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The Rudolf Steiner Archive

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Man's Life on Earth and
the Essence of Christianity
GA 349

17 February 1923, Dornach

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Erster Vortrag

First Lecture

Fragen werden gestellt in bezug auf Farben und in bezug auf Gestein.

Questions are asked regarding colors and rocks.

[ 1 ] Ich will zuerst die Frage in bezug auf das Gestein behandeln, denn das kann ganz gut im Zusammenhange mit den Dingen behandelt werden, die wir bis jetzt betrachtet haben.

[ 1 ] I will first address the question regarding the rock, since this can be discussed quite well in the context of the topics we have considered so far.

[ 2 ] Sie wissen ja, wenn man auf der Erde etwas baut, so muß man auf die Gesetze der Schwere, auf die Gesetze des Gewichtes und auf manches andere noch, zum Beispiel auf dasjenige - wir werden gleich darauf zu sprechen kommen -, was man Elastizitätsgesetze nennt, sehr Rücksicht nehmen. Denken Sie sich, man baut einen Turm, sagen wir, einen Turm wie den vom Kölner Dom, oder man baut so etwas wie den Eiffelturm. Da muß man natürlich immer sich klar sein darüber, daß man so bauen muß, daß die Geschichte nicht umfällt. Nun kann man, wenn man genau die Gesetze der Tafel 1* Schwere kennt, so bauen, daß die Geschichte nicht umfällt. Aber die höchsten Türme der Erde, die sind doch nicht anders gebaut, als daß man eine Grundfläche hat, und wenn Sie etwa zehnmal die Grundfläche hier herauftragen, eins zu zehn also, so können Sie die höchsten Türme bekommen. Also eins zu zehn ist das Verhältnis, in dem man höchste Türme bauen kann; sonst würden die Türme bei denjenigen Erschütterungen, die es immerhin gibt durch die Bewegung der Erde, durch den Windstoß und so weiter, umfallen.

[ 2 ] As you know, when you build something on Earth, you have to take the laws of gravity, the laws of weight, and a number of other factors—for example, what are known as the laws of elasticity, which we’ll discuss in a moment—very much into account. Imagine you’re building a tower—let’s say, a tower like the one at Cologne Cathedral, or something like the Eiffel Tower. Of course, you always have to be clear that you must build it in such a way that the structure doesn’t fall over. Now, if you know the laws of gravity in Table 1* precisely, you can build it so that the structure doesn’t fall over. But the tallest towers on Earth are built in no other way than by having a base area; and if you scale that base area up about ten times—that is, at a ratio of one to ten—you can build the tallest towers. So one to ten is the ratio at which the tallest towers can be built; otherwise, the towers would topple over due to the vibrations that inevitably occur from the Earth’s movement, gusts of wind, and so on.

[ 3 ] Aber außerdem muß man Rücksicht darauf nehmen, daß solche Türme in sich etwas elastisch sind. Die Spitze wackelt immer ein bißchen. Es muß das, was man elastische Kraft nennt, berücksichtigt werden. Die Geschichte wackelt immer, aber nicht zu stark; sobald sie zu stark wackelt, würde sie kaputt gehen. Der Eiffelturm wackelt an seinerSpitzeganz bedeutend. Aberesmußimmerdarauf Rücksichtgenommen werden, daß er aus seiner Grundfläche nicht herausfällt.

[ 3 ] But one must also take into account that such towers are somewhat elastic in nature. The top always wobbles a little. What is known as elastic force must be taken into account. It always wobbles, but not too much; as soon as it wobbles too much, it would break. The Eiffel Tower wobbles quite significantly at its top. But one must always bear in mind that it will not fall off its base.

[ 4 ] Nun, diese Gesetze, die finden Sie sofort gar nicht beachtet, wenn Sie einen, sagen wir, Weizenhalm anschauen. Ein Weizenhalm hat eine kleine Grundfläche. Er ist in Wirklichkeit ja auch nichts anderes als ein Turm. Und ein solcher Weizenhalm, der hat eine kleine Grundfläche, geht da hoch hinauf, und wenn man da dieses Verhältnis berechnet, so ist es durchaus nicht das, was wir bei mechanischen Bauten immer einhalten müssen, eins zu zehn oder so ähnlich, sondern es ist zum Beispiel eins zu vierhundert, bei manchen Halmen eins zu fünfhundert. Also nach den Gesetzen, die wir als Mechaniker auf der Erde anwenden, muß ein solcher Turm unbedingt umfallen! Denn wenn ihn der Wind schüttelt, so sind seine elastischen Kräfte durchaus nicht so, daß Sie das nach den Gesetzen, die da der Mechaniker einhalten muß, begreifen können. Und wenn Sie dem Eiffelturm da oben noch etwas ganz besonders Schweres aufsetzen wollten, so würden Sie sehen, daß Sie das gar nicht könnten. Aber dieser Turm, der ein Halm ist, der hat oben noch die Ähre aufgesetzt, die im Winde schaukelt. Sie sehen, das widerspricht allen baumeisterlichen Gesetzen.

[ 4 ] Well, you’ll immediately notice that these laws aren’t followed at all when you look at, say, a stalk of wheat. A stalk of wheat has a small base area. In reality, it’s really nothing more than a tower. And such a stalk of wheat, which has a small base area, rises high up, and if you calculate this ratio, it is by no means what we must always adhere to in mechanical structures—one to ten or something like that—but rather, for example, one to four hundred, and for some stalks, one to five hundred. So according to the laws we apply as engineers on Earth, such a tower must inevitably fall over! For when the wind shakes it, its elastic forces are by no means such that you can comprehend them according to the laws an engineer must observe. And if you wanted to place something particularly heavy on top of the Eiffel Tower up there, you would see that you couldn’t do it at all. But this tower, which is a blade of grass, has an ear of grain placed on top that sways in the wind. You see, this contradicts all the laws of architecture.

[ 5 ] Nun, wenn man die Stoffe untersucht, aus denen das gemacht ist, bekommen Sie erstens Holz, das heißt dasjenige, was man bei der UntersuchungdannalsStoff herauskriegt, ist ein Holzstoff; dann dasjenige, was man noch herauskriegt, ist das, was Sie ja auch kennen: Bast. Das sehen Sie bei den Bäumen. Und was dann noch drinnen ist, das ist nun ein richtiges Baumaterial, das ist Kiesel, Quarz, richtige Kieselsäure. Aber das ist harter Quarz, wie er sich in den Alpen findet und wie er zum Beispiel im Granit oder im Gneis drinnen ist. Also dieser Quarz, der bildet ein ganzes Gerüste. Und außerdem ist als vierter Stoff noch Wasser drinnen. Also der Mörtel, der da gemacht ist aus Holz, Bast, Wasser und Kiesel, der Mörtel, der macht dies, daß er widerspricht allen irdischen Gesetzen. Ein Grashalm ist also auch ein Turm, ganz aus Stoffen gebaut, kann im Winde geschaukelt werden, bricht nicht durch, richtet sich, wenn der Wind wiederum aufhört oder das Wetter ihm günstig ist, ruhig wieder auf. Das wissen Sie ja. Aber solche Kräfte, mit denen man so etwas von der Erde aus bauen könnte, gibt es nicht auf der Erde. Und wenn Sie fragen: Ja, woher kommen diese Kräfte? - da muß eben wiederum geantwortet werden: Der Eiffelturm ist tot, der Weizenhalm lebt. — Aber das Leben hat er nicht von der Erde, sondern das Leben hat er von der ganzen Weltumgebung. Geradeso wie auf den Eiffelturm die Schwere bloß nach unten zieht, so wächst der Halm nicht etwa so, daß er sich auf das Untere stützt. Wenn wir den Eiffelturm bauen, müssen wir ein Material übers andere legen, und durch das wird in der Tat immer das Untere das Obere stützen. Das ist beim Halm nicht der Fall. Der Halm wird nämlich gezogen nach dem Weltenraum hinaus. Wenn Sie also die Erde sich vorstellen und da die Halme sind, so werden sie alle nach dem Weltenraum hinaus gezogen, weil das alles ausgefüllt ist mit so einem feineren Stoff, den man den Äther nennt und der in der Pflanze lebt. Aber dieses Leben kommt nicht von der Erde, das kommt vom Weltenraum. Also wir können sagen: Das Leben kommt aus dem Weltenraum. Und darauf beruht es auch, daß, was ich Ihnen schon einmal gesagt habe, wenn sich das Ei im Mutterleibe bildet, der Mutterleib nur die Substanz hergibt. Dasjenige, was auf das Ei wirkt, das ist der ganze Weltenraum. Der belebt das Ei. Sehen Sie, so wirkt in alle dem, was lebt, der ganze Weltenraum drinnen.

