Man and World
How Spirit Works in Nature
GA 351
28 November 1923, Dornach
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How Spirit Works in Nature, tr. SOL
10. Vom Wahrnehmen der Bienen
10. On the Perception of Bees
[ 1 ] Guten Morgen, meine Herren! Ist Ihnen etwas eingefallen, was Sie noch fragen möchten?
[ 1 ] Good morning, gentlemen! Have you thought of anything else you'd like to ask?
[ 2 ] Es wird ein Artikel aus der «Schweizerischen Bienen-Zeitung N. F.», Nummern 2 und 3, Februar und März 1923: «Sehen die Bienen für uns unsichtbare Farben?» von Prof. Dr. Buttel-Reepen, Oldenburg, verlesen.
[ 2 ] An article from the *Schweizerische Bienen-Zeitung N. F.*, issues 2 and 3, February and March 1923, titled “Do Bees See Colors That Are Invisible to Us?” by Prof. Dr. Buttel-Reepen of Oldenburg, is read aloud.
[ 3 ] Dr. Steiner: Nun, wollen wir darüber ein paar Worte sagen. Diese Experimente, die Forel und die Kühn und Pohl gemacht haben, die zeigen so recht, wie gedankenlos eigentlich gegenwärtig solche Experimente verfolgt werden. Man kann sich natürlich nichts Absurderes denken als eine solche Auslegung eines Experimentes! Bedenken Sie nur, daß ich ja dann auch folgendes ausführen könnte. Denken Sie, ich habe einen Stoff solche Stoffe gibt es -, der besonders für Ultraviolett, das heißt also, über das Blau und Violett hinausliegende Farben empfindlich ist, zum Beispiel gerade das Bariumplatinzyanür, das in dem Artikel erwähnt ist. Das leuchtet auch, wenn ich alle anderen Farben abblende.
[ 3 ] Dr. Steiner: Well, let’s say a few words about this. These experiments—the ones conducted by Forel, Kühn, and Pohl—really show just how thoughtlessly such experiments are actually being carried out these days. Of course, one can’t imagine anything more absurd than such an interpretation of an experiment! Just consider that I could then also explain the following. Suppose I have a substance—such substances do exist—that is particularly sensitive to ultraviolet light, that is, to colors beyond blue and violet; for example, barium platinum cyanide, which is mentioned in the article. It glows even when I block out all other colors.




[ 4 ] Also, ich blende Rot, Orange, Gelb, Grün, Blau, Indigo, Violett auch ab. Ich habe also Rot, Orange, Gelb, Grün, Blau, Indigo und Violett. Jetzt mache ich eine Blende, das heißt, ich decke das im Spektrum alles ab. Dann habe ich hier noch die sogenannten ultravioletten Strahlen, die für den Menschen unsichtbar sind. Gebe ich da hinein diese Substanz, die ein weißes Pulver ist, das Bariumplatinzyanür und schließe die Läden, so fängt das an aufzuleuchten. Wir Menschen sehen nichts in diesem abgedunkelten Zimmer; nun lassen wir diese Strahlen herein, blenden ab, wo wir es hereinlassen, lassen also bloß Ultraviolett herein. Wenn ich aber da Bariumplatinzyanür hineingebe, was geschieht dann? Dann «sieht» das.
[ 4 ] So, I’m also filtering out red, orange, yellow, green, blue, indigo, and violet. That leaves me with red, orange, yellow, green, blue, indigo, and violet. Now I’ll make a filter—that is, I’ll block out everything in the spectrum. Then I still have what are called ultraviolet rays, which are invisible to humans. If I put this substance—a white powder called barium platinum cyanide—inside and close the shutters, it starts to glow. We humans can’t see anything in this darkened room; now we let these rays in, block out the rest, so that only ultraviolet light gets through. But when I add barium platinum cyanide, what happens? Then it “sees.”
[ 5 ] Etwas anderes tut man ja auch nicht, wenn man Ameisen zum Experiment nimmt. Statt daß ich das Bariumplatinzyanür nehme, nehme ich Ameisen. Die Ameisen gehen auf Zucker - infolgedessen sage ich: sie sehen. Ebensowenig brauchen sie zu sehen, wie das Bariumplatinzyanür zu sehen braucht, um aufzuleuchten. Das Ganze, was ich jetzt behaupten kann, ist nur, daß, wenn ich irgendwo einen Stoff habe, das eine Wirkung auf die Ameisen ausübt. Mehr darf ich nicht behaupten. Also die betreffenden Gelehrten sind so gedankenlos als möglich und behaupten Dinge, die nichts als reine Phantasie sind.
[ 5 ] That’s exactly what you do when you use ants in an experiment. Instead of using barium platinum cyanide, I use ants. The ants are attracted to sugar—and as a result, I say: they see. They are no more in need of seeing than barium platinum cyanide is in need of seeing in order to glow. All I can claim at this point is that, if I have a substance somewhere, it has an effect on the ants. I cannot claim anything more than that. So the scholars in question are as thoughtless as can be and make claims that are nothing but pure fantasy.
[ 6 ] Das einzige, was man behaupten kann, das ist dieses - und das ist dadurch bewiesen, nach dem Artikel, daß, wenn man die Augen anlackiert, dann keine Wirkungen mehr zustande kommen -, daß durch die Sinnesorgane eine Wirkung auf diese Insekten mehr oder weniger stattfand. Wobei noch charakteristisch das ist, daß der Gelehrte das, was er bei den Bienen bemerkt, auf Ameisen und Wespen überträgt, Das zeigt, wie gedankenlos solche Experimente gemacht werden.
[ 6 ] The only thing that can be said—and this is proven by the article, which states that if the eyes are painted over, no effects occur—is that the sensory organs had a more or less significant effect on these insects. What is also characteristic is that the scholar extrapolates what he observes in bees to ants and wasps. This shows how thoughtlessly such experiments are conducted.
