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Man and World
How Spirit Works in Nature
GA 351

26 November 1923, Dornach

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9. Biene und Mensch

9. Bees and Man

[ 1 ] Guten Morgen, meine Herren! Ich habe vorgehabt, zu den Ausführungen von Herrn Müller einige Bemerkungen zu machen, die Ihnen vielleicht doch interessant sein können, obwohl heute natürlich in der Gegenwart nicht die Zeit dazu ist, solche Dinge schon wirklich anzuwenden in der praktischen Bienenzucht. Es ist ja auch über das Praktische der Bienenzucht sehr wenig noch zu sagen oder gar nichts eigentlich, da Herr Müller ja alles so, wie man es eben heute macht, durchaus in einer sehr schönen Weise vor Ihnen ausgeführt hat.

[ 1 ] Good morning, gentlemen! I had intended to make a few comments on Mr. Müller’s remarks that might be of interest to you, even though, of course, there isn’t time today to actually apply such things in practical beekeeping. After all, there is very little—or actually nothing at all—left to say about the practical aspects of beekeeping, since Mr. Müller has already explained everything to you in a very clear and concise manner, exactly as it is done today.

[ 2 ] Es ist Ihnen aber an diesem, ich möchte sagen, Rätselwelt-Sein, wenn Sie aufmerksam zugehört haben, in bezug auf die ganze Natur der Bienenzucht etwas aufgegangen. Der Bienenzüchter, das ist ja selbstverständlich, interessiert sich zunächst für dasjenige, was er zu tun hat. Für die Bienenzucht muß eigentlich jeder Mensch das allergrößte Interesse haben, weil von der Bienenzucht wirklich mehr, als man denkt, im menschlichen Leben abhängt.

[ 2 ] But if you’ve been listening carefully, something must have dawned on you regarding the whole nature of beekeeping in this—I would say—mysterious world. The beekeeper, of course, is primarily interested in what he has to do. In fact, everyone should have the greatest interest in beekeeping, because human life really depends on beekeeping more than one might think.

[ 3 ] Betrachten wir die Sache einmal in einem etwas weiteren Umfange. Sehen Sie, die Bienen sind imstande - das haben Sie ja aus den Vorträgen, die Ihnen von Herrn Müller gehalten worden sind, gesehen -, dasjenige zu sammeln, was in den Pflanzen eigentlich schon als der Honig enthalten ist. Sie sammeln ja eigentlich bloß den Honig, und wir Menschen nehmen ihnen dann von dem, was sie in ihrem Bienenstocke sammeln, nur einen Teil weg, nicht einmal einen so sehr großen Teil. Denn man kann vielleicht sagen, daß dasjenige, was der Mensch wegnimmt, etwa 20 Prozent beträgt. So viel ungefähr beträgt dasjenige, was der Mensch den Bienen wegnimmt.

[ 3 ] Let’s consider the matter from a slightly broader perspective. You see, bees are capable—as you’ve seen from the lectures given to you by Mr. Müller—of collecting what is actually already contained in the plants as honey. They actually just collect the honey, and we humans then take only a portion of what they collect in their hive—not even a very large portion. For one might say that what humans take amounts to about 20 percent. That is roughly how much humans take from the bees.

[ 4 ] Außerdem aber kann die Biene durch ihre ganze Körperlichkeit, durch ihre ganze Organisation den Pflanzen auch noch Blütenstaub wegnehmen. So daß also die Biene gerade dasjenige von den Pflanzen sammelt, was eigentlich sehr wenig in ihnen enthalten ist und was sehr schwer zu haben ist. Blütenstaub wird ja in der winzigen Menge, in der er im Verhältnis vorhanden ist, von den Bienen gesammelt durch die Bürstchen, die sie an ihren Hinterbeinen haben, und wird ja auch aufgespeichert beziehungsweise verzehrt im Bienenstock. So daß wir also in der Biene zunächst dasjenige Tier haben, das außerordentlich fein von der Natur zubereiteten Stoff aufsaugt und für seinen eigenen Haushalt gebraucht.

[ 4 ] Furthermore, through its entire physical being and its entire organization, the bee is also able to remove pollen from the plants. Thus, the bee collects precisely that which is actually present in very small quantities in the plants and which is very difficult to obtain. Pollen—in the minuscule quantity in which it is present—is collected by the bees using the brushes on their hind legs and is then stored or consumed in the hive. Thus, in the bee, we have an animal that absorbs a substance prepared with extraordinary precision by nature and uses it for its own sustenance.

[ 5 ] Dann aber weiter: Nachdem die Biene - und das ist vielleicht das zunächst wenigst Auffällige, weil gar nicht darüber nachgedacht wird - erst ihre Nahrung durch ihren eigenen Verdauungsapparat umgewandelt hat in Wachs - das erzeugt sie ja durch sich selber, das Wachs -, macht sie, um Eier abzulegen, aber auch um ihre Vorräte aufzubewahren, ein eigenes kleines Gefäß. Und dieses eigene kleine Gefäß, das ist eine große Merkwürdigkeit, möchte ich sagen. Dieses Gefäß schaut ja so aus, daß es von oben angesehen sechseckig ist, von der Seite angesehen also so (siehe Zeichnung), und auf der einen Seite ist es ja so abgeschlossen. Dahinein können die Eier gelegt werden oder auch die Vorräte. Da ist eines an dem anderen. Die Dinge passen sehr gut zusammen, so daß bei den Bienenwaben durch diese Platte, mit der eine solche Zelle- so nennt man das- an die andere gefügt ist, der Raum außerordentlich gut ausgenützt ist.

[ 5 ] But then it goes on: After the bee—and this is perhaps the least noticeable thing at first, because no one really thinks about it—has first converted its food into wax through its own digestive system—it produces the wax itself, after all—it makes its own little container, both to lay eggs and to store its supplies. And this little container of its own—I’d say that’s quite remarkable. This container looks hexagonal when viewed from above, and like this when viewed from the side (see drawing), and on one side it’s closed off. Eggs or stores can be placed inside. One cell is connected to the next. The pieces fit together very well, so that in the honeycombs—thanks to this plate that connects one such cell (as it’s called) to the next—the space is utilized exceptionally well.

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[ 6 ] Wenn man die Frage aufwirft: Wie kommt es, daß die Biene aus ihrem Instinkt heraus just eine so künstlich geformte Zelle baut? - so sagen die Leute gewöhnlich: Das ist, damit der Raum gut ausgenützt wird. - Das ist ja auch wahr. Wenn Sie sich irgendeine andere Form der Zelle denken würden, so würde immer ein Zwischenraum entstehen. Bei dieser Form entsteht kein Zwischenraum, sondern alles legt sich aneinander, so daß der Raum dieser Wabenplatte ganz ausgenützt ist.

[ 6 ] When one asks the question: How is it that the bee, acting on instinct, builds a cell with such an artificial shape? — people usually say: It’s so that the space is used efficiently. - And that is indeed true. If you were to imagine any other shape for the cell, there would always be a gap. With this shape, there is no gap; instead, everything fits together so that the space in this honeycomb sheet is fully utilized.

[ 7 ] Nun, das ist ganz gewiß ein Grund. Aber es ist nicht der einzige Grund, sondern Sie müssen bedenken: Wenn da die kleine Made, die Larve drinnenliegt, so ist sie ganz abgeschlossen, und man soll nur ja nicht glauben, daß dasjenige, was in der Natur irgendwo vorhanden ist, keine Kräfte hat. Dieses ganze sechseckige Gehäuse, sechsflächige Gehäuse hat ja Kräfte in sich, und es wäre etwas ganz anderes, wenn die Larve in einer Kugel drinnenliegen würde. Daß sie in einer solchen sechsflächigen Häuslichkeit drinnenliegt, das bedeutet in der Natur etwas ganz anderes. Die Larve selber bekommt in sich diese Formen, und in ihrem Körper, da spürt sie, daß sie in ihrer Jugend, wo sie am meisten weich war, in einer solchen sechseckigen Zelle drinnen war. Und aus derselben Kraft, die sie da aufsaugt, baut sie dann selber eine solche Zelle. Da drinnen liegen die Kräfte, aus denen heraus die Biene überhaupt arbeitet. Also das liegt in der Umgebung, was die Biene äußerlich macht. Das ist schon das erste, auf was wir aufmerksam sein müssen.

[ 7 ] Well, that is certainly one reason. But it is not the only reason; you must consider this: When the little maggot, the larva, is inside there, it is completely enclosed, and one must not think that anything that exists somewhere in nature has no power. This entire hexagonal shell—this six-sided shell—contains forces within it, and it would be something entirely different if the larva were enclosed in a sphere. The fact that it lies within such a six-sided shell signifies something entirely different in nature. The larva itself takes on these forms within itself, and in its body it senses that in its youth—when it was at its softest—it was inside such a hexagonal cell. And from the very same force it absorbs there, it then builds such a cell itself. Within that lie the forces from which the bee derives its very ability to work. So what the bee does externally is rooted in its environment. That is the very first thing we must be mindful of.