[ 5 ] Well, if you examine the materials it’s made of, first you get wood—that is, what you extract during the analysis is wood pulp; then what else you extract is something you’re already familiar with: bast. You can see that on trees. And what else is inside is a true building material: silica, quartz, pure silicic acid. But this is hard quartz, like the kind found in the Alps and present, for example, in granite or gneiss. So this quartz forms an entire framework. And in addition, there is a fourth component: water. So this mortar, made of wood, bast, water, and silica—this mortar defies all earthly laws. A blade of grass is thus also a tower, built entirely of these materials; it can sway in the wind, does not break, and, when the wind stops or the weather is favorable, quietly rights itself again. You know that, of course. But the kind of forces needed to build something like that from the earth do not exist on earth. And if you ask, “Well, where do these forces come from?”—the answer must once again be: The Eiffel Tower is dead; the blade of wheat is alive. — But it does not draw its life from the earth; rather, it draws its life from the entire surrounding world. Just as gravity pulls the Eiffel Tower downward, the blade of wheat does not grow by supporting itself on what lies below it. When we build the Eiffel Tower, we must lay one layer of material on top of another, and in that way, the lower layers will indeed always support the upper ones. That is not the case with the blade of wheat. The blade of grass is, in fact, drawn out into the cosmos. So if you have a mental image of the earth with the blades of grass on it, they are all drawn out into the cosmos, because the entire space is filled with a finer substance called the ether, which lives within the plant. But this life does not come from the earth; it comes from the cosmos. So we can say: Life comes from the cosmos. And this is also the basis for what I have already told you: when the egg forms in the womb, the womb merely provides the substance. What acts upon the egg is the entire universe. It animates the egg. You see, the entire universe is at work within everything that lives.

[ 6 ] Wenn man die Pflanze ansieht, so wächst sie zunächst unter der Erde. Das wäre die Erde (es wird gezeichnet), da drinnen wächst die Pflanze. Aber diese Erde, die ist ja nicht eine gleichgültige Masse, sondern diese Erde ist eigentlich etwas ganz Wunderbares. In dieser Erde sind allerlei Substanzen. Aber in alten Zeiten waren drei Substanzen ganz besonders wichtig in dieser Erde. Das eine ist eine Substanz, die man Glimmer nennt. Man findet ihn heute in der Pflanze nur wenig; aber trotzdem er so wenig in der Pflanze gefunden wird, ist er außerordentlich wichtig. Sie können sich vielleicht erinnern, wenn Sie schon Glimmerblättchen gesehen haben, der Glimmer ist blättchenförmig, kleine Blättchen, die manchmal wie durchsichtig sind. Und die Erde war einmal von solchen Glimmerblättchen durchzogen. Die gingen in der Richtung (siehe Zeichnung). Als die Erde noch weich war, waren da einfach solche Kräfte. Und dem standen gegenüber andere Kräfte; die gingen jetzt so (siehe Zeichnung), so daß man ein richtiges Gitter Tafel 2 hatte in der Erde. Und diese anderen Kräfte, die sind heute im Quarz, im Kiesel enthalten. Und dazwischen gibt es noch einen anderen Stoff in der Hauptsache, das ist der Ton. Und dieser Ton, der verbindet diese beiden, der füllt gleichsam das Gitter aus. Man nennt ihn Feldspat als Gestein. So daß man einstmals die Erde in der Hauptsache aus diesen drei Gesteinssorten bestehend hatte. Aber es war alles weich, breiig. Da war der Glimmer, der eigentlich sich bemüht hat, die Erde blättchenförmig zu machen, so daß die Erde in horizontaler Richtung blättchenförmig gewesen wäre. Dann war der Kiesel drinnen, der so gestrahlt hat. Und dann war der Feldspat da, der beide miteinander verkittet hat.

[ 6 ] If you look at a plant, it first grows underground. That would be the soil (it is drawn); the plant grows inside it. But this soil is not just an indifferent mass—it is actually something quite wonderful. There are all kinds of substances in this soil. But in ancient times, three substances were particularly important in this soil. One of them is a substance called mica. Today, only a small amount of it is found in the plant; but even though so little of it is found in the plant, it is extraordinarily important. You may recall, if you’ve ever seen mica flakes, that mica is flake-shaped—small flakes that sometimes appear translucent. And the Earth was once permeated by such mica flakes. They ran in this direction (see drawing). When the Earth was still soft, such forces were simply at work. And counteracting these were other forces; they ran like this (see drawing), so that there was a true lattice (Plate 2) within the Earth. And these other forces are contained today in quartz and silica. And in between there is another substance, primarily clay. And this clay, which binds the two together, fills out the lattice, as it were. It is called feldspar as a rock. So that the Earth once consisted primarily of these three types of rock. But it was all soft and mushy. There was mica, which actually worked to make the Earth flaky, so that the Earth would have been flaky in the horizontal direction. Then there was the flint inside, which shone so brightly. And then there was the feldspar, which cemented the two together.

[ 7 ] Diese hauptsächlichsten Bestandteile finden wir heute, wenn wir die Tonerde nehmen, die auf dem Felde überall ist. Diese drei Stoffe waren in der Erde einstmals durcheinandergemischt. Heute sind diese drei Stoffe im Gebirge draußen zu finden. Wenn wir ein Stück Granit nehmen, so ist das ganz körnig. Da sind lauter solche Splitter drinnen; diese Splitter sind zersplitterte Glimmerblättchen. Dann sind ganz harte Körner drinnen; das ist der Kiesel. Und dann sind verbindende Körner drinnen; das ist der Feldspat. Diese drei Stoffe sind zermürbt, körnig gemacht, und man findet sie heute im Gebirge draußen. Sie bilden die Grundmassen des härtesten Gebirges. Sie sind also, seitdem die Erde weich war, durch allerlei Kräfte, die in der Erde wirken, zerstoßen, zerstampft worden, sind durcheinandergebracht worden, und sie sind heute zermürbt in den Bergen draußen. Aber Reste dieser alten Stoffe, namentlich Reste der Kräfte dieser alten Stoffe, finden sich noch überall in der Erde. Und aus diesen Resten werden durch den Weltenraum die Pflanzen aufgebaut.

[ 7 ] We find these primary components today when we take the clay that is found everywhere in the fields. These three substances were once mixed together in the earth. Today, these three substances can be found out in the mountains. If we take a piece of granite, it is quite granular. It’s full of little fragments; these fragments are shattered mica flakes. Then there are very hard grains; that is quartz. And then there are binding grains; that is feldspar. These three substances have been ground down and turned into grains, and today they can be found out in the mountains. They form the bedrock of the hardest mountains. So, ever since the Earth was soft, they have been crushed and pounded by all kinds of forces at work within the Earth, have been mixed together, and today they lie ground down out in the mountains. But remnants of these ancient substances—namely, remnants of the forces of these ancient substances—can still be found everywhere within the Earth. And from these remnants, plants are built up through the cosmos.

[ 8 ] Wir können also sagen: Ja, wenn diese Weltenkräfte heute im Gebirge draußen wirken, da können sie nichts mehr machen. Da sind diese Gesteine zermürbt, zerbröckelt, zerkörnt, und sie sind zu hart, als daß sie Pflanzen werden könnten. Aber bei dem, was in der Erde drinnen ist, da kann das noch - dadurch namentlich, daß die Erde immer noch ihre wichtigsten Stoffe, Kräfte abgibt an den Keim - verwendet werden, um die Pflanze aus dem Weltenraum aufzubauen.

[ 8 ] So we can say: Yes, when these cosmic forces are at work today out in the mountains, they can no longer do anything there. The rocks there have been worn down, crumbled, and broken into grains, and they are too hard to become plants. But with what is inside the earth, this is still possible—namely because the earth still imparts its most essential substances and forces to the seed—and can be used to build up the plant from the cosmic realm.

