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Rhythms in the Cosmos and in the Human Being
GA 350

28 July 1923, Dornach

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Rhythms in the Cosmos and in the Human Being, tr. SOL
  1. Rhythmen im Kosmos und im Menschenwesen

14. Lungen-Wissen und Nieren-Wissen

14. Lung Knowing and Kidney Knowing

[ 1 ] Guten Morgen, meine Herren! Nun, ist Ihnen noch eine Frage eingefallen? — Wenn nicht, dann möchte ich Ihnen noch etwas, was sich an das Vorige anschließt, vorbringen, damit Sie sehen, wie man von allen Seiten sozusagen die Beweise finden kann dafür, daß der menschliche physische Organismus, der menschliche physische Körper also, durchsetzt wird vom Seelischen. Wir wollen heute einmal den Blutlauf im Menschen von einem gewissen Gesichtspunkte aus betrachten. Sie wissen ja, der menschliche Körper wird durchflossen von dem Blut, das in den Adern ist. Das Blut geht von der Lunge, in der Blutadern sind und wo es bei der Atmung den Sauerstoff aufnimmt, ins Herz, vom Herzen bis zu dem ganzen übrigen Körper, ist während der ganzen Zeit rot, wird, indem es durch den Körper geht, bläulich gefärbt, geht dann wiederum zum Herzen und zur Lunge zurück als blaues Blut, wird wiederum durch den Sauerstoff rot gemacht, und so geht das Blut in einem Kreislauf, wie man sagen könnte, durch den ganzen Körper.

[ 1 ] Good morning, gentlemen! Well, have any more questions come to mind? — If not, then I would like to present something else to you that follows on from what I said earlier, so that you can see how, from all sides, so to speak, one can find evidence that the human physical organism—that is, the human physical body—is permeated by the soul. Today let us consider the circulation of blood in the human being from a certain point of view. As you know, the human body is traversed by the blood that flows through the veins. The blood flows from the lungs—where there are blood vessels and where it takes up oxygen during respiration—to the heart; from the heart to the rest of the body, it remains red the entire time; as it passes through the body, it takes on a bluish tint; it then returns to the heart and the lungs as blue blood, is turned red again by the oxygen, and thus the blood circulates, so to speak, throughout the entire body.

[ 2 ] Wir wollen uns einmal daran halten, daß das Blut den Körper durchkreist, durchfließt. Machen wir uns jetzt einen sehr einfachen Kreislauf einer Flüssigkeit anschaulich. Denken Sie sich einmal, wir hätten eine runde Röhre (Zeichnung S. 252). In diese runde Röhre geben wir, damit das möglichst deutlich ist, eine rote Flüssigkeit. Natürlich, wenn wir eine solche äußerliche Röhre haben, dann müssen Sie ja irgendwo, wenn wir diese Flüssigkeit in Bewegung bringen wollen, eine Art Pumpe haben. Denken wir uns also, wir hätten hier (Pfeil) irgendeine Pumpe, wodurch wir diese rote Flüssigkeit in Bewegung bringen. Wenn ich da oben offen lasse, so wird natürlich die Flüssigkeit herausspritzen. Ich will das aber nicht, sondern ich werde da oben eine Röhre ansetzen. Und jetzt werde ich diese Flüssigkeit in Bewegung setzen, so daß sie so herumstrudelt, daß sie fortwährend herumgeht. Das kann man sich doch vorstellen? — Die Flüssigkeit wird herumgetrieben. Nun denken Sie sich: Wenn die Flüssigkeit hier durch eine Pumpe herumgetrieben wird, dann wird an der Stelle hier (oben) etwas Flüssigkeit in die Höhe gehen. Aber wenn wir es herumtreiben, ist es nur eben ein bißchen. Wenn ich eine starke Kraft in die Pumpe gebe, so wird die Flüssigkeit hier etwas weiter in die Höhe gehen, wenn ich nur schwach drücke, wird sie weniger stark in die Höhe gehen. Ich kann also an dieser Höhe der Flüssigkeit den Druck messen, der in dieser strudelnden Flüssigkeit ist.

[ 2 ] Let’s stick to the idea that blood circulates through the body, flowing through it. Let’s now visualize a very simple circulation of a liquid. Imagine we have a round tube (drawing on p. 252). To make this as clear as possible, let’s fill this round tube with a red liquid. Of course, if we have such an external tube, then—if we want to set this liquid in motion—we must have some kind of pump somewhere. So let’s imagine we have some kind of pump here (arrow) that sets this red liquid in motion. If I leave the top open, the liquid will naturally squirt out. But I don’t want that to happen, so I’ll attach a tube to the top. And now I’ll set this liquid in motion so that it swirls around and keeps circulating continuously. You can picture that, right? — The liquid is being circulated. Now imagine: If the liquid is being circulated here by a pump, then some liquid will rise up at this point (at the top). But when we circulate it, it’s only a little bit. If I apply a strong force to the pump, the liquid here will rise a little higher; if I apply only a weak force, it will rise less. So I can measure the pressure within this swirling liquid based on the height of the liquid.

[ 3 ] Sehen Sie, etwas Ähnliches kann ich mit dem menschlichen Blut machen. Wenn ich irgendwo in eine Ader solch ein Röhrchen einsetze, so fließt das Blut ein Stückchen hoch. Ich kann also in irgendeine Ader ein Röhrchen einsetzen — nicht in alle. Denken Sie sich, ich hätte irgendeine Schlagader, zum Beispiel im Arm, in die ich hier ein ampullenartiges Röhrchen einsetze, so fließt mir von der Ader ein Stückchen weit das Blut in das Röhrchen herein, geht da durch, fließt da herein. Dieses Röhrchen ist nun auch so, daß es, je nachdem der Mensch ist, entweder höheren oder tieferen Blutstand hat. Es gibt Menschen, bei denen dieses Blut in dem Röhrchen sehr hoch geht, bei anderen geht es weniger hoch. Daraus folgt also, daß die Menschen einen verschiedenen Blutdruck haben, denn das ist der Druck, der ausgeübt wird, der sich in dem Röhrchen zeigt. Also nicht wahr, wenn das Blut auf die Adern etwas stärker drückt, so steigt das Blut in dem Röhrchen höher, wenn es schwächer drückt, steigt es weniger hoch.

[ 3 ] You see, I can do something similar with human blood. If I insert a small tube like this into a vein somewhere, the blood flows up a short distance. So I can insert a tube into any vein—but not into all of them. Imagine I have an artery—say, in my arm—into which I insert this ampoule-like tube; the blood flows a short distance from the artery into the tube, passes through it, and flows into it. This tube is such that, depending on the person, the blood level inside it is either higher or lower. There are people in whom the blood level in the tube rises very high, while in others it rises less high. It follows, then, that people have different blood pressures, for this is the pressure being exerted, as shown by the level in the tube. So isn’t it true that when the blood presses a little harder against the arteries, the blood level in the tube rises higher, and when it presses more weakly, it rises less high?

Wandtafel 1
Wandtafel 1
Chalkboard 1
Chalkboard 1

[ 4 ] Die Materialisten stellen sich nun vor, daß der Mensch auch solch eine Pumpe brauche, damit das Blut kreist. Aber das, was ich Ihnen aufgezeichnet habe, ist ja nur ein äußeres Instrument. In Wahrheit hat der Mensch nirgends in seinem Leibe eine solche Pumpe, und das Herz ist auch keine Pumpe. Der Mensch hat keine Pumpe, sondern das Blut bewegt sich durch etwas ganz anderes. Das wollen wir uns heute klarmachen. Aber wir wollen uns zunächst klarmachen, daß diese Blutsäule, durch die wir den Blutdruck messen, verschieden hoch ist. Bei einem gesunden Menschen hat sie stets eine bestimmte Höhe, sagen wir meinetwillen, zwischen dreißig und fünfzig Jahren ist bei einem gesunden Menschen diese Flüssigkeit ungefähr 120 bis 140 mm hoch. Wenn diese Flüssigkeitssäule bei einem solchen angesetzten Instrument — man kann das ein Manometer nennen — zum Beispiel nur 110 mm hoch ist, dann ist der Mensch krank. Wenn es 160 mm wären, so wäre der Mensch auch krank. Wenn es 160 mm sind, hat er einen zu starken Blutdruck; dann drückt das Blut in seinem Körper zu stark. Sind es nur 110 mm, so hat er einen zu schwachen Blutdruck, dann drückt das Blut zu schwach. Sie sehen also daraus, daß wir in unserem Körper immer einen bestimmten Blutdruck brauchen. Das Blut muß in einer bestimmten Stärke drücken. Wir sind also ganz ausgefüllt mit unserem Blutdruck. Besteigen wir einen recht hohen Berg, dann wird ja die Luft, die außen ist, dünner, und weil die äußere Luft dünner wird, wird der Druck von innen sehr stark. Dann spritzt uns das Blut durch die Poren heraus. Das ist die Bergkrankheit. Sie sehen also, wir müssen in der Welt mit einem ganz bestimmten Blutdruck herumgehen.

