Donate books to help fund our work. Learn more→

The Rudolf Steiner Archive

a project of Steiner Online Library, a public charity

DONATE

The Gospel of St. John
GA 94

3 November 1906, Munich

Translate the original German text into any language:

Versions Available:

The Gospel of St. John, tr. SOL
  1. Das Johannes-Evangelium, 2nd ed.

Die Theosophie anhand des Johannes-Evangelium V

Theosophy Based on the Gospel of John V

[ 1 ] Sie kennen die Stelle im Johannes-Evangelium: «Denn das Gesetz ist durch Mose gegeben, die Gnade und Wahrheit ist durch Jesum Christum geworden.» Betrachten Sie ferner, wie der Christus Jesus seine Sendung in Gegensatz bringt zu den Geschehnissen in der Wüste: «Eure Väter haben Manna gegessen in der Wüste und sind gestorben. Ich gebe euch ein anderes Brot, ich bin das Brot des Lebens.» Moses gab das Brot in der Wüste, Christus gibt das Brot des Lebens.

[ 1 ] You know the passage in the Gospel of John: “For the law was given through Moses; grace and truth came through Jesus Christ.” Consider, furthermore, how Christ Jesus contrasts his mission with the events in the wilderness: “Your fathers ate manna in the wilderness and died. I give you a different kind of bread; I am the bread of life.” Moses gave bread in the wilderness; Christ gives the bread of life.

[ 2 ] Erinnern wir uns noch einmal daran, wie die vier Glieder der menschlichen Wesenheit sich zu verschiedenen Zeiten herausbildeten. Das Ich tritt als Bewußtsein erst gegen Ende der atlantischen Zeit auf. Erst in unserer fünften Wurzelrasse treten auf die manasischen Fähigkeiten, und zwar tritt Manas in der urindischen Epoche innerlich im Empfindungsleib auf. In einer höheren Form tritt Manas bei den Urpersern in die Empfindungsseele. Bei den Chaldäern und Ägyptern tritt Manas in die Verstandes- oder Gemütsseele.

[ 2 ] Let us recall once more how the four members of the human being developed at different times. The “I,” as consciousness, does not appear until the end of the Atlantean epoch. It is not until our fifth root race that the Manasic faculties emerge; specifically, Manas appears internally in the sensory body during the Proto-Indian epoch. In a higher form, Manas enters the sensory soul among the Proto-Persians. Among the Chaldeans and Egyptians, Manas enters the intellectual or emotional soul.

[ 3 ] Machen wir uns klar, was das heißt. Anders als die heutigen Astronomen betrachteten die: chaldäisch-babylonischen Priesterweisen die Sterne. Sie sahen in ihnen lebendige, geistbeseelte Welten. Wenn sie vom Planeten Merkur sprachen, so meinten sie damit nicht bloß ein Materielles, sondern den Merkurgeist - so wie wir das tun, wenn wir einen Menschen mit Namen benennen. Die Bewegung der Sterne, ihre Sternenschrift war ihnen der Ausdruck von etwas Geistigem. Das ist manasische Erkenntnis, ein Durchdringen des Weltenraumes mit Gedanken.

[ 3 ] Let’s be clear about what this means. Unlike today’s astronomers, the Chaldean-Babylonian priest-sages viewed the stars differently. They saw in them living, spirit-filled worlds. When they spoke of the planet Mercury, they did not mean merely a material entity, but the spirit of Mercury—just as we do when we give a person a name. The movement of the stars, their “stellar script,” was for them the expression of something spiritual. This is manasic insight, a permeation of the cosmos with thought.

[ 4 ] Was ihre chaldäischen Vorgänger auf himmlische Zusammenhänge beschränkten, das zogen die ägyptischen Weisen in den Dienst mehr und mehr irdisch werdender Angelegenheiten und animalischer Bedürfnisse; sie stellten die manasische Wesenheit in den Dienst der Materie.

[ 4 ] What their Chaldean predecessors had limited to celestial contexts, the Egyptian sages increasingly applied to earthly affairs and animalistic needs; they placed the manasic entity at the service of matter.

