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Man and World
How Spirit Works in Nature
GA 351

5 December 1923, Dornach

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12. Vom Honig

12. On Honey

Herr Erbsmehl macht geltend, daß in der heutigen Bienenzucht der Bienenvater in erster Linie auf die Rentabilität bedacht sei. Es gehe also nur auf das Materielle hin. In der «Schweizerischen Bienen-Zeitung» Nummer 10 vom Oktober 1923 heißt es: «Der Honig ist zu einem großen Teil ein Luxusartikel, und diejenigen, welche ihn kaufen, können einen rechten Preis zahlen.» Es wird später in der gleichen Nummer ein Beispiel erzählt, daß ein gewisser Baldensberger, der durch Spanien reiste, bei einem Bienenzüchter eine Anzahl blühender Kinder vorfand, von denen der Bienenzüchter ihm auf die Frage, wohin er seinen Honig verkaufe, sagte: Hier sind meine Kunden. - Hier in Europa geht man darauf aus, viel aus dem Honig herauszuschinden. Ein Unternehmer, der viele Arbeiter hat, schaut darauf, möglichst viel herauszuschinden. So ist es mit den Bienen auch.

Mr. Erbsmehl argues that in modern beekeeping, the beekeeper is primarily concerned with profitability. Thus, the focus is solely on material gain. The *Schweizerische Bienen-Zeitung*, Issue 10, October 1923, states: “Honey is largely a luxury item, and those who buy it can pay a fair price.” Later in the same issue, an example is given of a certain Mr. Baldensberger, who was traveling through Spain, and encountered a beekeeper with a number of children playing among the blooming flowers. When Mr. Baldensberger asked the beekeeper where he sold his honey, the beekeeper replied: “Here are my customers.” - Here in Europe, the aim is to squeeze as much as possible out of the honey. An entrepreneur with many workers seeks to extract as much as possible. The same is true of bees.

Ferner wird gefragt, ob etwas daran sei, daß behauptet wird, daß das Mondlicht einen gewissen Einfluß auf Honigbildung oder Nektarbildung der Blumen habe. (Nummer 11 der «Bienen-Zeitung».)

The article also asks whether there is any truth to the claim that moonlight has a certain influence on honey production or the production of nectar by flowers. (Issue No. 11 of the “Bienen-Zeitung.”)

Herr Müller erwidert, daß Herr Erbsmehl ja aus der Imkerzeitung sehe, daß das ein kleiner Imker ist, der seinen Honig nicht weiterverkaufe. Erbsmehl wisse noch nicht, was heutzutage Bienenzucht heißt und was alles damit zusammenhängt und daß man infolgedessen auch rechnen muß. Wenn man nicht mit der Rentabilität rechne, wie in anderen Fällen auch, so müsse man die Bienenzucht eben aufstecken. Und der Honig würde, wenn man ihn nicht auf diese Weise durch künstliche Zucht hervorbringe, gar nicht in dem Maße da sein. Es gibt manchmal nur ein bis zwei Kilo Honig, unter Umständen noch etwas Tannenhonig, den man herausnehmen muß, wenn man die Völker gesund halten will. Das ist alles. Nachher ist ein schlechtes Jahr, und es reicht nicht aus bis April, Mai. Lebensfähig bleibende Völker muß man mit Hilfe künstlicher Auffütterung - Zucker, Kamillentee, Thymian und etwas Salzzusatz - durchbringen. Die Stunden werden ganz genau notiert in einem modernen Stand, wieviel der Imker an Zeit aufgebracht hat, fünfeinhalb Stunden, die Stunde wird mit I Franken oder 1.50 berechnet; da ist der Honig auf 7 Franken zu stehen gekommen. Man muß auch mit Abschreibungen rechnen; der Wabenbau geht einem verloren, man muß etwas ersetzen. Das Anwesen muß sich doch rentieren. Wenn der Imker immer auf dem alten Standpunkt stehen bleibt, so kommt er nicht vorwärts. Herr Erbsmehl kann das ja; aber wenn ich einen großen Stand habe, muß ich mir berechnen und sagen, es ist schon Defizit gemacht worden bei 6 Franken. Die amerikanischen Imker stellen sich auch genau auf denselben Standpunkt.

Mr. Müller replies that Mr. Erbsmehl can see from the beekeeping journal that this is a small-scale beekeeper who does not resell his honey. Erbsmehl does not yet understand what beekeeping entails these days, all that goes along with it, and that, as a result, one must also do the math. If one does not factor in profitability—as is the case in other situations—then one simply has to give up beekeeping. And if honey were not produced in this way through artificial breeding, there simply wouldn’t be nearly as much of it. Sometimes there are only one or two kilograms of honey, and in some cases a little fir honey, which must be harvested if one wants to keep the colonies healthy. That’s all. Then there’s a bad year, and it isn’t enough to last until April or May. Colonies that are to remain viable must be sustained with the help of artificial feeding—sugar, chamomile tea, thyme, and a little added salt. In a modern apiary, the hours are recorded very precisely—how much time the beekeeper has spent, five and a half hours—and each hour is billed at 1 franc or 1.50; that brings the cost of the honey up to 7 francs. You also have to factor in depreciation; the comb structure is lost, so you have to replace it. The operation must be profitable after all. If the beekeeper always clings to the old way of thinking, he won’t make any progress. Mr. Erbsmehl can do that, of course; but if I have a large operation, I have to do the math and conclude that a loss has already been incurred at 6 francs. American beekeepers take exactly the same stance.

Er könne nicht begreifen, daß nach achtzig bis hundert Jahren die Völker eingehen sollen. Er könne nicht gut begreifen, inwiefern Herr Doktor das meine, in fünfzig oder hundert Jahren könne die künstliche Zucht Not leiden.

He could not understand how peoples were supposed to die out after eighty to one hundred years. He could not quite grasp what the doctor meant when he said that, in fifty or one hundred years, artificial breeding might suffer.

In bezug auf den zweiten Punkt, was das Anzeigen des Todes des Bienenvaters bei den Bienen betrifft, habe er ja auch schon erwähnt, daß der größte Teil eines Bienenstandes beim Tode des Pflegers eingegangen sei. Wie das zugehe, könne er nicht begreifen.

Regarding the second point—namely, the bees’ reaction to the death of their queen—he had already mentioned that the majority of a hive had perished upon the queen’s death. He could not understand how this happened.

In bezug auf nicht echten Bienenhonig in Hotels möchte er sagen, daß erstklassige Hotels viel den amerikanischen Bienenhonig kaufen. Wenn Bienen mit diesem Honig gefüttert werden, gehen sie kaputt. Und das ist doch auch Bienenprodukt.

Regarding non-genuine honey in hotels, he would like to point out that first-class hotels buy a lot of American honey. When bees are fed this honey, they die. And that, after all, is also a bee product.

Dann über das Stechen der Bienen: Schweiß ist das Schlimmste, was es für Bienen gibt. Wenn man pfeifende oder schnarrende Töne hört, ist es ratsam, stehenzubleiben.

Now, about bee stings: Sweat is the worst thing for bees. If you hear whistling or buzzing sounds, it’s best to stop where you are.

In bezug auf die Frage, wie weit ein Bienenstich Einfluß auf den Menschen haben kann, ist mir ein Beispiel bekannt, das ich erzählen will. Ein kräftiger Mann, noch stärker als Herr Binder ist, wurde von einer Biene gestochen. Er rief: Haltet mich, ich bin von einer Biene gestochen! - Er war außerordentlich empfindlich dagegen. Es war ein Mensch, der etwas herzleidend ist. Vielleicht wird Herr Doktor da noch etwas erwähnen, inwiefern ein Bienenstich von besonderer Gefahr sein könnte.

Regarding the question of how much of an effect a bee sting can have on a person, I know of an example that I would like to share. A strong man, even stronger than Mr. Binder, was stung by a bee. He cried out, “Hold me—I’ve been stung by a bee!”—He was extremely sensitive to it. He was a man who suffered somewhat from heart problems. Perhaps the doctor will have something to add regarding the extent to which a bee sting could pose a particular danger.

