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Rhythms in the Cosmos and in the Human Being
GA 350

16 June 1923, Dornach

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Rhythmen im Kosmos und im Menschenwesen
  1. Rhythms in the Cosmos and in the Human Being, tr. SOL

6. Über die tieferen Ursachen der Weltkriegskatstrophe

6. Über die tieferen Ursachen der Weltkriegskatstrophe

[ 1 ] Ist Ihnen vielleicht etwas aufgefallen, meine Herren?

[ 1 ] Ist Ihnen vielleicht etwas aufgefallen, meine Herren?

[ 2 ] Herr Dollinger: Ich wollte fragen über das Menschenschicksal. Bei dem großen Weltkrieg sind Millionen von Menschen gefallen. Haben sie das als Schicksal mit auf die Welt gebracht? Wie schaut das in der geistigen Welt aus im Zusammenhang mit der Weltentwickelung?

[ 2 ] Herr Dollinger: Ich wollte fragen über das Menschenschicksal. Bei dem großen Weltkrieg sind Millionen von Menschen gefallen. Haben sie das als Schicksal mit auf die Welt gebracht? Wie schaut das in der geistigen Welt aus im Zusammenhang mit der Weltentwickelung?

[ 3 ] Dr. Steiner: Auch davon können wir im Zusammenhang mit anderem sprechen, weil es durchaus nötig ist, daß man in der Anthroposophie nicht einfach die Dinge so erklärt, wie es die Leute manchmal machen. Es muß wissenschaftlich sein, was gesprochen wird. Nun möchte ich Ihnen gerade in bezug darauf etwas sagen, was uns dann darauf führen wird, zu verstehen, wie die große Katastrophe jetzt, dieses furchtbare Weltelend von so vielen Menschen überhaupt hat möglich sein können. Gewöhnlich beachtet man nämlich heute nicht mehr, wie der eine Mensch mit dem anderen eigentlich zusammenhängt. Es ist so, daß heute alle Menschen eigentlich vereinzelt in der Welt dastehen. Sogar wenn man heute aus Gewohnheit oder durch irgendeinen Rest von Aberglauben, den man hat, solche Dinge, wie ich sie Ihnen in der letzten Stunde erzählt habe, weiß und beobachtet, erklärt man sie in der Regel falsch.

[ 3 ] Dr. Steiner: Auch davon können wir im Zusammenhang mit anderem sprechen, weil es durchaus nötig ist, daß man in der Anthroposophie nicht einfach die Dinge so erklärt, wie es die Leute manchmal machen. Es muß wissenschaftlich sein, was gesprochen wird. Nun möchte ich Ihnen gerade in bezug darauf etwas sagen, was uns dann darauf führen wird, zu verstehen, wie die große Katastrophe jetzt, dieses furchtbare Weltelend von so vielen Menschen überhaupt hat möglich sein können. Gewöhnlich beachtet man nämlich heute nicht mehr, wie der eine Mensch mit dem anderen eigentlich zusammenhängt. Es ist so, daß heute alle Menschen eigentlich vereinzelt in der Welt dastehen. Sogar wenn man heute aus Gewohnheit oder durch irgendeinen Rest von Aberglauben, den man hat, solche Dinge, wie ich sie Ihnen in der letzten Stunde erzählt habe, weiß und beobachtet, erklärt man sie in der Regel falsch.

[ 4 ] Nun will ich Ihnen einmal eine einfache Geschichte erzählen, die Ihnen zeigen kann, wie man heute gar nicht mehr daran denkt, daß ein Mensch mit dem anderen in irgendeinem Zusammenhang steht. Da trug sich einmal folgendes zu, was ganz gut verbürgt ist, wie eine wissenschaftliche Tatsache. In einer Familie war ein jüngeres Familienglied, ein achtzehn- oder neunzehnjähriges Mädchen, krank, nicht so krank, daß sie bettlägerig war, aber immer wieder sich hinlegen mußte. Nun war eine Zeitlang die Mutter bei ihr und pflegte sie. Sie lag auf dem Sofa, wurde also von ihrer Mutter gepflegt, und als sie einmal so ziemlich eingeschlafen war, da ging die Mutter in ein anderes Zimmer und las dort aus einem Buche ihrem Manne und anderen Familienmitgliedern etwas vor. Es war in einem Zimmer, das ziemlich weit von dem entfernt war, in dem die Kranke lag.

[ 4 ] Nun will ich Ihnen einmal eine einfache Geschichte erzählen, die Ihnen zeigen kann, wie man heute gar nicht mehr daran denkt, daß ein Mensch mit dem anderen in irgendeinem Zusammenhang steht. Da trug sich einmal folgendes zu, was ganz gut verbürgt ist, wie eine wissenschaftliche Tatsache. In einer Familie war ein jüngeres Familienglied, ein achtzehn- oder neunzehnjähriges Mädchen, krank, nicht so krank, daß sie bettlägerig war, aber immer wieder sich hinlegen mußte. Nun war eine Zeitlang die Mutter bei ihr und pflegte sie. Sie lag auf dem Sofa, wurde also von ihrer Mutter gepflegt, und als sie einmal so ziemlich eingeschlafen war, da ging die Mutter in ein anderes Zimmer und las dort aus einem Buche ihrem Manne und anderen Familienmitgliedern etwas vor. Es war in einem Zimmer, das ziemlich weit von dem entfernt war, in dem die Kranke lag.

[ 5 ] Die Kranke hatte nun folgendes Bewußtsein. Als die Mutter aus der Tür hinausgegangen war, hatte sie plötzlich den Drang, aufzustehen. Sie stand auf und ging der Mutter durch zwei Zimmer bis ins dritte Zimmer nach, wo sie dann die Mutter vorlesend fand. Sie war höchst erstaunt darüber, daß die gar nicht verwundert waren. Die Kranke, die kaum gehen konnte und eben schlafend verlassen worden war, erschien nun in dem Zimmer, wo die Mutter nur für eine Weile sein wollte, weil sie die anderen auch erwas versorgen wollte. Sie war ein bißchen sonderbar berührt davon, daß die ganz ruhig blieben. Nun sagte die Mutter, die da las, plötzlich: Jetzt muß ich aber nachschauen, was mit meiner Tochter ist! — und ging aus dem Zimmer heraus. Die Tochter ging aber nach. Die Mutter ging durch diese zwei Zimmer wiederum durch und fand die Tochter auf dem Sofa liegend, aber furchtbar bleich. Sie sprach sie zunächst gar nicht an. Dann aber, als sie sie ansprach, gab die Tochter keine Antwort, war ganz bleich. Die Tochter war also immer der Mutter nachgegangen und sie sah nun, wie die Mutter dahinging, und sie, die Tochter, sah sich selbst auf dem Sofa liegen. Und die Tochter war wiederum sehr verwundert darüber, erstens, daß sie sich selbst auf dem Sofa liegen sah, zweitens, daß die Mutter da sie ansprach. In dem Momente ist es der Tochter, wie wenn sie einen furchtbaren Schlag kriegt, und da wird das, was da auf dem Sofa liegt, von etwas besserer Hautfarbe, und die Sache ist wieder beim alten.

[ 5 ] Die Kranke hatte nun folgendes Bewußtsein. Als die Mutter aus der Tür hinausgegangen war, hatte sie plötzlich den Drang, aufzustehen. Sie stand auf und ging der Mutter durch zwei Zimmer bis ins dritte Zimmer nach, wo sie dann die Mutter vorlesend fand. Sie war höchst erstaunt darüber, daß die gar nicht verwundert waren. Die Kranke, die kaum gehen konnte und eben schlafend verlassen worden war, erschien nun in dem Zimmer, wo die Mutter nur für eine Weile sein wollte, weil sie die anderen auch erwas versorgen wollte. Sie war ein bißchen sonderbar berührt davon, daß die ganz ruhig blieben. Nun sagte die Mutter, die da las, plötzlich: Jetzt muß ich aber nachschauen, was mit meiner Tochter ist! — und ging aus dem Zimmer heraus. Die Tochter ging aber nach. Die Mutter ging durch diese zwei Zimmer wiederum durch und fand die Tochter auf dem Sofa liegend, aber furchtbar bleich. Sie sprach sie zunächst gar nicht an. Dann aber, als sie sie ansprach, gab die Tochter keine Antwort, war ganz bleich. Die Tochter war also immer der Mutter nachgegangen und sie sah nun, wie die Mutter dahinging, und sie, die Tochter, sah sich selbst auf dem Sofa liegen. Und die Tochter war wiederum sehr verwundert darüber, erstens, daß sie sich selbst auf dem Sofa liegen sah, zweitens, daß die Mutter da sie ansprach. In dem Momente ist es der Tochter, wie wenn sie einen furchtbaren Schlag kriegt, und da wird das, was da auf dem Sofa liegt, von etwas besserer Hautfarbe, und die Sache ist wieder beim alten.

[ 6 ] Das ist eine ganz gut verbürgte Erzählung, die Sache hat stattgefunden. Aber jetzt kommen allerlei Leute, die das erklären wollen. Ja, die erklären die Sache dann zum Beispiel folgendermaßen: Nun ja, diese Tochter hat außerdem, daß sie einen physischen Leib hat, auch einen astralischen Leib. — Vom astralischen Leib haben ja die Leute bis zum 16. Jahrhundert, also bis vor vierhundert Jahren, immer gesprochen, so wie wir von der Nase oder dem Ohr sprechen. Das ist aber nicht etwas, was bis heute aufbewahrt worden ist, das ist im allgemeinen vergessen worden, Also jene Leute können eben vom astralischen Leib reden und können sagen: Nun ja, da ist eben der astralische Leib herausgegangen, ist durch die Zimmer spaziert, hat das mitgemacht, was die anderen da gelesen haben und so weiter, ist wieder zurückgegangen und ist hineingeschlüpft in dem Momente, wo die Mutter das Mädchen angesprochen hat.

[ 6 ] Das ist eine ganz gut verbürgte Erzählung, die Sache hat stattgefunden. Aber jetzt kommen allerlei Leute, die das erklären wollen. Ja, die erklären die Sache dann zum Beispiel folgendermaßen: Nun ja, diese Tochter hat außerdem, daß sie einen physischen Leib hat, auch einen astralischen Leib. — Vom astralischen Leib haben ja die Leute bis zum 16. Jahrhundert, also bis vor vierhundert Jahren, immer gesprochen, so wie wir von der Nase oder dem Ohr sprechen. Das ist aber nicht etwas, was bis heute aufbewahrt worden ist, das ist im allgemeinen vergessen worden, Also jene Leute können eben vom astralischen Leib reden und können sagen: Nun ja, da ist eben der astralische Leib herausgegangen, ist durch die Zimmer spaziert, hat das mitgemacht, was die anderen da gelesen haben und so weiter, ist wieder zurückgegangen und ist hineingeschlüpft in dem Momente, wo die Mutter das Mädchen angesprochen hat.

