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The Rudolf Steiner Archive

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The Temple Legend and the Golden Legend
GA 93

5 June 1905, Berlin

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14. Über Den Verlorenen Und Wiederzuerrichtenden Tempel im Zusammenhang mit der Kreuzesholz- oder Goldenen Legende

14. On the Lost and to-be-Rebuilt Temple in Connection with the“ Legenda Crucis” or Golden Legend IV

Die Allegorie vom verlorenen und wiederzugewinnenden Wort im Zusammenhang mit dem Pfingstfest

The Allegory of the Lost and Regained Word in the Context of the Feast of Pentecost

[ 1 ] Zu den Allegorien und Symbolen, von denen wir in diesen Stunden sprechen wollten, gehört auch das Sinnbild von dem sogenannten verlorenen und wiederzugewinnenden Wort. Von dem verlorenen und wiederzugewinnenden Tempel haben wir gesprochen. Um so besser werden wir heute daran anknüpfen können eine kurze Betrachtung über das verlorene und wiederzufindende Wort, insofern nämlich dieses Thema ein wenig zusammenhängt mit der sinnbildlichen Bedeutung des Pfingstfestes. Zwar habe ich schon vor einem Jahr manches von den Dingen, die ich heute vorbringen werde, zum Vortrag gebracht. Da aber auch einige unter uns sind, die vielleicht den vorjährigen Vortrag nicht gehört haben, so dürfte es nicht unnötig sein, von neuem auf diese Dinge hinzuweisen, vor allem weil wir imstande sind, jedes Jahr eine solche Angelegenheit zu betrachten und gründlicher und eingehender zu behandeln. Manches, was im Vorjahr nicht möglich gewesen ist zu sagen, ist heute vielleicht möglich, da wir manches hinzugelernt haben.

[ 1 ] Among the allegories and symbols we intended to discuss during these sessions is the symbol of the so-called “lost and to-be-regained word.” We have spoken of the lost and to-be-regained temple. This makes it all the better for us to pick up on this today with a brief reflection on the lost and rediscovered Word, since this topic is somewhat connected to the symbolic meaning of the Feast of Pentecost. Admittedly, I already presented some of the ideas I will share today in a lecture a year ago. However, since there are some among us who may not have heard last year’s lecture, it is likely not unnecessary to revisit these points, especially since we are able to consider such matters each year and address them more thoroughly and in greater depth. Some things that it was not possible to say last year may be possible today, since we have learned new insights.

[ 2 ] Das Pfingstfest hängt nämlich mit dem Sinnbild zusammen, das man sowohl in der Kirche wie auch in der Freimaurerei als das Symbol vom verlorenen und wiederzugewinnenden Wort bezeichnet. Damit berühren wir aber christliche Mysterien von einer wirklich außerordentlichen Tiefe. Wir berühren damit noch einmal, und zwar gründlicher als das vor acht Tagen der Fall sein konnte, die Sendung und Mission des weisen Salomo und die ganze zukünftige Bedeutung der christlichen Wahrheit.

[ 2 ] The Feast of Pentecost is, in fact, connected to the symbol that is referred to—both in the Church and in Freemasonry—as the symbol of the lost and to-be-regained Word. In doing so, however, we touch upon Christian mysteries of truly extraordinary depth. We are thus once again addressing—and more thoroughly than was possible eight days ago—the mission of the wise Solomon and the full future significance of Christian truth.

[ 3 ] Das Pfingstfest hängt zusammen mit der Auffassung des innersten Wesens des Menschen, wie sie auch im ursprünglichen Christentum vorhanden war, die aber dem Christentum, das in den verschiedenen Kirchen des Abendlandes lebt, nach und nach verlorengegangen ist. Das Pfingstfest ist das Fest, welches den Menschen jedes Jahr aufs neue an seine Befreiung, an das, was wir die Freiheit der Menschenseele nennen, erinnern soll.

[ 3 ] The Feast of Pentecost is connected to the conception of the innermost essence of the human being, as it existed in early Christianity but has gradually been lost in the various Western Christian churches. The Feast of Pentecost is the festival that is meant to remind people anew each year of their liberation—of what we call the freedom of the human soul.

[ 4 ] Wie ist der Mensch in Wirklichkeit zu dem gekommen, was wir seine Freiheit nennen, das heißt, zu seiner Möglichkeit, zwischen Gut und Böse zu unterscheiden, in Freiheit das Gute oder auch das Böse zu vollbringen? Sie wissen, daß der Mensch eine lange Entwickelungsreihe durchgemacht hat, bevor er auf der Stufe angelangt ist, auf der er heute steht, und daß wir die Mitte der Entwickelung überschritten haben. Ungefähr in der Mitte der atlantischen Rasse, die unserer Rasse voranging, liegt auch die Mitte der ganzen menschlichen Entwickelung. Jetzt haben wir diese Mitte bereits überschritten und dadurch sind wir die ersten Missionare der zweiten Hälfte, die ersten Sendboten eines aufsteigenden Bogens. Während die Menschheit bis in die atlantische Zeit hinein auf dem absteigenden Bogen, in einer Art absteigenden Entwickelung begriffen war, bis sie sich am tiefsten hineinversenkte in das materielle Leben, steigt sie jetzt wieder hinauf zur geistigen Entwickelung.

[ 4 ] How did human beings actually come to possess what we call their freedom—that is, their ability to distinguish between good and evil, and to freely choose to do good or evil? You know that humanity has undergone a long series of developments before reaching the stage where it stands today, and that we have passed the midpoint of that development. Roughly in the middle of the Atlantean race, which preceded our own, lies the midpoint of all human development. We have now already passed this midpoint, and as a result, we are the first missionaries of the second half, the first heralds of an ascending arc. While humanity, up until the Atlantean era, was on a descending arc—in a sort of downward evolution—until it sank deepest into material life, it is now rising again toward spiritual evolution.

[ 5 ] Was wir Menschen vor der Mitte unserer Erdenentwickelung nicht besaßen, war die Wahlfreiheit zwischen Gut und Böse. Bei den untergeordneten Naturreichen können wir auch nicht von Gut und Böse sprechen. Lächerlich wäre es, davon zu sprechen, ob sich das Mineral kristallisieren will oder nicht. Es kristallisiert sich, wenn die Bedingungen dazu vorhanden sind. Lächerlich wäre es auch zu fragen, ob die Lilie blühen will oder nicht, oder auch beim Löwen zu fragen, ob er freiwillig davon absehen will, andere Wesen zu fressen und zu töten. Erst beim Menschen und erst in unserer Entwickelungsphase sprechen wir von dem, was wir Wahlfreiheit nennen. Ein Unterscheidungsvermögen zwischen Gut und Böse schreiben wir nur dem Menschen zu. Und wie der Mensch nun dieses Unterscheidungsvermögen erhielt, das wird in der Bibel dargestellt in dem großen Symbol des Sündenfalles, in dem Verführungsakt, wo der Eva der Teufel oder Luzifer erscheint und sie überredet, von dem Baum der Erkenntnis zu essen. Dadurch ist die Wahlfreiheit über den Menschen gekommen und damit hat er den zweiten Teil seines Entwickelungsweges beschritten. So wenig wie wir beim Mineral, bei der Pflanze und beim Tier nach Gut und Böse fragen können, so wenig können wir beim Menschen vor jener Mitte der Weltentwickelung nach Freiheit, nach Gut und Böse fragen. Damit hängt ein anderes zusammen.

