Scientific Disciplines and Anthroposophy
GA 73a
1 April 1920, Dornach
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Fachwissenschaften und Anthroposophie
8. Fragenbeantwortung nach dem Vortrag von Oskar Schmiedel über «Anthroposophie und Farbenlehre»
8. Fragenbeantwortung nach dem Vortrag von Oskar Schmiedel über «Anthroposophie und Farbenlehre»
Vorbemerkung: Es wurde eine Frage gestellt über das Gebiet der elektrischen Kräfte. Der Wortlaut der Frage ist vom Stenographen nicht notiert worden.
Vorbemerkung: Es wurde eine Frage gestellt über das Gebiet der elektrischen Kräfte. Der Wortlaut der Frage ist vom Stenographen nicht notiert worden.
[ 1 ] Rudolf Steiner: Das ist eine Frage, über die man eigentlich nicht einen, sondern eine ganze Reihe von Vorträgen halten müßte — abgesehen davon, daß ja die Frage gar nicht mit dem Thema des heutigen Abends zusammenhängt.
[ 1 ] Rudolf Steiner: Das ist eine Frage, über die man eigentlich nicht einen, sondern eine ganze Reihe von Vorträgen halten müßte — abgesehen davon, daß ja die Frage gar nicht mit dem Thema des heutigen Abends zusammenhängt.
[ 2 ] Dasjenige, was gestern dargestellt worden ist [im Vortrag von Herrn Stockmeyer], das versuchte ja mit darauf hinzuweisen, wie wir zu unterscheiden haben gewissermaßen im Gebiete des Imponderablen — im Gegensatze zu dem Gebiete des Ponderablen —: ein Lichtgebiet, ein chemisches Gebiet und ein Lebensgebiet. Wenn wir von dem Imponderablen zu dem Ponderablen heruntersteigen, kommen wir durch das Wärmegebiet, das gewissermaßen an beiden teilnimmt, dann zum Luftgebiet, dann zu dem Gebiet der flüssigen und zu dem Gebiet der festen Körper. Innerhalb dieser Gebiete ist ja— namentlich für den, der imstande ist, die Dinge phänomenologisch zu betrachten — nichts von dem zu finden, was in das Gebiet der elektrischen Kräfte gehört. Es wurde ja hier nur nach den elektrischen Kräften gefragt. Und in dieser Frage zu einer Beantwortung zu kommen, die, ich möchte sagen, nicht irgendwie laienhaft ist, ist nur möglich, wenn man das ganze Gebiet der Erscheinungen, das ganze Gebiet desjenigen, was dem Menschen in seiner Umgebung empirisch gegeben ist, auf den Menschen selbst bezieht. Ich will nicht sagen, daß es nicht auch eine Betrachtungsweise geben kann, die gewissermaßen vom Menschen absieht und nur das ins Auge faßt, was in den Naturerscheinungen, nun, trocken gesagt, den Menschen nichts angeht. Aber man kommt da zu einem Begreifen von verschiedenen Gesichtspunkten aus, und einer der Gesichtspunkte soll hier wenigstens seiner Bedeutung nach gekennzeichnet werden.
[ 2 ] Dasjenige, was gestern dargestellt worden ist [im Vortrag von Herrn Stockmeyer], das versuchte ja mit darauf hinzuweisen, wie wir zu unterscheiden haben gewissermaßen im Gebiete des Imponderablen — im Gegensatze zu dem Gebiete des Ponderablen —: ein Lichtgebiet, ein chemisches Gebiet und ein Lebensgebiet. Wenn wir von dem Imponderablen zu dem Ponderablen heruntersteigen, kommen wir durch das Wärmegebiet, das gewissermaßen an beiden teilnimmt, dann zum Luftgebiet, dann zu dem Gebiet der flüssigen und zu dem Gebiet der festen Körper. Innerhalb dieser Gebiete ist ja— namentlich für den, der imstande ist, die Dinge phänomenologisch zu betrachten — nichts von dem zu finden, was in das Gebiet der elektrischen Kräfte gehört. Es wurde ja hier nur nach den elektrischen Kräften gefragt. Und in dieser Frage zu einer Beantwortung zu kommen, die, ich möchte sagen, nicht irgendwie laienhaft ist, ist nur möglich, wenn man das ganze Gebiet der Erscheinungen, das ganze Gebiet desjenigen, was dem Menschen in seiner Umgebung empirisch gegeben ist, auf den Menschen selbst bezieht. Ich will nicht sagen, daß es nicht auch eine Betrachtungsweise geben kann, die gewissermaßen vom Menschen absieht und nur das ins Auge faßt, was in den Naturerscheinungen, nun, trocken gesagt, den Menschen nichts angeht. Aber man kommt da zu einem Begreifen von verschiedenen Gesichtspunkten aus, und einer der Gesichtspunkte soll hier wenigstens seiner Bedeutung nach gekennzeichnet werden.
[ 3 ] Wenn Sie all das ins Auge fassen, was in das Gebiet des Ponderablen gehört, also alles Feste, Flüssige, Ausdehnungsfähige, Ausdehnbare, Gasförmige, so werden Sie, ausgehend von diesem Gebiete, solche Wirkungen finden, die auch in dem menschlichen Organismus mehr oder weniger materielle Parallelerscheinungen haben. Je weiter Sie aber sich nähern dem Gebiete des Imponderablen, umso mehr kommen Sie zu solchen, für das Bewußtsein wenigstens zunächst gegebenen Parallelerscheinungen, welche dem Seelischen zuzuschreiben sind. Derjenige, der nicht sich begnügt mit allerlei Wortdefinitionen oder Wortprägungen, sondern der auf die Sachen eingehen will, der wird finden, daß schon das Erklären, das Erleben des Wärmemäßigen ins Seelische heraufgeht.
