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Appendix to the Public Lectures
GA 85

20 October 1907, Berlin

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Appendix to the Public Lectures, tr. SOL
  1. Nachträge zur Abteilung öffentliche Vorträge

22. Etwas über den Fortgang des Geisteslebens – William Blake

22. A Little About the Progress of Spiritual Life – William Blake

[ 1 ] Wir haben gesehen, wie durch der Zeiten Wende hindurch bei den einzelnen Geistern die im Geistesleben wirkenden theosophischen Gedanken verbreitet wurden, die auch in der Bibel auftauchen, und es ist interessant, sich in dieser Weise in die Menschheitsgeschichte zu vertiefen. Wir haben gesehen aus dem Vortrage von Frau Wolfram, der in geistvoller Weise versucht hat, die Wieland-Sage anzuknüpfen an das, was uns die Geisteswissenschaft zeigen kann an vorzeitlichen Gebilden und Ereignissen der europäischen Welt. Wir haben gesehen, wie zu verschiedenen Zeiten dasjenige, was der Mensch an Erkenntnissen – und zu denen man kommen kann –, an Weisheit gewinnen kann durch die dazu berufenen Druiden, Barden, ägyptischen Hermespriester, dienen soll dem Leben.

[ 1 ] We have seen how, throughout the course of history, theosophical ideas—which are also found in the Bible—were disseminated among individual souls, and it is interesting to delve into human history in this way. We have seen from Ms. Wolfram’s lecture, which ingeniously attempted to link the Wieland legend to what spiritual science can reveal to us about prehistoric structures and events in the European world. We have seen how, at various times, the insights—and those to which one can arrive—and the wisdom that human beings can gain through the druids, bards, and Egyptian priests of Hermes, who were called to this task, are meant to serve life.

[ 2 ] Solche Vorträge werden immer wieder und wieder, wie es scheint selbst bei den der Theosophie Fernerstehenden, gerade dazu zu gebrauchen sein, Neigung und Sympathie für die Theosophie in weiteren Kreisen hervorzurufen. Sie können auch bei Fernerstehenden das Bewusstsein erwecken, dass die Dinge, welche die Theosophie heute behauptet, doch nicht so ganz verdreht sind, weil sie den Geist in der Menschheit gespürt hat, wenn er auch im Symbol oder Mythos ausgedrückt war. Es war ja eine Weisheit immer da, und es ist schade, dass man nicht in einer langen Reihe von Tagen über Mythen reden kann. Da würden Sie sehen, wie die kleinsten Züge in den Mythen zurückgehen auf Erlebnisse. Es stimmen die Mythen und Sagen der verschiedenen Völker überein. Wenn wir die Sagen der Völker, die im Norden sind, verfolgen, so finden wir sie in einer ziemlich ähnlichen Gestalt, wenn wir sie nur zu erforschen versuchen.

[ 2 ] Such lectures seem to be useful time and time again—even among those who are far removed from Theosophy—precisely for arousing an inclination and sympathy for Theosophy in wider circles. They can also awaken in those who are distant the realization that the things Theosophy asserts today are not entirely distorted, because it has sensed the spirit within humanity, even if it was expressed in symbols or myths. After all, wisdom has always been there, and it is a pity that we cannot spend a long series of days discussing myths. Then you would see how even the smallest details in the myths can be traced back to actual experiences. The myths and legends of different peoples correspond with one another. If we trace the legends of the peoples of the North, we find them in a rather similar form, if only we try to investigate them.