[ 5 ] Beachten Sie das wohl. Ein Beispiel dafür ist die Anlage des künstlichen Mörissees. Die Ägypter legten damit ein Reservoir zur Regulierung der Nilflut an. Die Bebauung ganz Ägyptens erfolgte nach manasischer Kenntnis. Manasisch, das ist: rein geistig. Manasische Wesenheiten wurden in den Dienst höchster menschlicher Bedürfnisse gestellt. Eben das ist der Charakter der Verstandesseele, daß sie die manasische Weisheit benützt und damit äußere Bedürfnisse und Wünsche zu befriedigen sucht.

[ 5 ] Keep that in mind. One example of this is the construction of the artificial Lake Moeris. The Egyptians built it as a reservoir to regulate the Nile flood. The development of all of Egypt was carried out according to Manasic knowledge. Manasic means: purely spiritual. Manasic entities were placed at the service of the highest human needs. This is precisely the nature of the intellectual soul: that it makes use of manasic wisdom and thereby seeks to satisfy external needs and desires.

[ 6 ] Heute ist diese Entwickelung, «die ägyptische Finsternis», die Manasverfinsterung, noch viel weiter gediehen. Aber ist es so entscheidend, ob der Mensch sein Getreide zwischen zwei Steinen mahlt oder ob er es per Kabel in New York bestellt? Kama Manas nennt man in der Theosophie eine solche Verbindung höheren Bewußtseins mit tierischen, irdischen, materiellen Zwecken. Die alten Religionen hätten auf die Errungenschaften all unserer Technik, unseres Verkehrs und Handels mit sehr gemischten Gefühlen herabgeblickt. Eine Verunreinigung heiliger Dinge sahen sie darin, wenn der Mensch sein höheres Geistesvermögen in den Dienst der niederen Naturbedürfnisse stellte. Schlimmer war dies, als wenn das Tier seinen Instinkt, der ja zu nichts Besserem taugt, zur Befriedigung seiner Bedürfnisse benutzt. Es wurde empfunden als ein Abfall, ein Mißbrauch des zu höheren Aufgaben berufenen Manas, ein Abfall des Geistes von sich selbst. Dieser Abfall drückt sich in einer merkwürdigen Benennung aus: «Ägypten». Hiermit ist nicht nur das Land gemeint, sondern die Bezeichnung ist das Symbol für solchen Abfall; denn in Ägypten geschah es zuerst im großen Stile. Das Wort Ägypten ist also nicht nur als die Bezeichnung des Landes hier gemeint, sondern des bestimmten seelischen Zustandes, der Manasblendung, wo die höhere Natur in den Dienst der niederen gestellt wird. Das soll keine Kritik sein, sondern eine Schilderung von Tatsachen der geistesgeschichtlichen Evolution.

[ 6 ] Today, this development—“the Egyptian darkness,” the eclipse of Manas—has progressed even further. But does it really matter whether a person grinds his grain between two stones or orders it via cable from New York? In Theosophy, such a connection between higher consciousness and animalistic, earthly, material purposes is called Kama Manas. The ancient religions would have looked down upon the achievements of all our technology, our transportation, and our trade with very mixed feelings. They saw it as a defilement of sacred things when humans placed their higher mental faculties in the service of lower, natural needs. This was worse than when an animal uses its instinct—which, after all, is good for nothing better—to satisfy its needs. It was perceived as a fall, an abuse of the Manas—which is called to higher tasks—a falling away of the spirit from itself. This fall is expressed in a curious term: “Egypt.” This refers not only to the country, but the term is a symbol for such a fall; for it first occurred on a grand scale in Egypt. The word “Egypt” is therefore meant here not merely as the name of the country, but as a symbol for a specific spiritual state—the delusion of the manas—in which the higher nature is placed in the service of the lower. This is not meant as a criticism, but as a description of facts in the evolution of spiritual history.

[ 7 ] Dieses Stadium mußte durchschritten werden, Manas mußte während drei Unterrassen untertauchen in niedere Kräfte, um dann aufzuerstehen aus seiner eigenen Natur. Innerhalb Ägyptens erwuchs aber auch das Volk, das berufen war, Manas sozusagen rein zu machen, zu einem höheren Bewußtsein zu erheben. Das israelitische Volk wurde zum Träger der Aufgabe berufen, Manas aus dem eigenen Volk herauszuarbeiten. Und der große Missionar dafür ist Moses. Die Israeliten sind nach Ägypten verpflanzt worden, wo sie die Anregung für Manas empfingen. Der Auszug aus Ägypten ist zugleich der Auszug von Manas in die höhere Wirklichkeit.

