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What was the Purpose of the Goetheanum and of Anthroposophy?
GA 84

20 April 1923, Dornach

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4. Das Anschauungserlebnis der Denktätigkeit und der Sprachtätigkeit

4. The Intuitive Experience of Thinking and Language Use

[ 1 ] Ich bin in den letzten Vorträgen auf das Wesen des Menschen so eingegangen, daß ich glauben kann, die Betrachtungen, die da angestellt worden sind, können auch für diejenigen verehrten Besucher verständlich sein, die uns jetzt die Freude machen, zum Lehrerkurs hier zu sein. Und ich habe im Beginne dieser Betrachtungen ja schon bemerkt, daß das, was ich sage, in vieler Beziehung für die «erleuchteten Anthroposophen» eben eine Art Wiederholung sein muß. Nun möchte ich heute in diesen Betrachtungen insofern fortfahren, als ich nach einer kurzen Wiederholung wesentlicher Punkte übergehen werde zu dem, was sich dann an den vorigen Vortrag anschließt.

[ 1 ] In my recent lectures, I have discussed the nature of the human being in such a way that I believe the reflections presented there can also be understood by those esteemed visitors who are now doing us the honor of attending the teachers’ course here. And as I noted at the beginning of these reflections, what I am saying must, in many respects, be a kind of repetition for the “enlightened anthroposophists.” Today I would like to continue these reflections by first briefly reviewing the essential points and then moving on to what follows from the previous lecture.

[ 2 ] Ich habe bemerklich gemacht, wie der Mensch für die äußere Anschauung, für dasjenige, was der Sinnesbeobachtung gegeben ist, was dann der Verstand aus den Sinnesbeobachtungen vielleicht auch mit Hilfe des Experimentes kombinieren kann, wie der Mensch für all das zunächst nur seinen physischen Leib offenbart. Zugrunde liegt nun diesem physischen Leibe das, was man den Äther- oder Bildekräfteleib nennen kann, eine feinere Menschheitsorganisation, gewissermaßen ein zweiter Mensch im Menschen. Wie kommt man zu einer wirklichen Anschauung dieses zweiten Menschen? Es ist — das muß immer wieder betont werden — eigentlich gar nicht einmal so besonders schwierig, zu einer wirklichen Anschauung dieses zweiten Menschen zu kommen, die ebenso gültig vor einem steht wie das, was die Sinne beobachten und was der Verstand kombinieren kann. Man muß nur — weil der Mensch in der heutigen Zeit nicht so stark, wie das in früheren Zeiträumen der Menschheitsentwickelung der Fall war, in dem Gedankenelemente selber lebt, sondern sich in dem Gedankenelement mehr einem passiven Verhalten hingibt und Eindrücke erwartet von der Sinneswelt —, man muß nur durch Übungen dieses Gedankenelement verstärken. Gewiß, der Mensch hat auch heute Gedanken, aber er kann kaum zu einer wirklichen Einsicht in die Wesenheit des Denkens, der Denktätigkeit kommen, weil er ganz und gar gewöhnt ist, in seine Gedanken sogleich einfließen zu lassen, wenn er erwacht, die äußeren Sinneseindrücke; weil er eigentlich nur auf diese äußeren Sinneseindrücke etwas gibt. Er kommt dadurch zwar dazu, für seine Gedanken einen Inhalt zu haben, nämlich den äußeren Sinnesinhalt; aber er kommt nicht dazu, die eigene Tätigkeit des Denkens zu fühlen, zu empfinden. Dies wird für den heutigen Menschen eben durch solche Übungen erreicht, wie ich sie besprochen habe zum Beispiel in meinem Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?».

[ 2 ] I have pointed out how, in regard to external perception—that is, to what is given to sensory observation, and what the intellect can then combine from these sensory observations, perhaps with the aid of experimentation—how, in regard to all of this, human beings initially reveal only their physical body. Underlying this physical body is what might be called the etheric or formative body—a finer human constitution, a second human being within the human being, so to speak. How does one arrive at a true perception of this second human being? It is—and this must be emphasized again and again—actually not at all particularly difficult to arrive at a true perception of this second human being, one that stands before us just as validly as what the senses observe and what the intellect can synthesize. One need only—because people today do not live as deeply within the elements of thought themselves as was the case in earlier periods of human development, but rather adopt a more passive attitude toward the element of thought and expect impressions from the sensory world—one need only strengthen this element of thought through exercises. Certainly, people today also have thoughts, but they can hardly arrive at a true understanding of the essence of thinking and the activity of thought, because they are completely accustomed to immediately allowing external sensory impressions to flow into their thoughts as soon as they awaken; because they actually attach importance only to these external sensory impressions. This does indeed provide them with content for their thoughts—namely, the content of external sensory perception—but it prevents them from feeling and experiencing the activity of thinking itself. For people today, this is achieved precisely through exercises such as those I have discussed, for example, in my book *How Does One Attain Knowledge of the Higher Worlds?*

[ 3 ] Solche Übungen verlangen vom Menschen, daß er gewissermaßen sich mit seinem ganzen Wesen in die Denktätigkeit hineinversetzt, daß er sich hingibt mit aller inneren Gewalt dem Denken, und daß ihm bei diesem Denken dann gleichgültig ist, was die äußeren Sinne ihm überliefern, daß er also ganz bewußt nur in der Denktätigkeit lebt.

[ 3 ] Such exercises require a person to, as it were, immerse his entire being in the act of thinking, to devote himself with all his inner strength to thinking, and, while thinking, to remain indifferent to what his external senses convey to him—that is, to live quite consciously solely within the act of thinking.

[ 4 ] Helfen kann einem viel zu dieser inneren Denkübung, wenn man sich einmal mit Mathematik beschäftigt hart, namentlich mit Geometrie. Diese Denktätigkeit, die man in der Geometrie auszuüben hat, braucht man nur — ich möchte sagen durch einen mächtigen Ruck in das eigene Wesen — in ihrer Selbständigkeit, in ihrer Bildhaftigkeit, in ihrem inneren Leben und Weben zu erfahren, dann hat man schon, wenn man ein Dreieck aufzeichnet, eben ein Erleben der Aktivität des Denkens. Sie können ja allerdings ein Dreieck auf die Tafel zeichnen. (Es wird gezeichnet.) Aber ist das ein Dreieck? Das, was auf der Tafel steht, ist kein Dreieck, das ist eine große Anzahl von Kreideklümpchen, die da an der schwarzen Tafel kleben, die man sogar, wenn man ein hinreichend starkes Mikroskop hätte, abzählen könnte. Das ist ja kein Dreieck. Es ist ein Unsinn zu glauben, daß da auf der Tafel das Dreieck ist. Das Dreieck können Sie nur in Ihrer Seele haben, in dem Gedanken, den Sie sich an der Hand dieser Kreideklümpchen, die da an der Tafel kleben, machen. Und wenn Sie auch absehen von den Kreideklümpchen, die an der Tafel sind — Sie können meinetwillen recht oft diese Tafelbeschmiererei mit Kreide gemacht haben —, dann können Sie, ohne daß Sie eine Tafel haben, wenn Sie einfach sitzen oder stehen, selbst ohne einen Finger zu bewegen, bloß in Gedanken die Vorstellung des Dreiecks haben, und dann können Sie verfolgen, wie Sie — aber alles nur in Gedanken — hier anfangen einen Strich zu ziehen, dann einen zweiten, dann einen dritten. Sie können leben in dieser inneren Tätigkeit, ohne daß Sie irgend etwas da außen machen. Sie können immer mehr und mehr solche Übungen machen, insbesondere auch kompliziertere Übungen. Zum Beispiel denken Sie sich einmal, Sie haben hier. noch einmal die Tafel beschmiert mit roten Kreideklümpchen und beschmieren sie jetzt mit grünen Kreideklümpchen. Und jetzt mache ich noch einmal die Schmiererei, und Sie machen meinetwillen das Folgende: Sie haben sich an diesen beiden Figuren veranschaulicht, was Sie innerlich machen sollen, und jetzt stellen Sie sich vor, schnell nur, geradeso, :wie Sie vorhin das Dreieck in Gedanken gezeichnet haben: das Rote wächst in das Grüne hier hinaus, hört hier auf, und das Grüne schiebt sich unter dem Roten durch, so daß aus dieser Figur diese Figur entsteht, und diese Figur aus jener — bloß im Denken. Da haben Sie das Rote in der Mitte, das Grüne ringsherum. Jetzt stellen Sie sich vor: das Rote wächst, das Grüne zieht sich zusammen. Nun haben Sie vor sich den grünen Kreis zusammengezogen, das Rote hier herum, das rote Rad; jetzt wiederum umgekehrt: das Rote schiebt sich herein, das Grüne dehnt sich aus, und das lassen Sie abwechseln, ganz in rhythmischer Folge, indem innerlich ein Kreis ist, außen ein Rad: rot, grün; grün, rot; rot, grün; grün, rot. Sie stellen sich das vor, ohne daß Sie irgendwie nötig haben, etwas äußerlich zu tun. Da werden Sie allmählich gewahr werden, daß Denken heißt: geradeso innerlich etwas tun, wie etwas äußerlich tun heißt, seine Hand gebrauchen, seinen Arm gebrauchen. Wenn Sie Ihren Arm gebrauchen, das spüren Sie. Nun müssen Sie spüren lernen, was es heißt: die Gedankenkräfte gebrauchen. Wenn Sie Ihre Arme gebrauchen und spüren, so erleben Sie Ihren physischen Leib. Wenn Sie anfangen, in dieser Weise Ihre Gedanken zu gebrauchen, so spüren Sie Ihren zweiten Menschen, Ihren Ätherleib, Ihren Bildekräfteleib. Sobald Sie wirklich das so weit gebracht haben, daß Sie sich nur einen Ruck zu geben brauchen, um überzugehen vom Armbewegungen-Spüren, Beinbewegungen-Spüren zum Spüren der inneren Denkkräfte, in diesem Augenblicke erleben Sie Ihren zweiten Menschen, Ihren Äthermenschen, Ihren Bildekräftemenschen. Aber Sie erleben ihn so, daß er eigentlich ganz aus Gedanken gewoben ist. Und in diesem Augenblick wird Ihnen zugleich Ihr ganzes Erdenleben wie gegenwärtig. Wie in einer einzigen Überschau sehen Sie Ihr ganzes Erdenleben zurück bis in die erste Kindheit hinein.

