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The Essence of Anthroposophy
GA 77b

24 August 1921, Dornach

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Art and Anthroposophy — The Goetheanum Impulse, tr. SOL
  1. Kunst und Anthroposophie Der Goetheanum-Impuls

8. Eurythmie als freie Kunst

8. Eurythmy as a Free Art

[ 1 ] Meine sehr verehrten Anwesenden! Letzten Montag durften wir Ihnen Eurythmisches als Erziehungs- und Unterrichtsmittel vorführen, und ich hatte mir erlaubt, über die Eurythmie als ein durchseeltes und durchgeistigtes Turnen zu sprechen. Heute soll hier vor Ihnen Eurythmie als eine freie Kunst auftreten. Dasjenige erklären wollen, was sich als Kunst offenbaren will, ist eigentlich ein unkünstlerisches Unternehmen. Denn alles, was wirklich künstlerisch ist, muß durch dasjenige wirken, als was es sich unmittelbar in der Wahrnehmung darstellt. Und auf der anderen Seite fordert der Mensch von dem wirklich Künstlerischen, daß er sein ganzes Wesen auffassen kann, ohne irgenwie auf einem Umwege durch eine begriffliche oder sonstige Erklärung erst den Weg suchen zu müssen.

[ 1 ] Ladies and gentlemen! Last Monday, we had the privilege of demonstrating eurythmy as an educational and teaching tool, and I took the liberty of speaking about eurythmy as a form of gymnastics imbued with soul and spirit. Today, eurythmy will be presented to you here as a free art. To attempt to explain that which seeks to reveal itself as art is, in fact, an unartistic endeavor. For everything that is truly artistic must take effect through that which it immediately presents itself as in perception. And on the other hand, human beings demand of what is truly artistic that they be able to grasp its entire essence without first having to seek a path, however indirectly, through a conceptual or other explanation.

[ 2 ] Wenn ich mir aber dennoch erlaube, einige Worte vorauszuschicken, so aus dem Grunde, weil die hier im Goetheanum und sonst von uns versuchte Eurythmie ein Künstlerisches darstellt, das aus bisher ungewohnten künstlerischen Quellen schöpft und sich auch einer ungewohnten künstlerischen Formensprache bedient. Und über diese künstlerischen Quellen und diese künstlerische Formensprache gestatten Sie mir, einige Worte vorauszusenden.

[ 2 ] If, however, I may take the liberty of saying a few words by way of introduction, it is because the eurythmy we have been exploring here at the Goetheanum and elsewhere represents an art form that draws on previously unfamiliar artistic sources and also employs an unfamiliar artistic language of form. And regarding these artistic sources and this artistic formal language, please allow me to say a few words first.

[ 3 ] Dasjenige, wodurch sich Eurythmie als eine freie Kunst offenbaren will, sind Bewegungen des Menschen in seinen einzelnen Körpergliedern, oder auch Bewegungen von Menschengruppen im Raume. Diese Bewegungen, sie stellen weder ein bloß Mimisches oder Pantomimisches dar, noch irgend etwas bloß Gebärdenhaftes oder gar etwas Tanzartiges, sondern die Eurythmie soll eine wirklich sichtbare Sprache sein, und zwar eine sichtbare Sprache, die gewonnen ist aus den sinnlich-übersinnlichen Beobachtungen der menschlichen Organisation selbst, so daß man in der Eurythmie etwas hervorgehen lassen kann aus dem Menschen, das ebenso organisch aus ihm herauskommt — ohne eine Augenblicksgebärde oder eine Augenblicksmimik zu sein — wie die menschliche Sprache selbst. Und wie der Laut, oder auch beim Singen der Ton, aus dem menschlichen Inneren gesetzmäßig herausquillt, so soll auch dasjenige aus dem menschlichen Inneren, aus dem Inneren der menschlichen Organisation kommen, was als eurythmische Kunst auftritt.