[ 3 ] Wenn Sie all das ins Auge fassen, was in das Gebiet des Ponderablen gehört, also alles Feste, Flüssige, Ausdehnungsfähige, Ausdehnbare, Gasförmige, so werden Sie, ausgehend von diesem Gebiete, solche Wirkungen finden, die auch in dem menschlichen Organismus mehr oder weniger materielle Parallelerscheinungen haben. Je weiter Sie aber sich nähern dem Gebiete des Imponderablen, umso mehr kommen Sie zu solchen, für das Bewußtsein wenigstens zunächst gegebenen Parallelerscheinungen, welche dem Seelischen zuzuschreiben sind. Derjenige, der nicht sich begnügt mit allerlei Wortdefinitionen oder Wortprägungen, sondern der auf die Sachen eingehen will, der wird finden, daß schon das Erklären, das Erleben des Wärmemäßigen ins Seelische heraufgeht.
[ 4 ] Kommen wir dann in das Gebiet des Lichtmäßigen, so haben wir zunächst einmal das Lichtgebiet gegeben als unser Lichtfeld, als etwas, was im Gebiet der sinnlichen Augenwahrnehmungen liegt, und damit gewinnen diese einen Charakter des Seelischen. Gestatten Sie den Ausdruck: Filtriert haben wir den Umfang der Augenwahrnehmungen in einer gewissen Summe von Vorstellungen gegeben.
[ 4 ] Kommen wir dann in das Gebiet des Lichtmäßigen, so haben wir zunächst einmal das Lichtgebiet gegeben als unser Lichtfeld, als etwas, was im Gebiet der sinnlichen Augenwahrnehmungen liegt, und damit gewinnen diese einen Charakter des Seelischen. Gestatten Sie den Ausdruck: Filtriert haben wir den Umfang der Augenwahrnehmungen in einer gewissen Summe von Vorstellungen gegeben.
[ 5 ] Schreiten wir nun weiter zu dem Gebiete der sogenannten chemischen Effekte, so könnte es nach den gewöhnlichen Auseinandersetzungen der heutigen Chemie allerdings zweifelhaft oder bezweifelbar erscheinen zu sagen, daß wir es auch da zu tun haben mit einem Heraufrücken zu dem Seelischen, wenn wir von der Wirkung des chemischen Gebietes auf den Menschen sprechen. Allein, man braucht ja nur ein wenig einzugehen auf das, was heute doch schon die physiologisch-psychologische Betrachtung des Sehvorganges liefert, und man wird finden, daß in diesen [Sehvorgang] schon vieles von der Art hineingemischt ist, das sich auf chemische Effekte bezieht. Es ist in der Tat notwendig geworden, und zwar mit Recht, von einer Art von Chemismus zu sprechen, wenn man jene Vorgänge schildern will, die sich abspielen beim Sehvorgang im Innern des Auges.
[ 5 ] Schreiten wir nun weiter zu dem Gebiete der sogenannten chemischen Effekte, so könnte es nach den gewöhnlichen Auseinandersetzungen der heutigen Chemie allerdings zweifelhaft oder bezweifelbar erscheinen zu sagen, daß wir es auch da zu tun haben mit einem Heraufrücken zu dem Seelischen, wenn wir von der Wirkung des chemischen Gebietes auf den Menschen sprechen. Allein, man braucht ja nur ein wenig einzugehen auf das, was heute doch schon die physiologisch-psychologische Betrachtung des Sehvorganges liefert, und man wird finden, daß in diesen [Sehvorgang] schon vieles von der Art hineingemischt ist, das sich auf chemische Effekte bezieht. Es ist in der Tat notwendig geworden, und zwar mit Recht, von einer Art von Chemismus zu sprechen, wenn man jene Vorgänge schildern will, die sich abspielen beim Sehvorgang im Innern des Auges.
[ 6 ] Die Versuche auf diesem Gebiete sind ja natürlich durchaus angekränkelt von den gegenwärtigen materiellen Vorstellungen; aber es ist an diesem Punkte sogar die zeitgenössische Wissenschaft schon bis zu einem gewissen Grade, ich möchte sagen herangebändigt, in einem bestimmten Gebiete wenigstens die allerersten, elementarsten Anfänge eines Richtigen zu sehen. Und wenn wir vom Chemismus im äußeren Leben sprechen, insofern er sich durch den Sehvorgang auf unser Bewußtseinsgebiet der Vorstellungen bezieht, so sprechen wir eigentlich ähnlich, wie wir sprechen, sagen wir, wenn wir einfach ins Auge fassen den gestalteten Körper, also die bloße Oberflächengestaltung und dasjenige, was wir uns nach der Oberflächengestaltung als inneres Bild von irgendeinem festen Körper machen. Wer analysieren kann als ordentlicher Psychologe die Beziehungen zwischen der Vorstellung eines gestalteten, festen Körpers und dem Äußeren, das Veranlassung gibt zu dieser Vorstellung, der wird finden, daß diese Analyse ziemlich parallel sein muß derjenigen, die sich bezieht auf das, was gewissermaßen unter der Oberfläche, unter der gestalteten Oberfläche des äußeren Körpers vor sich geht als Chemismus, was also durch die Oberfläche abgewendet ist, und dem, was dann durch den Sehvorgang innerliches, seelisches Eigentum des Menschen wird.
