Second Scientific Course
The warmth at the boundary between positive and negative materiality
Insights from Spiritual Science on the Development of Physics
GA 321
8 March 1920, Stuttgart
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Zweiter Naturwissenschaftlicher Kurs
Achter Vortrag
Achter Vortrag
[ 1 ] Wir haben gestern das Experiment gemacht, das zeigen soll nach den gebräuchlichen Anschauungen, wie sich mechanische Arbeit, die wir hervorgerufen haben, indem wir ein Schaufelrad zur Drehung und damit zur Reibung an einer Wassermasse gebracht haben, in Wärme umwandelt. Wir haben Ihnen gezeigt, daß das Wasser, an dem sich das Schaufelrad rieb, wärmer wurde.
[ 1 ] Wir haben gestern das Experiment gemacht, das zeigen soll nach den gebräuchlichen Anschauungen, wie sich mechanische Arbeit, die wir hervorgerufen haben, indem wir ein Schaufelrad zur Drehung und damit zur Reibung an einer Wassermasse gebracht haben, in Wärme umwandelt. Wir haben Ihnen gezeigt, daß das Wasser, an dem sich das Schaufelrad rieb, wärmer wurde.


[ 2 ] Heute wollen wir gewissermaßen das Umgekehrte machen. Wir haben gestern gezeigt, daß irgendwie gesucht werden muß eine Erklärung dafür, daß, wenn wir jetzt die Tatsachen besser aussprechen als durch den Gedanken der bloßen Verwandlung, unter dem Einfluß einer geleisteten Arbeit Wärme entstehen kann. Jetzt wollen wir einen umgekehrten Vorgang verfolgen. Wir wollen hier zunächst Dampf erzeugen, wollen also richtig auf dem Weg eines Verbrennungsprozesses Druck erzeugen, Spannung hervorrufen — also ein Mechanisches aus der Wärme — und wollen nach demselben Prinzip, nach dem alle Dampfmaschinen bewegt werden, umsetzen diese Wärme auf dem Umweg des Druckes in mechanische Arbeit. Dadurch, daß wir den Druck wirken lassen nach der einen Seite hier auf die Fläche unten, dadurch wird dieser Kolben hier in die Höhe getrieben (siehe Zeichnung Seite 118). Dadurch, daß wir wiederum abkühlen den Dampf, wird der Druck vermindert, der Kolben geht wiederum zurück, und wir bekommen die mechanische Arbeit, die auf- und absteigende Bewegung. Wir werden dabei verfolgen können, wie das Wasser, das wiederum entsteht, wenn wir hier abkühlen, das Kondensationswasser, in dieses Gefäß hineingeht, und wir werden dann untersuchen, ob nun, nachdem wir den ganzen Vorgang sich haben abwickeln lassen, die Wärme, die wir hier erzeugt haben, sich ganz umgewandelt hat in solche Arbeit, in die Arbeit des Auf-und-Abbewegens dieses Kolbens, oder ob uns irgendwie eine Wärme verlorengegangen ist. Die Wärme, die verlorengeht, die sich nicht umwandelt, würde in der Hitze des Wassers erscheinen müssen. Es würde dann das Kondensationswasser in dem Fall, wo die ganze beweglicher Wärme verwendet wird zur Erzeugung von mechanischer Arbeit, unfähig sein, eine Erhöhung der "Temperatur aufzuzeigen. Findet eine Erhöhung der’ Temperatur statt, das heißt, können wir an diesem Thermometer konstatieren, daß das Wasser über die gewöhnliche Temperatur erwärmt ist, dann rührt diese Erwärmung her von der Wärme, die wir angewendet haben. Dann hat sich nicht die ganze Wärme in Arbeit verwandelt, wir waren nicht imstande dazu, es ist noch etwas übriggeblieben. Wir wollen also konstatieren, ob die ganze Wärme in Arbeit verwandelt werden kann, oder noch etwas übrigbleibt und sich an der Erwärmtheit des Kondensationswassers zeigt. Das Wasser hat 20°, wir werden dann sehen, ob das Kondensationswasser wirklich bis 20° abgekühlt ist, also alle Wärme zur Arbeit verwendet wird, oder ob die Temperatur dieses Kondensationswassers steigt und dadurch Wärme verlorengehen würde. Jetzt kondensieren wir den Dampf, das Kondenswasser tropft hinüber, und auf diese Art kann natürlich jetzt eine Maschine getrieben werden. Wenn der Versuch vollständig gelingt, können Sie sicher sein, daß das Kondenswasser hier eine wesentliche Erhöhung der Temperatur aufzeigt, und es ist dieses der Weg, auf dem man zeigen kann, daß, wenn man den zum gestrigen umgekehrten Versuch macht, Wärme überzuführen in mechanische Arbeit, die eben darin besteht, daß der Kolben sich auf und ab bewegt, daß es dann unmöglich ist, alle Wärme, die man erzeugt hat, vollständig in mechanische Arbeit überzuführen; daß, wenn Wärme in mechanische Arbeit übergeführt wird, immer Wärme zurückbleibt, daß wir also in jeder solchen zur Erzeugung mechanischer Arbeit verwendeten Wärme einen Teil haben, der als Rest bleibt, sich nicht umwandeln läßt in mechanische Arbeit. Wir wollen zunächst auch hier nur die Erscheinung festhalten, aber jetzt uns die Gedanken vorführen, welche sich die gebräuchliche Physik und diejenigen, die auf ihr mit ihren Anschauungen fußen, über die ganze Sache machen.
[ 2 ] Heute wollen wir gewissermaßen das Umgekehrte machen. Wir haben gestern gezeigt, daß irgendwie gesucht werden muß eine Erklärung dafür, daß, wenn wir jetzt die Tatsachen besser aussprechen als durch den Gedanken der bloßen Verwandlung, unter dem Einfluß einer geleisteten Arbeit Wärme entstehen kann. Jetzt wollen wir einen umgekehrten Vorgang verfolgen. Wir wollen hier zunächst Dampf erzeugen, wollen also richtig auf dem Weg eines Verbrennungsprozesses Druck erzeugen, Spannung hervorrufen — also ein Mechanisches aus der Wärme — und wollen nach demselben Prinzip, nach dem alle Dampfmaschinen bewegt werden, umsetzen diese Wärme auf dem Umweg des Druckes in mechanische Arbeit. Dadurch, daß wir den Druck wirken lassen nach der einen Seite hier auf die Fläche unten, dadurch wird dieser Kolben hier in die Höhe getrieben (siehe Zeichnung Seite 118). Dadurch, daß wir wiederum abkühlen den Dampf, wird der Druck vermindert, der Kolben geht wiederum zurück, und wir bekommen die mechanische Arbeit, die auf- und absteigende Bewegung. Wir werden dabei verfolgen können, wie das Wasser, das wiederum entsteht, wenn wir hier abkühlen, das Kondensationswasser, in dieses Gefäß hineingeht, und wir werden dann untersuchen, ob nun, nachdem wir den ganzen Vorgang sich haben abwickeln lassen, die Wärme, die wir hier erzeugt haben, sich ganz umgewandelt hat in solche Arbeit, in die Arbeit des Auf-und-Abbewegens dieses Kolbens, oder ob uns irgendwie eine Wärme verlorengegangen ist. Die Wärme, die verlorengeht, die sich nicht umwandelt, würde in der Hitze des Wassers erscheinen müssen. Es würde dann das Kondensationswasser in dem Fall, wo die ganze beweglicher Wärme verwendet wird zur Erzeugung von mechanischer Arbeit, unfähig sein, eine Erhöhung der "Temperatur aufzuzeigen. Findet eine Erhöhung der’ Temperatur statt, das heißt, können wir an diesem Thermometer konstatieren, daß das Wasser über die gewöhnliche Temperatur erwärmt ist, dann rührt diese Erwärmung her von der Wärme, die wir angewendet haben. Dann hat sich nicht die ganze Wärme in Arbeit verwandelt, wir waren nicht imstande dazu, es ist noch etwas übriggeblieben. Wir wollen also konstatieren, ob die ganze Wärme in Arbeit verwandelt werden kann, oder noch etwas übrigbleibt und sich an der Erwärmtheit des Kondensationswassers zeigt. Das Wasser hat 20°, wir werden dann sehen, ob das Kondensationswasser wirklich bis 20° abgekühlt ist, also alle Wärme zur Arbeit verwendet wird, oder ob die Temperatur dieses Kondensationswassers steigt und dadurch Wärme verlorengehen würde. Jetzt kondensieren wir den Dampf, das Kondenswasser tropft hinüber, und auf diese Art kann natürlich jetzt eine Maschine getrieben werden. Wenn der Versuch vollständig gelingt, können Sie sicher sein, daß das Kondenswasser hier eine wesentliche Erhöhung der Temperatur aufzeigt, und es ist dieses der Weg, auf dem man zeigen kann, daß, wenn man den zum gestrigen umgekehrten Versuch macht, Wärme überzuführen in mechanische Arbeit, die eben darin besteht, daß der Kolben sich auf und ab bewegt, daß es dann unmöglich ist, alle Wärme, die man erzeugt hat, vollständig in mechanische Arbeit überzuführen; daß, wenn Wärme in mechanische Arbeit übergeführt wird, immer Wärme zurückbleibt, daß wir also in jeder solchen zur Erzeugung mechanischer Arbeit verwendeten Wärme einen Teil haben, der als Rest bleibt, sich nicht umwandeln läßt in mechanische Arbeit. Wir wollen zunächst auch hier nur die Erscheinung festhalten, aber jetzt uns die Gedanken vorführen, welche sich die gebräuchliche Physik und diejenigen, die auf ihr mit ihren Anschauungen fußen, über die ganze Sache machen.