Zum Beispiel sagt man: Drei Hornissenstiche töten ein Roß. - In meinem Bienenhaus fand ich vor einiger Zeit ein Hornissennest. Ich hatte die Brut weggenommen. Die Hornissen waren so feig, daß sie nicht gestochen haben im Dunkeln; im Freien hätten sie es vielleicht getan.

For example, there is a saying: “Three hornet stings can kill a horse.” — Some time ago, I found a hornet’s nest in my apiary. I had removed the brood. The hornets were so cowardly that they didn’t sting in the dark; out in the open, they might have done so.

[ 1 ] Dr. Steiner: Gehen wir zunächst einmal, damit wir möglichst rationell über die Dinge reden, auf das Wiedererkennen des Bienenvaters durch die Bienen ein.

[ 1 ] Dr. Steiner: To discuss these matters as efficiently as possible, let’s start by talking about how bees recognize their queen.

[ 2 ] Sie haben ein Urteil gefällt, das, solange man die Sache mit dem Verstand betrachtet, natürlich ganz berechtigt ist. Aber nun will ich Ihnen etwas sagen. Denken Sie sich, Sie haben einen Freund; den lernen Sie, sagen wir, im Jahre 1915 kennen. Dieser Freund bleibt hier in Europa und Sie gehen nach Amerika und kommen im Jahre 1925 wieder zurück. Der Freund ist meinetwillen in Arlesheim. Sie kommen nach Arlesheim, begegnen dem Freund und erkennen ihn wieder. Was ist aber inzwischen vorgegangen? Ich habe Ihnen ja auseinandergesetzt: Der Stoff, die Materie, die Substanz, die in dem menschlichen Körper ist, die ist nach sieben, acht Jahren vollständig ausgetauscht. Es ist gar nichts mehr davon da. So daß also der Freund, wenn Sie ihn nach zehn Jahren wiedersehen, nichts in sich hat von all dem, wirklich nichts in sich hat von dem, was Sie vor zehn Jahren an Materie an ihm gesehen haben. Und doch haben Sie ihn wiedererkannt. Und wenn wir ihn äußerlich anschauen, dann schaut er ja allerdings so aus, wie Sie wissen, daß er eine zusammenhängende Masse ist. Er schaut schon so aus. Aber wenn Sie ihn jetzt durch ein genügend großes Vergrößerungsglas anschauen würden, den Freund, da würden Sie sehen: Da fließt in seinem Kopf eine Blutader. Ja, schön, diese Blutader schaut so aus, wenn man sie mit dem gewöhnlichen Auge oder mit einem kleinen Vergrößerungsglas anschaut. Aber wenn man sich ein riesiges Vergrößerungsglas denkt, da schaut das, was da als Blut ist, nicht mehr so aus; da besteht es aus lauter Pünktchen, die so ausschauen wie kleine Tiere. Aber diese Pünktchen sind nicht in Ruhe, die zittern fortwährend. Und wenn Sie das anschauen, dann hat das eine verfluchte Ähnlichkeit mit einem schwärmenden Bienenschwarm!

[ 2 ] You have reached a conclusion that, as long as one considers the matter rationally, is of course entirely justified. But now let me tell you something. Imagine you have a friend whom you meet, let’s say, in 1915. This friend stays here in Europe, and you go to America and return in 1925. For my sake, let’s say the friend is in Arlesheim. You arrive in Arlesheim, meet the friend, and recognize him. But what has happened in the meantime? I have already explained to you: The material, the matter, the substance within the human body is completely replaced after seven or eight years. There is nothing left of it at all. So when you see your friend again after ten years, he has nothing left within him of all that—truly nothing left of the physical matter you saw in him ten years ago. And yet you recognized him. And when we look at him outwardly, he certainly appears, as you know, to be a coherent mass. He certainly looks that way. But if you were to look at him now through a sufficiently large magnifying glass, you would see: a blood vessel is flowing in his head. Yes, of course, this blood vessel looks that way when viewed with the naked eye or a small magnifying glass. But if you imagine a gigantic magnifying glass, what appears to be blood no longer looks that way; it consists entirely of tiny dots that look like little animals. But these dots aren’t at rest—they’re constantly trembling. And when you look at that, it bears a striking resemblance to a swarming bee swarm!

[ 3 ] Der Mensch schaut nämlich, wenn man ihn genügend vergrößert in seiner Substanz, ganz genau so aus wie ein Bienenschwarm. Wenn man das durchschaut, so müßte es einem eigentlich unverständlich erscheinen, daß einen ein Mensch nach zehn Jahren wiedererkennt, denn kein einziges von diesen kleinen bewegten Pünktchen ist noch da. Seine Augen haben ganz andere Punkte. Es sind ganz andere kleine Tierchen da drinnen, und dennoch erkennt einen der Mensch wiederum.

[ 3 ] When you magnify a human being’s physical substance enough, he actually looks exactly like a swarm of bees. Once you understand this, it should actually seem incomprehensible that a person would recognize you again after ten years, because not a single one of those tiny moving dots is still there. His eyes contain entirely different points. There are entirely different little creatures in there, and yet the person still recognizes you again.

[ 4 ] Also ist es absolut nicht notwendig, daß diese einzelnen kleinen Tierchen und Pflänzchen, aus denen wir bestehen, das machen, daß wir uns wiedererkennen, sondern der ganze Mensch erkennt uns wieder; und der Bienenstock ist eben nicht nur das, was man so und so viele tausend Bienen nennt, sondern der Bienenstock ist ein Ganzes, ein ganzes Wesen. Was einen wiedererkennt oder nicht wiedererkennt, das ist der ganze Bienenstock.

[ 4 ] So it is absolutely not necessary for these individual tiny creatures and plants that make us up to be the ones that recognize us; rather, the whole human being recognizes us; and the beehive is not merely what is called so-and-so many thousand bees, but the beehive is a whole, a complete being. It is the entire beehive that recognizes us or fails to recognize us.

[ 5 ] Wenn Sie statt Vergrößerungsgläsern Verkleinerungsgläser hätten, so würden Sie alle diese Bienen zusammenbringen können und würden sie ebenso verbinden können wie einen menschlichen Muskel. Also das ist es gerade, was man bei der Biene beachten muß, daß man es nicht nur mit den Einzelbienen zu tun hat, sondern daß man es mit demjenigen, was ja absolut zusammengehört, was ein Ganzes ist, zu tun hat. Und das kann man mit dem bloßen Verstand nicht erfassen. Da muß man schon das Ganze als solches anschauen können. Und deshalb ist gerade dasjenige, was Bienenstock und so weiter ist, so ungeheuer lehrreich, weil der Bienenstock ganz widerlegt die Überlegungen, die wir machen. Die Überlegungen sagen uns eigentlich immer, es müßte anders sein. Aber im Bienenstock gehen die wunderbarsten Dinge vor sich. Es ist nicht so, wie wir es mit dem Verstand uns zunächst denken. Also dasjenige, was da stattfindet, daß tatsächlich diese Veränderung, der Tod des Bienenvaters, auf den Bienenstock einen gewissen Einfluß hat, das ist ja nicht abzuleugnen. Das ist da. Das ergibt die Erfahrung. Wer wirklich nicht nur mit einer einzigen Bienenzucht zu tun gehabt hat, sondern viele Bienenzüchtereien gesehen hat, der nimmt das schon wahr.

[ 5 ] If you had reducing glasses instead of magnifying glasses, you would be able to bring all these bees together and connect them just as you would a human muscle. So that is precisely what one must keep in mind when considering bees: that one is not dealing merely with individual bees, but with something that is absolutely interconnected—something that constitutes a whole. And that cannot be grasped by reason alone. You have to be able to view the whole as such. And that is precisely why the beehive and so on are so immensely instructive—because the beehive completely refutes the reasoning we engage in. Our reasoning actually always tells us that things ought to be different. But the most wondrous things take place in the beehive. It is not as we initially imagine it to be with our intellect. So what takes place there—the fact that this change, the death of the drone king, does indeed have a certain influence on the beehive—that cannot be denied. It is there. Experience confirms it. Anyone who has not only been involved with a single apiary but has seen many apiaries will certainly notice this.

