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The Rudolf Steiner Archive

a project of Steiner Online Library, a public charity

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The Essence of Anthroposophy
within the World Of Sense, Soul And Spirit
GA 68b

1 December 1907, Nuremberg

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The Circular Flow of Man's Life, tr. SOL
  1. Der Kreislauf des Menschen

33. Die Naturwissenschaft am Scheidewege

33. Science at a Crossroads

[ 1 ] Mehr als in einer noch so weisen Gelehrsamkeit enthüllt sich uns oftmals in einfachen Mythen und Sagen eine tiefe, tiefe Weisheit und Wahrheit. So scheint es, als ob eine urewige Wahrheit der Menschenbrust an unsere Seele heranspräche, wenn wir ein sehr einfaches, aber tief ergreifendes mongolisches Märchen vernehmen. Dieses Märchen heißt etwa so: Es ist eine alte Frau. Diese alte Frau hat nur ein einziges großes Auge oben am Kopf, sonst keine Augen, mit denen sie sehen könnte. Sie geht alle möglichen Wege durch die Welt, und alles, was ihr am Weg begegnet, hebt sie auf, jeden Stein, jede Pflanze, alles, alles; und dann führt sie das, was sie so aufhebt, zu ihrem einzigen Auge, um es zu besehen, und wenn sie es besehen hat, drückt sich etwas wie ein ungeheures Entsetzen in ihrem Gesicht aus. Dann wirft sie den Gegenstand weit von sich. Diese Erzählung sagt uns weiter: Diese alte Frau hat einstmals ihr einziges Kind verloren, und nun sucht sie überall in der Welt nach diesem einzigen Kind und glaubt, in jedem Stein, in jedem Gegenstand, der ihr begegnet, dies Kind zu finden. Hat sie einen Gegenstand wiederum zum Auge gehoben und ist sie wiederum gewahr geworden, dass das nicht das ist, was so tief zu ihr gehört, dann malt sich Enttäuschung auf ihr Gesicht, und sie wirft den Gegenstand weg.

[ ] [ 1 ] Often, simple myths and legends reveal to us a deep, deep wisdom and truth—more so than even the wisest scholarship ever could. It seems as though an eternal truth from the human heart speaks directly to our soul when we hear a very simple yet deeply moving Mongolian fairy tale. This fairy tale goes something like this: There is an old woman. This old woman has only one large eye at the top of her head; she has no other eyes with which she can see. She walks all manner of paths through the world, and everything she encounters along the way, she picks up—every stone, every plant, everything, everything; and then she brings what she has picked up to her single eye to look at it, and when she has looked at it, something like immense horror is expressed on her face. Then she throws the object far away from herself. This story goes on to tell us: This old woman once lost her only child, and now she searches all over the world for that one child, believing she will find it in every stone, in every object she encounters. When she raises an object to her eye again and realizes once more that it is not the one that belongs so deeply to her, disappointment appears on her face, and she throws the object away.

[ 2 ] Nun könnten wir, wenn wir Märchen und Sagen deuten wollten, gerade in diesem Märchen, das in ursprünglichsten Volksgemütern lebte, eine tiefe Weisheit finden. Das wollen wir jetzt nicht. In solchen Märchen kann man ja viele, viele Deutungen finden; aber es scheint uns, als ob uns dieses Märchen ausdrückt eine Sehnsucht in eines jeden Menschen Brust. Ein jeder Mensch, wenn er sich klar und deutlich über seine tiefsten Seelenwerte wird, fühlt, wie er etwas in aller Welt suchen muss, etwas, was am tiefsten verwandt ist mit dem Innersten seiner Seele, von dem er glauben muss, dass es in jedem Stein, in jedem Wesen sich ankündigen könne. Und ein jeder Mensch fühlt, dass er das, was er eigentlich sucht, nicht mit den äußeren Augen sehen und unmittelbar wahrnehmen kann. Ein jeder Mensch fühlt in sich ein höheres geistiges Auge, mit dem er durch die Welt wandelt, und er ahnt, dass das, was den äußeren Sinnen begegnet, nur die Ausdrucksmittel sind für etwas, was dahinter lebt, und so geht er in der Welt herum wie jene Frau und sieht jeden Gegenstand an. Solange er nur mit den äußeren Sinnen ihn betrachtet, gibt [dies]er ihm etwas, das, wenn er es an das Auge seiner Sehnsucht hält, ihn tief enttäuscht. Und er wirft ihn weg, sich sagend: Wieder, wieder nicht dasjenige, was ich fühle, was in allen äußeren Dingen leben muss. Denn es ist ja der Geist hinter allen sinnlichen physischen Wesen, den der Mensch unabänderlich und immerwährend sucht, der Geist, von dem er weiß, dass er in seinem Innern lebt, und von dem er weiß, dass er ihn irgendwie finden müsse auch hinter den äußeren Gegenständen. Es ist die Geisteswissenschaft, welche den Menschen hinweist auf das, was hinter den sinnlichen Dingen ist und was seinen geistigen Blick wirklich befriedigen kann.

[ ] [ 2 ] Now, if we were to interpret fairy tales and legends, we might find profound wisdom precisely in this fairy tale, which lived in the most primordial folk consciousness. We do not wish to do that now. In such fairy tales, one can indeed find many, many interpretations; but it seems to us that this fairy tale expresses a longing in every human heart. Every person, when they become clearly and distinctly aware of their deepest spiritual values, feels that they must seek something in the whole world—something that is most deeply connected to the innermost core of their soul, something they must believe can reveal itself in every stone, in every being. And every person feels that what they are actually seeking cannot be seen with their physical eyes or perceived directly. Every person feels within themselves a higher spiritual eye with which they walk through the world, and they sense that what meets the physical senses is merely the means of expression for something that lives behind it; and so they walk through the world like that woman, looking at every object. As long as they view it only with their physical senses, it gives them something that, when held up to the eye of their longing, deeply disappoints them. And he casts it aside, saying to himself: Again, again not that which I feel, that which must live in all external things. For it is indeed the spirit behind all sensory, physical beings that human beings seek unceasingly and eternally—the spirit of which they know lives within them, and of which they know they must somehow find it even behind external objects. It is spiritual science that points people toward what lies behind sensory things and what can truly satisfy their spiritual gaze.

[ 3 ] Diese Geisteswissenschaft hat, wenn man die Dinge objektiv betrachtet, bis heute, trotz ihres kurzen Lebens, in den letzten Jahrzehnten eine ziemlich weite Verbreitung innerhalb der Gebildeten unseres Erdkreises gefunden. Dennoch sind bei vielen Menschen, die sich mit dieser Sache nur oberflächlich befassen, die merkwürdigsten Vorurteile im Umlaufe. Da hören wir immer: Diese Theosophie will nichts anderes, als irgendeine orientalische Weltanschauung hereinverpflanzen nach Europa. Wir hören, dass sie eine Sekte sei, dass sie zum krassesten Aberglauben führe.

[ ] [ 3 ] If one looks at things objectively, this spiritual science—despite its short history—has, in recent decades, found quite widespread acceptance among the educated people of our world. Nevertheless, among many people who deal with this subject only superficially, the strangest prejudices are circulating. We constantly hear: “Theosophy seeks nothing more than to transplant some Eastern worldview into Europe.” We hear that it is a sect, that it leads to the most blatant superstition.

[ 4 ] Von alledem ist nicht eine Spur der Wirklichkeit entsprechend. Es erfordert aber allerdings, dass der Mensch der Gegenwart sich tiefer und tiefer einlasse auf diese Geisteswissenschaft, wenn er sehen will, was sie dem Menschen zu geben imstande ist. Gibt sie wirklich das Geistige, befriedigt sie die charakterisierte menschliche Sehnsucht, so ist sie mehr, als was die bloße Neugierde befriedigen kann. Sie ist etwas, was der Mensch braucht zu seinem Leben. Sie gibt dem Menschen wieder Klarheit, dass im Geist der Ursprung, der Keim, der Quell von allem, auch vom Physischen ist, und wenn das der Fall ist, dann gibt sie mit dem Geist dem Menschen zu gleicher Zeit Kraft, Quellen des Lebens überhaupt. Die, die sich tiefer auf sie einlassen, finden das im vollsten Maße.

[ ] [ 4 ] Not a trace of all this corresponds to reality. It does, however, require that people today engage more and more deeply with this spiritual science if they want to see what it is capable of offering humanity. If it truly offers the spiritual and satisfies that characteristic human longing, then it is more than what mere curiosity can satisfy. It is something that human beings need for their lives. It restores clarity to people that the spirit is the origin, the seed, and the source of everything, including the physical world; and if that is the case, then through the spirit it simultaneously gives people strength—the very sources of life itself. Those who engage with it more deeply find this to the fullest extent.

[ 5 ] Nichts ist so fundamental, so bedeutsam für diese Geisteswissenschaft als der Satz, dass auch das Geistige in uns, dass unsere Gedanken, Empfindungen, Gefühle, Tatsachen sind, die eine tiefe Wirkung und Bedeutung für das äußere Leben haben. Wenn wir das speziell anwenden, wenn wir eines herausgreifen, so können wir sagen: Wahre, echte Gedanken des Geistes geben dem Menschen Zufriedenheit, innere Harmonie. Innere Harmonie, Zufriedenheit bedeuten aber, wenn der Geist wirklich Kraft ist, in ihrer Wirkung auf den physischen Organismus Gesundheit, während der Zweifel die Abgeschlossenheit von der geistigen Welt dem Menschen innerlich Unsicherheit, Hoffnungslosigkeit, Arbeitsunfähigkeit gibt. Es nagt an seinem tiefsten Wesen. Und weil Gedanken Tatsachen sind, wirken der Zweifel, die Hoffnungslosigkeit so auf seine Gesundheit, dass sie diese schwächen. Das ist zunächst eine Behauptung. Allein, wer sich tiefer einlässt, der wird sich von ihrer Stichhaltigkeit nach und nach überzeugen können.

[ ] [ 5 ] Nothing is as fundamental, as significant for this spiritual science, as the statement that the spiritual within us—our thoughts, sensations, and feelings—are realities that have a profound effect and significance for our external life. If we apply this specifically, if we single out one aspect, we can say: True, genuine thoughts of the spirit give a person contentment and inner harmony. But inner harmony and contentment—if the spirit is truly a force—mean health in their effect on the physical organism, whereas doubt and isolation from the spiritual world cause a person inner insecurity, hopelessness, and an inability to work. It gnaws at their very core. And because thoughts are facts, doubt and hopelessness affect their health in such a way that they weaken it. This is, for now, a claim. However, anyone who delves deeper into the matter will gradually be able to convince themselves of its validity.

[ 6 ] Nun gibt es heute mannigfache Hindernisse, wenn der Mensch an diese Geisteswissenschaft herankommen will. Wer selbst in dieser Geisteswissenschaft steht, ist keineswegs, wenn er unbefangen die Dinge betrachtet, geneigt, die schweren Hindernisse, die dem Menschen entgegenstehen, wenn er zum Verständnis der Geisteswissenschaft kommen will, zu unterschätzen. Unter diesen mannigfaltigen Hindernissen ist nun etwas, was gerade zusammenhängt mit den größten Fortschritten, bedeutsamsten Errungenschaften unseres Zeitalters, mit der Naturwissenschaft. Aber nicht mit den naturwissenschaftlichen Tatsachen! Denn zu behaupten, dass Geisteswissenschaft, überhaupt ein Wahrheitsstreben mit den naturwissenschaftlichen Tatsachen in Widerstreit kommen könnte, ist Wahnsinn. Tatsachen sind Tatsachen. Und es kann nichts geben, was irgendwie mit den naturwissenschaftlichen Tatsachen in Widerstreit kommt.