[ 3 ] Wir haben es zunächst mit der ersten Tatsache zu tun, daß wir überhaupt verwandeln können, wie man sagt, Wärme in mechanische Arbeit, und mechanische Arbeit in Wärme. Daraus hat sich, wie ich ja schon erwähnte, die Ansicht gebildet, daß jede solche Form von sogenannter Energie — Wärmeenergie, mechanische Energie, und man könnte das Experiment auch für andere Energien machen - in eine andere sich umwandeln läßt. Von dem Maße der Umwandlung wollen wir jetzt absehen, und nur an der Tatsache festhalten. Nun sagt der gegenwärtige physikalische Denker: Es ist also unmöglich, daß, wenn irgendwo eine Energie erscheint, eine Kraftwirkung erscheint, diese von irgend etwas anderem herkommt als von einer schon vorhandenen anderen Energie. Wenn ich also irgendwo ein in sich geschlossenes System von Energien habe, zunächst von Energien einer bestimmten Form, und es treten andere Energien mit auf, so müssen diese die Umwandlung der schon vorhandenen Energien des geschlossenen Systems sein. Nirgends kann in einem geschlossenen System eine Energie anders denn als Umwandlungsprodukt erscheinen. Eduard von Hartmann, der, wie ich schon angedeutet habe, die gegenwärtigen physikalischen Ansichten in seine philosophischen Begriffe faßt, hat diesen sogenannten ersten Satz der mechanischen Wärmetheorie ausgesprochen mit den Worten: «Ein Perpetuum mobile der ersten Art ist eine Unmöglichkeit.» Was wäre ein Perpetuum mobile der ersten Art? Ein Perpetuum mobile der ersten Art wäre eben eine Einrichtung, wodurch eine Energie als solche in einem geschlossenen Energiesystem entstehen würde. So daß also Eduard von Hartmann die hierauf bezügliche Tatsachenreihe eben dahin zusammenfaßt, daß er sagt: «Ein Perpetuum mobile der ersten Art ist eine Unmöglichkeit.»
[ 3 ] Wir haben es zunächst mit der ersten Tatsache zu tun, daß wir überhaupt verwandeln können, wie man sagt, Wärme in mechanische Arbeit, und mechanische Arbeit in Wärme. Daraus hat sich, wie ich ja schon erwähnte, die Ansicht gebildet, daß jede solche Form von sogenannter Energie — Wärmeenergie, mechanische Energie, und man könnte das Experiment auch für andere Energien machen - in eine andere sich umwandeln läßt. Von dem Maße der Umwandlung wollen wir jetzt absehen, und nur an der Tatsache festhalten. Nun sagt der gegenwärtige physikalische Denker: Es ist also unmöglich, daß, wenn irgendwo eine Energie erscheint, eine Kraftwirkung erscheint, diese von irgend etwas anderem herkommt als von einer schon vorhandenen anderen Energie. Wenn ich also irgendwo ein in sich geschlossenes System von Energien habe, zunächst von Energien einer bestimmten Form, und es treten andere Energien mit auf, so müssen diese die Umwandlung der schon vorhandenen Energien des geschlossenen Systems sein. Nirgends kann in einem geschlossenen System eine Energie anders denn als Umwandlungsprodukt erscheinen. Eduard von Hartmann, der, wie ich schon angedeutet habe, die gegenwärtigen physikalischen Ansichten in seine philosophischen Begriffe faßt, hat diesen sogenannten ersten Satz der mechanischen Wärmetheorie ausgesprochen mit den Worten: «Ein Perpetuum mobile der ersten Art ist eine Unmöglichkeit.» Was wäre ein Perpetuum mobile der ersten Art? Ein Perpetuum mobile der ersten Art wäre eben eine Einrichtung, wodurch eine Energie als solche in einem geschlossenen Energiesystem entstehen würde. So daß also Eduard von Hartmann die hierauf bezügliche Tatsachenreihe eben dahin zusammenfaßt, daß er sagt: «Ein Perpetuum mobile der ersten Art ist eine Unmöglichkeit.»
[ 4 ] Nun kommen wir zu der zweiten Tatsachenreihe, die sich uns durch das heutige Experiment veranschaulicht hat: Wir können in einem in sich scheinbar geschlossenen System von Energien die eine Energie in die andere umwandeln. Dabei zeigt sich, daß die Umwandlung aber doch gewissen Gesetzmäßigkeiten unterliegt, die mit der Qualität der Energien zusammenhängen, und zwar so, daß eben Wärmeenergie sich nicht ohne weiteres ganz umwandeln läßt in mechanische Energien, sondern immer ein Rest bleibt. So daß es also unmöglich ist, Wärmeenergie in einem geschlossenen System so in mechanische Energie umzuwandeln, daß nun wirklich alle Wärme als mechanische Energie erscheint. Würde man dies erreichen können, daß alle Wärme als mechanische Energie erscheint, dann würde man wiederum die mechanische Energie umwandeln können in Wärme. Es würde möglich sein, daß in einem solchen geschlossenen System eine Energiequalität in die andere sich umwandeln würde. Man würde damit die Möglichkeit geboten haben, immer das eine in das andere umzuwandeln. Eduard von Hartmann drückt wiederum diesen Satz so aus, daß er sagt: Ein solches geschlossenes System, in dem man zum Beispiel die ganze vorhandene Wärme umwandeln könnte in mechanische Arbeit, wo man mechanische Arbeit wiederum umwandeln könnte in Wärme, wo also ein Kreislauf entsteht, wäre ein Perpetuum mobile der zweiten Art. Aber auch ein solches Perpetuum mobile der zweiten Art ist eine Unmöglichkeit, sagt er, und dies sind im Grunde genommen für die Denker des 19. Jahrhunderts und des angehenden 20. Jahrhunderts auf dem Gebiete der Physik die zwei Hauptsätze der sogenannten mechanischen Wärmelehre:
[ 4 ] Nun kommen wir zu der zweiten Tatsachenreihe, die sich uns durch das heutige Experiment veranschaulicht hat: Wir können in einem in sich scheinbar geschlossenen System von Energien die eine Energie in die andere umwandeln. Dabei zeigt sich, daß die Umwandlung aber doch gewissen Gesetzmäßigkeiten unterliegt, die mit der Qualität der Energien zusammenhängen, und zwar so, daß eben Wärmeenergie sich nicht ohne weiteres ganz umwandeln läßt in mechanische Energien, sondern immer ein Rest bleibt. So daß es also unmöglich ist, Wärmeenergie in einem geschlossenen System so in mechanische Energie umzuwandeln, daß nun wirklich alle Wärme als mechanische Energie erscheint. Würde man dies erreichen können, daß alle Wärme als mechanische Energie erscheint, dann würde man wiederum die mechanische Energie umwandeln können in Wärme. Es würde möglich sein, daß in einem solchen geschlossenen System eine Energiequalität in die andere sich umwandeln würde. Man würde damit die Möglichkeit geboten haben, immer das eine in das andere umzuwandeln. Eduard von Hartmann drückt wiederum diesen Satz so aus, daß er sagt: Ein solches geschlossenes System, in dem man zum Beispiel die ganze vorhandene Wärme umwandeln könnte in mechanische Arbeit, wo man mechanische Arbeit wiederum umwandeln könnte in Wärme, wo also ein Kreislauf entsteht, wäre ein Perpetuum mobile der zweiten Art. Aber auch ein solches Perpetuum mobile der zweiten Art ist eine Unmöglichkeit, sagt er, und dies sind im Grunde genommen für die Denker des 19. Jahrhunderts und des angehenden 20. Jahrhunderts auf dem Gebiete der Physik die zwei Hauptsätze der sogenannten mechanischen Wärmelehre:
[ 5 ] «Ein Perpetuum mobile der ersten Art ist eine Unmöglichkeit.» «Ein Perpetuum mobile der zweiten Art ist eine Unmöglichkeit.» Die Sache hängt sogar mit der Geschichte der Physik im 19. Jahrhundert zusammen. Der erste, der aufmerksam gemacht hat auf diese scheinbare Umwandlung des Wärmewesens in andere Energieformen oder anderer Energieformen in Wärme, das war ja Julius Robert Mayer, der im wesentlichen aufmerksam geworden ist auf den Zusammenhang zwischen Wärme und anderen Energieformen als Arzt, indem er in der heißen Zone eine andere Beschaffenheit des venösen Blutes bemerkt hat als in der kalten Zone und daraus schloß auf eine andere Art der physiologischen Arbeit in dem einen und in dem anderen Falle beim menschlichen Organismus. Er hat dann hauptsächlich aus diesen seinen Erfahrungen, die er vermehrt hat, später eine etwas verwuselte Theorie aufgestellt, und bei ihm hat eigentlich diese "Theorie noch keinen andcren Umfang als den: Man könne entstehen lassen aus der einen Energieform die andere. — Dann ist die Sache von verschiedenen anderen Leuten, unter anderen von Helmboltz, weiter ausgearbeitet worden. Schon bei Helmholtz tritt nun eine eigentümliche Form des physikalisch-mechanischen Denkens als Ausgangspunkt der ganzen Betrachtung auf. Nimmt man gerade die wichtigste Abhandlung von Helmholtz, durch die er die mechanische. Wärmetheorie zu stützen versucht in den vierziger Jahren des 19. Jahrhunderts, so liegt diese schon und zwar als Postulat — dem Hartmannschen Gedanken zugrunde: Ein Perpetuum mobile der ersten Art ist eine Unmöglichkeit; weil ein Perpetuum mobile unmöglich ist, müssen die verschiedenen Energiearten nur Umwandlungen voneinander sein, es kann niemals eine Energieform aus dem Nichts entstehen. Man kann den Satz, von dem man ausgeht als einem Axiom: Ein Perpetuum mobile der ersten Art ist eine Unmöglichkeit -, umwandeln in den anderen: Die Summe der Energien im Weltensystem ist konstant. Es entsteht niemals eine Energie, es vergeht niemals eine Energie. Es verwandeln sich nur die Energien. Die Summe der Energien im Weltensystem ist konstant. — Die beiden Sätze
[ 5 ] «Ein Perpetuum mobile der ersten Art ist eine Unmöglichkeit.» «Ein Perpetuum mobile der zweiten Art ist eine Unmöglichkeit.» Die Sache hängt sogar mit der Geschichte der Physik im 19. Jahrhundert zusammen. Der erste, der aufmerksam gemacht hat auf diese scheinbare Umwandlung des Wärmewesens in andere Energieformen oder anderer Energieformen in Wärme, das war ja Julius Robert Mayer, der im wesentlichen aufmerksam geworden ist auf den Zusammenhang zwischen Wärme und anderen Energieformen als Arzt, indem er in der heißen Zone eine andere Beschaffenheit des venösen Blutes bemerkt hat als in der kalten Zone und daraus schloß auf eine andere Art der physiologischen Arbeit in dem einen und in dem anderen Falle beim menschlichen Organismus. Er hat dann hauptsächlich aus diesen seinen Erfahrungen, die er vermehrt hat, später eine etwas verwuselte Theorie aufgestellt, und bei ihm hat eigentlich diese "Theorie noch keinen andcren Umfang als den: Man könne entstehen lassen aus der einen Energieform die andere. — Dann ist die Sache von verschiedenen anderen Leuten, unter anderen von Helmboltz, weiter ausgearbeitet worden. Schon bei Helmholtz tritt nun eine eigentümliche Form des physikalisch-mechanischen Denkens als Ausgangspunkt der ganzen Betrachtung auf. Nimmt man gerade die wichtigste Abhandlung von Helmholtz, durch die er die mechanische. Wärmetheorie zu stützen versucht in den vierziger Jahren des 19. Jahrhunderts, so liegt diese schon und zwar als Postulat — dem Hartmannschen Gedanken zugrunde: Ein Perpetuum mobile der ersten Art ist eine Unmöglichkeit; weil ein Perpetuum mobile unmöglich ist, müssen die verschiedenen Energiearten nur Umwandlungen voneinander sein, es kann niemals eine Energieform aus dem Nichts entstehen. Man kann den Satz, von dem man ausgeht als einem Axiom: Ein Perpetuum mobile der ersten Art ist eine Unmöglichkeit -, umwandeln in den anderen: Die Summe der Energien im Weltensystem ist konstant. Es entsteht niemals eine Energie, es vergeht niemals eine Energie. Es verwandeln sich nur die Energien. Die Summe der Energien im Weltensystem ist konstant. — Die beiden Sätze
«Es gibt kein Perpetuum mobile der ersten Art.»
«Die Summe aller Energien im Weltenall ist konstant.»
«Es gibt kein Perpetuum mobile der ersten Art.»
«Die Summe aller Energien im Weltenall ist konstant.»
enthalten im Grunde genommen genau dasselbe. Nun, darum handelt es sich, daß wir mit der Denkweise, die wir schon angewendet haben bei all unseren Betrachtungen, einmal in diese ganze Anschauungsart ein wenig hineinleuchten.
enthalten im Grunde genommen genau dasselbe. Nun, darum handelt es sich, daß wir mit der Denkweise, die wir schon angewendet haben bei all unseren Betrachtungen, einmal in diese ganze Anschauungsart ein wenig hineinleuchten.
[ 6 ] Man sieht hier an einem solchen Experiment, daß, wenn man den Versuch macht, Wärme in sogenannte Arbeit umzuwandeln, dann Wärme gewissermaßen für die Umwandlung in Arbeit verlorengeht, daß Wärme wieder erscheint, daß also nur ein Teil der Wärme in Arbeit, in eine andere Energie, in mechanische Energieformen, umgewandelt werden kann. Man kann dann das, was man daran sieht, auf das Weltenall anwenden. Das ist auch geschehen von den Denkern des 19. Jahrhunderts. Etwa so sagten sich diese Denker: In der Welt, in der uns vorliegenden Welt, in der wir leben, ist mechanische Arbeit vorhanden, ist Wärme vorhanden. Fortwährend geschehen Prozesse, durch die Wärme in mechanische Arbeit umgewandelt wird. Wir sehen, daß Wärme da sein muß, damit wir überhaupt mechanische Arbeit erzeugen können. Denken Sie nur einmal, wie wir einen großen Teil unserer Technik darauf eben gestützt haben, daß wir aus der ursprünglichen Verwendung von Wärme mechanische Arbeit zutage treten lassen. Aber dabei wird sich immer zeigen, daß wir Wärme niemals vollständig umwandeln können in mechanische Arbeit, daß immer ein Rest bleibt. Und wenn das so ist, müssen sich diese Reste so summieren, daß keine mechanische Arbeit mehr geleistet werden kann, daß wir einfach nicht mehr zurückverwandeln können die Wärme in mechanische Arbeit. Die Reste der unverwendbaren Wärme summieren sich, und das Weltenall geht entgegen jenem Zustand, in dem sich alle mechanische Arbeit in Wärme verwandelt haben wird. Man hat auch gesagt, das Weltenall, in dem wir leben, geht seinem Wärmetod entgegen, wie man es auch etwas gelehrter nennen kann. Über den sogenannten Entropiebegriff wollen wir in einer der kommenden Betrachtungen noch sprechen. Jetzt interessiert uns zunächst, daß man hier aus einem Experiment heraus Gedanken schöpfte über den Gang unseres zunächst für den Menschen in Betracht kommenden Weltenalls.
