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Man's Life on Earth and
the Essence of Christianity
GA 349

21 February 1923, Dornach

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Zweiter Vortrag

Zweiter Vortrag

[ 1 ] Damit die letzte Frage noch richtig beantwortet wird, will ich doch, so gut es geht, einiges über die Farben sagen.

[ 1 ] Damit die letzte Frage noch richtig beantwortet wird, will ich doch, so gut es geht, einiges über die Farben sagen.

[ 2 ] Die Farben kann man eigentlich nicht verstehen, wenn man nicht das menschliche Auge versteht, denn der Mensch nimmt die Farben ganz und gar nur durch das Auge wahr. Wie er sonst die Farben noch wahrnimmt, das weiß er nicht, denn er nimmt doch nicht allein durch das Auge die Farben wahr. Stellen Sie sich zum Beispiel einen Blinden vor. Ein Blinder fühlt sich anders in einem Raum, der beleuchtet ist, als in einem Raum, der dunkel ist. Aber das ist so schwach, daß es der Blinde nicht wahrnimmt. Es ist eine so schwache Sache; es hat für ihn aber doch eine große Bedeutung, doch er nimmt es nicht wahr. Auch der Blinde könnte zum Beispiel nicht immer im Keller leben; da würde ihm das Licht fehlen. Und es ist ein Unterschied, ob man einen Blinden zum Beispiel in einen hellen Raum, der gelbe Fenster hat, bringt, oder ob man ihn in einen dunklen Raum oder meinetwillen auch in einen helleren Raum bringt, der blaue Fenster hat. Das wirkt ganz anders auf das Leben; die gelbe Farbe und die blaue Farbe, die wirken ganz anders auf das Leben ein. Aber das sind Dinge, die man erst verstehen lernt, wenn man begriffen hat, wie sich das Auge zu der Farbe verhält.

[ 2 ] Die Farben kann man eigentlich nicht verstehen, wenn man nicht das menschliche Auge versteht, denn der Mensch nimmt die Farben ganz und gar nur durch das Auge wahr. Wie er sonst die Farben noch wahrnimmt, das weiß er nicht, denn er nimmt doch nicht allein durch das Auge die Farben wahr. Stellen Sie sich zum Beispiel einen Blinden vor. Ein Blinder fühlt sich anders in einem Raum, der beleuchtet ist, als in einem Raum, der dunkel ist. Aber das ist so schwach, daß es der Blinde nicht wahrnimmt. Es ist eine so schwache Sache; es hat für ihn aber doch eine große Bedeutung, doch er nimmt es nicht wahr. Auch der Blinde könnte zum Beispiel nicht immer im Keller leben; da würde ihm das Licht fehlen. Und es ist ein Unterschied, ob man einen Blinden zum Beispiel in einen hellen Raum, der gelbe Fenster hat, bringt, oder ob man ihn in einen dunklen Raum oder meinetwillen auch in einen helleren Raum bringt, der blaue Fenster hat. Das wirkt ganz anders auf das Leben; die gelbe Farbe und die blaue Farbe, die wirken ganz anders auf das Leben ein. Aber das sind Dinge, die man erst verstehen lernt, wenn man begriffen hat, wie sich das Auge zu der Farbe verhält.

[ 3 ] Nun werden Sie ja vielleicht aus dem, was ich Ihnen bisher dargestellt habe, gesehen haben, daß das Allerwichtigste im Menschen zwei Dinge sind. In seinem ganzen Organismus sind zwei Dinge das Allerwichtigste. Das erste ist das Blut; denn würde der Mensch das Blut nicht haben, so müßte er sofort sterben. Er würde nicht sein Leben in jedem Augenblick erneuern können, und das Leben muß in jedem Augenblick erneuert werden. Also, denken Sie sich das Blut aus dem Körper fort, dann ist der Mensch ein toter Gegenstand. Aber auch wenn Sie sich die Nerven fortdenken, so könnte der Mensch zwar geradeso ausschauen, wie er ausschaut, aber er würde kein Bewußtsein haben; er würde nichts vorstellen können, nichts fühlen können, würde sich nicht bewegen können. Wir müssen uns also sagen: Daß der Mensch ein bewußter Mensch ist, dazu braucht er die Nerven. Daß der Mensch überhaupt leben kann, dazu braucht er das Blut. Also das Blut ist das Organ des Lebens; die Nerven sind das Organ des Bewußtseins.

[ 3 ] Nun werden Sie ja vielleicht aus dem, was ich Ihnen bisher dargestellt habe, gesehen haben, daß das Allerwichtigste im Menschen zwei Dinge sind. In seinem ganzen Organismus sind zwei Dinge das Allerwichtigste. Das erste ist das Blut; denn würde der Mensch das Blut nicht haben, so müßte er sofort sterben. Er würde nicht sein Leben in jedem Augenblick erneuern können, und das Leben muß in jedem Augenblick erneuert werden. Also, denken Sie sich das Blut aus dem Körper fort, dann ist der Mensch ein toter Gegenstand. Aber auch wenn Sie sich die Nerven fortdenken, so könnte der Mensch zwar geradeso ausschauen, wie er ausschaut, aber er würde kein Bewußtsein haben; er würde nichts vorstellen können, nichts fühlen können, würde sich nicht bewegen können. Wir müssen uns also sagen: Daß der Mensch ein bewußter Mensch ist, dazu braucht er die Nerven. Daß der Mensch überhaupt leben kann, dazu braucht er das Blut. Also das Blut ist das Organ des Lebens; die Nerven sind das Organ des Bewußtseins.

[ 4 ] Aber jedes Organ hat Nerven und hat Blut. Und das menschliche Auge ist ja eigentlich im Grunde genommen wirklich ein ganzer Mensch und hat Nerven und Blut, und zwar so, daß, wenn Sie sich vorstellen, hier kommt das Auge aus dem Kopfe heraus (Zeichnung), so breiten sich in diesem Auge die Blutäderchen aus. Viele Blutäderchen breiten sich aus. Und dann breiten sich viele Nerven aus. Also Sie sehen, was Sie in der Hand haben, Nerven und Blutströmungen, das haben Sie auch im Haupte.

[ 4 ] Aber jedes Organ hat Nerven und hat Blut. Und das menschliche Auge ist ja eigentlich im Grunde genommen wirklich ein ganzer Mensch und hat Nerven und Blut, und zwar so, daß, wenn Sie sich vorstellen, hier kommt das Auge aus dem Kopfe heraus (Zeichnung), so breiten sich in diesem Auge die Blutäderchen aus. Viele Blutäderchen breiten sich aus. Und dann breiten sich viele Nerven aus. Also Sie sehen, was Sie in der Hand haben, Nerven und Blutströmungen, das haben Sie auch im Haupte.

[ 5 ] Nun ist es im Auge so: ja, denken Sie sich einmal, auf das Auge wirkt die Außenwelt, die beleuchtet ist. Sehen Sie, Sie können sich am besten die Außenwelt vorstellen, die beleuchtet ist. Allerdings, am Tage ist die Außenwelt, in der Sie herumgehen, beleuchtet. Aber es ist schwer, von dieser ganz beleuchteten Außenwelt einen Begriff zu bekommen. Einen wahren Begriff bekommen Sie, wenn Sie sich die halbbeleuchtete Außenwelt am Morgen und Abend vorstellen, wo Sie die Morgen- und Abendröte um sich herum sehen. Die Morgen- und Abendröte sind besonders lehrreich.

[ 5 ] Nun ist es im Auge so: ja, denken Sie sich einmal, auf das Auge wirkt die Außenwelt, die beleuchtet ist. Sehen Sie, Sie können sich am besten die Außenwelt vorstellen, die beleuchtet ist. Allerdings, am Tage ist die Außenwelt, in der Sie herumgehen, beleuchtet. Aber es ist schwer, von dieser ganz beleuchteten Außenwelt einen Begriff zu bekommen. Einen wahren Begriff bekommen Sie, wenn Sie sich die halbbeleuchtete Außenwelt am Morgen und Abend vorstellen, wo Sie die Morgen- und Abendröte um sich herum sehen. Die Morgen- und Abendröte sind besonders lehrreich.

[ 6 ] Denn, was ist bei der Morgen- und Abendröte eigentlich vorhanden? Stellen Sie sich einmal den Sonnenaufgang vor (Zeichnung). Die Sonne kommt herauf. Wenn die Sonne heraufkommt, dann kann sie noch nicht geradehin auf Sie leuchten. Ich zeichne jetzt den scheinbaren Lauf, wie wir es sehen; in Wirklichkeit bewegt sich die Erde, und die Sonne steht still, aber das macht ja nichts. Also die Sonne schickt zuerst ihre Strahlen hierher, und dann hierher. Wenn Sie also da stehen, sehen Sie bei der Morgenröte nicht die Sonne, sondern Sie sehen die beleuchteten Wolken. Da sind Wolken. Auf diesen Wolken sitzt eigentlich das Licht.

[ 6 ] Denn, was ist bei der Morgen- und Abendröte eigentlich vorhanden? Stellen Sie sich einmal den Sonnenaufgang vor (Zeichnung). Die Sonne kommt herauf. Wenn die Sonne heraufkommt, dann kann sie noch nicht geradehin auf Sie leuchten. Ich zeichne jetzt den scheinbaren Lauf, wie wir es sehen; in Wirklichkeit bewegt sich die Erde, und die Sonne steht still, aber das macht ja nichts. Also die Sonne schickt zuerst ihre Strahlen hierher, und dann hierher. Wenn Sie also da stehen, sehen Sie bei der Morgenröte nicht die Sonne, sondern Sie sehen die beleuchteten Wolken. Da sind Wolken. Auf diesen Wolken sitzt eigentlich das Licht.

[ 7 ] Nun, meine Herren, was ist das eigentlich? Das ist sehr lehrreich. Weil die Sonne noch nicht ganz heroben ist, ist es hier noch dunkel; um Sie herum ist es ja noch dunkel, und da, in der Ferne, sind die von der Sonne beleuchteten Wolken. Kann man das verstehen? Sie sehen also, wenn Sie da stehen, durch die Dunkelheit, die um Sie herum ist, dort die beleuchteten Wolken. Sie sehen Licht durch die Dunkelheit. So daß wir sagen können: Bei der Morgenröte — und bei der Abendröte ist es ja ebenso — sieht man Licht durch Dunkelheit. Und Licht durch Dunkelheit gesehen, das können Sie an der Morgen- und Abendröte sehen, sieht rot aus. Licht durch Dunkelheit gesehen, sieht rot aus. Also wir können sagen: Wenn man Licht durch Dunkelheit sieht, so sieht das rot aus. Licht durch Dunkelheit gesehen ist rot.