[ 9 ] Sehen Sie, meine Herren, solch eine Betrachtung, bei der man darauf Rücksicht nimmt, wie der ganze Weltenraum zum Lebendigen mitwirkt, solch eine Betrachtung gibt es ja gar nicht in der heutigen Wissenschaft. Neulich ist, wie Sie vielleicht gelesen haben, in Basel ein Vortrag gehalten worden; da hat man auseinandergesetzt, wie eigentlich das Leben auf die Erde gekommen sein soll, und da hat der betreffende Vortragende gesagt: Ja, durch bloße Zusammenmischung oder chemische Verbindungen von Substanzen auf der Erde kann man sich schwer vorstellen, daß das Leben kommt; dann muß es doch aus dem Weltenraum kommen. Aber wie? - Nun, es ist interessant, wie ein heutiger Gelehrter sich vorstellt, daß das Leben aus dem Weltenraume kommen kann. Er sagt sich: Nun ja, wenn es nicht auf der Erde ist, so muß es von anderen Sternen kommen. Nun, der nächste Stern, der vielleicht einmal Stoffe von sich weggeschüttelt hat, die dann zu der Erde hergeflogen wären, ist so weit von der Erde entfernt, daß diese Stoffe, die da abgesplittert werden, vierzigtausend Jahre gebraucht hätten, um auf die Erde herzufliegen. Also müßte man sich vorstellen, so sagten die Leute, die Erde war einmal feurig-flüssig, ein feuriger Körper. Da hat es auf ihr kein Leben geben können, sonst wäre es natürlich verbrannt. Die Erde hat sich aber abgekühlt. Als sie sich abgekühlt hatte, da war sie so, daß sie nun das Leben aufnehmen konnte, wenn es ihr von dem nächsten Stern, von dem man denkt, daß es herkommen könnte, von woher es vierzigtausend Jahre gebraucht hätte, zugeflogen wäre.

[ 9 ] You see, gentlemen, such a perspective—one that takes into account how the entire cosmos contributes to life—simply does not exist in modern science. Recently, as you may have read, a lecture was given in Basel; there, the question of how life actually came to be on Earth was discussed, and the speaker in question said: Yes, it is difficult to imagine that life could arise merely through the mixing or chemical compounds of substances on Earth; therefore, it must come from outer space. But how?—Well, it’s interesting how a modern scholar has in his mental image that life could come from outer space. He tells himself: “Well, if it isn’t on Earth, then it must come from other stars.” Well, the nearest star that might once have shed matter that would then have flown toward Earth is so far away from Earth that this matter, once shed, would have taken forty thousand years to travel here. So one would have to create a mental image—as people used to say—of Earth as once fiery and molten, a fiery body. No life could have existed on it then; otherwise, it would naturally have been burned up. But the Earth cooled down. Once it had cooled, it was in a state where it could now sustain life, assuming that life had flown here from the nearest star—the one thought to be the source—from which it would have taken forty thousand years to reach us.

[ 10 ] Nun kann man sich nicht vorstellen, meinte der Betreffende, daß ein Lebenskeim, ein kleiner Lebenskeim vierzigtausend Jahre den Weltenraum durchwanderte, der noch dazu eine Kälte, nicht eine Wärme, sondern eine Kälte von minus 273 Grad Celsius hat. Dann würde das auf der Erde ankommen, und wenn es ankommt auf der Erde, dann würde auf der Erde das Leben entstehen. Vorher hätten noch so viele Keime zufliegen können, da wären sie verbrannt. Und als die Erde genügend abgekühlt war, so wären sie gediehen. Aber das könnte ja eben nicht sein, sagte der Betreffende. Also weiß man nicht, woher das Leben kommt.

[ 10 ] “Well,” said the person in question, “it’s hard to create a mental image of a seed of life—a tiny seed of life—that could have traveled through outer space for forty thousand years, especially in a cold environment—not a warm one, but one with a temperature of minus 273 degrees Celsius.” Then it would arrive on Earth, and when it arrived on Earth, life would arise on Earth. Before that, so many other seeds of life could have flown in, but they would have been incinerated. And once the Earth had cooled sufficiently, they would have flourished. But that simply couldn’t be the case, said the person in question. So we don’t know where life comes from.

[ 11 ] Aber man sieht es ja, daß es aus dem Weltenraume kommt. Man sieht wirlich, daß in demjenigen, was lebt, nicht nur die Kräfte der Erde wirken. Denn die Kräfte der Erde verwenden wir ja für den Eiffelturm zum Beispiel. Und in einem solchen Turm hier (im Weizenhalm) wirken eben nicht bloß die Kräfte der Erde, sondern die Kräfte des ganzen Weltenraumes. Und als die Erde noch weich war, als in ihr also Glimmer, Feldspat und Kiesel flüssig durcheinander schwammen, da war die ganze Erde unter dem Einflusse des Weltenraumes, und da war sie eine riesige Pflanze. Wenn Sie daher heute hinausgehen in die Gebirge und dort den Granit finden oder den Gneis, der sich nur dadurch vom Granit unterscheidet, daß sein Glimmer zahlreicher ist, mehr hervortritt, wenn Sie also heute hinausgehen in die Berge und den Granit oder den Gneis anschauen, so sind das die Reste von diesen alten Pflanzenbildungen. Die ganze Erde war eine Pflanze. Und geradeso wie, wenn heute die Pflanze zugrunde geht, sie mineralische Bestandteile der Erde übergibt, so übergab der ganze Erdenkörper seine mineralischen Bestandteile, als er noch Pflanze war, später der Erde. Und da haben Sie heute die Gebirge. So daß man sagen kann: Die härtesten Gebirge, die entstanden sind, diese härtesten Gebirge, die sind aus dem Pflanzenwesen entstanden, und die ganze Erde war eine Art Pflanze.

[ 11 ] But you can see that it comes from outer space. You can truly see that in living things, it is not only the forces of the Earth that are at work. After all, we use the forces of the Earth for the Eiffel Tower, for example. And in a tower like this one (in the wheat stalk), it is not merely the forces of the Earth that are at work, but the forces of the entire cosmos. And when the Earth was still soft—when mica, feldspar, and quartz were floating together in a liquid state within it—the entire Earth was under the influence of the cosmos, and it was a gigantic plant. So when you go out into the mountains today and find granite there, or gneiss—which differs from granite only in that its mica is more abundant and more prominent—when you go out into the mountains today and look at the granite or the gneiss, these are the remains of those ancient plant formations. The entire Earth was a plant. And just as, when a plant dies today, it yields its mineral components to the Earth, so the entire Earth’s body, when it was still a plant, later yielded its mineral components to the Earth. And that is where the mountains come from today. So one can say: The hardest mountains that have formed—these hardest mountains—arose from the plant realm, and the entire Earth was a kind of plant.

[ 12 ] Ich habe Ihnen ja gesagt, wie es ausgeschaut hat auf der Erde, als dieses Gestein eben schon aufhörte, Pflanze zu sein, aber noch alles weich war. Da lebten nicht unsere heutigen Tiere und Menschen, sondern das Megatherium und alle diese Tiere, von denen ich Ihnen erzählt habe, Aber bevor das alles geschehen war, war die Erde eine Riesenpflanze im Weltenraum. Und wenn man heute eine Pflanze so anschaut, daß man sie vergrößert, so findet man heute noch: Das, was in ihr ist, schaut ganz ähnlich aus wie die Gebirgsbildungen draußen, weil eben das Leben, das aus dem Weltenraum kommt, nur noch auf die ganze Pflanze wirkt; die kleinen Teile sind schon Gesteinsmasse. — Also die Erde hat einmal gelebt, und dasjenige, was wir heute in den härtesten Gebirgsgesteinen finden, ist der Rest von dem, wie die Erde einmal gelebt hat.

[ 12 ] I’ve already told you what the Earth looked like when this rock had just stopped being a plant, but everything was still soft. It wasn’t the animals and humans we know today that lived there, but the Megatherium and all those animals I’ve told you about. But before all that happened, the Earth was a giant plant in outer space. And if you look at a plant today in such a way that you magnify it, you’ll still find that what’s inside it looks very much like the mountain formations out there, because the life that comes from outer space now acts only on the plant as a whole; the small parts are already rock mass. — So the Earth was once alive, and what we find today in the hardest mountain rocks is the remnant of how the Earth once lived.

[ 13 ] Aber noch auf eine andere Weise entsteht das harte Material, das Gesteinsmaterial der Erde. Wenn Sie in den Ozean hinauskommen, so finden Sie im Ozean Inselbildungen. Das ist also das Meer (es wird gezeichnet). Eine bestimmte Strecke unter dem Meere leben kleine Tierchen, die richtig in Kolonien leben: die Korallen. Diese Korallentiere haben die Eigentümlichkeit, daß sie fortwährend Kalk absondern. Der Kalk, der bleibt dann da liegen, so daß die Insel bedeckt wird von solchem abgelagertem Kalk, der von den Korallen kommt. Und manchmal senkt sich dann hier der Boden ein, geht hinunter, so daß sogar ein See entsteht. Dann ist so ein Ring da von Kalk, den die Korallen zurückgelassen haben. Überhaupt senkt sich gerade in denjenigen Gegenden, wo die Korallen ihren Kalk absondern, die Erde fortwährend, so daß der Kalk der Korallentiere, die nur im Meer selbst leben können, immer tiefer und tiefer geht. So daß man sagen kann: Man findet heute noch im Meere Kalkablagerungen, die von Tieren herrühren, nämlich von Korallentieren. Ehemals war das so, daß da, wo der Jurakalk ist, Tiere waren. Die haben den Kalk abgelagert.