[ 4 ] Once you have seriously engaged with mathematics—particularly geometry—it can be of great help in this inner exercise of thought. This mental activity, which one must practice in geometry, one need only—I would say through a powerful jolt to one’s own being—experience in its independence, in its pictorial nature, in its inner life and interplay; then, simply by drawing a triangle, one already has an experience of the activity of thought. You can, of course, draw a triangle on the blackboard. (A triangle is drawn.) But is that a triangle? What is on the blackboard is not a triangle; it is a large number of lumps of chalk stuck to the blackboard, which one could even count if one had a sufficiently powerful microscope. That is not a triangle. It is nonsense to believe that the triangle is actually there on the blackboard. You can only have the triangle in your mind, in the thought you form with the help of these lumps of chalk stuck to the blackboard. And even if you disregard the lumps of chalk on the blackboard — and for all I care, you may have scribbled on the blackboard with chalk quite often — then, even without a blackboard, simply by sitting or standing, without even moving a finger, you can hold the mental image of the triangle, and then you can follow how you—but all only in your mind—begin to draw a line here, then a second, then a third. You can live within this inner activity without doing anything externally. You can do more and more of these exercises, especially more complicated ones. For example, imagine that you have—once again—doodled on the blackboard with red chalk chunks and are now doodling with green chalk chunks. And now I’ll doodle again, and for my sake, you do the following: You’ve used these two figures to illustrate what you should do inwardly, and now imagine—quickly, just like that, just as you drew the triangle in your mind earlier—the red extending into the green here, stopping here, and the green pushing its way under the red, so that this figure emerges from that one, and that figure from this one—all in your mind. There you have the red in the middle, the green all around it. Now imagine: the red expands, the green contracts. Now you have before you the contracted green circle, with the red around it—the red wheel; now the reverse: the red pushes inward, the green expands, and you let them alternate in a rhythmic sequence, with a circle on the inside and a wheel on the outside: red, green; green, red; red, green; green, red. Imagine this without needing to do anything externally. You will gradually become aware that thinking means doing something internally just as doing something externally means using your hand or your arm. When you use your arm, you feel it. Now you must learn to feel what it means to use your powers of thought. When you use your arms and feel them, you experience your physical body. When you begin to use your thoughts in this way, you feel your second self—your etheric body, your body of formative forces. As soon as you have truly progressed to the point where you need only give yourself a little nudge to transition from sensing arm movements and leg movements to sensing your inner powers of thought, at that very moment you experience your second self—your etheric self, your self of formative powers. But you experience it as if it were actually woven entirely from thoughts. And at that very moment, your entire earthly life becomes present to you all at once. As if in a single, comprehensive view, you look back on your entire earthly life all the way back to your earliest childhood.

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[ 5 ] Was Sie da als den zweiten Menschen erleben, ist eben nicht ein Raumesleib, ist ein Zeitleib. Und man kann, das sagte ich schon in diesen Vorträgen, wenn man den physischen Menschen zeichnet, dann hineinzeichnen diesen Zeitleib. Aber es ist nur eine Phase festgehalten, also so, wie wenn man eine Phase des Blitzes festhält. Dieser Bildekräfteleib lebt nicht im Raume; er lebt nur für einen Augenblick im Raume. Im nächsten Augenblick ist er etwas anderes. Er ist in fortwährendem Fluktuieren, in fortwährender Veränderung. Und diese Veränderung erlebt man als das Lebenstableau.

[ 5 ] What you experience there as the second human being is not a spatial body, but a temporal body. And, as I have already said in these lectures, when you draw the physical human being, you can draw this temporal body into the picture. But only a single phase is captured—just as when one captures a phase of a flash of lightning. This body of pictorial forces does not exist in space; it exists in space only for an instant. In the next instant, it is something else. It is in constant fluctuation, in constant change. And this change is what one experiences as the tableau of life.

[ 6 ] Aber zu gleicher Zeit damit erlebt man, daß man nun sich als einen Teil des ganzen Universums fühlt, daß man nicht mehr. der Meinung ist, man sei in seiner Haut abgeschlossen, sondern daß man selbstverständlich zu der Meinung kommt, man fluktuiere innerhalb des ganzen Universums, man ist eigentlich nur eine Welle im ätherischen Universum.

[ 6 ] But at the same time, one experiences that one now feels like a part of the entire universe, that one no longer believes one is confined within one’s own skin, but rather naturally comes to believe that one fluctuates within the entire universe—that one is, in fact, merely a wave in the ethereal universe.

