The Human Being as a
Spirit and Soul Being
GA 71b
18 February 1918, Munich
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Der Mensch als Geist- und Seelenwesen
4. Die Offenbarungen des Unbewussten im Seelenleben vom geisteswissenschaftlichen Gesichtspunkt
4. Die Offenbarungen des Unbewussten im Seelenleben vom geisteswissenschaftlichen Gesichtspunkt
[ 1 ] Sehr verehrte Anwesende, es ist in der letzten Zeit, eigentlich schon länger, üblich geworden in gewissen Kreisen, von dem Unbewussten gegenüber dem menschlichen Seelenleben zu sprechen. Dasjenige, was in dem Vortrag, den ich mir erlaubt habe, vorgestern zu halten, als Geistiges, als Übersinnliches geschildert worden ist, das wird ja erahnt, ersehnt, wie ich gezeigt habe, gegenwärtig von sehr, sehr vielen Seelen. Und da eben jene Vorurteile gegenüber der Erforschung des Übersinnlichen einmal geschehen, von denen ich gesprochen habe, da man aber doch ein unbestimmtes Gefühl hat, dass es etwas über das Sinnliche Hinausgehendes gäbe, spricht man sich in der Gegenwart mehr im negativen Sinn über dieses Hinausliegende aus und spricht gegenüber dem, was in das menschliche Seelenleben bewusst hereintritt im Alltagsleben, von dem Verborgen-Bleibenden, wohl auch Unbewussten oder dergleichen.
[ 1 ] Sehr verehrte Anwesende, es ist in der letzten Zeit, eigentlich schon länger, üblich geworden in gewissen Kreisen, von dem Unbewussten gegenüber dem menschlichen Seelenleben zu sprechen. Dasjenige, was in dem Vortrag, den ich mir erlaubt habe, vorgestern zu halten, als Geistiges, als Übersinnliches geschildert worden ist, das wird ja erahnt, ersehnt, wie ich gezeigt habe, gegenwärtig von sehr, sehr vielen Seelen. Und da eben jene Vorurteile gegenüber der Erforschung des Übersinnlichen einmal geschehen, von denen ich gesprochen habe, da man aber doch ein unbestimmtes Gefühl hat, dass es etwas über das Sinnliche Hinausgehendes gäbe, spricht man sich in der Gegenwart mehr im negativen Sinn über dieses Hinausliegende aus und spricht gegenüber dem, was in das menschliche Seelenleben bewusst hereintritt im Alltagsleben, von dem Verborgen-Bleibenden, wohl auch Unbewussten oder dergleichen.
[ 2 ] Nun wäre, wenn auseinandergesetzt werden sollte die Geschichte der Entwicklung von Vorstellungen über das Unbewusste in den letzten Jahrzehnten, allein darüber viele Stunden zu reden möglich. Das soll aber heute nicht meine Aufgabe sein. Ich will einleitungsweise nur erwähnen, dass ja, trotzdem früher von dem Unbewussten schon viel gesprochen worden ist von einzelnen Persönlichkeiten, der Ausdruck «das Unbewusste» in einem umfänglicheren Sinn angewendet worden ist für das den Sinnen und dem unmittelbaren Seelenleben verborgen mit dem menschlichen Dasein Zusammenhängende, angewendet worden ist von Eduard von Hartmann, der ja deshalb auch sehr häufig als der Philosoph des Unbewussten geradezu bezeichnet wird. Und ich darf vielleicht einleitungsweise und nur andeutend darauf hinweisen, dass ich gerade seinerzeit, in den Achtziger- und im Beginn der Neunzigerjahre des vorigen Jahrhunderts, mich persönlich auseinanderzusetzen versuchte mit den Anschauungen Eduard von Hartmanns über das Unbewusste im menschlichen Seelenleben, über das Unbewusste in der Welt überhaupt.
[ 2 ] Nun wäre, wenn auseinandergesetzt werden sollte die Geschichte der Entwicklung von Vorstellungen über das Unbewusste in den letzten Jahrzehnten, allein darüber viele Stunden zu reden möglich. Das soll aber heute nicht meine Aufgabe sein. Ich will einleitungsweise nur erwähnen, dass ja, trotzdem früher von dem Unbewussten schon viel gesprochen worden ist von einzelnen Persönlichkeiten, der Ausdruck «das Unbewusste» in einem umfänglicheren Sinn angewendet worden ist für das den Sinnen und dem unmittelbaren Seelenleben verborgen mit dem menschlichen Dasein Zusammenhängende, angewendet worden ist von Eduard von Hartmann, der ja deshalb auch sehr häufig als der Philosoph des Unbewussten geradezu bezeichnet wird. Und ich darf vielleicht einleitungsweise und nur andeutend darauf hinweisen, dass ich gerade seinerzeit, in den Achtziger- und im Beginn der Neunzigerjahre des vorigen Jahrhunderts, mich persönlich auseinanderzusetzen versuchte mit den Anschauungen Eduard von Hartmanns über das Unbewusste im menschlichen Seelenleben, über das Unbewusste in der Welt überhaupt.
[ 3 ] Ich habe über jene Auseinandersetzungen, die [ich] auch in persönlicher Bekanntschaft mit Eduard von Hartmann hatte, berichtet im zweiten Buch des zweiten Jahrgangs der hier in München erscheinenden Zeitschrift «Das Reich». Ich kann vielleicht am leichtesten zunächst ausdrücken, wie die hier vertretene geisteswissenschaftliche Richtung sich zu dem Begriff des Unbewussten im Allgemeinen stellt, wenn ich gerade anknüpfe an die Vorstellungen, die sich Eduard von Hartmann über das Unbewusste im menschlichen Seelenleben, in der Natur und überhaupt im Dasein gemacht hat, denn ich muss zunächst in zweifacher Beziehung abweichen und habe immer abweichen müssen von den Anschauungen Eduard von Hartmanns in Bezug auf diesen Punkt.
[ 3 ] Ich habe über jene Auseinandersetzungen, die [ich] auch in persönlicher Bekanntschaft mit Eduard von Hartmann hatte, berichtet im zweiten Buch des zweiten Jahrgangs der hier in München erscheinenden Zeitschrift «Das Reich». Ich kann vielleicht am leichtesten zunächst ausdrücken, wie die hier vertretene geisteswissenschaftliche Richtung sich zu dem Begriff des Unbewussten im Allgemeinen stellt, wenn ich gerade anknüpfe an die Vorstellungen, die sich Eduard von Hartmann über das Unbewusste im menschlichen Seelenleben, in der Natur und überhaupt im Dasein gemacht hat, denn ich muss zunächst in zweifacher Beziehung abweichen und habe immer abweichen müssen von den Anschauungen Eduard von Hartmanns in Bezug auf diesen Punkt.
[ 4 ] Das eine ist, dass Eduard von Hartmann hinweist von dem Sinnlichen, von dem Seelischen auf ein Unbewusstes, auf ein Übersinnliches, Überseelisches, dass er aber die Ansicht hatte, dass dieses Unbewusste nur erreicht werden könne für das menschliche Erkennen durch logische Zergliederung dessen, was man in der Natur und im menschlichen Seelenleben wahrnimmt, dass auf keine andere Weise beizukommen sei diesem Unbewussten als in hypothetischer Weise, indem man aus dem, was man sieht und hört und verstandesmäßig erschließen kann, indem man davon schließt auf ein Unbewusstes in der Welt, das immer gegenüber dem, was der Mensch hier im physischen Leibe erkennen kann, auch ein Unbewusstes, ein bloß Hypothetisches bleiben müsse.
[ 4 ] Das eine ist, dass Eduard von Hartmann hinweist von dem Sinnlichen, von dem Seelischen auf ein Unbewusstes, auf ein Übersinnliches, Überseelisches, dass er aber die Ansicht hatte, dass dieses Unbewusste nur erreicht werden könne für das menschliche Erkennen durch logische Zergliederung dessen, was man in der Natur und im menschlichen Seelenleben wahrnimmt, dass auf keine andere Weise beizukommen sei diesem Unbewussten als in hypothetischer Weise, indem man aus dem, was man sieht und hört und verstandesmäßig erschließen kann, indem man davon schließt auf ein Unbewusstes in der Welt, das immer gegenüber dem, was der Mensch hier im physischen Leibe erkennen kann, auch ein Unbewusstes, ein bloß Hypothetisches bleiben müsse.
[ 5 ] Gegenüber dieser Meinung Eduard von Hartmanns musste ich immer die geisteswissenschaftliche stellen, die darin besteht, dass eine solche hypothetische Feststellung, ein solches bloßes logisches Schließen auf ein Unbewusstes völlig wertlos ist; denn schließlich führt es doch zu nichts, als anzunehmen, dass das, was man so logisch erschließt, auch anders sein könne. Ich musste immer aus den Erlebnissen heraus, die ich mir vorgestern zu schildern hier erlaubte und auf deren Grundlage die heutige Betrachtung aufgebaut werden soll, ich musste immer aus diesen wirklich geistigen Erlebnissen der menschlichen Seele heraus daran festhalten, dass man nicht nur durch das logische Denken, durch das hypothetische Zergliedern der Welt zu dem Übersinnlichen kommen könne, sondern durch unmittelbares Erleben, indem man die in der Seele schlummernden Kräfte so lebendig überführt in Wahrnehmungsfähigkeiten, dass man nicht nur schließen kann auf das Unbewusste, sondern dass man es als solches so ergreifen kann, wie man das Sinnliche, das gewöhnliche Bewusste ergreift.
[ 5 ] Gegenüber dieser Meinung Eduard von Hartmanns musste ich immer die geisteswissenschaftliche stellen, die darin besteht, dass eine solche hypothetische Feststellung, ein solches bloßes logisches Schließen auf ein Unbewusstes völlig wertlos ist; denn schließlich führt es doch zu nichts, als anzunehmen, dass das, was man so logisch erschließt, auch anders sein könne. Ich musste immer aus den Erlebnissen heraus, die ich mir vorgestern zu schildern hier erlaubte und auf deren Grundlage die heutige Betrachtung aufgebaut werden soll, ich musste immer aus diesen wirklich geistigen Erlebnissen der menschlichen Seele heraus daran festhalten, dass man nicht nur durch das logische Denken, durch das hypothetische Zergliedern der Welt zu dem Übersinnlichen kommen könne, sondern durch unmittelbares Erleben, indem man die in der Seele schlummernden Kräfte so lebendig überführt in Wahrnehmungsfähigkeiten, dass man nicht nur schließen kann auf das Unbewusste, sondern dass man es als solches so ergreifen kann, wie man das Sinnliche, das gewöhnliche Bewusste ergreift.
[ 6 ] So dringt Geisteswissenschaft von der bloßen Logik zu einem wirklichen Schauen des für das gewöhnliche Bewusstsein Unbewussten, Übersinnlichen. Die Methoden, denen sich die menschliche Seele zu unterwerfen hat, damit sie gewissermaßen aus ihren Untergründen heraus, die selber unbewusst sind, das entwickle, was man unter ... [Lücke] Veränderung der Goethe’schen Ausdrücke «Geistesaugen» und «Geistesohren» «Geistorgane» nennen könnte, diese Methoden habe ich prinzipiell vorgestern angeführt. Das ist das eine, indem Geisteswissenschaft, wie sie hier gemeint ist, in ganz anderer Weise sich zum Unbewussten verhalten muss als irgendeine philosophische Richtung der Gegenwart, gerade diejenigen auch, welche sich in besonderem sogar hypothetisch auf das Unbewusste gründen.
[ 6 ] So dringt Geisteswissenschaft von der bloßen Logik zu einem wirklichen Schauen des für das gewöhnliche Bewusstsein Unbewussten, Übersinnlichen. Die Methoden, denen sich die menschliche Seele zu unterwerfen hat, damit sie gewissermaßen aus ihren Untergründen heraus, die selber unbewusst sind, das entwickle, was man unter ... [Lücke] Veränderung der Goethe’schen Ausdrücke «Geistesaugen» und «Geistesohren» «Geistorgane» nennen könnte, diese Methoden habe ich prinzipiell vorgestern angeführt. Das ist das eine, indem Geisteswissenschaft, wie sie hier gemeint ist, in ganz anderer Weise sich zum Unbewussten verhalten muss als irgendeine philosophische Richtung der Gegenwart, gerade diejenigen auch, welche sich in besonderem sogar hypothetisch auf das Unbewusste gründen.
[ 7 ] Das Zweite, um das es sich handelt, ist, dass Eduard von Hartmann das eigentlich in Betracht kommende Geistige für ein sich selbst Unbewusstes letzten Endes hält, das heißt, dass er glaubt, dass man zwar durch gewisse logische Schlussfolgerungen und Bedingungen dahin kommen müsse, hinter dem sinnlichen Dasein ein Geistiges anzunehmen, dass man aber nicht anders könne, als von ihm auszusagen, dass es selbst nicht ein Bewusstes sei, dass es unbewusster Geist sei, dass Bewusstsein aus diesem erst entsteht, wenn dieser unbewusste Geist sich im menschlichen Leibe verkörpert und da sich das Bewusstsein schafft, das dann [das einzige] Bewusstsein wäre, welches in Betracht käme, dem gegenüber also das, was höher zum Beispiel liegt in der Wirklichkeit als dieses Bewusstsein, eben ein Unbewusstes wäre. Man würde dann dazu kommen, dasjenige, was der Mensch als sein eigentliches Wesen der Bewusstheit ansehen muss, dass das wie eine Welle aufstiege aus einem unbewussten geistigen Leben. Ich glaube, sehr verehrte Anwesende, dass es schon von vornherein, obwohl das von keinem besonderen Wert ist, recht unbefriedigend erscheinen muss, wenn man zwar den Geist annimmt, aber diesen mit der Unbewusstheit allein ausgestattet findet, und ein solcher ist im Grunde genommen doch nicht viel mehr wert als die auch unbewusste Materie. Es kommt auf dasselbe hinaus, ob man aus der unbewussten Materie den Geist aufsteigen lässt oder aus dem unbewussten Geist das bewusste Seelenleben aufsteigen lässt; man hat es immer eigentlich mit einem, ich möchte sagen, nur natürlichen Geiste zu tun, mit keinem Verankertsein des menschlichen Geistig-Seelischen in einem ihm verwandten oder übergeordneten Geistig-Seelischen zu tun.
[ 7 ] Das Zweite, um das es sich handelt, ist, dass Eduard von Hartmann das eigentlich in Betracht kommende Geistige für ein sich selbst Unbewusstes letzten Endes hält, das heißt, dass er glaubt, dass man zwar durch gewisse logische Schlussfolgerungen und Bedingungen dahin kommen müsse, hinter dem sinnlichen Dasein ein Geistiges anzunehmen, dass man aber nicht anders könne, als von ihm auszusagen, dass es selbst nicht ein Bewusstes sei, dass es unbewusster Geist sei, dass Bewusstsein aus diesem erst entsteht, wenn dieser unbewusste Geist sich im menschlichen Leibe verkörpert und da sich das Bewusstsein schafft, das dann [das einzige] Bewusstsein wäre, welches in Betracht käme, dem gegenüber also das, was höher zum Beispiel liegt in der Wirklichkeit als dieses Bewusstsein, eben ein Unbewusstes wäre. Man würde dann dazu kommen, dasjenige, was der Mensch als sein eigentliches Wesen der Bewusstheit ansehen muss, dass das wie eine Welle aufstiege aus einem unbewussten geistigen Leben. Ich glaube, sehr verehrte Anwesende, dass es schon von vornherein, obwohl das von keinem besonderen Wert ist, recht unbefriedigend erscheinen muss, wenn man zwar den Geist annimmt, aber diesen mit der Unbewusstheit allein ausgestattet findet, und ein solcher ist im Grunde genommen doch nicht viel mehr wert als die auch unbewusste Materie. Es kommt auf dasselbe hinaus, ob man aus der unbewussten Materie den Geist aufsteigen lässt oder aus dem unbewussten Geist das bewusste Seelenleben aufsteigen lässt; man hat es immer eigentlich mit einem, ich möchte sagen, nur natürlichen Geiste zu tun, mit keinem Verankertsein des menschlichen Geistig-Seelischen in einem ihm verwandten oder übergeordneten Geistig-Seelischen zu tun.
[ 8 ] Nun zeigt aber gerade die Erfahrung, von der ich vorgestern hier gesprochen habe, die Erfahrung, die beruht auf dem zur geistigen Wahrnehmung umgewandelten Seelenleben, dass, wenn man eindringt, lebendig eindringt in die Welt des Geistes, man nicht kommt zu Unbewusstheit, sondern zu wirklich Wesenhaftem, das ebenso, ganz unabhängig vom menschlichen Bewusstsein, so bewusst ist wie dieses selbst, ja, dass es gerade dem Menschlichen übergeordnete Grade der Bewusstheit im Weltall gibt.
[ 8 ] Nun zeigt aber gerade die Erfahrung, von der ich vorgestern hier gesprochen habe, die Erfahrung, die beruht auf dem zur geistigen Wahrnehmung umgewandelten Seelenleben, dass, wenn man eindringt, lebendig eindringt in die Welt des Geistes, man nicht kommt zu Unbewusstheit, sondern zu wirklich Wesenhaftem, das ebenso, ganz unabhängig vom menschlichen Bewusstsein, so bewusst ist wie dieses selbst, ja, dass es gerade dem Menschlichen übergeordnete Grade der Bewusstheit im Weltall gibt.
[ 9 ] Ich werde nun, sehr verehrte Anwesende, ich werde nun heute mich der Aufgabe unterziehen, vor Ihnen eine Betrachtung anzustellen über das, was im gewöhnlichen menschlichen Seelenleben grenzt an das Gebiet, das im eigentlichen Sinne die hier vertretene Geisteswissenschaft als das Geistige, als das Übersinnliche bezeichnet; denn aus einer solchen Betrachtung ergibt sich dann mancherlei, das, ich möchte sagen, wie illustrativ hineinführt auch in eine sachgemäße Beurteilung dessen, was die Geisteswissenschaft über das eigentlich Übersinnliche selbst zu sagen hat, und außerdem liegt es ja sehr nahe der Gegenwart, wo so viel über das Unbewusste gesprochen wird, wo man gerade in der Form des Unbewussten das Geistige erkennen will, dass auch diese Geisteswissenschaft über jene Gebiete spricht, die man so gern von mancher Seite her verwechseln möchte mit dem eigentlichen Gebiet der Geisteswissenschaft selbst.
[ 9 ] Ich werde nun, sehr verehrte Anwesende, ich werde nun heute mich der Aufgabe unterziehen, vor Ihnen eine Betrachtung anzustellen über das, was im gewöhnlichen menschlichen Seelenleben grenzt an das Gebiet, das im eigentlichen Sinne die hier vertretene Geisteswissenschaft als das Geistige, als das Übersinnliche bezeichnet; denn aus einer solchen Betrachtung ergibt sich dann mancherlei, das, ich möchte sagen, wie illustrativ hineinführt auch in eine sachgemäße Beurteilung dessen, was die Geisteswissenschaft über das eigentlich Übersinnliche selbst zu sagen hat, und außerdem liegt es ja sehr nahe der Gegenwart, wo so viel über das Unbewusste gesprochen wird, wo man gerade in der Form des Unbewussten das Geistige erkennen will, dass auch diese Geisteswissenschaft über jene Gebiete spricht, die man so gern von mancher Seite her verwechseln möchte mit dem eigentlichen Gebiet der Geisteswissenschaft selbst.
[ 10 ] Es kommt ja immer wieder und wiederum vor, trotzdem ich seit vielen Jahren jede Gelegenheit hier ergreife, auf den Unterschied des von der Geisteswissenschaft zu betrachtenden Gebietes von diesen Grenzgebieten hervorzuheben, es kommt vor, dass man die Geisteswissenschaft mit diesen Grenzgebieten verwechselt. Daher muss sie über diese Grenzgebiete sprechen. Außerdem liegt noch etwas anderes vor. Das Gebiet des geistigen Lebens, das, so betrachtet, wie ich es vorgestern geschildert habe, das wird eben heute von sehr vielen Menschen gemieden, das wird als das Erträumte, das Phantastische angesehen und man hält sich viel lieber an das, was nicht im freien geistigen Erkennen, so wie die Geisteswissenschaft es will, als das Übersinnliche zu erreichen ist, sondern was sich mehr von selbst ankündigt. Nun strömt zwar Übersinnliches als Offenbarung in das Sinnliche herein; allein diese Offenbarungen des unbewussten Übersinnlichen im Sinnlichen können nur in der richtigen Weise beurteilt werden, wenn man sie vom Gesichtspunkt der eigentlichen Geist-Erkenntnis aus zu betrachten vermag.
[ 10 ] Es kommt ja immer wieder und wiederum vor, trotzdem ich seit vielen Jahren jede Gelegenheit hier ergreife, auf den Unterschied des von der Geisteswissenschaft zu betrachtenden Gebietes von diesen Grenzgebieten hervorzuheben, es kommt vor, dass man die Geisteswissenschaft mit diesen Grenzgebieten verwechselt. Daher muss sie über diese Grenzgebiete sprechen. Außerdem liegt noch etwas anderes vor. Das Gebiet des geistigen Lebens, das, so betrachtet, wie ich es vorgestern geschildert habe, das wird eben heute von sehr vielen Menschen gemieden, das wird als das Erträumte, das Phantastische angesehen und man hält sich viel lieber an das, was nicht im freien geistigen Erkennen, so wie die Geisteswissenschaft es will, als das Übersinnliche zu erreichen ist, sondern was sich mehr von selbst ankündigt. Nun strömt zwar Übersinnliches als Offenbarung in das Sinnliche herein; allein diese Offenbarungen des unbewussten Übersinnlichen im Sinnlichen können nur in der richtigen Weise beurteilt werden, wenn man sie vom Gesichtspunkt der eigentlichen Geist-Erkenntnis aus zu betrachten vermag.