[ 5 ] What we humans did not possess before the middle of Earth’s evolution was the freedom to choose between good and evil. Nor can we speak of good and evil in the lower kingdoms of nature. It would be ridiculous to ask whether a mineral wants to crystallize or not. It crystallizes when the conditions are right. It would also be ridiculous to ask whether a lily wants to bloom or not, or to ask a lion whether it would voluntarily refrain from eating and killing other creatures. Only in the case of human beings, and only at our current stage of development, do we speak of what we call free will. We attribute the ability to distinguish between good and evil only to human beings. And how human beings came to possess this capacity for discernment is depicted in the Bible through the great symbol of the Fall, in the act of temptation where the Devil or Lucifer appears to Eve and persuades her to eat from the Tree of Knowledge. Through this, freedom of choice came to human beings, and with it they embarked on the second part of their path of development. Just as we cannot speak of good and evil in relation to minerals, plants, and animals, so too can we not speak of freedom, good, and evil in relation to human beings prior to that midpoint in the development of the world. Another aspect is connected to this.

[ 6 ] In aller Esoterik wird unsere gegenwärtige Welt und was damit zusammenhängt, als der Kosmos der Liebe bezeichnet. Und diesem Universum der Liebe ist der Kosmos oder das Universum der Weisheit vorangegangen. Das wollen wir in einem etwas tieferen Sinne betrachten.

[ 6 ] In all esoteric teachings, our present world and everything associated with it is referred to as the cosmos of love. And this universe of love was preceded by the cosmos or universe of wisdom. Let us examine this in a somewhat deeper sense.

[ 7 ] Sie wissen, kosmologisch ging unserer Erdenentwickelung die Mondenentwickelung voran. Ein noch weiterer Vorfahr unserer Erde war die Sonne, ein noch weiterer der Saturn. Der Mensch hat diese drei Entwickelungsphasen durchgemacht: Saturn, Sonne, Mond. Unsere Erde hat bis jetzt drei Zyklen durchgemacht, in denen sie wiederholt hat in der ersten Runde die Saturnentwickelung, in der zweiten Runde die Sonnenentwickelung und in der dritten Runde die Mondenentwickelung. Eine jede solche Runde beginnt damit, daß der Planet in einer außerordentlich feinen Stofflichkeit, dem Mentalstoff sich entwickelt. In einem solchen Stoff war die Erde vorhanden, als sie ihre vierte Runde, also den gegenwärtigen Zyklus begann. Nun begann sie zunächst wieder die drei vorhergehenden Runden zu wiederholen: den Zyklus Saturn im Arupa, den Zyklus Sonne im Rupa, und dann im Astralen die Mondrunde oder den Mondenzyklus.

[ 7 ] As you know, cosmologically speaking, the Moon’s evolution preceded that of our Earth. An even earlier ancestor of our Earth was the Sun, and an even earlier one was Saturn. Humanity has gone through these three phases of evolution: Saturn, Sun, Moon. Our Earth has so far undergone three cycles, in which it repeated the Saturn phase in the first cycle, the Sun phase in the second cycle, and the Moon phase in the third cycle. Each such cycle begins with the planet developing within an extraordinarily fine substance, the mental substance. The Earth existed in such a substance when it began its fourth cycle—that is, the present cycle. Now it began, at first, to repeat the three preceding cycles: the Saturn cycle in the Arupa, the Sun cycle in the Rupa, and then, in the astral, the Moon cycle.

[ 8 ] Unsere Erde machte also frühere materielle Zustände noch einmal durch, ehe sie die jetzige physische Dichtigkeit erreichte. Vor unserem jetzigen Zustand war sie astral. Den astralen Globus bezeichnen wir auch als eine Art Kosmos der Weisheit. Jeder Kosmos (Globus) ist wiederum eingeteilt in sieben Perioden. So haben wir in unserem Globus sieben Rassenzyklen: die polarische, die hyperboräische, die lemurische, die atlantische und dann die arische Rasse, in der wir sind. Die sechste und siebente Rasse werden noch kommen. Dann wird die Erde wieder in den astralen Zustand übergehen. Diese Rassenzyklen stellen sieben aufeinanderfolgende Perioden unserer physischen Entwickelung auf der Erde dar. Ebenso stellt sich uns die astrale Vorgängerin in sieben aufeinanderfolgenden Perioden dar, die diesen sieben Rassen entsprechen. Es ist aber nicht ganz richtig, hier von Rassen zu sprechen. Die Formen, die damals gelebt haben, kann man nicht gut Rassen nennen. Immer von Rassen zu sprechen, geht im Gebrauch der Analogie zu weit. Es waren andere Formen, die sich bildeten. In der esoterischen Sprache nennt man diese vorhergehenden astralen Perioden das Reich der Weisheit, und ihre Formen nennt man die sieben Perioden der Weisheit, in der die sieben Könige der Weisheit, die sieben Könige der Dynastie Salomos geherrscht haben. Denn in jeder dieser Perioden lebte ein Wesen ähnlicher Art, wie die Seele Salomos, wie die Seele es war, die in Salomo inkarniert war. Dieser Kosmos der Weisheit wurde abgelöst von dem eigentlich irdischen Kosmos, dem Kosmos der Liebe.

[ 8 ] Our Earth, then, went through earlier material states once again before reaching its current physical density. Before our present state, it was astral. We also refer to the astral globe as a kind of cosmos of wisdom. Each cosmos (globe) is in turn divided into seven periods. Thus, in our globe, we have seven racial cycles: the Polar, the Hyperborean, the Lemurian, the Atlantean, and then the Aryan race, in which we now find ourselves. The sixth and seventh races are yet to come. Then the Earth will return to the astral state. These racial cycles represent seven successive periods of our physical development on Earth. Likewise, its astral predecessor presents itself to us in seven successive periods corresponding to these seven races. However, it is not entirely correct to speak of “races” here. The forms that lived at that time cannot really be called races. To speak constantly of “races” takes the use of analogy too far. It was other forms that took shape. In esoteric terminology, these preceding astral periods are called the Kingdom of Wisdom, and their forms are called the seven periods of wisdom, during which the seven kings of wisdom—the seven kings of the dynasty of Solomon—reigned. For in each of these periods there lived a being of a nature similar to the soul of Solomon—to the soul that was incarnated in Solomon. This Cosmos of Wisdom was succeeded by the truly earthly cosmos, the Cosmos of Love.