[ 7 ] Und man bekommt noch andere Anschauungen über diesen zweiten Menschen. Man bekommt noch die Anschauung, daß er fortwährend das Bestreben hat, die physische Materie, die man in sich trägt, in ihr Nichts aufzulösen. Ich habe in diesen Tagen zu einer Anzahl von Ihnen in einem anderen Zusammenhange gesagt: Die physische Materie, der physische Stoff drückt; dasjenige, was im Ätherischen lebt, saugt, bringt das, was den Raum erfüllt, aus dem Raum heraus, saugt alles auf. Und wir leben eigentlich in unserem Erdenleben fortwährend in diesem Wechselspiel. Wir ernähren uns, bringen dadurch in uns physische Materie hinein. Diese physische Materie strömt durch die Ernährung ein Stück in unseren Leib hinein, richtet da allerlei Prozesse, Vorgänge an, die im Sinne dieser physischen Materie orientiert sind. Wenn wir Sauerkohl essen, so benimmt sich der Sauerkohl zunächst so — indem er ein Stück hineingeht in unseren Organismus —, wie er eben nach seinen chemischen und physischen Eigenschaften als Sauerkohl sich benehmen kann. Wenn wir Milch trinken, benimmt sich die Milch nach Milchesart. Aber das wird der Milch und dem Sauerkohl bald ausgetrieben. Da beginnt der Ätherleib seine Tätigkeit und hat das Bestreben, nun das Milchsein und Sauerkohlsein auszulöschen, so daß ein fortwährender Kampf in uns ist zwischen Sauerkohlsein und Milchsein einerseits und dem Ausgelöschtwerden von Sauerkohlsein und Milchsein. Dieser Kampf ist da, und er spielt sich ab. Es zeigt sich das Vorhandensein dieses Kampfes in dem, was der Mensch absondert, und in demjenigen, was als Bildekräfte, als übersinnliche Menschheitsorganisation, nach dem Kopfe hin wandert. Genau ebensoviel, wie wir absondern durch die verschiedenen Absonderungsorgane, verwandelt sich nach der anderen Seite in negative Materie, in negativen Stoff, der als saugendes Prinzip in unserem Nervensystem, insbesondere in unserem Gehirn lebt. Und niemand kann den Menschen kennenlernen, der nur auf den physischen Leib hinschaut, denn da lernt man sozusagen nur von der Peripherie herein ein Stück der Vorgänge kennen, die im menschlichen Organismus sind. Da lernt man ein Stück dieser Vorgänge kennen, die längs des Ernährungstraktes verlaufen. Und dann lernt man erkennen dasjenige Stück, das sich durch Schweiß oder durch Sonstiges absondert. Aber für alles solches Absondernde, das heißt ins Grobmaterielle Verfallende, ist der andere Pol da, das, was sich nach dem Nervensystem als das Ätherische hinzieht. Für alles das, was wir als äußere materielle Substanz absondern, geht in uns Ätherisches hinein. Dieses Ätherische, das wirbelt und wellt und webt in unserem ätherischen oder Bildekräfteleib, der uns in der Weise, wie ich es beschrieben habe, ganz durchsetzt.

[ 7 ] And one gains other insights into this second human being. One also gains the insight that he constantly strives to dissolve the physical matter he carries within himself into nothingness. I have said to a number of you recently in another context: Physical matter, the physical substance, exerts pressure; that which lives in the etheric draws in—it draws out of space that which fills space, absorbing everything. And in our earthly life, we actually live constantly within this interplay. We nourish ourselves, thereby bringing physical matter into our being. This physical matter flows into our body to some extent through nutrition, where it sets in motion all kinds of processes and events oriented toward the nature of this physical matter. When we eat sauerkraut, the sauerkraut initially behaves—as it enters our organism—in the way it can behave according to its chemical and physical properties as sauerkraut. When we drink milk, the milk behaves in a manner characteristic of milk. But this quality is soon driven out of the milk and the sauerkraut. Then the etheric body begins its activity and strives to extinguish the “milk-ness” and “sauerkraut-ness,” so that there is a constant struggle within us between “sauerkraut-ness” and “milk-ness” on the one hand, and the extinguishing of “sauerkraut-ness” and “milk-ness” on the other. This struggle is present, and it unfolds. The existence of this struggle is evident in what the human being excretes, and in that which, as formative forces—as the supersensible organization of humanity—moves toward the head. Exactly as much as we excrete through the various excretory organs is transformed on the other side into negative matter, into negative substance, which lives as a sucking principle in our nervous system, especially in our brain. And no one can come to know the human being by looking only at the physical body, for there one learns, so to speak, only from the periphery a fragment of the processes taking place within the human organism. There one learns a fragment of those processes that run along the digestive tract. And then one comes to recognize that part which is excreted through sweat or other means. But for everything that is secreted—that is, everything that decays into gross matter—there is the other pole: that which extends from the nervous system as the etheric. For everything we excrete as external material substance, the etheric enters into us. This etheric, which swirls, undulates, and weaves within our etheric body—or body of formative forces—pervades us entirely in the way I have described.

[ 8 ] Und sich selbst lernt man, wie ich schon angedeutet habe, als diesen zweiten Menschen dadurch kennen, daß man beachtet, wie die Erinnerungskraft, das Erinnerungsvermögen sich verändern kann. Im gewöhnlichen Leben nehmen wir die äußeren Eindrücke wahr. Sie setzen sich nach innen zu fort in den Gedanken, in den Vorstellungen, und stocken dann. Wir können sie wieder hervorrufen. Aber wenn wir sie wieder hervorrufen, dann kommen wir mit unserer inneren Kraft nur bis zu den Nervenendigungen. Wenn wir also das Auge betrachten, wenn wir eine äußere Wahrnehmung machen, so stoßen wir durch die Nervenendigungen des sich im Auge ausbreitenden Sehnervs hindurch bis in die Blutzirkulation des Auges. Dadurch entsteht die Wahrnehmung. Wenn wir uns bloß erinnern, so stoßen wir nur bis zu dem Ende des Nerven im Auge, bis da, wo der Nerv gewissermaßen ausläuft. Wir stoßen nicht durch die Nervenendigungen durch bis ins Blut mit unserem ätherischen oder Bildekräfteleib.

[ 8 ] And, as I have already hinted, one comes to know oneself as this “second human being” by observing how the power of memory, the capacity to remember, can change. In everyday life, we perceive external impressions. These continue inwardly in thoughts and mental images, and then come to a halt. We can recall them. But when we recall them, our inner power reaches only as far as the nerve endings. So when we look at the eye, when we make an external perception, we penetrate through the nerve endings of the optic nerve extending into the eye, all the way into the eye’s blood circulation. This is how perception arises. If we merely recall, we penetrate only as far as the end of the nerve in the eye, to the point where the nerve, so to speak, terminates. We do not penetrate through the nerve endings into the blood with our etheric body or body of formative forces.

[ 9 ] Wenn wir dann das Denken verstärken, dann ist es so, als ob wir nicht bloß jenen Rückstoß erfahren würden, den wir in der gewöhnlichen Erinnerung haben, wo wir erst die Wahrnehmung aufgenommen haben, sie zu Vorstellungen umgebildet haben, die dann in uns stocken, zurückgestoßen werden; sondern wenn wir, gewissermaßen von rückwärts herkommend, noch dasjenige aufnehmen, was ätherisch in der Welt ist, dann stoßen wir mit diesem ätherischen Gedankeninhalt der Welt in unserem Organismus gerade so weit vor, wie wir sonst mit den Erinnerungen, die aber nur Reminiszenzen des Lebens sind, vorstoßen. Dann eignen wir uns eben ein Bewußtsein von dem ätherischen Geschehen in der Welt an, dann leben wir in dem Äthergeschehen der Welt drinnen. Und derjenige Mensch, der sich in dem Äthergeschehen der. Welt erlebt, der erlebt sich, wenn ich das skizzenhaft aufzeichnen soll, so: Da ist das Äthergeschehen der Welt in mannigfaltigster Weise (gelb). Sie müssen es sich konfiguriert denken. Da webt und lebt alles drinnen. Und dann erlebt sich der Mensch in diesem Äthergeschehen. Es wird sonderbar da aussehen, aber es ist so — was ich hier aufzeichne (rot), muß man so auffassen —: die Füße, die Beine bemerkt man kaum. Man erlebt nun das Äthergeschehen so, daß man gewissermaßen an einem Punkte aus diesem Äthergeschehen herauswächst. Man erlebt das Äthergeschehen bis zu seinen Nervenendigungen hin. Das geht durch den Rücken durch und geht bis zu den Nervenendigungen des Vorderleibes, und man ist so der letzte Ausläufer der Ätherwelt. So nimmt sich das gegenüber der gegenwärtig vorhandenen Ätherwelt aus. Man nimmt die Ätherwelt durchaus so wahr, daß, wenn man sich da so hinausgedrängt sieht wie in eine letzte Ecke des Äthergeschehens, das letzte Stück noch in einen hereinragt und bei einem dann dieses Äthergeschehen aufhört. Kurz, man lebt sich auf diese Weise in das Äthergeschehen der Welt ein.