[ 13 ] But there is another way in which the Earth’s hard, rocky material is formed. If you go out into the ocean, you will find islands there. So this is the ocean (it is drawn). At a certain depth beneath the ocean, there are tiny creatures that live in colonies: corals. These coral animals have the peculiarity of continuously secreting calcium carbonate. The calcium carbonate then remains there, so that the island becomes covered by this deposited calcium carbonate, which comes from the corals. And sometimes the seabed here subsides, sinking down, so that a lake even forms. Then there is a ring of calcium carbonate left behind by the corals. In general, the earth is constantly sinking precisely in those areas where the corals secrete their calcium carbonate, so that the calcium carbonate from the corals—which can live only in the sea itself—goes deeper and deeper. So one can say: Even today, one finds calcium carbonate deposits in the sea that originate from animals, namely from corals. In the past, wherever there was Jurassic limestone, there were animals. They deposited the limestone.

[ 14 ] Gehen Sie in das Mittelalpengebiet, wo die harten Steine sind, so haben Sie dort, was die Pflanzen abgelagert haben. Gehen Sie hier in den Jura, so haben Sie das, was von den Tieren abgelagert ist. Die ganze Erde hat ja einmal gelebt. Ursprünglich war sie eine Pflanze, dann ein Tier. Was wir heute als Gesteinsmaterial haben, sind die Reste des Lebens.

[ 14 ] If you go to the Central Alps, where the hard rocks are, you’ll find there what the plants have deposited. If you go here to the Jura Mountains, you’ll find what has been deposited by animals. The entire Earth was once alive. Originally, it was a plant, then an animal. What we have today as rock material are the remains of life.

[ 15 ] Es ist einfach ein Unsinn, daß sich durch chemische Verbindungen aus toten Stoffen Leben aufbaut. Das Leben kommt aus dem Weltenraum, den der Äther ausfüllt. Es ist ein Unsinn, daß die toten Stoffe sich zusammenmischen und leben könnten, was man «Urzeugung» nennt. Nein, gerade die toten Stoffe rühren her von Lebendigem, sind abgesondert vom Lebendigen. Wie unsere Knochen ausgesondert sind — im Mutterleibe haben wir sie zuerst noch nicht -, so ist alles, wie der Knochenbau und so weiter, aus dem Lebendigen heraus gebildet. Das Lebendige ist zuerst, und nachher kommt erst das Tote. Es ist so, daß der Äther uns umgibt, und der Äther zieht ebenso alles hinauf, wie die Erdenschwere alles hinunterzieht. Aber er zieht hinauf, indem er nicht, wie die Schwere, tot macht. Je mehr Sie die Schwere einatmen, desto mehr werden Sie gichtisch oder diabetisch oder so etwas; um so mehr werden wir tot. Und je mehr sich die Kräfte, die nach aufwärts gehen, in uns geltend machen, um so lebendiger werden wir.

[ 15 ] It is simply nonsense to say that life arises from chemical compounds of inanimate matter. Life comes from outer space, which is filled with the ether. It is nonsense to say that inanimate matter could mix together and come to life—what is called “spontaneous generation.” No, it is precisely the inanimate substances that originate from the living and are separated from it. Just as our bones are formed separately—we do not have them at first in the womb—so everything, such as the skeletal structure and so on, is formed from the living. The living comes first, and only afterward does the dead follow. The fact is that the ether surrounds us, and the ether draws everything upward just as Earth’s gravity pulls everything downward. But it draws upward without, unlike gravity, causing death. The more you inhale gravity, the more you become prone to gout or diabetes or something similar; the more we become dead. And the more the forces that move upward assert themselves within us, the more alive we become.

[ 16 ] Sehen Sie, jetzt komme ich zu einem Teil der Frage, die Herr Burle gestellt hat. Denken Sie also, ich habe einen Menschen vor mir, der irgendwie krank ist, und ich kann mir sagen: Bei dem fehlt es daran, daß er zu wenig Kräfte hat, die in den Weltenraum hinaus wirken. Er hat zu viel Schwerekräfte. Es lagert sich alles mögliche ab in ihm. Jetzt erinnere ich mich: Donnerwetter, sage ich mir, der Kiesel, der war ja einmal dasjenige, was in den Weltenraum Kräfte hat hinausstrahlen lassen. Wenn ich mir den Kiesel so zubereite, daß in ihm die alten Kräfte wieder lebendig werden, wenn ich also aus Kiesel eine Arznei mache, das mit anderen Substanzen vermische, wodurch der Kiesel seine alte Ätherkraft wieder bekommt: gebe ich die ein, dann kann ich mit ihm heilen. Und mit diesem Kieselmedikament kann man großen Erfolg haben. Da kann man also in der Medizin wiederum diese Kräfte verwenden, die einstmals im Lebendigen beim Kiesel vorhanden waren, wie überhaupt die Medizin zu großen Resultaten kommen kann, wenn man nachdenkt darüber, wie es mit der Erde war, als sie noch ganz lebendig war, als der Kiesel noch vom Weltenraum beeinflußt war. Wenn also im Menschen zu wenig lebt und er eine Verbindung braucht mit dem Weltenraum, so gibt man ihm solche Stoffe ein, die draußen verhärtet liegen und die man sehr gut als Arzneimittel verwenden kann.

[ 16 ] You see, now I’m getting to part of the question Mr. Burle asked. So imagine I have a person in front of me who is ill in some way, and I can say to myself: What this person lacks is that he has too few forces acting out into outer space. He has too many gravitational forces. All sorts of things are accumulating within him. Now I remember: ‘Good heavens,’ I say to myself, ‘that pebble was once the very thing that radiated forces out into the cosmos.’ If I prepare the pebble in such a way that the old forces come alive within it again—that is, if I make a remedy from the pebble, mix it with other substances so that the pebble regains its former etheric force—and then administer it, I can heal with it. And with this pebble remedy, one can achieve great success. So in medicine, one can once again make use of these forces that were once present in the living form of the flint; indeed, medicine can achieve great results when one reflects on what the Earth was like when it was still fully alive, when the flint was still influenced by outer space. So when there is too little life within a person and they need a connection to outer space, one administers to them substances that lie hardened in the external world and that can be used very effectively as medicines.

[ 17 ] Der Kopf geht am meisten in den Weltenraum hinaus, daher kann man ihn am leichtesten mit Kiesel heilen; der Bauch geht am meisten zur Erde hin, deshalb kann man ihn am leichtesten mit Glimmer heilen. Und das, was mehr in der Mitte liegt, Lunge und so weiter, das heilt man sehr gut gerade mit Feldspat, wenn man ihn in der entsprechenden Weise zubereitet.

[ 17 ] The head extends the farthest into outer space, so it can be healed most easily with quartz; the abdomen extends the farthest toward the earth, so it can be healed most easily with mica. And the parts that lie more toward the center—the lungs and so on—can be healed very well with feldspar, provided it is prepared in the proper manner.

[ 18 ] Nun, so sehen Sie: Wenn man die Natur versteht, versteht man tatsächlich auch dasjenige, was Heilkräfte in der menschlichen Natur sind. Aber man muß eben einen Sinn dafür haben, daß der Weltenraum an unserer Erde mitarbeiter.

[ 18 ] Well, as you can see: If one understands nature, one actually also understands what the healing powers in human nature are. But one must have a sense that the cosmos is working in harmony with our Earth.

[ 19 ] Sehen Sie, man kann immer bestimmte Sachen nur an bestimmten Stellen erklären. Da kann ich Ihnen von einer anderen Seite, als wir es vor einiger Zeit schon getan haben, weil wir da noch nicht so weit waren, den Vogelflug erklären. Ja, über den Vogelzug im Herbst und im Frühling denkt unsere heutige Wissenschaft sehr abstrakt. Die Vögel verlassen im Frühling ihre wärmeren Aufenthalte, und im Herbst, wenn es kälter wird, die mehr nördlichen Gegenden. Aber es gibt auch Vögel, die fliegen über den Ozean. Und es ist sehr eigentümlich, diese Vögel fliegen sehr schnell und rasten nicht dazwischen. Man kann das nachweisen, weil es gar keine Inseln gibt auf den Wegen, die solche Vögel manchmal nehmen. Die Menschen kommen nicht darauf, nach was sich diese Vögel richten. Einige haben gesagt: Nun ja, das ist eine vererbte Eigenschaft; das haben die Jungen immer von den Alten geerbt, und die alten Vögel unterrichten dann die Jungen, und dann geht es ganz gut, daß die Jungen das auch können. Also wenn der Herbst kommt, so richten die alten Schwalben eine Schule ein, die Jungen werden unterrichtet, die Alten fliegen voraus, die Jungen hintennach und machen das nach. So hat man sich das vorgestellt. Aber nicht alle Zugvögel machen das. Das ist ganz eigentümlich. Es ist bei den Zugvögeln oftmals der Fall, zum Beispiel in Afrika, wenn bei uns der Frühling kommt, daß die alten Zugvögel zuerst wegfliegen und zu uns zurückkehren. Die Jungen können es dort länger aushalten, weil die noch stark sind. Die Alten machen sich früher aus dem Staub und lassen die Jungen zurück, unterrichten sie gar nicht, machen auch keine Führung; die Jungen müssen ganz allein ihren Weg finden.