[ 7 ] Aber, meine Herren, Sie müssen sich doch klar sein, daß wenn man die Sache so erklärt, dann erklärt man sie so, als wenn ein zweiter physischer Mensch in einem drinnensteckte, als ob da ein Kreis herum wäre, dieser Kreis wäre groß, und als ob man da herausschlüpfte und spazieren ginge wie ein physischer Mensch. Das ist ein starker Aberglaube, daß man dies so erklärt. Dieser Aberglaube ist unter gelehrten Leuten heute sehr verbreitet, sonst würden sich solche Dinge, wie die von Oliver Lodge, die ich Ihnen erzählt habe, nicht zutragen. Es kommt immer darauf an, daß man weiß: Was ist wirklich da geschehen?

[ 7 ] Aber, meine Herren, Sie müssen sich doch klar sein, daß wenn man die Sache so erklärt, dann erklärt man sie so, als wenn ein zweiter physischer Mensch in einem drinnensteckte, als ob da ein Kreis herum wäre, dieser Kreis wäre groß, und als ob man da herausschlüpfte und spazieren ginge wie ein physischer Mensch. Das ist ein starker Aberglaube, daß man dies so erklärt. Dieser Aberglaube ist unter gelehrten Leuten heute sehr verbreitet, sonst würden sich solche Dinge, wie die von Oliver Lodge, die ich Ihnen erzählt habe, nicht zutragen. Es kommt immer darauf an, daß man weiß: Was ist wirklich da geschehen?

[ 8 ] Nun, was da wirklich geschehen ist, das ist folgendes. Die Mutter sitzt bei ihrer Tochter und pflegt sie. Nicht wahr, da findet so etwas statt, was man liebevolle Pflege nennt, und der Tochter ist es sehr, sehr angenehm, daß sie von der Mutter gepflegt wird. Sie fühlt die Liebe der Mutter. In einem solchen Moment, meine Herren, wo einer so stark die Liebe des anderen fühlt und noch dazu sehr schwach ist, da tritt das Merkwürdige ein, daß er nicht mehr mit seinem eigenen Astralleib denkt. Der wird dumpf und der Astralleib des anderen gewinnt Macht über den eigenen Astralleib. Dann kommt es sogar vor, daß man mit den Gedanken des anderen, der neben einem ist, zu denken beginnt. Nun ist also das so gewesen, daß, während die Mutter noch die Tochter gepflegt hat, sich dieses Gefühl, das sich da entwickelt hat, so auf die Tochter übertragen hat, daß die Tochter ganz so gefühlt und gedacht hat wie ihre Mutter. Jetzt geht die Mutter weg. Geradeso wie eine Kugel, die ich stoße, dann fortrollt, so denkt die Tochter jetzt nicht mit ihren eigenen Gedanken, sondern mit den Gedanken der Mutter. Und während die Mutter durch die zwei Zimmer geht, denkt die Tochter immer mit den Gedanken der Mutter. Und während die Mutter vorliest, denkt die Tochter mit den Gedanken der Mutter.

[ 8 ] Nun, was da wirklich geschehen ist, das ist folgendes. Die Mutter sitzt bei ihrer Tochter und pflegt sie. Nicht wahr, da findet so etwas statt, was man liebevolle Pflege nennt, und der Tochter ist es sehr, sehr angenehm, daß sie von der Mutter gepflegt wird. Sie fühlt die Liebe der Mutter. In einem solchen Moment, meine Herren, wo einer so stark die Liebe des anderen fühlt und noch dazu sehr schwach ist, da tritt das Merkwürdige ein, daß er nicht mehr mit seinem eigenen Astralleib denkt. Der wird dumpf und der Astralleib des anderen gewinnt Macht über den eigenen Astralleib. Dann kommt es sogar vor, daß man mit den Gedanken des anderen, der neben einem ist, zu denken beginnt. Nun ist also das so gewesen, daß, während die Mutter noch die Tochter gepflegt hat, sich dieses Gefühl, das sich da entwickelt hat, so auf die Tochter übertragen hat, daß die Tochter ganz so gefühlt und gedacht hat wie ihre Mutter. Jetzt geht die Mutter weg. Geradeso wie eine Kugel, die ich stoße, dann fortrollt, so denkt die Tochter jetzt nicht mit ihren eigenen Gedanken, sondern mit den Gedanken der Mutter. Und während die Mutter durch die zwei Zimmer geht, denkt die Tochter immer mit den Gedanken der Mutter. Und während die Mutter vorliest, denkt die Tochter mit den Gedanken der Mutter.

[ 9 ] Also die Tochter bleibt natürlich ruhig liegen auf dem Sofa, aber sie denkt fortwährend mit den Gedanken der Mutter. Und als die Mutter dann unruhig wird, wiederum zurückgeht, da denkt die Tochter, auch sie gehe zurück. Und nun brauchen Sie sich nicht zu wundern, daß die Tochter bleich geworden ist. Denn bedenken Sie nur: Wenn Sie eine Zeitlang wie in einer tiefen Ohnmacht liegen, werden Sie auch bleich. Denn so etwas bewirkt natürlich einen ohnmachtartigen Zustand, wenn man mit den Gedanken des anderen denkt. Und als die Mutter wieder zurückkommt, da wirkt das auf die Tochter so, daß sie erschüttert wird und wiederum ihre eigenen Gedanken haben kann. Also Sie sehen, die richtige Erklärung ist in diesem Falle, daß ein Mensch gerade in seinem geistigen Teil auf den anderen außerordentlich stark wirkt. Das aber tritt besonders dann auf, wenn derjenige, auf den gewirkt wird, selber ganz schwach ist. Wenn er also selber die seelische Stärke nicht entwikkeln kann, dann hat sehr leicht die seelische Stärke des anderen auf ihn einen Einfluß.

[ 9 ] Also die Tochter bleibt natürlich ruhig liegen auf dem Sofa, aber sie denkt fortwährend mit den Gedanken der Mutter. Und als die Mutter dann unruhig wird, wiederum zurückgeht, da denkt die Tochter, auch sie gehe zurück. Und nun brauchen Sie sich nicht zu wundern, daß die Tochter bleich geworden ist. Denn bedenken Sie nur: Wenn Sie eine Zeitlang wie in einer tiefen Ohnmacht liegen, werden Sie auch bleich. Denn so etwas bewirkt natürlich einen ohnmachtartigen Zustand, wenn man mit den Gedanken des anderen denkt. Und als die Mutter wieder zurückkommt, da wirkt das auf die Tochter so, daß sie erschüttert wird und wiederum ihre eigenen Gedanken haben kann. Also Sie sehen, die richtige Erklärung ist in diesem Falle, daß ein Mensch gerade in seinem geistigen Teil auf den anderen außerordentlich stark wirkt. Das aber tritt besonders dann auf, wenn derjenige, auf den gewirkt wird, selber ganz schwach ist. Wenn er also selber die seelische Stärke nicht entwikkeln kann, dann hat sehr leicht die seelische Stärke des anderen auf ihn einen Einfluß.

[ 10 ] So ist es aber überhaupt im Leben. Man denkt oftmals gar nicht, welchen großen Einfluß die Menschen aufeinander haben. Glauben Sie denn, wenn irgendeiner einem etwas erzählt, und man glaubt es dann, daß man da immer Gründe hat, verständige Gründe, wodurch man überzeugt ist? Das ist ja gar nicht wahr. Wenn man einen lieber hat, glaubt man ihm mehr als demjenigen, den man haßt. Das ist die Geschichte, daß die Seele des einen Menschen die Seele des anderen Menschen außerordentlich stark beeinflußt. So muß man sich sagen: Ich muß wissen, wie stark ein Mensch den anderen beeinflußt. Ich muß genau Bescheid wissen, wie es sich mit den geistigen Dingen verhält, wenn ich überhaupt darüber reden will.

[ 10 ] So ist es aber überhaupt im Leben. Man denkt oftmals gar nicht, welchen großen Einfluß die Menschen aufeinander haben. Glauben Sie denn, wenn irgendeiner einem etwas erzählt, und man glaubt es dann, daß man da immer Gründe hat, verständige Gründe, wodurch man überzeugt ist? Das ist ja gar nicht wahr. Wenn man einen lieber hat, glaubt man ihm mehr als demjenigen, den man haßt. Das ist die Geschichte, daß die Seele des einen Menschen die Seele des anderen Menschen außerordentlich stark beeinflußt. So muß man sich sagen: Ich muß wissen, wie stark ein Mensch den anderen beeinflußt. Ich muß genau Bescheid wissen, wie es sich mit den geistigen Dingen verhält, wenn ich überhaupt darüber reden will.

[ 11 ] Ich will Ihnen jetzt ein anderes Beispiel zeigen, das ich Ihnen aus einer bestimmten Absicht erzähle. Denn es könnte einer jetzt sagen: Ja, der Dr. Steiner glaubt also überhaupt nicht daran, daß der Mensch aus sich heraustreten kann, er glaubt nur daran, daß ein Mensch den anderen beeinflussen kann. — Nein, ich erzählte Ihnen nur ein Beispiel, an dem Sie so ganz klar sehen konnten, wie ein Mensch den anderen, hier die Mutter die Tochter, beeinflußt hat.

[ 11 ] Ich will Ihnen jetzt ein anderes Beispiel zeigen, das ich Ihnen aus einer bestimmten Absicht erzähle. Denn es könnte einer jetzt sagen: Ja, der Dr. Steiner glaubt also überhaupt nicht daran, daß der Mensch aus sich heraustreten kann, er glaubt nur daran, daß ein Mensch den anderen beeinflussen kann. — Nein, ich erzählte Ihnen nur ein Beispiel, an dem Sie so ganz klar sehen konnten, wie ein Mensch den anderen, hier die Mutter die Tochter, beeinflußt hat.

[ 12 ] Nun ein anderes Beispiel, wo gar nicht die Rede davon sein kann, daß ein Mensch beeinflußt worden ist. Da wohnen zwei Studenten zusammen in einem Zimmer. Das kommt ja bei Studenten alle Augenblicke vor. Der eine ist ein Mathematikstudent, der andere ist ein Student der Philologie und versteht nichts von Mathematik, versteht gar nichts von Mathematik. Nun aber, sie ochsen, wie man es in der Studentensprache nennt, einmal an einem Abend fürchterlich, der eine seine lateinische Grammatik, der andere an seinem Rechenexempel, das er lösen will und einfach nicht zusammenbringt. Er kann gar nichts machen. Dem mit der Sprache geht es leidlich, der legt sich ziemlich befriedigt ins Bett. Aber der Mathematikstudent legt sich nicht befriedigt ins Bett, denn er hat seine Aufgabe eben nicht gekonnt. Bei den Sprachen weiß man meistens nicht, ob man etwas gekonnt hat oder nicht. Man macht höchstens Fehler, aber die hält man für richtig. Bei der Mathematik ist es eben so, daß nichts herauskommt, wenn man nichts gekonnt hat. Das ist der Unterschied. Nun, sie gehen also ins Bett; so um halb zwölf oder zwölf Uhr gehen die beiden ins Bett.