[ 6 ] Man sieht hier an einem solchen Experiment, daß, wenn man den Versuch macht, Wärme in sogenannte Arbeit umzuwandeln, dann Wärme gewissermaßen für die Umwandlung in Arbeit verlorengeht, daß Wärme wieder erscheint, daß also nur ein Teil der Wärme in Arbeit, in eine andere Energie, in mechanische Energieformen, umgewandelt werden kann. Man kann dann das, was man daran sieht, auf das Weltenall anwenden. Das ist auch geschehen von den Denkern des 19. Jahrhunderts. Etwa so sagten sich diese Denker: In der Welt, in der uns vorliegenden Welt, in der wir leben, ist mechanische Arbeit vorhanden, ist Wärme vorhanden. Fortwährend geschehen Prozesse, durch die Wärme in mechanische Arbeit umgewandelt wird. Wir sehen, daß Wärme da sein muß, damit wir überhaupt mechanische Arbeit erzeugen können. Denken Sie nur einmal, wie wir einen großen Teil unserer Technik darauf eben gestützt haben, daß wir aus der ursprünglichen Verwendung von Wärme mechanische Arbeit zutage treten lassen. Aber dabei wird sich immer zeigen, daß wir Wärme niemals vollständig umwandeln können in mechanische Arbeit, daß immer ein Rest bleibt. Und wenn das so ist, müssen sich diese Reste so summieren, daß keine mechanische Arbeit mehr geleistet werden kann, daß wir einfach nicht mehr zurückverwandeln können die Wärme in mechanische Arbeit. Die Reste der unverwendbaren Wärme summieren sich, und das Weltenall geht entgegen jenem Zustand, in dem sich alle mechanische Arbeit in Wärme verwandelt haben wird. Man hat auch gesagt, das Weltenall, in dem wir leben, geht seinem Wärmetod entgegen, wie man es auch etwas gelehrter nennen kann. Über den sogenannten Entropiebegriff wollen wir in einer der kommenden Betrachtungen noch sprechen. Jetzt interessiert uns zunächst, daß man hier aus einem Experiment heraus Gedanken schöpfte über den Gang unseres zunächst für den Menschen in Betracht kommenden Weltenalls.
[ 7 ] Eduard von Hartmann hat die Sache nett ausgeführt, indem er sagt: Man sieht also — physikalisch beweisbar -, daß der Weltenprozeß, in dem wir leben, zunächst dadurch verläuft, daß in ihm Vorgänge sind: auf der einen Seite Wärmeprozesse, auf der anderen Seite mechanische Prozesse, daß aber zuletzt alle mechanischen Prozesse übergehen werden in Wärmeprozesse. Dann wird keine mechanische Arbeit mehr geleistet werden können. Das Weltenall ist an seinem Ende angekommen. Es zeigen uns also die physikalischen Erscheinungen, sagt Eduard von Hartmann, daß der Weltenprozeß ausbummelt. Dieses ist seine Art, über die Vorgänge, innerhalb welcher wir leben, sich auszusprechen. Wir leben also in einem Weltenall, das uns durch seine Prozesse erhält, aber darin besteht die Tendenz, immer bummliger zu werden und zuletzt ganz auszubummeln — ich wiederhole nur Eduard von Hartmanns eigene Worte.
[ 7 ] Eduard von Hartmann hat die Sache nett ausgeführt, indem er sagt: Man sieht also — physikalisch beweisbar -, daß der Weltenprozeß, in dem wir leben, zunächst dadurch verläuft, daß in ihm Vorgänge sind: auf der einen Seite Wärmeprozesse, auf der anderen Seite mechanische Prozesse, daß aber zuletzt alle mechanischen Prozesse übergehen werden in Wärmeprozesse. Dann wird keine mechanische Arbeit mehr geleistet werden können. Das Weltenall ist an seinem Ende angekommen. Es zeigen uns also die physikalischen Erscheinungen, sagt Eduard von Hartmann, daß der Weltenprozeß ausbummelt. Dieses ist seine Art, über die Vorgänge, innerhalb welcher wir leben, sich auszusprechen. Wir leben also in einem Weltenall, das uns durch seine Prozesse erhält, aber darin besteht die Tendenz, immer bummliger zu werden und zuletzt ganz auszubummeln — ich wiederhole nur Eduard von Hartmanns eigene Worte.
[ 8 ] Nun müssen wir uns aber über das Folgende klar werden: Gibt es denn irgend so etwas wie die Möglichkeit, in einem geschlossenen System eine Summe von Prozessen hervorzurufen? Merken Sie wohl, was ich sage: Wenn ich an der Summe meiner Experimentierwerkzeuge stehe, so stehe ich doch wahrlich nicht im Vakuum, im leeren Raum, und selbst dann, wenn ich glauben könnte, daß ich im leeren Raum stehe, bin ich ja noch nicht ganz sicher, ob nicht dieser leere Raum sich nur dadurch als leer zeigt, daß ich zunächst nicht wahrnehme, was in ihm noch drinnen ist. Stehe ich denn jemals mit meinem Experimentieren innerhalb irgendeines geschlossenen Systems? Ist denn nicht dasjenige, was ich selbst im einfachsten Experiment verrichte, ein Eingriff in den gesamten Prozeß des Weltenalls, das mich zunächst umgibt? Darf ich anders vorstellen, wenn ich zum Beispiel hier diese ganze Sache mache, als daß das in dem Zusammenhang des ganzen Weltenprozesses etwas Ähnliches ist, wie wenn ich eine kleine Nadel nehme und mich hier steche? Wenn ich hier steche, empfinde ich einen Schmerz, der hält mich ab, einen Gedanken zu fassen, den ich sonst erfaßt hätte. Aber ganz gewiß darf ich nicht, wenn ich das, was hier geschieht, in seinem ganzen Zusammenhang betrachten will, bloß den Druck der Nadel und die Lädierung der Haut, der Muskeln ins Auge fassen, denn ich würde ja dadurch nicht den ganzen Prozeß ins Auge fassen. Der Prozeß ist damit nicht erschöpft. Denken Sie einmal, ich nehme durch eine Ungeschicklichkeit eine Nadel, steche mich, spüre den Schmerz. Ich werde abrücken. Das, was da auftritt als eine Wirkung, das ist doch ganz entschieden nicht zu erfassen, wenn ich bloß dasjenige, was hier in diesem Hautteil vor sich geht, ins Auge fasse. Und dennoch ist das Abrücken von der Nadel nichts weiter als eine Fortsetzung derjenigen Prozesse, die ich beschreibe, wenn ich eben nur den ersten Teil ins Auge fasse. Wenn ich den ganzen Prozeß beschreiben will, muß ich Rücksicht nehmen darauf, daß ich da mit meiner Nadel nicht in die Kleider gestochen habe, sondern in den Organismus, den ich als Ganzes aufzufassen habe, der seinerseits wiederum reagiert als ganzer Organismus und als solcher dasjenige hervorruft, was dann die Folge des ersten ist.
[ 8 ] Nun müssen wir uns aber über das Folgende klar werden: Gibt es denn irgend so etwas wie die Möglichkeit, in einem geschlossenen System eine Summe von Prozessen hervorzurufen? Merken Sie wohl, was ich sage: Wenn ich an der Summe meiner Experimentierwerkzeuge stehe, so stehe ich doch wahrlich nicht im Vakuum, im leeren Raum, und selbst dann, wenn ich glauben könnte, daß ich im leeren Raum stehe, bin ich ja noch nicht ganz sicher, ob nicht dieser leere Raum sich nur dadurch als leer zeigt, daß ich zunächst nicht wahrnehme, was in ihm noch drinnen ist. Stehe ich denn jemals mit meinem Experimentieren innerhalb irgendeines geschlossenen Systems? Ist denn nicht dasjenige, was ich selbst im einfachsten Experiment verrichte, ein Eingriff in den gesamten Prozeß des Weltenalls, das mich zunächst umgibt? Darf ich anders vorstellen, wenn ich zum Beispiel hier diese ganze Sache mache, als daß das in dem Zusammenhang des ganzen Weltenprozesses etwas Ähnliches ist, wie wenn ich eine kleine Nadel nehme und mich hier steche? Wenn ich hier steche, empfinde ich einen Schmerz, der hält mich ab, einen Gedanken zu fassen, den ich sonst erfaßt hätte. Aber ganz gewiß darf ich nicht, wenn ich das, was hier geschieht, in seinem ganzen Zusammenhang betrachten will, bloß den Druck der Nadel und die Lädierung der Haut, der Muskeln ins Auge fassen, denn ich würde ja dadurch nicht den ganzen Prozeß ins Auge fassen. Der Prozeß ist damit nicht erschöpft. Denken Sie einmal, ich nehme durch eine Ungeschicklichkeit eine Nadel, steche mich, spüre den Schmerz. Ich werde abrücken. Das, was da auftritt als eine Wirkung, das ist doch ganz entschieden nicht zu erfassen, wenn ich bloß dasjenige, was hier in diesem Hautteil vor sich geht, ins Auge fasse. Und dennoch ist das Abrücken von der Nadel nichts weiter als eine Fortsetzung derjenigen Prozesse, die ich beschreibe, wenn ich eben nur den ersten Teil ins Auge fasse. Wenn ich den ganzen Prozeß beschreiben will, muß ich Rücksicht nehmen darauf, daß ich da mit meiner Nadel nicht in die Kleider gestochen habe, sondern in den Organismus, den ich als Ganzes aufzufassen habe, der seinerseits wiederum reagiert als ganzer Organismus und als solcher dasjenige hervorruft, was dann die Folge des ersten ist.
