Human History and the
World Views of Civilized Nations
GA 353
5 May 1924, Dornach
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Human History and the World Views of Civilized Nations, tr. SOL
10. Zur Begründung einer geisteswissenschaftlichen Astronomie
10. Toward the Establishment of a Spiritual Science-Based Astronomy
[ 1 ] Guten Morgen, meine Herren! Hat sich heute irgend jemand von Ihnen etwas ausgedacht?
[ 1 ] Good morning, gentlemen! Has anyone come up with any ideas today?
[ 2 ] Herr Erbsmehl: Ich möchte einmal fragen, wie es kommt, daß die heutigen Menschen den Sternenhimmel so betrachten, wie sie es tun, und die alten Babylonier ihn doch ganz anders betrachtet haben?
[ 2 ] Mr. Erbsmehl: I would like to ask why people today view the starry sky the way they do, when the ancient Babylonians viewed it quite differently?
[ 3 ] Dr. Steiner: Nun, die Frage gehört dahin, überhaupt etwas zu sagen über den ganzen Umschwung, der in der Betrachtung der Welt eingetreten ist. Sie haben ja diesen astronomischen Kursus hier durch Fräulein Dr. Vreede - und werden sehen, wie schwer es heute eigentlich ist, durch die rechnerischen und mathematischen Betrachtungen durchzukommen.
[ 3 ] Dr. Steiner: Well, the question pertains to saying anything at all about the complete shift that has taken place in our view of the world. You have this astronomy course here taught by Dr. Vreede—and you will see how difficult it actually is today to work through the computational and mathematical considerations.
[ 4 ] Sehen Sie, wenn man sich klarwerden will über diese Dinge, so muß man sich vor allen Dingen vorstellen, daß die älteren Menschen ja wirklich noch viel, man kann schon sagen, geistiger waren als die gegenwärtigen Menschen. Man hat verhältnismäßig noch lange etwas von denjenigen Wirkungen in der Natur gewußt, die heute eigentlich ganz unbekannt sind. Ich möchte Sie auf einiges in dieser Richtung aufmerksam machen. Denn man kann nicht begreifen, was die alten Babylonier und Assyrier mit ihrer Sternenwissenschaft wollten, wenn man nicht gewisse Dinge begreift, die heute eigentlich ganz unbekannt sind.
[ 4 ] You see, if one wants to gain clarity about these things, one must first and foremost create a mental image of people in the past being indeed much—one might even say—more spiritual than people today. For a relatively long time, people were aware of certain forces in nature that are actually completely unknown today. I would like to draw your attention to a few things in this regard. For one cannot understand what the ancient Babylonians and Assyrians intended with their astronomy unless one understands certain things that are actually completely unknown today.
[ 5 ] Es erzählt zum Beispiel noch Rousseau folgendes: Er habe es in Ägypten, also in einer wärmeren Gegend, von der wir ja auch in der letzten Stunde so Merkwürdiges gehört haben, nicht wahr, dahin gebracht, durch seinen Blick, indem er die Tiere in einer gewissen Weise angeschaut hat, zum Beispiel Kröten, die ihm entgegengekommen sind, durch das Anstarren in die Augen hinein, die Kröten zum Stillhalten zu bringen, und dazu zu bringen, daß sie sich überhaupt nicht mehr rühren konnten. Die Kröten waren wie gelähmt. Das ist ihm in wärmeren Gegenden, in Ägypten zum Beispiel, immer gelungen. Er hat da die Kröten lähmen und nachher auch töten können. Dasselbe wollte er aber auch in Lyon treiben. Da kam ihm eine Kröte entgegen. Er schaute sie an, starrte sie an, und siehe da er wurde gelähmt! Er konnte sein Auge nicht mehr bewegen, war gelähmt, wie wenn er tot wäre. Erst als die Leute dazugekommen sind und einen Arzt geholt haben, und man ihm Viperngift, Schlangengift gegeben hat, was ihn eben aus dem Krampfe herausriß, ist er wieder davongekommen. Da hatte sich die Geschichte gedreht. Also Sie sehen, man braucht bloß von Ägypten nach Lyon zu gehen, da drehen sich solche Wirkungen, die ausgehen von Naturwesen, einfach um.
[ 5 ] Rousseau, for example, recounts the following: He claims that in Egypt—that is, in a warmer region, about which we heard such remarkable things just last class, didn’t we?— managed, through his gaze—by looking at the animals in a certain way, for example, toads that came toward him—to make them freeze by staring them straight in the eyes, so that they could no longer move at all. The toads were as if paralyzed. He always succeeded in doing this in warmer regions, in Egypt for example. There he was able to paralyze the toads and later even kill them. But he wanted to do the same thing in Lyon. Then a toad came toward him. He looked at it, stared at it, and lo and behold, he was paralyzed! He could no longer move his eye; he was paralyzed, as if he were dead. It was only when people came to his aid and fetched a doctor, and he was given viper venom—snake venom—which snapped him out of the spasm, that he recovered. That’s when the situation turned around. So you see, all it takes is a trip from Egypt to Lyon, and the effects emanating from natural beings simply reverse themselves.
[ 6 ] Wir können also sagen: Es gibt schon Wirkungen, die sehr eng zusammenhängen mit dem menschlichen Willen - denn es ist ja eine Entfaltung des menschlichen Willens. Es gibt solche Wirkungen. Und diese Kräfte, die sind eben auch da. Denn nicht wahr, was vor einem Jahrhundert noch da war, das ist auch heute noch da, wird immer da sein, solange die Erde besteht. Aber die Menschen wollen heute nichts mehr von solchen Dingen wissen und bekümmern sich nicht mehr um sie.
[ 6 ] So we can say: There are indeed effects that are very closely connected to the human will—for it is, after all, an unfolding of the human will. Such effects do exist. And these forces—they are simply there as well. For isn’t it true that what was there a century ago is still there today and will always be there as long as the Earth exists? But people today no longer want to know anything about such things and no longer concern themselves with them.
[ 7 ] Aber, sehen Sie, meine Herren, das hängt noch mit einigen anderen Dingen zusammen. Wir müssen, wenn wir einsehen wollen, wie gewisse Dinge sind, Rücksicht nehmen auf den Ort, wo sie gemacht werden. Wir müssen also in einem gewissen Sinne die Geographie zu Hilfe ziehen. Aber wiederum nicht diejenige Geographie, die heute die gültige ist, denn die redet nicht von dem Unterschied der Krötenwirkungen, vom Menschen ausgehend oder zum Menschen hin, sondern die redet bloß von ganz äußerlichen Dingen.
[ 7 ] But, you see, gentlemen, this is connected to a number of other things. If we want to understand how certain things are, we must take into account the place where they are made. So, in a certain sense, we must turn to geography for help. But not the kind of geography that is accepted today, for that does not speak of the difference in the effects of toads—whether originating from humans or directed toward them—but speaks only of entirely external things.
[ 8 ] Nun will ich Ihnen noch ein anderes Beispiel nach dieser Richtung erzählen. Sehen Sie, es gab im 17. Jahrhundert einen Gelehrten, van Helmont. Dieser Gelehrte, der hatte noch viel von demjenigen in sich, was man früher gewußt hat. Denn eigentlich sind die Dinge des früheren Wissens erst im 19. Jahrhundert ganz verlorengegangen. Im 17. Jahrhundert waren sie ziemlich stark noch da, und im 18. Jahrhundert, da begann schon das Zugrundegehen. Aber eben erst im 19. Jahrhundert sind die Leute ganz gescheit geworden nach ihrer eigenen Meinung!
[ 8 ] Now I’d like to share another example along these lines with you. You see, there was a scholar in the 17th century named van Helmont. This scholar still possessed much of what people used to know. For in fact, the knowledge of earlier times was not completely lost until the 19th century. In the 17th century, they were still quite strongly present, and in the 18th century, their decline had already begun. But it was only in the 19th century that people became truly wise, in their own opinion!
[ 9 ] Dieser van Helmont hat nachgesonnen, wie man mehr wissen könnte, als man es durch den gewöhnlichen menschlichen Verstand haben kann. Heute denken die Menschen ja nicht nach darüber, wie man mehr wissen könnte, als man durch den gewöhnlichen Verstand wissen kann, weil sie glauben, daß der menschliche Verstand alles wissen kann. Aber van Helmont, der Arzt war, hat nicht sehr viel gegeben auf diesen menschlichen Verstand. Er wollte ein geistiges Wissen.
[ 9 ] This van Helmont pondered how one might know more than what can be known through ordinary human reason. Today, people don’t think about how one might know more than what can be known through ordinary reason, because they believe that human reason can know everything. But van Helmont, who was a physician, didn’t place much value on this human reason. He sought spiritual knowledge.
[ 10 ] Aber das geistige Wissen auf geistige Art zu erringen, so wie wir es heute in der Anthroposophie versuchen, das war dazumal noch nicht möglich. So weit war die Menschheit nicht. So hat van Helmont noch ältere Methoden angewendet. Da hat er folgendes gemacht, wovon ich natürlich nicht irgendwie die Empfehlung geben möchte, daß es nachgemacht werde. Das kann man nicht. Heute wirkt es auch nicht mehr so wie dazumal. Aber van Helmont hat das noch gemacht.
