The Temple Legend and the Golden Legend
GA 93
2 December 1904, Berlin
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The Temple Legend and the Golden Legend, tr. SOL
7. Wesen und Aufgabe der Freimaurerei vom Gesichtspunkt der Geisteswissenschaft
7. The Nature and Purpose of Freemasonry from the Perspective of Spiritual Science I
[ 1 ] Heute möchte ich einen kurzen Einblick geben in verschiedene Riten und Orden in der Freimaurerei, wie schon besprochen. Natürlich kann ich Ihnen nur das Allerwesentlichste der Freimaurerei mitteilen, weil das Gebiet ein so umfassendes ist und so unendlich viel Unwesentliches an der Sache daranhängt.
[ 1 ] Today I would like to provide a brief overview of various rites and orders within Freemasonry, as previously discussed. Of course, I can only share with you the very essentials of Freemasonry, because the subject is so vast and there is so much trivial information attached to it.
[ 2 ] Die Grundlage für das ganze Freimaurertum haben wir ebenfalls in der Tempellegende von Hiram-Abiff oder Adonhiram zu sehen, von der ich Ihnen bereits bei Gelegenheit der Besprechung des Rosenkreuzerordens gesprochen habe. Das Ganze, was man Geheimnis und Tendenz der Freimaurerei nennt, spricht sich in dieser Tempellegende aus. Wir werden zu einer Art von Genesis, von Abstammungslehre des Menschen geführt. Lassen wir also die wesentlichen Züge dieser Tempellegende nochmals vor unserer Seele vorüberziehen.
[ 2 ] We must also see the foundation of all Freemasonry in the Temple legend of Hiram Abiff or Adonhiram, which I have already mentioned to you when discussing the Order of the Rosicrucians. Everything that is called the mystery and purpose of Freemasonry finds expression in this Temple legend. We are led to a kind of Genesis, a genealogy of humankind. Let us, then, allow the essential features of this temple legend to pass before our minds once more.
[ 3 ] Einer der Elohim verband sich mit Eva, und aus dieser Ehe eines der göttlichen Schöpfer mit Eva ging Kain hervor. Dann schuf ein anderer Elohim - nämlich Jehova oder Adonai - den Adam, welcher vorzustellen ist als der ursprüngliche Mensch unserer dritten Wurzelrasse. Dieser Adam verband sich nun mit Eva, und aus dieser Ehe ging Abel hervor. So haben wir am Ursprung des Menschengeschlechtes zwei Ausgangspunkte: Kain, den direkten Sprossen eines der Elohim und Eva, und Abel, welcher sozusagen mit Hilfe eines göttlich geschaffenen Menschen, des Adam, der eigentliche Jehova-Mensch ist.
[ 3 ] One of the Elohim united with Eve, and from this union of one of the divine creators with Eve, Cain was born. Then another Elohim—namely, Jehovah or Adonai—created Adam, who is to be understood as the original human of our third root race. This Adam then united with Eve, and from this union Abel was born. Thus, at the origin of the human race, we have two starting points: Cain, the direct offspring of one of the Elohim and Eve, and Abel, who is, so to speak, the true Jehovah-man, created with the help of a divinely created human, Adam.
[ 4 ] Die ganze Auffassung, die der Schöpfungsgeschichte der Tempellegende zugrunde liegt, geht davon aus, daß Jehova eine Art von Feindschaft hat gegen alles, was von den anderen Elohim und ihren Sprossen, den Feuersöhnen, kommt — so nennt man in der Tempellegende die Nachkommen des Kain -, und daß er Unfrieden stiftete zwischen Kain und seinem Geschlecht und Abel und seinem Geschlecht. Die Folge davon war, daß Kain den Abel tötete. Das ist die Urfeindschaft, die besteht zwischen denen, die ihr Dasein als eine Art von Göttergabe haben und denen, die alles selbst erarbeiten. Daß Abel dem Gotte Jehova Tiere opfert, Kain aber Früchte der Erde, das zeigt auch in der Bibel den Gegensatz zwischen dem Kainsgeschlecht und dem Abelgeschlecht. Kain muß durch schwere Arbeit der Erde die Früchte, dasjenige, was notwendig ist für den Menschen, abringen, Abel nimmt das, was schon lebt, was schon vorbereitet ist zum Leben. Kains Geschlecht schafft sozusagen aus dem Unlebendigen das Lebendige. Abel nimmt das schon Lebendige, dem das Leben schon eingehaucht ist. Das Abelopfer ist dem Gotte angenehm, Kains Opfer aber nicht.
[ 4 ] The entire conception underlying the creation story of the Temple Legend assumes that Jehovah harbors a kind of enmity toward everything that comes from the other Elohim and their offspring, the Sons of Fire—as the descendants of Cain are called in the Temple Legend—and that he sowed discord between Cain and his lineage and Abel and his lineage. The consequence of this was that Cain killed Abel. This is the primordial enmity that exists between those whose existence is a kind of gift from God and those who must work for everything themselves. The fact that Abel offers animals to the God Jehovah, while Cain offers the fruits of the earth, also illustrates in the Bible the contrast between the lineage of Cain and the lineage of Abel. Cain must wrest the fruits of the earth—that which is necessary for human life—from the ground through hard labor, while Abel takes what is already alive, what has already been prepared for life. Cain’s lineage, so to speak, creates the living from the non-living. Abel takes what is already alive, into which life has already been breathed. Abel’s offering is pleasing to God, but Cain’s is not.