[ 7 ] Nun, meine Herren, was ist das eigentlich? Das ist sehr lehrreich. Weil die Sonne noch nicht ganz heroben ist, ist es hier noch dunkel; um Sie herum ist es ja noch dunkel, und da, in der Ferne, sind die von der Sonne beleuchteten Wolken. Kann man das verstehen? Sie sehen also, wenn Sie da stehen, durch die Dunkelheit, die um Sie herum ist, dort die beleuchteten Wolken. Sie sehen Licht durch die Dunkelheit. So daß wir sagen können: Bei der Morgenröte — und bei der Abendröte ist es ja ebenso — sieht man Licht durch Dunkelheit. Und Licht durch Dunkelheit gesehen, das können Sie an der Morgen- und Abendröte sehen, sieht rot aus. Licht durch Dunkelheit gesehen, sieht rot aus. Also wir können sagen: Wenn man Licht durch Dunkelheit sieht, so sieht das rot aus. Licht durch Dunkelheit gesehen ist rot.

[ 8 ] Jetzt will ich Ihnen etwas anderes sagen. Denken Sie sich, Sie haben die Morgenröte bereits vorbei, sind am Tage, sehen zum Beispiel, wie es heute der Fall ist, frei in die Luft. Was sehen Sie da draußen? Sie sehen den sogenannten blauen Himmel. Er ist zwar nicht da, aber Sie sehen ihn doch. Das geht zwar bis in alle Unendlichkeit fort, aber Sie sehen doch, wie wenn er sich wie eine blaue Schale um die Erde herumlegen würde. Warum ist das?

[ 8 ] Jetzt will ich Ihnen etwas anderes sagen. Denken Sie sich, Sie haben die Morgenröte bereits vorbei, sind am Tage, sehen zum Beispiel, wie es heute der Fall ist, frei in die Luft. Was sehen Sie da draußen? Sie sehen den sogenannten blauen Himmel. Er ist zwar nicht da, aber Sie sehen ihn doch. Das geht zwar bis in alle Unendlichkeit fort, aber Sie sehen doch, wie wenn er sich wie eine blaue Schale um die Erde herumlegen würde. Warum ist das?

[ 9 ] Nun, Sie brauchen sich nur zu überlegen, wie es da draußen ist im weiten Weltenraum: es ist nämlich finster. Der weite Weltenraum ist finster. Die Sonne scheint nur auf die Erde, und dadurch, daß um die Erde Luft ist, dadurch verfangen sich die Sonnenstrahlen und machen hier Licht, namentlich wenn sie durch die wässerige Luft scheinen. Aber draußen in dem weiten Weltenraum ist es absolut schwarz, dunkel. So daß, wenn man bei Tag da steht, man ins Dunkel hineinschaut, und man müßte eigentlich schwarz sehen. Aber man sieht es nicht schwarz, sondern blau, weil es ringsherum beleuchtet ist von der Sonne. Die Luft und das Wasser in der Luft, die sind beleuchtet.

[ 9 ] Nun, Sie brauchen sich nur zu überlegen, wie es da draußen ist im weiten Weltenraum: es ist nämlich finster. Der weite Weltenraum ist finster. Die Sonne scheint nur auf die Erde, und dadurch, daß um die Erde Luft ist, dadurch verfangen sich die Sonnenstrahlen und machen hier Licht, namentlich wenn sie durch die wässerige Luft scheinen. Aber draußen in dem weiten Weltenraum ist es absolut schwarz, dunkel. So daß, wenn man bei Tag da steht, man ins Dunkel hineinschaut, und man müßte eigentlich schwarz sehen. Aber man sieht es nicht schwarz, sondern blau, weil es ringsherum beleuchtet ist von der Sonne. Die Luft und das Wasser in der Luft, die sind beleuchtet.

[ 10 ] Da sehen Sie also ganz klar Finsternis durch das Licht durch. Sie schauen durch das Licht durch, durch die Beleuchtung durch in die Finsternis hinein. Also wir können sagen: Finsternis durch Licht ist blau.

[ 10 ] Da sehen Sie also ganz klar Finsternis durch das Licht durch. Sie schauen durch das Licht durch, durch die Beleuchtung durch in die Finsternis hinein. Also wir können sagen: Finsternis durch Licht ist blau.

[ 11 ] Da haben Sie die zwei Grundgesetze der Farbenlehre, die Sie einfach an der Umgebung ablesen können. Wenn Sie die Morgen- und Abendröte richtig verstehen, so sagen Sie sich: Licht durch Dunkelheit oder Licht durch Finsternis gesehen, ist rot. Wenn Sie am Tag hineinschauen in den schwarzen Himmelsraum, sagen Sie sich: Dunkelheit oder Finsternis durch Licht gesehen - weil es rings um Sie herum beleuchtet ist —, ist blau.

[ 11 ] Da haben Sie die zwei Grundgesetze der Farbenlehre, die Sie einfach an der Umgebung ablesen können. Wenn Sie die Morgen- und Abendröte richtig verstehen, so sagen Sie sich: Licht durch Dunkelheit oder Licht durch Finsternis gesehen, ist rot. Wenn Sie am Tag hineinschauen in den schwarzen Himmelsraum, sagen Sie sich: Dunkelheit oder Finsternis durch Licht gesehen - weil es rings um Sie herum beleuchtet ist —, ist blau.

[ 12 ] Sehen Sie, diese ganz natürliche Anschauung, die hat man immer gehabt, bis die Menschen «gescheit» geworden sind. Diese Anschauung, daß Licht durch Dunkelheit rot ist, Dunkelheit durch Licht blau ist, die haben die Alten gehabt, in Asien drüben, als sie noch so gescheit waren, wie ich es Ihnen letzthin einmal beschrieben habe. Diese Anschauung haben noch die alten Griechen gehabt. Diese Anschauung hat man noch durch das ganze Mittelalter hindurch gehabt, bis die Menschen gescheit geworden sind, bis so um das 14., 15., 16., 17. Jahrhundert herum. Und als sie gescheit geworden sind, da haben sie angefangen, nicht mehr auf das Natürliche zu gehen, sondern allerlei künstliche Wissenschaften auszudenken. Und einer derjenigen, der eine besonders künstliche Wissenschaft über die Farben ausgedacht hat, das ist der Engländer Newton. Newton, der hat aus der Gescheitheit heraus — Sie wissen, wie ich jetzt das Wort Gescheitheit gebrauche, nämlich ganz im Ernst -, der hat sich aus der besonderen Gescheitheit heraus etwa so gesagt: Schauen wir den Regenbogen an — denn nicht wahr, wenn man gescheit wird, schaut man nicht dasjenige an, was natürlich ist, was jeden Tag erscheint, Morgen- und Abendröte, sondern wenn man gescheit wird, schaut man das besonders Seltene an, dasjenige, was man erst verstehen sollte, wenn man schon weiter gekommen ist —, aber nun, der Newton sagte also: Schauen wir den Regenbogen an. Im Regenbogen sieht man nun sieben Farben, nämlich Rot, Orange, Gelb, Grün, Blau, Indigo, Violett. Es sind sieben Farben, die sieht man so nacheinander im Regenbogen (es wird gezeichnet). Wenn Sie den Regenbogen anschauen, können Sie diese sieben Farben ganz einfach unterscheiden.

[ 12 ] Sehen Sie, diese ganz natürliche Anschauung, die hat man immer gehabt, bis die Menschen «gescheit» geworden sind. Diese Anschauung, daß Licht durch Dunkelheit rot ist, Dunkelheit durch Licht blau ist, die haben die Alten gehabt, in Asien drüben, als sie noch so gescheit waren, wie ich es Ihnen letzthin einmal beschrieben habe. Diese Anschauung haben noch die alten Griechen gehabt. Diese Anschauung hat man noch durch das ganze Mittelalter hindurch gehabt, bis die Menschen gescheit geworden sind, bis so um das 14., 15., 16., 17. Jahrhundert herum. Und als sie gescheit geworden sind, da haben sie angefangen, nicht mehr auf das Natürliche zu gehen, sondern allerlei künstliche Wissenschaften auszudenken. Und einer derjenigen, der eine besonders künstliche Wissenschaft über die Farben ausgedacht hat, das ist der Engländer Newton. Newton, der hat aus der Gescheitheit heraus — Sie wissen, wie ich jetzt das Wort Gescheitheit gebrauche, nämlich ganz im Ernst -, der hat sich aus der besonderen Gescheitheit heraus etwa so gesagt: Schauen wir den Regenbogen an — denn nicht wahr, wenn man gescheit wird, schaut man nicht dasjenige an, was natürlich ist, was jeden Tag erscheint, Morgen- und Abendröte, sondern wenn man gescheit wird, schaut man das besonders Seltene an, dasjenige, was man erst verstehen sollte, wenn man schon weiter gekommen ist —, aber nun, der Newton sagte also: Schauen wir den Regenbogen an. Im Regenbogen sieht man nun sieben Farben, nämlich Rot, Orange, Gelb, Grün, Blau, Indigo, Violett. Es sind sieben Farben, die sieht man so nacheinander im Regenbogen (es wird gezeichnet). Wenn Sie den Regenbogen anschauen, können Sie diese sieben Farben ganz einfach unterscheiden.

Blackboard 1
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[ 13 ] Nun hat Newton einen künstlichen Regenbogen gemacht, dadurch, daß er sein Zimmer verdunkelt hat, finster gemacht hat, das Fenster zugeschlagen hat mit einem schwarzen Papier und in das Papier ein kleines Loch hinein gemacht hat. Da hatte er einen ganz kleinen Lichtstreifen. Nun tat er in diesen Lichtstreifen das hinein, was man ein Prisma nennt, ein Glas, das so ausschaut, so ein dreieckiges Glas, und hinter dem stellte er einen Schirm auf. So hatte er dort das Fenster mit dem Loch, diese kleine Lichtströmung, das Prisma, und dahinter den Schirm. Da erschien nun auch der Regenbogen; da erschien nun auch Rot, Orange, Gelb, Grün, Blau, Indigo, Violett, alle diese Farben. Was sagte sich nun Newton? Newton sagte sich: Da kommt das weiße Licht herein; mit dem Prisma kriege ich die sieben Farben des Regenbogens. Also sind die sieben Farben des Regenbogens schon in dem weißen Licht drinnen, und ich brauche sie nur herauszulocken. — Sehen Sie, das ist die einfachste Erklärung. Man erklärt etwas dadurch, daß man sagt: Es ist in dem, aus dem ich es heraushole, schon drinnen.

[ 13 ] Nun hat Newton einen künstlichen Regenbogen gemacht, dadurch, daß er sein Zimmer verdunkelt hat, finster gemacht hat, das Fenster zugeschlagen hat mit einem schwarzen Papier und in das Papier ein kleines Loch hinein gemacht hat. Da hatte er einen ganz kleinen Lichtstreifen. Nun tat er in diesen Lichtstreifen das hinein, was man ein Prisma nennt, ein Glas, das so ausschaut, so ein dreieckiges Glas, und hinter dem stellte er einen Schirm auf. So hatte er dort das Fenster mit dem Loch, diese kleine Lichtströmung, das Prisma, und dahinter den Schirm. Da erschien nun auch der Regenbogen; da erschien nun auch Rot, Orange, Gelb, Grün, Blau, Indigo, Violett, alle diese Farben. Was sagte sich nun Newton? Newton sagte sich: Da kommt das weiße Licht herein; mit dem Prisma kriege ich die sieben Farben des Regenbogens. Also sind die sieben Farben des Regenbogens schon in dem weißen Licht drinnen, und ich brauche sie nur herauszulocken. — Sehen Sie, das ist die einfachste Erklärung. Man erklärt etwas dadurch, daß man sagt: Es ist in dem, aus dem ich es heraushole, schon drinnen.