[ 6 ] Die Versuche auf diesem Gebiete sind ja natürlich durchaus angekränkelt von den gegenwärtigen materiellen Vorstellungen; aber es ist an diesem Punkte sogar die zeitgenössische Wissenschaft schon bis zu einem gewissen Grade, ich möchte sagen herangebändigt, in einem bestimmten Gebiete wenigstens die allerersten, elementarsten Anfänge eines Richtigen zu sehen. Und wenn wir vom Chemismus im äußeren Leben sprechen, insofern er sich durch den Sehvorgang auf unser Bewußtseinsgebiet der Vorstellungen bezieht, so sprechen wir eigentlich ähnlich, wie wir sprechen, sagen wir, wenn wir einfach ins Auge fassen den gestalteten Körper, also die bloße Oberflächengestaltung und dasjenige, was wir uns nach der Oberflächengestaltung als inneres Bild von irgendeinem festen Körper machen. Wer analysieren kann als ordentlicher Psychologe die Beziehungen zwischen der Vorstellung eines gestalteten, festen Körpers und dem Äußeren, das Veranlassung gibt zu dieser Vorstellung, der wird finden, daß diese Analyse ziemlich parallel sein muß derjenigen, die sich bezieht auf das, was gewissermaßen unter der Oberfläche, unter der gestalteten Oberfläche des äußeren Körpers vor sich geht als Chemismus, was also durch die Oberfläche abgewendet ist, und dem, was dann durch den Sehvorgang innerliches, seelisches Eigentum des Menschen wird.
[ 7 ] Etwas ganz Ähnliches liegt vor für die Lebenserscheinungen. Wir kommen also, indem wir von dem Ponderablen zu dem Imponderablen vorrücken, dazu, bei den Parallelerlebnissen im Innern des menschlichen Wesens Bewußtseinsvorgänge annehmen zu müssen, die aber stark den Charakter des Vorstellungsmäßigen tragen. Wir können also sagen: Indem wir — wenn wir uns an das gestrige Schema [von Herrn Stockmeyer] erinnern — aufsteigen vom Festen zum Flüssigen, zum Gasförmigen, zum Wärmehaften, Lichthaften, zum chemischen Elemente —, wenn wir hier aufsteigen, so kommen wir bis zu Gebieten, die ihr Korrelat im menschlichen Wesen durch das Vorstellungsmäßige haben.
[ 7 ] Etwas ganz Ähnliches liegt vor für die Lebenserscheinungen. Wir kommen also, indem wir von dem Ponderablen zu dem Imponderablen vorrücken, dazu, bei den Parallelerlebnissen im Innern des menschlichen Wesens Bewußtseinsvorgänge annehmen zu müssen, die aber stark den Charakter des Vorstellungsmäßigen tragen. Wir können also sagen: Indem wir — wenn wir uns an das gestrige Schema [von Herrn Stockmeyer] erinnern — aufsteigen vom Festen zum Flüssigen, zum Gasförmigen, zum Wärmehaften, Lichthaften, zum chemischen Elemente —, wenn wir hier aufsteigen, so kommen wir bis zu Gebieten, die ihr Korrelat im menschlichen Wesen durch das Vorstellungsmäßige haben.
[ 8 ] [Wir steigen auf] draußen in der Natur vom Ponderablen ins Imponderable und im Innern des Menschen von den Vorgängen, die sich im Organismus abspielen — die ja gewiß auch dem Bewußtsein zugrundeliegen, die aber als solche nicht eingehen ins Bewußtsein — bis herauf zu dem Vorstellungsmäßigen. Nun besteht heute allerdings noch nicht eine sachgemäße Methode in der Psychologie, um, ich möchte sagen diese ganze Skala des inneren Erlebens des Menschen wirklich vor die menschliche Aufmerksamkeit ordentlich hinzustellen.
[ 8 ] [Wir steigen auf] draußen in der Natur vom Ponderablen ins Imponderable und im Innern des Menschen von den Vorgängen, die sich im Organismus abspielen — die ja gewiß auch dem Bewußtsein zugrundeliegen, die aber als solche nicht eingehen ins Bewußtsein — bis herauf zu dem Vorstellungsmäßigen. Nun besteht heute allerdings noch nicht eine sachgemäße Methode in der Psychologie, um, ich möchte sagen diese ganze Skala des inneren Erlebens des Menschen wirklich vor die menschliche Aufmerksamkeit ordentlich hinzustellen.


[ 9 ] Man redet im ganzen heute ziemlich herum, wenn man von den eigentlichen Seelenaffekten spricht, von Vorstellen, von Gefühl, Wille und so weiter. Auch die Psychologie hat ja gelitten unter der materialistischen Weltanschauung, und sie hat insofern gelitten unter dieser materialistischen Weltanschauung, als sie nicht imstande ist, überhaupt ordentliche Vorstellungen über das Seelengemäße zu finden. Wer solche ordentliche Vorstellungen über das Seelengemäße finden will, der muß natürlich vollständig abgehen von den heute noch von so vielen als sehr wissenschaftlich angesehenen Redereien etwa Wundts oder dergleichen. Alle diese Redereien sind im Grunde genommen gar nichts, was an die Sache auch nur im entferntesten heranrührt. Wer die vielen Bücher Wundts studiert, der wird finden, daß sich da allerdings sehr stark geltend gemacht hat, daß Wundt von der materialistischen Physiologie hergekommen ist in das Gebiet der Psychologie und dann gar in das Gebiet der Philosophie hinein. Man wird finden, daß da überhaupt gar nicht die Möglichkeit besteht, zu einer sachgemäßen Anschauung über das Wesen der Vorstellung und über das Wesen des Willens zu kommen. Ich könnte noch viele andere Namen sagen, nicht nur den Wundts, über die dasselbe zu sagen wäre. Wenn man nämlich zu einer solchen sachgemäßen Anschauung über das Wesen der Vorstellungen kommen kann, so sieht man: Geradeso wie man das Korrelat des Ponderablen hinaufheben muß zu dem Korrelat des Imponderablen — siehe das folgende Schema — und dadurch das Vorstellungsmäßige im Menschen findet, so muß man sich unter das Korrelat des Ponderablen begeben im Menschen, um weiterzukommen. Und da kommt man zu dem Korrelat von etwas, das ich zunächst als X bezeichnen möchte. Suchen wir es im Menschen selber auf. Wir finden es im Willenselement des Menschen. Auseinanderzusetzen was zwischen beiden liegt und wie es zwischen beiden liegt, würde heute zu weit führen.