[ 7 ] This stage had to be passed through; Manas had to sink into lower forces over the course of three sub-races in order to then rise again from its own nature. Within Egypt, however, the people who were called upon to, so to speak, purify Manas—to elevate it to a higher consciousness—also arose. The Israelite people were called upon to carry out the task of extracting Manas from within their own people. And the great missionary for this cause is Moses. The Israelites were transplanted to Egypt, where they received the inspiration for Manas. The Exodus from Egypt is at the same time the emergence of Manas into the higher reality.

[ 8 ] Um dies zu erreichen, mußte etwas geschehen, was umgestaltend auf das Ich einwirkt. Moses wird zunächst der Gesetzgeber Israels. Die Zehn Gebote mußten damit beginnen, daß auf das bewußte Ich hingearbeitet wird. Gott muß sich ankündigen als der Ausdruck des Ich im Menschen.

[ 8 ] To achieve this, something had to happen that would transform the “I.” Moses first became the lawgiver of Israel. The Ten Commandments had to begin by working toward the development of the conscious “I.” God must reveal Himself as the expression of the “I” within human beings.

[ 9 ] Im dritten Kapitel des zweiten Buches Mose wird erzählt, wie Moses, als er die Schafe Jethros hütet, einen brennenden Dornbusch erblickt, aus dem die Stimme Jahves ertönt: «Ich bin der Gott deines Vaters, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs.» Das ist die Geburt des Manas im Selbstbewußtsein. Moses spricht zu Gott: «Wer bin ich, daß ich zu Pharao hingehe und führe die Kinder Israel aus Ägypten?» Gott erwidert ihm: «Ich will mit dir sein. Und das soll dir das Zeichen sein, daß Ich dich gesandt habe: Wenn du mein Volk aus Ägypten geführet hast, werdet ihr Gott opfern auf diesem Berge.» Moses fragt weiter: «Wenn ich zu den Kindern Israel komme und spreche zu ihnen: Der Gott eurer Väter hat mich zu euch gesandt, und sie sagen werden: Wie heißt sein Name? was soll ich ihnen sagen?» Und Gott erwidert ihm: «Ich bin der Ich-Bin. Also sollst du den Kindern Israel sagen: Ich-Bin hat mich zu euch gesandt.» Das ist die Geburt des klaren Selbstbewußtseins, das früher dumpf war.

[ 9 ] The third chapter of Exodus recounts how Moses, while tending Jethro’s sheep, saw a burning bush from which the voice of Yahweh spoke: “I am the God of your father, the God of Abraham, the God of Isaac, and the God of Jacob.” This marks the birth of the Manas in self-awareness. Moses says to God: “Who am I to go to Pharaoh and lead the children of Israel out of Egypt?” God replies: “I will be with you. And this shall be the sign to you that I have sent you: When you have led my people out of Egypt, you shall offer sacrifices to God on this mountain.” Moses asks further: “When I come to the children of Israel and say to them, ‘The God of your fathers has sent me to you,’ and they say, ‘What is His name?’ what shall I say to them?” And God replied to him, “I am the I Am. Thus you shall say to the children of Israel: ‘I Am has sent me to you.’” This is the birth of clear self-awareness, which had previously been dim.

[ 10 ] Jetzt wird es sich darum handeln, den Gott in seiner Geistigkeit zu begreifen; den Gott, der sich im Inneren ankündigt, auch wirklich heilig zu halten. Das Gesetz gilt nämlich schon etwas Höherem. Der Gott Jehova spricht zu dem Volke: «Ich bin der Herr, dein Gott, der dich aus Ägypten geführt hat. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir.» Das Volk machte sich aber doch ein Bild und betete das goldene Kalb an, obwohl ihm geboten war, sich kein Bild zu machen, und keinen Namensmißbrauch zu treiben. Gott wollte aber der bildlose Gott, der gestaltlos ist, für sie sein.