[ 12 ] Nun ein anderes Beispiel, wo gar nicht die Rede davon sein kann, daß ein Mensch beeinflußt worden ist. Da wohnen zwei Studenten zusammen in einem Zimmer. Das kommt ja bei Studenten alle Augenblicke vor. Der eine ist ein Mathematikstudent, der andere ist ein Student der Philologie und versteht nichts von Mathematik, versteht gar nichts von Mathematik. Nun aber, sie ochsen, wie man es in der Studentensprache nennt, einmal an einem Abend fürchterlich, der eine seine lateinische Grammatik, der andere an seinem Rechenexempel, das er lösen will und einfach nicht zusammenbringt. Er kann gar nichts machen. Dem mit der Sprache geht es leidlich, der legt sich ziemlich befriedigt ins Bett. Aber der Mathematikstudent legt sich nicht befriedigt ins Bett, denn er hat seine Aufgabe eben nicht gekonnt. Bei den Sprachen weiß man meistens nicht, ob man etwas gekonnt hat oder nicht. Man macht höchstens Fehler, aber die hält man für richtig. Bei der Mathematik ist es eben so, daß nichts herauskommt, wenn man nichts gekonnt hat. Das ist der Unterschied. Nun, sie gehen also ins Bett; so um halb zwölf oder zwölf Uhr gehen die beiden ins Bett.

[ 13 ] Wie es etwa drei Uhr wird, steht der Mathematikstudent — der Sprachstudent hat auf die Uhr geschaut — auf, setzt sich wieder an sein Tischchen hin und fängt an zu rechnen, rechnet, rechnet. Der Sprachstudent ist höchst erstaunt darüber, aber er hat doch so viel Geistesgegenwart, daß er ruhig abwartet, was da geschieht. Der andere rechnet, rechnet, steht dann wieder auf vom Stuhl, legt sich ins Bett und schläft weiter.

[ 13 ] Wie es etwa drei Uhr wird, steht der Mathematikstudent — der Sprachstudent hat auf die Uhr geschaut — auf, setzt sich wieder an sein Tischchen hin und fängt an zu rechnen, rechnet, rechnet. Der Sprachstudent ist höchst erstaunt darüber, aber er hat doch so viel Geistesgegenwart, daß er ruhig abwartet, was da geschieht. Der andere rechnet, rechnet, steht dann wieder auf vom Stuhl, legt sich ins Bett und schläft weiter.

[ 14 ] Morgens um acht Uhr stehen beide auf. Der Mathematikstudent sagt: Donnerwetter, ich habe heute einen richtigen Brummschädel, wie wenn wir den ganzen Abend gekneipt hätten, und wir waren doch zu Haus! Da sagte der andere: Das wundert mich nicht! Warum bist du denn in der Nacht aufgestanden und hast gearbeitet? — Was, ich gearbeitet? Das ist mir gar nicht eingefallen! Ich bin doch die ganze Nacht im Bett gelegen —, sagt der Mathematikstudent. — Aber du bist doch aufgestanden! — sagt der andere. Du hast doch den Bleistift genommen und hast gerechnet, gerechnet! — Nun, sagt der eine wieder, da ist doch gar keine Rede davon! — Nun, schauen wir doch nach, sagt der Sprachstudent, das muß doch dastehen, was du geschrieben hast! — Der Mathematikstudent schaut nach. Da war die ganze Rechenaufgabe gelöst, alles gemacht, was er am Abend nicht gekonnt hat.

[ 14 ] Morgens um acht Uhr stehen beide auf. Der Mathematikstudent sagt: Donnerwetter, ich habe heute einen richtigen Brummschädel, wie wenn wir den ganzen Abend gekneipt hätten, und wir waren doch zu Haus! Da sagte der andere: Das wundert mich nicht! Warum bist du denn in der Nacht aufgestanden und hast gearbeitet? — Was, ich gearbeitet? Das ist mir gar nicht eingefallen! Ich bin doch die ganze Nacht im Bett gelegen —, sagt der Mathematikstudent. — Aber du bist doch aufgestanden! — sagt der andere. Du hast doch den Bleistift genommen und hast gerechnet, gerechnet! — Nun, sagt der eine wieder, da ist doch gar keine Rede davon! — Nun, schauen wir doch nach, sagt der Sprachstudent, das muß doch dastehen, was du geschrieben hast! — Der Mathematikstudent schaut nach. Da war die ganze Rechenaufgabe gelöst, alles gemacht, was er am Abend nicht gekonnt hat.

[ 15 ] Nun sehen Sie, da haben Sie ein Beispiel, wo ganz ohne Frage ist, daß der andere nicht geschwindelt hat, denn er hätte die Aufgabe nicht lösen können. Er war bloß ein Sprachstudent und hat außerdem gesehen, wie alles zugegangen ist. Da ist also der Betreffende, ohne daß er es selber wußte, aufgestanden und hat die ganze Rechnung gelöst. Es ist also gar keine Rede davon, daß irgendwie eine Beeinflussung von einem anderen hat stattfinden können. Da ist der Betreffende in der'Nacht tatsächlich aufgestanden.

[ 15 ] Nun sehen Sie, da haben Sie ein Beispiel, wo ganz ohne Frage ist, daß der andere nicht geschwindelt hat, denn er hätte die Aufgabe nicht lösen können. Er war bloß ein Sprachstudent und hat außerdem gesehen, wie alles zugegangen ist. Da ist also der Betreffende, ohne daß er es selber wußte, aufgestanden und hat die ganze Rechnung gelöst. Es ist also gar keine Rede davon, daß irgendwie eine Beeinflussung von einem anderen hat stattfinden können. Da ist der Betreffende in der'Nacht tatsächlich aufgestanden.

[ 16 ] Aber da kommt jetzt, wenn man das erklärt, etwas sehr Merkwürdiges heraus. Sehen Sie, wir haben ja, wie Sie wissen, zuerst unseren physischen Leib, dann den Ätherleib, den Astralleib und den Ich-Leib. Ich nenne alles «Leiber», es sind ja natürlich nicht äußerliche Leiber, aber ich nenne diese vier Teile des Menschen «Leiber». Nun, meine Herren, wenn wir schlafen, dann liegt im Bett bloß unser physischer Leib und Ätherleib; der astralische Leib und der Ich-Leib sind heraußen. Die sehen wir außen um den physischen Leib und Ätherleib herum. Das alles habe ich Ihnen ja schon erklärt. So ist es auch bei diesem Rechenstudenten geschehen. Er legt sich ins Bett. Er kann wohl schlafen, also er bringt seinen astralischen Leib und seinen Ich-Leib heraus, aber er ist doch dadurch beunruhigt, daß er sein Rechenexempel nicht gelöst hat. Wäre jetzt der astralische Leib und der Ich-Leib hineingeschlüpft in seinen physischen Leib und in seinen Ätherleib, dann wäre er aufgewacht und hätte wieder nichts gekonnt, wahrscheinlich die Aufgabe wieder nicht gelöst. Das hat aber der astralische Leib und der Ich-Leib gar nicht getan, sondern durch die Unruhe, in die er gefallen ist, hat er ihn nur gepufft. Puffen kann der astralische Leib, er kann ein bißchen sogar die Haut puffen. Das kann aber nur geschehen durch die Luft, nicht physisch, denn der astralische Leib ist ja nicht physisch. Aber die Luft kann er in Bewegung setzen. Und das wirkt besonders auf die Augen, etwas auf die Ohren, besonders auf die Nase und den Mund. Überall, wo Sinnesorgane sind, da wirkt dieser Puff des astralischen Leibes sehr stark. Da legt sich der Rechenstudent also ins Bett, der astralische Leib pufft fortwährend von außen, aber geht nicht herein. Aber weil er pufft, fühlt sich der physische Leib mit dem Ätherleib ganz automatisch wie eine Maschine gedrängt, aufzustehen. Der Astralleib bleibt aber draußen, denn wenn er drinnen gewesen wäre, würde der Student bewußt geworden sein. Der setzt sich also hin. Seinem astralischen Leib und seinem Ich fällt es gar nicht ein, hineinzugehen. Ja, wer rechnet denn jetzt? Jetzt rechnet nämlich der physische Leib und der Ätherleib, und der Ätherleib ist imstande, die ganze Rechnung zu machen, die er nicht machen kann, wenn der astralische Leib und das Ich drinnen sind.

[ 16 ] Aber da kommt jetzt, wenn man das erklärt, etwas sehr Merkwürdiges heraus. Sehen Sie, wir haben ja, wie Sie wissen, zuerst unseren physischen Leib, dann den Ätherleib, den Astralleib und den Ich-Leib. Ich nenne alles «Leiber», es sind ja natürlich nicht äußerliche Leiber, aber ich nenne diese vier Teile des Menschen «Leiber». Nun, meine Herren, wenn wir schlafen, dann liegt im Bett bloß unser physischer Leib und Ätherleib; der astralische Leib und der Ich-Leib sind heraußen. Die sehen wir außen um den physischen Leib und Ätherleib herum. Das alles habe ich Ihnen ja schon erklärt. So ist es auch bei diesem Rechenstudenten geschehen. Er legt sich ins Bett. Er kann wohl schlafen, also er bringt seinen astralischen Leib und seinen Ich-Leib heraus, aber er ist doch dadurch beunruhigt, daß er sein Rechenexempel nicht gelöst hat. Wäre jetzt der astralische Leib und der Ich-Leib hineingeschlüpft in seinen physischen Leib und in seinen Ätherleib, dann wäre er aufgewacht und hätte wieder nichts gekonnt, wahrscheinlich die Aufgabe wieder nicht gelöst. Das hat aber der astralische Leib und der Ich-Leib gar nicht getan, sondern durch die Unruhe, in die er gefallen ist, hat er ihn nur gepufft. Puffen kann der astralische Leib, er kann ein bißchen sogar die Haut puffen. Das kann aber nur geschehen durch die Luft, nicht physisch, denn der astralische Leib ist ja nicht physisch. Aber die Luft kann er in Bewegung setzen. Und das wirkt besonders auf die Augen, etwas auf die Ohren, besonders auf die Nase und den Mund. Überall, wo Sinnesorgane sind, da wirkt dieser Puff des astralischen Leibes sehr stark. Da legt sich der Rechenstudent also ins Bett, der astralische Leib pufft fortwährend von außen, aber geht nicht herein. Aber weil er pufft, fühlt sich der physische Leib mit dem Ätherleib ganz automatisch wie eine Maschine gedrängt, aufzustehen. Der Astralleib bleibt aber draußen, denn wenn er drinnen gewesen wäre, würde der Student bewußt geworden sein. Der setzt sich also hin. Seinem astralischen Leib und seinem Ich fällt es gar nicht ein, hineinzugehen. Ja, wer rechnet denn jetzt? Jetzt rechnet nämlich der physische Leib und der Ätherleib, und der Ätherleib ist imstande, die ganze Rechnung zu machen, die er nicht machen kann, wenn der astralische Leib und das Ich drinnen sind.