[ 7 ] Nun kommt aber noch das Folgende dazu. Wenn man hier weitergeht (Zeichnung $. 149), dann kommt man zu den sogenannten ultravioletten Strahlen. Also hier haben wir Rot, Orange, Gelb, Grün, Blau, dann käme noch Indigo, Violett. Da haben wir die ultraroten Strahlen; da die ultravioletten. Wir haben also hier rechts die ultravioletten Strahlen, und nun haben die ultravioletten Strahlen die Eigentümlichkeit - das drückt er selber so aus in dem Artikel -, ganz stark chemisch zu wirken. Also dasjenige, was da hineingebracht wird in den Bereich der ultravioletten Strahlen, das wird stark chemisch angegriffen. Und die Folge davon ist, daß, wenn ich da eine Ameise hineinbringe, diese sofort stark chemisch angegriffen wird. Das spürt sie. Das ist ja richtig, sie spürt es vorzugsweise in den Augen. Es handelt sich um ein Gefühl, wie wenn sie jemand krabbeln würde, wenn sie in die ultravioletten Strahlen gebracht wird, geradeso wie das Bariumplatinzyanür eine Einwirkung erfährt, wenn es in einen chemischen Bereich gebracht wird. Es ist geradeso. Wenn ich in einem Zimmer alles abblende und die ultravioletten Strahlen allein drinnen habe, dann ist es so, daß die Ameise sofort merkt: Es geschieht da etwas. - Namentlich wenn man da die Ameiseneier, die Larven hat, so werden die ganz verändert; die würden ja zugrunde gehen in dem Augenblick, wo diese starke chemische Einwirkung geschähe. Daher retten diese Ameisen die Eier. Also um was es sich da in diesem Artikel handelt, das ist ja eine Einwirkung auf chemische Art. Das, was ich neulich behauptet habe, stimmt schon. Ich habe gesagt: Die Bienen haben eine Art Geruchs-Geschmack, etwas, was zwischen Geruch und Geschmack drinnenliegt. Das ist das, was von den Bienen, und bei den Ameisen ist es ähnlich, gespürt wird.
[ 7 ] But there is more to it than that. If you continue along here (Figure $. 149), you arrive at what are known as ultraviolet rays. So here we have red, orange, yellow, green, blue, followed by indigo and violet. Here we have the ultra-red rays; there, the ultraviolet rays. So here on the right we have the ultraviolet rays, and these ultraviolet rays have the peculiarity—as he himself puts it in the article—of having a very strong chemical effect. So whatever is placed within the ultraviolet spectrum is subjected to a strong chemical attack. And the result of this is that if I place an ant there, it is immediately subjected to a strong chemical attack. It senses this. That’s right; it feels it most acutely in its eyes. It’s a sensation as if someone were crawling over it when it’s exposed to ultraviolet rays—just as barium platinocyanide reacts when it’s placed in a chemical environment. It’s exactly the same. If I block out all light in a room and have only ultraviolet rays inside, then the ant immediately senses: Something is happening there. — Especially when you have ant eggs or larvae there, they are completely altered; they would perish the moment this strong chemical reaction occurred. That is why these ants save the eggs. So what this article is about is, in fact, a chemical effect. What I claimed the other day is indeed true. I said: Bees have a kind of smell-taste, something that lies between smell and taste. That is what bees sense—and it’s similar with ants.
[ 8 ] So wenig kennen diese Herren, um was es sich handelt, daß sie zum Beispiel nicht wissen, daß, wenn der Mensch selber Farben wahrnimmt, in seinen Augen, schon wenn er die violetten Strahlen wahrnimmt, kleine chemische Veränderungen geschehen. Da ist das Farbenwahrnehmen beim Menschen schon nach dem Chemischen hin gerichtet. So daß das Ganze, was bei den Bienen hier untersucht worden ist, die Einwirkung auf die innere chemische Veränderung ist, die bei den Bienen vor sich geht, wenn sie im ultravioletten Licht leben.
[ 8 ] These gentlemen know so little about what this is all about that they do not realize, for example, that when humans perceive colors with their own eyes, even when they perceive violet rays, small chemical changes take place. Thus, human color perception is already chemically oriented. So the whole point of what has been investigated here with regard to bees is the effect on the internal chemical changes that take place in bees when they live in ultraviolet light.
[ 9 ] Nun, sehen Sie, frei wahrnehmbar ist alles dasjenige für die Bienen, was im Bereich von Schwarz, Weiß, Gelb, Grau - das istjanur ein dunkleres Weiß —, Blaugrau liegt. Nämlich in allen diesen Farben ist kein Ultraviolett. Also diese chemischen Einwirkungen, die die Bienen so stark spüren, wenn sie ins Ultraviolett kommen, die sind hier bei diesen Farben nicht da. Wenn die Biene aus dem Bereich von Schwarz, Weiß, Gelb und Blaugrau in diesen Bereich kommt, so spürt sie bei dem Ultraviolett etwas, was ihr fremd ist; da kann sie nichts machen. Es kommt alles darauf an, daß die Biene eine Art von Geruchs-Geschmack hat. Nicht wahr, wir unterscheiden sehr stark zwischen Riechen und Schmecken. Das Schmekken ist vorzugsweise der chemische Sinn. Das beruht ganz auf Chemie. Die Biene hat etwas, was zwischen Riechen und Schmecken in der Mitte steht.
[ 9 ] Well, you see, everything that falls within the range of black, white, yellow, gray—which is really just a darker shade of white—and blue-gray is clearly perceptible to bees. That is, none of these colors contain ultraviolet light. So these chemical effects, which the bees sense so strongly when they encounter ultraviolet light, are not present with these colors. When a bee moves from the range of black, white, yellow, and blue-gray into this range, it senses something in the ultraviolet light that is foreign to it; there’s nothing it can do about it. It all comes down to the fact that the bee has a kind of sense that lies between smell and taste. After all, we make a very clear distinction between smelling and tasting. Taste is primarily a chemical sense; it is based entirely on chemistry. The bee has a sense that lies somewhere in the middle between smell and taste.
[ 10 ] Dagegen spricht auch nicht, daß die Biene, wenn man ihr die Kiste, in der sie lebt, irgendwo vorne anstreicht, dafür ein Unterscheidungsvermögen hat; denn denken Sie, jede Farbe wirkt anders chemisch und anders warm. Wenn Sie zum Beispiel eine Fläche rot anstreichen würden und die Biene sich diesem Rot nähert, dann wird es für sie warm. Wie soll sie nicht wissen, daß das anders ist, als wenn sie zum Beispiel in den Bereich von Blau kommt! Bei der blauen Fläche wird es kälter. Also die Biene spürt dieses Warme des Roten und das Kalte des Blauen. Das kann sie also natürlich unterscheiden. Aber man darf nicht von da aus den Schluß ziehen, daß die Biene mit den Augen so sieht, wie der Mensch mit den Augen sieht. Das ist natürlich ein absoluter Unsinn.
[ 10 ] Nor does it contradict this that the bee—if you paint the front of the box where it lives—has the ability to distinguish between colors; for consider that every color has a different chemical effect and a different warmth. For example, if you were to paint a surface red and the bee approached that red, it would feel warm to her. How could she not know that this is different from when she enters the blue area, for instance! With the blue surface, it gets colder. So the bee senses the warmth of the red and the coldness of the blue. Naturally, it can distinguish between them. But one must not conclude from this that the bee sees with its eyes the same way humans see with theirs. That is, of course, utter nonsense.