[ 9 ] Nun seien wir uns klar darüber, was nach unserer ganzen Vorstellung während der Erdgestaltung geschah. Als die Erde sich zu gestalten begann, war sie noch vereinigt mit der Sonne und dem, was wir jetzt Mond nennen. Mit diesen zwei Körpern bildete die Erde einen einzigen Körper. Zuerst trennte sich die Sonne von der Erde ab. Dadurch wurde das ganze Leben auf der Erde ein anderes. Während vorher nicht die Rede sein konnte von Tod, weil fortgesetztes materielles Leben da war, trat jetzt der Tod ein. Etwa in der Form, wie wir ihn bei einem aus Zellen zusammengesetzten Pflanzenkörper kennen. Solange die Pflanze aus einer einzigen Zelle besteht, tritt kein Zerfallen ein, wenn das nächste geboren wird. Anders ist es, wenn ein ganzer Organismus zusammengesetzt ist. Dieser zerfällt in seine Teile, und der einzelne Teil ist nicht mehr das ganze Leben. Solch ein Tod trat erstmals ein, als die Sonne sich von der Erde ablöste. Als Folge der Mondablösung entstand die Spaltung der Geschlechter in der Mitte der lemurischen Rasse. Die Abtrennung des Mondes bewirkte die Teilung des Männlich-Weiblichen in nur Männliches und nur Weibliches. Dadurch bekamen die Menschen auch die Gestalt, die sie jetzt in der Welt haben.

[ 9 ] Now let us be clear about what, according to our understanding, happened during the formation of the Earth. When the Earth began to take shape, it was still united with the Sun and what we now call the Moon. Together with these two bodies, the Earth formed a single body. First, the Sun separated from the Earth. As a result, all life on Earth changed. Whereas previously there could be no question of death—because continuous material life existed—death now set in. It occurred in a manner similar to what we observe in a plant body composed of cells. As long as a plant consists of a single cell, no disintegration occurs when the next one is born. The situation is different when an entire organism is composed of parts. It disintegrates into its parts, and the individual part is no longer the whole life. Such a death occurred for the first time when the Sun separated from the Earth. As a consequence of the moon’s separation, the division of the sexes arose in the middle of the Lemurian race. The separation of the moon brought about the division of the male-female into purely male and purely female. Through this, human beings also acquired the form they now have in the world.

[ 10 ] Was ist nun während dieser wichtigen kosmischen Ereignisse, als zuerst die Sonne und dann der Mond sich abspalteten, geschehen? Wenn wir uns das einmal klarmachen wollen, wird es gut sein darauf hinzuweisen, daß damals die Erde von einer sehr dünnen, aber schon physischen Materie in eine immer dichtere und dichtere sich verwandelte. Die erste physische Materie, in der alle Menschen auf der Erde vorhanden waren, war Äthermaterie, eine sehr feine Materie, feiner als unser Gas.

[ 10 ] What, then, happened during these important cosmic events, when first the Sun and then the Moon separated? If we wish to understand this clearly, it is worth noting that at that time the Earth was transforming from a very fine, yet already physical, matter into one that was becoming denser and denser. The first physical matter, in which all human beings on Earth existed, was etheric matter—a very fine substance, finer than our gas.

[ 11 ] Wir unterscheiden auf unserer Erde jetzt drei Stoffarten: die festen, die flüssigen und dann die gasförmigen Körper, die man früher Luft genannt hat. Dann unterscheiden wir esoterisch die vier Ätherarten: erstens den Feueräther, der bewirkt, daß die Körper mit Wärme durchzogen werden können; zweitens den Lichtäther; drittens den chemischen Äther, der bewirkt, daß die Atome sich nach gewissen Zahlengesetzen mischen - die Wahlverwandtschaft der Atome -, und viertens den physischen oder Lebensäther. Vier Ätherarten also, die die Erde beleben. Im wesentlichen hat sich die Erde in diesen Ätherarten zunächst entwickelt. Dann hat sie sich aus diesem Äther heraus verdichtet. Diese Verdichtung geschah erst während der lemurischen Epoche. Vorher hat man es mit der Äthererde zu tun, die noch ganz anderen Kräften zugänglich war als unsere heutige physische Erde. Dies möchte ich Ihnen einmal klarmachen.

[ 11 ] We now distinguish three states of matter on our Earth: solids, liquids, and gases—which were formerly called “air.” Esoterically, we then distinguish four types of ether: first, the fire ether, which enables bodies to be permeated by heat; second, the light ether; third, the chemical ether, which causes atoms to combine according to certain numerical laws—the affinity of atoms—and fourth, the physical or life ether. Four types of ether, then, that animate the Earth. Essentially, the Earth initially developed within these types of ether. Then it condensed out of this ether. This condensation did not occur until the Lemurian epoch. Before that, we are dealing with the etheric Earth, which was still open to forces quite different from those of our present-day physical Earth. I would like to make this clear to you.

[ 12 ] Wenn ich sage, daß diese Äthererde verschiedenen Kräften zugänglich war, dann seien Sie sich klar, daß auch alle Wesen, was an Pflanzen, Tieren und Menschen lebte, in ihrem Innersten diesen Kräften zugänglich waren. Der Äther ist dem zugänglich, was wir in der esoterischen Sprache bezeichnen als das «Wort», das «Weltenwort». Ich kann Ihnen auch an einem Vorgange der Einweihung klarmachen, wie der Äther zu dem steht, was wir das «Wort» nennen. Wie Sie wissen, besteht der Mensch aus dem physischen, dem Äther- und Astralleib, und dann aus dem eigentlichen Ich. Der Ätherleib wird sichtbar, wenn man sich den physischen Körper fortsuggeriert. Aber der Mensch vermag, so wie er heute ist, auf seinen physischen Körper gar nicht einzuwirken. Er kann nicht das kleinste Blutkörperchen bewegen. Von hohen kosmischen Kräften wird der physische Körper beherrscht. Heute sind es höhere Wesenheiten, die hier Macht ausüben können; der Mensch wird es später können. Wenn die Menschen die Kräfte ihres eigenen physischen Körpers werden beherrschen können, von denen der Materialist als von Naturkräften spricht, dann wird er ein Gott geworden sein. Ihm heute dieses zuzusprechen, wäre Götzendienst, denn in Wahrheit haben wir es mit hohen Wesenheiten zu tun, die den physischen Körper beeinflussen.

[ 12 ] When I say that this etheric earth was accessible to various forces, please understand that all living beings—plants, animals, and humans—were also accessible to these forces in their innermost being. The ether is open to what we refer to in esoteric language as the “Word,” the “World Word.” I can also illustrate to you, using a process of initiation, how the ether relates to what we call the “Word.” As you know, the human being consists of the physical body, the etheric body, the astral body, and then the true “I.” The etheric body becomes visible when one visualizes the physical body. But the human being, as he is today, is not at all capable of influencing his physical body. He cannot move even the smallest blood cell. The physical body is governed by high cosmic forces. Today, it is higher beings who can exercise power here; human beings will be able to do so later. When human beings are able to master the forces of their own physical body—which the materialist refers to as “forces of nature”—then they will have become gods. To attribute this to them today would be idolatry, for in truth we are dealing with higher beings who influence the physical body.