[ 3 ] Nun ist öfter betont worden, wie nach und nach im Laufe der Menschheitsentwicklung das materialistische Denken heraufgekommen ist. Wir dürfen rückhaltlos von diesem Überwuchern des Materialismus sprechen, weil wir keine Kritik ausüben wollen gegenüber dem Verstandesdenken, sondern weil wir uns erinnern, dass dieses Denken notwendig war auf dem physischen, dem materialistischen Plan, weil wir wissen, dass es etwas ist, das kommen musste, damit der Mensch leisten konnte, was er geleistet hat. Diejenigen, die herausgeboren und herangezogen worden sind aus diesem materialistischen Denken, sie konnten zu der Meinung kommen, alles andere, was herausfällt aus diesem Denken, sei Dummheit und Phantasterei. Das ist es ja, was man uns meistens entgegensetzt. Diejenigen, welche uns sagen, dass die Sachen unlogisch sind, die sagen uns, dass die Theosophie scheinbar logisch sei, wenn sie aber dann den Aufbau ansehen, sagen sie, dass sie phantastisch werde, weil sie so genau die Welt aufbaue. Von den verschiedenen Prinzipien zum Beispiel sprächen wir so, dass sie gleichsam nur in den Menschen einziehen. Und von dem physischen Leib sprächen wir so, dass wir ihn gemeinschaftlich mit dem Ätherleib haben, und dass mit den Kräften im Ätherleib eine höhere Welt beginnt, dass er ferner die Stoffe und Kräfte aus der physischen Welt konzentriere, diese gleichsam zu einer Essenz ausbilde, heranbilde aus dem Makrokosmos den Mikrokosmos. Wenn der Mensch mit dem auch noch nicht fertig ist, so müssen wir uns doch sagen, dass, wenn die Welt noch nicht draußen so ausgebreitet ist wie der physische Leib, er doch ein Extrakt ist von der physischen Welt. Der Ätherleib ist gleichsam ein Extrakt der Ätherwelt und der Astralleib ein Extrakt der Astralwelt. Der Geistmensch ist ein geistiger Extrakt aus noch höheren Welten.

[ 3 ] It has often been emphasized how materialistic thinking has gradually emerged over the course of human development. We may speak unreservedly of this proliferation of materialism, not because we wish to criticize rational thinking, but because we recall that this way of thinking was necessary on the physical, materialistic plane—for we know it was something that had to come about so that humanity could achieve what it has achieved. Those who were born into and raised with this materialistic way of thinking may have come to believe that anything else that falls outside this way of thinking is foolishness and fantasy. That is, in fact, what is most often held against us. Those who tell us that these things are illogical say that Theosophy appears to be logical, but when they then look at its structure, they say it becomes fanciful because it constructs the world so precisely. Regarding the various principles, for example, we would speak of them as, so to speak, entering only into human beings. And we speak of the physical body in such a way that we possess it in conjunction with the etheric body, and that a higher world begins with the forces in the etheric body; furthermore, that it concentrates the substances and forces from the physical world, forming them, as it were, into an essence, and shaping the microcosm out of the macrocosm. If we have not yet come to terms with this, we must nevertheless acknowledge that, even if the world is not yet as expansive on the outside as the physical body, it is nonetheless an extract of the physical world. The etheric body is, as it were, an extract of the etheric world, and the astral body an extract of the astral world. The spiritual human being is a spiritual extract from even higher worlds.

[ 4 ] Nun muss jeder fühlen, der die Geisteswissenschaft verfolgt hat in dem Sinne, wie sie hier vertreten wird, dass der physische Leib heute der am vollkommensten ausgestattete ist. Der Ätherleib, weil er weniger alt ist als der physische Leib, ist daher auch weniger vollkommen. Und ebenso der Astralleib. Diese höheren Glieder werden sich immer weiter und weiter ausbilden. Aber der Mensch musste die höheren Welten einfangen in seine Haut hinein. Dadurch fielen diese Prinzipien, die sonst den ganzen Weltenraum durchfluten, ab von ihrem Ursprung, nahmen im Menschenleib ihren Wohnplatz und schauen durch die Sinne hinaus in die Welt. Jede einzelne Individualität ist eine Art von «Abfall» und muss sich im Laufe der Entwicklung hinaufwinden zu dem, was in ihr wiederum das bewirken wird, was ihr zur Gottähnlichkeit dient. Das ist es, was immer empfunden worden ist als der Fall höherer Geister in die Persönlichkeit und in die Individualität, die sich aus der Verdichtung wieder zur höheren Geistigkeit erheben müssen.

[ 4 ] Anyone who has studied spiritual science in the sense in which it is presented here must now realize that the physical body is currently the most fully developed. The etheric body, because it is younger than the physical body, is therefore also less developed. And the same is true of the astral body. These higher members will continue to develop further and further. But human beings had to capture the higher worlds within their own bodies. As a result, these principles—which otherwise permeate the entire cosmos—separated from their source, took up residence in the human body, and now look out into the world through the senses. Every single individuality is a kind of “fall” and must, in the course of development, strive upward toward that which will in turn bring about within it what serves its likeness to God. This is what has always been perceived as the fall of higher spirits into personality and individuality, which must rise again from densification to higher spirituality.

