Rhythms in the Cosmos and in the Human Being
GA 350
13 June 1923, Dornach
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Rhythmen im Kosmos und im Menschenwesen
5. Vom Wirken des Schutzengels
5. Vom Wirken des Schutzengels
[ 1 ] Hat jemand eine Frage?
[ 1 ] Hat jemand eine Frage?
[ 2 ] Fragesteller (Herr Burle): Ich möchte ein Erlebnis aus meiner Jugend schildern, das mit dem Schicksal zusammenhängt und das man zum Beispiel in der Religion so schildert, als wenn wir einen Schutzengel hätten. Ich habe einmal als Kegeljunge Kegel aufgestellt, ich war damals neun oder zehn Jahre alt, und wie ich eben damit beschäftigt war, aufzustellen, da ruft eine Stimme: Weg! — so intensiv, daß ich rasch weggesprungen bin. Und einen Augenblick später ist gerade die große Kugel mit großer Wucht dahergesprungen, wo ich stand. Ich fragte: Wer hat mich gerufen? — aber es wollte es niemand gewesen sein, und die Stimme konnte auch nicht daher gekommen sein.
[ 2 ] Fragesteller (Herr Burle): Ich möchte ein Erlebnis aus meiner Jugend schildern, das mit dem Schicksal zusammenhängt und das man zum Beispiel in der Religion so schildert, als wenn wir einen Schutzengel hätten. Ich habe einmal als Kegeljunge Kegel aufgestellt, ich war damals neun oder zehn Jahre alt, und wie ich eben damit beschäftigt war, aufzustellen, da ruft eine Stimme: Weg! — so intensiv, daß ich rasch weggesprungen bin. Und einen Augenblick später ist gerade die große Kugel mit großer Wucht dahergesprungen, wo ich stand. Ich fragte: Wer hat mich gerufen? — aber es wollte es niemand gewesen sein, und die Stimme konnte auch nicht daher gekommen sein.
[ 3 ] Der andere Fall war in einer Schmiede, wo die Leute ihre Pflugschare geschliffen haben. Es war da ein großes Rad. Wir waren fünf, sechs Knaben und amüsierten uns dort. Ich war vielleicht elf Jahre alt. Ich stand auf die Radspeiche, um das Rad hinunterzudrükken. Das hatte mir gefallen. Da sagte ich zu den andern Knaben: Zieht die Schnellfalle hervor, dann werde ich von einer Stufe auf die andere treten. Sie haben alle fest gezogen, aber:es nicht fertig gebracht. Trotzdem ich der Kleinste war, bin ich hin, um nachzusehen. Das Rad war sehr schnell herumgesaust, und es wäre offenbar mein Tod gewesen, wenn sie die Schnellfalle in die Höhe gebracht hätten.
[ 3 ] Der andere Fall war in einer Schmiede, wo die Leute ihre Pflugschare geschliffen haben. Es war da ein großes Rad. Wir waren fünf, sechs Knaben und amüsierten uns dort. Ich war vielleicht elf Jahre alt. Ich stand auf die Radspeiche, um das Rad hinunterzudrükken. Das hatte mir gefallen. Da sagte ich zu den andern Knaben: Zieht die Schnellfalle hervor, dann werde ich von einer Stufe auf die andere treten. Sie haben alle fest gezogen, aber:es nicht fertig gebracht. Trotzdem ich der Kleinste war, bin ich hin, um nachzusehen. Das Rad war sehr schnell herumgesaust, und es wäre offenbar mein Tod gewesen, wenn sie die Schnellfalle in die Höhe gebracht hätten.
[ 4 ] Es würde mich freuen, wenn Herr Doktor sich äußern würde, ob in einem solchen Falle sich eine höhere Macht äußern kann.
[ 4 ] Es würde mich freuen, wenn Herr Doktor sich äußern würde, ob in einem solchen Falle sich eine höhere Macht äußern kann.
[ 5 ] Dr. Steiner: Nun, meine Herren, möchte ich zu Ihnen einmal über solche Dinge sprechen, aber hier muß natürlich alles so besprochen werden, daß es sich wissenschaftlich rechtfertigen läßt. Solche Dinge werden von anthroposophischer Geisteswissenschaft nicht bloß so genommen, wie sie sehr häufig von den Leuten genommen werden, die sich allerlei Aberglauben hingeben, sondern diese Dinge müssen natürlich auch — denn sie sind viel wichtiger für das Leben, als man denkt durchaus wissenschaftlich betrachtet werden. Nun will ich Ihnen zunächst eines sagen, wie zur Vorbereitung.
[ 5 ] Dr. Steiner: Nun, meine Herren, möchte ich zu Ihnen einmal über solche Dinge sprechen, aber hier muß natürlich alles so besprochen werden, daß es sich wissenschaftlich rechtfertigen läßt. Solche Dinge werden von anthroposophischer Geisteswissenschaft nicht bloß so genommen, wie sie sehr häufig von den Leuten genommen werden, die sich allerlei Aberglauben hingeben, sondern diese Dinge müssen natürlich auch — denn sie sind viel wichtiger für das Leben, als man denkt durchaus wissenschaftlich betrachtet werden. Nun will ich Ihnen zunächst eines sagen, wie zur Vorbereitung.
[ 6 ] Sehen Sie, es ist ja eigentlich nur ein ganz kleiner Teil des Lebens, den der Mensch beachtet. Einen großen Teil beachtet er nicht, und weil er ihn nicht beachtet, so glaubt er, dieser Teil des Lebens sei nicht da. Nehmen Sie zum Beispiel an: Wenn irgendwo jemand an einem Hause vorübergeht und es fällt in diesem Augenblick von oben ein Ziegelstein herunter und erschlägt ihn, so beachtet man das sehr stark, und es macht natürlich in den Kreisen, in denen der Betreffende bekannt ist, und auch sonst, ein großes Aufsehen. Man redet viel darüber. Man hat das eben beobachtet und redet viel darüber.
[ 6 ] Sehen Sie, es ist ja eigentlich nur ein ganz kleiner Teil des Lebens, den der Mensch beachtet. Einen großen Teil beachtet er nicht, und weil er ihn nicht beachtet, so glaubt er, dieser Teil des Lebens sei nicht da. Nehmen Sie zum Beispiel an: Wenn irgendwo jemand an einem Hause vorübergeht und es fällt in diesem Augenblick von oben ein Ziegelstein herunter und erschlägt ihn, so beachtet man das sehr stark, und es macht natürlich in den Kreisen, in denen der Betreffende bekannt ist, und auch sonst, ein großes Aufsehen. Man redet viel darüber. Man hat das eben beobachtet und redet viel darüber.
[ 7 ] Nehmen Sie nun aber folgendes an: Irgend jemand will des Morgens weggehen. Nun bemerkt er im letzten Augenblick, als er weggehen will, daß er etwas vergessen hat, was unbedingt noch geordnet werden muß, und dadurch verzögert er sich um fünf Minuten. Jetzt geht er weg. Nun fällt der Ziegelstein fünf Minuten bevor er vorbeikommt herunter, und da er vorbeikommt, tut er ihm nichts. Wäre er fünf Minuten früher gegangen, so würde ihm der Ziegelstein den Kopf eingeschlagen haben. Aber kein Mensch redet dann natürlich darüber, denn kein Mensch kann ja auch das übersehen. Kein Mensch kann wissen — er selber vergißt ja das natürlich, kein Mensch beachtet das —, was da geschehen wäre, wenn er sich nicht ein paar Minuten verzögert hätte. Nun, sehen Sie, diese Dinge werden eben nicht beachtet, aber sie sind ja geradeso im Leben vorhanden. Unzählige solche Dinge, wo wir durch unser Schicksal abgehalten werden von einem Unglück, sind da, sie werden aber gar nicht beachtet. Die studiert man aus dem Grunde nicht, weil sie sich nicht so leicht verfolgen lassen. Man kann sie nur verfolgen, wenn irgendwie die Sache besonders auffallend ist, wenn sie die Aufmerksamkeit herausfordert. Dann verfolgt man solche Dinge.
[ 7 ] Nehmen Sie nun aber folgendes an: Irgend jemand will des Morgens weggehen. Nun bemerkt er im letzten Augenblick, als er weggehen will, daß er etwas vergessen hat, was unbedingt noch geordnet werden muß, und dadurch verzögert er sich um fünf Minuten. Jetzt geht er weg. Nun fällt der Ziegelstein fünf Minuten bevor er vorbeikommt herunter, und da er vorbeikommt, tut er ihm nichts. Wäre er fünf Minuten früher gegangen, so würde ihm der Ziegelstein den Kopf eingeschlagen haben. Aber kein Mensch redet dann natürlich darüber, denn kein Mensch kann ja auch das übersehen. Kein Mensch kann wissen — er selber vergißt ja das natürlich, kein Mensch beachtet das —, was da geschehen wäre, wenn er sich nicht ein paar Minuten verzögert hätte. Nun, sehen Sie, diese Dinge werden eben nicht beachtet, aber sie sind ja geradeso im Leben vorhanden. Unzählige solche Dinge, wo wir durch unser Schicksal abgehalten werden von einem Unglück, sind da, sie werden aber gar nicht beachtet. Die studiert man aus dem Grunde nicht, weil sie sich nicht so leicht verfolgen lassen. Man kann sie nur verfolgen, wenn irgendwie die Sache besonders auffallend ist, wenn sie die Aufmerksamkeit herausfordert. Dann verfolgt man solche Dinge.
[ 8 ] Da war einmal ein Mensch, der sehr viel an seinem Schreibtisch saß, und unten hat die übrige Familie gelebt. Er ging oft in diese seine obere Stube hinauf. Nun träumte ihm einmal, daß für ihn an einem bestimmten Tag ein großes Unglück bevorstünde, daß er erschossen würde. Nun, was tat der Betreffende? Er erzählte das den anderen; man sagte ihm, er solle sehr vorsichtig sein, denn er könnte in diesen Tagen erschossen werden. Er ging deshalb nicht aus, sondern blieb den ganzen Tag in seiner Stube sitzen. Aber er hatte doch so einen unheimlichen Eindruck von dem Traume, denn er hatte ja schon öfter erfahren — es liegt das eben weiter in der Zeit zurück, als die Menschen auf solche Dinge mehr geachtet haben —, daß es solche Wahrträume gibt. Er hatte ein unangenehmes Gefühl. Und durch dieses unangenehme Gefühl wurde er eben auch auf sich aufmerksam. Und da stellte sich das ein, daß er in einem bestimmten Augenblick unruhig wird und durch diese innere Unruhe aufstehen muß von seinem Sitz. In demselben Moment kracht ein Schuß gerade an seinem Stuhl vorbei! Er besaß nämlich ein altes Gewehr von viel früher her, das da im Vorraum hing — die Tür war offen —, das hatte ein Diener in die Hand genommen. Er hatte nicht daran gedacht, daß es geladen ist, hat unvorsichtigerweise das Gewehr so gehalten, es ist losgegangen, und der Schuß ist da vorbeigegangen, wo der Mensch vorher gesessen hat.
[ 8 ] Da war einmal ein Mensch, der sehr viel an seinem Schreibtisch saß, und unten hat die übrige Familie gelebt. Er ging oft in diese seine obere Stube hinauf. Nun träumte ihm einmal, daß für ihn an einem bestimmten Tag ein großes Unglück bevorstünde, daß er erschossen würde. Nun, was tat der Betreffende? Er erzählte das den anderen; man sagte ihm, er solle sehr vorsichtig sein, denn er könnte in diesen Tagen erschossen werden. Er ging deshalb nicht aus, sondern blieb den ganzen Tag in seiner Stube sitzen. Aber er hatte doch so einen unheimlichen Eindruck von dem Traume, denn er hatte ja schon öfter erfahren — es liegt das eben weiter in der Zeit zurück, als die Menschen auf solche Dinge mehr geachtet haben —, daß es solche Wahrträume gibt. Er hatte ein unangenehmes Gefühl. Und durch dieses unangenehme Gefühl wurde er eben auch auf sich aufmerksam. Und da stellte sich das ein, daß er in einem bestimmten Augenblick unruhig wird und durch diese innere Unruhe aufstehen muß von seinem Sitz. In demselben Moment kracht ein Schuß gerade an seinem Stuhl vorbei! Er besaß nämlich ein altes Gewehr von viel früher her, das da im Vorraum hing — die Tür war offen —, das hatte ein Diener in die Hand genommen. Er hatte nicht daran gedacht, daß es geladen ist, hat unvorsichtigerweise das Gewehr so gehalten, es ist losgegangen, und der Schuß ist da vorbeigegangen, wo der Mensch vorher gesessen hat.