[ 9 ] Man redet im ganzen heute ziemlich herum, wenn man von den eigentlichen Seelenaffekten spricht, von Vorstellen, von Gefühl, Wille und so weiter. Auch die Psychologie hat ja gelitten unter der materialistischen Weltanschauung, und sie hat insofern gelitten unter dieser materialistischen Weltanschauung, als sie nicht imstande ist, überhaupt ordentliche Vorstellungen über das Seelengemäße zu finden. Wer solche ordentliche Vorstellungen über das Seelengemäße finden will, der muß natürlich vollständig abgehen von den heute noch von so vielen als sehr wissenschaftlich angesehenen Redereien etwa Wundts oder dergleichen. Alle diese Redereien sind im Grunde genommen gar nichts, was an die Sache auch nur im entferntesten heranrührt. Wer die vielen Bücher Wundts studiert, der wird finden, daß sich da allerdings sehr stark geltend gemacht hat, daß Wundt von der materialistischen Physiologie hergekommen ist in das Gebiet der Psychologie und dann gar in das Gebiet der Philosophie hinein. Man wird finden, daß da überhaupt gar nicht die Möglichkeit besteht, zu einer sachgemäßen Anschauung über das Wesen der Vorstellung und über das Wesen des Willens zu kommen. Ich könnte noch viele andere Namen sagen, nicht nur den Wundts, über die dasselbe zu sagen wäre. Wenn man nämlich zu einer solchen sachgemäßen Anschauung über das Wesen der Vorstellungen kommen kann, so sieht man: Geradeso wie man das Korrelat des Ponderablen hinaufheben muß zu dem Korrelat des Imponderablen — siehe das folgende Schema — und dadurch das Vorstellungsmäßige im Menschen findet, so muß man sich unter das Korrelat des Ponderablen begeben im Menschen, um weiterzukommen. Und da kommt man zu dem Korrelat von etwas, das ich zunächst als X bezeichnen möchte. Suchen wir es im Menschen selber auf. Wir finden es im Willenselement des Menschen. Auseinanderzusetzen was zwischen beiden liegt und wie es zwischen beiden liegt, würde heute zu weit führen.
[ 10 ] Wir kommen zu dem Willenselement des Menschen und müssen dann fragen: Wie verhält es sich denn nun mit diesem Willenselement des Menschen und seinem Verhältnis zur äußeren Natur? Was ist denn dieses X? Von was ist denn der Wille ebenso das Korrelat wie die Vorstellungen das von den Affekten Gegebene im Imponderablen? Da muß man sich dann sagen, geisteswissenschaftlich: dieses Korrelat in der Natur, das sind die elektrischen, auch die magnetischen Erscheinungen — Vorgänge könnte ich besser sagen. Und ebenso wie im Subjektiv-Objektiven eine Beziehung besteht zwischen dem Vorstellungsmäßigen und dem gestern als dem Gebiete des Imponderablen bezeichneten, so besteht eine solche Beziehung zwischen dem Willenselement im Menschen und dem elektrischen, elektro-magnetischen und magnetischen Gebiet in der außermenschlichen Natur. Wenn Sie heute, wo ja, ich möchte sagen herangebändigt werden durch die Empirie die widerstrebenden materialistischen Gemüter, wenn Sie heute ja auch wiederum etwas aufsuchen, welches Sie führen kann dazu, nun, ich möchte sagen wenigstens den ersten Bekenntnisschritt des Materialismus zu diesen Dingen zu machen, so werden Sie finden, daß ja die Physik gezwungen worden ist in den letzten Jahren, abzusehen von dem alten Materiebegriff und in der Elektronen- und Tonen-Theorie dazu gekommen ist, eine gewisse Identität [anzuerkennen] zwischen dem, was — wenn ich mich trivial ausdrücken darf — als freie Elektrizität durch den Raum fliegt und dem, was als an die sogenannte Materie gebundene Elektrizität durch den Raum fliegt; jedenfalls ist sie zur Anerkennung desjenigen gezwungen worden, was da durch den Raum als Elektrizität fliegt und eine gewisse Geschwindigkeit darstellt in dem Durchfliegen des Raumes. Diese Geschwindigkeit zeigt nun in mathematischer Formel ausdrückbar ganz dieselben Eigenschaften wie die Materie selbst. Dadurch schmolz der Materiebegriff zusammen mit dem Begriff der elektrischen Effekte.