[ 10 ] Now the task will be to comprehend God in His spirituality; to truly hold sacred the God who reveals Himself within. For the law already applies to something higher. The God Jehovah speaks to the people: “I am the Lord your God, who brought you out of Egypt. You shall have no other gods before me.” But the people nevertheless made an image for themselves and worshiped the golden calf, even though they had been commanded not to make any image and not to misuse the Name. Yet God—the formless God, who has no shape—wanted to be that for them.

[ 11 ] Wollen wir diesen ganzen Vorgang noch genauer begreifen, so muß jetzt auf ein anderes hingewiesen werden. Das Ich hat nämlich eine lange Entwickelungsgeschichte in der Menschheit. Damit das Ich entstehen konnte, mußte der sich ihm entgegen entwickelnde Menschenkörper sich in vieler Hinsicht umbilden.

[ 11 ] If we wish to understand this entire process more thoroughly, we must now turn our attention to another aspect. The “I” has, in fact, a long history of development within humanity. In order for the “I” to emerge, the human body—which was developing in tandem with it—had to undergo transformation in many respects.

[ 12 ] Bei den alten Atlantiern war noch ein Teil des Ätherkopfes außerhalb des physischen Kopfes. Diesem Teil entspricht unser Vorderhirn. Der Kopf mußte dem ätherischen Leib entgegenwachsen, er mußte der Geistigkeit entgegenreifen. Das war die Voraussetzung für die

[ 12 ] Among the ancient Atlanteans, part of the etheric head was still outside the physical head. This part corresponds to our forebrain. The head had to grow toward the etheric body; it had to mature toward spirituality. That was the prerequisite for the

[ 13 ] Einkehr des Selbstbewußtseins. Die Selbständigkeit bildete sich in dem Moment der physischen Evolution heraus, als sich im Menschen zuerst ein Knochensystem ablagerte. Die Standfestigkeit, welche der Mensch damit erhalten hat, hängt mit seiner Anlage zur Geistigkeit zusammen. Und wenn wir auf die Zukunft des Menschen schauen, wird es uns um so klarer, wie wichtig die Bildung dieses Knochensystems war. Wie wird sich das Menschengeschlecht umgestalten - in seinem Leibe, nicht in seiner Seele? Immer mehr wird es sich verfestigen. Ähnlich wie die Auster ihre Schale beherrscht, wird der Mensch seinen Leib, sein Werkzeug, von außen beherrschen. Um das zu verstehen, brauchen Sie nur vom Zustand des Schlafes auszugehen, in dem die Seele von außen den physischen Organismus beherrscht. In zukünftigen Zeiten wird die Seele bewußt den Körper als ihr Instrument von außen beherrschen. Die Knochenbildung ist daher die Anlage zu etwas Großem, Herrlichem. Daher die alten Religionsvorschriften: Bewahret euer Knochensystem. Zerbrecht eure Knochen nicht. - Den symbolischen Ausdruck dafür gab das in Ägypten eingesetzte Opfer zur Erinnerung an die dort erfolgte Rettung bei der Erwürgung der ägyptischen Erstgeburt. Zum äußeren Zeichen soll ein Lamm genossen werden, und bezeichnend sind daher die Worte: «Und sollt kein Bein an ihm zerbrechen!» So wird an der Stelle, wo die Befreiung durch Manas einsetzt, diese Wichtigkeit der Knochenbildung nachdrücklich angedeutet in der Ritualvorschrift für das Passahlamm. — Und bei dem großen Lamm, dem Repräsentanten der Menschheit, bei dem Christus Jesus wurden, was sonst bei allen Gekreuzigten üblich war, die Beine nicht gebrochen. «... daß die Schrift erfüllet würde: «Ihr sollt ihm kein Bein zerbrechen».»

