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The Rudolf Steiner Archive

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The Essence of Anthroposophy
within the World Of Sense, Soul And Spirit
GA 68b

31 October 1907, Berlin

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The Circular Flow of Man's Life, tr. SOL
  1. Der Kreislauf des Menschen

32. Die Abstammung des Menschen

32. The Origin of Man

[ 1 ] [Man hat dasjenige, was uns heute beschäftigen soll, die Frage aller Fragen genannt. Was auch könnte den Menschen, wenn die Frage nur weit genug gefasst wird, tiefer berühren - tiefer berühren, von einem gewissen Gesichtspunkte aus —, als das Nachdenken über seinen Ursprung, über seine Abstammung, denn] ein jeder hat wohl die Ahnung davon, dass in dieser Frage eingeschlossen liegt vieles von dem, was den Menschen allein aufklären kann über sein wahres Wesen, über sein Schicksal und über die Art seines Lebens überhaupt.

[ 1 ] [The very issue that concerns us today has been called the question of all questions. What else could touch human beings more deeply—from a certain point of view—if the question is framed broadly enough, than reflection on their origin, on their ancestry, for] everyone surely has a sense that this question encompasses much of what alone can enlighten human beings about their true nature, their destiny, and the very nature of their existence.

[ 2 ] Nun ist es aber von dem Standpunkte aus, von dem heute zu Ihnen gesprochen werden soll über die Abstammung des Menschen, schwer, sich auch nur unseren Zeitgenossen, wenn sie nicht schon durch Geisteswissenschaft irgendwie darauf vorbereitet sind, auch nur verständlich zu machen, denn gegenüber dem, was heute von vielen Seiten vorgebracht wird über Abstammung oder Ursprung des Menschen, wird das, was wir in dieser unserer Betrachtung jetzt zu sagen haben, sich ausnehmen, wie wenn es in einer ganz, ganz anderen Sprache gesprochen wäre; und bei dem großen Interesse, welches heute dieser Frage entgegengebracht wird, und bei der öffentlichen Suggestion — so dürfen wir es vielleicht nennen —, welche nicht die wahre Wissenschaft ist, wohl aber manche Schlagworte, die aus dieser Wissenschaft gefunden worden sind und die heute das Denken vielfach beherrschen, bei alldem wird vieles von dem heute Vorgebrachten vielleicht manchem noch mehr als das schon in den drei letzten Vorträgen [dieser Serie] hier Gesagte noch viel mehr wie eine bloße Träumerei, wie eine Phantastik erscheinen. Wir müssen uns, wenn zwei so grundverschiedene Dinge einander gegenüberstehen wie das, was eine mehr materialistisch — das Wort braucht nicht gepresst zu werden — gefärbte Weltanschauung zu sagen hat über die Abstammung des Menschen und dasjenige was die Geisteswissenschaft, wie wir sie hier betrachten, vorzubringen hat, wenn zwei so verschiedene Dinge einander gegenübertreten, dann, dann muss man vor allen Dingen sich zuerst eines so recht einmal vor die Seele führen. Wer sich heute eingelebt hat in die Begriffe, in die Vorstellungen, die unsere Populärliteratur beherrschen, wenn von Abstammung des Menschen die Rede ist und behauptet wird, es wird über diese Abstammung des Menschen ja [so] gesprochen, wie es nach [sicheren] Tatsachen der Wissenschaft sein muss; [wenn einem das entgegentritt], wenn man sich da hineingelesen hat in die populäre [oder meinetwegen auch in die mehr oder weniger wissenschaftliche] Literatur, so muss man sich doch vor Augen halten, dass die Begriffe, die Vorstellungen, die sich jemand annimmt, nicht immer durchaus beruhen auf wirklicher Betrachtung, [auf] wirklicher Beobachtung, sondern auf [der] Autorität, welche auf eine, man möchte sagen, geheimnisvolle, mystische Art - und zwar dieses Wort im schlimmsten Sinn gebraucht - [übernommen ist von dem, was einmal populär ist], von dem, was einmal Ansehen hat.

[ 2 ] However, from the perspective we will be discussing today regarding human ancestry, it is difficult to make this even comprehensible to our contemporaries—unless they have already been prepared for it in some way through spiritual science— for compared to what is being put forward today from many quarters regarding human descent or origin, what we now have to say in this discussion of ours will seem as if it were spoken in a completely, completely different language; and given the great interest that is shown in this question today, and given the public suggestion — as we might call it — which is not true science, but rather certain catchphrases derived from that science that now dominate thinking in many ways; given all this, much of what is put forward today may seem to some even more—far more than what was already said here in the last three lectures [of this series]—like mere daydreaming, like fantasy. When two things as fundamentally different as these stand in opposition—namely, what a more materialistically—the word need not be taken too literally—colored worldview has to say about human origins, and what spiritual science, as we consider it here, has to offer—when two such different things stand in opposition, then, then, above all else, one must first truly bring this to mind. Anyone today who has become accustomed to the concepts and ideas that dominate our popular literature—when the origin of humankind is discussed and it is claimed that this origin is indeed spoken of [in such a way] as it must be according to [established] scientific facts; [when one encounters this], when one has immersed oneself in popular [or, for that matter, more or less scientific] literature, one must nevertheless bear in mind that the concepts and ideas one accepts are not always based entirely on genuine observation, [on] genuine scrutiny, but rather on [the] authority that, in a—one might say—mysterious, mystical way—and I use this word in the worst sense—[has been adopted from what was once popular], from what once held prestige.

[ 3 ] [Und] man muss sich [auch] klarmachen, dass es für diejenigen, die sich gewöhnt haben, in der Richtung, die ihnen da entgegentritt, zu denken, außerordentlich schwer wird, die Vorstellungen, die sie einmal aufgenommen haben, auch nur in irgendein annehmbares Verhältnis zu bringen zu anders gearteten Vorstellungen [die also zum Beispiel vonseiten der Geisteswissenschaft vorgebracht werden]. Deshalb gibt sich insbesondere derjenige, welcher vom Standpunkte der Geisteswissenschaft heute über diese Frage spricht, keiner Illusion darüber hin, dass für alle, die sich mit ihren Denkgewohnheiten ergeben haben dem, was landläufig, [was] scheinbar auf den festen Tatsachen der Wissenschaft begründert ist, [dass er bei denen] ein leichtes Verständnis erzielen könnte. Das wäre allerdings eine Illusion. Dennoch muss von diesem geisteswissenschaftlichen Standpunkte aus, gerade heute, was da zu sagen ist, vorgebracht werden, denn nach und nach werden sich schon diese Vorstellungen einleben bei all denjenigen, die sich frei machen können von solchen eben angedeuteten [Denkgewohnheiten]. Das sollte vorausgeschickt werden, damit nicht geglaubt werde, der Geisteswissenschafter gebe sich nur solchen Illusionen hin, dass er die, die in strengen Wissenschaftsvorstellungen leben, dass er die im Fluge erobern könne, oder dass es nicht geschehen könne, [dass man solchem entgegentritt], und sagen von ihrem Standpunkte aus, das sei — alles das, was er vorgebracht habe —, der reine Unsinn, [die reine Narretei]. In der Regel ist er imstande, die Gründe, die von d[ies]Jen Gegnern vorgebracht werden, [sehr leicht] selbst vorzubringen. Die Täuschung liegt dann meistens bei denen, die [einem geisteswissenschaftlich entgegentreten, und] da glauben, dass ihre Gründe ihm irgendetwas Neues sein könnten.

[ 3 ] [And] one must [also] realize that for those who have become accustomed to thinking in the direction that confronts them, it becomes extraordinarily difficult to even bring the ideas they have once adopted into any acceptable relationship with ideas of a different nature [such as those put forward by the humanities, for example]. For this reason, anyone speaking on this issue today from the perspective of the humanities harbors no illusions that they could easily gain the understanding of all those who, through their habitual ways of thinking, have resigned themselves to what is commonly accepted—[that is, what] appears to be grounded in the solid facts of science. That would indeed be an illusion. Nevertheless, from this spiritual-scientific standpoint—especially today—what needs to be said must be put forward, for little by little these ideas will take root among all those who are able to free themselves from the [habits of thought] just mentioned. This should be stated up front so that it is not believed that the scholar of the humanities merely indulges in such illusions as thinking he can instantly win over those who live by strict scientific concepts, or that it could not happen [that one might oppose such views], and say, from their standpoint, that everything he has put forward is pure nonsense, [pure folly]. As a rule, he is able to present the very arguments put forward by these opponents [very easily] himself. The delusion then usually lies with those who [oppose him from a humanistic perspective and] believe that their arguments might offer him anything new.

[ 4 ] So dürfen wir wohl nach dieser Voraussetzung unbefangen diesen Gegenstand [von dem Standpunkt der Geisteswissenschaft] betrachten. Leicht macht es sich das monistische Denken. [Zu einer] Materialistischen macht es sich die Frage, indem es in merkwürdiger Logik ... /Lücke]. Unsere im Laufe des 19. Jahrhunderts mit so bewundernswürdigen Fortschritten aufgerüstete Naturwissenschaft — [und] niemand anders als der Geisteswissenschafter kann diese Fortschritte der Naturwissenschaft mehr bewundern — unsere Naturwissenschaft hat unter vielem anderem auch den Menschenblick erweitert über die Summe der Lebewesen, die heute um uns herum leben und die in früheren Epochen der Erdentwicklung auf dieser Erde gelebt haben. Deren Überreste [finden] wir mehr oder weniger erhalten in den Schichten unserer Erde, in denen einstmals die [uns] wenig [ent]sprechenden Wesen zu finden sind. Und eine Art Religion, eine Art Bekenntnis, die sich aufgebaut hat auf diese naturwissenschaftliche Tatsache, sie hat [gefolgert] aus der Betrachtung, aus der sinn[es]gemäßen Betrachtung dessen, was die Welt heute um uns herum zeigt, wenn wir die Schichten der Erde betrachten, um nach vorweltlichen Wesen zu forschen, dieses Bekenntnis hat eine Art Entwicklungslehre daraus gemacht, die außerordentlich viel Interessantes, viel Wichtiges, auch viel Richtiges enthält.

[ 4 ] Based on this premise, we may well examine this subject [from the standpoint of the humanities] without bias. Monistic thinking makes it easy for itself. [For a] materialist, the question is made easy by its peculiar logic ... [gap]. Our natural science, which has made such admirable progress over the course of the 19th century—[and] no one other than the humanities scholar can admire these advances in natural science more—our natural science has, among many other things, also broadened the human perspective beyond the sum of living beings that live around us today and that lived on this Earth in earlier epochs of its development. We [find] their remains more or less preserved in the layers of our Earth, in which beings that bear little [resemblance] to [us] can be found. And a kind of religion, a kind of creed, which has built itself upon this scientific fact, has [concluded] from the observation, from the [sensible] observation of what the world reveals around us today when we examine the Earth’s strata in search of prehistoric beings—this belief has developed a kind of theory of evolution from it, one that contains an extraordinary amount of interesting, important, and correct insights.

[ 5 ] Aber wir können den logischen Fehler, den diese Entwicklungslehre macht, mit wenigen Worten charakterisieren — und wir müssen ihn charakterisieren [in dieser Weise] —, und gerade wenn wir von diesem Punkte unseren Ausgang nehmen, werden wir die Denkmaterialien zusammentragen, um das[jenige Wesen] uns vor die Seele zu stellen, was nachher vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft zu sagen ist. Die Wissenschaft zeigt uns [heute] das vollkommene Wesen neben unvollkommenem Leben. Sie zeigt uns, wenn wir die Schichten unserer Erde durchforschen, eine Stufenfolge von [scheinbar] unvollkommenen Lebewesen [zu scheinbar vollkommenen Wesen], sodass wir sagen können: Dem menschlichen Blicke drängt sich auf, dass ein Lebewesen unvollkommen, das andere Lebewesen vollkommen ist.