[ 11 ] Ich werde nun heute über die einschlägigen Erscheinungen nur geisteswissenschaftlich sprechen, und ich hoffe, dass man verstehen werde, dass nicht in jedem einzelnen Vortrag immer alles gesagt werden kann. Ich darf ja darauf hinweisen, dass, wenn ich auch heute bloß mehr oder weniger geisteswissenschaftlich diese Erscheinungen erörtere, dass verstanden werde, was ich vorgestern hervorgehoben habe, dass das, was die Geisteswissenschaft zu erkennen versucht, nicht nur in keinem Widerspruch steht mit einem wirklich verstandenen naturwissenschaftlichen Ergebnis, sondern dass diese Erkenntnisse der Geisteswissenschaft, auch diejenigen über das unbewusste Gebiet, von wirklicher, echter naturwissenschaftlicher Erkenntnis bestätigt werden.
[ 11 ] Ich werde nun heute über die einschlägigen Erscheinungen nur geisteswissenschaftlich sprechen, und ich hoffe, dass man verstehen werde, dass nicht in jedem einzelnen Vortrag immer alles gesagt werden kann. Ich darf ja darauf hinweisen, dass, wenn ich auch heute bloß mehr oder weniger geisteswissenschaftlich diese Erscheinungen erörtere, dass verstanden werde, was ich vorgestern hervorgehoben habe, dass das, was die Geisteswissenschaft zu erkennen versucht, nicht nur in keinem Widerspruch steht mit einem wirklich verstandenen naturwissenschaftlichen Ergebnis, sondern dass diese Erkenntnisse der Geisteswissenschaft, auch diejenigen über das unbewusste Gebiet, von wirklicher, echter naturwissenschaftlicher Erkenntnis bestätigt werden.
[ 12 ] Diejenigen Gebiete, die in Betracht kommen, wenn von den Offenbarungen des Unbewussten die Rede ist, sie sind sehr weit, und ich werde nur, ich möchte sagen, ein beschränktes Gebiet heute zu betrachten in der Lage sein, das Gebiet, welches umfasst das interessante, jedem bekannte, wenn auch in seiner Eigenart eigentlich trotz vieler Bemühungen wenig richtig erforschte, unangesehene Gebiet des menschlichen Träumens, die Welt des Traumes; und ich werde zu betrachten haben das Gebiet, welches mancher für verwandt mit dem Traumgebiet hält, welches aber nicht verwandt ist mit ihm, das Gebiet, das gerade in der Gegenwart viele Menschen interessiert, die den Weg zum Geiste suchen, das Gebiet des Soemnambulismus und aller damit verwandten Erscheinungen.
[ 12 ] Diejenigen Gebiete, die in Betracht kommen, wenn von den Offenbarungen des Unbewussten die Rede ist, sie sind sehr weit, und ich werde nur, ich möchte sagen, ein beschränktes Gebiet heute zu betrachten in der Lage sein, das Gebiet, welches umfasst das interessante, jedem bekannte, wenn auch in seiner Eigenart eigentlich trotz vieler Bemühungen wenig richtig erforschte, unangesehene Gebiet des menschlichen Träumens, die Welt des Traumes; und ich werde zu betrachten haben das Gebiet, welches mancher für verwandt mit dem Traumgebiet hält, welches aber nicht verwandt ist mit ihm, das Gebiet, das gerade in der Gegenwart viele Menschen interessiert, die den Weg zum Geiste suchen, das Gebiet des Soemnambulismus und aller damit verwandten Erscheinungen.
[ 13 ] Ich werde dann auf ein anderes Gebiet des Unterbewussten oder Überbewussten hinzuweisen haben, das ebenfalls hereinragt in das gewöhnliche Menschenleben: Es ist das Gebiet der Phantasieschöpfungen, der Dichtung, des künstlerischen Schaffens. Und ich werde dann hinzuweisen haben auf ein weites Gebiet, wenn dieses auch heute nur in Kürze betrachtet werden kann, auf ein weites Gebiet, das halb bewusst und halb unbewusst, aber doch nicht minder bedeutungsvoll für das menschliche Leben an den Menschen herantritt, auf das Gebiet, das wir mit dem Worte «das menschliche Schicksal» bezeichnen, in dem man vielleicht nicht einmal glaubt, dass so viel Unbewusstes darin lebt. Und ich werde dann hinzuweisen haben auf das Gebiet, das das der eigentlichen Geisteswissenschaft ist, das für das gewöhnliche Bewusstsein auch unbewusst bleibt, dessen Offenbarungen aber aufklärend sind über alle anderen Gebiete des Unbewussten; ich werde über das Gebiet des schauenden Bewusstseins zu sprechen haben, von dem ich gern vermeide — obwohl es richtig wäre, es so zu nennen —, von dem ich gern vermeide, es das Gebiet des eigentlichen wirklich entwickelten Sehertums zu nennen.
[ 13 ] Ich werde dann auf ein anderes Gebiet des Unterbewussten oder Überbewussten hinzuweisen haben, das ebenfalls hereinragt in das gewöhnliche Menschenleben: Es ist das Gebiet der Phantasieschöpfungen, der Dichtung, des künstlerischen Schaffens. Und ich werde dann hinzuweisen haben auf ein weites Gebiet, wenn dieses auch heute nur in Kürze betrachtet werden kann, auf ein weites Gebiet, das halb bewusst und halb unbewusst, aber doch nicht minder bedeutungsvoll für das menschliche Leben an den Menschen herantritt, auf das Gebiet, das wir mit dem Worte «das menschliche Schicksal» bezeichnen, in dem man vielleicht nicht einmal glaubt, dass so viel Unbewusstes darin lebt. Und ich werde dann hinzuweisen haben auf das Gebiet, das das der eigentlichen Geisteswissenschaft ist, das für das gewöhnliche Bewusstsein auch unbewusst bleibt, dessen Offenbarungen aber aufklärend sind über alle anderen Gebiete des Unbewussten; ich werde über das Gebiet des schauenden Bewusstseins zu sprechen haben, von dem ich gern vermeide — obwohl es richtig wäre, es so zu nennen —, von dem ich gern vermeide, es das Gebiet des eigentlichen wirklich entwickelten Sehertums zu nennen.
[ 14 ] Ich werde zuerst versuchen, kurz zu charakterisieren, ohne auf irgendwelche Erläuterungen einzugehen, kurz zu charakterisieren, wie diese einzelnen Gebiete, aus denen sich das Unbewusste herausoffenbart, wie sie an das menschliche gewöhnliche Bewusstsein herantreten. Das weite Gebiet des interessanten Traumlebens, es darf allerdings niemand hoffen, dass Geisteswissenschaft in das Traumleben so hineinzublicken willens ist, wie das von mancher dilettantischen oder abergläubischen Seite geschieht; aber dafür sucht Geisteswissenschaft gerade in dieses Gebiet auf eine Art hineinzublicken, dass es selber erklärend und offenbarend werden kann für manche geheimnisvolle Seite des menschlichen Seelenlebens. Jeder kennt es, dieses Traumgebiet, die auf- und abwogenden Träume, an die der Mensch sich erinnert im wachen Tagesleben, von denen er eine Ahnung hat, dass sie sich aus einem Gebiet des Unbewussten offenbaren, die wie Erinnerungsbilder eintreten, sodass sie bis zu einem gewissen Grade überschaut werden können.
[ 14 ] Ich werde zuerst versuchen, kurz zu charakterisieren, ohne auf irgendwelche Erläuterungen einzugehen, kurz zu charakterisieren, wie diese einzelnen Gebiete, aus denen sich das Unbewusste herausoffenbart, wie sie an das menschliche gewöhnliche Bewusstsein herantreten. Das weite Gebiet des interessanten Traumlebens, es darf allerdings niemand hoffen, dass Geisteswissenschaft in das Traumleben so hineinzublicken willens ist, wie das von mancher dilettantischen oder abergläubischen Seite geschieht; aber dafür sucht Geisteswissenschaft gerade in dieses Gebiet auf eine Art hineinzublicken, dass es selber erklärend und offenbarend werden kann für manche geheimnisvolle Seite des menschlichen Seelenlebens. Jeder kennt es, dieses Traumgebiet, die auf- und abwogenden Träume, an die der Mensch sich erinnert im wachen Tagesleben, von denen er eine Ahnung hat, dass sie sich aus einem Gebiet des Unbewussten offenbaren, die wie Erinnerungsbilder eintreten, sodass sie bis zu einem gewissen Grade überschaut werden können.
[ 15 ] Ein jeder ahnt aber auch, dass der Mensch viel mehr träumt, als das ist, an das er sich da erinnert, dass das Traumleben einen viel größeren Teil des Schlaflebens durchzieht, als geglaubt wird, deshalb, weil ein großer Teil der erlebten Träume eigentlich vergessen wird. Schon die äußere Charakteristik des Traumlebens ist außerordentlich interessant. Zunächst scheint es so, als ob die Träume auf- und abwogten ohne jede innere Gesetzmäßigkeit. Man braucht sich aber nur einige Kategorien des Traumlebens vor die Seele zu führen und man wird sehen, dass überall eine gewisse, wenn auch zunächst nur oberflächlich meistens betrachtet, dass eine gewisse Gesetzmäßigkeit in diesem Traumleben herrscht.
[ 15 ] Ein jeder ahnt aber auch, dass der Mensch viel mehr träumt, als das ist, an das er sich da erinnert, dass das Traumleben einen viel größeren Teil des Schlaflebens durchzieht, als geglaubt wird, deshalb, weil ein großer Teil der erlebten Träume eigentlich vergessen wird. Schon die äußere Charakteristik des Traumlebens ist außerordentlich interessant. Zunächst scheint es so, als ob die Träume auf- und abwogten ohne jede innere Gesetzmäßigkeit. Man braucht sich aber nur einige Kategorien des Traumlebens vor die Seele zu führen und man wird sehen, dass überall eine gewisse, wenn auch zunächst nur oberflächlich meistens betrachtet, dass eine gewisse Gesetzmäßigkeit in diesem Traumleben herrscht.
[ 16 ] Da hat man zunächst dasjenige, was einzelne Philosophen genannt haben die Sinnesreiz-Träume. An ihnen wird man gewahr, dass das seelisch-geistige Leben des Menschen in einem anderen Verhältnis zur Umwelt steht als beim gewöhnlichen Bewusstsein, wenn es träumt. An ihnen wird man es gewahr, dass in einer gewissen Weise — jetzt zunächst oberflächlich gesprochen — das normale Sinnesleben ausgeschaltet ist, aber nicht jede Sprache, welche die Sinne nach innen zur Seele sprechen, damit auch wegfällt. Man braucht sich nur aus dem Gebiet der Sinnesreizträume irgendwie ein Beispiel vorzuführen, so wird man sehen, dass die Empfänglichkeit der Sinne für die äußere Welt zwar nicht aufzuhören braucht, dass aber die Art, wie der Mensch sich sonst durch seine Sinne mit der Welt verständigt, bei diesen Träumen schon nicht da ist.
[ 16 ] Da hat man zunächst dasjenige, was einzelne Philosophen genannt haben die Sinnesreiz-Träume. An ihnen wird man gewahr, dass das seelisch-geistige Leben des Menschen in einem anderen Verhältnis zur Umwelt steht als beim gewöhnlichen Bewusstsein, wenn es träumt. An ihnen wird man es gewahr, dass in einer gewissen Weise — jetzt zunächst oberflächlich gesprochen — das normale Sinnesleben ausgeschaltet ist, aber nicht jede Sprache, welche die Sinne nach innen zur Seele sprechen, damit auch wegfällt. Man braucht sich nur aus dem Gebiet der Sinnesreizträume irgendwie ein Beispiel vorzuführen, so wird man sehen, dass die Empfänglichkeit der Sinne für die äußere Welt zwar nicht aufzuhören braucht, dass aber die Art, wie der Mensch sich sonst durch seine Sinne mit der Welt verständigt, bei diesen Träumen schon nicht da ist.
[ 17 ] Man hat seine Uhr neben sich liegen und man träumt, dass man hört zum Beispiel einen Reiter, der vorbeitrabt. Im wachen Zustand würde man ... [Lücke] — Indem man aufwacht, merkt man, dass es der Schlag der Uhr war, der in den Traum sich hinein symbolisiert hat. Im wachen Bewusstsein würde man in einer normalen Weise durch den Sinn des Ohres sich zur Umwelt gestellt haben; im Traum wandelt sich das, was gewöhnliche Sinneswahrnehmung ist, in einen symbolischen Vorgang um. So kann im Grunde genommen jeder Sinn wahrnehmen, eine ganz dramatische Handlung kann sich an eine Sinneswahrnehmung anknüpfen. Immer wird man aber bemerken, dass die Sinneswahrnehmung im Traum in gewisser Weise symbolisch, bildhaft umgedeutet ist. Eine gewöhnliche Sinneswahrnehmung lebt nicht in dem Traumleben.
[ 17 ] Man hat seine Uhr neben sich liegen und man träumt, dass man hört zum Beispiel einen Reiter, der vorbeitrabt. Im wachen Zustand würde man ... [Lücke] — Indem man aufwacht, merkt man, dass es der Schlag der Uhr war, der in den Traum sich hinein symbolisiert hat. Im wachen Bewusstsein würde man in einer normalen Weise durch den Sinn des Ohres sich zur Umwelt gestellt haben; im Traum wandelt sich das, was gewöhnliche Sinneswahrnehmung ist, in einen symbolischen Vorgang um. So kann im Grunde genommen jeder Sinn wahrnehmen, eine ganz dramatische Handlung kann sich an eine Sinneswahrnehmung anknüpfen. Immer wird man aber bemerken, dass die Sinneswahrnehmung im Traum in gewisser Weise symbolisch, bildhaft umgedeutet ist. Eine gewöhnliche Sinneswahrnehmung lebt nicht in dem Traumleben.
[ 18 ] Ebenso können Vorgänge des Leibes sich im Traume symbolisieren. Wir träumen von einem kochenden Ofen, wachen auf und wissen, dass durch einen besonders schnellen Herzschlag dieser Traum veranlasst worden ist. Wir erleben es, dass Stimmungen der Seele, Reminiszenzen des Lebens, Dinge, die vielleicht weit zurückliegen, sich im Traume ausleben. Wir erleben wohl auch, dass wir Dinge träumen, über die wir höchst überrascht sein können. Jeder kennt ja diese verschiedenen Kategorien des Traumlebens. Eines muss, wenn man eintreten will, wie wir das später tun wollen, in eine Charakteristik des Traumlebens, dabei besonders deutlich beachtet werden: Klar ist es, dass dem Traume zwei Seiten des gewöhnlichen menschlichen Erlebens fehlen.
[ 18 ] Ebenso können Vorgänge des Leibes sich im Traume symbolisieren. Wir träumen von einem kochenden Ofen, wachen auf und wissen, dass durch einen besonders schnellen Herzschlag dieser Traum veranlasst worden ist. Wir erleben es, dass Stimmungen der Seele, Reminiszenzen des Lebens, Dinge, die vielleicht weit zurückliegen, sich im Traume ausleben. Wir erleben wohl auch, dass wir Dinge träumen, über die wir höchst überrascht sein können. Jeder kennt ja diese verschiedenen Kategorien des Traumlebens. Eines muss, wenn man eintreten will, wie wir das später tun wollen, in eine Charakteristik des Traumlebens, dabei besonders deutlich beachtet werden: Klar ist es, dass dem Traume zwei Seiten des gewöhnlichen menschlichen Erlebens fehlen.
[ 19 ] Wer das Traumleben verfolgt, wird finden, dass dem Traume fehlt dasjenige, was wir im gewöhnlichen bewussten Tagesleben den logischen Gang unserer Vorstellungen nennen. Der Traum schließt die Logik aus. Manchmal möchte man dieser Feststellung widersprechen; doch würde der Widerspruch vor einer genauen Beobachtung nicht bestehen können. Es kann ein Traum logisch verlaufen; dann aber ist der logische Verlauf nicht bewirkt durch die Anwendung der logischen Kraft in der Zeit des Träumens, sondern dann träumen wir irgendein Ereignis, welches in sich einmal von uns logisch verfolgt worden ist. Wir träumen die Logik mit, logisieren aber nicht. So entsteht der Schein, als ob man logisch träumen könne. Man kann das Logische als Reminiszenz träumen; aber man kann nicht das Logische als Kraft des Logisierens verwirklichen.
[ 19 ] Wer das Traumleben verfolgt, wird finden, dass dem Traume fehlt dasjenige, was wir im gewöhnlichen bewussten Tagesleben den logischen Gang unserer Vorstellungen nennen. Der Traum schließt die Logik aus. Manchmal möchte man dieser Feststellung widersprechen; doch würde der Widerspruch vor einer genauen Beobachtung nicht bestehen können. Es kann ein Traum logisch verlaufen; dann aber ist der logische Verlauf nicht bewirkt durch die Anwendung der logischen Kraft in der Zeit des Träumens, sondern dann träumen wir irgendein Ereignis, welches in sich einmal von uns logisch verfolgt worden ist. Wir träumen die Logik mit, logisieren aber nicht. So entsteht der Schein, als ob man logisch träumen könne. Man kann das Logische als Reminiszenz träumen; aber man kann nicht das Logische als Kraft des Logisierens verwirklichen.
[ 20 ] Das andere, das charakteristisch ist, ist, dass die moralischen Maßstäbe, die moralischen Beurteilungen in unserem Verhältnis zu den Traumbildern und auch in der Entstehung der Traumbilder fehlen. Jeder weiß, dass er im Traum Dinge tut, gegenüber denen das Gewissen schweigt, welche er verurteilen würde, nimmermehr tun würde, wenn sie wirklich geschehen würden im wachen Tagesleben. Das ist bedeutungsvoll für die Beurteilung der Welt des Traumes, dass die Logik und die moralische Wertung aus dem Traumleben eigentlich ausgeschlossen sind. Das andere, das von wirklicher Bedeutung ist, das ist, dass, während wir träumen, wir zu unserer Umwelt in demselben Verhältnis stehen, indem wir auch im traumlosen Schlaf stehen.
[ 20 ] Das andere, das charakteristisch ist, ist, dass die moralischen Maßstäbe, die moralischen Beurteilungen in unserem Verhältnis zu den Traumbildern und auch in der Entstehung der Traumbilder fehlen. Jeder weiß, dass er im Traum Dinge tut, gegenüber denen das Gewissen schweigt, welche er verurteilen würde, nimmermehr tun würde, wenn sie wirklich geschehen würden im wachen Tagesleben. Das ist bedeutungsvoll für die Beurteilung der Welt des Traumes, dass die Logik und die moralische Wertung aus dem Traumleben eigentlich ausgeschlossen sind. Das andere, das von wirklicher Bedeutung ist, das ist, dass, während wir träumen, wir zu unserer Umwelt in demselben Verhältnis stehen, indem wir auch im traumlosen Schlaf stehen.
[ 21 ] Das ist sehr wichtig. Wir erfahren im traumlosen Schlafe nichts von dem, was in unserer Umgebung vorgeht, durch unsere Sinne, erfahren auch nichts von demjenigen, was in unserem eigenen Leibe sich abspielt oder was sonst von diesem Leibe heraus in das Seelenleben einfließen will. Wir sind gewissermaßen zurückgezogen in das zunächst unbewusst bleibende Seelenleben im traumlosen Schlaf. Strömen ein die Traumbilder in diesen traumlosen Schlaf, so ändert sich dieses unser Verhältnis zur Umwelt nicht. Das ist wesentlich. Zwar kann man von Sinnesreiz-Träumen selber sprechen, aber das, was durch die Sinne auf uns wirkt, das wirkt nicht durch den Vorgang, der sich in den Sinnen abspielt, sondern das wirkt viel innerlicher auf das menschliche Seelenleben; es wirkt so, dass das Sinnliche schon symbolisiert, dass es schon in gewisser Weise seelisch umgestaltet ist. Wir treten nicht in der durch das verständige sinnliche Wahrnehmen kontrollierten Art durch den Traum in ein Verhältnis zu unserer Umwelt, und wir tun das auch nicht zu unserem eigenen Leib. In solcher Weise, wie wir die Zustände in unserem Leibe im Wachen erleben, so erleben wir sie nicht, wir erleben sie umgestaltet, in seelischer Formung, wir erleben sie symbolisiert oder dergleichen, und das ist das Wesentliche im Traumleben, dass es allerlei ins Bewusstsein hereinzaubert, dass aber der Mensch immer zu seiner Umwelt in ein ebenso abgeschlossenes Verhältnis kommt, trotz des Träumens, wie in dem traumlosen Schlaf.
