Human History and the
World Views of Civilized Nations
GA 353
1 March 1924, Dornach
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Human History and the World Views of Civilized Nations, tr. SOL
1. Einwirkung der Friedhofsatmosphäre auf den Menschen – Die Lebensanschauungen der alten Inder, Ägypter, Babylonier und Juden
1. The Effect of the Cemetery Atmosphere on People — The Worldviews of the Ancient Indians, Egyptians, Babylonians, and Jews
[ 1 ] Guten Morgen, meine Herren! Hat sich für heute etwas aufgetan?
[ 1 ] Good morning, gentlemen! Has anything come up for today?
[ 2 ] Herr Dollinger: Ich möchte fragen, warum das so ist, daß die Menschen, die in der Nähe eines Friedhofes wohnen, oft nicht so lebhaft sind und bleich aussehen? - Er führt ein Beispiel an, das dieses zu bewahrheiten scheint. - Ich möchte wissen, wie der Rhythmus in den Leibern ist - ob es nicht auch etwas Gutes bewirken könne?
[ 2 ] Mr. Dollinger: I would like to ask why it is that people who live near a cemetery often seem less lively and look pale? — He cites an example that seems to confirm this. - I would like to know what the rhythm is like in their bodies—couldn’t it also have a positive effect?
[ 3 ] Dr. Steiner: Nun, ich glaube ja, daß ich ziemlich gut über diese Frage Auskunft geben kann, weil ich von meinem achten bis zu meinem achtzehnten Jahre unmittelbar am Friedhof gewohnt habe - ich muß also wohl dazumal furchtbar bleich ausgesehen haben. Es hat so ein wenig gestimmt. Nach den verschiedenen Angaben, die Sie gemacht haben, müßte das gerade bei mir gestimmt haben.
[ 3 ] Dr. Steiner: Well, I do believe I can provide quite a good answer to this question, because I lived right next to the cemetery from the time I was eight until I was eighteen—so I must have looked terribly pale back then. That was sort of true. Based on the various details you’ve provided, that must have been especially true in my case.
[ 4 ] Nun, der Friedhof war der Friedhof eines kleinen Ortes - der Ort hatte vielleicht sechshundert Einwohner -, und es war also ein mäBig großer Friedhof. Aber immerhin war er unmittelbar an dem Hause und dem Bahnhof, wo wir wohnten. Und die Leute wohnten ringsherum ziemlich nahe, wie es eben in solchen Orten üblich war. Da war die Kirche, ringsherum der Friedhof und dann kamen die Häuser: man konnte immer sehen, wie die Leute mit ihrer Gesundheit beschaffen waren, die um den Friedhof herum wohnten. Nun, man kann sagen, daß schon beträchtliche Unterschiede waren an den Einwohnern, und daß zum Beispiel der nicht sehr weit entfernt vom Friedhof wohnende Pfarrer nicht blaß und auch nicht schmächtig war, sondern der war ziemlich korpulent und schaute auch ganz gut aus. Das ist so mein Befund von dazumal.
[ 4 ] Well, the cemetery was the cemetery of a small town—the town had perhaps six hundred residents—so it was a fairly large cemetery. But at least it was right next to the house and the train station where we lived. And people lived quite close by all around it, as was customary in such places. There was the church, the cemetery all around it, and then the houses: you could always tell what kind of health the people living around the cemetery were in. Well, one could say that there were already considerable differences among the residents, and that, for example, the pastor—who lived not very far from the cemetery—was neither pale nor frail, but rather quite corpulent and also quite handsome. That’s my impression from back then.


[ 5 ] Aber die Ansicht, die man sich da bildet, ist doch diese, daß, wenn man sonst gesundheitliche Verhältnisse herstellt - und das geschah vielfach an Orten, wo Friedhöfe um die Kirchen waren -, man nicht annehmen kann, daß das so furchtbar schadet. In den Orten waren zu gleicher Zeit überall Nußbäume, Walnußbäume verbreitet. Diese Walnußbäume sind so, daß sie auch durch den Duft, den sie verbreiten, außerordentlich stärkend auf die Gesundheit wirken. Nun müssen Sie nur annehmen, daß in denjenigen Orten gesunde Instinkte waren, wo das ursprünglich allgemein Sitte war; die haben dazu geführt, weil der Kirchhof innerhalb des Ortes ist und die Leute ringsherum wohnen, Kastanien- oder Walnußbäume, namentlich auch Lindenbäume in die Nähe zu bringen. Lindenbäume und Walnußbäume, die wirken dann im Gegensatz zu dem, was der Friedhof an schädlichen Wirkungen bringt, wiederum ausgleichend.
[ 5 ] But the view one forms in this regard is that, if sanitary conditions are otherwise established—and this was often the case in places where cemeteries surrounded the churches—one cannot assume that it causes such terrible harm. At the same time, chestnut and walnut trees were widespread throughout these towns. These walnut trees have the effect of being exceptionally beneficial to health through the fragrance they emit. Now you need only assume that there were sound instincts in those places where this was originally a common custom; these instincts led people—because the churchyard is within the village and people live all around it—to plant chestnut or walnut trees, and especially linden trees, nearby. Linden and walnut trees then have a balancing effect, counteracting the harmful effects of the cemetery.
[ 6 ] Nun ist auch dieses noch zu beachten: Sehen Sie, wenn man genauer auf das eingeht, was eigentlich Herr Dollinger wissen will, nämlich die Wirkung auf die höheren Leiber, so muß man sich klar sein darüber, daß eigentlich von diesen Leibern, die ich angeführt habe, nur der physische Leib und der Ätherleib belebend wirken, während der astralische Leib und das Ich nicht belebend, sondern im wesentlichen lähmend wirken; die wirken als Seele und Geist. Und schon aus manchem, was ich Ihnen gesagt habe, werden Sie sehen, daß physischer Leib und Ätherleib wie eine Pflanze sind; die wachsen, da bilden sich die Organe. Wenn wir nur diese hätten, physischen Leib und Ätherleib, würden wir fortwährend ohnmächtig sein. Wir würden sonst ein Schlafleben führen wie die Pflanzen, wenn nicht fortwährend in uns abgebaut würde; nur dadurch, daß in uns immer wiederum abgebaut wird, führen wir kein Schlafleben wie die Pflanze. Der Astralleib und das Ich bauen ab, die zerstäuben wiederum. Es wird immer im Menschen aufgebaut und abgebaut. Und der astralische Leib, der ist derjenige, der eigentlich am stärksten in unserem Menschenwesen abbaut. Und alle diese Auswurfprodukte, von denen ich gesprochen habe, die werden eigentlich durch Astralleib und Ich abgebaut. Der Ätherleib wirkt nur ein bißchen mit. Das habe ich Ihnen ja auseinandergesetzt.
[ 6 ] Now, this must also be taken into account: You see, if we examine more closely what Mr. Dollinger actually wants to know—namely, the effect on the higher bodies—we must be clear that, of the bodies I have mentioned, only the physical body and the etheric body have a vitalizing effect, whereas the astral body and the ego do not have a vitalizing effect but rather, in essence, a paralyzing one; they act as soul and spirit. And from much of what I have told you, you will see that the physical body and the etheric body are like a plant; they grow, and organs form within them. If we had only these—the physical body and the etheric body—we would be constantly unconscious. Otherwise, we would lead a life of slumber like plants, were it not for the constant process of breakdown taking place within us; it is only because this breakdown is constantly occurring within us that we do not lead a life of slumber like plants. The astral body and the “I” break things down; they, in turn, disperse them. There is a constant process of building up and breaking down within the human being. And the astral body is the one that actually breaks things down most intensely within our human being. And all these waste products I have spoken of are actually broken down by the astral body and the ego. The etheric body plays only a minor role. I have already explained this to you.
[ 7 ] Nun sehen Sie, meine Herren, die Friedhofsatmosphäre, die da aufsteigt, die ist verwandt mit demjenigen, was im astralischen Leib im Menschen abbaut, und die unterstützt dann das Abbauen. Und der Mensch wird mehr abgebaut, wenn er in der Nähe vom Friedhof wohnt, als wenn er irgendwo draußen im Walde wohnt. Wenn er draußen im Walde wohnt, sind seine aufbauenden Kräfte stärker; wenn er beim Friedhof wohnt, sind seine abbauenden, seine zerstörenden Kräfte stärker. Aber wenn wir keine zerstörenden Kräfte hätten, dann würden wir ja, wie ich Ihnen schon gesagt habe, lebenslänglich dumm bleiben. Wir brauchen eben diese zerstörenden Kräfte. Dann ist noch etwas zu beachten. Ich sagte Ihnen: Ich kann reden über die Sache, weil ich sie selbst erfahren habe und erfahren habe gerade im jugendlichen Alter, wo sich so viele Dinge heranbilden. Ich habe immer einen Hang gehabt, genau zu denken. Nun, diesen Hang, genau zu denken, den verdanke ich nach meiner Überzeugung gerade dem Umstande, daß mich das Schicksal hat aufwachsen lassen in der Nähe eines Friedhofs. Also das ist wiederum das Gute, meine Herren. Das müssen Sie auch wiederum in Betracht ziehen.