[ 9 ] Darf ich ohne weiteres hier, indem ich solch ein Experiment mir vor Augen stelle, sagen: Ich habe erwärmt, mechanische Arbeit hervorgerufen, die Wärme, die da übriggeblieben ist im Kondensationswasser, die ist eben übriggeblieben durch sich selbst? Ich stehe ja nicht mit der ganzen Einrichtung hier so im Zusammenhang, wie wenn ich sie da (in den Finger) eingebohrt hätte. Es könnte ja die Entstehung oder das Behalten der Wärme, das Auftreten im Kondensationswasser, zusammenhängen mit der Reaktion des ganzen großen Systems auf den Prozeß hier, wie mein Organismus reagiert auf den kleinen Prozeß des Stechens der Nadel. Dasjenige, was ich also vor allen Dingen zu berücksichtigen habe, ist: Daß ich niemals die Experimentalanordnung als ein geschlossenes System ansehen darf, sondern mir bewußt bleiben muß, daß diese ganze Experimentalanordnung unter den Einflüssen der Umgebung steht und auch der Energien, die eventuell aus dieser Umgebung wirken.
[ 9 ] Darf ich ohne weiteres hier, indem ich solch ein Experiment mir vor Augen stelle, sagen: Ich habe erwärmt, mechanische Arbeit hervorgerufen, die Wärme, die da übriggeblieben ist im Kondensationswasser, die ist eben übriggeblieben durch sich selbst? Ich stehe ja nicht mit der ganzen Einrichtung hier so im Zusammenhang, wie wenn ich sie da (in den Finger) eingebohrt hätte. Es könnte ja die Entstehung oder das Behalten der Wärme, das Auftreten im Kondensationswasser, zusammenhängen mit der Reaktion des ganzen großen Systems auf den Prozeß hier, wie mein Organismus reagiert auf den kleinen Prozeß des Stechens der Nadel. Dasjenige, was ich also vor allen Dingen zu berücksichtigen habe, ist: Daß ich niemals die Experimentalanordnung als ein geschlossenes System ansehen darf, sondern mir bewußt bleiben muß, daß diese ganze Experimentalanordnung unter den Einflüssen der Umgebung steht und auch der Energien, die eventuell aus dieser Umgebung wirken.


[ 10 ] Halten Sie mit diesem nun ein anderes zusammen: Nehmen Sie an, Sie haben zunächst wieder im Gefäß eine Flüssigkeit mit der Niveaufläche, wodurch Sie voraussetzen Kraftwirkung senkrecht auf die Niveaufläche. Denken Sie nun, es gehe diese Flüssigkeit durch Abkühlung in einen gestalteten festen Körper über. Es ist ganz unmöglich, daß Sie sich jetzt nicht denken, daß diese Richtungen hier, diese Kraftrichtungen nicht von einer anderen in irgendeiner Weise durchkreuzt werden. Denn diese Kraftrichtungen bewirken ja eben, daß ich das Wasser in einem Gefäß aufbewahren muß, daß nur durch die Niveaufläche die Form des Wassers da ist. Wenn nun bei der Verfestigung eine geschlossene, gestaltete Form entsteht, ist es unbedingt notwendig, vorauszusetzen, daß nun Kräfte hinzutreten zu denen, die früher vorhanden waren. Das liefert die unmittelbare Anschauung, daß da Kräfte hinzutreten zu denen, die früher vorhanden waren. Und zunächst ist der Gedanke ganz absurd, zu glauben, daß jene Kräfte die Gestalt bewirken, die irgendwie schon im Wasser drinnen gewesen wären, denn sie hätten ja sonst, wenn sie drinnen gewesen wären, im Wasser die Gestalt bewirken müssen. Sie sind also aufgetreten. Sie können nicht im Wassersystem enthalten gewesen sein, sie müssen von außerhalb des Wassersystems an dieses herangekommen sein. Nehmen wir daher die Erscheinung so, wie sie ist, so müssen wir sagen: Wenn irgendwo eine Gestalt auftritt, so tritt sie tatsächlich als eine Neuschöpfung auf. Bleiben wir nur innerhalb desjenigen, was wir anschaulich konstatieren können, so tritt die Gestalt als eine Neuschöpfung auf. Wir sehen es ja förmlich anschaulich, wenn wir aus einer Flüssigkeit einen festen Körper entstehen lassen. Die Gestalt tritt anschaulich auf als Neuschöpfung, und sie wird wieder aufgehoben, wenn wir den Körper in eine flüssige Form umwandeln. Man fasse nur so etwas einmal auf nach dem, was die Anschauung liefert. Was folgt denn aus dem ganzen Vorgang, wenn man wirklich das Anschauliche in einen Begriff umwandelt? Es folgt daraus, daß sich der feste Körper selbständig zu machen versucht, daß er versucht, in sich ein geschlossenes System zu bilden, daß er einen Kampf mit seiner Umgebung eingeht, um ein geschlossenes System zu werden.
[ 10 ] Halten Sie mit diesem nun ein anderes zusammen: Nehmen Sie an, Sie haben zunächst wieder im Gefäß eine Flüssigkeit mit der Niveaufläche, wodurch Sie voraussetzen Kraftwirkung senkrecht auf die Niveaufläche. Denken Sie nun, es gehe diese Flüssigkeit durch Abkühlung in einen gestalteten festen Körper über. Es ist ganz unmöglich, daß Sie sich jetzt nicht denken, daß diese Richtungen hier, diese Kraftrichtungen nicht von einer anderen in irgendeiner Weise durchkreuzt werden. Denn diese Kraftrichtungen bewirken ja eben, daß ich das Wasser in einem Gefäß aufbewahren muß, daß nur durch die Niveaufläche die Form des Wassers da ist. Wenn nun bei der Verfestigung eine geschlossene, gestaltete Form entsteht, ist es unbedingt notwendig, vorauszusetzen, daß nun Kräfte hinzutreten zu denen, die früher vorhanden waren. Das liefert die unmittelbare Anschauung, daß da Kräfte hinzutreten zu denen, die früher vorhanden waren. Und zunächst ist der Gedanke ganz absurd, zu glauben, daß jene Kräfte die Gestalt bewirken, die irgendwie schon im Wasser drinnen gewesen wären, denn sie hätten ja sonst, wenn sie drinnen gewesen wären, im Wasser die Gestalt bewirken müssen. Sie sind also aufgetreten. Sie können nicht im Wassersystem enthalten gewesen sein, sie müssen von außerhalb des Wassersystems an dieses herangekommen sein. Nehmen wir daher die Erscheinung so, wie sie ist, so müssen wir sagen: Wenn irgendwo eine Gestalt auftritt, so tritt sie tatsächlich als eine Neuschöpfung auf. Bleiben wir nur innerhalb desjenigen, was wir anschaulich konstatieren können, so tritt die Gestalt als eine Neuschöpfung auf. Wir sehen es ja förmlich anschaulich, wenn wir aus einer Flüssigkeit einen festen Körper entstehen lassen. Die Gestalt tritt anschaulich auf als Neuschöpfung, und sie wird wieder aufgehoben, wenn wir den Körper in eine flüssige Form umwandeln. Man fasse nur so etwas einmal auf nach dem, was die Anschauung liefert. Was folgt denn aus dem ganzen Vorgang, wenn man wirklich das Anschauliche in einen Begriff umwandelt? Es folgt daraus, daß sich der feste Körper selbständig zu machen versucht, daß er versucht, in sich ein geschlossenes System zu bilden, daß er einen Kampf mit seiner Umgebung eingeht, um ein geschlossenes System zu werden.
[ 11 ] Ich möchte sagen, man kann es hier mit Händen greifen, daß hier durch die Verfestigung des Flüssigen der Versuch der Natur vorliegt, zu einem Perpetuum mobile zu kommen. Das Perpetuum mobile entsteht nur nicht, weil das System sich nicht selbst überlassen wird, weil die ganze Umgebung darauf wirkt. So können Sie zu der Anschauung vorrücken: In unserem uns gegebenen Raum ist fortwährend an den verschiedenen Punkten die Tendenz vorhanden zur Entstehung eines Perpetuum mobile. Aber sofort entsteht gegen diese Tendenz eine Gegentendenz. So daß wir sagen können: Wenn irgendwo die Tendenz entsteht, ein Perpetuum mobile zu bilden, so bildet sich in der Umgebung die Gegentendenz, die Entstehung des Perpetuum mobile zu verhindern. Wenn Sie die Denkweise so orientieren, dann modifizieren Sie die abstrakte Denkweise der modernen Physik des 19. Jahrhunderts ganz und gar. Die geht davon aus: Ein Perpetuum mobile ist unmöglich, daher — und so weiter. Wenn man in der Tatsachenwelt stehen bleibt, muß man sagen: Ein Perpetuum mobile will fortwährend entstehen. Nur die Konstitution des Weltenalls verhindert dies.