[ 13 ] The Dawn of Self-Awareness. Self-reliance emerged at the moment in physical evolution when a skeletal system first developed in humans. The stability that humanity thereby gained is connected to its predisposition toward spirituality. And when we look to the future of humanity, it becomes all the more clear to us how important the formation of this skeletal system was. How will the human race transform itself—in its body, not in its soul? It will become increasingly solidified. Just as the oyster controls its shell, human beings will control their bodies—their instruments—from the outside. To understand this, you need only consider the state of sleep, in which the soul controls the physical organism from the outside. In the future, the soul will consciously control the body as its instrument from the outside. Bone formation is therefore the foundation for something great and magnificent. Hence the ancient religious precepts: “Preserve your skeletal system. Do not break your bones.”—The sacrifice performed in Egypt to commemorate the deliverance there during the stranglehold on the Egyptian firstborn served as a symbolic expression of this. As an outward sign, a lamb is to be eaten, and thus the words are significant: “And you shall not break any of its legs!” Thus, at the point where liberation through Manas begins, this importance of bone formation is emphatically indicated in the ritual prescription for the Passover lamb. — And in the case of the great Lamb, the representative of humanity, in whom Christ Jesus was incarnate, the legs were not broken, as was otherwise customary for all those crucified. “... that the Scripture might be fulfilled: ‘You shall not break any of his legs.’”

[ 14 ] Die Juden wurden also aus Ägypten herausgeführt. Sehen wir, ob unsere Auffassung in der Bibel des genaueren bestätigt wird. Jawohl, wörtlich! Das ist eine der großen Errungenschaften der Geisteswissenschaft, die Angaben der religiösen Urkunden über alte symbolische Handlungen in ihrer Wörtlichkeit lesen zu können. Das Volk Israel zieht in die Wüste. Was ist die Wüste? Wenn das Ich in sich selbst sich versenkt, um den Gott in sich zu suchen, dann muß es in die Wüste, in die Einsamkeit, und diese Wüste muß der Mensch nach Erwachen des Manas in sich selbst dann wieder beleben. Als die Kinder Israel murrten, weil sie dem Hungertode nahe waren, verhieß ihnen der Herr, daß sie am anderen Morgen Brot die Fülle haben sollten. Am anderen Morgen «lag's in der Wüste rund und klein wie der Reif auf dem Lande». Da fragten die Israeliten einander: «Man hu - was ist das?» Das ist die Frage, die sich der Mensch vorlegt, wenn er etwas erkennen soll. Sie nannten die Speise, die vom Flimmel kam, Manna. Es ist das gleiche Wort wie Manas. Gewiß werden die Philologen manches gegen diese Erklärung einwenden, aber es verhält sich doch so. Die Aufgabe des jüdischen Volkes war es, reines Manas in die Zukunft hinüberzutragen.

[ 14 ] So the Jews were led out of Egypt. Let us see if our interpretation is confirmed in the Bible itself. Indeed, it is—literally! This is one of the great achievements of spiritual science: the ability to read the accounts in religious texts about ancient symbolic acts in their literal sense. The people of Israel set out into the desert. What is the desert? When the “I” turns inward to seek God within itself, it must go into the desert, into solitude; and after the awakening of Manas, the human being must then revive this desert within itself. When the children of Israel grumbled because they were close to starving to death, the Lord promised them that the next morning they would have bread in abundance. The next morning, “it lay in the desert, round and small like frost on the ground.” Then the Israelites asked one another, “Man hu—what is this?” This is the question a person asks himself when he is to recognize something. They called the food that came from the sky “manna.” It is the same word as “manas.” Certainly, philologists will raise many objections to this explanation, but that is how it is. The task of the Jewish people was to carry pure “manas” into the future.

[ 15 ] Um das besser zu verstehen, müssen wir an den Rand eines Mysteriums treten, des vierten unter den sieben unaussprechlichen Mysterien. Gestern haben wir vom Mysterium der Zahl gesprochen, heute wollen wir das vierte streifen, dasjenige von Geburt und Tod.

[ 15 ] To understand this better, we must approach the edge of a mystery—the fourth of the seven unspeakable mysteries. Yesterday we spoke of the mystery of numbers; today we will touch on the fourth, that of birth and death.

[ 16 ] Geburt und Tod, was sind sie im okkulten Sinne? Man muß sich das einmal klarmachen. Sind sie immer notwendig mit dem Leben verknüpft? Denken wir uns zurück in vorlemurische Zeiten, ehe der Mensch in die grobe physische Materie hinunterstieg.