[ 4 ] Materialists now imagine that humans also need such a pump to circulate the blood. But what I have drawn for you is, after all, only an external device. In reality, humans do not have such a pump anywhere in their bodies, and the heart is not a pump either. Humans do not have a pump; rather, the blood moves through something entirely different. Let’s make that clear to ourselves today. But first, let’s make it clear that this column of blood, through which we measure blood pressure, varies in height. In a healthy person, it always has a certain height; let’s say, for the sake of argument, that in a healthy person between the ages of thirty and fifty, this fluid is approximately 120 to 140 mm high. If this column of fluid, when measured by such an instrument—which we can call a manometer—is, for example, only 110 mm high, then the person is ill. If it were 160 mm, the person would also be ill. If it is 160 mm, their blood pressure is too high; the blood is exerting too much pressure inside their body. If it is only 110 mm, their blood pressure is too low; the blood is exerting too little pressure. So you can see from this that we always need a certain level of blood pressure in our bodies. The blood must exert a certain amount of pressure. So we are completely filled with our blood pressure. If we climb a fairly high mountain, the air outside becomes thinner, and because the outside air becomes thinner, the pressure from within becomes very strong. Then the blood spurts out through our pores. That is altitude sickness. So you see, we have to go about in the world with a very specific blood pressure.

[ 5 ] Schauen wir uns zunächst einmal Menschen an, welche einen zu schwachen Blutdruck haben. Menschen, die einen zu schwachen Blutdruck haben, die werden außerordentlich schwach, müde, blaß, und es leidet sehr stark ihre Verdauung. Solche Menschen werden innerlich matt und bringen nicht recht die körperlichen Funktionen zustande, und dadurch verfallen sie allmählich. Also ein zu schwacher Blutdruck, der macht den Menschen müde und schwach und krank.

[ 5 ] Let’s first take a look at people who have low blood pressure. People with low blood pressure become extremely weak, tired, and pale, and their digestion suffers greatly. Such people become listless internally and are unable to properly carry out their bodily functions, causing them to gradually decline. So, low blood pressure makes people tired, weak, and sick.

[ 6 ] Jetzt schauen wir uns Menschen an, die einen zu starken Blutdruck haben. Da treten manchmal ganz eigentümliche Erscheinungen auf. Sehen Sie, wenn man eine solche Sache, die man also in die Haut hineinschiebt — es muß spitz sein hier vorne —, wenn man das ansetzt und man bekommt einen zu starken Blutdruck, dann kann man sicher sein, daß nach und nach bei einem solchen Menschen, der einen zu starken Blutdruck hat, die Nieren untauglich werden. Die Nieren fangen an, ihre Gefäße, das heißt also ihre Adern, alles das, was in den Nieren ist, so zu bilden, wie es nicht sein soll. Sie setzen Kalk an, sie werden wulstig, sie entarten, wie man sagt. Sie haben nicht mehr diejenige Form, die sie eigentlich haben sollen. So daß, wenn man Nieren von solchen Menschen, die einen zu starken Blutdruck hatten, nach dem Tod ausschneidet, diese Niere wie eine ganz verkommene Niere ausschaut.

[ 6 ] Now let’s look at people who have high blood pressure. Sometimes very peculiar symptoms occur. You see, if you take something like this—which you insert into the skin—it has to be pointed at the front—and if you apply it and your blood pressure becomes too high, then you can be certain that, little by little, the kidneys of a person with high blood pressure will become dysfunctional. The kidneys’ blood vessels—that is, their arteries, everything inside the kidneys—begin to develop abnormally. They become calcified, they swell, they degenerate, as they say. They no longer have the shape they’re supposed to have. So when you remove the kidneys from people who had high blood pressure after they die, those kidneys look like completely degenerated kidneys.

[ 7 ] Nun frägt sich: Woher kommt denn das alles? — Gerade dieser Zusammenhang zwischen dem Blutdruck und der Nierenerkrankung, der ist dem materialistisch denkenden Menschen ganz unklar. Man muß sich darüber klar sein: In dem Druck, den wir in uns haben, in diesem Blutdruck lebt gerade unser astralischer Leib, von dem ich Ihnen erzählt habe als dem übersinnlichen Leib des Menschen. Es ist gar nicht wahr, daß der astralische Leib in irgendeiner Substanz, in irgendeinem Stoff lebt, sondern er lebt in einer Kraft, in dem Blutdruck, und der astralische Leib ist gesund, wenn wir den richtigen Blutdruck haben, also im mittleren Lebensalter 120 bis 140 mm. Wenn wir den richtigen Blutdruck haben, dann kommt beim Aufwachen unser astralischer Leib in unseren physischen Leib hinein und befindet sich wohl. Er kann nach allen Seiten hin sich ausbreiten. Ist also der richtige Blutdruck im Körper da, zirka 120 mm, dann breitet sich der Astralleib in dem Blutdruck richtig aus, dann kann der Astralleib beim Aufwachen in alle Teile des physischen Körpers hinein. Und während wir wach sind, ist bei diesem sogenannten normalen Blutdruck der ganze astralische Leib überall ausgebreitet.

[ 7 ] Now the question arises: Where does all this come from? — It is precisely this connection between blood pressure and kidney disease that is completely unclear to people with a materialistic way of thinking. We must be clear about this: It is precisely within the pressure we have within us—this blood pressure—that our astral body lives, the one I have told you about as the supersensible body of the human being. It is not at all true that the astral body lives in some substance or material; rather, it lives in a force—in blood pressure—and the astral body is healthy when we have the correct blood pressure, which in middle age is 120 to 140 mm. When we have the correct blood pressure, our astral body enters our physical body upon waking and feels at ease. It can expand in all directions. So if the correct blood pressure is present in the body—approximately 120 mm—then the astral body expands properly within the blood pressure, and upon waking, the astral body can enter all parts of the physical body. And while we are awake, with this so-called normal blood pressure, the entire astral body is spread out everywhere.

[ 8 ] Sehen Sie, der astralische Leib, der macht es nun, daß unsere Organe immer die richtige Form haben, die richtige Gestalt haben. Meine Herren, wenn wir immer schlafen würden, also der astralische Leib immer draußen wäre, wie er im Schlafe ist, dann würden unsere Organe sehr bald verfetten. Wir würden nicht richtige Organe haben. Wir brauchen den Astralleib, daß er den Ätherleib anregt, damit wir die Organe gesund, immer in der richtigen Gestalt haben. Es muß also immer der astralische Leib den richtigen Blutdruck finden, damit er sich ausbreiten kann.

[ 8 ] You see, it is the astral body that ensures our organs always have the correct form and shape. Gentlemen, if we were to sleep all the time—that is, if the astral body were always outside the body, as it is during sleep—then our organs would very soon become flabby. We would not have properly functioning organs. We need the astral body to stimulate the etheric body so that our organs remain healthy and always retain their proper form. The astral body must therefore always maintain the proper blood pressure so that it can expand.

[ 9 ] Nehmen wir einmal an, in einem Zimmer, in das der Mensch hineingeht, wäre nicht die Luft, sondern da wäre Kohlensäure. Da würde der Mensch, wenn er hereinkommt, umfallen; er würde nicht atmen können. In einem solchen Körper, wo nicht der richtige Blutdruck ist, kann der astralische Leib und das Ich nicht leben. Die müssen beim Einschlafen immer wieder heraus. Nehmen wir an, es ist zu wenig Blutdruck. Wenn zu wenig Blutdruck ist, dann geht der astralische Leib beim Aufwachen nicht ordentlich in den physischen Leib hinein. Dann ist wenig astralische Tätigkeit darinnen; dann fühlt der Mensch in seinem Körper so etwas wie eine fortwährende kleine Ohnmacht. Also bei zu geringem Blutdruck fühlt der Mensch immer etwas wie eine kleine Ohnmacht, und infolgedessen wird er schwach und seine Organe können nicht in der richtigen Weise gebildet werden, denn die müssen ja immer neu gebildet werden. Ich habe Ihnen gesagt: Alle sieben Jahre müssen die Organe neu gebildet werden. — Da muß der astralische Leib immer tätig sein können.

[ 9 ] Let’s suppose that in a room a person enters, there were not air but carbon dioxide. When that person entered, they would collapse; they would be unable to breathe. In a body like that, where blood pressure is not normal, the astral body and the “I” cannot live. They have to leave the body again and again when the person falls asleep. Let’s assume the blood pressure is too low. If the blood pressure is too low, then the astral body does not properly enter the physical body upon waking. Then there is little astral activity within it; the person feels something like a constant, mild fainting sensation in their body. So when blood pressure is too low, a person always feels something like a slight faintness, and as a result, they become weak and their organs cannot be properly regenerated, for they must, after all, be regenerated constantly. I have told you: Every seven years, the organs must be regenerated. — For this to happen, the astral body must always be able to function.