[ 6 ] Und ich kann Ihnen sagen: Es ist mir zum Beispiel die Bienenzucht in der mannigfaltigsten Weise, gerade während ich ein Bube war, außerordentlich nahegetreten, und ich konnte mich dazumal außerordentlich interessieren schon aus dem Grunde, weil mich dazumal die finanziellen Sachen, die ökonomischen Fragen, die wirtschaftlichen Fragen gerade bei der Bienenzucht weniger interessiert haben als heute oder als später, und zwar aus dem Grunde, weil der Honig schon dazumal so teuer war, daß bei der Armut meiner Eltern wir uns eben keinen Honig haben kaufen können. Wir haben nämlich allen immer von den Nachbarn geschenkt bekommen, zu Weihnachten meistens, und haben so viel geschenkt bekommen im Laufe der weiteren Jahreszeit, daß man das ganze Jahr Honig gehabt hat. Er ist verteilt worden. Da hat mich die ökonomische Frage gar nicht so interessiert, weil ich in meiner Bubenzeit furchtbar viel, soweit es nötig war, geschenkten Honig gegessen habe. Warum kann das sein? Heute würde man unter den gleichen Verhältnissen gar nicht so leicht geschenkten Honig kriegen. Aber damals in der Nachbarschaft meines Elternhauses waren die Bienenzüchter zumeist Landwirte und haben die Bienenzucht in die Landwirtschaft hineingestellt.

[ 6 ] And I can tell you: Beekeeping, for example, became extremely close to my heart in the most diverse ways, especially when I was a boy, and I was able to take a keen interest in it back then simply because, at that time, financial matters, economic issues, and business concerns—especially as they related to beekeeping—interested me less than they do today or than they would later, and this was because honey was already so expensive back then that, given my parents’ poverty, we simply couldn’t afford to buy any. In fact, we always received honey as a gift from our neighbors—mostly at Christmas—and we received so much throughout the rest of the year that we had honey all year round. It was shared around. So the economic aspect didn’t interest me all that much, because as a boy I ate an awful lot of gifted honey, as much as I needed. Why might that be? Today, under the same circumstances, it wouldn’t be so easy to get honey as a gift. But back then, in the neighborhood where my parents lived, most beekeepers were farmers and integrated beekeeping into their farming operations.

[ 7 ] Das ist etwas ganz anderes, als wenn der einzelne der Herren eine Bienenzucht sich anlegt und im übrigen ein Arbeiter ist, der von seinem Lohn leben muß. Innerhalb der Landwirtschaft wird die Bienenzucht getrieben, ohne daß man es überhaupt merkt. Da kommt die Arbeitszeit sozusagen überhaupt nicht in Betracht, denn das ist etwas, was da übrigbleibt. Gerade bei der Landwirtschaft ist es so, daß das immer übriggeblieben ist, die Zeit irgendwo anders erspart oder eine andere Arbeit auf eine andere Zeit verlegt worden ist und so weiter. Jedenfalls ist da der Honig zwischendurchgegangen, und man hatte eigentlich die Vorstellung: Der Honig ist etwas so Wertvolles, daß man es überhaupt nicht bezahlen kann. - Und das ist in gewissem Sinne sogar tatsächlich richtig, weil es sich wirklich darum handelt, daß unter den heutigen Verhältnissen ja alles, was es überhaupt gibt, unter falschen Preisverhältnissen ist. Heute sollte man im Grunde genommen über die Preisverhältnisse gar nicht anfangen zu diskutieren, denn es ist alles unter falschen Preisverhältnissen, und es muß in viel umfassenderer Weise gerade über den Preis auf nationalökonomischer Grundlage diskutiert werden. Es kommt nicht viel dabei heraus, wenn man über den Preis der einzelnen Lebensmittel diskutiert, und der Honig ist ein Lebensmittel, nicht nur ein Genußmittel oder Luxusartikel. In einer gesunden sozialen Ordnung würde sich schon auch selbstverständlich ein gesunder Honigpreis ergeben. Daran ist gar nicht zu zweifeln.

[ 7 ] This is quite different from a situation where one of these gentlemen takes up beekeeping while otherwise working as a laborer who must live off his wages. Within agriculture, beekeeping is carried out without anyone even noticing it. Working hours, so to speak, do not come into play at all, because beekeeping is something that is done with whatever time is left over. In agriculture in particular, this is always the case: time has been left over, saved up elsewhere, or another task has been postponed to a later time, and so on. In any case, the honey was produced in between, and people actually had a mental image of honey as something so valuable that it cannot be paid for at all. - And in a certain sense, that is actually true, because the fact is that under today’s conditions, everything that exists is subject to distorted price relations. Today, we really shouldn’t even begin to discuss price relations, because everything is subject to distorted price relations, and the issue of price must be discussed in a much more comprehensive way, specifically on a national economic basis. There’s not much to be gained from discussing the price of individual food items, and honey is a foodstuff, not merely a delicacy or luxury item. In a healthy social order, a healthy price for honey would naturally emerge. There’s no doubt about that at all.

[ 8 ] Aber dadurch, daß wir heute überhaupt nicht in gesunden sozialen Verhältnissen leben, kommen alle Fragen in eine ungesunde Stellung hinein. Sehen Sie, es ist ja heute auch so, daß Sie auf große Gutswirtschaften kommen. Ja, meine Herren, was Ihnen da der Wirtschaftsverwalter sagt - in der Regel ist es kein Bauer, sondern ein Wirtschaftsverwalter auf großen Gütern -, was Ihnen der sagt über die Menge Milch, die er von seinen Kühen bekommt: das ist horribel. Er bekommt so viel Liter Milch im Tag, daß derjenige, der die Kuhnatur kennt, weiß: Das ist unmöglich, daß man von der Kuh so viel Milch gewinnt. Man gewinnt sie aber doch! Man gewinnt sie ganz sicher doch. Bei manchen ist es so, daß sie meinetwillen fast auf das Doppelte hinaufkommen von dem, was eine Kuh eigentlich geben kann in der Milchproduktion. Dadurch wird das Gut ungeheuer rentabel, selbstverständlich. Und man kann nicht einmal sagen, daß man irgendwie stark bemerken könnte, daß die Milch nun nicht dieselbe Kraft hätte wie eine Milch, die unter natürlichen Verhältnissen kommt. Also man kann zunächst gar nicht nachweisen, daß da etwas Schlimmes geschieht.

[ 8 ] But because we do not live in healthy social conditions at all today, all these issues end up in an unhealthy situation. You see, it’s also the case today that you come across large estates. Yes, gentlemen, what the estate manager tells you there—as a rule, it’s not a farmer but an estate manager on a large estate—what he tells you about the amount of milk he gets from his cows: it’s horrifying. He gets so many liters of milk a day that anyone familiar with the nature of cows knows: it’s impossible to get that much milk from a cow. But they do get it! They certainly do. In some cases, they manage—as far as I’m concerned—to nearly double what a cow can actually produce in terms of milk. This makes the estate incredibly profitable, of course. And you can’t even say that you’d notice in any significant way that the milk doesn’t have the same nutritional value as milk produced under natural conditions. So, to begin with, there’s no way to prove that anything bad is happening.

[ 9 ] Aber ich will Ihnen zum Beispiel folgendes sagen. Wir haben Versuche gemacht mit einem Mittel gegen die Maul- und Klauenseuche beim Rind, wie wir ja in den letzten Jahren viele solche Versuche gemacht haben. Diese Versuche sind auf großen Wirtschaften angestellt worden, aber auch auf kleinen Bauernwirtschaften, in denen es nicht zu einer so großen Milchbereitung der Kühe gekommen ist wie in den großen Wirtschaften. Man konnte natürlich manches erfahren, weil man ja ausprüfen mußte, wie das Mittel bei der Maul- und Klauenseuche wirkt. Es ist dann nicht zu Ende gekommen, weil offiziell die Leute nicht darauf eingehen wollten und man heute alle möglichen Konzessionen braucht und so weiter. Aber das Mittel hat sich außerordentlich gut bewährt. Und etwas verändert wird es ja auch in solchen Mitteln in sehr günstiger Weise angewendet, wie im sogenannten «Staupe-Heil», in dem Mittel gegen die Hundestaupe.