[ 11 ] So ist es auch mit vielen anderen Dingen, die die Leute machen. Ich habe Ihnen schon einmal gesagt, worauf alle diese Experimente hinauslaufen. Ich habe Ihnen gesagt: Da gibt es eine gewisse Pflanze, die heißt die Venusfliegenfalle, die ihre Blätter sogleich zusammenzieht, wenn man sie berührt. Geradeso wie Sie aus der Hand eine Faust machen, wenn sie berührt werden sollen, das heißt, wenn Ihnen einer eine draufschlagen will, so wartet die Venusfliegenfalle, wenn ein Insekt in die Nähe kommt, und dann klappt sie zusammen. Nun sagen die Leute: Also hat diese Pflanze, die Venusfliegenfalle, eine Seele wie die Menschen. Sie nimmt wahr, wenn das Insekt ankommt, klappt zusammen und so weiter. - Ja, meine Herren, ich sage immer: Ich kenne eine gewisse Vorrichtung, die so beschaffen ist, daß, wenn ein anderes Tier in die Nähe kommt und etwas in der Vorrichtung berührt, diese Vorrichtung sofort zuschnappt und das Tier gefangen ist. Das ist nämlich eine Mausefalle. Und wenn man der Venusfliegenfalle eine Seele zuschreibt, dann muß man ebenso der Mausefalle eine Seele zuschreiben. Wenn man also den Bienen deshalb, weil sie im ultravioletten Lichte etwas tun, Sehen zuschreibt, dann muß man auch dem Bariumplatinzyanür ein Sehen zuschreiben.
[ 11 ] It’s the same with many other things people do. I’ve already told you what all these experiments boil down to. I told you: There’s a certain plant called the Venus flytrap that immediately snaps its leaves shut when you touch it. Just as you clench your hand into a fist when it’s about to be struck—that is, when someone is about to hit you—the Venus flytrap waits for an insect to come near, and then it snaps shut. Now people say: So this plant, the Venus flytrap, has a soul like humans do. It senses when the insect arrives, snaps shut, and so on. — Yes, gentlemen, I always say: I know of a certain device that is designed so that when another animal comes near and touches something in the device, the device snaps shut immediately and the animal is trapped. That is, in fact, a mousetrap. And if one attributes a soul to the Venus flytrap, then one must likewise attribute a soul to the mousetrap. So if one attributes sight to bees simply because they do something in ultraviolet light, then one must also attribute sight to barium platinum cyanide.
[ 12 ] Wenn die Leute denken würden, so würden sie auf ganz merkwürdige Dinge kommen, denn das Bariumplatinzyanür ist außerordentlich interessant. Bariumplatinzyanür besteht neben anderem aus Barium. Das ist ein weißes Metall, das zu der Gattung der Erdalkalimetalle gehört. Nun ist es interessant, daß solche Metalle auch eine gewisse Rolle im Leben des Menschen spielen. Wir könnten nämlich als Menschen in unserem Körper keine rechte Wirkung von Eiweiß, das wir essen, haben, wenn wir nicht in unserer Bauchspeicheldrüse solche Metalle hätten. Die müssen da sein. Wir haben also in dem Barium etwas, was mit dem zusammenhängt, wie wir uns wohl fühlen in der Verdauung.
[ 12 ] If people were to think about it, they would come up with some very strange ideas, because barium platinum cyanide is extraordinarily interesting. Barium platinum cyanide consists, among other things, of barium. This is a white metal that belongs to the alkaline earth metals. Now, it is interesting that such metals also play a certain role in human life. In fact, as humans, we would not be able to properly utilize the protein we eat in our bodies if we did not have such metals in our pancreas. They must be there. So, barium plays a role in how well we feel during digestion.
[ 13 ] Das Platin, das ist ein besonders wertvolles Metall, das wissen Sie ja, ein Metall, das auch besonders hart ist, schwer ist, ein Edelmetall. Diese Metalle, die haben alle die Eigenschaft, daß sie wiederum mit demjenigen zusammenhängen, was das Fühlen, das Spüren ist.
[ 13 ] Platinum is a particularly valuable metal, as you know—a metal that is also exceptionally hard and heavy, a precious metal. These metals all share the characteristic that they are connected to what we call “feeling” or “sensation.”
[ 14 ] Und nun erinnern Sie sich noch an etwas. Sehen Sie, da drinnen ist noch Zyanür. Das ist eine gewisse Art von Zyansäure, Blausäure. Nun habe ich Ihnen gesagt, daß der Mensch gerade da, wo seine Muskeln arbeiten, immer etwas Blausäure entwickelt. Also dieser ganze Stoff ist etwas Ähnliches wie das, was der Mensch in seinem Körper fortwährend entwickelt. Und daraus können Sie ersehen, daß der Mensch selber besonders empfindlich ist in seinem Körper - nicht in seinen Augen - für dasjenige, was im ultravioletten Licht, das heißt in den chemischen Bestandteilen des Lichtes, vor sich geht. So daß auch wir Menschen selber es beurteilen können, wenn wir nur aufpassen können auf solche Dinge.
[ 14 ] And now, remember one more thing. You see, there’s still cyanide in there. That’s a certain type of cyanic acid, or hydrocyanic acid. Now, I’ve told you that the human body always produces a small amount of hydrocyanic acid precisely where the muscles are working. So this entire substance is similar to what the human body constantly produces. And from this you can see that the human body itself—not the eyes—is particularly sensitive to what is happening in ultraviolet light, that is, in the chemical components of light. So that we humans, too, can judge it for ourselves, if only we pay attention to such things.
[ 15 ] Aber dazu führt eben nur die Geisteswissenschaft, auf solche Dinge aufpassen zu können, daß da, wo das Bariumplatinzyanür besonders angegriffen wird, eine Art von Fühlen vorhanden ist. Und das ist bei der Biene im allerstärksten Maße vorhanden. Die Bienen spüren die Farben eben mit ganz besonderer Intensität und sehen nur dann die Farben, wenn ein selbstleuchtendes Lebewesen auftritt, ganz schwach leuchten. Und deshalb sagte ich: Im allgemeinen ist es um die Biene herum nur dämmerig. Wenn aber die neue Bienenkönigin auftaucht, dann schimmert diese für die Bienen so, wie für uns das Johanniskäferchen, wenn der Juni da ist. Das ist aber dasjenige, was für die drei kleinen Augen der Biene da ist; die anderen Augen, die größeren, haben schon eine Art Lichtempfindung, aber wie in der Dämmerung. Und wenn es abgedämmert ist, abgeblendet ist, spürt das Tier gerade die Anwesenheit von einer solchen Farbe, die chemisch wirkt, Ultraviolett, oder die gar nicht chemisch wirkt, Ultrarot.