[ 8 ] Nun aber ist Ihnen ja ausgeführt worden die weitere sehr, sehr merkwürdige Tatsache: In dem ganzen Bienenstock finden sich ja verschiedenartige Zellen. Ich glaube, ein Bienenzüchter kann sehr gut Arbeitsbienenzellen und Drohnenzellen voneinander unterscheiden. Nicht wahr, das ist ja nicht besonders schwer. Und noch leichter kann er die Zellen der Arbeiterinnen und der Drohnen von, den Königinnenzellen unterscheiden, denn die Königinnenzellen haben ja gar nicht diese Form; die sind eigentlich so wie ein Sack. Es finden sich auch sehr wenige in einem Bienenstock. So daß man also sagen muß: Die Arbeiterinnen und die Drohnen - also die Männchen, das sind die Drohnen -, die entwickeln sich in solchen sechsflächigen Zellen, die Königin entwickelt sich aber eigentlich in einem Sack. Die nimmt keine Rücksicht auf dasjenige, was solch eine flächige Umgebung ist.

[ 8 ] But now you’ve been told about another very, very remarkable fact: throughout the entire beehive, there are different kinds of cells. I believe a beekeeper can very easily distinguish between worker bee cells and drone cells. Isn’t that right? It’s not particularly difficult. And it’s even easier for him to distinguish the cells of the worker bees and the drones from the queen cells, because the queen cells don’t have that shape at all; they’re actually shaped like a sack. There are also very few of them in a beehive. So one must say: The worker bees and the drones—that is, the males, which are the drones—develop in these six-sided cells, but the queen actually develops in a sack. She pays no heed to what such a flat environment is like.

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[ 9 ] Dazu kommt aber noch etwas anderes. Sehen Sie, meine Herren, die Königin braucht zu ihrer vollen Entwickelung, bis sie ganz fertig ist, eine ausgewachsene Königin ist, nur 16 Tage. Dann ist sie schon eine ausgewachsene Königin. Eine Arbeiterin, die braucht ungefähr 21 Tage, also länger. Man könnte also sagen: die Natur verwendet viel mehr Sorgfalt auf die Ausgestaltung der Arbeiterinnen als der Königinnen. Wir werden nachher gleich sehen, daß dazu noch ein anderer Grund kommt. Also die Arbeiterin, die braucht 21 Tage. Und die Drohne, das Männchen, die am frühesten abgenützt wird - die Männchen werden, nachdem sie ihre Aufgabe erfüllt haben, getötet -, die braucht sogar 23 bis 24 Tage.

[ 9 ] But there’s something else to consider. You see, gentlemen, the queen needs only 16 days to fully develop—until she is completely ready and has become a mature queen. By then, she is already a mature queen. A worker, on the other hand, needs about 21 days—in other words, longer. So one could say that nature takes much greater care in the development of the workers than of the queens. We’ll see shortly that there’s another reason for this as well. So the worker bee takes 21 days. And the drone—the male, which is discarded the earliest (the males are killed after they’ve fulfilled their task)—takes as many as 23 to 24 days.

[ 10 ] Sehen Sie, das ist wiederum eine neue Sache. Die verschiedenen Bienenarten, Königin, Arbeitsbiene, Drohne, brauchen eine verschiedene Anzahl von Tagen.

[ 10 ] You see, that's another new thing. The different types of bees—queen, worker, and drone—require a different number of days.

[ 11 ] Nun, meine Herren, sehen Sie, mit diesen 21 Tagen, die die Arbeitsbiene braucht, hat es nämlich eine ganz besondere Bewandtnis. 21 Tage sind keine gleichgültige Zeit in allem, was auf der Erde geschieht. Diese 21 Tage, das ist diejenige Zeit, in der sich die Sonne ungefähr einmal um sich selber herum dreht.

[ 11 ] Well, gentlemen, you see, there is a very special significance to these 21 days that the worker bee needs. Twenty-one days is no trivial period of time in everything that happens on Earth. These 21 days are the time it takes for the Sun to complete approximately one revolution around its own axis.

[ 12 ] Denken Sie sich also, die Arbeitsbiene wird gerade just fertig in der Zeit, in der sich die Sonne einmal um sich selber herumgedreht hat. Dadurch, meine Herren, macht die Arbeitsbiene eine ganze Umdrehung der Sonne durch, kommt also dadurch, daß sie eine ganze Umdrehung der Sonne durchgemacht hat, in all das hinein, was die Sonne an ihr bewirken kann.

[ 12 ] So imagine that the worker bee finishes her task just as the sun has completed one full rotation around its own axis. As a result, gentlemen, the worker bee completes a full revolution of the sun; thus, by having undergone a full revolution of the sun, it is exposed to everything the sun can do to it.

[ 13 ] Und wenn sie nun weitergehen wollte, so würde sie von der Sonne aus nur immer auf dasselbe treffen. Denn wenn Sie sich da die Arbeitsbiene vorstellen (es wird gezeichnet), da die Sonne, wenn das Ei gelegt wird, so ist dieses der Punkt, der gerade der Sonne gegenüberliegt. Die Sonne dreht sich in 21 Tagen einmal um sich selber herum. Da kommt sie wieder da her, da ist der Punkt wieder da. Wenn es jetzt weitergeht, kommt lauter Wirkung von der Sonne, die schon einmal da war. So daß die Arbeitsbiene just alles dasjenige bis zu ihrer vollen Entwickelung genießt, was die Sonne leisten kann. Würde sich nun die Arbeitsbiene weiter entwickeln, dann würde sie aus der Sonne heraus in die Erdenentwickelung hereinkommen, würde nicht mehr Sonnenentwickelung haben, weil sie die schon gehabt hat, ganz ausgekostet hat. Jetzt: kommt sie in die Erdenentwickelung herein. Die macht sie aber als fertiges Insekt nur mit, als ganz fertiges Tier. Also, sie nimmt gerade noch, ich möchte sagen, einen Moment, einen Augenblick für sich in Anspruch, und nachher ist sie abgeschlossen nach der Sonnenentwickelung und ist ganz Sonnentier, die Arbeitsbiene.

[ 13 ] And if she were to continue on from there, she would always encounter the same thing from the perspective of the sun. For if you have a mental image of the worker bee (as illustrated), when the egg is laid, that point is exactly opposite the sun. The sun completes one rotation around its own axis every 21 days. When it returns to that point, the spot is there again. As things progress from there, all the effects emanating from the sun are ones that have already been experienced before. Thus, the worker bee fully enjoys everything the sun has to offer right up to her full development. If the worker bee were to continue developing beyond this point, she would move from the sun’s sphere into the Earth’s sphere of development; she would no longer undergo solar development, because she has already experienced it and fully savored it. Now: it enters into the Earth’s development. But as a fully formed insect—as a completely mature animal—it merely participates in this. So, it takes just—I would say—a moment, an instant for itself, and afterward it is complete in terms of its solar development and is entirely a solar creature, the worker bee.

[ 14 ] Betrachten Sie jetzt die Drohne. Die, möchte ich sagen, überlegt sich die Geschichte noch ein Stückel weiter. Die erklärt sich noch nicht für abgeschlossen nach 21 Tagen. Die begibt sich, bevor sie ausgewachsen ist, noch in die Erdenentwickelung hinein. So daß also die Drohne ein Erdentier ist. Die Arbeitsbiene ist das fertige Sonnenkind.

[ 14 ] Now consider the drone. It, I would say, takes the story a step further. It does not consider itself complete after 21 days. Before it has fully matured, it enters into the process of earthly development. Thus, the drone is an earthly creature. The worker bee is the fully formed child of the sun.

[ 15 ] Und wie ist es mit der Königin? Die Königin macht überhaupt die ganze Sonnenentwickelung nicht einmal fertig. Die bleibt zurück. Die bleibt immer Sonnentier. Also die Königin, die bleibt gewissermaßen immer ihrem Larvenzustand, ihrem Madenzustand näher als die anderen Tiere. Und am weitesten entfernt vom Madenzustand ist die Drohne, das Männchen. Die Königin ist dadurch, [daß sie dem Madenzustand näher bleibt, imstande, ihre Eier abzulegen. Und Sie können an der Biene richtig sehen, was das bedeutet, unter Erdeinfluß sein oder unter Sonneneinfluß sein. Denn ob eine Biene Königin oder Arbeitsbiene oder Drohne wird, das hängt bloß davon ab, ob sie abwartet einmal eine Sonnenentwickelung oder ob sie das nicht abwartet. Die Königin kann dadurch Eier legen, daß ihr die Sonnenwirkung immer bleibt, daß sie gar nichts von der Erdenentwickelung aufnimmt. Die Arbeitsbiene, die geht weiter, die entwickelt sich 4 bis 5 Tage weiter. Die kostet die Sonne noch ganz aus. Aber da geht sie, indem gerade ihr Körper fest genug wird, auch schon wiederum in die Erdenentwickelung ein bißchen, sagte ich, einen Augenblick über. Sie kann deshalb nicht wiederum in die Sonnenentwickelung zurück, weil sie sich ganz absorbiert hat. Dadurch kann sie keine Eier legen.

