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The Essence of Anthroposophy
within the World Of Sense, Soul And Spirit
GA 68b

5 April 1906, Berlin

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The Circular Flow of Man's Life, tr. SOL
  1. Der Kreislauf des Menschen

31. Die Planetenentwicklung

31. Planetary Evolution

[ 1 ] Sehr verehrte Anwesende! Über ein sehr schwieriges, ich möchte fast sagen, bedenkliches Thema werde ich heute zu sprechen haben: über die Entwicklung eines Planeten, vor allen Dingen natürlich anknüpfend an die Entwicklung unseres eigenen Planeten im theosophischen Sinne. Und mehr vielleicht als bei irgendeinem anderen dieser Vorträge wird es heute nötig sein, an die volle Unbefangenheit der Zuhörer zu appellieren. Denn für eine solche Betrachtungsweise, wie man sie gegenwärtig fast einzig und allein gewohnt ist — also im materiellen, rein physischen Sinne eine solche Frage zu behandeln wie diejenige der Planeten-Entwicklung —, wird dasjenige, was die Theosophie zu sagen hat, selbstverständlich ganz phantastisch erscheinen müssen.

[ 1 ] Ladies and gentlemen! Today I will be speaking on a very difficult—I would almost say troubling—topic: the evolution of a planet, focusing, of course, primarily on the evolution of our own planet in the theosophical sense. And perhaps more than with any of these other lectures, it will be necessary today to appeal to the listeners’ complete open-mindedness. For from the perspective to which we are currently almost exclusively accustomed—that is, approaching a question such as planetary evolution in a material, purely physical sense—what Theosophy has to say will, of course, seem entirely fantastical.

[ 2 ] Auch ist der Umfang dessen, was wir heute zu besprechen haben, sehr groß. Und das Forschungsgebiet, um das es sich dabei handelt, ist ein so entlegenes, dass ich Ihnen selbstverständlich heute ganz unmöglich — in einem kurzen Vortrag — ausführlich über die Art und Weise werde sprechen können, wie solche Erkenntnisse gewonnen werden. Ganz unmöglich werde ich Ihnen eine Herleitung geben können dessen, was ich zu sagen habe. Ich werde nur erzählen können, nur aufmerksam machen können auf dasjenige, was ausführlich zu besprechen nicht einen, sondern viele, viele Vorträge, ja Bücher, umfassen müsste. Ich werde gar nicht einmal in der Lage sein, Ihnen den Gegenstand so vorzuführen, wie er dem sogenannten Okkultisten oder Geheimforscher sich darbietet, sondern ich werde meine Zuflucht nehmen müssen zu Vergleichen, zu Analogien.

[ 2 ] Furthermore, the scope of what we have to discuss today is very broad. And the field of research in question is so remote that it is, of course, entirely impossible for me to speak to you in detail today—in a short lecture—about the manner in which such insights are gained. It will be completely impossible for me to provide a derivation of what I have to say. I will only be able to recount and draw your attention to what would require not just one, but many, many lectures—indeed, entire books—to discuss in detail. I will not even be in a position to present the subject to you as it appears to the so-called occultist or researcher of the occult, but I will have to resort to comparisons and analogies.

[ 3 ] Ich bitte Sie, dabei zu berücksichtigen, dass die Art und Weise, wie ich den Gegenstand heute behandeln werde, nicht zugleich diejenige ist, in welcher der Geheimforscher oder Okkultist zu diesen Resultaten kommt, sondern dass es sich heute nur, wenn irgendein Gleichnis herangezogen wird, um die Möglichkeit handelt, sich überhaupt verständlich zu machen. Die Erkenntnisse selbst sind aus ganz anderen Quellen gewonnen. Und wenn wir ausführlich in einem der nächsten Vorträge über innere Entwicklung sprechen werden, so werden wir auch etwas über die Quellen, aus denen solche Erkenntnisse wie die heutigen geschöpft sind, erfahren.

[ 3 ] I ask you to bear in mind that the way I will be addressing this topic today is not the same as the way in which the esoteric researcher or occultist arrives at these results; rather, any analogy I use today is merely a means of making myself understood. The insights themselves are derived from entirely different sources. And when we speak in detail about inner development in one of the upcoming lectures, we will also learn something about the sources from which insights such as today’s are drawn.

[ 4 ] Im Sinne der theosophischen Weltanschauung ist der Mensch — das durfte ich Ihnen gerade auch in Anknüpfung an Vorträge der letzten Wochen erwähnen —, ein werdendes, ein in Entwicklung begriffenes Wesen.

[ 4 ] According to the theosophical worldview—as I mentioned to you just now, particularly in connection with the lectures of the past few weeks—human beings are beings in the process of becoming, beings in the process of development.

[ 5 ] Er sieht in eine Zukunftsperspektive hinein, welche ihn berechtigt, zu sagen, in seiner Brust befinde sich — wiederum ein Vergleich — etwas Geistiges, ein Ruhesein, ein göttlicher Funke, besser gesagt, ein Ruhesein, ein göttlicher Same. Der Mensch der Zukunft wird etwas ganz anderes sein als heute. Nun kann der Einwand erhoben werden: Wie kann der Mensch wissen, was er in der Zukunft sein wird? Er kann es aus dem Grunde wissen, weil er die Anlage, den Keim der Zukunft schon in sich trägt. Der Sinn der Selbsterkenntnis ist kein anderer als der: Anlagen, Keime, die heute noch tief verborgen in der Menschenbrust ruhen, zu studieren, um aus ihnen zu entnehmen, was der Mensch in der Zukunft werden kann. So sieht der Mensch in seine eigene Zukunft hinein.

[ 5 ] He looks toward a future perspective that entitles him to say that within his breast—again, by way of comparison—there is something spiritual, a state of peace, a divine spark; or rather, a state of peace, a divine seed. The human being of the future will be something entirely different from what he is today. Now the objection may be raised: How can a person know what he will be in the future? He can know it for the simple reason that he already carries within himself the predisposition, the seed of the future. The purpose of self-knowledge is none other than this: to study the predispositions and seeds that still lie deeply hidden within the human breast today, in order to discern from them what a person can become in the future. In this way, a person looks into his or her own future.

[ 6 ] Auf der anderen Seite sind alle höheren Wesen — Sie wissen aus früheren Vorträgen, dass die Theosophie von höheren Wesen spricht als der Mensch es ist —, alle göttlichen Wesen sind für die theosophische Weltanschauung Wesenheiten, die gleichartig sind mit den Menschen, die auf ähnlicher Stufe ihre Entwicklung durchgemacht haben, wenn auch auf anderen Schauplänen. Man könnte sagen: Die Götter haben auch ihre Zeit des Menschentums in früheren Epochen abgedient. Sie waren Menschen und sind zu dem schon geworden, was der Mensch in der Zukunft werden wird. So sind in der theosophischen Weltanschauung göttlich-geistige Wesen über die Stufe der Menschheit hinausgeschrittene Individualitäten.

[ 6 ] On the other hand, all higher beings—you know from previous lectures that Theosophy speaks of beings higher than human beings—all divine beings are, according to the Theosophical worldview, entities that are similar to human beings who have undergone their development at a similar stage, albeit on different planes. One could say: The gods, too, went through their period of humanity in earlier epochs. They were human beings and have already become what human beings will become in the future. Thus, in the theosophical worldview, divine-spiritual beings are individualities that have advanced beyond the stage of humanity.

[ 7 ] Der Mensch ist ein noch nicht bis zur Stufe der Göttlichkeit sich emporgerungenes Wesen. In diesem Sinne müssen wir den Menschen hineinstellen in eine ganze Stufenfolge von Wesenheiten. Dann werden wir die Voraussetzung geschaffen haben, um im Sinne einer geistigen Forschung die planetarische Entwicklung betrachten zu können. Ausdrücklich sei hervorgehoben, dass diese geistige Forschung, wenn im richtigen Sinne verstanden, in keiner Weise der sinnlichen wissenschaftlichen Forschung unserer Tage widerspricht, ebenso wenig wie es widerspricht, wenn ein Anatom den Leichnam eines großen Künstlers anatomisch durchforscht, und seine anatomischen Resultate registriert; ebenso wenig wie es widerspricht dem, was ein Kunstgeschichtsforscher über diese Künstler zu sagen hat, ebenso wenig widerspricht dasjenige, was der mit dem Materiellen sich beschäftigende Forscher über Mond, Sonne und Erde zu sagen hat, dem, was die Theosophie über diese Weltkörper zu sagen hat. Beide Dinge gehen durchaus verträglich nebeneinander her. Und wenn auch das dem materiell Forschenden gewiss auch vom Standpunkte des Unfehlbarkeitsdünkels sich den Ergebnissen der geistigen Forschung schroff gegenüberstellt, so müssen wir doch sagen, eine solche Opposition ist nicht minder möglich als die Opposition des Anatomen, der einen Leichnam seziert und etwas finden wird gegen das, was ein Kunsthistoriker über diesen Menschen sagt.

[ 7 ] Human beings are beings who have not yet risen to the level of divinity. In this sense, we must place human beings within a whole sequence of beings. Then we will have created the conditions necessary to view planetary development from the perspective of spiritual research. It should be expressly emphasized that this spiritual research, when understood in the proper sense, in no way contradicts the sensory scientific research of our day, any more than it contradicts an anatomist’s examination of the corpse of a great artist and the recording of his anatomical findings; just as it does not contradict what an art historian has to say about these artists, nor does what the researcher concerned with the material world has to say about the Moon, Sun, and Earth contradict what theosophy has to say about these celestial bodies. Both approaches coexist perfectly harmoniously. And even if the material scientist—certainly from the standpoint of a presumption of infallibility—sharply opposes the findings of spiritual research, we must nevertheless say that such opposition is no less possible than the opposition of the anatomist who dissects a corpse and finds something that contradicts what an art historian says about that person.

[ 8 ] Dies vorausgesetzt — wenn wir hinaufblicken in die Weltenkörper, wo wir nicht nur materielle Dinge zu sehen haben, sondern in diesen Dingen den Ausdruck für geistige Wesenheiten zu sehen haben, werden wir auch für den Menschen den Ausdruck finden, in dem Gedanken, den Goethe in «Faust» angedeutet hat, als er den Erdgeist charakterisierte:

[ 8 ] Given this—when we look up at the celestial bodies, where we see not only material things but also, within these things, the expression of spiritual beings—we will also find this expression in human beings, in the thought that Goethe alluded to in *Faust* when he characterized the Earth Spirit:

In Lebensfluten, im Tatensturm
Wall ich auf und ab
Webe hin und her!
Geburt und Grab,
Ein ewiges Meer,
Ein wechselnd Weben,
Ein glühend Leben.
So schaff ich am sausenden Webstuhl der Zeit
Und wirke der Gottheit lebendiges Kleid.

In the torrents of life, in the storm of deeds
I surge back and forth
Weaving to and fro!
Birth and grave,
An eternal sea,
A shifting weave,
A glowing life.
Thus, at the whirring loom of time,
I weave a living garment for the Deity.

[ 9 ] Wer sich nicht aufschwingen kann dazu, einzusehen, dass es eine Wirklichkeit ist, von dem Geiste des Merkur und der Sonne zu sprechen, und dass das, was das Auge sieht und wir mit unseren Instrumenten erforschen können, sich zu dem, was in der Theosophie gesprochen wird, genau ebenso verhält wie die äußeren Körper des Menschen zu seiner Seele, wer sich nicht dazu aufschwingen kann, für den werden die theosophischen Ergebnisse vergeblich gesprochen sein.

[ 9 ] Anyone who cannot bring themselves to recognize that it is a reality to speak of the spirit of Mercury and the Sun, and that what the eye sees and what we can investigate with our instruments relates to what is spoken of in Theosophy in exactly the same way as the outer bodies of the human being relate to his soul—for anyone who cannot rise to this level, theosophical findings will be spoken in vain.