[ 15 ] But it is precisely Spiritual Science that enables us to observe such things—that where barium platinum cyanide is particularly affected, a certain kind of sensation is present. And this is present to the very highest degree in the bee. Bees perceive colors with a very special intensity and see them only when a self-luminous creature appears, glowing very faintly. And that is why I said: Generally speaking, it is only dim around the bee. But when the new queen bee appears, she shimmers to the bees just as the ladybug does to us when June arrives. But that is what the bee’s three small eyes perceive; the other eyes, the larger ones, do have a kind of light sensitivity, but only as if in twilight. And when it is dim, when the light is subdued, the animal senses precisely the presence of a color that has a chemical effect—ultraviolet—or one that has no chemical effect at all—ultra-red.
[ 16 ] Am Schluß des Artikels in der «Bienen-Zeitung» steht, bezüglich des Ultraroten werden später Mitteilungen kommen. - Gewiß, wenn die Bienen ins Ultrarot kommen, werden sie sich ganz anders verhalten, denn da sind keine chemischen Wirkungen mehr da. Was das Tatsächliche an den Experimenten ist, das ist richtig; aber man muß sich klar darüber sein, daß man nicht so schließen kann, wie Forel und Kühn geschlossen haben. Das ist ein ganz gedankenloses Verfolgen der Experimente. Dann sagen aber die Leute: Das ist einwandfrei bewiesen. - Ja, natürlich, für den, der auch der Mausefalle eine Seele zuschreibt! Aber für einen anderen, der weiß, wie weit er gehen kann, wie weit er denken kann, damit die Sachen wirklich genau verfolgt werden, ist das gar nicht einwandfrei bewiesen.
[ 16 ] At the end of the article in the *Bienen-Zeitung*, it states that further reports on the ultra-red spectrum will follow. - Certainly, when the bees are exposed to ultra-red light, they will behave quite differently, because there are no longer any chemical effects at play. As far as the factual findings of the experiments are concerned, they are correct; but one must be clear that one cannot draw the same conclusions as Forel and Kühn did. That is a completely thoughtless interpretation of the experiments. But then people say: This has been proven beyond a doubt. — Yes, of course, for someone who even attributes a soul to a mousetrap! But for someone else who knows how far he can go, how far he can think, so that things are truly examined with precision, this is by no means proven beyond a doubt.
[ 17 ] Im Leben ist man ja gar nicht gewöhnt, daß man die Sachen genau verfolgt. Wenn die Menschen irgendwo eine kleine Sache erleben, wird, wie man darüber sagt, aus einer Mücke ein Elefant. So auch oft bei unseren Gelehrten. Wenn sie irgendeine Sache haben, hören sie nicht auf mit ihrem Denken, sondern sie setzen es fort bei dem, was unmittelbar vorliegt. Da wird ein phantastisches Zeug daraus, da wird aus einer Mücke ein Elefant. Wenn die heutige Wissenschaft irgend etwas behauptet - sie behauptet es nur durch ihre Macht, weil sie alle Journale in ihren Händen hat -, so wird in der Regel dem nicht widersprochen, was vorgebracht wird. Aber zuletzt wird man doch mit all dem Zeug nichts machen können.
[ 17 ] In life, people aren’t really used to keeping a close eye on things. When people experience some minor incident, it turns—as the saying goes—into a mountain out of a molehill. This is often the case with our scholars as well. When they encounter any issue, they don’t stop thinking about it; instead, they carry their thinking forward to whatever is immediately at hand. It turns into some fantastical nonsense; a mountain is made out of a molehill. When modern science asserts something—it does so solely by virtue of its power, because it controls all the journals—what is put forward is generally not contradicted. But in the end, all that nonsense will be of no use.
[ 18 ] Ich glaube, wenn Sie durch die ganze Bienenzucht durchgehen, so werden Sie sehen, daß gerade die vorzüglichsten Bienenzüchter sich wenig um dasjenige kümmern, was Forel und Kühn da entdeckt haben, denn die Bienenzüchter müssen praktisch vorgehen, und dann machen sie schon das, was notwendig ist, instinktiv.
[ 18 ] I believe that if you take a look at beekeeping as a whole, you will see that it is precisely the most accomplished beekeepers who pay little attention to what Forel and Kühn have discovered, because beekeepers must take a practical approach, and they instinctively do what is necessary.
[ 19 ] Es ist natürlich besser, wenn man dieses Instinktive auch noch weiß. Ich glaube in der Regel auch bemerkt zu haben, daß der Imker sich ja vielleicht gerade einmal an einem Sonntagabend, wenn es draußen schneit, hinsetzt und solch einen Artikel liest, weil es ihn natürlich interessiert. ‚Aber machen kann er mit dem Artikel nicht viel, weil man ja mit diesem Artikel nichts angreifen kann.
[ 19 ] Of course, it’s better if you’re also aware of this instinctive aspect. I also believe I’ve generally noticed that the beekeeper might sit down—perhaps just on a Sunday evening when it’s snowing outside—and read an article like this because he’s naturally interested in it. “But he can’t do much with the article, because you can’t really put anything into practice with it.
[ 20 ] Aber Sie haben ganz gewiß noch andere interessante Sachen zu fragen.
[ 20 ] But I'm sure you have other interesting questions to ask.
Herr Müller: Ich möchte noch über die Königin etwas sagen. Wir haben schon besprochen, daß diese Eier legt. Nun haben wir aber auch unbefruchtete Königinnen, zum Beispiel bei schlechtem Wetter, und aus deren Eiern entstehen die Drohnen, die keinen Wert haben. Ebenso aber auch, wenn die Königin abgegangen ist und keine junge Brut mehr vorhanden ist, wird unter den Arbeitsbienen eine Biene aufgezogen zur Königin; diese legt ebenfalls Eier, aber eben auch unbefruchtete Eier, und daraus werden minderwertige Drohnen.
Mr. Müller: I’d like to say a few more words about the queen. We’ve already discussed that she lays eggs. However, we also have unfertilized queens—for example, during bad weather—and their eggs develop into drones, which have no value. Likewise, if the queen has left and there is no longer any young brood, a worker bee is raised to become the queen; she also lays eggs, but these are unfertilized as well, and they develop into inferior drones.
Dann möchte ich noch etwas über den Schwarmzustand sagen. Der erste Schwarm, der hat noch keine neue Königin. Die neue Königin schlummert noch in ihrer Zelle. Nur die älteren Bienen gehen mit der Königin ab. Ich fange die Königin heraus und kann die ganzen Bienen wieder in den Stock zurückbringen.
Then I’d like to say a few more words about the swarm. The first swarm doesn’t have a new queen yet. The new queen is still resting in her cell. Only the older bees leave with the queen. I catch the queen and am able to return all the bees to the hive.