[ 5 ] So sehen wir, daß in Kain und Abel zwei Menschheitsarten charakterisiert werden. Die eine Art ist die, welche das von Gott Zubereitete nimmt, die andere Art — die freie Menschheit - ist die, welche den Erdengrund beackert und sich müht, Lebendiges dem Unlebendigen abzugewinnen. Als solche Kainssöhne sehen sich diejenigen an, die diese Tempellegende verstehen und im Sinne dieser Legende leben wollen. Vom Geschlechte Kains stammen alle ab, welche die eigentlichen menschlichen Künste und Wissenschaften geschaffen haben: Tubal-Kain, der eigentliche ursprüngliche Baumeister und Gott der Schmiede und Werkzeuge; und auch jener Hiram-Abiff oder Adonhiram, der Held der Tempellegende. Dieser Hiram wird berufen durch König Salomo, der durch seine Weisheit berühmt ist, also zum Geschlecht der Abelkinder gehört, die ihre Weisheit als Gabe von Gott eingeflößt bekommen haben. So haben wir am Hofe von Salomo den Gegensatz wieder erneuert: Salomo der Weise und Hiram der freie Arbeiter, der seine Weisheit sich menschlich erarbeitet hat.
[ 5 ] Thus we see that Cain and Abel represent two types of humanity. One type is that which accepts what God has prepared; the other type—free humanity—is that which tills the soil and strives to extract life from the inanimate. Those who understand this temple legend and wish to live in accordance with it regard themselves as sons of Cain. All those who created the true human arts and sciences are descended from the line of Cain: Tubal-Cain, the true original architect and god of blacksmiths and tools; and also Hiram-Abiff, or Adonhiram, the hero of the temple legend. This Hiram is summoned by King Solomon, who is famous for his wisdom and thus belongs to the lineage of Abel’s children, who received their wisdom as a gift from God. Thus, at Solomon’s court, we see the contrast renewed: Solomon the Wise and Hiram the free worker, who has earned his wisdom through his own human efforts.
[ 6 ] Salomo beruft an seinen Hof Balkis, die Königin von Saba, und als sie am Hofe erscheint, erblickt sie in ihm etwas wie eine Statue, aus Gold und Edelsteinen geschaffen. Wie von den Göttern der Menschheit geschenkt, so erscheint er monumentartig der Königin Balkis. Als sie das große Werk, den salomonischen Tempel, bewundert, will sie auch den Baumeister kennenlernen und lernt ihn auch kennen. Durch einen bloßen Blick, den der Baumeister ihr zuwirft, lernt sie den ganzen Wert von Hiram kennen. Salomo faßt sogleich eine Art von Eifersucht auf Hiram. Diese steigert sich besonders, als Balkis, die Königin, verlangt, daß man ihr alle Arbeiter vorführe, welche sich am Tempelbau beteiligt haben. Salomo erklärt es für unmöglich; Hiram dagegen gewährt es. Er steigt auf einen Hügel, macht das mystische Tau-Zeichen und daraufhin strömen alle Arbeiter herbei. Der Wille der Königin ist erfüllt.
[ 6 ] Solomon summons Balkis, the Queen of Sheba, to his court, and when she appears there, she sees him as something like a statue, crafted from gold and precious stones. As if bestowed upon humanity by the gods, he appears to Queen Balkis as a monumental figure. As she admires the great work—the Temple of Solomon—she also wishes to meet the master builder and does so. With a single glance cast her way by the master builder, she comes to appreciate Hiram’s full worth. Solomon immediately feels a sort of jealousy toward Hiram. This jealousy intensifies particularly when Queen Balkis demands that all the workers who participated in the construction of the temple be brought before her. Solomon declares this impossible; Hiram, on the other hand, grants her request. He climbs a hill, makes the mystical sign of the Tau, and immediately all the workers flock to him. The queen’s wish is fulfilled.
[ 7 ] Salomo ist deshalb auch abgeneigt, den Verfolgern des Hiram zu widerstreben, ihnen entgegenzutreten. Ein syrischer Maurer, ein phönizischer Zimmermann und ein hebräischer Grubenarbeiter waren Hiram feindlich gesonnen. Denn diese drei Gesellen konnten von Hiram-Abiff durchaus nicht das Meisterwort erfahren. Das Meisterwort ist dasjenige, was die Gesellen fähig gemacht hätte, wirklich selbständig zu bauen. Dieses Meisterwort ist ein Geheimnis, das nur den Fähigen zuteil wurde. Sie faßten daher den Entschluß, ihm etwas anzutun.
[ 7 ] Solomon is therefore also reluctant to resist Hiram’s persecutors or to confront them. A Syrian mason, a Phoenician carpenter, and a Hebrew miner were hostile toward Hiram. For these three journeymen were by no means able to learn the Master’s Word from Hiram Abiff. The Master Word is what would have enabled the journeymen to build truly independently. This Master Word is a secret granted only to those who are capable. They therefore resolved to harm him.
[ 8 ] Die Gelegenheit dazu fand sich, als Hiram-Abiff sein Meisterstück, das Eherne Meer, gießen wollte. Die Bewegung des Wassers sollte in der Form festgehalten werden. Das bewegte Meer sollte lebendig, kunstvoll festgehalten werden in der starren Form. Das ist das Wichtige. Die drei Gesellen hatten sich verabredet, am Guß etwas zu machen, so daß er, statt in die Form zu rinnen, in der Umgebung herum sich verbreitete. Hiram wollte daraufhin durch Zugießen von Wasser den Feuerguß aufhalten, wodurch aber das Metall in die Luft sprühte und als Feuerregen unter furchtbarer Gewalt wieder herunterfiel. Hiram konnte da auch nichts machen. Aber plötzlich erscholl eine Stimme: Hiram! Hiram! Hiram! — Diese Stimme forderte ihn auf, sich in das Feuermeer zu stürzen. Er tat es und sank immer tiefer, bis zum Mittelpunkt der Erde, wo der Ursprung des Feuers ist. Da traf er zwei Gestalten an: den Stammvater Tubal-Kain und Kain selbst. Kain war bestrahlt von den Strahlen Luzifers, des Lichtengels. Nun übergab Tubal-Kain dem Hiram seinen Hammer, der die Zauberkraft hatte, alles wieder herzustellen, und sagte zu ihm: Du wirst einen Sohn haben, der wird ein Volk von Wissenden um sich haben, und du wirst Stammvater sein derer, die aus dem Feuer kommen, das weisheitsvoll und gedankenvoll macht. - Das Eherne Meer wurde nun durch den Hammer wieder hergestellt.