[ 10 ] Als es noch eine mehr bewusste geistige Forschung in der Gelehrsamkeit gab als die heutige, da waren schon die Benennungen unserer Weltkörper, vor allen Dingen derjenigen, die zu unserem Sonnensystem gehören, in einem ganz anderen Sinne gemeint. Die alten Benennungen Merkur, Mars, Jupiter usw. meinten nicht bloß die materiellen Körper; in diesen materiellen Körpern sahen sie die Leiber von geistigen Wesenheiten. Und die Namen galten den geistigen Wesenheiten, sodass wir in «Merkur» ursprünglich den Namen haben für den planetarischen Geist des Merkur. Ebenso für Mond, Sonne, Mars, Venus usw. Das ist eine Voraussetzung, an die wir uns durchaus halten müssen, wenn wir das verstehen wollen, was ich jetzt gesagt habe.

[ 10 ] Back when scholarly research into spiritual matters was more conscious than it is today, the names of our celestial bodies—especially those belonging to our solar system—were understood in an entirely different sense. The ancient names Mercury, Mars, Jupiter, etc., did not refer merely to the material bodies; in these material bodies they saw the physical forms of spiritual beings. And the names referred to these spiritual beings, so that “Mercury” was originally the name for the planetary spirit of Mercury. The same applies to the Moon, the Sun, Mars, Venus, and so on. This is a prerequisite that we must absolutely adhere to if we are to understand what I have just said.

[ 11 ] Zunächst lassen Sie mich den Sinn der Erdentwicklung in einem Vergleiche hinmalen. Versetzen Sie sich zurück in einen früheren Zeitpunkt unserer Erdenentwicklung, in den Zeitpunkt, den unsere Naturforschung auch annehmen muss: nämlich in den Zeitpunkt vor dem Betreten der Erde durch den Menschen. Unsere Naturforschung gibt durchaus einen solchen Zeitpunkt an, in dem die verschiedenen anderen niederen Wesen in mannigfaltigen Formen da waren, und einen Zeitpunkt, in dem der Mensch im Wesentlichen in seiner jetzigen Gestalt, als sinnlich-wirkliches Wesen, diese Erdenentwicklung betreten hat. Über die Form regen Sie sich nicht auf. Sie soll nichts anderes besagen als, wenn wir zurückgehen in der naturwissenschaftlichen Forschung, so werden wir einen Zeitpunkt finden, wo der Mensch noch nicht da war.

[ 11 ] First, let me illustrate the meaning of Earth’s evolution through a comparison. Transport yourself back to an earlier stage in Earth’s evolution—to the time that our natural science must also acknowledge: namely, the time before humans appeared on Earth. Our natural science does indeed identify such a point in time when various other lower beings existed in manifold forms, and a point in time when human beings, essentially in their present form as sensory-real beings, entered this Earth’s evolution. Do not get upset about the phrasing. It is meant to convey nothing more than this: if we go back in scientific research, we will find a point in time when human beings were not yet present.

[ 12 ] Betrachten wir die Erde, wie sie sich in diesem Zeitpunkt darstellt. Wir haben den Zeitpunkt, in dem der Mensch in keiner Weise etwas an dieser Erde verändert haben kann. Gar nichts ist von dem Menschen an dieser Erde gearbeitet gewesen. Denn er war ja überhaupt noch nicht da. Wir müssen also sagen: Der Zeitpunkt, von dem wir jetzt sprechen, stellt uns die Erde so dar, wie sie von den Naturkräften hergerichtet worden ist. Damit der Mensch aber eingreifen kann mit seiner eigenen Kulturarbeit — geistig-religiös gesprochen —, würde sich das so ausnehmen, dass ich sagen müsste: Die Erde ist aus der Hand der Götter, ohne menschliches Eingreifen, dem Menschen überantwortet worden.

[ 12 ] Let us consider the Earth as it appears at this point in time. We are at the point in time when human beings could not possibly have altered this Earth in any way. Nothing on this Earth had been shaped by human beings. For they were not even here yet. We must therefore say: The point in time we are now speaking of presents the Earth to us as it was shaped by the forces of nature. However, in order for human beings to be able to intervene with their own cultural work—in a spiritual-religious sense—it would look as though I had to say: The Earth has been entrusted to humankind by the hand of the gods, without human intervention.

[ 13 ] Nun beginnt die stufenweise Arbeit des Menschen an der Erde. Wenn wir die rein geschichtliche Forschung verfolgen, so erfahren wir, dass diese uns lehrt, wie erst mit primitiven Werkzeugen der Mensch die Erde zu bearbeiten anfängt. Wir stellen uns vor, wie von ihm zu beiden Seiten des Nils Steine herangetragen werden, und wie nun die Pyramiden geformt werden. Noch weiter blicken wir zurück, wo die Menschen mit einfachen Werkzeugen, aus Feuerstein geformt, die ersten Kulturwerke schufen. Wir sehen, [wenn wir] weiter[schreiten], wie der Mensch immer mehr [die] Naturkräfte in seine Hand bekommt. Zunächst ist uns dann klar, dass das, was uns heute in die Augen fällt, nicht da wäre, wenn nicht menschlicher Geist und menschliche Hände gearbeitet hätten. Versuchen wir, uns in die Zeit zu versetzen, in der noch keine menschliche Hand, kein menschlicher Geist gearbeitet hat. Versuchen Sie sich klarzumachen, was die Dinge um Sie herum sind. Sie sind das Ergebnis von Naturkräften, das Ergebnis aber auch von menschlicher Arbeit. So blicken wir zurück auf den Zeitpunkt, wo die menschliche Arbeit eingesetzt hat.

[ 13 ] Now begins humanity’s gradual work on the earth. If we follow purely historical research, we learn that it teaches us how humans first began to work the earth using primitive tools. We imagine how stones were carried by humans from both sides of the Nile, and how the pyramids were then constructed. Looking even further back, we see how people created the first cultural achievements using simple tools fashioned from flint. As we proceed further, we see how humans increasingly brought the forces of nature under their control. It then becomes clear to us that what catches our eye today would not exist if the human mind and human hands had not been at work. Let us try to transport ourselves back to a time when no human hand, no human mind, had yet been at work. Try to understand what the things around you are. They are the result of natural forces, but also the result of human labor. Thus, we look back to the moment when human labor began.

[ 14 ] Lassen wir nun den Blick heraufschweifen bis in unsere Zeit, wo menschliche Arbeit diesen Planeten umgeändert hat. Vergleichen wir die Oberfläche unserer Erde mit der Oberfläche von dazumal. Wir versetzen uns an die Stelle eines Beobachters, der außer unserer Erde wäre und diese zwei Zeitpunkte miteinander vergleichen und der dann sagen kann: Das ist die Erde, ohne dass menschliche Arbeit eingegriffen hatte, und dann auf der anderen Seite, das hat die menschliche Arbeit getan. — Diese Menschenarbeiten können weiterschreiten. Sie werden immer mehr den Erdplaneten umgestalten. In Gedanken können Sie sich mindestens den späteren Zeitpunkt der Erdentwicklung denken, wo wiederum ein unbefangener Beobachter diesen Erdplaneten anschaut, jetzt aber so, dass, wenn er sie von außen anschaut, es ihn vorkommen würde, wie wenn Sie diesen Raum anschauen würden. Hier ist nichts mehr, was bloß Naturgeschehen hat. Da finden Sie nichts mehr von ursprünglichen Kräften, wie sie ein Fließen im Freien sind. Es ist alles künstlich aufgebaut. So könnten Sie sich einen Zeitpunkt der Erdentwicklung denken, wo tatsächlich alles, was durch Menschenhand umzugestalten ist, durch die Menschenhand wirklich umgestaltet worden ist so, dass der Beobachter eine zum Kunstwerk umgestaltete Erde sehen würde. Allerdings müsste die Natur noch mehr von den menschlichen Arbeitskräften umgewandelt und von den Menschen erobert werden.

[ 14 ] Let us now let our gaze wander up to our own time, when human labor has transformed this planet. Let us compare the surface of our Earth with the surface of that time. Let us put ourselves in the place of an observer who is outside our Earth, comparing these two points in time, and who can then say: This is the Earth before human labor had intervened, and on the other hand, this is what human labor has done. — These human activities can continue. They will increasingly reshape the Earth. In your mind, you can at least imagine a later stage in Earth’s development where, once again, an impartial observer looks at this Earth, but now in such a way that, when viewing it from the outside, it would seem to him as if you were looking at this room. Here, there is nothing left that is merely a natural phenomenon. You will find no trace of the original forces as they flow freely in nature. Everything is artificially constructed. Thus, you could imagine a stage in Earth’s development where, in fact, everything that can be transformed by human hands has actually been transformed by them, so that the observer would see an Earth transformed into a work of art. However, nature would still need to be transformed even further by human labor and conquered by humankind.

[ 15 ] Aber nichts hindert uns daran, zu denken, dass die Elektrizität und andere Naturkräfte, die in den Dienst der Menschen gerückt worden sind, ja, dass noch viel bedeutsamere Erdenkräfte in den Dienst der menschlichen Kultur gestellt werden können. Da sehen wir die Erde zunächst in der jetzigen Entwicklung an einem Ziele angekommen. Wir leisten unsere Arbeit so, dass der Mensch sie nach diesem Ziele hin leistet. Wenn wir nicht eingreifen könnten in das Wachstum der Pflanzen, wenn es nicht wäre, wie es geschehen ist, so könnten wir nicht Herr werden über die Kräfte der Entstehung der höheren Lebewesen, sondern es könnte nur das Leblose, die mineralische Natur vollständig umgewandelt werden, sodass die Form des Planeten das Ergebnis seiner Arbeit beim Endziel des Erdenplaneten wäre.

[ 15 ] But nothing prevents us from thinking that electricity and other forces of nature, which have been placed at the service of humankind—indeed, that even far more significant forces of the earth—can be placed at the service of human culture. Here we see the earth, in its present stage of development, having reached a certain goal. We carry out our work in such a way that humanity performs it toward this goal. If we could not intervene in the growth of plants, if things were not as they have turned out, we could not master the forces behind the emergence of higher life forms; rather, only the inanimate, the mineral realm, could be completely transformed, so that the form of the planet would be the result of its work toward the ultimate goal of the Earth.

[ 16 ] Jetzt blicken wir noch einmal zurück zu dem Zeitpunkte, wo die menschliche Arbeit noch nicht eingesetzt hat. Alles, was schon dagewesen ist, was schon entwickelt war, das betrachtet die theosophische Weltanschauung in keiner anderen Weise. Alles Entstandene und Gewordene ist also ähnlich zustande gekommen wie diese Prozesse, die ich Ihnen jetzt vergleichsweise habe andeuten dürfen. Die Wesenheiten, von denen ich gesagt habe, dass sie von Menschen zu Göttern aufgestiegen sind, und die die Menschen als die Höheren anschen, sie haben damals ihre Arbeit getan. Ebenso wie ein jüngeres Wesen, wenn die Erde an ihrem Ziele angelangt sein wird, den Erdplaneten aus der Hand der Menschen empfangen wird und dann daran weiterarbeiten kann, ebenso hat der Mensch diesen Planeten empfangen aus den Händen der Götter. Dasjenige, was er vorgefunden hat, haben die Götter werden lassen, ganz genau in derselben Weise und Form, wie der Mensch die Erde hat entstehen lassen. So ist die bloße Naturentwicklung, ehe es eine Kultur auf diesem Erdplaneten gegeben hat, ehe ein einfacher Mensch, mit einfachen Werkzeugen oder, sagen wir, mit den Händen, irgendwie etwas berührt hat auf der Erde, war die Erde das Werk der Götter. Der Mensch hat in seiner Art von diesem Zeitpunkte an die Arbeit der Götter übernommen.