[ 10 ] Wir kommen zu dem Willenselement des Menschen und müssen dann fragen: Wie verhält es sich denn nun mit diesem Willenselement des Menschen und seinem Verhältnis zur äußeren Natur? Was ist denn dieses X? Von was ist denn der Wille ebenso das Korrelat wie die Vorstellungen das von den Affekten Gegebene im Imponderablen? Da muß man sich dann sagen, geisteswissenschaftlich: dieses Korrelat in der Natur, das sind die elektrischen, auch die magnetischen Erscheinungen — Vorgänge könnte ich besser sagen. Und ebenso wie im Subjektiv-Objektiven eine Beziehung besteht zwischen dem Vorstellungsmäßigen und dem gestern als dem Gebiete des Imponderablen bezeichneten, so besteht eine solche Beziehung zwischen dem Willenselement im Menschen und dem elektrischen, elektro-magnetischen und magnetischen Gebiet in der außermenschlichen Natur. Wenn Sie heute, wo ja, ich möchte sagen herangebändigt werden durch die Empirie die widerstrebenden materialistischen Gemüter, wenn Sie heute ja auch wiederum etwas aufsuchen, welches Sie führen kann dazu, nun, ich möchte sagen wenigstens den ersten Bekenntnisschritt des Materialismus zu diesen Dingen zu machen, so werden Sie finden, daß ja die Physik gezwungen worden ist in den letzten Jahren, abzusehen von dem alten Materiebegriff und in der Elektronen- und Tonen-Theorie dazu gekommen ist, eine gewisse Identität [anzuerkennen] zwischen dem, was — wenn ich mich trivial ausdrücken darf — als freie Elektrizität durch den Raum fliegt und dem, was als an die sogenannte Materie gebundene Elektrizität durch den Raum fliegt; jedenfalls ist sie zur Anerkennung desjenigen gezwungen worden, was da durch den Raum als Elektrizität fliegt und eine gewisse Geschwindigkeit darstellt in dem Durchfliegen des Raumes. Diese Geschwindigkeit zeigt nun in mathematischer Formel ausdrückbar ganz dieselben Eigenschaften wie die Materie selbst. Dadurch schmolz der Materiebegriff zusammen mit dem Begriff der elektrischen Effekte.
[ 11 ] Wenn Sie das ins Auge fassen, dann werden Sie sich sagen: Ein Grund, von einer elektro-magnetischen oder sonstigen Lichttheorie zu sprechen, ist zwar nicht vorhanden, aber was wohl vorhanden ist, das ist, daß wir — wenn wir auf die Außenwelt blicken, wo wir ja das Elektrische nicht direkt durch die Sinne wahrnehmen —es in dem, was nun gewöhnlich das Materielle genannt wird, irgendwie vermuten müssen. Es liegt uns ferner als das, was durch die Sinne wahrnehmbar ist; und dieses Fernerliegende, das drückt sich eben dadurch aus, daß es verwandt ist mit dem, was ja zunächst dem subjektiven Bewußtsein des Menschen ferner liegt als seine Vorstellungwelt, nämlich seine Willenswelt. Wenn Sie bei dem Menschen in das Gebiet hinuntersteigen, das ich als das mittlere bezeichnet habe, und dann weiter hinuntersteigen, so finden Sie dieses Hinuntersteigen sehr identisch mit dem Hinuntersteigen in die Willensnatur. Sie brauchen nur darauf zu sehen, wie der Mensch zwar mit seiner Seele in der Welt seiner Vorstellungen lebt, wie aber das, was die eigentliche Entität des Willens ist, nicht präsent ist in seinem Bewußtsein, wie es tief unten im Unbewußten liegt.
[ 11 ] Wenn Sie das ins Auge fassen, dann werden Sie sich sagen: Ein Grund, von einer elektro-magnetischen oder sonstigen Lichttheorie zu sprechen, ist zwar nicht vorhanden, aber was wohl vorhanden ist, das ist, daß wir — wenn wir auf die Außenwelt blicken, wo wir ja das Elektrische nicht direkt durch die Sinne wahrnehmen —es in dem, was nun gewöhnlich das Materielle genannt wird, irgendwie vermuten müssen. Es liegt uns ferner als das, was durch die Sinne wahrnehmbar ist; und dieses Fernerliegende, das drückt sich eben dadurch aus, daß es verwandt ist mit dem, was ja zunächst dem subjektiven Bewußtsein des Menschen ferner liegt als seine Vorstellungwelt, nämlich seine Willenswelt. Wenn Sie bei dem Menschen in das Gebiet hinuntersteigen, das ich als das mittlere bezeichnet habe, und dann weiter hinuntersteigen, so finden Sie dieses Hinuntersteigen sehr identisch mit dem Hinuntersteigen in die Willensnatur. Sie brauchen nur darauf zu sehen, wie der Mensch zwar mit seiner Seele in der Welt seiner Vorstellungen lebt, wie aber das, was die eigentliche Entität des Willens ist, nicht präsent ist in seinem Bewußtsein, wie es tief unten im Unbewußten liegt.
[ 12 ] Geisteswissenschaftlich gesagt würde das so ausgesprochen werden müssen: Im Vorstellungsleben wachen wir eigentlich nur, im Willensleben schlafen wir, auch wenn wir wachend sind. Wir haben nur Vorstellungen in unserem Willensleben. Wie aber dieses Element des Willens selber beschaffen ist, wenn ich nur eine Hand ausstrecke, das entzieht sich dem gewöhnlichen Bewußtsein. Es entzieht sich das innerlich als Korrelat, wie sich äußerlich in dem Materiellen das Elektrische der unmittelbaren Anschauung, die man etwa gegenüber dem Farbigen oder dem Sichtbaren überhaupt hat, entzieht.
[ 12 ] Geisteswissenschaftlich gesagt würde das so ausgesprochen werden müssen: Im Vorstellungsleben wachen wir eigentlich nur, im Willensleben schlafen wir, auch wenn wir wachend sind. Wir haben nur Vorstellungen in unserem Willensleben. Wie aber dieses Element des Willens selber beschaffen ist, wenn ich nur eine Hand ausstrecke, das entzieht sich dem gewöhnlichen Bewußtsein. Es entzieht sich das innerlich als Korrelat, wie sich äußerlich in dem Materiellen das Elektrische der unmittelbaren Anschauung, die man etwa gegenüber dem Farbigen oder dem Sichtbaren überhaupt hat, entzieht.