[ ] [ 6 ] Today, there are manifold obstacles for anyone who wishes to approach this spiritual science. Anyone who is himself immersed in this spiritual science is by no means inclined—if he views things impartially—to underestimate the serious obstacles that stand in the way of those who wish to come to an understanding of spiritual science. Among these manifold obstacles is something that is specifically connected to the greatest advances and most significant achievements of our age: natural science. But not the facts of natural science! For it is madness to claim that spiritual science—or any pursuit of truth, for that matter—could conflict with the facts of natural science. Facts are facts. And there can be nothing that in any way conflicts with scientific facts.

[ 7 ] Aber es handelt sich noch, wenn wir heute von Naturwissenschaft reden, für die meisten, die sich anlehnen an diese Naturwissenschaft, nicht bloß um Tatsachen, sondern vielmehr um ein Bekenntnis, um eine Art Glauben, der aus der Naturwissenschaft gewonnen worden ist. Und insbesondere sind es die letzten Sechziger- und Siebzigerjahre des vorigen Jahrhunderts gewesen, welche nach und nach für viele eine Art wissenschaftliches Bekenntnis heraufgebracht haben. Es drückt sich dieses Bekenntnis darin aus, dass es viele Leute gibt, die sagen, von Geist, von einem göttlich-geistigen Hintergrund zu sprechen, sei dem heutigen Menschen unmöglich; von Geist oder Seele haben kindlich-phantastisch verflossene Zeitalter gesprochen. Für die heutige, reif gewordene Menschheit ist es unmöglich, von diesem Dingen zu sprechen, denn die naturwissenschaftlichen Tatsachen zwingen zu anderem. Und dasjenige, was als solche naturwissenschaftliche Religion sich heute verbreitet und mehr und mehr Anhänger gewinnt, nimmt das Vorstellungsleben vieler in solchem Umfange gefangen, dass es einfach wahr ist, dass viele, die in dieser Befangenheit sind, das, was die Geisteswissenschaft zu sagen hat, einfach für baren Unsinn, für Träumerei ansehen müssen.

[ ] [ 7 ] But when we speak of natural science today, for most people who draw on it, it is not merely a matter of facts, but rather a commitment, a kind of faith derived from natural science. And it was particularly the late 1960s and 1970s that gradually gave rise to a kind of scientific commitment for many people. This conviction is expressed in the fact that many people say it is impossible for modern humans to speak of the spirit or of a divine-spiritual background; they claim that past ages, with their childish and fanciful views, spoke of the spirit or the soul. For today’s mature humanity, it is impossible to speak of these things, for the facts of natural science compel us to think otherwise. And what is spreading today as this “scientific religion”—and gaining more and more followers—captures the imagination of so many to such an extent that it is simply true that many who are caught up in this mindset must regard what spiritual science has to say as sheer nonsense, as mere daydreaming.

[ 8 ] Begreifen muss der Geisteswissenschafter, um was es sich hier handelt. Wir können Folgendes durchaus erleben. Der Geisteswissenschafter tritt auf mit dem, was er glaubt, sagen zu können aus der treuen Beobachtung der geistigen Welt heraus, mit mannigfaltigen Lehren über das, was jenseits des physisch Wahrnehmbaren liegt. Zu Ihnen ist ja hier oftmals von diesen Dingen gesprochen worden, gesprochen worden von dem, was wir die höheren Glieder der Menschennatur nennen, von dem Schicksal des Menschen zwischen Tod und Wiedergeburt, von anderen Welten als der physischen. Was da gesagt wird, muss auf viele, die sich heute bekennen zu einer Art naturwissenschaftlicher Glaubenslehre, wie eine Phantasterei, wenn nicht wie etwas viel Schlimmeres erscheinen. Und heute ist unsere Betrachtung gewidmet im speziellen dieser Tatsache, der Tatsache: Was muss eigentlich jemand, der im Laufe der letzten sechzig Jahre aus dem, was nicht die naturwissenschaftlichen Tatsachen ganz unmittelbar geben, was sich aber entwickelt hat aufgrund derselben und sich zu dem bekennt, was muss er von der Theosophie oder Geisteswissenschaft denken, oder was kann er leicht davon denken?

[ ] [ 8 ] The spiritual scientist must understand what is at stake here. We can certainly observe the following: The spiritual scientist presents what he believes he can say based on faithful observation of the spiritual world—a variety of teachings about what lies beyond the physically perceptible. After all, these things have often been discussed here—discussions of what we call the higher aspects of human nature, of the human destiny between death and rebirth, and of worlds other than the physical one. To many who today profess a kind of scientific doctrine, what is said here must seem like fantasy, if not something far worse. And today our discussion is devoted specifically to this fact: What must someone—who, over the course of the last sixty years, has come to embrace what is not directly provided by scientific facts, but what has developed as a result of them—what must such a person think of Theosophy or spiritual science, or what might he easily think of it?

[ 9 ] Bevor wir auf diese Stellung der Zeitgenossen, die ein naturwissenschaftliches Bekenntnis zu haben glauben, eingehen, müssen wir charakterisieren, worauf es für die fraglichen Punkte der Geisteswissenschaft ankommt. Der Geisteswissenschaft kommt es darauf an, in allem zu zeigen, dass der Geist das Ursprüngliche, die Materie das Abgeleitete, das ist, was als Wirkung des Geistes auftritt. Stoff, Materie, Sinnlichkeit ist für den Geistesforscher also auch Geist, aber wie Geist in anderer Form. Nehmen Sie einmal ein Kind. Das kommt zu Ihnen mit einem Stück Eis. Sie sagen zu dem Kind: Dies ist Wasser, wirkliches Wasser, nur in anderer Form. - Das Kind wird sagen: Ja, dies Eis ist doch nicht Wasser! — Da werden Sie sagen: Wenn du dich bekannt machst mit der Natur des Eises, dann wirst du es schon verstehen. So wird der Geisteswissenschafter, wenn jemand Materie, irgendetwas Sinnliches vor sich hat, sagen: Das ist Geist in anderer Form. - Da wird der Materialist sagen: Das ist doch Materie. Und der Geistesforscher wird, ebenso wie Sie dem Kinde antworten, sagen: Du musst dich erst bekannt machen, inwieferne Materie in anderer Form als Geist erscheint.

[ ] [ 9 ] Before we address the position of those contemporaries who believe they adhere to a scientific worldview, we must clarify what is essential to the points in question in the spiritual sciences. The aim of spiritual science is to demonstrate in all things that the spirit is the primary reality, while matter is the derivative—that is, what appears as the effect of the spirit. For the spiritual scientist, therefore, substance, matter, and sensibility are also spirit, but spirit in a different form. Take a child, for example. The child comes to you with a piece of ice. You say to the child: “This is water—real water—just in a different form.” The child will say: “But this ice isn’t water!” Then you will say: “Once you become familiar with the nature of ice, you will understand.” In the same way, when the spiritual scientist sees matter—anything sensory—before him, he will say: “This is spirit in another form.” — The materialist will then say: “But that is matter.” And the spiritual scientist will reply, just as you would to the child: “You must first familiarize yourself with the extent to which matter appears as spirit in another form.”

[ 10 ] Und dies, was so in ganz abstrakter Weise jetzt vor Ihre Seele hingestellt worden ist, das sucht Geisteswissenschaft in den Einzelheiten klarzulegen, zum Beispiel zu zeigen, dass das, was Sie als sinnlichen Menschen erkennen, mit den Augen sehen, Händen tasten, dass dieser äußere stoffliche Mensch nichts anderes ist als das Ergebnis eines geistigen Menschen. Wie das Eis Wasser in anderer Form ist, so ist der physische Mensch ein geistiger Mensch in anderer Form.

[ ] [ 10 ] And this—which has now been presented to your soul in such an abstract way—is what spiritual science seeks to clarify in detail; for example, to show that what you, as a sensory human being, perceive—what you see with your eyes and touch with your hands—that this outer, material human being is nothing other than the result of a spiritual human being. Just as ice is water in another form, so the physical human being is a spiritual human being in another form.

[ 11 ] Nun müssen wir ja natürlich, wenn wir heute in ein paar Strichen so etwas hinstellen, auf das, was in anderen Vorträgen gesagt worden ist, erinnern. Für die, die diese Vorträge nicht gehört haben, ist es schwer. Diese Geisteswissenschaft zeigt, dass, wenn Sie aus der Gegenwart immer weiter und weiter in der Zeit zurückgehen, Sie andere Formen im Laufe der Entwicklung finden, immer einfachere und einfachere äußere physische Menschenformen. Diese physischen Leiber des Menschen würden Ihnen, wenn Sie weit genug zurückgehen würden, immer einfacher erscheinen, bis, wenn Sie weit genug zurückgehen würden, Sie ganz einfache, primitive Menschenformen finden würden. Aber je weiter Sie zurückgehen, je primitiver die physischen Formen werden, desto mehr finden Sie mit dieser physischen Form eine überphysische, eine unsichtbare Menschenform verknüpft. Und wenn Sie noch weiter zurückgehen in die Zeiten, wo der physische Mensch immer kleiner und kleiner wird, wird der physische Leib unscheinbar, aber der geistige Mensch ist da, und der ist der Erzeuger dieser physischen Menschenform. Und wenn Sie noch weiter zurückgehen, dann verschwindet die Menschenform ganz, und Sie kommen zum ursprünglichen Menschen, aus dem heraus der physische sich geballt hat. Der ist ein geistiger Mensch.

[ ] [ 11 ] Now, of course, when we outline something like this in a few strokes today, we must recall what has been said in other lectures. For those who have not heard these lectures, it is difficult. This spiritual science shows that if you go further and further back in time from the present, you will find different forms in the course of evolution—increasingly simpler and simpler outer physical human forms. If you were to go back far enough, these physical human bodies would appear increasingly simple to you, until—if you went back far enough—you would find very simple, primitive human forms. But the further back you go, the more primitive the physical forms become, and the more you find a superphysical, invisible human form linked to this physical form. And if you go back even further in time, to when the physical human being becomes smaller and smaller, the physical body becomes imperceptible, but the spiritual human being is still there, and it is the creator of this physical human form. And if you go back even further, the human form disappears entirely, and you arrive at the original human being from whom the physical form coalesced. That is a spiritual human being.

[ 12 ] Versinnbildlichen wir uns einmal, wie die Bildung des Menschen jetzt geschieht, durch einen Vergleich. Nehmen Sie einmal eine gewisse Menge Wasser. In dieser lassen Sie eine kleine Menge darin zu Eis erstarren. Dann ist in der Mitte eine kleine Menge Eis und ringsherum Wasser. Jetzt lassen Sie mehr erstarren. Dann haben Sie eine kompliziertere Eisform. Wenn schon weniger Wasser als früher da ist, dann ist das Wasser zu Eis zusammengefügt. Je mehr Wasser zu Eis erstarrt, desto weniger Wasser bleibt übrig. Immer mehr und mehr Eis soll entstehen, bis wir so weit gehen, dass wir fast das ganze Wasser zu Eis haben erstarren lassen, sodass, was früher Wasser war, nunmehr in der harten, greifbaren Form des Eises zum Ausdruck kommt.

[ ] [ 12 ] Let’s use an analogy to illustrate how human development takes place today. Take a certain amount of water. Let a small amount of it freeze into ice. Now there is a small amount of ice in the middle, surrounded by water. Now let more of it freeze. You will then have a more complex ice formation. Even though there is less water than before, the water has been transformed into ice. The more water that freezes, the less water remains. More and more ice is formed until we reach the point where we have frozen almost all the water into ice, so that what was once water is now expressed in the hard, tangible form of ice.

[ 13 ] So etwa müssen wir uns, wenn wir uns an den Vergleich halten, die Entwicklung des Menschen vorstellen. Nur das Wasser können wir noch sehen, den geistigen Menschen können wir nicht mehr sehen. Aus ihm fängt an zu leuchten die erste primitive, ursprüngliche Menschenform, die auf der niedrigsten Organisationsstufe steht. Ringsherum ist dieser geistige Mensch, er verdichtet sich. So geht es weiter bis heute. Unser heutiger Mensch, wie er vor uns steht, ist aus dem geistigen Menschen in das Physische herein gebildet worden. Immer stofflicher geworden ist die geistige Form. Der heutige Mensch ist der Ausdruck, die Offenbarung des unsichtbaren Menschen, der sichtbar geworden ist.