[ 3 ] What enables eurythmy to reveal itself as a free art are the movements of the human being in his or her individual limbs, or the movements of groups of people in space. These movements are neither merely mimetic nor pantomimic, nor are they merely gestural or even dance-like; rather, eurythmy is intended to be a truly visible language—a visible language derived from sensory and supersensory observations of the human organism itself—so that through eurythmy one can bring forth from the human being something that emerges just as organically from within — without being a momentary gesture or a momentary facial expression — just as human speech itself does. And just as sound—or, in singing, the tone—flows out of the human inner being according to certain laws, so too must that which appears as the art of eurythmy come from the human inner being, from the inner being of the human organism.

[ 4 ] Da handelt es sich darum, daß, wie gesagt, in sinnlichübersinnlichem Schauen sorgfältig studiert werden muß, welche Bewegungsanlagen oder Bewegungstendenzen in den menschlichen Sprach- oder Sing-Organen sich ansetzen, wenn der Mensch sich zum Singen oder Sprechen anschickt. Ich sage ausdrücklich: Bewegungstendenzen, denn dasjenige, was ich damit meine, wird ja nicht eine wirkliche Bewegung, sondern man kann das, was da zu Grunde liegt, eigentlich nur im Entstehen beobachten, gewissermaßen im status nascendi, denn dasjenige, was als Bewegung sich in den Sing- und Sprechorganen bilden will, das wird ja schon durch den sich betätigenden singenden oder sprechenden Menschen in der Entstehung aufgehalten und umgesetzt in diejenigen Bewegungen, die dann den Ton oder den Laut darstellen können, so daß man dasjenige, was sich in einzelnen OrganSystemen, in dem Sing- oder Sprech-System beim Menschen an Bewegungsmöglichkeiten ergibt, übertragen muß auf den ganzen Menschen. Das ist durchaus nach dem Prinzip der Goetheschen Metamorphosenlehre. Goethe sieht das einzelne Blatt wie eine vereinfachte Pflanze an, und wiederum die ganze Pflanze wie ein kompliziertes Blatt. Das, was Goethe hier nur zu morphologischen Betrachtungen anwendet, das kann man heraufheben in das Künstlerische. Man kann dasjenige, was in einem einzelnen Organsystem an Bewegungsmöglichkeiten veranlagt ist, übertragen auf den ganzen Menschen, wie die Natur die Form des einzelnen Blattes in komplizierterer Gestalt auf die ganze Pflanze überträgt. Dann wird der ganze Mensch zu einem Sprach- oder Sing-Organ. Und selbst Menschengruppen werden zu einem Sprach- oder Sing-Organ. Und man darf ebensowenig einen Zusammenhang zwischen der einzelnen Bewegung und dem einzelnen Seelenvorgang suchen, wie man einen Zusammenhang suchen darf zwischen dem einzelnen Laut oder Ton und demjenigen, was in der Seele vorgeht. Aber wie die Gesamt-Sprachbildung gesetzmäßig ist, so ist auch die Gesamtbildung der eurythmischen Bewegungen durchaus gesetzmäßig, und man kommt dazu, indem man den Menschen durch diese Eurythmie sich offenbaren läßt, gerade das Künstlerische, das dem Gesang oder dem Sprachlichen zugrunde Liegende, in seinem ureigentlichen Elemente darzustellen. Denn in der Sprache fließt durch die menschliche Organisation zusammen das Gedankliche und dasjenige, was nicht bloß wie das Gedankliche aus dem Kopfe herauskommt, sondern was aus dem ganzen Menschen kommt: das Willensmäßige. Aber je mehr in irgendeinem Inhalte lebt das bloß Gedankliche, desto unkünstlerischer ist dieser Inhalt. Der Gedanke ertötet das Künstlerische. Und nur so viel, als durch die Sprache vom Willenselemente, das aus dem Ganzen, aus dem Vollmenschen herauskommt, übergehen kann, so viel ist wirklich Künstlerisch-Poetisches in der Sprache zu finden.