[ 9 ] Also sehen Sie, da ist eine doppelte Verkettung von Schicksal. Da ist zuerst ein banaler Traum da. Auf der anderen Seite wird er wiederum, weil sein Schicksal eben noch nicht erfüllt ist, weil er noch leben soll, just im rechten Momente durch einen inneren Drang weggetrieben. Aber jetzt kommt das andere in Betracht. Sehen Sie, er hätte ja in demselben Momente auch ganz gut hören können: Geh weg! — wie Sie es gehört haben (zu Herrn Burle gewendet). Er hätte das ebensogut hören können. Wie wäre das zustandegekommen? Sehen Sie, wenn man von einer geistigen Welt spricht, so muß man sich klar sein darüber, daß man nicht dumm reden darf von der geistigen Welt. Man würde aber immerhin dumm reden von der geistigen Welt, wenn man glauben würde — was ja übrigens viele Leute, wenigstens diejenigen, die Spiritisten sind, glauben —, in der geistigen Welt seien Deutsche und Franzosen und Engländer und Spanier und Chinesen. Aber die müßten doch da sein, wenn man aus der geistigen Welt «Geh weg!» hören würde, denn dann müßte irgendein geistiges Wesen deutsch reden. Zu einem Franzosen würde es ja französisch reden, denn wenn es deutsch reden würde, dann würde der ja das für einen unartikulierten Laut halten oder würde es heute gar für etwas sehr Böses halten. Also das wäre sehr töricht gedacht, wenn man sich vorstellen würde, das «Geh weg!» hätte ein Geist gesprochen, denn der Geist kann nicht ein Deutscher oder ein Franzose oder ein Engländer sein. Das ist ja der Unsinn der Spiritisten, daß man sich durch ein Medium in Verbindung zu setzen meint mit den Toten und Antwort bekommt und glaubt, so sprechen die Geister. Sie tun das natürlich nicht. Trotzdem sie vorhanden sind, tun sie es nicht. Aber das Folgende ist der Fall.
[ 9 ] Also sehen Sie, da ist eine doppelte Verkettung von Schicksal. Da ist zuerst ein banaler Traum da. Auf der anderen Seite wird er wiederum, weil sein Schicksal eben noch nicht erfüllt ist, weil er noch leben soll, just im rechten Momente durch einen inneren Drang weggetrieben. Aber jetzt kommt das andere in Betracht. Sehen Sie, er hätte ja in demselben Momente auch ganz gut hören können: Geh weg! — wie Sie es gehört haben (zu Herrn Burle gewendet). Er hätte das ebensogut hören können. Wie wäre das zustandegekommen? Sehen Sie, wenn man von einer geistigen Welt spricht, so muß man sich klar sein darüber, daß man nicht dumm reden darf von der geistigen Welt. Man würde aber immerhin dumm reden von der geistigen Welt, wenn man glauben würde — was ja übrigens viele Leute, wenigstens diejenigen, die Spiritisten sind, glauben —, in der geistigen Welt seien Deutsche und Franzosen und Engländer und Spanier und Chinesen. Aber die müßten doch da sein, wenn man aus der geistigen Welt «Geh weg!» hören würde, denn dann müßte irgendein geistiges Wesen deutsch reden. Zu einem Franzosen würde es ja französisch reden, denn wenn es deutsch reden würde, dann würde der ja das für einen unartikulierten Laut halten oder würde es heute gar für etwas sehr Böses halten. Also das wäre sehr töricht gedacht, wenn man sich vorstellen würde, das «Geh weg!» hätte ein Geist gesprochen, denn der Geist kann nicht ein Deutscher oder ein Franzose oder ein Engländer sein. Das ist ja der Unsinn der Spiritisten, daß man sich durch ein Medium in Verbindung zu setzen meint mit den Toten und Antwort bekommt und glaubt, so sprechen die Geister. Sie tun das natürlich nicht. Trotzdem sie vorhanden sind, tun sie es nicht. Aber das Folgende ist der Fall.
[ 10 ] Diese Art von Verbindung mit der geistigen Welt, die einem die Möglichkeit gibt, von einer geistigen Welt auch wissenschaftlich zu sprechen, die setzt voraus, daß man sich erst abgewöhnt zu meinen, daß die Geister in einer irdischen Sprache sprechen. Man muß erst die übersinnliche Welt kennenlernen und dann erst übersetzen können in eine gewöhnliche Sprache, was die Geister in einer übersinnlichen Sprache sprechen. Wenn der Betreffende, der an seinem Schreibtisch gesessen hat, also gehört hätte «Geh weg!» — so hätte das auch ganz gut sein können. Aber die Sache ist nämlich so, meine Herren: Sie haben von mir gehört, daß der ganze Mensch erfüllt ist von Vernunft. Ich habe Ihnen ja einmal auseinandergesetzt: Die Leber nimmt Vorgänge wahr im menschlichen Unterleib, die Lunge nimmt wahr, der ganze Mensch ist ein Sinnesorgan. Das Herz nimmt wahr, durch das Herz nimmt man die Blutzirkulation wahr. Aber im gewöhnlichen Leben braucht man diese Organe nicht zum Wahrnehmen. Man braucht seine Augen und seine Nase, aber man braucht diese Organe nicht zum Wahrnehmen. Diese Organe haben eine ganz bestimmte Eigentümlichkeit. Nehmen Sie zum Beispiel die Leber, meine Herren! Sehen Sie, wenn man die Leber herausschneidet aus dem Körper, dann ist sie also dieses Organ, das Sie bei den Tieren kennen, weil Sie ja wahrscheinlich schon irgendwelche Leber gesehen haben, mindestens Gänseleber. Aber dieses Organ hat einen Ätherleib, der mit dem anderen Ätherleib in Zusammenhang Tafel s steht (Zeichnung, gelb), und hat auch einen astralischen Leib (violett) und dann wird es erst noch durchzogen von dem Ich. Also dieses Organ, die Leber, hat ja etwas Geistiges. In Ihrem Kopf nehmen Sie das Geistige wahr, aber in ihrer Leber nehmen Sie das Geistige bewußt nicht wahr. Da können Sie, so wie Sie im gewöhnlichen Leben organisiert sind, nichts übersehen, geradeso wie ich Ihnen neulich erklärt habe, daß Sie das Geistige nicht wahrnehmen in Ihrer kleinen Augenlinse. Aber man kann den ganzen Himmel mit der kleinen Augenlinse sehen. Durch alle Kopforgane sprechen eigentlich geistige Wesenheiten fast nicht. Da spricht die ganze Welt, die Sterne mit ihren Bewegungen und so weiter, die sprechen durch die Kopforgane. Aber durch die anderen Organe, zum Beispiel durch die Leber, da sprechen tatsächlich auch geistige Wesenheiten. Zu der Leber spricht der Magen, aber auch geistige Wesenheiten, zu der Lunge auch. Zu all den Organen, die man im gewöhnlichen bewußten Leben nicht braucht, sprechen geistige Wesenheiten.
[ 10 ] Diese Art von Verbindung mit der geistigen Welt, die einem die Möglichkeit gibt, von einer geistigen Welt auch wissenschaftlich zu sprechen, die setzt voraus, daß man sich erst abgewöhnt zu meinen, daß die Geister in einer irdischen Sprache sprechen. Man muß erst die übersinnliche Welt kennenlernen und dann erst übersetzen können in eine gewöhnliche Sprache, was die Geister in einer übersinnlichen Sprache sprechen. Wenn der Betreffende, der an seinem Schreibtisch gesessen hat, also gehört hätte «Geh weg!» — so hätte das auch ganz gut sein können. Aber die Sache ist nämlich so, meine Herren: Sie haben von mir gehört, daß der ganze Mensch erfüllt ist von Vernunft. Ich habe Ihnen ja einmal auseinandergesetzt: Die Leber nimmt Vorgänge wahr im menschlichen Unterleib, die Lunge nimmt wahr, der ganze Mensch ist ein Sinnesorgan. Das Herz nimmt wahr, durch das Herz nimmt man die Blutzirkulation wahr. Aber im gewöhnlichen Leben braucht man diese Organe nicht zum Wahrnehmen. Man braucht seine Augen und seine Nase, aber man braucht diese Organe nicht zum Wahrnehmen. Diese Organe haben eine ganz bestimmte Eigentümlichkeit. Nehmen Sie zum Beispiel die Leber, meine Herren! Sehen Sie, wenn man die Leber herausschneidet aus dem Körper, dann ist sie also dieses Organ, das Sie bei den Tieren kennen, weil Sie ja wahrscheinlich schon irgendwelche Leber gesehen haben, mindestens Gänseleber. Aber dieses Organ hat einen Ätherleib, der mit dem anderen Ätherleib in Zusammenhang Tafel s steht (Zeichnung, gelb), und hat auch einen astralischen Leib (violett) und dann wird es erst noch durchzogen von dem Ich. Also dieses Organ, die Leber, hat ja etwas Geistiges. In Ihrem Kopf nehmen Sie das Geistige wahr, aber in ihrer Leber nehmen Sie das Geistige bewußt nicht wahr. Da können Sie, so wie Sie im gewöhnlichen Leben organisiert sind, nichts übersehen, geradeso wie ich Ihnen neulich erklärt habe, daß Sie das Geistige nicht wahrnehmen in Ihrer kleinen Augenlinse. Aber man kann den ganzen Himmel mit der kleinen Augenlinse sehen. Durch alle Kopforgane sprechen eigentlich geistige Wesenheiten fast nicht. Da spricht die ganze Welt, die Sterne mit ihren Bewegungen und so weiter, die sprechen durch die Kopforgane. Aber durch die anderen Organe, zum Beispiel durch die Leber, da sprechen tatsächlich auch geistige Wesenheiten. Zu der Leber spricht der Magen, aber auch geistige Wesenheiten, zu der Lunge auch. Zu all den Organen, die man im gewöhnlichen bewußten Leben nicht braucht, sprechen geistige Wesenheiten.
[ 11 ] Nun, meine Herren, wenn der Kopf eigentlich darauf angewiesen ist, nur dasjenige wahrzunehmen, was er draußen in der äußeren Welt erblickt, so ist gerade das Innere des Menschen, die unteren Organe, darauf angelegt, in der geistigen Welt wahrzunehmen. Diese Organe sind aber außerordentlich fein. Sie sind wirklich recht fein. Und daß sie fein sind, das können Sie schon daraus entnehmen, was manchmal für Zustände aus solchen Organen herauskommen. Diese Zustände beachtet man meistens nicht, und man beachtet sie nicht, weil unsere Medizin so unvollkommen ist. Sehen Sie, Sie werden ja schon irgendeinmal erfahren haben, daß einer von einer riesigen Angst Diarrhöe kriegt. Man beachtet es nicht, weil man sich gar nicht vorstellt, daß von der Angst die Diarrhöe kommen kann. Sie kommt aber davon. Da ist ein Einfluß von der Außenwelt da. Aber dieser Einfluß kann dann auch von der geistigen Welt da sein. Und aus der geistigen Welt heraus geschieht es schon so, daß diese Organe in der Tat wahrnehmen, aber ganz andere Dinge wahrnehmen, als in der Außenwelt sind.
[ 11 ] Nun, meine Herren, wenn der Kopf eigentlich darauf angewiesen ist, nur dasjenige wahrzunehmen, was er draußen in der äußeren Welt erblickt, so ist gerade das Innere des Menschen, die unteren Organe, darauf angelegt, in der geistigen Welt wahrzunehmen. Diese Organe sind aber außerordentlich fein. Sie sind wirklich recht fein. Und daß sie fein sind, das können Sie schon daraus entnehmen, was manchmal für Zustände aus solchen Organen herauskommen. Diese Zustände beachtet man meistens nicht, und man beachtet sie nicht, weil unsere Medizin so unvollkommen ist. Sehen Sie, Sie werden ja schon irgendeinmal erfahren haben, daß einer von einer riesigen Angst Diarrhöe kriegt. Man beachtet es nicht, weil man sich gar nicht vorstellt, daß von der Angst die Diarrhöe kommen kann. Sie kommt aber davon. Da ist ein Einfluß von der Außenwelt da. Aber dieser Einfluß kann dann auch von der geistigen Welt da sein. Und aus der geistigen Welt heraus geschieht es schon so, daß diese Organe in der Tat wahrnehmen, aber ganz andere Dinge wahrnehmen, als in der Außenwelt sind.