[ 10 ] But acquiring spiritual knowledge in a spiritual way, as we attempt to do today in anthroposophy, was not yet possible back then. Humanity had not yet reached that stage. So van Helmont used even older methods. He did the following—which, of course, I in no way wish to recommend that anyone imitate. It cannot be done. Today, it no longer has the same effect as it did back then. But van Helmont still did it.
[ 11 ] Sehen Sie, er nahm eine gewisse Pflanze, die eine giftige Heilpflanze ist. Bei gewissen Krankheiten verschreibt man sie. Die nahm er. Von dieser Pflanze wußte er natürlich, da er Arzt war, daß er sie nicht essen kann, weil sie eben den Tod bringen würde. Aber er leckte etwas an der Spitze der Wurzel, am unteren Teil der Wurzel. Und nun beschreibt er den Zustand, in den er da gekommen ist, in der folgenden Weise. Er sagt, er hätte so etwas empfunden, wie wenn sein Kopf ganz ausgeschaltet worden wäre, wie wenn er kopflos geworden wäre. Er war ganz kopflos geworden davon. Es war natürlich nicht etwa der Kopf heruntergefallen, aber er hat ihn nicht mehr gespürt. Da hat er durch den Kopf nichts mehr wissen können. Aber jetzt hat angefangen, seine Bauchgegend so zu wirken wie ein Kopf. Und siehe da, er hat große Erleuchtungen bekommen in Form von Bildern, was wir heute in der Anthroposophie Imagination nennen, in Form von Bildern von der geistigen Welt her. Und das hat ihm einen großen Ruck gegeben im Leben, einen furchtbaren Ruck; denn jetzt wußte er: Man kann nicht nur durch den Verstand etwas sagen über die geistige Welt, sondern man kann auch wirklich die geistige Welt sehen. Er hat nicht etwa durch das Nervensystem, das im Stoffwechsel-Gliedmaßensystem des Menschen ist, gedacht, sondern er hat angeschaut, gesehen wirklich die geistige Welt. Er hat also von der geistigen Welt dadurch Imaginationen bekommen.
[ 11 ] You see, he took a certain plant that is a poisonous medicinal plant. It is prescribed for certain illnesses. He took it. Of course, since he was a doctor, he knew that he couldn’t eat this plant because it would cause death. But he licked the tip of the root, the lower part of the root. And now he describes the state he entered into as follows. He says he felt as if his head had been completely shut down, as if he had become headless. He had become completely headless as a result. Of course, his head hadn’t actually fallen off, but he could no longer feel it. He could no longer perceive anything through his head. But now his abdominal region began to function like a head. And lo and behold, he received great insights in the form of images—what we in anthroposophy today call “imagination”—in the form of images from the spiritual world. And this gave him a great jolt in life, a tremendous jolt; for now he knew: One can not only say something about the spiritual world through the intellect, but one can also actually see the spiritual world. He did not think through the nervous system, which is part of the human metabolic-limb system, but rather he gazed upon and actually saw the spiritual world. Thus, through this, he received imaginations from the spiritual world.
[ 12 ] Das hat zwei Stunden gedauert. Nach diesen zwei Stunden hat er ein ganz klein wenig Schwindelanfall gehabt. Dann ist er gesund geworden. Nun können Sie sich denken, das hat natürlich seinem Leben einen bedeutenden Ruck gegeben; denn von diesem Zeitpunkt an hat er gewußt, daß man die geistige Welt sehen kann. Aber er hat noch etwas anderes gewußt. Er hat gewußt, daß der Kopf mit seinem Denken ein Hindernis ist für das Schauen der geistigen Welt.
[ 12 ] That took two hours. After those two hours, he experienced a very slight bout of dizziness. Then he recovered. Now, as you can imagine, this naturally gave his life a significant jolt; for from that moment on, he knew that one can see the spiritual world. But he knew something else as well. He knew that the mind, with its thinking, is an obstacle to seeing the spiritual world.
[ 13 ] Wir machen es natürlich nicht so, daß wir, wie der van Helmont, an einer Pflanzenwurzel lecken - das glauben ja manche Leute, das ist aber ein Unsinn -, aber es wird durch geistige Übungen das Kopfdenken selber ausgeschaltet. Der Kopf ist nur dazu da, daß er dasjenige auffaßt, was mit dem übrigen Organismus des Menschen geschaut wird, angeschaut wird. Also es wird auf geistige Art derselbe Vorgang hervorgerufen, den auf uralte Weise der van Helmont hervorgerufen hat.
[ 13 ] Of course, we don’t do it the way van Helmont did—by licking a plant root—as some people believe, but that’s nonsense—rather, mental exercises are used to shut down the thinking of the head itself. The mind is there only to grasp what is perceived—what is looked upon—by the rest of the human organism. Thus, the same process is brought about spiritually that van Helmont brought about in the ancient way.
[ 14 ] Nun sage ich Ihnen heute nicht alles, was notwendig wäre, um Sie noch einmal hinzuweisen auf die geisteswissenschaftliche Schulung; das kann bei anderer Gelegenheit geschehen. Aber heute sage ich Ihnen das auf die Frage von Herrn Erbsmehl hin. Gerade die zwei Dinge, die ich Ihnen erzählt habe, die hängen nämlich zusammen mit der Sternenwirkung. Und da man heute die Sternenwirkung überhaupt leugnet, so sieht man nicht mehr auf diese Dinge hin.
[ 14 ] I am not telling you everything today that would be necessary to draw your attention once again to Spiritual Science training; that can be done on another occasion. But today I am telling you this in response to Mr. Erbsmehl’s question. The two things I have just described to you are, in fact, connected to the influence of the stars. And since people today deny the influence of the stars altogether, they no longer pay attention to these things.
[ 15 ] Der van Helmont, der hat nun diesen großen Ruck in seinem Leben erfahren, und er hat, weil es ihm gefallen hat, die Sache öfter wiederholen wollen, hat noch öfter einmal genascht an dieser Pflanzenwurzelspitze. Und da ist ihm nicht mehr dasselbe gelungen.
[ 15 ] Van Helmont had now experienced this great upheaval in his life, and because he enjoyed it, he wanted to repeat the experience more often, so he nibbled on that plant root tip yet again. But he was no longer able to achieve the same result.
[ 16 ] Ja, was bedeutet denn das, daß ihm nicht mehr dasselbe gelungen ist? Sehen Sie, das bedeutet, daß der van Helmont irgend etwas später getan hat, was nicht mehr ganz übereinstimmte mit dem früheren. Der van Helmont hat selber keine Erklärung dafür. Nun kann ich Ihnen ja natürlich nicht sagen - aus dem van Helmont können Sie das selber gewinnen, was ich Ihnen jetzt sagen werde -, wann der van Helmont das erste Mal an der Pflanzenwurzelspitze genascht hat, weil er das Datum nicht angibt. Aber aus dem, was man sonst aus der Geisteswissenschaft wissen kann, kann man das Folgende sagen.
[ 16 ] Yes, what does it mean, then, that he was no longer able to achieve the same result? You see, it means that van Helmont did something later on that no longer quite matched what he had done before. Van Helmont himself has no explanation for this. Now, of course, I can’t tell you—you can deduce for yourself from van Helmont what I’m about to say—when van Helmont first nibbled on the tip of a plant root, because he doesn’t specify the date. But based on what else is known from Spiritual Science, the following can be said.
[ 17 ] Sehen Sie, das erstemal, als der van Helmont an dieser Wurzelspitze genascht hat, da war ganz gewiß Vollmond. Und das hat er nicht beachtet. Später hat er es nicht mehr bei Vollmond gemacht, und da ist es ihm nicht mehr in der Weise gelungen. Es ist ihm etwas zurückgeblieben vom erstenmal; er hat immer wieder etwas in die geistige Welt hineinsehen können. Aber solch ein Ruck, wie das erstemal, ist ihm nicht wieder gelungen.
[ 17 ] You see, the first time van Helmont tasted that root tip, it was most certainly a full moon. And he didn’t take that into account. Later, he didn’t do it during a full moon anymore, and then he wasn’t able to achieve the same result. Something remained with him from that first time; he was able to glimpse into the spiritual world again and again. But he never again experienced such a jolt as he did the first time.
[ 18 ] Nun wußte er im 17. Jahrhundert schon nicht mehr, daß das vom Monde abhängig ist und glaubte, daß es von der Pflanzenwurzel allein herrühre. Aber in älteren Zeiten hat man solche Dinge ganz genau gewußt. Und daher war in älteren Zeiten überall auch diese Ansicht ganz lebendig, daß die Sterne auf das Leben der Menschen, der Tiere und der Pflanzen einen sicheren Einfluß haben.
[ 18 ] By the 17th century, however, people no longer knew that this depended on the moon and believed that it stemmed solely from plant roots. But in earlier times, people knew such things very well. And that is why, in earlier times, the belief that the stars have a definite influence on the lives of humans, animals, and plants was very much alive everywhere.