[ 9 ] But let me give you the following example. We have conducted experiments with a treatment for foot-and-mouth disease in cattle, just as we have carried out many such experiments in recent years. These trials were conducted on large farms, but also on small family farms, where milk production from the cows was not as high as on the large farms. Of course, we were able to learn a great deal, because we had to test how the treatment worked against foot-and-mouth disease. The project was never completed, however, because officials were unwilling to support it, and today one needs all sorts of permits and so on. But the remedy proved exceptionally effective. And in modified form, it is also used very effectively in remedies such as the so-called “Staupe-Heil,” the remedy for canine distemper.

[ 10 ] Wenn Sie diese Versuche machen, da finden Sie folgendes. Da sehen Sie, daß Kälber, die von Kühen kommen, die zuviel dressiert werden auf zuviel Milch-Geben, wesentlich schwächer sind. Sie können das an der Wirkung des Heilmittels sehen. Da wird gewissermaßen die Wirkung oder Nichtwirkung ungeheuer vergrößert. Das Kalb wächst ja allerdings dann heran, wenn es nicht an der Maul- und Klauenseuche zugrunde geht. Aber ein Kalb, das abstammt von einer Kuh, die Sie überfüttern und dadurch auf zuviel Milch drängen, ein solches Kalb ist schon schwächer als Kälber, die von Kühen stammen, die weniger auf Milch dressiert werden. Sie können es sehen bei der ersten, zweiten, dritten, vierten Generation. Da ist es so klein, daß es fast nicht bemerkt wird. Diese Milchzüchterei gibt es erst kurze Zeit; aber das weiß ich sehr gut: Wenn man so fortfährt, wenn eine Kuh über dreißig Liter Milch im Tag geben soll, wenn man sie so fort malträtiert, dann geht überhaupt die ganze Kuhwirtschaft nach einiger Zeit absolut zugrunde. Da ist gar nichts zu machen.

[ 10 ] If you conduct these experiments, you will find the following: You will see that calves born to cows that are over-trained to produce too much milk are significantly weaker. You can see this in the effect of the remedy; the effect—or lack thereof—is, so to speak, tremendously amplified. The calf will, of course, grow up—provided it doesn’t perish from foot-and-mouth disease. But a calf descended from a cow that you overfeed and thereby force to produce too much milk—such a calf is already weaker than calves descended from cows that are less conditioned to produce milk. You can see this in the first, second, third, and fourth generations. It’s so subtle that it’s almost imperceptible. This practice of raising cows for milk has only been around for a short time; but I know this very well: If we continue this way—if a cow is expected to produce over thirty liters of milk a day, if we keep mistreating her like this—then the entire dairy industry will be completely ruined after a while. There’s absolutely nothing that can be done about it.

[ 11 ] Nun, nicht wahr, so schlimm ist es natürlich bei der künstlichen Bienenzucht aus dem Grunde nicht, weil die Biene ein Tier ist, das immer sich selbst wieder hilft, weil die Biene ja viel näher der Natur steht, als die Kuh es kann, wenn sie so gezüchtet wird. Es ist noch nicht einmal so schlimm, wenn in dieser Weise die Kühe malträtiert werden mit Milchzüchten und Sie bringen sie trotzdem auf die Weide. Aber das tun ja diese großen Wirtschaften auch schon nicht mehr. Diese Wirtschaften haben lediglich Stallfütterung. Die Kuh wird ganz aus ihren natürlichen Verhältnissen herausgerissen.

[ 11 ] Well, of course, it’s not really that bad with artificial beekeeping, because the bee is an animal that always helps itself—after all, the bee is much closer to nature than a cow can be when it’s bred that way. It’s not even that bad when cows are mistreated in this way through dairy farming, yet you still take them out to pasture. But even those large farms don’t do that anymore. These farms rely solely on barn feeding. The cow is completely torn away from her natural environment.

[ 12 ] Das kann man sich bei der Bienenzucht nicht leisten. Durch ihre Natur bleibt die Biene mit der äußeren Natur zusammen. Sie hilft sich also wiederum. Und dieses Helfen, dieses Sich-selbst-Helfen, das ist beim Bienenstock als solchem etwas ungemein Wunderbares. Da kommen wir jetzt auf das, was Herr Müller gesagt hat von den Hornissen, die er manchmal da drinnen findet in seinem Bienenstand, und die ihn nicht gestochen haben, währenddem, wenn einem sonst sich eine Hornisse nähert, es eine schlimme Sache sein kann.

[ 12 ] You can’t afford that in beekeeping. By its very nature, the bee remains in harmony with the natural world. So it helps itself in turn. And this helping—this helping itself—is something truly marvelous about the beehive as such. This brings us to what Mr. Müller said about the hornets he sometimes finds inside his apiary—and which haven’t stung him—whereas, ordinarily, when a hornet approaches you, it can be a very dangerous situation.

[ 13 ] Da will ich Ihnen noch etwas anderes sagen. Ich weiß nicht, ob Sie selber schon die Erfahrung gemacht haben - diejenigen, die Bienenzüchter sind, werden das wissen -, aber es kann sein, daß sie in die Notwendigkeit versetzt sind, einmal einen Bienenstock leer zu haben. Ja, sehen Sie, da habe ich einmal gesehen, wie in einem solchen leeren Bienenstock so etwas Merkwürdiges drinnen war wie ein solcher Knollen (es wird gezeichnet). Man wußte zunächst gar nicht, was das eigentlich ist. Die Bienen hatten da, scheinbar aus gar keinem Grund, einen solchen Knollen gemacht. Aus allerlei, aus dem auch ihre sonstigen Produkte hergestellt sind, hatten sie solch einen Knollen gemacht. Einfach wie ein großer Stein war da ein Knollen aus allerlei Harzen, Pechen, leimartiger Substanz — die bringen ja die Bienen auch mit -, aus Wachs und so weiter; aus dem hatten sie da einen großen Knollen gemacht. Ja, meine Herren, da war ich neugierig einmal, was denn da eigentlich los sei, und habe diesen Knollen auseinandergenommen — bums, war eine tote Maus drinnen, eine richtige tote Maus!

[ 13 ] I’d like to tell you something else. I don’t know if you’ve had this experience yourself—those of you who are beekeepers will know—but you may find yourself in a situation where you need to have an empty beehive. Yes, you see, I once saw something strange inside such an empty beehive—something like a lump (it is drawn). At first, no one knew what it actually was. The bees had made this lump there, seemingly for no reason at all. From all sorts of materials—the same ones used to make their other products—they had formed this lump. It was simply a large lump, like a big stone, made of all kinds of resins, pitch, glue-like substances—which the bees also bring in—wax, and so on; they had formed a large lump out of all that. Well, gentlemen, I was curious to find out what was actually going on there, so I took this lump apart—and bam, there was a dead mouse inside, a real dead mouse!

[ 14 ] Diese Maus war in den Bienenstock hereingekommen, war darinnen gestorben, und nun denken Sie sich, was für eine furchtbare Sache der Leichengeruch von einer toten Maus für die Bienen gewesen wäre! Da hatte der ganze Bienenstock in einem außerordentlichen Falle den Instinkt, diese tote Maus mit einer Schale zu umgeben. Als man die Schale auseinandernahm, hat es schon furchtbar gestunken; aber der Gestank, der blieb eingeschlossen in der Schale. Sie sehen, da lebte in dem ganzen Bienenstock nicht nur der Instinkt, Zellen zu bauen, die Jungen zu füttern, sondern da lebte auch der Instinkt für das, was zu tun ist, wenn, was nicht gewöhnlich ist, eine Maus hineinkommt. Und da die Bienen nicht in der Lage waren, die tote Maus hinauszubringen, so halfen sie sich selber und machten eine Schale darum. Von anderen habe ich gehört, daß namentlich Schnecken, Nacktschnecken, die in dieser Weise in den Stock hineinkommen, inkrustiert werden. In dem Bienenstock leben nicht nur die gewöhnlichen Instinkte, sondern da leben richtige Heilinstinkte drinnen. Die sind außerordentlich wirksam.