[ 19 ] You see, certain things can only be explained in certain contexts. So I can explain bird migration to you from a different perspective than we did some time ago—because we weren’t quite ready for it back then. Yes, modern science takes a very abstract view of bird migration in the fall and spring. In the spring, the birds leave their warmer wintering grounds, and in the fall, when it gets colder, they leave the more northern regions. But there are also birds that fly across the ocean. And it’s very peculiar: these birds fly very fast and don’t stop to rest along the way. This can be proven because there are no islands at all along the routes that such birds sometimes take. People can’t figure out what guides these birds. Some have said: Well, it’s an inherited trait; the young always inherit it from the older birds, and the older birds then teach the young, and so it works out quite well that the young are able to do it too. So when fall comes, the older swallows set up a “school”—the young are taught, the older ones fly ahead, the young follow behind and imitate them. That’s the mental image people had. But not all migratory birds do this. It’s quite peculiar. It’s often the case with migratory birds—for example, in Africa—that when spring arrives here, the older migratory birds fly away first and return to us. The young ones can endure it there longer because they’re still strong. The older ones take off earlier and leave the young ones behind; they don’t teach them at all, nor do they lead the way; the young ones have to find their own way all by themselves.

[ 20 ] Einige sagten: Nun ja, die Vögel sehen ja sehr weit. - Die müßten also sehen, wie es drüben in Afrika zugeht, müßten sogar durch die Erde durchsehen! Mit diesen Dingen kommt man nicht sehr weit. Aber ich will Ihnen ein Beispiel sagen, aus dem Sie sehen können, wie die Geschichte eigentlich liegt. Man kann nämlich noch bei etwas anderem verwundert sein, wie die Sache vorwärts kommt: nämlich bei einem Schiff. Wonach richtet sich denn ein Schiff, wenn es von Europa nach Amerika fahren soll? Es richtet sich nach dem Kompaß, Als man noch keinen Kompaß hatte, ging es den Schiffen ohnedies schlecht; sie mußten sich nach den Sternen richten. Also sie richten sich nach dem Kompaß, das heißt nach den Kräften, die unsichtbar sind, die im Äther vorhanden sind. Das sind auch die Kräfte, nach denen sich die Vögel richten. Nur wir Menschen haben keinen Sinn mehr für diese Kräfte, die unsichtbar sind. Die Vögel haben aber einen Sinn dafür; die haben einen inneren Kompaß. Was wir erst mühevoll lernen, indem wir die Ätherkräfte anschauen mit dem Kompaß, mit der Magnetnadel, das hat so ein Vogel in sich. Er fliegt dem Äther nach, demjenigen, was im Weltenraum wirkt.

[ 20 ] Some people said: “Well, birds can see very far, after all.” — “So they must be able to see what’s going on over there in Africa; they’d even have to see right through the Earth!” You won’t get very far with that kind of reasoning. But let me give you an example that will show you how things really are. There’s actually something else that can amaze you when it comes to how things work: namely, a ship. What does a ship rely on when it’s sailing from Europe to America? It relies on the compass. Before compasses existed, ships fared poorly anyway; they had to navigate by the stars. So they navigate by the compass—that is, by the forces that are invisible and present in the ether. These are also the forces by which birds navigate. Only we humans no longer have a sense for these invisible forces. Birds, however, do have a sense for them; they possess an inner compass. What we can only learn with great effort—by observing the forces of the ether with a compass and a magnetic needle—a bird already possesses within itself. It flies guided by the ether, by that which acts in the universe.

[ 21 ] Und so können wir sagen: Die Erde ist überall umgeben von Äther. Der Äther enthält die Lebenskräfte. Die kommen aus dem Weltenraum, nehmen die Stoffe der Erde und bereiten aus ihnen das Lebendige.

[ 21 ] And so we can say: The Earth is surrounded by ether everywhere. The ether contains the life forces. These come from outer space, take the substances of the Earth, and use them to create life.

[ 22 ] Aber ein bißchen bleibt nämlich noch immer drinnen als Rest vom Leben. Wenn Sie zum Beispiel Korallenkalk nehmen, da ist in der ersten Zeit immer noch etwas darinnen, das ein bißchen ans Leben erinnert, etwas, das abgezweigt ist vom Lebendigen. Daher können Sie da noch allerlei herausfinden, was, dem Leben zugefügt, ein gutes Heilmittel werden kann. Und wenn Sie, wie gesagt, den Kiesel nehmen, der schon riesig hart geworden ist, und ihn zusetzen dem menschlichen Leben, dann können Sie namentlich Kopfkrankheiten gut heilen.

[ 22 ] But a little bit always remains inside as a remnant of life. If you take coral limestone, for example, there is still something in it at first that is somewhat reminiscent of life—something that has branched off from the living. That is why you can still discover all sorts of things in it that, when added to life, can become a good remedy. And if, as I said, you take the pebble—which has already become extremely hard—and add it to human life, then you can effectively cure mental illnesses in particular.

[ 23 ] Also das Lebendige ist da schon noch drinnen. Das Ganze hat einmal gelebt. Wir können nicht sagen, daß die Gesteine heute noch leben, aber sie haben einmal gelebt. Sie waren einmal Bestandteile des Lebens. Und es ist in ihnen noch ein Rest geblieben, den wir durch allerlei Mittel herausbringen können, und durch den sie als Heilmittel gut dienen.

[ 23 ] So there is still life in them. The whole thing was once alive. We cannot say that the rocks are still alive today, but they were once alive. They were once components of life. And a remnant of that remains within them, which we can extract through various means, and through which they serve well as remedies.

[ 24 ] So beantwortet sich diese Frage, ob in den Steinen auch Leben sei. Wenn heute einer nur mit den Kräften, die auf der Erde wirken, nachrechnet, dann kommt er darauf, sich zu sagen: Vor Millionen von Jahren hat es auf der Erde anders ausgesehen. Ja, er berücksichtigt dabei den Himmelsraum nicht. Ich habe Ihnen schon neulich gesagt: Berücksichtigt man das, was aus dem Himmelsraum kommt, so kommt man gar nicht zu so großen Jahreszahlen, sondern da kommt man dazu, daß hier in unseren Gegenden noch alles vereist war, mit Eis bedeckt war, als in Asien drüben schon eine ganz große Zivilisation war, viel Weisheit unter den Menschen gelebt hat. Aber man kommt überhaupt dazu, einzusehen, daß in einer gewissen Weise unser irdisches Leben von dem Leben draußen im Weltenraum abhängt. Und man kann sagen: Schon wenn man sechs- bis sieben- bis achttausend Jahre zurückgeht, so ist die Erde mit ihrem Gestein ganz anders gewesen als heute, äußerlich nicht so viel, aber in ihrem Innern. Und dann kommt man weiter und weiter zurück, zum weichen Zustande der Erde.

[ 24 ] This answers the question of whether there is life within the stones. If someone today were to calculate based solely on the forces at work on Earth, they would come to the conclusion that millions of years ago, the Earth looked very different. Yes, but in doing so, they do not take outer space into account. As I told you recently: If one takes into account what comes from outer space, one does not arrive at such vast time spans at all; rather, one comes to realize that here in our regions everything was still frozen, covered in ice, while over in Asia there was already a very advanced civilization, and great wisdom existed among the people. But one comes to realize that, in a certain way, our earthly life depends on life out there in outer space. And one can say: Even if you go back six, seven, or eight thousand years, the Earth, with its rock formations, was quite different from what it is today—not so much on the outside, but on the inside. And then you go further and further back, to the Earth’s molten state.