[ 10 ] Nehmen wir an, der Blutdruck ist zu stark. Ja, wenn der Blutdruck zu stark ist, was geschieht denn dann? Sehen Sie, ich habe Ihnen einmal gesagt, wenn die Luft eine andere Mischung hätte von Sauerstoff und Stickstoff, dann würde es mit unserem Leben schlecht gehen. In der Luft sind 79 Prozent Stickstoff, und der Rest ist im wesentlichen Sauerstoff. Es ist also wenig Sauerstoff in der Luft. Wenn mehr Sauerstoff in der Luft wäre, so würden wir schon mit zwanzig Jahren Greise sein, alte Leute sein. Wir würden schnell altern. So hängt es auch vom astralischen Leib ab, ob der physische Leib früh oder spät alt wird. Wenn der Blutdruck zu stark ist, so gefällt es dem Astralleib in dem physischen Leib drinnen. Das ist gerade sein Element, der Blutdruck. Da setzt er sich ganz tief hinein. Und was ist die Folge? Die Folge ist, daß wir mit dreißig Jahren schon solche Nieren haben, wie wir sie eigentlich erst mit siebzig Jahren haben sollten. Wir leben dann durch den starken Blutdruck zu schnell. Wir bekommen, weil die Nieren solche empfindlichen Organe sind, früh solche entarteten Nieren. Die Sache mit dem Altwerden besteht ja darinnen, daß man immer mehr und mehr die Organe verkalkt. Nun, wenn der Blutdruck zu stark ist, dann verkalken die empfindlichen Organe zu früh, und eine solche Nierenerkrankung, wie sie bei zu starkem Blutdruck auftritt, die ist eigentlich ein Zeichen dafür, daß der Mensch zu früh alt geworden ist, daß er also diese empfindlichen Nieren schon in seiner Jugend so gemacht hat, wie sie eigentlich im Alter erst sein sollen.

[ 10 ] Let's say blood pressure is too high. Yes, if blood pressure is too high, what happens then? You see, I once told you that if the air had a different mixture of oxygen and nitrogen, our lives would be in trouble. The air is 79 percent nitrogen, and the rest is essentially oxygen. So there is little oxygen in the air. If there were more oxygen in the air, we’d be old people by the time we were twenty. We’d age quickly. In the same way, it depends on the astral body whether the physical body ages early or late. When blood pressure is too high, the astral body feels at home inside the physical body. Blood pressure is precisely its element. That’s where it settles in very deeply. And what is the result? The result is that by the age of thirty we already have kidneys that we should actually not have until we’re seventy. Because of the high blood pressure, we’re living too fast. Since the kidneys are such sensitive organs, we develop degenerated kidneys prematurely. The process of aging, after all, consists of the organs becoming increasingly calcified. Now, if blood pressure is too high, the sensitive organs calcify too early, and kidney disease of the kind that occurs with high blood pressure is actually a sign that a person has aged prematurely—that is, that they have already caused these sensitive kidneys to become, even in their youth, what they are supposed to be only in old age.

[ 11 ] Nun, sehen Sie, meine Herren, diese ganze Erklärung, die ich Ihnen gegeben habe, die zeigt Ihnen, daß der Mensch in seinem physischen Leibe eben so etwas hat wie ein Seelisches, das ich den astralischen Leib nenne, das in der Nacht herausgeht. Und so kann man auch sagen: Der Mensch lebt in den Kräften, die sich in seinem Körper entwickeln. In den Kräften drinnen lebt er, nicht in der Substanz, nicht im Stoff.

[ 11 ] Well, you see, gentlemen, this entire explanation I have given you shows that human beings, within their physical bodies, possess something akin to a spiritual aspect—which I call the astral body—that leaves the body at night. And so one can also say: Human beings live within the forces that develop within their bodies. They live within those forces, not within the substance, not within the matter.

[ 12 ] Man kann daher überall sehen, wie solch einer Erscheinung gegenüber, wie ich sie Ihnen jetzt erklärt habe, die materialistische Wissenschaft ganz ohnmächtig ist. Die kommt nicht auf das, um was es sich handelt. Überall finden Sie in den Büchern: Es ist bei einem starken Blutdruck immer zu fürchten, daß bei dem betreffenden Menschen eine Nierenkrankheit da ist. Aber wie das eigentlich zusammenhängt — so steht es in den Büchern —, das können wir uns nicht erklären. — In Wirklichkeit heißt das aber gar nichts anderes als: Wir wollen nicht, daß da etwas Übersinnliches, etwas Geistiges, etwas Seelisches im Menschen drinnen ist. Das wollen wir nicht.

[ 12 ] One can therefore see everywhere how materialistic science is completely powerless in the face of a phenomenon such as the one I have just explained to you. It fails to grasp what is really at stake. Everywhere in the books you will find: With high blood pressure, there is always a risk that the person in question has kidney disease. But as for how these two are actually connected—as the books state—we cannot explain it. — In reality, however, this means nothing other than: We do not want to acknowledge that there is anything supersensory, anything spiritual, anything psychological within the human being. We do not want that.

[ 13 ] Aber ohne das kann man eben die Dinge nicht erklären. Und das ist es, was eigentlich macht, daß die Menschen heute im Grunde genommen vor der ganzen Welt so dastehen, daß sie nicht aus und ein wissen. Denn tatsächlich, meine Herren, die äußeren Dinge, die heute auftreten, das überhandnehmende Elend in der Welt, das in der nächsten Zeit viel, viel stärker werden wird, weil die Menschen durchaus nicht mit ihren Gedanken irgend etwas Geistiges aufnehmen wollen — denn zuerst muß man die Sache wissen —, dieses Elend rührt eben davon her, daß man sich eben nicht einlassen will darauf, irgend etwas über die Wirklichkeit zu wissen. Und man kann über die Wirklichkeit nichts wissen, wenn man nicht eingeht auf das Geistige. Es ist ja so geworden im Laufe des 19. Jahrhunderts, daß eigentlich die Menschen nur noch in äußeren Dingen unterrichtet worden sind. Daß sie etwas begriffen hätten von einem Seelischen, von einem Geistigen, darauf ist überhaupt nicht mehr gesehen worden. Und so gehen die Menschen heute herum und haben eigentlich gar keine Ahnung davon, wie das Geistige und Seelische doch eben in der Welt da ist.

[ 13 ] But without that, one simply cannot explain things. And that is what actually causes people today to find themselves, in essence, in a situation before the whole world where they are at a loss. For in fact, gentlemen, the external events occurring today—the rampant misery in the world, which will become much, much worse in the near future because people are absolutely unwilling to take in anything spiritual with their thoughts—for one must first understand the matter—this misery stems precisely from the fact that people simply do not want to engage with the reality of things. And one cannot know anything about reality unless one engages with the spiritual. It has come to pass, in the course of the 19th century, that people have in fact been educated only in external matters. No attention whatsoever has been paid to whether they might have grasped anything of the soul or of the spiritual. And so people go about today with absolutely no idea of how the spiritual and the soul are actually present in the world.

[ 14 ] Sehen Sie, meine Herren, dadurch ist etwas ganz außerordentlich Wichtiges geschehen. Wenn einmal viel Zeit verflossen sein wird und die Menschen sich dann durch die Gewalt der Umstände durchgerungen haben werden, die Sachen wiederum geistig anzusehen, dann werden diese Menschen in der Zukunft sagen: Ja, im Anfang des 20. Jahrhunderts hat sich etwas ungeheuer Wichtiges in der Menschheitsgeschichte abgespielt. — Alles dasjenige, was man heute erzählen kann von alten Kriegen, das ist ja nichts gegen dasjenige, was sich eigentlich unter uns abgespielt hat. Es ist manchmal ganz unglaublich, wie die Menschen gar nicht darauf kommen, daß alle diese Kriege, die in den Geschichtsbüchern stehen, gegen dasjenige, was sich vom Jahre 1914 bis heute abgespielt hat, eigentlich Kleinigkeiten sind. Es ist das gar nichts Großes, was sich in der Geschichte abgespielt hat, gegenüber dem, was sich in der Zeit, in der wir leben, unter den Menschen abgespielt hat. Und sehen Sie, da muß man, um einsehen zu können, um was es sich da handelt, tief hineinschauen in das, was wirklich ist. Das tun aber heute die Menschen nicht.

[ 14 ] You see, gentlemen, something extraordinarily important has happened as a result. Once a great deal of time has passed and people have, through the force of circumstances, brought themselves to view things from a spiritual perspective once again, then these people in the future will say: Yes, at the beginning of the 20th century, something tremendously important took place in human history. — Everything that can be told today about old wars is nothing compared to what has actually taken place among us. It is sometimes quite unbelievable how people do not even realize that all these wars recorded in history books are actually trifles compared to what has taken place from 1914 to the present. What has taken place in history is nothing significant compared to what has taken place among people in the time in which we live. And you see, in order to understand what this is all about, one must look deeply into what is truly real. But people today do not do that.