[ 13 ] Wenn die Menschen die Feueräthermaterie beherrschen können, können sie alles Physische beherrschen. Wenn sie das menschliche Physische beherrschen, dann können sie auch das übrige Physische beherrschen. Diese Kraft bezeichnet man als Vaterkraft, als den «Vater». Alles also, wodurch eine Wesenheit mit unserer Erde in Zusammenhang steht, wodurch sie die physische Materie beherrschen kann. Wenn ein Mensch bis in den physischen Leib hinein solche Vaterkräfte auszuüben vermag, so bezeichnet man dies als Atma. So wird Atma dem Physischen zugeteilt.

[ 13 ] If human beings can master fire-etheric matter, they can master all physical reality. If they master the human physical body, then they can also master the rest of the physical world. This power is referred to as the Father force, as the “Father.” In other words, everything through which a being is connected to our Earth, through which it can master physical matter. When a human being is able to exert such Father forces even within the physical body, this is referred to as Atma. Thus, Atma is attributed to the physical realm.

[ 14 ] Das zweite Wesensglied ist der Ätherleib, der entspricht dem Sohnesprinzip oder dem Logos, dem «Wort». Wie der physische von ‚Atma, so kann dieser Ätherleib von Buddhi bewegt, innerlich gestaltet, in Vibrationen von dem Sohnesprinzip versetzt werden.

[ 14 ] The second constituent element is the etheric body, which corresponds to the Son principle or the Logos, the “Word.” Just as the physical body is moved by ‘Atma,’ so too can this etheric body be moved by Buddhi, shaped internally, and set into vibration by the Son principle.

[ 15 ] Das dritte Glied ist der Astralleib. Anfangs können wir auch ihn nicht beherrschen, und noch die wenigsten haben heutzutage eine bedeutende Macht über ihren Astralleib. In dem Maße, wie der Mensch von innen heraus den Astralleib beherrschen kann, nennen wir ihn mit Manas begabt.

[ 15 ] The third member is the astral body. At first, we cannot control it either, and even today very few people have significant control over their astral body. To the extent that a person can control the astral body from within, we say that person is endowed with Manas.

[ 16 ] In der Mitte der lemurischen Zeit begann der Mensch an seinem Astralleib zu arbeiten. Wenn Sie einen Menschen betrachten könnten, der auf der Stufe steht, wo die lemurische Rasse begann, also zweigeschlechtlich, so finden Sie, daß dessen Körper von außen aufgebaut wird. Seit der Mitte der lemurischen Zeit beginnt nun der Mensch selbst an seinem Astralleib zu arbeiten. Alles was der Mensch von seinem Ich aus hineinarbeitet, was er durch Pflichten und Gebote zur Überwindung der rohen Begierden und Leidenschaften tut, trägt bei zur Veredelung des Astralleibes. Wenn er dann ganz durchdrungen sein wird mit der Arbeit des eigenen Ich, dann können wir ihn nicht mehr Astralleib nennen, dann ist er Manas geworden. Wenn der ganze Astralleib in Manas verwandelt ist, kann der Mensch beginnen in den Ätherleib hineinzuarbeiten, ihn in Buddhi zu verwandeln. Was er da hineinarbeitet, ist nichts anderes als das individualisierte Wort, das die christliche Esoterik auch den «Sohn» oder «Logos» nennt. Wenn der Astralleib zu Manas wird, nennt sie dies den «Heiligen Geist», und wenn der physische Leib Atma geworden ist, nennt sie dies «Vater».

[ 16 ] In the middle of the Lemurian epoch, human beings began to work on their astral bodies. If you could observe a human being at the stage where the Lemurian race began—that is, when it was hermaphroditic—you would find that their body is built up from the outside. From the middle of the Lemurian epoch onward, human beings began to work on their astral bodies themselves. Everything that a person works into it from the perspective of their “I”—everything they do through duties and commandments to overcome raw desires and passions—contributes to the refinement of the astral body. When he is then completely permeated by the work of his own “I,” we can no longer call it the astral body; it has become Manas. When the entire astral body has been transformed into Manas, the human being can begin to work into the etheric body, transforming it into Buddhi. What he works into it is nothing other than the individualized Word, which Christian esotericism also calls the “Son” or “Logos.” When the astral body becomes Manas, it is called the “Holy Spirit,” and when the physical body has become Atma, it is called the “Father.”

[ 17 ] Was hier im kleinen mit dem Menschen geschieht, geschah auch im großen mit der Welt draußen. Diese Weltgeheimnisse vollzog man schon in den Mysterien bei der Einweihung, man vollzog so etwas, was die Menschen allgemein erst in einer fernen Zukunft sein werden. Schon in den ägyptischen Mysterien konnte nur der eingeweiht werden, der seinen ganzen Astralleib durchgearbeitet hatte, so daß der Astralleib vollständig von dem Ich aus geleitet werden konnte. Ein solcher Mensch stand so vor dem Einweihungspriester: er hatte keinen Einfluß auf den physischen Leib und auch keinen auf den Ätherleib; aber sein Astralleib war sein eigenes Geschöpf. Nun wurde ihm gezeigt, wie er auf den Äther- und auf den physischen Leib einwirken kann. Der physische Leib wurde in einen lethargischen Zustand versetzt — drei Tage und drei Nächte mußte er in diesem Zustand bleiben -, und während dieser Zeit war der Ätherleib herausgehoben. Und da der Einzuweihende mächtig geworden war in bezug auf den Astralleib, so konnte er nun die Macht gewinnen, auf den Ätherleib einzuwirken. Was er im Astralischen hatte, konnte er lernen in den Ätherleib hineinwirken zu lassen. Das waren die drei Tage der Grablegung und Auferstehung in einem Ätherleib, der ganz und gar durchsetzt ist von dem, was man den Heiligen Geist nennt. Man nannte einen solchen Eingeweihten einen mit dem Logos, dem «Wort» begabten Menschen. Dieses «Wort» ist nichts anderes als die Weisheit, Manas, das in den Astralleib hineingearbeitet ist. Niemals kann die Weisheit in den Ätherleib kommen, wenn nicht vorher der Astralleib damit durchdrungen ist.

[ 17 ] What happens here on a small scale with human beings also happened on a grand scale with the world outside. These mysteries of the world were already enacted in the mysteries during initiation; they enacted something that human beings in general will only become in the distant future. Even in the Egyptian mysteries, only those who had fully developed their astral body could be initiated, so that the astral body could be completely guided by the “I.” Such a person stood before the initiating priest in this way: he had no influence over the physical body, nor over the etheric body; but his astral body was his own creation. He was then shown how he could influence the etheric and physical bodies. The physical body was placed in a lethargic state—it had to remain in this state for three days and three nights—and during this time the etheric body was lifted out. And since the initiate had become powerful with regard to the astral body, he could now gain the power to act upon the etheric body. He was able to learn to channel what he possessed in the astral realm into the etheric body. These were the three days of burial and resurrection in an etheric body that is completely permeated by what is called the Holy Spirit. Such an initiate was called a person endowed with the Logos, the “Word.” This “Word” is nothing other than wisdom, Manas, which has been woven into the astral body. Wisdom can never enter the etheric body unless the astral body has first been permeated by it.