[ 14 ] This mouse had gotten into the beehive, had died inside, and now just imagine what a terrible ordeal the stench of a dead mouse must have been for the bees! In this extraordinary situation, the entire beehive acted on instinct to surround the dead mouse with a shell. When the shell was taken apart, it already stank terribly; but the stench remained trapped inside the shell. You see, the entire beehive was driven not only by the instinct to build cells and feed the young, but also by the instinct for what to do when—unusually—a mouse gets inside. And since the bees were unable to carry the dead mouse out, they helped themselves by building a shell around it. I have heard from others that snails and slugs, in particular, which enter the hive in this way, become encased in the shell. The beehive is home not only to ordinary instincts, but also to true healing instincts. These are extraordinarily effective.

[ 15 ] Nun, wenn da im Bienenstock drinnen ein Hornissennest ist, da machen die Bienen zwar nicht ein solches festes Gerüste, aber sie umgeben dieses Hornissennest fortwährend mit der Absonderung ihres Giftes, und dadurch verlieren die Hornissen die Energie, die Kraft, überhaupt loszugehen. Geradeso wie die Maus, die tote Maus da drinnen nicht mehr einen Geruch nach allen Seiten schickt, so lebt die Hornisse, wenn sie auch nicht fest inkrustiert wird, doch fortwährend in den Dämpfen, mit denen die Bienen sie umgeben, damit sie schwach wird, ihnen nichts mehr tut. So verliert die Hornisse ganz die Kraft, die Energie, und kann sich nicht mehr wehren, wenn man an sie herankommt.

[ 15 ] Well, if there is a hornet’s nest inside the beehive, the bees do not build such a solid structure around it, but they constantly surround the hornet’s nest with their secretions, and as a result, the hornets lose the energy and strength to even move. Just as the dead mouse inside no longer emits a smell in all directions, so the hornet—even if it isn’t completely encrusted—continues to live amid the fumes with which the bees surround it, so that it grows weak and can no longer harm them. Thus, the hornet completely loses its strength and energy and can no longer defend itself when approached.

[ 16 ] Es ist schon so, daß man nur zurechtkommt mit den Bienen, wenn man über den bloßen Verstand hinausgeht und mit einer gewissen inneren Anschauung die Sachen tatsächlich verfolgt. Es ist ja ganz wunderbar, dieses Bild. Und deshalb muß man sagen: Der Bienenstock ist eben durchaus ein Ganzes. Er ist als Ganzes aufzufassen. Aber bei einem Ganzen erscheint der Schaden durchaus nicht momentan.

[ 16 ] It is certainly true that one can only cope with bees if one goes beyond mere reason and actually observes things with a certain inner insight. This image is truly wonderful. And that is why one must say: The beehive is indeed a whole. It must be understood as a whole. But with a whole, the damage does not appear to be merely momentary.

[ 17 ] Wer den Menschen gut kennt, der kann zum Beispiel folgendes sich sagen: Irgendein Mensch - es gibt solche - ist mit fünfundsechzig, sechsundsechzig Jahren noch ziemlich frisch; ein anderer ist nicht mehr frisch, weil er an innerlichen Verkalkungen der Blutadern und so weiter leidet. Dieses sich anzuschauen und in Zusammenhang mit dem zu bringen, was in der Kindheit sich vollzogen hat, das ist außerordentlich interessant.

[ 17 ] Anyone who knows human nature well can, for example, say to themselves: Some people—and there are such people—are still quite spry at sixty-five or sixty-six; others are no longer spry because they suffer from internal calcification of the blood vessels and so on. To observe this and relate it to what took place in childhood is extraordinarily interesting.

[ 18 ] Man kann zum Beispiel einem Kinde Milch geben, die von Kühen herrührt, die zuviel Nahrung aufnehmen, die mit dem Kalkboden zu tun hat. Dadurch kann das Kind schon mit der Kuhmilch, mit der es genährt wird, etwas von dem Kalkboden bekommen. Das zeigt sich vielleicht gar nicht gleich. Und nun kommt irgendein Mediziner von der heutigen Sorte, zeigt einem ein solches Kind, das mit Kuhmilch aufgezogen ist, auch vom Kalkboden, und ein anderes, das mit Muttermilch aufgezogen ist, und er sagt: Das macht gar keinen Unterschied - und dergleichen. Aber das Kind, das mit Muttermilch aufgezogen ist, ist mit fünfundsechzig, sechsundsechzig Jahren noch frisch, das Kind, das mit Kuhmilch aufgezogen ist, das verkalkt mit fünfundsechzig, sechsundsechzig Jahren! Das ist, weil der Mensch ein Ganzes ist und was in einem Zeitraum wirkt, noch in viel späterer Zeit nachwirkt. Etwas kann in einem Zeitraum ganz gesund sein; dennoch wirkt es nach. Und das ist es, was ich meine, wenn ich sage: Es läßt sich aus dem heutigen Bestand überhaupt gar nichts schließen darauf, was die künstliche Bienenzucht bedeutet oder nicht, sondern das muß man nach fünfzig, sechzig Jahren oder meinetwillen hundert Jahren ins Auge fassen. Daß heute einer sagt: Ich begreife das nicht, daß das in fünfzig, sechzig oder hundert Jahren anders sein soll -, das ist ganz selbstverständlich. Daß man das heute gar nicht einsehen will - das ist gerade so, wie es mir einmal auf einem Gute passierte. Sie können versichert sein: Ich bin einst in aller Gutmütigkeit fast totgemacht worden, als ich dort nur anfing, davon zu reden, daß man auf einem Gute nicht so viel Milch gewinnen sollte; denn die Kuhzucht wird viel schneller leiden, wird in einem Vierteljahrhundert ruiniert sein.

[ 18 ] For example, you can give a child milk that comes from cows that consume too much feed—a situation related to the calcareous soil. As a result, the child can absorb some of the calcareous soil simply through the cow’s milk with which they are fed. This may not be immediately apparent. And now some modern-day doctor comes along, shows you a child like this who was raised on cow’s milk—also from the calcareous soil—and another who was raised on breast milk, and says: “It makes no difference at all”—and so on. But the child raised on breast milk is still sprightly at sixty-five or sixty-six years of age, while the child raised on cow’s milk has developed calcification by the time they’re sixty-five or sixty-six! This is because the human being is a whole, and what has an effect during one period continues to have an aftereffect much later on. Something can be perfectly healthy during a certain period; yet its effects linger. And that is what I mean when I say: Nothing at all can be concluded from the current state of affairs regarding what artificial beekeeping does or does not entail; rather, one must consider the consequences after fifty, sixty, or—for my part—a hundred years. That someone today might say, “I don’t understand how this could be different in fifty, sixty, or a hundred years”—that is entirely to be expected. The fact that people today are unwilling to see this—that’s exactly what happened to me once on a farm. You can rest assured: I was once, in all good faith, nearly killed when I merely began to suggest there that a farm shouldn’t produce so much milk; for cattle breeding will suffer much more quickly and will be ruined within a quarter-century.

[ 19 ] Man kann heute gegen die künstliche Bienenzucht gar nichts haben, weil wir schon einmal in Verhältnissen leben, in denen auf sozialem Gebiete gar nichts gemacht werden kann. Aber eingesehen werden muß es, daß es etwas anderes ist, ob man der Natur ihren Lauf läßt und sie nur in richtige Bahnen bringt, oder wenn man etwas Künstliches in die Sache hineinbringt. Aber ich will mich da gar nicht gegen das, was Herr Müller gesagt hat, irgendwie aufbäumen. Das ist ganz richtig: Man kann das heute noch nicht feststellen, sondern man muß das vertagen. Wir wollen uns in einem Jahrhundert wieder sprechen, Herr Müller, und wollen sehen, was Sie dann für eine Ansicht haben. Das ist etwas, was heute gar nicht entschieden werden kann. Das ist die Sache.

[ 19 ] Today, one can have no objection whatsoever to artificial beekeeping, because we already live in circumstances where nothing at all can be done in the social sphere. But we must recognize that it is one thing to let nature take its course and simply guide it in the right direction, and quite another to introduce something artificial into the equation. But I don’t want to take any kind of stand against what Mr. Müller said. That is quite correct: We cannot determine that yet today; rather, we must postpone the decision. Let’s speak again in a century, Mr. Müller, and see what your view will be then. This is something that simply cannot be decided today. That is the issue.

Herr Erbsmehl weist noch einmal darauf hin, daß bei heutigen Bienenzüchtern alles auf Rentabilität gehe.