[ 5 ] But we can characterize the logical error made by this theory of evolution in just a few words—and we must characterize it [in this way]—and it is precisely when we take this point as our starting point that we will gather the material for thought needed to present to our minds that [being], which must subsequently be discussed from the perspective of spiritual science. Science shows us [today] the perfect being alongside imperfect life. When we explore the strata of our Earth, it shows us a sequence of stages from [seemingly] imperfect living beings [to seemingly perfect beings], so that we can say: It strikes the human eye that one living being is imperfect, while another is perfect.

[ 6 ] Nun ist durch Umstände und Tatsachen, [die wir hier nicht weiter erläutern wollen], darüber eben ein merkwürdiger logischer Schluss entstanden. Da ist der Schluss entstanden, dass ohne Weiteres unvollkommene Lebewesen sich entwickelt haben, dass abstammt von den unvollkommenen Lebewesen der Mensch, das ist: Der uns entgegentritt als vollkommenstes Lebewesen, soll nach diesem Schluss abstammen von unvollkommenen und immer unvollkommeneren Lebewesen bis hinunter zu dem aller[un]vollkommensten.

[ 6 ] Now, due to circumstances and facts [which we do not wish to elaborate on here], a curious logical conclusion has arisen from this. The conclusion has arisen that imperfect living beings have evolved without further ado, and that humans are descended from these imperfect living beings—that is to say: the being that appears to us as the most perfect living being is, according to this conclusion, supposed to be descended from imperfect and increasingly imperfect living beings, all the way down to the most [im]perfect of all.

[ 7 ] Fassen wir einmal in seiner einfachsten logisch nüchternen Form diesen Schluss ins Auge: Das Vollkommene ist aus dem Unvollkommenen entstanden. Durch einen Vergleich [können wir uns] diesen Schluss klar machen und uns dann fragen, ob er möglich ist. Nehmen wir an, wir sehen zwei Menschen nebeneinander, einen mit genialen Anlagen, der großen Fleiß entwickelt hat im Leben, der es zu etwas Ordentlichem gebracht hat. Nehmen wir einen anderen neben ihm, sehen wir einen anderen Menschen, der geringe Fähigkeit hat, der auch faul und träge war und es zu nichts Ordentlichem gebracht hat. Nun hören wir, dass diese beiden miteinander verwandt sind. Wie sie verwandt sind, darüber sollen wir erst nachdenken, denn so steht ja die Frage in Bezug auf das sogenannte Entwicklungsproblem. Wenn wir [die Wesen um uns herum ansehen], den Menschen betrachten mit seinen [verschiedenen] Organen, [und ihn vergleichen mit] niederen [Formen der Lebewesen, sogenannten unvollkommenen, dann] sehen [wir], dass diese Organe [in mannigfaltiger Weise] ähnlich sind. [Wir sehen, dass der] Mensch etwas anders gebaut, aber im Grunde [genommen] nur umgeformt, dieselben Knochen hat wie niedere Lebewesen. [Wir könnten] zahlreiche andere Gründe [anführen], die uns sagen [könnten]: Ja, eine Verwandtschaft müssen wir annehmen. Aber wie diese Verwandtschaft ist, das ist nicht etwa erforscht durch Tatsachen, sondern erschlossen. Es darf sich niemand dem Glauben, [der Illusion] hingeben, dass die Abstammung des Höheren über das Niedere erforscht ist, es ist erschlossen.

[ 7 ] Let’s consider this conclusion in its simplest, most logical and objective form: The perfect has arisen from the imperfect. By drawing a comparison, [we can] clarify this conclusion for ourselves and then ask whether it is possible. Let’s suppose we see two people side by side: one with a genius-level aptitude who has worked very hard in life and has achieved something respectable. Let’s take another person next to him; we see someone with limited ability, who was also lazy and sluggish and has achieved nothing of note. Now we hear that these two are related. We should first consider how they are related, for this is precisely the question at the heart of the so-called problem of evolution. When we [look at the beings around us], observe human beings with their [various] organs, [and compare them with] lower [forms of life—so-called imperfect ones—then] we [see] that these organs are similar [in many ways]. [We see that] humans are constructed somewhat differently, but essentially—when you get right down to it—merely reshaped, and have the same bones as lower life forms. [We could] cite numerous other reasons [that might lead us to conclude]: Yes, we must assume a kinship. But the nature of this kinship has not been established by facts; rather, it has been inferred. No one should succumb to the belief—[the illusion]—that the descent of the higher from the lower has been scientifically established; it has been inferred.

[ 8 ] Wenn wir [also] wissen, dass sie, [die zwei gegenüberstehenden Menschen], verwandt sind, [wenn wir] durch irgendetwas feststellen können, dürfen wir dann den Schluss ziehen, dass [derjenige], der die genialen Anlagen hat, der fleißig war und es zu etwas Ordentlichem gebracht hat, [von dem anderen abstammt, der faul und lässig war und sich nicht vervollkommnet hat]? Wer ein wenig nachdenkt, wird sich klarmachen können, wie unnatürlich eine solche Schlussfolgerung wäre, [und] wie leicht [er] richtiggestellt werden [könnte] in seinem Denken, wenn ihm nachgewiesen würde, dass der eine wie der andere [dieser] Mensch[en] von [den]selben Eltern abstammt, der eine sich nur hinaufentwickelt hat zu seinem Fleiße, der andere aber zurückgegangen ist, sich hinunterentwickelt hat. Es ist ungeheuer trivial, [was ich sehe], und es könnte scheinen, als ob eine bewundernswürdige Theorie, die heute in der Welt herrscht, [durch eine /unleserlich] Trivialität] widerlegt werden soll.

[ 8 ] If we [therefore] know that they—[the two people standing opposite each other]—are related, [if we] can determine this by any means, may we then conclude that [the one] who possesses brilliant talents, who was diligent and achieved something respectable, [is descended from the other, who was lazy and careless and did not improve himself]? Anyone who thinks about it for a moment will realize how unnatural such a conclusion would be, [and] how easily [he] could be corrected in his thinking if it were proven to him that both [these] people are descended from [the] same parents—one having merely developed upward toward diligence, while the other has regressed, developing downward. It is immensely trivial, [what I see], and it might seem as if an admirable theory that prevails in the world today is to be refuted [by an /illegible] triviality].

[ 9 ] Leider aber ist es so, [dass, wenn wir genau zuschauen], dieser logische Schnitzer [unterläuft], weil man weiß, dass das höhere Lebewesen verwandt ist, [und daraus] geschlossen wird, das höhere stamme ab vom niederen — [indem man meint, dass man sagen könnte, der höherentwickelte Mensch stammt ab von dem niederen, faulen Menschen].

[ 9 ] Unfortunately, however, [when we look closely], this logical blunder [occurs], because we know that the higher life form is related, [and from this] we conclude that the higher form is descended from the lower one—[thinking that one could say the more highly developed human is descended from the lower, lazy human].

[ 10 ] Jetzt dehnen wir einmal diese kleine Betrachtung aus, sagen wir, auch auf die verschiedenen Völker, die nebeneinander leben, [ein] niedrig stehendes Volk und [ein] höher stehendes Volk. Man ist heute gewohnt geworden, zu denken, dass ein höher geartetes Volk mit bedeutender geistiger Bildung [und Kulturerrungenschaften] sich herausentwickelt habe aus einem solchen Zustand, in dem heute ein niedrig stehendes Volk ist. Genau derselbe Schluss, wie man ihn machen würde, wenn man diese zwei Menschen nebeneinander [stellt] heute, man könnte dann unter Umständen ebenso korrigiert werden, wenn man [die] Tatsachen erforschen könnte, wie [Geistes-]Wissenschaft allerdings [dazu imstande ist, dass es nicht der Fall ist, dass das geistig höher gebildete Volk abstammt vom niederen, sondern dass] im Gegenteil, eine gemeinschaftliche Abstammung [der beiden] vorliegt, dass ein geistig höher Entwickeltes sich nach der einen Seite, das andere zum Niedergange hin entwickelt hat. Sodass wir, wenn wir die Abstammung untersuchen, hinaufgeführt werden zu einem gemeinschaftlichen Urvolke, nicht zu dem, das heute neben dem anderen lebt, sondern zu einem gemeinschaftlichen. Da beide nebeneinander leben, stammen [sie in gleicher Weise vom Urvolk ab]. Nur hat sich das eine hinauf-, das andere [in gewisser Beziehung] hinunterentwickelt.

[ 10 ] Now let us extend this brief consideration, say, to the various peoples who live side by side—[a] people of lower status and [a] people of higher status. People today have become accustomed to thinking that a more highly developed people, with significant intellectual education [and cultural achievements], evolved from a state in which a less developed people finds itself today. This is exactly the same conclusion one would draw if one were to [compare] these two people side by side today; one might, under certain circumstances, be corrected just as readily if one [were] able to investigate the facts—as [intellectual] science is indeed [capable of doing]—that it is not the case that the intellectually more highly developed people are descended from the less developed, but that, on the contrary, there is a common ancestry [of the two], such that one has developed toward higher intellectual development while the other has declined. Thus, when we investigate their ancestry, we are led back to a common ancestral people—not to the ones living side by side today, but to a common one. Since both live side by side, [they are equally descended from the ancestral people]. It is only that one has evolved upward, while the other has evolved downward [in a certain respect].

[ 11 ] Wollen wir uns das ein bisschen konkreter vor Augen führen, [damit unsere Sinne sich bestimmte, konkrete Vorstellungen dabei bilden können]. Sie alle wissen, dass, als die europäischen Einwanderer zuerst hinübergezogen sind nach dem amerikanischen Kontinent, sie [dort] ein [sogenanntes] Urvolk, [ein Volk, von dem] man [in naturhistorischem Denken] glaubt, dass es frühere Stufen der gegenwärtigen Völker darstellt [angetroffen haben]. Jene waren gewiss dazumal [von europäischem Gesichtspunkt aus] auf einer niedrigen Kulturstufe, aber wenn man einen solch absoluten Gesichtspunkt anlegt, kann man doch [in seinem Urteil sehr daneben] gehen. Wir wollen, um das anzusehen, uns einmal [eine Szene] vor Augen stellen. [Die Europäischen haben nicht immer so schön gewirtschaftet. Sie haben] nicht immer die schönsten Mittel gewählt, um den freien Mann auszurotten. Einer der letzten Häuptlinge [der freien Leute], die aus den Gegenden waren, [aus] denen in Nordamerika [die Indianer] vertrieben worden sind, [einer der Letzten] stand gegenüber einem europäischen Eroberer, einem Anführer einer europäischen Kultur. Weggenommen waren den Einwohnern Amerikas ihre Ländereien, auch dem Stamme, dem jener Indianerhäuptling angehörte. [Die Szene hat sich vor gar nicht langer Zeit abgespielt.] Man hatte den Leuten, [dem Häuptling] versprochen Land für das, was man ihnen wegnimmt, und man hatte es nicht gehalten.

[ 11 ] Let’s visualize this a little more concretely, [so that our senses can form specific, concrete ideas about it]. You all know that when European immigrants first crossed over to the American continent, they [there] encountered a [so-called] indigenous people—[a people whom] one [in natural-historical thinking] believes represent earlier stages of present-day peoples. Those people were certainly at a low cultural level at that time [from a European perspective], but if one adopts such an absolute point of view, one can still [be very far off the mark in one’s judgment]. To illustrate this, let us picture [a scene] in our minds. [The Europeans did not always conduct themselves so nobly. They] did not always choose the noblest means to exterminate the free man. One of the last chiefs [of the free people] from the regions [from which] the Native Americans had been driven out in North America [one of the last] stood face to face with a European conqueror, a leader of a European culture. The lands of the inhabitants of America had been taken away—including those of the tribe to which that Native American chief belonged. [The scene took place not so long ago.] The people—[the chief]—had been promised land in exchange for what was being taken from them, and that promise had not been kept.