[ 11 ] Ich möchte sagen, man kann es hier mit Händen greifen, daß hier durch die Verfestigung des Flüssigen der Versuch der Natur vorliegt, zu einem Perpetuum mobile zu kommen. Das Perpetuum mobile entsteht nur nicht, weil das System sich nicht selbst überlassen wird, weil die ganze Umgebung darauf wirkt. So können Sie zu der Anschauung vorrücken: In unserem uns gegebenen Raum ist fortwährend an den verschiedenen Punkten die Tendenz vorhanden zur Entstehung eines Perpetuum mobile. Aber sofort entsteht gegen diese Tendenz eine Gegentendenz. So daß wir sagen können: Wenn irgendwo die Tendenz entsteht, ein Perpetuum mobile zu bilden, so bildet sich in der Umgebung die Gegentendenz, die Entstehung des Perpetuum mobile zu verhindern. Wenn Sie die Denkweise so orientieren, dann modifizieren Sie die abstrakte Denkweise der modernen Physik des 19. Jahrhunderts ganz und gar. Die geht davon aus: Ein Perpetuum mobile ist unmöglich, daher — und so weiter. Wenn man in der Tatsachenwelt stehen bleibt, muß man sagen: Ein Perpetuum mobile will fortwährend entstehen. Nur die Konstitution des Weltenalls verhindert dies.
[ 12 ] Und die Gestalt eines festen Körpers, was ist sie? Sie ist der Ausdruck des Kampfes. Dieses Bild, das sich im festen Körper bildet, das ist der Ausdruck des Kampfes zwischen der Substanz als Individualität, die ein Perpetuum mobile bilden will, und der Verhinderung der Bildung des Perpetuum mobile durch das ganze All, das relative All, in dem sich dieses Perpetuum mobile bilden will. Die Gestalt eines Körpers ist das Resultat der Verhinderung dieses Strebens, ein Perpetuum mobile zu werden, ich könnte auch sagen statt Perpetuum mobile, weil das vielleicht da oder dort besser gefallen würde, eine Monade, ein in sich selbst geschlossenes, seine eigenen Kräfte in sich tragendes und seine Form erzeugendes Körperwesen.
[ 12 ] Und die Gestalt eines festen Körpers, was ist sie? Sie ist der Ausdruck des Kampfes. Dieses Bild, das sich im festen Körper bildet, das ist der Ausdruck des Kampfes zwischen der Substanz als Individualität, die ein Perpetuum mobile bilden will, und der Verhinderung der Bildung des Perpetuum mobile durch das ganze All, das relative All, in dem sich dieses Perpetuum mobile bilden will. Die Gestalt eines Körpers ist das Resultat der Verhinderung dieses Strebens, ein Perpetuum mobile zu werden, ich könnte auch sagen statt Perpetuum mobile, weil das vielleicht da oder dort besser gefallen würde, eine Monade, ein in sich selbst geschlossenes, seine eigenen Kräfte in sich tragendes und seine Form erzeugendes Körperwesen.
[ 13 ] Wir kommen, und hier liegt ein entscheidender Punkt, geradezu dazu, umzukehren den ganzen Ausgangspunkt nicht der Physik, insofern sie Experimente liefert, die auf Tatsachen beruhen, sondern der ganzen physikalischen Denkweise des 19. Jahrhunderts. Sie arbeitete mit ungültigen Begriffen. Sie konnte nicht sehen, wie in der Natur doch das Streben überall vorlag nach dem, was sie für unmöglich hielt. Es war dieser Denkweise verhältnismäßig leicht, es für unmöglich zu erklären, aber es ist nicht aus dem abstrakten Grunde unmöglich, aus dem heraus die Physiker angenommen haben, das Perpetuum mobile sei unmöglich, sondern es ist deshalb unmöglich, weil in dem Augenblick, wo es entstehen soll an irgendeinem Körper, sogleich die Umgebung den Neid empfindet — wenn ich jetzt einen Ausdruck moralischer Art anwenden darf - und das Perpetuum mobile nicht entstehen läßt. Es ist aus einer Tatsachengrundlage, nicht aus einer logischen Grundlage heraus unmöglich. Sie können sich denken, wieviel Verkehrtheiten in einer Theorie stecken müssen, die abseits von der Wirklichkeit gerade ihre Grundpostulate aufstellt. Wenn man bei der Wirklichkeit stehen bleibt, kommt man eben nicht herum um dasjenige, was ich Ihnen gestern zunächst im Schema anführte. Wir werden dieses Schema in den nächsten Tagen noch weiter ausarbeiten.
[ 13 ] Wir kommen, und hier liegt ein entscheidender Punkt, geradezu dazu, umzukehren den ganzen Ausgangspunkt nicht der Physik, insofern sie Experimente liefert, die auf Tatsachen beruhen, sondern der ganzen physikalischen Denkweise des 19. Jahrhunderts. Sie arbeitete mit ungültigen Begriffen. Sie konnte nicht sehen, wie in der Natur doch das Streben überall vorlag nach dem, was sie für unmöglich hielt. Es war dieser Denkweise verhältnismäßig leicht, es für unmöglich zu erklären, aber es ist nicht aus dem abstrakten Grunde unmöglich, aus dem heraus die Physiker angenommen haben, das Perpetuum mobile sei unmöglich, sondern es ist deshalb unmöglich, weil in dem Augenblick, wo es entstehen soll an irgendeinem Körper, sogleich die Umgebung den Neid empfindet — wenn ich jetzt einen Ausdruck moralischer Art anwenden darf - und das Perpetuum mobile nicht entstehen läßt. Es ist aus einer Tatsachengrundlage, nicht aus einer logischen Grundlage heraus unmöglich. Sie können sich denken, wieviel Verkehrtheiten in einer Theorie stecken müssen, die abseits von der Wirklichkeit gerade ihre Grundpostulate aufstellt. Wenn man bei der Wirklichkeit stehen bleibt, kommt man eben nicht herum um dasjenige, was ich Ihnen gestern zunächst im Schema anführte. Wir werden dieses Schema in den nächsten Tagen noch weiter ausarbeiten.
[ 14 ] Ich sagte Ihnen: Wir haben zunächst das Gebiet der festen Körper. Diese festen Körper sind diejenigen, welche in sich feste Gestalten zeigen. Wir haben gewissermaßen anstoßend an das Gebiet der festen Körper das Gebiet der Flüssigkeiten. Die Gestalten lösen sich auf, verschwinden, wenn der feste Körper in die Flüssigkeit übergeht. Wir haben den vollen Gegensatz zum Festen in dem Auseinanderstreben, in dem Die-Gestalt-Aufheben des gasförmigen Körpers: negative Gestalt. Wie aber äußert sich denn diese negative Gestalt? Sehen wir vorurteilslos auf gasige oder luftförmige Körper hin, betrachten wir sie zum Beispiel da, wo sich bei ihnen zeigt, wie wahrnehmbar werden kann dasjenige, was bei ihnen der Gestalt entspricht. Ich habe Sie gestern hingewiesen auf das Gebiet der Akustik, der Tonwelt. Sie wissen, im Gasigen beruht das Tönende in seinem Entstehen auf den Verdichtungen und Verdünnungen. Mit Verdichtung und Verdünnung haben wir es aber auch beim ganzen Gas zu tun, wenn wir die Temperatur ändern. Suchen wir also, indem wir die Flüssigkeit überspringen, dasjenige, was dem bestimmt Gestalteten des festen Körpers im Gase entspricht, so müssen wir es suchen bei der Verdichtung und Verdünnung. Im festen Körper haben wir die bestimmte Gestalt; im Gas haben wir Verdichtung und Verdünnung.