[ 21 ] Das ist sehr wichtig. Wir erfahren im traumlosen Schlafe nichts von dem, was in unserer Umgebung vorgeht, durch unsere Sinne, erfahren auch nichts von demjenigen, was in unserem eigenen Leibe sich abspielt oder was sonst von diesem Leibe heraus in das Seelenleben einfließen will. Wir sind gewissermaßen zurückgezogen in das zunächst unbewusst bleibende Seelenleben im traumlosen Schlaf. Strömen ein die Traumbilder in diesen traumlosen Schlaf, so ändert sich dieses unser Verhältnis zur Umwelt nicht. Das ist wesentlich. Zwar kann man von Sinnesreiz-Träumen selber sprechen, aber das, was durch die Sinne auf uns wirkt, das wirkt nicht durch den Vorgang, der sich in den Sinnen abspielt, sondern das wirkt viel innerlicher auf das menschliche Seelenleben; es wirkt so, dass das Sinnliche schon symbolisiert, dass es schon in gewisser Weise seelisch umgestaltet ist. Wir treten nicht in der durch das verständige sinnliche Wahrnehmen kontrollierten Art durch den Traum in ein Verhältnis zu unserer Umwelt, und wir tun das auch nicht zu unserem eigenen Leib. In solcher Weise, wie wir die Zustände in unserem Leibe im Wachen erleben, so erleben wir sie nicht, wir erleben sie umgestaltet, in seelischer Formung, wir erleben sie symbolisiert oder dergleichen, und das ist das Wesentliche im Traumleben, dass es allerlei ins Bewusstsein hereinzaubert, dass aber der Mensch immer zu seiner Umwelt in ein ebenso abgeschlossenes Verhältnis kommt, trotz des Träumens, wie in dem traumlosen Schlaf.
[ 22 ] Das ist, äußerlich betrachtet, der Grund, warum wir immer imstande sind, den Traum in seinem Verlauf in das richtige Verhältnis zu setzen zu unserem wachen Tagesleben [und] durch den Traum zunächst nicht betrogen werden können, dass er irgendetwas innerhalb des wachen Tageslebens selber zu bedeuten habe, irgendein Unberechtigtes im praktischen Leben aufstelle. Das gerade ist die Charakteristik des gesunden Seelenlebens, von diesem Gesichtspunkte aus, dass wir nicht in die Lage kommen, den Traum in falschen Zusammenhang zu bringen mit dem wachen Tagesleben. Während der Traum selber nicht logisiert, nicht moralisiert, sind wir immer imstande, das logische, das moralische Verhältnis des Traumverlaufes selbst zum wachen Tagesleben voll festzustellen.
[ 22 ] Das ist, äußerlich betrachtet, der Grund, warum wir immer imstande sind, den Traum in seinem Verlauf in das richtige Verhältnis zu setzen zu unserem wachen Tagesleben [und] durch den Traum zunächst nicht betrogen werden können, dass er irgendetwas innerhalb des wachen Tageslebens selber zu bedeuten habe, irgendein Unberechtigtes im praktischen Leben aufstelle. Das gerade ist die Charakteristik des gesunden Seelenlebens, von diesem Gesichtspunkte aus, dass wir nicht in die Lage kommen, den Traum in falschen Zusammenhang zu bringen mit dem wachen Tagesleben. Während der Traum selber nicht logisiert, nicht moralisiert, sind wir immer imstande, das logische, das moralische Verhältnis des Traumverlaufes selbst zum wachen Tagesleben voll festzustellen.
[ 23 ] Das ist das, was den Traum in Bezug auf sein Verhältnis zum wachen Tagesleben unterscheidet von allen persönlichen Erlebnissen, die man nun mit der zweiten Art des Unbewussten machen kann, mit den somnambulen Erscheinungen und all dem, was dazu gehört, die hypnotischen Erscheinungen, die Erscheinungen des Mediumismus und so weiter, und so weiter. Dieses Gebiet, das ist ein solches, das die Gegenwart ganz besonders interessiert, weil man in den abnormen Erscheinungen, die da zutage treten, glaubt, ein Tor zu finden hinaus aus dem gewöhnlichen Sinnesleben, etwas zu finden, wo ein Unbekanntes hereinschaut und sich offenbart im gewöhnlichen Seelenleben.
[ 23 ] Das ist das, was den Traum in Bezug auf sein Verhältnis zum wachen Tagesleben unterscheidet von allen persönlichen Erlebnissen, die man nun mit der zweiten Art des Unbewussten machen kann, mit den somnambulen Erscheinungen und all dem, was dazu gehört, die hypnotischen Erscheinungen, die Erscheinungen des Mediumismus und so weiter, und so weiter. Dieses Gebiet, das ist ein solches, das die Gegenwart ganz besonders interessiert, weil man in den abnormen Erscheinungen, die da zutage treten, glaubt, ein Tor zu finden hinaus aus dem gewöhnlichen Sinnesleben, etwas zu finden, wo ein Unbekanntes hereinschaut und sich offenbart im gewöhnlichen Seelenleben.
[ 24 ] Und so kommt es denn, dass Menschen, die selbst nicht nur ernst zu nehmen sind als naturwissenschaftliche und sonstige Forscher, glauben, dass man an das wahre Geistige herankommen könne durch eine Erforschung dieses Gebietes, oder auch, dass wahre Forscher — manchmal große Forscher auf ihrem Gebiet — weil ja die allgemeine Sehnsucht auch bei ihnen besteht, dass sie falsch beurteilen dasjenige, was in dem weiten Gebiet der somnambulen Erscheinungen sich zusammenfassen lässt, und glauben, durch das Betrachten dieser somnambulen Erscheinungen wirklich einem jenseitigen Geistesleben nahetreten zu können.
[ 24 ] Und so kommt es denn, dass Menschen, die selbst nicht nur ernst zu nehmen sind als naturwissenschaftliche und sonstige Forscher, glauben, dass man an das wahre Geistige herankommen könne durch eine Erforschung dieses Gebietes, oder auch, dass wahre Forscher — manchmal große Forscher auf ihrem Gebiet — weil ja die allgemeine Sehnsucht auch bei ihnen besteht, dass sie falsch beurteilen dasjenige, was in dem weiten Gebiet der somnambulen Erscheinungen sich zusammenfassen lässt, und glauben, durch das Betrachten dieser somnambulen Erscheinungen wirklich einem jenseitigen Geistesleben nahetreten zu können.
[ 25 ] Nun hat man zu unterscheiden auf dem Gebiet des Somnambulismus und dem Verwandten — ich erwähne alles Verwandte dabei — zu unterscheiden alles das, was in visionärer, in halluzinatorischer Weise so aufsteigt aus dem inneren Seelenleben, dass man beurteilen kann: Es steigt auf aus dem inneren Seelenleben. Selbst Eduard von Hartmann konnte nicht unterscheiden das Bild, das im Traum vor der Seele auftritt, von dem, was zum Beispiel eine Halluzination ist. Und so sagt er, dass jedes Traumbild etwas von einer Halluzination habe. — Es besteht aber gerade der durchgreifende Unterschied zwischen dem Traumbild und der Halluzination, dass der Mensch mit seinem Wachbewusstsein volle Gewalt über das Traumbild hat, dass er jederzeit in der Lage ist, das Traumbild in der richtigen Weise einzuordnen in den gewöhnlichen Gang des wachen Tageslebens, während die Halluzination entreißt die Möglichkeit, sich objektiv zu ihr zu stellen. Sie nimmt das Bewusstsein des Menschen in ihre Gewalt. Ebenso macht es die Vision. Und die Tatsache, dass sie auftreten, die bedingt zugleich, dass dem Menschen etwas genommen wird von jener Kraft, die es möglich macht, in der richtigen Weise das Aufsteigende hineinzustellen in das wache Tagesleben. ... [Lücke] Scheincharakter des Traumes.
[ 25 ] Nun hat man zu unterscheiden auf dem Gebiet des Somnambulismus und dem Verwandten — ich erwähne alles Verwandte dabei — zu unterscheiden alles das, was in visionärer, in halluzinatorischer Weise so aufsteigt aus dem inneren Seelenleben, dass man beurteilen kann: Es steigt auf aus dem inneren Seelenleben. Selbst Eduard von Hartmann konnte nicht unterscheiden das Bild, das im Traum vor der Seele auftritt, von dem, was zum Beispiel eine Halluzination ist. Und so sagt er, dass jedes Traumbild etwas von einer Halluzination habe. — Es besteht aber gerade der durchgreifende Unterschied zwischen dem Traumbild und der Halluzination, dass der Mensch mit seinem Wachbewusstsein volle Gewalt über das Traumbild hat, dass er jederzeit in der Lage ist, das Traumbild in der richtigen Weise einzuordnen in den gewöhnlichen Gang des wachen Tageslebens, während die Halluzination entreißt die Möglichkeit, sich objektiv zu ihr zu stellen. Sie nimmt das Bewusstsein des Menschen in ihre Gewalt. Ebenso macht es die Vision. Und die Tatsache, dass sie auftreten, die bedingt zugleich, dass dem Menschen etwas genommen wird von jener Kraft, die es möglich macht, in der richtigen Weise das Aufsteigende hineinzustellen in das wache Tagesleben. ... [Lücke] Scheincharakter des Traumes.
[ 26 ] Das aber ist das Wesentliche der Halluzination, dass die Logik so schweigt, dass der Halluzinierende mit dem wachen Tagesleben die Sache verquickt und nicht imstande ist, indem er der Halluzination unterliegt, das, was in der Halluzination auftritt, in der richtigen Weise hineinzustellen in den Gang des wachen Tageslebens. Wir sprechen dann von einer anderen Form des Somnambulismus, wenn der Mensch in die Lage kommt, nicht nur aus seinem Innern aufsteigend Halluzinationen, Visionen zu haben, sondern wenn er sein Sinnesleben in einer gewissen Weise so verändert, dass ihm durch dieses Sinnesleben nach Analogie mit diesem Sinnesleben Dinge wahrnehmbar werden, die sonst nicht wahrnehmbar sind.
[ 26 ] Das aber ist das Wesentliche der Halluzination, dass die Logik so schweigt, dass der Halluzinierende mit dem wachen Tagesleben die Sache verquickt und nicht imstande ist, indem er der Halluzination unterliegt, das, was in der Halluzination auftritt, in der richtigen Weise hineinzustellen in den Gang des wachen Tageslebens. Wir sprechen dann von einer anderen Form des Somnambulismus, wenn der Mensch in die Lage kommt, nicht nur aus seinem Innern aufsteigend Halluzinationen, Visionen zu haben, sondern wenn er sein Sinnesleben in einer gewissen Weise so verändert, dass ihm durch dieses Sinnesleben nach Analogie mit diesem Sinnesleben Dinge wahrnehmbar werden, die sonst nicht wahrnehmbar sind.
[ 27 ] Man mag über diese Erscheinungen denken, wie man will — ich will gar nicht auf eine prinzipielle Erörterung dieser Erscheinungen eingehen, nicht darauf, dass man berechtigt ist, mehr oder weniger demjenigen, was angenommen wird auf diesem Boden in weitesten Kreisen, ob man berechtigt ist, dem wirklich einen wissenschaftlichen Charakter beizulegen. Mir kommt es darauf an, vor Ihnen auseinanderzusetzen, wie sich — gleichgültig, wie die objektive Berechtigung liegt — angesehene Forscher durch dieses Gebiet Einblick verschaffen wollen in das Übersinnliche der Welt! Man darf schon sagen: Wie man auch selbst zu diesen Dingen stehen mag, es sind durchaus ernst zu nehmende Menschen, welche sich klar darüber sind, dass bei gewissen Konstitutionen mancher Menschen die Fähigkeit eintritt, anderes in ihrer Umgebung wahrzunehmen, als bei gewöhnlicher normaler Sinnestätigkeit wahrgenommen wird, im weiten Gebiet des «Fern-Sehens», der Gedankenübertragung.
[ 27 ] Man mag über diese Erscheinungen denken, wie man will — ich will gar nicht auf eine prinzipielle Erörterung dieser Erscheinungen eingehen, nicht darauf, dass man berechtigt ist, mehr oder weniger demjenigen, was angenommen wird auf diesem Boden in weitesten Kreisen, ob man berechtigt ist, dem wirklich einen wissenschaftlichen Charakter beizulegen. Mir kommt es darauf an, vor Ihnen auseinanderzusetzen, wie sich — gleichgültig, wie die objektive Berechtigung liegt — angesehene Forscher durch dieses Gebiet Einblick verschaffen wollen in das Übersinnliche der Welt! Man darf schon sagen: Wie man auch selbst zu diesen Dingen stehen mag, es sind durchaus ernst zu nehmende Menschen, welche sich klar darüber sind, dass bei gewissen Konstitutionen mancher Menschen die Fähigkeit eintritt, anderes in ihrer Umgebung wahrzunehmen, als bei gewöhnlicher normaler Sinnestätigkeit wahrgenommen wird, im weiten Gebiet des «Fern-Sehens», der Gedankenübertragung.
[ 28 ] Das alles ist heute hinlänglich bekannt. Sie gehören hierher, und ich will zeigen an einem besonderen Beispiel, wie ein im höchsten Sinn ernst zu nehmender Forscher glaubte, gerade durch die Ausbildung von menschlichen Persönlichkeiten, ich möchte sagen, zu einer verfeinerten Sinnlichkeit, zu einer gesteigerten Sinnlichkeit, an das Jenseitige, an das Unbewusste, an das Übersinnliche heranzutreten. Es hat selten auf diesem Gebiete etwas ein so umfassendes Aufsehen gemacht als vor ganz kurzer Zeit die Tatsache, dass der ja in der ganzen Welt als allerernst zu nehmender Naturforscher Sir Oliver Lodge ein dickes Buch geschrieben hat über ein Gebiet, welches von der hier vertretenen Geisteswissenschaft durchaus zu den somnambulen Erscheinungen gezählt werden muss, welches er aber genommen hat als einen Weg, in die übersinnliche Welt hineinzukommen. Ich will auch zunächst, ohne mich schon auf eine Erklärung einzulassen, nur schildern, was da an Sir Oliver Lodge herangetreten ist.
[ 28 ] Das alles ist heute hinlänglich bekannt. Sie gehören hierher, und ich will zeigen an einem besonderen Beispiel, wie ein im höchsten Sinn ernst zu nehmender Forscher glaubte, gerade durch die Ausbildung von menschlichen Persönlichkeiten, ich möchte sagen, zu einer verfeinerten Sinnlichkeit, zu einer gesteigerten Sinnlichkeit, an das Jenseitige, an das Unbewusste, an das Übersinnliche heranzutreten. Es hat selten auf diesem Gebiete etwas ein so umfassendes Aufsehen gemacht als vor ganz kurzer Zeit die Tatsache, dass der ja in der ganzen Welt als allerernst zu nehmender Naturforscher Sir Oliver Lodge ein dickes Buch geschrieben hat über ein Gebiet, welches von der hier vertretenen Geisteswissenschaft durchaus zu den somnambulen Erscheinungen gezählt werden muss, welches er aber genommen hat als einen Weg, in die übersinnliche Welt hineinzukommen. Ich will auch zunächst, ohne mich schon auf eine Erklärung einzulassen, nur schildern, was da an Sir Oliver Lodge herangetreten ist.
[ 29 ] Der Sohn des Oliver Lodge ist an der französischen Front gefallen im Verlaufe dieses Krieges. Das Merkwürdige war — und Sir Oliver Lodge schildert in seinem Buche dieses alles und alles, was damit zusammenhängt so, dass man aus jeder Seite den Eindruck hat: Hier schildert ein Mensch mit der Gewissenhaftigkeit naturwissenschaftlicher Methode. Er greift zu allem, was nur irgendwie naturwissenschaftliche Vorsicht fordert. Das Eigentümliche war, dass, noch bevor der Sohn Lodge gefallen ist, Sir Oliver Lodge von amerikanischer Seite die Mitteilung erhielt, ein Medium hätte gesagt, dass ein längst verstorbener Freund von Sir Oliver Lodge sich bei einem Ereignis, das über den Sohn des Sir Oliver Lodge hereinbrechen werde, dann seiner annehmen werde. Das ist zunächst eine sehr vage Mitteilung gewesen, denn man konnte sie natürlich in jeder Richtung deuten. Man konnte sich sagen: Der Sohn des Sir Oliver Lodge war in den Krieg gezogen. Da kann jeder fallen, und es kann irgendeine befreundete, aber abergläubische Seite nun eine möglichst vage Mitteilung herankommen lassen an Sir Oliver Lodge. Sir Oliver Lodge hätte das zunächst so deuten können, dass der Sohn in Lebensgefahr käme und dass ein verstorbener Freund aus der übersinnlichen Welt schützend seine Hand über den Sohn halten werde.
[ 29 ] Der Sohn des Oliver Lodge ist an der französischen Front gefallen im Verlaufe dieses Krieges. Das Merkwürdige war — und Sir Oliver Lodge schildert in seinem Buche dieses alles und alles, was damit zusammenhängt so, dass man aus jeder Seite den Eindruck hat: Hier schildert ein Mensch mit der Gewissenhaftigkeit naturwissenschaftlicher Methode. Er greift zu allem, was nur irgendwie naturwissenschaftliche Vorsicht fordert. Das Eigentümliche war, dass, noch bevor der Sohn Lodge gefallen ist, Sir Oliver Lodge von amerikanischer Seite die Mitteilung erhielt, ein Medium hätte gesagt, dass ein längst verstorbener Freund von Sir Oliver Lodge sich bei einem Ereignis, das über den Sohn des Sir Oliver Lodge hereinbrechen werde, dann seiner annehmen werde. Das ist zunächst eine sehr vage Mitteilung gewesen, denn man konnte sie natürlich in jeder Richtung deuten. Man konnte sich sagen: Der Sohn des Sir Oliver Lodge war in den Krieg gezogen. Da kann jeder fallen, und es kann irgendeine befreundete, aber abergläubische Seite nun eine möglichst vage Mitteilung herankommen lassen an Sir Oliver Lodge. Sir Oliver Lodge hätte das zunächst so deuten können, dass der Sohn in Lebensgefahr käme und dass ein verstorbener Freund aus der übersinnlichen Welt schützend seine Hand über den Sohn halten werde.
[ 30 ] Die Deutung hätte auch die andere sein können, dass der Sohn fallen werde und dass dann der Freund, der ihm schon vor Jahren vorangegangen ist durch den Tod, sich seiner annehmen werde in der übersinnlichen Welt. Es kommt ja nur allzu häufig vor, dass man so vorläufige Mitteilungen auf diesem Gebiete möglichst vage sein lässt. Die Menschen sind ja leichtgläubig; sie sind sehr geneigt, nicht darauf einzugehen, dass das, was so gesagt wird, passt, ob nun die Sache so oder so geschieht. Aber der Sohn ist gefallen. Die Deutung war nur möglich, dass gemeint war, dass der Sir Oliver Lodge Befreundete in der jenseitigen Welt sich des Sohnes annehmen werde.
[ 30 ] Die Deutung hätte auch die andere sein können, dass der Sohn fallen werde und dass dann der Freund, der ihm schon vor Jahren vorangegangen ist durch den Tod, sich seiner annehmen werde in der übersinnlichen Welt. Es kommt ja nur allzu häufig vor, dass man so vorläufige Mitteilungen auf diesem Gebiete möglichst vage sein lässt. Die Menschen sind ja leichtgläubig; sie sind sehr geneigt, nicht darauf einzugehen, dass das, was so gesagt wird, passt, ob nun die Sache so oder so geschieht. Aber der Sohn ist gefallen. Die Deutung war nur möglich, dass gemeint war, dass der Sir Oliver Lodge Befreundete in der jenseitigen Welt sich des Sohnes annehmen werde.
[ 31 ] Nun wurde herangeschleppt an Sir Oliver Lodge alles Mögliche — aber er beweist das in wirklich wissenschaftlichem Sinn —, wurde herangeschleppt alles Mögliche an sogenannten vertrauenswürdigen somnambulen Medien, und da kam mancherlei heraus, aus dem Sir Oliver Lodge trotz seines naturwissenschaftlichen Sinnes und seiner Gewissenhaftigkeit zu erkennen glaubte, dass durch die Offenbarungen der Medien sich sein verstorbener Sohn und durch ihn der ihn schützende Freund ausspreche. Ich will das, was in dem dicken Buch Sir Oliver Lodge schildert, nicht vorbringen, bis auf eines, das gewissermaßen so aufzufassen ist, wie man spricht sonst von einem Kreuzexperiment, das wirklich so herantrat an die Leute, dass ungeheures Aufsehen entstand, dass die skeptischen Menschen durch diese Dinge eigentlich, man möchte sagen, doch zu dem Glauben geführt worden sind: Da muss etwas aus dem Jenseits, aus der durch den Tod gegangenen Seele hereinklingen[d] zum Vater, zur ganzen Familie, durch die Medien sprechen wollen.
[ 31 ] Nun wurde herangeschleppt an Sir Oliver Lodge alles Mögliche — aber er beweist das in wirklich wissenschaftlichem Sinn —, wurde herangeschleppt alles Mögliche an sogenannten vertrauenswürdigen somnambulen Medien, und da kam mancherlei heraus, aus dem Sir Oliver Lodge trotz seines naturwissenschaftlichen Sinnes und seiner Gewissenhaftigkeit zu erkennen glaubte, dass durch die Offenbarungen der Medien sich sein verstorbener Sohn und durch ihn der ihn schützende Freund ausspreche. Ich will das, was in dem dicken Buch Sir Oliver Lodge schildert, nicht vorbringen, bis auf eines, das gewissermaßen so aufzufassen ist, wie man spricht sonst von einem Kreuzexperiment, das wirklich so herantrat an die Leute, dass ungeheures Aufsehen entstand, dass die skeptischen Menschen durch diese Dinge eigentlich, man möchte sagen, doch zu dem Glauben geführt worden sind: Da muss etwas aus dem Jenseits, aus der durch den Tod gegangenen Seele hereinklingen[d] zum Vater, zur ganzen Familie, durch die Medien sprechen wollen.