[ ] [ 13 ] This is roughly how we must imagine human evolution if we stick to this analogy. We can still see only the water; we can no longer see the spiritual human being. From within it begins to shine the first primitive, original human form, which stands at the lowest level of organization. This spiritual human being is all around us; it is becoming more dense. This process has continued to the present day. The human being of today, as he stands before us, has been formed from the spiritual human being into the physical realm. The spiritual form has become increasingly material. The human being of today is the expression, the revelation, of the invisible human being who has become visible.

[ 14 ] Jetzt nehmen wir eine andere Gedankenreihe auf, nehmen an, wir hätten nicht einen solchen Wasserklumpen erstarren lassen, sondern eine Anzahl, Wir hätten den einen erstarren lassen auf allererster Stufe, dann hätten wir ihn herausgenommen. Er bleibt nun so, wie er war, und zeigt uns die Stufe der Entwicklung, die in einer gewissen Phase da war. Nun hätten wir einen zweiten Klumpen erstarren lassen, auf höherer Stufe. Wir nehmen ihn dann heraus. Er bleibt, wie er ist. Ein dritter ebenso. Schließlich können wir jetzt hinstellen die ganze lange Entwicklungsreihe, wo mehr und mehr Wasser zu Eis erstarrt, bis zuletzt ein Punkt erreicht ist, wo nur ein Eisklumpen da ist. Wir haben Eisstückchen, die verloren haben die Möglichkeit, noch anderes Eis anzusetzen, weil wir es vom Wasser abgetrennt haben. So, sehen Sie, stellt man sich im Sinne der Geisteswissenschaft die Entwicklung des Menschen vor in seinem Verhältnis zur Tierwelt.

[ ] [ 14 ] Now let’s consider another line of thought: suppose we hadn’t allowed just one such lump of water to solidify, but rather several. Suppose we had allowed one to solidify at the very first stage, and then removed it. It now remains as it was, showing us the stage of development that existed at a certain phase. Now let’s say we had allowed a second lump to freeze at a higher stage. We then remove it. It remains as it is. A third one as well. Finally, we can now lay out the entire long series of development, in which more and more water freezes into ice, until a point is finally reached where there is only one lump of ice. We have pieces of ice that have lost the ability to form any more ice, because we have separated them from the water. So, you see, this is how, in the spirit of spiritual science, one conceives of human development in relation to the animal world.

[ 15 ] Einstmals gab es einen geistigen Menschen; er hat sich ursprünglich primitive Körper herausgebildet. Der Teil, der den geistigen Menschen mitbehielt und weiterentwickelte, der gelangte herauf bis zur heutigen Menschheit. Da aber, wo sich eine Entwicklungsstufe herausriss, blieb sie stehen. So riss sich einmal auf der ersten Stufe, als der geistige Mensch die primitive Form herausgebildet hatte, eine kleine gallertartige Kugel heraus, blieb übrig wie jenes Stückchen Eis und bildete die heutigen niedrigsten Tiere. Ihnen ist die geistige Grundlage verloren gegangen. Auf späterer Stufe blieben wieder Wesen zurück, die Würmer. Später wieder andere, die Fischform, später Amphibien und so weiter, bis endlich in einer Zeit, die für den Geistesforscher nicht lang ist, das Affengeschlecht sich herausgehoben hat aus dem Geist, sodass es nicht mehr mitgehen konnte. Der Mensch ist hinausgeschritten auch über diese Stufe.

[ ] [ 15 ] Once upon a time, there was a spiritual human being; he originally developed primitive bodies. The part that retained and further developed the spiritual human being made its way up to present-day humanity. But wherever a stage of development broke away, it came to a halt. Thus, at the first stage—when the spiritual human being had developed the primitive form—a small, gelatinous sphere broke away, remained behind like that little piece of ice, and formed today’s lowest animals. They have lost their spiritual foundation. At a later stage, other beings were left behind: the worms. Later still, others remained behind—the fish form, then amphibians, and so on—until finally, in a period that is not long by the spiritual researcher’s standards, the ape species broke away from the spirit, so that it could no longer keep pace. Humanity has also advanced beyond this stage.

[ 16 ] So können Sie niemals sagen, dass von irgendeiner jetzt vorhandenen Form sich der Mensch ableitete. Vielmehr ist es umgekehrt: Die Formen draußen, die überall Sie umgeben, diese Formen stellen uns Entwicklungsepochen vor, die der Mensch überwunden hat, weil er bei sich selber den ursprünglichen geistigen Menschen behielt, weil er nicht herausriss, was physisch geworden ist, aus dem Geist. Wenn der Mensch so hinaussieht in die Umgebung, dann sagt er sich: Ich bin der Erstling in unserer Entwicklungsreihe; damals, als noch nicht die ursprünglichsten Tiere da waren, war ich schon da. Ich habe alle diese Stufen durchgemacht; meine Etappen sehe ich in meiner Umgebung.

[ ] [ 16 ] Thus, you can never say that human beings are descended from any form that exists today. Rather, it is the other way around: The forms out there, the ones that surround you everywhere—these forms represent stages of evolution that humankind has overcome, because it retained within itself the original spiritual human being, because it did not tear what had become physical away from the spirit. When human beings look out at their surroundings in this way, they say to themselves: I am the first in our evolutionary series; back when even the most primitive animals did not yet exist, I was already here. I have gone through all these stages; I see my own stages reflected in my surroundings.

[ 17 ] So denkt der Geistesforscher über die Entwicklung des Menschen, der als Geistmensch heruntergestiegen ist aus dem Schoße der Gottheit, der weitergeschritten ist, während die Tiere abbröckelten, auf früherer Stufe haben zurückbleiben müssen, denn sie haben den Quell verloren. Da sehen wir, wenn wir irgend physische Wesen ansehen, wie sie aus dem Geist heraus gebildet sind.

[ ] [ 17 ] This is how the spiritual researcher views the evolution of humankind, which descended as a spiritual being from the bosom of the Divine, continued on its path while the animals fell behind and were forced to remain at an earlier stage because they had lost the Source. Thus, when we look at any physical beings, we see how they are formed out of the spirit.

[ 18 ] Aber der Geistesforscher geht weiter. Er sieht in allem, was um ihn herum ist, nicht nur in den Lebewesen, in allem Stofflichen sieht er gleichsam erstarrten Geist. Die Atome sind nichts anderes als erstarrter Geist. Für ihn ist das Geistige das Ursprüngliche, das Materielle das Abgeleitete. Wenn wir draußen einen Stein sehen, wie ist er zu denken? So, dass selbst dieser Stein verdichteter Geist ist.

[ ] [ 18 ] But the spiritual researcher goes further. He sees in everything around him—not only in living beings, but in all material things—spirit that has, as it were, solidified. Atoms are nothing other than solidified spirit. For him, the spiritual is the original, the material the derivative. When we see a stone outside, how should we conceive of it? As even this stone being condensed spirit.

[ 19 ] Diese Anschauung hat nichts zu tun mit der extremen Anschauung, die etwa die Materie leugnen wollte. Dadurch, dass man alle Materie zurückführt auf Geist, leugnet man sie nicht, denn es kommt beim Dasein nicht darauf an, dass man Geist nicht sieht, sondern dass man die Wirkung gewahr wird. Freilich haben die verdichteten Geister in der Materie andere Eigenschaften als die geistigen Wesen selber, das ist klar; man muss diese Dinge nur zu Ende denken. Gegen diese Grundtatsache der Geisteswissenschaft richten sich nun die Bekenntnisse, die seit den Sechzigerjahren des vorigen Jahrhunderts aus der Naturwissenschaft sich herausgebildet haben, die nur das Sinnliche als das Ursprüngliche gelten lassen und den Geist nicht anerkennen wollen.

[ ] [ 19 ] This view has nothing to do with the extreme view that, for example, would seek to deny matter. By tracing all matter back to spirit, one does not deny it, for what matters in existence is not that one cannot see spirit, but that one becomes aware of its effects. Of course, the condensed spirits within matter have different properties than the spiritual beings themselves—that much is clear; one need only think these things through to their logical conclusion. This fundamental fact of spiritual science is now being challenged by the doctrines that have emerged from the natural sciences since the 1860s, which regard only the sensory as primary and refuse to acknowledge the spirit.

[ 20 ] Wer erinnert sich denn nicht an die zwei anderen Gedankengänge, die einem entgegentreten in der heutigen Welt, wenn das, was nun gesagt worden ist, angeschlagen wird! Wer erinnert sich nicht an das, was heute als monistische Entwicklungslehre auftaucht, wobei die mit den Menschen verwandten Tiere nicht so aufgefasst werden, dass sie sich abgespaltet haben, sondern so, als wenn ursprünglich nur die niederen Tiere vorhanden gewesen wären, sodass der Mensch das zusammengesetzte Produkt aus den Einzelbausteinen der Tiere ist? Es wird hingewiesen darauf: Einstmals war nur einfacher Organismus vorhanden. So sollte sich nun im Sinne der andern Entwicklungslehre ein höheres Wesen entwickelt haben bis herauf zum Menschen. So wäre der Mensch dann einfach aus dem niederen Tierwesen seiner ganzen inneren Bedeutung nach entstanden.

[ ] [ 20 ] Who doesn’t remember the two other lines of thought that confront us in today’s world when what has just been said is brought up! Who does not recall what appears today as the monistic theory of evolution, in which animals related to humans are not viewed as having split off, but rather as if only the lower animals had originally existed, so that humans are the composite product of the individual building blocks of animals? It is pointed out that once upon a time, only a simple organism existed. According to this alternative theory of evolution, a higher being is said to have developed all the way up to the human being. Thus, in terms of its entire inner significance, the human being would have simply emerged from the lower animal realm.

[ 21 ] Und wer erinnert sich nicht an das andere, was gesagt wird? Sehen wir einen Gegenstand an, wie er uns entgegentritt. Woraus besteht er? Aus kleinsten Stoffteilen, Molekülen, Atomen, sagt man. Und diese kleinsten Stoffteilchen sind das einzig wahrhaft Wirkliche. Alle Wesen sind nur entstanden durch Zusammenwirkung dieser [Stoffteilchen]. Diese zwei Dinge stehen für viele Menschen heute so fest, sind so suggestive Begriffe, dass viele Menschen mit andern Dingen überhaupt keinen Sinn verbinden können. Ihnen muss man gerecht sein. Diese zwei Vorstellungsreihen hängen zusammen mit den fruchtbarsten Entwicklungsgängen des neunzehnten Jahrhunderts.

[ ] [ 21 ] And who doesn’t remember the other thing that is said? When we look at an object as it appears before us, what is it made of? Of the tiniest particles of matter—molecules and atoms, they say. And these tiniest particles of matter are the only things that are truly real. All beings have come into being solely through the interaction of these [particles of matter]. For many people today, these two ideas are so firmly established—they are such evocative concepts—that many people cannot make any sense of other ideas at all. We must do them justice. These two lines of thought are connected to the most fruitful developments of the nineteenth century.