[ 17 ] Daraus sehen Sie, meine Herren, daß Sie alle in Ihrem Ätherleib furchtbar viel gescheiter sind als in Ihrem Astralleib und in Ihrem Ich. Wenn Sie alles dasjenige können würden, was Sie in Ihrem Ätherleib können, Donnerwetter, da wären Sie gescheite Kerle! Denn das ganze Lernen besteht eigentlich darinnen, daß wir das, was wir in unserem Ätherleib schon haben, in den astralischen Leib heraufholen.

[ 17 ] Daraus sehen Sie, meine Herren, daß Sie alle in Ihrem Ätherleib furchtbar viel gescheiter sind als in Ihrem Astralleib und in Ihrem Ich. Wenn Sie alles dasjenige können würden, was Sie in Ihrem Ätherleib können, Donnerwetter, da wären Sie gescheite Kerle! Denn das ganze Lernen besteht eigentlich darinnen, daß wir das, was wir in unserem Ätherleib schon haben, in den astralischen Leib heraufholen.

[ 18 ] Ja, was ist denn bei dem Rechenstudenten eigentlich geschehen? Sie wissen, in früheren Zeiten gab es unter den Studenten fast gar keine Abstinenten und Antialkoholiker, sondern die tranken sogar gewöhnlich ziemlich viel. Und so haben die zwei Kerle nicht jeden Abend so geochst, sondern sie sind auch viel in Kneipen gesessen, und dadurch ist — durch die Beeinflussung des Blutes von seiten des Alkohols — der astralische Leib ruiniert worden. Der Ätherleib ist weniger ruiniert worden. Und die Folge davon war, daß der Rechenstudent, wenn er weniger in die Kneipe gegangen wäre, ganz gut die Aufgabe hätte lösen können, aber weil er sich seinen astralischen Leib so stark beeinflußt hat, konnte er als Wacher die Aufgabe nicht lösen. Er mußte erst den verdorbenen astralischen Leib heraus haben; da konnte er sich an den Tisch hinsetzen und sein Ätherleib, der gescheiter geblieben ist, der löste die Rechenaufgabe. Wir können also gerade, was der Verstand tut, mit dem Ätherleib machen. Lieben können wir nicht mit dem Ätherleib, das muß der astralische Leib tun, aber alles, was der Verstand macht, das kann man mit dem Ätherleib, da muß der Ätherleib herhalten. So können wir also sagen: An diesem Beispiel sehen wir ganz klar, daß da nicht eine Beeinflussung von einer anderen Seite ist, sondern da hat es der Rechenstudent nur mit sich selber zu tun.

[ 18 ] Ja, was ist denn bei dem Rechenstudenten eigentlich geschehen? Sie wissen, in früheren Zeiten gab es unter den Studenten fast gar keine Abstinenten und Antialkoholiker, sondern die tranken sogar gewöhnlich ziemlich viel. Und so haben die zwei Kerle nicht jeden Abend so geochst, sondern sie sind auch viel in Kneipen gesessen, und dadurch ist — durch die Beeinflussung des Blutes von seiten des Alkohols — der astralische Leib ruiniert worden. Der Ätherleib ist weniger ruiniert worden. Und die Folge davon war, daß der Rechenstudent, wenn er weniger in die Kneipe gegangen wäre, ganz gut die Aufgabe hätte lösen können, aber weil er sich seinen astralischen Leib so stark beeinflußt hat, konnte er als Wacher die Aufgabe nicht lösen. Er mußte erst den verdorbenen astralischen Leib heraus haben; da konnte er sich an den Tisch hinsetzen und sein Ätherleib, der gescheiter geblieben ist, der löste die Rechenaufgabe. Wir können also gerade, was der Verstand tut, mit dem Ätherleib machen. Lieben können wir nicht mit dem Ätherleib, das muß der astralische Leib tun, aber alles, was der Verstand macht, das kann man mit dem Ätherleib, da muß der Ätherleib herhalten. So können wir also sagen: An diesem Beispiel sehen wir ganz klar, daß da nicht eine Beeinflussung von einer anderen Seite ist, sondern da hat es der Rechenstudent nur mit sich selber zu tun.

[ 19 ] Jetzt stellen Sie sich ganz klar das vor: Da haben wir (Zeichnung) den physischen Leib, hier den Ätherleib (gelb); der geht durch den physischen Leib durch. Und jetzt, damit wir den ganzen Menschen leichter übersehen, zeichne ich Ihnen den astralischen Leib, der in der Nacht da ist, heraußen (rot). Der ist oben sehr klein, unten riesig bauchig. Dann das Ich, den Ich-Leib (violett). So sind wir also in der Nacht. Wir sind also eigentlich durchaus zwei Menschen in der Nacht. Sie müssen sich das da hier natürlich nicht als einen zweiten Menschen, der physisch ist, vorstellen, sondern es ist eben durchaus geistig, was da heraußen ist. Sonst würden Sie zu stark wiederum in den Materialismus verfallen, wenn Sie sich die Sache nicht geistig vorstellen würden. Daraus aber können Sie durchaus die Ansicht haben, daß der Mensch eigentlich an sich selber dieses zweispaltige Wesen ist, ein geistig-seelischer Teil und ein physischer Teil mit dem Ätherleib zusammen. Der Mensch, der wacht, ist nur dadurch so, wie er eben ist, daß richtig jeden Morgen der astralische Leib und der Ich-Leib in den physischen und Ätherleib eingereiht wird (Pfeile).

[ 19 ] Jetzt stellen Sie sich ganz klar das vor: Da haben wir (Zeichnung) den physischen Leib, hier den Ätherleib (gelb); der geht durch den physischen Leib durch. Und jetzt, damit wir den ganzen Menschen leichter übersehen, zeichne ich Ihnen den astralischen Leib, der in der Nacht da ist, heraußen (rot). Der ist oben sehr klein, unten riesig bauchig. Dann das Ich, den Ich-Leib (violett). So sind wir also in der Nacht. Wir sind also eigentlich durchaus zwei Menschen in der Nacht. Sie müssen sich das da hier natürlich nicht als einen zweiten Menschen, der physisch ist, vorstellen, sondern es ist eben durchaus geistig, was da heraußen ist. Sonst würden Sie zu stark wiederum in den Materialismus verfallen, wenn Sie sich die Sache nicht geistig vorstellen würden. Daraus aber können Sie durchaus die Ansicht haben, daß der Mensch eigentlich an sich selber dieses zweispaltige Wesen ist, ein geistig-seelischer Teil und ein physischer Teil mit dem Ätherleib zusammen. Der Mensch, der wacht, ist nur dadurch so, wie er eben ist, daß richtig jeden Morgen der astralische Leib und der Ich-Leib in den physischen und Ätherleib eingereiht wird (Pfeile).

Wandtafel 1
Wandtafel 1
Wandtafel 1
Wandtafel 1

[ 20 ] Jetzt denken Sie aber, das könnte nicht immer ordentlich geschehen. Dafür gibt es wiederum sehr merkwürdige Fälle. Da war einmal ein Mädchen — es geschehen solche Dinge immer, wenn sie von selbst geschehen, wenn sie also nicht durch Übungen geschehen, dann, wenn der Mensch etwas schwach wird, also bei jungen Mädchen zum Beispiel, wenn sie gerade reif geworden sind, in der ersten Zeit der Frauenreife —, es war also ein Mädchen mit neunzehn, zwanzig Jahren, die hat folgendes gehabt. Sie hatte Tage, wo sie redete, aber diejenigen, die zu der Familie gehörten, die konnten nichts verstehen von dem, was sie redete, gar nichts. Sie redete von ganz unbekannten Dingen. Es war ganz merkwürdig. Sie konnte zum Beispiel sagen: Ah, guten Tag, es freut mich sehr, daß Sie mich besuchen. Wir haben uns vor zwei Tagen in... gesehen — ah ja, da sind wir spazieren gegangen in dem schönen Wald. Es war eine Quelle dort. — Dann wartete sie. Es war gerade wie beim Telephon, von dem anderen hörte man nichts, aber die Antwort dann. Es war so, wie wenn sie antwortete auf etwas: Na ja, gewiß, Sie haben das Glas genommen und getrunken. — Und so war es also, daß man immer das hörte, was die Betreffende als Antwort sagte auf etwas, was jemand anderer gesagt haben soll. Den anderen konnten eben diejenigen, die in der Umgebung waren, nicht sehen. Aber das Mädchen war da in einer ganz anderen Welt und redete darinnen. Es kam zum Beispiel das vor: Nun, nicht wahr, bewegen konnte sie sich nicht, sie blieb dann ganz ruhig an solchen Tagen. Aber wenn sie so saß und man puffte sie, da sagte sie nicht etwa: Warum pufft ihr mich denn? — sondern sie sagte: Es ist ein schrecklicher Wind! Macht das Fenster zu, es zieht so furchtbar! — Ganz andere Vorstellungen hatte sie über dasjenige, wenn man sie zum Beispiel puffte. Nun, so blieb sie ein oder zwei Tage. Dann kamen ein paar Tage oder längere Zeit, da war sie ganz besonnen, wußte alles, redete mit den Menschen ordentlich, wußte gar nichts von dem, was geschehen war in diesen anderen Tagen. Sie erinnerte sich an gar nichts. Wenn die Leute ihr etwas davon erzählten, so sagte sie, sie wisse gar nichts davon. Es war gerade so, als ob sie geschlafen hätte. Aber dafür trat etwas anderes ein. Wenn sie in diesem anderen Zustande war, dann erinnerte sie sich an alles dasjenige, was in diesem anderen Zustand war und an gar nichts von dem, was in ihrem gewöhnlichen Zustand vor sich ging. Sie konnte das ganze Leben übersehen, das sie so in einer, wie die anderen sagten, erträumten Welt durchgemacht hatte.

