The Temple Legend and the Golden Legend
GA 93
15 May 1905, Berlin
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The Temple Legend and the Golden Legend, tr. SOL
11. Über den Verlorenen und wiederzuerrichtenden Tempel im Zusammenhang mit der Kreuzesholz- oder Goldenen Legende
11. On the Lost and to-be-Rebuilt Temple in Connection with the“ Legenda Crucis” or Golden Legend I
[ 1 ] Wir werden uns heute mit einer großen Allegorie auseinandersetzen und einen Gegenstand behandeln, der in den Geheimlehren gewöhnlich genannt wird das Bild oder die Lehre von dem verlorengegangenen und wiederzuerbauenden Tempel. In früheren Vorträgen habe ich auseinandergesetzt, warum man in der Geheimlehre ausgeht von solchen Bildern; heute werden wir sehen, welche Unsumme von Vorstellungen durch dieses Bild eine Abkürzung erhalten. Ich werde dabei auch ein Thema berühren müssen, das von seiten derer, die von Theosophie wenig oder gar nichts wissen, sehr mißverstanden wird. Es gibt Leute, welche nicht verstehen, daß Theosophie und Praxis zusammengehören, daß sie das ganze Leben hindurch zusammen wirken müssen. Ich werde also zu sprechen haben von den Beziehungen zwischen der Theosophie und der ganzen Praxis des Lebens. Denn im Grunde genommen müssen wir bei dem Thema von dem verlorengegangenen und wiederaufzurichtenden Tempel von der alltäglichsten Arbeit mitsprechen.
[ 1 ] Today we will examine a great allegory and discuss a subject that is usually referred to in the Esoteric Teachings as the image or doctrine of the lost temple that is to be rebuilt. In previous lectures, I have explained why the Esoteric Teachings draw upon such images; today we will see how this image serves as a shorthand for a vast array of concepts. In doing so, I will also have to touch upon a topic that is greatly misunderstood by those who know little or nothing about Theosophy. There are people who do not understand that Theosophy and practice belong together, that they must work together throughout one’s entire life. I will therefore have to speak about the relationship between Theosophy and the entire practice of life. For, when it comes down to it, when discussing the theme of the lost temple that is to be rebuilt, we must also speak of the most mundane work.
[ 2 ] Ich werde dabei allerdings in der Lage eines Professors sein, der seine Schüler für einen Tunnelbau vorbereiten will. Wenn man einen Tunnel bauen will, so ist das ja etwas eminent Praktisches. Es kann wohl jemand sagen, ein Tunnel ist leicht zu bauen. Da fängt man einfach an, auf der einen Seite in den Berg hineinzugraben, meißelt das Loch weiter aus, bis man auf der anderen Seite wieder herauskommt. — Daß so etwas zu glauben eine Torheit wäre, das sieht jeder ein. Nur auf anderen Gebieten des Lebens will man das nicht immer einsehen. Wer einen Tunnel bauen will, muß selbstverständlich zunächst einmal die höhere Mathematik beherrschen. Dann lernt man, wie es technisch zu machen ist. Ohne die praktischen Ingenieurwissenschaften, ohne die Kunst des ganzen Nivellements, würde man nicht imstande sein, eine Richtung beim Hineinbauen in den Berg einzuhalten. Dann muß man die Grundbegriffe der Geologie kennen, die verschiedenen Lagerungen der Gesteine, die Richtung der Wasser- und Metalladern im Berge und so weiter. Es wäre eine Torheit zu glauben, daß man ohne diese Vorkenntnisse einen Tunnel zu bauen in der Lage wäre und daß ein gewöhnlicher Maurer einen ganzen Tunnel bauen könnte.
[ 2 ] I will, however, be in the position of a professor who wants to prepare his students for tunnel construction. If you want to build a tunnel, that is, of course, something eminently practical. Someone might say that a tunnel is easy to build. You just start digging into the mountain on one side, chisel the hole out further, until you come out the other side. — Everyone can see that it would be foolish to believe such a thing. It’s just that in other areas of life, people don’t always want to admit it. Anyone who wants to build a tunnel must, of course, first master advanced mathematics. Then one learns how to do it technically. Without the practical engineering sciences, without the art of surveying, one would be unable to maintain a straight course while digging into the mountain. Then one must know the basic concepts of geology—the various stratifications of rock, the direction of water and metal veins in the mountain, and so on. It would be foolish to believe that one could build a tunnel without this prior knowledge, or that an ordinary bricklayer could build an entire tunnel.
[ 3 ] Eine ebensolche Torheit wäre es, wenn man vom Standpunkt des gewöhnlichen Lebens aus glaubte, an den Bau der menschlichen Gesellschaft herangehen zu können. Diese Torheit wird aber nicht nur von vielen Menschen, sondern auch mit unzähligen Büchern begangen. Jeder glaubt sich heute berufen, zu wissen und bestimmen zu können, wie man die soziale Ordnung, wie man den Staat am besten teformieren könnte. Die kaum etwas gelernt haben, schreiben ausführliche Bücher, wie die beste Gesellschaftsform gestaltet sein soll und fühlen sich dann auch dazu berufen, Reformbewegungen ins Leben zu rufen. So gibt es Reformbewegungen auf allen möglichen Gebieten. Aber alles, was da gemacht wird, ist genau so, wie wenn einer mit Hammer und Meißel einen Tunnel durchstechen wollte. Alles das kommt aus dem Nichtwissen dessen, daß es große Gesetze gibt, welche die Welt beherrschen und aus dem Geistesleben hervorgehen. Das eigentliche Malheur unserer Zeit ist dieses Nichtwissen, daß es für den Bau des menschlichen Staats- und Gesellschaftsorganismus ebenso große Gesetze gibt wie für den Tunnelbau, die man erst kennen muß, um das Nötigste, das Alltäglichste im Gesellschaftsorganismus zu vollbringen. Ebenso wie man beim Tunnelbau erst das Zusammenwirken aller Naturkräfte kennen muß, so muß, wer auch nur daran denken will, mit Sozialreformen anzufangen, die Gesetze des sozialen Zusammenwirkens kennen. Er muß sich beschäftigen mit dem Wirken von Seele auf Seele, und herantreten an den Geist. Daher ist die Theosophie dasjenige, was jeder praktischen Tätigkeit im Leben zugrunde liegen muß. Die Theosophie ist die eigentliche Praxis des Lebens; und erst derjenige, der ausgeht von den theosophischen Prinzipien und von da übergeht in die Praxis des Lebens, kann sich berufen fühlen, im sozialen Leben wirken zu können.
[ 3 ] It would be just as foolish to believe that one could approach the structure of human society from the perspective of everyday life. Yet this folly is committed not only by many people, but also in countless books. Today, everyone believes they are called upon to know and determine how best to reform the social order and the state. Those who have learned hardly anything write detailed books on how the best form of society should be structured and then feel called upon to launch reform movements. Thus, there are reform movements in all sorts of fields. But everything that is done there is exactly like someone trying to dig a tunnel with a hammer and chisel. All of this stems from a lack of knowledge that there are great laws governing the world, laws that arise from spiritual life. The real misfortune of our time is this ignorance—that there are laws just as great for the construction of the human state and social organism as there are for tunnel construction, laws that one must first understand in order to accomplish even the most basic, everyday tasks within the social organism. Just as one must first understand the interplay of all natural forces when building a tunnel, so too must anyone who even considers embarking on social reforms understand the laws of social interaction. They must concern themselves with the influence of soul upon soul and approach the Spirit. Therefore, Theosophy is what must underlie every practical activity in life. Theosophy is the true practice of life; and only those who start from theosophical principles and proceed from there into the practice of life can feel called upon to act in social life.