[ 22 ] Wir wollen nicht weit zurückgehen, aber wir werden uns erinnern an zwei Fundamentaltatsachen der Naturwissenschaft, Tatsachen, die miteinander verwandt sind, die beiden großen Errungenschaften von Schleiden und Schwann. Schleiden kam in seinen Untersuchungen über die Pflanze darauf, dass sie aus kleinsten Teilen besteht, den Zellen, dass jeder Pflanzenkörper zusammengesetzt ist aus Zellen, kleinsten Lebewesen, sodass von da aus der Gedanke Platz greift: man hat eigentlich die Pflanze studiert, wenn man die Natur der Zelle studiert hat, denn diese sind das eigentlich Wirkliche. Die Pflanze ist nur eine Zusammensetzung aus ihnen. Als Schwann für das Tierreich dasselbe fand, da war auch diese Anschauung, dass man ein Wesen erkennen kann, wenn man die Teile, aus denen es sich zusammensetzt, studiert, maßgebend für das Tierreich. Die Wunder, die sich der mikroskopischen Forschung auftaten, waren bewundernswert. Was dadurch gefunden worden ist, ist etwas Großes und Gewaltiges. Aber es kamen noch andere Dinge. Es kamen die großen Entdeckungen auf dem Gebiete der Chemie, Physik, Biologie.

[ ] [ 22 ] We do not want to go too far back, but we will recall two fundamental facts of natural science—facts that are related to one another—the two great achievements of Schleiden and Schwann. In his studies of plants, Schleiden concluded that they consist of the tiniest parts—cells—and that every plant body is composed of cells, the smallest living organisms; from this, the idea took hold: one has truly studied the plant when one has studied the nature of the cell, for these are the truly real entities. The plant is merely a composition of them. When Schwann discovered the same thing for the animal kingdom, this view—that one can understand a being by studying the parts of which it is composed—became the guiding principle for the animal kingdom as well. The wonders that unfolded through microscopic research were remarkable. What was discovered through this is something great and magnificent. But other things followed. There were major discoveries in the fields of chemistry, physics, and biology.

[ 23 ] Nur an Einzelnes will ich erinnern: Wie Darwin einen großen Eindruck gemacht hat, als er die Verwandlungsfähigkeit bei den Tierwesen und Pflanzenwesen zeigte. Mit ungeheurem Fleiß und großer Wissenschaftlichkeit hat er Tatsachen zusammengestellt, die die Verwandtschaft der Tiere und Pflanzen klarlegten, bis herauf zum Menschen. Wir brauchen nur daran zu erinnern, wie durch die Spektralanalyse der Mensch nun imstande war, hinauszuschauen in die Himmelsräume, um zu finden, dass die Stoffe der Himmelskörper dieselben sind wie die unserer Erde. Die Entdeckungen von Kirchhoff und Bunsen, die die Zusammensetzung des Weltenalls enthüllten, mit Recht nennt man sie groß. Das waren aber ebenso sehr Tatsachen, die diese Menschengeister an das Stoffliche fesselten.

[ ] [ 23 ] I would like to mention just one thing: how Darwin made a great impression when he demonstrated the capacity for transformation in animals and plants. With immense diligence and great scientific rigor, he compiled facts that clarified the kinship among animals and plants, all the way up to humans. We need only recall how, through spectral analysis, humankind was now able to look out into the heavens and discover that the substances of the celestial bodies are the same as those of our Earth. The discoveries of Kirchhoff and Bunsen, which revealed the composition of the universe, are rightly called great. Yet these were just as much facts that bound these human minds to the material world.

[ 24 ] Derjenige, der noch etwas zurückschauen kann in die Entwicklung des Geisteslebens, weiß, wie das geschehen ist, wie man vor Schleiden und Schwann versucht hat, durch Aufwendung von Geisteskräften die ganze Pflanze zu begreifen, wie man sich dann klar wurde, dass man den Urorganismus in dem immerhin noch sinnlich wahrnehmbaren Zellenorganismus vor sich hat. Das Auge hat so Wunderbares erobert, dass der Mensch glaubte, es gäbe außerdem nichts mehr. Durch eine solche Sache wie die Spektralanalyse musste der menschliche Geist an den Stoff gebunden werden. Er hatte hineingeschaut in die stofflichen Ereignisse des Weltenalls. Da war es nicht zu verwundern, dass er vergaß, dass drinnen auch Geist ist, sodass gerade diese Eroberungszüge am Ende des neunzehnten Jahrhunderts den Atomismus erzeugten, die Anschauung erzeugten, dass man nur bis zum kleinsten Stofflichen und immer Kleinerem gehen brauche, und die Erklärung im kleinsten Stofflichen finde.

[ ] [ 24 ] Anyone who can look back even a little on the development of spiritual life knows how this came about—how, before Schleiden and Schwann, people attempted to comprehend the entire plant by applying intellectual powers, and how they then realized that the primordial organism was, after all, the cellular organism that could still be perceived by the senses. The eye had conquered such wonders that people believed there was nothing else beyond them. Through a process such as spectral analysis, the human spirit had to be bound to matter. It had looked into the material events of the universe. It was therefore no surprise that it forgot that spirit is also present within, so that precisely these campaigns of conquest at the end of the nineteenth century gave rise to atomism—the view that one need only go down to the smallest material entity and ever smaller ones, and find the explanation in the smallest material entity.

[ 25 ] Wenn das bloß Theorie geblieben wäre, dann hätte das keine so große Bedeutung gehabt für den Geistesweg der Menschheit. Das konnte es aber nicht bleiben. Bei jenen kühnen Geistern des neunzehnten Jahrhunderts, die ohne Verschämtheit sich zum krassen Materialismus bequemten, sehen wir, wohin solches an den Stoff gebundene Denken führen muss. Da haben wir solche Geister wie Büchner, Moleschott und so weiter. Heute wird schon viel über sie geschimpft, das ist aber eine Halbheit, nicht die Ganzheit. Man sagt, man wäre über sie hinaus. Man lässt die krassesten Behauptungen fallen, steht aber auf demselben Boden wie sie. Man sieht nicht, dass der Boden nur konsequenter ausgestaltet worden ist.

[ ] [ 25 ] If this had remained merely a theory, it would not have had such great significance for the spiritual path of humanity. But it could not remain so. In those bold minds of the nineteenth century who unabashedly embraced crude materialism, we see where such thinking, bound to matter, must lead. There we have minds such as Büchner, Moleschott, and so on. Today, much is said in their condemnation, but that is only half the story, not the whole. People claim to have moved beyond them. They make the most extreme assertions, yet stand on the same ground as they did. They fail to see that this ground has merely been developed more consistently.

[ 26 ] Erst die Geisteswissenschaft ist dazu berufen, das zu überwinden. Wir brauchen nur zu erinnern an so etwas, was Carl Vogt ausgesprochen hat, dass die Gedanken Ausschwitzungsprodukte des Gehirns seien wie irgendwelche andern Vorgänge beim Stoffwechsel. Wie die Nieren gewisse Stoffe ausschwitzen, so die Bewegung der Gehirnteilchen die Gedanken. So etwas kann nicht Theorie bleiben, wenn es geglaubt wird. Ist das der Fall, sind die Gedanken, die Empfindungen des Menschen Erzeugnisse der stofflichen Bewegung der Gehirnteile, dann schwindet mit dem Tode, wo die Stoffe, die den Menschen zusammenfügen, sich auflösen, alle innerste Wesenheit des Menschen dahin, dann ist nicht die Spur einer Möglichkeit, zu sprechen von geistigen und seelischen Wesenheiten, die den Menschen überdauerten. Sind die kleinsten stofflichen Teile das Wesentliche, dann ist die Denkungsweise Vogts konsequent, dann legt man den Menschen ins Grab, er zerfällt, und nichts darf von ihm übrig bleiben. Diese Konsequenzen haben diese Denker gezogen und waren im Grunde genommen viel konsequenter als manche, die damals Idealisten sein wollten und die in ihrem Innern eigentlich materialistisch gedacht haben. Charakteristisch für die Art und Weise, wie damals die Denkungsart angefressen war vom Materialismus, war ein Streit zwischen Vogt und einem Münchner Gelehrten, der an Seele und Geist festhielt und Artikel veröffentlichte in einer Münchner Zeitschrift, in denen er gegen Vogt auftrat. Wagner hieß dieser Mensch; und Vogt hat ein geistvolles Büchelchen gegen ihn geschrieben. Es war ein Leichtes, den Mann mit der spirituellen Glaubenslehre und der materialistischen Art zu denken, zu widerlegen. Denn wie stellte sich jener Wagner den Übergang der Seele von den Eltern auf die Kinder ungefähr vor? So, wie wenn ein Maß in Achtel zerfällt. Das heißt, an einen Seelenstoff glauben, gerade so, wie wenn man ihn abwiegen könnte. So etwas war leicht zu widerlegen. Darauf kommt es an; nicht, ob man eine Glaubenslehre hat, die spirituell ist, sondern ob man sich wirklich in den Geist hineinleben kann. Das konnten die, welche damals spirituell glaubten, nicht. So fest hielten die materiellen Errungenschaften von damals sie in dem Bann, dass nach und nach alles um uns für die Menschen ein Ausdruck wurde der Bewegung der kleinsten materiellen Teile.

[ ] [ 26 ] Only the humanities are called upon to overcome this. We need only recall what Carl Vogt once said: that thoughts are waste products of the brain, just like any other metabolic processes. Just as the kidneys excrete certain substances, so the movement of brain particles produces thoughts. Such a notion cannot remain mere theory if it is believed. If that is the case—if human thoughts and feelings are products of the material movement of brain parts—then with death, when the substances that make up the human being dissolve, all of the human being’s innermost essence vanishes; then there is not the slightest possibility of speaking of spiritual and soul entities that outlive the human being. If the smallest material particles are the essence, then Vogt’s line of reasoning is consistent; then one lays a person in the grave, the body decays, and nothing is allowed to remain of him. These thinkers drew these conclusions and were, in essence, much more consistent than many who wanted to be idealists at the time but who, deep down, actually thought materialistically. Characteristic of the way in which the mindset of that time was corroded by materialism was a dispute between Vogt and a Munich scholar who clung to the concepts of soul and spirit and published articles in a Munich journal in which he opposed Vogt. This man’s name was Wagner; and Vogt wrote a witty little book against him. It was easy to refute the man with his spiritual doctrine of faith and his materialistic way of thinking. For how did this Wagner imagine the transition of the soul from parents to children? As if a measure were divided into eighths. That is, believing in a substance of the soul, just as if one could weigh it. Something like that was easy to refute. That is what matters—not whether one has a doctrine of faith that is spiritual, but whether one can truly live one’s way into the spirit. Those who held spiritual beliefs at that time were unable to do so. The material achievements of that era held them in such a firm spell that, little by little, everything around us became, for people, an expression of the movement of the smallest material particles.

[ 27 ] Auf dem Gebiete der Lebewesen war man nicht zufrieden mit den Zellen, sondern man setzte sie aus Atomen zusammen. Das Leben war nunmehr nur ein komplizierter Bewegungsvorgang kleinster Teile. Komplizierte Bewegung war dann die Bewegung in unserem Gehirn; und das, als was sich diese Bewegung darstellte, waren die menschlichen Gedanken und Empfindungen. Und selbst die, die erst vor zwanzig, dreißig Jahren in diesem Gebiet Physik, Physiologie studiert haben, die haben etwas erlebt, was jetzt seltener geworden ist, das, was man Zurückführung aller Erlebnisse nennt auf Vorgänge bewegter Atome. Man sagte: Außer uns gibt es nur Stoff. Was nennt ihr Farbe? Sie ist nichts anderes als eine gewisse Bewegung der Atome, welche schwingen. Die Schwingungen kommen an das Auge heran. Die eine Schwingungsform, die eine Geschwindigkeit erscheint uns als Rot, die andere als Blau, die dritte als Grün. Rot, Blau und Grün sind nichts anderes als subjektive Eindrücke dessen, was draußen existiert. Und da draußen sind nur Schwingungsvorgänge in den kleinsten Ätherteilchen. Wendest du dein Auge hin, sodass, was draußen schwingt, an dich herankommen kann, so kommt dir das zum Bewusstsein in dem Eindrucke Rot, Blau oder Grün. Wendest du dich weg, dann ist nichts anderes vorhanden als ein schwingender Vorgang.