[ 12 ] Ich habe Ihnen ja jetzt schon öfter gesagt: Wir Menschen gehen durch verschiedene Erdenleben. Ja, wenn die Menschen bisher so ohne weiteres durch verschiedene Erdenleben hätten durchgehen sollen, so würden sie das nicht gekonnt haben. Wenn der Mensch sich hier auf der Erde von klein auf entwickeln soll, so muß er einen Führer haben, nämlich einen Erzieher oder Lehrer oder so etwas, sonst würde er ja ganz dumm bleiben. Solch einen Führer hat aber wirklich der Mensch in der geistigen Welt, der ihn von Erdenleben zu Erdenleben führt und der auch wirklich achtgibt im einzelnen Erdenleben nicht für die Dinge, über die wir frei sind, über die wir selber vernünftig nachdenken, aber für die Dinge, über die wir nicht nachdenken können, mit denen aber unsere Menschenorganisation zusammenhängt. Und so kommt es, daß, wenn da einer sitzt und in einer gewissen Ängstlichkeit ist, er dann besonders empfindlich wird für dasjenige, was ihm bevorsteht. Diese Empfindlichkeit muß man auch in der richtigen Weise beurteilen. Man muß ganz genau unterscheiden: Tritt diese Empfindlichkeit für das Geistige ein, oder ist diese Empfindlichkeit doch noch physisch erklärbar. Wenn einer nicht kritisch ist, so kann er gar nicht über diese Dinge richtig sprechen.
[ 12 ] Ich habe Ihnen ja jetzt schon öfter gesagt: Wir Menschen gehen durch verschiedene Erdenleben. Ja, wenn die Menschen bisher so ohne weiteres durch verschiedene Erdenleben hätten durchgehen sollen, so würden sie das nicht gekonnt haben. Wenn der Mensch sich hier auf der Erde von klein auf entwickeln soll, so muß er einen Führer haben, nämlich einen Erzieher oder Lehrer oder so etwas, sonst würde er ja ganz dumm bleiben. Solch einen Führer hat aber wirklich der Mensch in der geistigen Welt, der ihn von Erdenleben zu Erdenleben führt und der auch wirklich achtgibt im einzelnen Erdenleben nicht für die Dinge, über die wir frei sind, über die wir selber vernünftig nachdenken, aber für die Dinge, über die wir nicht nachdenken können, mit denen aber unsere Menschenorganisation zusammenhängt. Und so kommt es, daß, wenn da einer sitzt und in einer gewissen Ängstlichkeit ist, er dann besonders empfindlich wird für dasjenige, was ihm bevorsteht. Diese Empfindlichkeit muß man auch in der richtigen Weise beurteilen. Man muß ganz genau unterscheiden: Tritt diese Empfindlichkeit für das Geistige ein, oder ist diese Empfindlichkeit doch noch physisch erklärbar. Wenn einer nicht kritisch ist, so kann er gar nicht über diese Dinge richtig sprechen.
[ 13 ] Ich will Ihnen hiervon auch noch ein Beispiel sagen. Da gab es einmal eine Kranke, die wohnte im vierten Stock eines Hauses, und der Arzt mußte täglich zu ihr kommen auch noch in der Zeit, in der sie schon am gesunden war, denn die Sache war ziemlich gefährlich. Der Arzt kam zu dieser Kranken nicht etwa jeden Tag zu derselben Stunde, sondern zu ganz verschiedenen Stunden, aber diese Kranke wußte jeden Tag oben im vierten Stock ganz genau: Jetzt kommt der Arzt — auch wenn er noch ganz unten war. Wenn er noch außer dem Hause vor dem Tore war, da wußte sie schon: Jetzt kommt der Arzt. — Namentlich aber wußte sie es, wenn er noch ganz unten war im Flur des Hauses, bevor er noch eine Stufe erstiegen hatte. Das erzählten die Leute dem Arzt und sagten: Ja, die weiß das durch Hellsehen. — Nun, der Arzt war zunächst ein bißchen kribbelig. Ärzte glauben das nicht gleich. Aber nun, als er immer wieder und wieder angeranzt wurde von den Leuten, die ihm sagten: Ja, unsere Tochter ist hellsehend, die weiß, wenn Sie da unten sind — da sagte er einmal: Ich will die Geschichte doch ausprobieren! — Und er zog sich ganz leise die Stiefel aus, bevor er ins Tor hineinging. Und da wußte sie es nicht! Nun, sehen Sie, solche Fälle gibt es natürlich auch, und die muß man richtig prüfen. Denn diese Kranke hatte einfach ein fein empfindliches Gehör gekriegt durch das lange Liegen und hat unten die Tritte wahrgenommen, die man sonst von unten nicht hörte. Wenn man von allem gleich sagt, das ist Hellsichtigkeit, so hat man natürlich kein Recht, von geistigen Welten zu reden. Man muß ganz genau zu unterscheiden wissen zwischen dem, was eben mit den Sinnen noch wahrgenommen werden kann und dem, was nicht mehr mit den Sinnen wahrgenommen werden kann.
[ 13 ] Ich will Ihnen hiervon auch noch ein Beispiel sagen. Da gab es einmal eine Kranke, die wohnte im vierten Stock eines Hauses, und der Arzt mußte täglich zu ihr kommen auch noch in der Zeit, in der sie schon am gesunden war, denn die Sache war ziemlich gefährlich. Der Arzt kam zu dieser Kranken nicht etwa jeden Tag zu derselben Stunde, sondern zu ganz verschiedenen Stunden, aber diese Kranke wußte jeden Tag oben im vierten Stock ganz genau: Jetzt kommt der Arzt — auch wenn er noch ganz unten war. Wenn er noch außer dem Hause vor dem Tore war, da wußte sie schon: Jetzt kommt der Arzt. — Namentlich aber wußte sie es, wenn er noch ganz unten war im Flur des Hauses, bevor er noch eine Stufe erstiegen hatte. Das erzählten die Leute dem Arzt und sagten: Ja, die weiß das durch Hellsehen. — Nun, der Arzt war zunächst ein bißchen kribbelig. Ärzte glauben das nicht gleich. Aber nun, als er immer wieder und wieder angeranzt wurde von den Leuten, die ihm sagten: Ja, unsere Tochter ist hellsehend, die weiß, wenn Sie da unten sind — da sagte er einmal: Ich will die Geschichte doch ausprobieren! — Und er zog sich ganz leise die Stiefel aus, bevor er ins Tor hineinging. Und da wußte sie es nicht! Nun, sehen Sie, solche Fälle gibt es natürlich auch, und die muß man richtig prüfen. Denn diese Kranke hatte einfach ein fein empfindliches Gehör gekriegt durch das lange Liegen und hat unten die Tritte wahrgenommen, die man sonst von unten nicht hörte. Wenn man von allem gleich sagt, das ist Hellsichtigkeit, so hat man natürlich kein Recht, von geistigen Welten zu reden. Man muß ganz genau zu unterscheiden wissen zwischen dem, was eben mit den Sinnen noch wahrgenommen werden kann und dem, was nicht mehr mit den Sinnen wahrgenommen werden kann.
[ 14 ] Die Dinge, die da spielen, zeigen aber, daß die Sinne außerordentlich empfindlich werden können. Denn im gewöhnlichen Leben ist ja natürlich der Mensch nicht fähig, wenn er im vierten Stock ist und unten Tritte sind, sie gleich zu hören. Aber wie die Sinne am Kopfe und sonst die Sinne empfindlich werden können, so können auch die inneren Organe, die ja auch Sinne sind, eben empfindlich werden für das Geistige. Und wenn also dann zum Beispiel die Leber unter dem Eindruck steht: heute könnte ich erschossen werden —, so ist sie besonders empfindlich, und die Folge davon ist, daß die Leber hören kann, aber jetzt nicht in irgendeiner italienischen oder deutschen Sprache, die Warnung von dem geistigen Wesen, das ja wirklich da ist.
[ 14 ] Die Dinge, die da spielen, zeigen aber, daß die Sinne außerordentlich empfindlich werden können. Denn im gewöhnlichen Leben ist ja natürlich der Mensch nicht fähig, wenn er im vierten Stock ist und unten Tritte sind, sie gleich zu hören. Aber wie die Sinne am Kopfe und sonst die Sinne empfindlich werden können, so können auch die inneren Organe, die ja auch Sinne sind, eben empfindlich werden für das Geistige. Und wenn also dann zum Beispiel die Leber unter dem Eindruck steht: heute könnte ich erschossen werden —, so ist sie besonders empfindlich, und die Folge davon ist, daß die Leber hören kann, aber jetzt nicht in irgendeiner italienischen oder deutschen Sprache, die Warnung von dem geistigen Wesen, das ja wirklich da ist.
[ 15 ] Aber denken Sie sich, nun geschieht das Wunderbare: Die Leber muß das ja erst abgeben an den Kopf, sonst kann es der Mensch nicht wahrnehmen; denn da wird das auf dem Wege von der Leber bis zum Kopf übersetzt in die Sprache, die der Mensch spricht. Das ist das Wunderbare dabei, da liegt nämlich erst das Rätselvolle. Da können Sie erst sagen, was für ein merkwürdiges Wesen dieser Mensch denn ist. Er ist nicht etwa allein imstande, Ahnungen zu haben, sondern, was viel wunderbarer ist, dasjenige, was ihm in der geistigen Sprache zukommt, das übersezt er eigentlich unbewußt in seine Sprache.
[ 15 ] Aber denken Sie sich, nun geschieht das Wunderbare: Die Leber muß das ja erst abgeben an den Kopf, sonst kann es der Mensch nicht wahrnehmen; denn da wird das auf dem Wege von der Leber bis zum Kopf übersetzt in die Sprache, die der Mensch spricht. Das ist das Wunderbare dabei, da liegt nämlich erst das Rätselvolle. Da können Sie erst sagen, was für ein merkwürdiges Wesen dieser Mensch denn ist. Er ist nicht etwa allein imstande, Ahnungen zu haben, sondern, was viel wunderbarer ist, dasjenige, was ihm in der geistigen Sprache zukommt, das übersezt er eigentlich unbewußt in seine Sprache.
[ 16 ] Daraus können Sie aber sehen: Alles das, was in manchen spiritistischen Zirkeln aufgeschrieben wird, das wird zu den Unterleibern gesagt. Nur sind die Leute darauf aus, das nicht zuzugeben. Sie glauben, die Geister sprechen italienisch oder französisch, aber das kommt alles aus dem Menschen selber. Und dennoch, es ist eine Beziehung zur geistigen Welt auch in diesen Sitzungen vorhanden, nur eine sehr schlimme. Die wird dann in allerlei Dinge übersetzt.
[ 16 ] Daraus können Sie aber sehen: Alles das, was in manchen spiritistischen Zirkeln aufgeschrieben wird, das wird zu den Unterleibern gesagt. Nur sind die Leute darauf aus, das nicht zuzugeben. Sie glauben, die Geister sprechen italienisch oder französisch, aber das kommt alles aus dem Menschen selber. Und dennoch, es ist eine Beziehung zur geistigen Welt auch in diesen Sitzungen vorhanden, nur eine sehr schlimme. Die wird dann in allerlei Dinge übersetzt.
[ 17 ] Aber aus diesem sehen Sie, daß man ja, wenn so etwas auftritt wie dieses «Geh weg!», sich klar sein muß: Die eigentliche Verbindung mit der geistigen Welt bleibt einem immer noch dunkel. Man hat keine rechte Vorstellung, wenn man sich einfach vorstellt: der Schutzgeist hat einem ins Ohr geraunt —, sondern man muß wissen, auf welchem Umwege das geschieht. Dann begreift man auch noch etwas anderes. Dann begreift man, daß die Leute so etwas sehr leicht widerlegen können. Denn für einen gewöhnlichen Menschen ist das mit dem Menschen, der sich die Schuhe ausgezogen hat, eine Widerlegung. Der sagt: Die Leute glauben, das sei Hellsehen, Hellhören, aber es war da kein Hellhören, sondern ein gewöhnliches Hören. Also ist das bei dem anderen Fall auch so.
[ 17 ] Aber aus diesem sehen Sie, daß man ja, wenn so etwas auftritt wie dieses «Geh weg!», sich klar sein muß: Die eigentliche Verbindung mit der geistigen Welt bleibt einem immer noch dunkel. Man hat keine rechte Vorstellung, wenn man sich einfach vorstellt: der Schutzgeist hat einem ins Ohr geraunt —, sondern man muß wissen, auf welchem Umwege das geschieht. Dann begreift man auch noch etwas anderes. Dann begreift man, daß die Leute so etwas sehr leicht widerlegen können. Denn für einen gewöhnlichen Menschen ist das mit dem Menschen, der sich die Schuhe ausgezogen hat, eine Widerlegung. Der sagt: Die Leute glauben, das sei Hellsehen, Hellhören, aber es war da kein Hellhören, sondern ein gewöhnliches Hören. Also ist das bei dem anderen Fall auch so.
[ 18 ] Ja, das ist eben das, meine Herren, was man zuerst untersuchen muß! Und da sieht man dann, wenn man die nötige Vorsicht übt, daß in der Tat auf diesen Umwegen fortwährend von der geistigen Welt aus mit menschlichem Schicksal gearbeitet wird, besonders stark natürlich in der Kindheit. Warum in der Kindheit? Ja, in der Kindheit ist nämlich der astralische Leib viel tätiger, da arbeitet der astralische Leib viel intensiver, Später arbeitet er nicht mehr so intensiv. Wenn die Leber beim Kind noch weich ist, so kann der astralische Leib das, was er in der geistigen Welt hört, auf die Leber übertragen. Später, wenn die Leber hart geworden ist, kann er nichts mehr übertragen.