[ 9 ] If we then intensify our thinking, it is as if we were not merely experiencing that repulsion we encounter in ordinary memory—where we first take in a perception, transform it into mental images, which then stagnate within us and are repelled; but rather, when we—coming, as it were, from the rear—take in what is ethereal in the world, we advance with this ethereal content of the world’s thoughts within our organism just as far as we otherwise advance with our memories, which are, however, merely reminiscences of life. Then we acquire an awareness of the etheric happenings in the world; then we live within the etheric happenings of the world. And the person who experiences themselves within the etheric happenings of the world—if I were to sketch this out—experiences themselves as follows: There are the etheric happenings of the world in the most manifold ways (yellow). You have to imagine it as a configuration. Everything is weaving and living within it. And then the human being experiences themselves within this etheric activity. It will look strange there, but it is so—what I am sketching here (red) must be understood this way—: one hardly notices the feet or the legs. One now experiences the etheric activity in such a way that, so to speak, one grows out of this etheric activity at a single point. One experiences the etheric activity all the way to one’s nerve endings. It passes through the back and extends to the nerve endings of the front of the body, and one is thus the outermost extension of the etheric world. This is how it appears in relation to the etheric world as it currently exists. One perceives the etheric world in such a way that, when one finds oneself pushed out as it were into a farthest corner of the etheric process, the very last part still extends into one, and the etheric process then comes to an end within one. In short, one immerses oneself in this way into the etheric process of the world.

[ 10 ] Und es ist wirklich wahr: Es wäre gar nicht so schwierig zu erreichen, wenn die Menschen nur in der gegenwärtigen Zeit die Neigung hätten, sich, wie ich es beschrieben habe, in die Denktätigkeit selbst einzuleben.

[ 10 ] And it is truly true: It would not be all that difficult to achieve if people today were only inclined to immerse themselves in the act of thinking itself, as I have described.

[ 11 ] Man kommt ja am leichtesten dazu, sich in diese Denktätigkeit selbst einzuleben, wenn man das, was in meiner «Philosophie der Freiheit» enthalten ist, richtig durchlebt. Dort ist zum Beispiel hingewiesen auf dieses Denkerleben für die ethische, für die moralische Welt. Qualitativ ist es dasselbe, was ich da beschrieben habe. Und wenn man in der richtigen Weise die «Philosophie der Freiheit» studiert, so kommt man darauf, was eigentlich dieses Äthererleben, dieses Bildekräfteerleben ist.

[ 11 ] The easiest way to immerse oneself in this very act of thinking is to truly live through what is contained in my *Philosophy of Freedom*. There, for example, reference is made to this life of thought as it pertains to the ethical and moral world. Qualitatively, it is the same as what I have described there. And if one studies *The Philosophy of Freedom* in the right way, one comes to understand what this experience of the ether, this experience of the formative forces, actually is.

[ 12 ] Das nächste Erleben kann dann so entstehen, daß man nicht bloß die Denktätigkeit ergreift, sondern daß man die Sprachtätigkeit ergreift, daß man sich zur Anschauung der Sprachtätigkeit erhebt. Hier kann man sogar bei der ganz gewöhnlichen Sprachtätigkeit des alltäglichen Lebens beginnen. Nur muß man es mit der Sprachtätigkeit ebenso weit bringen wie mit der Denktätigkeit. Mit der Denktätigkeit muß man es so weit bringen, daß die Sinne schweigen, daß man nur aktiv im Denken lebt, daß man von den Sinnen nicht beeindruckt wird. Mit der Sprachtätigkeit muß man es dazu bringen, daß man vieles auszusagen hat, daß man nicht Worte-arm, sondern Worte-reich ist, daß man furchtbar vieles zu erzählen hat, aber auch nach Willkür für eine gewisse Zeit der Übung alles verschweigen kann. Ich weiß, daß das für manche Menschen eine äußerst starke Zumutung ist; aber für das Erkennenlernen des dritten Menschen ist das durchaus notwendig. Man muß geradezu verstehen, was das heißt: Man hat alle Vorbereitungen innerlich dazu gemacht, daß einem das Wort aus der Zunge herausfahren sollte; aber man lernt schweigen, aktiv schweigen. Passiv schweigen lernen, wenn man in einem leeren Raum ist — natürlich nicht in einem luftleeren, sondern in einem menschenleeren Raum —, wo man zu niemandem etwas zu sagen hat, bloß passiv schweigen lernen, das hilft nichts, sondern aktiv muß man schweigen lernen.

[ 12 ] The next experience can then arise in such a way that one does not merely engage in the activity of thinking, but rather engages in the activity of speech, rising to a contemplation of the activity of speech. Here, one can even begin with the most ordinary speech activity of everyday life. However, one must take the activity of speech just as far as one has taken the activity of thought. With the activity of thought, one must progress to the point where the senses fall silent, where one lives actively only in thought, and where one is not influenced by the senses. With the activity of speech, one must reach the point where one has much to say, where one is not poor in words but rich in them, where one has an immense amount to tell, yet can also, at will and for a certain period of practice, remain completely silent. I know that this is an extremely demanding ask for some people; but it is absolutely necessary for learning to recognize the third human being. One must truly understand what this means: One has made all the inner preparations for words to flow from one’s tongue; but one learns to be silent—to be actively silent. Learning to remain passively silent when one is in an empty room—not, of course, a vacuum, but a room devoid of people—where one has nothing to say to anyone; merely learning to remain passively silent is of no help; rather, one must learn to remain actively silent.

[ 13 ] Nun können Sie sagen: Da wird man ja ein recht langweiliger Kerl werden, wenn man unter den Menschen herumgeht und sich im Schweigen übt, das heißt, sich vor die Menschen hinstellt, und statt daß man ihnen etwas erzählt, sie anschweigt. Nun will ich durchaus nicht leugnen, daß das, so wenig erfreulich es in sozialer Beziehung wäre, sogar in bezug auf das geistige Vorwärtskommen außerordentlich viel Fruchtbares erbringen könnte. Ja, es könnte schon ganz fruchtbare Resultate liefern, wenn zum Beispiel irgendein Mensch in eine Gesellschaft ginge, wo man gewöhnlich nicht schweigt, und wo er auch sonst nicht gewöhnt ist, zu schweigen, und er nun anfängt zu schweigen. Er redet nichts, trotzdem er ungeheuer viel weiß, und eigentlich aus demselben, was er da weiß, früher immer furchtbar viel geschwatzt hat. Ich sage, man könnte das tun; aber man braucht es nicht äußerlich zu tun, und es wird, trotzdem es fruchtbar sein könnte, dennoch wiederum in bezug auf höhere Intentionen nicht allzuviel liefern. Es handelt sich vielmehr darum, daß man den ganzen Vorgang, den ich beschrieben habe, innerlich macht, daß man alle Veranstaltungen zum Reden macht, aber es innerlich nicht zum Reden kommen läßt.

[ 13 ] Now you might say: You’d turn into quite a boring fellow if you went around among people and practiced silence—that is, stood in front of them and, instead of telling them something, just kept quiet. Now, I certainly do not deny that, as unpleasant as it might be socially, this could yield extraordinarily fruitful results, even in terms of intellectual progress. Yes, it could indeed yield quite fruitful results if, for example, a person were to enter a social setting where people do not usually remain silent—and where he is not otherwise accustomed to remaining silent—and he were now to begin keeping silent. He says nothing, even though he knows an immense amount, and in fact used to talk endlessly about precisely what he knows. I say one could do that; but one need not do it outwardly, and although it might be fruitful, it will nevertheless not yield all that much in terms of higher intentions. Rather, it is a matter of carrying out the entire process I have described inwardly—of allowing all the impulses to speak, but not letting them come to speech inwardly.