[ 16 ] Birth and death—what are they in the occult sense? We must make this clear to ourselves. Are they always necessarily linked to life? Let us think back to pre-Lemurian times, before humanity descended into coarse physical matter.

Before and During LemuriaTranslate text

[ 17 ] Er hatte eine Art Licht- und Feuerleib, war in Äthermaterie verkörpert. Seine Zeitgenossen auf Erden sind Wesen, die etwas über dem Tiere stehen, in physischen Leibern. In dem tierischen Leibe bildet sich eine Art von Höhlung. Der Äthermensch steigt in die Höhlung und füllt den physischen Leib. Der Lichtmensch hatte sich zum Luftmenschen verdichtet, der nun in den physischen Leib einzog. Das ist der Moment, der in der Schöpfungsgeschichte dargestellt wird mit den Worten: «Und Gott blies ihm ein den lebendigen Odem, und er ward eine lebendige Seele.» Mit dem Atem ziehen wir tatsächlich unseren Ätherleib ein. Der Äthermensch hatte sich bis zur Luft verdichtet, als seine Verbindung mit dem Erdenleib vollzogen werden konnte, und er fuhr in die Lungen. Mit jedem Atemzug ziehen wir tatsächlich unseren Ätherleib in uns ein.

Select source language. Currently selected: English (detected)

[ 18 ] Die ganze Art und Weise des Lebens war beim Frühlemurier anders als bei dem der späteren Zeit. Aus seinem Ätherleib sonderten sich fortwährend Teile heraus, und neue Äthersubstanz zog hinein: Erneuerung und Ausscheidung fand statt. Es fanden auch fortwährende intensive Veränderungen darin statt, entsprechend der höheren Feinheit des Ätherleibes; fortwährend geschah dieses ohne den schroffen Wechsel von Geburt und Tod. Es gab also nicht Geburt und Tod, nur eine Transformation trat ein. Das Sterben und Geborenwerden konnte erst stattfinden nach dem Einzug des Ätherleibes in die Materie.

Select target language. Currently selected: German

[ 19 ] Geburt und Tod ist, genau gesprochen, Änderung eines Bewußtseinszustandes. Tod kann und muß auch nur da eintreten, wo eine Seele in einem ihr eigentlich fremden Leibe wohnt und fremde Organe benützt. Der frühere Lebensinhalt der Seele löst sich dann auf, wenn der physische Leib abgelegt wird. Zwei ganz verschiedenen Gesetzen und Welten unterliegen diese beiden Leiber, gehört doch der Leib der Erde, die Seele dem Astralen an. Der obere Geistesmensch, der in dem Leibe wohnt, erhält diesen bei seinem Eintritt in die Welt, und die Erde nimmt ihn ihm wieder weg. Es ist, wie wenn ich im Erdenland zur Miete wohne: das Mietshaus untersteht den Eigentumsvorschriften und Gesetzen - so der Erdenleib. Durch ihn kann der Mensch nach außen schauen. Dieses Schauen nach außen ist Erkenntnisbedingung; darum ist Geburt und Tod mit dem Aufkommen der Erkenntnis unzertrennlich. Die Bibel besagt das mit den Worten: «Eure Augen werden aufgetan, und ihr werdet wissen, was gut und böse ist.»

Toolbar Source text Before and During Lemuria

[ 20 ] So ist denn seit Lemurien Manas vorbereitet worden, entgegenorganisiert worden dem, was sich in den unteren Reichen ausbildete. Durch die Sinne zieht Manas ein in den physischen Leib; durch Manas ist der Tod bedingt, ohne Manas gäbe es keinen Tod. Das ist die Stelle, die im Johannes-Evangelium lautet: «Eure Väter haben Manna gegessen und sind gestorben.» Am Brote des Lebens kann man nicht sterben. Christus ist es, der wieder die Ätherentwickelung bringt. Der Christus-Impuls ist das Eindringen von Budhi.