[ 13 ] Und so kommen wir, wenn wir einen Weg suchen für die Felder des Leuchtenden, des Chemismus und so weiter, nach aufwärts steigend aus dem Ponderablen ins Imponderable. Aber dann beim Abwärtssteigen kommen wir gewissermaßen zu dem Gebiete, das unterhalb des Ponderablen liegt. Und man wird dann in das Gebiet der elektrischen, der magnetischen Erscheinungen eindringen. Wer da mit offenen Augen sehen will, wie zum Beispiel die Erde selber magnetartig wirkt, wie die Erde als solche der Träger von elektrischen Effekten ist, der wird gerade in dieser Anschauung, die ja auch nichts anderes ist als eine Fortsetzung der Phänomenologie, einen fruchtbaren Weg eröffnet sehen, um nun wirklich einzudringen nicht nur in das Gebiet der [außerirdischen] elektrischen Erscheinungen, sondern auch der, sagen wir an den Erdplaneten gebundenen elektrischen Erscheinungen. Und es öffnet sich da ein ungeheuer fruchtbares Feld für das Studium des Tellurischen und auch der außertellurischen elektrischen Erscheinungen, so daß man fast, ja nicht nur fast, sondern auf allen Gebieten sagen kann: Verschließt man sich nicht die Türe zu dem Wesenhaften der Dinge dadurch, daß man von vornherein irgend etwas statuiert, was über diese Erscheinungen der Außenwelt und ihren Zusammenhang mit dem Menschen gedacht werden dürfe — zum Beipiel dasjenige, was mathematisch ausdrückbar ist —, sondern hat man den Willen, einzugehen auf die wirklichen Phänomene, dann beginnen die Phänomene eigentlich ihre eigene Sprache zu sprechen.
[ 13 ] Und so kommen wir, wenn wir einen Weg suchen für die Felder des Leuchtenden, des Chemismus und so weiter, nach aufwärts steigend aus dem Ponderablen ins Imponderable. Aber dann beim Abwärtssteigen kommen wir gewissermaßen zu dem Gebiete, das unterhalb des Ponderablen liegt. Und man wird dann in das Gebiet der elektrischen, der magnetischen Erscheinungen eindringen. Wer da mit offenen Augen sehen will, wie zum Beispiel die Erde selber magnetartig wirkt, wie die Erde als solche der Träger von elektrischen Effekten ist, der wird gerade in dieser Anschauung, die ja auch nichts anderes ist als eine Fortsetzung der Phänomenologie, einen fruchtbaren Weg eröffnet sehen, um nun wirklich einzudringen nicht nur in das Gebiet der [außerirdischen] elektrischen Erscheinungen, sondern auch der, sagen wir an den Erdplaneten gebundenen elektrischen Erscheinungen. Und es öffnet sich da ein ungeheuer fruchtbares Feld für das Studium des Tellurischen und auch der außertellurischen elektrischen Erscheinungen, so daß man fast, ja nicht nur fast, sondern auf allen Gebieten sagen kann: Verschließt man sich nicht die Türe zu dem Wesenhaften der Dinge dadurch, daß man von vornherein irgend etwas statuiert, was über diese Erscheinungen der Außenwelt und ihren Zusammenhang mit dem Menschen gedacht werden dürfe — zum Beipiel dasjenige, was mathematisch ausdrückbar ist —, sondern hat man den Willen, einzugehen auf die wirklichen Phänomene, dann beginnen die Phänomene eigentlich ihre eigene Sprache zu sprechen.
[ 14 ] Und es ist einfach ein mißverstandener Kantianismus, der ja auch ein Mißverständnis der Weltanschauung ist, wenn immerfort davon geredet wird, daß man nicht eindringen kann von der Außenwelt der Erscheinungen in das Wesen der Dinge. Wer irgendwie solchen Gedanken logisch beikommen kann, wer Logik hat, Wissen hat in seiner Seele, daß er solchen Dingen beikommen kann, der sieht ein, daß diese Rederei von Phänomenen und von dem was als «Ding an sich» dahintersteht, nichts weiter bedeutet, als wenn ich sage: hier habe ich S und O aufgeschrieben, das andere sehe ich nicht, ich kann nicht von dem $S und O auf das Ding an sich kommen, das sagt mir nichts, das ist eine Theorie-Erscheinung. Wenn ich aber nicht bloß das $ und O ansehe, sondern wenn ich weiter zu lesen vermag und die Phänomene, hier aber in diesem Falle die Buchstaben weiter zu lesen vermag, nicht bloß so betrachte, daß ich sage: da habe ich das Phänomen; hinter dieses Phänomen kann ich nicht kommen, ich dringe nicht ein in das «Ding an sich», sondern wenn ich die Phänomene betrachte, wie sie sich gegenseitig aufhellen, so wie sich die Dunkelheit aufhellt, dann wird das Lesen der Phänomene zum Sprechen und drückt dasjenige aus, was in dem Wesen der Dinge Lebendiges ist. Es ist nur eine Rederei, von dem Gegensatz der Erscheinungen und des Wesens der Dinge zu sprechen; das ist so, wie wenn man herumphilosophieren würde über die Buchstabenlogik in Goethes «Faust» und den Sinn des Goetheschen «Faust»: wenn man alle die Buchstaben nach und nach hat sprechen lassen, die zum «Faust» gehören, so sei eben das Wesen des «Faust» enthüllt. Bei einer wirklichen Phänomenologie sind die Phänomene ja auch nicht so, daß sie gleichartig sind oder nebeneinanderstehen, sie beziehen sich aufeinander, sie hellen sich gegenseitig auf und dergleichen. Derjenige, der wirkliche Phänomenologie treibt, der kommt eben durch das wirkliche Phänomenologietreiben auf die Wesenheit der Dinge.