[ 18 ] Für die Erde war es ebenso. Bevor nicht die ganze Erde im Astralen so weit gebracht war, konnte dieser Vorgang nicht eintreten. Der Zustand, in dem der Einzuweihende sein mußte in den ägyptischen Mysterien, entspricht dieser Zeit des astralen Globus, von dem ich gesprochen habe, daß er der unmittelbare Vorgänger der Erde ist. Das ist der Globus der Weisheit. Da wird von den kosmischen Mächten hineingearbeitet alle Weisheit. Und dieses Hineinversetzen der Weisheit in den Erdglobus selbst, das macht es möglich, daß nach der Spaltung der Sonne und des Mondes von der Erde, von oben, von höheren Sphären wieder etwas hineingearbeitet wird, wie bei der Einweihung im kleinen. So vollzog sich der Prozeß im großen, wie er sich im kleinen bei der Einweihung vollzog.

[ 18 ] It was the same for the Earth. This process could not take place until the entire Earth had reached a certain stage in the astral realm. The state in which the initiate had to be in the Egyptian mysteries corresponds to this period of the astral globe, which I have described as the immediate predecessor of the Earth. This is the globe of wisdom. All wisdom is infused into it by the cosmic powers. And this infusion of wisdom into the Earth globe itself makes it possible that, after the separation of the Sun and the Moon from the Earth, something is once again infused from above, from higher spheres—just as in initiation on a small scale. Thus the process unfolded on a grand scale, just as it unfolded on a small scale during initiation.

[ 19 ] Siebenmal ist der astrale Erdglobus von den Weisen in der Art des Salomo regiert worden. Dann umgab sich die Erde von außen mit dem Ätherleib und kristallisierte, konstituierte irdische Materie. Da wurde das «Wort» hineingelegt. Dieses Wort ist dann wie begraben in der irdischen Materie, aber es muß wieder auferweckt werden. Dies ist auch der schöne Sinn in dem Mythos von dem Gotte Dionysos. Die heilige Weisheit unseres Erdenvorgängers ist hineingelegt in alle Erdenwesen unserer irdischen Welt. Nehmen Sie dies so tief, als es Ihnen möglich ist. Nehmen Sie den menschlichen Ätherleib, wie ihn jeder Mensch hat. Wenn Sie ihn als Hellseher ansehen, so hat er ungefähr die Form wie der physische Leib. Wenn der Mensch stirbt, löst sich der physische Leib auf und der Ätherleib auch; der physische Körper im Physischen und der Ätherleib im allgemeinen Weltenäther. Dieser Ätherleib ist aber schr kunstvoll gebaut worden für die Menschen von der Weisheit, die ihn vorher hineingesetzt hat vom astralen Globus. Dieser Ätherleib zerstiebt nach dem Tode. Nur der Ätherleib, der von innen aufgebaut ist, der ist ein lebendiger, ein ewig bleibender. Es ist der Ätherleib des Chela, und der löst sich nach dem Tode nicht auf. Wenn Sie den heutigen Kulturmenschen sterben sehen, sehen Sie den Ätherleib noch einige Zeit, dann löst er sich auf. Beim Chela bleibt er. Der Verzicht des Chela auf Devachan besteht darin, daß der Chela sich auf der Astralebene aufhält und dort von seinem Ätherleib Gebrauch macht. Bei gewöhnlichen Menschen muß bei der Wiedergeburt ein neuer Ätherleib geformt werden; daß einer gebaut werden kann, das wird im Devachan erreicht. Der Ätherleib, den sich der Chela von innen heraus aufgebaut hat, geht nicht mehr verloren, wohl aber der von der kosmischen Weisheit von außen aufgebaute, denn der löst sich wieder auf. So ist es auch mit dem Ätherkörper der Pflanzen und Tiere. Was heute noch Ätherleib ist, ist aufgebaut worden aus den kosmischen Kräften, die auf diesem Astralglobus unserer Erde in sie hineingeflossen sind. Diese Weisheit, die Sie in der astralen Erde finden, wird in der Mythe von Dionysos ausgedrückt.

[ 19 ] Seven times the astral globe of the Earth was ruled by the sages in the manner of Solomon. Then the Earth surrounded itself from the outside with the etheric body and crystallized, forming earthly matter. Then the “Word” was placed within it. This Word is then, as it were, buried in earthly matter, but it must be raised again. This is also the beautiful meaning behind the myth of the god Dionysus. The sacred wisdom of our earthly predecessor is embedded in all earthly beings of our earthly world. Take this as deeply as you possibly can. Consider the human etheric body, as every human being possesses it. If you view it as a clairvoyant, it has roughly the same form as the physical body. When a human dies, the physical body dissolves, and so does the etheric body; the physical body dissolves into the physical realm, and the etheric body into the general world ether. This etheric body, however, has been artfully constructed for human beings by the Wisdom that previously placed it there from the astral globe. This etheric body disintegrates after death. Only the etheric body that is built up from within is a living, eternally enduring one. It is the etheric body of the chela, and it does not dissolve after death. When you see a modern civilized person die, you can still see the etheric body for some time; then it dissolves. In the case of the chela, it remains. The chela’s renunciation of Devachan consists in the chela remaining on the astral plane and making use of his etheric body there. For ordinary people, a new etheric body must be formed at rebirth; the ability to build one is achieved in Devachan. The etheric body that the chela has built up from within is no longer lost, whereas the one built up from without by cosmic wisdom does dissolve again. The same is true of the etheric bodies of plants and animals. What is still the etheric body today has been built up from the cosmic forces that have flowed into it on this astral globe of our Earth. This wisdom, which you find in the astral Earth, is expressed in the myth of Dionysus.

[ 20 ] Nun hatte sich in der lemurischen Epoche das Dichtere herauszubilden. Da mußte das Vaterprinzip hineingearbeitet werden. Das ist das letzte, was sich unserer Erdenstofflichkeit bemächtigte. Was da hineingearbeitet ist, ist tief verborgen in der physischen Welt. Zuerst arbeitete sich der Heilige Geist in die Astralmaterie hinein. Dann arbeitete der mit der astralen Materie verbundene Geist in die Äthermaterie hinein, das ist der Sohn; und dann kommt der Vater, der die physische Dichtigkeit beherrscht. So wird in dreifacher Stufe der Makrokosmos aufgebaut: Geist, Sohn und Vater, und der Mensch, indem er sich wieder hinaufarbeitet, geht von dem Geist durch den Sohn zum Vater. Alles das geschieht unter Führung in der Entwickelung auf der Erde.

[ 20 ] Now, during the Lemurian epoch, the denser substance was to take shape. The Father principle had to be woven into it. This is the last thing that took hold of our earthly materiality. What has been woven into it lies deeply hidden in the physical world. First, the Holy Spirit worked its way into astral matter. Then the spirit connected to astral matter worked its way into etheric matter—this is the Son; and then comes the Father, who governs physical density. Thus, the macrocosm is built up in three stages: Spirit, Son, and Father; and as human beings work their way upward again, they proceed from the Spirit through the Son to the Father. All of this takes place under guidance in the course of evolution on Earth.