[ 25 ] Wenn wir uns nach dem Weltenraum richten wollen, dann müssen wir auch den Weltenraum in der richtigen Weise beobachten. Nun kann man den Weltenraum dadurch beobachten, daß man den Sonnenaufgang im Frühling beobachtet. Heute geht die Sonne am 21. März am Morgen da auf, wo hinter ihr das Sternbild der Fische ist. Aber wenn man weiter zurückgeht in der Geschichte, zum Beispiel in die Zeit von Christi Geburt, da ging die Sonne nicht so auf, daß sie im Sternbild der Fische war, sondern da ging sie auf im Sternbild des Wid 26 ders. Also der Frühlingspunkt hat sich verschoben. Wenn wir das aufzeichnen, so ist es so: Wenn heute die Sonne im Frühling, am 21. März, in den Fischen aufgeht, so ging sie vor etwa 2160 Jahren im Widder auf, noch früher im Stier, noch früher in den Zwillingen. Zwölf solche Sternbilder gibt es. Die Sonne verrückt sich ja immer in ihrem Aufgehen, geht ganz herum in einem Kreise; also der Frühlingspunkt geht ganz herum um die Welt. Er rückt immer weiter von Westen nach Osten.

[ 25 ] If we want to orient ourselves according to outer space, then we must also observe outer space in the correct way. Now, one can observe outer space by watching the sunrise in spring. Today, on the morning of March 21, the sun rises where the constellation Pisces lies behind it. But if we go further back in history—for example, to the time of Christ’s birth—the sun did not rise with Pisces behind it; rather, it rose with the constellation Aries behind it. 26 Thus, the vernal equinox has shifted. If we chart this, it looks like this: While today the sun rises in Pisces in the spring, on March 21, about 2,160 years ago it rose in Aries, even earlier in Taurus, and even earlier in Gemini. There are twelve such constellations. The Sun’s rising point is constantly shifting; it moves all the way around in a circle; thus, the vernal equinox moves all the way around the world. It is moving steadily from west to east.

[ 26 ] Sehen Sie, da kommt man darauf, daß also früher die Sonne im Widder aufgegangen ist, noch früher im Stier, noch früher in den Zwillingen; dann im Krebs, im Löwen, in der Jungfrau, in der Waage, im Skorpion, im Schützen, im Steinbock, im Wassermann und heute in den Fischen. Also wenn wir 2160 Jahre zurückgehen, ist sie im Widder aufgegangen; wenn wir noch 2160 Jahre zurückgehen, ist sie im Stier aufgegangen, noch 2160 Jahre zurück: in den Zwillingen; noch 2160 Jahre zurück: im Krebs. Dann kommen wir wieder herum, und einmal ist sie schon in den Fischen aufgegangen. Wir kommen da ganz herum (es wird gezeichnet). Die Sonne macht einen Kreislauf. In 25 920 Jahren macht sie einen Kreislauf um die ganze Welt herum.

[ 26 ] You see, this leads us to conclude that in the past the sun rose in Aries, before that in Taurus, before that in Gemini; then in Cancer, Leo, Virgo, Libra, Scorpio, Sagittarius, Capricorn, Aquarius, and today in Pisces. So if we go back 2,160 years, it rose in Aries; if we go back another 2,160 years, it rose in Taurus; another 2,160 years back: in Gemini; another 2,160 years back: in Cancer. Then we come full circle, and at one point it had already risen in Pisces. We go all the way around (it is drawn). The Sun completes a cycle. In 25,920 years, it completes a cycle around the entire world.

[ 27 ] Das ist sehr interessant. Und an einem solchen Gang der Gestirne kann man eben sehen, wie sich auf der Erde alles verändert. Sehen Sie, meine Herren, unter den Verhältnissen, unter denen heute die Sonne aufgeht, haben wir unsere Hochgebirge mit den toten Granitmassen, in denen Feldspat, Quarz und Glimmer drinnen ist. Da ist alles vertrocknet, verwüstet. So war es auch vor 25 920 Jahren. Da war es auf der Erde ähnlich. Aber dazwischen nicht. Dazwischen war zum Beispiel die Sonne einmal im Frühling in der Waage, zwischen Jungfrau und Skorpion. Da war eben das Ganze belebt, da war das Ganze weich und die Erde eine Art Pflanze. Wir brauchen nicht weiter als höchstens 15 000 Jahre zurückzugehen, dann ist durch den ganz anderen Stand der Sonne die ganze Erde ein Pflanzenhabitus gewesen, noch später ein Tierhabitus. Und aus dieser Einwirkung vom Weltenraum aus, den wir an der Sonne verfolgen können, kann man ja sehen, wie die Erde sich verändert hat.

[ 27 ] That’s very interesting. And from such celestial movements, one can see exactly how everything on Earth changes. You see, gentlemen, under the conditions under which the sun rises today, we have our high mountains with their lifeless granite masses, which contain feldspar, quartz, and mica. Everything there is parched and desolate. That’s how it was 25,920 years ago as well. Conditions on Earth were similar then. But not in between. In between, for example, the Sun was once in Libra in the spring, between Virgo and Scorpio. At that time, the whole world was alive; everything was soft, and the Earth was a kind of plant. We need look no further back than 15,000 years at most; at that time, due to the sun’s entirely different position, the entire Earth was in a plant-like state, and even later, in an animal-like state. And from this influence originating in outer space—which we can observe in the sun—we can indeed see how the Earth has changed.

[ 28 ] Also wenn Sie zurückgehen, so müssen Sie sich denken: Die Gesteine, die heute in den Uralpen ganz fest sind, die fangen an zu fließen, so wie ungefähr das Eisen fließt in den Eisengießereien, das heißt, es ist natürlich nicht ganz so, sondern wenn wir zurückgehen, so ist das Fließen zunächst umgekehrt, es ist ein Festwerden. Aber wenn wir jetzt in die Zukunft gehen, so werden wir ja wiederum einmal die Sonne in der Waage haben; denn jetzt geht sie in den Fischen auf, nach 2160 Jahren im Wassermann, dann im Steinbock, im Schützen, im Skorpion und wiederum einmal in der Waage. Und wenn die Sonne in der Zukunft wieder einmal im Frühling in der Waage aufgeht, dann haben sich die ganzen Uralpen aufgelöst. Die dichten Quarze sind wiederum wässerig geworden, die Erde wird wiederum eine Pflanze, und die Menschen und die Tiere kehren zu den Zuständen zurück, in denen sie früher einmal waren. Nur haben sie mittlerweile alles das aufgenommen, was sie auf der Erde haben aufnehmen können.

[ 28 ] So when you go back, you have to think: The rocks that are completely solid in the Ural Alps today begin to flow, much like iron flows in iron foundries—though, of course, it’s not quite like that; rather, when we go back in time, the flow is initially reversed—it is a process of solidification. But if we now look to the future, the Sun will once again be in Libra; for now it rises in Pisces, then after 2,160 years in Aquarius, then in Capricorn, Sagittarius, Scorpio, and once again in Libra. And when the Sun rises in Libra again in the spring of the future, the entire Ural Alps will have dissolved. The dense quartz will have become watery once more, the Earth will become a plant again, and humans and animals will return to the states in which they once were. Only they will have absorbed, in the meantime, everything they could absorb on Earth.

[ 29 ] So geht eigentlich alles im Kreislauf. Wir blicken also zurück auf eine frühere Zeit, wo die Erde mit dem härtesten Gebilde flüssig war. Da war dasjenige, was darüber war, so, daß sie die Tiere, die ich Ihnen einmal beschrieben habe, hervorbrachte, welche durch die Einwirkung der Himmelskräfte entstanden und starben. Dann hat sich alles abgekühlt. Dann sind die festen Gebilde entstanden, und nach und nach das heutige Leben. Aber das geht wiederum zurück. Der körnige Quarz und Granit und so weiter werden aufgelöst, und es wird wiederum ein solcher Zustand des Lebens eintreten, nur auf einer höheren Stufe der Entwickelung.

[ 29 ] Everything actually follows a cycle. So we look back to an earlier time when the Earth, even in its hardest form, was liquid. At that time, the conditions above it were such that they gave rise to the animals I once described to you, which came into being and died as a result of the influence of the celestial forces. Then everything cooled down. Then the solid formations arose, and gradually, life as we know it today. But this, in turn, is receding. The granular quartz, granite, and so on will be dissolved, and such a state of life will arise again, only at a higher stage of development.

[ 30 ] Wenn Sie heute ein Stück Granit in die Hand nehmen, wo der Quarz drinnen ist, so können Sie sich sagen: In diesem Stück Granit, wo der Quarz drinnen ist, da ist zugleich etwas zu sehen, was künftig wieder leben wird. Das hat einmal gelebt. Heute ist es tot. Das hat einen festen Boden gebildet, damit wir darauf herumgehen können. Als wir noch nicht zu gehen brauchten, war der feste Boden nicht da. Aber es wird wieder einmal leben.