[ 15 ] And what about the queen? The queen doesn’t even complete the entire sun development process. She lags behind. She always remains a “sun creature.” In other words, the queen, so to speak, always remains closer to her larval state—her maggot state—than the other bees. And the farthest removed from the maggot state is the drone, the male. Because of this—[because she remains closer to the maggot state]—the queen is able to lay her eggs. And you can really see in the bee what it means to be under the influence of the earth or under the influence of the sun. For whether a bee becomes a queen, a worker bee, or a drone depends solely on whether it waits for a phase of solar development or whether it does not wait for it. The queen is able to lay eggs because the influence of the sun always remains with her; she absorbs nothing at all from the earth’s development. The worker bee continues on; she develops for another 4 to 5 days. She makes full use of the sun. But just as her body becomes firm enough, she also enters into the earth’s influence a little—as I mentioned a moment ago. She cannot return to the sun’s influence because she has absorbed it completely. As a result, she cannot lay eggs.

[ 16 ] Die Drohnen sind Männchen; die können befruchten. Die Befruchtung, die kommt also von der Erde. Die Befruchtungskräfte erwerben sich die Drohnen durch die paar Tage, die sie noch länger im Entwickelungszustande, nicht im fertigen Zustand, der Erdenentwickelung [hingegeben] sind. So daß man sagen kann: An den Bienen sieht man ganz klar, Befruchtung, männliche Befruchtung kommt von den Erdenkräften; weibliche Fähigkeit, Eier zu entwickeln, kommt von den Sonnenkräften.

[ 16 ] The drones are males; they are capable of fertilization. Fertilization, then, comes from the earth. The drones acquire their fertilizing powers during the few extra days they spend in a state of development—not in the completed state—of earthly development. So one can say: In bees, it is quite clear that fertilization—male fertilization—comes from the forces of the Earth; the female ability to develop eggs comes from the forces of the Sun.

[ 17 ] Sehen Sie, meine Herren, da können Sie einfach ermessen daran, was die Länge der Zeit bedeutet, in der sich ein Wesen entwickelt. Das ist von ganz großer Bedeutung, weil natürlich während irgendeiner Zeit etwas vor sich geht, was in einer anderen Zeit, kürzeren oder längeren Zeit, nicht vor sich geht, sondern da geht etwas anderes vor sich.

[ 17 ] You see, gentlemen, you can simply gauge from this what the length of time means in the development of a being. This is of great importance because, of course, during a certain period of time, something happens that does not happen during another period—whether shorter or longer—but rather, something else happens during that time.

[ 18 ] Aber es kommt noch etwas in Betracht. Sehen Sie, die Königin, die entwickelt sich also in 16 Tagen. Da ist der Punkt (es wird an die Tafel gezeichnet), der ihr gegenübergestanden hat in der Sonne, vielleicht erst da; sie bleibt in der Sonnenentwickelung drinnen. Die Arbeiterinnen machen auch noch den Rest des Sonnenumlaufes mit, aber sie bleiben in der Sonnenwirkung drinnen, sie gehen nicht heraus bis zu der Erdenentwickelung. Dadurch fühlen sie sich verwandt mit der Königin. Weil sie zur selben Sonnenentwickelung gehören, fühlt sich der ganze Arbeiterinnenschwarm verwandt mit der Königin. Sie fühlen sich an die Königin gebunden. Die Drohnen, sagen sie, die sind schon Verräter; die sind schon zur Erde abgefallen. Die gehören nicht mehr eigentlich zu uns. Die dulden wir nur, weil wir sie brauchen. Und wozu braucht man sie?

[ 18 ] But there is something else to consider. You see, the queen develops over the course of 16 days. There is a point (it is drawn on the board) that was opposite her in the sun—perhaps only at that point; she remains within the sun’s development. The worker bees also complete the rest of the sun’s orbit, but they remain within the sun’s influence; they do not leave it to enter the Earth’s development. As a result, they feel a kinship with the queen. Because they belong to the same solar development, the entire swarm of worker bees feels a kinship with the queen. They feel bound to the queen. The drones, they say, are already traitors; they have already fallen away to the Earth. They don’t really belong to us anymore. We only tolerate them because we need them. And what do we need them for?

[ 19 ] Es kommt ja zuweilen vor, daß eine Königin nicht befruchtet wird und sie legt doch entwickelungsfähige Eier. Die Königin braucht nicht unbedingt befruchtet zu werden, sie legt doch Eier. Das nennt man bei den Bienen - bei den anderen Insekten kommt es auch zum Teil vor eine Jungfernbrut, weil die Königin nicht befruchtet ist. Parthenogenesis nennt man es mit einem wissenschaftlichen Namen. Aber aus den Eiern, die jetzt gelegt werden, schlüpfen nur Drohnen aus! Da kommen keine Arbeitsbienen und keine Königinnen mehr heraus. Also wenn die Königin nicht befruchtet wird, dann können keine Arbeitsbienen und keine Königinnen mehr erzeugt werden, sondern nur Drohnen. Allein ein solcher Bienenstock ist natürlich nicht zu gebrauchen.

[ 19 ] It does happen from time to time that a queen is not fertilized, yet she still lays viable eggs. The queen does not necessarily need to be fertilized; she lays eggs anyway. Among bees—and to some extent among other insects as well—this is called virgin brood, because the queen is unfertilized. The scientific term for this is parthenogenesis. But only drones hatch from the eggs that are laid now! No more worker bees or queens emerge from them. So if the queen is not fertilized, no more worker bees or queens can be produced—only drones. Naturally, a beehive like that is of no use.

[ 20 ] Sie sehen also, bei der Jungfernbrut entsteht nur das andere Geschlecht, nie dasselbe Geschlecht. Das ist eine sehr interessante Tatsache, und es ist überhaupt wichtig für den ganzen Haushalt der Natur, daß die Befruchtung notwendig ist, damit dasselbe Geschlecht entsteht - bei den niederen Tieren natürlich, nicht bei den höheren. Aber da ist es eben doch so, daß bei den Bieneneiern nur Drohnen entstehen, wenn keine Befruchtung eintritt.

[ 20 ] So you see, in virgin brood, only the opposite sex is produced, never the same sex. This is a very interesting fact, and it is, in general, important for the entire balance of nature that fertilization is necessary for the same sex to be produced—among lower animals, of course, not among higher ones. But the fact remains that, in the case of bee eggs, only drones develop if fertilization does not occur.

[ 21 ] Die Befruchtung ist überhaupt etwas ganz Besonderes bei den Bienen. Da geht das nicht so vor sich, daß eine Art von Hochzeitsbett vorhanden wäre und man sich zurückzöge während der Befruchtung, sondern das geht ganz anders vor sich. Da wird gerade mit der Befruchtung in die Öffentlichkeit gegangen, in die vollste Sonne, und zwar, was sehr merkwürdig erscheint, zunächst so hoch als möglich. Die Königin fliegt so hoch als möglich der Sonne entgegen, zu der sie gehört. Ich habe Ihnen das geschildert. Und die Drohne, die noch überwinden kann ihre Erdenkräfte denn die Drohnen haben sich mit den Erdenkräften vereinigt —, die noch am höchsten fliegen kann, die kann ganz oben in der Luft befruchten. Dann kommt die Königin wieder zurück und legt ihre Eier. Also Sie sehen, die Bienen haben kein Hochzeitsbett, sie haben einen Hochzeitsflug, und streben gerade, wenn sie die Befruchtung haben wollen, möglichst der Sonne entgegen. Es ist ja auch wohl so, daß man gutes Wetter braucht zum Hochzeitsflug, also die Sonne wirklich braucht, denn bei schlechtem Wetter geht das ja nicht vor sich.

[ 21 ] Mating is something quite special among bees. It doesn't happen in the sense that there is a sort of “wedding bed” where they retreat during mating; rather, it takes place in a completely different way. Instead, they go out into the open—into the fullest sunlight—with the fertilization taking place, and, as seems very strange, they first fly as high as possible. The queen flies as high as possible toward the sun, to which she belongs. I have described this to you. And the drone—which can still overcome its earthly forces, for the drones have united with the earthly forces—the one that can fly the highest is the one that can fertilize her right up in the air. Then the queen returns and lays her eggs. So you see, the bees do not have a nuptial chamber; they have a nuptial flight, and when they wish to be fertilized, they strive to fly toward the sun as much as possible. It is certainly true that good weather is needed for the nuptial flight—that is, the sun is truly necessary—because in bad weather, this simply does not take place.

