenüber der Lichtnacht dasjenige, was eben unter dem Einfluß des Wärmewesens des Kosmos geschieht mit unserer Erde. Was kann da geschehen? Nun, wir werden in der nächsten Zeit die Erscheinungen auf der Erde so verfolgen, daß wir wirklich sehen werden, was aber sehr leicht mit dem Gedanken auch zu erreichen ist: Unter dem Einfluß der Wärmenacht strebt die ganze Erde — wir könnten uns ja zunächst beschränken, indem wir sagen: die Erdatmosphäre — nach Gestalt. Während der Wärmenacht, also während wir dem Sonnenwesen nicht ausgesetzt sind mit unserem Erdenwesen, während das Erdenwesen sich selbst überlassen ist, während es sich emanzipieren kann von den Einwirkungen des kosmischen Sonnenwesens, strebt es nach einer festen Gestalt, wie der Tropfen nach einer festen Gestalt strebt, wenn er sich der umliegenden Schwerkraft entziehen kann. Wir haben also, indem wir statt der Lichtnacht die Wärmenacht in Betracht ziehen, das fortwährende Bestreben der Erde nach Gestalt. Aber es ist nicht ganz richtig gesprochen, wenn ich sage: Es strebt die Erde nach der Tropfenform. Sie strebt nach viel mehr in der Wärmenacht: nach Gestaltung, nach Kristallisation. Und dasjenige, was wir nächtlich erleben, das ist ein fortwährendes Auftauchen von Kraftlinien, die nach Kristallisation streben, während bei Tag unter dem Einfluß des Sonnenwesens ein fortwährendes Auflösen dieses Kristallisationsstrebens da ist, ein fortwährendes Überwindenwollen der Gestalt.

[ 13 ] Haben wir irgendwo ein Beispiel, wo wir so etwas verfolgen können, in dem, was in unserer allernächsten Umgebung ist, was wir anschauen, aber nicht eigentlich erleben? Wir bleiben doch, wenn wir neben der Verflüssigung eines festen Körpers oder der Verdampfung eines flüssigen Körpers stehen, so ziemlich in demselben Erlebniszustand, wie wir vorher waren. Aber können wir so etwas irgendwie miterleben? Wir können es miterleben und wir erleben es fortwährend mit. Wirerleben es dadurch mit, daß wir Erdenmenschen sind und daß die Erde zwar in der Nähe, in der wir sie bewohnen, tatsächlich ein grundfester Körper ist, und dann stehen Körper darauf, die in unserer Umgebung die verschiedenen Erscheinungen bewirken, die wir dann anschauen. Aber außerdem ist das Flüssige eingebettet in das Irdische und gehört dazu, und auch das Gasförmige gehört dazu. Und es besteht tatsächlich ein großer Unterschied zwischen dem, was ich nennen möchte, damit wir einen Ausdruck dafür haben — wir werden uns diesen Dingen schon nähern -, was ich nennen möchte Wärmenacht und Wärmetag. Was ist die Wärmenacht? Die Wärmenacht ist gegenüber der Lichtnacht dasjenige, was eben unter dem Einfluß des Wärmewesens des Kosmos geschieht mit unserer Erde. Was kann da geschehen? Nun, wir werden in der nächsten Zeit die Erscheinungen auf der Erde so verfolgen, daß wir wirklich sehen werden, was aber sehr leicht mit dem Gedanken auch zu erreichen ist: Unter dem Einfluß der Wärmenacht strebt die ganze Erde — wir könnten uns ja zunächst beschränken, indem wir sagen: die Erdatmosphäre — nach Gestalt. Während der Wärmenacht, also während wir dem Sonnenwesen nicht ausgesetzt sind mit unserem Erdenwesen, während das Erdenwesen sich selbst überlassen ist, während es sich emanzipieren kann von den Einwirkungen des kosmischen Sonnenwesens, strebt es nach einer festen Gestalt, wie der Tropfen nach einer festen Gestalt strebt, wenn er sich der umliegenden Schwerkraft entziehen kann. Wir haben also, indem wir statt der Lichtnacht die Wärmenacht in Betracht ziehen, das fortwährende Bestreben der Erde nach Gestalt. Aber es ist nicht ganz richtig gesprochen, wenn ich sage: Es strebt die Erde nach der Tropfenform. Sie strebt nach viel mehr in der Wärmenacht: nach Gestaltung, nach Kristallisation. Und dasjenige, was wir nächtlich erleben, das ist ein fortwährendes Auftauchen von Kraftlinien, die nach Kristallisation streben, während bei Tag unter dem Einfluß des Sonnenwesens ein fortwährendes Auflösen dieses Kristallisationsstrebens da ist, ein fortwährendes Überwindenwollen der Gestalt.