Mr. Erbsmehl points out once again that today's beekeepers are focused entirely on profitability.

[ 20 ] Dr. Steiner: Je mehr Sie finden, daß einer nebenbei die Bienenzucht berreibt, ist er mehr der Ansicht dieses Spaniers, den Sie angeführt haben. Das heißt, heute ist es vielleicht im allgemeinen nicht mehr so, aber vor fünfzig, sechzig Jahren hat der Landwirt nicht viel gegeben auf das, was er von den Bienen eingenommen hat. Das war immer etwas, womit er eigentlich nicht gerechnet hat. Er hat ihn entweder verschenkt, oder wenn er ihn verkauft hat, den Honig, hat er das Geld, das er eingenommen hat, seinen Kindern in die Sparbüchse gegeben oder so etwas ähnliches. Heute sind die Verhältnisse ganz anders geworden. Wie kann man sich eigentlich vorstellen, daß jemand, der auf Zeit arbeitet oder spricht von etwas, was ganz auf die Zeit eingestellt worden ist, nicht dazu kommen sollte, auf die Rentabilität zu sehen? Er kommt eben dazu durch die ganzen Verhältnisse.

[ 20 ] Dr. Steiner: The more you find that someone is keeping bees as a side business, the more he tends to share the view of that Spaniard you mentioned. That is to say, while this may no longer be the case in general today, fifty or sixty years ago, farmers didn’t place much value on what they earned from their bees. It was always something he didn’t really count on. He would either give it away, or if he sold the honey, he’d put the money he earned into his children’s piggy banks or something like that. Today, conditions have changed completely. What kind of mental image can one have of someone who works on a time-based schedule—or is involved in something that’s entirely geared toward time—not focusing on profitability? He simply ends up doing so because of the circumstances as a whole.

[ 21 ] Nicht wahr, es gibt heute Bienenzüchter, die müssen, wenn sie Arbeiter sind, die Arbeit unterlassen für einige Zeit, müssen Urlaub nehmen, wenn sie ihre Bienenzucht in der richtigen Weise betreiben wollen, oder nicht? (- Sicher! -) Nun, dann rechnen sie sich selbstverständlich aus, was sie da- an einer ganz anderen Arbeit - nicht bekommen haben.

[ 21 ] Isn’t it true that there are beekeepers today who, if they are working employees, have to stop working for a while—they have to take time off—if they want to run their beekeeping operation properly, don’t they? (- Of course! -) Well, then they naturally calculate what they’ve lost out on—by doing a completely different kind of work.

[ 22 ] Denken Sie doch nur einmal: Die Bienenzucht, die ist so alt, daß heute aus äußeren Gründen kein Mensch mehr sagen kann, wie die Bienenzucht war, als sie noch ganz wild war. Die Leute kennen überhaupt nur unsere Bienen, die europäischen Honigbienen meine ich; sie kennen nur die Hausbienenzucht. Ich glaube, in den Naturgeschichten steht sogar bei der Biene, die allgemein in Europa verbreitet ist, «Die Gemeine Hausbiene» als Name angeführt. Also man kennt eigentlich nur die Hauszucht der Bienen. Das ist etwas sehr Bemerkenswertes, daß man nur die Hauszucht kennt. Man kennt nicht, wie das eigentlich war, als die Natur selber noch gearbeitet hat. Also die Bienenzucht ist etwas sehr Altes. Bei so sehr alten Sachen ergibt sich der Preis aus ganz anderen Grundlagen als bei dem, woran man heute meistens arbeitet. Denken Sie doch nur einmal, daß die Leute heute meistens an Sachen arbeiten, bei denen man sehr leicht zurückverfolgen kann, wann sie entstanden sind. Da haben Sie zwei Preisbildungen. Das geht in das graueste Altertum zurück bei den Bienen. Die haben nicht die Preise wie die in der Metall- oder Holzindustrie, die zurückgehen auf ein paar Jahrzehnte. Erst gesunde soziale Verhältnisse werden da zeigen, wie sich der Preis des Honigs gestalten muß, wie der Preis, der da zustande kommen muß, aus ganz anderen Verhältnissen heraus entstanden ist.

[ 22 ] Just think about it for a moment: beekeeping is so old that, for external reasons, no one today can say what it was like when it was still entirely wild. People are familiar only with our bees—I mean the European honeybees—and they know only domestic beekeeping. I believe that even in natural history books, the bee that is commonly found throughout Europe is referred to as “the common domestic bee.” So, in reality, people are only familiar with domestic beekeeping. It is quite remarkable that people are only familiar with domestic beekeeping. People don’t know what it was actually like when nature itself was still at work. Beekeeping, after all, is a very ancient practice. With such ancient practices, the value is determined by entirely different principles than those applied to most of what we work on today. Just think about it: today, people mostly work on things where it’s very easy to trace back when they originated. There you have two different systems of valuation. With bees, this goes back to the dawn of antiquity. Their prices aren’t like those in the metal or wood industries, which date back only a few decades. Only healthy social conditions will reveal how the price of honey should be determined—how the price that must result has emerged from entirely different circumstances.

[ 23 ] Man stellt sich heute gar nicht vor, wie schwer es ist, über Preisbildung zu reden. Um über die Preisbildung zu reden, dazu gehört eine ganz tiefe Kenntnis der realen Verhältnisse. Vor kurzem ist mir einmal etwas ganz Wunderbares mit der Preisbildung passiert, das ich Ihnen erzählen möchte, weil es ganz interessant ist.

[ 23 ] It’s hard to imagine today just how difficult it is to talk about price formation. To discuss price formation requires a very deep understanding of the actual circumstances. Recently, something truly wonderful happened to me regarding price formation, and I’d like to share it with you because it’s quite interesting.

[ 24 ] Da hat ein Universitätsprofessor, den ich kenne, ein Buch über Nationalökonomie geschrieben. Das Buch hat er mir — ich war auf einer Vortragsreise - gegeben. Ich blieb dann längere Zeit da, konnte darüber sprechen, habe gesagt, ich werde mir das Buch da und dort anschauen können, natürlich nicht das ganze Buch gleich lesen können, wenn ich zwei, drei Tage an dem Orte bin. Nun, ich habe mir das Buch angeschaut und zu ihm folgendes gesagt: Ich habe bemerkt — was mir ja nicht immer sympathisch ist, aber bei Ihnen ist es mir ganz sympathisch gewesen, daß es da war -, Sie haben in dem Buch einen Index, wo die Worte von Sachen drinnenstehen, die Sie behandelt haben. Nun habe ich gleich nachgeschaut unter dem Schlagwort: Preis - da war nichts! Da war überhaupt nichts!

[ 24 ] A university professor I know wrote a book on economics. He gave me the book—I was on a lecture tour at the time. I ended up staying there for quite a while, had a chance to talk about it, and said I’d be able to skim through the book here and there—though, of course, I wouldn’t be able to read the whole thing right away if I was only there for two or three days. Well, I looked through the book and said the following to him: I noticed—which isn’t always to my liking, but in your case I actually found it quite appealing—that you have an index in the book listing the terms of the topics you’ve covered. So I immediately looked up the entry for “price”—and there was nothing! There was absolutely nothing!

[ 25 ] Also der Mann hat ein nationalökonomisches Buch geschrieben und da steht überhaupt nichts vom Preis drinnen! Ja, meine Herren, das ist sehr charakteristisch. Heute sind die Nationalökonomen überhaupt nicht imstande, das wichtigste nationalökonomische Problem auch nur zu sehen. Das lassen sie aus, die Preisbildung. Und auf die Preisbildung kommt es an. Alles hängt von der Preisbildung ab. Das sieht man eben nur nicht. Wenn einem so etwas passiert, dann zeigt sich das in ganz besonderem Maße.

[ 25 ] So this man wrote a book on economics, and there’s absolutely nothing in it about prices! Yes, gentlemen, that’s very telling. Today, economists are completely incapable of even recognizing the most important problem in economics. They leave it out—price formation. And price formation is what matters. Everything depends on price formation. It’s just that you don’t see it. When something like this happens, it becomes particularly evident.