[ 30 ] If you pick up a piece of granite today that contains quartz, you can say to yourself: In this piece of granite, which contains quartz, there is also something to be seen that will come to life again in the future. It was once alive. Today it is dead. It formed solid ground so that we could walk on it. When we did not yet need to walk, that solid ground did not exist. But it will come to life again.

[ 31 ] Eigentlich kann man sagen: Die Erde schläft nur in bezug auf den Weltenraum; nur ist der Schlaf lang, 15 000 Jahre lang mindestens. Einmal hat sie gelebt. Da war sie wach, da war sie mit dem ganzen Weltenraum in Verbindung. Da hat der Weltenraum durch seine Lebenskräfte auf ihr die großen Tiere abgesetzt. Später, als das Feste entstanden ist, setzte er den Menschen ab. Jetzt haben es die Menschen gut auf der Erde, also natürlich mit Bezug auf den Weltenraum, nicht auf der Erde selber. Sie können auf dem festen Boden herumgehen. Aber dieser feste Boden wird wieder aufwachen - eigentlich schläft er nur —, wird wieder aufwachen und wird lebendiges Leben sein. Nehmen wir heute ein Stück Kalk, nur ein ganz gewöhnliches Stück Kalk aus dem Jura, so müssen wir sagen, das ist der Überrest von einem Stück Leben. Das ist aus dem Leben abgesetzt, wird aber wieder einmal leben, ist zwischen Leben und Leben, schläft eigentlich nur.

[ 31 ] Actually, one could say: The Earth sleeps only in relation to outer space; but this sleep is long—at least 15,000 years. Once, it was alive. Back then it was awake; back then it was connected to the entire universe. Back then, the universe, through its life forces, placed the great animals upon it. Later, when the solid earth came into being, it placed human beings upon it. Now human beings have it good on Earth—that is, of course, in relation to the universe, not on Earth itself. They can walk about on solid ground. But this solid ground will awaken again—actually, it is merely sleeping—will awaken again and will be living life. If we take a piece of limestone today, just a very ordinary piece of limestone from the Jurassic period, we must say that it is the remnant of a piece of life. It has been deposited from life, but will live again someday; it exists between life and life, and is actually only sleeping.

[ 32 ] Nun können wir den Kalk sehr gut verwenden, wenn wir ihn zum Heilmittel machen, dann, wenn zum Beispiel bemerkt wird, daß, sagen wir, Kinder sich nicht mehr recht ernähren können. Das ist insbesondere jetzt in Deutschland zu bemerken. In Deutschland ist es jetzt furchtbar. Neulich, als ich nach Stuttgart kam und die Waldorfschule wiederum inspizierte, war ich zum Beispiel in der ersten Klasse, da haben wir 27 Kinder, von denen waren nur 9 da; die anderen waren alle krank. In einer anderen Klasse waren 15 krank. Und wenn man dem nachgeht, dann findet man Schauderhaftes. So zum Beispiel brachte man mir einen kleinen Buben aus einer Klasse ins Konferenzzimmer und sagte: Was soll man mit dem machen? Der Arzt hat ihn schon aufgegeben. Der kann gar nicht mehr essen. — Natürlich, durch die Unterernährung bekommen die Verdauungsorgane allmählich die Gewohnheit, daß sie überhaupt nicht mehr verdauen, sie weisen alles zurück; die Menschen können nicht mehr essen, wenn man ihnen noch so viel gibt. Da können Sie Quäkerspeisungen und alles mögliche machen - diesem Kinde helfen die auch zunächst nichts, weil seine Organe nicht mehr arbeiten. Dicklich schaute es aus. - Was ist da zu tun? Da muß man die Organe erst wieder geeignet machen, daß sie etwas aufnehmen können.

[ 32 ] Now we can make very good use of lime by turning it into a remedy—for example, when we notice that, let’s say, children are no longer able to eat properly. This is particularly noticeable in Germany right now. The situation in Germany is terrible at the moment. The other day, when I came to Stuttgart and inspected the Waldorf School again, I visited the first-grade class, for example—we have 27 children there, but only 9 were present; the others were all sick. In another class, 15 were sick. And when you look into it, you find horrifying things. For example, they brought a little boy from one of the classes into the conference room and said to me, “What are we supposed to do with him? The doctor has already given up on him. He can’t eat at all anymore.” — Of course, due to malnutrition, the digestive organs gradually get used to not digesting anything at all; they reject everything. People can no longer eat, no matter how much you give them. You can try Quaker meals and all sorts of things—but they won’t help this child at first, because his organs aren’t functioning anymore. He looked rather plump. — What can be done? First, you have to restore the organs’ ability to absorb anything.

[ 33 ] Da dient einem das bißchen Leben sehr gut, das im Kalk drinnen ist. Wenn der Kalk nämlich in der richtigen Weise als Heilmittel verwendet wird, dann kann man diese schlafenden Verdauungskräfte wieder aufwecken, daß das Kind leben kann. Und da muß man dann dem Kind eine solche Menge von diesem Kalk geben, aber mit anderen Stoffen zusammen, denn für sich allein wirkt er nicht; es muß eben — geradeso wie man Speisen mit anderen Stoffen zusammen kochen muß — so sein, daß er wirklich übergeht in den Organismus. Der Kalk wird dann noch aufgenommen, wenn er, sagen wir, fünfprozentig dem Kind beigebracht wird.

[ 33 ] The small amount of life contained within the lime is very beneficial here. For when the lime is used properly as a remedy, it can reawaken these dormant digestive powers so that the child can live. And then one must give the child a certain amount of this lime, but in combination with other substances, because it has no effect on its own; just as one must cook food together with other ingredients, it must be prepared in such a way that it is truly absorbed into the organism. The lime is then absorbed when it is administered to the child in, say, a five percent solution.

[ 34 ] Aber was verwendet man da, wenn man den Kalk fünfprozenug gibt? Dann verwendet man die Kräfte, die einmal in früherer Zeit Lebenskräfte im Kalk waren. Die stecken noch drinnen. Die verwendet man, um die Sache zu beleben. Wenn man aber den Kalk ganz fein macht, wie man sagt, in homöopathischer Dosis, also nicht fünfprozentig, sondern zum Beispiel fünf Zehntausendstel, nicht einmal Promille, sondern fünf Zehntausendstel, also den Kalk ganz dünn beimischt den anderen Stoffen, homöopathisch, dann wirkt der Kalk auf den Kopf, wird plötzlich ein Heilmittel für den Kopf. Gibt man den Kalk allopathisch, wirkt er auf die Verdauungsorgane; in ganz feiner Verdünnung wirkt er auf den Kopf, und darnach kann man das einrichten. Aber man kann auch wissen: Was verwendet man denn vom Kalk, wenn man ihn in ganz feiner Verdünnung gibt? Dann verwendet man die Zukunftskräfte, die jetzt noch drinnen sind, die wieder entstehen in der Zukunft.

[ 34 ] But what is used when the lime is administered at a five-percent concentration? In that case, one uses the forces that were once life forces within the lime in earlier times. They are still contained within it. You use them to invigorate the substance. But if you make the lime very fine—as they say, in a homeopathic dose—that is, not a 5 percent solution, but, for example, five ten-thousandths—not even one per mille, but five ten-thousandths—so that the lime is mixed in very dilute form with the other substances, homeopathically, then the lime acts on the head and suddenly becomes a remedy for the head. If you administer the lime allopathically, it affects the digestive organs; in a very fine dilution, it affects the head, and you can adjust treatment accordingly. But you can also ask: What part of the lime do you actually use when you administer it in a very fine dilution? Then you use the future forces that are still present within it, the ones that will re-emerge in the future.

[ 35 ] Sehen Sie, so muß man die Natur kennen, dann kann man Heilmittel aus ihr machen, weil überall Leben war und wieder Leben sein wird, und der Tod nur zwischen zwei Leben drinnen steht. Man kann die vergangenen Lebenskräfte und die zukünftigen aus dem Gestein heraus in der richtigen Weise verwenden.

[ 35 ] You see, one must understand nature; only then can one derive remedies from it, because life has always existed and will exist again, and death lies only between two lives. One can harness the life forces of the past and the future from the rock in the proper way.