[ 5 ] Sehen Sie, man könnte nun meinen, dass das eine uralte Weisheit sei. Aber diese uralte Weisheit schrieben viele der kindlichen Phantasie der Völker zu. Das war ein Märchen vom grünen Tisch der Gelehrsamkeit, diese dichtende Volksphantasie. Man könnte auch sagen, im Kopfe einzelner Vertreter der Gegenwart lebt wieder so etwas von den höheren Welten. Aber bei allen vernünftigen Leuten braucht das keinen Anklang zu finden. Sowie die Menschheit denken gelernt hat, kam sie über das hinaus, und da heute ein paar Köpfe da sind, die in so großes Dunkel fielen, so wirkt das auch auf die anderen. Das wird sich aber wieder geben. Die, welche in der Theosophie bewandert sind, wissen, wie es sich mit der Sache verhält. Es wird aber doch gewöhnlich eine wenig zutreffende Schilderung über den Gang der Menschheitsentwicklung entfaltet. Was ich in anderen Versammlungen auch schon gesagt habe, das wird oft auch hier in starkem Maßstabe getrieben. Sie stecken wie der Vogel Strauß den Kopf in den Sand, kümmern sich nicht um das, was um sie herum vorgeht, und sagen dann, dass es nicht da sei. Wie aber die wahre Geisteswissenschaft immer existiert hat, so haben auch alle die tiefere Anlage des Herzens und der Seele gehabt. Es hat immer etwas Ähnliches gegeben wie die Theosophie. Aber immer war es nur als dunkles Gefühl, vielleicht auch als verworrene Begriffe [vorhanden].

[ 5 ] You see, one might think that this is some ancient wisdom. But many attributed this ancient wisdom to the childlike imagination of the peoples. It was a fairy tale concocted by the scholarly elite—this poetic folk imagination. One could also say that something of the higher worlds lives on once more in the minds of certain individuals today. But this need not find any resonance among reasonable people. As soon as humanity learned to think, it moved beyond that, and since there are a few minds today who have fallen into such great darkness, this also affects the others. But that will pass. Those who are well-versed in theosophy know how things really stand. Yet, as a rule, a somewhat inaccurate picture of the course of human development is presented. What I have already said in other gatherings is often carried to extremes here as well. They stick their heads in the sand like an ostrich, pay no attention to what is happening around them, and then claim that it does not exist. But just as true spiritual science has always existed, so too have all people possessed a deeper disposition of heart and soul. There has always been something similar to Theosophy. Yet it was always present only as a vague feeling, or perhaps as confused concepts.

[ 6 ] Wenn man hineinschaut in die Seelen, dann findet man Menschen, die sich sehnen nach einer solchen Anschauung. Was wusste man von Weltprinzipien vor dem Jahre 1879? Da konnten sie ihren Drang nicht befriedigen. Es gab aber solche Menschen – und das sind charakteristische Erscheinungen im menschlichen Leben –, die lebendigen Drang und aufgewecktesten Geist hatten, die alle Bekenner dieser Weltanschauung waren, die sie in einer gewissen Beziehung vollständig aus dem geleisteten menschlichen Denken machten, und die uns zugleich ahnen lässt, wie viel doch in ihnen gelebt hat. Es gibt solche Anschauungen auch im Laufe des materialistischen Zeitalters – und das ist das Interessante –, von denen man sagen kann, dass die Geister theosophische Gedanken gehabt haben, aber kein theosophisches Denken. Es gibt solche, die so waren, wie wenn Sie sich in einem Garten in einem Hohlspiegel ansehen und sich dann verzerrt sehen. Sie sehen sich so, dass Sie sich nicht gut so fotografieren lassen können.

[ 6 ] If one looks into people’s souls, one finds individuals who long for such a worldview. What was known about the principles of the world before 1879? Back then, they could not satisfy their longing. Yet there were such people—and these are characteristic phenomena in human life—who possessed a vivid impulse and the most alert spirit, who were all adherents of this worldview, who, in a certain sense, derived it entirely from human thought as it had been developed, and who at the same time give us a sense of just how much was alive within them. Such views also exist in the course of the materialistic age—and this is the interesting part—of which one can say that the minds held theosophical thoughts, but not theosophical thinking. There are those who were like someone looking at themselves in a concave mirror in a garden and seeing a distorted image. They see themselves in such a way that they cannot be photographed well.