[ 22 ] Alles das zeigt Ihnen, wie verwandt die Königin mit der Sonne bleibt. Und wenn nun auf diese Weise die Befruchtung eintritt, dann werden Arbeiterinnen in den entsprechenden Arbeiterinnenzellen erzeugt; zunächst - wie Ihnen ja gut beschrieben worden ist durch Herrn Müller — entstehen die kleinen Maden und so weiter, und die entwickeln sich dann in einundzwanzig Tagen zu Arbeiterinnen. In diesen sackförmigen Zellen entwickelt sich dann eine Königin.

[ 22 ] All of this shows you just how closely the queen is connected to the sun. And when fertilization occurs in this way, worker bees are produced in the corresponding worker cells; first—as Mr. Müller has described so well—the small larvae form, and so on, and they then develop into worker bees in twenty-one days. A queen then develops in these sac-shaped cells.

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[ 23 ] Um nun das Weitere einzusehen, muß ich Ihnen etwas sagen, was Sie ja natürlich zunächst etwas zweifelhaft aufnehmen werden, weil man dazu eben ein genaueres Studium braucht. Aber es ist doch so. Das weitere nämlich muß ich daran anknüpfen, daß ja nun die Arbeitsbiene, wenn sie reif geworden ist, fertig geworden ist, ausfliegt und an die Blumen, an die Bäume heranfliegt, mit ihren Fußkrallen sich ansetzen kann (es wird gezeichnet), und dann kann sie Honig aufsaugen und Blütenstaub sammeln. Den Blütenstaub, den trägt sie auf dem Körper, wo sie ihn absetzt. Das ist eine besondere Vorrichtung, die sogenannten Bürstchen an den Hinterbeinen, wo sie ihn absetzen kann. Aber den Honig saugt sie ein mit ihrem Saugrüssel. Ein Teil davon dient ihr zur eigenen Nahrung, aber den größten Teil behält sie in ihrem Honigmagen. Den speit sie wiederum aus, wenn sie zurückkommt. Also wenn wir Honig essen, dann essen wir ja in Wirklichkeit das Bienengespeie. Dessen müssen wir uns ja wirklich klar sein. Aber es ist ein sehr reinliches und süßes Gespei, was sonst das Gespei nicht ist, nicht wahr. Also sehen Sie, da sammelt die Biene dasjenige, was sie zum Fressen oder zu den Vorräten, zum Verarbeiten, zum Wachs und so weiter braucht.

[ 23 ] To understand what follows, I must tell you something that you will, of course, initially view with some skepticism, because it requires a more detailed study. But it is true. I must build on this: once the worker bee has matured and is ready, she flies out and approaches the flowers and trees, clinging to them with her leg claws (as shown in the drawing), and then she can suck up nectar and collect pollen. She carries the pollen on her body, where she deposits it. This is done via a special structure—the so-called bristles on her hind legs—where she can deposit it. But she sucks up the honey with her proboscis. Part of it serves as her own food, but she stores most of it in her honey stomach. She regurgitates this again when she returns. So when we eat honey, we’re actually eating the bee’s regurgitated food. We really need to be clear about that. But it’s a very clean and sweet regurgitation—which regurgitation usually isn’t, is it? So you see, the bee collects what it needs for food, for stores, for processing, for wax, and so on.

[ 24 ] Jetzt müssen wir uns fragen: Wodurch findet sich denn die Biene zu der Blume hin? - Sie geht mit einer ungeheuren Sicherheit an die Blume heran. Das kann man sich gar nicht erklären, wenn man auf die Augen der Biene sieht. Die Biene, die Arbeitsbiene - die Drohnen haben etwas gröRere Augen - hat zwei kleine Augen an den Seiten und drei ganz winzige Augen an der Stirn (es wird gezeichnet). Die Drohnen haben etwas gröRere Augen. Wenn man diese Augen bei der Arbeitsbiene prüft, dann kommt man darauf, daß sie sehr wenig sehen können, und die drei kleinen, winzigen Augen können zunächst überhaupt nichts sehen. Das ist das Merkwürdige, daß die Biene eigentlich nicht durch das Sehen an die Blume hinkommt, sondern durch etwas dem Geruch Ähnliches. Sie tastet sich nach dem Geruch fort und trifft dadurch auf die Blume auf. So daß eigentlich eine gewisse Empfindung, die so zwischen Geruch und Geschmack drinnensteht, die Biene zu der Blume hinführt. Die Biene schmeckt eigentlich schon Blütenstaub und Honig, wenn sie hinfliegt. Schon von der Ferne schmeckt sie es. Das ist dasjenige, was die Biene eigentlich dazu bewegt, die Augen gar nicht zu gebrauchen.

[ 24 ] Now we must ask ourselves: How does the bee find its way to the flower? — It approaches the flower with incredible precision. This is something we simply cannot explain by looking at the bee’s eyes. The bee—the worker bee; the drones have slightly larger eyes—has two small eyes on the sides and three very tiny eyes on its forehead (a drawing is shown). The drones have slightly larger eyes. If you examine these eyes on the worker bee, you realize that they can see very little, and the three small, tiny eyes can’t see anything at all at first. The curious thing is that the bee doesn’t actually find its way to the flower through sight, but through something similar to smell. It feels its way forward guided by the scent and thus encounters the flower. So, in fact, a certain sensation—somewhere between smell and taste—leads the bee to the flower. The bee actually tastes the pollen and honey as it flies toward them. It can taste them even from a distance. That is what actually motivates the bee to not use its eyes at all.

[ 25 ] Jetzt stellen Sie sich recht klar einmal folgendes vor. Denken Sie sich also, eine Königin ist geboren worden, ist im Bereich der Sonne geboren worden, hat dann die Sonnenwirkung nicht ganz ausgekostet, sondern ist gewissermaßen bei der Sonnenwirkung geblieben. Ein ganzes Arbeitsbienenheer hat zwar die Sonnenwirkung noch weiter mitgemacht, aber ist nicht zur Erdenentwickelung übergegangen. Jetzt fühlen sich diese Arbeitsbienen mit der Königin verbunden; nicht deshalb, weil sie etwa unter derselben Sonne waren, sondern weil sie überhaupt in der Sonnenentwikkelung drinnengeblieben sind, fühlen sie sich mit ihr verbunden. Sie haben sich in ihrer Entwickelung nicht von der Entwickelung der Königin getrennt. Die Drohnen, die gehören nicht dazu. Die haben sich getrennt.

[ 25 ] Now create a very clear mental image of the following. Picture this: a queen was born—born within the realm of the sun—but she did not fully experience the sun’s influence; rather, she remained, so to speak, under its influence. An entire army of worker bees did indeed continue to participate in the sun’s influence, but did not transition to earthly development. Now these worker bees feel connected to the queen; not because they were under the same sun, but because they remained within the sun’s development, they feel connected to her. They have not separated themselves in their development from the queen’s development. The drones, however, do not belong to this group. They have separated themselves.

[ 26 ] Aber nun tritt folgendes ein. Wenn eine neue Königin entsteht, muß der Hochzeitsflug stattgefunden haben. Das Tier, die Königin, ist in die Sonne herausgekommen. Eine neue Königin ist entstanden. Da tritt für die ganze Menge der Arbeitsbienen, die sich mit der alten Königin verbunden fühlen, etwas sehr Eigentümliches ein. Die kleinen, winzigen Augen werden sehend, wenn eine neue Königin geboren wird. Das können die Bienen nicht ertragen. Sie können nicht ertragen, daß dasselbe, was sie sind, von anderswo herkommt. Die drei kleinen Augen am Kopf, diese drei kleinen winzigen Augen, die sind bei den Arbeitsbienen ganz von innen heraus gebildet, sind von dem inneren Bienenblut und so weiter durchzogen. Sie sind nicht der äußeren Sonnenwirkung ausgesetzt gewesen. Dadurch, daß nun die neue Königin, die aus der Sonne herausgeboren ist, Sonnenlicht in den Bienenstock hineinbringt mit ihrem eigenen Körper, werden diese Bienen mit ihren kleinen Augen jetzt plötzlich, ich möchte sagen, hellsehend, können dieses Licht von der neuen Königin nicht vertragen. Jetzt fängt der ganze Schwarm an zu schwärmen. Es ist etwas wie Furcht vor der neuen Königin, wie wenn sie geblendet würden. Es ist geradeso, wie wenn man zur Sonne hinaufschaut. Daher schwärmen sie aus. Und man muß wiederum den Bienenstock begründen mit der alten Königin, wenigstens auf den Zusammenhalt von den meisten Arbeitsbienen, die noch mit der alten Königin zusammengehören. Die neue Königin muß sich neues Volk erwerben.