[ 16 ] Now let us look back once more to the time when human labor had not yet begun. The theosophical worldview regards everything that already existed, everything that had already developed, in no other way. Everything that has come into being and come to pass has thus come about in a manner similar to those processes I have just outlined to you by way of comparison. The beings of whom I have spoken—who have ascended from humans to gods, and whom humans regard as the Higher Ones—carried out their work at that time. Just as a younger being, when the Earth has reached its goal, will receive the Earth from the hands of human beings and then be able to continue working on it, so too did human beings receive this planet from the hands of the gods. What they found there was brought into being by the gods, in exactly the same way and form as human beings brought the Earth into being. Thus, before there was any culture on this planet Earth—before a simple human being, using simple tools or, let us say, with his hands, had in any way touched anything on Earth—the Earth was the work of the gods. From that point on, humankind, in its own way, took over the work of the gods.

[ 17 ] Blicken wir die Sache von einem anderen Gesichtspunkte an, von dem Standpunkte der Erkenntnis. Der Mensch sucht zu erforschen, was rings um ihn ist, er sucht sich Gedanken zu machen über das, was denkerisch an und in der Welt ist. Schon öfter habe ich den Vergleich gebraucht: Wenn in diesem Glas kein Wasser wäre, dann könnte ich keines herausschöpfen. Alle unsere Gedanken, wenn wir über die Welt nachdenken, haben ihre Bedeutung. Sollen sie eine Bedeutung haben für die Welt, so müssen sie in der Welt drinnen sein. Natürlich wäre es ganz lächerlich, sich Gedanken über eine Welt machen zu wollen, in der keine Gedanken verkörpert sind. Wenn der Mensch über eine Welt nachdenkt und zu Gedanken über die Welt kommt, so muss die Welt — vergleichsweise — nach diesen Gedanken gebaut worden sein. Wenn der Mensch nun die Gesetze erforscht und zu Naturgesetzen kommt, was sind dann für ihn diese Naturgesetze, die sich in Gedanken ausdrücken? Nichts anderes, als was der Mensch daraus schöpft, ähnlich, wie er das Wasser aus dem Glase schöpft. Und ähnlich wie der Uhrmacher die Uhr nach seinen Gedanken geformt hat, und ein anderer hinterher, ohne dass er den Uhrmacher kennt, die Uhr besser zerlegen kann, ebenso kommt der Mensch und zergliedert die Welt hinterher. Er braucht den, der die Gedanken hineingelegt hat, gar nicht zu kennen. Und sonderbar wäre es zu sagen: Kein Uhrmacher hat die Gedanken in das Uhrwerk gelegt.

[ 17 ] Let us look at the matter from a different perspective—from the standpoint of knowledge. Human beings seek to explore what surrounds them; they seek to reflect on what, in a conceptual sense, exists in and about the world. I have often used this analogy: If there were no water in this glass, I could not scoop any out. All our thoughts, when we reflect on the world, have meaning. If they are to have meaning for the world, they must be within the world. Of course, it would be utterly ridiculous to try to think about a world in which no thoughts are embodied. When a person thinks about the world and arrives at thoughts about it, the world must—figuratively speaking—have been constructed according to those thoughts. When a person now investigates the laws and arrives at the laws of nature, what then are these laws of nature—which are expressed in thought—for him? Nothing other than what he draws from them, just as he scoops water from the glass. And just as the watchmaker has shaped the watch according to his thoughts, and another person, without knowing the watchmaker, can later take the watch apart more effectively, so too does a person come along and dissect the world afterward. He does not need to know the one who put the thoughts into it at all. And it would be strange to say: No watchmaker put the thoughts into the clockwork.

[ 18 ] Die neuere Wissenschaft hat so oft gesagt: Wir brauchen keine geistigen Urheber der Welt. Die Wissenschaft hat uns endlich dahin geführt, diese Welt rein mechanisch zu begreifen und zu verstehen, wie die einzelnen Glieder ineinander greifen. Also brauchen wir keinen Schöpfer. — Das ist gerade so gescheit, wie wenn einer behauptet, weil einer die Uhr zu zerlegen versteht, so braucht er keinen Uhrmacher anzunehmen. Dass die Welt mechanisch begreiflich ist, das ist kein Beweis dafür, dass sie nicht ursprünglich nach Gedanken aufgebaut ist. Wenn wir also die Natur sehen in ihren Naturkräften und aus diesen auf die Gesetze schließen, so sind für die Philosophie diese Naturkräfte der Ausdruck ursprünglicher Göttergedanken und die Arbeit der Menschen in der Kunst, das sind Gedanken an einer späteren Arbeit gleicher Art wie die Arbeit der Götter an der Natur draußen. Sicht sich der Theosoph einen Felsen an, einen Kristall oder selbst ein Pflanzengebilde — obgleich hier die Sache schwieriger wird — dann sagt er sich: Alles das ist dem Geiste nach auf dieselbe Weise entstanden, wie entstanden ist eine Maschine, ein Kunstwerk, wie ein Kunstwerk eines Malers oder Musikers. Nur sind die Letzteren jüngere Produkte aus dem menschlichen Geist, der ein werdender Gott ist, wie die anderen aus dem reifen Gottesgeist heraus, der längst die Stufe der Menschen überschritten hat. Dies ist der Geist.

[ 18 ] Modern science has so often said: We do not need spiritual creators of the world. Science has finally led us to view this world in purely mechanical terms and to understand how its individual parts interlock. So we do not need a Creator. — That is just as sensible as claiming that because someone knows how to take a watch apart, there is no need to assume the existence of a watchmaker. The fact that the world can be understood mechanically is no proof that it was not originally constructed according to divine thought. So when we observe nature in its natural forces and infer laws from them, for philosophy these natural forces are the expression of primordial divine thoughts, and the work of human beings in art consists of thoughts about a later work of the same kind as the work of the gods on nature outside. When the theosophist looks at a rock, a crystal, or even a plant—although the matter becomes more difficult here—he says to himself: All of this came into being in the same way in spirit as a machine, a work of art, or a work by a painter or musician. It is only that the latter are more recent products of the human spirit—which is a god-in-the-making—while the former arise from the mature spirit of God, which has long since transcended the human level. This is the Spirit.

[ 19 ] Nun gehen wir etwas genauer auf die Sache ein. Wenn wir den Menschen so betrachten, wie er heute ist und lebt, [und] wenn wir nur etwas in der Geschichte zurückgehen, [so] erfahren [wir], dass alles, was uns umgibt, verhältnismäßig seit recht kurzer Zeit um uns geschaffen worden ist und dass der Mensch vor Jahrhunderten mit ganz anderen, primitiveren Kulturmitteln arbeitete. Und wenn wir weiter zurückgehen, so werden diese Kulturmittel immer primitiver, und da zeigt uns die Kulturgeschichte, dass die Menschen, die in den frühesten Zeiten leben, aus Stein sich Messer und Werkzeuge herausgeschlagen haben. So kommen wir also zu einem ursprünglichen Menschen auf der Erde, der in Bezug auf alles, was heute Ergebnis der intellektuellen Kultur ist, noch sehr weit zurück war. Der Verstand jenes Menschen, den die heutige Wissenschaft so gern den Urmenschen nennt, war sehr primitiv. Wir sehen also, dass sich die Verstandesfähigkeit in dieser Zeit entwickelt hat, herausgestaltet hat. So verfolgen wir selbst die Verstandesentwicklung zurück. Weiter gehen ja die Menschheits-Forschungen in der Kulturgeschichte nicht.

[ 19 ] Now let’s take a closer look at this. If we look at human beings as they are today and how they live, [and] if we go back just a little in history, [we] learn that everything that surrounds us has been created relatively recently, and that centuries ago, people worked with entirely different, more primitive tools. And if we go back even further, these cultural tools become increasingly primitive, and cultural history shows us that people living in the earliest times carved knives and tools out of stone. Thus we arrive at a primitive human being on Earth who, in terms of everything that is today the result of intellectual culture, was still very far behind. The intellect of that human being—whom modern science so readily calls “primitive man”—was very primitive. We see, then, that intellectual capacity developed and took shape during this period. In this way, we ourselves trace the development of the intellect back in time. Research into human history does not go any further than this.

[ 20 ] Nun aber beginnt die Geistesforschung, die theosophische Forschung. Sie spricht in allerernstestem Sinne von der Entwicklung, von der Entwicklung alles dessen, was es gibt in unserer Umgebung. So, wie sich der Verstand nach und nach entwickelt hat, der anfangs nur ganz primitive Kulturmittel wie Feuersteinmesser und so weiter schaffen konnte, das Getreide zwischen zwei Mahlsteinen zerrieb, so war der Verstand nicht nur primitiv, sondern er war gar nicht da. Der Verstand, diese Intellektualität ist geworden. Die Intellektualität beginnt da — auf ebensolchen geistigen Tatsachen fußend, wie unsere Wissenschaft auf materiellen Tatsachen fußt — die Dinge weiter zu verfolgen, von denen die Kulturgeschichte spricht. Die Kulturgeschichte hebt aus den Erdschichten heraus, was sie findet. Einen ganz anderen Gesichtsausdruck hatte der Mensch offenbar. Sein Gehirn war das Werkzeug des Geistes, des noch nicht so entwickelten wie später. Aber von da aus gehen wir zurück in noch fernere Urzeiten. Und was ich öfter schon erwähnt habe, muss ich wiederum hier einschalten, um alles zu einem Ganzen zu machen. Wir kommen zu Menschen-Vorfahren zurück, die allerdings die Geologie nicht aufzuweisen vermag, die noch nicht Werkzeuge machten, die noch nicht das hatten, was wir Verstandeskraft, Intellektualität nennen, die aber dafür andere Geisteskräfte besaßen. Aus der materiellen Naturwissenschaft wissen Sie, dass die Erde nicht immer so ausgesehen hat wie heute, dass sie in ihrer Gestalt kontinuierliche Veränderungen durchgemacht hat, dass da, wo heute Land ist, früher Meer war, und das da, wo heute Meer ist, Land war. Die theosophische Weltanschauung spricht von Tatsachen, die selbst der Naturwissenschaftler wenigstens hypothetisch zugibt. Der Teil der heutigen Erdoberfläche, der heute vom Atlantischen Ozean ausgefüllt wird, der zwischen Europa, Afrika und Amerika liegt, der war einstmals Land. Das ist eine Tatsache für die geistige Forschung. Die Abhandlung von [Arldt] über Atlantis gibt nur Auskunft über die Tier- und Pflanzenwelt. Die theosophische Forschung aber spricht von der Gestalt des Menschen. Der Verstand war dazumal noch nicht entwickelt, andere geistige Fähigkeiten waren dazumal maßgebend.

[ 20 ] But now spiritual research—theosophical research—begins. It speaks, in the most serious sense, of evolution—the evolution of everything that exists in our surroundings. Just as the intellect has developed gradually—beginning with the ability to create only very primitive tools such as flint knives and the like, and to grind grain between two millstones—so the intellect was not only primitive, but it did not exist at all. The intellect, this intellectuality, has come into being. Intellectuality begins there—based on precisely the same spiritual facts as our science is based on material facts—to further investigate the things of which cultural history speaks. Cultural history unearths from the earth’s strata whatever it finds. Human beings apparently had a completely different facial expression. Their brain was the tool of the spirit, which was not yet as developed as it would later become. But from there we go back to even more distant primeval times. And what I have mentioned many times before, I must bring up again here to bring everything together into a whole. We return to human ancestors whom geology, however, cannot account for—who did not yet make tools, who did not yet possess what we call mental power or intellectuality, but who, in return, possessed other spiritual powers. From the material sciences, you know that the Earth has not always looked as it does today, that it has undergone continuous changes in its form, that where there is land today there was once sea, and that where there is sea today there was once land. The theosophical worldview speaks of facts that even the natural scientist admits, at least hypothetically. The part of the Earth’s surface that is now covered by the Atlantic Ocean—lying between Europe, Africa, and America—was once land. This is a fact for spiritual research. [Arldt’s] treatise on Atlantis provides information only about the animal and plant kingdoms. Theosophical research, however, addresses the form of human beings. The intellect was not yet developed at that time; other spiritual faculties were predominant then.