[ 18 ] Ja, das ist eben das, meine Herren, was man zuerst untersuchen muß! Und da sieht man dann, wenn man die nötige Vorsicht übt, daß in der Tat auf diesen Umwegen fortwährend von der geistigen Welt aus mit menschlichem Schicksal gearbeitet wird, besonders stark natürlich in der Kindheit. Warum in der Kindheit? Ja, in der Kindheit ist nämlich der astralische Leib viel tätiger, da arbeitet der astralische Leib viel intensiver, Später arbeitet er nicht mehr so intensiv. Wenn die Leber beim Kind noch weich ist, so kann der astralische Leib das, was er in der geistigen Welt hört, auf die Leber übertragen. Später, wenn die Leber hart geworden ist, kann er nichts mehr übertragen.
[ 19 ] Nun müssen Sie denken, was solch ein Ereignis wie das, was von Herrn Burle erlebt worden ist, für eine Bedeutung hat, wenn einem also eigentlich der Tod bevorsteht und nicht das eintritt, was durch die äußere Natur der Dinge ganz gut vorgesehen ist. Denn Sie hätten dazumal, wie Sie das «Geh weg!» gehört haben, draufgehen können? (Wird bestätigt.) Also Sie wären draufgegangen. Solche Fälle gibt es viele im Leben des Menschen. Nur, viele bemerkt man nicht. Aber das ist einer, den Sie stark bemerkt haben.
[ 19 ] Nun müssen Sie denken, was solch ein Ereignis wie das, was von Herrn Burle erlebt worden ist, für eine Bedeutung hat, wenn einem also eigentlich der Tod bevorsteht und nicht das eintritt, was durch die äußere Natur der Dinge ganz gut vorgesehen ist. Denn Sie hätten dazumal, wie Sie das «Geh weg!» gehört haben, draufgehen können? (Wird bestätigt.) Also Sie wären draufgegangen. Solche Fälle gibt es viele im Leben des Menschen. Nur, viele bemerkt man nicht. Aber das ist einer, den Sie stark bemerkt haben.
[ 20 ] Nun aber haben Sie, bevor Sie Ihr jetziges Erdenleben durchgemacht haben, viele frühere durchgemacht, Ja, meine Herren, was man früher in den Erdenleben durchgemacht hat, das will sich ja in der richtigen Weise ausleben. Das will sich so ausleben, daß man zum Beispiel in diesem Leben jetzt ein richtig langes Leben hat, damit alles sich so ausleben kann, wie es durch die früheren Erdenleben bedingt ist. Nun kann dem die äußere Natur sogar widersprechen. Ich kann eines Tages durch die äußeren Verhältnisse einem Unglück ausgesetzt sein, könnte sterben müssen, und die Sache könnte so werden, daß ich, sagen wir, wenn ich sterbe, eigentlich meinem vorigen Erdenleben nach in unverhältnismäßig früher Zeit sterbe. Es ist nach dem vorigen Erdenleben nicht richtig, daß ich so früh sterbe, weil ich noch etwas zu tun habe auf der Erde. Nun könnte ich auch sterben. Glauben Sie nicht, daß das ganz unbedingt gesichert ist, daß ich nicht sterbe! Ich könnte auch sterben, das Unglück könnte eintreten. Ich könnte sterben, aber mein ganzes Schicksal würde geändert. Denn ich habe eben das Stückchen Erdenleben, das ich noch hätte durchleben sollen, dann nicht. Das ganze Schicksal würde geändert! Da greift nun diese geistige Wesenheit ein, die den Menschen von Erdenleben zu Erdenleben führt, und kann ihn warnen. Da liegt immer ein Grund vor, daß sie ihn warnen kann. Aber natürlich sind die Verhältnisse außerordentlich verwickelt, und irgendeinmal kann es auch so liegen, daß diese Wesenheit, die den Menschen schützen will, wenn wir das Wort so anwenden wollen, anderen Wesenheiten unterliegt, die sie abhalten, die sie weghalten. In der geistigen Welt können durchaus auch solche Kämpfe stattfinden. Aber wenn böse Wesenheiten, wenn ich mich so ausdrücken darf, kein besonderes Interesse daran haben, dann kommt die Warnung durch. Und so ist sie dazumal durchgekommen. Und daß da ganz besondere Dinge eintreten können, auch äußerlich, ja, das kommt auch unzählige Male vor.
[ 20 ] Nun aber haben Sie, bevor Sie Ihr jetziges Erdenleben durchgemacht haben, viele frühere durchgemacht, Ja, meine Herren, was man früher in den Erdenleben durchgemacht hat, das will sich ja in der richtigen Weise ausleben. Das will sich so ausleben, daß man zum Beispiel in diesem Leben jetzt ein richtig langes Leben hat, damit alles sich so ausleben kann, wie es durch die früheren Erdenleben bedingt ist. Nun kann dem die äußere Natur sogar widersprechen. Ich kann eines Tages durch die äußeren Verhältnisse einem Unglück ausgesetzt sein, könnte sterben müssen, und die Sache könnte so werden, daß ich, sagen wir, wenn ich sterbe, eigentlich meinem vorigen Erdenleben nach in unverhältnismäßig früher Zeit sterbe. Es ist nach dem vorigen Erdenleben nicht richtig, daß ich so früh sterbe, weil ich noch etwas zu tun habe auf der Erde. Nun könnte ich auch sterben. Glauben Sie nicht, daß das ganz unbedingt gesichert ist, daß ich nicht sterbe! Ich könnte auch sterben, das Unglück könnte eintreten. Ich könnte sterben, aber mein ganzes Schicksal würde geändert. Denn ich habe eben das Stückchen Erdenleben, das ich noch hätte durchleben sollen, dann nicht. Das ganze Schicksal würde geändert! Da greift nun diese geistige Wesenheit ein, die den Menschen von Erdenleben zu Erdenleben führt, und kann ihn warnen. Da liegt immer ein Grund vor, daß sie ihn warnen kann. Aber natürlich sind die Verhältnisse außerordentlich verwickelt, und irgendeinmal kann es auch so liegen, daß diese Wesenheit, die den Menschen schützen will, wenn wir das Wort so anwenden wollen, anderen Wesenheiten unterliegt, die sie abhalten, die sie weghalten. In der geistigen Welt können durchaus auch solche Kämpfe stattfinden. Aber wenn böse Wesenheiten, wenn ich mich so ausdrücken darf, kein besonderes Interesse daran haben, dann kommt die Warnung durch. Und so ist sie dazumal durchgekommen. Und daß da ganz besondere Dinge eintreten können, auch äußerlich, ja, das kommt auch unzählige Male vor.
[ 21 ] Sie haben sich gewundert, nicht wahr, beim zweiten Fall, den Sie aus Ihrem Leben erzählten, warum da nicht weiter gedreht worden ist. Denn wenn da weiter gedreht worden wäre, so hätten Sie zugrundegehen müssen. Die anderen konnten das Wasser nicht laufen lassen, Sie allein konnten es dann. Nun, woran lag das? Sie konnten gar nicht äußerlich sehen, woran das lag. (Herr Burle: Nein!) Es lag daran, daß diese Sie warnen oder Sie erhalten wollende geistige Wesenheit den Willen der anderen in diesem Moment gelähmt hat. Das wirkt immer durch den Menschen selber durch, nicht auf eine äußere Weise, nicht durch einen anderen. Der Wille war in diesem Moment in den anderen gelähmt, sie kriegten es nicht fertig, die Muskeln zu bewegen. Also so sind die Dinge, so hängen die Dinge zusammen. So daß man immer, wenn man von der geistigen Welt reden will, sicher sein muß, daß die geistige Welt durch den Menschen wirkt. Geradeso wie man ohne Auge nicht eine Farbe sehen kann, so kann man ohne diese innere Tätigkeit des Menschen nicht die geistige Welt wahrnehmen. Das ist ja dasjenige, was man immer beachten muß, wenn man richtige Wissenschaft treiben und nicht in Aberglauben kommen will. Denn das ist also so, daß das, was auf der Erde ist, die verschiedenen Sprachen, nicht mehr gilt für die geistige Welt, sondern es gelten da nur solche Sprachen, die man eben erst lernen muß. Will man in die geistige Welt eindringen — und ich habe ja beschrieben, was man da für Übungen machen muß, um in die geistige Welt einzudringen —, dann muß man vor allen Dingen, während man in die geistige Welt eindringt, sich abgewöhnen können das Denken. Nicht für immer, das wäre ja schlimm, aber für die Momente, wo man in die geistige Welt eindringen will. Denn das menschliche Denken, das ist nur für diese irdische Welt. Daher ist das Denken auch so verwandt mit dem Sprechen. Wir denken ja eigentlich in Worten in der physischen Welt, und nur dadurch, daß man sich allmählich gewöhnt, nicht in Worten zu denken, kommt man der geistigen Welt nahe.
[ 21 ] Sie haben sich gewundert, nicht wahr, beim zweiten Fall, den Sie aus Ihrem Leben erzählten, warum da nicht weiter gedreht worden ist. Denn wenn da weiter gedreht worden wäre, so hätten Sie zugrundegehen müssen. Die anderen konnten das Wasser nicht laufen lassen, Sie allein konnten es dann. Nun, woran lag das? Sie konnten gar nicht äußerlich sehen, woran das lag. (Herr Burle: Nein!) Es lag daran, daß diese Sie warnen oder Sie erhalten wollende geistige Wesenheit den Willen der anderen in diesem Moment gelähmt hat. Das wirkt immer durch den Menschen selber durch, nicht auf eine äußere Weise, nicht durch einen anderen. Der Wille war in diesem Moment in den anderen gelähmt, sie kriegten es nicht fertig, die Muskeln zu bewegen. Also so sind die Dinge, so hängen die Dinge zusammen. So daß man immer, wenn man von der geistigen Welt reden will, sicher sein muß, daß die geistige Welt durch den Menschen wirkt. Geradeso wie man ohne Auge nicht eine Farbe sehen kann, so kann man ohne diese innere Tätigkeit des Menschen nicht die geistige Welt wahrnehmen. Das ist ja dasjenige, was man immer beachten muß, wenn man richtige Wissenschaft treiben und nicht in Aberglauben kommen will. Denn das ist also so, daß das, was auf der Erde ist, die verschiedenen Sprachen, nicht mehr gilt für die geistige Welt, sondern es gelten da nur solche Sprachen, die man eben erst lernen muß. Will man in die geistige Welt eindringen — und ich habe ja beschrieben, was man da für Übungen machen muß, um in die geistige Welt einzudringen —, dann muß man vor allen Dingen, während man in die geistige Welt eindringt, sich abgewöhnen können das Denken. Nicht für immer, das wäre ja schlimm, aber für die Momente, wo man in die geistige Welt eindringen will. Denn das menschliche Denken, das ist nur für diese irdische Welt. Daher ist das Denken auch so verwandt mit dem Sprechen. Wir denken ja eigentlich in Worten in der physischen Welt, und nur dadurch, daß man sich allmählich gewöhnt, nicht in Worten zu denken, kommt man der geistigen Welt nahe.
[ 22 ] Und jetzt will ich Ihnen erklären, wie es ist, wenn der Mensch direkt in die geistige Welt hineinsieht. Denken Sie sich also, der Herr Burle wäre in dem Momente, wo ihm das passiert ist, daß dann zu ihm «Geh weg!» gesagt worden ist, ein Hellseher gewesen, aber ein richtiger Hellseher, was wäre dann geschehen? Wenn der Herr Burle ein Hellseher gewesen wäre, dann hätte er nicht innerlich diese furchtbar geistreiche Arbeit zu verrichten gebraucht, das erst ins Deutsche zu übersetzen, was ihm ein geistiges Wesen gesagt hatte, aber etwas anderes wäre gekommen. Denn da hätte er gelernt, wie dasselbe geistige Wesen deuten kann, Gebärden machen kann, Zeichen machen kann. Denn die geistigen Wesen reden nicht in Worten, sondern die machen Gebärden. Natürlich nicht solche Gebärden, wie ein Taubstummer sie macht, aber sie machen Gebärden. Die Menschen sind eben meistens nicht zufrieden mit diesen Gebärden, weil sie wie die Spiritisten erwas hören wollen. Aber in der wirklichen geistigen Welt ist es nicht so, da sind die Dinge nicht mit äußerem Ohr hörbar. Man kann gar nicht begreifen, wie ein vernünftiger Mensch sich das vorstellen kann, daß er mit physischen Ohren die Geister hört, denn physische Ohren können da nicht zuhören. Es ist ein Unsinn, zu glauben, die physischen Ohren könnten die Geister hören. Das muß natürlich der Astralkörper von irgendeinem Organ sein, der die Geister hört. Aber das ist auch kein wirkliches äußeres Sehen und Hören, sondern das ist ein Wissen, wie man die Zeichen auffassen muß, die einem diese Wesenheiten machen. Und dann würde Herr Burle, wenn er hellsehend gewesen wäre, statt zu hören: «Geh weg!», ein geistiges Bild gesehen haben, wissen Sie, so wie wenn einer ihn wegschiebt. Und hätte er dann richtig innerlich geistigwahrgenommen, dann hätte er es nicht erst zu übersetzen gebraucht ins «Geh weg!». Aber das geschieht alles still und in Ruhe, und daran sind die Leute nicht gewöhnt, die geistige Welt still, in Ruhe, in Schweigsamkeit aufzunehmen. Man würde auch, wenn irgendwo eine Gefahr schwebt, gar nicht darauf kommen, recht ruhig sein zu wollen. Man ist dann aufgeregt, aber durch die Aufregung wird gerade die geistige Welt dann nicht wahrgenommen. Und wenn dann doch das Schicksal sprechen soll, dann spricht es eben so, daß der Mensch das erst in sich übersetzt.