[ 32 ] Dieses Experiment bestand darin, dass durch ein Medium beschrieben wurde eine Fotografie, welche aufgenommen wurde von dem Sohne Sir Oliver Lodges, bevor er gefallen war. Er hat sich mit einer Anzahl von Kameraden fotografieren lassen. Das Medium sprach sich darüber so aus, dass durch es gesagt wurde — diese Fotografie wurde aufgenommen. Es wurde beschrieben, wie die einzelnen Kameraden in der Sitzordnung angeordnet sind, es wurde gesagt: Von dieser Gruppe wurden mehrere Aufnahmen gemacht. Es wurde weniges an der Sitzordnung verändert; aber bei einer Aufnahme wurde gesagt: Die Art, wie der Sohn die Hand auf die Schulter des Nachbarn legt, ist eine andere als die Handlage bei der anderen Aufnahme. Nun war das Eigentümliche, dass genau diese Fotografie beschrieben war durch das Medium. Das andere Eigentümliche war, dass von dieser Fotografie naturwissenschaftlich nachweislich niemand, weder das Medium noch ein Teilnehmer, irgendetwas gewusst hat; denn die Fotografie war noch nicht nach England von Frankreich geschickt, sie kam erst mindestens vierzehn Tage später in England selber an. Niemand konnte etwas wissen von ihr; dennoch, in der frappierendsten Weise stellte sich heraus, dass die Beschreibung durch das Medium absolut stimmte.
[ 32 ] Dieses Experiment bestand darin, dass durch ein Medium beschrieben wurde eine Fotografie, welche aufgenommen wurde von dem Sohne Sir Oliver Lodges, bevor er gefallen war. Er hat sich mit einer Anzahl von Kameraden fotografieren lassen. Das Medium sprach sich darüber so aus, dass durch es gesagt wurde — diese Fotografie wurde aufgenommen. Es wurde beschrieben, wie die einzelnen Kameraden in der Sitzordnung angeordnet sind, es wurde gesagt: Von dieser Gruppe wurden mehrere Aufnahmen gemacht. Es wurde weniges an der Sitzordnung verändert; aber bei einer Aufnahme wurde gesagt: Die Art, wie der Sohn die Hand auf die Schulter des Nachbarn legt, ist eine andere als die Handlage bei der anderen Aufnahme. Nun war das Eigentümliche, dass genau diese Fotografie beschrieben war durch das Medium. Das andere Eigentümliche war, dass von dieser Fotografie naturwissenschaftlich nachweislich niemand, weder das Medium noch ein Teilnehmer, irgendetwas gewusst hat; denn die Fotografie war noch nicht nach England von Frankreich geschickt, sie kam erst mindestens vierzehn Tage später in England selber an. Niemand konnte etwas wissen von ihr; dennoch, in der frappierendsten Weise stellte sich heraus, dass die Beschreibung durch das Medium absolut stimmte.
[ 33 ] Es ist gerade vielleicht für einen naturwissenschaftlich Denkenden so etwas außerordentlich verführerisch, und es hat das alleräußerste Aufsehen gemacht, wie erwähnt, die zweifelndsten Menschen nachdenklich gestimmt. Denn man sagte sich: Niemand konnte etwas wissen. Von Gedankenübertragung konnte nicht die Rede sein. Es konnte nur kommen von der Seele des Sohnes von Sir Oliver Lodge selber. Das war ein Erlebnis, welches nicht einem leichtgläubigen Spiritisten, sondern einem gewissenhaften Naturforscher passiert ist und welches ihn dazu geführt hat, voll zu bekennen, dass durch das Experiment der Beweis erbracht sei, dass die Seele seines Sohnes aus dem Unbewussten in das Bewusste sich geoffenbart habe. Wir werden nachher den Irrtum des Sir Oliver Lodge zu besprechen haben.
[ 33 ] Es ist gerade vielleicht für einen naturwissenschaftlich Denkenden so etwas außerordentlich verführerisch, und es hat das alleräußerste Aufsehen gemacht, wie erwähnt, die zweifelndsten Menschen nachdenklich gestimmt. Denn man sagte sich: Niemand konnte etwas wissen. Von Gedankenübertragung konnte nicht die Rede sein. Es konnte nur kommen von der Seele des Sohnes von Sir Oliver Lodge selber. Das war ein Erlebnis, welches nicht einem leichtgläubigen Spiritisten, sondern einem gewissenhaften Naturforscher passiert ist und welches ihn dazu geführt hat, voll zu bekennen, dass durch das Experiment der Beweis erbracht sei, dass die Seele seines Sohnes aus dem Unbewussten in das Bewusste sich geoffenbart habe. Wir werden nachher den Irrtum des Sir Oliver Lodge zu besprechen haben.
[ 34 ] Ich führe dieses Beispiel an, weil es zu jenen Erfahrungen gehört, wo in der Tat irgendetwas, was sonst aus der Umgebung der Außenwelt nicht wahrgenommen werden kann, durch eine Modifikation des Sinnenlebens wahrgenommen wird. Es gehört in dieses Gebiet alles das herein, was eben darinnen besteht, dass der Mensch dasjenige, was sonst durch die Sinne und die Verarbeitung der Sinneseindrücke nicht gewusst werden kann im Raum und in der Zeit, vom Menschen gewusst wird, es gehört dasjenige herein, das ein Schauen in solche Fernen einschließt, in die man mit gewöhnlichen Augen nicht sehen kann, was einschließt das Vorhersagen künftiger Erscheinungen und dergleichen mehr.
[ 34 ] Ich führe dieses Beispiel an, weil es zu jenen Erfahrungen gehört, wo in der Tat irgendetwas, was sonst aus der Umgebung der Außenwelt nicht wahrgenommen werden kann, durch eine Modifikation des Sinnenlebens wahrgenommen wird. Es gehört in dieses Gebiet alles das herein, was eben darinnen besteht, dass der Mensch dasjenige, was sonst durch die Sinne und die Verarbeitung der Sinneseindrücke nicht gewusst werden kann im Raum und in der Zeit, vom Menschen gewusst wird, es gehört dasjenige herein, das ein Schauen in solche Fernen einschließt, in die man mit gewöhnlichen Augen nicht sehen kann, was einschließt das Vorhersagen künftiger Erscheinungen und dergleichen mehr.
[ 35 ] Als drittes Gebiet, das in Betracht kommt, wenn man von den Offenbarungen des Unbewussten spricht, kennt ja jeder das Gebiet des künstlerischen Schaffens, und jeder ist mit voller Berechtigung davon überzeugt, dass in dem Falle, wo dichterisches, wahrhaft dichterisches oder künstlerisches Schaffen überhaupt vorliegt, gewisse Impulse aus dem Unbewussten oder Unterbewussten in das Bewusste herein sich offenbaren, dass das, was der wahre Künstler zustande bringt, durchaus in seiner Ganzheit nicht zu erklären ist, wenn man nur das ins Auge fasst, was im gewöhnlichen Bewusstsein sich abspielt. Darum haben sich alle diejenigen, die darüber sich vernünftige Gedanken gemacht haben, eben zu der Überzeugung sich bekannt, dass im künstlerischen Schaffen hereinströme in die Welt der Bewusstheit eine andere Welt, die für die gewöhnliche Welt der Bewusstheit unbewusst ist. Ich brauche dieses Gebiet gerade nicht so genau zu charakterisieren, weil es weder unbekannt ist und wenig beobachtet wird, sondern weil es jedem so naheliegt und jedem so verständlich ist, dass auf diesem Gebiet Unbewusstes sich offenbart.
[ 35 ] Als drittes Gebiet, das in Betracht kommt, wenn man von den Offenbarungen des Unbewussten spricht, kennt ja jeder das Gebiet des künstlerischen Schaffens, und jeder ist mit voller Berechtigung davon überzeugt, dass in dem Falle, wo dichterisches, wahrhaft dichterisches oder künstlerisches Schaffen überhaupt vorliegt, gewisse Impulse aus dem Unbewussten oder Unterbewussten in das Bewusste herein sich offenbaren, dass das, was der wahre Künstler zustande bringt, durchaus in seiner Ganzheit nicht zu erklären ist, wenn man nur das ins Auge fasst, was im gewöhnlichen Bewusstsein sich abspielt. Darum haben sich alle diejenigen, die darüber sich vernünftige Gedanken gemacht haben, eben zu der Überzeugung sich bekannt, dass im künstlerischen Schaffen hereinströme in die Welt der Bewusstheit eine andere Welt, die für die gewöhnliche Welt der Bewusstheit unbewusst ist. Ich brauche dieses Gebiet gerade nicht so genau zu charakterisieren, weil es weder unbekannt ist und wenig beobachtet wird, sondern weil es jedem so naheliegt und jedem so verständlich ist, dass auf diesem Gebiet Unbewusstes sich offenbart.
[ 36 ] Als ein besonderes Gebiet noch, wo, wie schon gesagt, man den Charakter des Unbewussten ableugnen könnte, wo Bewusstes und Unbewusstes durcheinanderspielen, kann aufgefasst werden das Gebiet des menschlichen Schicksalslebens. Wir stehen der Führung unseres Schicksals so gegenüber, dass die einzelnen Ereignisse dieses menschlichen Schicksalslebens für die meisten Menschen doch so kommen, dass sie sagen: Nun, es trifft uns eben das eine und andere. Die meisten sind überzeugt, dass das, was als Schicksal in ihrem Leben auftritt, dass das mehr oder weniger dem Zufall zu verdanken ist, dass sich Zufall an Zufall gliedert und dass irgendeine innere gesetzmäßige Folge in diesem Schicksalsverlauf nicht vorhanden wäre.
[ 36 ] Als ein besonderes Gebiet noch, wo, wie schon gesagt, man den Charakter des Unbewussten ableugnen könnte, wo Bewusstes und Unbewusstes durcheinanderspielen, kann aufgefasst werden das Gebiet des menschlichen Schicksalslebens. Wir stehen der Führung unseres Schicksals so gegenüber, dass die einzelnen Ereignisse dieses menschlichen Schicksalslebens für die meisten Menschen doch so kommen, dass sie sagen: Nun, es trifft uns eben das eine und andere. Die meisten sind überzeugt, dass das, was als Schicksal in ihrem Leben auftritt, dass das mehr oder weniger dem Zufall zu verdanken ist, dass sich Zufall an Zufall gliedert und dass irgendeine innere gesetzmäßige Folge in diesem Schicksalsverlauf nicht vorhanden wäre.
[ 37 ] Dem widerspricht aber allerdings etwas anderes, das vielleicht nur dunkel und dumpf, aber doch nur allzu deutlich auch wiederum vor unser Bewusstsein hintreten kann. Bedenken wir das Verhältnis unseres Schicksals zu dem, was wir eigentlich im konkreten menschlichen Leben sind. Wenn wir irgendeinmal nur einigermaßen klar selbstbeobachtend uns suchen, dann werden wir finden, wenn wir nicht ganz in Abstraktionen stecken bleiben, sondern konkret betrachten, was wir eigentlich sind, was wir imstande sind, für Vorstellungen aufzufassen und diesen Vorstellungen für Gemütsfärbungen zu geben, an Energien des Willens aufzubringen, dass das eigentlich aus unserem Schicksal hervorgeht. Wir blicken zunächst auf den Verlauf unseres Schicksals und wir wissen bei klarer Selbstbeobachtung: Wir sind ein Ergebnis dieses Schicksals und wir müssten uns selber verleugnen, wenn wir die Identität unseres Schicksalsverlaufes mit unserem Seelenleben verleugnen wollten. Wir sind nichts anderes, als was das Schicksal aus uns gemacht hat, und wollen wir nicht anerkennen, dass wir nichts weiter sind als ein Spiel von Kräften, dann wird eine Rätselfrage die Frage des menschlichen Schicksals.
[ 37 ] Dem widerspricht aber allerdings etwas anderes, das vielleicht nur dunkel und dumpf, aber doch nur allzu deutlich auch wiederum vor unser Bewusstsein hintreten kann. Bedenken wir das Verhältnis unseres Schicksals zu dem, was wir eigentlich im konkreten menschlichen Leben sind. Wenn wir irgendeinmal nur einigermaßen klar selbstbeobachtend uns suchen, dann werden wir finden, wenn wir nicht ganz in Abstraktionen stecken bleiben, sondern konkret betrachten, was wir eigentlich sind, was wir imstande sind, für Vorstellungen aufzufassen und diesen Vorstellungen für Gemütsfärbungen zu geben, an Energien des Willens aufzubringen, dass das eigentlich aus unserem Schicksal hervorgeht. Wir blicken zunächst auf den Verlauf unseres Schicksals und wir wissen bei klarer Selbstbeobachtung: Wir sind ein Ergebnis dieses Schicksals und wir müssten uns selber verleugnen, wenn wir die Identität unseres Schicksalsverlaufes mit unserem Seelenleben verleugnen wollten. Wir sind nichts anderes, als was das Schicksal aus uns gemacht hat, und wollen wir nicht anerkennen, dass wir nichts weiter sind als ein Spiel von Kräften, dann wird eine Rätselfrage die Frage des menschlichen Schicksals.
[ 38 ] Von der Beantwortung der Frage: Ist das Schicksal wirklich nur eine Folge von Zufällen? — hängt die andere ab, wie wir uns selber hineinzustellen vermögen in den ganzen Weltzusammenhang. Daraus aber entsteht zunächst mindestens die Ahnung bei jeder einigermaßen sinnigen Seele, dass in dem, was wir bewusst erleben und [was] uns mehr oder weniger zufällig in unserem Schicksal getroffen erscheint, dass darin etwas waltet, was zwar für das gewöhnliche Erleben unbewusst bleibt, was aber hereingeholt werden kann in das Bewusstsein und sich als etwas ganz anderes erweist als das, was im gewöhnlichen Bewusstsein auftritt.
[ 38 ] Von der Beantwortung der Frage: Ist das Schicksal wirklich nur eine Folge von Zufällen? — hängt die andere ab, wie wir uns selber hineinzustellen vermögen in den ganzen Weltzusammenhang. Daraus aber entsteht zunächst mindestens die Ahnung bei jeder einigermaßen sinnigen Seele, dass in dem, was wir bewusst erleben und [was] uns mehr oder weniger zufällig in unserem Schicksal getroffen erscheint, dass darin etwas waltet, was zwar für das gewöhnliche Erleben unbewusst bleibt, was aber hereingeholt werden kann in das Bewusstsein und sich als etwas ganz anderes erweist als das, was im gewöhnlichen Bewusstsein auftritt.
[ 39 ] Und endlich: Das letzte Gebiet ist das Gebiet der Geisteswissenschaft, wie sie hier gemeint ist, selber, das Gebiet des eigentlichen schauenden Bewusstseins, von dem ich vorgestern sagte, dass es betrachtet werden kann so, dass sich in ihm der Mensch als Geist im Geiste fühlt, so wie er sich hier in der Sinneswelt als Leib innerhalb der sinnlichen Wesen und ihrer Erscheinungen fühlt, das Gebiet, von dem ich gesagt habe, dass es der Mensch betritt, wenn er nun wirklich durch die Entwicklung der sonst verborgenen Kräfte seiner Seele dazu kommt, dass er weiß: Ich stehe mit meinem Ich im Geiste, während ich sonst nur im Leibe stehe; ich erlebe Seelisches, indem ich mich von meinem leiblichen Leben getrennt habe und außerhalb des Leibes ein selbstbewusstes seelisches Leben entfalte.
[ 39 ] Und endlich: Das letzte Gebiet ist das Gebiet der Geisteswissenschaft, wie sie hier gemeint ist, selber, das Gebiet des eigentlichen schauenden Bewusstseins, von dem ich vorgestern sagte, dass es betrachtet werden kann so, dass sich in ihm der Mensch als Geist im Geiste fühlt, so wie er sich hier in der Sinneswelt als Leib innerhalb der sinnlichen Wesen und ihrer Erscheinungen fühlt, das Gebiet, von dem ich gesagt habe, dass es der Mensch betritt, wenn er nun wirklich durch die Entwicklung der sonst verborgenen Kräfte seiner Seele dazu kommt, dass er weiß: Ich stehe mit meinem Ich im Geiste, während ich sonst nur im Leibe stehe; ich erlebe Seelisches, indem ich mich von meinem leiblichen Leben getrennt habe und außerhalb des Leibes ein selbstbewusstes seelisches Leben entfalte.
[ 40 ] Die Erscheinungen und Erlebnisse, welche vor diesem eigentlich nur berechtigt so zu nennenden Sehertum auftreten, die muss ich etwas genauer charakterisieren, und vor der Charakteristik der anderen Grenzgebiete möchte ich dieses Gebiet des wahren Sehertums zunächst etwas charakterisieren, weil dies notwendig ist zum besseren Verständnis der anderen Gebiete. Dasjenige, was der Mensch erlebt als geistige Erfahrung, ich habe schon vorgestern gesagt, es unterscheidet sich dadurch von den Erlebnissen innerhalb der Sinneswelt, dass es eigentlich in jeder Einzelheit einen überrascht. Man kann nicht durch das, was man in der Sinneswelt erfahren hat, irgendein Urteil gewinnen über das, was man seherisch erlebt. Es kommt doch immer anders, als man erwarten könnte nach dem, was aus der Sinneswelt zu beobachten man in der Lage ist.
[ 40 ] Die Erscheinungen und Erlebnisse, welche vor diesem eigentlich nur berechtigt so zu nennenden Sehertum auftreten, die muss ich etwas genauer charakterisieren, und vor der Charakteristik der anderen Grenzgebiete möchte ich dieses Gebiet des wahren Sehertums zunächst etwas charakterisieren, weil dies notwendig ist zum besseren Verständnis der anderen Gebiete. Dasjenige, was der Mensch erlebt als geistige Erfahrung, ich habe schon vorgestern gesagt, es unterscheidet sich dadurch von den Erlebnissen innerhalb der Sinneswelt, dass es eigentlich in jeder Einzelheit einen überrascht. Man kann nicht durch das, was man in der Sinneswelt erfahren hat, irgendein Urteil gewinnen über das, was man seherisch erlebt. Es kommt doch immer anders, als man erwarten könnte nach dem, was aus der Sinneswelt zu beobachten man in der Lage ist.
[ 41 ] Aber schon die ganze Art und Weise, wie vor dem seherischen Wahrnehmen die geistige Welt auftritt, unterscheidet sich von dem Verhalten der Seele im gewöhnlichen Bewusstsein. Zunächst, im gewöhnlichen Bewusstsein, haben wir es ja zu tun mit unseren Vorstellungen, mit unseren Begriffen. In Begriffe, in Vorstellungen muss derjenige, der über die geistige Welt spricht, auch das kleiden, was beobachtet werden kann, und so kann es leicht kommen, dass man Vorstellungen, Begriffe, dass man diese verwechselt mit den eigentlich geistigen Erlebnissen, denen man gegenübersteht durch das seherische Bewusstsein.
[ 41 ] Aber schon die ganze Art und Weise, wie vor dem seherischen Wahrnehmen die geistige Welt auftritt, unterscheidet sich von dem Verhalten der Seele im gewöhnlichen Bewusstsein. Zunächst, im gewöhnlichen Bewusstsein, haben wir es ja zu tun mit unseren Vorstellungen, mit unseren Begriffen. In Begriffe, in Vorstellungen muss derjenige, der über die geistige Welt spricht, auch das kleiden, was beobachtet werden kann, und so kann es leicht kommen, dass man Vorstellungen, Begriffe, dass man diese verwechselt mit den eigentlich geistigen Erlebnissen, denen man gegenübersteht durch das seherische Bewusstsein.
[ 42 ] Dennoch ist ein durchgreifender Unterschied. An die gewöhnlichen Vorstellungen, an das, was man seelisch erlebt an und mit der äußeren Sinneswelt, kann man sich erinnern im gewöhnlichen Sinn des Wortes; das aber ist gerade ein Grundkennzeichen des wahrhaftig erlebten Geistigen, dass so, wie es uns als Geistiges entgegentritt, es nicht erinnert werden kann in der gewöhnlichen Weise. Man könnte also nur dann glauben, dass man sich einer phantastischen Vorstellung hingegeben habe, dass man irgendetwas als Lebensreminiszenz erlebt habe, wenn man nicht den Unterschied wüsste zwischen erinnerbaren Vorstellungen und dem nicht erinnerbaren, geschauten, wahrhaft geistigen Ereignisse. Ein wahrhaft geistiges Ereignis ist nicht erinnerbar.
[ 42 ] Dennoch ist ein durchgreifender Unterschied. An die gewöhnlichen Vorstellungen, an das, was man seelisch erlebt an und mit der äußeren Sinneswelt, kann man sich erinnern im gewöhnlichen Sinn des Wortes; das aber ist gerade ein Grundkennzeichen des wahrhaftig erlebten Geistigen, dass so, wie es uns als Geistiges entgegentritt, es nicht erinnert werden kann in der gewöhnlichen Weise. Man könnte also nur dann glauben, dass man sich einer phantastischen Vorstellung hingegeben habe, dass man irgendetwas als Lebensreminiszenz erlebt habe, wenn man nicht den Unterschied wüsste zwischen erinnerbaren Vorstellungen und dem nicht erinnerbaren, geschauten, wahrhaft geistigen Ereignisse. Ein wahrhaft geistiges Ereignis ist nicht erinnerbar.
[ 43 ] Man darf eine solche Sache nicht falsch ansehen. Selbstverständlich kann man einwenden: Dann könnte ja niemand sprechen von einem solchen Ereignisse; wenn er sich nicht daran erinnerte, so würde er ja nichts davon mitteilen können. Ja, gerade wie wir ein äußeres Sinneserlebnis umsetzen können in einen Begriff, der dann erinnerbar ist, so kann derjenige, der sich für diese Sache geübt hat, auch ein geistiges Erlebnis hereinholen in das gewöhnliche Bewusstsein und es umsetzen in einen Begriff. Der Begriff kann dann erinnert werden. Da wird aber ein Begriff erinnert. Ich will da nur zurückweisen den Einwurf, als ob das, was man an geistigen Ereignissen schildert, nur etwas Erdachtes wäre. Das ist es nicht, weil, wenn es erdacht wäre, so müsste es, ohne dass es erst umgesetzt werden müsste, als solches erinnerbar sein; aber geradeso wenig, wie die sinnliche Gegenständlichkeit selbst mit uns geht, so wenig geht das geistige Erlebnis mit uns.