[ 14 ] Und es ist einfach ein mißverstandener Kantianismus, der ja auch ein Mißverständnis der Weltanschauung ist, wenn immerfort davon geredet wird, daß man nicht eindringen kann von der Außenwelt der Erscheinungen in das Wesen der Dinge. Wer irgendwie solchen Gedanken logisch beikommen kann, wer Logik hat, Wissen hat in seiner Seele, daß er solchen Dingen beikommen kann, der sieht ein, daß diese Rederei von Phänomenen und von dem was als «Ding an sich» dahintersteht, nichts weiter bedeutet, als wenn ich sage: hier habe ich S und O aufgeschrieben, das andere sehe ich nicht, ich kann nicht von dem $S und O auf das Ding an sich kommen, das sagt mir nichts, das ist eine Theorie-Erscheinung. Wenn ich aber nicht bloß das $ und O ansehe, sondern wenn ich weiter zu lesen vermag und die Phänomene, hier aber in diesem Falle die Buchstaben weiter zu lesen vermag, nicht bloß so betrachte, daß ich sage: da habe ich das Phänomen; hinter dieses Phänomen kann ich nicht kommen, ich dringe nicht ein in das «Ding an sich», sondern wenn ich die Phänomene betrachte, wie sie sich gegenseitig aufhellen, so wie sich die Dunkelheit aufhellt, dann wird das Lesen der Phänomene zum Sprechen und drückt dasjenige aus, was in dem Wesen der Dinge Lebendiges ist. Es ist nur eine Rederei, von dem Gegensatz der Erscheinungen und des Wesens der Dinge zu sprechen; das ist so, wie wenn man herumphilosophieren würde über die Buchstabenlogik in Goethes «Faust» und den Sinn des Goetheschen «Faust»: wenn man alle die Buchstaben nach und nach hat sprechen lassen, die zum «Faust» gehören, so sei eben das Wesen des «Faust» enthüllt. Bei einer wirklichen Phänomenologie sind die Phänomene ja auch nicht so, daß sie gleichartig sind oder nebeneinanderstehen, sie beziehen sich aufeinander, sie hellen sich gegenseitig auf und dergleichen. Derjenige, der wirkliche Phänomenologie treibt, der kommt eben durch das wirkliche Phänomenologietreiben auf die Wesenheit der Dinge.
[ 15 ] Es würde sich wirklich darum handeln, daß der kantisch träge gemachte Verstand der Philosophie nun endlich einmal loskäme von der Trägheit des Häufens von den «Gegensätzen an sich» und dem «Ding an sich», die nun lange genug die Geister und die Gemüter verwirrt haben, um nun wirklich hinschauen zu können auf den ungeheuren Fortschritt, der auch in der erkenntnistheoretischen Beziehung hat gemacht werden können durch den Goetheanismus.
[ 15 ] Es würde sich wirklich darum handeln, daß der kantisch träge gemachte Verstand der Philosophie nun endlich einmal loskäme von der Trägheit des Häufens von den «Gegensätzen an sich» und dem «Ding an sich», die nun lange genug die Geister und die Gemüter verwirrt haben, um nun wirklich hinschauen zu können auf den ungeheuren Fortschritt, der auch in der erkenntnistheoretischen Beziehung hat gemacht werden können durch den Goetheanismus.
[ 16 ] Das ist es gerade, was für anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft so wichtig ist, daß auf solche Dinge hingewiesen und damit in der Tat dasjenige befruchtet werden kann, was nun wiederum zu einer inneren Beziehung des Menschen zu dem Wesenhaften in der Welt führt — während man künstlich sich ein Scheuleder, sagen wir, angelegt hat, diese Formen von allerlei Kritik-der-praktischen-und-theoretischen-Vernunft-Scheuklappen, durch die man nicht hindurchsehen kann. Das sind die Dinge, um die es heute geht.
[ 16 ] Das ist es gerade, was für anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft so wichtig ist, daß auf solche Dinge hingewiesen und damit in der Tat dasjenige befruchtet werden kann, was nun wiederum zu einer inneren Beziehung des Menschen zu dem Wesenhaften in der Welt führt — während man künstlich sich ein Scheuleder, sagen wir, angelegt hat, diese Formen von allerlei Kritik-der-praktischen-und-theoretischen-Vernunft-Scheuklappen, durch die man nicht hindurchsehen kann. Das sind die Dinge, um die es heute geht.
[ 17 ] Anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft soll wahrhaftig nicht irgendwie sektiererisch sein, sie soll wahrhaftig nicht bloß darin bestehen, daß in irgendwelchen abgeschlossenen Zirkeln, bei denen man Tee trinkt, den Leuten erklärt wird, der Mensch bestehe aus physischem Leib, Ätherleib, Astralleib und Ich — wobei man dann freilich über diejenigen, die von solchem tantenhaften Getriebe irgendwelche äußere, aber auch wiederum mißverstandene Erkenntnis gewinnen, sich weidlich lustig machen kann. Sondern Geisteswissenschaft — man kann das wohl fühlen, wenn man sich wirklich bekannt macht damit —, Geisteswissenschaft ist tatsächlich geeignet, manches neu zu befruchten, das wirklich befruchtet werden muß, wenn wir weiterkommen wollen. Was wir heute erleben an Dekadenzerscheinungen, an Zerstörungserscheinungen, an Hereinbrechen von sozialem Chaos, das ist durchaus nicht bloß aus dem Gebiet des äußeren Lebens unserer Zeit heraus entstanden, sondern auch aus dem, was innere menschliche Zerstörungskräfte sind; und diese inneren menschlichen Zerstörungskräfte sind wahrhaftig nicht zum geringsten aus demjenigen gekommen, was die Menschen durch lange Zeiten hindurch gedacht haben.