[ 19 ] Wenn man nun prüfen würde, wie solche Sachen geschehen, so müßte man sich sagen: Wir essen zwar nicht Giftpflanzen, aber wir essen doch Pflanzen, essen auch die Wurzeln der Pflanzen. Und während man die Giftpflanzen nur anwenden kann bei der Heilung, wendet man die anderen Pflanzen, die nicht Giftpflanzen sind, als Nahrungsmittel an. Sehen Sie, meine Herren, da ist die Sache so: Wenn man eine Pflanzenwurzel ißt, so steht diese geradeso wie die giftige Pflanzenwurzel unter dem Einfluß des Mondes. Der Mond hat einen Einfluß auf das Wachstum der Pflanzenwurzeln. Daher sind auch gewisse Pflanzenwurzeln bei einer gewissen menschlichen Konstitution sehr notwendig. Sie wissen ja, daß es zum Beispiel auch eine Bevölkerung gibt des Darmes, also der Verdauungsorgane, Würmer, die etwas sehr Lästiges darstellen. Nun, für Leute, die leicht Würmer haben, ist ein gutes Nahrungsmittel die Rote Rübe. Wenn die Rote Rübe in den Darm hineinkommt, da werden die Würmer böse, werden gelähmt und gehen dann mit dem Darmkot ab. So daß Sie also daraus ersehen, daß auf das Leben dieser niederen Tiere, der Würmer, die Wurzel schon auch einen Einfluß hat. Die Rote-Rüben-Wurzel vergiftet uns nicht, aber sie vergiftet die Würmer. Und wiederum ist das so, daß Sie finden werden, daß die stärkste Wirksamkeit zur Vertreibung der Würmer dann ausgeht von jenen Pflanzenwurzeln, welche wir essen während des Vollmondes. Solche Dinge müssen durchaus berücksichtigt werden.
[ 19 ] If one were to examine how such things happen, one would have to say to oneself: We do not eat poisonous plants, but we do eat plants—and we also eat the roots of plants. And while poisonous plants can only be used for healing, we use the other plants—those that are not poisonous—as food. You see, gentlemen, the matter is this: When one eats a plant root, it is just as much under the influence of the moon as the root of a poisonous plant. The moon influences the growth of plant roots. That is why certain plant roots are essential for people with a certain constitution. As you know, for example, there are worms in the intestines—that is, in the digestive organs—which can be quite a nuisance. Well, for people who are prone to worms, beets are a good food. When beets enter the intestines, the worms become agitated, are paralyzed, and are then expelled with the stool. So you can see that the root also has an influence on the lives of these lower animals, the worms. The beetroot does not poison us, but it does poison the worms. And again, you will find that the strongest effect for expelling worms comes from those plant roots that we eat during the full moon. Such things must certainly be taken into account.
[ 20 ] Nun, sehen Sie, man kann sagen: Wenn man die Pflanzenwurzel studiert, dann ist das so, daß die Pflanzen uns etwas geben, was sehr stark wirkt auf das Stoffwechsel-Gliedmaßensystem. Man könnte sogar Leuten, welche gewisse Krankheiten haben, dadurch große Hilfe gewähren, daß man ihnen gerade eine Wurzeldiät gibt, Wurzeln zu essen gibt und es so macht, daß man zur Zeit des Vollmondes das gibt und zur Zeit des Neumondes aussetzen läßt.
[ 20 ] Well, you see, one could say: When you study plant roots, you find that plants provide us with something that has a very powerful effect on the metabolic-limb system. One could even provide great help to people with certain illnesses by putting them on a root diet—giving them roots to eat—and doing so in such a way that it is given during the full moon and suspended during the new moon.
[ 21 ] Nun, sehen Sie, alles dasjenige, was man also an den Pflanzen beobachten kann, hat aber auch für den Menschen eine Bedeutung, nämlich für die menschliche Fortpflanzung, für das menschliche Wachstum. Kinder, die die Sucht haben, klein zu bleiben, die könnte man auch mit einer Wurzelnahrung etwas aufpäppeln, daß sie leichter wachsen würden; man muß es nur in entsprechender Jugend tun, zwischen der Geburt und dem siebenten Lebensjahr. Auf alles dasjenige, was in der Pflanzenwelt ist, und auf alles dasjenige, was in der Tierwelt und Menschenwelt mit der Fortpflanzung, mit dem Wachstum zu tun hat, haben die Mondenkräfte einen großen Einfluß. Man muß also den Mond nicht nur studieren dadurch, daß man ein Fernrohr auf ihn richtet, sondern dadurch, daß man das studiert, was er bewirkt auf der Erde. Und bei den Babyloniern und Assyriern wußten diejenigen, die dort die Gelehrten waren, die man damals Eingeweihte genannt hat, genau: diese Pflanze steht so unter dem Einfluß des Mondes, eine andere so, und so weiter. Die sprachen nicht vom Mond als einer bloßen Kugel, die da oben vereist im Weltenraum ist, sondern die sahen die Mondenwirkungen überall. Und diese Mondenwirkungen, die zeigen sich ja hauptsächlich an der Oberfläche der Erde. Sie gehen nicht tiefer in die Erde hinein. Sie gehen gerade noch so weit, daß die Wurzeln der Pflanzen angeregt werden können. Sie stecken gar nicht in der Erde drinnen.
[ 21 ] Well, you see, everything that can be observed in plants also has significance for human beings—namely, for human reproduction and human growth. Children who have a tendency to remain small could also be nourished with a root-based diet so that they would grow more easily; one must simply do this during the appropriate stage of youth, between birth and the age of seven. The forces of the Moon have a great influence on everything in the plant world, and on everything in the animal and human worlds that has to do with reproduction and growth. So one must not only study the Moon by pointing a telescope at it, but by studying what effects it has on Earth. And among the Babylonians and Assyrians, the scholars—who were called “initiates” at that time—knew exactly: this plant is influenced by the Moon in this way, another in that way, and so on. They did not speak of the Moon as a mere sphere frozen up there in outer space, but rather they saw the Moon’s effects everywhere. And these lunar effects manifest themselves primarily on the Earth’s surface. They do not penetrate deeper into the Earth. They extend just far enough to stimulate the roots of plants. They do not penetrate into the Earth at all.
[ 22 ] Sie können zum Beispiel den Beweis finden, daß die Mondenkräfte gar nicht in die Erde hineingehen, wenn Sie irgendwo Schwimmer fragen, die bei Mondenlicht schwimmen. Die gehen bald wieder heraus, weil sie immer das Gefühl haben, sie versinken. Es ist das Wasser stockschwarz. Es geht nicht ins Wasser hinein, es geht überhaupt nicht tiefer hinein, es verbindet sich nicht mit der Erde, das Mondenlicht. Und so sehen Sie, daß die Sache so ist, daß die Tiere und Pflanzen unter einem Einfluß des Mondenlichtes stehen, das gar nicht von der Erde aus wirkt, sondern nur von der alleräußersten Oberfläche noch bis zu den Wurzeln der Pflanzen. Nun, dieses gibt Ihnen einen ersten Aufschluß über den Sternenhimmel.
[ 22 ] For example, you can find proof that the moon’s forces do not penetrate the Earth at all if you ask swimmers who swim in the moonlight. They soon come back out because they always feel as if they’re sinking. The water is pitch black. It doesn’t penetrate the water; it doesn’t go any deeper at all; the moonlight doesn’t merge with the Earth. And so you see that the situation is such that animals and plants are under the influence of the moonlight, which doesn’t act from within the Earth at all, but only from the very outermost surface down to the roots of the plants. Well, this gives you a first insight into the starry sky.
[ 23 ] Gehen wir jetzt zu dem Beispiel, das ich Ihnen angeführt habe von Rousseau, der Kröten lähmen, ja töten konnte in der heißen Zone, der aber selber gelähmt wurde in der gemäßigten Zone, in Lyon. Was liegt denn da zugrunde?
[ 23 ] Let’s now turn to the example I gave you of Rousseau, who could paralyze—and even kill—toads in the tropical zone, but who himself was paralyzed in the temperate zone, in Lyon. What is the underlying reason for this?
[ 24 ] Ja, meine Herren, Sie müssen nur bedenken: Wenn die Erde, die ja eine Kugel ist, nahezu eine Kugel ist, wenn diese von der Sonne beschienen ist, so fallen dieSonnenstrahlen in der heißen Zone fast senkrecht auf. Da wirken sie ganz anders als in der gemäßigten Zone, wo sie schief auf die Erde auffallen, unter einem ganz anderen Winkel. Und ebenso wie Wachstum und Fortpflanzung bei den Pflanzen und beim Menschen unter dem Einfluß des Mondes stehen, so steht dasjenige, was seine inneren animalischen Kräfte sind, was sich überträgt auf den Blick, unter dem Einfluß der Sonne. Diese animalischen, diese tierischen Kräfte, die ja Taten sind, die hängen von der Sonne ab. So daß also die Sonne bewirkt mit ihren Kräften, daß in Ägypten der Mensch die Kröten leicht faszinieren, lähmen, ja töten kann, während er sich in der gemäßigten Zone dem Einfluß der Kröten selber hingeben muß. Das hängt also wiederum von der Sonne ab.
[ 24 ] Yes, gentlemen, you need only consider this: If the Earth—which is, after all, a sphere, or nearly so—is illuminated by the Sun, the Sun’s rays strike the hot zone almost perpendicularly. There they have a completely different effect than in the temperate zone, where they strike the Earth obliquely, at a very different angle. And just as growth and reproduction in plants and humans are influenced by the Moon, so too are a person’s inner animalic forces—which are reflected in their gaze—influenced by the Sun. These animalistic, these bestial forces—which are, after all, actions—depend on the sun. Thus, the sun’s forces cause people in Egypt to be able to easily fascinate, paralyze, and even kill toads, whereas in the temperate zone they must submit to the influence of the toads themselves. This, in turn, depends on the sun.