In bezug auf das Sehen der Bienen möchte ich sagen: Wenn wir im Bienenhaus arbeiten und es ist zuviel Licht, das heißt für den Imker immer noch zuwenig Licht, so regen sich die Bienen doch kolossal auf. In bezug auf das Stechen der Bienen beim Schwärmen: Es ist bei uns allgemein bekannt, daß ein Vorschwarm etwas kitzelig ist; bei einem Nachschwarm ist das weniger der Fall. Wir stehen auf dem Standpunkt, daß junge Bienen noch nicht stechen, ihren Stachel noch nicht gebrauchen.
Regarding the bees’ vision, I would like to say: When we are working in the apiary and there is too much light—which, for the beekeeper, is still not enough light—the bees get incredibly agitated. Regarding bee stings during swarming: It is common knowledge among us that a primary swarm can be a bit “prickly”; this is less the case with a secondary swarm. We take the view that young bees do not yet sting—they do not yet use their stingers.
Es gibt Gegenden, wo die Leute den Honig nicht eher ernten, bevor er nicht vom Pfarrer geweiht worden ist. Am 8. August ist ein Honigtag.
There are areas where people don't harvest the honey until it has been blessed by the priest. August 8 is Honey Day.
Es kann auch noch sein, daß der Schwarm ausfliegt, daß die Königin irgendwo sich absetzt, und es scheint, als ob er dabei erledigt wäre; es ist aber nicht so, nicht ganz so.
It’s also possible that the swarm will fly off, that the queen will settle somewhere, and it may seem as if that’s the end of it; but that’s not the case—not quite.
[ 21 ] Dr. Steiner: Bezüglich dessen, was ich sagte, war eigentlich alles so, daß es darauf hinausläuft, daß die alte Königin vom Volk auszieht, wenn die junge Königin sich zeigt, also den Bienen sich wie ein Leuchtwürmchen zeigt. Wenn der Schwarm ausgeschwärmt hat und man die alte Königin abgefangen hat, so kann man ja das Volk, wie Sie sagen, wiederum zurückbringen in den Bienenstock, und es arbeitet ruhig weiter. Da kann man nicht sagen, daß das nicht richtig ist, daß das Volk zuerst weggezogen ist wegen des starken Lichteindrucks der jungen Königin durch die drei kleinen Augen. Das wird dadurch nicht aus der Welt geschafft. Sie müssen da ganz logisch vorgehen. Ich will ein Beispiel aus dem Leben bringen. Denken Sie sich einmal, Sie wären alle irgendwo angestellt, wo Sie eines Tages finden, Sie müssen alle zusammen streiken, weil hier etwas Unrichtiges in der Leitung vor sich geht. Nehmen wir an, Sie beschließen den Streik. Also Sie schwärmen aus, meine Herren.
[ 21 ] Dr. Steiner: Regarding what I said, the way it actually works is that the old queen leaves the colony when the young queen makes herself known—that is, when she appears to the bees like a little firefly. Once the swarm has swarmed out and the old queen has been intercepted, you can, as you say, bring the colony back into the hive, and it will calmly continue working. You can’t say that it isn’t true that the colony initially swarmed off because of the strong light emitted by the young queen through her three small eyes. That fact isn’t negated by this. You have to approach this quite logically. Let me give you a real-life example. Imagine for a moment that you were all employed somewhere where, one day, you realized you all had to go on strike together because something was amiss in the management. Let’s assume you decide to go on strike. So you swarm out, gentlemen.
[ 22 ] Jetzt, nicht wahr, vergeht einige Zeit, und Sie haben nicht mehr die Möglichkeit, sich Lebensmittel zu kaufen. Sie sind am Hungertuch angekommen und gehen gezwungen wiederum zurück. Ja, kann ich jetzt sagen: Also ist es nicht wahr, daß zuerst etwas Unrichtiges geschehen ist?! Denn Sie müssen doch bedenken, daß, wenn Sie dem ausgeschwärmten Schwarm die alte Königin wegnehmen und ihn wieder in den Bienenstock zurückbringen, er natürlich genötigt ist, weil er die alte Königin nicht mehr hat — was er spürt -, die neue Königin auszuhalten, in den sauren Apfel zu beißen. Das ist deshalb nicht unrichtig, was ich sagte, sondern es handelt sich eben gerade darum, daß man alle diese Dinge im richtigen Lichte anschaut.
[ 22 ] Now, isn’t it true that some time passes, and you no longer have the means to buy food? You’ve reached the brink of starvation and are forced to turn back. Yes, can I say now: So isn’t it true that something went wrong in the first place?! After all, you must consider that if you take the old queen away from the swarm that has swarmed off and bring it back into the hive, it is naturally compelled—because it no longer has the old queen, which it senses—to put up with the new queen, to bite the bullet. That is why what I said is not incorrect; rather, the point is precisely that one must view all these things in the proper light.
[ 23 ] Dann haben Sie vom Vorschwärmen gesprochen, wo eigentlich eine junge Königin noch nicht da ist, wo man davon nicht reden könnte. Nun, haben Sie aber ein solches Vorschwärmen beobachtet, wenn auch das Ei der jungen Königin noch gar nicht da ist?
[ 23 ] Then you mentioned pre-swarming—a situation where a young queen isn't actually present yet, so one wouldn't normally talk about it. Well, have you ever observed such pre-swarming, even when the young queen's egg isn't there yet?
Herr Müller: Neun Tage, bevor die junge Königin ausgeschlüpft ist.
Mr. Müller: Nine days before the young queen hatched.
[ 24 ] Dr. Steiner: Zunächst ist die junge Königin als ein Ei in ihrer Zelle drinnen. Nach sechzehn Tagen wird sie eine ausgewachsene Bienenkönigin. Da schlüpft sie aus. Neun Tage vorher ist sie aber im Ei oder in der Made schon drinnen. Nun ist das Eigentümliche dabei, daß das Ei da am allerstärksten leuchtet. Es hört allmählich auf zu leuchten, und die junge Königin leuchtet noch einige Zeit. Aber am allerstärksten leuchtet sie, wenn sie noch Ei und Larve ist. Also das ist ganz erklärlich, daß da Vorschwärme abgehen, die aus den allerempfindlichsten Bienen bestehen und die sich fortmachen. Das erklärt sich daraus, daß nichts stattfindet, bevor nicht eine junge Königin da ist. Denn, was ist die junge Königin? Die ist ja auch schon da, wenn nur das Ei da ist.
[ 24 ] Dr. Steiner: At first, the young queen is inside her cell as an egg. After sixteen days, she becomes a fully grown queen bee. That’s when she hatches. But nine days before that, she is already inside the egg or in the larva. Now, the peculiar thing about this is that the egg glows the brightest at that point. It gradually stops glowing, and the young queen continues to glow for some time. But she glows the brightest when she is still an egg and a larva. So it’s quite understandable that swarms break off, consisting of the most sensitive bees, and set off on their own. This is explained by the fact that nothing happens until a young queen is present. For what is the young queen? She is already there as soon as the egg is present.