[ 14 ] Und wenn wir von der Wärmemorgendämmerung und -abenddämmerung sprechen, müssen wir eigentlich davon sprechen, daß bei der Wärmemorgendämmerung, nachdem die Erde in der Wärmenacht sich zu kristallisieren versucht hat, dieser Kristallisationsprozeß sich wiederum auflöst und die Erde bei der Wärmemorgendämmerung durch die Kugelgestalt durchgeht, mit ihrer Atmosphäre; dann versucht sie sich zu zerstreuen. Es kommt wiederum nach dem Wärmetag eine Wärmeabenddämmerung. Die Erde versucht wiederum eine Kugel zu bilden und sich während der Nacht zu kristallisieren, so daß wir die Erde einzufangen haben in einen kosmischen Prozeß, der darin besteht, daß während der Wärmenacht die Erde sich zusammenzuziehen versucht, daß, wenn der Gang fortgesetzt und die Sonne zum Verschwinden gebracht werden könnte, die Erde zum Kristall werden könnte. Das wird zur rechten Zeit verhindert, indem die Erde wieder durchgeführt wird durch die Wärmemorgendämmerung, durch die Kugelform, dann der Versuch der Erde entsteht, sich in den Weltenraum zu zerstreuen, bis wiederum den Kräften entgegengewirkt wird durch die Wärmeabenddämmerung. Wir haben es also nicht zu tun bei unserer Erde mit irgend etwas, das wir als ein Festbegrenztes im Weltenraum hinzeichnen könnten, sondern wir haben es mit etwas zu tun, das im Kosmos fortwährend schwingt, Wärmetag und Wärmenacht durchschwingt.

[ 14 ] Und wenn wir von der Wärmemorgendämmerung und -abenddämmerung sprechen, müssen wir eigentlich davon sprechen, daß bei der Wärmemorgendämmerung, nachdem die Erde in der Wärmenacht sich zu kristallisieren versucht hat, dieser Kristallisationsprozeß sich wiederum auflöst und die Erde bei der Wärmemorgendämmerung durch die Kugelgestalt durchgeht, mit ihrer Atmosphäre; dann versucht sie sich zu zerstreuen. Es kommt wiederum nach dem Wärmetag eine Wärmeabenddämmerung. Die Erde versucht wiederum eine Kugel zu bilden und sich während der Nacht zu kristallisieren, so daß wir die Erde einzufangen haben in einen kosmischen Prozeß, der darin besteht, daß während der Wärmenacht die Erde sich zusammenzuziehen versucht, daß, wenn der Gang fortgesetzt und die Sonne zum Verschwinden gebracht werden könnte, die Erde zum Kristall werden könnte. Das wird zur rechten Zeit verhindert, indem die Erde wieder durchgeführt wird durch die Wärmemorgendämmerung, durch die Kugelform, dann der Versuch der Erde entsteht, sich in den Weltenraum zu zerstreuen, bis wiederum den Kräften entgegengewirkt wird durch die Wärmeabenddämmerung. Wir haben es also nicht zu tun bei unserer Erde mit irgend etwas, das wir als ein Festbegrenztes im Weltenraum hinzeichnen könnten, sondern wir haben es mit etwas zu tun, das im Kosmos fortwährend schwingt, Wärmetag und Wärmenacht durchschwingt.

[ 15 ] Sehen Sie, auf solche Dinge hin werden wir unsere Forschungsinstitute einzurichten haben. Wir werden zu unseren gewöhnlichen Thermometern und Hygrometern und so weiter hinzuzuerfinden haben Instrumente, durch die wir werden zeigen können, daß gewisse Vorgänge, die sich innerhalb des Irdischen, namentlich innerhalb des flüssigen und gasförmigen Irdischen vollziehen, bei Nacht anders sich vollziehen als bei Tag.

[ 15 ] Sehen Sie, auf solche Dinge hin werden wir unsere Forschungsinstitute einzurichten haben. Wir werden zu unseren gewöhnlichen Thermometern und Hygrometern und so weiter hinzuzuerfinden haben Instrumente, durch die wir werden zeigen können, daß gewisse Vorgänge, die sich innerhalb des Irdischen, namentlich innerhalb des flüssigen und gasförmigen Irdischen vollziehen, bei Nacht anders sich vollziehen als bei Tag.