[ 26 ] But now the following happens. When a new queen is born, the nuptial flight must have taken place. The creature—the queen—has emerged into the sunlight. A new queen has been born. At that moment, something very peculiar happens to the entire colony of worker bees, who feel a bond with the old queen. Their small, tiny eyes become able to see when a new queen is born. The bees cannot bear this. They cannot bear that something identical to themselves comes from elsewhere. The three small eyes on the head—these three tiny eyes—are formed entirely from within the worker bees; they are permeated by the bees’ inner life force and so on. They have not been exposed to the sun’s external rays. Because the new queen, born of the sun, now brings sunlight into the hive with her own body, these bees with their tiny eyes suddenly become—I would say—clairvoyant and cannot tolerate this light from the new queen. Now the entire swarm begins to swarm. It is something like fear of the new queen, as if they were being blinded. It is just like looking up at the sun. That is why they swarm out. And one must reestablish the hive with the old queen, at least to maintain the cohesion of most of the worker bees who still belong to the old queen. The new queen must acquire a new colony.

[ 27 ] Es bleibt ja Volk zurück, aber das ist eben dasjenige, das unter anderen Bedingungen geboren ist. Aber der Grund, warum die Bienen ausschwärmen, der liegt eben darin, daß sie die neue Königin, die neue Sonnenwirkung hereinbringt, nicht ertragen.

[ 27 ] There are, of course, bees left behind, but these are the ones that were born under different conditions. The reason the bees swarm, however, is precisely because they cannot tolerate the new queen, who brings with her the new influence of the sun.

[ 28 ] Jetzt können Sie fragen: Aber wie werden denn die Bienen so empfindlich gegen diese neue Sonnenwirkung? — Meine Herren, da ist etwas sehr Merkwürdiges vorhanden. Sie wissen ja vielleicht, daß es manchmal unangenehm werden kann, die Begegnung mit einer Biene zu machen. Sie sticht einen. Und wenn man ein so großes Wesen ist wie der Mensch, dann bekommt man höchstens eine entzündliche Hautstelle und so weiter, aber es bleibt immerhin unangenehm. Die kleinen Tiere, die sterben sogar daran. Das rührt davon her, daß die Biene einen Stachel hat, der eigentlich eine Röhre ist. In dieser Röhre bewegt sich so etwas wie ein Kolben auf und ab, und der geht zurück bis zur Giftblase, so daß Gift ausströmen kann.

[ 28 ] Now you might ask: But how did the bees become so sensitive to this new effect of the sun? — Gentlemen, there is something very strange going on here. As you may know, encountering a bee can sometimes be unpleasant. It stings you. And when you’re as large a creature as a human, you might end up with nothing more than a red, inflamed patch of skin or something similar, but it’s still unpleasant. The small creatures, however, actually die from it. This is because the bee has a stinger that is actually a tube. Inside this tube, something like a piston moves up and down, extending all the way back to the venom sac, allowing venom to be released.

[ 29 ] Dieses Gift, das demjenigen, der ihm begegnet, recht unangenehm werden kann, ist für die Bienen außerordentlich wichtig. Der Biene ist es gar nicht einmal so stark angenehm, dieses Gift beim Stechen abgeben zu müssen; aber sie gibt es ab aus dem Grunde, weil sie überhaupt allen äußeren Einfluß nicht gut ertragen kann. Sie will in sich bleiben. Sie will beider Welt ihres Stockes bleiben, und jeden äußeren Einfluß empfindet sie als etwas Störendes. Den wehrt sie dann ab mit ihrem Gift. Aber das Gift hat fortwährend eine andere Bedeutung noch. Dieses Gift ist bei der Biene so, daß es immer in ganz kleinen, winzigen Mengen in den ganzen Bienenkörper übergeht. Und ohne dieses Gift könnte die Biene überhaupt nicht bestehen. Und wenn man die Arbeitsbiene betrachtet, so muß man sich sagen, daß sie mit ihren kleinen, winzigen Augen nicht sehen kann. Das beruht darauf, daß das Gift fortwährend in diese kleinen, winzigen Augen auch hineingeht. Dieses Gift, das wird nämlich in dem Augenblicke beeinträchtigt, wo die neue Königin, die neue Sonnenwirkung, da ist. Da bleibt das Gift nicht mehr wirksam. Da werden die Augen plötzlich sehend. So daß es die Biene eigentlich ihrem Gift verdankt, wie sie fortwährend ist, daß sie eigentlich fortwährend sozusagen in einer Dämmerung lebt.

[ 29 ] This venom, which can be quite unpleasant for anyone who encounters it, is extremely important to bees. It is not even particularly pleasant for the bee to have to release this venom when stinging; but she does so because she cannot tolerate any external influence at all. She wants to remain within herself. She wants to remain in the world of her hive, and she perceives every external influence as a disturbance. She then fends it off with her venom. But the venom also has another, ongoing significance. In the bee, this venom constantly permeates her entire body in very small, minute quantities. And without this venom, the bee could not survive at all. And when one observes the worker bee, one must realize that she cannot see with her small, tiny eyes. This is because the venom constantly enters these small, tiny eyes as well. This venom, in fact, is compromised the moment the new queen—the new influence of the sun—is present. The venom is no longer effective then. The eyes suddenly gain the ability to see. So the bee actually owes its very existence to its venom—the fact that it lives, so to speak, in a state of perpetual twilight.

[ 30 ] Und wenn ich Ihnen das bildlich beschreiben soll, was die Bienen erleben, wenn eine neue Königin auskriecht aus einer solchen sackförmigen Zelle, da müßte ich sagen: So ein Bienlein, das lebt immer in der Dämmerung, tastet sich fort mit einem Geruchs-Geschmack, mit etwas, was zwischen Geruch und Geschmack in der Mitte drinnen ist, tastet sich fort, lebt in der Dämmerung, und die ist ihm angemessen. Wenn aber die neue Königin kommt, dann ist es geradeso, wie wenn wir im Juni im Finstern gehen und die Johanniskäferchen leuchten. So leuchtet die neue Königin dem Bienenschwarm, weil das Gift nicht mehr stark genug wirkt, um sie in sich zu erhalten. Die Biene braucht Abschluß von der Welt, Dämmerungsabschluß von der Welt. Den hat sie auch, wenn sie ausfliegt, weil sie eben mit ihrem Gift sich in sich halten kann. Sie braucht dann das Gift, wenn sie fürchtet, daß irgendwie von außen ein Einfluß kommt. Der Bienenstock will ganz in sich sein.

[ 30 ] And if I were to describe to you, in figurative terms, what the bees experience when a new queen emerges from such a sac-shaped cell, I would have to say: Such a little bee, which always lives in the twilight, feels its way along with a sense of smell and taste—with something that lies midway between smell and taste—feels its way along, lives in the twilight, and that suits her just fine. But when the new queen arrives, it is just as if we were walking in the dark in June and the fireflies were glowing. That’s how the new queen glows to the swarm, because the venom is no longer strong enough to keep her contained within herself. The bee needs a separation from the world—a twilight separation from the world. It has this when it flies out, precisely because it can sustain itself with its venom. It needs the venom then when it fears that some influence might come from outside. The beehive wants to be entirely within itself.

[ 31 ] Damit die Königin im Sonnenbereich bleiben kann, darf sie auch nicht in einer solchen eckigen Zelle sein, sondern sie muß in einer rundlich geformten Zelle sein. Da bleibt sie eben unter dem Einfluß der Sonne.

[ 31 ] To ensure that the queen can remain in the sunlit area, she must not be in a square cell, but rather in a round cell. That way, she remains under the sun's influence.

[ 32 ] Und sehen Sie, meine Herren, da kommen wir auf etwas, was tatsächlich macht, daß jeden Menschen die Bienenzucht außerordentlich interessieren muß. In dem Bienenstock drinnen geht es nämlich im Grunde genommen geradeso zu, nur mit ein bißchen Veränderung, wie im eigenen Menschenkopf. Nur daß im eigenen Menschenkopf die Substanzen nicht so auswachsen. Nicht wahr, im Menschenkopf drinnen haben wir Nerven, Blutgefäße und dann auch einzeln liegende sogenannte Eiweißzellen, die rundlich bleiben. Die sind auch immer irgendwo drinnen. Da haben wir auch dreierlei drinnen im Menschenkopfe. Die Nerven bestehen aber auch aus einzelnen Zellen, die nur, weil sie von allen Seiten von der Natur bedeckt sind, sich nicht ganz auswachsen zu Tieren; sie wollen aber eigentlich Tiere werden, diese Nerven, wollen auch kleine Tiere werden. Und wenn sich die Nervenzellen des menschlichen Kopfes nach allen Seiten würden entwickeln können unter denselben Bedingungen wie der Bienenstock, dann würden die Nervenzellen Drohnen werden. Die Blutzellen, die in den Adern fließen, würden Arbeitsbienen werden. Und die Eiweißzellen, die besonders im Mittelkopf vorhanden sind, die machen die kürzeste Entwickelung durch, die lassen sich der Königin vergleichen. So daß wir im Menschenkopf drinnen dieselben drei Kräfte haben.