[ 15 ] Ich habe Sie zum Beispiel aufmerksam darauf gemacht, daß ja erst zu einer bestimmten Zeit die Kartoffel nach Europa gekommen ist. Ja, wenn Sie heute fragen, was essen die Leute am meisten? Kartoffeln! Und wenn Sie irgendwo sehen, daß der Hunger anfängt, da denkt man zuerst nach, wie man zu Kartoffeln kommt. Heute ist es so, daß tatsächlich die Menschen die Kartoffeln hinnehmen, als wenn sie immer dagewesen wären. Ja, meine Herren, wenn Sie vor fünf Jahrhunderten gelebt hätten, da hätten Sie in Europa überhaupt keine Kartoffeln gegessen, denn da gab es noch keine! Da hätten Sie etwas ganz anderes gegessen. Wenn man aber weiß, daß alles vom Geistigen abhängt, dann weiß man auch, daß das Kartoffelessen oder Nicht-Kartoffelessen vom Geistigen abhängt. Und so wie es mit der Kartoffel ist, ist es mit vielen anderen Sachen. Es hat sich eben so furchtbar viel geändert in den letzten Jahrhunderten in der Menschheitsgeschichte, und all das Herumreden in Theorien, das hat alles gar keinen Wert. Denn man kann noch so schöne Theorien aufstellen: Rousseausche Theorien, Marxistische Theorien, Leninsche Theorien, was man will, das sind ja alles ausgedachte Gedanken, mit denen man nichts machen kann, wenn man nichts weiß. Gedanken haben ja nur einen Wert, wenn man etwas mit diesen Gedanken anzufangen weiß. Alle diese Herrschaften, die diese schönen Gedanken aufgestellt haben, waren ja in Wirklichkeit durch und durch unwissend. Und das ist das Merkmal der gegenwärtigen Zeit, daß die Menschen eigentlich durch und durch unwissend sind. Sie wollen den Leuten Theorien aufstellen, wie die Erde als ein Paradies eingerichtet wird, und wissen nicht einmal, wie der menschliche Körper wird, wenn der Mensch Kartoffeln ißt. Das ist dasjenige, was einem heute so furchtbar am Herzen liegt, daß die Menschen gar nicht Verlangen danach tragen, etwas zu wissen. Natürlich, die große Masse kann das nicht, weil der großen Masse eingeredet wird: Dasjenige, was die Herren wissen an den Universitäten, das ist schon das Rechte. — Und da gründen sie dann Volkshochschulen und wollen heute auch das wissen, was die anderen wissen. Aber gerade diejenigen, die etwas wissen sollten, die sich dem Wissen von Berufs wegen widmen, die wissen eben in Wirklichkeit gar nichts. Und daher kommt es, daß heute von allem möglichen geredet wird, aber daß eigentlich im Grunde genommen gar nichts gewußt wird.

[ 15 ] For example, I pointed out to you that the potato didn’t arrive in Europe until a certain time. Yes, if you ask today, “What do people eat most?”—potatoes! And if you see hunger beginning anywhere, the first thing people think about is how to get potatoes. Today, people actually take potatoes for granted, as if they’d always been around. Yes, gentlemen, if you had lived five centuries ago, you wouldn’t have eaten any potatoes at all in Europe, because they didn’t exist back then! You would have eaten something completely different. But if you know that everything depends on the spiritual, then you also know that eating potatoes—or not eating them—depends on the spiritual. And just as it is with the potato, so it is with many other things. So much has changed in the last few centuries in human history, and all this talk of theories—it’s all completely worthless. For no matter how beautiful the theories one might propose—Rousseau’s theories, Marxist theories, Lenin’s theories, whatever you like—they are all merely contrived ideas that are of no use if one lacks knowledge. Ideas only have value if one knows what to do with them. All these gentlemen who put forward these beautiful ideas were, in reality, thoroughly ignorant. And that is the hallmark of the present age: that people are, in fact, thoroughly ignorant. They want to present theories to people about how the Earth will be transformed into a paradise, yet they don’t even know what happens to the human body when a person eats potatoes. That is what weighs so heavily on one’s heart today—that people have no desire at all to know anything. Of course, the masses cannot do this, because they’ve been led to believe: “What the professors know at the universities is already the right thing.” — And so they establish adult education centers and now want to know what everyone else knows. But it is precisely those who ought to know something—those who devote themselves to knowledge by profession—who, in reality, know absolutely nothing. And that is why people talk about all sorts of things today, but in reality, they know nothing at all.

[ 16 ] Nun, die Kartoffel ist es natürlich nicht allein, es sind viele andere Umstände, aber ich führe nur die Kartoffel an, weil es ein ganz krasses Beispiel ist. Es ist eben furchtbar viel vorgegangen in den letzten Jahrhunderten, was alles nun, ich möchte sagen, wie eine Art Entladung gekommen ist im Anfang des 20. Jahrhunderts, so daß ungeheuer viel vorgegangen ist. Und wir wollen heute auf etwas hinweisen, was da vorgegangen ist, und was außerordentlich bedeutsam ist.

[ 16 ] Well, of course it’s not just the potato; there are many other factors, but I’m only citing the potato because it’s such a striking example. So much has happened over the past few centuries—all of which, I would say, came to a head at the beginning of the 20th century—so that an immense amount has taken place. And today we want to point out something that happened then and that is extraordinarily significant.

[ 17 ] Sehen Sie, meine Herren, ich werde Sie da auf etwas hinweisen, worüber Sie vielleicht zunächst lachen werden, aber die Geschichte ist doch ganz ernst. Nicht wahr, wenn heute ein junger Dachs an die Universität oder an eine sonstige Hochschule geht, dann wird er ins Laboratorium geführt. Dann muß er da lernen — er faulenzt auch viel dazwischen —, aber nicht wahr, er muß lernen, weil er dann geprüft wird. Sie können sich ja ungefähr denken, wie das vor sich geht. Wenn wir aber zurückgehen zu denjenigen Menschen, die ich Ihnen auch das letzte Mal geschildert habe, sagen wir, zu den uralten Indern — Sie erinnern sich, was ich Ihnen da aufgezeichnet habe. Asien —, da sind diese jungen Dachse, die gelehrt werden sollten, nicht ins Laboratorium geführt worden oder in die Klinik, sondern denen ist aufgetragen worden, sie müssen vor allen Dingen geduldig ihr Inneres prüfen. Da mußten sie sich niedersetzen, die Beine übereinander kreuzen, mit dem Blick immer auf ihre Nasenspitze sehen, nicht hinaussehen in die Welt, immer auf die Nasenspitze sehen. Nun, meine Herren, was war dadurch eingetreten? Das war natürlich schon in der Zeit, in der die Sache im Verfall war. Aber solche Menschen gibt es sogar heute noch in Europa; die wollen innerlich besonders gescheit werden und machen das nach. Dadurch kommt man heute zu gar nichts. Aber diese alten Menschen, die haben eben einmal dieses gemacht. Sie haben sich dadurch abgeschlossen von der ganzen Außenwelt, denn, nicht wahr, an der Nasenspitze des Menschen sieht man nicht besonders viel. Da übt man nur das Schielen der Augen, wenn man immer auf die Nasenspitze sieht. Und wenn man nicht geht, sondern die Beine ganz entlastet, dann hat man auch nicht die Schwere in sich. Also diese Menschen haben die Schwere ausgeschaltet, alle Sinneseindrücke ausgeschaltet, haben die Ohren sich fest zugestopft und haben sich ganz ihrem eigenen Körper hingegeben. Das war der Sinn: nicht, auf ihre Nasenspitze hinzuschauen, denn die ist ja nicht so furchtbar interessant, sondern sich abzuschließen von der Außenwelt. Dadurch aber sind sie in ein ganz anderes Atmen gekommen. Was anders gewesen ist bei diesen Menschen, das ist das Atmen gewesen, die Lunge. Dadurch aber, daß diese Menschen ihre Lunge durch eine solche Prozedur in besondere Tätigkeit gebracht haben, dadurch sind ihnen innerlich Bilder aufgestiegen. Dadurch haben sie tatsächlich ein bestimmtes Wissen bekommen und haben dann den Leuten erzählen können, wie die Sachen eigentlich sind. Die Leute haben schon gewußt, was zum Beispiel mit der Pflanze geschieht, wie ich es Ihnen erzählt habe, dadurch, daß sie diese Prozedur gemacht haben. Heute würden sich die jungen Dachse auf der Universität bedanken, wenn sie da so an der Wand entlang gesetzt würden und immer so ihre Nasenspitze ansehen sollten. Heute würde man das für einen Unsinn ansehen. Aber nicht wahr, ob ich außerhalb Experimente mache oder am Menschen Experimente mache, das gibt ja nur den Unterschied, daß ich, wenn ich im Laboratorium Experimente mache, die Materie kennenlerne; wenn ich am Menschen Experimente mache, lerne ich den Menschen kennen. Den Menschen haben schon diese alten Leute besser gekannt, als ihn die heutigen kennen. Aber worauf haben sie ganz besonders gedrungen, diese Leute? Darauf, daß ihre Lunge in eine andere Tätigkeit kommt, als sie sonst im Leben ist. Dieses war ihnen nur ein Mittel, um die Lunge in eine besondere Tätigkeit zu bringen. Und die Lunge, die hat dann wiederum das Gehirn angeregt. So daß eigentlich die Lunge in diesen alten Zeiten dasjenige war, wovon all das schöne Wissen der Urweisheit gekommen ist.