[ 4 ] Daher müßte die Theosophie in alle Zweige des Lebens hineindringen. Staatsmänner, Sozialreformer und so weiter sind nichts ohne die theosophischen Grundlagen, ohne die theosophischen Prinzipien. Daher ist heute alle Arbeit auf diesem Gebiete, alles was heutzutage baut am sozialen Körper, äußerstes Stückwerk, vollkommenes Chaos für den, der die Dinge überschaut. Für einen, der die Sache versteht, nimmt sich das, was die Sozialreformer heute tun, so aus, wie wenn einer Steine behaut, sie aufeinanderhäuft und dann glaubt, daß daraus von selbst ein Haus würde. Erst muß einmal ein Plan von dem Haus gemacht sein. Ebenso ist es aber, wenn man behaupten wollte, daß sich die Dinge im sozialen Leben von selber gestalten. Man kann nicht die Gesellschaft reformieren, ohne die Gesetze der Theosophie zu kennen.
[ 4 ] Therefore, theosophy must permeate all areas of life. Statesmen, social reformers, and so on are nothing without theosophical foundations, without theosophical principles. That is why all work in this field today—everything that is currently building up the social body—is extremely piecemeal and utter chaos to those who see the big picture. To someone who understands the matter, what social reformers are doing today looks as if someone were chiseling stones, piling them on top of one another, and then believing that a house would arise from them all by itself. First, a plan for the house must be drawn up. The same is true, however, if one were to claim that things in social life take shape on their own. One cannot reform society without knowing the laws of theosophy.
[ 5 ] Diese Gesinnung, welche in Gemäßheit eines Planes arbeitet, nennt man Freimaurerei. Nichts anderes wollten die mittelalterlichen Freimaurer, welche mit der Geistlichkeit verhandelten und Verträge abschlossen, wie man zu bauen hat, nichts anderes wollten sie, als das äußere Leben so zu gestalten, daß es - mit dem gotischen Dom zusammen - ein Abbild des großen geistigen Baues der Welt ist. Nehmen Sie den gotischen Dom. Er zeigt eine Fülle von tausend und abertausend Einzelheiten, ist aber gebaut nach einer Idee, die viel umfassender ist als der Dom an sich. Zur vollen Einheit muß das göttliche Leben hineinströmen, wie das Sonnenlicht durch die farbigen Scheiben in den Raum dringt. Und wenn der mittelalterliche Prediger auf der Kanzel dann so sprach, daß Gotteslicht in die Herzen seiner Zuhörer eindrang, wie das Licht durch die bunten Scheiben in die Kirche dringt, dann standen die Schwingungen, die entstanden durch das Wort des Predigers, im Einklang mit dem großen göttlichen Leben. Und im Dome selbst setzte sich fort das Leben einer solchen Predigt, die aus dem geistigen Leben geboren war. Ebenso sollte das ganze äußere Leben umgestaltet werden zum Tempel der Erde, zum Abbild des ganzen geistigen Baues der Welt.
[ 5 ] This mindset, which operates in accordance with a plan, is called Freemasonry. The medieval Freemasons, who negotiated with the clergy and concluded agreements on how to build, wanted nothing else; they wanted nothing more than to shape external life so that—together with the Gothic cathedral—it would be a reflection of the great spiritual edifice of the world. Take the Gothic cathedral. It displays a wealth of thousands upon thousands of details, yet it is built according to an idea that is far more comprehensive than the cathedral itself. For complete unity, divine life must flow into it, just as sunlight penetrates the space through the stained-glass windows. And when the medieval preacher spoke from the pulpit in such a way that God’s light penetrated the hearts of his listeners, just as light penetrates the church through the stained-glass windows, then the vibrations created by the preacher’s words were in harmony with the great divine life. And within the cathedral itself, the life of such a sermon—born of the spiritual life—continued. Likewise, the entire outer life was to be transformed into a temple on earth, into a reflection of the entire spiritual structure of the world.
[ 6 ] Wenn wir noch weiter zurückgehen, dann finden wir, daß gerade diese Denk- und Gesinnungsweise die urälteste des Menschengeschlechts ist. Ein Beispiel sei angeführt, um zu zeigen, wie die Gesinnung beschaffen ist, die ich meine. Unsere Zeit ist die Zeit des chaotischen Zusammenwirkens der Menschen. Jeder will, was er im Sinne hat. Dieser Zeit ging eine andere voran, die der alten Priesterstaaten. Ich habe öfters gesprochen von den Unterrassen unserer fünften Wurzelrasse. Die erste war die alte indische Kultur, die zweite die persisch-medische, die dritte die babylonisch-assyrisch-chaldäischägyptisch-semitische, die vierte die griechisch-lateinische. Wir sind jetzt in der fünften.
[ 6 ] If we go back even further, we find that this very way of thinking and this mindset are the most ancient in the human race. Let me give an example to illustrate the nature of the mindset I am referring to. Our time is an era of chaotic interaction among people. Everyone wants what they have in mind. This era was preceded by another, that of the ancient priestly states. I have often spoken of the subraces of our fifth root race. The first was the ancient Indian culture, the second the Persian-Median, the third the Babylonian-Assyrian-Chaldean-Egyptian-Semitic, and the fourth the Greek-Latin. We are now in the fifth.
[ 7 ] Erst die vierte und fünfte Unterrasse sind gebaut auf die Klugheit des Menschen, des einzelnen Menschen. Ein großes Denkmal für die Überwindung der alten Priesterkultur durch die Klugheit des einzelnen Menschen haben wir in der Kunst: in der Laokoongruppe. In dem Priester Laokoon, von Schlangen umwunden - die Schlangen als Symbol der Klugheit -, ist dargestellt, wie die Weltklugheitskultur überwindet die alte Priesterkultur, in der man andere Ansichten hatte von Wahrheit und Weisheit und von dem, was geschehen soll. Es war die Überwindung der dritten durch die vierte Unterrasse. Noch in einem anderen Symbol wird das dargestellt: in der Sage vom trojanischen Pferd. Die Klugheit des Odysseus hat das trojanische Pferd gebaut, wodurch die trojanische Priesterkultur gestürzt wurde.
[ 7 ] Only the fourth and fifth subraces are founded on the wisdom of human beings—of the individual human being. In art, we have a great monument to the overcoming of the old priestly culture by the wisdom of the individual human being: the Laocoön Group. The priest Laocoön, entwined by snakes—the snakes symbolizing intelligence—depicts how the culture of worldly wisdom overcomes the ancient priestly culture, which held different views on truth, wisdom, and what should happen. It was the overcoming of the third subrace by the fourth. This is depicted in yet another symbol: the legend of the Trojan Horse. Odysseus’s wisdom led to the construction of the Trojan Horse, which brought about the downfall of the Trojan priestly culture.