[ 12 ] Da stand gegenüber dem Anführer der Europäer der Anführer der «Rothäute». Eine Rede ist uns erhalten, die der Anführer der amerikanischen Urbevölkerung gerichtet hat an die Europäer, die seinen Stamm überwunden haben und [ihnen] kein Land gegeben haben, [eine Rede die ich Ihnen nicht einmal in einer wortwörtlichen Übersetzung geben kann, sondern nur dem Begriffe nach, dem nach, was sie enthält. Ungefähr dieses sagte jener Häuptling zu dem Europäer]: Ja, ihr Europäer, ihr habt uns versprochen für das Land, dessen Erde bedeckt die Leichen unserer freien Brüder, anderes Land, gegeben habt ihr uns das andere Land nicht. Das kommt davon her, weil der bleiche Mann an anderes glaubt als der freie Mann. Der bleiche Mann hat merkwürdige Zaubermittel, wo kleine Zauberwesen darauf stehen, da schaut er hinein und da sieht er, was für ihn recht/Recht ist, da sieht er, was wahr und falsch ist. - Der Häuptling hat einmal die Bücher gesehen und hielt die Buchstaben für solche Zauberwesen, [Zaubergeister, die die Europäer zu solchen Maßnahmen veranlassen]. — An solche Zaubergeister glaubt der [freie Mann] nicht, der freie Mann liest nicht, was in solchen Zauberbüchern steht, der freie Mann geht hin[aus] und hört, wie das Wasser rauscht und wie im Wald die Bäume rauschen und das versteht er. Denn aus dem Wasserrauschen und aus dem Bäumerauschen spricht zu ihm der Große Geist. Der sagt immer die Wahrheit, und weil ihr nicht kennt den Großen Geist, der die Wahrheit spricht im Wasserrauschen und dem Rauschen der Bäume, deshalb verhaltet ihr euch so. Der bleiche Mann kann den freien Mann nimmermehr verstehen, Sonst würde er nicht mit seinen Waffen herumtrampeln auf der Erde, welche die Gebeine [unserer Brüder deckt] und welche einmal Rache nehmen wird an den Bleichen!

[ 12 ] There, facing the leader of the Europeans, stood the leader of the “Redskins.” A speech has been preserved that the leader of the Native Americans addressed to the Europeans who had conquered his tribe and had not given [them] any land—[a speech that I cannot even give you in a literal translation, but only in terms of its meaning, based on what it contains. This is roughly what that chief said to the European]: “Yes, you Europeans, you promised us other land in exchange for the land whose soil covers the bodies of our free brothers, but you did not give us that other land. This is because the pale man believes in different things than the free man. The pale man has strange magical books with little magical creatures on them; he looks into them and sees what is right for him, he sees what is true and false. — The chief once saw the books and mistook the letters for such magical creatures, [magical spirits that prompt the Europeans to take such actions]. — The [free man] does not believe in such magical spirits; the free man does not read what is written in such magic books; the free man goes out and listens to the rushing of the water and the rustling of the trees in the forest, and he understands that. For through the rushing of the water and the rustling of the trees, the Great Spirit speaks to him. He always speaks the truth, and because you do not know the Great Spirit, who speaks the truth through the rushing of the water and the rustling of the trees, that is why you behave this way. The pale man can never understand the free man; otherwise, he would not trample the earth with his weapons—the earth that covers the bones [of our brothers] and that will one day take revenge on the pale ones!

[ 13 ] Uns interessiert an dieser merkwürdigen Rede des freien Mannes allerdings der Hinweis auf den Großen Geist, den er überall vermutete. Im Rauschen der Bäume, [im Rieseln der Quellen], selbst in Donner und Blitz, [in allen Naturerscheinungen] sprach zu ihm [der göttliche], der große Geist. Merkwürdig an dieser «wilden» Bevölkerung: [diese monotheistische Religion], dieses Fernsein alles Aberglaubens in ihrer durch gewiss mancherlei Aberglauben, der vorhanden war, durchleuchtenden Grundüberzeugung in religiösem Sinn. Man braucht wahrhaftig nicht sonderlich weit zu gehen mit seiner Logik, dann wird man einsehen können, dass von denen, die überwunden worden sind durch die Europäer, von denen stammen allerdings nicht die Europäer ab, aber beide, [die europäische wie diese amerikanische Bevölkerung], stammen ab von einem gemeinsamen Volke, welches sicher eine wunderbare Naturreligion gehabt haben muss. Das wird eine Hypothese sein, wenn man auf dem Standpunkt der sinnesphysischen Tatsachen [steht]; das ist eine Gewissheit, wenn man [geisteswissenschaftlich mit denjenigen Methoden forscht, worüber wir in den nächsten Vorträgen sprechen werden, namentlich im zweitnächsten, der über Einweihung handelt]. Die amerikanische Bevölkerung, sie war zurückgegangen in gewisser Beziehung, hatte die rein ursprüngliche Vorstellung verloren und nach anderer Seite [zu einem niedrigen] sich hinentwickelt; der Europäer von seinem Standpunkte sich hin[aufJentwickelt. Da geht uns der Begriff von einer Entwicklung auf, wie er uns ganz, ganz andere [Aus-] Sichten zeigt als jener einfache Begriff der Entwicklung, den man uns so gerne hinstellen möchte als den einzig Möglichen. Wir sehen, wie diese Entwicklung ganz und gar nicht einfach ist, [wie wir] voraussetzen [müssen] frühere Zustände des Daseins, aus denen das Heutige [her] vorgegangen ist; [wie dasjenige, was heute als Unvollkommenes im Unvollkommenen lebt], sich ausnimmt wie ein Abgezweigtes, das nach der Unvollkommenheit hin sich entwickelt. Wenn wir zurückgehen könnten in Zeiten urferner Vergangenheit, würden wir Völker finden, die die Ahnherren sind der europäischen [Bevölkerung] wie auch jener überwundenen amerikanischen Indianer. Der Weg der Entwicklung ging so, dass eine gerade Entwicklung [Richtung] hinführte zu der heutigen ausgebildeten Bevölkerung. Die[jenige] aber, [die] nicht mitkam, nicht aufnahm, was hätte führen können zur Vollkommenheit, kam zu einem Niedergange. Nicht von ihnen stammen die anderen ab, sondern sie [stammen] von einem gemeinsamen Vorfahren ab, andere sind hinweggeschritten. [Sie sind nicht bloß /unsichere Lesung] zurückgeblieben auf anderem Standpunkt, sondern] weil sie zurückgeblieben sind, zeigen sie heute einen Zustand, der in alten Zeiten niemals vorhanden war. Weil [sie sich] nicht fortentwickeln konnten, sind [sie] zurückgegangen.

[ 13 ] What interests us, however, in this remarkable speech by the free man is the reference to the Great Spirit, whom he sensed everywhere. In the rustling of the trees, [in the trickling of the springs], even in thunder and lightning, [in all natural phenomena], [the divine] Great Spirit spoke to him. What is remarkable about this “wild” population is [this monotheistic religion], this absence of all superstition in their fundamental religious conviction—a conviction that shone through despite the various superstitions that certainly existed. One truly need not take one’s logic very far to realize that, while the Europeans did not descend from those who were conquered by them, both—[the European and this American population]—descend from a common people who must certainly have had a wondrous nature religion. This will be a hypothesis if one takes the standpoint of sensory-physical facts; it is a certainty if one conducts research from the perspective of spiritual science using the methods we will discuss in the next few lectures—namely, in the lecture after the next, which deals with initiation. The American people had, in a certain sense, regressed; they had lost their purely primordial conception and had developed in a different direction [toward a lower state]; the Europeans, from their standpoint, had developed [upward]. Here the concept of development opens up to us, revealing perspectives that are entirely, entirely different from that simple concept of development which people are so eager to present to us as the only possible one. We see how this development is by no means simple; [how we] must assume earlier states of existence from which the present has emerged; [how that which today lives as the imperfect within the imperfect] appears as a branch that develops toward imperfection. If we could go back to times of the distant past, we would find peoples who are the forefathers of the European [population] as well as of those vanquished American Indians. The course of development proceeded in such a way that a straight path led to today’s developed population. But those [who] did not keep pace, who did not embrace what could have led to perfection, fell into decline. The others do not descend from them, but rather they [descend] from a common ancestor; the others have moved on. [They are not merely /unclear reading] left behind at a different stage, but] because they have been left behind, they now exhibit a condition that never existed in ancient times. Because [they] could not continue to develop, [they] have regressed.

[ 14 ] D[ies]en Begriff können wir nun ausdehnen auf alle Lebewesen. Wenn wir ihn so ausdehnen, gehen wir zurück zu den den Menschen näherstehenden Säugetieren. Jede einfache Entwicklungslehre möchte annehmen, dass die höheren Säugetiere die Vorfahren des Menschen waren. Heute ist zwar dieser Begriff von der ganz brutalen Abstammung des Menschen von den Affen in einer gewissen Weise fallen gelassen, aber die Denkweise liegt doch dem zugrunde, was scheinbar anders vorgebracht wird. Stellen wir uns mit dem Begriffe die Verwandtschaft des Menschen mit den höheren Affen vor, werden wir sagen: Von jenem Urwesen, das in urferner Vergangenheit vorhanden war und zu dem sich der Mensch hinaufentwickelt hat, stammen zwar die heutigen Affen ab, aber sie sind stehen geblieben auf [einem älteren Standpunkt], stellen daher in heutigem Zustand, [in ihrer heutigen Gestalt] keine Ahnherren der Menschheit dar, sondern das heruntergekommene Gebilde, [das eine alte Form hat festhalten wollen; das sich korrumpiert hat]. Sieht daher der heutige Mensch diesen Affen an, sieht er ihn namentlich mit dem Gemüte an, [dann] erscheint er ihm wie eine Karikatur seines eigenen Wesens, keineswegs wie ein Ahnherr, [und wer mit solchen Gefühlen ausgerüstet ist, empfindet es] wie eine Art Beschämung ... [unleserlich], wenn die Ursprungseigenschaften des Menschen korrumpiert werden.

[ 14 ] We can now extend this concept to all living beings. When we extend it in this way, we go back to the mammals most closely related to humans. Any simple theory of evolution would assume that the higher mammals were the ancestors of humans. Although the notion of humans’ quite crude descent from apes has, to a certain extent, been abandoned today, this line of thinking still underlies what is presented in a seemingly different way. If we use this concept to imagine the kinship between humans and the higher apes, we will say: Although today’s apes are descended from that primordial being that existed in the distant past and from which humans evolved, they have remained stagnant at [an earlier stage]; therefore, in their present state [in their present form], they do not represent the ancestors of humanity, but rather the degenerate form [that sought to cling to an ancient form; that has become corrupted]. Therefore, when modern humans look at these apes—especially when they look at them with their minds—[then] they appear to them as a caricature of their own nature, by no means as ancestors, [and those endowed with such feelings perceive it] as a kind of shame ... [illegible], when the original characteristics of humankind are corrupted.

[ 15 ] [Und so kommen wir Schritt für Schritt zurück von höheren zu viel niedrigeren Wesen. Wir kommen in urferner Vergangenheit zu Vorfahren des Menschen, die wir nicht suchen dürfen in Wesen, die ähnlich sind den heutigen Menschen — je weiter es zurückgeht, desto unähnlicher werden sie den Wesen, die heute existieren. Ganz anders gestaltet sind sie]; von jenen Ahnen des Menschen stammen ab, wie eine zurückgebliebene und deshalb in den Niedergang gekommene Wesenheit, die niederen Säugetiere und weitere niedere Lebewesen. Wenn wir zurückgehen bis zu den einfachsten Lebewesen, [die heute leben, meinetwegen] aus einer Zelle bestehende Lebewesen, [von denen man auch den Menschen ableiten möchte], dann müssten wir sagen, ja, diese Lebewesen stehen in Verwandtschaft mit dem Menschen unzweifelhaft. Aber damals als der Mensch in urferner Vergangenheit einen Ahnherrn hatte, [von dem auch diese einfachen Einzeller abstammen, da] schaute der Mensch ganz anders aus, war sein Ahnherr ein ganz anderes Wesen: Die am weitesten zurückgebliebenen, daher am wenigsten die Urform [des menschlichen Wesen] darstellenden Lebewesen sind die einfachen. Denn sie haben sich am frühesten abgezweigt, haben, [seit] sich der Mensch vervollkommnet hat, einen Niedergang durchgemacht, [eine Niedergangsrichtung eingeschlagen und stellen am allerwenigsten die Urform dar].