[ 16 ] Sie sehen also: Hier führt uns eine sachgemäße physikalische Betrachtungsweise dazu, nun wirklich endlich einmal da zuzugreifen und durch entsprechende Meßinstrumente jene feinen Unterschiede zu demonstrieren, die sich ergeben zwischen Tag und Nacht für alle Erscheinungen, die namentlich innerhalb des Flüssigen und Gasförmigen sich vollziehen. Wir werden in der Zukunft müssen ein gewisses Experiment machen bei Tage, es in der entsprechenden Stunde in der Nacht wiederholen, und wir werden müssen feine Meßinstrumente haben, welche uns die Erscheinungen verschieden zeigen bei Tag und bei Nacht. Denn bei Tag sind nicht jene Kräfte, die die Erde zu kristallisieren streben, durch unsere Erscheinungen durchgehend, die bei Nacht eben da sind. In der Nacht treten Kräfte auf, die aus dem Kosmos kommen. Und diese kosmischen Kräfte, die die Erde zu kristallisieren versuchen, die müssen das in den Erscheinungen zeigen. Und da eröffnet sich uns der Experimentierweg, um wiederum für die Erde ihren Zusammenhang mit dem Weltall zu konstatieren.

[ 16 ] Sie sehen also: Hier führt uns eine sachgemäße physikalische Betrachtungsweise dazu, nun wirklich endlich einmal da zuzugreifen und durch entsprechende Meßinstrumente jene feinen Unterschiede zu demonstrieren, die sich ergeben zwischen Tag und Nacht für alle Erscheinungen, die namentlich innerhalb des Flüssigen und Gasförmigen sich vollziehen. Wir werden in der Zukunft müssen ein gewisses Experiment machen bei Tage, es in der entsprechenden Stunde in der Nacht wiederholen, und wir werden müssen feine Meßinstrumente haben, welche uns die Erscheinungen verschieden zeigen bei Tag und bei Nacht. Denn bei Tag sind nicht jene Kräfte, die die Erde zu kristallisieren streben, durch unsere Erscheinungen durchgehend, die bei Nacht eben da sind. In der Nacht treten Kräfte auf, die aus dem Kosmos kommen. Und diese kosmischen Kräfte, die die Erde zu kristallisieren versuchen, die müssen das in den Erscheinungen zeigen. Und da eröffnet sich uns der Experimentierweg, um wiederum für die Erde ihren Zusammenhang mit dem Weltall zu konstatieren.

[ 17 ] Sie sehen, diejenigen Forschungsinstitute, die im Sinne unserer anthroposophisch orientierten Weltanschauung in der Zukunft eingerichtet werden müssen, sie werden bedeutsame Aufgaben haben. Sie werden wirklich müssen mit Dingen rechnen, mit denen man gegenwärtig in den allerseltensten Fällen rechnet bei gewissen Erscheinungen. Natürlich bei Lichterscheinungen tun wir es heute schon, wenigstens bei gewissen Erscheinungen, indem wir künstlich Nacht hervorrufen müssen, das Zimmer verdunkeln und so weiter, aber bei anderen Erscheinungen, die sich unterhalb einer gewissen Nullsphäre vollziehen, versuchen wir das nicht. Statt dessen kommen wir dann zu der Idee, dasjenige, was wir finden würden als anschauliche Ergebnisse, wenn wirklich anschauliche existieren würden, zu verlegen ins Innere der Körper und zu reden von allerlei Kräften, die sich abspielen zwischen Atomen und Molekülen. Das ganze beruht nur darauf, daß wir glauben, wir könnten bei Tage alles erforschen. Wir werden Unterschiede zum Beispiel der Kristallisationsgestalten auf diese Weise erst herausfinden, daß wir dasselbe Experiment erst ausführen bei Tage, und dann ausführen bei Nacht. Das ist dasjenige, auf was im besonderen aufmerksam gemacht werden muß. Nun wird auf diesem Wege sich erst eine wahre Physik ergeben. Denn heute stehen im Grunde genommen die physikalischen Erscheinungen chaotisch nebeneinander. Wir sprechen von mechanischer Energie, sprechen von akustischer Energie zum Beispiel. Aber es wird dann, wenn wir über diese Dinge physikalisch forschen, durchaus nicht in der richtigen Weise bedacht, daß ja alle mechanischen Energien sich nur abspielen können da, wo auf irgendeine Weise feste Körper sind. Akustische Energien aber weisen immer darauf hin, daß wir ja nicht mehr in der Sphäre der festen Körper sind, so daß dann die Flüssigkeitssphäre zwischen der rein mechanischen Energie und der akustischen Energie drinnen liegt.