[ 8 ] The opportunity arose when Hiram Abiff set out to cast his masterpiece, the Bronze Sea. The movement of the water was to be captured within the mold. The flowing sea was to be vividly and artfully preserved within the rigid form. That is what matters. The three journeymen had conspired to do something during the casting so that, instead of flowing into the mold, the metal would spread out into the surrounding area. Hiram then tried to stop the torrent of molten metal by pouring water onto it, but this caused the metal to spray into the air and fall back down as a rain of fire with terrible force. There was nothing Hiram could do. But suddenly a voice rang out: “Hiram! Hiram! Hiram!”—This voice urged him to plunge into the sea of fire. He did so and sank deeper and deeper, all the way to the center of the Earth, where the source of the fire lies. There he encountered two figures: the progenitor Tubal-Cain and Cain himself. Cain was bathed in the rays of Lucifer, the angel of light. Then Tubal-Cain handed Hiram his hammer, which possessed the magical power to restore all things, and said to him: “You will have a son who will be surrounded by a people of the wise, and you will be the progenitor of those who emerge from the fire that bestows wisdom and thoughtfulness.” — The Bronze Sea was then restored by the hammer.
[ 9 ] Hiram hatte dann die Königin Balkis wieder vor der Stadt getroffen. Sie wurde seine Gemahlin, aber er konnte die Eifersucht Salomos und die Rache der drei Gesellen nicht bannen. Die drei Gesellen erschlugen ihn. Nur das Dreieck, auf dem das Meisterwort eingegraben war, konnte er noch retten, indem er es in einen tiefen Brunnen versenkte. Dann wurde er begraben und auf seinem Grabe ein Akazienzweig gepflanzt. Der Akazienzweig verriet das Grab dem Salomo. Man fand auch das Dreieck. Es wurde verschlossen und vergraben. Nur wenige (27) wissen den Ort. [Es wurde verabredet:] Das erste Wort, das nach der Auffindung des Leichnams falle, sollte das neue Meisterwort sein. Das neue Meisterwort ist dasjenige, welches das der Freimaurer geworden ist. Sie führen ihren Ursprung mit einem gewissen Recht auf diese Tempellegende zurück, auf jene alten Tage, in denen der König Salomo den Tempel auferbaut hat als bleibendes Denkmal dessen, was das Geheimnis der fünften Wurzelrasse darstellt.
[ 9 ] Hiram had then met Queen Balkis again outside the city. She became his wife, but he was unable to quell Solomon’s jealousy or avert the revenge of the three journeymen. The three journeymen killed him. He was only able to save the triangle on which the Master Word was engraved by sinking it into a deep well. He was then buried, and an acacia branch was planted on his grave. The acacia branch revealed the grave to Solomon. The triangle was also found. It was sealed and buried. Only a few (27) know the location. [It was agreed:] The first word spoken upon the discovery of the body was to be the new Master Word. The new Master Word is the one that has become that of the Freemasons. They trace their origins, with some justification, to this Temple legend, to those ancient days when King Solomon built the Temple as a lasting monument to what the mystery of the fifth root race represents.
[ 10 ] Nun müssen wir verstehen, was in der Freimaurerei für die Menschheit erworben, gelernt werden kann. Das ist nicht so leicht. Mancher, der etwas von den komplizierten Einweihungsriten der Freimaurerei erfährt, mag sich fragen: Ist das nicht etwas ungemein Triviales und Lappalienhaftes, was da als Einweihungszeremonie vorgeht?
[ 10 ] Now we must understand what can be gained and learned for humanity through Freemasonry. That is not so easy. Some who learn about the complicated initiation rites of Freemasonry may ask themselves: Isn’t what takes place as an initiation ceremony something incredibly trivial and petty?
[ 11 ] Ich will Ihnen jetzt das am Aufnahmeritus bei der Johannesmaurerei vorführen. Denken Sie sich, es hätte sich jemand entschlossen, Johannesmaurer zu werden. Es gibt da drei Grade: Lehrling, Geselle und Meister. Nach diesen drei Graden beginnen die höheren Grade, welche in die okkulten Erkenntnisse hineinführen. Ich will Ihnen nun schildern, wie jemand in den Lehrlingsgrad aufgenommen wird. Wenn er zum ersten Mal in den Freimaurertempel geführt wird, dann wird er von dem Bruder Aufseher zunächst in ein dunkles, finsteres Gemach geführt. Da wird er einige Minuten allein gelassen, wo er sich seinen Gedanken zu überlassen hat. Dann werden ihm alle metallenen Gegenstände, was er an Gold, Silber und anderen Metallen bei sich hat, abgenommen, am Knie das Kleid aufgerissen, dann am linken Fuß der Absatz abgetreten. In diesem Zustande wird er in ein anderes Gemach, zu den versammelten Brüdern geführt. Dann wird ihm eine Schnur um den Hals gehängt und, nachdem ihm seine Brust entblößt worden ist, wird ihm ein gezücktes Schwert vor die Brust gehalten. In diesem Zustande tritt er vor den Meister. Der Meister frägt ihn, ob er noch dabei beharren will, aufgenommen zu werden. Dann wird er noch in ernster Weise ermahnt, und in der weiteren Vorbeteitung wird ihm die Bedeutung des Absatzabtretens erklärt und so weiter. Drei Dinge soll er abstreifen. Hat er diese drei Dinge an sich, so kann er niemals Freimaurer werden. Es wird ihm gesagt: Hast du irgendeinen Grad von Neugierde auf etwas, so verlasse sofort das Haus. Als zweites wird ihm gesagt: Scheust du dich, alle deine Fehler und Mängel zu erkennen, so verlasse sofort das Haus. Und als drittes wird ihm gesagt: Kannst du dich nicht aufschwingen dazu, über alle Ungleichheit der Menschen hinwegzuschauen, so verlasse sofort das Haus. Diese drei Dinge werden von jedem auf das strengste gefordert.