[ 7 ] Now you see, gentlemen, the cemetery-like atmosphere that arises there is related to the forces that break down the astral body within a person, and it actually supports that breakdown. And a person is broken down more if they live near a cemetery than if they live somewhere out in the woods. When they live out in the woods, their constructive forces are stronger; when they live near a cemetery, their destructive forces are stronger. But if we had no destructive forces, then, as I have already told you, we would remain stupid for the rest of our lives. We need precisely these destructive forces. There is one more thing to consider. I told you: I can speak about this because I have experienced it myself—and experienced it precisely during my youth, when so many things are taking shape. I have always had a tendency to think precisely. Well, I’m convinced that I owe this tendency to think precisely to the very fact that fate allowed me to grow up near a cemetery. So that, in turn, is a good thing, gentlemen. You must take that into account as well.
[ 8 ] Nicht wahr, das Schädliche am Friedhof sind die Leichname, die darinnen sind. Die Leichname setzen ja nur den Abbau fort. Wenn wir sterben, fällt das weg, daß wir immer wieder aufbauen und abbauen. Der Aufbau fällt nun fort. So daß also der astralische Leib aufgefordert wird in der Nähe des Friedhofes, eigentlich gut zu denken. Das ist auch wieder nicht zu leugnen.
[ 8 ] Isn't it true that what is harmful about a cemetery are the corpses inside it? After all, the corpses merely continue the process of decay. When we die, the cycle of constant building up and breaking down comes to an end. The process of building up ceases. Thus, the astral body is prompted, when near a cemetery, to think positively. This, too, cannot be denied.
[ 9 ] Im heutigen sogenannten Burgenlande, wo ich aufgewachsen bin, waren überall die Dörfer so, daß die Friedhöfe in der Mitte waren. Das Burgenland ist ja dasjenige, um das so viel gestritten worden ist. Es sind einzelne größere Städte, Eisenstadt und so weiter, aber die sind weit auseinander, so daß also überall die Dörfer verbreitet sind, und überall lag der Friedhof in der Mitte. Und da ist es schon so, daß man sagen kann, die Leute dort hatten eine gewisse Bauernschlauheit. Und das ist auch wiederum nicht abzuleugnen, daß diese Bauernschlauheit eigentlich gewachsen ist unter dem Einfluß der Friedhofsatmosphäre. Das Schädliche haben sie abgehalten dadurch, daß sie überall Walnußbäume und Lindenbäume gepflanzt haben.
[ 9 ] In what is now known as Burgenland, where I grew up, the villages were all laid out so that the cemeteries were in the center. Burgenland is, of course, the region that has been the subject of so much controversy. There are a few larger cities—Eisenstadt and so on—but they’re far apart, so the villages are scattered everywhere, and everywhere the cemetery was in the center. And it’s certainly true that one could say the people there possessed a certain kind of peasant shrewdness. And it’s also undeniable that this peasant shrewdness actually developed under the influence of the cemetery’s atmosphere. They kept away evil spirits by planting walnut and linden trees everywhere.
[ 10 ] Dann war die Gegend dort auch eine Weingegend. Die Atmosphäre der Weinrebe wirkt auch in einer gewissen Weise ausgleichend. Der Lindenblütenduft, das wissen Sie ja, ist ein sehr starker Duft, der Walnußbaum hat auch einen sehr starken Duft; das wirkt auf den astralischen Leib wieder mehr belebend. Und die Atmosphäre der Weinrebe wirkt wieder mehr belebend auf das Ich. So daß Sie da schon auch auf die höheren Leiber des Menschen eine sehr starke Einwirkung haben.
[ 10 ] The area there was also a wine-growing region. The atmosphere of the grapevine also has a balancing effect in a certain way. The scent of linden blossoms, as you know, is very strong, and the walnut tree also has a very strong scent; these have a more invigorating effect on the astral body. And the atmosphere of the grapevine, in turn, has a more invigorating effect on the “I.” So that you already have a very strong influence on the higher bodies of the human being.
[ 11 ] Nun darf man aber natürlich wiederum nicht in Abrede stellen, wie mit der wachsenden Kultur sich die Sachen ändern. Natürlich, in dem Augenblicke, wo die Ortschaften größer werden, wo viele Häuser herumgebaut werden und dadurch, daß Häuser herumgebaut werden, die Wirksamkeit der Bäume beeinträchtigt wird, fängt der Friedhof an schädlich zu wirken, dann sind natürlich um den Friedhof herum diese Bleichgesichter. Das kann sich nicht mehr ausgleichen und die Folge davon ist, daß dann der Friedhof bewirkt, daß die Menschen unter der Friedhofsatmosphäre leiden. Das hat wiederum zu einem natürlichen Instinkt geführt: daß man dann, wenn die Dörfer zu Städten angewachsen waren, den Friedhof außerhalb der Stadt gemacht hat.
[ 11 ] Of course, one cannot deny that things change as civilization advances. Of course, the moment towns grow larger, when many houses are built around them—and as a result, the effectiveness of the trees is compromised—the cemetery begins to have a harmful effect; then, naturally, there are these pale-faced people around the cemetery. This can no longer be balanced out, and the result is that the cemetery causes people to suffer from its atmosphere. This, in turn, has led to a natural instinct: once villages had grown into cities, people began to locate the cemetery outside the city.
[ 12 ] Nun kommt natürlich noch etwas in Betracht. Das ist dann der Fall, wenn die Wirkung noch weiter geht, wenn sie auf den Ätherleib geht. Sehen Sie, alles das, was in der Atmosphäre aufsteigt als feiner Dunst, wirkt auf den astralischen Leib und auf das Ich. So daß also ebenso der feine Leichengeruch, der ja immer um einen Friedhof herum ist, wie auch Walnußduft, Lindenblütenduft, Roßkastanienduft, der besonders belebend wirkt, eigentlich nur auf die höheren Leiber wirken können; an den Ätherleib kommen diese nicht so stark heran.
[ 12 ] Now, of course, there is another factor to consider. This is the case when the effect goes even further, when it affects the etheric body. You see, everything that rises into the atmosphere as a fine mist affects the astral body and the “I.” So the faint smell of death that is always present around a cemetery, as well as the scent of walnuts, linden blossoms, and horse chestnuts—which has a particularly invigorating effect—can actually only affect the higher bodies; these scents do not penetrate the etheric body as strongly.
[ 13 ] Nun ist es aber mit dem Ätherleib so, daß auf den Ätherleib besonders stark das Wasser in irgendeiner Gegend wirkt. Das Wasser wirkt ganz besonders stark. Und das Wasser ist in der Umgebung eines Friedhofs doch sehr leicht durchsickert von demjenigen, was also eben aus den Leichen herauskommt. Das Wasser wird getrunken, mit dem Wasser wird gekocht. Und wenn also irgendwo in einem Dorf, wo der Friedhof in der Nähe der Häuser ist, das Wasser beeinträchtigt wird, so helfen keine Bäume! Dann hilft die Natur sehr wenig. Und die Folge davon ist, daß dann allerdings die Leute sehr leicht schwindsüchtig werden, und daß sie dann darunter außerordentlich stark leiden.
[ 13 ] Now, the thing about the etheric body is that water in any given area has a particularly strong effect on it. Water has a very strong effect. And in the vicinity of a cemetery, the water is very easily permeated by whatever is coming out of the corpses. The water is drunk; it is used for cooking. And so if, somewhere in a village where the cemetery is near the houses, the water becomes contaminated, no trees can help! Then nature is of very little help. And the result of this is that people do indeed very easily develop consumption, and that they then suffer from it extraordinarily severely.