[ 7 ] Derjenige, der die Weltanschauung begründet, ist nicht der, der daran leidet. So ist es auch mit der materialistischen Anschauung. Nicht der Begründer der materialistischen Anschauung wird nervös, sondern seine Anhänger werden es. Die Anhänger von okkult verzerrten Weltanschauungsbildern würden uns auch die schwerwiegenden Folgen zeigen. Unter den vielen schönen Gedanken, die uns wie schöne Spiegelungen an der Oberfläche des Lebens erscheinen, sind auch andere Gedanken, die uns solche Zerrbilder zeigen. Es gibt aus dem letzten Jahrhundert ein Beispiel einer solchen verzerrten theosophischen Weltanschauung, das äußerst interessant ist, weil es uns zeigt, dass die theosophische Weltanschauung natürlich herauswachsen kann aus einer Sehernatur. Denn um eine Sehernatur handelt es sich hier, wo sich geniale Gedanken sogar bei astralischen Anschauungen finden, aber sie finden sich mit dem Scheußlichsten und Gräulichsten gemischt. Es finden sich schöne Bilder zusammen mit den unglaublichsten Zerrbildern, auch verbunden mit der Gewalt der Sprache. Zu gleicher Zeit finden wir auch etwas, wo wir sehen, dass solche verzerrten Bilder kleine menschliche Leidenschaften entfalten. So sehen wir gerade an einem solchen Beispiel, wie die Theosophie für die Menschheit notwendig geworden ist. Denn die Theosophie ist der menschlichen Seele natürlich und selbstverständlich. Der Oberflächliche mag vielleicht nicht zu ihr kommen; aber der Tiefere muss zu ihr kommen; wenn nicht anders, dann durch die Reaktion gegen den Materialismus.

[ 7 ] The person who establishes a worldview is not the one who suffers from it. The same is true of the materialist worldview. It is not the founder of the materialist worldview who becomes anxious, but rather his followers. The followers of occult-distorted worldviews would also show us the serious consequences. Among the many beautiful thoughts that appear to us like beautiful reflections on the surface of life, there are also other thoughts that show us such distorted images. There is an example from the last century of such a distorted theosophical worldview that is extremely interesting because it shows us that the theosophical worldview can naturally grow out of a visionary nature. For this is a case of a visionary nature, where brilliant thoughts are found even in astral visions, but they are mixed with the most hideous and gruesome elements. Beautiful images are found alongside the most unbelievable distortions, combined with the power of language. At the same time, we also find instances where we see that such distorted images give rise to petty human passions. Thus, we see precisely from such an example how theosophy has become necessary for humanity. For theosophy is natural and self-evident to the human soul. The superficial person may not come to it; but the deeper thinker must come to it—if not otherwise, then through a reaction against materialism.

[ 8 ] So ist es mit William Blake, der eine eigentümliche Führung in der Theosophie bei sich selber ausgelebt hat. Er nennt etwas wie höhere Welten, in denen die Prinzipien zuerst vorhanden sind, welche dann in den Menschen hineinkristallisieren. So kennt er etwas Ähnliches wie dasjenige, was wir nennen die Geister der devachanischen Welt, wo aller Geist noch im Allgemeinen vorhanden ist. Er nennt den Führer in dieser Welt [Urizen]. Und das alles aus seinem eigenen Geist heraus, zuweilen mit zutreffender, zuweilen aber auch mit furchtbar verzerrter Anschauung. Die astralische Natur nennt er [Luvah], den Ätherleib [Tharmas], und bei den verschiedenen Prinzipien, die wir reiner und vollkommener gestaltet in der Geisteswissenschaft geben, zeigt er, wie sich diese in die Individualität hineindrücken. Das ist ihm in gewisser Weise aufgegangen. Er sagt: Solange er draußen in seinem Reiche war, war er eine hohe göttliche Geistigkeit, als er aber heruntergestiegen ist in den Menschen hinein, da kam er in den «Abfall» und wurde ein Geist, der alle möglichen menschlichen Kleinheiten in sich enthielt. Es ist also so, dass da eine Art ganz verzerrter Theosophie entsteht.

[ 8 ] Such is the case with William Blake, who lived out a unique path within theosophy on his own terms. He speaks of something like higher worlds in which the principles first exist, which then crystallize within human beings. Thus, he is familiar with something similar to what we call the spirits of the Devachanic world, where all spirit is still generally present. He calls the guide in this world [Urizen]. And all of this springs from his own mind, at times with an accurate perspective, but at other times with a terribly distorted one. He calls the astral nature [Luvah], the etheric body [Tharmas], and regarding the various principles that we present in a purer and more perfect form in spiritual science, he shows how these imprint themselves upon the individual. In a certain sense, this has dawned on him. He says: As long as he was out there in his realm, he was a high divine spirit, but when he descended into human beings, he fell into “decadence” and became a spirit containing all manner of human trivialities. Thus, a kind of completely distorted theosophy arises.