[ 22 ] Und jetzt will ich Ihnen erklären, wie es ist, wenn der Mensch direkt in die geistige Welt hineinsieht. Denken Sie sich also, der Herr Burle wäre in dem Momente, wo ihm das passiert ist, daß dann zu ihm «Geh weg!» gesagt worden ist, ein Hellseher gewesen, aber ein richtiger Hellseher, was wäre dann geschehen? Wenn der Herr Burle ein Hellseher gewesen wäre, dann hätte er nicht innerlich diese furchtbar geistreiche Arbeit zu verrichten gebraucht, das erst ins Deutsche zu übersetzen, was ihm ein geistiges Wesen gesagt hatte, aber etwas anderes wäre gekommen. Denn da hätte er gelernt, wie dasselbe geistige Wesen deuten kann, Gebärden machen kann, Zeichen machen kann. Denn die geistigen Wesen reden nicht in Worten, sondern die machen Gebärden. Natürlich nicht solche Gebärden, wie ein Taubstummer sie macht, aber sie machen Gebärden. Die Menschen sind eben meistens nicht zufrieden mit diesen Gebärden, weil sie wie die Spiritisten erwas hören wollen. Aber in der wirklichen geistigen Welt ist es nicht so, da sind die Dinge nicht mit äußerem Ohr hörbar. Man kann gar nicht begreifen, wie ein vernünftiger Mensch sich das vorstellen kann, daß er mit physischen Ohren die Geister hört, denn physische Ohren können da nicht zuhören. Es ist ein Unsinn, zu glauben, die physischen Ohren könnten die Geister hören. Das muß natürlich der Astralkörper von irgendeinem Organ sein, der die Geister hört. Aber das ist auch kein wirkliches äußeres Sehen und Hören, sondern das ist ein Wissen, wie man die Zeichen auffassen muß, die einem diese Wesenheiten machen. Und dann würde Herr Burle, wenn er hellsehend gewesen wäre, statt zu hören: «Geh weg!», ein geistiges Bild gesehen haben, wissen Sie, so wie wenn einer ihn wegschiebt. Und hätte er dann richtig innerlich geistigwahrgenommen, dann hätte er es nicht erst zu übersetzen gebraucht ins «Geh weg!». Aber das geschieht alles still und in Ruhe, und daran sind die Leute nicht gewöhnt, die geistige Welt still, in Ruhe, in Schweigsamkeit aufzunehmen. Man würde auch, wenn irgendwo eine Gefahr schwebt, gar nicht darauf kommen, recht ruhig sein zu wollen. Man ist dann aufgeregt, aber durch die Aufregung wird gerade die geistige Welt dann nicht wahrgenommen. Und wenn dann doch das Schicksal sprechen soll, dann spricht es eben so, daß der Mensch das erst in sich übersetzt.
[ 23 ] Sehen Sie, es gibt, wie Sie ja wissen, Menschen, welche sehr leicht mathematisch denken können und solche, die gar nicht mathematisch denken können, solche, die gut rechnen können und solche, die gar nicht rechnen können. Es gibt ja diese verschiedenen Fähigkeiten. Aber gerade wenn man sich recht anstrengt im mathematischen Denken, dann kommt man leichter in das wirkliche Hellsehen hinein, als wenn man gar keinen Begriff hat von mathematischem Denken. Und darin liegt schon der Grund, warum die Menschen heute so schwer hineinkommen in die Anschauung der geistigen Welt. Denn diejenigen, die heute eine Schulung durchmachen, sind ja noch zumeist diejenigen, die durch Griechisch und Latein, Literatur und alles mögliche durchgehen, durch all das, wobei man schlampig denken kann. Ja, die meisten sogenannten gebildeten und gelehrten Leute haben eigentlich nur «schlampet» denken gelernt, weil sie denken in demjenigen, in dem eigentlich die alten Römer oder Griechen gedacht haben, und die anderen lernen das dann von ihnen. Und so existiert heute eben ein furchtbar schlampiges Denken, gar kein Denken, das wirklich Kraft in sich hat. Davon kommt es, daß man heute solche Dinge gar nicht richtig verstehen kann, die aus der geistigen Welt herausgeholt sind. Würden die Leute ein richtiges scharfes Denken haben, dann würden sie ja gerade viel eher zum Verstehen dessen kommen, was in der geistigen Welt vorgeht. Sie können an äußeren Dingen, die in den letzten Jahrhunderten sich abgespielt haben, sehen, wie der Mensch aber wiederum geradezu bestrebt ist, nicht zu der geistigen Welt hinzukommen. Das will ich Ihnen an einem Beispiel erklären.
[ 23 ] Sehen Sie, es gibt, wie Sie ja wissen, Menschen, welche sehr leicht mathematisch denken können und solche, die gar nicht mathematisch denken können, solche, die gut rechnen können und solche, die gar nicht rechnen können. Es gibt ja diese verschiedenen Fähigkeiten. Aber gerade wenn man sich recht anstrengt im mathematischen Denken, dann kommt man leichter in das wirkliche Hellsehen hinein, als wenn man gar keinen Begriff hat von mathematischem Denken. Und darin liegt schon der Grund, warum die Menschen heute so schwer hineinkommen in die Anschauung der geistigen Welt. Denn diejenigen, die heute eine Schulung durchmachen, sind ja noch zumeist diejenigen, die durch Griechisch und Latein, Literatur und alles mögliche durchgehen, durch all das, wobei man schlampig denken kann. Ja, die meisten sogenannten gebildeten und gelehrten Leute haben eigentlich nur «schlampet» denken gelernt, weil sie denken in demjenigen, in dem eigentlich die alten Römer oder Griechen gedacht haben, und die anderen lernen das dann von ihnen. Und so existiert heute eben ein furchtbar schlampiges Denken, gar kein Denken, das wirklich Kraft in sich hat. Davon kommt es, daß man heute solche Dinge gar nicht richtig verstehen kann, die aus der geistigen Welt herausgeholt sind. Würden die Leute ein richtiges scharfes Denken haben, dann würden sie ja gerade viel eher zum Verstehen dessen kommen, was in der geistigen Welt vorgeht. Sie können an äußeren Dingen, die in den letzten Jahrhunderten sich abgespielt haben, sehen, wie der Mensch aber wiederum geradezu bestrebt ist, nicht zu der geistigen Welt hinzukommen. Das will ich Ihnen an einem Beispiel erklären.
[ 24 ] Sehen Sie, als ein gewisser Stephenson zuerst darauf aufmerksam gemacht hat, man könne Wagen machen mit eisernen Rädern, die auf Schienen fahren, da wurde das den Gelehrten seiner Zeit vorgelegt. Die Sache ist noch gar nicht lange her. Nun haben die Gelehrten zu rechnen angefangen, haben eine richtige Rechnung gemacht. Was haben sie herausgekriegt? Sie haben ausgerechnet: Niemals würde, wenn hier eine Schiene ist und da ein Rad (es wird gezeichnet), ein Wagen vorwärtskommen, wo das Rad so über die Schiene gehen soll. Es kann nicht sein. — Und sie rechneten weiter und rechneten aus: Es kann nur dann das Rad vorwärtsgehen, wenn die Schiene so gezahnt ist und das Rad auch gezahnt ist, so daß immer ein Zahn, der erhöht ist, in ein solches eingreift. — Also die Gelehrten haben ausgerechnet, daß, wenn die Wagen Zahnräder hätten und die Schienen auch Zähne hätten, in die die Wagenzahnräder eingreifen, es dann gehe, daß die Wagen sich vorwärtsbewegen und haben bewiesen, nur auf diese Weise könnten sich Eisenbahnzüge vorwärtsbewegen. Nun, meine Herren, Sie sehen, es geht ganz famos heute, ohne daß man Zahnräder und gezahnte Schienen hat! Was haben die Leute getan? Es ist noch gar nicht sehr lange Zeit her. Ja, sie haben gerechnet. Das Rechnen behalten sie aber bloß im Kopf, sie lassen nicht den übrigen Menschen darin wirken. Dadurch wird es stumpf, das Rechnen. Gerade das Rechnen ist etwas, wodurch man hell werden kann. Aber die Menschen haben sich im letzten Jahrhundert sogar gegen das Rechnen gestellt. Dadurch ist aber das ganze übrige Denken auch in Verwirrung gekommen. Und 1835, als es soweit war, daß man nicht mehr über «Zahnräder» debattiert hat, sondern die erste Eisenbahn in Deutschland von Fürth nach Nürnberg eingerichtet wurde, da hat man wiederum das Bayerische Ärztekollegium zusammengerufen und hat die gefragt, ob man die Eisenbahn bauen solle, ob es gesund sei. Dieses Dokument ist außerordentlich interessant. Es ist noch nicht so lange her, als Sie denken, das ist noch nicht ein Jahrhundert her. Diese Versammlung von gelehrten Herren hat das Dokument ausgestellt, man solle lieber keine Eisenbahnen bauen, denn diejenigen Leute, die darinnen sitzen, würden außerordentlich nervös werden. Wenn aber die Leute einen zwingen würden, doch Eisenbahnen zu bauen, wenn sie so schnell vorwärtskommen wollen, dann müsse man wenigstens links und rechts vom Zuge große, hohe Bretterwände aufrichten, damit, wenn die Züge vorbeifahren, von dem raschen Vorbeifahren die Bauern nicht Gehirnerschütterungen kriegen würden. Das steht in dem Dokument der gelehrten Herren drinnen.
[ 24 ] Sehen Sie, als ein gewisser Stephenson zuerst darauf aufmerksam gemacht hat, man könne Wagen machen mit eisernen Rädern, die auf Schienen fahren, da wurde das den Gelehrten seiner Zeit vorgelegt. Die Sache ist noch gar nicht lange her. Nun haben die Gelehrten zu rechnen angefangen, haben eine richtige Rechnung gemacht. Was haben sie herausgekriegt? Sie haben ausgerechnet: Niemals würde, wenn hier eine Schiene ist und da ein Rad (es wird gezeichnet), ein Wagen vorwärtskommen, wo das Rad so über die Schiene gehen soll. Es kann nicht sein. — Und sie rechneten weiter und rechneten aus: Es kann nur dann das Rad vorwärtsgehen, wenn die Schiene so gezahnt ist und das Rad auch gezahnt ist, so daß immer ein Zahn, der erhöht ist, in ein solches eingreift. — Also die Gelehrten haben ausgerechnet, daß, wenn die Wagen Zahnräder hätten und die Schienen auch Zähne hätten, in die die Wagenzahnräder eingreifen, es dann gehe, daß die Wagen sich vorwärtsbewegen und haben bewiesen, nur auf diese Weise könnten sich Eisenbahnzüge vorwärtsbewegen. Nun, meine Herren, Sie sehen, es geht ganz famos heute, ohne daß man Zahnräder und gezahnte Schienen hat! Was haben die Leute getan? Es ist noch gar nicht sehr lange Zeit her. Ja, sie haben gerechnet. Das Rechnen behalten sie aber bloß im Kopf, sie lassen nicht den übrigen Menschen darin wirken. Dadurch wird es stumpf, das Rechnen. Gerade das Rechnen ist etwas, wodurch man hell werden kann. Aber die Menschen haben sich im letzten Jahrhundert sogar gegen das Rechnen gestellt. Dadurch ist aber das ganze übrige Denken auch in Verwirrung gekommen. Und 1835, als es soweit war, daß man nicht mehr über «Zahnräder» debattiert hat, sondern die erste Eisenbahn in Deutschland von Fürth nach Nürnberg eingerichtet wurde, da hat man wiederum das Bayerische Ärztekollegium zusammengerufen und hat die gefragt, ob man die Eisenbahn bauen solle, ob es gesund sei. Dieses Dokument ist außerordentlich interessant. Es ist noch nicht so lange her, als Sie denken, das ist noch nicht ein Jahrhundert her. Diese Versammlung von gelehrten Herren hat das Dokument ausgestellt, man solle lieber keine Eisenbahnen bauen, denn diejenigen Leute, die darinnen sitzen, würden außerordentlich nervös werden. Wenn aber die Leute einen zwingen würden, doch Eisenbahnen zu bauen, wenn sie so schnell vorwärtskommen wollen, dann müsse man wenigstens links und rechts vom Zuge große, hohe Bretterwände aufrichten, damit, wenn die Züge vorbeifahren, von dem raschen Vorbeifahren die Bauern nicht Gehirnerschütterungen kriegen würden. Das steht in dem Dokument der gelehrten Herren drinnen.