[ 14 ] Sehen Sie, das konnte ich auch sehr gut konstatieren. Es war da ein Ort - er war mehrere Stunden entfernt von dem Ort, wo ich wohnte -, ein kleiner Ort. Fast alles wohnte um den Friedhof herum. Die Leute waren sehr träge von Natur aus; sie konnten einfach nicht. Sie hatten schlaffe Muskeln, schlaffe Nerven, alles an ihnen war schlaff; sie waren blaß. Und da kam mir doch der Gedanke: Woher kommt das? - Und sehen Sie, das ist sehr interessant: Bei uns in Neudörfl waren die Leute, die auch um den Friedhof herum wohnten, verhältnismäßig gesund! Nun, das ist eine große Frage für den, der das Land wirklich betrachtet nach den Verhältnissen, die für die Menschen in Betracht kommen. Da hatte man ein Dorf, wo die Leute um den Kirchhof herum wohnten, und wo sie nichts anderes taten, als Nußbäume pflanzen; die pflanzten sie schon auch, das war ein sehr gesunder Instinkt - aber im übrigen nahmen sie das Wasser zum Kochen sogar sehr häufig aus dem Dorfbächlein! Da war eine Reihe von Häusern (es wird gezeichnet), dazwischen das Dorfbächlein; da war der Kirchhof, da war die Kirche; da wohnten wir, da der Pfarrer, da war das Schulhaus; dann war hier eine Häuserreihe, zwischendurch ein Bächlein, und da waren überall Nußbäume. Die Leute nahmen sich das Wasser einfach aus dem Bächlein; in dem Bächlein waren natürlich die Überreste und die Bakterien, die Bazillen von dem, was aus dem Friedhof durchsickerte. Das war überall vorhanden. Die Leute, namentlich jene, die dort wohnten, die zeichneten sich nicht durch eine besondere Reinlichkeit aus: da waren Häuser mit Strohdächern und überall der Misthaufen unmittelbar am Eingang, der Schweinestall auch daneben - eine schöne Verbindung gab das von Schweinestall und Misthaufen -, wiederum der Abgang zum Dorfbächlein, so daß, wenn man hineinkam, man in einer bräunlichen Sauce watete. Nun, sehen Sie, es war schon nicht gerade, wie man heute sagt, hygienisch hergerichtet! Und dennoch waren die Leute gesund! Man konnte nicht anders sagen, als daß sie gesund waren.
[ 14 ] You see, I could see that very clearly, too. There was a town—it was several hours away from where I lived—a small town. Almost everyone lived around the cemetery. The people were very sluggish by nature; they just couldn’t get going. Their muscles were limp, their nerves were limp—everything about them was limp; they were pale. And that’s when the thought occurred to me: Where does that come from?—And you see, this is very interesting: Back home in Neudörfl, the people who also lived around the cemetery were relatively healthy! Well, that’s a big question for anyone who truly observes the countryside in terms of the conditions that matter to people. There was a village where people lived around the churchyard, and where they did nothing but plant walnut trees; they did plant them, that was a very healthy instinct—but otherwise, they even very often drew water for cooking from the little village stream! There was a row of houses (it’s drawn here), with the village stream running between them; there was the churchyard, there was the church; there we lived, there was the pastor’s house, there was the schoolhouse; then there was a row of houses here, with a little stream running between them, and there were walnut trees everywhere. People simply drew water from the little stream; naturally, the stream contained the remains and bacteria—the germs—from what seeped through from the cemetery. It was everywhere. The people, especially those who lived there, weren’t known for being particularly clean: there were houses with thatched roofs, and everywhere the manure pile right at the entrance, the pigsty right next to it—the pigsty and the manure pile made for a lovely combination—and then the path leading down to the village stream, so that when you walked in, you were wading through a brownish sludge. Well, you see, it certainly wasn’t, as we say today, hygienically arranged! And yet the people were healthy! One could not help but say that they were healthy.
[ 15 ] Nun, erstens, wenn die Leute gesund sind, sind auch die Leichen im Anfang nicht so schlimm, als wenn die Leute im Orte verseucht sind. Aber das hat ja weniger Bedeutung. Dagegen war doch die Frage eine große: Woher kam es, daß die Leute gesund waren, und die anderen krank oder schlapp und unfähig zu leben? - Das erklärt sich aus dem Folgenden. In der Nähe dieses Ortes war ein anderer, ganz kleiner Ort, aber ein Kurort: da war ein Säuerlingquell, kohlensaures Wasser. Das ganze Dorf holte sein Trinkwasser von diesem Orte. Und das Trinkwasser von diesem Orte, das kohlensaure Wasser, wirkte wiederum ausgleichend gegenüber dem verseuchten Wasser vom Friedhof. Das hatten die anderen, die weit ablagen von dieser Säuerlingquelle, eben nicht. Also da konnte man direkt studieren, wie das kohlensaure Wasser, das, wie ich Ihnen einmal dargestellt habe, besonders stark auf das Ich und auf das Denken wirkt, wiederum zurückwirkt auf das Ich und den Ätherleib, und im Ätherleib wiederum ausgleicht das Zerstörende desjenigen, was vom Friedhof durchsickerte in das Dorfbächlein.
[ 15 ] Well, first of all, when people are healthy, the corpses aren’t as bad at first as they would be if the people in the town were infected. But that’s of little consequence. The real question, however, was a big one: How was it that some people were healthy, while others were sick or weak and unable to live?—This is explained by what follows. Near this town was another, very small town—a spa town: there was a carbonated spring, carbonated water. The entire village got its drinking water from this place. And the drinking water from this place—the carbonated water—in turn had a balancing effect on the contaminated water from the cemetery. The others, who lived far away from this carbonated spring, simply did not have that. So there one could directly observe how the carbonated water—which, as I have once described to you, has a particularly strong effect on the ego and on thinking—in turn acts back upon the ego and the etheric body, and within the etheric body counteracts the destructive influence of what seeped from the cemetery into the village stream.
[ 16 ] Natürlich, wenn in Städten der Friedhof noch dableibt, ist im Grunde genommen, wenigstens solange nicht Quellwasser von weitem hergeleitet wird, kaum eine Hilfe für die Umwandlung der Friedhofsatmosphäre möglich. Wenn also eine Stadt so liegt, daß der Friedhof noch in der Mitte des Ortes liegt und das Wasser noch als Brunnenwasser bezogen wird, dann sind da natürlich die schlechtesten Bedingungen für die Gesundheit, weil dann der Ätherleib angegriffen wird; und der Ätherleib ist dasjenige, was vom astralischen Leib und vom Ich aus nicht weiter bezwungen werden kann.
[ 16 ] Of course, if a city still has a cemetery within its boundaries, it is essentially impossible—at least as long as spring water is not brought in from a distance—to do much to transform the cemetery’s atmosphere. So if a city is situated in such a way that the cemetery is still in the center of town and water is still drawn from wells, then these are naturally the worst conditions for health, because the etheric body is then attacked; and the etheric body is that which cannot be further subdued by the astral body or the “I.”
[ 17 ] Sehen Sie, die sanitären, die hygienischen Verhältnisse, die sind schon gerade von diesem Gesichtspunkte aus außerordentlich interessant. Es darf aber dann natürlich wiederum nicht außer acht gelassen werden, daß auf solche Leute, die um den Friedhof herum wohnen, doch auch fortwährend, wenn sie noch gläubige Leute sind, wenn sie nicht schon ungläubig geworden sind, immer wiederum erwärmend wirkt das immer fortdauernde Ansehen der Leichenzeremonie! Die wirkt doch wiederum ausgleichend. Die wirkt auf das Ich. Die wirkt schon stärkend. Man muß doch auch das vom Gesundheitsstandpunkt aus betrachten können. Das wirkt doch auch wiederum ausgleichend.
[ 17 ] You see, the sanitary and hygienic conditions are, from this perspective alone, extraordinarily interesting. But of course, we must not overlook the fact that for the people living around the cemetery—if they are still believers, that is, if they have not already become unbelievers—the constant sight of funeral ceremonies has a consistently uplifting effect! It has a balancing effect. It affects the self. It is truly strengthening. One must also be able to view this from a health perspective. It, too, has a balancing effect.
[ 18 ] Das ist wohl so ungefähr das, was Sie haben wissen wollen? Vielleicht ist noch jemandem etwas eingefallen?
[ 18 ] I guess that's pretty much what you wanted to know? Maybe someone else has thought of something else?
[ 19 ] Nun, meine Herren, dann will ich, von einer ganz anderen Seite aus betrachtet, gerade diese Frage fortsetzen. Sehen Sie, wir haben ja schon vieles betrachtet; wollen wir heute einmal von dem Gesichtspunkt, von den Erkenntnissen, die wir gewonnen haben, das Folgende uns anschauen.
[ 19 ] Well, gentlemen, let me continue with this very question, but from a completely different angle. You see, we have already considered many things; today, let us look at the following from the perspective of the insights we have gained.
[ 20 ] Wenn Sie die Landkarte anschauen, so können Sie für die Landkarte sich so interessieren, daß Sie sagen: Nun, da wohnt dieses Volk, dort wohnt jenes Volk. Wir interessieren uns für die verschiedenen nebeneinander wohnenden Völker. - Aber Sie können auch sagen: Ich will mir die Landkarte einmal von dem Gesichtspunkte aus anschauen, wie sich die Menschheit entwickelt hat. - Und da wird dann die Landkarte wirklich recht interessant.
[ 20 ] When you look at a map, you might be interested in it in such a way that you say: Well, this people lives here, and that people lives there. We’re interested in the various peoples living side by side. — But you could also say: I want to look at the map from the perspective of how humanity has developed. — And that’s when the map really becomes quite interesting.