[ 21 ] Vergleichsweise können Sie sich klarmachen, wie das gekommen ist. Wenn sehende Tiere einwandern in finstere Höhlen, so verlieren sie das Gesicht. Andere Kräfte bilden sich aus. Die Schkraft geht zurück. So ist überhaupt in der Entwicklung die Tatsache zu verzeichnen, dass mit der Ausbildung der einen Fähigkeit die andere allmählich zurücktreten muss. So treten mit der Ausbildung des Verstandes, der Intellektualität, andere geistige Kräfte, die der Mensch vor Zeiten hatte, zurück.

[ 21 ] By way of comparison, you can understand how this came about. When sighted animals migrate into dark caves, they lose their sense of sight. Other faculties develop. The power of sight recedes. Thus, a general pattern can be observed in evolution: as one ability develops, another must gradually recede. Thus, with the development of reason and intellectuality, other spiritual powers that humans once possessed recede.

[ 22 ] Eine gewisse Art des Hellsehens, des dämmerhaften dunklen Hellsehens war eine hervorragende geistige Kraft bei der Bevölkerung der alten Atlantis. Das waren Menschen, deren Vordergehirn noch nicht entwickelt war. So war es bei den atlantischen Menschen, deren Vordergehirne nicht entwickelt gewesen sind; sie waren nicht intellektuell, aber mit einer gewissen Hellsichtigkeit begabt. Das Nachdenken war bei ihnen noch nicht ausgebildet. Daher konnte [der atlantische Mensch] auch keine Kultur haben. Keine Messer und Beile konnte er sich machen, er lebte eben auf eine ganz andere Art, aber er war in gewisser Beziehung hellsichtig. Sein Bewusstsein war so ausgebildet, dass er nicht nur in seiner Umgebung dasjenige wahrnehmen konnte, was die Sinne vermitteln, was durch die Tore der Sinne eintritt in die menschliche Seele, sondern seine Seele war imstande, noch Seelisches wahrzunehmen, wenn auch in einer sehr abgeschatteten Weise. Kam er in die Nähe eines anderen Menschen, dann nahm er nicht nur wahr, wie der Mensch ausschaute, nicht nur wahr, was der Mensch sieht, sondern er konnte anschaulich wahrnehmen, was für moralische Qualitäten der andere Mensch hatte. Das Seelische, das Innere, die Instinkte, die Leidenschaften und Begierden konnte er wahrnehmen mit einem ganz anders gearteten Geistesgemüt. Kam er in die Nähe eines Menschen, der wüste Begierden hatte, dann hatte er etwas anderes; man würde es heute Halluzinationen nennen. Es stiegen Farbgebilde in ihm auf von dem, was in jenem Wesen lebte. So war also eine ganze andere Wahrnehmung in jenen Zeiten vorhanden. So haben wir also ungefähr die atlantische Bevölkerung charakterisiert.

[ 22 ] A certain kind of clairvoyance—a dim, shadowy form of clairvoyance—was a remarkable spiritual power among the people of ancient Atlantis. These were people whose forebrains were not yet developed. Such was the case with the Atlantean people, whose forebrains had not developed; they were not intellectual, but were endowed with a certain kind of clairvoyance. The capacity for reflection had not yet developed in them. Therefore, [the Atlantean] could not have had a culture. He could not make knives or axes for himself; he simply lived in a completely different way, but in a certain sense he was clairvoyant. His consciousness was developed in such a way that he could not only perceive in his surroundings what the senses convey—what enters the human soul through the gates of the senses—but his soul was also capable of perceiving spiritual realities, albeit in a very subtle way. When he came near another person, he did not merely perceive what that person looked like, nor did he merely perceive what that person saw; rather, he could vividly perceive the moral qualities of the other person. He could perceive the soul, the inner life, the instincts, the passions, and the desires with a very different kind of mental disposition. When he came near a person who had wild desires, he experienced something else; today we would call it hallucinations. Color formations arose within him, reflecting what lived within that being. Thus, a completely different kind of perception existed in those times. This is roughly how we have characterized the Atlantean population.

[ 23 ] Mit dieser Erkenntnistätigkeit war auch eine andere praktische Tätigkeit verknüpft. Sie können in meiner Zeitschrift «Lucifer — Gnosis», in den Aufsätzen von «13», Genaueres über diese Dinge lesen. Da ist es beschrieben, wie dazumal die Menschen arbeiteten. Werkzeuge hatten sie nicht, aber ebenso, wie sie hellsichtig waren, so waren sie in gewisser Weise mit magischem Wollen begabt. Sie waren fähig, das, was heute der Mensch nicht mehr kann, zu vollbringen. Sie waren fähig, eine Pflanze in ihrem Wachstum zu fördern, sie schneller wachsen zu lassen. Ich könnte Ihnen noch manches andere erzählen. Ich meine aber, das ist schon genug, denn es würde das in bedenklichster Weise aufgefasst werden können. Sie sehen aber, dass wir hier in einen Zeitpunkt unserer Erdentwicklung zurückleuchten, der einen ganz anderen Menschen hatte. Aber das müssen Sie bedenken: Ein anderes Wesen, das im Mittelpunkte einer solchen Entwicklung steht, fordert auch eine ganz andere Umgebung.

[ 23 ] This pursuit of knowledge was also linked to another practical activity. You can read more about these matters in my journal *Lucifer — Gnosis*, in the essays by “13.” There it is described how people worked back then. They had no tools, but just as they were clairvoyant, so too were they, in a certain sense, endowed with magical will. They were capable of accomplishing what people today can no longer do. They were capable of promoting a plant’s growth, of making it grow faster. I could tell you many other things as well. But I think that is enough, for it could be interpreted in the most questionable way. You can see, however, that we are looking back here to a period in Earth’s development that featured a very different kind of human being. But you must bear this in mind: a different being, standing at the center of such a development, also requires a very different environment.

[ 24 ] Erforschen wir die Erde selbst in diesen uralten Zeiten, so ist diese Erde auch ganz anders. Die Verteilung von Wasser, Nebel, Wolken, Luft, die wir heute in der Umgebung der Erde haben, die gab es noch nicht in der alten Atlantis. Sie war ganz anders. Es war sozusagen die Luft geradezu geschwängert von Wasser. Nicht hatten wir es zu tun mit einer solchen Verteilung des Wassers in der Luft wie heute, sondern mit einer fortwährenden nebligen Luft. Wenn die germanische Mythologie von einem Nebelheim spricht, so ist das eine Erinnerung an die alte Atlantis mit ihrer Nebelluft. Erst bei dem späteren Prozess unserer Erdbildung gestaltet sich das heraus, was wir heute in unserer Umgebung haben. Erst mit dieser Umgebung war das Fortschreiten der Sinnes- und Verstandesentwicklung möglich. So blicken wir auf eine andere Gestaltung des Menschen und des Erdplaneten zurück. Den Menschen haben wir in gewisser Beziehung geistig als göttlich anzusehen, aber dieser unterscheidet sich doch wieder erheblich von der Geistigkeit unserer Zeit. Die Geistigkeit jener Zeit ist zurückgetreten. Aber das Erkennen, das den Verstand gebaut hat, ist hervorgetreten in unserer Zeit. Es hat das andere zurückgedrängt.

[ 24 ] If we examine the Earth itself during those ancient times, we find that it was quite different. The distribution of water, mist, clouds, and air that we see around the Earth today did not yet exist in ancient Atlantis. It was entirely different. The air, so to speak, was literally saturated with water. We were not dealing with a distribution of water in the air like we have today, but rather with a constantly misty atmosphere. When Germanic mythology speaks of a “land of mist,” this is a remnant of ancient Atlantis with its misty atmosphere. It was only during the later stages of Earth’s formation that the conditions we have in our environment today took shape. Only with this environment was the progress of sensory and intellectual development possible. Thus we look back upon a different form of human beings and the Earth itself. In a certain sense, we must regard human beings spiritually as divine, yet this spirituality differs considerably from that of our time. The spirituality of that era has receded. But the knowledge that has shaped the intellect has come to the fore in our time. It has pushed the other aside.

[ 25 ] Es wird ja für die Menschen eine andere Entwicklung kommen, wo die beiden vereint sein werden: selbstbewusste Verstandeserkenntnis mit dem zurückgetretenen Hellsehen. Das ist es, was beim Hellsehen wie eine Prophetie späterer Epochen jetzt schon hervortritt. Der Atlantier war noch nicht so bedeutend verschieden von den Menschen von heute, aber er war in gewisser Weise verschieden. Wenn ich mich grob und trivial ausdrücken darf, so möchte ich sagen: Er war noch nicht in so dichter Materie verkörpert, er war noch nicht so verhärtet in seinen Materien wie seit jener Zeit. Gerade so, wenn Sie die Tiere verfolgen, und hinaufkommen bis zu den Knorpelfischen und Knochenfischen, wie Sie zu Wesenheiten kommen, die in weniger dichter Materie verkörpert sind, so haben wir auch da Menschen gehabt, die einen feineren Organismus hatten, den sie dann mehr zu beherrschen verstanden.

[ 25 ] A different stage of development will indeed come for humanity, in which the two will be united: self-assured intellectual insight combined with clairvoyance that has taken a back seat. This is what already stands out in clairvoyance as a prophecy of later epochs. The Atlantean was not yet significantly different from people today, but he was different in a certain way. If I may put it crudely and trivially, I would say: He was not yet embodied in such dense matter; he was not yet as hardened in his physical form as he has been since that time. Just as when you trace the animals upward through the cartilaginous and bony fish, arriving at beings embodied in less dense matter, so too did we have people back then who possessed a finer organism, which they were then better able to control.

[ 26 ] Der Naturforscher [Lord Kelvin] führt uns zurück in solche Zeiten — allerdings hypothetisch. Der Naturforscher hat ausgerechnet, wann sich die Erde in einem Zustande befunden haben muss, der noch kein Leben auf der Erde duldete. Nach der Menge von Wärme, die sie heute noch immer verliert und die sie einstmals besessen haben muss, muss sie einstmals so warm gewesen sein, dass auf ihr Wesen, welche heute auf ihr leben — wie Pflanzen, Tiere, Menschen —, damals nicht gelebt haben konnten. Mag diese Hypothese mehr oder weniger begründet sein — aber sie ist schr geistvoll und stützt sich auf gute Grundlagen. Es wird ausgerechnet, wie die Erde vor 30 Millionen Jahren in einem Zustande war, in dem es kein Pflanzenreich, kein Tierreich und kein Menschenreich gegeben hat. Diese waren in einem ganz anderen Zustand als planetarische Wesen.

[ 26 ] The naturalist [Lord Kelvin] takes us back to such times—albeit hypothetically. The naturalist has calculated when the Earth must have been in a state that did not yet support life. Based on the amount of heat it still loses today—and which it must once have possessed—it must once have been so warm that the beings that live on it today—such as plants, animals, and humans—could not have lived there at that time. Whether this hypothesis is more or less well-founded—it is nonetheless ingenious and rests on sound foundations. It is calculated that 30 million years ago, the Earth was in a state in which there was no plant kingdom, no animal kingdom, and no human kingdom. These were in a completely different state than planetary beings.