[ 20 ] Jetzt denken Sie aber, das könnte nicht immer ordentlich geschehen. Dafür gibt es wiederum sehr merkwürdige Fälle. Da war einmal ein Mädchen — es geschehen solche Dinge immer, wenn sie von selbst geschehen, wenn sie also nicht durch Übungen geschehen, dann, wenn der Mensch etwas schwach wird, also bei jungen Mädchen zum Beispiel, wenn sie gerade reif geworden sind, in der ersten Zeit der Frauenreife —, es war also ein Mädchen mit neunzehn, zwanzig Jahren, die hat folgendes gehabt. Sie hatte Tage, wo sie redete, aber diejenigen, die zu der Familie gehörten, die konnten nichts verstehen von dem, was sie redete, gar nichts. Sie redete von ganz unbekannten Dingen. Es war ganz merkwürdig. Sie konnte zum Beispiel sagen: Ah, guten Tag, es freut mich sehr, daß Sie mich besuchen. Wir haben uns vor zwei Tagen in... gesehen — ah ja, da sind wir spazieren gegangen in dem schönen Wald. Es war eine Quelle dort. — Dann wartete sie. Es war gerade wie beim Telephon, von dem anderen hörte man nichts, aber die Antwort dann. Es war so, wie wenn sie antwortete auf etwas: Na ja, gewiß, Sie haben das Glas genommen und getrunken. — Und so war es also, daß man immer das hörte, was die Betreffende als Antwort sagte auf etwas, was jemand anderer gesagt haben soll. Den anderen konnten eben diejenigen, die in der Umgebung waren, nicht sehen. Aber das Mädchen war da in einer ganz anderen Welt und redete darinnen. Es kam zum Beispiel das vor: Nun, nicht wahr, bewegen konnte sie sich nicht, sie blieb dann ganz ruhig an solchen Tagen. Aber wenn sie so saß und man puffte sie, da sagte sie nicht etwa: Warum pufft ihr mich denn? — sondern sie sagte: Es ist ein schrecklicher Wind! Macht das Fenster zu, es zieht so furchtbar! — Ganz andere Vorstellungen hatte sie über dasjenige, wenn man sie zum Beispiel puffte. Nun, so blieb sie ein oder zwei Tage. Dann kamen ein paar Tage oder längere Zeit, da war sie ganz besonnen, wußte alles, redete mit den Menschen ordentlich, wußte gar nichts von dem, was geschehen war in diesen anderen Tagen. Sie erinnerte sich an gar nichts. Wenn die Leute ihr etwas davon erzählten, so sagte sie, sie wisse gar nichts davon. Es war gerade so, als ob sie geschlafen hätte. Aber dafür trat etwas anderes ein. Wenn sie in diesem anderen Zustande war, dann erinnerte sie sich an alles dasjenige, was in diesem anderen Zustand war und an gar nichts von dem, was in ihrem gewöhnlichen Zustand vor sich ging. Sie konnte das ganze Leben übersehen, das sie so in einer, wie die anderen sagten, erträumten Welt durchgemacht hatte.

[ 21 ] Was war es bei diesem Mädchen? Das, was ich Ihnen jetzt erzählte, kommt natürlich unzählige Male vor, und es kommt manchmal auf eine schauerliche Weise vor. Sehen Sie, ich hatte einen Bekannten, mit dem ich eine Zeitlang zusammen gearbeitet hatte. Er wurde dann Professor an einer deutschen Hochschule, und eines Tages verschwand er einfach. Kein Mensch wußte, wohin er verschwunden war. Alle Nachforschungen führten zuletzt zu nichts. Das einzige, was man herauskriegen konnte, war, daß er von dem Ort, wo er wohnte, zum Bahnhof gekommen war und sich ein Billett gelöst hatte. Aber da eine größere Anzahl von Menschen eingestiegen war, so wußte man nicht, wohin er sich ein Billett gelöst hatte. Er ist weggefahren. Er kam eben sehr lange nicht wieder. Dann kam es, daß in Berlin im Vagabundenasyl ein fremder Mensch hereinkommt, aufgenommen werden will, und als er nach seinen Papieren gefragt wurde, stellte es sich heraus: das war der Professor XY von da und da. Er ist in Berlin in einem Obdachlosenasyl gelandet. Er ist wieder zurückgekommen und konnte sein Professorenamt ganz gut wieder verrichten. Nicht wahr, das geht ja automatisch weiter; es schadet nicht, wenn man so ein bißchen Unterbrechung hat. Also er verrichtete das weiter. Aber seine Verwandten — er war ja sogar verheiratet — forschten weiter nach, was in der Zwischenzeit geschehen war. Und da war es ungefähr so, daß der Betreffende sich ein Billett gekauft hatte nach einer gewissen Station, nicht sehr weit. Das hatte er alles sehr schlau angestellt. Er war dann ausgestiegen, hatte sich wieder ein Billett gekauft — es war noch nicht in der Zeit, wo man Pässe gebraucht hat —, fuhr in ein ganz anderes Land, dann noch in ein anderes Land, dann noch einen ganz anderen Weg — es war in einer süddeutschen Stadt, wo er stationiert war — nach Berlin, lebte im Obdachlosenasyl, wurde dort aufgenommen, wußte von dem Ganzen absolut nichts, war ganz in einem anderen Bewußtseinszustand.

[ 21 ] Was war es bei diesem Mädchen? Das, was ich Ihnen jetzt erzählte, kommt natürlich unzählige Male vor, und es kommt manchmal auf eine schauerliche Weise vor. Sehen Sie, ich hatte einen Bekannten, mit dem ich eine Zeitlang zusammen gearbeitet hatte. Er wurde dann Professor an einer deutschen Hochschule, und eines Tages verschwand er einfach. Kein Mensch wußte, wohin er verschwunden war. Alle Nachforschungen führten zuletzt zu nichts. Das einzige, was man herauskriegen konnte, war, daß er von dem Ort, wo er wohnte, zum Bahnhof gekommen war und sich ein Billett gelöst hatte. Aber da eine größere Anzahl von Menschen eingestiegen war, so wußte man nicht, wohin er sich ein Billett gelöst hatte. Er ist weggefahren. Er kam eben sehr lange nicht wieder. Dann kam es, daß in Berlin im Vagabundenasyl ein fremder Mensch hereinkommt, aufgenommen werden will, und als er nach seinen Papieren gefragt wurde, stellte es sich heraus: das war der Professor XY von da und da. Er ist in Berlin in einem Obdachlosenasyl gelandet. Er ist wieder zurückgekommen und konnte sein Professorenamt ganz gut wieder verrichten. Nicht wahr, das geht ja automatisch weiter; es schadet nicht, wenn man so ein bißchen Unterbrechung hat. Also er verrichtete das weiter. Aber seine Verwandten — er war ja sogar verheiratet — forschten weiter nach, was in der Zwischenzeit geschehen war. Und da war es ungefähr so, daß der Betreffende sich ein Billett gekauft hatte nach einer gewissen Station, nicht sehr weit. Das hatte er alles sehr schlau angestellt. Er war dann ausgestiegen, hatte sich wieder ein Billett gekauft — es war noch nicht in der Zeit, wo man Pässe gebraucht hat —, fuhr in ein ganz anderes Land, dann noch in ein anderes Land, dann noch einen ganz anderen Weg — es war in einer süddeutschen Stadt, wo er stationiert war — nach Berlin, lebte im Obdachlosenasyl, wurde dort aufgenommen, wußte von dem Ganzen absolut nichts, war ganz in einem anderen Bewußtseinszustand.

[ 22 ] Was geschieht denn bei einem solchen Menschen? Sehen Sie, bei einem solchen Menschen ist es ebenso wie bei einem solchen Mädchen. Bei einem solchen Menschen kommt, wenn er aufwachen soll, der astralische Leib und der Ich-Leib nicht ganz herein, pufft nur von außen, und da macht dann der physische Leib und der Ätherleib das alles durch. Solche Leute benehmen sich ungeheuer gescheit. Es ist das auch eine gut verbürgte Geschichte, die ähnlich ist der, die ich selbst bei einem Bekannten erlebt habe.

[ 22 ] Was geschieht denn bei einem solchen Menschen? Sehen Sie, bei einem solchen Menschen ist es ebenso wie bei einem solchen Mädchen. Bei einem solchen Menschen kommt, wenn er aufwachen soll, der astralische Leib und der Ich-Leib nicht ganz herein, pufft nur von außen, und da macht dann der physische Leib und der Ätherleib das alles durch. Solche Leute benehmen sich ungeheuer gescheit. Es ist das auch eine gut verbürgte Geschichte, die ähnlich ist der, die ich selbst bei einem Bekannten erlebt habe.

[ 23 ] Eine andere Geschichte: Ein Mensch nimmt sich zunächst ein Eisenbahnbillert, macht es ebenso, fährt nach einer nicht weit liegenden Station. Dann muß er allerlei Finten ausdenken; das macht alles sein Ätherleib. Er kommt bis nach Indien und bleibt ein paar Jahre dort. Und dann, nachdem er alles vergessen hat, lebt er wiederum weiter wie früher.

[ 23 ] Eine andere Geschichte: Ein Mensch nimmt sich zunächst ein Eisenbahnbillert, macht es ebenso, fährt nach einer nicht weit liegenden Station. Dann muß er allerlei Finten ausdenken; das macht alles sein Ätherleib. Er kommt bis nach Indien und bleibt ein paar Jahre dort. Und dann, nachdem er alles vergessen hat, lebt er wiederum weiter wie früher.

[ 24 ] Ja, sehen Sie, diese Dinge sind wirklich so, daß man sagen muß: Da sieht man tief hinein in die ganze Wesenheit des Menschen. — Denn was geschah jetzt mit dem Menschen, den ich also gut kannte, der seine Fahrt durch zwei Länder gemacht hat und im Obdachlosenasyl gelandet ist? Er war nun wiederum an seine Hochschule zurückgekommen, war sogar an eine andere Hochschule zum Ersatz von einem berühmten Professor berufen worden. Ich war eines Tages gerade in der betreffenden Stadt. Er verkehrte nicht mehr mit mir, wie es ja überhaupt gekommen ist, daß in der Zeit, als ich anthroposophische Vorträge hielt, viele Leute, die früher mit mir verkehrt hatten, nicht mehr mit mir verkehren wollten. Eines Tages heißt es: Ja, der Professor XY ist wieder gegangen. — Diesmal aber kam er nicht wieder zum Vorschein, sondern wurde als Leiche gefunden. Er hatte sich ertränkt. Ja, was war da geschehen? Sehen Sie, da war dies geschehen, daß er wiederum in denselben Zustand gekommen ist, wo ihn der astralische Leib nur gepufft hat. Da hat er in seinem Ätherleib sich wiederum an die früheren Ereignisse erinnert und ist so erschrocken darüber, daß er sich selbst gemordet hat. Also da sieht man schon gründlich in die Wesenheit des Menschen hinein, wenn man weiß, wie da die verschiedenen Glieder der menschlichen Wesenheit eben zusammenwirken.

