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Appendix to the Public Lectures
GA 85

11 February 1910, Dresden

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Nachträge zur Abteilung öffentliche Vorträge
  1. Appendix to the Public Lectures, tr. SOL

93. Der Kreislauf des Menschen durch die Sinnes-, Seelen- und Geisteswelt

93. Der Kreislauf des Menschen durch die Sinnes-, Seelen- und Geisteswelt

[ 1 ] Über das Thema: «Der Menschen Kreislauf durch die Sinnen-, Seelen- und Geisterwelt» sprach am Freitagabend im vollbesetzten kleinen Gewerbehaussaale der bekannte Wissenschaftler Dr. Rudolf Steiner, einer der eifrigsten Rufer im Streit zwischen Theosophie und moderner Weltanschauung. Referent rekapitulierte in kurzen Umrissen den Inhalt seines letzten Vortrages, da er zur richtigen Erkenntnis des neuen tief einschneidenden Themas notwendig sei. Die Theosophie habe sich jetzt seit reichlich einem Jahrzehnt in unsere Zeit hineingelebt. Wenn auch die Geistesforscher heute noch als Märtyrer ihrer Überzeugung, gleich den größten Wissenschaftlern des Altertums und Mittelalters, zu betrachten seien, so sei damit noch lange nicht der Beweis erbracht, dass die Theosophie einfach als Phantasterei angesehen werden müsse. Wenn der Mensch sich bis zur heutigen Stufe entwickelt habe, warum sollte er denn hier stehen bleiben? Die Geistesforschung zeige die Möglichkeit, all die untergehenden Geisteskräfte zu neuem Leben zu erwecken. Der wahre Geistesforscher müsse einen starken Willen haben und imstande sein, sich gegen die äußeren Einflüsse abzuschließen. Dann erlebe er stets etwas Neues: er lerne mit der Seele sehen. Der heutige Vortrag solle nur ein kleines Kapitel aus der Welt des Sehers, aus dem Forschen in der Welt des Geistes, in der Form einer schlichten Erzählung bringen. Der Stoff sei zu gewaltig, um an einem Abend behandelt zu werden. Über die vier bedeutsamen Begriffe: «Wachen, Schlafen, Leben und Tod» wolle er sich jetzt verbreiten. Mit Recht werde der Schlaf der Bruder des Todes genannt: Während die Kräfte des physischen Lebens bis auf einen geringen Teil ausgeschaltet seien, hole sich der astralische oder geistige Leib neue Kräfte im Geistesreich. Vor dem Auge des Sehers bestehe das Individuum aus dem physischen, dem Äther-, dem Astral-Leib und dem Ich. Aus diesen vier Eigenschaften heraus sei auch die Wechselwirkung zwischen Wachen und Schlafen zu erklären: Der physische und ätherische Leib schlafe, heraus dränge das Ich mit seinem astralischen Leib, um morgens beim Erwachen wieder in den physischen Leib unterzutauchen. Ähnlich erkläre sich die Geisteswissenschaft die Probleme Tod und Leben. Im Tode geschehe nur etwas anderes wie im Schlafe: Der physische Leib bleibe allein zurück, und Äther-, Astral-Leib und das Ich blieben zusammen. Unmittelbar nach dem Tode seien zwei Tatsachen zu konstatieren: Der Mensch fühle sich, als wenn seine seelische Wesenheit aus sich herauswüchse, er tauche unter in die vorher nur vermutete Welt. Als zweite Tatsache erfolge sofort nach dem Tode ein mächtiges Erinnerungsbild, das ganze Leben ziehe kaleidoskopartig an dem geistigen Auge vorüber. Nach dem Absterben bleibe der Ätherleib als Leichnam in der Geisterwelt zurück, gleichsam als sein Extrakt gingen der astralische Leib und das Ich in die Seelenwelt hinüber. Das nächste Leben sei verschieden von dem vorigen: Es komme also nur noch in Frage der astralische Leib und das Ich mit den letzten Eindrücken des Ätherleibes. Es folge nun die sogenannte Kamaloka- oder Schmerzenszeit; denn dieselben Gelüste, wieder irdische, habe der Astral-Leib ebenfalls. Es fehlten ihm nur zur Befriedigung die physischen Werkzeuge. Nach Überwindung dieser Gelüste, die natürlich individuell verschieden auftreten würden, gehe er in die geistige Welt über. Man habe sich freigemacht von dem Verlangen und den Genüssen des physischen Leibes. In der physischen Welt seien wir die Empfangenden, in der geistigen Welt dagegen die Hervorbringenden. Später trete das Bedürfnis nach einer Wiederkehr in die physische Welt wieder an das Ich heran und diese Wiederkehr mit der Verwirklichung der Früchte des früheren Lebens gehe in einem anderen sich bildenden menschlichen Organismus auf. Diesen Vorgang nenne die Theosophie das Gesetz der Wiederverkörperung, des wiederholten Erdenlebens. Wenn man frage, warum denn die Erinnerung an die früheren Lebensepochen verschwunden sei, so müsse man antworten, dass die Menschheit noch nicht reif für diese Aufgabe sei: Für den Geistesforscher, den Seher, läge die Erinnerung da wie ein aufgeschlagenes Buch. – Nach dem Vortrag fand eine Fragenbeantwortung statt.