[ 21 ] Wollen wir einmal ein Stückchen Landkarte betrachten. Ich will das nur ganz annähernd zeichnen. Da haben wir zum Beispiel, wenn wir nach Asien hinübergehen - ich habe es Ihnen einmal aufgezeichnet für die Menschenrassen -, Indien, Vorderindien; da haben wir Arabien; dann haben wir hier Kleinasien. Da geht dann Asien schon nach Europa herüber; wir kommen dann schon herüber nach Europa, also an die Inseln, die nach Europa herübersehen. Da ist Griechenland. Dann kommen wir hier nach Afrika. Und da haben wir dann einen Fluß: das ist der Nil; da ist Ägypten - heute, wie Sie wissen, von den Engländern ganz beherrscht -; das war einmal ein freies Land. Nun sehen Sie, heute wohnen überall die Völkerschaften. In Indien wohnen die Inder, die sich heute ja ganz aufraffen. Sie waren lange Zeit von den Engländern beherrscht, sind es natürlich auch heute noch, aber sie raffen sich heute auf, und derjenige, der etwas einsichtsvoll in England ist, hat eine heillose Angst davor, daß die Inder sich irgendwie einmal unabhängig machen könnten. Es gibt heute eine große indische Bewegung: der sogenannte Mahatma Gandhi hat in Indien eine solche Bewegung aufgerüttelt und ist dann eingesperrt worden, ist aber jetzt wieder freigelassen worden aus Gesundheitsrücksichten. Ebenso wohnen hier in Arabien Leute, die mehr oder weniger von den Engländern beherrscht sind; das ist eine ziemlich unwegsame Gegend noch, Arabien. Sie wissen ja, daß unter den Kriegsursachen für den großen Weltkrieg hauptsächlich auch die war, daß man eine Bahn anlegen wollte durch die Türkei hindurch, hier herüber, und den Weg gesucht hat auf der einen Seite nach Indien, auf der andern Seite nach Arabien. Das wollte Deutschland machen, und dadurch hat Deutschland so vielfach den Neid und die Eifersucht der anderen Völker hervorgerufen, weil es durch die Türkei hindurch die sogenannte Bagdadbahn bauen wollte, bis nach Asien hinein. - Und da war einstmals Syrien.
[ 21 ] Let’s take a look at a small section of a map. I’ll just sketch this out very roughly. For example, if we move over toward Asia—I’ve sketched this out for you once in relation to the human races—we have India, the Indian subcontinent; there’s Arabia; and then we have Asia Minor here. That’s where Asia begins to cross over into Europe; we’re already crossing over into Europe, that is, to the islands that face Europe. There’s Greece. Then we come here to Africa. And there we have a river: that’s the Nile; there’s Egypt—today, as you know, completely dominated by the British—; it was once a free country. Now you see, today people live everywhere. In India live the Indians, who are really pulling themselves together these days. They were ruled by the British for a long time—and of course still are today—but they’re pulling themselves together now, and anyone in England with any insight is absolutely terrified that the Indians might somehow become independent one day. There is a major Indian movement today: the so-called Mahatma Gandhi sparked such a movement in India and was subsequently imprisoned, but has now been released on health grounds. Likewise, there are people living here in Arabia who are more or less under British control; Arabia is still a rather inhospitable region. As you know, one of the main causes of the Great War was the desire to build a railway through Turkey, over here, seeking a route to India on one side and to Arabia on the other. Germany wanted to do that, and in doing so, Germany aroused the envy and jealousy of other nations on so many occasions because it wanted to build the so-called Baghdad Railway through Turkey, all the way into Asia. — And there was once Syria.
[ 22 ] Sehen Sie, von den allerverschiedensten Gesichtspunkten aus ist es interessant, sich einmal zu fragen: Da lebten also seit uralten Zeiten überall Völker; die waren ganz verschieden geartet in ihrem Leben. Man braucht nur ein paar Sachen zu nennen, dann wird man finden, wie verschieden diese Menschen in ihrem Leben waren. In Indien gab es zum Beispiel eine strenge Kasteneinteilung, eine Kasteneinteilung, gegen die alles dasjenige, was die europäischen Klassen sind, eigentlich nur ein Schattenbild ist. In Indien wurde man hineingeboren in eine Kaste. Die oberste Kaste waren die Brahmanen. Das waren diejenigen, die die Priesterdienste leisteten, die etwas lernen durften. Es gingen also die Kinder der Brahmanen eigentlich alle in den ältesten Zeiten in die Schule. Das waren diejenigen, die schreiben konnten; das war die oberste Kaste. Aus dieser Kaste wurden zwar die Priester genommen, nicht aber die Könige. Die Könige wurden schon aus der zweiten Kaste genommen, aus der Kriegerkaste. Aber niemals konnte jemand aufsteigen aus der Kriegerkaste in die Brahmanenkaste; das war streng geschieden. Die dritte Kaste waren die Ackerbauer, die Landleute; und die vierte Kaste waren diejenigen, die eigentlich als Handarbeiter galten. Nun waren strenge Trennungen zwischen diesen Kasten. Das war ganz so angesehen im alten Indien, wenn ein Mensch von einer Kaste in eine andere hineingekommen wäre, wie wenn ein Löwe hätte ein Lamm werden sollen! Man hat die Kasten so getrennt voneinander angesehen, wie man die einzelnen Gattungen der Tiere voneinander getrennt hat. Und deshalb nahmen auch die Leute gar keinen Anstoß daran. Es wäre ihnen so verrückt vorgekommen, wenn einer von der dritten Kaste hätte in die erste kommen sollen, wie wenn ein Löwe ein Ochs hätte werden wollen. Also das ist ganz evident gewesen, das war eine absolute Selbstverständlichkeit bei den Leuten. Nun, das war also in Indien.
[ 22 ] You see, from a wide variety of perspectives, it is interesting to ask oneself: People have lived everywhere since time immemorial; their ways of life were quite diverse. One need only mention a few things to realize just how different these people’s lives were. In India, for example, there was a strict caste system—a system against which the European class system is, in fact, merely a pale shadow. In India, one was born into a caste. The highest caste was that of the Brahmins. These were the ones who performed priestly duties and were permitted to study. So in ancient times, virtually all the children of the Brahmins attended school. They were the ones who could write; that was the highest caste. Although priests were drawn from this caste, kings were not. Kings were drawn from the second caste, the warrior caste. But no one could ever rise from the warrior caste to the Brahmin caste; the two were strictly separated. The third caste consisted of farmers and rural people, and the fourth caste comprised those who were considered manual laborers. Now, there were strict divisions between these castes. In ancient India, it was viewed as if a person were to move from one caste into another—just as if a lion were to become a lamb! The castes were regarded as distinct from one another, just as the different species of animals were kept separate. And that is why people did not take any offense at it. It would have seemed just as crazy to them if someone from the third caste were to join the first as if a lion were to try to become an ox. So this was quite evident; it was something people took for granted. Well, that was the case in India.
[ 23 ] Gehen wir nun herüber nach Ägypten: da waren auch noch Kasten. Was ich Ihnen jetzt erzähle, meine Herren, das können Sie versetzen in die Zeit ungefähr dreitausend oder dreitausendfünfhundert Jahre, vielleicht auch noch viertausend Jahre vor der Entstehung des Christentums. Wir müssen also zurückgehen um fünf bis sechs Jahrtausende, wenn wir in die Zeit, von der ich Ihnen jetzt erzähle, zurückblicken wollen. In Ägypten also, da waren wiederum auch Kasten, aber sie waren nicht so streng eingehalten; da konnte schon der eine oder andere von der einen in die andere Kaste hinüberkommen. Also so streng war es nicht eingehalten, aber es gab in Ägypten noch Kasten. Dagegen war es in Ägypten so, daß wiederum die ganze Staatseinteilung ausging von der Priesterschaft. Die Priesterschaft ordnete alles an. Das war in Indien auch so, aber da war eben durch die Kasteneinteilung alles gegeben, während in Ägypten die Kasteneinteilung nicht so streng war. Aber man hielt daran fest, daß alles das, was Gesetz werden sollte, ausging von der Priesterschaft.
[ 23 ] Let us now turn our attention to Egypt: there, too, there were castes. What I am about to tell you, gentlemen, takes place approximately three thousand or three thousand five hundred years—perhaps even four thousand years—before the emergence of Christianity. So we must go back five to six millennia if we want to look back to the time I am now describing to you. In Egypt, then, there were also castes, but they were not observed so strictly; it was possible for one person or another to move from one caste to another. So it was not observed that strictly, but there were still castes in Egypt. In contrast, in Egypt the entire structure of the state was based on the priesthood. The priesthood organized everything. This was also the case in India, but there everything was predetermined by the caste system, whereas in Egypt the caste system was not as strict. However, it was firmly held that everything that was to become law originated from the priesthood.