[ 15 ] [And so, step by step, we move back from higher beings to much lower ones. In the distant past, we arrive at the ancestors of humankind, whom we must not seek among beings similar to modern humans—the further back we go, the less they resemble the beings that exist today. They are of an entirely different nature]; from those ancestors of humankind descend, like a being that has lagged behind and thus fallen into decline, the lower mammals and other lower living beings. If we go back to the simplest living beings—[those living today, for example] single-celled organisms, [from which some would also like to derive humankind]—then we would have to say, yes, these beings are undoubtedly related to humankind. But back when humans had an ancestor in the distant past—[from whom even these simple single-celled organisms are descended, since]—humans looked quite different; their ancestor was a completely different being: The most backward organisms—and therefore those least representative of the primordial form [of the human being]—are the simple ones. For they branched off earliest and, [since] humans have become more perfected, have undergone a decline, [have taken a path of decline, and represent the original form the least of all].

[ 16 ] Jetzt wollen wir auf diese Urform des Menschen selber eingehen vom geisteswissenschaftlichen Standpunkt. [Da müssen wir einen Blick werfen auf das Wesen des Menschen, wie wir es schon häufiger uns vor Augen geführt haben.] Wir können nicht vom Standpunkte der Geisteswissenschaft [den Menschen] in jener einfachen Weise ansehen wie in der materiellen Wissenschaft den physischen Leib.

[ 16 ] Now let us examine this primordial form of humanity itself from the standpoint of spiritual science. [To do so, we must take a look at the nature of the human being, as we have already considered it on several occasions.] From the standpoint of spiritual science, we cannot view [the human being] in the same simple way that physical science views the physical body.

[ 17 ] [In dem, was die materielle Wissenschaft als das Einzige ansieht, dem Menschenleib, gründet nur ein Glied der menschlichen Wesenheit — das soll nur kurz angedeutet werden —, das nur dieselben Kräfte und Stoffe hat wie die scheinbar leblose Materie — die Wissenschaft aber sieht diesen Leib nur aus diesen Stoffen und Kräften so implizit zusammengesetzt, dass diese Stoffe und Kräfte nicht ihre Form erhalten könnten, wie das Materielle sich die Form erhält], wenn nicht des Menschen physischer Leib durchsetzt wäre, durchtränkt wäre von dem zweiten Gliede seiner Wesenheit von dem Äther- oder Lebensleib. Dieser Äther- oder Lebensleib ist für den Geisteswissenschafter - [wie schon die letzte Woche hier gezeigt hat] - eine Wirklichkeit, eine höhere Wirklichkeit als der physische Leib, denn er ist der Bildner und Schöpfer des physischen Leibes. Dieser Ätherleib oder Lebensleib, der in einem jeden Augenblick Ihres Lebens ein Kämpfer ist gegen die Auflösung des physischen Leibes, denn in dem Augenblicke, in dem sich der Ätherkörper trennt [vom physischen Leib], [tritt der Tod ein], ist der physische Leib Leichnam. Diesen Äther- oder Lebensleib hat der Mensch gemeinschaftlich mit allen Lebewesen, Pflanzen und Tieren. Das dritte [Glied nennen wir in der geistigen Wissenschaft aus guten Gründen Astralleib]. Der astralische Leib ist Träger von Lust und Leid, von Freude und Schmerz, allen Instinkten, Trieben, Leidenschaften, Vorstellungen und Gefühlen, von all dem, was in des Menschen Inneren lebt. Dieser astralische Leib ist drittes Glied der menschlichen Wesenheit. Er hat es gemeinschaftlich nur mehr mit der Tierwelt, nicht mehr mit der Pflanzenwelt. [Dann haben wir vor acht Tagen schon angeführt] das vierte Glied der menschlichen Wesenheit, durch das der Mensch die Krone der irdischen Schöpfung ist, dasjenige, von dem wir sagen könnten, dass es in der deutschen Sprache mit dem einzigen Namen bezeichnet wird, der sich von allen Namen unterscheidet, der Name unseres Ichs. Der Ich-Name, wenn man darüber nachdenkt, zeigt uns die Wesenheit des [Ichs], an. [Aber wenden Sie sich zunächst einmal zu] Fichte, [der den Ausspruch getan hat]:

[ 17 ] [In what material science regards as the only thing—the human body—lies only one aspect of human being—this is merely to be briefly noted—which possesses only the same forces and substances as seemingly lifeless matter — yet science views this body as composed solely of these substances and forces in such a way that these substances and forces could not retain their form, just as material matter retains its form], were it not for the fact that the human physical body is permeated and imbued with the second aspect of human being—the etheric or life body. For the spiritual scientist—[as was already shown here last week]—this etheric or life body is a reality, a higher reality than the physical body, for it is the shaper and creator of the physical body. This etheric or life body is, at every moment of your life, a fighter against the dissolution of the physical body; for the moment the etheric body separates [from the physical body], [death occurs], and the physical body becomes a corpse. Human beings share this etheric or life body with all living beings, plants, and animals. The third [member we call, in spiritual science and for good reason, the astral body]. The astral body is the bearer of pleasure and suffering, of joy and pain, of all instincts, drives, passions, ideas, and feelings—of everything that lives within the human being. This astral body is the third member of the human being. It is shared only with the animal kingdom, no longer with the plant kingdom. [Then, eight days ago, we already mentioned] the fourth member of the human being, through which the human being is the crown of earthly creation—that which we might say is designated in the German language by the one name that differs from all other names: the name of our “I.” The name “I,” when one reflects on it, reveals to us the essence of the [I]. [But let us first turn to] Fichte, [who made the following statement]:

Die meisten Menschen möchten sich viel lieber für ein
Stück Lava im Monde als für ein Ich ansehen.

Most people would much rather look at a
piece of lava on the moon than at themselves.

[ 18 ] Dieses Ich kann nur von innen durch sich selbst genannt werden. Niemals kann der Name Ich an mein Ohr dringen, wenn er mein eigenes Ich bezeichnet, das kann nur von sich aus mit dem Namen Ich bezeichnet werden. Das haben die [gefunden und] erkannt, [die auf Geisteswissenschaft ...]: Hier ist das eigentliche Heiligtum, das innerste Glied der menschlichen Natur, zu dem nichts anderes von irdischen Dingen Zutritt hat, sondern wo menschliche göttliche Wesenheit zu einem dringt. [Des Menschen göttliche Wesenheit kündigt sich in dem Ich an.] Indem die Seele zu sich das Wörtchen «Ich» ertönen lässt, spricht sie zu ihm aus, was [von der Religion] bezeichnet wird als der Gott im Menschen. Dieses vierte Glied [der menschlichen Wesenheit] hat der Mensch nicht mehr gemeinschaftlich mit anderen Wesen, sondern für sich und ist dadurch die Krone der irdischen Schöpfung. ... /Unleserliche Wörter]

[ 18 ] This “I” can only be named from within, by itself. The name “I” can never reach my ear when it refers to my own “I”; that can only be designated by the name “I” of its own accord. This is what [those engaged in spiritual science ...] have discovered and recognized: Here lies the true sanctuary, the innermost part of human nature, to which nothing else of the earthly realm has access, but where the divine essence of the human being reaches within. [The divine essence of the human being reveals itself in the “I.”] By allowing the little word “I” to resound within itself, the soul expresses to it what [religion] designates as the God within man. This fourth element [of human essence] is no longer shared by man with other beings, but belongs to him alone, and is thereby the crown of earthly creation. ... /Illegible words]

[ 19 ] [So haben wir den Menschen zunächst als Vierheit vor uns, und derjenige, welcher von sogenannt monistischem Standpunkt aus spricht, möchte daher dieser geisteswissenschaftlichen Anschauung nicht bloß Dualismus, womit so viel Unfug getrieben wird, vorwerfen, sondern gleich] «Viererlismus» [vorwerfen, aber] dann soll er auch gleich dem, der sagt, dass Wasser besteht aus Sauerstoff und Wasserstoff, [einmal den Dualismusvorwurf machen. Ist es ein Fehler, wenn man das Licht in seinen Grundfarben aufsucht, ist nur derjenige ein Monist, dem es nicht einfällt, das Ding in seine Einzelglieder zu zergliedern, oder der, der von dem Einzelnen behauptet, dass es das Umfassende ist?]

[ 19 ] [Thus, we initially perceive human beings as a fourfold entity, and anyone speaking from a so-called monistic standpoint should therefore not merely accuse this spiritual-scientific view of dualism—a concept with which so much nonsense is perpetrated—but rather] “quadripartitism” [but] then he should also immediately level the same accusation of dualism against those who say that water consists of oxygen and hydrogen, [must also level the charge of dualism. Is it a mistake to seek out the light in its primary colors? Is a monist only the one who does not think to break a thing down into its individual parts, or the one who claims that the individual is the whole?]

[ 20 ] Nur der ist ein Monist, welchem es nicht einfällt, das Ding in seine eigenen Glieder zu zergliedern oder von einem einzigen Gliede behauptet, dass es das Ganze umfassend ist. Dann wird das Wort Monismus zu einem Schlagwort, was gar nicht berücksichtigt, wie die Tatsachen stehen. [Aber schließlich wird heute viel mit Schlagworten, nicht mit Tatsachen gearbeitet.]

[ 20 ] Only the person who does not think to break a thing down into its own parts—or who claims that a single part encompasses the whole—is a monist. Then the word “monism” becomes a catchphrase that takes no account whatsoever of the facts. [But after all, people today rely heavily on catchphrases rather than facts.]

[ 21 ] Nun können wir des Menschen Ursprung und Abstammung nur einsehen, wenn wir die Verhältnisse dieser Glieder der menschlichen Wesenheiten beim gegenwärtigen Menschen einmal ins Auge fassen. Da müssen wir unterscheiden den Menschen in zwei wesensverschiedenen Zuständen, in denen er uns entgegentritt, im Wachen und im Schlaf. Das sind zwei grundverschiedene Zustände. Es war eine merkwürdige Tatsache, als Du Bois-Reymond, [der Naturforscher], sagte [und es ist schon im ersten dieser Vorträge darauf aufmerksam gemacht worden] auf der Leipziger Naturforscherversammlung: «Wenn man alles das, was in des Menschen physischen Leib vorgeht, alle diese /unleserlich] [komplizierten Bewegungen und] Vorgänge untersuchen würde, man könnte ja das [dabei] erforschen, wie sich Wasserstoff und Sauerstoff und Kohlenstoff und Stickstoff [so bewegen wie sie ... und ... werden, das könnte man alles] untersuchen, aber niemals würde man aus diesen Bewegungen erklären können die einfachste Bewusstseinstatsache «Ich empfinde Rot», «Ich rieche Rosenduft». [Und ebenso kann er auch bei einem, der mit wunderbaren Instrumenten alle Bewegungen sehen würde. Was würde er sehen?] Bewegung würde er sehen, aber nicht [die Seelenvorgänge] [«Ich sehe Rot und empfinde Rosenduft»].

[ 21 ] We can only understand the origin and ancestry of humankind if we first consider the relationships between these aspects of human nature as they exist in modern humans. Here we must distinguish between the two fundamentally different states in which humans present themselves to us: waking and sleeping. These are two fundamentally different states. It was a remarkable observation when Du Bois-Reymond, [the naturalist], said [and this was already pointed out in the first of these lectures] at the Leipzig Naturalists’ Conference: “If one were to examine everything that takes place in the human physical body—all these [illegible] [complex movements and] processes, one could indeed investigate [in the process] how hydrogen and oxygen and carbon and nitrogen [move as they … and … become—one could investigate all that], but one would never be able to explain from these movements the simplest fact of consciousness: ‘I perceive red,’ ‘I smell the scent of roses.’ [And the same applies to someone who, using marvelous instruments, could observe all movements. What would he see?] He would see movement, but not [the processes of the soul] [“I see red and perceive the scent of roses”].