[ 14 ] Ich sagte Ihnen: Wir haben zunächst das Gebiet der festen Körper. Diese festen Körper sind diejenigen, welche in sich feste Gestalten zeigen. Wir haben gewissermaßen anstoßend an das Gebiet der festen Körper das Gebiet der Flüssigkeiten. Die Gestalten lösen sich auf, verschwinden, wenn der feste Körper in die Flüssigkeit übergeht. Wir haben den vollen Gegensatz zum Festen in dem Auseinanderstreben, in dem Die-Gestalt-Aufheben des gasförmigen Körpers: negative Gestalt. Wie aber äußert sich denn diese negative Gestalt? Sehen wir vorurteilslos auf gasige oder luftförmige Körper hin, betrachten wir sie zum Beispiel da, wo sich bei ihnen zeigt, wie wahrnehmbar werden kann dasjenige, was bei ihnen der Gestalt entspricht. Ich habe Sie gestern hingewiesen auf das Gebiet der Akustik, der Tonwelt. Sie wissen, im Gasigen beruht das Tönende in seinem Entstehen auf den Verdichtungen und Verdünnungen. Mit Verdichtung und Verdünnung haben wir es aber auch beim ganzen Gas zu tun, wenn wir die Temperatur ändern. Suchen wir also, indem wir die Flüssigkeit überspringen, dasjenige, was dem bestimmt Gestalteten des festen Körpers im Gase entspricht, so müssen wir es suchen bei der Verdichtung und Verdünnung. Im festen Körper haben wir die bestimmte Gestalt; im Gas haben wir Verdichtung und Verdünnung.


[ 15 ] Und kommen wir zu dem, was das an das Gas angrenzende Gebiet ist, das wie die Flüssigkeit an das Gebiet der festen Körper angrenzt — und wir wissen ja: Wie die festen Körper das Bild der Flüssigkeit geben, die Flüssigkeit das Bild der Gase in ihrer Gesamtheit, so die Gase das Bild der Wärme -, so haben wir uns das Gebiet der Wärme als das nächste vorzustellen. Als nächstes Gebiet werde ich mir zunächst ein x zu postulieren haben. Und wenn ich zunächst nur durch Analogie — wir werden sie verifizieren in den nächsten Betrachtungen — weiterzukommen versuche, so muß ich statt Verdichtung und Verdünnung etwas weiteres suchen in diesem x-Gebiet drinnen. Ich muß für Verdichtung und Verdünnung etwas Entsprechendes in dem x suchen (mit Überspringung der Wärme), wie ich hier (unten) auch das Flüssige übersprungen habe. Wenn Sie zuerst eine feste, geschlossene Gestalt haben, dann dazu kommen, daß beim Körper, der gasig ist, sich das Gestaltete nur noch im flüssig Gestalteten der Verdichtung und Verdünnung ausdrückt, und Sie denken sich gesteigert die Verdichtung und Verdünnung, was muß denn da werden? Solange Verdichtung und Verdünnung da ist, ist natürlich noch immer Materie da. Aber wenn Sie nun weiter verdünnen und immer weiter verdünnen, so kommen Sie ja zuletzt aus dem Gebiet des Materiellen heraus. Und Sie müssen als die weitere Fortsetzung, einfach indem Sie in dem Charakter des Ganzen bleiben, sagen: materiell werden — geistig werden. Sie kommen, indem Sie über das Gebiet der Wärme hinaufsteigen, in das x hinein; Sie kommen, einfach wenn Sie festhalten den Charakter, der da liegt im Übergang von der festen Gestalt in die flüssige Gestalt, vom Verdichten und Verdünnen in das Materiesein und Nicht-Materiesein hinein. Sie können nicht anders, als von Materiesein und Nicht-Materiesein zu sprechen. Das heißt: Wir kommen, indem wir durch das Gebiet der Wärme durchschreiten, tatsächlich in etwas hinein, was sich in gewissem Sinne als eine gerechte Fortsetzung erweist dessen, was wir in den unteren Gebieten beobachtet haben. Der feste Körper widerstrebt der Wärme, die Wärme wird mit ihm nicht recht fertig. Der flüssige Körper geht schon mehr auf die Intentionen der Wärme ein. Das Gas folgt ganz und gar den Intentionen der Wärme, es läßt mit sich machen, was die Wärme mit ihm machen will, es ist in seinen materiellen Vorgängen ganz und gar ein Bild des Wärmewesens selber. Ich kann sagen: Das Gas ist im wesentlichen in seinem eigenen substantiellen Verhalten dem Wärmewesen ähnlich. Der Ähnlichkeitsgrad der Materie mit der Wärme wird immer größer, je weiter ich vorschreite vom festen Körper durch den flüssigen Körper zum Gas. Das heißt: Flüssigwerden und Verdampfen der Materie bedeutet ein Ähnlichwerden der Materie mit der Wärme. Aber indem ich dann das Gebiet der Wärme überschreite, indem also die Materie gewissermaßen ganz der Wärme ähnlich wird, hebt sie sich selber auf. So stellt sich für mich die Wärme hinein zwischen zwei sehr stark voneinander verschiedene Gebiete, die essentiell verschieden sind: das Geistgebiet und das Materiegebiet. Zwischen drinnen steht das Wärmegebiet. Nur wird uns jetzt der Übergang in die Realität etwas schwierig, denn wir haben auf der einen Seite da hinaufzusteigen in das, wo es immer geistiger zu werden scheint, und auf der anderen Seite da hinunter, wo es scheint immer materieller zu werden. Und da geht es scheinbar in die Unendlichkeit hinauf, in die Unendlichkeit hinunter (siehe Pfeile im Schema).
[ 15 ] Und kommen wir zu dem, was das an das Gas angrenzende Gebiet ist, das wie die Flüssigkeit an das Gebiet der festen Körper angrenzt — und wir wissen ja: Wie die festen Körper das Bild der Flüssigkeit geben, die Flüssigkeit das Bild der Gase in ihrer Gesamtheit, so die Gase das Bild der Wärme -, so haben wir uns das Gebiet der Wärme als das nächste vorzustellen. Als nächstes Gebiet werde ich mir zunächst ein x zu postulieren haben. Und wenn ich zunächst nur durch Analogie — wir werden sie verifizieren in den nächsten Betrachtungen — weiterzukommen versuche, so muß ich statt Verdichtung und Verdünnung etwas weiteres suchen in diesem x-Gebiet drinnen. Ich muß für Verdichtung und Verdünnung etwas Entsprechendes in dem x suchen (mit Überspringung der Wärme), wie ich hier (unten) auch das Flüssige übersprungen habe. Wenn Sie zuerst eine feste, geschlossene Gestalt haben, dann dazu kommen, daß beim Körper, der gasig ist, sich das Gestaltete nur noch im flüssig Gestalteten der Verdichtung und Verdünnung ausdrückt, und Sie denken sich gesteigert die Verdichtung und Verdünnung, was muß denn da werden? Solange Verdichtung und Verdünnung da ist, ist natürlich noch immer Materie da. Aber wenn Sie nun weiter verdünnen und immer weiter verdünnen, so kommen Sie ja zuletzt aus dem Gebiet des Materiellen heraus. Und Sie müssen als die weitere Fortsetzung, einfach indem Sie in dem Charakter des Ganzen bleiben, sagen: materiell werden — geistig werden. Sie kommen, indem Sie über das Gebiet der Wärme hinaufsteigen, in das x hinein; Sie kommen, einfach wenn Sie festhalten den Charakter, der da liegt im Übergang von der festen Gestalt in die flüssige Gestalt, vom Verdichten und Verdünnen in das Materiesein und Nicht-Materiesein hinein. Sie können nicht anders, als von Materiesein und Nicht-Materiesein zu sprechen. Das heißt: Wir kommen, indem wir durch das Gebiet der Wärme durchschreiten, tatsächlich in etwas hinein, was sich in gewissem Sinne als eine gerechte Fortsetzung erweist dessen, was wir in den unteren Gebieten beobachtet haben. Der feste Körper widerstrebt der Wärme, die Wärme wird mit ihm nicht recht fertig. Der flüssige Körper geht schon mehr auf die Intentionen der Wärme ein. Das Gas folgt ganz und gar den Intentionen der Wärme, es läßt mit sich machen, was die Wärme mit ihm machen will, es ist in seinen materiellen Vorgängen ganz und gar ein Bild des Wärmewesens selber. Ich kann sagen: Das Gas ist im wesentlichen in seinem eigenen substantiellen Verhalten dem Wärmewesen ähnlich. Der Ähnlichkeitsgrad der Materie mit der Wärme wird immer größer, je weiter ich vorschreite vom festen Körper durch den flüssigen Körper zum Gas. Das heißt: Flüssigwerden und Verdampfen der Materie bedeutet ein Ähnlichwerden der Materie mit der Wärme. Aber indem ich dann das Gebiet der Wärme überschreite, indem also die Materie gewissermaßen ganz der Wärme ähnlich wird, hebt sie sich selber auf. So stellt sich für mich die Wärme hinein zwischen zwei sehr stark voneinander verschiedene Gebiete, die essentiell verschieden sind: das Geistgebiet und das Materiegebiet. Zwischen drinnen steht das Wärmegebiet. Nur wird uns jetzt der Übergang in die Realität etwas schwierig, denn wir haben auf der einen Seite da hinaufzusteigen in das, wo es immer geistiger zu werden scheint, und auf der anderen Seite da hinunter, wo es scheint immer materieller zu werden. Und da geht es scheinbar in die Unendlichkeit hinauf, in die Unendlichkeit hinunter (siehe Pfeile im Schema).