[ 25 ] Und dann werden Sie ja wissen, daß Ihnen manchmal das Denken selber, überhaupt das ganze innere Leben schwerer ist, manchmal leichter ist. Das hängt wiederum ab vom Saturn, je nachdem, wo er steht.
[ 25 ] And then you will know that sometimes thinking itself—indeed, your entire inner life—is more difficult, and sometimes easier. That, in turn, depends on Saturn, depending on where it is.
[ 26 ] Und so haben wir für alles, was im menschlichen, im tierischen, im pflanzlichen Leben auftritt, Sternenwirkungen. Bloß die Mineralien sind Erdenwirkungen. Daher kann man mit einer Wissenschaft, die sich bloß auf das Irdische beschränkt, gar nicht dahin kommen, den Menschen irgendwie wirklich zu begreifen. Und man kann auch nicht wissen, was die Sterne tun, wenn man nicht die Taten der Sterne anschaut.
[ 26 ] And so, for everything that occurs in human, animal, and plant life, there are stellar influences. Only minerals are subject to earthly influences. Therefore, a science that is limited solely to the earthly realm cannot possibly lead to a true understanding of human beings. Nor can one know what the stars do unless one observes their effects.
[ 27 ] Denken Sie sich doch nur einmal - heute ist das ja nicht mehr so schlimm, aber früher konnte es noch vorkommen -, daß einer meinetwillen ein großer Staatsmann wäre. Man hätte nun fragen können diejenigen, die mit ihm im Hause wohnten, die für ihn kochten, die Köchin zum Beispiel, die sich gar nicht interessiert hat für Staatskunst, was der Mann tut. Da hätte sie vielleicht gesagt: Der frühstückt, ißt Mittag, ißt Abendbrot; sonst tut er überhaupt nichts, während der anderen Zeit geht er fort. Sonst tut er nichts. - Die hätte einfach nicht gewußt, was er sonst noch tut.
[ 27 ] Just imagine for a moment—it’s not such a big deal anymore, but back then it could still happen—that someone might become a great statesman because of me. One might have asked those who lived in the house with him, those who cooked for him—the cook, for example, who wasn’t at all interested in statecraft—what the man actually does. She might have said: He has breakfast, lunch, and dinner; other than that, he does absolutely nothing; the rest of the time, he’s out. Other than that, he does nothing. - She simply wouldn’t have known what else he did.
[ 28 ] Die heutigen Gelehrten reden auch nur das von den Sternen, was sie errechnen können, wissen nur das. Die anderen, die früheren Menschen, haben sich interessiert für das, was die Sterne sonst noch tun. Und daher haben sie eine solche Sternenwissenschaft gehabt. Die wußten, der Mond hat eine Beziehung zu dem Pflanzlichen im Menschen, die Sonne zu dem Tierischen im Menschen, und der Saturn hat eine Beziehung zu dem ganz Menschlichen im Menschen. Und so gingen sie weiter.
[ 28 ] Today’s scholars speak only of what they can calculate about the stars; that is all they know. The others—the people of earlier times—were interested in what else the stars do. And that is why they had such a science of the stars. They knew that the Moon is related to the plant aspect of the human being, the Sun to the animal aspect, and Saturn to the fully human aspect. And so they continued.
[ 29 ] Nun sagten sie sich: Die Sonne hat also eine Beziehung zu dem Tierischen im Menschen. Wenn die Sonne ganz senkrecht aufscheint, dann kann der Mensch in der heißen Zone stark auf die Tiere wirken.
[ 29 ] Now they said to themselves: So the sun has a connection to the animal nature in human beings. When the sun shines directly overhead, human beings in the hot zone can have a strong effect on animals.
[ 30 ] Nun, sehen Sie, es gibt zum Beispiel in Europa eine starke Wirkung von dem Menschen auf die Pferde; aber so innig zusammenhängend mit dem Pferde, wie es bei den Arabern ist, also in der heißen Zone, so kann es in Europa niemals werden, weil diese Beziehung zwischen den Menschen und den Tieren eben da nicht stattfinden kann. Das hängt ab vom senkrechten Auffallen der Sonnenstrahlen, von den Sonnenwirkungen.
[ 30 ] Well, you see, in Europe, for example, humans have a strong influence on horses; but the kind of intimate connection with horses that exists among the Arabs—that is, in the hot climate—can never come to be in Europe, because that relationship between humans and animals simply cannot take place there. This depends on the vertical incidence of the sun’s rays and the effects of the sun.
[ 31 ] Sehen Sie weiter, meine Herren. In Babylonien und Assyrien wußte man, von der Sonne gehen gewisse Wirkungen, gewisse Kräfte aus. Aber nun haben die Leute die Sonne beobachtet (es wird gezeichnet). Sie haben sich gesagt, da ist das Sternbild des Löwen, also eine Gruppe von Sternen draußen auf dem Himmel, und da ist meinetwillen das Sternbild, sagen wir, des Skorpions. Nun gibt es eine gewisse Zeit im Jahre, da steht die Sonne im Sternbild des Löwen, das heißt, sie deckt den Löwen zu, man sieht hinter der Sonne den Löwen. Zu einer andern Zeit deckt die Sonne das Sternbild des Skorpions zu, oder das Sternbild des Schützen oder irgendeine andere Sterngruppe.
[ 31 ] Please continue, gentlemen. In Babylonia and Assyria, people knew that certain effects and certain forces emanated from the sun. But now people have observed the sun (it is being drawn). They said to themselves, there is the constellation of Leo—that is, a group of stars out in the sky—and there is, for my sake, the constellation of, let’s say, Scorpio. Now there is a certain time of year when the sun is in the constellation of Leo—that is, it obscures Leo, so you can see Leo behind the sun. At another time, the sun obscures the constellation of Scorpio, or the constellation of Sagittarius, or some other group of stars.


[ 32 ] Nun wußten die Babylonier und Assyrier: Diese Wirkungen, die vom Menschen auf Tiere ausgehen, die sind dann am stärksten, wenn die Sonne vor dem Löwen steht; sie werden schwächer, wenn die Sonne weitergeht und in der Jungfrau oder im Skorpion steht. Also sie wußten nicht nur, bei den Planeten besteht eine Beziehung zu dem, was der Mensch macht, sondern sie wußten, es besteht auch eine Beziehung zu der Stellung der Sonne, ob sie den Löwen bedeckt, oder den Skorpion bedeckt, denn da ändern sich diese Dinge.
[ 32 ] Now the Babylonians and Assyrians knew that these effects exerted by humans on animals are strongest when the sun is in Leo; they grow weaker as the sun moves on and enters Virgo or Scorpio. So they knew not only that there is a connection between the planets and human actions, but they also knew that there is a connection to the position of the sun—whether it is in Leo or in Scorpio—because that is when these things change.
[ 33 ] Was tut man heute? Heute rechnet man einfach aus: Die Sonne steht im Tierkreis im Widder, im Stier, in den Zwillingen, im Krebs, im Löwen, in der Jungfrau, in der Waage, in den Fischen und so weiter; da rechnet man aus, wie lange sie da in dem Sternbilde steht, wann sie darinnen steht und so weiter. Daß am 21. März die Sonne im Sternbild der Fische steht, das weiß man, aber mehr weiß man halt nicht. Die alten Babylonier und Assyrier wußten zum Beispiel noch, daß, wenn der Saturn in einem gewissen Sternbilde steht, das man die Plejaden nennt, dann der menschliche Kopf am freiesten ist. Das alles wußten sie. Sie konnten das leicht beurteilen, weil sie eben in einer heißeren Gegend wohnten als wir und da eine gewisse Wissenschaft ausbildeten, nach der sie den ganzen Menschen aus dem Himmel heraus begriffen.
[ 33 ] What do people do today? Today, people simply calculate: The Sun is in the zodiac signs of Aries, Taurus, Gemini, Cancer, Leo, Virgo, Libra, Pisces, and so on; they calculate how long it remains in each constellation, when it enters each one, and so on. We know that on March 21 the Sun is in the constellation of Pisces, but that’s all we know. The ancient Babylonians and Assyrians, for example, also knew that when Saturn is in a certain constellation—called the Pleiades—the human mind is at its freest. They knew all of this. They could easily assess it because they lived in a hotter region than we do and had developed a certain science through which they understood the whole human being from the heavens.
[ 34 ] Wenn man also sagen kann, diese Wissenschaft war so, daß sie auf den Menschen angewendet wurde - nun, diese Wissenschaft ist eben allmählich vergessen worden. Damals aber hat man das Planetensystem überschaut, und hat auch den Fixsternhimmel überschaut. Man wußte, je nachdem ein Planet da oder dort steht, bedeutet er für das menschliche Leben dies oder jenes. Man wußte, wenn die Sonne im Löwen steht, so übt die Sonne den stärksten Einfluß aus auf das menschliche Herz.
[ 34 ] So if one can say that this science was such that it was applied to human beings—well, this science has gradually been forgotten. Back then, however, people had a comprehensive understanding of the planetary system, and they also had a comprehensive understanding of the fixed-star sky. It was known that, depending on where a planet was situated, it signified this or that for human life. It was known that when the Sun is in Leo, it exerts the strongest influence on the human heart.