[ 22 ] Es ist der schlimmste materialistische Aberglaube und im Grunde genommen sehr interessant, dass selbst auf naturwissenschaftlichem Boden aufmerksam darauf gemacht worden ist, [obwohl er bedeutsame Schnitzer gemacht hat,] [dass] niemals die Bewusstseinstatsache von einfachster Empfindung /wnleserlich] erklärt werden kann aus den Tatsachen [aus den Vorgängen] des physischen Leibes. Den schlafenden Menschen [können wir] verstehen, den wachenden niemals. Warum? Wenn der Mensch schläft, zeigen sich alle diese Tatsachen in einen unbestimmten Abgrund hinuntergesunken, und weil das fehlt, können wir das, [was übrig bleibt] verstehen. [Im Grunde genommen hat] Du Bois-[Reymond auch mit Recht —- er] ist selbst Materialist — die Tatsache des Lebens nicht erklärbar gefunden.

[ 22 ] It is the worst kind of materialistic superstition—and, in fact, quite interesting—that even within the realm of the natural sciences attention has been drawn to the fact that [although he made significant errors,] [that] the fact of consciousness—even the simplest sensation [illegible]—can never be explained by the facts [the processes] of the physical body. [We can] understand the sleeping person, but never the waking one. Why? When a person sleeps, all these facts appear to have sunk into an indeterminate abyss, and because that is missing, we can understand [what remains]. [Essentially,] Du Bois-[Reymond also rightly—he] is a materialist himself—found the fact of life to be inexplicable.

[ 23 ] [Um uns das klarzumachen, wollen wir den Unterschied] zwischen dem wachen und dem schlafenden Menschen ins Auge fassen. Im wachen Leib haben wir anwesend den astralischen Menschen mit dem physischen und Ätherleib verbunden. Im schlafenden Menschen dagegen haben wir den astralischen Leib getrennt, herausgegliedert vom physischen Leib [und vom Ätherleib. Dadurch unterscheidet sich Wachsein und Schlafen, dass der astralische Leib von dem physischen und Ätherleib im Schlaf getrennt ist, im wachen Zustand mit physischem und Ätherleib verbunden ist.]

[ 23 ] [To make this clear to ourselves, let us consider the difference] between the waking and the sleeping human being. In the waking body, the astral body is present, connected to the physical and etheric bodies. In the sleeping human being, on the other hand, the astral body is separated, detached from the physical body [and from the etheric body. This is what distinguishes wakefulness from sleep: the astral body is separated from the physical and etheric bodies during sleep, whereas in the waking state it is connected to the physical and etheric bodies.]

[ 24 ] Allerdings, wenn Sie sich rein materiell-räumlich vorstellen, dass da so eine Art materielle Wolke [als astralischer Leib] herausfährt aus dem physischen Leib, haben Sie noch eine recht materialistische Vorstellung /unleserlich]. [Man darf nicht in Abrede stellen, dass das], was sich vielfach Theosophie nennt, auch angekränkelt [ist] von diesem Materialismus; [der Materialismus hat in einer solchen Art die Vorstellung ergriffen, dass die Gegner des Materialismus selbst mit materialistischen Vorstellungen arbeiten]. Die Menschen müssen sich nach und nach erst erziehen, sich die Trennung des Ätherleibes vom physischen Leibe geistig vorzustellen und [zu] wissen, dass man dann, wenn man Raumesausdrücke braucht, [diese als] Bilder, [als Gleichnis] sich nimmt.

[ 24 ] However, if you imagine—in purely material and spatial terms—that a kind of material cloud [as the astral body] emerges from the physical body, you still have a rather materialistic conception /illegible]. [One cannot deny that what is often called “theosophy” is also tainted by this materialism; materialism has taken such a hold on people’s imaginations that even the opponents of materialism themselves operate with materialistic concepts]. People must gradually train themselves to mentally visualize the separation of the etheric body from the physical body and to know that when spatial expressions are needed, one uses them [as] images, [as parables].

[ 25 ] Der Mensch, wie er heute in seiner Entwicklung ist, ist [beim Schlaf] nur nicht imstande, seine physischen Organe wahrzunehmen; verbindet sich /unleserlich] des morgens beim Aufwachen der astralische Leib wiederum mit dem physischen Leib, so kann [er dann durch Augen und Ohren die] physische Umgebung wahrnehmen. Was wahrnimmt, ist [nicht Ihr physischer Leib, sondern das] Ich mit dem astralischen Leib, das des morgens früh in sein Wohnhaus, in den physischen Leib einzieht. Physische Organe sind die Instrumente dieses [mit physischem Leib] ausgerüsteten Ichs. Daher wird niemandem einfallen zu sagen, mein Gehirn [empfindet] eine Farbe, [sieht einen Freund] sondern richtig sagt ein jeder «Ich sehe einen Freund», ich nehme eine Farbe wahr und so weiter.

[ 25 ] Human beings, at their current stage of development, are simply unable [while asleep] to perceive their physical organs; when [illegible] the astral body reconnects with the physical body in the morning upon waking, [they can then perceive the] physical surroundings through their eyes and ears. What perceives is [not your physical body, but the] “I” with the astral body, which moves into its dwelling—the physical body—early in the morning. The physical organs are the instruments of this “I” equipped [with a physical body]. Therefore, it would never occur to anyone to say, “My brain [perceives] a color,” [sees a friend]; rather, everyone correctly says, “I see a friend,” “I perceive a color,” and so on.

[ 26 ] Wenn wir diese Tatsache betrachten, dass heute im schlafenden Zustande der Mensch, sein Ich und sein astralischer Leib außerhalb des physischen und Ätherleibes ist, dann fragen jene — [dann müssen wir uns fragen]: Wo ist dann das Ich [mit dem Astralleib]? Das ist auch irgendwo in einer anderen Welt, in einer Welt, die zu den übersinnlichen Welten gehört. Was heißt das? Wo ist diese übersinnliche Welt? [Diejenigen], die Gegner einer Geisteswissenschaft sind, stellen sich vor, dass sich diese Geisteswissenschaft diese übersinnliche Welt in einem Jenseits vorstellt. Hier ist [sie, die übersinnliche Welt, um uns herum]!

[ 26 ] When we consider the fact that today, while a person is asleep, their I and their astral body are outside the physical and etheric bodies, then those people ask—[then we must ask ourselves]: Where, then, is the I [with the astral body]? It, too, is somewhere in another world—a world that belongs to the supersensible realms. What does that mean? Where is this supersensible world? [Those] who oppose spiritual science imagine that spiritual science conceives of this supersensible world as existing in an afterlife. But here it is [the supersensible world, all around us]!

[ 27 ] Und wie hat man sich im Sinn der Geisteswissenschaft diese übersinnliche Welt vorzustellen? Nicht anders als [man sich vorzustellen hat] Farben und Licht für den Blinden. Denken Sie sich, Sie haben unter sich einen Blindgeborenen. Das, was um Sie herum ist, Farben und Licht, ist auch um ihn herum, er sieht es nicht. Für ihn ist die Welt das Getastete, was er fühlen kann, ist für ihn die Welt [wie für Sie die Welt ist die Welt des Lichts und der Farben]. Könnten wir aber diesen Blindgeborenen in diesem Augenblicke operieren, dass er sehen würde, aus dem Dunkel, das um ihn herum war, würden aufleuchten die Lichter und die Farben, [und die Welt, die früher nicht für ihn da war. Weshalb ist sie jetzt da? Wir sehen, dass er jetzt sie aus dem Physischen herausgebildet hat.]

[ 27 ] And how, in the context of spiritual science, should one imagine this supersensible world? No differently than [one must imagine] colors and light for a blind person. Imagine that there is a person among you who was born blind. What surrounds you—colors and light—also surrounds him; he simply cannot see it. For him, the world consists of what he can feel by touch; that is his world [just as the world for you is the world of light and colors]. But if we were to operate on this person who was born blind at this very moment so that he could see, the lights and colors would shine forth from the darkness that surrounded him, [and the world that was not there for him before. Why is it there now? We see that he has now formed it out of the physical realm.]

[ 28 ] So viel Welten sind tatsächlich in Unendlichkeit vorhanden, als ein Wesen Organe hat, sie wahrzunehmen. [Wir werden in späteren Vorträgen sehen, dass] der Mensch, wie er einstmals in Urzeit die Anlage hatte zu den Augen, die damals noch nicht sehen konnten, aber sehend wurden im Laufe der Entwicklung, dass alle Menschen die Anlage zu dem haben, was man in der Geisteswissenschaft mit Goethe nennt, «die geistigen Ohren, die geistigen Augen». Geistige Augen und Ohren sind in Anlage im Menschen vorhanden und können entwickelt werden. Das ist Absicht der Geisteswissenschaft, dass diese den Menschen die Methoden gibt, in den Zustand kommen zu können, der sich verhält wie der Blindgeborene, [den man] operieren [kann], [zu der Welt der Farben und des Lichtes, und] über eine solche Welt darf [natürlich] der nichts entscheiden, der nichts von ihr weiß, [sondern] einzig und allein das kann eine gesunde Erkenntnistheorie sein, die sagt, das ist da, was wahrgenommen werden kann. Und es sind dies nicht nur Menschen der Zukunft, die wahrnehmen können diese höheren Welten, die um uns herum sind, sondern diese Methoden können angewendet werden auf Menschen der Gegenwart.

[ 28 ] There are, in fact, as many worlds in infinity as there are organs a being has to perceive them. [We will see in later lectures that] just as human beings once, in primeval times, possessed the potential for eyes that could not yet see but became capable of seeing in the course of evolution, so too do all human beings possess the potential for what spiritual science, following Goethe, calls “the spiritual ears, the spiritual eyes.” Spiritual eyes and ears are present as potential in human beings and can be developed. This is the purpose of spiritual science: to provide people with the methods to reach a state in which they behave like someone born blind, [who can] undergo surgery, [to the world of colors and light, and] [naturally] no one who knows nothing of such a world may pass judgment on it, [but] the only sound theory of knowledge is one that states: what can be perceived actually exists. And it is not only people of the future who can perceive these higher worlds that surround us; rather, these methods can be applied to people of the present.

[ 29 ] Menschen der Gegenwart wissen als Tatsache, als Urform, dass man sich verhalten kann zu den [höheren] Welten wie der Blindgeborene [zur Welt der Farben und des Lichtes]. Dadurch, dass des Menschen geistige Ohren und Augen erweckt werden, [können] neue Welten aufgehen, die um uns herum sind. In dieser Welt und in keiner anderen ist des Menschen Ich und der astralische Leib, wenn sie des Nachts getrennt sind vom physischen und Ätherleib. Solange nun des Menschen geistige Ohren und Augen nicht geweckt sind, kann er nicht sehen [in dieser geistigen Welt], daher schwindet das Bewusstsein hinunter. Dann aber, wenn geistige Augen und Ohren erweckt sind, kann er sehen.

[ 29 ] People today know as a fact, as an archetype, that one can relate to the [higher] worlds just as a person born blind relates [to the world of colors and light]. When a person’s spiritual ears and eyes are awakened, new worlds that surround us [can] open up. It is in this world, and in no other, that a person’s “I” and astral body reside when they are separated from the physical and etheric bodies at night. As long as a person’s spiritual ears and eyes are not awakened, they cannot see [in this spiritual world], and thus their consciousness fades away. But once their spiritual eyes and ears are awakened, they can see.

[ 30 ] Aber niemals kann [darf] über das [Da-]Sein die Wahrnehmung entscheiden. [Sonst könnte ein Blinder, wenn ein Sehender zu ihm sagt, er sehe Farbe und Licht, sagen: Du bist ein Narr, ich sehe ja gar nichts]. Das Sein fällt durchaus nicht zusammen mit der Wahrheit.

[ 30 ] But perception can never [should never] determine [Da-]Being. [Otherwise, if a sighted person told a blind person that he sees color and light, the blind person might say: “You are a fool; I cannot see anything at all.”] Being does not at all coincide with truth.