[ 43 ] Man darf eine solche Sache nicht falsch ansehen. Selbstverständlich kann man einwenden: Dann könnte ja niemand sprechen von einem solchen Ereignisse; wenn er sich nicht daran erinnerte, so würde er ja nichts davon mitteilen können. Ja, gerade wie wir ein äußeres Sinneserlebnis umsetzen können in einen Begriff, der dann erinnerbar ist, so kann derjenige, der sich für diese Sache geübt hat, auch ein geistiges Erlebnis hereinholen in das gewöhnliche Bewusstsein und es umsetzen in einen Begriff. Der Begriff kann dann erinnert werden. Da wird aber ein Begriff erinnert. Ich will da nur zurückweisen den Einwurf, als ob das, was man an geistigen Ereignissen schildert, nur etwas Erdachtes wäre. Das ist es nicht, weil, wenn es erdacht wäre, so müsste es, ohne dass es erst umgesetzt werden müsste, als solches erinnerbar sein; aber geradeso wenig, wie die sinnliche Gegenständlichkeit selbst mit uns geht, so wenig geht das geistige Erlebnis mit uns.
[ 44 ] Wenn ich einen Baum gesehen habe und weggehe, so kann ich die Vorstellung des Baumes wieder vergegenwärtigen, kann mich erinnern dadurch, dass ich die Vorstellung in mir erwecke, wenn ich sie schon am Baum erweckt habe. Will ich den Baum wieder erleben, so muss ich wieder hingehen zu dem Baume. So auch ist es gerade dem geistigen Erlebnis gegenüber. Dieses geht ebenso wenig mit mir, macht den Weg meines Seelenlebens nicht mit, sondern nur dasjenige, was ich mir vorgestellt habe, kann ich mir als Vorstellung erinnern. Nur dann, wenn man das kennt, kann man unterscheiden zwischen dem, was man erlebt, und [dem], was man sich bloß als Vorstellung gebildet hat.
[ 44 ] Wenn ich einen Baum gesehen habe und weggehe, so kann ich die Vorstellung des Baumes wieder vergegenwärtigen, kann mich erinnern dadurch, dass ich die Vorstellung in mir erwecke, wenn ich sie schon am Baum erweckt habe. Will ich den Baum wieder erleben, so muss ich wieder hingehen zu dem Baume. So auch ist es gerade dem geistigen Erlebnis gegenüber. Dieses geht ebenso wenig mit mir, macht den Weg meines Seelenlebens nicht mit, sondern nur dasjenige, was ich mir vorgestellt habe, kann ich mir als Vorstellung erinnern. Nur dann, wenn man das kennt, kann man unterscheiden zwischen dem, was man erlebt, und [dem], was man sich bloß als Vorstellung gebildet hat.
[ 45 ] Ein anderer wesentlicher Unterschied des Seherlebens vom gewöhnlichen Leben ist dieses, dass man im Leben durch das, was man verrichtet, sich Gewohnheiten aneignet. Das, was wir oft getrieben haben, wird zur Gewohnheit. Wäre diese Fähigkeit dem Menschen nicht gegeben, dadurch, dass er Dinge immer wieder wiederholt, sich gewissermaßen die Verrichtungen anzueignen, geschickter zu werden, was wäre denn eigentlich dieses menschliche Leben ohne diese Fähigkeit?
[ 45 ] Ein anderer wesentlicher Unterschied des Seherlebens vom gewöhnlichen Leben ist dieses, dass man im Leben durch das, was man verrichtet, sich Gewohnheiten aneignet. Das, was wir oft getrieben haben, wird zur Gewohnheit. Wäre diese Fähigkeit dem Menschen nicht gegeben, dadurch, dass er Dinge immer wieder wiederholt, sich gewissermaßen die Verrichtungen anzueignen, geschickter zu werden, was wäre denn eigentlich dieses menschliche Leben ohne diese Fähigkeit?
[ 46 ] Merkwürdig anders verhält es sich, wenn man durch die Übungen, die ich vorgestern geschildert habe, dazu kommt, geistige Erlebnisse zu haben. Da stellt es sich heraus, dass gerade, je öfter man versucht, herbeizuführen dieses geistige Erlebnis, desto weniger ist man geschickt dazu, dieses geistige Erlebnis zu haben. Ich betone, dass das wichtig ist. Der Seher kann nicht durch bloße Erinnerung das geistige Erlebnis wiederum in sich wachrufen, er kann nur die Vorstellung wachrufen. Will er dem geistigen Erlebnis gegenüberstehen ein zweites Mal, so muss er durch dieselben Übungen dieselben Bedingungen herstellen, sodass das Geistige als geistige Wahrnehmung vor ihm auftritt. Aber wenn man das immer wieder und wiederum macht, so macht man die Erfahrung, dass sie immer schwächer und schwächer wird.
[ 46 ] Merkwürdig anders verhält es sich, wenn man durch die Übungen, die ich vorgestern geschildert habe, dazu kommt, geistige Erlebnisse zu haben. Da stellt es sich heraus, dass gerade, je öfter man versucht, herbeizuführen dieses geistige Erlebnis, desto weniger ist man geschickt dazu, dieses geistige Erlebnis zu haben. Ich betone, dass das wichtig ist. Der Seher kann nicht durch bloße Erinnerung das geistige Erlebnis wiederum in sich wachrufen, er kann nur die Vorstellung wachrufen. Will er dem geistigen Erlebnis gegenüberstehen ein zweites Mal, so muss er durch dieselben Übungen dieselben Bedingungen herstellen, sodass das Geistige als geistige Wahrnehmung vor ihm auftritt. Aber wenn man das immer wieder und wiederum macht, so macht man die Erfahrung, dass sie immer schwächer und schwächer wird.
[ 47 ] Dass man nicht ein Gewohnheitsmäßiges sich aneignen kann, sondern dass etwas ganz anderes notwendig ist, um die Wiederholung des geistigen Ereignisses herbeizuführen, diese Erfahrung machen sehr viele, die wirklich den Weg in die geistige Welt einschlagen. Verhältnismäßig leicht lässt sich in die geistige Welt ein paar Schritte kommen, wenn man Geduld und Ausdauer hat; weitere Schritte sind allerdings so schwierig zu erreichen, wie ich das vorgestern geschildert habe. Aber die ersten Schritte sind für besonders veranlagte Menschen gar nicht schwierig zu machen, und zu ersten Erlebnissen ist zu kommen, wenn man einiges beachtet von dem, was ich beschrieben habe in «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» oder in meiner «Geheimwissenschaft».
[ 47 ] Dass man nicht ein Gewohnheitsmäßiges sich aneignen kann, sondern dass etwas ganz anderes notwendig ist, um die Wiederholung des geistigen Ereignisses herbeizuführen, diese Erfahrung machen sehr viele, die wirklich den Weg in die geistige Welt einschlagen. Verhältnismäßig leicht lässt sich in die geistige Welt ein paar Schritte kommen, wenn man Geduld und Ausdauer hat; weitere Schritte sind allerdings so schwierig zu erreichen, wie ich das vorgestern geschildert habe. Aber die ersten Schritte sind für besonders veranlagte Menschen gar nicht schwierig zu machen, und zu ersten Erlebnissen ist zu kommen, wenn man einiges beachtet von dem, was ich beschrieben habe in «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» oder in meiner «Geheimwissenschaft».
[ 48 ] Da aber erleben solche Menschen, die die ersten Schritte gemacht haben, dasjenige, dass sie die Erlebnisse einmal hatten, und weil sie dann nicht den viel stärkeren Willen aufwenden, so sind sie nicht mehr imstande, zu diesen geistigen Erlebnissen zu kommen, sind dann sehr unglücklich, sind enttäuscht. Das ist eine Erfahrung, die sehr viele machen. Es ist eben durchaus notwendig, dass man sich nicht nur aneignet die Fähigkeit, einmal zu solchen Erlebnissen zu kommen, sondern die modifizierte Fähigkeit, nachdem das Ereignis einmal aufgetreten ist, es immer wieder und wiederum zu erlangen. Jedes Mal hat man neue Schwierigkeiten, wenn man es erlangen will, jedes Mal muss man stärker betonte, anders geartete Vorbereitungen machen, wenn man mit derselben Lebhaftigkeit dem Geistigen gegenüberstehen will wie das erste Mal.
[ 48 ] Da aber erleben solche Menschen, die die ersten Schritte gemacht haben, dasjenige, dass sie die Erlebnisse einmal hatten, und weil sie dann nicht den viel stärkeren Willen aufwenden, so sind sie nicht mehr imstande, zu diesen geistigen Erlebnissen zu kommen, sind dann sehr unglücklich, sind enttäuscht. Das ist eine Erfahrung, die sehr viele machen. Es ist eben durchaus notwendig, dass man sich nicht nur aneignet die Fähigkeit, einmal zu solchen Erlebnissen zu kommen, sondern die modifizierte Fähigkeit, nachdem das Ereignis einmal aufgetreten ist, es immer wieder und wiederum zu erlangen. Jedes Mal hat man neue Schwierigkeiten, wenn man es erlangen will, jedes Mal muss man stärker betonte, anders geartete Vorbereitungen machen, wenn man mit derselben Lebhaftigkeit dem Geistigen gegenüberstehen will wie das erste Mal.
[ 49 ] Ein Drittes, was man erlebt als Charakteristikum des geistigen Ereignisses, ist, dass es notwendig ist, eine Eigenschaft der Seele dem geistigen Erleben entgegenzubringen, die man zwar im gewöhnlichen Leben ausbilden kann, die aber sehr häufig Menschen nicht ausgebildet haben. Ein geistiges Erlebnis, so sonderbar das klingt, hält nicht eigentlich sehr der gewöhnlichen Zeit gegenüberstand; es huscht so schnell vorüber, dass zumeist das vorliegt, dass der Mensch, bevor er sich nur aufgerafft hat die Sache zu beobachten, sie schon vorüber ist. Das, was man aufbringen muss, um geistige Erlebnisse zu haben, ist Geistesgegenwart. Sie kann man im gewöhnlichen Leben ausbilden; aber die wenigsten Menschen bilden sie aus in jener Stärke, die notwendig ist, um Erlebnisse in der geistigen Welt zu haben. Wer gewohnt ist, im gewöhnlichen Leben herumzubrodeln, wenn er etwas tun will, wer alles Mögliche bedenkt solchen Entschließungen gegenüber, wer also gewohnt ist, nicht instinktgemäß ein Richtiges zu treffen und den Willen zu üben, nicht abzugehen von diesem, wer nicht dieses In-Geistesgegenwart-einer-Situation-gegenüber-sich-Entschließen ausbildet, der bereitet sich schlecht vor für wirkliches Erleben in der geistigen Welt.
[ 49 ] Ein Drittes, was man erlebt als Charakteristikum des geistigen Ereignisses, ist, dass es notwendig ist, eine Eigenschaft der Seele dem geistigen Erleben entgegenzubringen, die man zwar im gewöhnlichen Leben ausbilden kann, die aber sehr häufig Menschen nicht ausgebildet haben. Ein geistiges Erlebnis, so sonderbar das klingt, hält nicht eigentlich sehr der gewöhnlichen Zeit gegenüberstand; es huscht so schnell vorüber, dass zumeist das vorliegt, dass der Mensch, bevor er sich nur aufgerafft hat die Sache zu beobachten, sie schon vorüber ist. Das, was man aufbringen muss, um geistige Erlebnisse zu haben, ist Geistesgegenwart. Sie kann man im gewöhnlichen Leben ausbilden; aber die wenigsten Menschen bilden sie aus in jener Stärke, die notwendig ist, um Erlebnisse in der geistigen Welt zu haben. Wer gewohnt ist, im gewöhnlichen Leben herumzubrodeln, wenn er etwas tun will, wer alles Mögliche bedenkt solchen Entschließungen gegenüber, wer also gewohnt ist, nicht instinktgemäß ein Richtiges zu treffen und den Willen zu üben, nicht abzugehen von diesem, wer nicht dieses In-Geistesgegenwart-einer-Situation-gegenüber-sich-Entschließen ausbildet, der bereitet sich schlecht vor für wirkliches Erleben in der geistigen Welt.
[ 50 ] Dagegen trägt man hinein in die geistige Welt das, was man schon in der gewöhnlichen Welt als Geistesgegenwart ausbildet. Man kann sagen: Die Ausbildung der Geistesgegenwart gegenüber sinnlichen Ereignissen bereitet einen gut vor, so schnell zu beobachten, wie es auf geistigem Felde notwendig ist, und man kann richtig sagen: Die gewöhnliche Überlegung des alltäglichen Bewusstseins nützt einem eigentlich selbst durch die Kraft, die ihr innewohnt, nicht viel für die Wahrnehmung der geistigen Welt. Diese gewöhnliche Überlegung, die sich einschiebt zwischen die Wahrnehmung und Handlung, ist eher schädlich für die Wahrnehmung des Geistigen als nützlich.
[ 50 ] Dagegen trägt man hinein in die geistige Welt das, was man schon in der gewöhnlichen Welt als Geistesgegenwart ausbildet. Man kann sagen: Die Ausbildung der Geistesgegenwart gegenüber sinnlichen Ereignissen bereitet einen gut vor, so schnell zu beobachten, wie es auf geistigem Felde notwendig ist, und man kann richtig sagen: Die gewöhnliche Überlegung des alltäglichen Bewusstseins nützt einem eigentlich selbst durch die Kraft, die ihr innewohnt, nicht viel für die Wahrnehmung der geistigen Welt. Diese gewöhnliche Überlegung, die sich einschiebt zwischen die Wahrnehmung und Handlung, ist eher schädlich für die Wahrnehmung des Geistigen als nützlich.
[ 51 ] Es ist die Wahrnehmung des Geistigen auf geistigem Gebiet ähnlich dem, was man in der Naturwissenschaft Reflexerscheinung nennt. Wenn eine Fliege meinem Auge zufliegt, so schließe ich das Augenlid. In solcher instinktgemäßen Weise, in solcher Ausschaltung der gewöhnlichen bewussten Überlegung, solchem Zurückkehren zu Reflexhandlungen liegt viel von dem, was wir notwendig haben, um uns in der geistigen Welt in der richtigen Weise umzusehen. Damit wird selbstverständlich nicht gesagt, dass irgendwie das vernünftige Bewusstsein auszuschalten ist; aber es ist erst dann, wenn die geistige Wahrnehmung gemacht worden ist, dann ist erst hereinzuholen in das Bewusstsein dasjenige, was man erlebt hat.
[ 51 ] Es ist die Wahrnehmung des Geistigen auf geistigem Gebiet ähnlich dem, was man in der Naturwissenschaft Reflexerscheinung nennt. Wenn eine Fliege meinem Auge zufliegt, so schließe ich das Augenlid. In solcher instinktgemäßen Weise, in solcher Ausschaltung der gewöhnlichen bewussten Überlegung, solchem Zurückkehren zu Reflexhandlungen liegt viel von dem, was wir notwendig haben, um uns in der geistigen Welt in der richtigen Weise umzusehen. Damit wird selbstverständlich nicht gesagt, dass irgendwie das vernünftige Bewusstsein auszuschalten ist; aber es ist erst dann, wenn die geistige Wahrnehmung gemacht worden ist, dann ist erst hereinzuholen in das Bewusstsein dasjenige, was man erlebt hat.
[ 52 ] Ich könnte noch viele solche Eigentümlichkeiten aufweisen, welche die Wahrnehmung der geistigen Welt hat. In solchen Wahrnehmungen, in solchen schon durch ihre Art ganz anderen Wahrnehmungen als denen des gewöhnlichen sinnlichen Bewusstseins lebt derjenige, der sich als Geist weiß innerhalb der ihn umgebenden geistigen Welt, der da weiß, dass er als Geist ein Selbstbewusstsein und dass die ihn umgebende Welt die geistige Welt ist, die er niemals innerhalb des Leibes hätte wahrnehmen können. Diese Dinge sind so.
[ 52 ] Ich könnte noch viele solche Eigentümlichkeiten aufweisen, welche die Wahrnehmung der geistigen Welt hat. In solchen Wahrnehmungen, in solchen schon durch ihre Art ganz anderen Wahrnehmungen als denen des gewöhnlichen sinnlichen Bewusstseins lebt derjenige, der sich als Geist weiß innerhalb der ihn umgebenden geistigen Welt, der da weiß, dass er als Geist ein Selbstbewusstsein und dass die ihn umgebende Welt die geistige Welt ist, die er niemals innerhalb des Leibes hätte wahrnehmen können. Diese Dinge sind so.
[ 53 ] Derjenige nun, der durch solch entwickeltes Sehertum die geistige Welt wirklich kennengelernt hat, der ist erst imstande, das, was er zu beobachten vermag in der geistigen Welt, zu vergleichen mit dem, was in den charakterisierten Grenzgebieten auftritt. Durch bloßes Philosophieren über den Traum, durch noch so entwickelte Urteilskraft, die sich über den Traum ergeht, kann man eigentlich niemals wissen, wie sich der Traum in das gewöhnliche, persönliche Leben hereinstellt. Man ist nicht imstande, den Traum, welcher hereindringt in das gewöhnliche Bewusstsein, mit irgendetwas anderem zu vergleichen, man kann ihn nur beschreiben, und alles das, was die Naturwissenschaft darüber zu sagen hat, ist sehr nützlich, sehr wertvoll; aber die eigentliche Bedeutung des Traumes im Leben kann nur der ermessen, welcher den Traum in der Lage ist zu vergleichen mit dem, was er im Sehertum als den Charakter der geistigen Welt kennenlernt. Und da lernt er in Bezug auf den Traum das kennen, dass der Träumer, also das eigentliche träumende Wesen im Menschen, kein anderes ist als das, in dem sich der Scher bewusst weiß, wenn er in der geistigen Welt drinnen ist.
[ 53 ] Derjenige nun, der durch solch entwickeltes Sehertum die geistige Welt wirklich kennengelernt hat, der ist erst imstande, das, was er zu beobachten vermag in der geistigen Welt, zu vergleichen mit dem, was in den charakterisierten Grenzgebieten auftritt. Durch bloßes Philosophieren über den Traum, durch noch so entwickelte Urteilskraft, die sich über den Traum ergeht, kann man eigentlich niemals wissen, wie sich der Traum in das gewöhnliche, persönliche Leben hereinstellt. Man ist nicht imstande, den Traum, welcher hereindringt in das gewöhnliche Bewusstsein, mit irgendetwas anderem zu vergleichen, man kann ihn nur beschreiben, und alles das, was die Naturwissenschaft darüber zu sagen hat, ist sehr nützlich, sehr wertvoll; aber die eigentliche Bedeutung des Traumes im Leben kann nur der ermessen, welcher den Traum in der Lage ist zu vergleichen mit dem, was er im Sehertum als den Charakter der geistigen Welt kennenlernt. Und da lernt er in Bezug auf den Traum das kennen, dass der Träumer, also das eigentliche träumende Wesen im Menschen, kein anderes ist als das, in dem sich der Scher bewusst weiß, wenn er in der geistigen Welt drinnen ist.
[ 54 ] Man kann mit dem gewöhnlichen Bewusstsein nicht beurteilen, ob es der Leib oder die Seele ist, was da eigentlich träumt. Erst wenn man weiß, wie man drinnensteht in der geistigen Welt, wenn man bewusst das Ich in Geistigkeit erfasst, erst dann kann man das, was man so beobachtet an sich selbst und in seinem Dasein in der geistigen Welt, vergleichen mit dem, was im Traum auftritt. Und dann kann man durch die unmittelbare Beobachtung, durch unmittelbare geistige Anschauung wissen: Es ist nichts anderes in uns, was träumt, als ganz dasselbe, was es auch ist, wenn man im voll bewussten Sehertum sich entwickelt hat. So also kommt man durch die unmittelbare Beobachtung auf das — wenn ich mich jetzt pedantisch ausdrücken darf — eigentliche Subjekt des Traumes.
[ 54 ] Man kann mit dem gewöhnlichen Bewusstsein nicht beurteilen, ob es der Leib oder die Seele ist, was da eigentlich träumt. Erst wenn man weiß, wie man drinnensteht in der geistigen Welt, wenn man bewusst das Ich in Geistigkeit erfasst, erst dann kann man das, was man so beobachtet an sich selbst und in seinem Dasein in der geistigen Welt, vergleichen mit dem, was im Traum auftritt. Und dann kann man durch die unmittelbare Beobachtung, durch unmittelbare geistige Anschauung wissen: Es ist nichts anderes in uns, was träumt, als ganz dasselbe, was es auch ist, wenn man im voll bewussten Sehertum sich entwickelt hat. So also kommt man durch die unmittelbare Beobachtung auf das — wenn ich mich jetzt pedantisch ausdrücken darf — eigentliche Subjekt des Traumes.