[ 27 ] Verfolgen wir sie bis zu einem immer mehr und mehr feuerflüssigen und einem mehr und mehr feinmateriellen Zustand zurück. Also, was der Mensch als physischen Leib an sich trägt, das war damals noch nicht vorhanden. Wenn Sie den Gedanken festhalten, den ich vor Sie hingestellt habe, dann werden Sie ihn sich vergegenwärtigen und ausdenken können, wie des Menschen geistiger Teil damals doch gelebt haben kann, wie auch das, was geistig-seelisch in der Tier- und Pflanzenwelt ist, gelebt haben kann auf diesem Planeten, bevor er hervorgetreten ist in Pflanze, Tier und Mensch. Wir verfolgen den Menschen, wo er physisch weicher war, und dann noch, wo er viel feiner war, bis zu Zuständen, die sich gegenüber unserem heutigen Fleisch gallertartig und weiter zurück ätherisch und noch früher geistig ausnehmen, so dass wir ihn, indem wir in die Vergangenheit hineinblicken, immer vergeistigt finden. So haben wir alle Wesen zu betrachten.

[ 27 ] Let us trace it back to a state that is increasingly molten and increasingly ethereal. Thus, what a human being carries as a physical body did not yet exist at that time. If you hold fast to the thought I have presented to you, you will be able to visualize it and imagine how the spiritual part of the human being could have existed back then, just as the spiritual and soul elements in the animal and plant worlds could have existed on this planet before they emerged in plants, animals, and humans. We trace humanity back to a time when it was physically softer, and then even further back to a time when it was much more subtle—to states that, compared to our present-day flesh, appear gelatinous, and further back still, ethereal, and even earlier, spiritual—so that as we look into the past, we always find it becoming increasingly spiritual. This is how we must view all beings.

[ 28 ] Wir kommen da auf einen Erdplaneten zurück, der in seiner Gestalt überhaupt noch kein festes Knochengerüst für unsere Erde darstellt, sondern eine weiche Nebelmasse. Wenn Sie sich nun die Wesen, die wir jetzt zurückverfolgt haben, weiter betrachten, so finden wir den Erdplaneten keineswegs so materiell, wie ihn die Naturwissenschaft darstellt. Wir finden ihn als noch flüssig, wo noch Pflanzen-, Tiere- und Menschenformen aufgetreten sind. Wir finden ihn aber auch schon bevölkert von Wesen in geistigem Zustande. So sehen wir, wie die Erde sich weiterentwickelt.

[ 28 ] We return here to an Earth planet that, in its form, does not yet constitute a solid skeletal framework for our Earth at all, but rather a soft, nebulous mass. If you now continue to observe the beings we have traced back to this point, we find that the Earth planet is by no means as material as natural science portrays it. We find it still in a liquid state, where plant, animal, and human forms have already appeared. But we also find it already populated by beings in a spiritual state. Thus we see how the Earth continues to develop.

[ 29 ] Ich möchte noch durch einen Vergleich klarmachen das, was natürlich etwas schwierig zu fassen ist. Betrachten Sie die heutige Steinkohle, Sie graben sie aus der Erde heraus. Sie ist heute leblos. Wenn Sie auf Jahrmillionen der Vergangenheit zurückblicken, dann war diese Steinkohle noch innerhalb weit ausgedehnter Wälder. Diese Wälder mit ihrem Gehölz gingen zugrunde, wurden von der Erde bedeckt und verwandelten sich — im Laufe von Jahrmillionen — in das, was wir als Steinkohle herausgraben. Das ist der tote Leichnam ehemaliger Pflanzengebilde. Die Pflanze ist zu Stein geworden.

[ 29 ] I would like to use a comparison to clarify something that is, of course, somewhat difficult to grasp. Consider today’s coal—you dig it out of the ground. Today, it is lifeless. If you look back millions of years into the past, this coal was still part of vast, expansive forests. These forests, with their trees and shrubs, perished, were covered by the earth, and—over the course of millions of years—transformed into what we excavate as coal. This is the dead remains of former plant structures. The plant has turned to stone.

[ 30 ] Soweit die äußere materielle Betrachtungsweise. Für die geistige Forschung ergibt sich noch etwas anderes. Der Geistesforscher sieht, wie das Lebendige zu Totem wird, wie ein Stein geworden ist aus dem Lebendigen. Aber die Geistesforschung sagt: Ein jeglicher Stein — ob Sie einen Bergkristall nehmen oder ein anderes Gestein —, alles ist in ähnlicher Weise entstanden wie die Steinkohle. Nicht ist irgendetwas Lebendiges aus Totem entstanden. So wenig wie aus der Steinkohle hervorwachsen würde die Pflanze, ebenso wenig ist jemals aus etwas Totem etwas Lebendiges entstanden. Umgekehrt ist es: Das Tote ist aus dem Lebendigen entstanden. Aber was wir an Steinen und Felsen und Kristallen um uns haben, ist nichts anderes als versteinertes Leben. Das Leblose ist aus dem Lebendigen hervorgegangen. So ist die Erde einstmals ein Körper, der überhaupt noch nichts Lebloses hatte. Das Leblose, das Gestein, ist erst ein später Absatz, ein Niederschlag aus dem Lebendigen heraus. Und es ist schon die Frage ganz falsch gestellt, wenn jemand erforschen will, wie das Lebendige aus dem Toten entsteht, denn es entsteht nur das Tote aus den Lebendigen.

[ 30 ] So much for the external, material perspective. Spiritual research reveals something else entirely. The spiritual researcher observes how the living becomes lifeless, how a stone has emerged from the living. But spiritual research states: Any stone—whether you take a rock crystal or another type of rock—all have come into being in a manner similar to that of coal. Nothing living has ever arisen from the inanimate. Just as a plant would not grow out of coal, so too has nothing living ever arisen from anything inanimate. The opposite is true: the inanimate arose from the living. But what we see around us in the form of stones, rocks, and crystals is nothing other than fossilized life. The inanimate has emerged from the living. Thus, the Earth was once a body that contained nothing inanimate at all. The inanimate—the rock—is only a later deposit, a sedimentation from within the living. And the question is already posed entirely incorrectly when someone seeks to investigate how the living arises from the dead, for only the dead arises from the living.

[ 31 ] Wenn Sie ein gallertartiges niederes Tier ansehen, wie wir sie im Sinne der materialistischen Naturwissenschaft denken, wenn Sie sich vorstellen, wie deren einzelne Glieder differenziert sind und wie der Mensch aber doch sich herausentwickelt hat aus einem undifferenzierten gleichmäßigen Körper, und wie dann aus einem solchen Wesen Wesen mit Knorpeln und Wesen mit Knochen entstanden sind, deren Knochengerüst eine Art Versteinerung ist — so ist das ganze Knochengerüst der Erde versteinert, kristallisiert, es ist das, was das Leben zurückgelassen hat. Wenn wir das verfolgen in Bezug auf eine andere Gestalt unserer Erde, mit immer dünnerer und dünnerer Materie, finden wir: Alles verändert sich, das Leblose hört auf. Diese dünne Materie ist zu gleicher Zeit eine belebte. Und endlich — setzen Sie denselben Gedanken fort, ich brauche ihn nur anzudeuten —, dann kommen Sie noch weiter zurück auf Zeiten, wo Sie bewahrheitet finden können den noch höheren Satz, dass ebenso, wie später das Leblose aus dem Lebendigen entstanden ist, das Materiell-Lebendige überhaupt aus den Geistigen entstanden ist. Ebenso wenig, wie das Leblose der Ursprung des Lebens ist, ebenso wenig ist das bloße Leben der Ursprung des Geistes, sondern der Geist ist der Ursprung des Lebens.

[ 31 ] When you look at a gelatinous lower animal, as we conceive of them in the context of materialistic natural science, when you imagine how its individual parts are differentiated and how human beings, however, evolved from an undifferentiated, uniform body, and how, from such a being, beings with cartilage and beings with bones arose—whose skeletal structure is a kind of fossilization — then the entire skeletal structure of the Earth is fossilized, crystallized; it is what life has left behind. If we trace this in relation to another form of our Earth, with matter that grows ever thinner and thinner, we find: Everything changes; the inanimate ceases to exist. This thin matter is, at the same time, animate. And finally—if you continue this line of thought, I need only hint at it—you will go back even further to times when you can find confirmation of the even higher principle that, just as the inanimate later arose from the animate, so too did the material-animate arise from the spiritual. Just as the inanimate is not the origin of life, so too is mere life not the origin of the spiritual; rather, the spiritual is the origin of life.

[ 32 ] Allerdings in entfernt ähnlicher Weise müssen wir uns vorstellen, dass unsere Erde ehemals ein geistiges Wesen war, und dass sich das Leben aus diesem Geistwesen heraus entwickelt hat durch eine Art Verhärtung, wie später aus dem Leblosen sich das Lebendige entwickelt hat. Und so verfolgen wir die Erde bis in den Zustand zurück, wo sie ein Geistwesen war. Da war des Menschen Seele selbst in einer ganz anderen Art vorhanden. Indem wir den Menschen weiter und weiter zurückverfolgen, zeigt es sich, dass er ganz andere Fähigkeiten hatte, hellseherische Fähigkeiten. Es entschwindet uns aber, je weiter wir ihn zurückverfolgen, seine Selbstständigkeit. Wir finden ihn in absoluter Unselbstständigkeit als einen Teil der göttlichen Wesen, welche diese Erde in diesem ursprünglichen Zustande bilden. So blicken wir zurück auf einen ursprünglichen Erdenzustand, in dem der Mensch ein Glied der Götter war, sich noch nicht abgeschnürt hatte von dem allgemein göttlichen Dasein, ein Glied an ihrem Organismus ist, wie Ihre Hand an Ihrem Organismus.

[ 32 ] However, in a remotely similar way, we must imagine that our Earth was once a spiritual being, and that life developed from this spiritual being through a kind of solidification, just as the living later developed from the non-living. And so we trace the Earth back to the state in which it was a spiritual being. At that time, the human soul itself existed in a completely different form. As we trace humanity further and further back, it becomes apparent that humans possessed entirely different abilities—clairvoyant abilities. Yet the farther back we trace them, the more their independence fades from view. We find humanity in a state of absolute dependence as part of the divine beings who constituted this Earth in its original state. Thus we look back upon an original state of the Earth in which humanity was a limb of the gods, had not yet severed itself from the general divine existence, and was a limb of their organism, just as your hand is a limb of your own organism.

[ 33 ] So bildet der Mensch einen Teil dieses geistig gedachten Erdenzustandes, so haben wir den Erdplaneten zurückverfolgt. Nun gehen Sie nochmals mit mir durch, was jetzt geschieht in diesem Erdplaneten. Wir müssen uns nun vorstellen, dass zunächst das Geistige sich abtrennt und ein Lebendiges zurücklässt, sich zu einem Lebendigen verhärtet und ein Geistiges belebt, sodass wir jetzt eine Erde haben, die aus Geist und Materie besteht. Und das Lebendige gliedert sich an ein Mineralisches und Totes. Der Mensch ist ein richtiges Doppelwesen; wenn wir ihn verfolgen, so müssen wir verfolgen, wie sich auf der einen Seite der physische Organismus herausgebildet und auf der anderen Seite ein Geistiges sich entwickelt hat. Dieser Geist war ursprünglich in der Geist-Erde enthalten. Der Geist muss aber in einer ganz anderen Entwicklungsrichtung gedacht werden als der Körper. Vergleichen Sie: Wenn Sie den Körper erblicken — er erscheint, seinem äußeren Aufbau nach, als vollkommene Ausgestaltung dieser äußeren sinnlichen Wesenheit. Seinem Geiste nach erscheint er so, dass wir auf eine großartige, gewaltige Zukunft hinsehen. Unsere seelischgeistigen Eigenschaften erscheinen uns erst als Anlage. Das wird Ihnen den Gedanken plausibel machen, dass wir es mit zwei Entwicklungsrichtungen zu tun haben auf unserer Erde.