[ 14 ] In Wirklichkeit hätte er sich sagen müssen: Dadurch, daß ich nicht eine richtige Glasplatte, sondern ein Prisma, also ein Glas mit einer solchen spitz zusammenlaufenden Fläche [dem Schirm] gegenüberstelle, wird auf der einen Seite, wenn ich so hingucke, Licht durch Dunkelheit rot gemacht, da erscheint die rote Farbe, und auf der anderen Seite wird Dunkelheit durch Licht blau gemacht, da erscheint die blaue Farbe. Und was dazwischen ist, sind eben Abstufungen. Das hätte er sich sagen müssen.

[ 14 ] In Wirklichkeit hätte er sich sagen müssen: Dadurch, daß ich nicht eine richtige Glasplatte, sondern ein Prisma, also ein Glas mit einer solchen spitz zusammenlaufenden Fläche [dem Schirm] gegenüberstelle, wird auf der einen Seite, wenn ich so hingucke, Licht durch Dunkelheit rot gemacht, da erscheint die rote Farbe, und auf der anderen Seite wird Dunkelheit durch Licht blau gemacht, da erscheint die blaue Farbe. Und was dazwischen ist, sind eben Abstufungen. Das hätte er sich sagen müssen.

[ 15 ] Aber es ging um diese Zeit in der Welt alles darauf hinaus, so zu erklären, daß man eigentlich nur alles da drinnen schon suchte, woraus man es eigentlich erklären sollte. Nicht wahr, das ist ja das Allereinfachste. Wenn man zum Beispiel erklären soll, wie der Mensch entsteht, so sagt man: Nun ja, der ist schon im Ei der Mutter drinnen, da entwickelt er sich nur heraus. Das ist eine feine Erklärung, indem man sich sagt ... (Lücke im Text.) - Wir haben es, wie Sie gesehen haben, nicht so gut. Wir müssen den ganzen Weltenraum zu Hilfe nehmen, der dann das Ei aus der Mutter erst herausbildet. Aber die Naturwissenschaft geht darauf aus, alles da hinein ... (Lücke im Text.) Newton hat also gesagt: Die Sonne enthält schon alle Farben, wir brauchen sie nur herauszuholen.

[ 15 ] Aber es ging um diese Zeit in der Welt alles darauf hinaus, so zu erklären, daß man eigentlich nur alles da drinnen schon suchte, woraus man es eigentlich erklären sollte. Nicht wahr, das ist ja das Allereinfachste. Wenn man zum Beispiel erklären soll, wie der Mensch entsteht, so sagt man: Nun ja, der ist schon im Ei der Mutter drinnen, da entwickelt er sich nur heraus. Das ist eine feine Erklärung, indem man sich sagt ... (Lücke im Text.) - Wir haben es, wie Sie gesehen haben, nicht so gut. Wir müssen den ganzen Weltenraum zu Hilfe nehmen, der dann das Ei aus der Mutter erst herausbildet. Aber die Naturwissenschaft geht darauf aus, alles da hinein ... (Lücke im Text.) Newton hat also gesagt: Die Sonne enthält schon alle Farben, wir brauchen sie nur herauszuholen.

[ 16 ] Aber so ist es gar nicht. Wenn die Sonne Rot erzeugen soll durch die Morgenröte, muß sie erst auf die Wolken scheinen, und wir müssen durch die Dunkelheit das Rot sehen. Und wenn der Himmelsraum blau erscheinen soll, so ist das gar nicht von der Sonne, denn da scheint die Sonne nicht herein, da ist es schwarz, finster, und das Blau sehen wir durch die erhellte Luft der Erde. Da sehen wir also Finsternis durch Licht = Blau.

[ 16 ] Aber so ist es gar nicht. Wenn die Sonne Rot erzeugen soll durch die Morgenröte, muß sie erst auf die Wolken scheinen, und wir müssen durch die Dunkelheit das Rot sehen. Und wenn der Himmelsraum blau erscheinen soll, so ist das gar nicht von der Sonne, denn da scheint die Sonne nicht herein, da ist es schwarz, finster, und das Blau sehen wir durch die erhellte Luft der Erde. Da sehen wir also Finsternis durch Licht = Blau.

[ 17 ] Worauf es hinauskommt, das ist: man sollte eine ordentliche Physik machen, wo man dann sehen könnte, wie beim Prisma auf der einen Seite Licht durch Dunkelheit, auf der anderen Seite Dunkelheit durch Licht gesehen wird. Das ist aber den Leuten zu unbequem. Sie finden es am besten, wenn man sagt: Alles ist im Licht drinnen, und man holt es nur heraus. —- Dann kann man auch sagen: Einst gab es in der Welt ein riesiges Ei, da war schon die ganze Welt drinnen, und aus dem holen wir alles heraus! —- So hat es Newton mit den Farben gemacht. Aber in Wirklichkeit kann man das Geheimnis der Farben durchaus immer sehen, wenn man in der richtigen Weise die Morgenröte und die Himmelsbläue versteht.

[ 17 ] Worauf es hinauskommt, das ist: man sollte eine ordentliche Physik machen, wo man dann sehen könnte, wie beim Prisma auf der einen Seite Licht durch Dunkelheit, auf der anderen Seite Dunkelheit durch Licht gesehen wird. Das ist aber den Leuten zu unbequem. Sie finden es am besten, wenn man sagt: Alles ist im Licht drinnen, und man holt es nur heraus. —- Dann kann man auch sagen: Einst gab es in der Welt ein riesiges Ei, da war schon die ganze Welt drinnen, und aus dem holen wir alles heraus! —- So hat es Newton mit den Farben gemacht. Aber in Wirklichkeit kann man das Geheimnis der Farben durchaus immer sehen, wenn man in der richtigen Weise die Morgenröte und die Himmelsbläue versteht.

[ 18 ] Nun muß man nur weiter die ganze Sache im Verhältnis zu unserem Auge betrachten, und überhaupt zu dem ganzen Menschenleben. Sie wissen ja alle, daß es ein Wesen gibt, das durch das Rot, wo also das Licht durch die Dunkelheit wirkt, besonders aufgeregt wird: das ist der Stier. Der Stier wird bekanntlich durch das Rot furchtbar aufgeregt. Das wissen Sie auf der einen Seite. Und so ein bißchen etwas von der Stiernatur hat ja der Mensch auch. Er wird zwar nicht durch das Rot direkt aufgeregt, aber Sie werden sofort wahrnehmen, daß der Mensch, wenn er immerfort bei rotem Lichte lebt, dann schon auch ein bißchen aufgeregt wird. Er wird ein bißchen stierhaft. Ich habe sogar Dichter kennengelernt, die haben nicht dichten können, wenn sie ihre gewöhnliche Körperverfassung hatten; da haben sie sich immer in Zimmer gesetzt, wo sie über die Beleuchtungskörper solch einen roten Schirm drüber gemacht haben. Nachher sind sie aufgeregt geworden und haben dichten können. Nun, der Stier wird wild; der Mensch kann auf diese Weise sogar dichterisch werden, wenn er sich dem Rot aussetzt! Es kommt nur darauf an, ob man es von außen oder innen tut, dieses Beleben zum Dichten! Das ist auf der einen Seite der Fall.

[ 18 ] Nun muß man nur weiter die ganze Sache im Verhältnis zu unserem Auge betrachten, und überhaupt zu dem ganzen Menschenleben. Sie wissen ja alle, daß es ein Wesen gibt, das durch das Rot, wo also das Licht durch die Dunkelheit wirkt, besonders aufgeregt wird: das ist der Stier. Der Stier wird bekanntlich durch das Rot furchtbar aufgeregt. Das wissen Sie auf der einen Seite. Und so ein bißchen etwas von der Stiernatur hat ja der Mensch auch. Er wird zwar nicht durch das Rot direkt aufgeregt, aber Sie werden sofort wahrnehmen, daß der Mensch, wenn er immerfort bei rotem Lichte lebt, dann schon auch ein bißchen aufgeregt wird. Er wird ein bißchen stierhaft. Ich habe sogar Dichter kennengelernt, die haben nicht dichten können, wenn sie ihre gewöhnliche Körperverfassung hatten; da haben sie sich immer in Zimmer gesetzt, wo sie über die Beleuchtungskörper solch einen roten Schirm drüber gemacht haben. Nachher sind sie aufgeregt geworden und haben dichten können. Nun, der Stier wird wild; der Mensch kann auf diese Weise sogar dichterisch werden, wenn er sich dem Rot aussetzt! Es kommt nur darauf an, ob man es von außen oder innen tut, dieses Beleben zum Dichten! Das ist auf der einen Seite der Fall.

[ 19 ] Auf der anderen Seite werden Sie auch wissen, daß wenn die Menschen, die solche Sachen durchschauen, andere Menschen, die es nicht durchschauen, besonders zahm, so recht demütig machen wollen, die blaue Farbe anwenden, oder die schwarze Farbe, direkt schwarz. So wird zum Beispiel, wenn im Katholizismus der Advent kommt, wo die Menschen demütig werden sollen, die Kirche, aber vor allem die Mefßgewänder blau gemacht. Die Menschen werden zahm, demütig. Der Mensch fühlt sich dann innerlich mit in der demutsvollen Stimmung. Besonders wenn der Mensch sich zuerst ausgetobt hat wie ein Stier, wie zum Beispiel bei der Fastnacht das der Fall sein konnte, dann läßt man darauf die richtige Fastenzeit folgen, und nicht nur dunkle Gewänder, [sondern sogar] schwarze Gewänder. Da wird dann der Mensch über sein Austoben zahm. Nur sollte dort, wo man sogar zwei Fastnachtssonntage hat, auch die Fastenzeit aufs Doppelte ausgedehnt werden! Ich weiß nicht, ob das geschieht. Aber Sie sehen daraus, daß das auf den Menschen in ganz verschiedener Weise wirkt, ob er das Licht durch das Dunkle wahrnimmt, also das Rote, oder ob er Finsternis, Dunkelheit durch das Licht wahrnimmt, also das Blaue.

[ 19 ] Auf der anderen Seite werden Sie auch wissen, daß wenn die Menschen, die solche Sachen durchschauen, andere Menschen, die es nicht durchschauen, besonders zahm, so recht demütig machen wollen, die blaue Farbe anwenden, oder die schwarze Farbe, direkt schwarz. So wird zum Beispiel, wenn im Katholizismus der Advent kommt, wo die Menschen demütig werden sollen, die Kirche, aber vor allem die Mefßgewänder blau gemacht. Die Menschen werden zahm, demütig. Der Mensch fühlt sich dann innerlich mit in der demutsvollen Stimmung. Besonders wenn der Mensch sich zuerst ausgetobt hat wie ein Stier, wie zum Beispiel bei der Fastnacht das der Fall sein konnte, dann läßt man darauf die richtige Fastenzeit folgen, und nicht nur dunkle Gewänder, [sondern sogar] schwarze Gewänder. Da wird dann der Mensch über sein Austoben zahm. Nur sollte dort, wo man sogar zwei Fastnachtssonntage hat, auch die Fastenzeit aufs Doppelte ausgedehnt werden! Ich weiß nicht, ob das geschieht. Aber Sie sehen daraus, daß das auf den Menschen in ganz verschiedener Weise wirkt, ob er das Licht durch das Dunkle wahrnimmt, also das Rote, oder ob er Finsternis, Dunkelheit durch das Licht wahrnimmt, also das Blaue.