[ 25 ] Ja, so haben die Leute geurteilt. Aber glauben Sie nicht, daß sie heute anders urteilen über diejenigen Dinge, die wirklich vorwärtsweisend in die Welt dringen. Sie urteilen heute auch nicht anders. Denn daß man heute lacht über das, was 1835 vorgekommen ist, das ist eben hinterher, und so werden die Leute über das, was heute geschieht, auch erst hinterher lachen können, wenn es fast hundert Jahre her sein wird. Die Leute haben ja überhaupt sich ganz besondere Ideen gemacht über die Dinge, die neu sein sollen. Mit den Eisenbahnen ist es gar nicht so leicht gegangen, denn das hat dem Denken der Menschen lebhaft widerstrebt. Als zum Beispiel in Berlin die erste Eisenbahn nach Potsdam gebaut werden sollte, da mußte der Generalpostmeister gefragt werden, denn er hatte jede Woche die vier Postwagen beaufsichtigt, die von Berlin nach Potsdam und wieder zurück gegangen sind, und da mußte er sein Gutachten abgeben, ob eine Eisenbahn gebaut werden solle. Da gab er sein Gutachten ab: Ja, er lasse doch viermal in der Woche einen Postwagen von Berlin nach Potsdam gehen, und da sitze kaum jemand drinnen. Warum soll man denn eine Eisenbahn bauen, wo im Postwagen niemand drinnen sitzt? — Heute ist es so, daß von Berlin nach Potsdam zehn bis zwölf Züge täglich gehen, und sie sind alle voll. Nur nicht gerade jetzt, in diesem Augenblick, aber sie waren alle voll. Sehen Sie, so schwer können sich die Leute seit ein paar Jahrhunderten hineinfinden in dasjenige, was eigentlich in der Welt geschieht. Daher nimmt man die Dinge nicht wahr, die sich abspielen, und höchstens glaubt man einem Menschen, der, ich möchte sagen, eine äußerliche Autorität ist. Dem glaubt man manchmal etwas. So will ich Ihnen eine Geschichte erzählen.
[ 25 ] Ja, so haben die Leute geurteilt. Aber glauben Sie nicht, daß sie heute anders urteilen über diejenigen Dinge, die wirklich vorwärtsweisend in die Welt dringen. Sie urteilen heute auch nicht anders. Denn daß man heute lacht über das, was 1835 vorgekommen ist, das ist eben hinterher, und so werden die Leute über das, was heute geschieht, auch erst hinterher lachen können, wenn es fast hundert Jahre her sein wird. Die Leute haben ja überhaupt sich ganz besondere Ideen gemacht über die Dinge, die neu sein sollen. Mit den Eisenbahnen ist es gar nicht so leicht gegangen, denn das hat dem Denken der Menschen lebhaft widerstrebt. Als zum Beispiel in Berlin die erste Eisenbahn nach Potsdam gebaut werden sollte, da mußte der Generalpostmeister gefragt werden, denn er hatte jede Woche die vier Postwagen beaufsichtigt, die von Berlin nach Potsdam und wieder zurück gegangen sind, und da mußte er sein Gutachten abgeben, ob eine Eisenbahn gebaut werden solle. Da gab er sein Gutachten ab: Ja, er lasse doch viermal in der Woche einen Postwagen von Berlin nach Potsdam gehen, und da sitze kaum jemand drinnen. Warum soll man denn eine Eisenbahn bauen, wo im Postwagen niemand drinnen sitzt? — Heute ist es so, daß von Berlin nach Potsdam zehn bis zwölf Züge täglich gehen, und sie sind alle voll. Nur nicht gerade jetzt, in diesem Augenblick, aber sie waren alle voll. Sehen Sie, so schwer können sich die Leute seit ein paar Jahrhunderten hineinfinden in dasjenige, was eigentlich in der Welt geschieht. Daher nimmt man die Dinge nicht wahr, die sich abspielen, und höchstens glaubt man einem Menschen, der, ich möchte sagen, eine äußerliche Autorität ist. Dem glaubt man manchmal etwas. So will ich Ihnen eine Geschichte erzählen.
[ 26 ] Da war ein ganz berühmter Techniker in England — die Sache ist noch nicht lange her, es ist etwa vierzig Jahre her —, ich glaube, er hieß Varley, ein ganz berühmter Techniker, an dessen Verstand niemand zweifelte. Diesem ganz berühmten Manne passierte folgendes. Er fuhr mit seiner Frau von London aufs Land hinaus, weil seine Schwägerin, die Schwester seiner Frau, sehr krank war; sie war fast eine Sterbende schon. Sie blieben ein paar Tage draußen. Nun, in der ersten Nacht, in der dieser Herr, der also ein ganz berühmter Techniker war, im Bette liegt, bekommt er plötzlich das, was man Alpdrücken nennt, und kann kein Glied rühren. Nicht wahr, wenn dieses Alpdrücken rasch vorübergeht, dann ist es ja nicht weiter schlimm, wenn es aber lange dauert, daß man kein Glied rühren kann und wach bleibt, dann kann man ersticken. Nun lag er da schon eigentlich betäubt, so daß er gerade noch den Gedanken hatte: Ich werde ja ersticken. — Nun, nicht wahr, da ist eine Person, von der man glaubt, sie müsse in ein paar Tagen sterben. Man will außerdem Ruhe halten im Haus. Also versuchte er sich aufzuraffen, es gelang aber nicht. Da plötzlich sieht er neben seinem Bett in aufrechter Stellung die Kranke, und die Kranke spricht ihn an mit seinem Vornamen und sagt: Steh auf! — Und das erschreckt ihn so, daß er durch den Schreck seine Glieder wieder bewegen kann. Da er ein ganz kluger Mensch war, so wußte er, daß er dadurch gerettet war. Nun, er war natürlich froh, daß so etwas geschehen konnte. Das können Sie ja begreifen, denn es sind andere Dinge schon in der Welt geschehen. Es waren Leute fünfzehn, zwanzig Jahre stumm, haben plötzlich einen großen Schreck gekriegt und sind wieder redend geworden. Also ein großer Schreck kann natürlich schon etwas Furchtbares im Menschen erzeugen, was aber auch günstig sein kann. Und am Morgen, als der betreffende Herr aufgestanden war, besuchte er seine Schwägerin, die die ganze Nacht im Bette gelegen hatte. Aber das erste, was sie ihm erzählte, ohne daß er zuerst davon redete — denn er wollte die Kranke damit verschonen, wollte den Traum natürlich nicht erzählen —, das war, daß sie sagte: Du, ich habe in dieser Nacht einen merkwürdigen Traum gehabt. Mir hat geträumt, ich müsse zu dir gehen und dich erschrecken, damit du nicht ersticktest. Und ich bin dann gegangen und habe dich erschreckt, damit du nicht ersticktest. Das war mein Traum. — Sie war ein paar Zimmer weit weg von ihm gelegen.
[ 26 ] Da war ein ganz berühmter Techniker in England — die Sache ist noch nicht lange her, es ist etwa vierzig Jahre her —, ich glaube, er hieß Varley, ein ganz berühmter Techniker, an dessen Verstand niemand zweifelte. Diesem ganz berühmten Manne passierte folgendes. Er fuhr mit seiner Frau von London aufs Land hinaus, weil seine Schwägerin, die Schwester seiner Frau, sehr krank war; sie war fast eine Sterbende schon. Sie blieben ein paar Tage draußen. Nun, in der ersten Nacht, in der dieser Herr, der also ein ganz berühmter Techniker war, im Bette liegt, bekommt er plötzlich das, was man Alpdrücken nennt, und kann kein Glied rühren. Nicht wahr, wenn dieses Alpdrücken rasch vorübergeht, dann ist es ja nicht weiter schlimm, wenn es aber lange dauert, daß man kein Glied rühren kann und wach bleibt, dann kann man ersticken. Nun lag er da schon eigentlich betäubt, so daß er gerade noch den Gedanken hatte: Ich werde ja ersticken. — Nun, nicht wahr, da ist eine Person, von der man glaubt, sie müsse in ein paar Tagen sterben. Man will außerdem Ruhe halten im Haus. Also versuchte er sich aufzuraffen, es gelang aber nicht. Da plötzlich sieht er neben seinem Bett in aufrechter Stellung die Kranke, und die Kranke spricht ihn an mit seinem Vornamen und sagt: Steh auf! — Und das erschreckt ihn so, daß er durch den Schreck seine Glieder wieder bewegen kann. Da er ein ganz kluger Mensch war, so wußte er, daß er dadurch gerettet war. Nun, er war natürlich froh, daß so etwas geschehen konnte. Das können Sie ja begreifen, denn es sind andere Dinge schon in der Welt geschehen. Es waren Leute fünfzehn, zwanzig Jahre stumm, haben plötzlich einen großen Schreck gekriegt und sind wieder redend geworden. Also ein großer Schreck kann natürlich schon etwas Furchtbares im Menschen erzeugen, was aber auch günstig sein kann. Und am Morgen, als der betreffende Herr aufgestanden war, besuchte er seine Schwägerin, die die ganze Nacht im Bette gelegen hatte. Aber das erste, was sie ihm erzählte, ohne daß er zuerst davon redete — denn er wollte die Kranke damit verschonen, wollte den Traum natürlich nicht erzählen —, das war, daß sie sagte: Du, ich habe in dieser Nacht einen merkwürdigen Traum gehabt. Mir hat geträumt, ich müsse zu dir gehen und dich erschrecken, damit du nicht ersticktest. Und ich bin dann gegangen und habe dich erschreckt, damit du nicht ersticktest. Das war mein Traum. — Sie war ein paar Zimmer weit weg von ihm gelegen.
[ 27 ] Sehen Sie, das ist eine Geschichte, die sich nicht bezweifeln läßt. Ich erzähle Ihnen eben diese Geschichte nur aus dem Grunde, weil sie mitgeteilt ist von einem Menschen, der sonst ganz nüchtern in der Welt gedacht hat, denn er war ein nüchterner Elektriker und berühmt in seinem Fach. Ich möchte nicht auf der Straße aufgelesene Geschichten bringen, aber dies ist eine Geschichte, die ebenso verbürgt ist, wie wenn einem jemand aus dem Laboratorium etwas nennt.
[ 27 ] Sehen Sie, das ist eine Geschichte, die sich nicht bezweifeln läßt. Ich erzähle Ihnen eben diese Geschichte nur aus dem Grunde, weil sie mitgeteilt ist von einem Menschen, der sonst ganz nüchtern in der Welt gedacht hat, denn er war ein nüchterner Elektriker und berühmt in seinem Fach. Ich möchte nicht auf der Straße aufgelesene Geschichten bringen, aber dies ist eine Geschichte, die ebenso verbürgt ist, wie wenn einem jemand aus dem Laboratorium etwas nennt.
[ 28 ] Was liegt denn da vor? Ich habe Ihnen ja erzählt, meine Herren, in der Nacht geht das Ich und der astralische Leib aus jedem Menschen heraus. Wenn also die Kranke geschlafen hat, so war in dem Körper, der in dem Bette gelegen hat, das Ich und der astralische Leib nicht drinnen. Da hat dasjenige, was nun dieser sogenannte schützende Geist ist, nicht direkt an den Mann heran gekonnt, denn der Mann hatte das nüchterne Denken, das sich die Menschen durch Jahrhunderte angewöhnt haben. Hätte Herr Burle dazumal das nüchterne Denken gehabt — das hat er natürlich als kleiner Junge ganz gewiß nicht gehabt, denn ein Gelehrter wird er schließlich dazumal ebensowenig gewesen sein wie heute —, so würde er das nicht gehört haben, denn das wird durch das nüchterne Denken übertönt, weggeblasen. Bei diesem Herrn Varley war dieses nüchterne Denken vorhanden. Den hätte sein schützender Geist nicht so ohne weiteres erschrecken können. Da hat dieser schützende Geist sogar den Umweg gemacht, die schlafende kranke Schwägerin in ihrem Astralleib zu benützen, so daß er den Astralleib an sein Bett geführt hat, durch den er dann erschrocken ist. Das hätte ja die Schwägerin niemals gewußt. Einen solchen sogenannten Traum hätte sie gut vergessen können, hätte nichts erzählen können, wenn sie eine gesunde Person gewesen wäre, Sie ist ein paar Tage darnach gestorben, wo ohnedies der Astralleib dann in die geistige Welt hineingeht. Da hat er sich schon vorbereitet gehabt. Dadurch hat die kranke Person wiederum leichter so etwas behalten können, was sie ein paar Tage vor ihrem Tod vernommen hat, was sie ja nachher erfahren sollte. Und die Folge davon war, daß sie auch die Sache gewußt hat.