[ 55 ] Man kann noch mehr erfahren. Derjenige, der nach und nach den Weg in die geistige Welt hineingeht, der gelangt dazu, dass sich sein Traumesleben allmählich verändert, dass er nicht mehr in solch hilfloser Weise die Träume über sich ergehen zu lassen braucht, sondern dass er innerhalb des Traumverlaufes mit seinem Willen in die Traumvorstellungen lenkend und leitend eingreifen kann. Es zeigt sich also wiederum durch die unmittelbare Beobachtung, dass das, was allmählich erlangt wird als geistiges Ich, dass das es selber ist, das richtend und orientierend in den Traum eingreift. Gerade durch diese Veränderung des Traumlebens, durch dieses Beobachten dessen, dass man es selber wird als Geistmensch, der in den Traum eingreift, gerade daraus kann man ersehen, wie das eigentlich Träumende nichts anderes ist als das, was man erfasst im wirklichen Darinnen-Stehen in der geistigen Welt.
[ 55 ] Man kann noch mehr erfahren. Derjenige, der nach und nach den Weg in die geistige Welt hineingeht, der gelangt dazu, dass sich sein Traumesleben allmählich verändert, dass er nicht mehr in solch hilfloser Weise die Träume über sich ergehen zu lassen braucht, sondern dass er innerhalb des Traumverlaufes mit seinem Willen in die Traumvorstellungen lenkend und leitend eingreifen kann. Es zeigt sich also wiederum durch die unmittelbare Beobachtung, dass das, was allmählich erlangt wird als geistiges Ich, dass das es selber ist, das richtend und orientierend in den Traum eingreift. Gerade durch diese Veränderung des Traumlebens, durch dieses Beobachten dessen, dass man es selber wird als Geistmensch, der in den Traum eingreift, gerade daraus kann man ersehen, wie das eigentlich Träumende nichts anderes ist als das, was man erfasst im wirklichen Darinnen-Stehen in der geistigen Welt.
[ 56 ] Und noch ein anderes tritt auf. Sie wissen ja, dass unter den vielerlei Bestrebungen, die gegenüber dem Unbewussten sich jetzt entfalten, die der geistigen Welt des Menschen nahetreten wollen, auch diejenige ist, die anaIytische Psychologie genannt wird. Diese Psychoanalyse, die durchaus eine Erforschung eines gewiss vorhandenen Seelengebietes, allerdings mit unzulänglichen Mitteln, ist, sie führt nicht zur Anschauung über den wahren Charakter der in Betracht kommenden Gebiete. Diese Psychoanalyse arbeitet auch mit den Traumvorstellungen des Menschen. Man sucht als Psychoanalytiker, die Träume und das, was sie offenbaren von irgendwelchen verborgenen Seiten des Seelenlebens, zu enträtseln.
[ 56 ] Und noch ein anderes tritt auf. Sie wissen ja, dass unter den vielerlei Bestrebungen, die gegenüber dem Unbewussten sich jetzt entfalten, die der geistigen Welt des Menschen nahetreten wollen, auch diejenige ist, die anaIytische Psychologie genannt wird. Diese Psychoanalyse, die durchaus eine Erforschung eines gewiss vorhandenen Seelengebietes, allerdings mit unzulänglichen Mitteln, ist, sie führt nicht zur Anschauung über den wahren Charakter der in Betracht kommenden Gebiete. Diese Psychoanalyse arbeitet auch mit den Traumvorstellungen des Menschen. Man sucht als Psychoanalytiker, die Träume und das, was sie offenbaren von irgendwelchen verborgenen Seiten des Seelenlebens, zu enträtseln.
[ 57 ] Nun ist es sehr merkwürdig, dass ich, als ich kürzlich einmal die Beziehungen der Geisteswissenschaft zu dieser Weise auseinandergesetzt habe, von mehreren Psychoanalytikern den Vorwurf bekommen habe, ja, die Psychoanalyse sei wahre Wissenschaft, die nehme den Traum nur, insofern er symbolisch sei, dagegen mache ich geltend, dass man aufsteigt zu den Imaginationen und Intuitionen, und ich behandle den Traum so, dass ich ihn seiner Wirklichkeit nach fasse. Ich mache den Fehler, den "Traum ernst zu nehmen, seinem Bilderverlauf nach ernst zu nehmen, während die Psychoanalyse den symbolischen Charakter der Träume einsehe.
[ 57 ] Nun ist es sehr merkwürdig, dass ich, als ich kürzlich einmal die Beziehungen der Geisteswissenschaft zu dieser Weise auseinandergesetzt habe, von mehreren Psychoanalytikern den Vorwurf bekommen habe, ja, die Psychoanalyse sei wahre Wissenschaft, die nehme den Traum nur, insofern er symbolisch sei, dagegen mache ich geltend, dass man aufsteigt zu den Imaginationen und Intuitionen, und ich behandle den Traum so, dass ich ihn seiner Wirklichkeit nach fasse. Ich mache den Fehler, den "Traum ernst zu nehmen, seinem Bilderverlauf nach ernst zu nehmen, während die Psychoanalyse den symbolischen Charakter der Träume einsehe.
[ 58 ] Nun, man kann erstaunt sein, wie man missverstanden wird. Das, was ich als Geisteswissenschaft vertrete, haftet weder an dem wirklichen Traumverlauf noch an dem, woran die Psychoanalyse haftet, an der Symbolik. Überhaupt haftet sie nicht am Inhalt. Derjenige, der als Geistesforscher die Traumwelt untersucht, kommt auf Folgendes: Sehen Sie, es kann bei zehn Menschen das eintreten, dass sie einem irgendeinen Traumverlauf erzählen, und man kann, wenn man bekannt ist mit solchen Sachen, sich klar sein darüber, dass diese zehn inhaltlich nach dem Traumverlauf ganz Verschiedenes geträumt haben, dass aber genau dasselbe bei allen zehn als GeistigWirkliches dem Traumverlauf zugrunde liegt. Weder auf die Symbole noch auf den Wirklichkeitswert dessen, was sich im Traum abspielt, kommt es an, sondern dem Geistesforscher ist klar, dass es ankommt auf die innere Dramatik des Traumes.
[ 58 ] Nun, man kann erstaunt sein, wie man missverstanden wird. Das, was ich als Geisteswissenschaft vertrete, haftet weder an dem wirklichen Traumverlauf noch an dem, woran die Psychoanalyse haftet, an der Symbolik. Überhaupt haftet sie nicht am Inhalt. Derjenige, der als Geistesforscher die Traumwelt untersucht, kommt auf Folgendes: Sehen Sie, es kann bei zehn Menschen das eintreten, dass sie einem irgendeinen Traumverlauf erzählen, und man kann, wenn man bekannt ist mit solchen Sachen, sich klar sein darüber, dass diese zehn inhaltlich nach dem Traumverlauf ganz Verschiedenes geträumt haben, dass aber genau dasselbe bei allen zehn als GeistigWirkliches dem Traumverlauf zugrunde liegt. Weder auf die Symbole noch auf den Wirklichkeitswert dessen, was sich im Traum abspielt, kommt es an, sondern dem Geistesforscher ist klar, dass es ankommt auf die innere Dramatik des Traumes.
[ 59 ] Es kann sich darum handeln, dass jemand im Geistigen ein Ereignis unbewusst erlebt hat. Es bleibt dem Traum gegenüber auch ihm unbewusst. Das Ereignis hat sich zugetragen, zugetragen in dem Verhältnis des Menschen als Geist zur geistigen Welt. Das, was aber nun als Traum auftritt, das ist ein äußeres Umgestalten, indem verwendet wird zu dem, was ganz im Unterbewussten bleibt, dasjenige, was der Mensch als Sinnesreiz und so weiter hat. Das ist das Kleid, das der Traumdramatik angezogen wird. Das ist die Bildlichkeit. Man kann etwas erleben, wodurch man eine solche Spannung erlebt, und diese sich löst dadurch, dass man einem geistigen Ereignis entgegentritt. Das kann der eine erleben, indem er auf einen Berg steigt, ein Hindernis findet, der andere dadurch, dass er an eine Türe geführt wird, in ein Labyrinth hinein, der Dritte kann dasselbe Ereignis in anderer Weise erfahren. Nicht auf das kommt es an, was die Traumbilder hintereinander sagen, sondern auf die innere Dramatik, auf das, was bildlos hinter dem Traum lebt. Das ist ein geistiges Reales, und das, was da dahinter liegt, erforscht der Geistesforscher, indem er in das wirklich Geistige hineinsieht.
[ 59 ] Es kann sich darum handeln, dass jemand im Geistigen ein Ereignis unbewusst erlebt hat. Es bleibt dem Traum gegenüber auch ihm unbewusst. Das Ereignis hat sich zugetragen, zugetragen in dem Verhältnis des Menschen als Geist zur geistigen Welt. Das, was aber nun als Traum auftritt, das ist ein äußeres Umgestalten, indem verwendet wird zu dem, was ganz im Unterbewussten bleibt, dasjenige, was der Mensch als Sinnesreiz und so weiter hat. Das ist das Kleid, das der Traumdramatik angezogen wird. Das ist die Bildlichkeit. Man kann etwas erleben, wodurch man eine solche Spannung erlebt, und diese sich löst dadurch, dass man einem geistigen Ereignis entgegentritt. Das kann der eine erleben, indem er auf einen Berg steigt, ein Hindernis findet, der andere dadurch, dass er an eine Türe geführt wird, in ein Labyrinth hinein, der Dritte kann dasselbe Ereignis in anderer Weise erfahren. Nicht auf das kommt es an, was die Traumbilder hintereinander sagen, sondern auf die innere Dramatik, auf das, was bildlos hinter dem Traum lebt. Das ist ein geistiges Reales, und das, was da dahinter liegt, erforscht der Geistesforscher, indem er in das wirklich Geistige hineinsieht.
[ 60 ] Der Traum selbst entsteht dadurch, dass das, was der Mensch im rein Geistigen erlebt, umgesetzt wird dadurch, dass sein Ewiges, Geistiges in einer etwas unregelmäßigen Weise sich zusammenschließt mit dem Leiblichen. Da muss ich voraussetzen, dass die wirkliche Geist-Erkenntnis, das heißt die Möglichkeit, zu beobachten das menschliche Selbstbewusstsein als Geistiges, den Menschen durch unmittelbare Beobachtung zeigt, dass wir im Schlaf und traumlosen Schlaf, nicht etwa beim Einschlafen und Aufwachen, sondern dass wir da, wenn auch mit herabgedämpftem Bewusstsein, dass wir in diesem Schlaf außerhalb unseres Leibes sind, dass wir wirklich im Einschlafen aus unserem Leibe herausgehen und beim Aufwachen wieder hereinziehen und dass das, was aus- und einzieht, eine geistige Wesenhaftigkeit ist. Das Sehertum besteht in nichts anderem, als dass das, was im Schlaf sonst unbewusst bleibt, jetzt zum Bewusstsein in der geistigen Welt erhoben wird. Der Traum entsteht dadurch, dass das, was sonst voll getrennt ist im Geist, dass das in eine teilweise unregelmäßige Verbindung mit dem Leiblichen kommt dadurch, dass es in Beziehung zum Leiblichen kommt, dass es sich einsenkt in das Leibliche, aber nicht so, dass es den vollen Leib ausfüllt, dadurch, dass es sich partiell einsenkt, dass die Nötigung entsteht, dasjenige, was da zurückbleibt vom Bewusstwerden von Vorgängen in der geistigen Welt, einzukleiden in das, was einem der Zipfel der Leiblichkeit gibt, ohne dass man schon in die ganze Leiblichkeit eingezogen ist.
[ 60 ] Der Traum selbst entsteht dadurch, dass das, was der Mensch im rein Geistigen erlebt, umgesetzt wird dadurch, dass sein Ewiges, Geistiges in einer etwas unregelmäßigen Weise sich zusammenschließt mit dem Leiblichen. Da muss ich voraussetzen, dass die wirkliche Geist-Erkenntnis, das heißt die Möglichkeit, zu beobachten das menschliche Selbstbewusstsein als Geistiges, den Menschen durch unmittelbare Beobachtung zeigt, dass wir im Schlaf und traumlosen Schlaf, nicht etwa beim Einschlafen und Aufwachen, sondern dass wir da, wenn auch mit herabgedämpftem Bewusstsein, dass wir in diesem Schlaf außerhalb unseres Leibes sind, dass wir wirklich im Einschlafen aus unserem Leibe herausgehen und beim Aufwachen wieder hereinziehen und dass das, was aus- und einzieht, eine geistige Wesenhaftigkeit ist. Das Sehertum besteht in nichts anderem, als dass das, was im Schlaf sonst unbewusst bleibt, jetzt zum Bewusstsein in der geistigen Welt erhoben wird. Der Traum entsteht dadurch, dass das, was sonst voll getrennt ist im Geist, dass das in eine teilweise unregelmäßige Verbindung mit dem Leiblichen kommt dadurch, dass es in Beziehung zum Leiblichen kommt, dass es sich einsenkt in das Leibliche, aber nicht so, dass es den vollen Leib ausfüllt, dadurch, dass es sich partiell einsenkt, dass die Nötigung entsteht, dasjenige, was da zurückbleibt vom Bewusstwerden von Vorgängen in der geistigen Welt, einzukleiden in das, was einem der Zipfel der Leiblichkeit gibt, ohne dass man schon in die ganze Leiblichkeit eingezogen ist.
[ 61 ] Und so ist es immer im Traum eine Art Verdunkelung des wirklichen Ewigen im Menschen, desjenigen, was durch Geburt und Tod geht, desjenigen, welches sich leibfrei vorbereitend auf das, was auf den Tod folgt, auch zwischen Geburt und Tod sich entwickelt keimhaft für das nächste Geistesleben. Es ist eine Verdunkelung dieses Seelenlebens, es ist eine durch das unvollständige Heranstoßen an den Leib bewirkte Trübung des Seelenlebens. Nur dann, wenn nicht der Mensch imstande wäre, das zu vollziehen, was er bei gesunder Entwicklung seines Wesens immer vollziehen muss, voll aufzugehen, dadurch sich anzueignen dasjenige, was durch den Leib für das gewöhnliche Sinnesleben erlangt wird, die Kontrolle über sein Drinnenstehen im Sinnesleben, nur wenn das nicht eintreten, würde, würde das Traumleben als etwas Krankhaftes in das menschliche Leben hereinragen!
[ 61 ] Und so ist es immer im Traum eine Art Verdunkelung des wirklichen Ewigen im Menschen, desjenigen, was durch Geburt und Tod geht, desjenigen, welches sich leibfrei vorbereitend auf das, was auf den Tod folgt, auch zwischen Geburt und Tod sich entwickelt keimhaft für das nächste Geistesleben. Es ist eine Verdunkelung dieses Seelenlebens, es ist eine durch das unvollständige Heranstoßen an den Leib bewirkte Trübung des Seelenlebens. Nur dann, wenn nicht der Mensch imstande wäre, das zu vollziehen, was er bei gesunder Entwicklung seines Wesens immer vollziehen muss, voll aufzugehen, dadurch sich anzueignen dasjenige, was durch den Leib für das gewöhnliche Sinnesleben erlangt wird, die Kontrolle über sein Drinnenstehen im Sinnesleben, nur wenn das nicht eintreten, würde, würde das Traumleben als etwas Krankhaftes in das menschliche Leben hereinragen!
[ 62 ] Nun zeigt sich noch etwas anderes, wenn man die Grenze des Traumlebens betrachtet im Verhältnis zu der Welt des Sehertums. Derjenige, der das Sehertum entwickelt, der lernt verstehen durch die Art der Erlebnisse, die er in der geistigen Welt erlebt so, dass er sie getrennt vom Leib erlebt, der lernt verstehen, [dass] dieses Leben zwischen Geburt und Tod, dieses Leben in der Sinneswelt, das Leben in dem Leibeskörper, nicht angesehen werden darf wie das Leben in einer Gefangenschaft. Eine falsche Askese ist es niemals, wozu die Geisteswissenschaft verführen kann. Er lernt erkennen, dass in der weisen Weltenlenkung das Verweilen im Sinnesleibe seine gute Bedeutung hat. Das Gesamtleben des Menschen, welches verfließt zwischen Daseinsformen im Leibe und außer dem Leibe zwischen Toden und neuen Geburten, dieses Gesamtleben des Menschen nimmt Verschiedenes auf.
[ 62 ] Nun zeigt sich noch etwas anderes, wenn man die Grenze des Traumlebens betrachtet im Verhältnis zu der Welt des Sehertums. Derjenige, der das Sehertum entwickelt, der lernt verstehen durch die Art der Erlebnisse, die er in der geistigen Welt erlebt so, dass er sie getrennt vom Leib erlebt, der lernt verstehen, [dass] dieses Leben zwischen Geburt und Tod, dieses Leben in der Sinneswelt, das Leben in dem Leibeskörper, nicht angesehen werden darf wie das Leben in einer Gefangenschaft. Eine falsche Askese ist es niemals, wozu die Geisteswissenschaft verführen kann. Er lernt erkennen, dass in der weisen Weltenlenkung das Verweilen im Sinnesleibe seine gute Bedeutung hat. Das Gesamtleben des Menschen, welches verfließt zwischen Daseinsformen im Leibe und außer dem Leibe zwischen Toden und neuen Geburten, dieses Gesamtleben des Menschen nimmt Verschiedenes auf.
[ 63 ] Die Kraft, in sich diejenigen Impulse auszubilden, welche Logik und Moralität enthalten, diese Kraft muss der Mensch zu alle dem, was er sonst aus dem Universum empfängt, hier in seinem sinnlichen Leibe erwerben, wenn er sie überhaupt erwerben will. Dieses, logisch zu denken, das würde in der geistigen Welt nicht erworben werden können, dazu müssen wir uns verleiblichen. Dann tragen wir durch die Pforte des Todes jene Impulse, die nur auf der Erde entwickelt werden können, in das Gebiet des Übersinnlichen hinauf.
[ 63 ] Die Kraft, in sich diejenigen Impulse auszubilden, welche Logik und Moralität enthalten, diese Kraft muss der Mensch zu alle dem, was er sonst aus dem Universum empfängt, hier in seinem sinnlichen Leibe erwerben, wenn er sie überhaupt erwerben will. Dieses, logisch zu denken, das würde in der geistigen Welt nicht erworben werden können, dazu müssen wir uns verleiblichen. Dann tragen wir durch die Pforte des Todes jene Impulse, die nur auf der Erde entwickelt werden können, in das Gebiet des Übersinnlichen hinauf.
[ 64 ] Weil nun der Traum darin besteht, dass man eigentlich ein Geisterlebtes hereinträgt durch das unvollständige Zusammenstoßen mit dem Leibe — ich kann mich über die Einzelheiten nicht verbreiten —, indem aber der Mensch als Persönlichkeit aus der geistigen Welt eintaucht, bringt er aus dieser geistigen Welt in die Leiblichkeit ein Logikloses und ein Moralloses mit, das einzig und allein in den Inhalt des Traumes eintreten kann. Daher zeigt sich der Traum ohne Logisierung und Moralisierung. Gerade dieses Eigentümliche des Traumes, wie er sich zu Moral und Logik stellt, kann nur der Seher vergleichen. So habe ich die Möglichkeit angegeben, das Traumleben zu vergleichen mit dem, was der Mensch kennenlernen kann als Inhalt der geistigen Welt. Dadurch enthüllt sich aber, dass der Traum ist ... Lücke); nur das Eigentümliche ist, dass der Mensch im Traume nicht dem Ewigen gegenübersteht. Sein Ewiges ist tätig, aber das, womit sich dieses Ewige füllt, ist das vom Leibe Kommende. Es ist das Ewige im Menschen auf das Zeitliche gerichtet im Traum. Dass aber in diesen Ereignissen das Ewige steckt, das zeigt uns gerade wirklich geisteswissenschaftliche Betrachtung des Traumes.
[ 64 ] Weil nun der Traum darin besteht, dass man eigentlich ein Geisterlebtes hereinträgt durch das unvollständige Zusammenstoßen mit dem Leibe — ich kann mich über die Einzelheiten nicht verbreiten —, indem aber der Mensch als Persönlichkeit aus der geistigen Welt eintaucht, bringt er aus dieser geistigen Welt in die Leiblichkeit ein Logikloses und ein Moralloses mit, das einzig und allein in den Inhalt des Traumes eintreten kann. Daher zeigt sich der Traum ohne Logisierung und Moralisierung. Gerade dieses Eigentümliche des Traumes, wie er sich zu Moral und Logik stellt, kann nur der Seher vergleichen. So habe ich die Möglichkeit angegeben, das Traumleben zu vergleichen mit dem, was der Mensch kennenlernen kann als Inhalt der geistigen Welt. Dadurch enthüllt sich aber, dass der Traum ist ... Lücke); nur das Eigentümliche ist, dass der Mensch im Traume nicht dem Ewigen gegenübersteht. Sein Ewiges ist tätig, aber das, womit sich dieses Ewige füllt, ist das vom Leibe Kommende. Es ist das Ewige im Menschen auf das Zeitliche gerichtet im Traum. Dass aber in diesen Ereignissen das Ewige steckt, das zeigt uns gerade wirklich geisteswissenschaftliche Betrachtung des Traumes.
[ 65 ] Anders liegt die Sache, wenn es sich um das halluzinatorische, somnambule Leben handelt. Da haben wir es damit zu tun, dass allerdings der Mensch auch aus dem Geistigen hereintritt in sein Leibliches, dass Geistiges hereinwirkt, dass aber das Hereinwirken des Geistigen in das Leibliche entweder dadurch geschieht, dass das innere leibliche Leben in irgendeiner Weise krankhaft ist, dass also das Geistige in ein krankhaft Leibliches hereinrritt. Nun, da tritt ein, dass der Mensch sich nur ein richtiges Verhältnis ausbilden kann, wenn er in die ganz einheitlich funktionierende Leibeswelt untertaucht. Taucht er so unter, dass sich nicht beteiligen kann ein Glied seiner Leiblichkeit in voller Weise an der Entstehung der sinnlichen Anschauung, dann tritt partiell, durch die Ausschaltung eines Leiblichen, ein Geistiges auf.
