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The Rudolf Steiner Archive

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Man and World
How Spirit Works in Nature
GA 351

10 November 1923, Dornach

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8. Nachbemerkung zum Bienenvortrag von Herrn Müller

8. Afterword to Mr. Müller’s Lecture on Bees

Dr. Steiner: Wie wir gesehen haben, ist es heute schon so spät geworden, daß wir unsere Eurythmisten, die sehr viel zu tun haben, jetzt hier hereinlassen müssen. Ich habe Ihnen schon noch einiges zu sagen, namentlich über diejenigen Dinge, die die fortdauernde Fruchtbarkeit bei der Bienenzucht bewirken. Sie werden vielleicht schon etwas bemerkt haben aus dem, was Ihnen der Herr Müller gesagt hat, daß es mit der künstlichen Zucht von Bienenköniginnen doch eben einen Haken hat. Es ist daher vielleicht doch interessant, gerade solche verständigen Sachen zu besprechen und Herrn Müller zu fragen, ob er außerordentlich viel von dieser Königinnenzucht hält.

Dr. Steiner: As we have seen, it has already gotten so late today that we must now let our eurythmists, who have a great deal to do, come in here. I still have a few things to say to you, particularly about the factors that ensure sustained productivity in beekeeping. You may have already noticed from what Mr. Müller told you that there is, after all, a catch to the artificial breeding of queen bees. It might therefore be interesting to discuss precisely such practical matters and ask Mr. Müller whether he thinks very highly of this queen-rearing.

Herr Müller antwortet: Ja, er hält in gewisser Beziehung viel davon. Überläßt man das Volk sich selbst, kümmert sich nicht darum, kann man erleben, daß das Volk verkümmert. Das Schlechte erhebt sich nach und nach und das Gute geht fehl.

Mr. Müller replies: Yes, in a certain sense, he thinks highly of it. If you leave the colony to its own devices and do not pay attention to it, you may find that the colony withers away. The bad traits gradually gain the upper hand, and the good ones are lost.

Dr. Steiner: Seit wann besteht die künstliche Bienenzucht?

Dr. Steiner: How long has artificial beekeeping been practiced?

Herr Müller: Sie besteht vielleicht seit zwölf bis fünfzehn Jahren.

Mr. Müller: It has been practiced for perhaps twelve to fifteen years.

Dr. Steiner: Die Sache ist diese- und ich werde das nächste Mal davon weitersprechen -, daß man die Honigerzeugung, die ganze Arbeit, sogar die Arbeitsfähigkeit der Arbeitsbienen ungeheuer vermehren kann durch die künstliche Bienenzucht. Nur, das hat ja schon Herr Müller jetzt bemerkt, darf die Sache nicht zu stark rationell und nicht zu stark geschäftsmäßig gemacht werden. Wir werden dann das nächste Mal ein bißchen tiefer hineinschauen in die Bienenzucht und sehen, daß das, was kurze Zeit eine außerordentlich günstige Maßregel ist, was heute zugrunde liegt, gut erscheinen kann, daß aber in hundert Jahren die ganze Bienenzucht aufhören würde, wenn man nur künstlich gezüchtete Bienen verwenden würde. Wir wollen einmal sehen, wie das, was für eine kurze Zeit etwas außerordentlich Günstiges ist, sich so gestalten kann, daß es im Laufe der Zeit dazu führt, daß die ganze Geschichte wieder abgetötet wird. Und wir wollen sehen, wie gerade die Bienenzucht außerordentlich interessant ist, um die ganzen Geheimnisse der Natur kennenzulernen, und namentlich wie das, was sich auf der einen Seite ungeheuer fruchtbar erweist, auf der anderen Seite eben zur Abtötung führt.

Dr. Steiner: The point is this—and I’ll talk more about it next time—that honey production, the entire workload, and even the work capacity of the worker bees can be increased tremendously through artificial beekeeping. However, as Mr. Müller has already noted, the practice must not be made too rational or too commercial. Next time, we’ll take a closer look at beekeeping and see that what is an extraordinarily beneficial measure in the short term—and what forms the basis of today’s practices—may seem good, but that in a hundred years, the entire beekeeping industry would come to a halt if only artificially bred bees were used. Let’s see how something that is extraordinarily beneficial for a short time can develop in such a way that, over time, it leads to the entire endeavor being wiped out. And let us see how beekeeping, in particular, is extraordinarily interesting for gaining insight into the mysteries of nature—and specifically how what proves to be immensely fruitful on the one hand leads, on the other, to its own demise.

So können sich die Bienenzüchter zwar außerordentlich freuen über den Aufschwung, den seit kurzer Zeit die Bienenzucht genommen hat; aber diese Freude, die wird keine hundert Jahre halten.

Thus, beekeepers may indeed rejoice immensely at the recent upswing in beekeeping; but this joy will not last a hundred years.