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The Rudolf Steiner Archive

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Nachträge zur Abteilung öffentliche Vorträge
GA 85

21 September 1919, Dresden

21. Der Weg der inneren Schulung und die Gefahren des Okkultismus

[ 1 ] In der Zeit vom 14., 15. bis zum 21., 22. Lebensjahre sind es gleichsam die geistigsten, innerlichsten Kräfte, die da im jungen Menschen wirken. Diese Kräfte, die da wirken, ziehen sich zurück ins Innere und schlafen. Diese, in letzterer Periode sich betätigenden, die die Urteilskraft herausgestalten, die können herausgeholt werden und dann die imaginative Stufe bewirken. Diese imaginativen Bilder können ausdrücken geistige Tatsachen – wie Gedanken und Begriffe Geistiges darstellen können. Viel aktiver arbeiten im Denken müssen wir aber zur Erreichung dieser Stufe.

[ 2 ] «Weisheit lebt im Licht» – dabei auch die Sonne vorstellen usw. Es kommt nicht auf den Inhalt solcher Vorstellungen an, sondern [darauf], dass wir mit ganzer Kraft, mit unserem Bewusstsein in diesen Bildern leben. Solche Übungen sind geeignet zum Erwecken der Kräfte, die tätig sind in dem Alter vom 14. bis zum 21. Jahre am Menschen.

[ 3 ] Weiter müssen hervorgeholt werden aus dem Menschen jene Kräfte, welche gewirkt haben am Menschen vom 6., 7. bis zum 14., 15. Jahre, – genannt die Kräfte der Inspiration. Sie hängen mit dem Wachstum, dem Atmungssystem, dem Blute zusammen in der Zeit vom 7. bis 14. Jahre, wie die imaginativen Kräfte zusammenhängen mit dem Nervensystem.

[ 4 ] Wenn man nun das Bild «Weisheit lebt im Licht» fallen lassen kann und sich nur an die Tätigkeit hingibt, die man ausübt, indem man sich jenem Bild hingegeben hatte, nur abdrückt das Bild und nicht in sein Bewusstsein … [Lücke] bevor die Tätigkeit in sich selbst … [Lücke], dann macht man sich frei von sich selbst. Wir wissen, der Bildinhalt rührt von etwas ganz anderem her als nur von sich, von seiner Phantastik, vielmehr stammt er aus der geistigen Welt. Man entdeckt eine ganz andere Welt, die unbekannt war, weil jene Kräfte schliefen bis dahin.

[ 5 ] Am schwersten sind die Kräfte zu erwecken, die arbeiten am Menschen von der Geburt bis zum Zahnwechsel. Es sind das Kräfte, die uns die Gestalt geben. Diese Kräfte, erweckt, entwickeln in uns die Intuitions-Kräfte, wodurch der Mensch fähig wird, sich hinzugeben der geistigen Welt. Geduld und Ausdauer gehören zu den Übungen, die zu diesem Erwecken nötig sind.

[ 6 ] Nachdem man nun eine Zeit lang gelebt hat in seiner inneren Tätigkeit, lasse man auch diese Tätigkeit fallen, aber ohne in Schlummer zu verfallen, was sehr leicht geschehen kann. Dann ist man hingegeben an die geistige Welt, wie man im Wachbewusstsein hingegeben ist an die äußere physische Welt.

[ 7 ] So im Westen. Im Orient wusste man noch, dass diese besonderen Kräfte zusammengehören mit dem Atem. Atemübungen wurden gemacht, um jene Kräfte zu wecken, die das Atmungssystem organisiert haben. Wie eine innere Musik, ein Harmonisieren wirken sie. Der im Atmungsprozess liegende Mensch enthüllt uns die ganze Welt. Diese Übung des Bildes, dann das Fallenlassen des Bildes, dies führt zum Durchleuchten des Atems. Man gelangt zur Sphärenmusik. – Leier des Apoll. – Die Harmonie des Weltalls spielt auf den Saiten der Seele. Bewusst im Weltall stehen wir dann drinnen und vernehmen, was im Weltall vorgeht.

25 920 Atemzüge an einem Tage
25 920 Tage – 70 Jahre – Alter des Menschen
In 25 920 Jahren durchläuft die Sonne den Tierkreis.

[ 8 ] Das gewöhnliche Bewusstsein muss immer dabei sein bei geistigem Erleben. Wird dies ausgeschaltet, so schnappt gleich das höhere Bewusstsein ein; da unsere Leibesorganisation nicht darauf eingerichtet ist, so wird sie krank. – Mediumschaft bei der gewöhnlichen Telepathie und so weiter. – Wenn wir unser Tagesbewusstsein ausschalten, so treten gleich alle möglichen geistigen Kräfte in die Leibesorganisation ein. Es können da schon recht geistige Wahrheiten erfahren werden. Das Gehirn ist dann weniger beschäftigt, wenn das Tagesbewusstsein heraus ist. Beim Medium tritt die Gehirntätigkeit besonders zurück, aber die Atmungs- und Nerventätigkeit sind mehr angestrengt, werden mehr irritiert. Das Haupt ist leer, und dadurch ergreifen die geistigen Kräfte die Hand zum Schreiben, den Kehlkopf zum Sprechen usw. beim Medium. Sehr Interessantes und Sensationelles kann sich da offenbaren. Aber wir haben nicht diese Aufgabe, sondern soziale Aufgaben, und dazu gehört diese: den Menschen als solchen immer weiter und höher auszubilden.

[ 9 ] Der innerlich dramatische Vorgang eines Traumes ist die Hauptsache, nicht die Bilder selbst. Ebenso in mediumistischer Erforschung.

[ 10 ] Der Wahrheitssinn der Menschen erhält einen Defekt, wenn man ausdeutet solche mediumistischen Erzeugnisse. Das Medium entwickelt seine Wunschnatur, es wird sozusagen unerzogen im Leben und bändigt nicht mehr seine Triebe.

[ 11 ] Telepathie: Überentwicklung des Kopfes; zapplig; Neurastheniker.