[ 32 ] And you see, gentlemen, this brings us to something that truly makes beekeeping a subject of extraordinary interest to everyone. Inside the beehive, things basically work the same way—with just a few differences—as they do inside the human brain. Except that in our own human heads, these substances don’t develop to the same extent. Isn’t that right? Inside the human head, we have nerves, blood vessels, and then also individual so-called protein cells that remain roundish. They’re always located somewhere inside. So we have three kinds of things inside the human head. But the nerves also consist of individual cells that—simply because they are covered on all sides by nature—do not fully develop into animals; yet these nerves actually want to become animals, they want to become small animals as well. And if the nerve cells in the human head were able to develop in all directions under the same conditions as in the beehive, then the nerve cells would become drones. The blood cells flowing through the veins would become worker bees. And the protein cells, which are found particularly in the middle head, undergo the shortest development; they can be compared to the queen. So we have these same three forces inside the human head.

[ 33 ] Nun, die Arbeitsbienen, die bringen das, was sie an den Pflanzen sammeln, nach Hause, verarbeiten es in ihrem eigenen Körper zu Wachs und machen da diesen ganzen wunderbaren Zellenaufbau. Meine Herren, das machen die Blutzellen des menschlichen Kopfes auch! Die gehen vom Kopf in den ganzen Körper. Und wenn Sie sich zum Beispiel einen Knochen ansehen, ein Knochenstück ansehen, so sind da überall diese sechseckigen Zellen drinnen. Das Blut, das in dem Körper herumzirkuliert, das verrichtet dieselbe Arbeit, die die Bienen im Bienenstock verrichten. Nur, nicht wahr, bei den anderen Zellen, bei den Muskeln, wo es auch noch ähnlich ist - denn die Muskelzellen sind auch ähnlich den Wachszellen der Bienen -, da lösen sie sich zu bald auf, sind auch noch weich; da bemerkt man es nicht so. An den Knochen bemerkt man es sehr gut, wenn man es studiert. So daß das Blut auch die Kräfte hat, die eine Arbeitsbiene hat.

[ 33 ] Well, the worker bees bring home what they collect from the plants, process it into wax inside their own bodies, and build all these wonderful honeycomb structures. Gentlemen, the blood cells in the human head do the same thing! They travel from the head throughout the entire body. And if you look at a bone, for example—a piece of bone—you’ll see these hexagonal cells everywhere inside it. The blood that circulates throughout the body performs the same work that the bees perform in the hive. Except—don’t you see—with the other cells, such as the muscles, where the situation is similar—since muscle cells are also similar to the bees’ wax cells—they dissolve too quickly and are still soft; so you don’t notice it as much there. You can see it very clearly in the bones if you study them. So the blood also possesses the same powers as a worker bee.

[ 34 ] Ja, meine Herren, Sie können das sogar im Zusammenhang mit der Zeit studieren. Diejenigen Zellen, die Sie zuerst beim menschlichen Embryokeim entwickelt finden und die dann bleiben, die Eiweißzellen, das sind diejenigen Zellen, die schon in den frühesten Entwickelungszeiten des Embryo vorhanden sind. Die anderen, die Blutzellen, die entstehen etwas später, und zuletzt entstehen die Nervenzellen. Gerade so, wie es im Bienenstock drinnen geschieht! Nur daß der Mensch sich einen Leib aufbaut, der scheinbar zu ihm gehört, und die Biene baut auch einen Leib: das sind die Waben, die Zellen. Mit diesem Wachsbau geschieht dasselbe wie in unserem Körper drinnen, nur daß man da nicht mehr so leicht nachweisen kann, daß eigentlich die Blutzellen das aus einer Art von Wachs heraus machen. Aber wir sind selber aus einer Art von Wachs heraus gemacht, wie die Bienen die Waben im Korbe drinnen oder in der Kiste formen. So daß das so ist: Der Mensch hat einen Kopf, und der Kopf arbeitet an dem großen Leibe, der eigentlich der Bienenstock ist; und der Bienenstock, der enthält gerade in dem Zusammenhang zwischen der Königin und den Arbeitsbienen denselben Zusammenhang, den die Eiweißzellen, die rund bleiben, mit dem Blut haben. Und die Nerven, die werden fortwährend ruiniert. Die Nerven werden fortwährend abgenutzt, denn unser Nervensystem nutzen wir ab. Wir führen in unserem Inneren nicht sogleich eine Nervenschlacht aus - da würden wir ja jedes Jahr sterben -, wie die Bienen eine Drohnenschlacht; aber trotzdem werden unsere Nerven mit jedem Jahr schwächer. Und an den schwächer werdenden Nerven stirbt der Mensch eigentlich. Wir können dann den Körper nicht mehr so empfinden, und der Mensch stirbt eigentlich immer daran, daß er seine Nerven abnützt.

[ 34 ] Yes, gentlemen, you can even study this in relation to time. The cells that you first find developing in the human embryonic germ and that then remain—the protein cells—are the ones that are already present in the earliest stages of the embryo’s development. The others—the blood cells—develop somewhat later, and the nerve cells develop last. Just as it happens inside a beehive! Except that humans build a body that seemingly belongs to them, and the bee also builds a body: these are the honeycombs, the cells. The same process occurs with this wax structure as inside our own bodies, except that it is not so easy to demonstrate there that the blood cells actually form it from a kind of wax. But we ourselves are made from a kind of wax, just as the bees form the honeycombs inside the hive or in the box. So it is like this: A human being has a head, and the head works on the large body, which is actually the beehive; and the beehive, particularly in the relationship between the queen and the worker bees, contains the same relationship that the protein cells—which remain round—have with the blood. And the nerves—they are constantly being ruined. The nerves are constantly being worn down, because we wear down our nervous system. We do not immediately wage a battle of the nerves within ourselves—otherwise we would die every year—as the bees do in a drone battle; but nevertheless, our nerves grow weaker with each passing year. And it is actually the weakening of the nerves that causes a person to die. We can then no longer perceive the body as we once did, and a person actually always dies because they wear out their nerves.

[ 35 ] Wenn Sie jetzt den Kopf, der eigentlich den Bienenstock darstellt, anschauen, dann finden Sie, daß in diesem Menschenkopf alles geschützt ist. Und wenn man von außen etwas heranbringt, dann ist das eine furchtbare Verletzung. Das verträgt der Kopf nicht. Diesen Vorgang bei der Entstehung der neuen Königin verträgt auch der Bienenstock nicht, geht lieber fort, als daß er mit dieser neuen Königin zusammen sein muß.

[ 35 ] If you now look at the head, which actually represents the beehive, you will find that everything inside this human head is protected. And if something is brought in from the outside, it is a terrible violation. The head cannot tolerate this. Nor can the beehive tolerate this process during the emergence of the new queen; it would rather leave than have to be with this new queen.

[ 36 ] Gerade aus diesem Grunde ist es, daß die Bienenzucht immer als etwas ungeheuer Bedeutsames angesehen worden ist. Nicht wahr, der Mensch nimmt 20 Prozent von dem Honig den Bienen weg, und man kann schon sagen: Dieser Honig ist den Menschen außerordentlich nützlich, denn der Mensch kriegt sonst mit seiner Nahrung sehr wenig Honig, weil der Honig sehr verteilt ist in kleinen Mengen bei den Pflanzen. Sonst kriegen wir winzige Honigmengen in uns. Wir haben ja auch «Bienen» in uns, nämlich unser Blut. Das trägt schon diesen Honig in die verschiedenen Teile des Körpers. Aber dieser Honig, der ist es ja, den die Biene braucht, um Wachs zu machen, aus dem sie den Körper, den Wabenbau des Bienenstockes machen kann.

[ 36 ] It is precisely for this reason that beekeeping has always been regarded as something of immense importance. Isn’t it true that humans take 20 percent of the honey from the bees, and one can certainly say: This honey is extraordinarily useful to humans, because otherwise humans would consume very little honey in their diet, since honey is distributed in very small quantities among plants. Otherwise, we would only ingest tiny amounts of honey. We also have “bees” within us—namely, our blood. It carries this honey to the various parts of the body. But this honey is precisely what the bee needs to make wax, from which it can construct the body of the hive—the honeycomb structure.