[ ] [ 27 ] In the realm of living beings, people were no longer satisfied with cells; instead, they posited that living beings were composed of atoms. Life was now seen as nothing more than a complex process of movement involving the tiniest particles. This complex movement was then the movement within our brains; and what this movement manifested as were human thoughts and sensations. And even those who, only twenty or thirty years ago, studied physics and physiology in this field experienced something that has now become rarer: what is called the reduction of all experiences to the processes of moving atoms. It was said: Apart from us, there is only matter. What do you call color? It is nothing other than a certain movement of atoms that vibrate. The vibrations reach the eye. One form of vibration, one speed, appears to us as red; another as blue; a third as green. Red, blue, and green are nothing other than subjective impressions of what exists outside. And out there, there are only vibrational processes in the tiniest ether particles. If you turn your eye toward them so that what is vibrating out there can reach you, it enters your consciousness as the impression of red, blue, or green. If you turn away, then nothing else exists but a vibrational process.

[ 28 ] Da wurden die Studenten gequält mit der mechanischen Wärmetheorie. Das, woran man sich die Finger verbrennt, ist nichts anderes als ein subjektiver Eindruck. Objektiv vorhanden sind die schwingenden Atome. Sie denken sich in einem Gefäße Milliarden kleinster Kügelchen eines gasförmigen Körpers. Die schwingen durcheinander, bewegen, stoßen sich, prallen an die Wände und wieder zurück. Diese ungeheure in sich gegliederte Bewegungsform stellt dar, was sich als Wärmeeindruck kundgibt, wenn man die Hand hinlegt. Außer uns ist nichts von dem, was wir erfahren, sondern nur Bewegung kleinster Teile. Wärme gibt es nicht, Licht gibt es nicht, nur Bewegung kleinster Teile. Keine Elektrizität gibt es, sondern nur Bewegung von Atomen. So waren die Atome für jene Leute das einzig Wirkliche, absolut Bestehende geworden. Wenn wir einen Menschen vor uns haben und ihn zuletzt zergliedern, dann ist alles, was wir an ihm sehen, ein subjektiver Eindruck. Der Mensch vor uns ist nichts Weiteres als ein ungeheuer komplizierter Bewegungsvorgang. Was bleibt, sind die Atome, die, wenn der Mensch stirbt, in andere Bewegungsvorgänge übergehen und neue Gruppen bilden. Das Ewige, das Unvergängliche wurde das Atom!

[ ] [ 28 ] There, the students were tormented with the mechanical theory of heat. What causes one to burn one’s fingers is nothing more than a subjective impression. Objectively speaking, what exists are the oscillating atoms. Imagine billions of tiny particles of a gaseous substance inside a vessel. They oscillate chaotically, move, collide with one another, bounce off the walls, and bounce back. This immense, internally structured form of motion constitutes what manifests as a sensation of heat when one places one’s hand on it. Apart from us, nothing of what we experience actually exists—only the motion of the tiniest particles. There is no such thing as heat; there is no such thing as light—only the motion of the tiniest particles. There is no such thing as electricity—only the motion of atoms. Thus, for those people, atoms had become the only reality, the only thing that truly exists. When we have a human being before us and ultimately break him down into his constituent parts, then everything we see in him is a subjective impression. The person before us is nothing more than an immensely complex process of movement. What remains are the atoms, which, when the person dies, transition into other processes of movement and form new groups. The eternal, the imperishable, has become the atom!

[ 29 ] Nun hatte die Chemie eine Anzahl von Stoffen gefunden, etliche 70. Diese Stoffe zeichneten sich dadurch aus, dass man sie zunächst nicht weiter in einfachere zerlegen kann. Wasser kann man zerlegen; Sauerstoff nicht mehr, also ist er ein einfacher Stoff. Was war solch ein einfacher Stoff? In ihrer Art waren sie etwas Ewiges; aber wie ewig? Jedes Element repräsentiert den Zusammenhalt von kleinsten Teilen. Die waren im Weltenall in der verschiedensten Weise durcheinandergewürfelt, hier einfacher, dort komplizierter. Aber immer nur war die Welt die Ineinanderwürfelung der 72 verschiedenen «ewigen» Elemente. Die waren das einzige Wirkliche. Höchstens noch die Kräfte ließ man gelten. Für die materialistisch Denkenden muss der Satz gelten: Ein Ewiges ist das einzelne Atom. Das muss dagewesen sein seit Urzeiten und muss dableiben in Urzeiten hinein, das ist das Ewige. Das gleichgültige Atom, das bewusstlose Atom, das ist es, was der ursprüngliche Baustein ist. Und es war, wenn alles nur die Durcheinanderwürfelung von Atomen darstellt, nur konsequent, alles Übrige anzusehen als Schein und Dunst, als Wesenloses, das aufsteigt wie ein Nebel. Das ist eine Vorstellung, die mit großer suggestiver Gewalt wirkt. Es hat immer Leute gegeben, welche wussten, was für eine Ungeheuerlichkeit es ist, auf diese Weise die Ewigkeit des Stoffes als den Grundstein aller Weltanschauung zu behaupten. Gewisses Aufsehen hat es gemacht, als auf einer Naturforscherversammlung Du Bois-Reymond sein «Wir können nicht wissen» sprach. Was wollte er damit sagen? Er sagte: Ja, nehmt einmal an, ihr hättet es so weit gebracht, dass ihr wüsstet, wenn ihr einen Gedanken hegt, wie sich die Atome in eurem Gehirn bewegen, habt ihr dann etwas anderes begriffen als Bewegung? Habt ihr begriffen, warum sich gewisse Atome so und andere so bewegen? Was ihr da innerlich erlebt: Ich sehe Rot, ich rieche Rosenduft? — Er hatte angeknüpft an einen Ausspruch von Leibniz: Von gewissem Gesichtspunkte aus ist das Gehirn eine Stoffzusammensetzung von Atomen. - Nehmen wir an, sagt Du BoisReymond, wir könnten seine Zusammensetzung sehen, nehmen wir an, das Gehirn wäre so riesengroß, dass ihr darin herumspazieren könntet, dass ihr den ganzen Mechanismus des Gehirns verstündet. Denkt euch, es versuche einer zu verstehen: Wenn da eine solche Bewegung ist, was eigentlich dieser Mensch, dem das Gehirn gehört, während dieser Bewegung erlebt in seiner Seele, ob, wenn sich die Teile so oder so bewegen, er die oder die Empfindung hat! Bewegungen sehen wir, mechanische Vorgänge sehen wir! Niemals können wir den Übergang von diesem mechanischen Vorgang zu den inneren Erlebnissen der Seele wahrnehmen.

[ ] [ 29 ] By then, chemistry had identified a number of substances—some 70 of them. These substances were characterized by the fact that, at first glance, they could not be broken down any further into simpler ones. Water can be broken down; oxygen cannot, so it is a simple substance. What was such a simple substance? In their nature, they were something eternal; but how eternal? Every element represents the cohesion of the smallest particles. These were jumbled together in the universe in the most diverse ways—simpler here, more complicated there. But the world was always and only the intermingling of the 72 different “eternal” elements. They were the only reality. At most, one might also acknowledge the forces. For those who think materialistically, the following must hold true: An eternal entity is the individual atom. It must have existed since time immemorial and must remain into time immemorial—that is the eternal. The indifferent atom, the unconscious atom—that is the original building block. And if everything is merely the jumbled interweaving of atoms, it was only logical to regard everything else as illusion and mist, as something insubstantial that rises like a fog. This is a concept that exerts great suggestive power. There have always been people who knew what a monstrosity it is to assert, in this way, the eternity of matter as the cornerstone of all worldviews. It caused quite a stir when, at a meeting of natural scientists, Du Bois-Reymond delivered his “We Cannot Know.” What did he mean by that? He said: Yes, suppose you had advanced so far that you knew, whenever you entertain a thought, how the atoms in your brain move—would you then have grasped anything other than movement? Have you grasped why certain atoms move this way and others that way? What you experience internally: “I see red,” “I smell the scent of roses”? — He had taken up a statement by Leibniz: From a certain point of view, the brain is a material composition of atoms. “Let’s assume,” says Du Bois-Reymond, “that we could see its composition; let’s assume the brain were so enormous that you could walk around inside it, that you would understand the entire mechanism of the brain.” Imagine someone trying to understand it: If there is such a movement, what does the person to whom the brain belongs actually experience in his soul during this movement—whether, when the parts move in this or that way, he has this or that sensation! We see movements; we see mechanical processes! We can never perceive the transition from this mechanical process to the inner experiences of the soul.

[ 30 ] Du Bois-Reymond verstieg sich noch weiter. Er sagte: Wenn nun ein Mensch schläft und ihr untersucht jetzt die Bewegungen seines Gehirns, da ist im Menschen nicht die Tatsache vorhanden: Ich sehe Rot, ich rieche Rosenduft. Diesen schlafenden Menschen könne man begreifen, meinte er. Sobald er aber aufwacht, da hört das naturwissenschaftliche Begreifen aus dem Mechanismus heraus auf.

[ ] [ 30 ] Du Bois-Reymond went even further. He said: If a person is asleep and you examine the movements of his brain, the fact that “I see red” or “I smell the scent of roses” is not present in that person. This sleeping person, he argued, can be understood. But as soon as he wakes up, scientific understanding based on that mechanism comes to an end.

[ 31 ] Das war etwas, wo die Theosophie oder Geisteswissenschaft wie zum Fenster der Naturanschauung hereinschaute. Der Geistesforscher zeigt ja, dass, wenn wir schlafen, im Bett physischer und Ätherleib liegen und außerhalb desselben der Astralleib mit dem Ich ist, dass der geistige und der seelische Mensch herausgehoben sind aus dem physischen Leibe. Was übrig bleibt, findet Du Bois-Reymond erklärbar. Allerdings liegt darin noch ein Fehler: Das Leben wurde übersehen. Sehen Sie, hier haben Sie den ersten Vorposten der Theosophie, aber zu gleicher Zeit etwas, was die Trostlosigkeit einer solchen naturwissenschaftlichen Anschauung ausdrückt: Wir werden nicht wissen, sagt Du Bois-Reymond. Wenn es auch wahr ist, dass man nicht begreifen kann, so gibt es doch niemals eine andere Erklärung als die aus den Bewegungen heraus. Das bedeutet den Verzicht auf jede Erklärung des Geistes.

[ ] [ 31 ] This was an instance where theosophy, or spiritual science, looked in through the window of the view of nature. The spiritual researcher shows, after all, that when we sleep, the physical and etheric bodies lie in bed, and outside of them is the astral body with the “I”—that the spiritual and soul aspects of the human being are lifted out of the physical body. Du Bois-Reymond finds a way to explain what remains. However, there is still a flaw in this: life has been overlooked. You see, here you have the first outpost of theosophy, but at the same time something that expresses the desolation of such a scientific view of nature: “We will not know,” says Du Bois-Reymond. Even if it is true that one cannot comprehend it, there is nevertheless never any explanation other than that derived from the movements themselves. This means renouncing any explanation of the spirit.

[ 32 ] Da ist eine andere Sache. Ein Chemiker, Ostwald, sprach auf der Naturforscherversammlung in Lübeck von seinem chemisch-physikalischen Standpunkte aus über die Überwindung des Materialismus. Er zeigte, dass es keinen Sinn hat, von Stoff zu sprechen. Einen derben Vergleich machte er. Wenn jemand mit einem Stock auf einen andern schlägt, so kann es diesem, da der Stock Stoff ist, gleichgültig sein. Was ihr empfindet, sagte er, ist die Kraft, die an euch wirkt. - So versuchte Ostwald die Anschauung zu begründen, alles bestünde aus einzelnen Kräften. Auf die Kraft, die wir wahrnehmen, komme es an.