[ 9 ] Er sagt auch, es gibt vier Zoas, vier Prinzipien, die sind alle gut. In die menschliche Seele hineinversenkt, werden sie schlecht. Da werden sie feindlich und persönlich. Er geht dann noch weiter und zeigt, dass er tiefe Einsichten hat, wenn auch verzerrt. Das Ich drückt sich aus im Blutsystem, das Astralische im Nervensystem und das Höhere im Drüsensystem des Ätherleibes. Einen physikalischen Apparat sieht er im physischen Leib. Morgen werden wir sprechen von dem, was wir als Geist-Selbst im jetzigen Menschen bemerken können. Wenn Sie das hören, werden Sie sehen, dass wir den ganzen Menschen herausbauen und abbilden aus der geistigen Welt. Wir werden sehen, wie die höheren Prinzipien herausfließen aus der Natur.

[ 9 ] He also says there are four Zoas, four principles, all of which are good. When immersed in the human soul, they become evil. There they become hostile and personal. He then goes even further and demonstrates that he has deep insights, albeit distorted ones. The “I” expresses itself in the circulatory system, the astral in the nervous system, and the Higher in the glandular system of the etheric body. He sees a physical apparatus in the physical body. Tomorrow we will speak of what we can perceive as the spiritual self in modern human beings. When you hear this, you will see that we are constructing and depicting the whole human being from the spiritual world. We will see how the higher principles flow forth from nature.

[ 10 ] Das sagt William Blake, und er beschreibt solche Dinge zuweilen großartig. Er ist einer von diesen Geistern, die die Theosophie in der Sehnsucht, in einem gewissen unklaren, sogar natürlichen Anschauen haben, und die verfolgen im Einzelnen, ja sogar astral verfolgen, wie die Prinzipien in den Menschen hineinsteigen. Wir können es ihm nachfühlen, wie er tatsächlich seine Theosophie praktisch zu machen sucht. Alles ist im Einzelnen unrichtig und verzerrt, aber es zeigt, wie so etwas in der Welt lebt. Das sehen Sie, wenn er zum Beispiel sagt:

[ 10 ] That is what William Blake says, and he sometimes describes such things magnificently. He is one of those spirits who possess a theosophical insight—a certain vague, even natural intuition—and who observe in detail, indeed even astral-level observation, how these principles enter into human beings. We can empathize with him as he actually seeks to put his theosophy into practice. Everything is inaccurate and distorted in the details, but it shows how such things exist in the world. You can see this, for example, when he says:

Die Erde bebte. Und Urizen auf dem Sitze
Von schwarzen Wolken salbte die schmerzende Wunde,
Die Salbe floss nieder in den Raum
Mit Blut gemischt; daher nimmt die Schlange ihr Gift.

Mit Mühe und großen Schmerzen hob
Urizen hoch den toten Leib,
Auf den Schultern trug er ihn dorthin, wo
Ein Baum über [der] Unendlichkeit hängt.

Denn als Urizen sich abgewandt
Vom Ewigen, setzte er sich auf
Einen unfruchtbaren Fels, den er selbst
Aus zurückwallenden Phantasien versteinert.

The earth trembled. And Urizen, seated
The black clouds anointed the aching wound,
The ointment flowed down into the room
Mixed with blood; thus the serpent draws its venom.

With great effort and immense pain,
Urizen lifted the dead body high,
and carried it on his shoulders to the place where
a tree hangs over [the] infinity.

For when Urizen turned away
from the Eternal, he sat down
on a barren rock, which he himself
had petrified from surging fantasies.

[ 11 ] Da haben Sie ein wunderbares Bild von dem Weben Urizens, der die Phantasien des Kosmos versteinert. Wer erinnert sich da nicht an jene Schilderung des Mineralreiches, wo der Geist, der in der Partie des Devachan waltet, hier unten das Mineralreich schafft und verdichtet. – Dann geht bei ihm das weiter:

[ 11 ] Here you have a wonderful image of the weaving of Urizen, who petrifies the fantasies of the cosmos. Who does not recall that description of the mineral kingdom, where the spirit that reigns in the realm of Devachan creates and condenses the mineral kingdom down here? — Then he continues:

Manche Träne fiel auf den Fels,
Manche Krume von Pflanzenwuchs
…
Sie ward ein stämmiger Baum; er schrieb
Schweigend sein Buch von Eisen.