[ 37 ] Auf uns Menschen, besonders wenn wir alt werden - beim Kind ist es die Milch, die so wirkt -, dann wirkt der Honig in einer außerordentlich günstigen Weise auf uns. Er fördert nämlich unsere körperliche Gestaltung. Daher ist Leuten, die alt geworden sind, der Honig außerordentlich zu empfehlen. Nur soll man sich daran nicht überessen. Überißt man sich daran, genießt man ihn nicht als eine Zutat nur, dann bildet man zuviel Gestaltung daraus. Dann wird die Gestaltung spröde und man bekommt allerlei Krankheiten. Nun, ein gesunder Mensch verspürt, wieviel er essen kann. Und dann ist insbesondere für Leute, die älter werden, der Honig ein außerordentlich gesundes Nahrungsmittel, weil er eigentlich unserem Körper Festigkeit gibt, richtig Festigkeit gibt.

[ 37 ] For us humans—especially as we grow older (for children, it is milk that has this effect)—honey has an extraordinarily beneficial effect on us. It actually promotes our physical well-being. Therefore, honey is highly recommended for people who have grown old. However, one should not overeat it. If you overindulge in it—if you don’t enjoy it merely as an ingredient—it will lead to excessive physical formation. Then the body becomes brittle, and you’ll develop all sorts of illnesses. Well, a healthy person knows how much they can eat. And so, especially for people as they grow older, honey is an exceptionally healthy food because it actually gives our bodies strength—real strength.

[ 38 ] Wenn man daher auch bei rachitischen Kindern diese Regel befolgen würde — nicht wahr, zuerst, in den allerersten Wochen, wo die Kinder eigentlich nur von Milch leben müßten, darf man das nicht tun, denn da wirkt der Honig noch nicht -, wenn man aber wirklich richtig dosiert, gerade dem rachitischen Kinde, wenn es so neun, zehn Monate alt geworden ist, Honig geben würde und es dann diese Honigdiät machen lassen würde bis zum dritten, vierten Jahre, dann würde die Rachitis, die englische Krankheit, nicht so schlimm sein können, als sie ist, weil die Rachitis darin besteht, daß der Körper zu weich bleibt, in sich zusammensinkt. Aber der Honig enthält in sich die Kraft, dem Menschen Gestalt zu geben, Festigkeit zu geben. Diese Zusammenhänge müssen eben durchaus eingesehen werden. So daß man sagen kann: Eigentlich müßte der Honig-, der Bienenzucht, noch viel, viel mehr Aufmerksamkeit zugewendet werden, als ihr zugewendet wird.

[ 38 ] If, therefore, one were to follow this rule even with children suffering from rickets—though, of course, not at first, during the very first weeks, when the children should really be living on milk alone, because honey isn’t effective yet—but if one were to administer it in just the right dosage, specifically to a child with rickets, once the child is about nine, ten months old, and then let them follow this honey diet until they are three or four years old, then rickets—the English disease—would not be as severe as it is, because rickets consists of the body remaining too soft and collapsing in on itself. But honey contains within itself the power to give the human being form and strength. These connections must be fully understood. So that one can say: Actually, honey—and beekeeping—should be given much, much more attention than they currently receive.

[ 39 ] Es ist auch noch das Folgende möglich. In der Natur ist nämlich ein merkwürdiger Zusammenhang zwischen allem. Da sind diejenigen Gesetze, die der Mensch mit dem gewöhnlichen Verstande nicht durchschaut, eigentlich die allerwichtigsten. Nicht wahr, diese Gesetze wirken nur so, daß sie immer ein kleines bißchen Freiheit lassen. So ist es zum Beispiel bei den Geschlechtern auf der Erde. Es entstehen nicht ganz gleich viel Männer und Frauen auf der Erde, aber ungefähr gleich viele. Über die ganze Erde hin ist es ungefähr gleich. Das wird durch die Naturweisheit selber bewirkt. Wenn einmal die Geschichte kommen würde — ich glaube, ich habe es Ihnen schon gesagt -, daß die Menschen das Geschlecht willkürlich erzeugen könnten, dann würde die Sache gleich in Unordnung kommen. Nun, es ist ja auch so: Wenn zum Beispiel in irgendeiner Gegend durch wilde Kriege die Bevölkerung dezimiert ist, so wird sie nachher fruchtbarer. In der Natur also wirkt jeder Mangel in eine entgegengesetzte Kraft hinein.

[ 39 ] The following is also possible. In nature, there is a remarkable connection between everything. The laws that humans cannot fathom with their ordinary intellect are actually the most important ones. Isn’t it true that these laws operate in such a way that they always leave a little bit of freedom? Take, for example, the sexes on Earth. Not quite the same number of men and women are born on Earth, but roughly the same number. Across the entire Earth, it is roughly equal. This is brought about by the wisdom of nature itself. If—as I believe I have already told you—a time were to come when humans could arbitrarily determine their sex, things would immediately fall into disorder. Well, it’s also true that if, for example, the population in a certain region is decimated by fierce wars, it subsequently becomes more fertile. In nature, therefore, every deficiency gives rise to a counteracting force.

[ 40 ] Nun ist es auch so, daß, wenn irgendwo in einer Gegend die Bienen sich Honig suchen, sie dann ja natürlich den Honig von den Pflanzen wegnehmen. Aber sie nehmen den Honig weg von den Pflanzen, die man sonst auch braucht, die uns allerlei Früchte geben und dergleichen. Und das Eigentümliche ist, daß in Gegenden, wo Bienenzucht ist, auch die Obstbäume und Ähnliches besser gedeihen als in Gegenden, wo keine Bienenzucht ist. Also wenn die Bienen den Honig wegnehmen von den Pflanzen, wird die Natur nicht müßig, sondern sie erzeugt mehr solche fruchtbaren Pflanzen. So daß also der Mensch nicht nur vom Honig, den die Bienen geben, etwas hat, sondern daß ihm dann auch wiederum etwas von den Pflanzen gebracht wird, die von den Bienen besucht werden. Das ist ein Gesetz, in das man wirklich recht gut hineinschauen kann und das wichtig ist.

[ 40 ] Now, it’s also true that when bees are foraging for honey somewhere in an area, they naturally take the honey from the plants. But they take the honey from plants that we also need—plants that give us all kinds of fruits and the like. And the interesting thing is that in areas where beekeeping takes place, fruit trees and similar plants thrive better than in areas where there is no beekeeping. So when the bees take the honey from the plants, nature does not stand idle, but instead produces more of these fruitful plants. Thus, humans not only benefit from the honey the bees provide, but also receive benefits from the plants that the bees visit. This is a law that is truly easy to understand and that is important.

[ 41 ] Nun, mit alledem hängt es aber zusammen, daß, wenn man so diese Sachen durchschaut, man sagen kann: In dem ganzen Wesen eines Bienenzusammenhanges, eines Organismus, ist schon etwas, in das von der Natur eine ganz wunderbare Weisheit hineingelegt ist. - Die Bienen stehen schon unter Naturkräften, die außerordentlich wichtig und wirklich wunderbar sind. Daher bekommt man eine gewisse Scheu davor, hineinzutapsen in diese Naturkräfte.

[ 41 ] Well, all of this is connected to the fact that, when one really understands these things, one can say: In the very essence of a bee colony—an organism—there is something into which nature has imbued a truly wondrous wisdom. - Bees are subject to natural forces that are extraordinarily important and truly marvelous. That is why one feels a certain reluctance to meddle with these natural forces.

[ 42 ] Die Dinge stellen sich nämlich heute noch immer so heraus, daß, wo der Mensch hineintapst in die Naturkräfte, er die Dinge nicht besser macht, sondern schlechter. Aber er macht es nicht gleich schlechter, sondern es ist schon so, daß die Natur überall Hindernisse hat. Trotz der Hindernisse wirkt sie in der besten Weise, wie sie kann. Gewisse Hindernisse, die kann der Mensch schon hinwegräumen, und damit kann er auch der Natur manches erleichtern. Und er erleichtert zum Beispiel der Natur ja wirklich in der Bienenzucht anscheinend dadurch sehr viel, daß er nicht die alten Bienenkörbe, sondern die neueren Bienenkisten benützt, die bequem eingerichtet sind und so weiter.

[ 42 ] The fact is that even today, whenever humans meddle with the forces of nature, they do not make things better, but worse. But they do not make things worse immediately; rather, it is simply the case that nature faces obstacles everywhere. Despite these obstacles, nature works as best as it can. There are certain obstacles that humans can indeed remove, and in doing so, they can also make things easier for nature in many ways. And, for example, in beekeeping, humans apparently make things much easier for nature by using the newer beehives—which are comfortably equipped and so on—instead of the old beehives.