[ 24 ] Ja, sehen Sie, diese Dinge sind wirklich so, daß man sagen muß: Da sieht man tief hinein in die ganze Wesenheit des Menschen. — Denn was geschah jetzt mit dem Menschen, den ich also gut kannte, der seine Fahrt durch zwei Länder gemacht hat und im Obdachlosenasyl gelandet ist? Er war nun wiederum an seine Hochschule zurückgekommen, war sogar an eine andere Hochschule zum Ersatz von einem berühmten Professor berufen worden. Ich war eines Tages gerade in der betreffenden Stadt. Er verkehrte nicht mehr mit mir, wie es ja überhaupt gekommen ist, daß in der Zeit, als ich anthroposophische Vorträge hielt, viele Leute, die früher mit mir verkehrt hatten, nicht mehr mit mir verkehren wollten. Eines Tages heißt es: Ja, der Professor XY ist wieder gegangen. — Diesmal aber kam er nicht wieder zum Vorschein, sondern wurde als Leiche gefunden. Er hatte sich ertränkt. Ja, was war da geschehen? Sehen Sie, da war dies geschehen, daß er wiederum in denselben Zustand gekommen ist, wo ihn der astralische Leib nur gepufft hat. Da hat er in seinem Ätherleib sich wiederum an die früheren Ereignisse erinnert und ist so erschrocken darüber, daß er sich selbst gemordet hat. Also da sieht man schon gründlich in die Wesenheit des Menschen hinein, wenn man weiß, wie da die verschiedenen Glieder der menschlichen Wesenheit eben zusammenwirken.

[ 25 ] Nun aber ist die Sache so: Da war einmal ein Mensch, der kam auch in solche Zustände, und da erzählte er wiederum so, wie wenn er ein ganz anderer Mensch wäre, als er jetzt war, so daß die anderen Menschen gar nichts verstanden. Er hat überhaupt geschildert — die Geschichte trug sich im 19. Jahrhundert zu —, wie er in der Französischen Revolution tätig war. Ganze Szenen schilderte er. Was war mit dem geschehen? Es war so ähnlich wie bei diesen Leuten, von denen ich Ihnen erzählt habe. Aber was war mit dem geschehen?

[ 25 ] Nun aber ist die Sache so: Da war einmal ein Mensch, der kam auch in solche Zustände, und da erzählte er wiederum so, wie wenn er ein ganz anderer Mensch wäre, als er jetzt war, so daß die anderen Menschen gar nichts verstanden. Er hat überhaupt geschildert — die Geschichte trug sich im 19. Jahrhundert zu —, wie er in der Französischen Revolution tätig war. Ganze Szenen schilderte er. Was war mit dem geschehen? Es war so ähnlich wie bei diesen Leuten, von denen ich Ihnen erzählt habe. Aber was war mit dem geschehen?

[ 26 ] Von dem, was im astralischen Leib und in dem Ich-Leib vor sich geht, weiß ja der Mensch im gewöhnlichen Bewußtsein nicht gar viel, aber er erlebt dennoch sehr viel da drinnen. Nun, denken Sie sich einmal, es geschieht folgendes. Sehen Sie, ich will Ihnen schildern, wie es ist, wenn der Mensch aufwacht. Wenn der Mensch aufwacht, da spaltet sich zunächst dieser astralische Leib. Da hier (siehe Zeichnung S. 112) reißt er ab, und der eine Teil geht in den Kopf hinein, der andere, der untere, geht in den anderen Leib hinein. So geschieht das auch manchmal. Nun denken Sie sich: Wenn der Kopf leichter den astralischen Leib und das Ich aufnimmt als der untere Teil, dann kann der astralische Leib schon früher im Kopf drinnen sein, aber noch nicht in dem unteren Teil. In diesem Falle fängt der Mensch an so zu reden, daß er ein ganz anderer ist. Was tritt denn da ein? Sehen Sie, da tritt für einen Moment ein die Fähigkeit, in ein früheres Leben zurückzublicken. Da lernt man in ein früheres Leben zurückzublicken. Aber das kann man nicht recht deuten, das versteht man nicht, und da erfindet man irgend etwas, was man in der Geschichte gelernt hat. Der, welcher da in einem anderen Zustand war, weil sein astralischer Leib und sein Ich früher in seinen Kopf hinein kamen, erzählte, er wäre ein Franzose und erlebte die Französische Revolution. Das hatte er gelernt, das ist nur eine Umdeutung. Er erlebte sich aber in einer früheren Inkarnation, in einem früheren Leben, und das konnte er nicht gleich verstehen; deshalb deutete er es in dieser Weise-um.

[ 26 ] Von dem, was im astralischen Leib und in dem Ich-Leib vor sich geht, weiß ja der Mensch im gewöhnlichen Bewußtsein nicht gar viel, aber er erlebt dennoch sehr viel da drinnen. Nun, denken Sie sich einmal, es geschieht folgendes. Sehen Sie, ich will Ihnen schildern, wie es ist, wenn der Mensch aufwacht. Wenn der Mensch aufwacht, da spaltet sich zunächst dieser astralische Leib. Da hier (siehe Zeichnung S. 112) reißt er ab, und der eine Teil geht in den Kopf hinein, der andere, der untere, geht in den anderen Leib hinein. So geschieht das auch manchmal. Nun denken Sie sich: Wenn der Kopf leichter den astralischen Leib und das Ich aufnimmt als der untere Teil, dann kann der astralische Leib schon früher im Kopf drinnen sein, aber noch nicht in dem unteren Teil. In diesem Falle fängt der Mensch an so zu reden, daß er ein ganz anderer ist. Was tritt denn da ein? Sehen Sie, da tritt für einen Moment ein die Fähigkeit, in ein früheres Leben zurückzublicken. Da lernt man in ein früheres Leben zurückzublicken. Aber das kann man nicht recht deuten, das versteht man nicht, und da erfindet man irgend etwas, was man in der Geschichte gelernt hat. Der, welcher da in einem anderen Zustand war, weil sein astralischer Leib und sein Ich früher in seinen Kopf hinein kamen, erzählte, er wäre ein Franzose und erlebte die Französische Revolution. Das hatte er gelernt, das ist nur eine Umdeutung. Er erlebte sich aber in einer früheren Inkarnation, in einem früheren Leben, und das konnte er nicht gleich verstehen; deshalb deutete er es in dieser Weise-um.

[ 27 ] Sie müssen sich nur klar sein: Wirklich bis zum 16. Jahrhundert — es ist also erst vier Jahrhunderte her — haben die Leute, wenn auch recht töricht und recht verschwommen, von solchen Sachen geredet. Das war den Leuten etwas außerordentlich Wichtiges. Überall, wo die Menschen zusammengekommen sind — nicht daß sie sich Gespenstergeschichten erzählten, sondern es war so, daß sie das ebenso so ernst genommen haben wie die anderen Ereignisse des Lebens —, haben sie sich solche Dinge erzählt und wußten, daß es das gibt. Es ist ja gar nicht wahr, daß die Menschen das nicht gewußt haben. Heute — ja bitte meine Herren, versuchen Sie es nur einmal und erzählen Sie in Ihren Parteiversammlungen solche Geschichten, wie ich sie Ihnen jetzt erzählt habe, Sie werden gleich sehen, wie Sie an die Luft gesetzt werden —, heute gibt es das nicht, daß man von diesen Dingen in naturgemäßer, vernünftiger Weise reden kann. Man redet gar nicht mehr davon. Und die Gelehrten reden am allerwenigsten davon. Das will ich Ihnen beweisen, daß die am allerwenigsten davon wissen.

[ 27 ] Sie müssen sich nur klar sein: Wirklich bis zum 16. Jahrhundert — es ist also erst vier Jahrhunderte her — haben die Leute, wenn auch recht töricht und recht verschwommen, von solchen Sachen geredet. Das war den Leuten etwas außerordentlich Wichtiges. Überall, wo die Menschen zusammengekommen sind — nicht daß sie sich Gespenstergeschichten erzählten, sondern es war so, daß sie das ebenso so ernst genommen haben wie die anderen Ereignisse des Lebens —, haben sie sich solche Dinge erzählt und wußten, daß es das gibt. Es ist ja gar nicht wahr, daß die Menschen das nicht gewußt haben. Heute — ja bitte meine Herren, versuchen Sie es nur einmal und erzählen Sie in Ihren Parteiversammlungen solche Geschichten, wie ich sie Ihnen jetzt erzählt habe, Sie werden gleich sehen, wie Sie an die Luft gesetzt werden —, heute gibt es das nicht, daß man von diesen Dingen in naturgemäßer, vernünftiger Weise reden kann. Man redet gar nicht mehr davon. Und die Gelehrten reden am allerwenigsten davon. Das will ich Ihnen beweisen, daß die am allerwenigsten davon wissen.

[ 28 ] Denken Sie jetzt einmal an eine der wichtigsten wissenschaftlichen Tatsachen, die sich im 19. Jahrhundert zugetragen hat. Da ist ein Heilbronner Einwohner Arzt geworden. Und da ihn die Leute auf der Universität Tübingen für einen ziemlich unbefähigten Menschen angesehen haben, so konnte er nicht viel werden, und so hat er sich im Jahre 1839 als Schiffsarzt anwerben lassen und fuhr mit einem sehr voll besetzten Schiff nach Hinterindien. Das Schiff hatte ziemlich Malheur. Es war eine ziemlich unruhige See und die Leute sind seekrank geworden. Als sie ankamen in Hinterindien, war fast die ganze Schiffsmannschaft krank. Der Schiffsarzt hatte fortwährend viel zu tun. Nun, dazumal war noch das übliche, wenn jemand das oder jenes hatte: man ließ ihm zur Ader. Das war das erste.

[ 28 ] Denken Sie jetzt einmal an eine der wichtigsten wissenschaftlichen Tatsachen, die sich im 19. Jahrhundert zugetragen hat. Da ist ein Heilbronner Einwohner Arzt geworden. Und da ihn die Leute auf der Universität Tübingen für einen ziemlich unbefähigten Menschen angesehen haben, so konnte er nicht viel werden, und so hat er sich im Jahre 1839 als Schiffsarzt anwerben lassen und fuhr mit einem sehr voll besetzten Schiff nach Hinterindien. Das Schiff hatte ziemlich Malheur. Es war eine ziemlich unruhige See und die Leute sind seekrank geworden. Als sie ankamen in Hinterindien, war fast die ganze Schiffsmannschaft krank. Der Schiffsarzt hatte fortwährend viel zu tun. Nun, dazumal war noch das übliche, wenn jemand das oder jenes hatte: man ließ ihm zur Ader. Das war das erste.