[ 24 ] Und in entsprechender Weise waren auch die anderen Völker, die in Syrien wohnten, in Kleinasien wohnten. Sie hatten ihre Eigentümlichkeiten, sie waren verschieden.
[ 24 ] And in a similar way, the other peoples who lived in Syria and in Asia Minor also had their own distinctive characteristics; they were different.
[ 25 ] Nun möchte ich Ihnen heute, damit Sie sehen, was in der Menschheitsgeschichte die Dinge, die wir gelernt haben, für eine Rolle spielen, gerade von diesen Völkerschaften noch etwas anderes erzählen. Nehmen wir vier von diesen Völkerschaften heraus: erstens die Inder, dann die Ägypter, dann diejenigen Völker, die da hier gesessen haben. Der Euphrat und Tigris münden da in diesen Meerbusen hinein, und da war ein Volk, welches später die Babylonier hieß. Diese wollen wir als dritte betrachten.
[ 25 ] Now, so that you can see what role the things we have learned play in human history, I would like to tell you something else today specifically about these peoples. Let’s single out four of these peoples: first, the Indians; then the Egyptians; then the peoples who lived here. The Euphrates and Tigris rivers flow into this gulf, and there was a people who later came to be known as the Babylonians. Let’s consider them as the third group.
[ 26 ] Und dann wissen Sie ja, daß hier sich ein Volk hervortat, das später eine große Rolle in der Geschichte gespielt hat: das sind die Semiten, die Hebräer, die Juden. Sie zogen herüber nach Ägypten, zogen später wieder zurück und wohnten dann hier in Palästina — ein an Ausdehnung verhältnismäßig kleines Volk, aber ein Volk, das seine große Rolle in der Geschichte gespielt hat. Wir können also hintereinander betrachten: Erstens die Inder, zweitens die Ägypter, drittens die Babylonier, viertens die Juden. Wollen wir heute einmal diese vier Völker betrachten.
[ 26 ] And then, as you know, a people distinguished themselves here who later played a major role in history: the Semites, the Hebrews, the Jews. They migrated to Egypt, later returned, and then settled here in Palestine—a relatively small people in terms of population, but a people that has played a major role in history. So we can consider them in succession: first, the Indians; second, the Egyptians; third, the Babylonians; fourth, the Jews. Let’s take a look at these four peoples today.
[ 27 ] Sehen Sie, das ist besonders charakteristisch an den Indern, daß sie eigentlich die Menschen, die da sind, so getrennt voneinander anschauen wie die Tierklassen und sie in vier Kasten einteilen. Dazu kommt die eigentümliche Religion, die in den alten Zeiten die Inder gehabt haben. Die Inder haben nicht unterschieden zwischen Geistund Körperwelt; in der Zeit, in der diese indische Bevölkerung in Indien zuerst sich ausgebildet hat, da unterschied man nicht zwischen Geist und Körper. Ein Baum wurde nicht etwa unterschieden wie bei vielen anderen Völkern: da ist der physische Baum, und da lebt ein Geist drinnen - nichts, das war nicht unterschieden. Der Baum war zugleich ein Geist, nur ein etwas gröberer Geist als der Mensch und das Tier. Das Tier war auch für die Inder nicht unterschieden in Körper und Seele, sondern es war Seele und der Mensch auch. Es war nicht unterschieden in Körper und Seele. Und wenn der älteste Inder nach der Seele fragte - und er wußte, daß man einatmet, die Luft einatmet -, da war ihm die Luft, die man einatmete, der Geist. Und dann wußte er: Die Luft ist da draußen; das ist der Geist, der die ganze Erde umgibt. Und wenn dieser Geist, der die ganze Erde umgibt, anfängt zu strömen, zu wehen, dann nannte er den Geist, der sich bewegt, der auf der ganzen Erde weht: Varuna. Aber das, was er in sich hatte, das war auch Varuna. Wenn es gestürmt hat draußen, war es Varuna; drinnen: auch Varuna. Heute hört man vielfach sagen, diese Inder hatten einen Naturdienst, weil sie Wind und Wetter verehrten und so weiter. Aber man kann ebensogut sagen, sie hatten einen Geistdienst, weil sie wiederum alles als Geist ansahen. Den Körperbegriff hatten die Inder gar nicht. Und weil das so war, war bei den Indern jeder Teil des Menschen zugleich ein Geist: Leber war Geist, Niere war Geist, alles war Geist. Sie unterschieden nicht zwischen Körper und Geist. Das ist gerade das Geheimnis der alten indischen Weisheit, daß gar nicht unterschieden wird zwischen Körper und Geist. Leber war Lebergeist, Magen war Magengeist.
[ 27 ] You see, what is particularly characteristic of the Indians is that they actually view the people around them as separate from one another, much like the classes of animals, and divide them into four castes. Added to this is the peculiar religion that the Indians had in ancient times. The Indians did not distinguish between the spiritual and physical worlds; at the time when this Indian population first developed in India, no distinction was made between spirit and body. A tree was not viewed, as it is by many other peoples, as a physical tree with a spirit living inside it—no, that distinction was not made. The tree was itself a spirit, just a somewhat coarser spirit than that of humans and animals. For the Indians, too, the animal was not distinguished into body and soul; rather, it was soul—and so was the human being. There was no distinction between body and soul. And when the oldest Indian asked about the soul—and he knew that one breathes in, breathes in the air—the air one breathed in was, for him, the spirit. And then he knew: The air is out there; that is the spirit that surrounds the entire earth. And when this spirit, which surrounds the entire earth, began to flow, to blow, then he called the spirit that moves, that blows across the entire earth: Varuna. But what he had within himself—that, too, was Varuna. When there was a storm outside, it was Varuna; inside—it was also Varuna. Today one often hears it said that these Indians practiced a “worship of nature” because they revered wind and weather and so on. But one might just as well say they practiced a “worship of the spirit,” because they, in turn, regarded everything as spirit. The Indians had no concept of the body at all. And because that was the case, for the Indians every part of the human being was at the same time a spirit: the liver was spirit, the kidney was spirit—everything was spirit. They made no distinction between body and spirit. That is precisely the secret of ancient Indian wisdom—that no distinction is made at all between body and spirit. The liver was the spirit of the liver, the stomach was the spirit of the stomach.
[ 28 ] Ja, sehen Sie, wenn wir heute den Magen anschauen, dann finden wir, daß etwas im Magen sein muß, wenn der Magen richtig verdauen soll; wir nennen den Stoff Pepsin. Wenn er fehlt, so wird nicht ordentlich verdaut; dann müssen wir etwas Salzsäure hineintun. Der Inder hat sich gesagt - er hat den Namen noch nicht gehabt, aber er hat gewußt, daß da ein Geist ist -, der Magen ist so aufgebaut: das ist der Magengeist. Und davon ist dann die Bezeichnung der Heilmittel geblieben: «Magengeist.» Freilich, heute kann man Tropfen nehmen für den Magen, nicht mehr «Magengeist», sondern nach dem Erfinder «Hoffmannsgeist» oder so irgendwie genannt; aber Sie werden noch immer finden, wo einfach geredet wird, daß der Geistbegriff noch in den Worten drinnensteckt.
[ 28 ] Yes, you see, when we look at the stomach today, we find that there must be something in the stomach for it to digest properly; we call this substance pepsin. If it is missing, digestion does not occur properly; then we have to add some hydrochloric acid. The Indian told himself—he didn’t have a name for it yet, but he knew there was a spirit there—that the stomach is structured this way: that is the “stomach spirit.” And that’s how the name for the remedy came to be: “stomach spirit.” Of course, today you can take drops for the stomach—no longer “Stomach Spirit,” but named “Hoffmann’s Spirit” or something similar after the inventor—but you will still find places where, in simple speech, the concept of the spirit is still embedded in the words.
[ 29 ] Also die Inder sahen überall Geist. Und deshalb haben sie auch keinen Anstoß genommen an dem Kastengeist, weil sie das als etwas Geistiges angesehen haben, so wie sie die Gliederung der Tiere als etwas Geistiges angesehen haben.
[ 29 ] So the Indians saw spirit everywhere. And that is why they took no offense at the caste system, because they regarded it as something spiritual, just as they regarded the structure of animals as something spiritual.
[ 30 ] Wenn man auf diese indischen Anschauungen eingeht, dann ist es interessant, daß die Inder eine ganz genaue Kenntnis hatten von allen menschlichen Organen. Sie sahen sie nur als Geist an. Der Mensch war aus lauter Geistern zusammengesetzt: Lungengeist, Magengeist, Nierengeist und so weiter; sie sahen dabei nur auf den physischen Körper. Wenn wir also auf die Inder schauen, so können wir sagen: Die Inder waren durchdrungen von einer Anschauung, die auf den physischen Körper ging. Den physischen Körper sahen sie als Geist an.