[ 11 ] I will now demonstrate this to you using the initiation rite of the Order of St. John. Imagine that someone has decided to become a Johannite Mason. There are three degrees: Apprentice, Fellow Craft, and Master Mason. Following these three degrees come the higher degrees, which lead into occult knowledge. I will now describe to you how someone is initiated into the Apprentice degree. When he is led into the Masonic temple for the first time, he is first taken by the Brother Overseer into a dark, gloomy chamber. There he is left alone for a few minutes, where he must be left to his own thoughts. Then all metal objects—any gold, silver, or other metals he has on him—are taken from him; his garment is torn at the knee, and then the heel of his left shoe is kicked off. In this state, he is led into another room to join the assembled brothers. Then a cord is hung around his neck, and after his chest has been bared, a drawn sword is held before his chest. In this state, he steps before the Master. The Master asks him whether he still wishes to be admitted. He is then solemnly admonished, and during the subsequent preparation, the significance of removing the heel is explained to him, and so on. There are three things he must cast off. If he possesses these three things, he can never become a Freemason. He is told: “If you have even the slightest curiosity about anything, leave this house immediately.” Second, he is told: “If you are reluctant to acknowledge all your faults and shortcomings, leave this house immediately.” And third, he is told: “If you cannot bring yourself to look beyond all human inequality, leave this house immediately.” These three things are demanded of everyone in the strictest terms.
[ 12 ] Dann wird ihm eine Art von Rahmen vorgehalten, durch den er durchgeworfen wird, gleichzeitig wird ein unangenehmes Geräusch erzeugt, so daß er mit recht schlimmen Gefühlen durch den Rahmen durchsegelt. Dabei wird ihm zugerufen, daß er in die Hölle fällt. In dem Augenblicke, wo er niederfällt, wird eine Falltür zugeworfen, so daß er die Suggestion hat, als wenn er in einer ganz merkwürdigen Umgebung wäre. Es wird ihm dann eine kleine Einritzung in die Haut gemacht, so daß Blut herausfließt, gleichzeitig werden gurgelnde Laute von den Umstehenden produziert, so daß er die Meinung bekommt, als ob er viel Blut verliere. Dann kommen drei Hammerschläge des Meisters. Was er nun innerhalb der Loge nach diesem Zeitpunkte hört, muß er in strengster Weise als Geheimnis betrachten. Würde er etwas davon verraten, würde sich seine Zugehörigkeit zur Freimaurerei so verwandeln wie der Trunk, der ihm gereicht wird: süß von einer Seite, bitter von der anderen. Der Trunk ist in einem kunstvollen Gefäß, so daß er einerseits süß und durch Drehung des Gefäßes bitter werden kann. Das soll symbolisieren, wie die Wirkung des Verrates für ihn werden kann.
[ 12 ] Then a sort of frame is held up in front of him, through which he is thrown; at the same time, an unpleasant noise is produced, so that he is propelled through the frame with quite terrible feelings. As this happens, someone shouts at him that he is falling into hell. The moment he falls, a trapdoor is slammed shut, giving him the impression that he is in a very strange environment. A small incision is then made in his skin, causing blood to flow out; at the same time, the bystanders produce gurgling sounds, leading him to believe that he is losing a great deal of blood. Then the Master delivers three hammer blows. Whatever he hears within the lodge after this point, he must regard as a secret in the strictest sense. Should he reveal any of it, his membership in Freemasonry would be transformed just like the drink served to him: sweet on one side, bitter on the other. The drink is served in an ornate vessel, so that it can be sweet on one side and bitter when the vessel is turned. This is meant to symbolize how the consequences of betrayal might affect him.
[ 13 ] Nachdem dies geschehen ist, wird er in einen Raum, der nur spärlich erhellt wird, vor eine Treppe geführt. Diese Treppe ist so eingerichtet, daß sie sich bewegt, so daß man glaubt, recht tief hinuntergestiegen zu sein, während man in Wirklichkeit nur wenig hinuntergestiegen ist. Ebenso ist es, wenn er fällt. Er fällt nur wenig, glaubt aber, in einen tiefen Brunnen gefallen zu sein. Wenn er da ist, wird ihm angezeigt, daß das eine wichtige Etappe für ihn ist. Außerdem wurden ihm vor der Treppe seine Augen verbunden. Dann werden zu dem Bruder Aufseher die Worte gesprochen: Bruder Aufseher, findest du den Bewerber würdig, in die Freimaurerei einzutreten? — Wenn er bejaht, so wird er gefragt: Was erwartest du von dem Eintritt für ihn? Er hat zu antworten: Licht! - Dann wird dem Kandidaten die Binde abgenommen und er befindet sich in einem erhellten Raum. Nun kommt die Grundfrage: Kennst du deinen Meister? Er antwortet: Ja, er hat eine gelbe Jacke und eine blaue Hose. - Mit der blauen Hose ist die Stellung gemeint. Dann erhält er die drei Signaturen der Lehrlingschaft: Zeichen, Griff und Wort. Das Zeichen ist ein Symbol, in ähnlicher Weise wie die okkulten Zeichen... [Lücke]. Der Griff besteht darin, daß ihm der besondere Handgriff gezeigt wird, mit dem er die Menschen zu begrüßen hat. Die Griffe sind anders beim Gesellen und anders beim Meister. Das Wort ist auch je nach dem Grad verschieden. Es kommt mir nicht zu, die «Worte» zu sagen.