[ 21 ] Bis zur lemurischen Zeit war das einzige die äußere Entwickelung. Da war diese Dreieinigkeit eingezogen in unsere physische Entwickelung. In der arischen Epoche kam in die Vorstellung der Menschen als Religion dasjenige hinein, was sich früher vollzogen hatte und wiederholte sich stufenweise.

[ 21 ] Up until the Lemurian period, the only development was external. Then this Trinity became integrated into our physical development. During the Aryan epoch, what had taken place earlier entered human consciousness as religion and was gradually repeated.

[ 22 ] Wir sind in der fünften Unterrasse der arischen Wurzelrasse. Vier andere Unterrassen gingen voran. Die erste Unterrasse ist die alte indische. Diese ehrwürdige alte Rasse wurde geführt von den heiligen Rishis. Von denen können wir uns nur eine schwache Vorstellung machen. Von ihrer Religion haben wir Kenntnis aus den Nachrichten, die uns von den Veden überkommen sind. Viel größer und gewaltiger war die Lehre der Rishis als unsere heutige Überlieferung davon. Erst während der dritten Unterrasse sind Aufzeichnungen gemacht worden, die uns in den Veden erhalten sind. Die ursprüngliche Religion der Rishis hatte große Traditionen von den göttlichen Vorfahren der Menschen, den Astralinitiierten der Dynastie Salomos. Die großen Intuitionen, die nicht bloß Kunde und Kenntnis bringen von den Gesetzen der Erde, sondern von den Urbildern, die selbst diese Weisheiten geschaffen haben, diese Urbilder lebten im Geist der alten indischen Rishis. Das war die erste Religion, die des Heiligen Geistes.

[ 22 ] We belong to the fifth subrace of the Aryan root race. Four other subraces preceded us. The first subrace is the ancient Indian one. This venerable ancient race was led by the holy Rishis. We can only form a faint idea of them. We know of their religion from the accounts that have come down to us through the Vedas. The teachings of the Rishis were far greater and more powerful than our present-day tradition of them. It was not until the third sub-race that records were made, which have been preserved for us in the Vedas. The original religion of the Rishis contained great traditions concerning the divine ancestors of humankind, the astral initiates of the dynasty of Solomon. The great intuitions—which bring not merely information and knowledge of the laws of the earth, but of the archetypes that created this wisdom itself—these archetypes lived in the spirit of the ancient Indian Rishis. That was the first religion, that of the Holy Spirit.

[ 23 ] Die zweite Religion wurde gepflegt in Vorderasien. Da verehrte man als Wiederholung dessen, als zum ersten Male der Sohn seinen EinfAluß auf die Erde geltend machte, das zweite Prinzip. Da tritt zugleich beim Sohnesprinzip das Herunterstoßen gewisser Wesenheiten auf. Es gibt keine höhere Entwickelung, ohne daß andere heruntergestoßen werden in die Tiefe. Das Mineral-, das Pflanzen- und das Tierreich sind auf diese Weise heruntergestoßen worden. Das ist die große Tragik, daß, wer sich höher entwickelt, eine ungeheuere Verantwortlichkeit auf sich nimmt. Jeder Heilige bedingt, daß eine große Anzahl Wesen heruntergestoßen werden. Wenn ein solches Herunterstoßen nicht stattfände, so gäbe es keine Entwickelung. Damit ein Mensch selbst höher entwickelt wird, muß er fortgesetzt Wesen hinunterstoßen. Darum ist alle Entwickelung schlecht und verwerflich, wenn sie aus Eigennutz geschieht; sie ist nur berechtigt um der Entwickelung der anderen Wesen willen. Nur wer die Hinuntergestoßenen wieder hinaufholen will, ist der Entwickelung fähig. So war jene Entwickelung, die auf der Erde auftrat, und die schon auf anderen Weltkörpern vorbereitet worden war, jene Entwickelung zur Begabung des Ätherleibes mit dem Logos, dem Wort, verknüpft mit dem Herunterstoßen anderer, mit der Erdenentwickelung zusammenhängender Wesen. Diese stellte man sich vor als Widersacher, als luziferisches Prinzip. So haben wir gerade in der persischen Religion diese Zweiheit: neben dem Prinzip des Guten das Prinzip des Bösen auftretend. Arbeitet der Mensch, und überhaupt ein Wesen, manasisch in sich hinein, so ist das ein Gutes. Immer aber stellt sich ihm das Böse entgegen. Ormuzd und Ahriman, das sind die Namen für das Gute und Böse in der persischen Religion.

[ 23 ] The second religion was practiced in the Near East. There, as a repetition of what occurred when the Son first exerted his influence on Earth, the second principle was venerated. At the same time, the principle of the Son involves the casting down of certain beings. There is no higher evolution without others being cast down into the depths. The mineral, plant, and animal kingdoms have been cast down in this way. This is the great tragedy: whoever evolves to a higher level takes on an immense responsibility. Every saint necessitates that a large number of beings be cast down. If such a casting down did not take place, there would be no evolution. In order for a human being to evolve to a higher level, he must continually cast down beings. That is why all evolution is evil and reprehensible if it occurs out of self-interest; it is justified only for the sake of the evolution of other beings. Only those who wish to bring back up those who have been cast down are capable of evolution. Thus, the evolution that took place on Earth—and which had already been prepared on other celestial bodies—was linked to the endowment of the etheric body with the Logos, the Word, and to the casting down of other beings connected with Earth’s evolution. These were conceived as adversaries, as the Luciferic principle. Thus, we find this duality particularly in the Persian religion: the principle of good appearing alongside the principle of evil. When a human being—or any being, for that matter—works inwardly through the manas, this is a good thing. But evil always opposes them. Ormuzd and Ahriman are the names for good and evil in the Persian religion.

[ 24 ] Die dritte Stufe tritt uns bei den Chaldäern, den Babyloniern, den Assyrern, den Ägyptern entgegen, bei denen geistig eine Wiederholung der dritten Stufe der Gottheit vorhanden ist. Daher tritt uns hier und seit jener Zeit bei allen Völkern die Dreiheit, die Dreieinigkeit der Gottheit entgegen. Die zweite Unterrasse hatte noch keine dreieinige Gottheit, und die erste schon gar nicht. Nun wird in diesem Dreifachen nach und nach der Aufstieg für die ganze Menschheit vorbereitet. Die Eingeweihten machen den Weg vorher ... [Lücke].

[ 24 ] The third stage appears among the Chaldeans, the Babylonians, the Assyrians, and the Egyptians, in whom there is a spiritual repetition of the third stage of divinity. Therefore, from that time onward, the triad—the Trinity of divinity—has been present among all peoples. The second subrace did not yet have a triune Godhead, and the first certainly did not. Now, within this triad, the ascent for all humanity is gradually being prepared. The initiates pave the way in advance ... [gap].