[ 4 ] The point here is that, as I said, in sensory-supersensory observation one must carefully study which potentials for movement or tendencies toward movement arise in the human organs of speech or singing when a person prepares to sing or speak. I say explicitly: tendencies toward movement, because what I mean by this does not become an actual movement; rather, one can really only observe what underlies it as it is emerging—in a sense, in its nascent state— for what seeks to form as movement in the organs of speech and singing is already halted in its emergence by the active, singing, or speaking human being and transformed into those movements that can then produce the tone or sound, so that what arises as potential for movement in individual organ systems—in the human system of speech or singing—must be projected onto the whole human being. This is entirely in accordance with the principle of Goethe’s theory of metamorphosis. Goethe regards the individual leaf as a simplified plant, and in turn the whole plant as a complex leaf. What Goethe applies here solely to morphological observations can be elevated to the realm of art. One can apply the range of movement inherent in an individual organ system to the whole human being, just as nature applies the form of the individual leaf, in a more complex form, to the entire plant. Then the whole human being becomes a speaking or singing organ. And even groups of people become a speaking or singing organ. And one should seek no connection between an individual movement and an individual mental process, just as one should seek no connection between an individual sound or tone and what is taking place in the soul. But just as the formation of speech as a whole follows certain laws, so too does the formation of eurythmic movements as a whole follow definite laws; and one arrives at this by allowing the human being, through eurythmy, to reveal precisely that artistic element—which underlies both singing and speech—in its most essential form. For in speech, the human organism brings together the intellectual and that which does not merely emerge from the head like the intellectual, but comes from the whole human being: the volitional. But the more the purely intellectual dominates any given content, the less artistic that content is. Thought kills the artistic. And only to the extent that the element of will—which emanates from the whole, from the complete human being—can be conveyed through language is there truly anything artistic and poetic to be found in language.

[ 5 ] Daher muß der Dichter, der wirklich ein Künstler ist, einen fortwährenden Kampf gegen das Prosa-Element der Sprache führen. Das ist ja insbesondere bei zivilisierten Sprachen der Fall, wo die Sprache immer mehr und mehr zum Ausdruck des erkennenden Gedankens auf der einen Seite oder des für die soziale Konvention geeigneten Gedankens auf der anderen Seite ist. Indem die Sprachen gerade in die Zivilisation hineinwachsen, werden sie ein immer unbrauchbareres und unbrauchbareres Element für den Ausdruck jenes Geistigen, das der künstlerische Dichter wirklich suchen muß. Daher muß der Dichter über den Prosa-Inhalt hinausgehend die Sprache durch Rhythmus, Reim, durch Harmonien, durch Takt, durch das Musikalisch- oder ImaginativThematische gewissermaßen wiederum zurückführen zu demjenigen Elemente, in dem der Mensch tonlich oder lautlich sich zum Offenbarer eines Geistigen macht und dadurch dieses Tonliche oder Lautliche wirklich in das Geistig-Künstlerische heraufheben kann.

[ 5 ] Therefore, the poet who is truly an artist must wage a constant battle against the prosaic element of language. This is particularly true of civilized languages, where language increasingly serves as an expression of rational thought on the one hand, or of thought suited to social convention on the other. As languages become increasingly embedded in civilization, they become an ever more unsuitable medium for expressing that spiritual quality which the artistic poet must truly seek. Therefore, going beyond the content of prose, the poet must, through rhythm, rhyme, harmonies, meter, and the musical or imaginative-thematic elements, in a sense lead language back to that element in which human beings, through sound or tone, become revelators of the spiritual and thereby can truly elevate this sound or tone into the spiritual-artistic realm.

[ 6 ] Indem nun die Eurythmie durch ihre besondere Eigenart, indem sie sich durch Bewegungen ausdrückt, aus dem Willenselement des Menschen heraus elementar naturgemäß wirkt, kann gerade durch sie das eigentlich Künstlerische, sowohl des Musikalischen wie des Dichterischen, aus dem Menschen hervorgeholt werden. Und dasjenige, was der Dichter, ich möchte sagen in einer unsichtbaren Eurythmie schon anstrebt, man kann es sichtbar vor sich haben durch jene menschlichen Bewegungen, die ja in der Eurythmie auftreten. Man kann sowohl zu irgendeinem Musikalischen in der Eurythmie eine Begleitung schaffen, dann wird gewissermaßen ein sichtbarer Gesang vorgeführt — man kann ebenso in Eurythmie singen, wie man hörbar singen kann —; und man kann auch das Dichterische in der Eurythmie darstellen, dann muß dasjenige, was auf der Bühne als Eurythmie vor die Zuschauer tritt, begleitet sein von der Rezitation oder Deklamation der Dichtung. In einem unkünstlerischen Zeitalter wird man wenig Verständnis haben für dasjenige, was nun gerade bei der Rezitation und Deklamation als Begleitung für eurythmische Kunst notwendig ist. Und ein solches unkünstlerisches Zeitalter ist das heutige.