[ 28 ] Was liegt denn da vor? Ich habe Ihnen ja erzählt, meine Herren, in der Nacht geht das Ich und der astralische Leib aus jedem Menschen heraus. Wenn also die Kranke geschlafen hat, so war in dem Körper, der in dem Bette gelegen hat, das Ich und der astralische Leib nicht drinnen. Da hat dasjenige, was nun dieser sogenannte schützende Geist ist, nicht direkt an den Mann heran gekonnt, denn der Mann hatte das nüchterne Denken, das sich die Menschen durch Jahrhunderte angewöhnt haben. Hätte Herr Burle dazumal das nüchterne Denken gehabt — das hat er natürlich als kleiner Junge ganz gewiß nicht gehabt, denn ein Gelehrter wird er schließlich dazumal ebensowenig gewesen sein wie heute —, so würde er das nicht gehört haben, denn das wird durch das nüchterne Denken übertönt, weggeblasen. Bei diesem Herrn Varley war dieses nüchterne Denken vorhanden. Den hätte sein schützender Geist nicht so ohne weiteres erschrecken können. Da hat dieser schützende Geist sogar den Umweg gemacht, die schlafende kranke Schwägerin in ihrem Astralleib zu benützen, so daß er den Astralleib an sein Bett geführt hat, durch den er dann erschrocken ist. Das hätte ja die Schwägerin niemals gewußt. Einen solchen sogenannten Traum hätte sie gut vergessen können, hätte nichts erzählen können, wenn sie eine gesunde Person gewesen wäre, Sie ist ein paar Tage darnach gestorben, wo ohnedies der Astralleib dann in die geistige Welt hineingeht. Da hat er sich schon vorbereitet gehabt. Dadurch hat die kranke Person wiederum leichter so etwas behalten können, was sie ein paar Tage vor ihrem Tod vernommen hat, was sie ja nachher erfahren sollte. Und die Folge davon war, daß sie auch die Sache gewußt hat.
[ 29 ] Sie sehen also, wenn man solche Dinge richtig beobachtet, dann kommt man darauf, eben wirklich über sie so zu sprechen, wie man davon spricht, wenn man irgendwo im Laboratorium eine Retorte hat, eine Flamme darunter hat, man gibt meinetwillen da Schwefel hinein, er ist erst gelb, aber dann wird er braun, später rot. Das kann man beschreiben. So kann man auch beschreiben, wie es mit den geistigen Erscheinungen zugeht, wenn man ein wirklich gesundes Denken darauf anwendet. Aber das muß natürlich die Grundbedingung sein. Nun wird in unserer Zeit alles dadurch verworren gemacht, daß eben dieses verwirrte Denken, das ich Ihnen beschrieben habe, herrschend ist. Und ich habe Ihnen dieses verwirrte Denken nicht bloß deshalb beschrieben, um Ihnen dieses Denken zu beschreiben, sondern ich habe es beschrieben, weil ich Sie darauf aufmerksam machen wollte, wie selbst bei einem Menschen, in dessen Schicksal eingegriffen werden sollte, der also noch etwas auf der physischen Erde zu tun hatte, die Sache so war, daß, da er niemals ein direktes Wahrnehmen hätte haben können, dieser Umweg gewählt wurde über die Kranke. Aber man muß die Sache in der richtigen Weise einsehen.
[ 29 ] Sie sehen also, wenn man solche Dinge richtig beobachtet, dann kommt man darauf, eben wirklich über sie so zu sprechen, wie man davon spricht, wenn man irgendwo im Laboratorium eine Retorte hat, eine Flamme darunter hat, man gibt meinetwillen da Schwefel hinein, er ist erst gelb, aber dann wird er braun, später rot. Das kann man beschreiben. So kann man auch beschreiben, wie es mit den geistigen Erscheinungen zugeht, wenn man ein wirklich gesundes Denken darauf anwendet. Aber das muß natürlich die Grundbedingung sein. Nun wird in unserer Zeit alles dadurch verworren gemacht, daß eben dieses verwirrte Denken, das ich Ihnen beschrieben habe, herrschend ist. Und ich habe Ihnen dieses verwirrte Denken nicht bloß deshalb beschrieben, um Ihnen dieses Denken zu beschreiben, sondern ich habe es beschrieben, weil ich Sie darauf aufmerksam machen wollte, wie selbst bei einem Menschen, in dessen Schicksal eingegriffen werden sollte, der also noch etwas auf der physischen Erde zu tun hatte, die Sache so war, daß, da er niemals ein direktes Wahrnehmen hätte haben können, dieser Umweg gewählt wurde über die Kranke. Aber man muß die Sache in der richtigen Weise einsehen.
[ 30 ] Ich glaube, ich habe Ihnen schon einmal erzählt, was mir mit dem Arzte Schleich passiert ist, der vor kurzem in Berlin gestorben ist, der also ein ganz berühmter Mann in Berlin war, ein berühmter Chirurg, der aber auch eine gewisse Hinneigung hatte — er war gescheiter als die anderen Ärzte —, solche Dinge zu verstehen. Nun, dem Schleich passierte einmal folgendes. Eines Abends kommt zu ihm ein Mensch und sagt zu ihm: Ich habe mir jetzt gerade eben in meinem Büro eine Feder in meine Hand hineingestoßen, da ist etwas Tinte hineingeflossen. Sie müssen mir die Hand sogleich abnehmen, amputieren, denn sonst sterbe ich an Blutvergiftung. — Schleich sagte: Ja, aber, mein Herr, ich muß mir erst die Wunde ansehen. — Nein, sagte der Mann, das muß gleich gemacht werden! — Das geht nicht, das darf ich doch nicht tun! sagte Dr. Schleich. Dann sah er sich die Wunde an und sagte: Die Wunde kann man ja sehr leicht aussaugen. — Da saugte er ihm die Wunde aus. Der Patient bestand darauf, daß ihm die Hand abgenommen werde. — Ich kann Ihnen die Hand nicht abnehmen —, sagte der Arzt, Da sagte der Mann: Dann muß ich sterben! — Er glaubte nicht, daß die Wunde harmlos war; er sagte, er müsse sterben.
[ 30 ] Ich glaube, ich habe Ihnen schon einmal erzählt, was mir mit dem Arzte Schleich passiert ist, der vor kurzem in Berlin gestorben ist, der also ein ganz berühmter Mann in Berlin war, ein berühmter Chirurg, der aber auch eine gewisse Hinneigung hatte — er war gescheiter als die anderen Ärzte —, solche Dinge zu verstehen. Nun, dem Schleich passierte einmal folgendes. Eines Abends kommt zu ihm ein Mensch und sagt zu ihm: Ich habe mir jetzt gerade eben in meinem Büro eine Feder in meine Hand hineingestoßen, da ist etwas Tinte hineingeflossen. Sie müssen mir die Hand sogleich abnehmen, amputieren, denn sonst sterbe ich an Blutvergiftung. — Schleich sagte: Ja, aber, mein Herr, ich muß mir erst die Wunde ansehen. — Nein, sagte der Mann, das muß gleich gemacht werden! — Das geht nicht, das darf ich doch nicht tun! sagte Dr. Schleich. Dann sah er sich die Wunde an und sagte: Die Wunde kann man ja sehr leicht aussaugen. — Da saugte er ihm die Wunde aus. Der Patient bestand darauf, daß ihm die Hand abgenommen werde. — Ich kann Ihnen die Hand nicht abnehmen —, sagte der Arzt, Da sagte der Mann: Dann muß ich sterben! — Er glaubte nicht, daß die Wunde harmlos war; er sagte, er müsse sterben.
[ 31 ] Nun, da wurde dem Dr. Schleich ganz unheimlich. Dann telephonierte ein anderer Arzt bei ihm an und meldete: Der Patient erzählte mir, er sei bei Ihnen gewesen, Sie wollten ihm aber nicht die Hand abschneiden. Jetzt ist er bei mir. — Aber dieser Arzt konnte ihm die Hand auch nicht abnehmen wegen der kleinen Stichwunde. Dr. Schleich konnte die ganze Nacht nicht schlafen, so unheimlich war ihm die Sache.
[ 31 ] Nun, da wurde dem Dr. Schleich ganz unheimlich. Dann telephonierte ein anderer Arzt bei ihm an und meldete: Der Patient erzählte mir, er sei bei Ihnen gewesen, Sie wollten ihm aber nicht die Hand abschneiden. Jetzt ist er bei mir. — Aber dieser Arzt konnte ihm die Hand auch nicht abnehmen wegen der kleinen Stichwunde. Dr. Schleich konnte die ganze Nacht nicht schlafen, so unheimlich war ihm die Sache.
[ 32 ] Am nächsten Tag ging er hin in das Haus, wo der Mann wohnte: er war in der Nacht gestorben! Er wurde seziert, und es war keine Rede von Blutvergiftung. Aber der Mann hat sterben müssen. Nun, Schleich hat sich einfach gesagt: Das ist ein Tod durch Suggestion — wie man heute, nicht wahr, ja weiß: Suggestionen finden statt. Unter dem Eindruck von Suggestion wird alles mögliche gemacht. Man kann ja manches bewirken durch Suggestion.
[ 32 ] Am nächsten Tag ging er hin in das Haus, wo der Mann wohnte: er war in der Nacht gestorben! Er wurde seziert, und es war keine Rede von Blutvergiftung. Aber der Mann hat sterben müssen. Nun, Schleich hat sich einfach gesagt: Das ist ein Tod durch Suggestion — wie man heute, nicht wahr, ja weiß: Suggestionen finden statt. Unter dem Eindruck von Suggestion wird alles mögliche gemacht. Man kann ja manches bewirken durch Suggestion.
[ 33 ] Damit Sie einen Begriff bekommen, was man durch Suggestion bewirken kann, will ich Ihnen doch das Folgende mitteilen. Zum Beispiel kann man jemandem sagen: Ich lege dir ein Zugpflaster auf, ein Spanisches Pflaster! — aber man klebt ihm bloß ein kleines Löschzettelchen auf, und der kriegt eine große Blase! Da dringt das Seelische in das Körperliche hinein. So etwas kann man bewirken. Das weiß heute jeder, der sich mit solchen Dingen beschäftigt, daß man das machen kann. Schleich sagte sich: Nun, da hat der Mann sich eingebildet, er stirbt. Also hat diese Einbildung suggestiv auf ihn gewirkt, also Tod durch Suggestion.
[ 33 ] Damit Sie einen Begriff bekommen, was man durch Suggestion bewirken kann, will ich Ihnen doch das Folgende mitteilen. Zum Beispiel kann man jemandem sagen: Ich lege dir ein Zugpflaster auf, ein Spanisches Pflaster! — aber man klebt ihm bloß ein kleines Löschzettelchen auf, und der kriegt eine große Blase! Da dringt das Seelische in das Körperliche hinein. So etwas kann man bewirken. Das weiß heute jeder, der sich mit solchen Dingen beschäftigt, daß man das machen kann. Schleich sagte sich: Nun, da hat der Mann sich eingebildet, er stirbt. Also hat diese Einbildung suggestiv auf ihn gewirkt, also Tod durch Suggestion.
[ 34 ] Er wollte mir durchaus nicht glauben, daß das ein Unsinn ist. Das war nämlich in diesem Fall ein Unsinn, daß der Mann den Tod durch Suggestion gehabt habe, denn etwas ganz anderes lag vor. Sehen Sie, die Nerven dieses Mannes waren zerstört, weil er in der Aufregung der neueren Zeit als Büromensch und als Geschäftsmensch ganz zerstörte Nerven hatte; Blut war in die Nerven hineingeflossen. Man konnte das Blut in den Adern ganz gut untersuchen, das war in Ordnung. Und als man die Nerven untersuchte, da war nur so wenig Blut darinnen, was durch äußere Mittel nicht untersucht werden kann, aber die Nerven waren zerstört durch das Eindringen von Blut. Dadurch war der Mann kribbelig geworden, hat sich die Feder in die Hand hineingestoßen, weil er tapsig war, und ohne daß es äußerlich viel bemerkt werden konnte, war er schon ein gezeichneter Mensch für die nächste Nacht. Aus inneren Gründen mußte er sterben, weil sein Nervensystem von Blut durchdrungen war. Und da hat er die Vorahnung bekommen und wurde ängstlich, so daß also die seelische Wirkung gerade umgekehrt war. Schleich hat geglaubt, der habe sich den Tod suggeriert. Den Tod hat er sich nicht suggeriert, der Tod war gekommen durch seine physische Organisation, aber die Vorahnung hat er in der Seele gehabt, daß der Tod kommen wird.