[ 20 ] Betrachten Sie nun das Auge. Da drinnen haben Sie Nerven und Blut. Wenn das Auge auf das Rote schaut, also sagen wir, auf die Morgenröte oder überhaupt auf etwas Rotes schaut, was erlebt da das Auge? Sehen Sie, wenn das Auge auf das Rote schaut, dann werden im Auge diese ganz feinen Blutäderchen von dem roten Licht durchzogen. Und dieses rote Licht hat die Eigentümlichkeit, daß es das Blut immer ein bißchen zerstört. Es zerstört aber den Nerv mit, denn der Nerv kann auch nur leben, wenn er vom Blut durchzogen ist. Wenn das Auge dem Rot gegenübersteht, wenn das Rot hereinkommt, dann wird immer das Blut im Auge etwas zerstört, der Nerv mit zerstört. Der Stier empfindet einfach, wenn er dem Rot gegenübersteht: Donnerwetter, da wird mir ja mein ganzes Blut zerstört im Kopf! Da muß ich mich wehren dagegen! - Da wird er wild, weil er sich sein Blut nicht zerstören lassen will.

[ 20 ] Betrachten Sie nun das Auge. Da drinnen haben Sie Nerven und Blut. Wenn das Auge auf das Rote schaut, also sagen wir, auf die Morgenröte oder überhaupt auf etwas Rotes schaut, was erlebt da das Auge? Sehen Sie, wenn das Auge auf das Rote schaut, dann werden im Auge diese ganz feinen Blutäderchen von dem roten Licht durchzogen. Und dieses rote Licht hat die Eigentümlichkeit, daß es das Blut immer ein bißchen zerstört. Es zerstört aber den Nerv mit, denn der Nerv kann auch nur leben, wenn er vom Blut durchzogen ist. Wenn das Auge dem Rot gegenübersteht, wenn das Rot hereinkommt, dann wird immer das Blut im Auge etwas zerstört, der Nerv mit zerstört. Der Stier empfindet einfach, wenn er dem Rot gegenübersteht: Donnerwetter, da wird mir ja mein ganzes Blut zerstört im Kopf! Da muß ich mich wehren dagegen! - Da wird er wild, weil er sich sein Blut nicht zerstören lassen will.

Blackboard 2
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[ 21 ] Nun, dies ist aber sehr gut, wenn nicht gerade beim Stier, aber beim Menschen und bei anderen Tieren. Denn wenn wir nun ins Rote schauen und unser Blut etwas zerstört wird, dann wirkt auf der anderen Seite der ganze Körper so, daß wir wieder besser den Sauerstoff ins Auge hineinleiten, damit das Blut wieder hergestellt werden kann.

[ 21 ] Nun, dies ist aber sehr gut, wenn nicht gerade beim Stier, aber beim Menschen und bei anderen Tieren. Denn wenn wir nun ins Rote schauen und unser Blut etwas zerstört wird, dann wirkt auf der anderen Seite der ganze Körper so, daß wir wieder besser den Sauerstoff ins Auge hineinleiten, damit das Blut wieder hergestellt werden kann.

[ 22 ] Bedenken Sie, was da für ein wunderbarer Vorgang geschieht: Wenn Licht durch Dunkelheit, also Rot, gesehen wird, so wird zunächst Blut zerstört, Sauerstoff aus dem Körper gesogen und das Auge belebt durch den Sauerstoff. Und jetzt wissen wir an unserem eigenen Lebhaftwerden im Auge: da ist Rot draußen. Aber damit wir dieses Rot wahrnehmen können, muß uns zuerst im Auge ein bißchen das Blut zerstört werden, der Nerv zerstört werden. Wir müssen ins Auge Leben hineinschicken, das heißt Sauerstoff hineinschicken. Und an unserem eigenen Aufleben des Auges, an diesem Aufwachen des Auges merken wir: da draußen ist Rot.

[ 22 ] Bedenken Sie, was da für ein wunderbarer Vorgang geschieht: Wenn Licht durch Dunkelheit, also Rot, gesehen wird, so wird zunächst Blut zerstört, Sauerstoff aus dem Körper gesogen und das Auge belebt durch den Sauerstoff. Und jetzt wissen wir an unserem eigenen Lebhaftwerden im Auge: da ist Rot draußen. Aber damit wir dieses Rot wahrnehmen können, muß uns zuerst im Auge ein bißchen das Blut zerstört werden, der Nerv zerstört werden. Wir müssen ins Auge Leben hineinschicken, das heißt Sauerstoff hineinschicken. Und an unserem eigenen Aufleben des Auges, an diesem Aufwachen des Auges merken wir: da draußen ist Rot.

[ 23 ] Nun, sehen Sie, dadurch, daß der Mensch also richtig das gerötete Licht wahrnimmt, daß der Mensch immer richtig das gerötete Licht aufnehmen kann, darauf beruht ja eigentlich auch seine Gesundheit. Denn der Sauerstoff, der da aus dem Körper aufgenommen wird, der belebt dann den ganzen Körper, und der Mensch selber bekommt eine gesunde Gesichtsfarbe. Er kann richtig sich beleben.

[ 23 ] Nun, sehen Sie, dadurch, daß der Mensch also richtig das gerötete Licht wahrnimmt, daß der Mensch immer richtig das gerötete Licht aufnehmen kann, darauf beruht ja eigentlich auch seine Gesundheit. Denn der Sauerstoff, der da aus dem Körper aufgenommen wird, der belebt dann den ganzen Körper, und der Mensch selber bekommt eine gesunde Gesichtsfarbe. Er kann richtig sich beleben.

[ 24 ] Das ist nicht nur bei dem der Fall, dessen Auge gesund ist und der sieht, sondern das ist auch bei dem der Fall, dessen Auge nicht gesund ist und der nicht sieht; denn das Licht wirkt durch die hellen Farben; dann wird er belebt im Kopfe, und diese Belebung, die wirkt wiederum auf den ganzen Organismus und gibt ihm eine gesunde Farbe. So daß wir, wenn wir im Lichte leben und richtig das Licht aufnehmen können, dann die gesunde Farbe kriegen.

[ 24 ] Das ist nicht nur bei dem der Fall, dessen Auge gesund ist und der sieht, sondern das ist auch bei dem der Fall, dessen Auge nicht gesund ist und der nicht sieht; denn das Licht wirkt durch die hellen Farben; dann wird er belebt im Kopfe, und diese Belebung, die wirkt wiederum auf den ganzen Organismus und gibt ihm eine gesunde Farbe. So daß wir, wenn wir im Lichte leben und richtig das Licht aufnehmen können, dann die gesunde Farbe kriegen.

[ 25 ] Es ist also schon sehr wichtig, daß der Mensch nicht in finsteren Räumen aufgezogen wird, wo er tot und demütig werden könnte, sondern daß der Mensch in hellen, rötlichen oder gelblichen Räumen aufgezogen wird, wo er den Sauerstoff, den er im Inneren hat, auch wirklich durch das Licht richtig verarbeitet. Daraus sehen Sie aber, daß alles, was mit dem Roten zusammenhängt, beim Menschen eigentlich mit der Entwickelung des Blutes zusammenhängt. Der Nerv wird eigentlich, wenn wir Rot wahrnehmen, zerstört.

[ 25 ] Es ist also schon sehr wichtig, daß der Mensch nicht in finsteren Räumen aufgezogen wird, wo er tot und demütig werden könnte, sondern daß der Mensch in hellen, rötlichen oder gelblichen Räumen aufgezogen wird, wo er den Sauerstoff, den er im Inneren hat, auch wirklich durch das Licht richtig verarbeitet. Daraus sehen Sie aber, daß alles, was mit dem Roten zusammenhängt, beim Menschen eigentlich mit der Entwickelung des Blutes zusammenhängt. Der Nerv wird eigentlich, wenn wir Rot wahrnehmen, zerstört.

[ 26 ] Jetzt denken Sie sich, wir sehen Finsternis durch Licht, also Blau. Die Finsternis zerstört uns das Blut nicht; die Finsternis läßt uns das Blut unzerstört. Der Nerv bleibt also auch unzerstört, weil sein Blut in Ordnung bleibt. Die Folge davon ist, daß der Mensch sich innerlich so recht wohl fühlt. Weil das Blut und der Nerv nicht angegriffen werden vom Blau, fühlt sich der Mensch innerlich so recht wohl. Und beim Demütigmachen, da ist eigentlich etwas Raffiniertes dabei. Wenn nämlich, sagen wir, da oben am Altare die Priester in den blauen Gewändern oder in den schwarzen Gewändern sind und unten die Leute sitzen, dann werden ihnen durch die blauen Gewänder, wenn sie immer hingucken, die Blutadern und die Nerven in dem Auge nicht zerstört, und natürlich fühlen sie sich furchtbar wohl darinnen. Es ist eigentlich auf das Wohlbefinden der Leute berechnet. Glauben Sie nur nicht, daß man das nicht weiß! Denn die haben ja noch die alte Wissenschaft. Die neuere Wissenschaft ist ja erst bei den aufgeklärten Menschen entstanden, bei solchen aufgeklärten Menschen wie zum Beispiel Newton.

[ 26 ] Jetzt denken Sie sich, wir sehen Finsternis durch Licht, also Blau. Die Finsternis zerstört uns das Blut nicht; die Finsternis läßt uns das Blut unzerstört. Der Nerv bleibt also auch unzerstört, weil sein Blut in Ordnung bleibt. Die Folge davon ist, daß der Mensch sich innerlich so recht wohl fühlt. Weil das Blut und der Nerv nicht angegriffen werden vom Blau, fühlt sich der Mensch innerlich so recht wohl. Und beim Demütigmachen, da ist eigentlich etwas Raffiniertes dabei. Wenn nämlich, sagen wir, da oben am Altare die Priester in den blauen Gewändern oder in den schwarzen Gewändern sind und unten die Leute sitzen, dann werden ihnen durch die blauen Gewänder, wenn sie immer hingucken, die Blutadern und die Nerven in dem Auge nicht zerstört, und natürlich fühlen sie sich furchtbar wohl darinnen. Es ist eigentlich auf das Wohlbefinden der Leute berechnet. Glauben Sie nur nicht, daß man das nicht weiß! Denn die haben ja noch die alte Wissenschaft. Die neuere Wissenschaft ist ja erst bei den aufgeklärten Menschen entstanden, bei solchen aufgeklärten Menschen wie zum Beispiel Newton.