[ 13 ] Once this has happened, he is led into a dimly lit room in front of a staircase. This staircase is designed to move in such a way that one feels as if one has descended quite a long way, when in reality one has only gone down a short distance. The same is true when he falls. He falls only a short distance, but believes he has fallen into a deep well. Once there, he is told that this is an important stage for him. In addition, he was blindfolded before reaching the staircase. Then the following words are spoken to the Brother Overseer: “Brother Overseer, do you find the candidate worthy of entering Freemasonry?” — If he answers in the affirmative, he is asked: “What do you expect this initiation to bring him?” He must reply: “Light!” — Then the blindfold is removed from the candidate, and he finds himself in a well-lit room. Now comes the fundamental question: “Do you know your Master?” He answers: “Yes, he wears a yellow jacket and blue pants.” - The blue pants refer to his rank. Then he receives the three symbols of the Apprentice degree: the sign, the handshake, and the word. The sign is a symbol, similar to occult signs... [Gap]. The hand gesture consists of being shown the specific hand movement with which he is to greet people. The hand gestures differ for the journeyman and for the master. The word also varies depending on the degree. It is not my place to utter the “words.”
[ 14 ] Dann ist der Betreffende zur Lehrlingschaft zugelassen. Beim Eintritt wird er noch gefragt: Wie alt bist du? Er antwortet: Noch nicht sieben Jahre. - Er muß noch sieben Jahre der Lehrlingschaft durchmachen, und dann geht es weiter zum Gesellengrad.
[ 14 ] The person in question is then admitted to the apprenticeship. Upon entry, he is asked: “How old are you?” He replies: “Not yet seven years old.” — He must still complete seven years of apprenticeship, and then he moves on to the journeyman’s rank.
[ 15 ] Wenn jemand so weit ist, daß er zur Meisterschaft aufrücken kann, dann ist die Einweihung etwas schwieriger. Das Wesentliche besteht aber darin, daß das, was in der Tempellegende enthalten ist, an dem Betreffenden wirklich vollzogen wird. Wer ein Meister werden will, wird in eines der Gemächer der Loge geführt, wo er sich in einen Sarg legen und das Schicksal des Baumeisters Hiram durchzumachen hat. Dann werden ihm Zeichen, Griff und Wort mitgeteilt. Als Wort dasjenige Wort, das bei der Auffindung des Leichnams des Hiram als Meisterwort gesprochen worden ist. Die Erkennungszeichen bei dem Meister sind ungeheuer kompliziert. Das Erkennen geschieht durch viele Formen und Bewegungen.
[ 15 ] When someone is ready to advance to the degree of Master, the initiation becomes somewhat more difficult. The essential part, however, is that what is contained in the Temple legend is actually carried out on the individual in question. Anyone who wishes to become a Master is led into one of the chambers of the Lodge, where he must lie down in a coffin and relive the fate of the Master Builder Hiram. Then the signs, the handshake, and the word are revealed to him. The word is the very word that was spoken as the Master’s Word when Hiram’s body was discovered. The signs of recognition for the Master are incredibly complex. Recognition takes place through many forms and movements.
[ 16 ] Die Freimaurermeister nennen sich «Kinder der Witwe». So leitet sich diese Gemeinschaft der Meister unmittelbar von den Manichäern ab. Ich werde noch zu sprechen haben über den Zusammenhang des Manichäertums mit den Freimaurern.
[ 16 ] The Masonic Masters call themselves “Children of the Widow.” Thus, this community of Masters is directly descended from the Manichaeans. I will have more to say about the connection between Manichaeism and Freemasonry.
[ 17 ] Die Aufgabe der Freimaurerei hängt mit der Aufgabe unserer ganzen fünften Wurzelrasse zusammen. Nun können Sie natürlich von dem Standpunkte eines heutigen rationalistischen Menschen alles, was ich über die Einweihung eines Lehrlings gesagt habe, die verschiedenen Handlungen und Zeremonien wie Firlefanz, Maskerade und Komödie auffassen. Aber das ist es nicht. Alle Dinge, die ich gesagt habe, sind Vorgänge, äußerlich-symbolisch, aber in einer gewissen Beziehung Abbilder von alten okkulten Vorgängen, die sich in den Mysterien vollzogen haben, und zwar direkt auf dem astralen Plan. Solche Vorgänge also, wie sie sich symbolisch bei den Freimautern vollziehen, vollziehen sich in den Mysterientempeln auf dem astralischen Plan. Auch die Meistereinweihung, das Hineinlegen in den Sarg und so weiter, ist tatsächlich etwas, was sich auf dem höheren Plane abspielt. Das vollzieht sich aber in der Freimaurerei bloß symbolisch.
[ 17 ] The mission of Freemasonry is connected to the mission of our entire Fifth Root Race. Now, of course, from the standpoint of a modern rationalist, you might view everything I have said about the initiation of an apprentice—the various rituals and ceremonies—as mere frivolity, masquerade, and comedy. But that is not the case. All the things I have described are rituals—outwardly symbolic, yet in a certain sense reflections of ancient occult processes that took place in the Mysteries, specifically on the astral plane. Such processes, as they are symbolically performed by Freemasons, actually occur in the temples of the Mysteries on the astral plane. Even the Master’s initiation—being laid in the coffin and so on—is in fact something that takes place on the higher plane. In Freemasonry, however, this is performed merely symbolically.