[ ] [ 32 ] There is another matter. A chemist named Ostwald spoke at the Natural Scientists’ Congress in Lübeck about overcoming materialism from his chemical-physical perspective. He showed that it makes no sense to speak of “matter.” He made a crude comparison. If someone strikes another person with a stick, the person being struck—since the stick is matter—is unaffected by it. What you feel, he said, is the force acting upon you. —In this way, Ostwald attempted to justify the view that everything consists of individual forces. What matters is the force we perceive.

[ 33 ] Was waren Atome? Früher waren es kleinste Teile. Für Ostwald waren sie eine kleine Zusammenfügung von Kräften; wenn sie kristallisieren, dann werden sie Atome, Stoff. Da haben wir den ersten Schritt vom Atomismus weg. Zwar ist ein solcher Mensch wie Ostwald nicht imstande, sich aufzuschwingen zu der Anschauung, dass alles Geist ist. Er sagte, alles sei Kraft, die Stoffteile ballten sich zusammen aus Kraft. — Das war Spekulation. Aber unzählige Gründe sprachen dafür. Dazumal konnte man sich erinnern an etwas, was längst gesagt worden war. Und gerade von mir wurde damals in der allerschärfsten Weise hingedeutet auf Folgendes: Goethe, der als Naturforscher ebenso groß ist wie als Dichter, war es, der sagte: Wenn die Menschen nur nichts hinter den Erscheinungen suchten! Die Erscheinungen sind selbst die Lehre.

[ ] [ 33 ] What were atoms? In the past, they were considered the smallest particles. For Ostwald, they were a small aggregation of forces; when they crystallize, they become atoms, matter. There we have the first step away from atomism. Admittedly, a man like Ostwald is incapable of rising to the view that everything is spirit. He said that everything is force, and that the particles of matter coalesce out of force. — That was speculation. But countless reasons supported it. At that time, one could recall something that had long since been said. And I, in particular, pointed out the following in the strongest possible terms back then: Goethe, who is as great a natural scientist as he is a poet, was the one who said: If only people did not seek anything behind the phenomena! The phenomena themselves are the lesson.

[ 34 ] Für eine Anschauung der Welt, die im Sinne Goethes gehalten ist, gilt der Satz: Was wir wahrnehmen, ist Wirklichkeit. — Was sind die Atome für solch eine Anschauung? Was ist ein Atom? Können wir eine Vorstellung damit verbinden? Was wir uns vorstellen, sind Eigenschaften der Dinge. Durch Eigenschaften nehmen wir die Dinge wahr. Hat das Atom solche Eigenschaften? Hat es eine Farbe? Nach der Anschauung der Atomistik: nein. Die Farbe entsteht ja erst durch Bewegung. Riechen sie, schmecken sie? Nein! Denn dies entsteht ja erst durch Bewegung. Zeigen sie bestimmte Temperatur? Nein. Alle Eigenschaften um uns herum müssen dem Atom abgesprochen werden. Was ist das Atom für das gesunde Denken ohne die Eigenschaften? Eine phantastische Konstruktion, weiter nichts. Es ist dem, was in der Umgebung lebt, jede Eigenschaft abgesprochen. Etwas Gedachtes wie ein Batzen im Raum ist das Atom, aber doch sind ihm alle Eigenschaften abgesprochen, die es haben müsste. Das ist das Charakteristische für die atomistische Theorie, für diesem Grundstock des Materialismus, dass diese Theorie das Phantastischste ist, was man sich denken kann, die reine Träumerei. Was man sich als das Ewige erkannt hat, ist erfunden, es widerspricht allem gesunden Denken.

[ ] [ 34 ] For a view of the world in the spirit of Goethe, the following principle applies: What we perceive is reality. — What are atoms in such a view? What is an atom? Can we form a concept of it? What we imagine are the properties of things. It is through properties that we perceive things. Does the atom possess such properties? Does it have a color? According to the atomic view: no. Color, after all, arises only through movement. Do they have a smell or a taste? No! For these, too, arise only through movement. Do they exhibit a specific temperature? No. All properties around us must be denied to the atom. What is the atom to sound reasoning without these properties? A fanciful construct, nothing more. It is denied every property possessed by what lives in the surrounding world. The atom is a mental construct, like a lump in space, yet it is denied all the properties it ought to possess. This is the defining characteristic of atomist theory—the very foundation of materialism—that this theory is the most fantastical thing one can conceive, pure daydreaming. What has been recognized as the eternal is a fabrication; it contradicts all sound reasoning.

[ 35 ] Ein solches phantastisches Wirkliche in den Raum hineinzuzaubern versucht der Materialismus. Ohne dass der Materialismus es bemerkt hat, hat er den krassesten Aberglauben aufgebaut. Es ist kein Unterschied zwischen dem Fetischismus, der die Holzstücke anbetet, und dem Materialismus, der die kleinen materiellen Batzen anbetet. Der «Wilde» sieht wenigstens seinen Holzklotz; die Materialisten bilden sich Milliarden kleiner Götzen, die niemals in der Erfahrung auftreten können. Der Atomismus hat den Götzendienst des Atoms aufgestellt, gebaut auf den reinen phantastischen Gedanken. Die 72 Elemente existieren für uns, insofern sie Eigenschaften haben. Erdichten wir sie als bestehend aus Atomen, so verfällt das dem krassesten materialistischen Aberglauben. Alle die durcheinandergesprudelten Atome, alle diese Schachsteine sind erfunden, sind die phantastische Grundlage eines Gedachten.

[ ] [ 35 ] Materialism attempts to conjure up such a fantastical reality into space. Without realizing it, materialism has constructed the most blatant superstition. There is no difference between fetishism, which worships pieces of wood, and materialism, which worships small material lumps. At least the “savage” sees his log; the materialists imagine billions of tiny idols that can never appear in experience. Atomism has established the idolatry of the atom, built on purely fanciful ideas. The 72 elements exist for us insofar as they possess properties. If we imagine them to consist of atoms, this amounts to the most blatant materialistic superstition. All these jumbled-up atoms, all these chess pieces, are invented; they are the fantastical foundation of a thought.

[ 36 ] Nun war, wie gesagt, durch einen solchen Menschen wie den Chemiker Ostwald wenigstens darauf hingewiesen worden, dass es keinen Sinn habe, von einem reinen Stoff zu sprechen, dass alles sich in Kraft auflöse. Kraft nehmen wir wahr, Stoff nehmen wir überhaupt nicht wahr.

[ ] [ 36 ] Now, as I said, a man like the chemist Ostwald had at least pointed out that it makes no sense to speak of a pure substance, that everything dissolves into force. We perceive force; we do not perceive matter at all.

[ 37 ] So war der Stand in den Achtziger-, Neunzigerjahren. Seit jener Zeit ist es ganz anders geworden. Bis dorthin musste man sich, bei aller Überwindung des Materialismus, verlassen auf gesundes Denken. Nun ist das zwar das Sicherste, womit er überwunden werden kann; aber in unserem Zeitalter hilft das nicht viel. Wer, wie der, der vor Ihnen spricht, alle die großen Formeln durchdenken musste, mit denen zum Beispiel die roten Lichtstrahlen berechnet worden sind — Bewegung der Ätheratome —, wer mit ansehen musste, wie alle daran glaubten: Da bewegen sich die Wellen des Äthers so und so, und dann empfindet man rot; wenn wie in einem mit Gas gefüllten Gefäß hin- und hergeworfen werden die Moleküle, dann entsteht dieser Grad von Wärme und so weiter - wer das gesehen hat, der weiß etwas über die Physiologie dieser Dinge zu erzählen; und er weiß, dass es schwer sein kann, mit gesunder Vernunft, mit wirklicher Geisteswissenschaft da etwas auszurichten. So war es im Anfange der Neunzigerjahre. Heute ist es anders.

[ ] [ 37 ] That was the state of affairs in the 1980s and 1990s. Since then, things have changed completely. Up until that point, despite all efforts to overcome materialism, one had to rely on sound reasoning. Now, while that is certainly the surest way to overcome it, it doesn’t help much in our age. Anyone who, like the one speaking before you, had to think through all the great formulas used, for example, to calculate the red light rays—the motion of ether atoms—and who had to witness how everyone believed in them: “The waves of the ether move in such-and-such a way, and then one perceives red; when the molecules are tossed back and forth as in a gas-filled vessel, then this degree of heat arises, and so on”—whoever has witnessed this has something to say about the physiology of these things; and he knows that it can be difficult to achieve anything in this realm with sound reason or with genuine spiritual science. That was how it was in the early 1890s. Today, things are different.

[ 38 ] Höchst merkwürdig ist ein Ausspruch, der vor einigen Jahren getan worden ist von einem englischen Denker, der ein Physiker ist, und zwar ein guter Physiker, von Minister Balfour. Er ist ein außerordentlich scharfsinniger physikalischer Denker. Er sagte: Wenn wir nach den neueren Anschauungen das denken wollen, was Atom ist, was ist da das Atom? — Er sah in ihm etwas, was wie aus fließender Elektrizität erstarrt, ähnlich wie Eis aus Wasser. Balfour hat erwas mehr im Atom gesehen wie Ostwald. Er sah fließende Elektrizitätsströme, in denen die einzelnen Materieteilchen aus verdichteter Elektrizität entstehen. Also sind die Atome eigentlich verdichtete Elektrizität. Sehen Sie, noch immer haben wir nicht die gesunde Anschauung, dass das Physische verdichteter Geist ist; aber schon sind wir jetzt so weit, dass wir hören können, dass das Physische etwas Verdichtetes ist. Denken Sie sich den ungeheuren Fortschritt! Was war Elektrizität noch vor kurzer Zeit? Atom! Die kleinen Fetische hatten Bewegung und der Ausdruck davon war Elektrizität. Jetzt war das Atom schon verdichtete Elektrizität geworden. Dies ist das Wirkliche. Das ist ein interessanter Umschlag. Worauf war dieser Umschlag gestützt? Er war nicht bloß auf die Erfahrung des Geistesforschers oder auf gesundes Denken gegründet, sondern auf bestimmte Erfahrung. Die Physik selbst hatte in ihrem Fortschritt die Menschen gezwungen, solches zu denken. Hierher gehören die Erscheinungen in ausgepumpten Glasröhren, durch die Elektrizität geleitet wird — Crook’sche Glasröhren. Es wurden Erscheinungen gefunden, die dazu geführt haben, dass man erkannt hat: Was in einer solchen Röhre fließt, ist fließende Elektrizität; dass Elektrizität überhaupt im Raume dahinfließt. Was vorher nur Eigenschaft war, war jetzt etwas Reales, Wirkliches.

[ ] [ 38 ] A remark made several years ago by an English thinker—who is a physicist, and indeed a good one—namely, Minister Balfour, is most curious. He is an extraordinarily astute thinker in the field of physics. He said: If we are to conceive of what an atom is according to the latest views, what exactly is the atom? — He saw in it something that had solidified as if from flowing electricity, much like ice from water. Balfour saw something more in the atom than Ostwald did. He saw flowing currents of electricity in which the individual particles of matter arise from condensed electricity. So atoms are actually condensed electricity. You see, we still do not have the sound perspective that the physical is condensed spirit; but we have already reached the point where we can hear that the physical is something condensed. Just imagine the tremendous progress! What was electricity until recently? An atom! The little fetishes had movement, and the expression of that was electricity. Now the atom had already become condensed electricity. This is the reality. That is an interesting reversal. On what was this reversal based? It was not founded merely on the experience of the spiritual researcher or on sound thinking, but on specific experience. Physics itself, in its progress, had compelled people to think this way. This includes the phenomena observed in evacuated glass tubes through which electricity is conducted—Crookes tubes. Phenomena were discovered that led to the realization that what flows in such a tube is flowing electricity; that electricity flows through space at all. What had previously been merely a property was now something real, something actual.