[ 33 ] Thus, human beings form a part of this spiritually conceived state of the Earth; this is how we have traced the history of the Earth. Now, please go over with me once more what is happening on this Earth. We must now imagine that, first, the spiritual aspect separates, leaving behind a living entity; it solidifies into a living form and animates a spiritual aspect, so that we now have an Earth consisting of spirit and matter. And the living aspect is linked to a mineral and inanimate component. The human being is a true dual being; if we trace their development, we must observe how, on the one hand, the physical organism has taken shape and, on the other hand, a spiritual aspect has developed. This spirit was originally contained within the Spirit-Earth. However, the spirit must be conceived of as developing in an entirely different direction than the body. Consider this: When you look at the body—judging by its external structure, it appears as the perfect embodiment of this outer, sensory reality. In terms of its spirit, however, it appears in such a way that we look toward a magnificent, powerful future. Our soul-spiritual qualities appear to us at first only as potential. This will make it plausible to you that we are dealing with two lines of development on our Earth.

[ 34 ] Zunächst haben wir den Anfangszustand unserer Erde zu beobachten. Sie entwickelt sich so, dass sich, bis zu einem gewissen Zeitpunkte hin, ausgeschieden haben Mineralien, Pflanzen und Tiere und die menschliche Gestalt, dieses Sinneswesen. Das führt uns an den Zeitpunkt heran, als sie Träger des Geistes werden. Da werden sie befruchtet von einem Teil, der nicht eingegangen ist in die früher gewordene Materie. Nehmen wir einen Vergleich. Wenn jemand zu Ihnen kommt und sagt: Hier habe ich Wasser. Das ist eine bestimmte Substanz, und ich werde dieses Wasser in einem Teile abkühlen, sodass Eisschollen entstehen. — Wenn nun jemand sagte: Das Eis ist auch Wasser, nur in einer anderen Form, so müssten wir das zugeben. Wenn aber jemand kommen würde und sagen wollte: Es ist Eis und nicht Wasser, so wäre das Unsinn. So können wir auch sagen: Die Materie ist überhaupt nichts anderes als Geist. Sie verhält sich wie das Eis zum Wasser, sie ist verdichteter, verhärteter Geist, meinetwegen kristallisierter Geist.

[ 34 ] First, we must observe the initial state of our Earth. It develops in such a way that, up to a certain point in time, minerals, plants, animals, and the human form—this sentient being—have emerged. This brings us to the point in time when they become bearers of the spirit. There they are fertilized by a part that did not enter into the matter that had previously come into being. Let’s consider an analogy. Suppose someone comes to you and says: “Here I have water. This is a specific substance, and I will cool part of this water so that chunks of ice form.” — If someone were to say, “Ice is also water, just in a different form,” we would have to agree. But if someone were to come and say, “It is ice and not water,” that would be nonsense. So we can also say: Matter is nothing other than spirit. It relates to spirit as ice relates to water; it is condensed, hardened spirit—crystallized spirit, if you will.

[ 35 ] Verfolgen wir die Erde nach dem geistigen Zustande bis zu einem gewissen Zeitpunkte. Da verwandelt sich der Geist in diese materielle Form hinein. Es entstehen Menschen, Tiere, Pflanzen, Mineralien. Das ist der Zeitpunkt, den ich vorhin charakterisiert habe, der Zeitpunkt, wo noch kein Mensch aus innerem Antrieb an dieser Erde gearbeitet hat. Da ist das Sinneswesen dagewesen, so wie das Eis im Wasser. Denken Sie sich das Eis mitten drinnen, aber es ist noch Wasser darum vorhanden. Sobald der Mensch als Sinneswesen die nötige Vollkommenheit erreicht hatte, war er in die Möglichkeit versetzt, den geistigen Funken aufzunehmen und sich von ihm beleben zu lassen. Er nahm aus dem Geistigen den göttlichen Funken in sich auf. Der Mensch war bis zu einer gewissen sinnlichen Stufe der Entwicklung heraufgelangt. Er ist ein wirklicher Zeuge des Geistes und fängt an als ein kleiner Gott die Arbeit der früheren Götter als seine Kulturarbeit fortzusetzen.

[ 35 ] Let us trace the Earth’s spiritual state up to a certain point in time. At that point, the spirit transforms into this material form. Humans, animals, plants, and minerals come into being. This is the point in time I described earlier—the point at which no human had yet worked on this Earth out of an inner impulse. The sensory being existed there, just as ice exists within water. Imagine the ice right in the middle, but with water still surrounding it. As soon as the human being, as a sensory being, had attained the necessary perfection, he was enabled to receive the spiritual spark and allow himself to be enlivened by it. He absorbed the divine spark from the spiritual realm into himself. Humanity had advanced to a certain sensory stage of development. Humanity is a true witness to the Spirit and, as a little god, begins to continue the work of the former gods as its own cultural endeavor.

[ 36 ] So können Sie sich vorstellen die Entwicklung eines Planeten aus dem Geiste heraus bis zum Leben und von da bis zum Leblosen. Die Befruchtung des höchsten Lebendigen geschieht durch den Geist und die Weiterarbeit des Geistigen bis zu seiner Eigenheit durch die Materie. Da haben wir einen Planeten vor uns. Nun werden Sie fragen: Dieser Erdplanet, woher hat er die Möglichkeit genommen, dass er gerade dieses Mineralreich mit so gestalteten Kristallen, mit so gestalteten Pflanzen, Tieren und Menschen aus sich heraus kristallisierte? — Wenn in dem Glase sich etwas kristallisieren soll, so müssen in dieser Form die Kräfte herrschen, welche die Kristallisation vollbringen können.

[ 36 ] This is how you can imagine the evolution of a planet—from the Spirit to life, and from there to the non-living. The fertilization of the highest form of life occurs through the Spirit, and the Spirit’s continued work toward its own distinct nature takes place through matter. There we have a planet before us. Now you will ask: This planet Earth—where did it get the capacity to crystallize from within itself precisely this mineral kingdom with crystals shaped in such a way, and plants, animals, and human beings shaped in such a way? — If something is to crystallize in a glass, the forces capable of bringing about crystallization must be present in that form.

[ 37 ] Wir wissen innerhalb der theosophischen Weltanschauung von dem einzelnen Menschen, dass er einen ewigen, unvergänglichen Wesenskern hat, dass er nicht mit seiner Geburt entstanden ist. Wir kennen die Lehre von den wiederholten Erdenleben, wir wissen, dass die Menschen bestimmte Schicksale haben, aus dem einfachen Grunde, weil der Mensch in früheren Erdenleben sich alles selbst vorbereitet hat. Wir haben in verschiedenen Vorträgen die Entwicklung der Seele in verschiedenen Erdenleben geschildert erhalten, wir haben gesehen, dass zwischen zwei Inkarnationen dieses Leben verläuft. Der Mensch ist nichts anderes als die Wiederverkörperung eines früheren Menschen. Wir wissen das aus der Lehre von Wiederverkörperung und Karma.

[ 37 ] Within the theosophical worldview, we know that each individual human being has an eternal, imperishable core of being, and that this core did not come into existence at the moment of birth. We are familiar with the doctrine of repeated earthly lives; we know that people have certain destinies, for the simple reason that in previous earthly lives, each person has brought everything upon themselves. In various lectures, we have been given a description of the soul’s development across different earthly lives; we have seen that this life unfolds between two incarnations. A human being is nothing other than the reincarnation of a previous human being. We know this from the teachings on reincarnation and karma.

[ 38 ] In universeller Weise haben wir es mit einer Inkarnation der Planeten selbst zu tun. Wie der Mensch, der nicht an Geisteswunder glaubt, sondern an geistige Naturtatsachen, die Seele des Menschen nicht aus dem Nichts hervorgehen lässt, ebenso wenig haben die Gelehrten des 17. Jahrhunderts Regenwürmer aus dem Flussschlamm hervorgehen lassen. So ist es nichts anderes, als dass das Geistig-Seelische sich nur aus dem Geistig-Seelischen heraus entwickelt. Das ist gewiss als Erfahrung früherer Entwicklungstatsachen. Ebenso haben wir die Tatsache zu betrachten, dass die Erde jetzt solche Pflanzen, Tiere und Menschengestalten aus sich ausschachtet. Wir haben die Ursache zu suchen dann in früheren Verkörperungen unserer Erde. Genauso wie zwischen zwei MenschenInkarnationen eine Zwischenzeit verläuft, so verläuft zwischen zwei planetarischen Inkarnationen eine Zwischenzeit. Wie wir von Menschen sprechen, von Inkarnationen, so sprechen wir von Planeten, von «Manvantaren». So sehen wir, die Erde ist ein wiederverkörperter Planet von ehemals, und zwischen zwei solchen Planeten liegt ein Zwischenraum, ein «Pralaya». So sehen wir zurück auf einen anderen Zustand, in dem diese Erde noch nicht ein solcher Planet war, wie sie heute ist, sondern wir blicken auf einen unvollkommenen Zustand unserer Erde zurück. So wie der Mensch in der heutigen Inkarnation Fähigkeiten und Kräfte hat, die er aus Ereignissen und Erfahrungen des Lebens herausgeholt hat, so hat sich die Erde heraufgeschwungen als Ganzes aus früheren Inkarnationen, um kennenzulernen die regelmäßigen Gestaltungen der Mineralien, Pflanzen und Tiere. So haben wir unseren jetzigen Planeten und einen Vorgänger. Ein paar Worte noch über diesen Vorgänger. Was hat dieser Vorgänger offenbar für Eigenschaften gehabt? Die geistige Forschung kann sie genau verfolgen, aber ich möchte sie heute nicht — weil aus der Luft gegriffen erscheinend — vor Sie hinstellen. Welche Fähigkeiten hat sie erlangt, um gerade die Menschen so weit heraufzubringen, dass sie von einem Geist hat befruchtet werden können? Gerade bis zu dem Zeitpunkte war der Mensch eine Art höheres Tier gewesen, er war bis hart vor die Grenze gekommen, wo die Entwicklung einsetzt. Das andere kann ich nur andeuten. Um den Fortschritt begreiflich zu machen, der stattgefunden hat von einem früheren Planeten bis zu unserem heutigen, da müssen wir uns den eigentlichen Sinn der Erdenentwicklung klarmachen. Der Okkultismus spricht davon, dass dieser Sinn der Folgende ist. Der Okkultist weiß es: Der Geist der Erdentwicklung ist die Liebe, und der Geist des vorhergehenden ist die Weisheit. In unseren Entwicklungsstufen kommt die Liebe zum Ausdruck, und in den früheren die Weisheit. Auch das können Sie sich vergleichsweise klarmachen. Wenn Sie sich es klarmachen, so werden Sie finden, dass unser ganzes materielles Erdengerüst verkörperte Weisheit ist. Sehen Sie sich den Bergkristall an. Man muss studieren, Verstand anwenden, um zu begreifen, man muss rechnen. Der Geist, den man heraussaugt, der muss hineingelegt worden sein. Die Naturforscher haben es nicht so weit gebracht, diese Gestalten zu begreifen. Je weiter wir hineindringen, umso mehr werden wir begreifen, dass wir nicht Unweisheit, sondern Weisheit vor uns haben. Sehen Sie einen menschlichen Oberschenkelknochen, betrachten Sie ihn durch ein Mikroskop. Sie finden da nicht eine kompakte Masse. Sie finden feine Balken, schöner als das beste Haus. Denn es ist da alles ausgespannt, dass mit dem kleinsten Kraftaufwand die größte Last getragen werden kann. Wenn ein Balken aufgelegt ist in einem gewissen Winkel, so kann Materie gespart werden. Hier ist der Wunderbau aufgeführt.