[ 35 ] Die Sache ist ja so: Die Leute haben jetzt probiert, wie das nun steht mit den Mineralien. Sie haben sich gesagt: Auf Pflanzen, Tiere und Menschen wirken die Sterne; auf die Mineralien wirken sie nicht. Auf die Mineralien wirkt bloß die Erde. Aber die Mineralien in der Erde sind ja nicht heute bloß entstanden, sondern sie sind viel früher entstanden und waren in alten Zeiten auch Pflanzen. Alle Mineralien waren Pflanzen. Von den Steinkohlen wissen Sie es ja, daß sie Pflanzen waren. Aber ebenso wie die Steinkohlen waren alle anderen Mineralien früher einmal Pflanzen. Da hat der Mond auf sie einen Einfluß gehabt, und in noch früheren Zeiten auch die Sonne, und in noch früheren Zeiten auch der Saturn. Und nun wollte man wissen, welches Mineral in viel früheren Zeiten, als es noch Pflanze war, einen Einfluß von der Sonne gehabt hat. Da hat man die Mineralität geprüft in ihrer Wirkung auf den Menschen, und hat zum Beispiel herausbekommen: Wenn die Sonne vor dem Löwen steht und den starken Einfluß auf das Herz hat, dann kriegt man dieselbe Herzwirkung heraus, wie wenn man dem Menschen Gold eingibt. Daraus haben sie geschlossen, daß die Sonne einmal einen großen Einfluß auf das Gold gehabt hat. Oder wenn Saturn im Sternbild der Plejaden steht, dann ist der stärkste Einfluß auf den menschlichen Kopf. Der wird nämlich frei. Und dann haben sie probiert, welches Mineral einmal, als es noch Tier war - denn bevor sie Pflanzen waren, waren die Mineralien Tiere -, den stärksten Einfluß gehabt haben kann vom Saturn aus. Dann haben sie gefunden, das ist das Blei. Und auf diese Weise bekommt man heraus, daß das Blei auch dahin wirkt, daß der menschliche Kopf freier wird. Man muß daher jemandem, der einen dumpfen Kopf kriegt, und bei dem das daher rührt, daß er gewisse Verdauungsprozesse, die eigentlich im Kopf nicht mehr vor sich gehen sollten, durch Krankheit mit dem Kopf ausführt, dem muß man Blei eingeben.
[ 35 ] The thing is this: People have now tried to figure out how things stand with minerals. They told themselves: The stars have an effect on plants, animals, and humans; they have no effect on minerals. Only the Earth has an effect on minerals. But the minerals in the earth didn’t just come into being today; they formed much earlier and were also plants in ancient times. All minerals were once plants. You know, of course, that coal was once a plant. But just like coal, all other minerals were once plants as well. The moon had an influence on them, and in even earlier times, the sun did too, and in times even earlier than that, Saturn did as well. And now people wanted to know which mineral, in much earlier times when it was still a plant, had been influenced by the Sun. So they examined the mineral’s effect on human beings and discovered, for example: When the Sun is in Leo and exerts a strong influence on the heart, one observes the same effect on the heart as when gold is administered to a person. From this they concluded that the Sun once had a great influence on gold. Or when Saturn is in the constellation of the Pleiades, it exerts the strongest influence on the human head. The mind, in fact, becomes clearer. And then they investigated which mineral, back when it was still an animal—for before they were plants, minerals were animals—might have been most strongly influenced by Saturn. They then discovered that it is lead. And in this way, one finds that lead also works to make the human head freer. Therefore, one must give lead to someone whose mind becomes dull—a condition arising from the fact that, due to illness, they are carrying out certain digestive processes in the head that should no longer be taking place there.
[ 36 ] Und so bekommt man für jeden Planeten ein Metall. Und daher haben die Babylonier und Assyrier die Sonne mit diesem Zeichen geschrieben:®. Aber mit diesem Zeichen haben sie auch das Gold geschrieben. Sie haben also gewußt, die Sterne haben jetzt, wo die Erde da ist, keinen Einfluß mehr auf die Mineralien, aber sie haben ihn einmal gehabt. Sie haben die Sonne und das Gold so aufgeschrieben:®. Wir schreiben die Sonne und das Gold halt mit den Buchstaben, die in unserem Alphabet sind; aber die Alten haben immer dieses Zeichen gemacht:®. Sie haben auch nicht «Blei» geschrieben, sondern sie haben dieses Zeichen gemacht:, und das bedeutet sowohl Saturn wie Blei. Keinem wäre es eingefallen in den alten Zeiten, mit gewöhnlichen Buchstaben Saturn zu schreiben oder Blei zu schreiben. Wenn er das schreiben wollte, schrieb er dieses Zeichen Ahin. Wenn er «Silber» schreiben wollte, schrieb er dieses Zeichen hin:C. Das bedeutet sowohl den Mond wie das Silber. So daß man also die Erde, insoferne sie metallisch ist, auch auf die Sterne bezog.
[ 36 ] And so, for each planet, you get a metal. That is why the Babylonians and Assyrians represented the sun with this symbol:®. But they also used this symbol to represent gold. So they knew that, now that the Earth exists, the stars no longer have any influence on minerals—but they once did. They wrote the sun and gold this way:®. We simply write the sun and gold using the letters in our alphabet; but the ancients always used this symbol:®. Nor did they write “lead”; instead, they used this symbol:, which signifies both Saturn and lead. It would never have occurred to anyone in ancient times to write “Saturn” or “lead” using ordinary letters. If they wanted to write that, they wrote this symbol: Ahin. If they wanted to write “silver,” they wrote this symbol: C. This symbol represents both the Moon and silver. Thus, the Earth—insofar as it is metallic—was also related to the stars.
[ 37 ] Ja, sehen Sie, meine Herren, man weiß eigentlich vom Menschen und seiner Beziehung zum Weltenall nicht sehr viel, wenn man auf solche Dinge nicht eingehen kann.
[ 37 ] Yes, you see, gentlemen, one really doesn't know very much about human beings and their relationship to the universe if one cannot address such matters.
[ 38 ] Nun weiter. Diese Dinge waren im Altertum allgemein bekannt. Die Sache ist ja so: Als sich zunächst das Christentum ausgebreitet hat, da war auch über die südlicheren Gegenden von Europa eine solche Wissenschaft verbreitet. Es gibt zum Beispiel noch aus den ersten christlichen Jahrhunderten ein Buch über die Natur - das enthält vieles von dem. Man muß es heute wiederum wissen, sonst kann man die verworrenen Angaben dort nicht herausfinden, denn es ist schon ziemlich verworren; aber es enthält vieles von einer solchen alten Weisheit. Dann aber kam die Zeit, in der das Christentum sich nur auf den Verstand beschränkt hat, und das andere alles nur für das Dogma hingegeben hat. Das war die Zeit, in der überhaupt alles von einer solchen alten Wissenschaft in Europa ausgerottet worden ist. Zwischen dem 5. und dem 11., 12. Jahrhundert hat man eigentlich daran gearbeitet, in Europa diese alte Wissenschaft auszumerzen. Und das ist ja auch in einem hohen Grade gelungen. Denn, sehen Sie, die Sache war ja so: Diejenigen Menschen, welche diese alte Wissenschaft im alten Griechenland, in Rom, in Spanien getrieben haben, also in südlichen Gegenden, diese Menschen waren zu gleicher Zeit schon ganz seelisch und leiblich verdorbene Menschen. Die Geschichte von Rom in dieser Zeit ist eigentlich eine fürchterliche; es waren sittlich ganz verdorbene Menschen. Die haben zwar noch die alte Wissenschaft gehabt, haben sich aber als Menschen nicht mehr aufrechterhalten können, solche Gestalten, Alleinherrscher wie Nero oder Commodus.
[ 38 ] Now, let’s continue. These things were common knowledge in antiquity. The fact is this: When Christianity first began to spread, such knowledge was also widespread in the more southern regions of Europe. For example, there is a book about nature dating back to the first Christian centuries—it contains much of this. One must be familiar with it today, otherwise one cannot make sense of the confused information in it, for it is quite convoluted; but it contains much of this ancient wisdom. But then came the time when Christianity confined itself solely to the intellect and sacrificed everything else to dogma. That was the time when virtually all traces of such ancient science were eradicated in Europe. Between the 5th and the 11th or 12th centuries, efforts were actually made to eradicate this ancient science in Europe. And this was indeed largely successful. For, you see, the situation was this: those people who practiced this ancient science in ancient Greece, in Rome, and in Spain—that is, in southern regions—were, at the same time, already completely morally and physically corrupt. The history of Rome during this period is actually a terrible one; these were people who were morally utterly corrupt. Although they still possessed the ancient science, they could no longer sustain themselves as human beings—figures such as the autocratic rulers Nero or Commodus.
[ 39 ] Von Commodus zum Beispiel, dem römischen Cäsar, kann man folgendes erzählen. Dieser Commodus, der war, wie alle römischen Kaiser, ein Eingeweihter. Aber nun, was heißt ein «Eingeweihter» in diesem Falle? Das ist so, wie wenn man heute dem Namen nach irgendeinen Titel trägt. Jeder römische Kaiser galt von vornherein, weil er Kaiser war, als ein Eingeweihter. Das bezeugt allerdings, daß man dazumal die Wissenschaft sehr hoch geschätzt hat. Nur, die römischen Kaiser haben - außer Augustus - diese Wissenschaft nicht gehabt. Aber sie sind auch in die Mysterien hineingekommen; sie haben sogar selber andere einweihen können. Nun gab es einen gewissen Grad, da mußte man dem, der eingeweiht wurde, einen Schlag auf den Kopf geben. Das ist eine sinnbildliche Handlung. Der Kaiser Commodus hat diesen Schlag so gegeben, daß der Betreffende tot zusammensank. Man konnte das nicht bestrafen, weil es eben der Kaiser Commodus war. Ebenso, wie sie waren als «Eingeweihte», waren sie als Menschen.