[ 36 ] Daraus sehen Sie aber auch: Wenn Sie heute in die Welt hinausschauen, so haben Sie Allopathen und Homöopathen. Die Allopathen kurieren allopathisch, die Homöopathen homöopathisch. Ja, meine Herren, homöopathisch kann man eben nicht alle Krankheiten kurieren; manche muß man eben allopathisch kurieren. Da muß man die Heilmittel eben anders mischen. Das heißt, man darf kein Fanatiker werden, der auf Worte schwört, sondern man muß aus den vollen Kenntnissen heraus die Heilmittel angeben, einmal so, einmal so. Das ist bei der Anthroposophie der Fall, weil sie nicht sich einläßt auf Schlagworte «allopathisch, homöopathisch», sondern auf die Sache geht und sagt: Der Allopath geht vorzugsweise auf den Magen, Gedärme, Nieren; da hat er seinen Erfolg. Der Homöopath wirkt, wenn man den Ausgangspunkt der Krankheiten vom Kopfe hat, wie es bei der Grippe der Fall ist. Viele Krankheiten haben vom Kopfe ihren Ursprung. Man muß also wissen, wie die Dinge eigentlich laufen in der Natur. Die Menschen machen heute, weil sie nichts mehr kennen, Schlagworte. Immer macht man Schlagworte, wenn man nichts mehr versteht von der Sache. - Natürlich, die Wahrheit kommt dann auch schwer heraus, denn der Allopath sagt: Ich habe ja so und so oft kuriert, und der Homöopath sagt: Ich habe so und so oft kuriert. Natürlich lassen sie immer diejenigen aus, die sie nicht kuriert haben.

[ 36 ] But you can also see from this: When you look out into the world today, you find allopaths and homeopaths. Allopaths treat patients allopathically, and homeopaths treat them homeopathically. Yes, gentlemen, not all diseases can be cured homeopathically; some simply must be treated allopathically. In such cases, one simply has to mix the remedies differently. This means one must not become a fanatic who swears by labels, but rather must prescribe remedies based on comprehensive knowledge—sometimes one way, sometimes another. This is the case with anthroposophy, because it does not get caught up in buzzwords like “allopathic” or “homeopathic,” but gets to the heart of the matter and says: The allopath focuses primarily on the stomach, intestines, and kidneys; that is where he finds success. The homeopath is effective when the disease originates in the head, as is the case with the flu. Many diseases have their origin in the head. So one must know how things actually work in nature. People today, because they no longer understand anything, resort to catchphrases. People always resort to catchphrases when they no longer understand the matter at hand. — Of course, the truth is hard to uncover then, because the allopath says, “I’ve cured so-and-so many times,” and the homeopath says, “I’ve cured so-and-so many times.” Naturally, they always leave out the cases they haven’t cured.

[ 37 ] Aber sehen Sie, selbst ein Arzt und Professor, der gar nicht angeklagt werden kann, daß er nicht etwa richtig in der heutigen Medizin drinnen gestanden wäre, das war der Professor Virchow in Berlin, der auch von der Freisinnigen Partei ein richtiger Liberaler genannt worden ist; aber in bezug auf das Kurieren hat er doch folgendes gestehen müssen: Wenn ein Arzt heute noch in unserer Medizin darauf hinweisen kann, daß er hundert Leute kuriert hat, so muß man eigentlich sagen, von diesen hundert wären fünfzig auch ohne ihn gesund geworden, und zwanzig Prozent, die wären, auch wenn er ganz andere Mittel angewendet hätte, auch gesund geworden. So daß also siebzig Prozent nicht auf die heutige Medizin kommen, sondern höchstens dreißig Prozent. So hat es Virchow, der ganz in der heutigen Medizin drinnen war, ausgerechnet.

[ 37 ] But look, even a doctor and professor who could not possibly be accused of not being fully versed in modern medicine—that was Professor Virchow in Berlin, who was even called a true liberal by the Liberal Party—had to admit the following regarding healing: If a doctor today can still claim, within the framework of modern medicine, that he has cured a hundred people, one must actually say that of those hundred, fifty would have recovered even without him, and twenty percent would have recovered even if he had used entirely different methods. So seventy percent are not due to modern medicine, but at most thirty percent. This is how Virchow, who was thoroughly versed in modern medicine, calculated it.

[ 38 ] Ja, meine Herren, man muß eben sagen: Das richtige Heilmittel richtig angewendet, wirkt eben. Was ich über die Syphilis gesagt habe, davon kann sich jeder überzeugen. Die Quecksilberkur, wenn sie auch Nachwirkungen hat, schädliche Nachwirkungen, sie wirkt doch. Und so muß man eben das Richtige herausfinden. Manchmal ist es furchtbar kompliziert. Manchmal ist der Organismus so, daß er brüchig geworden ist und die Kur nicht mehr aushalten kann. Aber in einem gewissen Sinne kann man gerade durch eine wirkliche Kenntnis desjenigen, was in der Natur vorhanden ist, sehen, wie die einzelnen Stoffe, weil sie eigentlich als tote Stoffe nur in der Mitte stehen zwischen zwei Leben, auf den Menschen wirken. Da muß man aber das Leben der Stoffe eben kennen.

[ 38 ] Yes, gentlemen, one simply has to say: The right remedy, when applied correctly, works. Anyone can see for themselves what I have said about syphilis. The mercury treatment, even if it has aftereffects—harmful aftereffects—still works. And so one simply has to find the right approach. Sometimes it is terribly complicated. Sometimes the organism has become so fragile that it can no longer withstand the treatment. But in a certain sense, it is precisely through a genuine understanding of what exists in nature that one can see how individual substances—since, as dead substances, they actually stand only in the middle between two forms of life—affect human beings. But to do that, one must understand the life of these substances.

[ 39 ] Nun, meine Herren, das ist ja das Eigentümliche, daß man überall vom Leben ausgehen muß, wenn man etwas verstehen will. Und so muß man ja auch für die Farben sogar vom Leben ausgehen.

[ 39 ] Well, gentlemen, that is precisely the peculiar thing: one must always start from life itself if one wants to understand anything. And so, even when it comes to colors, one must start from life itself.

[ 40 ] Sehen Sie, wenn Sie heute manchmal Bilder anschauen, so ist das so, daß sie bemalt sind; aber man hat das Gefühl, dahinter ist ja kein Fleisch, sondern Holz, das angestrichen ist. Die Fleischfarbe, das Inkarnat, bringen die heutigen Maler gar nicht zustande, weil sie eben auch im Gefühl das gar nicht leben haben. Die Fleischfarbe wird aus dem Menschen heraus erzeugt. Sie kommt nirgends an einem anderen Stoff vor. Aber man muß die Fleischfarbe, das Inkarnat, verstehen, und dann kann man die anderen Farben verstehen. Ich werde deshalb das nächste Mal darüber noch reden.

[ 40 ] You see, when you look at paintings today, they are, of course, painted; but you get the feeling that there is no flesh behind them, only wood that has been painted. Today’s painters cannot achieve the flesh tone—the incarnate—at all, precisely because they lack that feeling within themselves. The flesh tone is generated from within the human being. It does not occur anywhere else in any other substance. But one must understand the flesh tone—the incarnate—and only then can one understand the other colors. I will therefore speak more about this next time.

[ 41 ] Das Kind, das man mir da gebracht hat, das mit einer Kalkkur behandelt wird - hoffentlich bringen wir es durch, daß nicht das zustande kommt, daß man sagt: die haben kein rechtes Heilmittel angewandt... (Lücke im Text) —, das hatte ganz die Fleischfarbe verloren, war gelb geworden von innen heraus. Die lebendige Wirksamkeit gehört dazu zur Farbe. Und deshalb haben wir auch den Versuch gemacht, das weniger Tote zu der Farbe zu verwenden. Deshalb haben wir, als wir das Goetheanum ausmalten, Pflanzenfarben verwendet, weil die mehr aus dem Lebendigen heraus kommen. Also Sie sehen, bei der Farbe muß man auch aufs Lebendige gehen.

[ 41 ] The child who was brought to me—the one being treated with a lime cure—hopefully we’ll manage to prevent people from saying: “They didn’t use the right remedy...” (gap in the text) —had completely lost its natural skin color; it had turned yellow from the inside out. Vital activity is an integral part of color. And that is why we also tried to use materials that are less “dead” for the color. That is why, when we painted the Goetheanum, we used plant-based pigments, because they come more directly from the living world. So you see, when it comes to color, one must also turn to the living.

[ 42 ] Am nächsten Mittwoch werde ich Ihnen das dann noch weiter auseinandersetzen.

[ 42 ] Next Wednesday, I'll go into more detail about that.

[ 43 ] Sie sehen, die Frage ist nicht so dumm gewesen, ob die Steine auch Leben haben, sondern sie ist ganz gescheit, denn wir haben dadurch besprechen können, wie die Steine im Laufe der Lebens-Erdperiode leben, wiederum tot werden und so weiter, und wie sich das Leben dazu verhält.

[ 43 ] As you can see, the question—whether stones also have life—wasn’t so silly after all; in fact, it was quite clever, because it allowed us to discuss how stones live, die, and so on throughout the Earth’s life cycle, and how life relates to this process.