[ 30 ] When we examine these Indian views, it is interesting to note that the Indians had a very precise understanding of all human organs. They regarded them solely as spirits. The human being was composed entirely of spirits: the spirit of the lungs, the spirit of the stomach, the spirit of the kidneys, and so on; in doing so, they focused solely on the physical body. So when we look at the Indians, we can say: The Indians were imbued with a view that focused on the physical body. They regarded the physical body as spirit.
[ 31 ] 1. Inder: Physischer Körper geistig
[ 31 ] 1. Indian: The physical body is spiritual
[ 32 ] Das ist sehr interessant, denn jetzt haben wir ein Volk entdeckt, das zunächst eine genaue Kenntnis vom physischen Leib, physischen Körper hat.
[ 32 ] This is very interesting, because we have now discovered a people who, to begin with, have a precise understanding of the physical body.
[ 33 ] Jetzt gehen wir zu den Ägyptern hinüber. Bei den Ägyptern ist das eine merkwürdige Geschichte. Die Ägypter hatten ja den Nil. Der Nil ist eigentlich, man könnte sagen, der Nährvater des Landes. Jedes Jahr, wenn der Juli kommt, steigt der Nil aus seinen Ufern heraus, und im Oktober geht er wiederum zurück. So daß der alte Ägypter eigentlich nichts anderes gewußt hat, als: Der Nil enthält das Wasser; das Wasser geht zurück während der kalten Jahreszeit; das Wasser kommt wieder heraus, überschwemmt das Land und wird zum Wohltäter der Menschen. Wenn aber das Wasser im Oktober zurückgeht, dann bleibt zurück - die brauchen nicht zu düngen! - ein ganz fruchtbarer Schlamm. In diesen Schlamm wurden die Getreidearten und so weiter hineingesät; die gingen dann auf und wurden geerntet, bevor wieder der Nil überschwemmte. Und so bereitete ihnen der Nil eigentlich alljährlich das Ackerland. So daß die Ägypter tief durchdrungen waren von der Wohltätigkeit des Wassers. Sie haben sich vielfach beschäftigt mit dem, was das Wasser in der Natur ist. Sehen Sie, wir bewundern heute an unserer Ingenieurkunst, daß sie kanalisieren kann. Ja, die Ägypter haben Tausende von Jahren vor uns schon sehr gut kanalisieren können! Natürlich, wenn der Nil über die Ufer getreten ist und da überall überschwemmt war, da ist er auch unter Umständen dorthin gekommen, wo er nicht hätte sein sollen. Da haben die Ägypter schon in den ältesten Zeiten den Mörissee angelegt - einen ganzen See! Der ist nicht von der Natur aus dagewesen, sondern der ist angelegt worden, damit er die Überschwemmung in richtige Geleise gebracht hat. Was Überflußwasser war, hat sich in diesem Mörissee gesammelt. Also eigentlich künstlich haben die Ägypter die Natur beherrscht. Aber dadurch ist ihre Aufmerksamkeit außerordentlich auf das Wasser gelenkt worden.
[ 33 ] Now let’s turn to the Egyptians. The story of the Egyptians is a remarkable one. The Egyptians, of course, had the Nile. The Nile is, in a sense, the lifeblood of the land. Every year, when July comes, the Nile overflows its banks, and in October it recedes again. So the ancient Egyptians knew nothing other than this: The Nile holds the water; the water recedes during the cold season; the water comes back out, floods the land, and becomes a benefactor to the people. But when the water recedes in October, what remains—and they don’t even need to fertilize!—is a very fertile silt. Grains and other crops were sown into this silt; they then sprouted and were harvested before the Nile flooded again. And so the Nile essentially prepared the farmland for them every year. As a result, the Egyptians were deeply imbued with a sense of the water’s benevolence. They devoted much attention to the nature of water itself. You see, today we admire our engineering for its ability to channel water. Yes, the Egyptians were already very skilled at channeling water thousands of years before us! Of course, when the Nile burst its banks and flooded everywhere, it sometimes ended up where it shouldn’t have been. So even in the earliest times, the Egyptians created Lake Moeris—an entire lake! It wasn’t there naturally; rather, it was created to channel the floodwaters into the right course. Excess water collected in this Lake Möris. So, in a sense, the Egyptians artificially controlled nature. But as a result, their attention was focused intensely on water.
[ 34 ] Nun habe ich Ihnen schon bei der Beantwortung dessen, was Herr Dollinger gefragt hat, gesagt: Das Wasser hat ungeheuren Einfluß auf den Ätherleib des Menschen. Und bei dem Instinkt, den die Ägypter noch gehabt haben, haben sie die Lehre ausgebildet: Der Mensch besteht nicht bloß aus einem physischen Körper, sondern der hat noch einen Ätherleib. - Es ist interessant, sehen Sie: Da hinten in Indien waren älteste Völker; viele von diesen ältesten Völkern sind über Arabien herüber erst nach Ägypten eingewandert. In Ägypten war eine Art alte Kultur: alles von Indien her. Wie die Inder nach Ägypten eingewandert sind, haben sie die Wohltat des Wassers empfunden. Aber sie haben sich gesagt: Das wirkt nicht auf den physischen Leib, den wir in Indien kennengelernt haben, sondern das wirkt auf einen noch höheren Leib des Menschen. - Und so haben die Ägypter - die Inder auch - hauptsächlich durch das, was sie erlebt haben mit dem Wasser, eigentlich den Ätherleib entdeckt.
[ 34 ] Now, as I already told you in my answer to Mr. Dollinger’s question: Water has an immense influence on the human etheric body. And based on the intuition that the Egyptians still possessed, they developed the teaching that human beings do not consist merely of a physical body, but also have an etheric body. - It’s interesting, you see: Back in India there were the most ancient peoples; many of these ancient peoples migrated to Egypt via Arabia. In Egypt there was a kind of ancient culture: everything came from India. As the Indians migrated to Egypt, they experienced the benefits of water. But they said to themselves: This does not affect the physical body we came to know in India, but rather it affects an even higher body of the human being. - And so the Egyptians—and the Indians as well—actually discovered the etheric body primarily through what they experienced with water.
[ 35 ] Dadurch, daß die Ägypter den Ätherleib entdeckt haben, dadurch haben sie ihre ganze Religion ausgebildet, denn die ist eine Religion des Ätherleibes. Wenn man das Allerwichtigste aus der ägyptischen Religion nimmt, so ist es die folgende Sage. Diese Ägypter sagten, - und das war etwas, was die Ägypter überall erzählten, wie in einer gewissen Zeit in Europa die Evangeliengeschichten erzählt worden sind: Es gibt einen hohen Gott; Osiris nannten sie diesen hohen Gott. Dieser hohe Gott ist der Wohltäter der Menschen. Er ist eigentlich der Urheber alles desjenigen, was dem Menschen durch das Element des Wassers kommt. Aber er hat einen Feind. Er wirkt zur Wohltat des Menschen; aber er hat einen Feind. Und dieser Feind, der lebt im heißen Wind, der von der Wüste kommt. Da war ja die Wüste (auf die Zeichnung deutend). So hatten sie zwei Gottheiten gehabt: den Osiris und den Typhon, den Osiris und seinen Feind, den Typhon. - Das alles, was sie da in der Natur gesehen haben, haben sie auch im Menschenleben drinnen gesehen. Aber sie haben es nicht wie die Inder dem physischen Leib, sondern dem Ätherleib zugeschrieben. - Dann erzählten sie die Sage weiter: Eines Tages erschlug der Typhon den Osiris und verschleppte ihn. Und die Gemahlin des Osiris, die Isis, holte den Leichnam wiederum zurück, begrub die verschiedenen Glieder an verschiedenen Orten. Da hat man dann Baudenkmäler darüber errichtet. Und seither nun ist der Osiris Herrscher über die Toten. Einmal war er Herrscher über die Lebendigen, dann ist er Herrscher geworden über die Toten. Die Ägypter haben ja schon an den Tod gedacht.
[ 35 ] It was through their discovery of the etheric body that the Egyptians developed their entire religion, for it is a religion of the etheric body. If one were to single out the most important aspect of the Egyptian religion, it would be the following legend. These Egyptians said—and this was something the Egyptians told everywhere, just as the Gospel stories were told in Europe at a certain time—that there is a supreme God; they called this supreme God Osiris. This supreme God is the benefactor of humankind. He is, in fact, the source of everything that comes to humankind through the element of water. But he has an enemy. He works for the benefit of humankind; yet he has an enemy. And this enemy dwells in the hot wind that comes from the desert. There was, after all, the desert (pointing to the drawing). Thus they had two deities: Osiris and Typhon—Osiris and his enemy, Typhon. - Everything they saw in nature, they also saw reflected in human life. But unlike the Indians, they attributed it not to the physical body but to the etheric body. - Then they continued the legend: One day, Typhon killed Osiris and carried him off. And Osiris’s wife, Isis, retrieved the body and buried the various limbs in different places. Monuments were then erected to mark these sites. And ever since then, Osiris has been the ruler of the dead. He was once the ruler of the living, and then he became the ruler of the dead. The Egyptians had, after all, already contemplated death.