[ 17 ] You see, gentlemen, I’m going to point out something to you that you might laugh at at first, but the story is actually quite serious. Isn’t it true that when a young badger goes to university or some other institution of higher learning these days, he’s taken to the laboratory? Then he has to study there—he also spends a lot of time goofing off in between—but isn’t that right, he has to study because he’ll be tested. You can probably imagine roughly how that goes. But if we go back to those people I described to you last time—let’s say, the ancient Indians—you remember what I wrote down for you there. In Asia—there, these young people who were to be educated were not led into a laboratory or a clinic; instead, they were instructed that, above all, they must patiently examine their inner selves. They had to sit down, cross their legs, keep their gaze fixed on the tip of their nose, not look out into the world, but always look at the tip of their nose. Well, gentlemen, what was the result of this? Of course, this was already during the time when the whole thing was in decline. But such people still exist even today in Europe; they want to become particularly wise inwardly and imitate this practice. That gets you nowhere today. But these older people—they simply did this once. In doing so, they shut themselves off from the entire outside world, because, after all, you can’t see very much from the tip of a person’s nose. All you do is practice squinting when you’re always looking at the tip of your nose. And if you don’t walk but instead completely relieve the weight on your legs, then you don’t have that sense of heaviness within you either. So these people eliminated the heaviness, shut out all sensory impressions, plugged their ears tightly, and surrendered themselves completely to their own bodies. That was the point: not to look at the tip of their nose—which isn’t all that interesting, after all—but to shut themselves off from the outside world. As a result, however, they entered into a completely different way of breathing. What was different about these people was their breathing, their lungs. But because these people stimulated their lungs through such a procedure, inner images arose within them. Through this, they actually gained a certain knowledge and were then able to tell people how things really are. People already knew, for example, what happens to a plant—as I’ve told you—precisely because they performed this procedure. Today, the young badgers at the university would be grateful if they were made to sit there along the wall and constantly stare at the tip of their noses. Today, people would consider that nonsense. But isn’t it true that whether I conduct experiments in the field or on human subjects, the only difference is that when I conduct experiments in the laboratory, I get to know the material; when I conduct experiments on human subjects, I get to know the human being. Those ancient people already knew human beings better than people today do. But what did these people emphasize in particular? That the lungs engage in a different kind of activity than they normally do in everyday life. For them, this was merely a means of inducing a specific activity in the lungs. And the lungs, in turn, stimulated the brain. So, in those ancient times, the lungs were actually the source from which all the beautiful knowledge of primordial wisdom sprang.

[ 18 ] Man kann schon sagen: Wenn da im Menschen die Lunge drinnen ist (siehe Zeichnung), zwischen der Lunge ist dann das Herz, dann ist in diesen alten Zeiten das Wissen von der Lunge in den Kopf hinaufgegangen. Das ist ja das Geheimnis des Wissens, daß der Kopf des Menschen eigentlich gar nichts machen kann. Der Kopf weiß eigentlich nicht viel von der Welt, er weiß nur das Innere. Meine Herren, wenn wir bloß den Kopf hätten und nicht Augen und nicht Ohren, sondern bloß einen allseitig geschlossenen Kopf hätten, dann wüßten wir von uns sehr viel, aber nichts von der Außenwelt. Und das Wichtigste, was von der Außenwelt in uns hineinkommt, das ist die Luft. Die Luft regt nun auch den Kopf an, schon durch unsere Nase, aber ganz dünn geht sie auch durch unsere Augen, durch unsere Ohren, überall herein. Die Luft ist es, die den Kopf in Bewegung setzt. So daß man sagen kann: Geht man ganz, ganz weit zurück in diese Jahrtausende, von denen ich Ihnen das letzte Mal erzählt habe, sechstausend, achttausend Jahre, dann haben die Menschen sehr ihr Atmen geübt, um zu einem Wissen zu kommen. Sie haben gewußt, sie müssen die Luft in einer anderen Weise in den Kopf hineinpressen, dann bekommen sie ein Wissen.

[ 18 ] One could certainly say: If the lungs are inside a person (see drawing), and the heart is located between the lungs, then in those ancient times, knowledge of the lungs ascended into the head. That is, after all, the secret of knowledge—that the human head can actually do nothing at all. The head doesn’t really know much about the world; it knows only what is inside. Gentlemen, if we had only our heads—no eyes, no ears, just a head closed on all sides—then we would know a great deal about ourselves, but nothing about the outside world. And the most important thing that enters us from the outside world is the air. The air stimulates the mind—not only through our noses, but also in very small quantities through our eyes and ears, entering from everywhere. It is the air that sets the mind in motion. So one can say: If we go back very, very far into those millennia I told you about last time—six thousand, eight thousand years—people practiced their breathing intensely in order to attain knowledge. They knew they had to force the air into their heads in a different way; only then would they gain knowledge.

[ 19 ] Heute weiß der Mensch bloß soviel: Wenn er die Luft aufschnappt, so belebt sie. — Aber diese alten Leute haben gewußt: Wenn sie die Luft in einer besonderen Weise einsaugten, wenn sie die Nasenspitze anschauten, dann wurden die Nasenmuskeln gepreßt, die Luft wurde in einer ganz besonderen Weise eingesogen, und dann ging im Kopf das Wissen auf.

[ 19 ] Today, people know only this much: When they take a breath of air, it revitalizes them. — But these ancient people knew: When they inhaled the air in a particular way—when they looked at the tip of their nose—the nasal muscles would contract, the air would be drawn in in a very special way, and then knowledge would dawn in their minds.

[ 20 ] Aber sehen Sie, so ist es geblieben bis ins Mittelalter hinein, ja bis in die neueste Zeit. Die Menschen haben dann vierhundert Jahre nach Christi Geburt aufgehört, irgend etwas zu wissen. Das Wissen ist verschwunden. Aber sie haben noch in den Büchern Erinnerungen gehabt. Das ist eben der Unterschied zwischen den alten Zeiten und den Zeiten, die etwa im 8., 9. Jahrhundert vor Christi Geburt anfangen: In alten Zeiten, da haben die Menschen Köpfe gehabt zum Wissen, und in späteren Zeiten haben sie Bücher gehabt zum Wissen. — Das ist schon der Unterschied. Wissen Sie, die alten Lehranstalten, die man Mysterien genannt hat, die haben nichts darauf gegeben, daß alles Wissen niedergeschrieben wird, sondern die haben die Menschen so ausgebildet, daß die Menschen in ihrem Kopf haben lesen können. Was draußen im weiten Luftraum ist, das hat der Mensch in seinem Kopf gelesen, wenn er ein richtiger Gelehrter gewesen ist. Sein Kopf war ein richtiges Buch, könnte man sagen, aber natürlich nicht in demselben Sinne, wie man es heute beim Blaustrumpf sagt, sondern der Kopf war durch das Atmen zu dem geworden, woraus man Weisheit nehmen konnte.

[ 20 ] But you see, that’s how it remained well into the Middle Ages, indeed right up to modern times. Four hundred years after the birth of Christ, people stopped knowing anything at all. Knowledge disappeared. But they still had memories preserved in books. That is precisely the difference between ancient times and the periods beginning around the 8th and 9th centuries B.C.: In ancient times, people had their minds as repositories of knowledge, and in later times, they had books as repositories of knowledge. — That is the difference. You see, the ancient schools of learning, which were called the Mysteries, did not place any importance on having all knowledge written down; rather, they educated people in such a way that they could “read” within their own minds. Whatever existed out there in the vast expanse of space, a person could “read” in their mind if they were a true scholar. Their mind was a true book, one might say, but of course not in the same sense as we use the term today for a book; rather, through breathing, the mind had become a source from which wisdom could be drawn.

[ 21 ] Dann kamen die Zeiten, wo eben die Köpfe der Menschen nichts mehr wert waren. Die Menschen trugen sie zwar noch, aber sie waren leer, und alles wurde aufgeschrieben. Da waren ja einige Jahrhunderte vor und auch zur Zeit von Christi Geburt noch sehr, sehr viele niedergeschriebene Sachen da von der alten Weisheit. Diese Dinge sind von der Kirche verbrannt worden, denn man wollte ja nicht, daß diese alte Weisheit, die die Menschen aus dem Kopf geschöpft haben, noch irgendwie auf die Nachkommen komme. Sehen Sie, diese alte Weisheit wurde eigentlich von der Kirche furchtbar gehaßt, sie wurde ausgerottet. Die Anthroposophie, die will wiederum dem Menschen den Kopf geben, damit er nicht bloß ein leeres Gefäß ist. Aber das ist etwas, was eigentlich die Kirche furchtbar haßt. Nun, das sehen Sie ja, daß sie es nicht gerade gern hat! Meine Herren, es soll wiederum der Mensch selber in die Lage kommen, etwas zu wissen, was Sie heute überhaupt nicht in Büchern finden können, weil das alte Wissen ja verschwunden ist und verbrannt worden ist, und das neue, das die Leute in die Bücher geschrieben haben, ist ja nur über Äußerlichkeiten.