[ 17 ] Sie sehen, diejenigen Forschungsinstitute, die im Sinne unserer anthroposophisch orientierten Weltanschauung in der Zukunft eingerichtet werden müssen, sie werden bedeutsame Aufgaben haben. Sie werden wirklich müssen mit Dingen rechnen, mit denen man gegenwärtig in den allerseltensten Fällen rechnet bei gewissen Erscheinungen. Natürlich bei Lichterscheinungen tun wir es heute schon, wenigstens bei gewissen Erscheinungen, indem wir künstlich Nacht hervorrufen müssen, das Zimmer verdunkeln und so weiter, aber bei anderen Erscheinungen, die sich unterhalb einer gewissen Nullsphäre vollziehen, versuchen wir das nicht. Statt dessen kommen wir dann zu der Idee, dasjenige, was wir finden würden als anschauliche Ergebnisse, wenn wirklich anschauliche existieren würden, zu verlegen ins Innere der Körper und zu reden von allerlei Kräften, die sich abspielen zwischen Atomen und Molekülen. Das ganze beruht nur darauf, daß wir glauben, wir könnten bei Tage alles erforschen. Wir werden Unterschiede zum Beispiel der Kristallisationsgestalten auf diese Weise erst herausfinden, daß wir dasselbe Experiment erst ausführen bei Tage, und dann ausführen bei Nacht. Das ist dasjenige, auf was im besonderen aufmerksam gemacht werden muß. Nun wird auf diesem Wege sich erst eine wahre Physik ergeben. Denn heute stehen im Grunde genommen die physikalischen Erscheinungen chaotisch nebeneinander. Wir sprechen von mechanischer Energie, sprechen von akustischer Energie zum Beispiel. Aber es wird dann, wenn wir über diese Dinge physikalisch forschen, durchaus nicht in der richtigen Weise bedacht, daß ja alle mechanischen Energien sich nur abspielen können da, wo auf irgendeine Weise feste Körper sind. Akustische Energien aber weisen immer darauf hin, daß wir ja nicht mehr in der Sphäre der festen Körper sind, so daß dann die Flüssigkeitssphäre zwischen der rein mechanischen Energie und der akustischen Energie drinnen liegt.

[ 18 ] Ja, aber wenn wir nun hinauskommen aus dem Gebiet, in dem wir am leichtesten die akustische Energie beobachten, bei luftförmigen Körpern, dann kommen wir ja, als zu dem nächstanstoßenden sogenannten Aggregatzustand, zu der Wärme, die so übergelagert ist dem Gas, wie der flüssige Körper dem festen Körper. Und wir würden also, wenn wir das äußerlich auffassen würden, haben:

[ 18 ] Ja, aber wenn wir nun hinauskommen aus dem Gebiet, in dem wir am leichtesten die akustische Energie beobachten, bei luftförmigen Körpern, dann kommen wir ja, als zu dem nächstanstoßenden sogenannten Aggregatzustand, zu der Wärme, die so übergelagert ist dem Gas, wie der flüssige Körper dem festen Körper. Und wir würden also, wenn wir das äußerlich auffassen würden, haben:

\(x\)
Wärmartiges
Gasförmiges Akustisches
Flüssiges
Festes Mechanisches

\(x\)
Wärmartiges
Gasförmiges Akustisches
Flüssiges
Festes Mechanisches

[ 19 ] Wir würden innerhalb des Festen als Charakteristisches das Mechanische finden. Wir würden innerhalb des Gasförmigen das Charakteristische des Akustischen finden. Wie wir das Flüssige ausgelassen haben, müssen wir hier die Wärme auslassen, und hier oben etwas anderes, was ich zunächst als \(x\) bezeichnen würde, finden. Wir würden also auf der anderen Seite des Wärmewesens noch etwas zu suchen haben. Zwischen diesem \(x\) und unseren gewöhnlichen, in der Luft sich vollziehenden akustischen Erscheinungen, würde das Wärmewesen liegen, wie zwischen den gasförmigen und festen Körpern das flüssige Wesen liegt. Sie sehen, wir versuchen das Wärmewesen auf irgendeine Weise einzufassen, uns ihm anzunähern auf irgendeine Weise. Und wenn Sie sich sagen: Es liegt die Flüssigkeit zwischen dem Gasförmigen und dem Festen, also muß zwischen dem \(x\) und dem Gasförmigen das Wärmewesen liegen —, so müssen Sie auf eine ähnliche Weise die Übergänge durch das Wärmewesen hindurch zu dem \(x\) suchen. Sie müssen also etwas finden, was jenseits des Wärmewesens eben liegt, wie zum Beispiel die Tonwelt, insofern sie sich durch die Luft äußert, diesseits des Wärmewesens liegt.

[ 19 ] Wir würden innerhalb des Festen als Charakteristisches das Mechanische finden. Wir würden innerhalb des Gasförmigen das Charakteristische des Akustischen finden. Wie wir das Flüssige ausgelassen haben, müssen wir hier die Wärme auslassen, und hier oben etwas anderes, was ich zunächst als \(x\) bezeichnen würde, finden. Wir würden also auf der anderen Seite des Wärmewesens noch etwas zu suchen haben. Zwischen diesem \(x\) und unseren gewöhnlichen, in der Luft sich vollziehenden akustischen Erscheinungen, würde das Wärmewesen liegen, wie zwischen den gasförmigen und festen Körpern das flüssige Wesen liegt. Sie sehen, wir versuchen das Wärmewesen auf irgendeine Weise einzufassen, uns ihm anzunähern auf irgendeine Weise. Und wenn Sie sich sagen: Es liegt die Flüssigkeit zwischen dem Gasförmigen und dem Festen, also muß zwischen dem \(x\) und dem Gasförmigen das Wärmewesen liegen —, so müssen Sie auf eine ähnliche Weise die Übergänge durch das Wärmewesen hindurch zu dem \(x\) suchen. Sie müssen also etwas finden, was jenseits des Wärmewesens eben liegt, wie zum Beispiel die Tonwelt, insofern sie sich durch die Luft äußert, diesseits des Wärmewesens liegt.

[ 20 ] Damit sehen Sie aber den Versuch, wirklich solche physikalische Begriffe zu bilden, welche hinausgehen aus dem bloß Abstrakten und zu erfassen suchen das Physikalische. So wie die Geometrie die Raumformen ja wirklich erfaßt, aber niemals mechanische Begriffe etwas anderes als die Bewegung fester Körper erfassen können, so erfassen solche Begriffe, wie wir sie uns jetzt bilden, tatsächlich das physikalische Wesen. Sie tauchen in das physikalische Wesen unter. Und nach solchen Begriffen muß man streben. Daher würde ich glauben, daß es geradezu im rechten Sinn zu dem gehört, was sich herausbilden könnte aus dem Universellen, aus dem heraus die Freie Waldorfschule gedacht ist, wenn man versuchen würde, nun wirklich auch das Experimentelle auszudehnen in der Weise, wie das heute angedeutet worden ist, wenn man dasjenige, was sehr vernachlässigt worden ist in unseren physikalischen Erscheinungen, die Zeit und den Zeitverlauf, in das physikalische Experiment hineinbeziehen würde.

[ 20 ] Damit sehen Sie aber den Versuch, wirklich solche physikalische Begriffe zu bilden, welche hinausgehen aus dem bloß Abstrakten und zu erfassen suchen das Physikalische. So wie die Geometrie die Raumformen ja wirklich erfaßt, aber niemals mechanische Begriffe etwas anderes als die Bewegung fester Körper erfassen können, so erfassen solche Begriffe, wie wir sie uns jetzt bilden, tatsächlich das physikalische Wesen. Sie tauchen in das physikalische Wesen unter. Und nach solchen Begriffen muß man streben. Daher würde ich glauben, daß es geradezu im rechten Sinn zu dem gehört, was sich herausbilden könnte aus dem Universellen, aus dem heraus die Freie Waldorfschule gedacht ist, wenn man versuchen würde, nun wirklich auch das Experimentelle auszudehnen in der Weise, wie das heute angedeutet worden ist, wenn man dasjenige, was sehr vernachlässigt worden ist in unseren physikalischen Erscheinungen, die Zeit und den Zeitverlauf, in das physikalische Experiment hineinbeziehen würde.