[ 27 ] Und so können wir sagen: Das Blau ist dasjenige, was dem Menschen innerliches Wohlbehagen bereitet, wo er sich sagt — das ist alles unbewußt, aber innerlich sagt er sich: Da kann ich leicht leben, in dem Blau. Da fühlt sich der Mensch innerlich, während er bei dem Roten fühlt, als ob in ihn etwas eindringen würde. Man könnte sagen beim Blau: Der Nerv bleibt unzerstört, und der Körper schickt sein Wohlgefühl ins Auge und dadurch in den ganzen Körper.

[ 27 ] Und so können wir sagen: Das Blau ist dasjenige, was dem Menschen innerliches Wohlbehagen bereitet, wo er sich sagt — das ist alles unbewußt, aber innerlich sagt er sich: Da kann ich leicht leben, in dem Blau. Da fühlt sich der Mensch innerlich, während er bei dem Roten fühlt, als ob in ihn etwas eindringen würde. Man könnte sagen beim Blau: Der Nerv bleibt unzerstört, und der Körper schickt sein Wohlgefühl ins Auge und dadurch in den ganzen Körper.

[ 28 ] Sehen Sie, das ist der Unterschied zwischen den blauen Farben und den roten Farben. Und Gelb ist ja nur eine Abstufung des Roten, und Grün ist eine Abstufung des Blauen. So daß man sagen kann: Je nachdem Nerv oder Blut im Menschen tätig ist, je nachdem empfindet er mehr rot, oder er empfindet mehr blau.

[ 28 ] Sehen Sie, das ist der Unterschied zwischen den blauen Farben und den roten Farben. Und Gelb ist ja nur eine Abstufung des Roten, und Grün ist eine Abstufung des Blauen. So daß man sagen kann: Je nachdem Nerv oder Blut im Menschen tätig ist, je nachdem empfindet er mehr rot, oder er empfindet mehr blau.

[ 29 ] Sehen Sie, das kann man nun auf die Farbkörper anwenden. Wenn ich also versuchen will, für die Malerei ein Rot, eine rote Farbe richtig zu erzeugen, so muß ich eine Farbe erzeugen, die diejenigen Stoffe enthält, welche den Menschen anregen, innerlich Sauerstoff zu entwickeln. Und da kommt man nach und nach darauf, daß man eigentlich rote Farbe bekommt für die Malerei, wenn man versucht, die Stoffe der Außenwelt darauf zu prüfen, wieviel Kohlenstoff sie enthalten. Wenn ich den Kohlenstoff in der richtigen Weise mit anderen Substanzen zusammen verwende, bekomme ich das Geheimnis des Rotmachens meiner Malerfarbe heraus. Wenn ich also Pflanzen verwende, um Malerfarben zu bekommen, so kommt es vor allen Dingen darauf an, daß ich meine Vorgänge, also Zerkleinerung, Verbrennung und so weiter, so einrichte, daß ich in der richtigen Weise dann in der Malerfarbe den Kohlenstoff darinnen habe. Wenn ich den Kohlenstoff in der richtigen Weise darinnen habe, so bekomme ich die helle, die rötliche Farbe heraus. Wenn ich dagegen namentlich solche Stoffe habe, die viel Sauerstoff haben - also nicht Kohlenstoff, sondern Sauerstoff -, wenn es mir gelingt, den Sauerstoff als Sauerstoff hineinzukriegen, so bekomme ich die mehr dunklen Farben, also das Blau heraus.

[ 29 ] Sehen Sie, das kann man nun auf die Farbkörper anwenden. Wenn ich also versuchen will, für die Malerei ein Rot, eine rote Farbe richtig zu erzeugen, so muß ich eine Farbe erzeugen, die diejenigen Stoffe enthält, welche den Menschen anregen, innerlich Sauerstoff zu entwickeln. Und da kommt man nach und nach darauf, daß man eigentlich rote Farbe bekommt für die Malerei, wenn man versucht, die Stoffe der Außenwelt darauf zu prüfen, wieviel Kohlenstoff sie enthalten. Wenn ich den Kohlenstoff in der richtigen Weise mit anderen Substanzen zusammen verwende, bekomme ich das Geheimnis des Rotmachens meiner Malerfarbe heraus. Wenn ich also Pflanzen verwende, um Malerfarben zu bekommen, so kommt es vor allen Dingen darauf an, daß ich meine Vorgänge, also Zerkleinerung, Verbrennung und so weiter, so einrichte, daß ich in der richtigen Weise dann in der Malerfarbe den Kohlenstoff darinnen habe. Wenn ich den Kohlenstoff in der richtigen Weise darinnen habe, so bekomme ich die helle, die rötliche Farbe heraus. Wenn ich dagegen namentlich solche Stoffe habe, die viel Sauerstoff haben - also nicht Kohlenstoff, sondern Sauerstoff -, wenn es mir gelingt, den Sauerstoff als Sauerstoff hineinzukriegen, so bekomme ich die mehr dunklen Farben, also das Blau heraus.

[ 30 ] Wenn ich das Lebendige in der Pflanze erkenne, so kann ich von dem auch wirklich meine Farben erzeugen.

[ 30 ] Wenn ich das Lebendige in der Pflanze erkenne, so kann ich von dem auch wirklich meine Farben erzeugen.

[ 31 ] Denken Sie sich, ich nehme eine Sonnenblume. Die ist ganz gelb, hat also eine helle Farbe. Gelb ist nahe dem Roten: Licht durch Dunkelheit gesehen. Wenn ich nun eine Sonnenblume so behandle, daß ich den richtigen Vorgang, der in der Blüte sitzt, noch in meine Malerfarbe irgendwie hereinbekomme, dann habe ich eine gute gelbe Farbe, der das äußere Licht nicht viel anhaben kann; denn die Sonnenblume, die Blüte, die hat schon der Sonne das Geheimnis, Gelb zu erzeugen, gestohlen. Bekomme ich also denselben Vorgang, der in der Blüte der Sonnenblume sitzt, richtig in meine Malerfarbe hinein, so kann ich, wenn ich sie dick genug kriege, das Gelb ordentlich auftragen.

[ 31 ] Denken Sie sich, ich nehme eine Sonnenblume. Die ist ganz gelb, hat also eine helle Farbe. Gelb ist nahe dem Roten: Licht durch Dunkelheit gesehen. Wenn ich nun eine Sonnenblume so behandle, daß ich den richtigen Vorgang, der in der Blüte sitzt, noch in meine Malerfarbe irgendwie hereinbekomme, dann habe ich eine gute gelbe Farbe, der das äußere Licht nicht viel anhaben kann; denn die Sonnenblume, die Blüte, die hat schon der Sonne das Geheimnis, Gelb zu erzeugen, gestohlen. Bekomme ich also denselben Vorgang, der in der Blüte der Sonnenblume sitzt, richtig in meine Malerfarbe hinein, so kann ich, wenn ich sie dick genug kriege, das Gelb ordentlich auftragen.

[ 32 ] Nehme ich aber eine andere Pflanze, zum Beispiel die Zichorie, die blau blüht — diese blaue Blume, die an den Wegrändern wächst; sie wächst ja auch hier —, wenn ich diese blaue Pflanze habe, und ich will aus der Blüte heraus eine Malerfarbe bereiten, so kann ich das nicht; ich bekomme nichts von ihr. Dagegen [bekomme ich etwas von ihr], wenn ich die Wurzel in der richtigen Weise behandle; da sitzt drinnen der Vorgang, der eigentlich die Blüte blau macht.

[ 32 ] Nehme ich aber eine andere Pflanze, zum Beispiel die Zichorie, die blau blüht — diese blaue Blume, die an den Wegrändern wächst; sie wächst ja auch hier —, wenn ich diese blaue Pflanze habe, und ich will aus der Blüte heraus eine Malerfarbe bereiten, so kann ich das nicht; ich bekomme nichts von ihr. Dagegen [bekomme ich etwas von ihr], wenn ich die Wurzel in der richtigen Weise behandle; da sitzt drinnen der Vorgang, der eigentlich die Blüte blau macht.

[ 33 ] Wenn Gelb in der Blüte ist, so geht in der Blüte selber das vor, was Gelb macht; wenn aber Blau in der Blüte ist, so sitzt der Vorgang in der Wurzel und er drängt sich nur hinauf gegen die Blüte. Da muß ich also aus der Indigopflanze, wo ich ein dunkleres Blau bekomme, oder aus der Zichorie, aus dieser blauen Blume, wenn ich eine blaue Malerfarbe herstellen will, die Wurzel verwenden. Die muß ich chemisch so weit bringen, daß sie mir die blaue Farbe abgibt.

[ 33 ] Wenn Gelb in der Blüte ist, so geht in der Blüte selber das vor, was Gelb macht; wenn aber Blau in der Blüte ist, so sitzt der Vorgang in der Wurzel und er drängt sich nur hinauf gegen die Blüte. Da muß ich also aus der Indigopflanze, wo ich ein dunkleres Blau bekomme, oder aus der Zichorie, aus dieser blauen Blume, wenn ich eine blaue Malerfarbe herstellen will, die Wurzel verwenden. Die muß ich chemisch so weit bringen, daß sie mir die blaue Farbe abgibt.

[ 34 ] Und auf diese Weise kann ich durch ein wirkliches Studium darauf kommen, wie ich aus der Pflanze die Malerfarben kriege. Das kann ich auf dem Wege von Newton nicht, der einfach sagt: Nun ja, in dem Sonnenlicht ist alles drinnen, ich muß es nur herausholen. Das kann man höchstens auf die Geldbörse anwenden. Alles, was ich ausgebe für einen Tag, muß ich morgens drinnen haben in der Geldbörse. So stellen es sich die ganz gescheiten Leute vor, wie einen Sack, in dem alles drinnen ist. Das ist aber nicht der Fall.

[ 34 ] Und auf diese Weise kann ich durch ein wirkliches Studium darauf kommen, wie ich aus der Pflanze die Malerfarben kriege. Das kann ich auf dem Wege von Newton nicht, der einfach sagt: Nun ja, in dem Sonnenlicht ist alles drinnen, ich muß es nur herausholen. Das kann man höchstens auf die Geldbörse anwenden. Alles, was ich ausgebe für einen Tag, muß ich morgens drinnen haben in der Geldbörse. So stellen es sich die ganz gescheiten Leute vor, wie einen Sack, in dem alles drinnen ist. Das ist aber nicht der Fall.

[ 35 ] Man muß wissen, wie zum Beispiel das Gelb in der Sonnenblume drinnen ist oder in dem Löwenzahn. Man muß wissen, wie das Blau in der Zichorie drinnen ist. Die Vorgänge, die Zichorien- oder Indigoblau machen, liegen in der Wurzel; während die Vorgänge, die die Sonnenblume oder den Löwenzahn gelb machen, in der Blüte liegen. Und so muß ich in einer lebendig gewordenen Chemie den Blütenprozeß der Pflanze nachahmen und bekomme die helle Farbe. Ich muß den Wurzelprozeß der Pflanze nachahmen und erhalte da die dunkle Farbe.