[ 31 ] Nun legen wir uns die weitere Frage vor: Was tut dann nun aber dieser astralische Leib während der Nacht und was ist sein Geschäft? [Ist er beschäftigungslos?] Dieser astralische Leib ist während der Nacht wohl beschäftigt. Wenn Sie von Morgen bis zum Abend arbeiten oder Eindrücke der Außenwelt durch Ihre Sinne auf sich wirken lassen, dann geht [fortwährend in Ihnen] vor etwas, und das ist die Ermüdung, Abnützung der Kräfte des physischen Leibes. Warum ist ein gesunder Schlaf so gesund? Weil der Astralleib [während der Nacht an der Fortschaffung der Ermüdung, der abgenützten Stoffe], an der Wiederherstellung der abgenützten Kräfte arbeitet. Was der Astralleib getan hat, empfinden Sie [des Morgens als] eine Erfrischung [wenn Sie es auch nicht wissen, wie er arbeitet].

[ 31 ] Now let us consider the next question: What, then, does this astral body do during the night, and what is its purpose? [Is it idle?] This astral body is indeed active during the night. When you work from morning until evening or allow impressions from the outside world to affect you through your senses, something is constantly taking place within you, and that is fatigue—the wear and tear on the physical body’s strength. Why is healthy sleep so healthy? Because the astral body works [during the night to eliminate fatigue and worn-out substances] and to restore the depleted forces. What the astral body has done, you experience [in the morning as] refreshment [even if you do not know how it works].

[ 32 ] So arbeitet dieser astralische Leib die ganze Nacht über, aber wodurch ist [der Astralleib] instand gesetzt, im physischen Leib zu arbeiten? /Unleserlich] er ist instand gesetzt dadurch, dass er jetzt nicht innerhalb, sondern außerhalb des physischen Leibes ist. Ein astralischer Menschenleib, der außerhalb des physischen Leibes ist, kann an diesem Leib arbeiten. Ein solcher, der im Leib wäre, muss sich der Organe des physischen Leibes bedienen, [um die physische Umgebung wahrzunehmen], und kann von ihm [von innen] aus nicht [den abgenutzten physischen Leib] wiederherstellen. Daher ist bei all den Wesen, die ihren Astralleib in sich haben beim Wachzustand, nötig, dass der Wachzustand wechselt mit dem Schlafzustand.

[ 32 ] So this astral body works throughout the night, but how is [the astral body] enabled to work within the physical body? /Illegible] It is enabled to do so because it is now outside the physical body rather than inside it. An astral human body that is outside the physical body can work on that body. One that were inside the body would have to make use of the physical body’s organs [to perceive the physical environment] and cannot restore [the worn-out physical body] from within it. Therefore, for all beings who have their astral body within them while awake, it is necessary that the waking state alternates with the sleeping state.

[ 33 ] Wenn der Tod eintritt, [was] geschieht [dann]? Das[jenige], was [sonst] während unseres ganzen Lebens nicht geschieht. Dann trennt sich nicht nur der astralische vom physischen, sondern auch Ätherleib vom physischen. [Wenn Sie den schlafenden Leib vor sich haben, liegen im Bett physischer und Ätherleib in vollkommener Verbindung, der Astralleib ist herausgehoben.] Wenn Sie den Leichnam vor sich haben, dann ist herausgehoben der Ätherleib. Daher folgen jetzt die physischen und chemischen Stoffe ihren eigenen Gesetzen, [der Leib kann nicht mehr zusammenhalten] - und hier haben wir die Tatsache des Todes und die Tatsache vom Schlafen und Wachen vor uns hingestellt. Nur wenn wir diese kennen, dann sind wir imstande, zu begreifen urzeitige Zustände des Menschen, dann können wir einen Blick werfen auf die Abstammung des Menschen.

[ 33 ] When death occurs, [what] happens [then]? That which does not happen [otherwise] throughout our entire life. Then not only does the astral body separate from the physical body, but the etheric body also separates from the physical body. [When you look at a sleeping body, the physical and etheric bodies lie in bed in perfect union; the astral body is separated.] When you look at a corpse, the etheric body is separated. Consequently, the physical and chemical substances now follow their own laws, [the body can no longer hold itself together]—and here we have the reality of death and the reality of sleeping and waking laid out before us. Only when we understand these are we able to comprehend the primordial states of humanity; only then can we gain insight into the origin of humankind.

[ 34 ] Nehmen wir jetzt unseren Begriff wieder auf. [Ich kann heute nicht über alle Einzelheiten reden, sondern nur eine Skizze der menschlichen Abstammung geben]. Gehen wir zurück in eine urferne Vergangenheit. Wir finden einen Menschenvorfahren.

[ 34 ] Let us now return to our topic. [I cannot discuss all the details today, but can only provide an outline of human origins]. Let us go back to the distant past. We find a human ancestor.

[ 35 ] Aber wie sieht er aus? Ganz anders als der heutige Mensch. Alles, alles in der Menschheit hat sich entwickelt, auch Zustände vom Schlafen und Wachen haben sich entwickelt. Sie sind erst so geworden wie sie heute sind, waren in verflossenen Zeiten ganz anders. [Die] Geisteswissenschaft zeigt an, dass jene Verteilung vom Schlaf und Wachen, wie es heute ist, erst verhältnismäßig spät [in der Erdentwicklung] eingetreten ist, die Regel des Schlafes war in urferner Vergangenheit eine ganz andere. Viel länger geschlafen hat der Mensch, [war viel länger in bewusstlosem Zustand, das heißt], sein astralischer Leib war viel länger außerhalb des physischen Leibes, als er heute ist. Und weil er die Möglichkeit hatte, länger draußen zu sein und der Wachzustand kürzer war, hatte dieser astralische Leib keineswegs so viel zu tun mit dem Ausbessern [des physischen Leibes]. Die Ermüdung war keine so große.

[ 35 ] But what does he look like? Completely different from modern humans. Everything, absolutely everything in humanity has evolved, including the states of sleep and wakefulness. They only became what they are today; in times past, they were quite different. [The] Spiritual science indicates that the current distribution of sleep and wakefulness did not emerge until relatively late [in Earth’s evolution]; in the distant past, the pattern of sleep was entirely different. Human beings slept much longer—[were in an unconscious state much longer, that is], their astral body remained outside the physical body for much longer than it does today. And because they had the opportunity to remain outside for longer and the waking state was shorter, this astral body was by no means as involved in repairing [the physical body]. Fatigue was not as great.

[ 36 ] Heute ist der Nachtzustand ausgefüllt mit Ausbessern [des physischen Leibes]. Wir sehen nur im Traume etwas wie Brocken heraus aus dem bewusstlosen Zustand. In alten Zeiten einer urfernen Vergangenheit hatte nicht die ganze Arbeit [des astralischen Leibes] verwendet werden müssen auf die Ausbesserung des physischen Leibes. Daher war, [wenn auch dumpf und dämmerhaft], dieser [astralische] Leib [mit dem Ich] in einer gewissen [Beziehung] hellseherisch. In gewisser Weise konnte dieser astralische Leib, der, [weil er] nicht so innerlich gebunden war an den physischen und Ätherleib, konnte [er] hineinsehen in seine Umgebung. Er sah das, was an geistiger Welt um ihn herum war. Allerdings wie war es, [das Schauen in hiesige Welt hinein? Was ist zurückgeblieben?] Da ist zurückgeblieben der Traum. Aber Träumen ist so etwas, was nur ein ganz schwacher, [korrumpierter] Nachklang eines [alten], dämmerhaften Hellsehens der ganzen Menschheit ist, wie wir gewisse Organe in uns haben, die früher ihre Aufgabe hatten, [zum Beispiel gewisse] Muskeln in [der] Nähe des Ohrs. [Diejenigen Wesen im Tierreich, die auf dieser Stufe stehen geblieben sind, haben noch diese Muskeln, dass sie die Ohren bewegen.] Man nennt solche Organe, [die heute keine Aufgabe haben, aber in früheren Entwicklungsständen eine Aufgabe hatten], Atavismen. Ein solcher Atavismus ist Träumen. Es war in alten Zeiten in urferner Vergangenheit der Menschheit nicht jenes [unleserlich], was es heute ist, sondern etwas, was den Menschen in reale Zusammen[hänge] brachte mit [seiner] Umgebung. [So sonderbar es aussieht für materialistische Denker, aber ich möchte Ihnen eine [unleserlich] geben und] ein wenig schildern, [wie es] damals [war]. In jenen alten Zeiten, in denen der Mensch in jenem dämmerhaften halbschlafenden Zustand war, konnte er den Menschen nicht so wahrnehmen, dass er [die äußeren Naturen] wahrnehmen [konnte, aber er nahm] wahr, was in der Seele lebte in [anderen] Menschen. Wenn er — [der andere] — wach war und sich [etwas] Arges dachte, dann [nahm er dieses arge Gefühl wahr, es] stieg [wie eine Art leuchtender Körper] für das damalige Bewusstsein als ein Wahrnehmungsvorgang ein Farbbild auf für den Seelenzustand des anderen.

[ 36 ] Today, the state of sleep is filled with the repair [of the physical body]. We see only fragments of this in our dreams as we emerge from the unconscious state. In ancient times, in a distant past, not all the work [of the astral body] had to be devoted to the repair of the physical body. Therefore, [albeit dimly and hazily], this [astral] body [together with the “I”] was, in a certain [sense], clairvoyant. In a certain sense, this astral body—which, [because it] was not so inwardly bound to the physical and etheric bodies—was able to [look] into its surroundings. It saw what was present in the spiritual world around it. However, what was it like, [this looking into the world here?] What has remained?] What has remained is the dream. But dreaming is merely a very faint, [corrupted] echo of an [ancient], twilight-like clairvoyance of all humanity—just as we have certain organs within us that once served a purpose, [for example, certain] muscles near [the] ear. [Those beings in the animal kingdom that have remained at this stage still have these muscles, which allow them to move their ears.] Such organs—[which have no function today but did have one in earlier stages of development]—are called atavisms. Dreaming is one such atavism. In ancient times, in the distant past of humanity, it was not that [illegible] that it is today, but something that brought humans into real connection with [their] surroundings. [As strange as it may seem to materialistic thinkers, I would like to give you an [illegible] and] describe a little [how it] was back then. In those ancient times, when human beings were in that twilight, half-asleep state, they could not perceive other people in such a way that they [could perceive the outer aspects of nature], but they did perceive what lived in the souls of [other] people. When he—[the other person]—was awake and thought [something] evil, then [he perceived this evil feeling; it] rose [like a kind of luminous body]—as a perceptual process for the consciousness of that time—as a colored image representing the other person’s state of soul.

[ 37 ] So nahm der Mensch das Geistige in seiner Umgebung wahr. [Gewiss, für materialistische Denker ist das etwas ganz Närrisches. Aber die Gründe, die dagegen anzuführen sind, wissen die Geistesforscher ganz genau selber. Also: Der Mensch war dazu veranlagt] in Träumen wahr[nehmen zu können]. Aber es kommt nicht darauf an, etwas Träumen zu [nennen]; wenn Träumen eine Wirklichkeit abbildet, dann ist [es doch] reale Wahrnehmung. /Lücke] [Aber wenn es im Traum wahrgenommen ist, so ist es noch nicht schlecht. ... Wir müssen uns] diese alten Träume vorstellen als einen weitaus lebensvolleren, einen Zustand, der eine geistige Welt um den Menschen herum zeigt, die heute auch vorhanden ist, [die der Mensch] aber nicht mehr sehen kann, weil er das alte Hellsehen verloren hat, aber in Zukunft wieder lernen wird, zu sehen.

[ 37 ] This is how human beings perceived the spiritual in their surroundings. [Certainly, for materialist thinkers this is utter nonsense. But the researchers of the spiritual know full well themselves the reasons that can be cited against it. So: Human beings were predisposed] to be able to perceive in dreams. But it doesn’t matter whether we [call] it dreaming; if dreaming reflects reality, then [it is] real perception. /gap] [But if it is perceived in a dream, that is not necessarily a bad thing. ... We must] imagine these ancient dreams as a far more vibrant state—one that reveals a spiritual world surrounding human beings, which still exists today, but which [human beings] can no longer see because they have lost their ancient clairvoyance, though they will learn to see it again in the future.