[ 17 ] Anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft soll wahrhaftig nicht irgendwie sektiererisch sein, sie soll wahrhaftig nicht bloß darin bestehen, daß in irgendwelchen abgeschlossenen Zirkeln, bei denen man Tee trinkt, den Leuten erklärt wird, der Mensch bestehe aus physischem Leib, Ätherleib, Astralleib und Ich — wobei man dann freilich über diejenigen, die von solchem tantenhaften Getriebe irgendwelche äußere, aber auch wiederum mißverstandene Erkenntnis gewinnen, sich weidlich lustig machen kann. Sondern Geisteswissenschaft — man kann das wohl fühlen, wenn man sich wirklich bekannt macht damit —, Geisteswissenschaft ist tatsächlich geeignet, manches neu zu befruchten, das wirklich befruchtet werden muß, wenn wir weiterkommen wollen. Was wir heute erleben an Dekadenzerscheinungen, an Zerstörungserscheinungen, an Hereinbrechen von sozialem Chaos, das ist durchaus nicht bloß aus dem Gebiet des äußeren Lebens unserer Zeit heraus entstanden, sondern auch aus dem, was innere menschliche Zerstörungskräfte sind; und diese inneren menschlichen Zerstörungskräfte sind wahrhaftig nicht zum geringsten aus demjenigen gekommen, was die Menschen durch lange Zeiten hindurch gedacht haben.
[ 18 ] In dieser Zeit ist es natürlich auch gar nicht verwunderlich, daß Menschen auftreten, die es angemessen finden, den Erinnerungen Goethes an einen alten Mystiker, die er in seinem Spruch ausdrückt:
[ 18 ] In dieser Zeit ist es natürlich auch gar nicht verwunderlich, daß Menschen auftreten, die es angemessen finden, den Erinnerungen Goethes an einen alten Mystiker, die er in seinem Spruch ausdrückt:
Wär’ nicht das Auge sonnenhaft
Wie könnten wir das Licht erblicken?
Lebt nicht in uns des Gottes eigne Kraft,
Wie könnt uns Göttliches entzücken?
Wär’ nicht das Auge sonnenhaft
Wie könnten wir das Licht erblicken?
Lebt nicht in uns des Gottes eigne Kraft,
Wie könnt uns Göttliches entzücken?
[ 19 ] zu begegnen mit dem Ausspruch: «Wär’ nicht das Auge tintenhaft, wie könnten wir die Schrift erblicken ...».
[ 19 ] zu begegnen mit dem Ausspruch: «Wär’ nicht das Auge tintenhaft, wie könnten wir die Schrift erblicken ...».
[ 20 ] Allerdings, meine sehr verehrten Anwesenden, über die Anwendung des Goetheschen Spruches könnte ich heute noch lange reden, das heißt, das würde dann bis morgen dauern. Aber so möchte ich zum Schluß wenigstens noch das, was ich über Goetheanismus und die heutige Zeit gesagt habe, in so etwas Ähnlichem wie einem Spruch zusammenfassen, der anknüpft an das, was ich soeben erwähnt habe. Es ist in der Tat wahr, die heutige Zeit mit alle dem, was chaotisch ist in ihr, sie könnte nicht so sein, wenn nicht in ihr drinnen spukten die Anschauungen von Leuten wie Ostwald und ähnlichen:
[ 20 ] Allerdings, meine sehr verehrten Anwesenden, über die Anwendung des Goetheschen Spruches könnte ich heute noch lange reden, das heißt, das würde dann bis morgen dauern. Aber so möchte ich zum Schluß wenigstens noch das, was ich über Goetheanismus und die heutige Zeit gesagt habe, in so etwas Ähnlichem wie einem Spruch zusammenfassen, der anknüpft an das, was ich soeben erwähnt habe. Es ist in der Tat wahr, die heutige Zeit mit alle dem, was chaotisch ist in ihr, sie könnte nicht so sein, wenn nicht in ihr drinnen spukten die Anschauungen von Leuten wie Ostwald und ähnlichen:
[ 21 ] Wär nicht die gegenwärtige Welt so ostwaldhaft, wie könnte sie alle äußeren Naturwirkungen so verkehrt erblicken? Läg nicht in den Menschen der Gegenwart so viel von Ostwaldkraft, wie könnten sie so ungeheuer viel von allerlei Materialistisch-Physikalischem und dergleichen erreichen, das nun wahrhaftig heute dem wahren Fortschritt der Wissenschaft in hohem Grade nicht zu —, sondern entgegenarbeitet.
[ 21 ] Wär nicht die gegenwärtige Welt so ostwaldhaft, wie könnte sie alle äußeren Naturwirkungen so verkehrt erblicken? Läg nicht in den Menschen der Gegenwart so viel von Ostwaldkraft, wie könnten sie so ungeheuer viel von allerlei Materialistisch-Physikalischem und dergleichen erreichen, das nun wahrhaftig heute dem wahren Fortschritt der Wissenschaft in hohem Grade nicht zu —, sondern entgegenarbeitet.