[ 29 ] Nun hat der Mensch ja zwei Arten von Adern. Die eine Ader, die hat solches Blut, daß, wenn das Blut beim Aderlassen herausspritzt, es rötlich ist. Daneben verläuft gleich eine andere Ader. Wenn das Blut da herausspritzt, ist es bläulich; es spritzt dann bläuliches Blut heraus. Wenn man ein gewöhnliches Menschenkind zur Ader läßt, so läßt man ja natürlich nicht das rote Blut heraus. Das braucht der Leib. Man läßt das bläuliche Blut heraus. Das weiß der Arzt genau. Der weiß ja auch, wo die blauen Adern verlaufen und sticht nicht in die roten hinein. Der gute Julius Robert Mayer, der da Schiffsarzt war, muß also viel zur Ader lassen. Aber überall kommt bei den Leuten, wie er hineinsticht, nicht das Blut richtig bläulich, sondern hellrötlich heraus. Donnerwetter, denkt er sich, da habe ich wieder daneben gestochen! — Aber als er das beim Nächsten macht und mehr acht gibt, kommt wiederum hellrötliches Blut heraus. Zuletzt kann er gar nicht mehr anders als sich sagen: Nun ja, wenn man in die Tropen, in die heiße Zone kommt, da ist es nicht so wie gewöhnlich, da wird das blaue Blut rötlich von der Hitze. — Das war natürlich etwas, was Julius Robert Mayer als eine sehr wichtige Entdeckung angesehen hat, und mit Recht. Er hat etwas außerordentlich Wichtiges gesehen.

[ 29 ] Nun hat der Mensch ja zwei Arten von Adern. Die eine Ader, die hat solches Blut, daß, wenn das Blut beim Aderlassen herausspritzt, es rötlich ist. Daneben verläuft gleich eine andere Ader. Wenn das Blut da herausspritzt, ist es bläulich; es spritzt dann bläuliches Blut heraus. Wenn man ein gewöhnliches Menschenkind zur Ader läßt, so läßt man ja natürlich nicht das rote Blut heraus. Das braucht der Leib. Man läßt das bläuliche Blut heraus. Das weiß der Arzt genau. Der weiß ja auch, wo die blauen Adern verlaufen und sticht nicht in die roten hinein. Der gute Julius Robert Mayer, der da Schiffsarzt war, muß also viel zur Ader lassen. Aber überall kommt bei den Leuten, wie er hineinsticht, nicht das Blut richtig bläulich, sondern hellrötlich heraus. Donnerwetter, denkt er sich, da habe ich wieder daneben gestochen! — Aber als er das beim Nächsten macht und mehr acht gibt, kommt wiederum hellrötliches Blut heraus. Zuletzt kann er gar nicht mehr anders als sich sagen: Nun ja, wenn man in die Tropen, in die heiße Zone kommt, da ist es nicht so wie gewöhnlich, da wird das blaue Blut rötlich von der Hitze. — Das war natürlich etwas, was Julius Robert Mayer als eine sehr wichtige Entdeckung angesehen hat, und mit Recht. Er hat etwas außerordentlich Wichtiges gesehen.

[ 30 ] Jetzt aber müssen wir eine Hypothese, eine Annahme machen. Denken Sie sich, nicht im 19. Jahrhundert, sondern im 12. Jahrhundert wäre das irgend jemandem passiert. Er wäre mit Leuten irgendwohin gefahren. Man machte damals nicht solche großen Reisen, aber daß einem eine ganze Mannschaft beinahe zugrunde gegangen wäre, hätte einem da auch passieren können. Also nehmen wir an, es wäre damals eine ganze Mannschaft krank geworden, der Arzt hätte ihr zur Ader gelassen und hätte gefunden: Das Blut, das eigentlich blau sein soll, das ist ja rötlich. Da muß also eine größere Hitze sein. — Was hätte der gesagt? Ja, im 12. Jahrhundert, da hätte er gesagt: Was ist denn das, was das Blut blau macht? — Und er hätte, da er all die Dinge, die ich Ihnen erzählt habe, gewußt hätte, wenn auch verschwommen — denn Anthroposophie hat es nicht gegeben, und die Dinge waren verschwommen —, er hätte, weil er das also wenigstens geahnt hätte, gesagt: Ja, Donnerwetter, da senkt sich der astralische Leib nicht so tief in den physischen Leib hinein wie bei denen, bei welchen das Blut ganz blau ist! — Denn er hätte gewußt: Der astralische Leib ist das, was das Blut blau macht. Aber die Wärme hält den astralischen Leib heraußen. Daher wird das Blut weniger blau, bleibt dem roten Blut ähnlich. — Der hätte gesagt: Das ist eine wichtige Entdeckung, denn jetzt begreife ich, warum die alten Orientalen eine so hohe Weisheit gehabt haben. Bei denen ist der astralische Leib noch nicht so tief hineingegangen in den physischen Leib und Ätherleib. — Er hätte eine riesig große, starke Achtung bekommen von der Weisheit der alten Orientalen und hätte sich gesagt: Jetzt sind die Orientalen nur angesteckt von den Menschen, die viel bläuliches Blut haben, und da geht es nicht mehr, daß sie eben ihre alte Weisheit zutage bringen. — So hätte ein Schiffsarzt des 12. Jahrhunderts gesagt.

[ 30 ] Jetzt aber müssen wir eine Hypothese, eine Annahme machen. Denken Sie sich, nicht im 19. Jahrhundert, sondern im 12. Jahrhundert wäre das irgend jemandem passiert. Er wäre mit Leuten irgendwohin gefahren. Man machte damals nicht solche großen Reisen, aber daß einem eine ganze Mannschaft beinahe zugrunde gegangen wäre, hätte einem da auch passieren können. Also nehmen wir an, es wäre damals eine ganze Mannschaft krank geworden, der Arzt hätte ihr zur Ader gelassen und hätte gefunden: Das Blut, das eigentlich blau sein soll, das ist ja rötlich. Da muß also eine größere Hitze sein. — Was hätte der gesagt? Ja, im 12. Jahrhundert, da hätte er gesagt: Was ist denn das, was das Blut blau macht? — Und er hätte, da er all die Dinge, die ich Ihnen erzählt habe, gewußt hätte, wenn auch verschwommen — denn Anthroposophie hat es nicht gegeben, und die Dinge waren verschwommen —, er hätte, weil er das also wenigstens geahnt hätte, gesagt: Ja, Donnerwetter, da senkt sich der astralische Leib nicht so tief in den physischen Leib hinein wie bei denen, bei welchen das Blut ganz blau ist! — Denn er hätte gewußt: Der astralische Leib ist das, was das Blut blau macht. Aber die Wärme hält den astralischen Leib heraußen. Daher wird das Blut weniger blau, bleibt dem roten Blut ähnlich. — Der hätte gesagt: Das ist eine wichtige Entdeckung, denn jetzt begreife ich, warum die alten Orientalen eine so hohe Weisheit gehabt haben. Bei denen ist der astralische Leib noch nicht so tief hineingegangen in den physischen Leib und Ätherleib. — Er hätte eine riesig große, starke Achtung bekommen von der Weisheit der alten Orientalen und hätte sich gesagt: Jetzt sind die Orientalen nur angesteckt von den Menschen, die viel bläuliches Blut haben, und da geht es nicht mehr, daß sie eben ihre alte Weisheit zutage bringen. — So hätte ein Schiffsarzt des 12. Jahrhunderts gesagt.

[ 31 ] Ein Schiffsarzt des 19. Jahrhunderts wußte von dem ganzen, was ich Ihnen jetzt erzählt habe, gar nichts mehr. Was sagte er sich? Er sagte sich: Nun ja, da ist die Wärme. Die bewirkt Verbrennung. Eine stärkere Wärme bewirkt stärkere Verbrennung. Also verbrennt das Blut stärker, wenn man in der heißen Zone ist. — Und er fand das Gesetz von der Wärmeverwandlung in Kraft, das eine so große Rolle in der heutigen Physik spielt, ein ganz abstraktes Gesetz. Das andere interessierte ihn alles gar nicht. Er findet das Gesetz, das in der Dampfmaschine zum Beispiel eine große Rolle spielt, wo Wärme in Arbeit verwandelt wird. Und er sagte: Ich sehe daran, daß da rotes Blut herauskommt, daß einfach der Organismus in der heißen Zone stärker arbeitet, daher mehr Wärme erzeugt. — Also etwas ganz Maschinelles findet jetzt der Julius Robert Mayer.

[ 31 ] Ein Schiffsarzt des 19. Jahrhunderts wußte von dem ganzen, was ich Ihnen jetzt erzählt habe, gar nichts mehr. Was sagte er sich? Er sagte sich: Nun ja, da ist die Wärme. Die bewirkt Verbrennung. Eine stärkere Wärme bewirkt stärkere Verbrennung. Also verbrennt das Blut stärker, wenn man in der heißen Zone ist. — Und er fand das Gesetz von der Wärmeverwandlung in Kraft, das eine so große Rolle in der heutigen Physik spielt, ein ganz abstraktes Gesetz. Das andere interessierte ihn alles gar nicht. Er findet das Gesetz, das in der Dampfmaschine zum Beispiel eine große Rolle spielt, wo Wärme in Arbeit verwandelt wird. Und er sagte: Ich sehe daran, daß da rotes Blut herauskommt, daß einfach der Organismus in der heißen Zone stärker arbeitet, daher mehr Wärme erzeugt. — Also etwas ganz Maschinelles findet jetzt der Julius Robert Mayer.

[ 32 ] Sehen Sie, das ist der große Unterschied. Im 12. Jahrhundert noch hätte man gesagt: Das Blut ist dort röter, weil der Astralleib sich nicht so tief hineinsenkt. — Im 19. Jahrhundert wußte man von all diesem Geistigen nichts mehr und sagte einfach: Da wirkt der Mensch wie eine Maschine, und die Sache ist eben so, daß die Wärme mehr Arbeit erzeugt und dadurch wiederum mehr Wärme im menschlichen Organismus verwandelt wird. — Ja, meine Herren, das was da der Julius Robert Mayer als der große Gelehrte gemacht hat, das ist ungefähr die Denkweise aller Menschen der heutigen Zeit. Das ist so. Aber dadurch, daß der Mensch in dieser Weise nur denken und fühlen kann über das, was nicht mehr geistig ist, dadurch hat er den Zusammenhang verloren mit den anderen Menschen. Und höchstens noch, wenn er krank und schwach wird wie das Mädchen, von dem ich Ihnen erzählt habe, dann lebt er sich so in den anderen Menschen hinein, daß er mit seinen Gedanken sogar mitgeht in ein anderes Zimmer. Das ist natürlich ein groRer Unterschied! Gewiß, wir sind ja ungeheuer vorwärts gekommen und haben große Fortschritte gemacht, aber unser Menschentum hat nicht Fortschritte gemacht; das ist zurückgegangen. Wir reden vom menschlichen physischen Organismus nur noch wie von einer Maschine. Und selbst die größten Gelehrten wie Julius Robert Mayer reden von ihm nur noch wie von einer Maschine.