[ 18 ] Man kann nun fragen: Wozu denn das? - Der Freimaurer soll sich bewußt sein, daß auf dem physischen Plane so gearbeitet werden soll, daß man den Zusammenhang mit den höheren Welten aufrecht erhält. Es ist ein Unterschied, ob Sie in einer Gemeinschaft sind, die etwas gibt auf Symbole, die zu einer höheren Gemeinschaft führen, oder ... [Lücke]. Der Maurer hat vielleicht keine anderen Gedanken als der gewöhnliche Mensch, aber der Maurer hat andere Gefühle. Das Gefühl ist mit den symbolischen Vorgängen verbunden, und es ist nicht gleichgültig, ob eine solche Empfindung, ein solches Gefühl hervorgerufen wird oder nicht, weil sie einem gewissen Rhythmus auf dem astralen Plan entspricht.
[ 18 ] One might now ask: What is the point of all this?—The Freemason should be aware that, on the physical plane, one must work in such a way as to maintain a connection with the higher worlds. There is a difference between being part of a community that values symbols leading to a higher community, and ... [gap]. The Mason may have no different thoughts than the ordinary person, but the Mason has different feelings. These feelings are connected to the symbolic rituals, and it is not a matter of indifference whether such a sensation, such a feeling, is evoked or not, because it corresponds to a certain rhythm on the astral plane.
[ 19 ] Der Sinn der ersten Handlung — Abnehmen der metallenen Gegenstände - ist: Der Mensch soll nichts an sich haben, was er nicht selbst erarbeitet hat. Eine Empfindung davon zu haben, ist wichtig und wesentlich für denjenigen, der schon auf das Bedeutungsvolle der Symbolik aufmerksam gemacht wurde. Er soll auch eine bleibende Erinnerung an das Zerreißen der Beinkleider am Knie haben. Er soll daran denken, daß er sich so ins Leben hineinstellen soll, als wenn er ganz nackend vor die Menschheit hintreten sollte. Ebenso soll das Abtreten des Absatzes, der Ferse, ihn bleibend daran erinnern, daß — obgleich er stark sein wird in der Maurerei — er doch noch eine Achillesferse hat. Alle folgenden Handlungen haben im Grunde genommen eine solche Bedeutung, vor allen Dingen im Zusammenhang mit jenem unheimlichen Gefühl, das hervorgerufen wird, wenn auf die Brust ein scharf geschliffenes kaltes Schwert gehalten wird. Das ist ein Gefühl, welches durch längere Zeit hindurch sich zu einer Suggestion verdichtet, so daß er sich in wichtigen Momenten erinnert, daß er eine Art von Kaltblütigkeit haben soll. Kaltblütigkeit soll dadurch suggetiert werden. Die volle Verantwortung übernehmen für das, was man tut, soll dadurch symbolisiert werden, daß man ihm eine Schnur um den Hals legt, die immer zusammengezogen werden kann. Die Geistesgegenwart soll suggeriert werden dadurch, daß diese Prozeduren mit Falltüren, mit Treppen und so weiter hervorgerufen werden. Das sind gewisse Vorgänge, die in den Mysterien aber völlig anders vollzogen werden, weil sie sich im Astralraum vollziehen.
[ 19 ] The purpose of the first act—removing the metal objects—is this: A person should not possess anything that he has not earned himself. Having a sense of this is important and essential for anyone who has already been made aware of the significance of the symbolism. He should also retain a lasting memory of the tearing of his trousers at the knee. He should remember that he must approach life as if he were to stand before humanity completely naked. Likewise, the removal of the heel should serve as a lasting reminder that—although he will be strong in Freemasonry—he still has an Achilles’ heel. All subsequent actions essentially carry such significance, especially in connection with that eerie feeling evoked when a sharp, cold sword is held to the chest. This is a sensation that, over time, crystallizes into a suggestion, so that in crucial moments he remembers that he must maintain a kind of composure. Composure is thus intended to be instilled. Taking full responsibility for one’s actions is symbolized by placing a cord around his neck that can be tightened at any time. Presence of mind is to be suggested by the fact that these procedures are triggered by trapdoors, stairs, and so on. These are certain processes that are carried out completely differently in the Mysteries, however, because they take place in the astral plane.
[ 20 ] Der Lehrling muß dann einen Eid leisten. Alles ist dabei schauerlich, finster, der Raum nur mit einigen Flämmchen beleuchtet. Diesen Eid bitte ich, in seiner ganzen Tragweite sich vorzuhalten: «Ich schwöre, daß ich nichts dem Worte, dem Zeichen, dem Griffe nach jemals verraten werde von dem, was mir von diesem Zeitpunkt ab innerhalb dieser Loge mitgeteilt wird. Sollte ich etwas verraten, so gestatte ich jedem der Brüder, der etwas davon erfährt, mir die Kehle durchzuschneiden und die Zunge herauszureißen.» Das ist der Schwur, den die Lehrlinge leisten. Noch furchtbarer ist der Gesellenschwur, der gestattet, die Brust aufzuschneiden, das Herz herauszureißen und den Vögeln vorzuwerfen. - Der Schwur des Meisters ist so schauerlich, daß er nicht wiederholt werden kann.