[ 8 ] Das Hervorgehen des alten römischen Staates aus der uralten trojanischen Priesterkultur schildert die Sage von Äneas. Dieser war einer der ausgezeichnetsten Verteidiger Trojas, der dann herübergekommen ist nach Italien. Dort wurde von seinen Nachkommen der Grund zum alten Rom gelegt. Sein Sohn Ascanius gründete Alba Longa und es werden nun von der Geschichte vierzehn Könige bis zu Numitor und Amulius aufgeführt. Numitor wird von seinem Bruder Amulius des Thrones beraubt, sein Sohn wird getötet und seine Tochter Rhea Silvia zu einer Priesterin der Vesta bestimmt, damit das Geschlecht des Numitor aussterbe. Und als Rhea Silvia die Zwillinge Romulus und Remus geboren, befiehlt Amulius, sie in den Tiber zu werfen. Die Kinder werden gerettet, von einer Wölfin gesäugt und von dem königlichen Hirten Faustulus auferzogen.
[ 8 ] The legend of Aeneas describes how the ancient Roman state emerged from the ancient Trojan priestly culture. Aeneas was one of Troy’s most distinguished defenders, who later crossed over to Italy. There, his descendants laid the foundation for ancient Rome. His son Ascanius founded Alba Longa, and history now lists fourteen kings up to Numitor and Amulius. Numitor is deposed by his brother Amulius; his son is killed, and his daughter Rhea Silvia is designated a priestess of Vesta so that Numitor’s line may die out. And when Rhea Silvia gave birth to the twins Romulus and Remus, Amulius ordered them to be thrown into the Tiber. The children were saved, nursed by a she-wolf, and raised by the royal shepherd Faustulus.
[ 9 ] Von sieben Königen Roms wird dann in der Geschichte gesprochen: Romulus, Numa Pompilius, Tullus Hostilius, Ancus Martius, Tarquinius Priscus, Servius Tullius, Tarquinius Superbus.
[ 9 ] The story then mentions seven kings of Rome: Romulus, Numa Pompilius, Tullus Hostilius, Ancus Martius, Tarquinius Priscus, Servius Tullius, and Tarquinius Superbus.
[ 10 ] Diese ersten sieben Könige Roms hatte man früher nach der Darstellung des Livius als reale einzelne Persönlichkeiten angenommen. Heute wissen die Historiker, daß diese sieben Könige niemals existiert haben. Es handelt sich also um eine Sage, aber was dieser zugrunde liegt, davon haben die Geschichtsschreiber keine Ahnung. Die Grundlage der Sage ist folgende:
[ 10 ] Based on Livy’s account, these first seven kings of Rome were once believed to be real, individual figures. Today, historians know that these seven kings never existed. It is, therefore, a legend, but historians have no idea what lies at its root. The basis of the legend is as follows:
[ 11 ] Der Priesterstaat Troja gründete eine Kolonie, die Priesterkolonie Alba Longa (Alba = Priestergewand). Es war eine Kolonie für einen Priesterstaat und Amulius ist dessen letzte Priesterdynastie. Von da geht eine jüngere Priesterkultur aus, die dann abgelöst wird durch eine Weltklugheitskultur. Die Geschichte meldet nichts mehr von dieser Priesterkultur. Der Schleier, der sich über die Priesterkultur der ersten römischen Geschichte ausbreitet, wird durch die Theosophie gelüftet. Die sieben römischen Könige stellen nichts anderes dar als die sieben Prinzipien, wie wir sie aus der Theosophie kennen. So wie der menschliche Organismus aus den sieben Gliedern besteht — Sthula-Sharira, Linga-Sharira, Kama-Rupa, Kama-Manas, höheres Manas, Buddhi, ‚Atma -, so dachte man sich auch den gesellschaftlichen Organismus, wie er in der Zeit sich aufbaut, in einer siebengliedrigen Folge. Und nur wenn er nach dem Gesetz der Siebenzahl aufgebaut ist, die aller Natur zugrunde liegt, kann er gedeihen. Der Regenbogen hat auch sieben Farben, rot, orange, gelb, violett, grün, blau, indigo. Ebenso sind es sieben Töne: Prim, Sekund, Terz, Quart, Quint und so weiter und auch die Gewichtszahlen der Atome in der Chemie befolgen die Regelmäßigkeit der Siebenzahl. Und das geht durch die ganze Welt. Deshalb war es selbstverständlich für die Hüter der alten Weisheit, daß auch der Bau der menschlichen Gesellschaft nach einem solchen Gesetz geregelt sein müsse. Sieben Etappen, sieben Glieder, sind diese sieben römischen Könige nach einem ganz genauen Plan. So wurdedamals auch nicht anders eine Geschichtsepoche inauguriert. Es wurde ein Plan aufgestellt, weil man das Gegenteil für einen Unsinn gehalten haben würde, und ein Gesetz darüber geschrieben. Dieser Plan war anfangs wirklich da. Jeder wußte es, daß die Weltgeschichte nach einem ganz genauen Plan gerichtet war. Ein jeder wußte: Wenn ich im dritten Abschnitt der vierten Epoche bin, so habe ich mich nach dem und dem zu richten. — So hatte man noch im alten Rom anfangs einen Priesterstaat mit einem Plan als Grundidee der Kultur, der aufgezeichnet war in den Büchern, die man die Sibyllinischen Bücher nennt. Diese sind nichts anderes als der ursprüngliche Plan, welchem das Gesetz der siebengliedrigen Epoche zugrunde liegt, und in dem im Anfange des römischen Reiches noch nachgesehen wurde, wenn es nötig war.
[ 11 ] The priestly state of Troy founded a colony, the priestly colony of Alba Longa (Alba = priestly robe). It was a colony for a priestly state, and Amulius represents its last priestly dynasty. From there emerged a later priestly culture, which was then superseded by a culture of worldly wisdom. History records nothing more of this priestly culture. The veil that shrouds the priestly culture of early Roman history is lifted by theosophy. The seven Roman kings represent nothing other than the seven principles as we know them from theosophy. Just as the human organism consists of seven members—Sthula-Sharira, Linga-Sharira, Kama-Rupa, Kama-Manas, higher Manas, Buddhi, ‘Atma’—so, too, was the social organism, as it develops over time, conceived as a seven-fold sequence. And only when it is structured according to the law of the number seven, which underlies all of nature, can it flourish. The rainbow also has seven colors: red, orange, yellow, violet, green, blue, and indigo. Similarly, there are seven musical tones: prime, second, third, fourth, fifth, and so on; and even the atomic weights in chemistry follow the regularity of the number seven. And this runs through the entire world. That is why it was self-evident to the guardians of ancient wisdom that the structure of human society, too, must be governed by such a law. Seven stages, seven members—these are the seven Roman kings according to a very precise plan. That is how, in those days, a historical epoch was inaugurated. A plan was drawn up—because the opposite would have been considered nonsense—and a law was written to that effect. This plan truly existed at the beginning. Everyone knew that world history was organized according to a very precise plan. Everyone knew: If I am in the third section of the fourth epoch, then I must act in accordance with such-and-such. — Thus, even in ancient Rome, there was initially a theocratic state with a plan as the fundamental idea of its culture, which was recorded in the books known as the Sibylline Books. These are nothing other than the original plan upon which the law of the seven-part epoch is based, and which was still consulted at the beginning of the Roman Empire when necessary.