[ 38 ] In a universal sense, we are dealing with an incarnation of the planets themselves. Just as a person who does not believe in spiritual miracles but in spiritual facts of nature does not assume that the human soul arises out of nothing, so too did the scholars of the 17th century not assume that earthworms arose from river mud. Thus, it is nothing other than that the spiritual-soul aspect develops only out of the spiritual-soul aspect itself. This is certainly evident from the experience of earlier stages of development. Likewise, we must consider the fact that the Earth now brings forth such plants, animals, and human forms from within itself. We must then seek the cause in earlier incarnations of our Earth. Just as there is an interval between two human incarnations, so there is an interval between two planetary incarnations. Just as we speak of human beings and incarnations, so we speak of planets and “manvantaras.” Thus we see that the Earth is a reincarnated planet from the past, and between two such planets lies an interval, a “Pralaya.” Thus we look back on a different state in which this Earth was not yet the kind of planet it is today; rather, we look back on an imperfect state of our Earth. Just as human beings in their present incarnation possess abilities and powers they have drawn from the events and experiences of life, so has the Earth as a whole evolved from earlier incarnations in order to come to know the regular forms of minerals, plants, and animals. Thus we have our present planet and a predecessor. A few more words about this predecessor. What characteristics did this predecessor apparently possess? Spiritual research can trace them precisely, but I do not wish to present them to you today—because they might seem like mere speculation. What abilities did it acquire to bring human beings specifically to the point where they could be imbued by a spirit? Right up until that point, human beings had been a kind of higher animal; they had come very close to the threshold where evolution begins. As for the rest, I can only hint at it. To understand the progress that has taken place from an earlier planet to our present one, we must grasp the true meaning of Earth’s evolution. Occultism teaches that this meaning is as follows: The occultist knows this—the spirit of Earth’s evolution is love, and the spirit of the previous one is wisdom. Love is expressed in our stages of development, and wisdom in the earlier ones. You can also grasp this relatively clearly by comparison. Once you grasp it, you will find that our entire material earthly structure is embodied wisdom. Look at a rock crystal. One must study, apply one’s intellect to understand it; one must calculate. The spirit that is extracted from it must have been put into it. Natural scientists have not yet advanced far enough to comprehend these forms. The deeper we delve into them, the more we will realize that we are not dealing with ignorance, but with wisdom. Look at a human femur; examine it through a microscope. You will not find a compact mass there. You will find delicate beams, more beautiful than the finest house. For everything is arranged in such a way that the greatest load can be borne with the least exertion of force. When a beam is positioned at a certain angle, material can be saved. Here, this marvelous structure is on display.

[ 39 ] Der Anatom weiß, wie uns der Wunderbau des menschlichen Herzens berührt, und das[s er] vollkommener ist als das, was der Mensch heute in seiner Seele entwickelt. Das sind Leidenschaften, Begierden. Er kann sie noch so läutern, so wie der Wunderbau des Herzens sind sie nicht. Der Mensch trinkt Kaffee, Tee, Bier und hemmt dadurch die Tätigkeit des Herzens oder regt sie an. Durch die ganze Entwicklung der Erde könnten Sie verfolgen einen weisheitsvollen Bau. Das ist das, was sich als materielles Grundgerüst ausgebildet hat. So blicken wir zurück auf ein Grundgerüst, das nichts anderes war als die Anlage zu einer neuen Inkarnation. Da war alles veranlagt, was als Grundgerüst aufgebaut wurde, das ist damals veranlagt worden. Was jetzt auf der Erde von den Menschen geschieht, das ist das, was Leidenschaften, Triebe und Begierden anregen und verursacht haben. Betrachten Sie einen unzivilisierten «Neger»; seine Seele folgt blind den Instinkten, den Leidenschaften. Es gibt da keine moralischen Begriffe. Der Mensch frisst seinen Nebenmenschen auf. Allmählich läutert sich die Seele. Aber weise ist das Grundgerüst aufgebaut, das in seinen Leidenschaften so unvollkommen ist. Als die Erdentwicklung wieder begann, da gestaltete sie das früher erworbene Grundgerüst wieder heraus. Was auf dieser Erde geschehen soll, ist die Läuterung von Trieben, Leidenschaften und Instinkten. Alles ist geworden, auch das weise Grundgerüst, wie aus unserer Erde Instinkte und Triebe, moralische Begriffe und so weiter, das religiös Schaffende und [das] Ahnen einer Seele [entstanden]. So entstammen sie Stück für Stück den früheren elementarischen Zuständen, wie die Weisheit des Baues unseres Grundgerüstes.

[ 39 ] The anatomist knows how the marvelous structure of the human heart moves us, and that it is more perfect than what humans develop in their souls today. These are passions and desires. No matter how much one may purify them, they are not like the marvelous structure of the heart. People drink coffee, tea, and beer, thereby either inhibiting or stimulating the heart’s activity. Throughout the entire development of the Earth, you could trace a structure imbued with wisdom. This is what has taken shape as the fundamental material framework. Thus, we look back upon a framework that was nothing other than the foundation for a new incarnation. Everything that was to be built as this fundamental framework was laid down back then. What is now happening on Earth among human beings is the result of what passions, drives, and desires have stimulated and caused. Consider an uncivilized “Negro”; his soul blindly follows instincts and passions. There are no moral concepts there. Man devours his fellow man. Gradually, the soul purifies itself. Yet the foundational framework—which is so imperfect in its passions—is wisely constructed. When Earth’s evolution began anew, it reshaped the foundational framework acquired earlier. What is to take place on this Earth is the purification of drives, passions, and instincts. Everything has come into being—including the wise fundamental structure—just as instincts and drives, moral concepts, and so on, as well as religious creativity and the “foremind” of a soul, emerged from our Earth. Thus, they arise piece by piece from earlier elemental states, just as the wisdom of the construction of our fundamental structure did.

[ 40 ] Glauben Sie nicht, dass aus dem Nichts heraus dieses oder jenes, der Schenkel oder das Herz sich aus dem Nichts gestaltet und so der Träger der Leidenschaften und der Moral wird. Um von den blinden Trieben und den Instinkten zu der Reinheit der moralischen Weisheit zu kommen, musste in langer Erfahrung erst herauswachsen diese Weisheit des Grundbaues. Dieses Herz musste sich aus den Erfahrungen des früheren planetarischen Geistes herausbilden. So ist die Weisheit, die dem Grundgerüste unserer Erde zugrunde liegt, die Erfahrung einer früheren planetarischen Inkarnation des Erdgeistes. Auf der Erde haben wir einen anderen Sinn. Hier wird nicht Weisheit erfahren, hier wird eingeimpft, eingeflößt, was weise aufgebaut worden ist — die Veredelung von Trieben, Begierden und Leidenschaften. Die Wesen veredeln sich, indem sie in einem äußeren Verhältnis zueinander leben. Dieses äußere Verhältnis der Erdenwelt ist Egoismus, wie er in allen Wesen vorhanden ist. Er ist Liebe. Diese Tendenz der Entwicklung der Liebe ist genau ebenso der Sinn der Erdentwicklung, wie der Sinn beim Vorgänger der Erdentwicklung die Entwicklung zur Weisheit war. Wenn die Erdenentwicklung an ihrem Ziele angelangt sein wird, dann wird alles, was heute noch Egoismus ist beim Menschen und bei anderen Wesen, sich verwandelt haben in Liebe.

[ 40 ] Do not believe that this or that—the thigh or the heart—arises out of nothing and thus becomes the bearer of passions and morality. To progress from blind drives and instincts to the purity of moral wisdom, this wisdom of the foundational structure first had to develop through long experience. This heart had to take shape from the experiences of the earlier planetary spirit. Thus, the wisdom that underlies the fundamental structure of our Earth is the experience of an earlier planetary incarnation of the Earth spirit. On Earth, we have a different purpose. Here, wisdom is not acquired through experience; rather, what has been wisely constructed—the refinement of drives, desires, and passions—is instilled and imparted. Beings refine themselves by living in an external relationship with one another. This external relationship of the earthly world is egoism, as it exists in all beings. It is love. This tendency toward the development of love is just as much the purpose of earthly evolution as the development toward wisdom was the purpose of the stage preceding it. When earthly evolution has reached its goal, then everything that is still egoism today in human beings and other beings will have been transformed into love.

[ 41 ] Und die nachfolgende Inkarnation wird die Liebe ebenso in sich tragen, wie die Erde die Weisheit in sich trug. So geht ein ursprünglicher Planet, der die Weisheit sich erwirbt, über in alles, was die Menschen hier vollbringen an der Hinentwicklung der Erdenentwicklung zu einer verkörperten Liebe. Wenn wir in die Zukunft blicken, so bedeutet das einen perspektivischen Ausblick, einen Hinblick darauf, dass der Mensch sich vergottet und sich zum Träger der Liebe macht, um es dann wieder abzugeben an den Nachfolger, und dem er wieder angehören wird als höheres Wesen, wie die höher entwickelten Wesen, die der Erdentwicklung vorstanden und ihr heute noch vorstehen.

[ 41 ] And the subsequent incarnation will carry love within itself, just as the Earth carried wisdom within itself. Thus, a primordial planet that acquires wisdom transforms into everything that human beings here accomplish in advancing Earth’s development toward embodied love. When we look to the future, this implies a forward-looking perspective—a view of humanity becoming divine and making itself the bearer of love, only to pass it on again to its successor, to which it will once more belong as a higher being, just like the more highly developed beings who presided over Earth’s evolution and still preside over it today.

[ 42 ] Jetzt kann ich nur noch dasjenige, was der wirkliche Okkultismus zu sagen hat über die äußere Darstellung dieses Sinnes der Entwicklung, hinzufügen. So wie immer etwas abgeworfen werden muss, wenn eine höhere Entwicklung stattfindet, so ist es auch bei unseren heutigen Pflanzen. Ursprünglich waren sie nicht in der Gestalt vorhanden. Sie können nur gedeihen auf einem Boden, der mineralisch ist; aus dem können sie herauswachsen. Reden wir also von einem ursprünglich bloßen Leben und davon, dass das Mineralische erst nach und nach sich herauskristallisiert hat, dann sind unsere heutigen Pflanzen nicht vorhanden gewesen in dem ursprünglichen Leben, aber andere Pflanzenformen. Diese Pflanzenformen haben sich auf der einen Seite verhalten zum Mineralreich, und auf der anderen Seite weiterentwickelt zum heutigen Pflanzenreich, das ohne das Mineralreich nicht leben wird. Das ist der Sinn der höheren Entwicklung, dass er sich auf einen Boden stellt. Die Pflanze hat einen Teil heruntergedrückt, das Mineralreich, auf dem es steht. Das Tierreich hat das Pflanzenreich ausgeschieden und nährt sich von ihm. Das Pflanzenreich assimiliert die Kohlensäure, die der Mensch ausstößt und atmet Sauerstoff aus, welchen der Mensch braucht. Wenn Sie in die Menschenwelt selbst hineinblicken, dann können Sie sich sagen, dass der äußeren Welt Herr — [der] Mensch — nur leben kann auf der Grundlage — das 13. Kapitel des Johannes-Evangeliums ergibt das, wo der Christus Jesus darstellt, dass es ihm bewusst ist, dass ein höheres Wesen nur auf dem Grunde eines niederen sich erheben kann, wie die Pflanze nur auf den mineralischen Boden, das Tier auf dem pflanzlichen Boden. Es ist alles helfend und heilend auf dem Apostel-Boden. Daher die große Dankbarkeit, die in dem Gleichnis der Fußwaschung zum Ausdruck kommt. Der Geist ist zugleich der Ursprung dieses Bodens, aber es muss immer auch Boden-Substanzialität zurückgenommen werden, damit feiner Geartetes, Jüngeres sich auf dem Grunde desselben entwickeln kann.