[ 20 ] The apprentice must then take an oath. Everything about the ceremony is eerie and gloomy; the room is lit only by a few small flames. I ask that you bear in mind the full implications of this oath: “I swear that I will never betray—in word, sign, or gesture—anything that is communicated to me from this moment onward within this lodge. Should I betray anything, I grant every brother who learns of it the right to cut my throat and tear out my tongue.” This is the oath taken by the apprentices. Even more terrifying is the journeyman’s oath, which permits one’s chest to be cut open, one’s heart to be torn out, and it to be thrown to the birds. — The master’s oath is so gruesome that it cannot be repeated.
[ 21 ] Diese Dinge sind dazu da, um einen gewissen Rhythmus von Empfindungen im Astralkörper hervorzurufen. Das hat dann zur Folge, daß der Geist des Menschen in einer bestimmten intuitiven Weise beeinflußt wird. Diese Beeinflussung des Geistes in intuitiver Weise war in alten Zeiten — die Freimaurerei ist wirklich uralt — der eigentliche Zweck der freimaurerischen Einweihung.
[ 21 ] These things are intended to evoke a certain rhythm of sensations in the astral body. This, in turn, results in the human spirit being influenced in a specific intuitive way. In ancient times—Freemasonry is truly ancient—this intuitive influence on the spirit was the actual purpose of Masonic initiation.
[ 22 ] Die Freimaurer waren in alten Zeiten wirklich Maurer. Sie verrichteten alles das, was zur Maurerei gehört. Sie waren die Tempelbauer, die Erbauer der öffentlichen Gebäude in Griechenland. In Griechenland nannte man sie Dionysiacs. Das waren diejenigen, die im Dienste des Dionysos Tempel und öffentliche Gebäude bauten. In Ägypten waren es die Pyramidenerbauer, im alten römischen Reich die Erbauer von Städten. Im Mittelalter waren es die Erbauer von Domen und Kathedralen. Sie bauten vom 13. Jahrhundert ab auch unabhängig von der Geistlichkeit. Seit jener Zeit kam dann erst der Ausdruck Freimaurer auf. Vorher waren sie im Dienste der religiösen Gemeinschaften. Sie waren eigentlich die Baumeister.
[ 22 ] In ancient times, Freemasons were indeed masons. They performed all the tasks associated with masonry. They were the temple builders and the constructors of public buildings in Greece. In Greece, they were called Dionysiacs. These were the people who built temples and public buildings in the service of Dionysus. In Egypt, they were the pyramid builders; in the ancient Roman Empire, they were the builders of cities. In the Middle Ages, they were the builders of domes and cathedrals. Beginning in the 13th century, they also built independently of the clergy. It was only from that time on that the term “Freemasons” came into use. Before that, they were in the service of religious communities. They were, in fact, the master builders.
[ 23 ] Gehen wir von dem Gedanken aus, daß sie die Erbauer der Pyramiden, der Mysterientempel, die Erbauer der Kirchen waren. Nun werden Sie sich leicht überzeugen können - namentlich wenn Sie Vitruv lesen -, daß die Art und Weise, wie man ehedem die Baukunst studierte, ganz verschieden war von der unsrigen. Man studierte nicht wie heute, so daß man die Dinge berechnete, sondern was man übermittelt erhielt, waren bestimmte Intuitionen, die durch Symbole ausgedrückt waren. Wenn Sie im «Luzifer» nachlesen, wie die Lemurier bauten, wie sie es im Griff hatten, dann bekommen Sie eine Ahnung davon, wie damals gebaut wurde. Wie in alten Zeiten gebaut worden ist, das kann man heute nicht mehr nachmachen. Staunend und bewundernd stehen wir vor chinesischen Bauten, vor Bauten der Babylonier und Assyrer, und wissen doch, daß sie die Mathematik unserer Zeit nicht gekannt haben. Wir haben das wunderbare Werk der Ingenieurkunst in dem Mörissee in Ägypten; ein See, der gebaut worden ist, um das Wasser aufzufangen und wenn man es brauchte, durch künstliche Kanäle über das Land hinzuleiten. Er ist nicht mit unserer heutigen Ingenieurkunst gebaut worden. Auch die wunderbare Akustik, die in die alten Bauten hineingebaut worden ist, konnte man ausführen in einer Weise, wie die heutige Baukunst es noch nicht wieder kann. Man konnte also auf intuitive, nicht nur rationell-verstandesmäßige Art bauen.
[ 23 ] Let us start from the premise that they were the builders of the pyramids, the mystery temples, and the churches. Now you will easily be able to see for yourself—especially if you read Vitruvius—that the way architecture was studied in the past was quite different from ours. It was not studied as it is today, by calculating things; rather, what was passed down were certain intuitions expressed through symbols. If you read in Lucifer about how the Lemurians built, how masterfully they did so, you will get a sense of how construction was carried out back then. The way things were built in ancient times can no longer be replicated today. We stand in awe and admiration before Chinese structures, before the structures of the Babylonians and Assyrians, yet we know that they did not know the mathematics of our time. We have the marvelous feat of engineering in the Mörissee in Egypt—a lake built to collect water and, when needed, channel it across the land via artificial canals. It was not built using the engineering methods of today. Likewise, the remarkable acoustics incorporated into ancient buildings were achieved in a way that modern architecture has not yet been able to replicate. It was thus possible to build intuitively, rather than solely in a rational, intellectual manner.
[ 24 ] Diese ganze Art der Baukunst stand in einem Verhältnis zu der Erkenntnis des ganzen Weltalls. Wenn Sie die ägyptischen Pyramiden in ihren Abmessungen nehmen, so stehen sie in Zusammenhang mit gewissen Abmessungen des Himmelsraums, Sternenentfernungen im Himmelsraum. Die ganze Konfiguration des Himmelsraumes wurde nachgebildet in solchen Gebäuden. Es war ein Zusammenhang des einzelnen Baues mit dem Himmelsdom. Jenen geheimnisvollen Rhythmus, der sich im Sternenanblick darbietet, wenn wir nicht bloß mit sinnlichen Augen sehen, sondern mit dem intuitiven Blick, der sich den höheren Verhältnissen, den rhythmischen Verhältnissen eröffnet, den bauten die ursprünglichen Baumeister in ihre Bauten hinein, weil sie aus dem Weltenall heraus bauten.