[ 12 ] Man nahm als Vorbild zum Grundbau den physischen Körper. Das ist nicht so vernunftlos. Heute ist man geneigt, den physischen Körper als etwas Untergeordnetes zu betrachten. Man sieht mit einer gewissen Verächtlichkeit auf das Physische herunter. Das ist aber nicht berechtigt, denn unser physischer Körper ist das Erhabenste an uns. Nehmen Sie ein einziges Stück Knochen. Betrachten Sie nur einmal richtig einen Oberschenkelknochen, so können Sie sehen, wie wunderbar er zusammengesetzt ist. Der beste Ingenieur, der größte Techniker könnte so etwas Vollkommenes nicht herstellen, wenn ihm dieses Problem gestellt würde, wie mit dem geringsten Materialaufwand die größtmöglichste Tragfähigkeit zu erreichen ist. Und so ist der ganze menschliche Körper in der vollkommensten Weise zusammengesetzt. Dieser physische Körper ist wirklich das Vollkommenste, das man sich denken kann. Der Anatom wird auch immer mit größter Bewunderung vom menschlichen Herzen sprechen, das in wunderbarer Weise funktioniert, obwohl der Mensch sein ganzes Leben lang beinahe weiter nichts tut, als Herzgifte zu sich zu nehmen. Vor allem Alkohol, Tee, Kaffee und so weiter üben in unglaublicher Weise Attacken auf dieses Herz aus. Aber so wunderbar ist dieses Herz gebildet, daß es bis ins hohe Alter hinein dem widerstehen kann.
[ 12 ] The physical body was taken as the model for the foundation. That is not entirely unreasonable. Today, people tend to view the physical body as something subordinate. They look down on the physical with a certain contempt. But that is not justified, for our physical body is the most sublime aspect of ourselves. Take a single piece of bone. Just take a good look at a thigh bone, and you will see how wonderfully it is constructed. Even the best engineer or the greatest technician could not create something so perfect if faced with the problem of achieving the greatest possible load-bearing capacity with the least amount of material. And so the entire human body is constructed in the most perfect way. This physical body is truly the most perfect thing one can imagine. An anatomist will also always speak with the greatest admiration of the human heart, which functions in a marvelous way, even though throughout their entire lives people do almost nothing but ingest substances toxic to the heart. Above all, alcohol, tea, coffee, and so on launch incredible assaults on this heart. But this heart is so wonderfully formed that it can withstand these assaults well into old age.
[ 13 ] Der physische Leib, dieser niederste Körper hat also das größte Maß an Vollkommenheit. Unvollkommener dagegen sind die höheren Körper, die es in der Entwickelung der Vollkommenheit noch nicht so weit gebracht haben: der Ätherkörper und der Astralkörper, der fortwährend verstößt gegen unseren physischen Körper durch die Attacken unserer Begierden, Leidenschaften und Wünsche. Dann folgt als viertes das eigentliche Baby, das menschliche Ich, welches als irrendes Irrlicht erst von der Zukunft erwarten muß, in sich solche Gesetze zu bekommen, die ihm eine Richtschnur bieten, wie sie der physische Körper längst schon hat.
[ 13 ] The physical body—this lowest body—therefore possesses the greatest degree of perfection. In contrast, the higher bodies—which have not yet reached such a high level of perfection in their development—are less perfect: the etheric body and the astral body, which constantly disrupts our physical body through the assaults of our desires, passions, and wishes. Then, as the fourth, comes the actual baby, the human “I,” which, like a wandering will-o’-the-wisp, must first await the future to receive within itself the laws that will offer it a guiding principle, just as the physical body has long since possessed.
[ 14 ] Wenn wir nun einen sozialen Bau gliedern, so muß dasjenige da sein, was den Grundbau fest macht. Daher läßt die Sage Romulus, den ersten römischen König, der das erste Prinzip darstellt, als den Gott Quirinus in den Himmel erhoben werden. Der zweite König, Numa Pompilius, das zweite Prinzip, entspricht der gesellschaftlichen Ordnung; er brachte Gesetze für das allgemeine Leben. Der dritte König, Tullus Hostilius, entspricht den Leidenschaften. Unter ihm beginnt das, was die Attacken gegen die göttliche Natur richtet, was Unfrieden, Streit, Krieg hervorruft, wodurch Rom groß wurde. Unter dem vierten König, Ancus Martius, beginnen die Künste, das, was aus Kama-Manas hervorgeht.
[ 14 ] When we structure a social edifice, there must be that which strengthens its foundation. Hence, legend has it that Romulus, the first Roman king—who represents the first principle—was raised to heaven as the god Quirinus. The second king, Numa Pompilius—the second principle—corresponds to social order; he established laws for public life. The third king, Tullus Hostilius, corresponds to the passions. Under him begins that which directs attacks against the divine nature—that which causes discord, strife, and war—through which Rome grew great. Under the fourth king, Ancus Martius, the arts begin—that which arises from Kama-Manas.
[ 15 ] Nun können die vier niederen Prinzipien nicht aus sich heraus die höheren, das fünfte, sechste und siebente Prinzip erzeugen. Auch das wird in der römischen Geschichte dargestellt. Der fünfte römische König, Tarquinius Priscus, ist nicht aus dem römischen Gliederbau herausgeboren, sondern als etwas Höheres aus der Kultur der Etrusker in die römische Kultur hineinversetzt. Der sechste König, Servius Tullius, entspricht dem sechsten Gliede des menschlichen Zyklusgesetzes, der Buddhi. Ihm ist es möglich, Kama, das sinnlich-physische Korrelat von Buddhi zu regeln. Er stellt den Gesetzeskanon dar. Der siebente König, Tarquinius Superbus, das erhabenste Prinzip, ist der, welcher fallen muß, weil es nicht möglich ist, die Erhabenheit, den Schwung der gesellschaftlichen Ordnung aufrechtzuerhalten.
[ 15 ] Now, the four lower principles cannot, on their own, give rise to the higher ones—the fifth, sixth, and seventh principles. This, too, is illustrated in Roman history. The fifth Roman king, Tarquinius Priscus, was not born out of the Roman structural framework, but was introduced into Roman culture as something higher, derived from Etruscan culture. The sixth king, Servius Tullius, corresponds to the sixth member of the human cycle law, the Buddhi. He is able to regulate Kama, the sensual-physical counterpart of Buddhi. He represents the body of law. The seventh king, Tarquinius Superbus, the most exalted principle, is the one who must fall, because it is impossible to maintain the exalted nature and momentum of the social order.
[ 16 ] In der römischen Geschichte finden wir es ausgedrückt, daß dem Bau des Staates ebenso ein Plan zugrunde liegen muß, wie jedem anderen Bau in der Welt. Daß die Welt ein Tempel ist, daß das gesellschaftliche Leben ebenso gegliedert und organisiert sein muß, auch Säulen haben muß wie ein Tempel und daß die großen Weisen die Säulen dieses Tempels sein müssen: diese Gesinnung ist es, die die uralte Weisheit durchdringt. Das ist keine Weisheit, die man bloß lernt, sondern die man hineinbaut in die menschliche Gesellschaft. Die sieben Prinzipien wurden richtig gehandhabt. Nur wer das ganze Wissen, die ganze Weisheit in sich aufnimmt, kann arbeiten am Bau der Gesellschaft. Wir würden als Theosophen nur wenig leisten, wenn wir es nicht weiter brächten, als den Menschen zu betrachten, wie er sich aus diesen und jenen Gliedern zusammensetzt. Nein, erst dann erfüllen wir unsere Pflicht, wenn wir selbst [im Alltäglichen] ausführen die Prinzipien der Theosophie. Man muß sie handhaben, so daß jeder Handgriff, jede Fingerbewegung, jeder Schritt im Leben Ausdruck, Siegelabdruck des Geistes ist. Dann bauen wir an dem Tempel, der verlorengegangen ist.