[ 36 ] Nun wissen Sie - ich habe es Ihnen schon gesagt -, ein paar Tage nach dem Tode geht der Ätherleib des Menschen fort; dann kommt der Mensch allmählich erst wieder zum Bewußtsein. Das drückt sich in der Sage so aus, daß der Osiris fortgeht und wiederum zurückgebracht wird von der Isis. Der Mensch bekommt sein Bewußtsein wiederum nach dem Tode.
[ 36 ] Now you know—as I have already told you—that a few days after death, the human etheric body departs; only then does the person gradually regain consciousness. This is expressed in the legend as Osiris departing and then being brought back by Isis. A person regains consciousness after death.
[ 37 ] So daß man sagen kann: Die Ägypter sind darauf gekommen, daß der Mensch einen Ätherleib hat. - Sehr interessant ist das! Die Inder, die haben noch den physischen Leib als Geistiges genommen. Die Ägypter, die kamen auf den Ätherleib und nahmen den als Geist:
[ 37 ] So one could say: The Egyptians came to the conclusion that human beings have an etheric body. — That’s very interesting! The Indians still regarded the physical body as spiritual. The Egyptians, on the other hand, recognized the etheric body and regarded it as spiritual:
[ 38 ] 2. Ägypter: Ätherleib geistig Osiris Typhon Isis
[ 38 ] 2. Egyptians: Etheric body, spirit, Osiris, Typhon, Isis
[ 39 ] Und alles das, was die Ägypter geglaubt haben, alles das, wofür sie gearbeitet haben, war eigentlich für den Ätherleib. Das beherrschte ganz ihr Anschauen.
[ 39 ] And everything the Egyptians believed in, everything they worked toward, was actually for the etheric body. That completely dominated their outlook.
[ 40 ] Sehen Sie, meine Herren, Sie haben jedenfalls von den Ägyptern eines gesehen: das sind die Mumien. Ich habe sie Ihnen neulich erwähnt; ich habe gesagt: Wenn die mittelalterlichen Mediziner von Mumien gesprochen haben, so ist es etwas Geistiges gewesen; das habe ich Ihnen erklärt. Aber der Mensch meint heute, wenn von Mumien gesprochen wird, nur diese ägyptischen Mumien. Die Leichname wurden einbalsamiert, fein einbalsamiert und wurden aufbewahrt. Ja, warum geschah denn das? Die Ägypter wußten nur vom Ätherleib und bewahrten den physischen Leib auf, damit, wenn der Mensch wieder einmal lebt, er seinen physischen Leib wieder findet. Hätten sie schon vom Astralleib und vom Ich gewußt, dann hätten sie nicht geglaubt, daß man den physischen Leib aufbewahren muß. Sie kannten erst den Ätherleib, den zwar sehr geistig. Hätten sie vom Ich und vom Astralleib gewußt, dann hätten sie gesagt: Die bauen sich ja selber ihren physischen Leib auf. - Aber sie haben nur den feinen Ätherleib gekannt; da haben sie geglaubt, man muß den physischen Leib erhalten, damit der Mensch ihn wieder findet, wenn er wiederkommt. Also die Ägypter haben den Ätherleib entdeckt.
[ 40 ] You see, gentlemen, there is one thing you have certainly observed about the Egyptians: their mummies. I mentioned them to you the other day; I said: When medieval physicians spoke of mummies, they were referring to something spiritual; I explained that to you. But today, when people hear the word “mummy,” they think only of these Egyptian mummies. The corpses were embalmed—carefully embalmed—and preserved. Yes, but why was that done? The Egyptians knew only of the etheric body and preserved the physical body so that, when the human being lives again, he might find his physical body once more. Had they already known of the astral body and the “I,” they would not have believed that the physical body had to be preserved. They knew only the etheric body—albeit in a very spiritual sense. Had they known about the “I” and the astral body, they would have said: “People build their own physical bodies.”—But they knew only the fine etheric body; so they believed that the physical body had to be preserved so that the person could find it again when they returned. Thus, the Egyptians discovered the etheric body.
[ 41 ] Jetzt kommen wir zu den dritten, zu den Babyloniern. Die haben etwas sehr groß und stark ausgebildet, nämlich das Denken gut ausgebildet, so daß vieles von dem Denken der Babylonier heute noch erhalten ist; aber was sie ganz besonders stark ausgebildet haben, das war die Sternkunde. Sie haben ihre großen Sterntürme gebaut, von denen aus sie die Sterne beobachtet haben. Und da haben sie gesehen, daß der Mensch nicht nur abhängt von dem, was auf der Erde ist, sondern abhängt von dem, was in den Sternen ist. Sie haben die Einflüsse der Sterne auf den Menschen ganz besonders gesucht und haben vor allen Dingen ihre Beobachtungen darüber angestellt, wie das Jahr sich einteilte. Das Jahr hat wiederum durch die Sterne einen großen Einfluß auf den Menschen. Die Babylonier gingen also zuerst mit ihrem Leben von der Erde weg und bildeten die Sternkunde, das Wissen von dem Einfluß der Sterne auf die Menschen, in ihrer besonderen Wissenschaft aus. Und dadurch kamen sie auch darauf, daß sie alles nach sechzig und zwölf und so weiter einzuteilen haben.
[ 41 ] Now we come to the third group, the Babylonians. They developed something to a very high degree—namely, they developed their thinking so well that much of Babylonian thought has been preserved to this day; but what they developed most notably was astronomy. They built their great observatories, from which they observed the stars. And there they saw that human beings do not depend solely on what is on Earth, but also on what is in the stars. They sought out the influences of the stars on human beings with particular interest and, above all, made their observations regarding how the year was divided. The year, in turn, exerts a great influence on human beings through the stars. The Babylonians thus first turned their attention away from the Earth and developed astronomy—the knowledge of the stars’ influence on human beings—into a distinct science. And through this, they also came to the realization that they had to divide everything into sixty, twelve, and so on.
[ 42 ] Sie haben zum Beispiel das Geld nach sechzig und zwölf eingeteilt. Erst später ist die Zehnereinteilung gekommen, die Dezimaleinteilung. Aber Sie finden heute noch im englischen Shilling diese alte babylonische Einteilung nach zwölf. Also diese Zahleneinteilung ist zuerst vom Himmel heruntergeholt worden von den Babyloniern. Nun, auf was hat denn beim Menschen die Sternenwelt besonderen Einfluß? Auf den Astralleib, meine Herren. Der Astralleib steht ganz und gar unter dem Einfluß der Sternenwelt. Aber weil die heutige Sternenwissenschaft nichts wissen will vom Astralleib, geht sie auch nicht darauf aus, die Sterne in ihrem Einfluß auf den Menschen zu beobachten. Was da errechnet wird in der heutigen Astronomie, das hat wirklich keinen besonders starken Einfluß auf den Menschen. Aber die Babylonier hatten eine feine Sternenwissenschaft. Und sie entdeckten dadurch den Astralleib des Menschen. Das ist das Wunderbare. So daß wir sagen können, die Babylonier entdeckten den Astralleib geistig.
[ 42 ] For example, they divided money into units of sixty and twelve. It was only later that the division into tens—the decimal system—was introduced. But even today, you can still find this ancient Babylonian division into twelves in the English shilling. So this system of numerical division was first brought down from the heavens by the Babylonians. Now, what aspect of the human being is particularly influenced by the world of the stars? The astral body, gentlemen. The astral body is entirely under the influence of the world of the stars. But because modern astronomy wants nothing to do with the astral body, it does not set out to observe the stars’ influence on human beings. What is calculated in modern astronomy really has no particularly strong influence on human beings. But the Babylonians had a sophisticated astronomy. And through it, they discovered the human astral body. That is the marvelous thing. So we can say that the Babylonians discovered the astral body spiritually.
[ 43 ] 3. Babylonier: Astralleib geistig
[ 43 ] 3. Babylonians: Astral body, spiritual
[ 44 ] Der Astralleib hat ja sogar daher den Namen. Zuerst haben die Babylonier ihn entdeckt. Und weil sie ihn aus den Sternen entdeckt haben, aus dem Astralischen - Astrologie, Astronomie, Sternenwissenschaft, Sternenkunde -, hat man ihn den Astralleib genannt. Also Sie sehen, die aufeinanderfolgenden Völker entdeckten aus dem Geist heraus nacheinander: die Inder den physischen Leib, die Ägypter den Ätherleib und die Babylonier den Astralleib.