[ 39 ] Nun war natürlich die Sache nicht mit einem Schritt abgetan. Für den Geisteswissenschafter ist Wärme ebenso wirklich wie Elektrizität, Licht ebenso. Stoff entsteht ebenso durch Erstarren des Lichtes und der Wärme wie durch Erstarrung der Elektrizität. In zwanzig Jahren wird es kein Unsinn mehr sein, das zu sagen. Da wird man von dem sprechen, was Wärme, was Licht ist, da wird man nicht mehr behaupten, dass diese kleinen Fetische von Atomen das Ursprüngliche seien, sondern erstarrte Eigenschaften, erstarrte Wahrnehmungen. Was um uns ist, ist Ausfluss, Bekundigung des Geistes. Das ist heute für den Physiker noch ein Unsinn, in zwanzig Jahren wird es festgestellte Tatsache sein.

[ ] [ 39 ] Of course, the matter was not settled in a single step. For the humanities scholar, heat is just as real as electricity, and light is just as real. Matter arises just as much from the solidification of light and heat as from the solidification of electricity. In twenty years, it will no longer be nonsense to say this. People will speak of what heat is, what light is; they will no longer claim that these little fetishes called atoms are the original substance, but rather solidified properties, solidified perceptions. What surrounds us is an outflow, a manifestation of the spirit. Today, this is still nonsense to the physicist; in twenty years, it will be an established fact.

[ 40 ] Das ist der Weg, allmählich dahin zu kommen, dass alles Stoffliche erstarrter Geist ist. Direkt bewegt sich das physikalische Denken nach dieser Richtung hin, die dazu führt, in dem Stoff verdichteten Geist zu sehen. Diese Richtung geht so weiter. Sie macht dann dem materialistischen Denken Kopfzerbrechen. Es muss aber gesagt werden: Der Geist macht sich heute bei den materialistisch Denkenden nicht so leicht los von der atomistischen Denkungsart. Da haben die Leute bemerkt, dass, wenn man Chlor und Kupfer mischt, etwas Merkwürdiges geschieht. Chlor ist, nach ihrer Anschauung, ein Element, bestehend aus schwingenden Atomen; und diese Atome wären etwas Ursprüngliches. Die Kupferatome wären wieder etwas Ursprüngliches. Entsteht die Verbindung, so werden die Atome ineinandergeschoben, dann entsteht Chlorkupfer. Nun geschieht aber etwas Merkwürdiges. Wenn Chlor und Kupfer sich wirklich verbinden, dann geschieht es unter Feuererscheinung. Wärme tritt auf. Diese ist etwas ebenso Reales wie Kupfer und Chlor. Dass sie etwas höchst Reales ist, zeigt sich, wenn wir das Chlorkupfer wieder auseinanderkriegen wollen. Dann müssen wir wieder die Wärme hineinführen, dieselbe Menge, die herausgetan worden ist.

[ ] [ 40 ] This is the path toward gradually arriving at the realization that all material things are solidified spirit. Physical thinking is moving directly in this direction, which leads to seeing spirit condensed within matter. This direction continues in this way. It then causes materialistic thinking a headache. But it must be said: Today, spirit does not so easily break free from the atomistic way of thinking among materialists. People have noticed that when chlorine and copper are mixed, something strange happens. Chlorine, in their view, is an element consisting of vibrating atoms; and these atoms are considered to be something primordial. The copper atoms, in turn, are also considered to be something fundamental. When the compound is formed, the atoms are pushed together, and copper chloride is produced. But now something strange happens. When chlorine and copper actually combine, it happens with the appearance of fire. Heat is generated. This heat is just as real as copper and chlorine. That it is something highly real becomes evident when we try to separate the copper chloride again. Then we must introduce heat again—the same amount that was released.

[ 41 ] Das haben sich gewisse Leute, die nicht loskommen können vom materialistischen Atomismus, überlegt. Sie kamen auf Folgendes: Nun, wenn wir Chlor für sich haben und Kupfer für sich, das aus Atomen besteht, dann müssen wir uns diese Atome denken wie Säcke, die aber aufgeplustert sind von der Wärme; und jetzt, wenn wir Chlor und Kupfer zusammenbringen, sodass sie sich verbinden, wird die Wärme herausgetrieben, und jetzt sind durcheinandergepresst die leeren Säcke. Wenn die Körper zusammengesetzt sind, dann sind die Säcke ausgepresst. Wenn die Elemente auseinandergetrieben sind, dann plustert die Wärme die Säcke auf.

[ ] [ 41 ] This is what certain people—who cannot break free from materialistic atomism—have come up with. They arrived at the following: Well, if we have chlorine on its own and copper on its own, both consisting of atoms, then we must imagine these atoms as bags that have been puffed up by heat; and now, when we bring chlorine and copper together so that they combine, the heat is driven out, and the empty bags are now pressed together. When the bodies are combined, the bags are squeezed out. When the elements are driven apart, the heat puffs up the bags.

[ 42 ] Sehen Sie, da ist das Atom schon hingeschwunden, die Wärme ist etwas höchst Reales geworden. Wenn wir nicht von Säcken sprechen wollen — das haben die Materialisten selber getan, wir würden vielleicht das Bild gebraucht haben von dem Ballon -, dann müssen wir sagen: Wenn man die Hüllen wiederum trennt, dann werden sie aufgefüllt.

[ ] [ 42 ] You see, the atom has already vanished; the heat has become something very real. If we don’t want to talk about sacks—the materialists have done that themselves; we might have needed the image of the balloon—then we must say: When the shells are separated again, they are refilled.

[ 43 ] Was wir da sehen, ist, dass was das Atom eigentlich zusammensetzt, schon auf sehr Geringes, auf die Hülle zusammengeschmolzen ist. Was dem Atom Größe gibt, ist die Wärme, die es aufnimmt. Das ist höchst interessant. Der Weg ist nicht mehr weit, wo die Häute endlich beseitigt sein werden. Denn warum sollen wir uns nicht vorstellen können, dass, wenn die Wärme sich aufplustern kann, man sie überhaupt entbehren kann? Warum soll es nicht denkbar sein, sich das Atom wie erstarrte Wärme vorzustellen? Dazu wird man kommen. Betrachten wir Weiteres. Noch interessanter ist der nächste Schritt, den die Naturwissenschaft gemacht hat. Nach dem Punkt, wo förmlich das Atom sich aufgelöst hatte in fließende Eigenschaften, kam das, was anfängt mit den Entdeckungen Becquerels, was da führte zu den gerade auf diesem Gebiete großartigen und gewaltigen Entdeckungen, zu den Entdeckungen am Radium. Was haben wir mit diesem vor uns? Wir wollen nicht entscheiden, inwiefern die Gedanken richtig sind, zu denen die Physiker herangebändigt worden sind. Uns obliegt, festzustellen, dass die Physiker an den Scheideweg gezwungen worden sind durch die Erscheinung am Radium. Das Radium sendet verschiedene Strahlenarten aus, elektrische und so weiter, deren Wirkungen sich auf der fotografischen Platte zeigen. Aber vor allem sendet es aus das, was man Emanation nennt. Diese Ausströmungen haben bestimmte Eigenschaften, Eigenschaften, die sich vom Radium selbst unterscheiden, aber ihm wieder ähnlich sind, die sich verlieren mit der Zeit, sodass die Ausströmung in etwas anderes übergeht. Es wirft Teile seines eigenen Stoffes aus sich heraus. Diese verlieren die Eigenschaften, werden etwas anderes. Die Physik hat es sogar über sich ergehen lassen müssen, dass nachgewiesen wurde, dass diese Ausströmung sich verwandelt in Helium. Oh, was haben wir jetzt! Aus dem Element Radium fließt etwas aus und hat andere Eigenschaften, fließt erwas aus und verwandelt sich wiederum in ein Element. Das führte die Chemiker dazu zu sagen: Das Atom selber zerfällt, zerfällt in ganz etwas anderes, sodass es in ein ganz neues Atom übergehen kann, sogar in ein anderes Element!

[ ] [ 43 ] What we see here is that the elements that actually make up the atom have already been reduced to a very small size—to the shell. What gives the atom its size is the heat it absorbs. That is extremely interesting. It won’t be long before these shells are finally eliminated. For why shouldn’t we be able to imagine that, if heat can expand, we might be able to do without it altogether? Why shouldn’t it be conceivable to imagine the atom as solidified heat? We will arrive at that. Let’s consider further. Even more interesting is the next step that natural science has taken. After the point at which the atom had, so to speak, dissolved into fluid properties, came what began with Becquerel’s discoveries—which led to the magnificent and momentous discoveries in this very field, namely the discoveries concerning radium. What do we have before us here? We do not wish to judge the extent to which the ideas to which physicists have been led are correct. It is our task to note that physicists have been forced to a crossroads by the phenomenon of radium. Radium emits various types of rays—electrical and so on—whose effects are visible on a photographic plate. But above all, it emits what is called an emanation. These emanations have certain properties—properties that differ from those of radium itself but are nonetheless similar to it—which fade over time, so that the emanation transforms into something else. It expels particles of its own substance. These particles lose their original properties and become something else. Physics has even had to accept the fact that it has been proven that this emanation transforms into helium. Oh, what do we have here! Something flows out of the element radium and has different properties; it flows out and, in turn, transforms into an element. This led chemists to say: The atom itself decays, decays into something entirely different, so that it can transform into a completely new atom—even into a different element!

[ 44 ] Denken Sie sich, was das bedeutet! Die Teile eines Elementes, die man Atome nennt, sollten das Festeste sein. Jetzt zeigt das Experiment vor unseren Augen, dass diese Atome unter den Händen zerbröckeln, etwas ganz anderes werden. Das ist ja so etwas, wie wenn die Träume der Alchimisten sich verwirklichen würden, dass ein Stoff sich in einen andern verwandelt! Das ist heute alles im Anfangsstadium, aber schon sind die Naturwissenschafter gezwungen, sich zu sagen: Das Atom ist nichts Ursprüngliches, ist entstanden, wird sich wieder auflösen. Weit zurück gab es alle die Atome nicht, von denen die Leute gerade als von den kleinsten Fetischen sprachen. Allmählich sind sie entstanden und werden wieder vergehen, wenn das Radium zeigt, wie es nach und nach sein Atom zerbröckeln lässt. Es zerfällt das Atom des Physikers heute unter den Händen. Es wird Unsinn werden, vom Atom noch in der alten Art zu sprechen. Das ist jetzt etwas anderes, als was Ostwald gebracht hat. Der stützte sich noch auf Schlüsse, heute sprechen schon die Tatsachen; heute vernichtet die Tatsachenwelt selber das phantastische Gebilde «Atom».

[ ] [ 44 ] Just imagine what that means! The parts of an element, called atoms, are supposed to be the most solid. Now the experiment shows before our very eyes that these atoms crumble in our hands, becoming something entirely different. It’s as if the alchemists’ dreams were coming true—that one substance could transform into another! All of this is still in its early stages today, but already natural scientists are forced to admit: The atom is not something primordial; it came into being and will dissolve again. Long ago, all those atoms—which people used to speak of as the smallest of fetishes—did not exist. They gradually came into being and will pass away again, as radium demonstrates by gradually causing its atom to crumble. Today, the physicist’s atom disintegrates right before our eyes. It will become nonsense to speak of the atom in the old way. This is now something different from what Ostwald proposed. He still relied on conclusions; today, the facts speak for themselves; today, the world of facts itself destroys the fantastical construct known as the “atom.”

[ 45 ] Damit stehen wir an einem wichtigen Punkte. Malen Sie sich aus die Konsequenzen aus dem, dass das Atom zerstiebt, diese feste Stütze. Es löst sich nicht nur in Gedanken auf, sondern in der Erscheinung, im Raum, in den Tatsachen. Das Atom hört auf, vor unseren Augen das zu sein, als was es vorgestellt worden ist. Wie Eis sich wieder auflöst, so das Atom. Heute können die materialistisch Denkenden noch nicht weit genug, sie können sich denken, dass Elektrizität sich zusammenballt; der Weg führt aber dahin, zu sehen, dass das Ursprüngliche der Geist ist. Das ist dasjenige, wozu heute der erste Schritt gemacht ist.