[ 26 ] Deshalb ist es schon so, daß man sagen muß: Auch da muß man sich eben darauf verlassen, daß nach und nach doch eingesehen wird, daß man gesündere soziale Verhältnisse herbeiführen muß. Dann wird man, glaube ich, überhaupt nicht mehr so viel über Rentabilität oder Nichtrentabilität sprechen. Dies sind Begriffe, die mit der Konkurrenz zu tun haben, wenn auch nicht mit der Konkurrenz der Gleiches Produzierenden, aber mit der Konkurrenz der Verschiedenes Produzierenden.

[ 26 ] That is why it is true that one must say: Even in this case, one must simply trust that, little by little, people will come to realize that we must bring about healthier social conditions. Then, I believe, there will be far less talk about profitability or unprofitability. These are concepts related to competition—not competition among producers of the same goods, but competition among producers of different goods.

[ 27 ] Wenn Sie in meine Jugend zurückschauen und da die Bienenzucht nehmen in der Gegend, wo ich gerade war, wo eigentlich nur die Bauern Honigbienen gezüchtet haben - ja, diese Bauern, die waren wohlbeleibte Leute. Da kann ich nicht einmal sagen, die waren wie einer der Ihrigen hier; denn es ist keiner so dick hier, wie die Bauern waren. Da war der Honigpreis so, daß nicht einer sich darauf eingelassen hätte, bloß Bienen zu züchten, um für Geld seinen Honig zu verkaufen. Wenn sich dann der Bienenzüchter neben den Bauern hingestellt hätte, ja, das wäre dann so gewesen (Zeichnung S. 192): Das wäre der Bauer und das der Bienenzüchter gewesen! Das wäre gar nicht gegangen! Der Bauer hat eben mit seiner Bienenzucht gar nicht gerechnet, und der Bienenzüchter hätte rechnen müssen. Also das wäre gar nicht gegangen. Und so muß man eben, sobald man auf die Rentabilität kommt, gründlich die nationalökonomischen Bedingungen kennen und in Betracht ziehen.

[ 27 ] If you look back to my youth and consider beekeeping in the area where I was just living—where really only the farmers kept honeybees—well, those farmers were quite portly people. I can’t even say they were like any of you here; because no one here is as stout as those farmers were. The price of honey back then was such that no one would have bothered to keep bees just to sell their honey for money. If the beekeeper had stood next to the farmer, well, it would have looked like this (drawing p. 192): That would have been the farmer, and that the beekeeper! That wouldn’t have worked at all! The farmer simply didn’t factor beekeeping into his calculations, and the beekeeper would have had to. So that wouldn’t have worked at all. And so, as soon as you get down to profitability, you simply have to thoroughly understand and take into account the conditions of the national economy.

[ 28 ] Jetzt will ich Ihnen noch ein paar Dinge beantworten, die sich im Anschluß an das vorige ergeben haben.

[ 28 ] Now I’d like to address a few more points that have come up following the previous discussion.

Fragesteller: Es gibt Leute, die gar keinen Honig vertragen können. Sie bekommen sogleich Magenbeschwerden davon. Gibt es ein Mittel, um diese nachteilige Wirkung des Honigs in Damm zu halten?

Questioner: There are people who cannot tolerate honey at all. It immediately gives them stomach problems. Is there a way to prevent this adverse effect of honey?

[ 29 ] Dr. Steiner: Nun, solche Leute, die keinen Honig vertragen können, das sind in der Regel Leute, die sehr früh zur Sklerose, zur Verhärtung des ganzen Körpers neigen, so daß der Stoffumsatz im Körper überhaupt langsam vor sich geht. Dadurch können sie den Honig, der darauf ausgeht, gerade den Stoffwechsel schneller zu machen, nicht vertragen. Weil sie selber einen zu langsamen Stoffwechsel haben, will der Honig ihn schneller haben, und da kommen sie in Zwiespalt mit ihrem eigenen Stoffwechsel, weil der Honig einen schnellen Stoffwechsel haben will, und dann bekommen sie Magenbeschwerden, die sich in allerlei ausdrücken. Etwas Honig sollte eigentlich jeder Mensch genießen können, das heißt, nicht nur genießen können, sondern er sollte auch dazu die innere Fähigkeit haben.

[ 29 ] Dr. Steiner: Well, people who cannot tolerate honey are generally those who are prone to sclerosis—the hardening of the entire body—at a very early age, so that their metabolic processes proceed very slowly. As a result, they cannot tolerate honey, which is specifically intended to speed up the metabolism. Because they themselves have a metabolism that is too slow, the honey wants to speed it up, and this creates a conflict with their own metabolism—since the honey wants a fast metabolism—and then they develop stomach problems that manifest in all sorts of ways. Everyone should actually be able to enjoy a little honey—that is, not only be able to enjoy it, but also have the innate ability to do so.

[ 30 ] Wenn man Menschen hat, die den Honig nicht vertragen können, sollte man vor allen Dingen nachsehen, wo da eigentlich die Ursachen liegen. Man muß dann nicht daran denken, daß man ein allgemeines Mittel finden kann, sondern man muß, je nachdem der Mensch durch dieses oder jenes zu einem verhärteten Körper getrieben wird, dieses oder jenes kurieren. Es kann sich zum Beispiel folgender Fall ergeben.

[ 30 ] If there are people who cannot tolerate honey, one should first and foremost determine what the actual causes are. One should not try to find a general remedy, but rather, depending on whether the person’s physical condition has been exacerbated by this or that factor, treat that specific cause. For example, the following case may arise.

[ 31 ] Sagen wir, ein Mensch kann den Honig nicht vertragen; er bekommt Magenbeschwerden. Nun frägt man sich: Hat dieser Mensch dadurch seine Magenbeschwerden beim Honig, daß er, sagen wir, zu der Kopfsklerose neigt, wie man sagt, zu der Verkalkung der Kopfvenen, der Kopfarterien, der Kopfgefäße? - Dann kann es sein, daß er in einem gewissen Alter seines Lebens den Honig nicht verträgt. Nun wird man einen solchen Menschen mit irgend etwas, was ein Phosphorpräparat ist, heilen müssen. Dann wird er anfangen, den Honig zu vertragen, wenn man ihn heilen kann.

[ 31 ] Let’s say a person cannot tolerate honey; it gives them stomach problems. Now one wonders: Does this person experience stomach problems from honey because he or she, let’s say, is prone to cerebral sclerosis—as they say, the calcification of the veins, arteries, and blood vessels in the head?—Then it may be that, at a certain stage of life, he or she cannot tolerate honey. In that case, one will have to treat such a person with some kind of phosphorus preparation. Then, if they can be cured, they will begin to tolerate honey.

[ 32 ] Es kann aber auch sein, daß man merkt, bei einem Menschen, da liegt es in der Lunge. Dann muß man eben nicht ein Phosphorpräparat, sondern ein Schwefelpräparat nehmen. Das ist es, was ich auf diese Frage antworten kann. Es handelt sich darum, nicht im allgemeinen zu sagen, ein Mensch kriegt Magenbeschwerden von Honig, wie begegnet man diesen? - sondern man muß sich sagen: Wenn einer in irgendeinem Lebensalter Honig nicht vertragen kann, so ist das eine Krankheit. Ein gesunder Mensch kann eben Honig vertragen. Wenn er Honig nicht verträgt, so ist er krank, und da muß man die Krankheit suchen und muß sie heilen.

[ 32 ] But it may also be the case that one notices in a person that the problem lies in the lungs. In that case, one should not take a phosphorus preparation, but rather a sulfur preparation. That is what I can say in response to this question. The point is not to make a general statement—such as, “A person gets stomach problems from honey; how do you treat them?”—but rather to say: If someone, at any age, cannot tolerate honey, that is an illness. A healthy person can tolerate honey. If they cannot tolerate honey, they are ill, and one must identify the illness and cure it.

[ 33 ] Honig nicht vertragen können, bedeutet natürlich nicht so viel, wie wenn einer Zucker nicht vertragen kann, Diabetes mellitus, Zuckerkrankheit bekommt. Das ist natürlich ärger, wenn einer Zucker nicht vertragen kann, denn dann ist er krank, mehr krank, als wenn er Honig nicht vertragen kann. Da ist er auch krank, und man muß seine Krankheit kurieren.