[ 14 ] Sie werden besser verstehen, was ich meine, wenn ich Ihnen zum Beispiel sage, daß man ja im gewöhnlichen Leben gar nicht wirklich denkt. Man denkt zum Beispiel über Mathematik, wenn man ein Dreieck in der Weise macht, wie ich es vorhin beschrieben habe; man denkt insbesondere, wenn man solch absonderliche Dinge macht, für die es in der Sprache keine Worte gibt. Aber wenn man nur in den Dingen denkt, die so landläufig unter den Menschen heute leben, so denkt man eigentlich nicht wirklich, denn in diesem Denken vibrieren fortwährend die Sprachorgane mit, wenn auch so leise, daß man es nicht hört. Das Denken der Menschen heute, wo sie so wenig das Denken lieben, dem nichts Äußerlich-Sinnliches entspricht, ist gar kein wirkliches Denken. Es ist nur ein seelisches Weben in Wortschatten. Man prüfe sich nur einmal, und man wird sehen, wie dieses seelische Weben in Wortschatten vorhanden ist. Wenn man nun in der Lage ist, seinen Kehlkopf wirklich auch innerlich vollständig zur Ruhe zu bringen und dennoch die innerliche Tätigkeit in der Seele ausübt, die sonst der Kehlkopfbewegung zugrunde liegt, wenn also die Übung, aus den Worten herauszukommen, eine ganz innerliche bleibt, wenn man mit der Sprachfähigkeit mit anderen Worten dasselbe macht, was man vorher mit der Denktätigkeit gemacht hat, die eine umgewandelte Erinnerungsfähigkeit ist — da stößt man nur bis zu den Nervenendigungen, jetzt übt man die Sprachtätigkeit nur bis zum Kehlkopf aus, gerade bis zu dem Punkte, wo er anfangen will zu sprechen —, dann bildet sich nach und nach eben dasjenige aus, was ich in der letzten Zeit in den öffentlichen Vorträgen «das tiefe Schweigen der menschlichen Seele» genannt habe. Nämlich, es nicht zum innerlichen Reden kommen zu lassen, heißt, das tiefe Schweigen der Seele ausbilden.

[ 14 ] You will understand better what I mean if, for example, I tell you that in everyday life we don’t really think at all. We think, for example, about mathematics when we draw a triangle the way I described earlier; we think in particular when we do such peculiar things for which there are no words in language. But if one thinks only in terms of the things that are so commonly accepted among people today, one isn’t really thinking at all, because in this kind of thinking, the speech organs are constantly vibrating along with it—albeit so quietly that one cannot hear it. The thinking of people today—who love thinking so little, and for whom nothing external or sensory corresponds to it—is not real thinking at all. It is merely a soulful weaving in the shadows of words. One need only examine oneself to see how this soulful weaving exists in the shadows of words. If one is now able to truly bring one’s larynx to complete inner stillness—and yet still carry out within the soul the inner activity that otherwise underlies laryngeal movement—if, in other words, the exercise of stepping out of words remains entirely inner, if one does with the ability to speak—in other words—the same thing one previously did with the activity of thinking, which is a transformed capacity for recollection—then one reaches only as far as the nerve endings; one now exercises the activity of speech only as far as the larynx, precisely to the point where it is about to begin to speak—then, little by little, precisely that which I have recently called “the deep silence of the human soul” in my public lectures begins to take shape. Namely, not allowing inner speech to arise means cultivating the deep silence of the soul.

[ 15 ] Das tiefe Schweigen der Seele muß man so verstehen: Denken Sie sich, Sie sind in einer Stadt, vielleicht nicht gerade in Basel, sondern in London oder in einer noch tosenderen Stadt. Sie sind im lauten Tosen drinnen. Jetzt entfernen Sie sich von der Stadt. Das Tosen wird schwächer. Sie gehen weiter, und das Tosen wird immer schwächer. Sie kommen vielleicht in die einsame Stille des Waldes. Sie sagen: es ist ganz ruhig innen und außen. Es wird einen Punkt geben, wo die Ruhe Null eintritt, also die Nullruhe eintritt. Erst ist das Geräusch, jetzt wird es ruhiger, nun kommt die Nullruhe. Nun kann das aber weitergehen. Und daß es weitergeht, daß man nicht nur jene Ruhe hat, wo die äußere Welt auch in der Seele schweigt, sondern daß man das tiefe Schweigen bekommt, das kann eben ein Ergebnis dieses Sichenthaltens der Worte sein, trotzdem man all die innere Tätigkeit, die es zu den Worten bringen kann, ausübt, nur nimmt man den physischen Leib nicht in Anspruch. Die einzelnen Übungen habe ich in dem Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» beschrieben. Da merkt man dann, daß es noch etwas mehr gibt als die Nullruhe. Und ich habe in den öffentlichen Vorträgen einen triivialen Vergleich gebraucht, ich habe gesagt: Denken wir, einer habe ein bestimmtes Vermögen. Er gibt davon aus; da hat er weniger. Er gibt weiter aus, da hat er wieder weniger. Endlich hat er Null. Ja, jetzt gibt er weiter aus, da macht er Schulden, da hat er noch weniger als Null. Und so geht es weiter. Die Mathematiker haben ja da die negativen Zahlen eingeführt -6 -4 -2 0 2 4 6 8 usw. So können Sie sich auch vorstellen, daß die Nullruhe übergeht in das Negative, in dasjenige, was stiller als die Stille, ruhiger als die Ruhe ist. Das können Sie in der Seele herstellen.

[ 15 ] The deep silence of the soul must be understood this way: Imagine you are in a city—perhaps not exactly Basel, but London or an even noisier city. You are right in the middle of the loud roar. Now move away from the city. The roar grows fainter. You keep walking, and the roar grows ever fainter. You may find yourself in the solitary stillness of the forest. You say: it is completely quiet inside and out. There will come a point where silence reaches zero—that is, absolute silence sets in. First there is noise; now it grows quieter; now absolute silence arrives. But now this can go further. And the fact that it goes further—that one does not merely have that stillness where the outer world is silent even within the soul, but that one attains the deep silence—can be precisely a result of this abstention from words, even though one engages in all the inner activity that can give rise to words; one simply does not make use of the physical body. I have described the individual exercises in the book *How Does One Attain Insights into the Higher Worlds?*. There one realizes that there is something more than just the state of absolute stillness. And in my public lectures I used a trivial comparison; I said: Let’s imagine someone has a certain amount of wealth. He spends some of it; now he has less. He spends more; now he has even less. Finally, he has zero. Yes, now if he spends more, he goes into debt, and then he has even less than zero. And so it goes on. Mathematicians have, of course, introduced negative numbers—-6, -4, -2, 0, 2, 4, 6, 8, and so on. In this way, you can also imagine that the stillness of zero transitions into the negative—into that which is quieter than silence, more tranquil than stillness. You can create this within your soul.

[ 16 ] Dann aber, wenn auf diese Weise die äußere Welt nicht nur schweigt, sondern mehr tut als schweigen, wenn die Reaktion der Seele über die Nullruhe hinausgeht in das Negative des äußeren Tönens und Lautens, dann beginnt aus dem tiefen Schweigen der Seele heraus der Geist zu sprechen, und dann nehmen wir unseren dritten Menschen wahr, den wir dann den astralischen Menschen nennen. Ausdrücke sind gleichgültig, es ist eine Terminologie, man könnte ihn auch anders nennen. Dieser astralische, dieser dritte Mensch, den werden wir gewahr, wenn wir bei dem tiefen Schweigen der Seele ankommen, und aus dem tiefen Schweigen der Seele heraus das andere, das Geistige tönt, was das entgegengesetzte Tönen des physischen Tönens ist. Und dieser astralische Leib führt uns in jeder Beziehung weiter als der bloße ätherische Leib. Um das zu verdeutlichen, lassen Sie mich etwas Kosmisches anführen.

[ 16 ] But then, when the outer world not only falls silent in this way but does more than remain silent—when the soul’s reaction goes beyond neutral stillness into the negativity of outer sounds and noises—then the spirit begins to speak from the deep silence of the soul, and then we perceive our third human being, whom we then call the astral human. Terms are irrelevant; it is merely terminology—one could also call it something else. This astral, this third human being—we become aware of it when we arrive at the deep silence of the soul, and out of the deep silence of the soul resounds the other, the spiritual, which is the opposite resonance of the physical resonance. And this astral body takes us further in every respect than the mere etheric body. To illustrate this, let me cite something cosmic.

[ 17 ] Der heutige physische Forscher oder Astronom, überhaupt der heutige Naturwissenschafter, was tut er? Er erforscht Naturgesetze. Er beobachtet und gewinnt dadurch Naturgesetze; oder aber er experimentiert und gewinnt dadurch Naturgesetze. Jetzt hat er sie, diese Naturgesetze; sie sind seine Wissenschaft, sie geben ihm dasjenige, was in den Dingen liegt. Mehr sollte er eigentlich nicht sagen. Aber jetzt fängt er an, auf seine Naturgesetze stolz und hochmütig zu werden und tut jetzt eine Behauptung, die er eigentlich gar nicht tun könnte, nämlich: daß diese Naturgesetze im ganzen Universum gelten. Er sagt, wenn ich auf der Erde in meinem Laboratorium etwas erforscht habe, und wenn die Bedingungen ebenso hergestellt werden könnten auf den fernsten Sternen des Weltenalls, von denen das Licht so und so viele Lichtjahre braucht, um zur Erde zu kommen — die Menschen geben ja vor, daß sie sich bei diesen Dingen etwas vorstellen können —, so würden, wenn eben dort die Bedingungen ebenso hergestellt werden könnten, die Naturgesetze selbstverständlich dort auch gelten, denn diese Naturgesetze sind eben von absoluter Gültigkeit.