[ 25 ] Wenn die Königin unbefruchtet bleibt, dann bringt sie keine Arbeitsbienen hervor, sondern nur Drohnen, und, wie Herr Müller gesagt hat, noch dazu schlechte Drohnen. Das ist ja auch richtig. Man kann also eine solche Brut von einer unbefruchteten Königin, einem sogenannten Aftermütterchen, nicht brauchen, weil keine Arbeitsbienen dabei sind. Man wird also darauf sehen müssen, daß die Bienen gerade unter dem Einfluß des Sonnenlichtes ihren Hochzeitsflug halten können.
[ 25 ] If the queen remains unfertilized, she does not produce worker bees, but only drones—and, as Mr. Müller said, poor-quality drones at that. That is indeed correct. Therefore, such brood from an unfertilized queen—a so-called “after-queen”—is of no use, because it contains no worker bees. One must therefore ensure that the bees are able to make their nuptial flight while under the influence of sunlight.
[ 26 ] Sie sehen wiederum, was für eine große Rolle da das Chemische spielt. Denn, nicht wahr, alles das, was da geschieht, das geschieht ja als Wirkung auf das Geschlechtswesen der Biene. Das Geschlechtswesen ist aber ganz ein chemisches Wesen. Wenn die Bienenkönigin da hoch hinauffliegt, so ist es ja natürlich, daß da die Einwirkung nicht durch das Licht erfolgt, sondern durch das, was in der Lichtwirkung an Chemischem vorhanden ist. Also gerade da sehen Sie, wie fein empfindlich die Biene gegen das Chemische ist.
[ 26 ] Once again, you can see what a major role chemistry plays here. After all, isn’t it true that everything that happens there occurs as an effect on the bee’s reproductive system? But the reproductive system is entirely a chemical system. When the queen bee flies up there, it is only natural that the effect is not caused by the light itself, but by the chemical components present in the light. So right there you can see just how finely attuned the bee is to chemical processes.
[ 27 ] Sie sagten ferner, wenn man mit dem Bienenstock arbeitet, so braucht man natürlich als Mensch Licht, und das macht die Bienen unruhig. Nun denken Sie sich einmal recht lebhaft: Die Biene empfängt durch das Licht chemische Wirkungen, die sie furchtbar stark spürt. Wenn Sie nun als Mensch kommen und ihr Licht zulassen, plötzlich es hell machen, so wirkt das auf die Biene, wie ein starker Windzug auf Sie wirkt, geradeso wie wenn Sie irgendwo sitzen und das Fenster aufmachen und ein starker Windzug geht. Die Biene spürt das Licht; sie spürt nicht, daß es da besonders hell wird, aber sie spürt das als Erschütterung, wird ganz durcheinandergerüttelt. Und man könnte fast sagen - ohne daß ich es gesehen habe -: Wenn der Bienenzüchter das tut, daß er viel Licht zuläßt, so benehmen sich die Bienen furchtbar nervös, werden im Inneren unruhig, geraten in diese chemischen Wirkungen vom Licht hinein und fangen an, fast wie kleine Schwalben auf und ab zu fliegen. Sie tanzen hin und her. Und das ist eben das Zeichen, daß sie sich innerlich unruhig fühlen. Denken Sie doch nur einmal, die Bienen würden sich doch nicht gerade so nervös benehmen, wenn sie das Licht sehen würden. Sie würden sich dann mehr verkriechen, in eine Ecke hineinstellen, damit das Licht nicht auf sie wirkt.
[ 27 ] They also said that when you work with a beehive, you naturally need light as a human being, and that makes the bees restless. Now imagine this very vividly: The light has chemical effects on the bee that it feels very strongly. Now, when you, as a human, come along and let in light—suddenly making it bright—it affects the bee just as a strong gust of wind affects you, just as when you’re sitting somewhere and open the window and a strong gust of wind blows in. The bee senses the light; it doesn’t perceive that it’s becoming particularly bright, but it senses it as a shock, and is completely shaken up. And one could almost say—without having seen it myself—that when the beekeeper lets in a lot of light, the bees behave extremely nervously, become restless inside, are caught up in these chemical effects of the light, and begin to fly up and down almost like little swallows. They dance back and forth. And that is precisely the sign that they feel restless inside. Just think about it: the bees wouldn’t exactly behave so nervously if they saw the light. They would instead hide away more, retreating into a corner so that the light wouldn’t affect them.
[ 28 ] Nun kommt ja bei all diesen Dingen natürlich auch in Betracht, daß man sich klar ist darüber, daß überall Wirkungen da sind, die nicht mit den Wirkungen verglichen werden dürfen, die die Dinge auf den Menschen haben. Sonst vermenschlicht man alles, und man kommt gar nicht dazu, sich die Sache anders vorzustellen als: Weil der Mensch so sieht, so sieht ein Tier auch so. - Das darf man nicht so von vornherein sagen. Sie werden vielleicht schon folgendes wahrgenommen haben. Wer solche Sachen beobachtet, der kann es wahrnehmen. Denken Sie sich einmal in eine Küche hinein, wo der Sparherd ein bißchen geheizt ist. Die Katze, die setzt sich gern auf den Sparherd drauf, wenn es geheizt ist, kugelt sich zusammen, schläft da, hat die Augen zu. Nun, wenn irgendwo unter einem Schrank eine Maus ist, die sie gar nicht wahrnehmen kann mit den Augen, kommt es vor, daß die Katze plötzlich, ohne die Augen aufzumachen, herunterspringt, mit Sicherheit losspringt auf die Maus, mit ganz voller Sicherheit losspringt auf die Maus, und bevor Sie sich die Sache noch gar nicht zu Ende überlegt haben, kommt die Katze mit der Maus und hat sie bereits in ihrem Maul.
[ 28 ] Now, of course, when considering all these things, one must be aware that there are effects everywhere that should not be compared to the effects that things have on human beings. Otherwise, one anthropomorphizes everything, and one never gets around to forming a different mental image of the matter than: Since humans see it this way, an animal must see it this way too. — One must not assume that from the outset. You may already have noticed the following. Anyone who observes such things can perceive it. Imagine yourself in a kitchen where the stove is slightly warm. The cat likes to sit on the stove when it’s warm, curls up, sleeps there, with its eyes closed. Now, if there’s a mouse somewhere under a cabinet—one the cat can’t even see with its eyes—it happens that the cat suddenly, without opening its eyes, jumps down, leaps with absolute certainty at the mouse, leaps with complete certainty at the mouse, and before you’ve even had time to think the whole thing through, the cat returns with the mouse, already holding it in its mouth.