[ 33 ] Being unable to tolerate honey, of course, isn’t as serious as when someone can’t tolerate sugar and develops diabetes mellitus. It’s obviously worse when someone can’t tolerate sugar, because then they’re sick—more sick than if they can’t tolerate honey. In that case, they’re also sick, and their illness must be treated.

Fragesteller: Wie die meisten Insekten, fliegen auch die Bienen in der Dunkelheit stets auf Kerzen- oder Lampenlicht zu. Von erfahrenen Imkern ist mir wiederholt versichert worden, daß die Bienen viel weniger auf elektrisches Licht reagieren. Wenn man mit einer leuchtenden elektrischen Taschenlampe sich den Bienen naht, bleiben sie ganz ruhig, als ob sie das Licht gar nicht wahrnehmen. Erst nach einiger Zeit werden sie unruhig. Petrol- oder Kerzenlicht lockt sie viel rascher und in größerer Menge an. Gibt es eine Erklärung für dieses Verhalten?

Questioner: Like most insects, bees always fly toward candlelight or lamplight in the dark. Experienced beekeepers have repeatedly assured me that bees react much less to electric light. If you approach the bees with a shining electric flashlight, they remain completely calm, as if they don’t even notice the light. Only after some time do they become restless. Kerosene or candlelight attracts them much more quickly and in greater numbers. Is there an explanation for this behavior?

Herr Müller sagt, daß er dasselbe auch schon bemerkt habe.

[ 34 ] Mr. Müller says that he had already noticed the same thing.

[ 34 ] Dr. Steiner: Nun, meine Herren, Sie werden noch in dem alten Bau gesehen haben, daß die Kuppeln in verschiedenen Farben ausgemalt waren.Diese Farben sind aus reinen Pflanzenstoffen hergestellt gewesen. Und diese Herstellung aus verschiedenen Pflanzenstoffen, die hat zuletzt ergeben, daß, wenn in die Kuppel hinein Sonnenlicht geschienen hätte, wenn man also diese selben Farben einige Zeit - es würde ja etwas lange gedauert haben, vielleicht Monate, vielleicht Jahre - dem Sonnenlicht ausgesetzt hätte, so wären sie ganz verblaßt. Sie hätten nichts mehr drinnen gesehen, was gemalt war. Dagegen dem elektrischen Licht ausgesetzt, sind sie geblieben. Wir haben deshalb auch bei diesen Farben so gearbeitet, daß sie ein Maler, der bei Sonnenlicht gearbeitet hätte, überhaupt zunächst nicht hätte brauchen können. Unter Sonnenlicht wären sie ganz verblaßt. Dagegen unter elektrischem Licht sind sie geblieben.

[ 35 ] Dr. Steiner: Well, gentlemen, you will have noticed in the old building that the domes were painted in various colors. These colors were made from pure plant substances. And this method of production using various plant substances ultimately showed that if sunlight had shone into the dome—that is, if these same colors had been exposed to sunlight for some time—it would have taken quite a while, perhaps months, perhaps years—they would have faded completely. You would no longer have been able to see anything of the painting inside. In contrast, when exposed to electric light, they remained intact. That is why we worked with these colors in such a way that a painter who had worked in sunlight would not have been able to use them at all in the first place. In sunlight, they would have faded completely. Under electric light, however, they have remained intact.

[ 35 ] Sie sehen also, daß das Sonnenlicht, das ja auch chemische Wirkungen in sich hat - und Sie haben ja gesagt, daß die Biene das bemerkt -, in ganz anderer Weise wirkt als das elektrische Licht. Das elektrische Licht wirkt also tatsächlich auf alles Stoffliche viel verhärtender, löst es nicht so auf. Dadurch bekommt die Biene im elektrischen Licht zunächst etwas wie einen ganz kleinen, leisen Starrkrampf, den sie im Sonnenlicht nicht bekommt. Und dann natürlich erholt sie sich wieder.

[ 36 ] So you see that sunlight, which does indeed have chemical effects—and you did say that the bee notices this—works in a completely different way than electric light. Electric light actually has a much more hardening effect on all matter; it does not dissolve it as readily. As a result, in electric light, the bee initially experiences something like a very slight, mild stiffness that it does not experience in sunlight. And then, of course, it recovers.

[ 36 ] Das ist dasjenige, was ich darüber sagen wollte.

[ 37 ] That's what I wanted to say about it.

Fragesteller: Was den Einfluß der Tierkreiszeichen auf die Honigerzeugung betrifft: In bäuerlichen Kreisen legt man noch einen großen Wert darauf, so zum Beispiel beim Aussäen des Samens, wenn der Mond im Zeichen der Zwillinge steht und so weiter. Es handelt sich nun darum, ob man das Beurteilen der einzelnen Tierkreiszeichen nach äußerlichen Merkmalen tut, oder ob da etwas zugrunde liegt.

Questioner: Regarding the influence of the zodiac signs on honey production: In farming communities, people still place great importance on this—for example, when sowing seeds, they wait until the moon is in the sign of Gemini, and so on. The question now is whether one judges the individual zodiac signs based on external characteristics, or whether there is something more fundamental underlying them.

[ 37 ] Dr. Steiner: Diese Dinge sind natürlich heute niemals richtig wissenschaftlich behandelt. Aber man kann sie wissenschaftlich behandeln. Auf den Bienenstock als solchen hat das, was ich Ihnen gesagt habe, Einfluß. Die Biene ist in gewisser Weise, namentlich die Königin, ein Sonnentier, und da hat auf die Biene selber dasjenige, was die Sonne selbst durchmacht, indem sie durch den Tierkreis durchgeht, den größten Einfluß. Aber die Bienen sind ja natürlich abhängig von dem, was sie in den Pflanzen vorfinden. Und da ist es schon so, daß mit dem Durchgehen des Mondes durch das Tierkreiszeichen das Säen, das Ausschleudern des Samens außerordentlich viel zu tun haben kann, und es handelt sich darum, was die Bienen für vorbereitete Stoffe in den Pflanzen vorfinden. So daß also solche Dinge durchaus nicht ganz aus der Luft gegriffen sind; aber so, wie es gewöhnlich dargestellt wird, ist es natürlich dilettantisch dargestellt. Die Dinge müssen erst wissenschaftlich vertieft werden.

[ 38 ] Dr. Steiner: Of course, these matters are never properly addressed from a scientific perspective today. But it is possible to approach them scientifically. What I have told you has an influence on the beehive as such. The bee—and especially the queen—is, in a certain sense, a creature of the sun, and what the sun itself experiences as it passes through the zodiac has the greatest influence on the bee itself. But the bees are, of course, dependent on what they find in the plants. And it is indeed the case that the sowing—the dispersal of pollen—can be closely related to the Moon’s passage through the signs of the zodiac, and it all comes down to what prepared substances the bees find in the plants. So such things are by no means entirely plucked out of thin air; but the way it is usually presented is, of course, an amateurish portrayal. These matters must first be explored in greater scientific depth.

[ 38 ] Damit haben wir für heute unsere Zeit erschöpft. Was noch zu sagen ist, werden wir am nächsten Samstag um neun Uhr verhandeln. Ich denke mir, daß noch viele etwas auf dem Herzen haben. Die Bienenzucht ist etwas so Schönes und Nützliches, daß man gar nicht zuviel darüber fragen kann. Fragen Sie nur untereinander, und fragen Sie Herrn Müller und mich. Ich denke, es wird sich schon auch eine sanfte, milde Ausgleichung der Gegensätze finden. Wir brauchen ja nicht gleich so stachelig zu werden wie die Bienen selber, können das alles in Milde abmachen. Aber wir sollen auch mit unseren Fragen voll herausrücken.

[ 39 ] That concludes our session for today. We’ll discuss whatever else needs to be said next Saturday at nine o’clock. I imagine many of you still have things on your minds. Beekeeping is such a wonderful and useful activity that you can never ask too many questions about it. Feel free to ask each other questions, and ask Mr. Müller and me. I think we’ll be able to find a gentle, harmonious balance between our differing views. After all, we don’t need to get as prickly as the bees themselves—we can settle all this amicably. But we should also be completely open with our questions.

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