[ 25 ] In den drei ersten Unterrassen waren es religiöse Widerspiegelungen dessen, was in den makrokosmischen Vorgängen gewirkt hatte. Nun kommt ein neuer Aufbau: erst Weisheit, dann Sohn und dann Vater. Das Aufleuchten der Weisheit geschah in der vierten Unterrasse, in dem semitischen Volk, das aus der dritten Unterrasse heraus in die vierte hineinwächst, und aus ihm wächst dann das Christentum heraus. Bei den Eingeweihten des jüdischen Volkes finden wir den ganzen Hergang gewesener Vorgänge der Erde, alle Vorgänge, die sich im großen im Überirdischen abgespielt haben, noch einmal wiederholt in dem Elemente des Intellektes. Dort entwickelt sich das, was wir den unteren Geist nennen, Kama-Manas, das wieder mit anderer Kraft begabt werden muß. Diese Begabung, dieser Einschlag ist Christus selbst, das fleischgewordene Wort, das auf das zukünftige Wort hindeutet, wo alle Menschen imstande sein werden, ihren Ätherleib vom Astralleib aus zu beherrschen, wenn sie im Ätherleibe das Wort so bewegen, daß es in ihnen ein lebendiges wird. Die Möglichkeit dieser Entwickelung in der Zukunft ist in der Erscheinung des fleischgewordenen Wortes in der vierten Unterrasse vorausgenommen. Damit der Logos in dem Ätherkörper inkarniert werden kann, muß die ganze Menschheit die Herrschaft über den Äther erlangt haben. Das ist als ein Urimpuls von dem im Fleische inkarnierten Christus ausgegangen. Wenn der Mensch durch die Kraft des Sohnes hindurchgegangen sein wird, dann kommt er zum Vater.

[ 25 ] In the first three subraces, these were religious reflections of what had been at work in the macrocosmic processes. Now a new structure emerges: first Wisdom, then the Son, and then the Father. The dawn of Wisdom occurred in the fourth subrace, among the Semitic people, who grew out of the third subrace and into the fourth, and from them Christianity then emerged. Among the initiates of the Jewish people, we find the entire course of past events on Earth—all the processes that have unfolded on a grand scale in the supermundane realm—repeated once more in the element of the intellect. There, what we call the lower spirit, Kama-Manas, develops; it must once again be endowed with a different power. This endowment, this impulse, is Christ Himself, the Word made flesh, who points to the future Word, when all human beings will be able to control their etheric body from within the astral body, if they move the Word within the etheric body in such a way that it becomes a living reality within them. The possibility of this future development is foreshadowed in the appearance of the Word made flesh in the fourth subrace. In order for the Logos to be incarnated in the etheric body, all of humanity must have attained mastery over the ether. This originated as a primal impulse from the Christ incarnated in the flesh. When a person has passed through the power of the Son, he comes to the Father.

[ 26 ] Nun müssen die Stufen wieder hinaufgestiegen werden, durch die nach und nach von der ganzen Menschheit das erreicht wird, was gleichsam bei Christus im Fleisch erschienen war. In dem Geiste, der sich im Judentum entwickelt hat, mußte das höhere Manas entfacht werden. Daher beginnt die neue Ära mit dem Herunterkommen des Heiligen Geistes, der die Menschen dazu führen wird, daß in der sechsten Unterrasse das, was heute in dem Christentum nur angedeutet ist, das Christus-Prinzip, seine Vollendung findet. «Niemand kommt zum Vater denn durch mich», sagt der Sohn. Er sandte der Menschheit den Geist, der sie vorbereiten sollte für die Zeit, wo Gut und Böse sich in der sechsten Unterrasse scheiden werden. Niemals hätte der Mensch diesen Impuls entwickelt, ohne jenen anderen Einschlag, den wir das sogenannte böse Prinzip genannt haben. Der Mensch mußte einen freien Willen bekommen, dann konnte sein Verstand zu einer Entscheidung zwischen Gut und Böse aufgerufen werden. Dieser Einschlag des Herabsteigens des Geistes vollzieht sich am Pfingstfest.

[ 26 ] Now the steps must be climbed once more, through which all of humanity will gradually attain what, as it were, appeared in the flesh in Christ. Within the spirit that developed in Judaism, the higher Manas had to be kindled. Therefore, the new era begins with the descent of the Holy Spirit, who will guide humanity so that, in the sixth sub-race, what is today only hinted at in Christianity—the Christ principle—may find its fulfillment. “No one comes to the Father except through me,” says the Son. He sent the Spirit to humanity to prepare it for the time when good and evil will be separated in the sixth sub-race. Humanity would never have developed this impulse without that other influence, which we have called the so-called evil principle. Humanity had to be given free will; only then could its intellect be called upon to make a decision between good and evil. This influence of the descent of the Spirit takes place on the Feast of Pentecost.

[ 27 ] Geist, Sohn und Vater sind in der Erde wie begraben: im physischen Körper der Vater, im Ätherkörper der Sohn und im Astralkörper der Geist. Aber der Mensch hat sein «Ich» ausgebildet, ist selbstbewußt geworden. Nun muß er lernen, herunterzuwirken bis auf das Physische. Das wird in der Zukunft sein. In der gegenwärtigen Zeit arbeitet der Mensch in seinen Astralleib hinein. Das Symbol dafür ist die Ausgießung des Heiligen Geistes in die Köpfe derjenigen, die die Führer der Menschheit sein sollen. Was diesen Geist aufgenommen hat, ist etwas im Menschen, was mit diesem Geist verwandt ist,

[ 27 ] The Spirit, the Son, and the Father are, as it were, buried within the Earth: the Father in the physical body, the Son in the etheric body, and the Spirit in the astral body. But human beings have developed their “I” and have become self-aware. Now they must learn to work their way down to the physical plane. This will happen in the future. At the present time, human beings are working into their astral bodies. The symbol for this is the outpouring of the Holy Spirit into the minds of those who are to be the leaders of humanity. What has received this Spirit is something within the human being that is related to this Spirit,

[ 28 ] Ehe der Sohn wirksam werden konnte — das war in der hyperboräischen Zeit -, mußte von dem allgemeinen Geistprinzip ein Teil abgespalten, heruntergestoßen werden und andere Bahnen wandeln. Das ist in der Schlange ausgedrückt, dem Symbol der Erkenntnis, dem Luzifer-Prinzip. Dieser Funke des Geistes war es, der den Menschen zu einem freien Wesen machte und ihn befähigte, aus eigenem Antrieb das Gute zu wollen. Dieser Geist, der zu den Menschen heruntergekommen ist am großen Pfingstfeste, ist verwandt mit jenem Geist, welcher heruntergestoßen wurde, und der auch im Prometheus verkörpert ist, welcher den Funken wieder angefacht hat, damit unser Ich sich entschließen kann, dem Geiste zu folgen, wie es später dem Sohne und noch später dem Vater folgen wird. Der Mensch konnte zwar böse werden, aber andererseits konnte er nur auf Kosten dessen, daß er böse werden konnte, zur Götterwelt wieder hinaufgeführt werden, aus der er stammt. Das ist der Zusammenhang des Pfingstfestes mit dem luziferischen Prinzip. Daher ist das Pfingstfest auch das Prometheus- und Freiheitsfest.