[ 35 ] Man muß wissen, wie zum Beispiel das Gelb in der Sonnenblume drinnen ist oder in dem Löwenzahn. Man muß wissen, wie das Blau in der Zichorie drinnen ist. Die Vorgänge, die Zichorien- oder Indigoblau machen, liegen in der Wurzel; während die Vorgänge, die die Sonnenblume oder den Löwenzahn gelb machen, in der Blüte liegen. Und so muß ich in einer lebendig gewordenen Chemie den Blütenprozeß der Pflanze nachahmen und bekomme die helle Farbe. Ich muß den Wurzelprozeß der Pflanze nachahmen und erhalte da die dunkle Farbe.

[ 36 ] Sehen Sie, das, was ich Ihnen da erzählt habe, ist auf der einen Seite das, was sich dem wirklichen menschlichen Verstand ergibt, während im Grunde genommen diese Geschichte beim Regenbogen mit dem Rot, Orange, Gelb, Grün, Blau, Indigo, Violett keine Wirklichkeit ist.

[ 36 ] Sehen Sie, das, was ich Ihnen da erzählt habe, ist auf der einen Seite das, was sich dem wirklichen menschlichen Verstand ergibt, während im Grunde genommen diese Geschichte beim Regenbogen mit dem Rot, Orange, Gelb, Grün, Blau, Indigo, Violett keine Wirklichkeit ist.

[ 37 ] Nun hat sich in der Geschichte das so abgespielt, daß, als Goethe lebte, überhaupt schon alle Leute an dasjenige geglaubt haben, was Newton gelehrt hat: Die Sonne ist der große Sack, und da stecken die sogenannten sieben Farben drinnen. Die braucht man nur herauszukitzeln, da kommen sie zum Vorschein. Das haben alle Leute geglaubt. Das ist gelehrt worden, wird ja heute noch gelehrt.

[ 37 ] Nun hat sich in der Geschichte das so abgespielt, daß, als Goethe lebte, überhaupt schon alle Leute an dasjenige geglaubt haben, was Newton gelehrt hat: Die Sonne ist der große Sack, und da stecken die sogenannten sieben Farben drinnen. Die braucht man nur herauszukitzeln, da kommen sie zum Vorschein. Das haben alle Leute geglaubt. Das ist gelehrt worden, wird ja heute noch gelehrt.

[ 38 ] Goethe, der war nun so, daß er nicht gleich alles geglaubt hat, sondern er wollte sich so ein bißchen überzeugen von den Dingen, die überall gelehrt werden. Sonst sagen die Menschen: Wir sind nicht autoritätsgläubig. Aber wenn es darauf ankommt, das zu glauben, was an den Lehrstühlen gelehrt wird, dann sind die Leute natürlich heute furchtbar autoritätsgläubig, glauben alles, was gelehrt wird. Goethe hat nun nicht alles ohne weiteres glauben wollen und hat sich deshalb die Apparate, mit denen man das beweist, also solch ein Prisma und ähnliche Apparate, ausgeliehen von der Universität in Jena, hat also sich gedacht: Jetzt werde ich das auch einmal machen, was die Professoren vormachen, und sehen, wie es eigentlich ist.

[ 38 ] Goethe, der war nun so, daß er nicht gleich alles geglaubt hat, sondern er wollte sich so ein bißchen überzeugen von den Dingen, die überall gelehrt werden. Sonst sagen die Menschen: Wir sind nicht autoritätsgläubig. Aber wenn es darauf ankommt, das zu glauben, was an den Lehrstühlen gelehrt wird, dann sind die Leute natürlich heute furchtbar autoritätsgläubig, glauben alles, was gelehrt wird. Goethe hat nun nicht alles ohne weiteres glauben wollen und hat sich deshalb die Apparate, mit denen man das beweist, also solch ein Prisma und ähnliche Apparate, ausgeliehen von der Universität in Jena, hat also sich gedacht: Jetzt werde ich das auch einmal machen, was die Professoren vormachen, und sehen, wie es eigentlich ist.

[ 39 ] Nun ist Goethe nicht gleich dazu gekommen und hat die Apparate ziemlich lange bei sich gehabt, ohne daß er dazu gekommen ist. Er hatte gerade anderes zu machen in der Zeit. Und da ist dem Hofrat Büttner, der die Apparate wieder gebraucht hat, die Zeit zu lang geworden, und er wollte die Apparate wieder abholen lassen. Da hat Goethe gesagt: Jetzt muß ich geschwind die Geschichte machen! und hat doch wenigstens, als er schon beim Einpacken war, durch das Prisma geschaut. Er sagte sich: Die weiße Wand muß dann schön in Regenbögen erscheinen, wenn ich da durchschaue; statt Weiß muß da Rot, Gelb, Grün und so weiter erscheinen. — Er hat also durchgeguckt und freute sich schon, daß er nun die ganze Wand in diesen bunten Farben sehen werde, aber er sah nichts: Die Wand ist weiß wie früher, die Wand ist einfach weiß. Da war er natürlich aufs höchste überrascht. Was ist denn da dahinter, fragte er sich. Und sehen Sie, aus diesem ist seine ganze Farbenlehre hervorgegangen. Er hat gesagt: Man muß die ganze Sache jetzt noch einmal kontrollieren. Die Alten haben gesagt: Licht durch Dunkelheit gesehen = Rot, Finsternis durch Licht = Blau; wenn ich das Rot etwas abstufe, wird Gelb; wenn ich das Blau bis zum Rot hinaufsteigere, so wird das Blau Grün nach der einen Seite, Violett nach der anderen Seite. Das sind Abstufungen. Und er hat nun seine Farbenlehre, und zwar besser, als sie früher im Mittelalter vorhanden war, ausgearbeitet.

[ 39 ] Nun ist Goethe nicht gleich dazu gekommen und hat die Apparate ziemlich lange bei sich gehabt, ohne daß er dazu gekommen ist. Er hatte gerade anderes zu machen in der Zeit. Und da ist dem Hofrat Büttner, der die Apparate wieder gebraucht hat, die Zeit zu lang geworden, und er wollte die Apparate wieder abholen lassen. Da hat Goethe gesagt: Jetzt muß ich geschwind die Geschichte machen! und hat doch wenigstens, als er schon beim Einpacken war, durch das Prisma geschaut. Er sagte sich: Die weiße Wand muß dann schön in Regenbögen erscheinen, wenn ich da durchschaue; statt Weiß muß da Rot, Gelb, Grün und so weiter erscheinen. — Er hat also durchgeguckt und freute sich schon, daß er nun die ganze Wand in diesen bunten Farben sehen werde, aber er sah nichts: Die Wand ist weiß wie früher, die Wand ist einfach weiß. Da war er natürlich aufs höchste überrascht. Was ist denn da dahinter, fragte er sich. Und sehen Sie, aus diesem ist seine ganze Farbenlehre hervorgegangen. Er hat gesagt: Man muß die ganze Sache jetzt noch einmal kontrollieren. Die Alten haben gesagt: Licht durch Dunkelheit gesehen = Rot, Finsternis durch Licht = Blau; wenn ich das Rot etwas abstufe, wird Gelb; wenn ich das Blau bis zum Rot hinaufsteigere, so wird das Blau Grün nach der einen Seite, Violett nach der anderen Seite. Das sind Abstufungen. Und er hat nun seine Farbenlehre, und zwar besser, als sie früher im Mittelalter vorhanden war, ausgearbeitet.

[ 40 ] Und nun haben wir heute eine Physiker-Farbenlehre mit dem Sack, aus dem die sieben Farben herauskommen, die überall gelehrt wird, und wir haben eine Goethesche Farbenlehre, die richtig das Himmelsblau versteht, richtig die Morgen- und Abendröte versteht, wie ich es Ihnen selber jetzt erklärt habe.

[ 40 ] Und nun haben wir heute eine Physiker-Farbenlehre mit dem Sack, aus dem die sieben Farben herauskommen, die überall gelehrt wird, und wir haben eine Goethesche Farbenlehre, die richtig das Himmelsblau versteht, richtig die Morgen- und Abendröte versteht, wie ich es Ihnen selber jetzt erklärt habe.

[ 41 ] Aber es gibt einen gewissen Unterschied zwischen der Newtonschen Farbenlehre und der Goetheschen Farbenlehre. Den merken zunächst die anderen Menschen nicht; denn die anderen Menschen, die schauen auf der einen Seite auf die Physiker hin. Da wird ihnen die Newtonsche Farbenlehre gelehrt, die steht überall in den Büchern. Man kann sehr gescheit sich nun ausmalen, wie da Rot, Orange, Gelb, Grün und so weiter beim Regenbogen erscheint. Nun ja, da ist die Sache nicht so, daß ein Prisma da ist! Aber man denkt nicht weiter nach ... (Lücke im Text.) Die Newtonianer wissen es schon, aber sie gestehen sich es nicht ein. Wenn man nämlich durchschaut durch den Regen auf der einen Seite, da sieht man durch den von der Sonne beleuchteten Regen die Finsternis, sieht auf der Seite das Blau des Regenbogens. Dann sieht man aber auch vorne die Fläche, wo man Licht sieht durch die Dunkelheit durch, und sieht auf der anderen Seite das Rote. Also man muß alles nach dem einheitlichen Prinzip erklären: Licht durch Dunkelheit ist rot, Finsternis durch Licht ist blau.

[ 41 ] Aber es gibt einen gewissen Unterschied zwischen der Newtonschen Farbenlehre und der Goetheschen Farbenlehre. Den merken zunächst die anderen Menschen nicht; denn die anderen Menschen, die schauen auf der einen Seite auf die Physiker hin. Da wird ihnen die Newtonsche Farbenlehre gelehrt, die steht überall in den Büchern. Man kann sehr gescheit sich nun ausmalen, wie da Rot, Orange, Gelb, Grün und so weiter beim Regenbogen erscheint. Nun ja, da ist die Sache nicht so, daß ein Prisma da ist! Aber man denkt nicht weiter nach ... (Lücke im Text.) Die Newtonianer wissen es schon, aber sie gestehen sich es nicht ein. Wenn man nämlich durchschaut durch den Regen auf der einen Seite, da sieht man durch den von der Sonne beleuchteten Regen die Finsternis, sieht auf der Seite das Blau des Regenbogens. Dann sieht man aber auch vorne die Fläche, wo man Licht sieht durch die Dunkelheit durch, und sieht auf der anderen Seite das Rote. Also man muß alles nach dem einheitlichen Prinzip erklären: Licht durch Dunkelheit ist rot, Finsternis durch Licht ist blau.

[ 42 ] Aber wie gesagt, auf der einen Seite sehen die Leute, wie ihnen die Physiker alles erklären, und auf der anderen Seite gucken die Leute Gemälde an, wo die Farben verwendet sind. Nun ja, da fragen sie dann nicht weiter, wie das ist mit dem Rot und Gelb und so weiter, bringen die zwei Dinge nicht zusammen.

[ 42 ] Aber wie gesagt, auf der einen Seite sehen die Leute, wie ihnen die Physiker alles erklären, und auf der anderen Seite gucken die Leute Gemälde an, wo die Farben verwendet sind. Nun ja, da fragen sie dann nicht weiter, wie das ist mit dem Rot und Gelb und so weiter, bringen die zwei Dinge nicht zusammen.