[ 21 ] Then came the times when people’s minds were no longer worth anything. People still had them, of course, but they were empty, and everything was written down. After all, several centuries before and even at the time of Christ’s birth, there were still a great many written records of the ancient wisdom. These writings were burned by the Church, for they did not want this ancient wisdom—which people had drawn from their own minds—to reach future generations in any way. You see, this ancient wisdom was actually terribly hated by the Church; it was eradicated. Anthroposophy, on the other hand, seeks to restore the mind to human beings so that they are not merely empty vessels. But that is something the Church actually hates terribly. Well, you can see that it doesn’t exactly like it! Gentlemen, human beings themselves are to once again be put in a position to know something that you cannot find in books at all today, because the old knowledge has disappeared and been burned, and the new knowledge that people have written in the books deals only with externalities.

[ 22 ] Nun, das Ganze, was die Menschen gedacht haben bis ins 19. Jahrhundert herein, ist eigentlich nur die Erbschaft der alten Zeit. Es ist, wenn ich mich so ausdrücken darf, angeregt von der Lunge. Lungenwissen könnte man sagen. Der Kopf ist angeregt von der Lunge, von der Atmung: Lungenwissen.

[ 22 ] Well, everything that people believed right up until the 19th century is really just a legacy of the past. It is, if I may put it that way, inspired by the lungs. One might call it “lung knowledge.” The head is stimulated by the lungs, by breathing: “lung knowledge.”

[ 23 ] Sehen Sie, im 19. Jahrhundert hat man ja große naturwissenschaftliche Entdeckungen gemacht, aber keine Gedanken gefunden. Die Gedanken sind alle von alten Zeiten genommen worden. Gedanken hat es tatsächlich nur in alten Zeiten der Menschheit gegeben. Das 19. Jahrhundert hat große äußere Entdeckungen gemacht, aber gedacht hat es nur mit den alten Gedanken. Das war also noch das alte Lungenwissen. Und es nimmt sich ja sehr spaßig aus, daß man sagen könnte: Ja, du moderner Gelehrter, du verachtest den alten Inder, der sich hinsetzt, die Beine übereinanderspreizt und auf seine Nasenspitze schaut, um Gedanken über das Innere zu kriegen. Das tust du nicht mehr, Aber seine Gedanken, die aufgeschrieben worden sind, die benützest du, um die Röntgenstrahlen zu finden und so weiter! — Das ist auch so, daß man mit den alten Gedanken das alles gefunden hat.

[ 23 ] You see, in the 19th century, people made great scientific discoveries, but they didn’t come up with any new ideas. All the ideas were taken from ancient times. In fact, ideas only existed in humanity’s ancient past. The 19th century made great external discoveries, but it thought only with the old ideas. So that was still the old “lung knowledge.” And it does seem quite amusing that one might say: “Yes, you modern scholar, you look down on the ancient Indian who sits down, crosses his legs, and gazes at the tip of his nose to gain insights into the inner world.” You don’t do that anymore, but you use his thoughts—which have been written down—to discover X-rays and so on! —It’s also true that all of this was discovered using the old ways of thinking.

[ 24 ] Im Verlauf des 19. Jahrhunderts ist aber nun die Lunge des Menschen gänzlich unfähig geworden, dem Kopf noch etwas zu geben. Die Lunge des Menschen hat überhaupt im 19. Jahrhundert eine große Veränderung durchgemacht, und viel wichtiger als die Lunge ist im Laufe des 19. Jahrhunderts wirklich das geworden, was man die Nieren nennt, diejenigen Organe, die zunächst mit der Herztätigkeit stark zusammenhängen. Es ist von der Lunge auf die Organe, die mehr nach unten liegen, die Anregung übergegangen beim Menschen, und dadurch ist die Menschheit in eine so riesige Verwirrung gekommen.

[ 24 ] Over the course of the 19th century, however, the human lungs have become completely incapable of supplying the head with anything at all. The human lungs underwent a major transformation in the 19th century, and what became far more important than the lungs during that century was what we call the kidneys—those organs that are closely connected to the activity of the heart. In humans, the stimulus has shifted from the lungs to the organs located further down, and as a result, humanity has fallen into such immense confusion.

[ 25 ] Sehen Sie, auf die Lunge achtet gewissermaßen noch die geistige Welt. Als die Menschen Lungenwissen gehabt haben, da atmeten sie die Luft ein und bekamen durch die Luftatmung selber Anregung für das Wissen. Heute sind die Menschen angewiesen darauf, ihr Wissen durch die Anregung der Nieren zu haben. Aber die Nieren geben selbständig dem Kopf nichts. Da muß man sich erst anstrengen, so wie ich es Ihnen beschrieben habe in «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?». Da muß man erst sagen: Ja, als die Menschen noch von den Lungen die Anregung hatten für ihren Kopf, da konnten sie zu einem Wissen gelangen, weil in die Lungen noch Geistiges einströmte. In die Nieren strömt Geistiges nur unbewußt ein, so daß die Menschen nichts davon wissen können, wenn sie nicht mit vollem Bewußtsein solche geistigen Dinge durchmachen, wie ich sie beschrieben habe in «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten ?».

[ 25 ] You see, in a sense, the spiritual world still takes care of the lungs. When people possessed knowledge through their lungs, they breathed in the air and received the inspiration for that knowledge through the very act of breathing. Today, people rely on the inspiration from the kidneys to gain their knowledge. But the kidneys do not provide the head with anything on their own. One must first make an effort, just as I described to you in How Does One Attain Knowledge of the Higher Worlds?. One must first say: Yes, when people still received stimulation for their heads from the lungs, they were able to attain knowledge because spiritual forces were still flowing into the lungs. Spiritual forces flow into the kidneys only unconsciously, so that people cannot know anything about them unless they undergo such spiritual experiences with full consciousness, as I have described in “How Does One Attain Knowledge of the Higher Worlds?”

[ 26 ] Was geschieht, wenn die Menschen sich nicht bequemen wollen, solche Dinge durchzumachen? Ja, meine Herren, dann bleibt die Lunge so, daß sie keine Anregung gibt, und die Menschen sind ganz abhängig für das, was sie wissen können, nur von ihrem Bauch, von den Nieren. Und so ist gerade im Laufe des 20. Jahrhunderts, in der Zeit, in der wir leben, der Übergang, vom Lungenwissen zum Nierenwissen eingetreten. Das Lungenwissen hatte noch eine Geistigkeit. Das Nierenwissen hat keine Geistigkeit für den Menschen, wenn man ihm keine Geistigkeit gibt.

[ 26 ] What happens when people are unwilling to go through such things? Well, gentlemen, then the lungs remain in a state where they provide no stimulation, and people become entirely dependent, for the knowledge they can acquire, solely on their abdomen, on their kidneys. And so, precisely in the course of the 20th century—the era in which we live—the transition from “lung knowledge” to “kidney knowledge” has taken place. “Lung knowledge” still possessed a spiritual dimension. “Kidney knowledge,” however, holds no spiritual dimension for human beings unless that dimension is given to them.

[ 27 ] Es ist also mit dem Menschen eine riesige Veränderung vor sich gegangen. Diese Veränderung ist in den zwei Jahrzehnten vor sich gegangen, die wir durchlebt haben. So etwas Wichtiges hat sich ja in der Menschennatur noch gar nicht ereignet, daß der ganze Erkenntnisapparat hinuntergerutscht ist von der Lunge in die Niere. Und weil er in den Nieren nichts gefunden hat, der astralische Leib, ist heute eine Verwirrung, eine materialistische Verwirrung in allen Köpfen eingetreten.

[ 27 ] A tremendous change has thus taken place within human beings. This change has occurred over the past two decades that we have lived through. Nothing quite this significant has ever before occurred in human nature—that the entire cognitive apparatus has shifted from the lungs to the kidneys. And because the astral body found nothing in the kidneys, a state of confusion—a materialistic confusion—has now taken hold in everyone’s minds.