[ 39 ] Take Commodus, for example, the Roman Caesar; the following can be said about him. This Commodus, like all Roman emperors, was an “initiate.” But what does “initiate” mean in this context? It is similar to holding some title merely in name today. Every Roman emperor was considered an initiate from the outset, simply because he was emperor. This certainly attests to the fact that knowledge was held in very high regard in those days. However, the Roman emperors—with the exception of Augustus—did not possess this knowledge. Yet they were also admitted into the mysteries; they were even able to initiate others themselves. Now there was a certain stage in the initiation where the initiate had to be struck on the head. This is a symbolic act. Emperor Commodus delivered this blow in such a way that the person in question collapsed and died. This could not be punished, precisely because it was Emperor Commodus. Just as they were “initiates,” so too were they human beings.
[ 40 ] Weiter im Norden wohnten ja noch diejenigen Menschen, die sich später allerdings zu der mitteleuropäischen Kultur entwickelt haben, aber damals noch ganz unzivilisiert waren. Aber die Germanen eroberten später Italien, Griechenland, Spanien. Da haben sich nur diejenigen erhalten, die mit der bloßen Logik, mit dem bloßen Denken arbeiteten. Das sollte nur Dogma sein. Das andere sollte man nicht einsehen. Das Denken wurde beschränkt nur auf die alleräußerlichsten Dinge. Und so ist es denn gekommen, daß von den Schulen, von den Klöstern überall ausgerottet worden ist dasjenige, was altes Wissen war. Und man kann sehen, wie eigentlich nur auf Schleichwegen, ich möchte sagen, durch Konterbande, etwas von dieser babylonischen Wissenschaft nach Europa gekommen ist. Aber es ist in der Regel nicht weit gekommen. In Babylonien ist noch verhältnismäßig lang eine solche Wissenschaft gepflegt worden.
[ 40 ] Further to the north lived those people who would later evolve into Central European culture, but who at that time were still completely uncivilized. But the Germanic tribes later conquered Italy, Greece, and Spain. Only those who relied on pure logic and pure thought survived. That was to be the sole dogma; the rest was not to be understood. Thinking was restricted solely to the most external of things. And so it came to pass that ancient knowledge was eradicated from schools and monasteries everywhere. And one can see how, in fact, only through back channels—I might say, through smuggling—did any of this Babylonian science find its way to Europe. But as a rule, it did not get very far. In Babylonia, such science was cultivated for a relatively long time.
[ 41 ] Aber noch bis ins Mittelalter hinein gab es ein griechisches Kaisertum in Konstantinopel. Ja, sehen Sie, meine Herren, es waren schon merkwürdige Gestalten! Wie wenn zu uns manchmal die polnischen Juden kommen mit den Kaftanen und ihren alten Rollen, die aber ja auch nicht sehr angesehen sind manchmal, aber grundgelehrt sind im Judentum, so kamen auch solche Gestalten nach Konstantinopel immer wieder in der Zeit an, als alles ausgerottet wurde. Die kamen an mit großen, mächtigen Pergamentrollen, wo sie vieles aufgeschrieben hatten. Nun, sehen Sie, diese Pergamentrollen hat man diesen merkwürdigen Gestalten alle in Konstantinopel abgenommen und hat sie dort aufgemacht. Und so ist in Konstantinopel alles aufgespeichert worden, was von Babylonien und Assyrien herübergekommen ist. Und gekümmert hat sich keiner darum. Und in Europa hat man alles ausgerottet. Erst im 12., 13. Jahrhundert und später im Mittelalter wurden mit dem Untergang des Kaiserreichs diese Pergamente wieder frei, und da stibitzten sie mancherlei Leute. Die zogen dann in Europa herum. Von dem ist alles gekommen, was dazumal noch nicht die gelehrten Leute, aber die ungelehrten Leute entziffert haben aus diesen Pergamentrollen.
[ 41 ] But even well into the Middle Ages, there was a Greek empire in Constantinople. Yes, you see, gentlemen, they were quite remarkable figures! Just as Polish Jews sometimes come to us in their caftans with their old scrolls—who, admittedly, aren’t always held in high regard but are deeply versed in Judaism—so too did such figures arrive in Constantinople time and again during the period when everything was being wiped out. They arrived with large, imposing parchment scrolls on which they had written down many things. Well, you see, these parchment scrolls were all taken from these strange figures in Constantinople and unrolled there. And so everything that had come over from Babylonia and Assyria was preserved in Constantinople. And no one paid any attention to it. And in Europe, everything was wiped out. It was not until the 12th and 13th centuries, and later in the Middle Ages, with the fall of the Empire, that these parchments became available again, and then various people snatched them up. They then traveled around Europe. That is the origin of everything that, at that time, was deciphered not by the learned but by the uneducated from these parchment scrolls.
[ 42 ] Und so ist wieder im Mittelalter ein kleines Wissen verbreitet worden. Solch ein kleines Wissen hat dann wieder auf andere anregend gewirkt, sonst hätte es nicht einen van Helmont, Paracelsus und so weiter geben können, wenn diese Leute nicht die Pergamentrollen, die sie stibitzt haben, nach Europa gebracht und dort um teures Geld verkauft hätten. Dadurch ist wiederum manches nach Europa gekommen. Und von alledem, was da nach Europa gekommen ist, leben heute noch manche Geheimgesellschaften. Es gibt allerlei Orden, Freimaurer, Odd Fellows und so weiter; die hätten gar kein Wissen, wenn nicht das von Konstantinopel nach Europa herübergekommen wäre in den Pergamentrollen, die dazumal für teures Geld verkauft worden sind.
[ 42 ] And so, once again, a small body of knowledge spread during the Middle Ages. This limited knowledge then served as a source of inspiration for others; otherwise, there could never have been figures like van Helmont, Paracelsus, and so on, had these people not brought the parchment scrolls they had pilfered to Europe and sold them there for a high price. As a result, many things found their way to Europe. And to this day, some secret societies still draw on all that came to Europe back then. There are all sorts of orders—Freemasons, Odd Fellows, and so on—who would have no knowledge at all if it hadn’t been for what came over from Constantinople to Europe in the parchment scrolls that were sold for a high price back then.
[ 43 ] Aber dieses Wissen schätzte man nicht. Wenn man ein gelehrter Domherr war wie der Kopernikus, so ging man doch nicht zu denjenigen Leuten, die solche Pergamentrollen hatten. Man durfte das nicht tun. Man hätte alles Ansehen verloren. Ja, aber dadurch verlor auch die alte Wissenschaft alles Ansehen. Und solch ein Mann wie Kopernikus, der hat dann diejenige Wissenschaft zuerst begründet, die wir noch heute haben, richtig noch heute haben.
[ 43 ] But this knowledge was not valued. Even if you were a learned canon like Copernicus, you still wouldn’t go to the people who had such parchment scrolls. You weren’t allowed to do that. You would have lost all respect. Yes, but as a result, traditional science also lost all its prestige. And a man like Copernicus was the one who first laid the foundations for the science that we still have today—indeed, still have today.
[ 44 ] Aber da geschah etwas sehr Merkwürdiges, meine Herren. Das Schönste dabei ist, daß der Kopernikus nun eine gewisse astronomische Wissenschaft begründet hat, und die war schon so, daß er alles das, was man darüber früher gewußt hat, nicht mehr wußte, wie man es auch heute nicht mehr weiß. Aber die folgende Zeit verstand nicht einmal mehr das, was Kopernikus gesagt hat. Zwei Sätze von Kopernikus verstand man; den dritten verstand man nicht mehr. Denn wenn man die zwei Sätze des Kopernikus versteht, so glaubt man, die Sonne steht im Mittelpunkt, um die Sonne dreht sich die Venus, der Merkur, die Erde und so weiter. Das wird heute in allen Schulen gelehrt. Wenn man aber den ganzen Kopernikus versteht, so ist die Sache gar nicht so, sondern Kopernikus selber macht noch darauf aufmerksam, daß da die Sonne steht (es wird gezeichnet), hinter ihr Merkur, hinter ihr Venus, hier die Erde und so weiter. Das alles dreht sich in Wirklichkeit mit der Sonne durch den Weltenraum in einer solchen Schraubenlinie. Das kann man schon aus dem Kopernikus lesen, wenn man will. Also es liegt die sonderbare Tatsache vor, daß schon der Kopernikus die alte Wissenschaft mit Füßen getreten hat, daß aber die Neueren nicht einmal den Kopernikus verstanden haben. Jetzt fängt man etwas an, den Kopernikus zu verstehen, das heißt, darauf zu sehen, daß er drei Sätze, nicht nur zwei, gesagt hat; der dritte Satz war den Leuten zu schwer verständlich. Und so ist die Astronomie nach und nach zu dem geworden, was sie heute ist: eine bloße Rechnerei.