[ 1 ] Über das Thema: «Der Menschen Kreislauf durch die Sinnen-, Seelen- und Geisterwelt» sprach am Freitagabend im vollbesetzten kleinen Gewerbehaussaale der bekannte Wissenschaftler Dr. Rudolf Steiner, einer der eifrigsten Rufer im Streit zwischen Theosophie und moderner Weltanschauung. Referent rekapitulierte in kurzen Umrissen den Inhalt seines letzten Vortrages, da er zur richtigen Erkenntnis des neuen tief einschneidenden Themas notwendig sei. Die Theosophie habe sich jetzt seit reichlich einem Jahrzehnt in unsere Zeit hineingelebt. Wenn auch die Geistesforscher heute noch als Märtyrer ihrer Überzeugung, gleich den größten Wissenschaftlern des Altertums und Mittelalters, zu betrachten seien, so sei damit noch lange nicht der Beweis erbracht, dass die Theosophie einfach als Phantasterei angesehen werden müsse. Wenn der Mensch sich bis zur heutigen Stufe entwickelt habe, warum sollte er denn hier stehen bleiben? Die Geistesforschung zeige die Möglichkeit, all die untergehenden Geisteskräfte zu neuem Leben zu erwecken. Der wahre Geistesforscher müsse einen starken Willen haben und imstande sein, sich gegen die äußeren Einflüsse abzuschließen. Dann erlebe er stets etwas Neues: er lerne mit der Seele sehen. Der heutige Vortrag solle nur ein kleines Kapitel aus der Welt des Sehers, aus dem Forschen in der Welt des Geistes, in der Form einer schlichten Erzählung bringen. Der Stoff sei zu gewaltig, um an einem Abend behandelt zu werden. Über die vier bedeutsamen Begriffe: «Wachen, Schlafen, Leben und Tod» wolle er sich jetzt verbreiten. Mit Recht werde der Schlaf der Bruder des Todes genannt: Während die Kräfte des physischen Lebens bis auf einen geringen Teil ausgeschaltet seien, hole sich der astralische oder geistige Leib neue Kräfte im Geistesreich. Vor dem Auge des Sehers bestehe das Individuum aus dem physischen, dem Äther-, dem Astral-Leib und dem Ich. Aus diesen vier Eigenschaften heraus sei auch die Wechselwirkung zwischen Wachen und Schlafen zu erklären: Der physische und ätherische Leib schlafe, heraus dränge das Ich mit seinem astralischen Leib, um morgens beim Erwachen wieder in den physischen Leib unterzutauchen. Ähnlich erkläre sich die Geisteswissenschaft die Probleme Tod und Leben. Im Tode geschehe nur etwas anderes wie im Schlafe: Der physische Leib bleibe allein zurück, und Äther-, Astral-Leib und das Ich blieben zusammen. Unmittelbar nach dem Tode seien zwei Tatsachen zu konstatieren: Der Mensch fühle sich, als wenn seine seelische Wesenheit aus sich herauswüchse, er tauche unter in die vorher nur vermutete Welt. Als zweite Tatsache erfolge sofort nach dem Tode ein mächtiges Erinnerungsbild, das ganze Leben ziehe kaleidoskopartig an dem geistigen Auge vorüber. Nach dem Absterben bleibe der Ätherleib als Leichnam in der Geisterwelt zurück, gleichsam als sein Extrakt gingen der astralische Leib und das Ich in die Seelenwelt hinüber. Das nächste Leben sei verschieden von dem vorigen: Es komme also nur noch in Frage der astralische Leib und das Ich mit den letzten Eindrücken des Ätherleibes. Es folge nun die sogenannte Kamaloka- oder Schmerzenszeit; denn dieselben Gelüste, wieder irdische, habe der Astral-Leib ebenfalls. Es fehlten ihm nur zur Befriedigung die physischen Werkzeuge. Nach Überwindung dieser Gelüste, die natürlich individuell verschieden auftreten würden, gehe er in die geistige Welt über. Man habe sich freigemacht von dem Verlangen und den Genüssen des physischen Leibes. In der physischen Welt seien wir die Empfangenden, in der geistigen Welt dagegen die Hervorbringenden. Später trete das Bedürfnis nach einer Wiederkehr in die physische Welt wieder an das Ich heran und diese Wiederkehr mit der Verwirklichung der Früchte des früheren Lebens gehe in einem anderen sich bildenden menschlichen Organismus auf. Diesen Vorgang nenne die Theosophie das Gesetz der Wiederverkörperung, des wiederholten Erdenlebens. Wenn man frage, warum denn die Erinnerung an die früheren Lebensepochen verschwunden sei, so müsse man antworten, dass die Menschheit noch nicht reif für diese Aufgabe sei: Für den Geistesforscher, den Seher, läge die Erinnerung da wie ein aufgeschlagenes Buch. – Nach dem Vortrag fand eine Fragenbeantwortung statt.