[ 16 ] Aber nun bietet sich eine andere Analogie, die ich Ihnen heute noch hinzeichne aus dem Grunde, weil durch anschauliche Verfolgung der einzelnen Naturtatsachen sich in der Tat eine gesunde Naturwissenschaft entwickeln kann und es vielleicht nützlich sein kann, die Sache sich einmal durch die Seele ziehen zu lassen. Wenn Sie das Spektrum, wie es gewöhnlich entsteht, betrachten, so haben Sie Rot, Orange, Gelb, Grün, Blau, Indigo, Violett.
[ 16 ] Aber nun bietet sich eine andere Analogie, die ich Ihnen heute noch hinzeichne aus dem Grunde, weil durch anschauliche Verfolgung der einzelnen Naturtatsachen sich in der Tat eine gesunde Naturwissenschaft entwickeln kann und es vielleicht nützlich sein kann, die Sache sich einmal durch die Seele ziehen zu lassen. Wenn Sie das Spektrum, wie es gewöhnlich entsteht, betrachten, so haben Sie Rot, Orange, Gelb, Grün, Blau, Indigo, Violett.


[ 17 ] Sie haben die Farbenreihe in ungefähr sieben Nuancen wie in einem Bande nebeneinander verlaufend. Aber Sie wissen ja auch, daß das Spektrum hier nicht ein Ende hat und auch hier nicht, daß wir hier (links), indem wir das Spektrum verfolgen, zu immer wärmeren und wärmeren Gebieten kommen und zuletzt ein Gebiet haben, wo nicht mehr Licht, wohl aber noch Wärme auftritt, das ultrarote Gebiet. Jenseits des Violett haben wir auch kein Licht mehr, wir bekommen das Ultraviolett, das nur noch chemische, das heißt also materielle Wirkungen entfaltet.
[ 17 ] Sie haben die Farbenreihe in ungefähr sieben Nuancen wie in einem Bande nebeneinander verlaufend. Aber Sie wissen ja auch, daß das Spektrum hier nicht ein Ende hat und auch hier nicht, daß wir hier (links), indem wir das Spektrum verfolgen, zu immer wärmeren und wärmeren Gebieten kommen und zuletzt ein Gebiet haben, wo nicht mehr Licht, wohl aber noch Wärme auftritt, das ultrarote Gebiet. Jenseits des Violett haben wir auch kein Licht mehr, wir bekommen das Ultraviolett, das nur noch chemische, das heißt also materielle Wirkungen entfaltet.


[ 18 ] Aber Sie wissen ja auf der anderen Seite, daß im Sinne der Goetheschen Farbenlehre diese Linie hier dadurch zu einem Kreis gemacht werden kann und man die Farben anders anordnen kann, daß man nun nicht bloß betrachtet das Verhalten des Lichtes, aus dem ein Spektrum sich bildet, sondern betrachtet die Dunkelheit, aus der ein Spektrum sich bildet, das dann in der Mitte nicht Grün, sondern Pfirsichblüte hat und von da ausgehend die anderen Farben. Ich bekomme, wenn ich die Dunkelheit betrachte, das negative Spektrum. Und stelle ich die beiden Spektren zusammen, so bekomme ich zwölf Farben, die sich genau unterscheiden lassen in einem Kreis: Rot, Orange, Gelb, Grün, Blau, Indigo, Violett. Hier wird das Violett immer mehr und mehr der Pfirsichblüte ähnlich, hier sind zwei Nuancen zwischen Pfirsichblüte und Violett, hier wiederum zwei Nuancen zwischen Pfirsichblüte und Rot, und Sie bekommen dann, wenn Sie die Gesamtheit dieser Farbennuancen verfolgen, gewissermaßen zwölf Farbenzustände, wenn ich den Ausdruck gebrauchen darf. Daraus können Sie ersehen, daß das, was man gewöhnlich als Spektrum schildert, auch dadurch entstanden gedacht werden kann, daß Sie sich denken, ich könnte durch irgend etwas diesen Farbenkreis hier entstehen lassen, und würde ihn immer größer und größer machen nach der einen Seite hin; dadurch würden mir diese oberen fünf Farben immer mehr und mehr hinausrücken, bis sie mir zuletzt entschwänden; die untere Biegung ginge nahezu in die Gerade über, und ich bekäme dann die gewöhnliche Spektrumfolge der Farben, indem mir nur die anderen fünf Farben nach der anderen Seite entschwunden sind.
[ 18 ] Aber Sie wissen ja auf der anderen Seite, daß im Sinne der Goetheschen Farbenlehre diese Linie hier dadurch zu einem Kreis gemacht werden kann und man die Farben anders anordnen kann, daß man nun nicht bloß betrachtet das Verhalten des Lichtes, aus dem ein Spektrum sich bildet, sondern betrachtet die Dunkelheit, aus der ein Spektrum sich bildet, das dann in der Mitte nicht Grün, sondern Pfirsichblüte hat und von da ausgehend die anderen Farben. Ich bekomme, wenn ich die Dunkelheit betrachte, das negative Spektrum. Und stelle ich die beiden Spektren zusammen, so bekomme ich zwölf Farben, die sich genau unterscheiden lassen in einem Kreis: Rot, Orange, Gelb, Grün, Blau, Indigo, Violett. Hier wird das Violett immer mehr und mehr der Pfirsichblüte ähnlich, hier sind zwei Nuancen zwischen Pfirsichblüte und Violett, hier wiederum zwei Nuancen zwischen Pfirsichblüte und Rot, und Sie bekommen dann, wenn Sie die Gesamtheit dieser Farbennuancen verfolgen, gewissermaßen zwölf Farbenzustände, wenn ich den Ausdruck gebrauchen darf. Daraus können Sie ersehen, daß das, was man gewöhnlich als Spektrum schildert, auch dadurch entstanden gedacht werden kann, daß Sie sich denken, ich könnte durch irgend etwas diesen Farbenkreis hier entstehen lassen, und würde ihn immer größer und größer machen nach der einen Seite hin; dadurch würden mir diese oberen fünf Farben immer mehr und mehr hinausrücken, bis sie mir zuletzt entschwänden; die untere Biegung ginge nahezu in die Gerade über, und ich bekäme dann die gewöhnliche Spektrumfolge der Farben, indem mir nur die anderen fünf Farben nach der anderen Seite entschwunden sind.
[ 19 ] Ich stellte jetzt zuletzt die Farben hin. Könnte es nicht auch da (Schema Seite 128) mit dem Gehen ins Unendliche so etwa der Fall sein, wie hier beim Spektrum? Daß ich nämlich etwas Besonderes herausbekäme, wenn ich nun suchte: Was wird, wenn das, was da (Schema) in die Unendlichkeit scheinbar fortgeht, sich zum Kreis rundet und da wiederum zurückkommt? Könnte es nicht so etwas geben wie eben eine Art von anderem Spektrum, das mir umfaßte auf der einen Seite den Zustand von über der Wärme bis hinunter zur Materie, das ich aber nach der anderen Seite hin auch so zum Schließen bringen kann wie hier das Farbenspektrum zur Pfirsichblüte-Farbe? Diesen Gedankengang wollen wir morgen weiter fortsetzen.
[ 19 ] Ich stellte jetzt zuletzt die Farben hin. Könnte es nicht auch da (Schema Seite 128) mit dem Gehen ins Unendliche so etwa der Fall sein, wie hier beim Spektrum? Daß ich nämlich etwas Besonderes herausbekäme, wenn ich nun suchte: Was wird, wenn das, was da (Schema) in die Unendlichkeit scheinbar fortgeht, sich zum Kreis rundet und da wiederum zurückkommt? Könnte es nicht so etwas geben wie eben eine Art von anderem Spektrum, das mir umfaßte auf der einen Seite den Zustand von über der Wärme bis hinunter zur Materie, das ich aber nach der anderen Seite hin auch so zum Schließen bringen kann wie hier das Farbenspektrum zur Pfirsichblüte-Farbe? Diesen Gedankengang wollen wir morgen weiter fortsetzen.