[ 24 ] This entire style of architecture was related to an understanding of the entire universe. If you consider the dimensions of the Egyptian pyramids, they correspond to certain dimensions of the celestial sphere—the distances between stars in the celestial sphere. The entire configuration of the celestial sphere was replicated in such buildings. There was a connection between the individual structure and the celestial dome. That mysterious rhythm that reveals itself in the view of the stars—when we see not merely with our physical eyes, but with the intuitive gaze that opens up to the higher proportions, the rhythmic proportions—was incorporated into their buildings by the original architects, because they built from the universe itself.
[ 25 ] Diese Art und Weise der Baukunst wurde damals vermittelt, so ähnlich wie in gewissen wilden Völkern man heute noch einen ganz anderen Unterricht erhält in ärztlicher Kunst, als der unsrige ist. Unser Unterricht ist Verstandesunterricht. Bei den wilden Völkerschaften wird der Arzt nicht so ausgebildet wie bei uns, sondern dadurch, daß bestimmte okkulte Kräfte bei ihm ausgebildet werden. Er muß sich einer körperlichen Zucht unterwerfen, die für nervöse und wehleidige Menschen unserer Kultur sich wie etwas Schauderhaftes ausnimmt. Sie erzieht in ihm Unempfindlichkeit für Lust und Schmerz, und wer unempfindlich ist gegenüber diesen, der hat zugleich okkulte Kräfte in sich entwickelt. Die ursprüngliche Größe in der Ausbildung des Astralkörpers war imstande, zu jener großen Kraft hinzuführen, die man als die eigentliche königliche Kunst bezeichnet hat, die schon den großen Symbolen der Himmelsabmessung entnommen ist.
[ 25 ] This style of architecture was taught back then, much like how certain primitive peoples still receive a completely different kind of training in the art of medicine today than we do. Our education is intellectual. Among primitive peoples, the physician is not trained as we do, but rather by developing certain occult powers within himself. He must submit to physical discipline that seems horrifying to the nervous and whiny people of our culture. It instills in him insensitivity to pleasure and pain, and whoever is insensitive to these has at the same time developed occult powers within himself. The original grandeur in the training of the astral body was capable of leading to that great power which has been called the true royal art, derived from the great symbols of celestial measurement.
[ 26 ] So bekommen Sie einen Begriff von dem, was Freimaurerei war, und Sie werden einsehen, daß sie entwachsen mußte ihrer eigentlichen Aufgabe. Sie hat ihre Bedeutung verlieren müssen in dem Maße, als die Welt rationalistisch wurde. Ihre Bedeutung hat sie gehabt in der Zeit, als die vierte Unterrasse noch entwickelt wurde. Die fünfte Unterrasse brachte es mit sich, daß die Maurerei ihre Bedeutung verlor. Jetzt sind die Freimaurer nicht mehr Maurer. Alle können jetzt aufgenommen werden. Für die Okkultisten haben die Symbole eine reale Bedeutung. Ein Symbol, das bloß Symbol, bloß Abbild ist, hat keine Bedeutung; nur ein solches, das Wirklichkeit werden kann, in Kraft übergehen kann. Wenn ein Symbol auf den Geistesmenschen so wirkt, daß dadurch intuitive Kräfte freiwerden, so ist es ein wirkliches Symbol. Heute sagen die Maurer, wir haben Symbole, die bedeuten das und das. Ein okkultes Symbol ist aber ein solches, das den Willen des Menschen ergreift und in den Astralkörper übergeht. In dem Maße, wie unsere Kultur eine Verstandeskultur geworden ist, verlor die Freimaurerei ihre Bedeutung.
[ 26 ] This will give you an idea of what Freemasonry was, and you will see that it had to outgrow its original purpose. It had to lose its significance as the world became more rationalistic. It held significance during the time when the fourth sub-race was still developing. The fifth sub-race brought about the loss of Freemasonry’s significance. Now Freemasons are no longer masons. Anyone can now be admitted. For occultists, the symbols have real meaning. A symbol that is merely a symbol, merely an image, has no meaning; only one that can become reality, that can pass into force, has meaning. If a symbol affects the spiritual person in such a way that intuitive powers are thereby unleashed, then it is a true symbol. Today, masons say, “We have symbols that mean this and that.” An occult symbol, however, is one that seizes the human will and passes into the astral body. To the extent that our culture has become a culture of the intellect, Freemasonry has lost its significance.
[ 27 ] Von Beziehungen zum Manichäismus ... [Lücke]. Dann gibt es noch die Hochgrade, die bis zu neunzig, bis zu sechsundneunzig Graden gehen, die erst beim vierten Grad beginnen. Von den drei unteren hat sich die Bedeutung allmählich zurückgezogen in die höheren Grade. Etwas wie eine Art von Bodensatz ist geblieben in dem, was man den «Royal Arch» nennt, den es auch heute noch in der Freimaurerei gibt. Über diese Lichtseiten und einige Schattenseiten wollen wir dann noch sprechen.
[ 27 ] Regarding connections to Manichaeism ... [gap]. Then there are the high degrees, which go up to ninety or ninety-six degrees and do not begin until the fourth degree. The significance of the three lower degrees has gradually shifted to the higher degrees. Something like a residue has remained in what is called the “Royal Arch,” which still exists in Freemasonry today. We will discuss these bright sides and some of the darker sides later.