[ 43 ] Ja, meine Herren, der Maler muß sie zusammenbringen. Derjenige, der malen will, muß sie zusammenbringen. Der muß nicht nur wissen: Da ist ein Sack, und da sind alle Farben drinnen — denn den Sack hat er ja nicht, nirgends —, sondern er muß aus der lebendigen Pflanze oder anderen lebendigen Stoffen das Richtige herausbekommen, damit er seine Farben richtig mischen kann, muß verstehen ... (Lücke im Text.) Deshalb ist der Zustand heute so, daß die Maler wirklich nachdenken, es gibt auch Maler, die nicht nachdenken, die einfach sich ihre Farben kaufen -; aber die Maler, die nachdenken, wie sie diese Farben bekommen und wie sie diese Farben verwenden sollen, die sagen: Ja, mit der Goetheschen Farbenlehre, da ist etwas anzufangen. Die sagt uns etwas. Mit der Newtonschen, mit der Physiker-Farbenlehre können wir Maler nichts anfangen. — Also das Publikum, das bringt eben das Malen und die physikalische Farbenlehre nicht zusammen, aber der Maler! Und der liebt daher auch die Goethesche Farbenlehre. Der Maler sagt sich: Ach Gott, um die Physiker, um die kümmern wir uns nicht; die sagen etwas auf ihrem eigenen Gebiet. Die mögen tun, was sie wollen. Wir halten uns an die alte und an die Goethesche Farbenlehre. - Nur betrachten die Maler sich als Künstler und betrachten sich nicht wirklich so, daß sie nun eingreifen müssen in die Lehren der Physiker. Das ist ja auch unbequem. Da kommen Gegnerschaften und so weiter.

[ 43 ] Ja, meine Herren, der Maler muß sie zusammenbringen. Derjenige, der malen will, muß sie zusammenbringen. Der muß nicht nur wissen: Da ist ein Sack, und da sind alle Farben drinnen — denn den Sack hat er ja nicht, nirgends —, sondern er muß aus der lebendigen Pflanze oder anderen lebendigen Stoffen das Richtige herausbekommen, damit er seine Farben richtig mischen kann, muß verstehen ... (Lücke im Text.) Deshalb ist der Zustand heute so, daß die Maler wirklich nachdenken, es gibt auch Maler, die nicht nachdenken, die einfach sich ihre Farben kaufen -; aber die Maler, die nachdenken, wie sie diese Farben bekommen und wie sie diese Farben verwenden sollen, die sagen: Ja, mit der Goetheschen Farbenlehre, da ist etwas anzufangen. Die sagt uns etwas. Mit der Newtonschen, mit der Physiker-Farbenlehre können wir Maler nichts anfangen. — Also das Publikum, das bringt eben das Malen und die physikalische Farbenlehre nicht zusammen, aber der Maler! Und der liebt daher auch die Goethesche Farbenlehre. Der Maler sagt sich: Ach Gott, um die Physiker, um die kümmern wir uns nicht; die sagen etwas auf ihrem eigenen Gebiet. Die mögen tun, was sie wollen. Wir halten uns an die alte und an die Goethesche Farbenlehre. - Nur betrachten die Maler sich als Künstler und betrachten sich nicht wirklich so, daß sie nun eingreifen müssen in die Lehren der Physiker. Das ist ja auch unbequem. Da kommen Gegnerschaften und so weiter.

[ 44 ] So liegen heute die Sachen zwischen dem, was über die Farben in den Büchern steht, und dem, was wahr ist. Bei Goethe war es einfach die Verteidigung der Wahrheit, was ihn dazu getrieben hat, gegen die Newtonsche und die ganze moderne Physik sich aufzulehnen. Und man kann nicht wirklich die Natur verstehen, ohne daß man auch zur Goetheschen Farbenlehre kommt. Und deshalb ist es ganz natürlich, daß in einem Goetheanum auch die Goethesche Farbenlehre verteidigt wird. Aber dann, wenn man nicht nur auf irgendwelchem religiösen oder sittlichen Gebiete bleibt, sondern nun auch noch eingreift in die einzelnsten Teile der Physik, so hat man auch noch die Meute der Physiker auf sich.

[ 44 ] So liegen heute die Sachen zwischen dem, was über die Farben in den Büchern steht, und dem, was wahr ist. Bei Goethe war es einfach die Verteidigung der Wahrheit, was ihn dazu getrieben hat, gegen die Newtonsche und die ganze moderne Physik sich aufzulehnen. Und man kann nicht wirklich die Natur verstehen, ohne daß man auch zur Goetheschen Farbenlehre kommt. Und deshalb ist es ganz natürlich, daß in einem Goetheanum auch die Goethesche Farbenlehre verteidigt wird. Aber dann, wenn man nicht nur auf irgendwelchem religiösen oder sittlichen Gebiete bleibt, sondern nun auch noch eingreift in die einzelnsten Teile der Physik, so hat man auch noch die Meute der Physiker auf sich.

[ 45 ] Also, Sie sehen, die Verteidigung der Wahrheit, die ist schon etwas, was in der heutigen Zeit außerordentlich schwierig ist. Aber Sie sollten sich nur einmal davon unterrichten, auf welche komplizierte Weise die Himmelsbläue erklärt wird von den heutigen Physikern! Natürlich, wenn ich von einem falschen Prinzip ausgehe, und ich will dann das Einfache erklären, daß der schwarze Weltenraum blau erscheint durch die Helligkeit durch, dann muß ich eine furchtbar komplizierte Erklärung daraus machen. Und erst Morgen- und Abendröte! Diese Kapitel beginnen meist so, daß da steht: Ja, das Himmelsblau kann man eigentlich heute noch nicht richtig erklären; man könnte sich dies oder jenes vorstellen. — Ja, mit alledem, was die Physiker haben mit ihrem kleinen Loch, über das sich Goethe so lustig gemacht hat, durch das sie ins Zimmer herein das Licht kommen lassen, um mit der Finsternis das Licht zu untersuchen, mit alledem kann man eben die einfachste Sache nicht erklären. Und so kommt es dahin, daß man überhaupt nichts mehr von der Farbe versteht.

[ 45 ] Also, Sie sehen, die Verteidigung der Wahrheit, die ist schon etwas, was in der heutigen Zeit außerordentlich schwierig ist. Aber Sie sollten sich nur einmal davon unterrichten, auf welche komplizierte Weise die Himmelsbläue erklärt wird von den heutigen Physikern! Natürlich, wenn ich von einem falschen Prinzip ausgehe, und ich will dann das Einfache erklären, daß der schwarze Weltenraum blau erscheint durch die Helligkeit durch, dann muß ich eine furchtbar komplizierte Erklärung daraus machen. Und erst Morgen- und Abendröte! Diese Kapitel beginnen meist so, daß da steht: Ja, das Himmelsblau kann man eigentlich heute noch nicht richtig erklären; man könnte sich dies oder jenes vorstellen. — Ja, mit alledem, was die Physiker haben mit ihrem kleinen Loch, über das sich Goethe so lustig gemacht hat, durch das sie ins Zimmer herein das Licht kommen lassen, um mit der Finsternis das Licht zu untersuchen, mit alledem kann man eben die einfachste Sache nicht erklären. Und so kommt es dahin, daß man überhaupt nichts mehr von der Farbe versteht.

[ 46 ] Versteht man, daß die Blutzerstörung und dadurch gerade die Belebung ... (Lücke im Text) — denn wenn ich zerstörtes Blut in mir habe durch das Licht, so rufe ich allen Sauerstoff in mir auf, und ich belebe mich, da kommt die Gesundheit des Menschen zustande. Habe ich Dunkelheit um mich oder immerfort Bläuliches, ja, dann will ich mich immerfort beleben; dann belebe ich mich zuviel und werde gerade durch das Beleben blaß, weil ich zuviel Leben in mich hineinschoppe. Und so kann man auf der einen Seite die gesunde Rötung des Menschen verstehen aus der Sauerstoffaufnahme, wenn der Mensch richtig dem Lichte sich aussetzt, und man kann die Blaßheit verstehen aus der fortwährenden Aufnahme von Kohlensäure. Kohlensäure, das Gegenteil von Sauerstoff, die will nun in meinen Kopf herein. Das macht mich nun ganz blaß.

[ 46 ] Versteht man, daß die Blutzerstörung und dadurch gerade die Belebung ... (Lücke im Text) — denn wenn ich zerstörtes Blut in mir habe durch das Licht, so rufe ich allen Sauerstoff in mir auf, und ich belebe mich, da kommt die Gesundheit des Menschen zustande. Habe ich Dunkelheit um mich oder immerfort Bläuliches, ja, dann will ich mich immerfort beleben; dann belebe ich mich zuviel und werde gerade durch das Beleben blaß, weil ich zuviel Leben in mich hineinschoppe. Und so kann man auf der einen Seite die gesunde Rötung des Menschen verstehen aus der Sauerstoffaufnahme, wenn der Mensch richtig dem Lichte sich aussetzt, und man kann die Blaßheit verstehen aus der fortwährenden Aufnahme von Kohlensäure. Kohlensäure, das Gegenteil von Sauerstoff, die will nun in meinen Kopf herein. Das macht mich nun ganz blaß.

[ 47 ] Heute haben Sie in Deutschland zum Beispiel fast lauter blasse Kinder. Aber man muß verstehen, daß das von zuviel Kohlensäure herrührt, Und wenn der Mensch zuviel Kohlensäure entwickelt - Kohlensäure besteht aus einer Verbindung von Kohlenstoff und Sauerstoff —, dann verwendet er den Kohlenstoff, den er in sich hat, zuviel zum Kohlensäurebilden. Also Sie haben dann in einem solchen blassen Kinde allen Kohlenstoff, den es in sich hat, fortwährend in Kohlensäure verwandelt. Dadurch wird es blaß. Was muß ich tun? Ich muß ihm etwas beibringen, wodurch dieses ewige Kohlensäure-Entwickeln im Inneren verhindert wird, wodurch der Kohlenstoff zurückbleibt. Das kann ich machen, wenn ich ihm etwas kohlensauren Kalk gebe. Dadurch werden dann, wie ich Ihnen von einem ganz anderen Gesichtspunkte aus gesagt habe, die Funktionen wiederum angeregt, und der Mensch behält den Kohlenstoff, den er braucht, verwandelt ihn nicht fortwährend in Kohlensäure. Und dadurch, weil die Kohlensäure aus Kohlenstoff und Sauerstoff besteht, kommt der Sauerstoff in den Kopf hinauf und belebt die Kopfprozesse, die Lebensprozesse. Wenn der Sauerstoff aber an die Kohlensäure abgegeben wird, werden die Lebensfunktionen unterdrückt.