[ 65 ] Anders liegt die Sache, wenn es sich um das halluzinatorische, somnambule Leben handelt. Da haben wir es damit zu tun, dass allerdings der Mensch auch aus dem Geistigen hereintritt in sein Leibliches, dass Geistiges hereinwirkt, dass aber das Hereinwirken des Geistigen in das Leibliche entweder dadurch geschieht, dass das innere leibliche Leben in irgendeiner Weise krankhaft ist, dass also das Geistige in ein krankhaft Leibliches hereinrritt. Nun, da tritt ein, dass der Mensch sich nur ein richtiges Verhältnis ausbilden kann, wenn er in die ganz einheitlich funktionierende Leibeswelt untertaucht. Taucht er so unter, dass sich nicht beteiligen kann ein Glied seiner Leiblichkeit in voller Weise an der Entstehung der sinnlichen Anschauung, dann tritt partiell, durch die Ausschaltung eines Leiblichen, ein Geistiges auf.
[ 66 ] Dieses Geistige würden wir nicht sehen, würden wir nicht schauen, wenn unser Leib nicht irgendwie krankhaft wäre. Dadurch, dass er es ist, dadurch macht sich das Geistige geltend. Der Geistesforscher sieht das Geistige, indem er im Geistigen darinsteht; der Halluzinierende sieht ein Geistiges in einer krankhaften, unmöglichen Weise, eigentlich, indem er sein normal Leibliches für die sinnesmäßige Anschauung partiell ausgeschaltet hat. Dadurch aber auch ist das Auftreten einer geistigen Anschauung, die wir nicht in unserer Gewalt haben, immer ein Kennzeichen für irgendeine kranke Leiblichkeit. Man kann sagen: Es ist begreiflich, dass die Menschen glauben, dass selbst Forscher glauben, dass uns ein wirkliches Geistiges entgegentritt bei solcher krankhaften Leiblichkeit; aber es ist zu verwerfen, irgendetwas zu tun, welches herbeiführt die Erkrankung des Leiblichen zur geistigen Anschauung. Der Weg, der zu der zwangsmäßigen Vision führt, ist vom geisteswissenschaftlichen Standpunkt aus zu verwerfen, weil er ein Förderer wäre für das Krankwerden des menschlichen Organismus. Und derjenige, welcher die geisteswissenschaftlichen Methoden, wie sie in meinem Buch «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» beschrieben werden, so verkennt, als ob diese Methoden irgendwie dazu verführen könnten, das zu kultivieren, was sie gerade verpönen, der verleumdet diese geisteswissenschaftlichen Methoden. Sie werden im umfassenden Sinn allerdings verleumdet.
[ 66 ] Dieses Geistige würden wir nicht sehen, würden wir nicht schauen, wenn unser Leib nicht irgendwie krankhaft wäre. Dadurch, dass er es ist, dadurch macht sich das Geistige geltend. Der Geistesforscher sieht das Geistige, indem er im Geistigen darinsteht; der Halluzinierende sieht ein Geistiges in einer krankhaften, unmöglichen Weise, eigentlich, indem er sein normal Leibliches für die sinnesmäßige Anschauung partiell ausgeschaltet hat. Dadurch aber auch ist das Auftreten einer geistigen Anschauung, die wir nicht in unserer Gewalt haben, immer ein Kennzeichen für irgendeine kranke Leiblichkeit. Man kann sagen: Es ist begreiflich, dass die Menschen glauben, dass selbst Forscher glauben, dass uns ein wirkliches Geistiges entgegentritt bei solcher krankhaften Leiblichkeit; aber es ist zu verwerfen, irgendetwas zu tun, welches herbeiführt die Erkrankung des Leiblichen zur geistigen Anschauung. Der Weg, der zu der zwangsmäßigen Vision führt, ist vom geisteswissenschaftlichen Standpunkt aus zu verwerfen, weil er ein Förderer wäre für das Krankwerden des menschlichen Organismus. Und derjenige, welcher die geisteswissenschaftlichen Methoden, wie sie in meinem Buch «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» beschrieben werden, so verkennt, als ob diese Methoden irgendwie dazu verführen könnten, das zu kultivieren, was sie gerade verpönen, der verleumdet diese geisteswissenschaftlichen Methoden. Sie werden im umfassenden Sinn allerdings verleumdet.
[ 67 ] Es kann aber auch das eintreten, dass gewissermaßen die kranke Leiblichkeit die Sinne ansteckt, dass dadurch die Sinne in ein anderes Verhältnis kommen — ich kann das nur im Allgemeinen erwähnen —, dass die Sinne in ein anderes Verhältnis zur gewöhnlichen Umgebung kommen. Im gewöhnlichen Leben nimmt man so die Umgebung wahr, wie Sie sie kennen. Es kann eintreten, dass durch Veränderung des Sinneslebens das in der Umgebung wahrgenommen wird, was sich sonst den Sinnen entzieht. Es wird das sein, was nicht durch das höhere geistige Leben dem Menschen zugänglich ist. Ich will aber gleich an dem Beispiel von vorhin, vielleicht besser als durch allgemeines Aussprechen, das erläutern, was ich meine als somnambules Leben, als verfeinertes Sinnesleben. Was sonst als zweites Gesicht aufgefasst wird, fällt unter diese Kategorie; ich muss sagen: Es ist doch erstaunlich, obwohl das Buch von Sir Oliver Lodge einen durchaus wissenschaftlichen Charakter trägt, dass ein gewisser verborgener Dilettantismus im Allgemeinen gerade in diesem Buche zu finden ist. Die Erscheinung, die wie ein Kreuzexperiment angeführt ist, ist nämlich doch nichts anderes als das, was der, der bekannt ist mit diesem Gebiet, kennt als eine Verfeinerung des Sinneslebens, sodass dieses Sinnesleben eben anderes wahrzunehmen vermag, als sonst mit ihm verknüpft ist. Wenn irgendjemand, dessen Sinnesleben und das von dem Verstandesleben durchzogene Sinnesleben dann so verläuft, dass der Verstandesapparat bis in die Sinne hinunterreicht, wer solch ein Sinnesleben ausgebildet hat, bei dem kann es vorkommen, dass er heute die Vorstellung hat: Ich werde in vierzehn Tagen reiten und ein Unglück haben. Das kann eintreten. Diese Dinge sind bekannt.
[ 67 ] Es kann aber auch das eintreten, dass gewissermaßen die kranke Leiblichkeit die Sinne ansteckt, dass dadurch die Sinne in ein anderes Verhältnis kommen — ich kann das nur im Allgemeinen erwähnen —, dass die Sinne in ein anderes Verhältnis zur gewöhnlichen Umgebung kommen. Im gewöhnlichen Leben nimmt man so die Umgebung wahr, wie Sie sie kennen. Es kann eintreten, dass durch Veränderung des Sinneslebens das in der Umgebung wahrgenommen wird, was sich sonst den Sinnen entzieht. Es wird das sein, was nicht durch das höhere geistige Leben dem Menschen zugänglich ist. Ich will aber gleich an dem Beispiel von vorhin, vielleicht besser als durch allgemeines Aussprechen, das erläutern, was ich meine als somnambules Leben, als verfeinertes Sinnesleben. Was sonst als zweites Gesicht aufgefasst wird, fällt unter diese Kategorie; ich muss sagen: Es ist doch erstaunlich, obwohl das Buch von Sir Oliver Lodge einen durchaus wissenschaftlichen Charakter trägt, dass ein gewisser verborgener Dilettantismus im Allgemeinen gerade in diesem Buche zu finden ist. Die Erscheinung, die wie ein Kreuzexperiment angeführt ist, ist nämlich doch nichts anderes als das, was der, der bekannt ist mit diesem Gebiet, kennt als eine Verfeinerung des Sinneslebens, sodass dieses Sinnesleben eben anderes wahrzunehmen vermag, als sonst mit ihm verknüpft ist. Wenn irgendjemand, dessen Sinnesleben und das von dem Verstandesleben durchzogene Sinnesleben dann so verläuft, dass der Verstandesapparat bis in die Sinne hinunterreicht, wer solch ein Sinnesleben ausgebildet hat, bei dem kann es vorkommen, dass er heute die Vorstellung hat: Ich werde in vierzehn Tagen reiten und ein Unglück haben. Das kann eintreten. Diese Dinge sind bekannt.
[ 68 ] Etwas, was durch die gewöhnliche zeitliche Verknüpfung nicht wahrzunehmen ist, ist einfach durch ein besonders abnormes, von innen heraus angestecktes Sinnesleben für den Menschen wahrnehmbar. Es kommen Fälle vor, in denen das Geschaute, das Geahnte mit so unweigerlicher Notwendigkeit eintritt, dass man Vorsorge trifft und dass es trotzdem passiert. Nun liegt für den, der solche Dinge kennt, auch bei Somnambulem und Ähnlichem nichts anderes vor als ein solches Ferngesicht. Was hat eigentlich das Medium mitgeteilt in dem Falle von Sir Oliver Lodge? Nun, in vierzehn Tagen etwa nach der Sitzung kam in demselben Zimmer die Fotografie an. Vierzehn Tage hinterher konnte man mit dem normalen Bewusstsein diese Fotografie beschreiben. Durch ein Ferngesicht hat das Medium das beschrieben, was später angekommen ist. Nichts hat das somnambule Medium aus dem Jenseits wahrgenommen, nichts gesehen als das, was erst späteres Ereignis geworden ist, und das ganze Kreuzexperiment ist objektiv, in den Tatsachen, richtig; die Erklärung ist vollständig unrichtig.
[ 68 ] Etwas, was durch die gewöhnliche zeitliche Verknüpfung nicht wahrzunehmen ist, ist einfach durch ein besonders abnormes, von innen heraus angestecktes Sinnesleben für den Menschen wahrnehmbar. Es kommen Fälle vor, in denen das Geschaute, das Geahnte mit so unweigerlicher Notwendigkeit eintritt, dass man Vorsorge trifft und dass es trotzdem passiert. Nun liegt für den, der solche Dinge kennt, auch bei Somnambulem und Ähnlichem nichts anderes vor als ein solches Ferngesicht. Was hat eigentlich das Medium mitgeteilt in dem Falle von Sir Oliver Lodge? Nun, in vierzehn Tagen etwa nach der Sitzung kam in demselben Zimmer die Fotografie an. Vierzehn Tage hinterher konnte man mit dem normalen Bewusstsein diese Fotografie beschreiben. Durch ein Ferngesicht hat das Medium das beschrieben, was später angekommen ist. Nichts hat das somnambule Medium aus dem Jenseits wahrgenommen, nichts gesehen als das, was erst späteres Ereignis geworden ist, und das ganze Kreuzexperiment ist objektiv, in den Tatsachen, richtig; die Erklärung ist vollständig unrichtig.
[ 69 ] Das, um was es sich handelt, ist, dass man einsieht, dass durch ein somnambules menschliches Leben zwar über das, was sonst sich ereignet, anders gesehen werden kann als bei normalem Sinnes- und Denkleben, dass aber auf diesem Wege der Mensch gewissermaßen mit der Außenwelt inniger zusammengeschlossen wird, dass aber ein wirkliches Hineinschauen in die übersinnliche Welt, die der Mensch betritt nach dem Tode, in der der Mensch immer mit dem Ewigen darinnen steht, nicht möglich ist durch solche abnorme Bewusstseinsfälle, sondern nur, wenn der Mensch sich wirklich in diese geistige Welt mit vollem Bewusstsein hineinbegibt, sodass er als Geist in der geistigen Welt steht und sich unterscheiden kann von all dem, was er durch seine Leiblichkeit wahrnehmen kann. Überall da findet nicht ein wirkliches Hineinschauen statt, wo sich das Geistige mit dem Leiblichen selbst vermischt.
[ 69 ] Das, um was es sich handelt, ist, dass man einsieht, dass durch ein somnambules menschliches Leben zwar über das, was sonst sich ereignet, anders gesehen werden kann als bei normalem Sinnes- und Denkleben, dass aber auf diesem Wege der Mensch gewissermaßen mit der Außenwelt inniger zusammengeschlossen wird, dass aber ein wirkliches Hineinschauen in die übersinnliche Welt, die der Mensch betritt nach dem Tode, in der der Mensch immer mit dem Ewigen darinnen steht, nicht möglich ist durch solche abnorme Bewusstseinsfälle, sondern nur, wenn der Mensch sich wirklich in diese geistige Welt mit vollem Bewusstsein hineinbegibt, sodass er als Geist in der geistigen Welt steht und sich unterscheiden kann von all dem, was er durch seine Leiblichkeit wahrnehmen kann. Überall da findet nicht ein wirkliches Hineinschauen statt, wo sich das Geistige mit dem Leiblichen selbst vermischt.
[ 70 ] Auch das somnambule Leben hat seine Gefahren, schon weil mit Ausschaltung des Seelischen — denn dadurch ist das Seelische eingeschaltet und bleibt beim Traum eingeschaltet —, dadurch, dass der Mensch mit dem Geistig-Seelischen ganz in den Leib untertaucht, wird ein Teil ausgeschaltet, dann wird der Mensch zum Automaten. Das kann interessant sein, darf aber nicht kultiviert werden, weil der Mensch nur dadurch, dass er in der regelmäßigen Weise richtige Verbindungen herstellt des Geistigen mit dem Leiblichen, sich in richtiger Weise zur logischen und moralischen Welt stellt, weil, wenn in einer abnormen Weise die geistige Welt hereinwirkt, dieses Hereinwirken, in dem immer ein Teil des Leibes ausgeschaltet wird, dazu führen kann, dass sich ein unrichtiges Verhältnis zwischen der Persönlichkeit des Mediums und dem Moralischen und Logischen herausstellt, dass es moralisch verkommt, dass es auch in erkenntnismäßiger Weise von allerlei Lügengeweben durchzogen ist, und so weiter, und so weiter. Wir können daraus, dass der Mensch sich eigentlich zum Automaten im künstlich herbeigeführten somnambulen Leben macht, schließen, dass es künstlich nicht herbeigeführt werden darf.
[ 70 ] Auch das somnambule Leben hat seine Gefahren, schon weil mit Ausschaltung des Seelischen — denn dadurch ist das Seelische eingeschaltet und bleibt beim Traum eingeschaltet —, dadurch, dass der Mensch mit dem Geistig-Seelischen ganz in den Leib untertaucht, wird ein Teil ausgeschaltet, dann wird der Mensch zum Automaten. Das kann interessant sein, darf aber nicht kultiviert werden, weil der Mensch nur dadurch, dass er in der regelmäßigen Weise richtige Verbindungen herstellt des Geistigen mit dem Leiblichen, sich in richtiger Weise zur logischen und moralischen Welt stellt, weil, wenn in einer abnormen Weise die geistige Welt hereinwirkt, dieses Hereinwirken, in dem immer ein Teil des Leibes ausgeschaltet wird, dazu führen kann, dass sich ein unrichtiges Verhältnis zwischen der Persönlichkeit des Mediums und dem Moralischen und Logischen herausstellt, dass es moralisch verkommt, dass es auch in erkenntnismäßiger Weise von allerlei Lügengeweben durchzogen ist, und so weiter, und so weiter. Wir können daraus, dass der Mensch sich eigentlich zum Automaten im künstlich herbeigeführten somnambulen Leben macht, schließen, dass es künstlich nicht herbeigeführt werden darf.
[ 71 ] So zeigt gerade für dieses Gebiet die Geisteswissenschaft, wie sehr der Mensch darauf zu achten hat, dass diese Grenzgebiete zwar von der Geisteswissenschaft her beleuchtet werden können, dass sie aber umgekehrt nicht zur Aufklärung über das Geistesleben benützt werden können. Dann zeigt die Geisteswissenschaft weiter, dass das, was aus dem Unbewussten oder Unterbewussten heraus in das menschliche Phantasieleben einfließt, dass das tatsächlich wiederum zum eigentlichen Subjekt das Ewige in der Menschennatur hat; nur ist sowohl im Traumesleben wie im Somnambulen das Geistige dem Leiblichen zugeneigt.
[ 71 ] So zeigt gerade für dieses Gebiet die Geisteswissenschaft, wie sehr der Mensch darauf zu achten hat, dass diese Grenzgebiete zwar von der Geisteswissenschaft her beleuchtet werden können, dass sie aber umgekehrt nicht zur Aufklärung über das Geistesleben benützt werden können. Dann zeigt die Geisteswissenschaft weiter, dass das, was aus dem Unbewussten oder Unterbewussten heraus in das menschliche Phantasieleben einfließt, dass das tatsächlich wiederum zum eigentlichen Subjekt das Ewige in der Menschennatur hat; nur ist sowohl im Traumesleben wie im Somnambulen das Geistige dem Leiblichen zugeneigt.
[ 72 ] Bei dem Künstler ist das Geistig-Seelische dem Geistigen zugeneigt. Während es ihm zugeneigt ist, bleibt es im Unbewussten. Dann tritt es in regelrechter Weise herein, sodass das ganze Leibliche in Anspruch genommen wird. Während im nüchternen Bewusstsein solche Dinge vom Geistigen vergessen werden, wird beim Künstler hereingetragen das Geistige, aber so, dass es nicht wie im Somnambulismus von einem Teil des Leiblichen absorbiert wird und daher abgeschwächt wird, sondern in das rechte Verhältnis gebracht wird zum gewöhnlichen Lebensverlauf. So ist das Ewige beim künstlerischen Schaffen zunächst unbewusst dem Geistigen zugeneigt, das Ewige dem Ewigen; aber weil der Mensch sich nicht selber bewusst wird, was er im Ewigen erlebt, trägt er es herein in das gewöhnliche Bewusstsein und kleidet es um, und daher wird es einen individuellen Charakter annehmen.
[ 72 ] Bei dem Künstler ist das Geistig-Seelische dem Geistigen zugeneigt. Während es ihm zugeneigt ist, bleibt es im Unbewussten. Dann tritt es in regelrechter Weise herein, sodass das ganze Leibliche in Anspruch genommen wird. Während im nüchternen Bewusstsein solche Dinge vom Geistigen vergessen werden, wird beim Künstler hereingetragen das Geistige, aber so, dass es nicht wie im Somnambulismus von einem Teil des Leiblichen absorbiert wird und daher abgeschwächt wird, sondern in das rechte Verhältnis gebracht wird zum gewöhnlichen Lebensverlauf. So ist das Ewige beim künstlerischen Schaffen zunächst unbewusst dem Geistigen zugeneigt, das Ewige dem Ewigen; aber weil der Mensch sich nicht selber bewusst wird, was er im Ewigen erlebt, trägt er es herein in das gewöhnliche Bewusstsein und kleidet es um, und daher wird es einen individuellen Charakter annehmen.
[ 73 ] Das ist das Eigenrümliche im Unterschied desjenigen, was künstlerisch geschaffen wird, von dem, was der in der geistigen Welt darinstehende Seher selber vor sich hat. Der Scher hat das Unpersönliche vor sich; er hat etwas um sich herum, welches ebenso wenig mit seiner Individualität und ebenso viel mit ihr zu tun hat, nämlich das Sehen von einem Standpunkt aus wie die äußere Sinneswelt. Derjenige, der das, was der Seher mit unmittelbarem Bewusstseinsanteil in der geistigen Welt sieht, der das noch unbewusst wahrnimmt und hereinträgt in die gewöhnliche Welt, wird zum Künstler, zum Dichter. Daher haben die Menschen die wohl begründete Meinung, dass ihnen die wahren Künstler Botschaften des Ewigen in die sinnliche Welt hereinbringen, dass das Übersinnliche sich offenbart aus dem Unbewussten heraus durch die wahre Kunst in das Sinnliche, in das Leben des gewöhnlichen Bewusstseins.
[ 73 ] Das ist das Eigenrümliche im Unterschied desjenigen, was künstlerisch geschaffen wird, von dem, was der in der geistigen Welt darinstehende Seher selber vor sich hat. Der Scher hat das Unpersönliche vor sich; er hat etwas um sich herum, welches ebenso wenig mit seiner Individualität und ebenso viel mit ihr zu tun hat, nämlich das Sehen von einem Standpunkt aus wie die äußere Sinneswelt. Derjenige, der das, was der Seher mit unmittelbarem Bewusstseinsanteil in der geistigen Welt sieht, der das noch unbewusst wahrnimmt und hereinträgt in die gewöhnliche Welt, wird zum Künstler, zum Dichter. Daher haben die Menschen die wohl begründete Meinung, dass ihnen die wahren Künstler Botschaften des Ewigen in die sinnliche Welt hereinbringen, dass das Übersinnliche sich offenbart aus dem Unbewussten heraus durch die wahre Kunst in das Sinnliche, in das Leben des gewöhnlichen Bewusstseins.