[ 38 ] Jetzt haben wir diesen Menschen der urfernen Vergangenheit geschildert. Sein astralischer Leib war im Wesentlichen [mächtiger], inhaltsvoller, lebensvoller als jetzt. [Der jetzige] Mensch hat sich erobert dieses [äußere sinnliche] Wahrnehmen durch sein längeres Wohnen im physischen Leib. [Aber es gibt einen Urzustand des Menschen, in dem der Astralleib mehr außerhalb des physischen und Ätherleibs war, als das heute der Fall ist.]

[ 38 ] We have now described this human being from the distant past. His astral body was essentially [more powerful], richer in content, and more full of life than it is now. [Modern] humans have acquired this [external, sensory] perception through their prolonged existence in the physical body. [But there is a primordial state of humanity in which the astral body was more separate from the physical and etheric bodies than is the case today.]

[ 39 ] Machen wir uns einmal klar, was selbst heute noch unter gewissen Verhältnissen der astralische im physischen Leib vermag. Er vermag heute allerdings nicht viel, aber etwas vermag er doch. Wenn Sie ein Schamgefühl der Seele empfinden und Sie erröten, da ist das Erröten ein rein physischer Vorgang, und von was ist es die Folge? Von einem Vorgang im astralischen Leib.

[ 39 ] Let us consider what the astral body is still capable of doing within the physical body, even today, under certain circumstances. It is true that it cannot do much today, but it is still capable of doing something. When you feel a sense of shame in your soul and you blush, the blushing is a purely physical process—and what causes it? A process in the astral body.

[ 40 ] Der Eindruck, der [das] Schamgefühl hervorgerufen hat — [eine Vorstellungs-, eine Gefühls-Wirklichkeit] —, hat ein Gefühl im Astralleib vorgerufen [und] dieses Gefühl [hat das Blut an die Oberfläche getrieben, sodass hier die Schamesröte erscheint], da sehen Sie, wie das Blut durch Vorgänge in astralischen Leib durch den einen oder anderen Vorgang in Bewegung gesetzt werden konnte. [Heute ist es ziemlich wenig, was der Astralleib arbeiten kann, aber früher hatte er große Macht.] In alten Zeiten war das Verhältnis des astralischen Leibes zum physischen Leib ein ganz anderes. Der astralische Leib konnte nicht nur den physischen [Leib in der geringfügigen Weise, wie es /unleserlich] des Blutes entgegengetreten ist, beherrschen, sondern er hatte die Möglichkeit, diesen physischen Leib] selbst seiner Form nach noch umzugestalten. Damals, als der astralische Leib noch außerhalb war, [hatte er] nicht nur die Aufgabe, [die physischen Stoffe der] Ermüdung fortzuschaffen, sondern [unleserlich] jene hellseherische Fähigkeit konnte [den physischen Leib] umbilden.

[ 40 ] The impression that evoked [the] feeling of shame—[a reality of the imagination, a reality of feeling] —has evoked a sensation in the astral body [and] this sensation [has driven the blood to the surface, causing the blush of shame to appear here]; here you can see how the blood could be set in motion by processes in the astral body through one process or another. [Today, the astral body is capable of very little, but in the past it possessed great power.] In ancient times, the relationship between the astral body and the physical body was quite different. The astral body could not only control the physical body [in the minor way in which /illegible] the blood is affected, but it also had the ability to reshape the physical body itself, even in terms of its form. Back then, when the astral body was still external, [it] not only had the task of removing [the physical substances of] fatigue, but [illegible] that clairvoyant ability could transform [the physical body].

[ 41 ] Heute [hat der Mensch] eine andere Stirn. [Gewisse Tiere haben noch jene Stirnbildung und [unleserlich]-Bildung korrumpiert. Der Mensch] hat sie durch Kräfte, die in diesem astralischen Leib waren, nach vorne getrieben. [Wir können [unleserlich] vergegenwärtigen, was diese menschliche Stirn nach vorn getrieben hat.] Indem der Mensch aufrecht gehen lernte und sich aufrecht zu bewegen, da erst lernte er den Sternenhimmel, das was oben ist, in gewisser Weise vorstellen und fühlen. Diese Eindrücke hat das mit den [Augen] nach unten oder das geradeaus gerichtete Auge des Tieres nicht. Als [der Mensch] anfing, den Sternenraum zu durchmessen, nämlich in der Zeit, als der Mensch hellseherische Anschauung hatte, [bewirkte das, was da aufgenommen wurde], dass die Stirn nach vorne drückte, das Gehirn in solche Windungen versetzte, wie der Mensch sie heute hat zu seinen Fähigkeiten. Dieser astralische Leib ist der Schöpfer unseres Vorderhirns und hat [das vordere Gehirn] mitgeschaffen [in Anpassung an die äußere Welt]. So sehen wir förmlich hinein, wie der astralische Leib den physischen Leib mitgeschaffen hat.

[ 41 ] Today [human beings] have a different forehead. [Certain animals still have that forehead structure and [illegible] structure corrupted. Human beings] have pushed it forward through forces that were present in this astral body. [We can [illegible] visualize what propelled this human forehead forward.] It was only when human beings learned to walk upright and move in an upright posture that they first learned to imagine and feel, in a certain way, the starry sky—that which is above. The animal, with its eyes directed downward or straight ahead, does not have these impressions. When [human beings] began to traverse the starry space—namely, at the time when they possessed clairvoyant perception—[what was perceived there] caused the forehead to push forward, shaping the brain into the convolutions that human beings possess today for their faculties. This astral body is the creator of our forebrain and has helped shape [the forebrain] [in adaptation to the external world]. Thus we can literally see how the astral body has helped create the physical body.

[ 42 ] Wie der Astralleib heute nur aus einem blassen in ein rotes Gesicht umwandelt, [wenn Schamesröte ins Gesicht getrieben wird], so hat er in alten Zeiten [das Gehirn] aus dieser [Urform] heraus [in seine heutige Form] geprägt. Jene Wesen in unserer Vorfahrreihe, welche diese Fähigkeit sich erworben haben, steigen auf zu Menschen. [Diejenigen], die diese Fähigkeit sich nicht erworben haben, steigen nicht auf zur Menschheit, verdichten. [So] verknöcherte sich, korrumpiert, eine frühere Entwicklungsstufe [und zeigt sie uns in einem korrumpierten Zustand]. Niemals darf der Mensch etwa vom heutigen Affen abgeleitet werden, der niemals hat diese Kräfte des astralischen Leibes auf sich wirken lassen können. Nun aber fragen wir, wenn wir noch weiter zurückgehen, dann kommen wir zu einer noch loseren Verbindung [zum physischen und Ätherleib]. Immer mehr ist darin [vom physischen und Ätherleib], daher ist immer mächtiger [und mächtiger der] astralische Leib [im Ätherleib], immer mehr imstande, den physischen Leib umzuformen. [Gallertartig war damals der Mensch, wie das heutige noch viel mehr gallertartige Tier.] Als der Mensch in weichem Zustand war, konnte der astralische Leib in mächtiger Weise auf ihn arbeiten.

[ 42 ] Just as the astral body today transforms a pale face into a red one [when a blush of shame rises to the face], so in ancient times it shaped [the brain] from this [primordial form] [into its present form]. Those beings in our ancestral line who have acquired this ability ascend to become human beings. [Those] who have not acquired this ability do not ascend to humanity but become densified. [Thus] an earlier stage of development became ossified and corrupted [and presents itself to us in a corrupted state]. Human beings must never be derived from today’s apes, for they have never been able to allow these forces of the astral body to act upon them. But now let us ask: if we go back even further, we arrive at an even looser connection [to the physical and etheric bodies]. There is more and more of [the physical and etheric bodies] in it, and therefore the astral body [within the etheric body] becomes ever more powerful, ever more capable of reshaping the physical body. [Human beings were gelatinous back then, just as today’s animals—which are even more gelatinous—are.] When human beings were in a soft state, the astral body was able to work upon them in a powerful way.

[ 43 ] [Und] so können wir immer weiter zurückgehen, zu dem Zustande, wo der gesamte astralische Leib außerhalb [des physischen Leibes] war, [wo sich der physische Leib zu dem] Ätherleib so verhielt, wie sich heute [der Körper der] Schnecke zum physischen Haus [der Schnecke] verhält, wo der astralische Leib /unleserlich] ihn gleichsam umschalt und ihn umarbeitet, wie die Schnecke am Haus — in dem Stoff des Hauses wohnt die Schnecke nicht. [So gehört er zu dem physischen und Ätherleib, aber er wohnt noch nicht in ihm, er bearbeitet ihn ganz innen, von außen; und wir finden] Zustände, wenn wir noch weiter zurückgehen, [wo auch der] Ätherleib [selber] noch nicht in dieser innigen Verbindung mit diesem physischen Leib ist, der Äther- noch außerhalb des physischen Leibes ist, und da kommen wir dazu, einzusehen, dass die Glieder der menschlichen Natur, [die heut im wachen Menschen miteinander innerlich verknüpft sind], in uralten Zeiten sich zusammengegliedert haben. Gewiss haben sie einen gemeinsamen Ursprung, aber trotzdem sie aus dem einheitlichen Urwesen stammen und die Einheit, die sie im Menschen bilden, ist eine merkwürdige, [mehrgliedrige] Einheit. Und wenn wir dem astralischen Leib die Fähigkeit zusprechen, den physischen Leib umzugestalten, welche Eigenschaften dürfen wir dann dem [ursprünglich] freien Ätherleib zuschreiben? ... /unleserlich]

[ 43 ] [And] so we can go back further and further, to the state where the entire astral body was outside [the physical body], [where the physical body related to the] etheric body just as [the body of] snail relates to the snail’s physical shell—where the astral body [illegible] wraps itself around it, as it were, and reshapes it, just as the snail does with its shell—the snail does not dwell within the substance of the shell. [Thus it belongs to the physical and etheric bodies, but it does not yet dwell within them; it works on them from the outside, deep within; and we find] states, when we go back even further, [where even the] etheric body [itself] is not yet in this intimate connection with the physical body, where the etheric body is still outside the physical body, and there we come to realize that the members of human nature, [which are today internally linked with one another in the waking human being], were brought together in ancient times. Certainly they have a common origin, but even though they stem from the unified primordial being, the unity they form within the human being is a remarkable, [multi-part] unity. And if we attribute to the astral body the ability to transform the physical body, what qualities may we then ascribe to the [originally] free etheric body? ... [illegible]

[ 44 ] [Je weiter wir in dieser Beziehung zu den Ur-Eigenschaften dieses Leibes zurückgehen, desto besser lernen wir kennen das geheimnisvolle Wirken in der Entwicklung]; dürfen wir dem Astralleib zuschreiben die [Gestaltung und Umgestaltung, die] Verwandlung [und Umarbeitung des physischen Leibes], dann müssen wir dem Ätherleib zuschreiben das stoffliche Hervorbringen des physischen Leibes. [Was heute um uns physischer Leib ist, wie ist es entstanden? Das können wir uns durch ein Bild klarmachen.]

[ 44 ] [The further we go back in this regard to the primordial qualities of this body, the better we come to understand the mysterious workings involved in its development]; if we attribute to the astral body the [formation and transformation, the] metamorphosis [and remodeling of the physical body], then we must attribute to the etheric body the material creation of the physical body. [What is the physical body around us today, and how did it come into being? We can clarify this for ourselves through an image.]

[ 45 ] [Der] Geisteswissenschafter [ist nicht imstande, alles durch Bilder mit [unleserlich] vorzuführen. Dasjenige, was handgreiflich ist, kann man heute mit dem Bild einem jeden Menschen vorführen, das ist etwas, was mehr Assoziationen erregt von einer physisch-materialistischen Anschauung.]

[ 45 ] [The] humanities scholar [is unable to illustrate everything through images with [illegible]. Today, anything that is tangible can be presented to anyone through an image; this is something that evokes more associations than a physical-materialistic perspective.]

[ 46 ] Durch einen Vergleich können wir uns klarmachen, wie [der materielle] physische Leib des Menschen entstanden ist. Der Mensch glaubt heute so leicht, dass das, was er als Physisches kennt, den Ursprung enthält von dem Lebendigen, das ist wiederum [eine solche] Denkgewohnheit, in Wahrheit ist es nicht so. Wenn man [einmal] sich mit den Vorurteilen, die heute der Wissenschaft [entstammen sollen, aber ihr nicht entstammen] ... /Lücke] Wenn man prüft, wie Dinge sind, [und wir dann die Methode nur lernen, wie man prüft], dann kann man sich durch folgenden Vergleich klarmachen, wie der physische Leib entsteht.