[ 42 ] Now I can only add what true occultism has to say about the outward manifestation of this sense of development. Just as something must always be cast off when a higher stage of development takes place, so it is with our plants today. Originally, they did not exist in their present form. They can only thrive in mineral soil; from it they can grow. So if we speak of what was originally mere life, and of the fact that the mineral realm crystallized out only gradually, then our present-day plants did not exist in that original life—but other plant forms did. On the one hand, these plant forms were related to the mineral kingdom, and on the other hand, they evolved into today’s plant kingdom, which cannot survive without the mineral kingdom. This is the essence of higher evolution: that it establishes itself on a foundation. The plant has pressed down upon a part of the mineral kingdom—the foundation upon which it stands. The animal kingdom has separated itself from the plant kingdom and feeds on it. The plant kingdom assimilates the carbon dioxide that humans exhale and exhales oxygen, which humans need. If you look into the human world itself, you can say to yourself that the master of the outer world— [the] human being—can only live on the basis of—as revealed in the 13th chapter of the Gospel of John, where Christ Jesus demonstrates that he is aware that a higher being can only rise on the foundation of a lower one, just as the plant can only grow on mineral soil, and the animal on plant soil. Everything is supportive and healing on the soil of the Apostles. Hence the great gratitude expressed in the parable of the washing of the feet. The Spirit is at the same time the source of this soil, but the substantiality of the soil must always be set aside so that finer, younger things can develop upon it.

[ 43 ] So konnte sich die spätere Gestalt, welche die Geistigkeit angenommen hat, nur dadurch entwickeln, dass die Materie ausgeschlossen worden ist. Ebenso wie das ursprüngliche Leben das Mineralreich ausstieß, so wurde auch der Mond ausgestoßen. So ist die Mondmaterie als der abgeworfene Bruder der Erdentwicklung zu betrachten, der im früheren planetarischen Dasein mit ihr vereint war. Der Mond ist abgestoßen und steht in geistiger Beziehung noch zur Erde. Er ist notwendig dieser Erde wie das Mineralreich dem Pflanzenreich, wie das Pflanzenreich dem Tierreich.

[ 43 ] Thus, the later form that took on a spiritual nature could only develop through the exclusion of matter. Just as primordial life expelled the mineral kingdom, so too was the Moon expelled. Thus, the Moon’s matter is to be regarded as the cast-off brother of Earth’s development, which was united with it in its earlier planetary existence. The Moon has been cast off and still maintains a spiritual connection to Earth. It is as necessary to this Earth as the mineral kingdom is to the plant kingdom, and as the plant kingdom is to the animal kingdom.

[ 44 ] Wenn wir weiter zurückgehen, so werden wir nicht nur die Erde mit dem Mond vereinigt sehen, mit dem, was die Geheimforscher den Mond genannt haben, der heutige Mond ist nur der ausgeworfene Leichnam. Ähnlich ist es mit der Sonne. Damit habe ich Ihnen eine Perspektive zeigen können, wie die theosophische Anschauung hineinblickt in die Planetenentwicklung. Die Planeten, wie sie heute am Himmel uns erscheinen, stellen sich dar für die theosophische Forschung in einer gewissen Verwandtschaft. Was heute Sonne ist, was heute Mond ist, das ist entstanden im Laufe der Entwicklung. Sie stellen andere Phasen der Entwicklung dar. Wenn Sie in Ihren eigenen Grund und Ursprung zurückblicken, so werden Sie zu dem Kinde sagen können: Das stellt mir ein Bild meiner eigenen Entwicklung dar. So stellen sich die Okkultisten in gewisser Weise die Planeten zusammen, so dass sie sich ausnehmen wie Kindheitsstadien gegenüber der Erdentwicklung. Andere Planeten stellen sich dar wie solche, die schon viel früher das Stadium erreicht haben, in dem die Erde heute ist.

[ 44 ] If we go further back, we will see not only the Earth united with the Moon—with what esoteric researchers have called the Moon; today’s Moon is merely the cast-off corpse. The situation is similar with the Sun. With this, I have been able to show you a perspective on how the theosophical view looks into planetary evolution. The planets, as they appear to us in the sky today, are seen by theosophical research as being related in a certain way. What is the Sun today, what is the Moon today, arose in the course of evolution. They represent different phases of evolution. If you look back to your own origins, you will be able to say to the child: “This represents an image of my own development.” In a certain sense, occultists view the planets in such a way that they appear as stages of childhood in relation to Earth’s development. Other planets appear as those that reached the stage in which Earth finds itself today much earlier.

[ 45 ] So stellen sich die Okkultisten diese Entwicklung so dar, dass sie die sieben Planeten in eine Reihe bringen, die in ihren einzelnen Gliedern eine Verwandtschaft haben, wie sie in den aufeinanderfolgenden Stufen der Menschheitsentwicklung zum Ausdruck kommt. So wie diese darstellt dasjenige, was auch nebeneinander stehen kann, so stellt sich für den Geheimforscher das nebeneinander dar in dem, was jeder Einzelne auch durchmachen kann, nämlich: diese Entwicklung durch Formen hindurch, die erhalten sind in den der Erde benachbarten Planeten. Das drückt die Geheimwissenschaft aus in Gedächtnismerkzeichen. Das sind die Namen der Wochentage. «Billige Philosophie» — werden viele dagegen einwenden. In den sieben Wochentagen stellen sich die Planeten der eigenen Erdentwicklung dar. Von Sonnabend müssen wir anfangen. Die Marsentwicklung [findet] auf der Erde [statt]. Diejenige Entwicklung, in welcher der Mensch eingreift und die bis zum Schluss der Entwicklung verharren wird, nennt die Geheimforschung die Merkurentwicklung. Es entsprechen also:

[ 45 ] The occultists thus depict this development by arranging the seven planets in a row, the individual members of which share a kinship expressed in the successive stages of human development. Just as this arrangement represents what can also exist side by side, so too does the esoteric researcher perceive this side-by-side relationship in what each individual can also experience—namely, this development through forms preserved in the planets neighboring Earth. Esoteric science expresses this through mnemonic symbols. These are the names of the days of the week. “Cheap philosophy”—many will object. The seven days of the week represent the planets of Earth’s own evolution. We must begin with Saturday. The Mars evolution [takes place] on Earth. The evolution in which humanity intervenes and which will persist until the end of evolution is called the Mercury evolution by esoteric research. Thus, the correspondences are:

dem Sonnabend der Saturn,
dem Sonntag die Sonne
dem Montag der Mond
dem Dienstag der Mars
dem Mittwoch der Merkur
dem Donnerstag der Jupiter
dem Freitag die Venus

Saturday is ruled by Saturn,
Sunday is ruled by the Sun
Monday is ruled by the Moon
Tuesday is ruled by Mars
Wednesday is ruled by Mercury
Thursday is ruled by Jupiter
Friday is ruled by Venus

[ 46 ] So haben Sie in den Namen der Wochentage, in den verschiedensten Sprachen, überall ein Merkzeichen für die planetarische Entwicklung.

[ 46 ] Thus, in the names of the days of the week, in a wide variety of languages, you will find a symbol for planetary development everywhere.

Diagram 1Diagram 1

[ 47 ] Diese Entwicklung konnte ich nur ein Stück lang verfolgen, nämlich von der Erde zum Mond zurück. So sehen Sie, dass und wie durch die theosophische Forschung Sinn und Bedeutung in diese Entwicklung hineinkommt. Diejenigen, welche nicht nur eine Empfindung haben für unsere Forschung, sondern auch für die tieferen Kräfte, für die Kräfte in der Entwicklung, sie haben immer verstanden, dass die Erde von einer Entwicklung herkommt und zu einer weiteren Entwicklung fortschreitet, dass sie der Planet ist, der die Entwicklungsstufe der Liebe darstellt, und die Weisheit durch die Liebe zur höheren Form entwickelt. Das Nächste, was uns dann umgibt, das sind die Fluten der Entwicklung des Erdplaneten, die sich als Tendenz zur Liebe darstellen.

[ 47 ] I was able to follow this development only for a short while—namely, from Earth back to the Moon. Thus you can see that—and how—theosophical research brings meaning and significance to this development. Those who have a sense not only for our research but also for the deeper forces—the forces at work in evolution—have always understood that the Earth has emerged from a process of evolution and is moving toward a further stage of evolution; that it is the planet that represents the stage of love in evolution and develops wisdom through love into a higher form. The next thing that surrounds us, then, are the currents of the Earth’s evolution, which manifest as a tendency toward love.

[ 48 ] Einer der großen Geister empfand das in einem Gedicht, als er den Sinn der Erdentwicklung darstellen wollte, als er hinaufblickte auf das nächste Ziel der Erdentwicklung, als er hinaufblickte auf das, worüber der Mensch nicht hinausblicken kann. Da erschien es ihm wie ein Blick des göttlichen Geistes, wie ein Kreis, in dem die Unendlichkeit des göttlichen Geistes sich ausdrücken kann. So wenig erscheint diesem hervorragenden Geist, dass die Menschheitsentwicklung, der ganze Sinn der planetarischen Entwicklung sich auszudrücken vermag in dem kleinen Geist der Erde. Aber doch verrät ihm der Geist der Erde das, was seine Wesenheit ist, was geworden ist aus früheren Kräften, und was verwandelt wird in spätere Kräfte. Und wenn ich vom menschlichen Standpunkte aus rede, so erscheint uns der Sinn der planetarischen Entwicklung als die Entwicklung zur Liebe. Das spricht auch Dante, der große Denker und Dichter, in den Worten aus:

[ 48 ] One of the great minds expressed this in a poem when he sought to depict the meaning of Earth’s evolution, when he looked up toward the next goal of Earth’s evolution, when he looked up toward that which human beings cannot see beyond. It appeared to him then as a vision of the divine Spirit, as a circle within which the infinity of the divine Spirit can express itself. To this outstanding spirit, it seems utterly inconceivable that human evolution—the entire meaning of planetary evolution—could find expression in the small spirit of the Earth. Yet the spirit of the Earth reveals to him what its essence is, what has come to be from earlier forces, and what will be transformed into later forces. And when I speak from the human point of view, the meaning of planetary evolution appears to us as the evolution toward love. Dante, the great thinker and poet, also expresses this in the words:

Die Kreisung, die in dir also empfangen
sich zeigte, wie zurückgestrahltes Licht,
als ich sie ein’ge Zeit ringsum betrachtet,
schien mir in sich, in ihrer eigenen Färbung
mit unserm Bildnis ausgemalt zu sein,
weshalb mein Schaun sich ganz darein versenkte.
Wie sich der Geometer ganz vertiefet,
den Zirkel auszumessen, und nachsinnend
nicht findet das Prinzip, das er bedarf:
so ging es mir bei jenem neuen Anblick.
Ich wollte sehn, wie sich denn zu dem Kreise
das Bild verhielt, und wie hinein es passe;
doch hierzu gnügten nicht die eignen Schwingen,
ward nicht mein Geist von einem Blitz getroffen,
der ihm das brachte, was er sich ersehnte.
Hier brach die Kraft der hohen Phantasie,
doch schon bewegte meinen Wunsch und Willen,
so wie ein Rad, das gleicher Umschwung treibet,
die Liebe, die beweget Sonn’ und Sterne.

The circle that thus appeared within you
like light reflected back,
as I gazed at it for a time from all sides,
seemed to me, in itself, in its own color
to be painted with our image,
which is why my gaze became completely absorbed in it.
Just as the geometer is wholly absorbed
in measuring the compass, and, pondering
cannot find the principle he needs:
so it was with me at that new sight.
I wanted to see how the image
related to the circle, and how it fit within it;
but my own wings were not enough for this,
until my spirit was struck by a flash of lightning,
which brought it what it longed for.
Here the power of the lofty imagination faltered,
yet already my desire and will were stirred,
just as a wheel driven by a steady rotation,
by the love that moves the sun and the stars.