[ 29 ] Nun, meine Herren, Sie werden natürlich nicht behaupten, daß die Katze die Maus gesehen hat, denn sie hatte die Augen zu, sie hatte geschlafen. Nun behaupten aber die Leute: Sie hat ein ganz feines Gehör, und durch das ganz feine Gehör hat sie die Maus wahrgenommen. — Nun, da müßte man jetzt behaupten: Die Katze hört, wenn sie schläft, am allerbesten. - Das ist ja auch schon eine etwas fragliche Behauptung, weil Sehen und Hören diejenigen Sinne sind, die eigentlich bloß beim Wachen eine so große Rolle spielen, währenddem der Geruch zum Beispiel beim Schlafen eine außerordentlich große Rolle spielt. Der wirkt chemisch. Und da geschieht in der Nase und im ganzen Gehirn etwas Chemisches. Aber außerdem, wenn Sie etwas hören, können Sie gleich mit Sicherheit auf das zuspringen? Das ist ja gar nicht der Fall. Das Hören ist ja nicht so, daß man sich dann so schnell orientieren kann. Also auf das Hören kann es bei der Katze nicht ankommen. Aber was man bei der Katze ausgesprochen findet, das ist ein furchtbar feiner Geruchssinn, den sie in ihrem borstigen Bart drinnen hat. Und dieser furchtbar feine Geruchssinn ist dadurch drinnen, daß in jeder solchen Borste eigentlich ein Kanal ist, und da drinnen in der Borste (es wird gezeichnet) ist ein Stoff, und dieser Stoff wird chemisch verändert durch die Anwesenheit der Maus. Wenn keine Maus da ist, so hat dieser Stoff chemisch eine gewisse Beschaffenheit. Ist irgendwo im Umkreis, ganz weit, eine Maus, so nimmt die Katze durch die chemische Wirkung ihres Schnauzbartes die Maus wahr. Ich habe Ihnen einmal gesagt, daß es Leute gibt, die, wenn sie oben im dritten Stock leben und unten im Keller ist irgendein Stoff, zum Beispiel Buchweizen, den Stoff wahrnehmen können und davon krank werden können. Und daß der Geruchssinn ganz sicher wirkt, davon können sich die Leute überzeugen; sonst könnte es keine Polizeihunde geben. Die erreichen mit den Augen sehr wenig, aber mit ihrem Geruchssinn ‚sehr viel. So ist im Tierreich die Sicherheit nicht den Augen, sondern den chemischen Wirkungen zuzuschreiben; bei den ultravioletten Strahlen wirken sie am allerstärksten.
[ 29 ] Well, gentlemen, you certainly won’t claim that the cat saw the mouse, because its eyes were closed—it was asleep. Yet people claim: It has very keen hearing, and through that keen hearing it detected the mouse. — Well, then one would have to claim: The cat hears best when it’s asleep. — That’s actually a somewhat questionable claim, because sight and hearing are the senses that really only play such a major role when we’re awake, whereas smell, for example, plays an extraordinarily large role while we’re asleep. It works chemically. And something chemical happens in the nose and throughout the entire brain. But besides that, when you hear something, can you immediately pounce on it with certainty? That’s not the case at all. Hearing doesn’t work in such a way that you can orient yourself that quickly. So hearing can’t be the deciding factor for the cat. But what is particularly remarkable in cats is their incredibly keen sense of smell, which they have within their bristly whiskers. And this incredibly keen sense of smell exists because each whisker actually contains a channel, and inside the whisker (as shown in the diagram) there is a substance, and this substance undergoes a chemical change due to the presence of a mouse. When there is no mouse present, this substance has a certain chemical composition. If a mouse is anywhere in the vicinity—even quite far away—the cat detects the mouse through the chemical action of its whiskers. I once told you that there are people who, if they live on the third floor and there is some substance in the basement—for example, buckwheat—can detect that substance and even become ill from it. And people can see for themselves that the sense of smell certainly works; otherwise, there could be no police dogs. They can see very little with their eyes, but they can detect “a great deal” with their sense of smell. Thus, in the animal kingdom, detection is not attributable to the eyes but to chemical effects; these are strongest in the case of ultraviolet rays.
[ 30 ] Wenn Sie einem Polizeihund eine besondere Gnade erweisen wollten, so würde es gut sein, wenn Sie zum Beispiel mit ihm gehen und ihm immer eine Blendlaterne hinhalten würden, so daß Sie ihn immer in ultravioletten Strahlen drinnen haben. Dann würde der Polizeihund noch sicherer finden, weil dann in seinen Riechhaaren - bei dem Hund sind es nämlich auch die Riechhaare - noch sicherere chemische Wirkungen auftreten würden.
[ 30 ] If you wanted to show a police dog a special favor, it would be a good idea, for example, to walk with him and always hold a flashlight in front of him so that he is constantly bathed in ultraviolet light. Then the police dog would be even more effective at detecting scents, because even more reliable chemical reactions would occur in its scent-detecting hairs—since, in dogs, these are also the scent-detecting hairs.
[ 31 ] Also alles, was Sie überhaupt von Tieren wissen können, geht darauf hin, daß man, sobald man ins Tierreich kommt, von solchen bewußten Sinnen beim Tiere absehen muß, und man muß in den Geruchs- und Geschmackssinn, das heißt in die chemischen Sinne herunterkommen.
[ 31 ] So everything one can possibly know about animals suggests that, as soon as one enters the animal kingdom, one must set aside the idea of such conscious senses in animals and focus instead on the senses of smell and taste—that is, the chemical senses.
[ 32 ] Sie meinten dann ferner, junge Bienen stechen nicht. Es ist ja aber wohl sehr erklärlich, daß junge Bienen eben noch nicht das Organ des Stechens, die ganze innere Organisation noch nicht so ausgebildet haben. Das kommt erst mit dem Älterwerden. Das ist ja nichts Besonderes und widerspricht nicht dem, was ich gesagt habe.
[ 32 ] They also said that young bees do not sting. But it is, of course, quite understandable that young bees have not yet developed the stinging organ—their entire internal structure has not yet fully formed. That only comes with age. This is nothing out of the ordinary and does not contradict what I have said.
Herr Müller frägt über das künstliche Füttern. Er nehme vier Liter Wasser, fünf Kilo Zucker, füge noch Thymian dazu, Kamillentee und eine Prise Salz. Was das für Wirkungen haben könne?
Mr. Müller asks about artificial feeding. He takes four liters of water, five kilograms of sugar, and adds thyme, chamomile tea, and a pinch of salt. What effects might this have?
[ 33 ] Dr. Steiner: Darüber können wir ja ganz besonders Aufschluß geben aus dem Grund, weil auf solchen Prinzipien, wie sie da instinktiv gemacht werden, zum Teil unsere Heilmittel beruhen. Nicht alle, aber eine Anzahl von unseren Heilmitteln beruht darauf.