[ 28 ] Was würde man also sagen, wenn man wirklich der Wirklichkeit gemäß schildern wollte, warum es im 20. Jahrhundert so viele Leute gegeben hat, die sich nicht auskannten in der Welt, die gar nicht wußten was anfangen, so daß man zuletzt, wo es die Leute zugegeben haben, in diesen Riesenkrieg hineingeschlittert ist? Was hat es da eigentlich gegeben? Derjenige, der ausfindig machen will, was es da gegeben hat, der muß die Zeit vorher ein wenig schildern. Sehen Sie, meine Herren, im Mittelalter und später, da sind furchtbar viele Menschen nach einem bestimmten Wallfahrtsort gezogen, nach Lourdes, oder nach Wallfahrtsorten, die man diesem nachgemacht hat, weil ihnen die Geistlichen eingeredet haben, daß sie gesund werden, wenn sie dorthin gehen, wenn sie das Wasser von Lourdes haben. Nun, es hat sich ja nur der Name geändert; im 19. Jahrhundert haben die Geistlichen den Leuten eingeredet, sie müssen nach Lourdes gehen, um gesund zu werden, in der neueren Zeit haben die Ärzte den Leuten eingeredet, sie müssen nach Karlsbad oder Marienbad oder nach Wiesbaden oder sonstwohin gehen. Worauf ist das alles eigentlich hinausgelaufen? Es ist eigentlich alles darauf hinausgelaufen, daß die Ärzte den Leuten gesagt haben: Ja meine lieben Patienten, euer Nierensystem ist nicht in Ordnung; ihr müßt da möglichst viel Wiesbadener oder Karlsbader oder Marienbader Wasser trinken — das geht ja alles durch die Nieren! —, ihr müßt das da durchdrücken. — So daß eigentlich der Gesundheitszustand vieler Menschen darin bestanden hat, daß sie sich im Winter überlassen haben ihrer Nierentätigkeit, und die Nierentätigkeit hat eigentlich in ihnen gedacht; im Sommer haben sie wiederum nötig gehabt, weil das eigentlich nicht geht ohne geistige Anregung — die wollten sie aber nicht —, nach Karlsbad oder Marienbad oder nach Wiesbaden zu gehen, und da besserten sie ihr Nierensystem wieder auf. Nach und nach ist aus dieser Geschichte, wo man eigentlich immer nur den Unterleib kuriert hat, ein Aberglaube geworden. Nicht wahr, das, um was es sich gehandelt hätte, wäre gewesen, daß man innerlich Interesse bekommen hätte für geistige Tätigkeit, für geistige Anregung. Das wäre es gewesen, was man hätte suchen müssen, denn bei gar keiner geistigen Anregung können die Sachen, die da in der Nierengegend in Unordnung kommen, nicht in Ordnung gebracht werden. Und die Sache war im 20. Jahrhundert so, daß all die Leute, die wirklich hätten denken sollen durch die Seele, nur mehr durch die Niere gedacht haben.

[ 28 ] So what would one say if one really wanted to describe, in accordance with reality, why there were so many people in the 20th century who were lost in the world, who had no idea what to do, so that in the end—as people have admitted—we slid into this massive war? What actually happened there? Anyone who wants to find out what happened must describe the period leading up to it a little. You see, gentlemen, in the Middle Ages and later, a tremendous number of people flocked to a certain place of pilgrimage—to Lourdes, or to places modeled after it—because the clergy had convinced them that they would be healed if they went there, if they had the water from Lourdes. Well, only the name has changed; in the 19th century, the clergy convinced people that they had to go to Lourdes to be healed, while in more recent times, doctors have convinced people that they must go to Karlsbad, Marienbad, Wiesbaden, or elsewhere. What has all this actually amounted to? It all basically came down to doctors telling people: “Yes, my dear patients, your renal system isn’t working properly; you must drink as much water from Wiesbaden, Karlsbad, or Marienbad as possible—it all passes through the kidneys, after all!—you must flush it through.” — So that, in fact, the state of health of many people consisted of devoting themselves to their kidney function in the winter, and their kidney function essentially did the thinking for them; in the summer, however, they felt the need—because that really doesn’t work without mental stimulation—to go to Karlsbad, Marienbad, or Wiesbaden, and there they restored their kidney function. Little by little, this story—in which people actually always treated only the lower abdomen—turned into a superstition. Isn’t it true that what really mattered would have been developing an inner interest in mental activity, in mental stimulation? That is what one should have sought, for without any intellectual stimulation at all, the disorders arising in the kidney region cannot be remedied. And the situation in the 20th century was such that all the people who really should have been thinking with their souls were thinking only with their kidneys.

[ 29 ] Meine Herren, es wird eine Zeit kommen, wo die Leute klarer sehen werden, wo die wenigen, die sich dann die Klarheit behalten werden in der allgemeinen Verwirrung, sagen werden: Was ist das eigentlich gewesen, dieser große Krieg im Beginn des 20. Jahrhunderts? Das ist eine Nierenkrankheit der Menschheit gewesen!

[ 29 ] Gentlemen, a time will come when people will see more clearly, when the few who retain their clarity amid the general confusion will say: What was that, really—this great war at the beginning of the 20th century? It was a kidney disease of humanity!

[ 30 ] Sehen Sie, darauf kommt es an, daß man wirklich findet, wie die Dinge eben in der Wirklichkeit zusammenhängen. Dann wird man wissen, wie man die Jugend zu erziehen hat, dann wird man wissen, wie es ganz unmöglich ist, daß man nur dasjenige der Jugend beibringt, was man ihr heute beibringt. Dann wird man wissen, daß man die schönen Jahre der Jugend, der Kindheit dazu verwenden muß, ganz anderes der Jugend beizubringen. Aber das 19. Jahrhundert ist stolz darauf geworden, nichts von Seele und Geist zu wissen, und die Folge davon war, daß diese Riesen-Nierenkrankheit, die heute noch in der Welt schleicht, aufgetreten ist. Also die Zukunft wird einmal sagen: Wodurch ist denn die Menschheit im Anfang des 20. Jahrhunderts benebelt worden? Durch eine unbemerkte Nierenkrankheit! — Das ist es, was einem heute zu Herzen geht. Und man kann zweierlei wollen: Man kann die Sachen so fortlaufen lassen, wie sie jetzt fortlaufen; dann werden ja die Ärzte einmal recht viel zu tun haben. Die Menschen werden immer unfähiger und unfähiger werden, etwas Vernünftiges zu denken. Sie werden immer müder und müder werden. Sie werden immer weniger daran denken, durch eine solide, vernünftige Einrichtung weiterzukommen. Es wird dasjenige, was heute eigentlich zu einer sehr großen Höhe gediehen ist, dieses ganze unsinnige Treiben, es wird aufs höchste kommen. Die Menschen werden schwach werden, und die Ärzte werden den Urin untersuchen; da werden sie allerlei schöne Dinge darin finden, nicht wahr: Eiweißkörper, Zucker und so weiter. Man wird nur finden, daß die Nierentätigkeit in Unordnung ist. Denn wenn man im Urin alle diese schönen Sachen findet, ist die Nierentätigkeit in Unordnung. Und man wird finden: Ja, merkwürdig, niemals hat die Welt auf diese Weise soviel Zucker und so viel Eiweiß produziert als jetzt! — Aber man wird nicht wissen, wie der Zusammenhang ist. Höchstens wird es irgendeinem gescheiten Industriellen einmal einfallen, einem Schlauen, den vielen Zucker, der da fabriziert wird, im Industriellen zu verwenden. Das ist der eine Weg.

[ 30 ] You see, what matters is that one truly discovers how things are actually connected in reality. Then one will know how to educate young people; then one will know how utterly impossible it is to teach young people only what is taught to them today. Then we will know that we must use the beautiful years of youth and childhood to teach young people something entirely different. But the nineteenth century took pride in knowing nothing of the soul and the spirit, and the consequence of this was the emergence of this massive kidney disease that still creeps through the world today. So the future will one day ask: What was it that clouded humanity’s judgment at the beginning of the 20th century? An unnoticed kidney disease! — That is what touches one’s heart today. And one can choose between two paths: One can let things continue as they are now; in that case, the doctors will certainly have their hands full one day. People will become less and less capable of thinking sensibly. They will grow ever more tired. They will think less and less about making progress through sound, sensible systems. What has actually flourished to a very great extent today—all this senseless activity—will reach its peak. People will grow weak, and doctors will examine their urine; there they’ll find all sorts of wonderful things in it, won’t they: proteins, sugar, and so on. They’ll only find that kidney function is out of order. For when all these wonderful things are found in the urine, kidney function is out of order. And people will say: “Yes, how strange—never before has the world produced so much sugar and so much protein as it does now!”—But they won’t understand the connection. At most, it might occur to some clever industrialist—some shrewd one—to use all that sugar that’s being produced for industrial purposes. That is one way.

[ 31 ] Der andere Weg ist der: Man höre auf, von all den äußeren Einrichtungen zunächst zu reden und reformiere das geistige Leben der Menschheit, reformiere vor allen Dingen das Schulleben, das geistige Leben der Menschheit, bringe ordentliche geistige Gedanken in den Menschen hinein. Dann werden die Menschen finden, wie sie im Äußeren richtig leben sollen. Denn wenn die Menschen vernünftige Gedanken haben, dann erst kann man hoffen, daß sie im Äußeren in der richtigen Weise leben können.

[ 31 ] The other approach is this: Stop talking about all the external institutions for the time being and reform the spiritual life of humanity; above all, reform school life—the spiritual life of humanity—and instill sound spiritual thoughts in people. Then people will discover how to live correctly in the external world. For only when people have sound thoughts can we hope that they will be able to live correctly in the external world.