[ 16 ] In Roman history, we find it stated that the construction of the state must be based on a plan, just as any other structure in the world must be. That the world is a temple, that social life must be structured and organized just as a temple is—and must also have pillars—and that the great sages must be the pillars of this temple: this is the mindset that permeates ancient wisdom. This is not a wisdom that one merely learns, but one that one builds into human society. The seven principles were applied correctly. Only those who absorb all knowledge, all wisdom, within themselves can work on the construction of society. As Theosophists, we would accomplish very little if we did not go beyond merely observing how human beings are composed of these and those elements. No, we fulfill our duty only when we ourselves put the principles of Theosophy into practice [in everyday life]. We must apply them so that every gesture, every movement of the fingers, every step in life is an expression, a seal of the Spirit. Then we will be building the temple that has been lost.
[ 17 ] Dazu gehört aber, daß man sich bewußt wird dessen, was ich neulich gesagt habe, wie notwendig es ist, von dem Großen und Umfassenden der Weltgesetze etwas in uns aufzunehmen. In unseren Denkgewohnheiten muß leben die Weisheit, die uns von dem Großen in das Einzelne führt, ebenso wie auch beim Hausbau nicht schon ein Stein auf den anderen gesetzt wird, bevor der ganze Plan des Hauses fertig ist. Diese Forderung muß gestellt werden, wenn unsere Welt nicht ein Chaos sein soll. Wir werden als Theosophen erkennen, daß das Gesetz in der Welt herrschen muß, wenn wir erkennen, daß jeder Schritt, jede Handlung ein Siegelabdruck der geistigen Welt ist. Dann bauen wir an dem Tempel. Das ist die Bedeutung des Tempelbaues: was wir uns vornehmen zu tun, muß gesetzmäßig sein.
[ 17 ] This, however, requires that we become aware of what I said recently: how necessary it is to internalize something of the grandeur and comprehensiveness of the laws of the world. Our habits of thought must be imbued with the wisdom that leads us from the general to the particular, just as in building a house, one does not place one stone upon another before the entire plan of the house is complete. This requirement must be met if our world is not to be a chaos. As Theosophists, we will recognize that law must reign in the world when we realize that every step, every action, is an imprint of the spiritual world. Then we are building the temple. That is the meaning of temple-building: what we set out to do must be in accordance with the law.
[ 18 ] Immer mehr ist der Menschheit verlorengegangen das Wissen, daß der Mensch sich hineinbauen soll in den großen Weltentempel. Menschen können heutzutage geboren werden und sterben, ohne eine Ahnung davon zu haben, daß sich in uns Gesetze ausleben, daß alles was wir tun, von den Gesetzen der Welt beherrscht wird. Unsere ganze gegenwärtige Zeit ist eine verlorene Zeit, weil die Menschen nicht wissen, daß sie nach Gesetzen zu leben haben. Daher haben die Priesterweisen der alten Zeiten auf Mittel gesonnen, um von den groBen Gesetzen der geistigen Welt etwas hinüberzuretten in die neue Kultur. Es war sozusagen ein Kniff der großen Weisen, daß sie die gesetzmäßige Ordnung in viele Zweige des Lebens hineingeheimnißt haben, ja sogar bis in das Spiel hinein, dessen sich die Menschen bedienen zu ihrer Erholung nach des Tages Last. In den Karten, in den Figuren des Schachspiels und in der Gesetzmäßigkeit, in der man spielt, finden wir einen Abklatsch, wenn auch nur einen schwachen, von dem, was ich die gesetzmäßige Ordnung genannt habe. Wenn Sie sich mit jemandem zum Kartenspiel hinsetzen wollen, so wird es nicht gehen, wenn Sie nicht die Gesetze, die Art und Weise wie man spielt, kennen. Und dieses ist wirklich ein Abklatsch großer Weltgesetze. Was man in der Kabbala die Sephirot nennt, was wir die sieben Prinzipien in ihrer verschiedenen Gestaltung nennen, das finden Sie auch in der Art und Weise, wie die Karten beim Spielen aufeinandergelegt werden müssen. Bis in die Reize des Spiels haben die Weisen die groBen Gesetze hineinzulegen verstanden, damit die Menschen wenigstens spielend einen Abklatsch haben von der Weisheit. Für denjenigen, der wenigstens Karten spielen kann, gehen seine gegenwärtigen Inkarnationen nicht ganz verloren. Das sind so Geheimnisse, wie die großen Weisen in die Räder der Zeitläufe eingreifen. Sagt man den Menschen, daß sie sich nach den großen Gesetzen richten sollen, so tun sie es nicht. Wenn man aber die Gesetze in Dinge hineinlegt, wo sie es gar nicht merken, so kann man manchmal noch einen Tropfen dieser Gesinnung in sie hineingießen. Wenn Sie diese Gesinnung haben, dann bekommen Sie eine Vorstellung davon, was in der großen Allegorie vom verlorenen Tempel symbolisiert ist.
[ 18 ] Humanity has increasingly lost the knowledge that human beings are meant to integrate themselves into the great temple of the world. People today can be born and die without having the slightest inkling that laws are at work within us, that everything we do is governed by the laws of the world. Our entire present age is a lost age, because people do not know that they must live according to laws. For this reason, the priestly sages of ancient times devised ways to preserve something of the great laws of the spiritual world and carry it over into the new culture. It was, so to speak, a clever stratagem of the great sages that they enshrined the lawful order in many branches of life—even in the game that people use for recreation after the day’s toil. In playing cards, in the pieces of a chess set, and in the rules by which the game is played, we find a reflection—albeit a faint one—of what I have called the lawful order. If you want to sit down with someone to play cards, it won’t work unless you know the rules, the way the game is played. And this is truly a reflection of the great laws of the universe. What is called the Sephirot in Kabbalah—what we call the seven principles in their various forms—you will also find in the way the cards must be laid out during play. The sages have understood how to incorporate the great laws even into the very charms of the game, so that people may at least, through play, gain a glimpse of wisdom. For those who can at least play cards, their present incarnations are not entirely lost. These are the kinds of secrets through which the great sages intervene in the wheels of time. If you tell people that they should live according to the great laws, they will not do so. But if one embeds the laws into things where they do not even notice it, one can sometimes instill a drop of this mindset within them. If you have this mindset, then you will gain an understanding of what is symbolized in the great allegory of the lost temple.