[ 46 ] By making a comparison, we can understand how the [material] physical body of the human being came into being. People today are so quick to believe that what they know as the physical contains the origin of life; this, in turn, is [just another] habit of thought—in truth, it is not so. If one [once] examines the prejudices that are said to [stem from] science today [but do not actually stem from it] ... /gap] If one examines how things really are [and we then learn only the method of how to examine them], then one can use the following comparison to understand how the physical body comes into being.

[ 47 ] Nehmen Sie Steinkohle, sie ist heute ein mineralischer Stoff. Sie war aber vor langen Jahren — Pflanzen. Was heute Steinkohlen sind, sind als [graphithaltige] Pflanzen [in mächtigen Wäldern] da gewesen; das Organische hat sich in das Unorganische verwandelt, die Pflanze ist Stein geworden, das Lebendige ist physisch geworden. [Wenn Sie geisteswissenschaftlich forschen können, könnten Sie sehen, wie alle Steine] ursprüng[lich] Lebewesen waren. Wir können nachforschen, [wir können genau nachweisen], dass Steine, [dass ein Bergkristall] in Urzeiten [eine Art] Pflanze war, [wie die Steinkohle. Als Mineralisches in uns ursprünglich lebendig entstanden, so ist des Menschen ganzer physischer Leib einstmals aus dem Ätherleib herausgegliedert worden. So wie Sie heute sehen] die viele Korallentiere, die das Korallenriff, das Physische aufbauen, [Sie sehen, wie sie herauswachsen], sehen, wie die Lebewesen aus ihrem eigenen Leib dieses physische Riff herausarbeiten. So war in einer Zeit vom Menschen[vorfahr] nur dieser Ätherleib vorhanden, [der Astralleib, und der] physische Leib ist aus dem Ätherleib [heraus durch einen Prozess], wie Eis aus dem Wasser; eine Verdichtung ist der Ätherleib, in verdichteter, anderer Form, und da kommen wir in den ursprünglichen Menschheitszustand zurück.

[ 47 ] Take coal, for example; today it is a mineral substance. But long ago, it was plants. What is now coal once existed as [graphite-bearing] plants [in vast forests]; the organic has been transformed into the inorganic; the plant has become stone; the living has become physical. [If you could conduct spiritual scientific research, you would see how all stones] were originally living beings. We can investigate [and prove conclusively] that stones—[that a rock crystal] in primeval times [was a kind of] plant, [like coal. Just as the mineral realm within us originally arose as living matter, so the human being’s entire physical body was once formed from the etheric body. Just as you see today] the many coral animals that build the coral reef—the physical structure—[you see how they grow outward], you see how these living beings carve out this physical reef from their own bodies. Thus, in a bygone era, the human [ancestor] possessed only this etheric body, [the astral body, and the] physical body emerged from the etheric body [through a process] similar to ice forming from water; the etheric body is a condensation, in a condensed, different form, and this brings us back to the original state of humanity.

[ 48 ] Da, wo der Ätherleib allein vorhanden war, war überhaupt noch kein physischer Mensch da. Wie hat der physische Mensch angefangen? Es war da der astralische und ätherische Mensch, die gingen dem [physischen] Menschen voran. Der erste physische Mensch war eine kleine physische Eingliederung, wie wenn Kalkkügelchen sich [aus einem Tier] abspalten, [absondern, da sehen Sie das Tier und dann ein kleines Kalkkügelchen], oder [Sie haben] hier ein Gefäß mit Wasser: Zuerst [bildet sich] ein kleines Eiskörnchen, dann vergrößert sich das [nach und nach].

[ 48 ] Where only the etheric body existed, there was not yet any physical human being at all. How did the physical human being come into being? The astral and etheric human beings were there; they preceded the [physical] human being. The first physical human was a small physical formation, as if tiny calcium particles were splitting off [from an animal]—[separating; there you see the animal and then a tiny calcium particle]—or [imagine] a vessel of water here: First, a tiny ice crystal forms, then it gradually grows larger.

[ 49 ] So war des Menschen ganze physische Natur überhaupt nicht da. Sie bildete sich überhaupt [als kleines, winziges Ding] in[nerhalb des] geistigen, ätherischen [und astralischen, und] was nunmehr sich loslöste vom Ätherischen und Astralischen und zurück, das war dem Niedergang geweiht, das fing von da an, in niedergehender Richtung sich zu entwickeln, [und wurde zu den niedrigsten Lebewesen]. Was aber ergriffen wurde von den Kräften des Äther- und Astralleibes, entwickelte sich höher. [Etwas vom Tier löste sich ab], stufenweise, bis [zu der Stufe, wo der] heutige Mensch da war; nur aus den [Entwicklungs]schritten, die er unternommen hat, hat er überall Wesen zurückgelassen. Das einfachste Wesen, das man heute sieht, von dem man sagt, dass sei der Stammvater [der Menschheit], ist nur ein Seitenzweig [der Menschheitsentwicklung].

[ 49 ] Thus, the human being’s entire physical nature did not exist at all. It first took shape [as a small, tiny entity] within the spiritual, ethereal [and astral realms], and whatever subsequently separated from the ethereal and astral realms and turned back was doomed to decline; from that point on, it began to develop in a downward direction, [becoming the lowest forms of life]. But that which was seized by the forces of the etheric and astral bodies developed to a higher level. [Something of the animal separated], step by step, until [the stage where] today’s human being came into being; yet in every step of [development] that he has taken, he has left beings behind. The simplest being one sees today, which is said to be the progenitor [of humanity], is merely a side branch [of human evolution].

[ 50 ] Aber der Mensch [als geistiges Wesen], als astralisches Wesen geht den Lebewesen voran. Er ist der Erstgeborene als Geistwesen. Von ihm [als Geistwesen] stammen [die anderen Wesenheiten], die unvollkommenen Wesen ab, von ihm, der [von Anfang an] alle Anlagen zur höchsten Vollkommenheit [in sich hat]. So war Mensch da als geistiges Wesen, bevor er als physisches [Wesen] da war. [Woher stammen wir also? Aus der Welt, die der Mensch gar nicht sieht]; der Mensch sieht nicht die Welt, in der die astralischen, ätherischen Körper heimisch sind. Da drinnen ist die Welt, aus der der Mensch wirklich abstammt. Daher stammt ursprünglich das, was höchstes Glied des Menschen ist, auf geheimvolle Art, [aus ihm heraus der astralische Leib, der ätherische und] als letztes Glied der physische Leib. Vom Göttlich-Geistigen stammt der Mensch ab, [vom Geistigen stammt der Mensch. Nur] dann betrachten wir das Erscheinen und Abstammung des Menschen im ganz richtigen Lichte, wenn [wir uns] wirklich [zu geistig-wissenschaftlicher Betrachtung erheben. Diese geisteswissenschaftlichen Blicke können im Lauf des Winters in Einzelheiten erläutert werden. Was nun als Programm erscheint, wird in seinen Einzelheiten klar werden. Das wird sich zeigen ...] Das Physische ist aus dem Geistigen heraus geboren. Das Geistige ist etwas, was alles durchdringt, das haben [vor allen Dingen] immer die[jenigen] empfunden, dass der Mensch aus dem Geistigen heraus stammt, die durch ihre gute Anlagen und Erkenntnis keinen materialistischen Sinn [und keine materialistischen Denkgewohnheiten] hatten. Von [den] Gesetzen, die als geistige die ganze Welt durchdringen und durchklingen, von solchen Gesetzen heraus erscheint der Mensch den Geistesforschern stammend. Damit ist Geistesforschung auf keinem anderen Gesichtspunkte stehend, als auf dem[jenigen] Goethes, [den wir als echten Geistesforscher erkannt haben, und den er] in den verschiedensten Formen zum Ausdruck gebracht hat, [unter anderem in jener wunderbaren Gedichtreihe, die mit] «Gott und Welt» [überschrieben ist], in der ein schönes Gedicht ist, «Orphische Urworte», von dem uns heute insbesondere aber die erste Strophe interessiert, weil sie uns zeigt, wie sich Goethe bewusst war der Tatsachen, von denen wir heute gesprochen haben. Er will [in seiner ersten Strophe uns] zeigen, wie das, was im Menschen geistig ist, was von höheren Gesetzen abstammt [als von physischen Gesetzen, die durch äußerliche Sinnestatsachen erklärt werden], auch nicht zerstückelt werden kann durch die Mächte des Zeitlichen, nicht zerstückelt werden kann durch Kräfte des Sinnlichen. [Das will er ausdrücken, wenn er] eine uralte heilige Anschauung anknüpft an [seine eigene Zerstückelung]: Ich und Geistesmenschen sind nicht gebunden an sinn[lich]-physische Gesetze des Leibes, den sie selbst [erst] hervorgebracht, aufgebaut, verwandelt haben, sie sind in ihrem Wesen ewig und unveränderlich, indem sie das verwandeln und umbilden, das sie selbst [als das Ich und astralischer Leib] hervorgebracht haben.

[ 50 ] But human beings [as spiritual beings], as astral beings, are ahead of other living beings. He is the firstborn as a spiritual being. From him [as a spiritual being] descend [the other beings], the imperfect beings—from him who [from the very beginning] possesses within himself all the potential for the highest perfection. Thus, human beings existed as spiritual beings before they existed as physical [beings]. [So where do we come from? From the world that human beings cannot see at all]; human beings do not see the world in which the astral and etheric bodies dwell. Within that world lies the realm from which human beings truly originate. Hence, in a mysterious way, that which is the highest aspect of the human being originates there, [and from it emerge the astral body, the etheric body, and] finally, the physical body. Humanity descends from the divine-spiritual, [humanity descends from the spiritual. Only] then do we view the emergence and origin of humanity in the entirely correct light when [we] truly [rise to spiritual-scientific contemplation. These spiritual-scientific perspectives can be explained in detail over the course of the winter. What now appears as a program will become clear in its details. That remains to be seen ...] The physical is born out of the spiritual. The spiritual is something that permeates everything; this has always been felt [above all] by those who, through their good dispositions and insight, did not have a materialistic outlook [or materialistic habits of thought]—namely, that human beings originate from the spiritual. From [the] laws—which, as spiritual laws, permeate and resonate throughout the entire world—it is from such laws that human beings appear to spiritual researchers to have originated. In this respect, spiritual research stands on no other ground than that of Goethe—whom we have recognized as a true spiritual researcher—and which he expressed in the most diverse forms, [including in that wonderful series of poems titled] “God and the World,” which includes a beautiful poem, “Orphic Primordial Words,” of which the first stanza is of particular interest to us today because it shows us how Goethe was aware of the facts we have discussed today. He wants [in his first stanza] to show us how that which is spiritual in the human being—which derives from higher laws [than physical laws, which are explained by external sensory facts]—cannot be fragmented by the forces of the temporal, cannot be fragmented by the forces of the sensual. [This is what he intends to express when he] links an ancient, sacred conception to [his own fragmentation]: I and spiritual beings are not bound by the sensory-physical laws of the body, which they themselves [first] brought forth, built up, and transformed; they are eternal and unchangeable in their essence, in that they transform and reshape that which they themselves [as the “I” and the astral body] have brought forth.

Wie an dem Tag, der dich der Welt verliehen
Die Sonne stand zum Gruße der Planeten
Bist alsobald und immerfort gedichen
[nach dem Gesetz, nach dem du angetreten].
So musst du sein, dir kannst du nicht entfliehen,
So sagten schon Sibyllen und Propheten.
Und keine Macht und keine Zeit zerstückelt
Geprägte Form, die lebend sich entwickelt.

Just as on the day you were bestowed upon the world
The sun stood in greeting to the planets
You were thus immediately and forever ordained
[according to the law by which you came into being].
This is how you must be; you cannot escape it,
As the Sibyls and prophets have already said.
And no power, no time can fragment
A defined form that develops while alive.