[ 17 ] What does today’s physicist or astronomer—indeed, today’s natural scientist in general—do? He investigates the laws of nature. He observes and thereby discovers the laws of nature; or he experiments and thereby discovers the laws of nature. Now he has them, these laws of nature; they are his science, they reveal to him what lies within things. That is all he should really say. But now he begins to grow proud and arrogant about his laws of nature and makes a claim that he really has no right to make, namely: that these laws of nature apply throughout the entire universe. He says, if I have researched something here on Earth in my laboratory, and if the same conditions could be created on the most distant stars in the cosmos—from which light takes so many light-years to reach Earth—people do, after all, claim that they can imagine such things— then, if the conditions could indeed be replicated there, the laws of nature would naturally apply there as well, for these laws of nature are, after all, of absolute validity.

[ 18 ] Ja, aber so ist es nicht. Wenn hier eine Lichtquelle ist, so leuchtet sie in der Umgebung zunächst stark. In weiterer Verbreitung ist die Lichtstärke wesentlich geringer; wenn wir noch weiter gehen, noch geringer, und wenn wir ganz weit gehen, wird sie lichtschwach. Es nimmt da die Lichtstärke mit dem Quadrate der Entfernung ab. Das ist so beim Licht. Und das ist kurioserweise auch so auf der Erde bei Naturgesetzen.

[ 18 ] Yes, but that's not how it works. If there is a light source here, it initially shines brightly in the surrounding area. Further away, the light intensity is significantly lower; if we go even further, it’s even lower, and if we go all the way out, it becomes very dim. There, the light intensity decreases with the square of the distance. That’s how it is with light. And, curiously enough, that’s also how it is on Earth according to the laws of nature.

[ 19 ] Was Sie auf der Erde als Naturgesetze konstatieren, das wird immer ungültiger, je weiter Sie sich von der Erde entfernen. Nicht wahr, es ist ja furchtbar, so etwas auszusprechen, und vor dem geregelten Naturforscher muß man eben ein wirklicher Idiot sein, wenn man so etwas ausspricht, selbstverständlich. Das versteht man ja ganz gut, denn wenn man zu diesen Dingen kommt, so kann man sich sehr leicht in die Seele eines gegenwärtigen Naturforschers hineinversetzen. Nur das Umgekehrte ist nicht der Fall: er kann sich nicht in die Seele des Geistesforschers hineinversetzen. Wie der Naturforscher zu alledem kommt, was er behauptet, das weiß der Geistesforscher sehr gut, nur eben das Umgekehrte ist nicht der Fall. Daher sind auch zumeist die Kritiken über die Geistesforschung, die von naturforscherischer Seite ausgehen, von jener Seite ja vollständig berechtigt; aber sie besagen weiter nichts, als daß sich der Naturforscher bei den Aussagen des Geistesforschers nichts denken kann. Das muß man ihm aber glauben, denn das ist so. Er kann sich eben nichts denken. Er muß eben zuerst ein Geistesforscher werden, wenn man überhaupt mit ihm polemisieren will. Daher ist alles Polemisieren mit demjenigen, der ein Naturforscher bleiben will und sich nichts denken kann bei den Ergebnissen der Geistesforschung, etwas ganz Vergebliches.

[ 19 ] What you observe on Earth as laws of nature becomes less and less valid the farther you move away from Earth. Isn’t it true—it’s terrible to say something like that, and in the eyes of a conventional natural scientist, you’d have to be a real idiot to say such a thing, of course. That is quite understandable, for when one comes to these matters, it is very easy to put oneself in the mind of a contemporary natural scientist. Only the reverse is not true: he cannot put himself in the mind of the spiritual researcher. The spiritual researcher knows very well how the natural scientist arrives at all that he asserts; it is just that the reverse is not true. Therefore, the criticisms of spiritual research that come from the natural sciences are, for the most part, entirely justified from that perspective; but they mean nothing more than that the natural scientist cannot make sense of the statements of the spiritual researcher. One must, however, take his word for it, for that is the case. He simply cannot make sense of it. He must first become a spiritual researcher if one wishes to engage in any kind of debate with him at all. Therefore, any polemic with someone who wishes to remain a natural scientist and cannot make sense of the findings of spiritual research is entirely futile.

[ 20 ] Nun, das bezüglich des Lichtes wird ja der Naturforscher zugeben — das ist ja natürlich sein eigenes Resultat —, bezüglich der Naturgesetze wird er es nicht zugeben. Aber schon bezüglich des Lichtes muß der Geistesforscher eine Einschränkung machen. Sehen Sie, der Naturforscher sagt, wenn das Licht da ausstrahlt, so nimmt seine Lichtstärke immer mehr und mehr ab, eben je weiter man hinauskommt, und zuletzt wird es so, daß man die Lichtstärke von der Null nicht mehr unterscheiden kann. Aber sehen Sie, eine solche Behauptung ist genau ebenso gescheit, wie wenn einer sagt: Ich habe hier einen Ball, der ist elastisch; den drücke ich jetzt ein. — Nun, in Wirklichkeit hat der Ball dann das Bestreben, wie Sie wissen, nach der anderen Seite auszuschlagen. Die Elastizität treibt die Oberfläche hin und her. Nun sagt einer: Das kann ja gar nicht sein; wenn ich da überhaupt etwas Elastisches einbiege, so muß das immer weiter und weiter sich biegen; nur wird es zuletzt hier so schwach, daß man es nicht mehr sieht, nicht mehr wahrnehmen kann. — Aber es ist eben nicht so. Das Elastische schnellt wieder zurück. Geradeso ist es mit dem Licht. Das Licht breitet sich ja nicht so aus, daß man sagen kann: da draußen ist es so schwach, daß es schon bald in die Finsternis hineinkommt, aber es breitet sich immer weiter aus. Das ist eben nicht wahr. Es breitet sich nur bis zu einem gewissen Punkte, bis zu einer gewissen Kugelschale aus, und dann schnellt es zurück. Und indem es zurückkommt, sieht es nur der Geistesforscher, nicht der Naturforscher. Denn wenn das Licht seine Elastizität erschöpft hat und zurückschnellt, kommt es als Geist, als Übersinnliches zurück. Da wird es dann vom Naturforscher nicht wahrgenommen. Es strahlt kein Licht aus, das nicht an eine gewisse Grenze kommt, wieder zurückstrahlt und als Geist zurückkommt. Aber dasjenige, was ich Ihnen hier für das Licht sagen möchte, ist auch für die Naturgesetze so. Die Naturgesetze nehmen in bezug auf ihre Gültigkeit ab, je weiter ich da in die Umgebung hinauskommen würde. Aber das geht nur bis zu einer gewissen Kugelschale; dann kommt alles wieder zurück. Dann aber kommen die Naturgesetze als sinnvolle Gedanken zurück. Und das ist der Weltenäther.

[ 20 ] Well, the natural scientist will admit this with regard to light—after all, that is his own conclusion—but he will not admit it with regard to the laws of nature. Yet even with regard to light, the spiritual scientist must make a qualification. You see, the natural scientist says that when light radiates out, its intensity decreases more and more the farther out you go, until finally it reaches a point where you can no longer distinguish its intensity from zero. But you see, such a claim is just as sensible as if someone were to say: I have a ball here that is elastic; I’m going to squeeze it now. — Well, in reality, as you know, the ball then tends to spring back in the opposite direction. Its elasticity causes the surface to move back and forth. Now someone might say: “That can’t possibly be true; if I bend something elastic at all, it must keep bending farther and farther; it just becomes so faint here in the end that you can no longer see it, can no longer perceive it.” — But that’s simply not the case. The elastic material snaps back. It’s exactly the same with light. Light does not spread out in such a way that one can say: “Out there it is so faint that it will soon merge into darkness,” but rather that it keeps spreading farther and farther. That is simply not true. It spreads only up to a certain point, up to a certain spherical shell, and then it snaps back. And as it returns, only the spiritual researcher sees it, not the natural scientist. For when the light has exhausted its elasticity and snaps back, it returns as spirit, as the supersensible. There it is then not perceived by the natural scientist. It does not radiate any light that does not reach a certain limit, reflect back, and return as spirit. But what I would like to say here about light also applies to the laws of nature. The validity of the laws of nature diminishes the farther I would venture out into the surrounding space. But this only goes as far as a certain spherical shell; then everything comes back again. But then the laws of nature return as meaningful thoughts. And that is the world ether.