[ 44 ] But then something very strange happened, gentlemen. The most remarkable thing about it is that Copernicus established a certain branch of astronomical science, and this was such that he no longer knew everything that had previously been known about it—just as we no longer know it today. But later generations did not even understand what Copernicus had said. Two of Copernicus’s propositions were understood; the third was no longer understood. For if one understands Copernicus’s two propositions, one believes that the Sun stands at the center, and that Venus, Mercury, the Earth, and so on revolve around the Sun. That is what is taught in all schools today. But if one understands Copernicus in his entirety, the matter is not like that at all; rather, Copernicus himself points out that the Sun is there (it is drawn), behind it Mercury, behind that Venus, here the Earth, and so on. In reality, all of these bodies revolve with the Sun through space in a spiral path. One can actually read this in Copernicus’s work, if one wishes. So we are faced with the strange fact that Copernicus himself had already trampled the old science underfoot, yet the later scholars did not even understand Copernicus. Now people are beginning to understand Copernicus—that is, to realize that he made three statements, not just two; the third statement was too difficult for people to grasp. And so astronomy has gradually become what it is today: mere calculation.
[ 45 ] Und nun können Sie sich ja denken: Das, was von der alten Wissenschaft übriggeblieben ist, es war nicht in der Weise errungen, wie wir heute etwas erringen wollen. Wir müssen heute etwas erringen mit der vollen Klarheit der Seele. Die Alten gingen mehr instinktiv vor. Und so ist es gar nicht mehr verständlich, was die Alten mit Wissen gemeint haben.
[ 45 ] And now you can probably imagine: What remains of the old science was not attained in the same way that we seek to attain things today. Today we must attain knowledge with complete clarity of the soul. The ancients proceeded more instinctively. And so it is no longer at all clear what the ancients meant by “knowledge.”
[ 46 ] Da hat es vor ein paar Jahren ein ganz interessantes Beispiel gegeben. Da kam ein schwedischer Gelehrter dazu, ein altes alchemistisches Buch zu lesen, in dem allerlei drinnen stand über Blei, über Silber, wenn man Blei zu Silber bringt, geschieht das, wenn man Gold dazufügt, geschieht das und so weiter. Was tat der Gelehrte? Er sagte: Da haben wir die Sachen aufgeschrieben; wollen wir die nachmachen! - Und er machte sie nach in seinem Laboratorium, nahm Blei, wie man es heute hat, Silber, wie man es heute hat, behandelte die im Feuer, wie es da beschrieben war - nichts kam dabei heraus!
[ 46 ] A few years ago, there was a very interesting example of this. A Swedish scholar came across an old alchemical book that contained all sorts of information about lead and silver—what happens when you turn lead into silver, what happens when you add gold, and so on. What did the scholar do? He said, “We’ve written these things down; let’s try them out!”—And he tried them out in his laboratory, taking lead as we have it today, silver as we have it today, and treating them in the fire as described there—but nothing came of it!
[ 47 ] Es konnte auch nichts herauskommen, denn, was er dort gelesen hat, das waren solche Zeichen. Nun hat er geglaubt, dieses Zeichen © bedeutet Gold; also nehme ich Gold und verarbeite es chemisch. Dieses Zeichen r. bedeutet Blei; also nehme ich Blei und verarbeite es chemisch.
[ 47 ] Nothing could have come of it anyway, because what he read there were symbols like these. He believed that this symbol © stood for gold; so I take gold and process it chemically. This symbol r. stands for lead; so I take lead and process it chemically.
[ 48 ] Aber das Schreckliche war nur dieses, daß der Mann, bei dem der schwedische Gelehrte das gelesen hat, der Alchemist, nicht die Metalle in diesem Falle gemeint hat, sondern die Planeten, und gemeint hat, wenn man Sonnenkräfte mit Saturnkräften und Mondkräften mischt - was da an dieser Stelle beschrieben wird, bezieht sich nämlich auf den menschlichen Embryo -, wenn auf das Kind im Mutterleibe Sonnen- und Mondenkräfte wirken, dann geschieht das und das.
[ 48 ] But the terrible thing was simply this: the man from whom the Swedish scholar had read this the alchemist, did not mean metals in this instance, but rather the planets, and meant that if one mixes solar forces with Saturn’s forces and the Moon’s forces—for what is described here refers specifically to the human embryo—if solar and lunar forces act upon the child in the womb, then such-and-such happens.
[ 49 ] Nun ist es diesem schwedischen Gelehrten also passiert, daß er das, was sich bei diesem alten Alchemisten auf die Keimung im menschlichen Mutterleib bezieht, in der Retorte machen wollte mit den äußeren Metallen. Natürlich konnte das nicht stimmen, denn er hätte die Entstehung im menschlichen Mutterleib ansehen müssen; dann hätte er darauf kommen können. Sehen Sie, so wenig versteht man heute, was eigentlich in dieser alten Wissenschaft gemeint war.
[ 49 ] It so happened, then, that this Swedish scholar wanted to reproduce in the retort, using the external metals, what this ancient alchemist described as relating to germination in the human womb. Of course, that couldn’t have been right, because he would have had to observe the process in the human womb; only then could he have arrived at that conclusion. You see, even today we understand so little of what this ancient science actually meant.
[ 50 ] Alles das wird Ihnen nun bezeugen, wie diese Frage, die Herr Erbsmehl gestellt hat, eigentlich zu beantworten ist. Sie ist eigentlich so zu beantworten, daß einem bewußt wird: Es ist ja alles gut und schön und recht mit der neueren Wissenschaft, man kann heute genau den Ort berechnen, wo ein Stern steht; man kann die Entfernung berechnen, die er zu einem anderen Stern hat, kann auch durch das Spektroskop sehen, welche Farbe die Lichtstrahlen haben, kann daraus auf die stoffliche Zusammensetzung der Sterne schließen. Aber wie die Sterne auf die Erde wirken, das muß man erst wiederum erforschen! Und das darf man nicht so erforschen, wie es viele Leute heute tun, indem sie einfach alte Bücher nehmen. Es wäre natürlich leicht, wenn man einfach alte Bücher nehmen würde, und aus ihnen dasjenige wissen könnte, was die Leute heute nicht mehr wissen. Aber das nützt schon nichts mehr bei Paracelsus, denn den verstehen schon die Leute nicht mehr, wenn sie ihn mit den heutigen Augen lesen, sondern es handelt sich darum, daß man wiederum auch von neuem erforschen lernt, was die Sterne für einen Einfluß auf die Menschen haben. Und das kann man eben nur mit der Geisteswissenschaft, mit der anthroposophischen Geisteswissenschaft.
[ 50 ] All of this will now show you how the question posed by Mr. Erbsmehl should actually be answered. The answer is, in fact, that one must realize: Modern science is all well and good—today we can calculate exactly where a star is located; we can calculate its distance from another star; we can use a spectroscope to determine the color of its light rays; and from this, we can infer the stars’ chemical composition. But how the stars affect the Earth—that is something we must investigate anew! And we must not investigate it the way many people do today, by simply consulting old books. It would, of course, be easy to simply consult old books and learn from them what people no longer know today. But that is no longer of any use when it comes to Paracelsus, because people no longer understand him when they read him with today’s eyes; rather, the point is to learn anew how to investigate what influence the stars have on human beings. And that can only be done through Spiritual Science, through anthroposophical Spiritual Science.
[ 51 ] Da kommt man wiederum darauf, zu erforschen, nicht nur, wo der Mond steht, sondern wie der Mond zusammenhängt mit dem ganzen Menschen. Da kommt man darauf, daß das Kind zehn Mondmonate, also zehn mal vier Wochen im Mutterleibe erlebt den Einfluß des Mondes, und den Einfluß des Mondes so erlebt, daß da in dieser Zeit acht-, neun-, zehnmal der Vollmond erlebt wird. Nun, das Kind schwimmt im Fruchtwasser, ist also ein ganz anderes Wesen, bevor es geboren wird, wird geschützt vor den Erdenkräften. Das ist das Wichtige, daß es geschützt wird vor den Erdenkräften, und da vorzugsweise - es hat ja auch den Einfluß von den anderen Sternen - den Einfluß des Mondes hat.
[ 51 ] This leads us once again to explore not only where the moon is, but also how the moon relates to the whole human being. This leads us to realize that the child experiences the influence of the moon for ten lunar months—that is, ten times four weeks—in the womb, and experiences this influence in such a way that during this time, the full moon is experienced eight, nine, or ten times. Now, the child floats in the amniotic fluid; it is therefore a completely different being before it is born, protected from the forces of the Earth. The important thing is that it is protected from the forces of the Earth, and there—preeminently, though it is also influenced by the other stars—it is influenced by the Moon.
[ 52 ] Sehen Sie, so müßte es geschehen, daß heute an unseren Universitäten und an unseren Schulen, und schon an den Volksschulen in gewisser Weise, soweit das sein kann, ganz anders die Dinge studiert würden, daß der Mensch vor allen Dingen studiert würde, menschliches Herz, menschlicher Kopf, und im Zusammenhange damit die Sterne studiert würden. Und an den Universitäten müßte es erstens geben eine Beschreibung, wie sich aus dem ganz kleinen Menschensamen der menschliche Keim durch die erste, zweite, dritte, vierte, fünfte Woche und so weiter entwickelt. Das hat man, das gibt es, diese Beschreibung, aber die andere Beschreibung gibt es nicht, was in derselben Zeit der Mond macht. Deshalb kann man nur eine Wissenschaft von der physischen Entstehung des Menschen haben, wenn man auf der einen Seite das beschreibt, was vorgeht im Mutterleibe, und auf der anderen Seite beschreibt die Taten des Mondes.