[ 44 ] That is, in fact, where the astral body gets its name. The Babylonians were the first to discover it. And because they discovered it through the stars—through the astral realm—astrology, astronomy, the science of the stars, the study of the stars—it came to be called the astral body. So you see, successive peoples discovered these things one after another through their spiritual insight: the Indians discovered the physical body, the Egyptians the etheric body, and the Babylonians the astral body.
[ 45 ] Wenn man dem nachgeht, was den babylonischen Sagen überall zugrunde liegt, sind es die Sterne. Sie müssen sich nur nicht täuschen lassen von der heutigen Wissenschaft und ihren Büchern. Da ist ein Gelehrter, der sagt: Ursprünglich sind alle Religionen ausgegangen von einem Sternendienst. Deshalb müsse man den Sternendienst als den Ursprung aller Religionen ansehen. - Ein anderer kommt und sagt: Ach was, die Religionen sind alle ausgegangen von Naturverehrungen. Da sind der Wind und das Wetter verehrt worden. - Ein dritter sagt: Die Religionen sind alle ausgegangen von den Elementen, vom Wasser und seinen Wirkungen. - Ja, meine Herren, woher rührt das, daß die Leute das sagen? Derjenige, der Ihnen sagt, die Religion rührt her vom Sternendienst, der hat nichts anderes studiert als die babylonische Zeit. Nun glaubt er, so wie es bei den Babyloniern war, sei es überall gewesen. Derjenige, der Ihnen sagt, die Religion rühre her von den Elementen, hat nichts studiert als die Ägypter. Nun wiederum verägyptisiert er alles. - Und er sagt: Alle Religionen sind aus der Verehrung von Wind und Wetter entstanden. - Das rührt davon her, daß die Leute beschränkt sind, daß sie nur einzelne Sachen studieren. Die Religionen gehen aus von dem verschiedensten.
[ 45 ] If one examines what underlies all the Babylonian legends, it is the stars. Just don’t let yourself be misled by modern science and its books. There is a scholar who says: Originally, all religions stemmed from the worship of the stars. Therefore, one must regard the worship of the stars as the origin of all religions. — Another comes along and says: Oh, come on, all religions stemmed from the worship of nature. The wind and the weather were worshipped. - A third says: “All religions originated from the elements—from water and its effects.” - Yes, gentlemen, where does this come from—that people say such things? The one who tells you that religion stems from the worship of the stars has studied nothing but the Babylonian era. Now he believes that what was true for the Babylonians must have been true everywhere. The one who tells you that religion stems from the elements has studied nothing but the Egyptians. Now, in turn, he applies an Egyptian perspective to everything. — And he says: All religions arose from the worship of wind and weather. — This stems from the fact that people are limited, that they study only individual things. Religions arise from the most diverse sources.
[ 46 ] Nun gibt es etwas noch, sagte ich Ihnen, ein kleines Volk da in Palästina: die Hebräer, die Juden. Sehen Sie, die lebten unter diesen anderen Völkern, und die waren von gar nichts befriedigt bei den anderen Völkern. Sie können es in der Bibel, im Alten Testament, lesen, wie die Juden überall unbefriedigt sind und wie sie auf eine ganz unsichtbare, geistige Wesenheit kommen. Der physische Leib ist natürlich ganz sichtbar. Der Ätherleib drückt sich aus in den Überschwemmungen, in den Wasserwirkungen des Nil; sie sind da. Der astralische Leib der Babylonier, der ist zwar auf der Erde nicht mehr sichtbar, aber wenn man die Sterne studiert, findet man den Astralleib. Die Juden wollten alles das nicht mehr haben, sondern nur einen unsichtbaren Gott. Dieser unsichtbare Gott, was ist er? Er ist dasjenige, was auf das menschliche Ich wirkt. Also:
[ 46 ] Now there is something else, I told you, a small people there in Palestine: the Hebrews, the Jews. You see, they lived among these other peoples, and they were not satisfied with anything among those other peoples. You can read in the Bible, in the Old Testament, how the Jews are dissatisfied everywhere and how they come to believe in a completely invisible, spiritual being. The physical body is, of course, completely visible. The etheric body expresses itself in the floods, in the waters of the Nile; they are there. The astral body of the Babylonians is no longer visible on Earth, but if one studies the stars, one finds the astral body. The Jews no longer wanted any of that; they wanted only an invisible God. What is this invisible God? He is that which acts upon the human “I.” So:
[ 47 ] 4. Juden: Ich geistig (Jahve)
[ 47 ] 4. Jews: I am the Spirit (Yahweh)
[ 48 ] Die Juden, die kamen auf das Ich als Geistiges und nannten es Jahve.
[ 48 ] The Jews came to understand the “I” as a spiritual entity and called it Yahweh.
[ 49 ] Und jetzt haben Sie Geschichte! Sie können in Geschichtsbüchern lesen, so viel Sie wollen: Sie werden nicht verstehen, wie die Völker des Altertums fortschreiten. Da wird Ihnen überall von allem möglichen erzählt, von allen möglichen Kriegen und Königen das gibt ein kunterbuntes Chaos im menschlichen Schädel; da weiß man nicht, was das eigentlich ist. Dann wird höchstens noch erzählt von Religionen; aber man weiß nicht, woher die kommen. Wenn Sie aber jetzt wissen: Der Mensch besteht aus physischem Leib, Ätherleib, Astralleib und Ich, und diese sind nacheinander von den Menschen erst entdeckt worden, und davon waren ihre Lebensanschauungen abhängig, dann kriegen Sie in dieser Hinsicht heraus: Die Inder entdecken den physischen Leib, die Ägypter den Ätherleib, die Babylonier den Astralleib, die Juden das Ich. Nach und nach kommt es heraus, daß der Mensch diese verschiedenen Leiber hat. Das ist nicht gleich vom Himmel gefallen, sondern das entdecken die Menschen nach ihren Lebensverhältnissen.
[ 49 ] And now you have history! You can read as much as you want in history books: you will not understand how the peoples of antiquity made progress. There, you are told all sorts of things about everything—all kinds of wars and kings—which creates a motley chaos in the human mind; you don’t know what any of it actually is. Then, at most, you hear about religions; but you don’t know where they come from. But if you now know that human beings consist of a physical body, an etheric body, an astral body, and the “I,” and that these were discovered by humans one after another—and that their worldviews depended on them—then you’ll come to realize in this regard: The Indians discovered the physical body, the Egyptians the etheric body, the Babylonians the astral body, and the Jews the “I.” Little by little, it becomes clear that human beings have these different bodies. This knowledge did not simply fall from the sky; rather, people discovered it in accordance with their living conditions.
| Inder | Physischer Körper | geistig | |
| Ägypter | Ätherleib | geistig | Osiris Typhon Isis |
| Babylonier | Astralleib | geistig | |
| Juden | Ich | geistig | (Jahve) |
| Indian | Physical Body | spiritual | |
| Egyptians | Etheric body | spiritual | Osiris, Typhon, Isis |
| Babylonians | Astral body | spiritual | |
| Jews | I | spiritual | (Yahweh) |
[ 50 ] Die Inder, bei denen viele Völker durchgezogen sind, so daß sie rassisch verschieden sind, kommen auf den physischen Leib. Die Ägypter, die sich viel mit dem Wasser zu befassen hatten, kommen auf den Äther und dadurch auf den Äthermenschen. Die Babylonier, die alles dasjenige, was sie für den Astralleib brauchten, von den anderen Völkern übernahmen, bei denen kamen die Priester darauf, hohe Türme zu bauen: die kamen auf die Sternkunde. Und die Juden, die immer gewandert sind - Sie können das in den Geschichten von Abraham, Moses und so weiter verfolgen -, waren abgeneigt, überhaupt in dem Oben und Unten etwas Sichtbares zu verehren: die kommen auf den unsichtbaren Jahve, der der Schöpfer und Auswirker des menschlichen Ich ist.
[ 50 ] The Indians, through whose lands many peoples have passed, making them racially diverse, focus on the physical body. The Egyptians, who had much to do with water, focus on the ether and, through it, on the etheric body. The Babylonians, who adopted everything they needed for the astral body from other peoples, had priests who came up with the idea of building tall towers: they turned to astronomy. And the Jews, who were always on the move—you can trace this in the stories of Abraham, Moses, and so on—were averse to worshiping anything visible in the realms above or below; they turned to the invisible Yahweh, who is the Creator and the agent of the human “I.”
[ 51 ] Da bekommen Sie Sinn in das Ganze hinein! Da sehen Sie, wie nach und nach der Mensch sich selber entdeckt. Dann geht das weiter. Wir wollen das auch noch betrachten. Also, meine Herren heute ist Samstag -, am nächsten Mittwoch sehen wir uns dann wiederum.
[ 51 ] That’s where you begin to make sense of it all! That’s where you see how, little by little, a person discovers themselves. Then it continues. We’ll look at that as well. So, gentlemen, today is Saturday—we’ll see each other again next Wednesday.