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[ 21 ] Der Weltenäther hat nicht eine radial ausstrahlende Bewegung in bezug auf die Erde, sondern eine hereinkommende Bewegung, eine von allen Seiten herankommende Bewegung. Aber das, was in dieser Einstrahlung auf die Erde lebt, das sind überall sinnschöpferische Gedanken. Eine Gedankenbildekräftewelt ist zugleich der Weltenäther. Aber noch einen Haken hat dieses. Wenn ich hier auf Erden Gedanken so fasse, wie man sie faßt, daß man zu Naturgesetzen kommt, da sind die Gedanken so hübsch eben in Linien gebildet, wenn ich mich figürlich ausdrücken darf, daß man dann sagen kann: es gibt eine gewisse Konstanz des Stoffes, eine Konstanz der Kraft. Es gibt einen Brechungsexponenten der Lichtlehre und so weiter. Man formuliert durch Gedanken dasjenige, was im Materiellen lebt. Wenn die Gedanken aber zurückkommen, wenn man es erlebt, wie die Gedanken im Weltenäther leben, da sind sie nicht solche logischen Gedanken und nicht solche Gedanken mit scharfen Konturen, da sind sie Bildgedanken, Bilder, Imaginationen.

[ 21 ] The world ether does not have a radially outward movement in relation to the Earth, but rather an inward movement—a movement approaching from all sides. But what lives within this influx onto the Earth are, everywhere, thought-creating ideas. The world-ether is, at the same time, a world of thought-forming forces. But there is another catch to this. When I conceive of thoughts here on Earth in the way they are usually conceived—so as to arrive at the laws of nature—these thoughts are so neatly formed into lines, if I may speak figuratively, that one can then say: there is a certain constancy of matter, a constancy of force. There is a refractive index in the science of light, and so on. Through thoughts, one formulates what lives in the material realm. But when the thoughts return—when one experiences how thoughts live in the world ether—they are not such logical thoughts, nor are they thoughts with sharp contours; rather, they are image-thoughts, images, and imaginations.

[ 22 ] In diesen Dingen erlebt man ja gerade gegenüber dem heutigen Geistesleben ganz merkwürdige Dinge. Ich habe wiederum zu einigen von denen, die hier sitzen, vor einigen Tagen gesagt: Über den Weltenäther sind ja im Laufe der letzten vierzig, fünfzig Jahre Theorien über Theorien oder Hypothesen meinetwillen geformt worden. Der Weltenäther wurde von einigen als starrer Körper, von anderen als flüssiger Körper aufgefaßt, von anderen als Weltengas, als etwas, was in einer Art von wirbelnder Bewegung lebt und so weiter. Aber was geschieht denn da, wenn man solche Hypothesen aufstellt? Wenn man solche Hypothesen aufstellt, dann fährt man eben mit dem Denken so fort, wie man dieses Denken gewöhnt worden ist an den sichtbaren Naturwesen und Naturvorgängen. Aber das, was einem da zurückkommt, das hat ja längst aufgehört in solche Gedanken sich fassen zu lassen, welche die Naturgesetze formulieren. Was da zurückkommt, ergreift man nur, wenn man anfängt, in Bildern zu denken, imaginativ zu denken. Man möchte sagen: Der Inhalt, die Formulierung unserer Naturgesetze nimmt mit dem Quadrat der Entfernung an Gültigkeit ab, bis zu einer gewissen Kugelschale hin. Dann haben die Naturgesetze überhaupt aufgehört zu sein. Da verwaschen sie sich alle ineinander, da verschwimmen sie ineinander, und da kommen sie wiederum zurück, aber jetzt als Bilder; in Formungen, in Gestaltungen kommen sie zurück.

[ 22 ] In these matters, one experiences some truly remarkable things, especially when compared to today’s spiritual life. A few days ago, I said to some of those sitting here: Over the course of the last forty or fifty years, theory upon theory—or hypothesis upon hypothesis, if you will—has been formulated about the world-ether. Some have conceived of the world-ether as a solid body, others as a liquid body, and still others as a world-gas—as something that exists in a kind of swirling motion, and so on. But what actually happens when one formulates such hypotheses? When one formulates such hypotheses, one simply continues to think in the same way one has become accustomed to thinking about visible natural entities and natural processes. But what comes back to us there has long since ceased to be grasped by the kind of thinking that formulates the laws of nature. One can only grasp what comes back there if one begins to think in images, to think imaginatively. One might say: The content and formulation of our laws of nature decrease in validity with the square of the distance, up to a certain spherical shell. Beyond that, the laws of nature cease to exist altogether. There they all blur into one another, merge into one another, and there they return—but now as images; they return in forms and configurations.

[ 23 ] Und nun schaut man, wenn man eben in solche Lage des Schauens gekommen ist, wie ich es vorhin beschrieben habe, die Welt ätherisch an, das heißt in Bildform, und man muß sich das Geständnis machen: Jetzt siehst du für die Weile, während du in diesem Ätherischen lebst, nichts von deinem physischen Leib, aber es ist dir auch das Denken verdunstet, das du in der gewöhnlichen Welt anwendest. Jetzt ist es so, wie wenn das Universum überall zurückstrahlte, Bilder schickte, Imaginationen schickte. So daß man anfängt, das logische Denken in plastisch-malerisches Denken überzuführen, wenn man den Äther begreifen will. Daher wird es ganz selbstverständlich, daß der Äther nicht begriffen werden konnte von allen den Hypothesen, die ihre Rechnungen von dem Standpunkte hier anstellten; denn bis dahin, wo der Äther ausstrahlt, haben alle Rechnungen und all das Zeug, das man über die physischen Naturerscheinungen macht, ihre Bedeutung verloren. Da findet gar nicht das Ausstrahlen mehr statt, sondern das Hereinkommen, und da kommt nicht dieses Denken herein, das man hier im gewöhnlichen Bewußtsein anwendet, sondern da kommt ein Denken herein, das im Grunde genommen nur in der Kunst lebt, aber in der Kunst auch nur eben in irdischer Weise.

[ 23 ] And now, once one has reached that state of perception I described earlier, one views the world in an ethereal way—that is, in the form of images—and one must admit to oneself: For the time being, while you are living in this ethereal realm, you see nothing of your physical body, but the thinking you employ in the ordinary world has also evaporated. Now it is as if the universe were radiating back from every direction, sending images, sending imaginings. So that one begins to transform logical thinking into plastic, pictorial thinking when one wishes to comprehend the ether. Therefore, it becomes quite natural that the ether could not be understood by all the hypotheses that based their calculations on the perspective here; for as far as the ether radiates, all calculations and all the theories concerning physical natural phenomena have lost their meaning. There, radiation no longer takes place at all; rather, there is an influx—and what enters is not the kind of thinking one applies here in ordinary consciousness, but a form of thinking that, strictly speaking, lives only in art, though even in art it exists only in an earthly sense.