[ 74 ] Dann erlebt der Mensch, wie ich angedeutet habe, in einer eigentümlichen Weise bewusst-unbewusst sein Schicksal. Durch das, was der Scher erlebt, wird nun etwas heraufgehoben aus dem Unbewussten in das Bewusste, das sonst immer unbewusst bleibt. Wir sind im gewöhnlichen Leben eigentlich nur eines Teiles unseres Wesens vollständig bewusst, nämlich unserer Wahrnehmungen und Vorstellungen. Das können Sie selbst ersehen aus einer naturwissenschaftlichen Darstellung wie der des Theodor Ziehen. Dagegen bleibt unten im halb oder ganz Unbewussten das, was das Gefühls- und Willensleben genannt wird. Was weiß der Mensch in seinem gewöhnlichen Bewusstsein, was sich nur vollzieht, wenn er seine Hand bewegt! Theodor Zichen charakterisiert richtig, wenn er sagt: Nur die Vorstellungen dessen, was sich vollzieht, haben wir. Das, was geheimnisvoll in die Hand hinein vibriert, indem wir sie heben, ist uns so unbewusst wie die Ereignisse im Schlafen im gewöhnlichen wachen Tagesleben. — Das ganze wirkliche Wesen des Willenslebens, das zwar in uns waltet, das unser Ewiges durchzieht, das bleibt doch unbewusst, wird nur durch die Vorstellungen des herauftretenden gewöhnlichen Bewusstseins bewusst, so wie bewusst wird der Traum aus dem Schlafe heraus im gewöhnlichen Bewusstsein; aber das, was wir vom Willen wissen, ist nicht das, was im Willen selber vorgeht. Was wir wissen, ist so viel, als wir vom Traum wissen, wenn wir wachen.
[ 74 ] Dann erlebt der Mensch, wie ich angedeutet habe, in einer eigentümlichen Weise bewusst-unbewusst sein Schicksal. Durch das, was der Scher erlebt, wird nun etwas heraufgehoben aus dem Unbewussten in das Bewusste, das sonst immer unbewusst bleibt. Wir sind im gewöhnlichen Leben eigentlich nur eines Teiles unseres Wesens vollständig bewusst, nämlich unserer Wahrnehmungen und Vorstellungen. Das können Sie selbst ersehen aus einer naturwissenschaftlichen Darstellung wie der des Theodor Ziehen. Dagegen bleibt unten im halb oder ganz Unbewussten das, was das Gefühls- und Willensleben genannt wird. Was weiß der Mensch in seinem gewöhnlichen Bewusstsein, was sich nur vollzieht, wenn er seine Hand bewegt! Theodor Zichen charakterisiert richtig, wenn er sagt: Nur die Vorstellungen dessen, was sich vollzieht, haben wir. Das, was geheimnisvoll in die Hand hinein vibriert, indem wir sie heben, ist uns so unbewusst wie die Ereignisse im Schlafen im gewöhnlichen wachen Tagesleben. — Das ganze wirkliche Wesen des Willenslebens, das zwar in uns waltet, das unser Ewiges durchzieht, das bleibt doch unbewusst, wird nur durch die Vorstellungen des herauftretenden gewöhnlichen Bewusstseins bewusst, so wie bewusst wird der Traum aus dem Schlafe heraus im gewöhnlichen Bewusstsein; aber das, was wir vom Willen wissen, ist nicht das, was im Willen selber vorgeht. Was wir wissen, ist so viel, als wir vom Traum wissen, wenn wir wachen.
[ 75 ] Das Gefühlsleben, in dem wir ebenso darinstehen, ist nicht so unbewusst wie der Traum. Es ist zum Teil bewusst, zum Teil unbewusst. Schon der große Ästhetiker Vischer ahnte etwas davon, dass das Gefühlsleben in derselben Art zur Seele steht wie das Traumleben. Während das Traumleben in Bildern abläuft, läuft das Gefühlsleben in den Gefühlen ab, aber die dringen aus dem Unterbewussten herauf. Wir machen uns über sie unsere Vorstellungen, gelangen aber nicht zur Realität dieser Gefühle mehr als im Traum zur Realität des Traumes, der im Ewigen des menschlichen Ichs seinen subjektiven Ursprung hat.
[ 75 ] Das Gefühlsleben, in dem wir ebenso darinstehen, ist nicht so unbewusst wie der Traum. Es ist zum Teil bewusst, zum Teil unbewusst. Schon der große Ästhetiker Vischer ahnte etwas davon, dass das Gefühlsleben in derselben Art zur Seele steht wie das Traumleben. Während das Traumleben in Bildern abläuft, läuft das Gefühlsleben in den Gefühlen ab, aber die dringen aus dem Unterbewussten herauf. Wir machen uns über sie unsere Vorstellungen, gelangen aber nicht zur Realität dieser Gefühle mehr als im Traum zur Realität des Traumes, der im Ewigen des menschlichen Ichs seinen subjektiven Ursprung hat.
[ 76 ] So steht der Mensch nur der Hälfte des wachen Taglebens wirklich wach gegenüber; die andere Hälfte bleibt unterbewusst. Der Seher holt es herauf. Er nimmt nicht nur durch die gewöhnlichen Vorstellungen das, was wesenhaft in Gefühl und Willen lebt, wahr, sondern gestaltet um sinnlich, was er darinnen sieht. Dann aber ist dieses Erleben ein ganz Eigentümliches, ein solches, das nicht aufsteigt wie etwa beim Traum oder der Rückerinnerung an das gewöhnliche Leben, wenn der Scher seine Gefühle verfolgt — ein Menschenleben oder mehrere Menschenleben sind es, die da vor seiner Seele aufstehen; aber es ist nicht das Leben, das er verfolgen kann, wenn er rückschauend bis zur Geburt blickt; es wird ihm deutlich, dass verflossene Erdenleben in dieses Erdenleben hereinspielen.
[ 76 ] So steht der Mensch nur der Hälfte des wachen Taglebens wirklich wach gegenüber; die andere Hälfte bleibt unterbewusst. Der Seher holt es herauf. Er nimmt nicht nur durch die gewöhnlichen Vorstellungen das, was wesenhaft in Gefühl und Willen lebt, wahr, sondern gestaltet um sinnlich, was er darinnen sieht. Dann aber ist dieses Erleben ein ganz Eigentümliches, ein solches, das nicht aufsteigt wie etwa beim Traum oder der Rückerinnerung an das gewöhnliche Leben, wenn der Scher seine Gefühle verfolgt — ein Menschenleben oder mehrere Menschenleben sind es, die da vor seiner Seele aufstehen; aber es ist nicht das Leben, das er verfolgen kann, wenn er rückschauend bis zur Geburt blickt; es wird ihm deutlich, dass verflossene Erdenleben in dieses Erdenleben hereinspielen.
[ 77 ] In dem Augenblick, wo Erkenntnislicht Wille und Gefühl durchzuckt, wirken Gefühls- und Willensimpulse aus früheren Erdenleben herein, und es zuckt wiederum auf in unserem Willensleben dasjenige, was sich für folgende Erdenleben keimhaft in uns ausbildet. So paradox das klingt, wahr ist es, dass, wenn man nicht bloß wie Schopenhauer hypothetisch über den Willen spricht, sondern sich zur Intuition der Wesenhaftigkeit des Willens und Fühlens erhebt, dann werden die wiederholten Erdenleben eine Tatsache innerhalb des menschlichen Bewusstseins; dann aber lernen wir erkennen, wie wir durch frühere Erdenleben das, was uns von außen zustößt, gewissermaßen selber herbeiführen. Das, was wir früher erlebt haben, das bildet in uns die Wege aus, die uns zu unserem Schicksal hinführen. Die einzelnen Erdenleben durchleuchten einander. Das, was wir als Schicksal halb träumen, deshalb halb bewusst erleben wie einen Traum, wie das, was uns als Zufall zustößt, das durchleuchtet sich uns, wenn sich uns das offenbart, was unbewusst ist.
[ 77 ] In dem Augenblick, wo Erkenntnislicht Wille und Gefühl durchzuckt, wirken Gefühls- und Willensimpulse aus früheren Erdenleben herein, und es zuckt wiederum auf in unserem Willensleben dasjenige, was sich für folgende Erdenleben keimhaft in uns ausbildet. So paradox das klingt, wahr ist es, dass, wenn man nicht bloß wie Schopenhauer hypothetisch über den Willen spricht, sondern sich zur Intuition der Wesenhaftigkeit des Willens und Fühlens erhebt, dann werden die wiederholten Erdenleben eine Tatsache innerhalb des menschlichen Bewusstseins; dann aber lernen wir erkennen, wie wir durch frühere Erdenleben das, was uns von außen zustößt, gewissermaßen selber herbeiführen. Das, was wir früher erlebt haben, das bildet in uns die Wege aus, die uns zu unserem Schicksal hinführen. Die einzelnen Erdenleben durchleuchten einander. Das, was wir als Schicksal halb träumen, deshalb halb bewusst erleben wie einen Traum, wie das, was uns als Zufall zustößt, das durchleuchtet sich uns, wenn sich uns das offenbart, was unbewusst ist.
[ 78 ] Das Hereinspielen früherer Erdenleben und der Leben, die wir in der geistigen Welt zwischen dem Tod und einer neuen Geburt durchleben — über diese Dinge zu sprechen ist etwas, was heute den Menschen noch so paradox erscheint, wie erschienen ist in der Zeit, wo die Menschen geglaubt haben, dass die Erde stillsteht und die Sonne und die Planeten sich um sie drehen, die Umkehrung dieser ganzen Weltanschauung. Man hat lange nicht an das glauben wollen. Jahrhunderte hat es Menschen gegeben, die das als Unmöglichkeit angesehen haben; es wird selbstverständlich auch heute Menschen geben, die solche Dinge, welche in solcher Weise auftreten, mit Hohn empfangen.
[ 78 ] Das Hereinspielen früherer Erdenleben und der Leben, die wir in der geistigen Welt zwischen dem Tod und einer neuen Geburt durchleben — über diese Dinge zu sprechen ist etwas, was heute den Menschen noch so paradox erscheint, wie erschienen ist in der Zeit, wo die Menschen geglaubt haben, dass die Erde stillsteht und die Sonne und die Planeten sich um sie drehen, die Umkehrung dieser ganzen Weltanschauung. Man hat lange nicht an das glauben wollen. Jahrhunderte hat es Menschen gegeben, die das als Unmöglichkeit angesehen haben; es wird selbstverständlich auch heute Menschen geben, die solche Dinge, welche in solcher Weise auftreten, mit Hohn empfangen.
[ 79 ] Das mag sein. Das ist so selbstverständlich wie nur irgend möglich; aber diese Dinge stehen sozusagen vor den Toren unserer Kulturentwicklung. Sie sind das, was das so gesuchte Gebiet der Offenbarungen des Unbewussten wirklich beleuchten kann. Das Unbewusste ist ein weites Gebiet. Auch innerhalb der Sinneswelt selber ruht es. Indem man glaubt, dass es nicht sei innerhalb dieser Sinneswelt, verfällt man auf allerlei Methoden, diese Sinneswelt aus anderem zu erklären als aus dem Geistigen.
[ 79 ] Das mag sein. Das ist so selbstverständlich wie nur irgend möglich; aber diese Dinge stehen sozusagen vor den Toren unserer Kulturentwicklung. Sie sind das, was das so gesuchte Gebiet der Offenbarungen des Unbewussten wirklich beleuchten kann. Das Unbewusste ist ein weites Gebiet. Auch innerhalb der Sinneswelt selber ruht es. Indem man glaubt, dass es nicht sei innerhalb dieser Sinneswelt, verfällt man auf allerlei Methoden, diese Sinneswelt aus anderem zu erklären als aus dem Geistigen.
[ 80 ] Da sehen wir, wie so etwas sich geltend macht wie die Kant-Laplace’sche Theorie. Ich habe das schon oft erwähnt und will sie heute nur anführen, weil sie in unser heutiges Gebiet hineinleuchtet. Der Mensch versucht, sei er Astronom oder Geologe, aus dem, was sich vor den Sinnen abspielt gegenwärtig, zu erraten aus einer Rechnung, was sich vor Jahrmillionen abgespielt hat. Man kann das, ohne einen geringsten Fehler zu machen gegen irgendwelche wissenschaftlichen Gesetze, man kann über einen Zustand der Erde rechnen, der nach Jahrmillionen eintritt. Man ist nur leider in dem folgenden Fall. Man rechne sich zum Beispiel aus aus der Vererbung, was der Magen des Menschen im Verlaufe von ein, zwei, sieben Jahren durchmacht, welche Veränderungen er in dreiBig Jahren durchmacht, man verfahre gerade so wie der Geologe oder Astronom, gerade so wie der Aufsteller der Kant-Laplace’schen Hypothese verfährt. Man kann rechnen nach derselben Methode wie nach den kleinen Veränderungen, die sich vollziehen in der Konstitution des Magens, wie der Magen gewesen sein muss vor 300 Jahren; nur hat er dazumal noch nicht gelebt. Ebenso kann man berechnen, wie dieser Magen sein wird nach 300 Jahren. Die Rechnung kann richtig sein, was herauskommt, ist ein Unhaltbares. Die Rechnung nach den Gesteinsveränderungen kann richtig sein und wissenschaftlich genau kann festgestellt sein, dass die Erde vor Jahrmillionen diesen oder jenen Zustand gehabt hat; nur hat zu jener Zeit die Erde noch nicht bestanden und wird in den Jahrmillionen, die man nach derselben Methode ausrechnen kann, nicht mehr bestehen, weil sie innere Lebensgesetze hat, durch die sie sich aus dem Geistigen heraus entwickelt hat und wiederum hineinentwickeln wird wie der Mensch.
[ 80 ] Da sehen wir, wie so etwas sich geltend macht wie die Kant-Laplace’sche Theorie. Ich habe das schon oft erwähnt und will sie heute nur anführen, weil sie in unser heutiges Gebiet hineinleuchtet. Der Mensch versucht, sei er Astronom oder Geologe, aus dem, was sich vor den Sinnen abspielt gegenwärtig, zu erraten aus einer Rechnung, was sich vor Jahrmillionen abgespielt hat. Man kann das, ohne einen geringsten Fehler zu machen gegen irgendwelche wissenschaftlichen Gesetze, man kann über einen Zustand der Erde rechnen, der nach Jahrmillionen eintritt. Man ist nur leider in dem folgenden Fall. Man rechne sich zum Beispiel aus aus der Vererbung, was der Magen des Menschen im Verlaufe von ein, zwei, sieben Jahren durchmacht, welche Veränderungen er in dreiBig Jahren durchmacht, man verfahre gerade so wie der Geologe oder Astronom, gerade so wie der Aufsteller der Kant-Laplace’schen Hypothese verfährt. Man kann rechnen nach derselben Methode wie nach den kleinen Veränderungen, die sich vollziehen in der Konstitution des Magens, wie der Magen gewesen sein muss vor 300 Jahren; nur hat er dazumal noch nicht gelebt. Ebenso kann man berechnen, wie dieser Magen sein wird nach 300 Jahren. Die Rechnung kann richtig sein, was herauskommt, ist ein Unhaltbares. Die Rechnung nach den Gesteinsveränderungen kann richtig sein und wissenschaftlich genau kann festgestellt sein, dass die Erde vor Jahrmillionen diesen oder jenen Zustand gehabt hat; nur hat zu jener Zeit die Erde noch nicht bestanden und wird in den Jahrmillionen, die man nach derselben Methode ausrechnen kann, nicht mehr bestehen, weil sie innere Lebensgesetze hat, durch die sie sich aus dem Geistigen heraus entwickelt hat und wiederum hineinentwickeln wird wie der Mensch.
[ 81 ] Wir stehen heute schon durchaus vor dem Ahnen derjenigen Geister, die gesund sind, vor dem Ahnen einer Wissenschaft, welche eben die Geisteswissenschaft sein soll. Während daher diejenigen, die nachlaufen dem landläufigen Urteilen auf diesem Gebiete, weit entfernt sind von einer gesunden Anschauung dieser Dinge, welche gesunde Anschauung selbstverständlich zur Geisteswissenschaft hinführen würde, finden wir auch andere. Ein Beispiel sei angeführt. Der durchaus gesunde Eckermann schrieb, der aus Goethe’scher Anschauung hervorgegangen ist, der sprach, indem er auf Goethe hinwies, die folgenden Worte: ... [Lücke]
[ 81 ] Wir stehen heute schon durchaus vor dem Ahnen derjenigen Geister, die gesund sind, vor dem Ahnen einer Wissenschaft, welche eben die Geisteswissenschaft sein soll. Während daher diejenigen, die nachlaufen dem landläufigen Urteilen auf diesem Gebiete, weit entfernt sind von einer gesunden Anschauung dieser Dinge, welche gesunde Anschauung selbstverständlich zur Geisteswissenschaft hinführen würde, finden wir auch andere. Ein Beispiel sei angeführt. Der durchaus gesunde Eckermann schrieb, der aus Goethe’scher Anschauung hervorgegangen ist, der sprach, indem er auf Goethe hinwies, die folgenden Worte: ... [Lücke]
[ 82 ] So denkt ein gesunder Mensch, so denkt derjenige, der nicht völlig betäubt ist von demjenigen, was nun einmal offiziell anerkannt ist. Der aber, der genötigt ist, durch das, was ihm sein unbefangener Wahrheitssinn eingibt, in dieser unserer Zeit auf die Geisteswissenschaft hinzuweisen, der weiß auch, in welcher Art er sich mit seinen Anschauungen eingliedert in das, was schließlich auch, als es noch keine Wissenschaft gegeben hat, die besten Geister der Menschheit entwickelt, geahnt, gedacht haben. Wir können in unserer Zeit immer wieder und wiederum — und der Geisteswissenschafter wird sich das nicht nehmen lassen — hinweisen auf die prophetische Art, wie Goethe die Geisteswissenschaft vorausgeahnt hat. Indem auseinandergesetzt wird, wie durch die Entwicklung der Menschenseele der Mensch dazu gelangt, das geistige Ich eben als Geist dem Geistigen gegenüberzustellen, dadurch, dass Geistiges im Weltall ist, mit einer Brücke mit dem zu verknüpfen, was im Menschen geistig ist, dadurch wird man erinnert an das, was aus tiefer Erkenntnis Goethe in seinem Buch über Winckelmann geschrieben hat:
[ 82 ] So denkt ein gesunder Mensch, so denkt derjenige, der nicht völlig betäubt ist von demjenigen, was nun einmal offiziell anerkannt ist. Der aber, der genötigt ist, durch das, was ihm sein unbefangener Wahrheitssinn eingibt, in dieser unserer Zeit auf die Geisteswissenschaft hinzuweisen, der weiß auch, in welcher Art er sich mit seinen Anschauungen eingliedert in das, was schließlich auch, als es noch keine Wissenschaft gegeben hat, die besten Geister der Menschheit entwickelt, geahnt, gedacht haben. Wir können in unserer Zeit immer wieder und wiederum — und der Geisteswissenschafter wird sich das nicht nehmen lassen — hinweisen auf die prophetische Art, wie Goethe die Geisteswissenschaft vorausgeahnt hat. Indem auseinandergesetzt wird, wie durch die Entwicklung der Menschenseele der Mensch dazu gelangt, das geistige Ich eben als Geist dem Geistigen gegenüberzustellen, dadurch, dass Geistiges im Weltall ist, mit einer Brücke mit dem zu verknüpfen, was im Menschen geistig ist, dadurch wird man erinnert an das, was aus tiefer Erkenntnis Goethe in seinem Buch über Winckelmann geschrieben hat:
[ 83 ] Wer die gesunde Natur des Menschen als ein Ganzes fühlt, wer sich in seiner Umgebung als in einem großen, werten und würdigen Ganzen vernimmt, dem gegenüber würde das Weltall, wenn es sich selbst empfinden könnte, als an sein Ziel angelangt, aufjauchzen und den Gipfel des eigenen Werdens und Wesens bewundern.
[ 83 ] Wer die gesunde Natur des Menschen als ein Ganzes fühlt, wer sich in seiner Umgebung als in einem großen, werten und würdigen Ganzen vernimmt, dem gegenüber würde das Weltall, wenn es sich selbst empfinden könnte, als an sein Ziel angelangt, aufjauchzen und den Gipfel des eigenen Werdens und Wesens bewundern.
[ 84 ] Goethe also sah hin auf irgendetwas, was sich im Menschengemüt abspielen kann, wo der Geist des Weltalls unmittelbar anschaut den Geist des Weltalls, wo Geist dem Geist gegenübersteht.
[ 84 ] Goethe also sah hin auf irgendetwas, was sich im Menschengemüt abspielen kann, wo der Geist des Weltalls unmittelbar anschaut den Geist des Weltalls, wo Geist dem Geist gegenübersteht.
[ 85 ] Nun, ich kann auch das, was ich in allerdings skizzenhafter Weise gesagt habe über die Grenzgebiete, zusammenfassen dadurch, dass ich sage, dass Geisteswissenschaft in wirklich streng methodischer Art zeigen will, dass im Menschen auch dann, wenn dieser Mensch nur unbewusst lebt, das real vorhanden ist, das durch die geistige Forschung nur ins Bewusstsein heraufgehoben wird, dass sich bewusst nur das offenbart, was als größtes Geheimnis in den Tiefen des Menschen immer vorliegt und vorgeht, dass das Geistige dem Geistigen gegenübersteht, dass das Geistige mit dem Geistigen arbeitet, Geistiges das Geistige erkennt, Geist den Geist schafft und wahrnimmt.
[ 85 ] Nun, ich kann auch das, was ich in allerdings skizzenhafter Weise gesagt habe über die Grenzgebiete, zusammenfassen dadurch, dass ich sage, dass Geisteswissenschaft in wirklich streng methodischer Art zeigen will, dass im Menschen auch dann, wenn dieser Mensch nur unbewusst lebt, das real vorhanden ist, das durch die geistige Forschung nur ins Bewusstsein heraufgehoben wird, dass sich bewusst nur das offenbart, was als größtes Geheimnis in den Tiefen des Menschen immer vorliegt und vorgeht, dass das Geistige dem Geistigen gegenübersteht, dass das Geistige mit dem Geistigen arbeitet, Geistiges das Geistige erkennt, Geist den Geist schafft und wahrnimmt.