[ 19 ] In den geheimen Orden, zu denen auch der Freimaurerorden gehört, hat man in der Tempellegende etwas geschaffen, was mit diesem verlorengegangenen und wiederaufzurichtenden Tempel zusammenhängt. Die Tempellegende ist sehr tief, aber auch die heutigen Freimaurer haben gewöhnlich keine Ahnung davon. Auch ein Freimaurer wird sich heute von der Mehrzahl der Menschen nicht groß unterscheiden; auch er nimmt gewöhnlich nicht sonderlich viel mit in das neue Leben. Aber wenn er die Tempellegende in sich leben läßt, so nützt es schon viel. Denn wer die Tempellegende aufnimmt, nimmt etwas auf, was sein Denken in einer gewissen Weise gesetzmäßig formt. Und auf das gesetzmäßige Denken kommt es an. Diese Tempellegende ist folgende:
[ 19 ] In the secret orders, which include Freemasonry, the Temple legend has given rise to something connected to this lost Temple that is to be rebuilt. The Temple Legend is very profound, but even today’s Freemasons usually have no idea about it. Even a Freemason today will not differ greatly from the majority of people; he, too, usually does not carry much with him into the new life. But if he allows the Temple Legend to live within him, it is already of great benefit. For whoever takes in the Temple Legend takes in something that shapes his thinking in a certain, lawful way. And it is this lawful thinking that matters. This Temple Legend is as follows:
[ 20 ] Einstmals vermählte sich einer der Elohim mit Eva und daraus ging Kain hervor. Ein anderer Elohim, Adonai oder Jehova-Jahve, schuf darauf den Adam. Dieser vermählte sich seinerseits wieder mit Eva und aus dieser Ehe ging Abel hervor. Adonai stiftete Unfrieden zwischen denen, die zur Familie des Kain, und denen, die zur Familie des Abel gehörten, was zur Folge hatte, daß Kain den Abel erschlug. Aber aus der neuen Verbindung des Adam mit Eva ging das SethGeschlecht hervor.
[ 20 ] Once upon a time, one of the Elohim married Eve, and from this union Cain was born. Another Elohim, Adonai or Jehovah-Yahweh, then created Adam. Adam, in turn, married Eve, and from this marriage Abel was born. Adonai sowed discord between those who belonged to Cain’s family and those who belonged to Abel’s family, which resulted in Cain killing Abel. But from Adam’s new union with Eve came the line of Seth.
[ 21 ] So haben wir also zweierlei Menschengeschlechter. Die einen sind die ursprünglichen Abkömmlinge des Elohim, die Kainssöhne, man nennt 'sie auch die Söhne des Feuers. Sie sind diejenigen, die die Erde bebauen, aus der unlebendigen Erde heraus schaffen und sie umgestalten durch die Kunst der Menschen. Enoch, einer der Kainsnachkommen, hat den Menschen die Kunst gelehrt, Steine zu behauen, Häuser zu bauen, die Gesellschaft zu organisieren, bürgerliche Gesellschaften zu gründen. Ein anderer der Nachkommen Kains ist Tubal-Kain, der die Metalle bearbeitete. Aus diesem Geschlecht stammte auch der Baumeister Hiram-Abiff.
[ 21 ] So we have two kinds of human races. One consists of the original descendants of Elohim, the sons of Cain, who are also called “the sons of fire.” They are the ones who cultivate the earth, create from the lifeless earth, and transform it through human craftsmanship. Enoch, one of Cain’s descendants, taught humanity the art of hewing stone, building houses, organizing society, and founding civil societies. Another of Cain’s descendants is Tubal-Cain, who worked with metals. The master builder Hiram-Abiff also came from this lineage.
[ 22 ] Abel war ein Viehhirte. Er hielt an dem fest, was er vorfand und nahm die Welt, wie sie war. Das ist immer schon der Gegensatz zwischen den Menschen. Die einen halten an der Welt fest, wie sie ist, die anderen wollen aus dem Unlebendigen ein neues Lebendiges durch die Kunst formen. Andere Völker haben den Ahnherrn dieser Söhne des Feuers in der Prometheussage hingestellt. Die Söhne des Feuers sind es, welche aus den umfassenden Weltgedanken heraus Weisheit, Schönheit und Güte in die Welt hineinbauen sollen, um die Welt zum Tempel zu gestalten.
[ 22 ] Abel was a shepherd. He clung to what he found and accepted the world as it was. This has always been the contrast between people. Some cling to the world as it is, while others seek to shape something new and living out of the inanimate through art. Other peoples have portrayed the progenitor of these Sons of Fire in the myth of Prometheus. It is the Sons of Fire who, drawing upon comprehensive worldviews, are meant to weave wisdom, beauty, and goodness into the world in order to transform it into a temple.
[ 23 ] Der König Salomo war ein Abkömmling aus dem Geschlechte des Abel. Er konnte selbst den Tempel nicht bauen; ihm fehlte die Kunst. Deshalb berief er den Baumeister Hiram-Abiff, den Abkömmling aus dem Geschlechte des Kain. Salomo war von göttlicher Schönheit. Und als die Königin von Saba zu ihm kam, glaubte sie ein Bild von Gold und Elfenbein zu sehen. Sie kam, um sich mit ihm zu vermählen.
[ 23 ] King Solomon was a descendant of the line of Abel. He could not build the temple himself; he lacked the skill. Therefore, he summoned the master builder Hiram-Abiff, a descendant of the line of Cain. Solomon possessed divine beauty. And when the Queen of Sheba came to him, she thought she was seeing a statue of gold and ivory. She came to marry him.
[ 24 ] Jehova nennt man auch den Gott der Form, den Gott, der das Lebendige zur lebendigen Macht geschaffen hat im Gegensatz zu dem anderen Elohim, der schafft, um aus Leblosem das Lebendige hervorzuzaubern. Wem gehört die Zukunft? — das ist die große Frage der Tempellegende. Würden sich die Menschen nach der Jehova-Religion entwickeln, so würde alles Leben in der Form ersterben. Man nennt das in der okkulten Wissenschaft den Übergang in die achte Sphäre. Jetzt aber ist der Zeitpunkt gekommen, daß der Mensch selbst das Tote zum Leben erwecken muß. Das geschieht durch die Kainssöhne, durch diejenigen, welche sich nicht auf das verlassen, was vorhanden ist, sondern selbst in Formen schaffen. Die Kainssöhne formen selbst am Bau der Welt.
[ 24 ] Jehovah is also called the God of Form, the God who created living beings as a living force, in contrast to the other Elohim, who creates by conjuring life out of the inanimate. To whom does the future belong? — that is the great question of the temple legend. If humankind were to develop according to the religion of Jehovah, all life would perish in its present form. In occult science, this is called the transition to the eighth sphere. But now the time has come for humankind itself to bring the dead to life. This is accomplished through the sons of Cain—those who do not rely on what already exists, but who themselves create through form. The sons of Cain themselves shape the structure of the world.
[ 25 ] Als die Königin von Saba den Tempel sieht und frägt, wer der Baumeister sei, sagt man ihr, es sei Hiram. Und als sie ihn dann sieht, erscheint er ihr sogleich als derjenige, der eigentlich für sie bestimmt ist. Nun wird König Salomo eifersüchtig; ja, er verbindet sich mit drei Gesellen, welche unfähig waren, Meister zu werden, um das größte Meisterwerk Hirams, das «Eherne Meer», zu vereiteln. Ein Guß sollte dieses, sein größtes Meisterwerk hervorbringen. Menschlicher Geist sollte sich mit dem Metall verbinden. Von den drei Gesellen war der eine ein syrischer Bauhandwerker, der zweite ein phönizischer Zimmermann und der dritte ein hebräischer Grubenarbeiter. Die Verschwörung gelingt: sie machten den Guß zunichte, indem sie Wasser zugossen. Es sprühte alles auseinander. Aus Verzweiflung will sich nun der Baumeister selbst in die Glut des Feuers stürzen. Da hörte er eine Stimme aus dem Mittelpunkt der Erde. Sie kam von Kain selbst, der ihm zurief: hier habe er den Hammer der göttlichen Weltenweisheit, mit dem könne das Ganze wieder hergestellt werden. Und Kain gab ihm den Hammer. - Der Geist des Menschen ist dasjenige, was der Mensch hineinbaut in den Astralkörper, wenn er ihn nicht so behält, wie er ihn erhalten hat. —- Diesen Bau soll Hiram jetzt aufrichten. Es wird ihm aber nach dem Leben getrachtet. Das wollen wir das nächste Mal weiter ausführen.