[ 28 ] Before the Son could become effective—this was during the Hyperborean era—a part of the universal spiritual principle had to be split off, cast down, and set on a different course. This is expressed in the serpent, the symbol of knowledge, the Lucifer principle. It was this spark of the Spirit that made man a free being and enabled him to will the good of his own accord. This Spirit, which descended to humanity on the great Feast of Pentecost, is related to that Spirit which was cast down, and which is also embodied in Prometheus, who rekindled the spark so that our “I” might resolve to follow the Spirit, just as it will later follow the Son and, even later, the Father. Although human beings were capable of becoming evil, they could only be led back up to the world of the gods—from which they originated—at the very cost of having been capable of becoming evil. This is the connection between the Feast of Pentecost and the Luciferic principle. Therefore, the Feast of Pentecost is also the Feast of Prometheus and Freedom.

[ 29 ] Jetzt werden Sie auch den Zusammenhang der sieben salomonischen Könige der Vorerde - von denen König Salomo in der Bibel wie der Nachkomme erscheint - mit den Kainssöhnen einsehen. Die Weisheit wurde zuerst der Menschheit von außen überliefert. Dann sollte sie aus dem Inneren quellen. Salomo baute den Tempel, aber nur mit Hilfe des Hiram-Abiff. Mit diesem Kainssohne im Bunde eignete er sich die Künste an, die zum Aufbau des Tempels notwendig sind. So laufen die Strömungen, die getrennt in der Welt gehen, wieder zusammen.

[ 29 ] Now you will also understand the connection between the seven Solomonic kings of the pre-earth—of whom King Solomon appears in the Bible as the descendant—and the sons of Cain. Wisdom was first imparted to humanity from outside. Then it was meant to well up from within. Solomon built the Temple, but only with the help of Hiram Abiff. In alliance with this son of Cain, he mastered the arts necessary for the construction of the Temple. Thus, the currents that flow separately in the world converge once more.

[ 30 ] Als die Sonne sich von der Erde abspaltete, wurde das Wort in der Erde begraben. Es wird wieder auferstehen, wenn die Erde bis zur sechsten Wurzelrasse wird vorgeschritten sein. Der Mensch wird dieses Wort aus der Erde auferwecken. Aber in ihm muß vorher der Geist leben, der das Wort in ihm selbst erklingen läßt. Das haben die Apostel beim Pfingstfest errungen. In «Licht auf den Weg» steht: «Erwirb dir das Wissen, und dir wird die Sprache» — die Sprache kommt mit dem echten Wissen, das herunterkommt wie der Feuerfunke auf die Apostel beim heiligen Pfingstfeste. Wenn das innere Wort kommt, das mit dem heiligen, göttlichen Worte Verwandtschaft hat und das sich in alles Ätherische hineinsenkt, um es zu beleben, dann redet der Mensch nicht mehr aus sich selbst, sondern aus dem göttlichen Geiste heraus. Dann ist er Bote der Gottheit und verkündet aus freiem Willen das innere Wort der Gottheit.

[ 30 ] When the Sun separated from the Earth, the Word was buried within the Earth. It will rise again when the Earth has progressed to the sixth root race. Humanity will raise this Word from the Earth. But first, the Spirit must dwell within him, the Spirit that causes the Word to resound within him. This is what the apostles attained at Pentecost. In Light on the Path it is written: “Acquire knowledge, and the language will come to you”—the language comes with true knowledge, which descends like the spark of fire upon the apostles at the holy feast of Pentecost. When the inner Word comes—which is kindred to the holy, divine Word and which sinks into all that is ethereal to enliven it—then the human being no longer speaks from within himself, but from the divine Spirit. Then he is a messenger of the Deity and proclaims, of his own free will, the inner Word of the Deity.

[ 31 ] So wurde das innere Wort bei den Aposteln lebendig; so wirkte es aus ihnen heraus. Das feurige Wort verkündeten sie und fühlten sich als Boten der Gottheit. Deshalb schwebt der Heilige Geist in Form feuriger Zungen über ihnen. Sie bereiten die Menschheit vor zum Empfang des Logos. Der große Initiierte Christus Jesus ging voran. Der Heilige Geist folgte und befruchtete die Astralkörper, daß sie reif wurden, ihren Ätherleib unsterblich zu machen. Ist dies erreicht, dann ist das Christus-Prinzip in die Menschheit eingezogen. Das meinten auch die Eingeweihten, die etwa wie Heraklit davon sprachen: Wenn du dem Irdischen entflohen, zum freien Äther emporsteigst — im Unsterblichkeitsglauben -, wirst ein unsterblicher Geist du sein, dem Tode - dem Physischen - entronnen.

[ 31 ] Thus the inner Word came to life within the apostles; thus it worked through them. They proclaimed the fiery Word and felt themselves to be messengers of the Divinity. That is why the Holy Spirit hovers over them in the form of fiery tongues. They prepare humanity to receive the Logos. The great Initiate, Christ Jesus, led the way. The Holy Spirit followed and impregnated the astral bodies, so that they might mature and render their etheric bodies immortal. Once this is achieved, the Christ principle has entered humanity. This was also the view of the initiates, who spoke of it in a manner similar to Heraclitus: “When you have escaped the earthly and ascended into the free ether—in the faith of immortality—you will become an immortal spirit, having escaped death—the physical.”

[ 32 ] Ein jeder Mensch wird in der Mitte der sechsten Wurzelrasse diesen Punkt erreichen. Jetzt aber unterliegt er noch dem Tode, weil sein Ätherleib noch nicht Unsterblichkeit erlangt hat. Im Christentum ist das Geheimnis enthalten, wie der Mensch sich nach und nach hinaufentwickeln kann zu der Auferstehung des Ätherleibes. Hier hängt dieses dritte der großen Feste mit den zwei anderen christlichen Festen zusammen,

[ 32 ] Every human being will reach this point in the middle of the sixth root race. For now, however, they are still subject to death because their etheric body has not yet attained immortality. Christianity contains the mystery of how human beings can gradually develop toward the resurrection of the etheric body. This third of the great feasts is connected here with the other two Christian feasts,

[ 33 ] Ich wollte hier einmal die unendliche Tiefe des Pfingstfestes auseinandersetzen und zeigen, wie der Mensch nach und nach das lebendige Gefühl für die Umwelt bekommt, daß er verwandt ist mit allen Dingen, die um ihn herum sind und mit allem, was um ihn herum vorgeht. In der Benennung der Wochentage finden Sie niedergelegt, was um uns herum vorgegangen ist.

[ 33 ] I would like to explore here the infinite depth of the Feast of Pentecost and show how human beings gradually develop a living sense of their surroundings—that they are connected to all things around them and to everything that happens around them. The names of the days of the week reflect what has been happening around us.

[ 34 ] Der Mensch begeht das Pfingstfest am besten, wenn er sich klarmacht, welche tiefen Wahrheiten die Weisen in ein solches Fest wie das Pfingstfest hineingelegt haben. Und ein Fest begehen, heißt eigentlich: Im Geiste sich mit dem Weltengeist verbinden.

[ 34 ] The best way for a person to celebrate Pentecost is to realize the profound truths that the sages have imbued in a festival such as Pentecost. And to celebrate a festival actually means to connect spiritually with the spirit of the world.