[ 33 ] Dr. Steiner: We are particularly well-positioned to shed light on this, precisely because our remedies are based in part on such principles, which are applied instinctively here. Not all of them, but a number of our remedies are based on this.
[ 34 ] Wenn Sie die Bienen mit Zucker füttern, so ist das ja eigentlich zunächst ein Unfug, denn die Bienen haben von der Natur aus nicht den Zucker als ihre Nahrung, sondern den Nektar und den Pollen, den Blütenstaub.
[ 34 ] Feeding bees sugar is, in fact, nonsense at first glance, because bees do not naturally feed on sugar, but rather on nectar and pollen.
Herr Müller: Man muß zum Beispiel die Waldtracht entleeren, selbst die Brutwaben, weil die Bienen sonst die Ruhr bekommen. Und dann haben manchmal die Bienen nur zwei bis drei Kilo, das reicht nicht aus.
Mr. Müller: For example, you have to empty the forest harvest, even the brood combs, because otherwise the bees will get dysentery. And then sometimes the bees only weigh two to three kilograms, which isn’t enough.
[ 35 ] Dr. Steiner: Die Bienen sind im allgemeinen gewöhnt, nicht Zucker zu fressen, sondern sie sind eigentlich gewöhnt, den Honig als Nahrung zu haben. Das sind sie eigentlich gewöhnt. Das ist von ihrer Natur aus so. Nun ist das Eigentümliche, daß die Biene im Winter jede Nahrung, die sie bekommt, in eine Art von Honig verwandelt. Die Nahrung wird ja von dem Wesen, das sie aufnimmt, wieder verwandelt. Also die Biene ist fähig, während des Winters das, was sie aufnimmt für sich, während der Verdauung in eine Art von Honig zu verwandeln. Und Sie können sich vorstellen, daß das eigentlich eine Prozedur ist, zu der eine größere Kraft gehört, als wenn man die Bienen mit Honig füttert. Da brauchen sie die Kraft nicht aufzuwenden, in ihrem Organismus drinnen wiederum den Zucker in Honig zu verwandeln.
[ 35 ] Dr. Steiner: Bees are generally not accustomed to eating sugar; rather, they are actually accustomed to feeding on honey. That is what they are truly accustomed to. It is in their nature. Now, what is peculiar is that in winter, the bee transforms any food it receives into a kind of honey. After all, the food is transformed again by the organism that ingests it. So during the winter, the bee is capable of transforming what it ingests into a kind of honey during digestion. And you can have a mental image of this being actually a process that requires more energy than simply feeding the bees honey. In that case, they don’t need to expend the energy to convert the sugar back into honey within their own bodies.
[ 36 ] Was für Bienen werden denn das sein, die in ausgiebiger Weise in sich selber den Zucker in Honig verwandeln? Das werden allein die starken Bienen sein, diejenigen, die man gut brauchen kann. Schwache Bienen kann man nicht dazu bringen, den Zucker in sich selber in Honig zu verwandeln. Daher sind sie mehr oder weniger unbrauchbar.
[ 36 ] What kind of bees, then, are able to convert sugar into honey within themselves to such an extent? These will be only the strong bees—the ones that are truly useful. Weak bees cannot be made to convert sugar into honey within themselves. Therefore, they are more or less useless.
[ 37 ] Nun aber sagte ich vorhin: Die Sache ist für uns besonders erklärlich, wenn Sie zum Beispiel Kamillentee dazunehmen, denn da nehmen Sie nämlich der Biene schon wiederum einen Teil ab von dem, was sie sonst in ihrem eigenen Körper ausführen muß. Wenn Sie den Zucker mit Kamillentee versetzen, dann ist die Substanz der Kamille dasjenige aus der Pflanze, was in der Pflanze den Honig hervorbringt. Denn die Substanz, die im Kamillentee enthalten ist, die ist ja nicht bloß in der Kamille enthalten, sondern in jeder Pflanze, die Honig in sich hat. Aber die Kamille enthält natürlich diese Substanz in stärkerem Maße, und darum kann man sie als Honigpflanze eigentlich schon wiederum gar nicht gebrauchen. Aber wenn Sie eine Pflanze haben, so ist in der Pflanze viel sogenannte Stärke drinnen. Die Stärke hat fortwährend die Tendenz, sich in Zucker zu verwandeln. Auf die Stärke wirkt nun der Kamillensaft schon in der Pflanze drinnen so, daß er den Zuckersaft in der Pflanze nach dem Honig hin dirigiert. Wenn Sie nun also dem Tier Kamillentee beibringen, dann unterstützen Sie es dadurch in der inneren Honigwirkung. Sie machen den Zucker schon ähnlich dem Honig, wenn Sie den Kamillentee beimischen.
[ 37 ] But as I said earlier: This is particularly easy for us to understand if, for example, you add chamomile tea, because then you are, in effect, relieving the bee of part of the work it would otherwise have to perform in its own body. If you mix sugar with chamomile tea, the substance in the chamomile is the very thing in the plant that produces honey. For the substance contained in chamomile tea is not found only in chamomile, but in every plant that produces honey. But chamomile, of course, contains this substance in greater quantities, and that is why it cannot really be used as a honey plant at all. However, if you have a plant, there is a lot of so-called starch inside it. Starch constantly tends to turn into sugar. The chamomile sap acts on this starch right inside the plant in such a way that it directs the sugary sap in the plant toward the production of honey. So when you give chamomile tea to an animal, you’re supporting its internal honey-producing process. By adding chamomile tea, you’re making the sugar more like honey.
[ 38 ] So machen wir es auch mit unseren Heilmitteln. Wenn Sie irgendein Metall haben, kann man das dem Menschen nicht ohne weiteres beibringen, weil es wiederum herausginge mit der Verdauung, sondern man muß es mit irgend etwas versetzen, weil es dann leichter aufgenommen wird. So ist es auch mit dem Kamillentee, den Sie dem Zucker zusetzen.
[ 38 ] That is how we proceed with our remedies as well. If you have any kind of metal, you cannot simply give it to a person, because it would be excreted during digestion; instead, you must mix it with something else, so that it is more easily absorbed. The same applies to the chamomile tea to which you add sugar.
[ 39 ] Das Salz muß aus dem Grunde noch beigesetzt werden, weil das Salz überhaupt die sonst unverdaulichen Dinge verdaulich macht. Der Mensch nimmt instinktiv zu seiner Suppe und so weiter Salz, weil das Salz die Eigentümlichkeit hat, sich rasch im Körper auszudehnen und die Speisen verdaulich zu machen.
[ 39 ] Salt must be added for this very reason: because salt makes otherwise indigestible foods digestible. People instinctively add salt to their soup and other dishes because salt has the property of expanding rapidly in the body and making food digestible.