[ 52 ] You see, it should be the case that today, at our universities and in our schools—and even in elementary schools to a certain extent, as far as that is possible—things would be studied quite differently: that human beings would be studied above all else—the human heart, the human mind—and, in connection with that, the stars would be studied. And at the universities, there would first have to be a description of how the human embryo develops from the very tiny human seed through the first, second, third, fourth, fifth weeks, and so on. That description exists, but the other description—of what the Moon does during the same period—does not. Therefore, one can only have a science of the physical origin of the human being if, on the one hand, one describes what takes place in the womb, and on the other hand, one describes the actions of the Moon.
[ 53 ] Und wiederum, man kann nur ganz richtig verstehen, wie zum Beispiel die Zähne wechseln um das siebente Jahr herum, wenn man nicht nur - was heute geschieht - beschreibt, wie da der Milchzahn ist, der andere nachwächst, dem Milchzahn nachgeschoben wird, sondern wenn man wiederum eine Sonnenwissenschaft hat; denn das hängt von den Sonnenkräften ab.
[ 53 ] And again, one can only truly understand—for example, how teeth change around the age of seven—if one does not merely describe—as is done today—how the baby tooth is there, how the other one grows in to replace it, but rather if one has a knowledge of the sun; for this depends on the forces of the sun.
[ 54 ] Und ebenso, wenn der Mensch geschlechtsreif wird, da beschreibt man heute die rein physischen Vorgänge. Die hängen aber vom Saturn ab; da braucht man eine Saturnwissenschaft. Also man kann gar nicht so vorgehen, wie man heute vorgeht, daß man jedes Ding für sich beschreibt. Denn dann kommt natürlich das heraus, wie es geschah in einem Krankenhaus in einer großen europäischen Stadt. Da kam einer mit einer Milzkrankheit, wie er glaubte, ins Universitätsspital. Da fragte er: Nach welcher Abteilung soll ich da gehen mit einer Milzkrankheit? - Da gab man ihm Anweisung, daß er in irgendeine Abteilung gehen sollte. Nun erwähnte er dort unglückseligerweise nebenbei, daß er auch eine Leberkrankheit habe. Da sagte man ihm: Da können Sie bei uns nichts haben, da müssen Sie in ein ganz anderes Spital hinübergehen, dort ist es für Leberkranke, und die bei uns sind, sind nur Milzkranke. - Der war nun «zwischen zwei Bündeln Heu», wie der bekannte Esel, zwischen zwei Bündeln Heu, die gleich groß waren, die sich gar nicht voneinander unterschieden. - Es ist ja ein berühmtes logisches Bild über die Freiheit des Willens! Da hat man gesagt: Was tut ein Esel, wenn er zwischen zwei Bündeln Heu steht, die ganz gleich groß sind, ganz gleich stark riechen? Will er sich für das linke entscheiden, dann denkt er sich: das rechte schmeckt ebensogut; will er sich für das rechte entscheiden, denkt er: das linke ist ebensogut. Und dann fährt er immer hin und her und stirbt zwischen diesen zwei Heubündeln vor Hunger! - So war dieser mit den zwei Krankheiten, er wußte nicht, wohin, und hat eigentlich sterben können zwischen seinem Entschluß drinnen, ob er nun zur Abteilung für Leberkrankheiten oder zur Abteilung für Milzkrankheiten gehöre!
[ 54 ] And similarly, when a person reaches sexual maturity, today we describe only the purely physical processes. But these depend on Saturn; that’s why we need a science of Saturn. So we cannot proceed as we do today, describing each thing in isolation. Because then, of course, what happens is what occurred in a hospital in a major European city. A man came to the university hospital with what he believed to be a spleen disease. He asked, “Which department should I go to with a spleen disease?”—and he was told to go to just any department. Unfortunately, he happened to mention in passing that he also had a liver disease. They told him, “We can’t help you here; you’ll have to go to a completely different hospital—that one’s for people with liver disease, and the patients here are only those with spleen disease.” He was now “between two bales of hay,” like the famous donkey, between two bales of hay that were the same size and indistinguishable from one another. - It’s a famous logical analogy about free will! People have said: What does a donkey do when it stands between two bales of hay that are exactly the same size and smell exactly the same? If it wants to choose the one on the left, it thinks to itself: the one on the right tastes just as good; if it wants to choose the one on the right, it thinks: the one on the left is just as good. And so it keeps going back and forth and dies of starvation between those two bundles of hay! —That’s how it was with this man suffering from the two diseases; he didn’t know which way to turn, and could actually have died while still trying to decide whether he belonged in the liver disease ward or the spleen disease ward!
[ 55 ] Ich will das nur erwähnen, um zu zeigen, daß jeder heute nur etwas weiß von einem ganz kleinen Stückchen der Welt. Aber so kann man heute nichts wissen! Denn wenn man heute etwas wissen will vom Mond, muß man auf die Sternwarte gehen und die Leute fragen. Aber die wissen wiederum nichts über die Entstehung des Menschen. Da muß man wiederum den Gynäkologen, den Geburtshelfer, den Frauenprofessor fragen. Der weiß aber nichts von den Sternen. Aber die zwei Dinge gehören zusammen.
[ 55 ] I just want to mention this to show that today, everyone knows only a tiny bit about the world. But you can’t really know anything that way! Because if you want to know something about the moon today, you have to go to the observatory and ask the people there. But they, in turn, know nothing about the origin of humankind. So you have to ask the gynecologist, the obstetrician, or the professor of women’s studies. But they know nothing about the stars. Yet these two things belong together.
[ 56 ] Darauf beruht ja das Elend des heutigen Wissens, daß jeder ein Stück von der Welt weiß, aber niemand das Ganze. Daher kommt es, darauf beruht es, daß die Wissenschaft heute, wenn sie vorgetragen wird in populären Vorträgen, so furchtbar langweilig ist. Natürlich, meine Herren, die Sache muß ja langweilig sein, wenn Ihnen die Leute nur das erzählen, was nur ein kleines bißchen von der Sache ist.
[ 56 ] That is precisely the root of the problem with knowledge today: everyone knows a little bit about the world, but no one knows the whole picture. That is why—and this is the reason—science today, when presented in popular lectures, is so terribly boring. Of course, gentlemen, the subject is bound to be boring if people only tell you a tiny bit of it.
[ 57 ] Nehmen Sie an, Sie wollten wissen, wie ein Stuhl ausschaut, der nicht gerade hier ist, und einer beschreibt Ihnen das Holz; Sie wollen aber wissen, wie er gestaltet ist. Dann wird Ihnen das langweilig sein, wenn der am Stuhl Ihnen nur das Holz beschreibt. So ist es heute langweilig, wenn man, wie man es heute nennt, Anthropologie, die Wissenschaft vom physischen Menschen, lernt, weil das, worauf es ankommt, nicht mitbeschrieben wird. Und wenn es mitbeschrieben wird, hat es gar keinen Bezug zur Sache.
[ 57 ] Suppose you want to know what a chair looks like that isn’t right here, and someone describes the wood to you; but you want to know how it’s designed. Then you’ll find it boring if the person standing by the chair only describes the wood to you. Similarly, it is boring today to study what is now called anthropology—the science of the physical human being—because what really matters is not included in the description. And even when it is included, it has no bearing on the subject at hand.
[ 58 ] Also Sternenwissenschaft wird nur in Ordnung kommen, wenn man sie verbinden wird mit Menschenwissenschaft. Und darum handelt es sich; das ist die Art, wie ich diese Frage Ihnen sachgemaß heute beantworten kann. Es ist wirklich so, daß man solche wichtigen Dinge, wie die, welche ich Ihnen von Rousseau und van Helmont erzählt habe - die ja da sind, und die man gar nicht von der Erde aus verstehen kann -, daß man die verstehen muß. Die Leute sind schon materialistisch geworden selbst in bezug auf die Worte. Wie hat man zum Beispiel so etwas genannt, das darin bestand, daß irgendein Mensch Tiere hat lähmen können durch seinen Blick? Man hat das Magnetismus genannt. Ja, aber das Wort Magnetismus hat man später nur angewendet auf das Eisen, auf den Magneten. Und wenn man heute redet in der Wissenschaft, redet man nur davon, es beim Eisen zu belassen, und Magnetismus nicht zu mißbrauchen. Nur die Scharlatane, die reden noch davon, daß man einen Menschen magnetisiert; aber sie können sich nichts mehr darunter vorstellen. Dazu, um solches zu durchschauen, braucht es eben eine geistige Wissenschaft.
[ 58 ] So astronomy will only be successful if it is combined with the study of human nature. And that is the crux of the matter; that is the way I can properly answer this question for you today. It is truly the case that such important things as those I have told you about—Rousseau and van Helmont—which do indeed exist and which cannot be understood at all from here on Earth—must be understood. People have already become materialistic even when it comes to words. What, for example, did people call that phenomenon whereby a person was able to paralyze animals with his gaze? It was called magnetism. Yes, but later on, the word “magnetism” was applied only to iron, to magnets. And when people speak in scientific terms today, they talk only of limiting it to iron and not misusing the term “magnetism.” Only charlatans still talk about “magnetizing” a person; but they can no longer create a mental image of what that actually means. To see through such things, one needs precisely a spiritual science.
[ 59 ] Das nächstemal um neun Uhr am Mittwoch.
[ 59 ] Next time at 9:00 a.m. on Wednesday.