[ 25 ] When the Queen of Sheba sees the temple and asks who the master builder is, she is told that it is Hiram. And when she then sees him, he immediately strikes her as the one who is truly meant for her. Now King Solomon becomes jealous; indeed, he joins forces with three journeymen—who were unable to become master craftsmen—to thwart Hiram’s greatest masterpiece, the “Bronze Sea.” A single casting was to produce this, his greatest masterpiece. The human spirit was to unite with the metal. Of the three journeymen, one was a Syrian stonemason, the second a Phoenician carpenter, and the third a Hebrew miner. The conspiracy succeeded: they ruined the casting by pouring water into it. Everything sprayed apart. In desperation, the master builder now wants to throw himself into the flames. Then he heard a voice from the center of the earth. It came from Cain himself, who called out to him: here, he said, was the hammer of divine worldly wisdom, with which the whole thing could be restored. And Cain gave him the hammer. — The human spirit is that which a person builds into the astral body when they do not preserve it as they received it. —- Hiram is now to erect this structure. But his life is being threatened. We will elaborate on this further next time.
[ 26 ] Bis hierher wollte ich die Legende führen, um zu zeigen, wie in den ursprünglichen okkulten Bruderschaften der Gedanke lebte, daß der Mensch eine Aufgabe hat; die Aufgabe, die leblose Welt aufzubauen und sich nicht zu begnügen mit dem, was schon da ist. Weisheit ist dadurch, daß sie in die leblose Welt einfloß, zur Tat geworden, damit die Welt ein Abglanz der urewigen Geistigkeit sei.
[ 26 ] I wanted to trace the legend this far to show how the original occult brotherhoods held the belief that human beings have a mission: the mission to build up the inanimate world and not to be content with what already exists. By flowing into the inanimate world, wisdom has become action, so that the world may be a reflection of the eternal spiritual realm.
[ 27 ] Weisheit, Schönheit, Stärke sind die drei Grundworte aller Freimaurerei. Die äußere Welt so umzugestalten, daß sie ein Kleid des Geistigen ist, das ist die Aufgabe. Das verstehen heute selbst die Maurer nicht mehr und glauben, daß der Mensch an seinem eigenen Ich arbeiten solle. Sie halten sich für besonders klug, wenn sie sagen, im Mittelalter wären nicht die Werkmaurer die freien Maurer gewesen. Aber gerade die Werkmaurer waren es immer gewesen, denn das äußere Bauwerk sollte ein Abbild des Geistigen werden, des Tempels der Welt, der aus der intuitiven Weisheit aufgebaut werden soll. Dieser Gedanke wurde früher den großen Bauwerken zugrunde gelegt und bis in die Einzelheiten hinein verfolgt.
[ 27 ] Wisdom, beauty, and strength are the three fundamental principles of all Freemasonry. The task is to reshape the external world so that it becomes a garment for the spiritual. Even Masons no longer understand this today and believe that a person should work on his own ego. They consider themselves particularly clever when they say that in the Middle Ages, the stonemasons were not the free masons. But it was precisely the stonemasons who had always been the free masons, for the external structure was meant to become a reflection of the spiritual—the temple of the world—which is to be built upon intuitive wisdom. This idea formerly formed the basis of great architectural works and was carried out down to the finest details.
[ 28 ] An einem Beispiel will ich Ihnen die Überlegenheit der Weisheit über den Verstand zeigen. Nehmen wir einen alten gotischen Dom und beachten wir die wunderbare Akustik. Heute kann man sie nicht mehr nachmachen, weil jenes tiefe Wissen darüber verlorengegangen ist.
[ 28 ] I’d like to use an example to show you the superiority of wisdom over reason. Let’s take an old Gothic cathedral and consider its wonderful acoustics. Today, it’s no longer possible to replicate them because that deep knowledge has been lost.
[ 29 ] Der berühmte Mörissee in Ägypten ist ebenso ein Wunderwerk des menschlichen Geistes gewesen. Er war nicht ein natürlicher See, sondern künstlich angelegt nach den Intuitionen der Weisen, damit das Wasser, wenn es reichlich floß, aufgespeichert und bei Wassermangel ins ganze Land gesendet werden konnte. Das war ein Wunderwerk der Kanalisation.
[ 29 ] The famous Lake Möris in Egypt was also a marvel of the human mind. It was not a natural lake, but was artificially created according to the insights of the sages, so that when water flowed abundantly, it could be stored and distributed throughout the land during times of drought. It was a marvel of irrigation engineering.
[ 30 ] Wenn der Mensch so nach derselben Weisheit schaffen wird, wie die göttlichen Kräfte die Natur geschaffen haben, als sie das Physische in weiser Art aufbauten, dann wird der ’Ternpel aufgebaut. Nicht darauf kommt es an, wieviel wir im einzelnen aus unserer Weisheit heraus zu schaffen vermögen, sondern die Gesinnung müssen wir nur haben, die weiß, daß nur aus der Weisheit der Tempel der Menschheit aufgebaut werden kann.
[ 30 ] If humankind creates in accordance with the same wisdom with which the divine powers created nature—as they wisely built up the physical world—then the “Temple” will be built. What matters is not how much we are able to create in detail through our own wisdom, but rather that we possess the mindset that knows the Temple of Humanity can be built only through wisdom.
[ 31 ] Wenn wir heute so durch die Städte gehen, dann ist dort ein Schuhladen, daneben eine Apotheke, neben dieser eine Käsehandlung und neben der Käsehandlung ein Geschäft mit Spazierstöcken. Wenn wir uns nicht just etwas kaufen wollen, was geht uns dann das an? — Wie wenig setzt das äußere Leben einer solchen Stadt fort, was wir fühlen, denken und empfinden! Wie ganz anders war dies im Mittelalter. Wenn da der Mensch durch die Straßen ging, sah er die Fassaden der Häuser im Stile der Gesinnung und dem Charakter der Bewohner gebaut. Jedes Türschloß drückte aus, was der Mensch, seinem Geiste entsprechend, in Liebe geformt hatte. Gehen Sie zum Beispiel durch eine Stadt wie Nürnberg: da finden Sie noch den Grundstock dessen, wie es damals war, und dann nehmen Sie im Gegensatz dazu die moderne Abstraktion, die den Menschen nichts mehr angeht. Das ist die materialistische Zeit und ihr chaotisches Schaffen, zu der man allmählich aus einer früheren spiritualistischen Zeit überging.