[ 47 ] Heute haben Sie in Deutschland zum Beispiel fast lauter blasse Kinder. Aber man muß verstehen, daß das von zuviel Kohlensäure herrührt, Und wenn der Mensch zuviel Kohlensäure entwickelt - Kohlensäure besteht aus einer Verbindung von Kohlenstoff und Sauerstoff —, dann verwendet er den Kohlenstoff, den er in sich hat, zuviel zum Kohlensäurebilden. Also Sie haben dann in einem solchen blassen Kinde allen Kohlenstoff, den es in sich hat, fortwährend in Kohlensäure verwandelt. Dadurch wird es blaß. Was muß ich tun? Ich muß ihm etwas beibringen, wodurch dieses ewige Kohlensäure-Entwickeln im Inneren verhindert wird, wodurch der Kohlenstoff zurückbleibt. Das kann ich machen, wenn ich ihm etwas kohlensauren Kalk gebe. Dadurch werden dann, wie ich Ihnen von einem ganz anderen Gesichtspunkte aus gesagt habe, die Funktionen wiederum angeregt, und der Mensch behält den Kohlenstoff, den er braucht, verwandelt ihn nicht fortwährend in Kohlensäure. Und dadurch, weil die Kohlensäure aus Kohlenstoff und Sauerstoff besteht, kommt der Sauerstoff in den Kopf hinauf und belebt die Kopfprozesse, die Lebensprozesse. Wenn der Sauerstoff aber an die Kohlensäure abgegeben wird, werden die Lebensfunktionen unterdrückt.

[ 48 ] Bringe ich also zum Beispiel einen blassen Menschen in eine Gegend, wo er viel Licht hat, dann wird er angeregt, nicht seinen Kohlenstoff fotwährend an die Kohlensäure abzugeben, weil das Licht den Sauerstoff in den Kopf hinaufsaugt. Dann wird er wieder eine gesunde Farbe kriegen. Ebenso kann ich durch den kohlensauren Kalk das anregen, indem ich den Sauerstoff erhalte, so daß der Mensch den Sauerstoff zu seiner Verfügung hat.

[ 48 ] Bringe ich also zum Beispiel einen blassen Menschen in eine Gegend, wo er viel Licht hat, dann wird er angeregt, nicht seinen Kohlenstoff fotwährend an die Kohlensäure abzugeben, weil das Licht den Sauerstoff in den Kopf hinaufsaugt. Dann wird er wieder eine gesunde Farbe kriegen. Ebenso kann ich durch den kohlensauren Kalk das anregen, indem ich den Sauerstoff erhalte, so daß der Mensch den Sauerstoff zu seiner Verfügung hat.

[ 49 ] So muß alles ineinandergreifen. Man muß von der Farbenlehre aus Gesundheit und Krankheit begreifen können. Das können Sie nur von der Goetheschen Farbenlehre aus, weil die einfach auf naturgemäße Weise in der Natur drinnensteht, niemals mit der Newtonschen Farbenlehre, die einfach etwas Ausgedachtes ist, und die gar nicht in der Natur drinnensteht, die eigentlich die einfachsten Erscheinungen, Morgenund Abendröte und den blauen Himmel, nicht erklären kann.

[ 49 ] So muß alles ineinandergreifen. Man muß von der Farbenlehre aus Gesundheit und Krankheit begreifen können. Das können Sie nur von der Goetheschen Farbenlehre aus, weil die einfach auf naturgemäße Weise in der Natur drinnensteht, niemals mit der Newtonschen Farbenlehre, die einfach etwas Ausgedachtes ist, und die gar nicht in der Natur drinnensteht, die eigentlich die einfachsten Erscheinungen, Morgenund Abendröte und den blauen Himmel, nicht erklären kann.

[ 50 ] Nun möchte ich Ihnen aber noch etwas sagen. Denken Sie sich jetzt die alten Hirtenvölker, die also ihre Herden hinausgetrieben haben und dann im Freien geschlafen haben. Die waren während ihres Schlafes gar nicht einmal dem blauen, sondern dem dunklen Himmel ausgesetzt. Und da droben sind die unzähligen, leuchtenden Sterne. Nun denken Sie sich also den dunklen Himmel, und da drauf unzählige leuchtende Sterne, und da drunten den schlafenden Menschen. Von dem dunklen Himmel, da geht jetzt aus der Prozeß der Beruhigung des Menschen, des innerlichen Wohlseins im Schlafe. Der ganze Mensch wird von der Finsternis durchdrungen, so daß er innerlich ruhig wird. Der Schlaf geht von der Finsternis aus. Aber da scheinen auf den Menschen diese Sterne. Und überall, wo ein Sternenstrahl hinscheint, da wird der Mensch innerlich ein bißchen aufgeregt. Da geht vom Körper aus ein Sauerstoffstrahl. Und diesen Sternenstrahlen kommen lauter Sauerstoffstrahlen entgegen, und der Mensch wird innerlich ganz von solchen Sauerstoffstrahlen durchzogen. Und er wird innerlich ein Sauerstoff-Spiegelbild vom ganzen Sternenhimmel.

[ 50 ] Nun möchte ich Ihnen aber noch etwas sagen. Denken Sie sich jetzt die alten Hirtenvölker, die also ihre Herden hinausgetrieben haben und dann im Freien geschlafen haben. Die waren während ihres Schlafes gar nicht einmal dem blauen, sondern dem dunklen Himmel ausgesetzt. Und da droben sind die unzähligen, leuchtenden Sterne. Nun denken Sie sich also den dunklen Himmel, und da drauf unzählige leuchtende Sterne, und da drunten den schlafenden Menschen. Von dem dunklen Himmel, da geht jetzt aus der Prozeß der Beruhigung des Menschen, des innerlichen Wohlseins im Schlafe. Der ganze Mensch wird von der Finsternis durchdrungen, so daß er innerlich ruhig wird. Der Schlaf geht von der Finsternis aus. Aber da scheinen auf den Menschen diese Sterne. Und überall, wo ein Sternenstrahl hinscheint, da wird der Mensch innerlich ein bißchen aufgeregt. Da geht vom Körper aus ein Sauerstoffstrahl. Und diesen Sternenstrahlen kommen lauter Sauerstoffstrahlen entgegen, und der Mensch wird innerlich ganz von solchen Sauerstoffstrahlen durchzogen. Und er wird innerlich ein Sauerstoff-Spiegelbild vom ganzen Sternenhimmel.

[ 51 ] Also die alten Hirtenvölker haben den ganzen Sternenhimmel aufgenommen in ihre beruhigten Körper wie in Bildern, in Bildern, die der Sauerstoffverlauf in sie eingezeichnet hat. Dann wachten sie auf. Und sie hatten den Traum von diesen Bildern. Und sie hatten daraus ihre Sternenwissenschaft. Da haben sie dann diese wunderbare Sternenwissenschaft ausgebildet. Sie haben nicht den Traum so gehabt, daß der Widder einfach so und so viel Sterne habe, sondern sie haben wirklich das Tier Widder gesehen, den Stier gesehen und so weiter, und haben dadurch in sich in Bildern den ganzen Sternenhimmel gefühlt.

[ 51 ] Also die alten Hirtenvölker haben den ganzen Sternenhimmel aufgenommen in ihre beruhigten Körper wie in Bildern, in Bildern, die der Sauerstoffverlauf in sie eingezeichnet hat. Dann wachten sie auf. Und sie hatten den Traum von diesen Bildern. Und sie hatten daraus ihre Sternenwissenschaft. Da haben sie dann diese wunderbare Sternenwissenschaft ausgebildet. Sie haben nicht den Traum so gehabt, daß der Widder einfach so und so viel Sterne habe, sondern sie haben wirklich das Tier Widder gesehen, den Stier gesehen und so weiter, und haben dadurch in sich in Bildern den ganzen Sternenhimmel gefühlt.

[ 52 ] Das ist dasjenige, was uns von den alten Hirtenvölkern als eine dichterische Weisheit geblieben ist, die manchmal außerordentlich viel enthält, was heute noch lehrreich sein kann. Und verstehen kann man das, wenn man weiß: Der Mensch läßt einem jeden Lichtstrahl, einem jeden Sternenstrahl einen Sauerstoffstrahl entgegenstrahlen, wird ganz Himmel, ein innerer Sauerstoffhimmel.

[ 52 ] Das ist dasjenige, was uns von den alten Hirtenvölkern als eine dichterische Weisheit geblieben ist, die manchmal außerordentlich viel enthält, was heute noch lehrreich sein kann. Und verstehen kann man das, wenn man weiß: Der Mensch läßt einem jeden Lichtstrahl, einem jeden Sternenstrahl einen Sauerstoffstrahl entgegenstrahlen, wird ganz Himmel, ein innerer Sauerstoffhimmel.

[ 53 ] Und des Menschen inneres Leben ist ja ein Leben im Astralleib, denn er erlebt während des Schlafes den ganzen Himmel. Uns ginge es schlecht, wenn wir nicht von diesen alten Hirtenvölkern abstammen würden. Alle Menschen stammen nämlich von alten Hirtenvölkern ab. Wir haben noch immer, bloß durch Erbschaft, einen inneren Sternenhimmel zur Erkenntnis. Wir entwickeln das noch immer, obwohl schlechter als die Alten, und wir haben im Schlaf, wenn wir im Bette liegen, noch immer so eine Rückerinnerung an die Art und Weise, wie einmal der alte Hirte so im Felde gelegen hat und den Sauerstoff in sich hereinbekommen hat. Wir sind nicht mehr Hirten, aber haben noch etwas geerbt, haben auch noch etwas, können es nur nicht so schön ausdrücken, weil es schon abgeblaßt und abgedämmert ist. Aber die ganze Menschheit gehört eben zusammen. Und wenn man das, was der Mensch heute noch in sich trägt, erkennen will, muß man zurückgehen in die alten Zeiten. Alle Menschen auf der Erde sind überall von diesem Hirtenstadium ausgegangen und haben eigentlich in ihren Leibern dasjenige geerbt, was noch von diesen Hirtenvölkern stammen konnte.

[ 53 ] Und des Menschen inneres Leben ist ja ein Leben im Astralleib, denn er erlebt während des Schlafes den ganzen Himmel. Uns ginge es schlecht, wenn wir nicht von diesen alten Hirtenvölkern abstammen würden. Alle Menschen stammen nämlich von alten Hirtenvölkern ab. Wir haben noch immer, bloß durch Erbschaft, einen inneren Sternenhimmel zur Erkenntnis. Wir entwickeln das noch immer, obwohl schlechter als die Alten, und wir haben im Schlaf, wenn wir im Bette liegen, noch immer so eine Rückerinnerung an die Art und Weise, wie einmal der alte Hirte so im Felde gelegen hat und den Sauerstoff in sich hereinbekommen hat. Wir sind nicht mehr Hirten, aber haben noch etwas geerbt, haben auch noch etwas, können es nur nicht so schön ausdrücken, weil es schon abgeblaßt und abgedämmert ist. Aber die ganze Menschheit gehört eben zusammen. Und wenn man das, was der Mensch heute noch in sich trägt, erkennen will, muß man zurückgehen in die alten Zeiten. Alle Menschen auf der Erde sind überall von diesem Hirtenstadium ausgegangen und haben eigentlich in ihren Leibern dasjenige geerbt, was noch von diesen Hirtenvölkern stammen konnte.