[ 34 ] Er wollte mir durchaus nicht glauben, daß das ein Unsinn ist. Das war nämlich in diesem Fall ein Unsinn, daß der Mann den Tod durch Suggestion gehabt habe, denn etwas ganz anderes lag vor. Sehen Sie, die Nerven dieses Mannes waren zerstört, weil er in der Aufregung der neueren Zeit als Büromensch und als Geschäftsmensch ganz zerstörte Nerven hatte; Blut war in die Nerven hineingeflossen. Man konnte das Blut in den Adern ganz gut untersuchen, das war in Ordnung. Und als man die Nerven untersuchte, da war nur so wenig Blut darinnen, was durch äußere Mittel nicht untersucht werden kann, aber die Nerven waren zerstört durch das Eindringen von Blut. Dadurch war der Mann kribbelig geworden, hat sich die Feder in die Hand hineingestoßen, weil er tapsig war, und ohne daß es äußerlich viel bemerkt werden konnte, war er schon ein gezeichneter Mensch für die nächste Nacht. Aus inneren Gründen mußte er sterben, weil sein Nervensystem von Blut durchdrungen war. Und da hat er die Vorahnung bekommen und wurde ängstlich, so daß also die seelische Wirkung gerade umgekehrt war. Schleich hat geglaubt, der habe sich den Tod suggeriert. Den Tod hat er sich nicht suggeriert, der Tod war gekommen durch seine physische Organisation, aber die Vorahnung hat er in der Seele gehabt, daß der Tod kommen wird.
[ 35 ] Sehen Sie, da haben Sie ein eklatantes Beispiel, wie man richtig denken muß, wenn man in die Geistwelt hineinschauen will. Man muß ganz richtig wissen, wo sozusagen der Hase im Pfeffer liegt, sonst kann man ein großer gelehrter Herr sein und doch die geistige Welt ganz falsch deuten, Das ist ja gerade dem Sir Oliver Lodge passiert, der einer der größten Physiker Englands ist. Dem Oliver Lodge ist gerade das passiert, daß er die geistige Welt falsch gedeutet hat. Denn ihm ist sein Sohn in einer der Schlachten gefallen, die jetzt im Weltkrieg stattgefunden haben. Er war furchtbar traurig, daß er seinen Sohn, Raymond Lodge, verloren hatte, und da ist er verwickelt worden in ein ganzes Gewebe von Medien. Ein sehr geschicktes Medium ist ihm gebracht worden, und es ist arrangiert worden, daß durch dieses Medium sein Sohn Raymond nach dem Tode zu ihm gesprochen hat. Nun, unter dem Eindruck, daß der Sohn gestorben ist auf dem deutschen Kriegsschauplatz, hat das natürlich einen großen Eindruck auf ihn gemacht und war ihm auch ein großer Trost.
[ 35 ] Sehen Sie, da haben Sie ein eklatantes Beispiel, wie man richtig denken muß, wenn man in die Geistwelt hineinschauen will. Man muß ganz richtig wissen, wo sozusagen der Hase im Pfeffer liegt, sonst kann man ein großer gelehrter Herr sein und doch die geistige Welt ganz falsch deuten, Das ist ja gerade dem Sir Oliver Lodge passiert, der einer der größten Physiker Englands ist. Dem Oliver Lodge ist gerade das passiert, daß er die geistige Welt falsch gedeutet hat. Denn ihm ist sein Sohn in einer der Schlachten gefallen, die jetzt im Weltkrieg stattgefunden haben. Er war furchtbar traurig, daß er seinen Sohn, Raymond Lodge, verloren hatte, und da ist er verwickelt worden in ein ganzes Gewebe von Medien. Ein sehr geschicktes Medium ist ihm gebracht worden, und es ist arrangiert worden, daß durch dieses Medium sein Sohn Raymond nach dem Tode zu ihm gesprochen hat. Nun, unter dem Eindruck, daß der Sohn gestorben ist auf dem deutschen Kriegsschauplatz, hat das natürlich einen großen Eindruck auf ihn gemacht und war ihm auch ein großer Trost.
[ 36 ] Aber nun ist Sir Oliver Lodge auch ein außerordentlich großer Gelehrter und glaubt nicht so ohne weiteres. Aber da passierte wieder etwas, wodurch er fast gar nicht anders konnte als glauben. Und siehe, was passiert war, ist das Folgende. Das Medium machte ihm, wie man sagt, aus dem Trancezustand, also aus einem halbbewußten Zustand heraus kund, daß sein Sohn in den letzten Tagen, bevor er gestorben war, sich habe photographieren lassen und erzählte ihm, es seien aber zwei Photographien vorhanden.
[ 36 ] Aber nun ist Sir Oliver Lodge auch ein außerordentlich großer Gelehrter und glaubt nicht so ohne weiteres. Aber da passierte wieder etwas, wodurch er fast gar nicht anders konnte als glauben. Und siehe, was passiert war, ist das Folgende. Das Medium machte ihm, wie man sagt, aus dem Trancezustand, also aus einem halbbewußten Zustand heraus kund, daß sein Sohn in den letzten Tagen, bevor er gestorben war, sich habe photographieren lassen und erzählte ihm, es seien aber zwei Photographien vorhanden.
[ 37 ] Nun kommt es sehr häufig vor, daß von solchen Photographen einige Aufnahmen hintereinander gemacht werden, und meistens läßt man die Leute bei der zweiten Aufnahme etwas anders sitzen. Das Medium sagt also, der Sohn sitze anders auf der zweiten Aufnahme und beschreibt, wie diese etwas anders ist als die erste, ganz richtig. Und gleich hat sich Oliver Lodge gesagt: Donnerwetter, wenn das wahr wäre, was die mir beschreibt: ein paar Tage vor dem Tod photographiert, in zwei verschiedenen Stellungen! — Das konnte damals in England noch niemand wissen, daß das wahr ist, weil es kurze Zeit vor dem Tode erst geschehen war; denn die Sitzung hat vierzehn Tage oder drei Wochen nach dem Tod des Sohnes stattgefunden. Siehe da, acht Tage, nachdem die Sitzung stattgefunden hat, kommen auf dem Wege der Post — die Pakete gingen ja damals alle sehr langsam — die zwei Photographien in London an, und es stimmt, stimmt absolut! Also konnte er nichts anderes glauben, nach seiner Ansicht, als der Sohn habe ihm das aus dem Jenseits erzählt.
[ 37 ] Nun kommt es sehr häufig vor, daß von solchen Photographen einige Aufnahmen hintereinander gemacht werden, und meistens läßt man die Leute bei der zweiten Aufnahme etwas anders sitzen. Das Medium sagt also, der Sohn sitze anders auf der zweiten Aufnahme und beschreibt, wie diese etwas anders ist als die erste, ganz richtig. Und gleich hat sich Oliver Lodge gesagt: Donnerwetter, wenn das wahr wäre, was die mir beschreibt: ein paar Tage vor dem Tod photographiert, in zwei verschiedenen Stellungen! — Das konnte damals in England noch niemand wissen, daß das wahr ist, weil es kurze Zeit vor dem Tode erst geschehen war; denn die Sitzung hat vierzehn Tage oder drei Wochen nach dem Tod des Sohnes stattgefunden. Siehe da, acht Tage, nachdem die Sitzung stattgefunden hat, kommen auf dem Wege der Post — die Pakete gingen ja damals alle sehr langsam — die zwei Photographien in London an, und es stimmt, stimmt absolut! Also konnte er nichts anderes glauben, nach seiner Ansicht, als der Sohn habe ihm das aus dem Jenseits erzählt.
[ 38 ] Und doch war es nicht so in diesem Falle, sondern das Medium war schon in Trance, in einen anderen Zustand gekommen und hat ein Vorgesicht gehabt, wie es ja vorkommt, hat also nur ein Vorgesicht davon gehabt. Die Personen, die da um das Medium herum saßen, die haben erst jetzt, nach acht Tagen, von den Photographien gewußt, als sie angekommen waren, das Medium aber hatte ein Vorgesicht davon und hat sie schon acht Tage früher gesehen. Es war also da keine Verbindung mit dem Jenseits, sondern alles geschah auf der Erde. Das Medium hatte nur ein Vorgesicht, und Oliver Lodge hatte sich doch täuschen lassen. So vorsichtig muß man sein! Also alles ist richtig, daß der Mensch über den Tod hinaus lebt, daß er sich auch kundgeben kann, aber sicher muß man sein. Wenn da der Raymond Lodge in englischer Sprache das mitteilt: Zwei Photographien habe ich kurz vor meinem Tode machen lassen, die Stellungen haben sich geändert —, so muß man sich fragen, ob das von ihm stammt. Denn nach dem Tode hört das auf, sich in englischer Sprache mitzuteilen; sonst müßte der Geist auch Englisch können. Die Angaben müssen also aus dem Unterbewußtsein des Mediums herrühren, aus dem, was im gewöhnlichen Leben nicht bewußt ist.
[ 38 ] Und doch war es nicht so in diesem Falle, sondern das Medium war schon in Trance, in einen anderen Zustand gekommen und hat ein Vorgesicht gehabt, wie es ja vorkommt, hat also nur ein Vorgesicht davon gehabt. Die Personen, die da um das Medium herum saßen, die haben erst jetzt, nach acht Tagen, von den Photographien gewußt, als sie angekommen waren, das Medium aber hatte ein Vorgesicht davon und hat sie schon acht Tage früher gesehen. Es war also da keine Verbindung mit dem Jenseits, sondern alles geschah auf der Erde. Das Medium hatte nur ein Vorgesicht, und Oliver Lodge hatte sich doch täuschen lassen. So vorsichtig muß man sein! Also alles ist richtig, daß der Mensch über den Tod hinaus lebt, daß er sich auch kundgeben kann, aber sicher muß man sein. Wenn da der Raymond Lodge in englischer Sprache das mitteilt: Zwei Photographien habe ich kurz vor meinem Tode machen lassen, die Stellungen haben sich geändert —, so muß man sich fragen, ob das von ihm stammt. Denn nach dem Tode hört das auf, sich in englischer Sprache mitzuteilen; sonst müßte der Geist auch Englisch können. Die Angaben müssen also aus dem Unterbewußtsein des Mediums herrühren, aus dem, was im gewöhnlichen Leben nicht bewußt ist.
[ 39 ] Ich wollte Ihnen damit, gerade weil ich durch die Frage des Herrn Burle veranlaßt worden bin, heute solche heiklen Dinge zu erzählen, auch sagen, wie vorsichtig man sein muß, denn man ist verantwortlich für das, was man sagt; ich wollte zeigen, wie man nicht nur einen beliebigen Begriff aufnehmen kann, sondern allem nachgehen muß. Und dann erst, wenn man lange nachgedacht hat darüber, kann man sagen: Ja, da hat eben gesprochen ein schützender Geist. — Aber daß die Worte in deutscher Sprache zum Ausdruck gekommen sind, das ist erst durch Vermittlung des Menschen geschehen. Und wenn irgendwelche Menschen irgend etwas nicht machen können, so mußten erst von der geistigen Welt aus ihre Muskeln gelähmt werden. Es muß alles durch den Menschen gehen.
[ 39 ] Ich wollte Ihnen damit, gerade weil ich durch die Frage des Herrn Burle veranlaßt worden bin, heute solche heiklen Dinge zu erzählen, auch sagen, wie vorsichtig man sein muß, denn man ist verantwortlich für das, was man sagt; ich wollte zeigen, wie man nicht nur einen beliebigen Begriff aufnehmen kann, sondern allem nachgehen muß. Und dann erst, wenn man lange nachgedacht hat darüber, kann man sagen: Ja, da hat eben gesprochen ein schützender Geist. — Aber daß die Worte in deutscher Sprache zum Ausdruck gekommen sind, das ist erst durch Vermittlung des Menschen geschehen. Und wenn irgendwelche Menschen irgend etwas nicht machen können, so mußten erst von der geistigen Welt aus ihre Muskeln gelähmt werden. Es muß alles durch den Menschen gehen.
[ 40 ] Dann, wenn man das einmal als Grundlage gelernt hat, kann man weitergehen. Davon wollen wir dann am nächsten Samstag weiter sprechen.
[ 40 ] Dann, wenn man das einmal als Grundlage gelernt hat, kann man weitergehen. Davon wollen wir dann am nächsten Samstag weiter sprechen.