A tear or two fell upon the rock,
A crumb or two of plant growth
…
It became a sturdy tree; he wrote
Silently, his book of iron.

[ 12 ] Sie wissen, was vom Mars erzählt wird vom Blut und Eisen.

[ 12 ] You know what is said about Mars—of blood and iron.

Bis die furchtbare Pflanze die Zweige bog
Und zu Wurzeln ward, wenn sie zur Erde fielen,
Und wieder aufspross zu mannigen Bäumen.

Erstaunt fuhr Urizen auf, als er
Sich selbst rings eingeschlossen fand
Und hochüberdacht von Bäumen.
Er stand auf, doch die Bäume standen so dicht,
Dass er mit Mühe und großer Pein,
All seine Bücher, außer dem Buche
Von Eisen, aus dem unheilvollen Schatten brachte.

Until the dreadful plant bent its branches
And turned into roots as they fell to the ground,
And sprouted anew into many trees.

Urizen was astonished when he
found himself surrounded on all sides
and high above, shaded by trees.
He stood up, but the trees stood so thick,
That with great effort and great pain,
He brought all his books—except the book
Of iron—out of the ominous shadow.

[ 13 ] Wir sehen, wie das Licht sich heraushebt aus dem Dunkel.

[ 13 ] We see how the light emerges from the darkness.

Der Baum wächst noch über der Leere
Und umflicht mit Wurzeln sich selbst, –
Ein endlos Labyrinth von Wehe!

Den Leib seines Erstgeborenen
Nagelt an den verfluchten Baum des Geheimnisses
Auf die höchste Spitze dieses Stammes
Urizen, – Fuzons Leib.

The tree still grows above the void
And entwines itself with its roots, –
An endless labyrinth of woe!

The body of his firstborn
is nailed to the accursed Tree of Mystery
at the very top of this trunk
Urizen—Fuzon’s body.

[ 14 ] In den Baum hinein versenkte er seine Kraft, sodass diese Kräfte im Menschen nicht mehr das sind, was sie in der geistigen Welt sind. Nun schildert er mit furchtbarer Anschaulichkeit, wie die astrale Weltanschauung hingegangen ist zum abstrakten Denken. Er hasst die Abstraktion. Sie kam ihm vor wie eine Krankheit.

[ 14 ] He channeled his power into the tree, so that these forces in human beings are no longer what they are in the spiritual world. He now describes with striking clarity how the astral worldview has given way to abstract thinking. He hates abstraction. It seemed to him like a disease.

[ 15 ] Da haben Sie einen merkwürdigen Menschen, der in der zweiten Hälfte des achtzehnten Jahrhunderts lebte, der Ihnen beweist, wie notwendig es ist, dass jene Urweisheit, die damals gelebt hat, heute wieder aufleben muss. Da, wo die Grenze war, war die Sehnsucht nach dieser Weisheit. Wir empfinden klar, wenn wir sehen, wie die Weisheit waltet. Es ist ein Buch, in dem Sie manchmal empfinden so etwas wie Hexensabbat, so verwirrend ist es, und es ist manchmal etwas, was wiederum Brocken der schönsten theosophischen Wahrheiten enthält. Das ist ein Seher des achtzehnten Jahrhunderts, ein merkwürdiger Seher, der Ihnen beweisen kann, wie die Sehergabe nicht ganz verschwunden war in den materialistischen Zeiten. Das war eine kleine Probe, und jetzt wollen wir noch Fräulein Garmatter hören aus dem reichen Schatz ihres Könnens.

[ 15 ] Here is a remarkable person who lived in the second half of the eighteenth century, proving to you just how necessary it is for that primordial wisdom, which was alive back then, to be revived today. Where there was a boundary, there was a longing for this wisdom. We sense it clearly when we see how wisdom reigns. It is a book in which you sometimes sense something like a witches’ sabbath—so confusing is it—and yet it also contains fragments of the most beautiful theosophical truths. This is an eighteenth-century seer, a remarkable seer, who can prove to you that the gift of clairvoyance had not entirely disappeared in those materialistic times. That was a small sample, and now let us hear more from Miss Garmatter from the rich treasure of her expertise.