[ 32 ] Sehen Sie, das ist der große Unterschied. Im 12. Jahrhundert noch hätte man gesagt: Das Blut ist dort röter, weil der Astralleib sich nicht so tief hineinsenkt. — Im 19. Jahrhundert wußte man von all diesem Geistigen nichts mehr und sagte einfach: Da wirkt der Mensch wie eine Maschine, und die Sache ist eben so, daß die Wärme mehr Arbeit erzeugt und dadurch wiederum mehr Wärme im menschlichen Organismus verwandelt wird. — Ja, meine Herren, das was da der Julius Robert Mayer als der große Gelehrte gemacht hat, das ist ungefähr die Denkweise aller Menschen der heutigen Zeit. Das ist so. Aber dadurch, daß der Mensch in dieser Weise nur denken und fühlen kann über das, was nicht mehr geistig ist, dadurch hat er den Zusammenhang verloren mit den anderen Menschen. Und höchstens noch, wenn er krank und schwach wird wie das Mädchen, von dem ich Ihnen erzählt habe, dann lebt er sich so in den anderen Menschen hinein, daß er mit seinen Gedanken sogar mitgeht in ein anderes Zimmer. Das ist natürlich ein groRer Unterschied! Gewiß, wir sind ja ungeheuer vorwärts gekommen und haben große Fortschritte gemacht, aber unser Menschentum hat nicht Fortschritte gemacht; das ist zurückgegangen. Wir reden vom menschlichen physischen Organismus nur noch wie von einer Maschine. Und selbst die größten Gelehrten wie Julius Robert Mayer reden von ihm nur noch wie von einer Maschine.

[ 33 ] Ja, meine Herren, wenn die Sache so weitergehen würde auf Erden, dann würde überhaupt alles Denken ein Chaos werden. Alle Schrecken und Katastrophen würden auftreten. Jetzt schon wissen die Menschen nicht mehr, was sie eigentlich machen sollen. Daher gehen sie an etwas heran mit aller Kraft und sagen: Ja, unsere Vernunft hält uns nicht mehr zusammen, da muß uns die Nationalität zusammenhalten. — Diese Nationalstaaten entstehen ja nur, weil die Menschen nicht mehr wissen, wie sie sich zusammenhalten sollen. Und das, meine Herren, daß man nichts mehr weiß von der geistigen Welt, das hat in Wirklichkeit das ungeheure Elend bewirkt — das andere ist die Äußerlichkeit —, das hat das ungeheure Elend bewirkt. Und zu sagen: Die Menschen haben das verdient, weil sie in ihrem früheren Leben Schlechtes getan haben —, das ist natürlich ein Unsinn, denn das ist nicht das Schicksal eines jeden einzelnen, sondern es ist das gemeinsame Schicksal jedes einzelnen. Aber es erlebt es jeder in diesem Leben. Denken Sie sich nur, wieviel Elend der Mensch im jetzigen Leben erlebt. Vom früheren Leben stammt es nicht her. Aber im nächsten Leben, da wird er die Folgen vom Elend von jetzt haben. Die Folge davon wird sein, daß er gescheiter sein wird und daß die Geistwelt in ihn eher hineingehen kann. So daß also das jetzige Elend schon für die Zukunft eine Erziehung ist.

[ 33 ] Ja, meine Herren, wenn die Sache so weitergehen würde auf Erden, dann würde überhaupt alles Denken ein Chaos werden. Alle Schrecken und Katastrophen würden auftreten. Jetzt schon wissen die Menschen nicht mehr, was sie eigentlich machen sollen. Daher gehen sie an etwas heran mit aller Kraft und sagen: Ja, unsere Vernunft hält uns nicht mehr zusammen, da muß uns die Nationalität zusammenhalten. — Diese Nationalstaaten entstehen ja nur, weil die Menschen nicht mehr wissen, wie sie sich zusammenhalten sollen. Und das, meine Herren, daß man nichts mehr weiß von der geistigen Welt, das hat in Wirklichkeit das ungeheure Elend bewirkt — das andere ist die Äußerlichkeit —, das hat das ungeheure Elend bewirkt. Und zu sagen: Die Menschen haben das verdient, weil sie in ihrem früheren Leben Schlechtes getan haben —, das ist natürlich ein Unsinn, denn das ist nicht das Schicksal eines jeden einzelnen, sondern es ist das gemeinsame Schicksal jedes einzelnen. Aber es erlebt es jeder in diesem Leben. Denken Sie sich nur, wieviel Elend der Mensch im jetzigen Leben erlebt. Vom früheren Leben stammt es nicht her. Aber im nächsten Leben, da wird er die Folgen vom Elend von jetzt haben. Die Folge davon wird sein, daß er gescheiter sein wird und daß die Geistwelt in ihn eher hineingehen kann. So daß also das jetzige Elend schon für die Zukunft eine Erziehung ist.

[ 34 ] Aber etwas anderes kann man daraus schließen. Denken Sie sich einmal, daß die Anthroposophie 1900 schon angefangen hat und wirklich sehr bekannt geworden ist. Aber die Menschen haben sich dagegen gestemmt und wollten nichts hören von der geistigen Welt. Nun, meine Herren, wenn Sie in früheren Zeiten einen Schuljungen hatten, der gar nichts hat lernen wollen — jetzt ist man davon abgekommen; ich will gar nichts sagen darüber, ob es richtig oder unrichtig ist —, dann hat man ihn richtig durchgebläut! Manche haben dann doch angefangen zu lernen. Es hat bei manchen geholfen. Ja, die Menschen haben nichts Geistiges lernen wollen bis 1914. Nun haben sie vom Weltenschicksal, vom gemeinsamen Schicksal die Prügel gekriegt dafür. Nun wird man sehen, ob die helfen.

[ 34 ] Aber etwas anderes kann man daraus schließen. Denken Sie sich einmal, daß die Anthroposophie 1900 schon angefangen hat und wirklich sehr bekannt geworden ist. Aber die Menschen haben sich dagegen gestemmt und wollten nichts hören von der geistigen Welt. Nun, meine Herren, wenn Sie in früheren Zeiten einen Schuljungen hatten, der gar nichts hat lernen wollen — jetzt ist man davon abgekommen; ich will gar nichts sagen darüber, ob es richtig oder unrichtig ist —, dann hat man ihn richtig durchgebläut! Manche haben dann doch angefangen zu lernen. Es hat bei manchen geholfen. Ja, die Menschen haben nichts Geistiges lernen wollen bis 1914. Nun haben sie vom Weltenschicksal, vom gemeinsamen Schicksal die Prügel gekriegt dafür. Nun wird man sehen, ob die helfen.

[ 35 ] Ja, das ist schon so, meine Herren, man muß das als ein gemeinsames Menschenschicksal ansehen! Denn, was ist geschehen? Sehen Sie, das Mädchen, von dem ich Ihnen erzählt habe, das hat mit den Gedanken ihrer Mutter gedacht. Die Menschen haben das Denken sich allmählich überhaupt ganz abgewöhnt und denken nur noch mit den Gedanken derjenigen, die sie als Autoritäten haben. Die Menschen müssen wiederum anfangen, jeder einzelne, selber zu denken, sonst werden sie, gerade wenn sie nichts wissen von der geistigen Welt, von ihr fortwährend beeinflußt, aber in schlechtem Sinne. Und dann kann man sagen: Man kann das schon, was als Elend über die Menschheit gekommen ist, richtig als Schicksalsprügel, möchte ich sagen, ansehen und noch daraus lernen. — Wenn man noch so viel Kongresse abhält, es hilft alles nichts. Die Leute, die mit dem heutigen Verstand die Mark stützen wollen, die werden bewirken, daß sie nachher um das Doppelte herabgeht, denn dieser Verstand, der ganz von der Erde ist, der ist nichts nütze, gar nichts. Wenn ein Körper nicht genügend Flüssigkeit in sich hat, so wird er sklerotisch, er verkalkt. Und wenn die Seele nichts von der geistigen Welt weiß, so kriegt sie zuletzt den Verstand, der nichts mehr nutz ist. Und diesem Schicksal geht die Menschheit entgegen, wenn sie nicht fortwährend Nahrung bekommt aus der geistigen Welt.

[ 35 ] Ja, das ist schon so, meine Herren, man muß das als ein gemeinsames Menschenschicksal ansehen! Denn, was ist geschehen? Sehen Sie, das Mädchen, von dem ich Ihnen erzählt habe, das hat mit den Gedanken ihrer Mutter gedacht. Die Menschen haben das Denken sich allmählich überhaupt ganz abgewöhnt und denken nur noch mit den Gedanken derjenigen, die sie als Autoritäten haben. Die Menschen müssen wiederum anfangen, jeder einzelne, selber zu denken, sonst werden sie, gerade wenn sie nichts wissen von der geistigen Welt, von ihr fortwährend beeinflußt, aber in schlechtem Sinne. Und dann kann man sagen: Man kann das schon, was als Elend über die Menschheit gekommen ist, richtig als Schicksalsprügel, möchte ich sagen, ansehen und noch daraus lernen. — Wenn man noch so viel Kongresse abhält, es hilft alles nichts. Die Leute, die mit dem heutigen Verstand die Mark stützen wollen, die werden bewirken, daß sie nachher um das Doppelte herabgeht, denn dieser Verstand, der ganz von der Erde ist, der ist nichts nütze, gar nichts. Wenn ein Körper nicht genügend Flüssigkeit in sich hat, so wird er sklerotisch, er verkalkt. Und wenn die Seele nichts von der geistigen Welt weiß, so kriegt sie zuletzt den Verstand, der nichts mehr nutz ist. Und diesem Schicksal geht die Menschheit entgegen, wenn sie nicht fortwährend Nahrung bekommt aus der geistigen Welt.

[ 36 ] Also das einzig wirkliche Mittel ist, daß die Menschen sich zu interessieren anfangen für die geistige Welt. Sehen Sie, so muß man die Frage beantworten, die Herr Dollinger gestellt hat. Man muß die Dinge ein bißchen radikal ausdrücken, aber so sind die Zusammenhänge.

[ 36 ] Also das einzig wirkliche Mittel ist, daß die Menschen sich zu interessieren anfangen für die geistige Welt. Sehen Sie, so muß man die Frage beantworten, die Herr Dollinger gestellt hat. Man muß die Dinge ein bißchen radikal ausdrücken, aber so sind die Zusammenhänge.

[ 37 ] Ich muß nächste Woche nach Stuttgart fahren, aber ich komme sehr bald wieder zurück. Ich lasse Ihnen die nächste Stunde ankündigen.

[ 37 ] Ich muß nächste Woche nach Stuttgart fahren, aber ich komme sehr bald wieder zurück. Ich lasse Ihnen die nächste Stunde ankündigen.