[ ] [ 45 ] This brings us to an important point. Imagine the consequences of the atom—this solid foundation—falling apart. It dissolves not only in thought, but in appearance, in space, in reality. The atom ceases, before our very eyes, to be what it has been presented as. Just as ice melts away, so does the atom. Today, materialistic thinkers cannot yet go far enough; they can conceive of electricity as condensing; but the path leads to the realization that the original source is the spirit. This is the first step that has been taken today.

[ 46 ] So steht heute die Naturwissenschaft, wenn sie sich recht verstehen will, am Anfang der Denkungsweise, die direkt in die Geisteswissenschaft hineinführt. Sie kann gar nicht anders. Wenn der Mantel fällt, fällt der Herzog nach. Was zu der materialistischen Entwicklungslehre geführt hat, sind die Gedanken, die nicht von der Materie loskommen konnten. Sie setzt sich den Menschen aus Tierarten zusammen. Wird man begreifen können, dass das, was draußen in der physikalischen Welt geschieht, aus dem Geist heraus geschieht, dann wird man die Vorstellungsweise, die heute am Anfang besprochen worden ist, vom geistigen Urmenschen, der sich verdichtet hat, auch begreifen können. Das Begreifen hängt ab von den Denkgewohnheiten. Die Physiker werden die Menschen zwingen, in allem Materiellen verdichteten Geist zu sehen. Dann wird man, wenn man wissen wird, dass das Atom kein Ewiges ist, sondern entstanden ist, sich verändert in Geistiges, auch begreifen können, dass der Mensch aus Geist kommt und zu Geist geht. Das alles wird zu solchem drängen. Man muss das, was heute vorgeht in der naturwissenschaftlichen Welt, von innen betrachten. Die davon reden, können noch nicht dieser Entwicklungstendenz entsagen, die angekränkelt ist von den materialistischen Ideen.

[ ] [ 46 ] Thus, if it is to understand itself correctly, natural science today stands at the beginning of a way of thinking that leads directly into the spiritual sciences. It cannot do otherwise. When the cloak falls, the duke follows. What led to the materialistic theory of evolution were thoughts that could not break free from matter. It posits that human beings are composed of animal species. If we can come to understand that what happens out there in the physical world arises from the spirit, then we will also be able to grasp the concept discussed at the beginning of this text—that of the spiritual primordial human being who has condensed into physical form. This understanding depends on our habits of thought. Physicists will compel people to see condensed spirit in all material things. Then, once we know that the atom is not eternal but has come into being and is transforming into the spiritual, we will also be able to understand that human beings come from spirit and return to spirit. All of this will lead to such an understanding. One must view what is happening today in the world of natural science from within. Those who speak of it cannot yet renounce this trend of development, which is tainted by materialistic ideas.

[ 47 ] Aber es liegt in den Tatsachen die Garantie, dass die Naturwissenschaft einmünden wird in die Geisteswissenschaft, dass beide Versöhnung feiern werden. Es ist die Geisteswissenschaft etwas, was sich hinstellen muss vor die Menschen, um zu verkünden den Geist als die Ursache des Physischen. Man wird die Geisteswissenschaft brauchen, wenn die Naturwissenschaft nimmer aus sich selbst heraus kann; dann wird die Naturwissenschaft reif sein, einzumünden in die Geisteswissenschaft. Die Letztere ist der Vorposten, der hinstellt das, was die Leute werden wissen müssen, wenn die Tatsachen reif sind, um sich zu vereinigen mit den geisteswissenschaftlichen Tatsachen. Allein würde die Naturwissenschaft zum Unbegreiflichen führen. Man würde höchstens erstarrte Elektrizität in den Atomen sehen. Um die letzten Konsequenzen einzusehen, dazu gehört die Geisteswissenschaft.

[ ] [ 47 ] But the facts themselves guarantee that the natural sciences will converge with the humanities, that the two will celebrate their reconciliation. It is the humanities that must stand before humanity to proclaim the spirit as the cause of the physical. The science of the spirit will be needed when the natural sciences can no longer proceed on their own; then the natural sciences will be ready to merge with the science of the spirit. The latter is the outpost that sets forth what people will need to know when the facts are ready to unite with the facts of spiritual science. On its own, natural science would lead to the incomprehensible. At best, one would see only frozen electricity within the atoms. To grasp the ultimate consequences, spiritual science is essential.

[ 48 ] Wenn wir auf jahrhundertelanges Denken und Empfinden zurücksehen, so müssen wir sagen: Vor hundert Jahren, da war das, was man Naturwissenschaft nennt, gerade auf dem Weg, herunterzutauchen in das gröbste Stoffliche. In der Mitte des neunzehnten Jahrhunderts war die tiefste Stufe erreicht. In Vogt und seinem Ausspruch, dass der Gedanke eine Absonderung des Gehirns sei wie Galle eine Absonderung der Leber, da war es erreicht, allen Geist auszulöschen und für subjektive Erscheinung zu erklären. Auf diesem Weg war die Naturwissenschaft; sie war nicht reif, ihren Blick hinaufzuwenden zum Geist. Die Geisteswissenschaft, wo war sie vor hundert Jahren? Sie war in Abstraktionen drin, in Begriffen, die tief in den Geist hineinleuchten. Aber eins war diese nicht imstande: die großen Konzeptionen in der geistigen Welt herunterzuführen zum unmittelbaren Begreifen dessen, was äußerlich entgegentrat.

[ ] [ 48 ] When we look back on centuries of thought and feeling, we must say: A hundred years ago, what is called natural science was just in the process of sinking down into the coarsest material realm. By the middle of the nineteenth century, the lowest level had been reached. In Vogt and his assertion that thought is a secretion of the brain just as bile is a secretion of the liver, the goal of eradicating all spirit and explaining it away as a subjective phenomenon had been achieved. This was the path natural science was following; it was not yet ready to turn its gaze upward toward the spirit. Spiritual science—where was it a hundred years ago? It was immersed in abstractions, in concepts that shed light deep into the spirit. But there was one thing it was unable to do: to bring the great concepts of the spiritual world down to an immediate understanding of what presented itself externally.

[ 49 ] Heute haben wir eine Naturwissenschaft, die in den Stoff heruntergetaucht ist, wo das Atom nun selber spricht, eine Naturwissenschaft, der das Atom unter den Händen zerfällt. Eine Geisteswissenschaft haben wir in der Theosophie, die hinuntersteigt zu den konkretesten Tatsachen, die da zeigt im physischen Leib etwas, was der Astralleib, der Ätherleib, das Ich herausgebildet haben, eine Geisteswissenschaft, die bis in die physische Welt geht. Eine Naturwissenschaft haben wir, die bis herauf an die Grenzen der Geisteswissenschaft reicht, und eine Geisteswissenschaft, die bis zu den Grenzen der Naturwissenschaft herabgestiegen ist. Das ist der Gang der Entwicklung.

[ ] [ 49 ] Today we have a natural science that has delved deep into matter, where the atom now speaks for itself—a natural science in which the atom disintegrates right before our eyes. In theosophy, we have a spiritual science that descends to the most concrete facts, revealing in the physical body something that the astral body, the etheric body, and the ego have formed—a spiritual science that extends into the physical world. We have a natural science that reaches up to the boundaries of spiritual science, and a spiritual science that has descended to the boundaries of natural science. This is the course of development.

[ 50 ] Vor hundert Jahren, da hat Schiller, hinblickend auf zwei Strömungen — eine Naturwissenschaft, die nicht hinaufreicht bis zur Geisteswissenschaft, und eine Philosophie, die nicht herunterreichte bis zur Naturwissenschaft — gesagt: Oh, ihr seid berufen, einmal einen Weg zu gehen, aber ihr müsst vorläufig noch getrennte Wege gehen, damit jede stark genug wird, der andern zu helfen. — Schnell hat sich das erfüllt. Die Naturwissenschaft ist in gewisser Weise durch ihre Schwäche stark, indem sie sich selbst überwindet durch eigne Tatsachen. Sie wird einmünden nach oben. Und die Geisteswissenschaft ist stark, weil sie das Materielle umfassen kann. Was Schiller erkannt, erhofft hat, das scheint sich zu erfüllen. Es wird bald hoffentlich viele Menschen geben, die mit dem einen geistigen Auge, wie die Frau im eingangs erzählten Märchen, nicht mehr die äußeren Wesen nehmen und sie von sich schleudern müssen, weil sie ihnen nichts sagen, sondern es wird Menschen geben, die jeden Stein in die Hand nehmen, ihn zu einem geistigen Auge führen und ihn erkennen als Ausdruck der geistigen Welt, weil alle Materie aus dem Geiste ist und ihn verkündet. Für den Materialismus gab es bloß Materie; da hat man nichts gefunden und man hat die Dinge weggeworfen. Die mit der Naturwissenschaft vereinte Geisteswissenschaft wird in jedem Materiellen dem Menschen ein Geistiges geben. Alles werden wir wieder lieb gewinnen, weil alles ein Ausdruck für die geistige Welt ist.

[ ] [ 50 ] A hundred years ago, Schiller, reflecting on two currents—a natural science that did not extend high enough to reach the science of the spirit, and a philosophy that did not extend low enough to reach natural science—said: “Oh, you are called to walk a single path one day, but for now you must still walk separate paths, so that each may become strong enough to help the other.”—This has come true quickly. Natural science is, in a certain sense, strong through its weakness, in that it overcomes itself through its own facts. It will flow upward. And spiritual science is strong because it can encompass the material. What Schiller recognized and hoped for seems to be coming true. Hopefully, there will soon be many people who, with that one spiritual eye—like the woman in the fairy tale told at the beginning—will no longer have to take in external beings and cast them aside because they mean nothing to them; rather, there will be people who take every stone in their hand, hold it up to their spiritual eye, and recognize it as an expression of the spiritual world, because all matter comes from the spirit and proclaims it. For materialism, there was only matter; there, nothing was found, and things were thrown away. Spiritual science, united with natural science, will reveal the spiritual in every material thing to human beings. We will come to love everything again, because everything is an expression of the spiritual world.

[ 51 ] Die Naturwissenschaft steht auf ihrer Scheide. Sie muss entweder nach der einen Seite gehen und verloren gehen, oder nach der andern, wo sie vereint mit der Geisteswissenschaft nun als die eine Weltanschauung dastehen wird; sodass die beiden vereint den Menschen hinaufführen selbst zu einer Lebensführung, die das Leben durchdringt vom Geist, sodass in dieser Vereinigung — die durch Tatsachen selbst bewirkt wird, ein großes Ziel zum Besten der Menschheit herbeigeführt wird. Wir sehen es heute vor uns. Versuchen wir das, was wir vor uns sehen, durch die Pflege der Geisteswissenschaft mehr anschaulich vor Augen zu stellen. Dann werden wir sehen, dass wir es nicht zu etwas tun, was bloß die Neugierde befriedigt, sondern zu etwas, was uns innerlich alle Zweifel nimmt und stark und kräftig und gesund für das Leben macht. Das wird die Frucht sein aus der Vereinigung der Naturwissenschaft mit der Geisteswissenschaft: Gesundheit und Kraft und Sicherheit im Leben!

[ ] [ 51 ] Natural science stands at a crossroads. It must either go one way and be lost, or the other, where, united with the humanities, it will now stand as the one worldview; so that, united, the two will lead humanity itself to a way of life in which the spirit permeates life, so that through this union—brought about by the facts themselves—a great goal for the good of humanity will be achieved. We see it before us today. Let us try to make what we see before us more vividly apparent through the cultivation of the spiritual sciences. Then we will see that we are not engaging in something that merely satisfies curiosity, but in something that removes all inner doubts and makes us strong, vigorous, and healthy for life. This will be the fruit of the union of natural science with spiritual science: health, strength, and security in life!