[ 43 ] Aber nun kommt dieses Kapitel mit der künstlichen Bienenzucht. Sie dürfen nicht glauben, meine Herren, daß ich nicht einsehen würde, auch von gar nicht geisteswissenschaftlichem Standpunkte, daß natürlich die künstliche Bienenzucht zunächst im ersten Anhub etwas für sich hat, denn es wird natürlich manches erleichtert; aber dieses starke Zusammenhalten, ich möchte sagen, einer Bienengeneration, einer Bienenfamilie, das wird dadurch doch auf die Dauer beeinträchtigt werden. Man wird heute noch allgemein die künstliche Bienenzucht, wenn alle die Vorsichtsmaßregeln getroffen werden, die Herr Müller ausgeführt hat, natürlich in gewisser Beziehung nur loben können. Aber wie die Sachen in fünfzig oder achtzig Jahren sind, das muß abgewartet werden, denn da werden einfach gewisse Kräfte, die bisher im Bienenschwarm organisch wirkten, mechanisiert, die werden mechanisch gemacht. Es ist nicht mehr jene innige Verwandtschaft herzustellen zwischen der gekauften Bienenkönigin und den Arbeitsbienen, wie sie sich herstellt, wenn die Bienenkönigin von der Natur selber da ist. Aber in der allerersten Zeit macht sich so etwas noch nicht geltend.

[ 43 ] But now we come to this chapter on artificial beekeeping. Gentlemen, do not think that I fail to recognize—even from a perspective entirely unrelated to Spiritual Science—that artificial beekeeping certainly has its merits, at least in the initial stages, since it naturally makes many things easier; but this strong cohesion—I would say—of a generation of bees, of a bee colony, will ultimately be compromised by it. Today, provided all the precautions outlined by Mr. Müller are taken, one can of course only praise artificial beekeeping to a certain extent. But we must wait and see how things will be in fifty or eighty years, for by then certain forces that have hitherto acted organically within the bee swarm will simply be mechanized—they will be made mechanical. It is no longer possible to establish that intimate bond between the purchased queen bee and the worker bees, as occurs when the queen bee is produced by nature itself. But in the very early stages, this is not yet a factor.

[ 44 ] Selbstverständlich würde ich durchaus nicht wollen, daß eine fanatische Bewegung gegen die künstliche Bienenzucht eingeleitet werden soll. Solche Sachen kann man eigentlich nicht machen im praktischen Leben. Denn das wäre ungefähr so wie etwas anderes, was ich Ihnen jetzt sagen will. Man kann ungefähr berechnen, wann einmal in der Erde keine Kohlen mehr sein werden. Der Kohlenvorrat der Erde ist ja erschöpfbar, geht einmal aus. Nun könnte man ja heute auch so wenig Kohlen aus der Erde herausfördern, daß das ungefähr so lange bliebe, bis die Erde selber zugrunde gegangen sein wird. Man kann nicht sagen, man soll es so machen, denn man muß da ein bißchen Vertrauen auf die Zukunft haben. Man muß sich sagen: Nun ja, gewiß, wir rauben der Erde alle Kohlen, das heißt, unseren Nachkommen rauben wir eigentlich die Kohlen; aber die werden schon etwas anderes dann erfinden, damit sie keine Kohlen brauchen. -So kann man natürlich auch sagen gegenüber den Nachteilen, die die künstliche Bienenzucht etwa hat.

[ 44 ] Of course, I certainly would not want a fanatical movement to be launched against artificial beekeeping. You can’t really do things like that in practical life. Because that would be roughly like something else I’m about to tell you. We can roughly calculate when there will be no more coal left in the earth. The earth’s coal reserves are, after all, finite—they will eventually run out. Now, we could extract so little coal from the earth today that it would last roughly until the earth itself has perished. We can’t say we should do it that way, because we have to have a little faith in the future. One has to tell oneself: Well, yes, certainly, we’re robbing the Earth of all its coal—that is, we’re actually robbing our descendants of their coal—but they’ll surely invent something else by then so that they won’t need coal. —Of course, one can also say this in response to the disadvantages associated with artificial beekeeping, for example.

[ 45 ] Aber dabei bleibt es doch gut, wenn man sich bewußt ist, daß man dasjenige, was in der Natur in einer so wunderbaren Weise ausgebildet ist, eigentlich doch stört, wenn man etwas Mechanisches, Künstliches da hineinbringt. Denn die Bienenzucht hat zu allen Zeiten als etwas ganz Wunderbares gegolten. Die Biene galt gerade in ältesten Zeiten als ein heiliges Tier. Warum? Sie galt als ein heiliges Tier, weil sie eigentlich in ihrer ganzen Arbeit erkennen läßt, wie es im Menschen selber zugeht. Und wenn einer ein Stückchen Bienenwachs bekommt, so hat er eigentlich ein Zwischenprodukt zwischen Blut und Muskeln und Knochen. Das geht innerlich im Menschen durch das Wachsstadium durch. Das Wachs wird dadurch noch nicht fest, sondern bleibt flüssig, bis es übergeführt werden kann in Blut oder Muskeln oder Knochenzellen. Man hat also eigentlich im Wachs dasjenige vor sich, was man als Kräfte. in sich hat.

[ 45 ] But it is still good to be aware that introducing something mechanical and artificial into what nature has formed in such a wondrous way actually disrupts it. For beekeeping has always been regarded as something truly marvelous. The bee was considered a sacred animal, especially in ancient times. Why? It was considered a sacred animal because, in all its work, it actually reveals what goes on within human beings themselves. And when someone receives a small piece of beeswax, they actually have an intermediate product between blood, muscles, and bones. This goes through the wax stage internally within the human being. The wax does not yet become solid, but remains liquid until it can be transformed into blood, muscles, or bone cells. Thus, in the wax, one actually sees what one has within oneself as forces.

[ 46 ] Wenn die Leute in alten Zeiten Bienenwachskerzen gemacht haben und die angezündet haben, so haben sie darinnen wirklich eine ganz merkwürdige heilige Handlung gesehen: Dieses Wachs, das da verbrennt, haben wir aus dem Bienenstock geholt. Da ist es fest gewesen. Wenn das Feuer dieses Wachs schmilzt und dieses Wachs da verdunstet, dann kommt das Wachs in denselben Zustand, in dem es in unserem eigenen Leibe ist. - Und im verbrennenden Wachs in der Kerze haben die Leute früher etwas geahnt, was da hinauffliegt zum Himmel, was in ihrem eigenen Leibe ist. Das war ihnen etwas, was sie zur besonderen Andacht gestimmt hat und was sie wiederum dazu geführt hat, die Biene als ein besonders heiliges Tier zu betrachten, weil die etwas bereitet, was eigentlich der Mensch fortwährend selber in sich bereiten muß. Und daher ist es schon so: In je ältere Zeiten wir kommen, desto mehr finden wir, daß die Leute Ehrfurcht dem ganzen Bienenwesen entgegengebracht haben. Nur war das ja natürlich wild; die Leute haben es gefunden, es als eine Offenbarung betrachtet. Später ist es in den Haushalt der Menschen genommen worden. Aber in alledem, was da bei den Bienen auftritt, liegen doch lauter ganz wunderbare Rätsel, und empfinden kann man die Bienen nur, wenn man viel studiert, was eigentlich zwischen dem Menschenhaupt und seinem Körper vor sich geht.

[ 46 ] When people in ancient times made beeswax candles and lit them, they truly saw in this a very remarkable sacred act: We took this wax, which is burning there, from the beehive. It was solid there. When the fire melts this wax and it evaporates, the wax returns to the same state it is in within our own bodies. —And in the burning wax of the candle, people of old sensed something rising up to heaven—something that is within their own bodies. For them, this was something that inspired a special sense of reverence and, in turn, led them to regard the bee as a particularly sacred creature, because it produces something that humans themselves must continually produce within themselves. And so it is true: the further back in time we go, the more we find that people held the entire world of bees in awe. Of course, this was initially a wild phenomenon; people encountered it and regarded it as a revelation. Later, it was incorporated into human households. But in everything that occurs with bees, there are still many wonderful mysteries, and one can only truly understand bees by studying in depth what actually takes place between the human head and the body.

[ 47 ] Nun habe ich Ihnen diese Bemerkungen gemacht. Am Mittwoch werden wir ja die nächste Stunde haben. Vielleicht wird sich manche Frage daran knüpfen. Vielleicht wird auch Herrn Müller selber das eine oder das andere einfallen. Ich wollte Ihnen nur diese Bemerkungen machen, die ja nicht anzuzweifeln sind, denn sie beruhen auf wirklicher Erkenntnis. Aber es handelt sich darum, daß vielleicht noch manches deutlicher gemacht werden kann.

[ 47 ] Well, I have shared these remarks with you. We’ll have our next class on Wednesday. Perhaps some questions will arise in connection with this. Perhaps Mr. Müller himself will also come up with one or two ideas. I just wanted to share these remarks with you—remarks that are beyond doubt, since they are based on genuine insight. But the point is that perhaps some things can be made even clearer.