[ 6 ] Since eurythmy, by virtue of its unique nature—expressing itself through movement—acts in a fundamental, natural way from the human will, it is precisely through eurythmy that the truly artistic—in both music and poetry—can be drawn out of the human being. And that which the poet—I might say—already strives for in an invisible form of eurythmy can be made visible before one’s eyes through those human movements that occur in eurythmy. One can create an accompaniment to any piece of music in eurythmy, in which case a kind of visible song is presented—one can sing in eurythmy just as one can sing audibly—; and one can also portray the poetic in eurythmy; in that case, what appears before the audience on stage as eurythmy must be accompanied by the recitation or declamation of the poem. In an unartistic age, people will have little understanding of what is necessary in recitation and declamation as an accompaniment to the art of eurythmy. And today’s age is precisely such an unartistic age.

[ 7 ] Man versteht heute wenig, was Goethe etwa meinte, wenn er selbst seine Jamben-Dramen mit dem Taktstock in der Hand wie ein Kapellmeister mit seinen Schauspielern einstudierte. Er sah nicht auf den Prosa-Inhalt, er sah auf die künstlerische Formung des Jambus. Oder man versteht schlecht, wie Schiller gerade bei seinen bedeutsamsten Dichtungen zunächst nicht den wortwörtlichen Prosa-Inhalt in der Seele hatte, sondern ein melodiöses Thema, in das er gewissermaßen erst den wortwörtlichen Prosa-Inhalt aufnahm. In einer unkünstlerischen Zeit, wie die heutige es ist, wo man das Bedeutsame des Deklamierens und Rezitierens darinnen sieht, daß man gerade den Prosa-Inhalt pointiert, daß man möglichst verschwinden läßt dasjenige, was als Rhythmus, Reim, Harmonie, musikalische und imaginative Themen hinter dem Prosagehalt liegt, in einem solchen Zeitalter wird man wenig verstehen, welche Formen Rezitation und Deklamation annehmen müssen, damit sie zugleich mit dem Eurythmischen auftreten können.

[ 7 ] Today, we have little understanding of what Goethe meant, for example, when he himself rehearsed his iambic dramas with a baton in hand, like a conductor working with his actors. He did not focus on the prose content; he focused on the artistic shaping of the iambic meter. Or it is difficult to understand how Schiller, particularly in his most significant poems, did not initially have the literal prose content in mind, but rather a melodious theme into which he, so to speak, first incorporated the literal prose content. In an unartistic age such as our own, where the significance of declamation and recitation is seen precisely in emphasizing the prose content—in making whatever lies behind the prose content in terms of rhythm, rhyme, harmony, and musical and imaginative themes that lie behind the prose content—in such an age, people will understand little of what forms recitation and declamation must take in order to appear alongside the eurythmic.

[ 8 ] Aber der unkünstlerische Mensch muß gerade begreifen, wie schon in der wirklichen Dichtung eine geheime Eurythmie gesucht wird und wie diese geheime, unsichtbare Eurythmie in der sichtbaren Sprache, in der sie hier auftritt, sich offenbaren kann. Immer wiederum muß ich sagen vor solchen Vorstellungen, daß wir die Zuschauer um Nachsicht bitten aus dem Grunde, weil wir ganz genau wissen, wie diese Eurythmie noch im Anfange ihrer Entwickelung steht. Aber derjenige, der sich in ihre eigentliche Wesenheit vertieft, der kann auch wissen, daß in ihr unbegrenzte Entwickelungsmöglichkeiten liegen. Denn warum? Wenn Goethe sagt: Wem die Natur ihr offenbares Geheimnis zu enthüllen beginnt, der empfindet die tiefste Sehnsucht nach ihrer würdigsten Auslegerin, der Kunst —, so darf eben vielleicht hinzugefügt werden, die Eurythmie rechtfertigend: Wem die menschliche Wesenheit selbst in ihrer Gestaltung und in ihrer Bewegung ihr Geheimnis zu enthüllen beginnt, der empfindet die tiefste Sehnsucht darnach, dasjenige, was innerlich an Bewegungsmöglichkeiten, an eurythmischen Möglichkeiten in dieser menschlichen Gestalt liegt, auch sichtbar fürs Auge zu offenbaren.