[ 24 ] So paradox das ist, was ich Ihnen jetzt sagen muß, es ist Wahrheit einfach für denjenigen, der die Welt durchschaut. Denken Sie sich, ich mache eine Holzplastik, und mache diese Holzplastik in der Form, in der Gestaltung eines Menschen; also meinetwillen einen Menschen forme ich. Ich mache diese Holzplastik in der Form, in der Gestaltung eben recht menschenähnlich. Sagen wir, es gelingt mir wirklich, die äußere Formung so zu bekommen, wie die äußere Formung des Menschen ist. Nur das eine bringe ich als Plastiker nicht zustande: daß der Raum ausgesaugt wird. Ich bringe als Plastiker es nur zustande, die physische Materie zu bemeistern. Könnte ich an der Stelle des Raumes, wo ich diese Holzplastik mache, auch die Äthergesetze des Weltenalls in Tätigkeit bringen, das heißt würde dieses tiefe Schweigen äußerlich eintreten, würde die negative Ruhe, nicht bloß die Nullruhe da sein, würde nicht bloß Raum da sein, sondern etwas, wo auch noch der Raum heraus ist, dann würde zwar aus meiner Holzplastik nicht der Mensch entstehen, aber etwas Pflanzenähnliches. Die Holzplastik bleibt nur eine Plastik, weil eben nur mit dem Physischen gerechnet wird, also bloß der Abdruck der Form gemacht wird, weil nicht auch dasjenige, was der Form eigentlich eigentümlich wäre, gemacht wird, das Aussaugen des Raumes. Das kann eben nicht geschehen, sonst würde meine Holzplastik ein wachsendes Gebilde sein. So müssen Sie sich klar sein darüber, daß Sie mit einem gewöhnlichen künstlerischen Denken, mit einem gewöhnlichen künstlerischen Empfinden allerdings nicht an die Ätherwelt herankommen, weil dieses Herankommen an die Ätherwelt etwas ist, wo man nicht nur in den Raum etwas hineinschaut, sondern wo man den Raum ergreift, so daß der Äther den Raum leer macht. Und dann erlebt man das Lebendige in diesem ausgesaugten Raume, oder eigentlich besser gesagt, in dem Aussaugen des Raumes. Es muß eben ein ganz anderes Denken eintreten, wenn man zu diesen höheren Welten hinaufkommen will.

[ 24 ] As paradoxical as what I must now tell you may be, it is simply the truth for anyone who sees through the world. Imagine this: I am creating a wooden sculpture, and I am shaping this wooden sculpture in the form and likeness of a human being; so, for my own sake, I am sculpting a human being. I make this wooden sculpture in a form and design that is quite human-like. Let’s say I really succeed in getting the outer form to match that of a human being. But there is one thing I, as a sculptor, cannot accomplish: that space be sucked out. As a sculptor, I can only master physical matter. If, in the space where I am creating this wooden sculpture, I could also set the etheric laws of the universe in motion—that is, if this deep silence were to manifest outwardly, if negative stillness, not merely zero stillness, were present, if there were not merely space but something in which space itself is also present—then, although a human being would not emerge from my wooden sculpture, something plant-like would. The wooden sculpture remains merely a sculpture because only the physical is taken into account—that is, only the imprint of the form is made—since what is actually characteristic of the form, the drawing out of space, is not also created. This simply cannot happen; otherwise, my wooden sculpture would be a growing entity. So you must be clear that with ordinary artistic thinking, with ordinary artistic feeling, you certainly cannot approach the etheric world, because this approach to the etheric world is something in which one does not merely look into space, but rather grasps space itself, so that the ether empties the space. And then one experiences the living presence in this drained space—or, to put it more accurately, in the very act of draining the space. A completely different way of thinking must take hold if one wishes to ascend to these higher worlds.

[ 25 ] Und dann, wenn man das andere noch erlebt hat, was ich Ihnen gesagt habe, das tiefe Schweigen der Seele, dann tritt noch etwas anderes ein. Da erleben Sie, wie die Gestaltungen, die Äthergestaltungen aus dem Weltenall an Sie herankommen. Aber zu gleicher Zeit erleben Sie in den Äthergestaltungen empfindende Geistwesen. Es kommen jetzt nicht nur Äthergestaltungen, sondern wirkliche Geistwesen der sogenannten höheren Hierarchien an Sie heran. Sie erleben als Geist unter Geistern. Sie erleben eine wirkliche geistige Welt. Die kommt mit diesem Rückstrahlen heran; überall wo die Äthergestaltungen an uns herankommen, erscheint die geistige Welt. Das Physische ist hinausgegangen, kommt in Äthergestaltungen zurück. Mit den Äthergestaltungen können aber jetzt Geistwesen zurückkommen. Nur, wenn Sie sich jetzt fragen: Wo kommen denn die her — da hat das «Wo» keine räumliche Bedeutung mehr. Die räumliche Bedeutung haben Sie dadurch, daß sie von der Peripherie des Weltenalls herkommen, sie kommen von allen Seiten des Weltenalls her, weil sie im Weltenäther sich tragen lassen. Der Weltenäther gibt ihnen ein räumliches «Wo»; dieses räumliche «Wo» ist nun aber ein Von-außen-Herankommen.

[ 25 ] And then, once you have experienced the other thing I told you about—the deep silence of the soul—something else occurs. You will experience how the forms, the etheric forms, approach you from the cosmos. But at the same time, you will experience sentient spirit beings within these etheric forms. It is not merely etheric forms that now approach you, but actual spiritual beings from the so-called higher hierarchies. You experience yourself as a spirit among spirits. You experience a real spiritual world. It approaches through this reflection; wherever the etheric forms approach us, the spiritual world appears. The physical has gone out and is returning in the form of etheric formations. But now spiritual beings can return with these etheric formations. However, if you now ask yourself, “Where do they come from?”—the “where” no longer has any spatial significance. They derive their spatial significance from the fact that they come from the periphery of the universe; they come from all sides of the universe because they are carried by the world ether. The world ether gives them a spatial “where”; this spatial “where,” however, is an approach from the outside.

[ 26 ] Diese zwei Substantialitäten, die ich auf diese Weise in der Welt entdecke, das Bildekraftmäßige, das mir in Äthergestaltungen entgegenkommt und mich überflutet, und dasjenige, was in dem als Geist-Wesenhaftes lebt, die eignet sich der Mensch an, indem er aus dem vorirdischen Leben in das irdische Leben heruntersteigt und sich ausfüllt mit etwas, was er nun in sich zusammenhält mit einem Teil der unendlichen Bildekraftwelt — unendlich im relativen Sinne, nämlich nur so weit, als das Universum reicht — und angefüllt selbst mit dem astralischen Leib, mit demjenigen, was da hereinkommt, und was ein «Wo» nur durch den Äther hat.

[ 26 ] These two forms of substance that I discover in the world in this way—the formative power that meets me in etheric forms and overwhelms me, and that which lives within them as spiritual essence—man appropriates, by descending from pre-earthly life into earthly life and filling himself with something that he now holds together within himself with a part of the infinite world of formative power—infinite in the relative sense, namely, only to the extent that the universe extends—and filling himself with the astral body, with that which enters there and which has a “where” only through the ether.

[ 27 ] Wir tragen in uns den physischen Leib, der aus den physischen Ingredienzien der Erde besteht. Wir tragen in uns den Ätherleib, der eigentlich uns zukommt aus den Weiten des Kosmos, und wir tragen innerhalb dieses Ätherleibs den Astralleib, der Geist aus dem Geist des Kosmos ist. Wir grenzen dasjenige, was unbestimmt, grenzenlos erscheint für das Universum, in uns ab.

[ 27 ] We carry within us the physical body, which consists of the physical elements of the Earth. We carry within us the etheric body, which actually comes to us from the vastness of the cosmos, and within this etheric body we carry the astral body, which is spirit derived from the spirit of the cosmos. We delimit within ourselves that which appears indeterminate and boundless to the universe.

[ 28 ] Und wenn wir nun noch höhere Übungen machen, wo wir nicht bloß bis zum tiefen Schweigen der Seele kommen, sondern wenn wir dieses tiefe Schweigen noch durchdringen und in unserem eigenen Wollen aufwachen, wie wir sonst nur im Denken, im Vorstellen aufwachen, dann erleben wir unsere vierte Menschlichkeit, unser Ich. Und von diesem Erleben des Ich will ich dann morgen um dieselbe Zeit zu Ihnen sprechen.

[ 28 ] And when we engage in even higher exercises—where we do not merely reach the deep silence of the soul, but penetrate this deep silence and awaken within our own will, just as we otherwise awaken only in thought and imagination—then we experience our fourth humanity, our “I.” And tomorrow at the same time, I would like to speak to you about this experience of the “I.”