[ 32 ] Aber, meine Herren, das kann man natürlich nicht dadurch erreichen, daß man die Tätigkeit, die man bis jetzt gehabt hat, nur fortsetzt, sondern da handelt es sich darum, daß man radikal umdenkt. Und durch keine äußeren Mittel wird die Welt heute besser, sondern nur dadurch, daß man anfängt etwas zu wissen. Sehen Sie, die Materialisten bilden sich ein, daß sie so viel von der Materie wissen. Gerade von der Materie wissen sie ja nichts. Das ist eben das Merkwürdige, daß die Materialisten nichts wissen von der Materie. Die Materialisten, die sagen: Wovon ist das Elend gekommen? Ja, das Elend, das ist gekommen von den wirtschaftlichen Verhältnissen zum Beispiel.

[ 32 ] But, gentlemen, this cannot, of course, be achieved simply by continuing the activities we have engaged in up to now; rather, it requires a radical shift in thinking. And no external means will make the world a better place today—it can only be achieved by beginning to know something. You see, the materialists imagine that they know so much about matter. But they know nothing at all about matter. That is precisely the strange thing—that the materialists know nothing about matter. The materialists ask: “Where did this misery come from?” Well, this misery came from economic conditions, for example.

[ 33 ] Ja, sehen Sie, das ist ebenso, wie wenn einer sagt: Wovon kommt die Armut? Die Armut, die kommt von der Pauvrete! — Nicht wahr ein anderes Wort. Wirtschaftliches Elend ist ja nur ein anderes Wort für dasjenige, was wir haben. Das ist ja nur ein Herumreden, denn natürlich haben das wirtschaftliche Elend Menschen gemacht, und der Mensch macht das wirtschaftliche Elend durch das, was er ist. Heute haben ungeheuer viele Leute einfach den Drang, sagen wir, Schieber zu werden. Das rührt aber eben einfach alles davon her, daß gerade der untergeordnete menschliche Organismus, welcher heute maßgebend wird, geistige Anregung haben müßte. Der Materialist sagt den Menschen bloß: Ja, dieser untergeordnete Organismus ist wichtig! — Aber dasjenige, was man im Geistigen kennenlernt, das sagt einem erst, warum das wichtig ist. Und so kann der Materialismus ganz schön den Blutdruck messen, aber er weiß nicht, was ein zu niedriger oder zu hoher Blutdruck bedeutet, daß ein zu niederer Blutdruck bedeutet: der Astralleib und das Ich gehen zu wenig in den physischen Leib hinein, und ein zu hoher Blutdruck: der Astralleib und das Ich gehen zu tief in den physischen Leib hinein.

[ 33 ] Yes, you see, it’s just like when someone says: Where does poverty come from? Poverty—it comes from pauvrete! —Isn’t that just another word? Economic misery is really just another word for what we have. That’s just beating around the bush, because of course economic misery is caused by people, and people create economic misery through what they are. Today, an enormous number of people simply have the urge to become, let’s say, profiteers. But all of this stems simply from the fact that the lower human organism, which is becoming dominant today, needs spiritual stimulation. The materialist merely tells people: Yes, this lower organism is important! — But it is what one learns in the spiritual realm that first reveals why it is important. And so materialism can certainly measure blood pressure, but it does not know what blood pressure that is too low or too high means—that blood pressure that is too low means the astral body and the “I” are not penetrating deeply enough into the physical body, and blood pressure that is too high means the astral body and the “I” are penetrating too deeply into the physical body.

[ 34 ] Und tatsächlich ist es heute so, daß der Blutdruck im Laufe der Geschichte der Menschheit ganz langsam immerfort zu stark geworden ist, und die Menschen leiden heute unter einem zu starken Blutdruck. Es ist schon so: Wenn der Mensch heute aufwacht, dann lebt er unter einem zu starken Blutdruck; dann schnappt gewissermaßen dieser zu starke Blutdruck nach dem Astralleib und dem Ich. Die Folge davon ist, weil er darnach schnappt, daß der Astralleib und das Ich ganz in den physischen Leib hineingehen. Das muß aber wieder gutgemacht werden dadurch, daß der Mensch geistige Anregungen bekommt, daß er sich wirklich mit einigem Interesse an das Geistige hingibt.

[ 34 ] And indeed, it is the case today that, over the course of human history, blood pressure has gradually and steadily become too high, and people today suffer from high blood pressure. It is certainly true that when a person wakes up today, they are living with high blood pressure; then, in a sense, this excessively high blood pressure seizes upon the astral body and the ego. The consequence of this—because it seizes upon them—is that the astral body and the ego sink completely into the physical body. However, this must be counteracted by the person receiving spiritual inspiration, so that they truly devote themselves to spiritual matters with some interest.

[ 35 ] Das ist nicht damit abgetan, daß man anthroposophische Theorien lernt. Wenn man bloß anthroposophische Theorien lernt, dann ist das eben bloß die Art und Weise, wie man lesen gelernt hat im 19. Jahrhundert, die Art und Weise nur sich auf äußerliche Art Gedanken einzuprägen. Das darf es nicht sein. Es muß für den Menschen dasjenige, was er aufnimmt, so werden, daß es ihn innerlich durchdringt.

[ 35 ] This cannot be dismissed simply by studying anthroposophical theories. If one merely studies anthroposophical theories, then that is simply the same way people learned to read in the 19th century—a way of merely committing thoughts to memory in an external manner. That must not be the case. What a person takes in must become something that permeates them from within.

[ 36 ] Sehen Sie, meine Herren, wenn Sie aus einer verbrauchten Luft in die frische Luft hinausgehen, dann haben Sie eine innerliche Freude. So müßten Sie eine innerliche Freude haben, ein innerliches Interesse haben, wenn Sie aus all dem Zeug, das heute Wissen genannt wird, in die frische Seelenluft kommen, die Ihnen vom Geistigen wiederum erzählt. Dieses innerliche Frohsein, dieses tiefe Interesse, das ist es, was man braucht für das geistige Leben. Und dadurch, daß der Mensch sich durchdringt mit Interesse, wird das zu schwer gewordene Blut — in allen Menschen ist ja heute das Blut zu schwer geworden — wiederum leichter gemacht. Die Nieren werden vergeistigt, und die Folge davon wird sein, daß es besser werden wird in der Welt, wenn die Menschen wiederum etwas werden wissen wollen von demjenigen, was ihnen seit Jahrhunderten genommen worden ist. Das ist es schon, was man immer wiederum sagen muß, was ich Ihnen in allen Formen sagen muß, weil es darauf ankommt, daß wir der Wahrheit ins Gesicht schauen und uns nicht blenden lassen von dem, was Scheinwissenschaft ist. Deshalb wollte ich zu demjenigen, was ich Ihnen in den vorhergehenden Vorträgen gesagt habe, heute noch einiges ergänzen. Nun ist ja vieles über die Dinge noch zu sagen, aber sie werden ja immer klarer und klarer werden.

[ 36 ] You see, gentlemen, when you step out of stale air into fresh air, you feel an inner joy. In the same way, you should feel an inner joy and have an inner interest when you step out of all that stuff that is called “knowledge” today and into the fresh air of the soul, which in turn speaks to you of the spiritual. This inner joy, this deep interest—that is what is needed for the spiritual life. And as a person fills themselves with interest, the blood that has become too heavy—for in all people today the blood has indeed become too heavy—is made lighter once more. The kidneys are spiritualized, and the result will be that the world will become a better place when people once again want to know something of what has been taken from them for centuries. This is precisely what must be said again and again—what I must tell you in every possible way—because it is essential that we look the truth in the face and not allow ourselves to be blinded by what is pseudo-science. That is why I wanted to add a few more points today to what I have told you in the previous lectures. There is, of course, still much to be said about these matters, but they will become clearer and clearer.

[ 37 ] Nun müssen wir eine kleine Pause machen in der Vortragsreihe. Ich habe eine Reise nach England zu machen und werde es Ihnen dann wiederum ankündigen lassen, wenn wir fortsetzen können.

[ 37 ] Now we have to take a short break in the lecture series. I have to take a trip to England, and I’ll have someone let you know when we can continue.

[ 38 ] Aber das ist dasjenige, was ich Ihnen gerade heute zum Schluß noch klarmachen wollte, wie die großen Ereignisse in der Menschheitsgeschichte eigentlich zusammenhängen mit dem, was der Mensch innerlich ist, und daß man da ansetzen muß, daß also die Menschheit zuerst doch aufgeklärt werden muß, aufgeklärt aber über Wirklichkeiten, nicht über Redensarten. Das ist es also.

[ 38 ] But that is precisely what I wanted to make clear to you today, as a conclusion: how the great events in human history are actually connected to what human beings are inwardly, and that this is where we must begin—that humanity must first be enlightened, but enlightened about realities, not about clichés. That is it, then.

[ 39 ] Ursprung und Bedeutung der Kulte Ernährungsfragen

[ 39 ] Origins and Significance of Cults: Food-Related Issues