[ 8 ] But the person who lacks an artistic sensibility must understand precisely how a secret eurythmy is sought even in true poetry, and how this secret, invisible eurythmy can reveal itself in the visible language in which it appears here. Time and again, when faced with such performances, I must say that we ask the audience for their indulgence, precisely because we know very well that this eurythmy is still in the very early stages of its development. But those who immerse themselves in its very essence can also know that it holds unlimited possibilities for development. Why? Because when Goethe says: “To whom nature begins to reveal her manifest secret, that person feels the deepest longing for her most worthy interpreter, art”—then perhaps it may be added, in justification of eurythmy: “To whom the human being itself, in its form and movement, begins to reveal its secret, feels the deepest longing to reveal to the eye what lies within this human form in terms of possibilities of movement and eurythmic expression.”

[ 9 ] Wenn Goethe an einer anderen Stelle sagt: Wenn der Mensch auf den Gipfel der Natur gestellt ist, sieht er sich wiederum als eine ganze Natur an, nimmt Ordnung, Harmonie, Maß und Bedeutung zusammen, um sich zur Produktion des Kunstwerkes zu erheben —, so darf man wiederum in Hinblick auf die Eurythmie sagen: Diese Eurythmie bedient sich nicht eines äußeren Werkzeuges, sondern des Menschen selbst, und im Menschen liegen ja alle Weltengeheimnisse wirklich verborgen. Holt man sie heraus aus ihm, so ist die Offenbarung dieser Menschheitsgeheimnisse, dieser mikrokosmischen Geheimnisse, eine Offenbarung der makrokosmischen Geheimnisse.

[ 9 ] When Goethe says elsewhere: “When a human being is placed at the summit of nature, he sees himself, in turn, as nature itself; he brings together order, harmony, proportion, and meaning in order to rise to the creation of a work of art”—then, with regard to eurythmy, one may say: Eurythmy does not make use of an external tool, but of the human being himself, and indeed, all the secrets of the world are truly hidden within the human being. When they are drawn out of him, the revelation of these secrets of humanity—these microcosmic secrets—is a revelation of the macrocosmic secrets.

[ 10 ] Die Eurythmie bedient sich des Menschen selbst als ihres Werkzeuges, nimmt aus dem Wesen des Menschen Ordnung, Harmonie, Maß und Bedeutung zusammen und stellt den Menschen selber als ein Kunstwerk hin. Indem sie dieses unternimmt, müssen in ihr unbegrenzte Entwickelungsmöglichkeiten liegen, denn wenn der Mensch selbst als ein Werkzeug für künstlerische Darstellung genommen wird, so ist dies jedenfalls das würdigste künstlerische Werkzeug.

[ 10 ] Eurythmy uses the human being itself as its instrument, drawing from the human essence order, harmony, proportion, and meaning, and presenting the human being itself as a work of art. Since it undertakes this task, it must possess unlimited potential for development, for if the human being is taken as an instrument for artistic expression, this is certainly the most worthy artistic instrument.

[ 11 ] Und so darf man hoffen, daß aus dem heute noch im Anfang stehenden Wollen der Eurythmie hervorgehen werden — vielleicht noch einigermaßen durch uns, aber wahrscheinlich erst durch andere — künstlerische Offenbarungen, die die Eurythmie als eine vollberechtigte jüngere Kunst neben die vollberechtigten älteren Schwester-Künste hinstellen können.

[ 11 ] And so we may hope that the pursuit of eurythmy, which is still in its infancy today, will give rise—perhaps to some extent through our own efforts, but more likely through the efforts of others—to artistic revelations that can establish eurythmy as a fully-fledged younger art form alongside its fully-fledged older sister arts.