[ 31 ] When we walk through cities today, we see a shoe store, next to it a pharmacy, next to that a cheese shop, and next to the cheese shop a store selling walking sticks. If we aren’t looking to buy anything in particular, why should any of this concern us? — How little does the outward life of such a city reflect what we feel, think, and experience! How very different this was in the Middle Ages. When people walked through the streets back then, they saw the facades of the houses built in a style that reflected the mindset and character of their inhabitants. Every door lock expressed what people had shaped out of love, in accordance with their spirit. Take a walk, for example, through a city like Nuremberg: there you will still find the foundation of how things used to be, and then, in contrast, consider the modern abstraction that no longer concerns people. This is the materialistic age and its chaotic creation, to which we have gradually transitioned from an earlier spiritualistic age.
[ 32 ] Der Mensch ist herausgeboren aus einer Natur, an der einst die Götter geformt haben, so daß alles sich in den großen Weltenbau, in den großen Tempel, hineinfügte. Es gab einst eine Zeit, in der Sie kein Stück auf dieser Erde hätten ansehen können, ohne sich sagen zu müssen: Göttliche Wesenheiten haben diesen Tempel gebaut bis zu der Stufe, da der physische Körper des Menschen zu Ende gebaut war. Dann nahmen die höheren Prinzipien (die psychischen Kräfte) von ihm Besitz und dadurch kam die Unordnung, das Chaos in die Welt hinein. Wünsche, Begierden, Leidenschaften haben Unordnung in den Tempel der Welt hineingebracht. Erst wenn aus des Menschen Willen heraus wieder Gesetzmäßigkeit sprechen wird, in einer höheren und schöneren Weise wie einstmals die Götter an der Natur geschaffen haben, erst wenn der Mensch den Gott in sich selbst erstehen lassen wird, so daß er wie ein Gott an dem Tempel bauen kann, dann wird er den verlorengegangenen Tempel wiedergewinnen.
[ 32 ] Human beings were born from a nature that the gods once shaped so that everything would fit into the great structure of the universe, into the great temple. There was once a time when you could not have looked at a single part of this Earth without having to say to yourself: Divine beings built this temple up to the point where the physical body of man was fully formed. Then the higher principles (the psychic forces) took possession of him, and thereby disorder and chaos entered the world. Desires, cravings, and passions have brought disorder into the temple of the world. Only when order once again prevails through human will—in a higher and more beautiful way than the gods once created nature—only when man allows God to arise within himself, so that he may build the temple like a god, will he regain the lost temple.
[ 33 ] Wenn wir denken würden, daß nur die bauen sollten, die bauen können, so wäre das nicht richtig. Nein, auf die Gesinnung kommt es an, selbst wenn man sehr viel weiß. Hat man aber die Gesinnung, in dieser Richtung zu denken, und geht dann an soziale, an technische und juristische Reformen, dann baut man an dem verlorengegangenen und wiederzuerrichtenden Tempel. Fängt man aber Reformen, und mögen sie noch so gut gemeint sein, ohne diese Gesinnung an, so richtet man nur weiteres Chaos an. Denn der einzelne Stein ist nichts nütze, wenn er nicht in den ganzen Plan hineinpaßt. Reformieren Sie an der Justiz, der Religion oder sonst etwas, solange man nur das Einzelne sieht ohne die Gesinnung zum Ganzen zu haben, ist es nur ein Niederreißen.
[ 33 ] If we were to think that only those who can build should build, that would not be right. No, it is one’s mindset that matters, even if one knows a great deal. But if one has the mindset to think in this direction and then sets about social, technical, and legal reforms, then one is rebuilding the temple that has been lost and must be restored. If, however, one undertakes reforms—no matter how well-intentioned they may be—without this mindset, one only causes further chaos. For a single stone is of no use if it does not fit into the overall plan. Whether you reform the justice system, religion, or anything else—as long as you see only the individual parts without having the mindset for the whole—it is merely a matter of tearing things down.
[ 34 ] Deshalb ist die Theosophie nicht nur Theorie, sondern Praxis, das Allerpraktischste in der Welt. Zu glauben, daß die Theosophen Einsiedler seien, die nicht an der Welt bauen, ist ein Irrtum. Könnten wir es dazu bringen, daß die Menschen an Sozialreformen auf theosophischer Grundlage herangehen, so würden viele rascher und sicherer alles das erreichen, was sie wollen. Denn ohne daß etwas gegen die Einzelbewegungen gesagt werden soll, im einzelnen getrieben fühen sie doch zu nichts anderem als zu Fanatismus. Alle einzelnen Reformbestrebungen — Friedensapostel, Abstinenzler, Vegetarier, Tierschützler und so weiter — nützen erst, wenn sie alle zusammengehen. Ihr Ideal können sie eigentlich nur in einer großen allgemeinen Bewegung haben, die in der Vereinigung zu dem Alltempel führt.
[ 34 ] That is why Theosophy is not merely theory, but practice—the most practical thing in the world. It is a mistake to believe that Theosophists are hermits who do not contribute to the world. If we could get people to approach social reforms from a Theosophical standpoint, many would achieve everything they desire more quickly and more surely. For, without wishing to speak ill of individual movements, when pursued in isolation they lead to nothing but fanaticism. All individual reform efforts—peace advocates, temperance advocates, vegetarians, animal rights activists, and so on—are only beneficial when they come together. They can truly realize their ideal only within a great general movement that, through unity, leads to the Universal Temple.
[ 35 ] Dies ist die Idee, die der Allegorie vom verlorenen und wiederzuerrichtenden Tempel zugrunde liegt.
[ 35 ] This is the idea underlying the allegory of the lost temple that is to be rebuilt.
Notizen aus der Fragenbeantwortung
Notes from the Q&A Session
Frage: Wie war das mit den Kainssöhnen und Abelsöhnen?
Question: What was that about the sons of Cain and the sons of Abel?
[ 36 ] Antwort: Die Kainssöhne sind die unreiferen; die Abelsöhne sind die überreifen. Die Abelsöhne wenden sich zu den höheren Sphären, wenn sie diese Inkarnationen hinter sich haben. Die Abelsöhne sind die Solarpitris; die Kainssöhne sind die reifsten Mondpitris.
[ 36 ] Answer: The Sons of Cain are the less mature ones; the Sons of Abel are the most mature. The Sons of Abel turn toward the higher spheres once they have completed these incarnations. The Sons of Abel are the Solar Pitris; the Sons of Cain are the most mature Lunar Pitris.
Frage: Warum haben sich so viele mystische und maurerische Vereinigungen gebildet?
Question: Why have so many mystical and Masonic societies been formed?
[ 37 ] Antwort: Alle höhere Arbeit ist nur in einer Vereinigung zu leisten. Die Tafelrunde des Artus hat in der Regel zwölf umfaßt.
[ 37 ] Answer: All higher work can only be accomplished through unity. King Arthur’s Round Table typically consisted of twelve members.
Frage: Kennen Sie das Werk von Albert Schäffle?
Question: Are you familiar with the work of Albert Schäffle?
[ 38 ] Antwort: Albert Schäffle hat ein Werk über Soziologie geschrieben, und die Darstellung, die er gibt, ist viel freimaurerischer, als das, was aus den Freimaurerlogen hervorgeht.
[ 38 ] Answer: Albert Schäffle has written a book on sociology, and the account he gives is much more Masonic than what emerges from the Masonic lodges.