[ 21 ] Manas ist also ein Durchgangspunkt, der stattfand, als in Lemurien der Ätherleib in den physischen Leib fuhr. Budhi wird durch Christus in den Ätherleib, aber von innen hineingebracht. Dieses Prinzip des Von-innen-heraus-Belebens bringt das Christentum. «Ich bin das Brot des Lebens.» Solange in der Welt geherrscht hat die Gebundenheit an den physischen Leib, das Prinzip der Vererbung, hat der Mensch keine Möglichkeit, über den Tod hinauszublicken. Das geschieht aber in dem Augenblick, wo sein Lebensleib, sein Ätherleib von innen heraus durch Budhi belebt werden kann, wo Manas Budhi aufnimmt. Moses ist also der Sendbote für Manas, Christus der Bringer für Budhi. Der Eingeweihte kann auf dieser Stufe außerhalb seines Leibes sein.

[ 22 ] Nun fragen wir uns noch eines: Ein Volk wird zum Träger der Manasentwickelung gemacht, das ganze Volksbewußtsein wird verdichtet in dem einen Eingeweihten. Als das jüdische Volk nahe daran war, seine Mission zu verscherzen, sagte der Herr: Ich werde sie vertilgen, dich aber, Moses, will ich zu einem großen Volke machen. — Diese Stelle ist wörtlich zu nehmen, es ist eine höhere Einweihung des Moses. Damit wird dem Moses seine Sendung so übertragen, daß er zum Eingeweihten mit einem Volksbewußtsein gemacht wird.

Translation results Vor und während der Lemurienzeit

[ 23 ] Ein weiterer tief bedeutungsvoller Umstand ist die Rolle, die das Blut in dem Manasprozeß spielt, denn im Blut muß sich der obere Vorgang natürlich abspiegeln. Moses nimmt das Opferblut und sprengt es über das Volk. Dies ist das Zeichen für die Wahrheit des Bundes durch die Blutsverwandtschaft. Wenn Manas das Blut aufgenommen hat und Budhi auch, dann verstehen wir die Stelle, die im Johannes-Evangelium lautet: «Wer mein Fleisch isset und mein Blut trinket, der bleibet in mir und Ich in ihm.» Will Christus auf die Menschheit wirken können, so muß er durch sein Blut einen Bund mit ihr schließen. Es mußte der Mensch, wenn Christus ihm Budhi einpflanzen soll, Christi Blut im Abendmahl empfangen.

Dictionary

[ 24 ] Nun müssen wir noch einige kosmisch-menschliche Wahrheiten betrachten - die Welt ist wirklich sehr kompliziert. Die Wesenheiten, die heute Steine, Pflanzen, Tiere sind, stehen in einem nahen Zusammenhange mit dem Menschen. Der Mensch ist nicht das späteste Geschöpf der Schöpfung, sondern das früheste. Absehen wollen wir heute von früheren Erdverkörperungen und uns mit dem Menschen beschäftigen.

Click on a word to look it up or to see alternative translations.

[ 25 ] Als die Erde aus dem Pralaya hervortrat und sich bis zur Äthererde verdichtete, bestand sie eigentlich aus lauter Äthermenschenleibern und kann bildlich verglichen werden mit der Form einer Riesenbrombeere. Der Mensch war damals ein ganz vergeistigtes Wesen, durchaus nur mit einem Ätherleib begabt.

You’re logged in and have a DeepL Pro plan. Your content is secure.

[ 26 ] Der nächste Zustand besteht darin, daß sich die Äthermenschen gleichsam in zwei Strömungen teilen, eine aufsteigende und eine absteigende. Aus der absteigenden gehen die Tiere hervor. Wie wenn wir zwei Brüder haben, von denen der eine mehr, der andere weniger als der Vater wird, so teilen sich die Menschen in zwei Gruppen, die Menschen und degenerierte Menschen, die Tiere. Später wurden aus diesen zwei Gruppen drei: die Pflanzen kamen hinzu. Dann teilt sich eine vierte Gruppe ab, das Mineral.

[ 27 ] Immer wenn sich ein neues Wesensglied ansetzt, dann entwickelt der Mensch in sich eine andere, neue Naturanlage. Im Moment, wo sich das Tier abzweigt, entsteht im Menschen astrales Empfinden, im Moment, wo sich die Pflanze abzweigt, ätherisches Wachstum. Im Moment, wo sich die Steine abzweigen, bildet der Mikrokosmos Knochen. Jedesmal wenn sich eine neue Wesensart entwickelt, entsteht beim Menschen ein entsprechendes Korrelat, so daß man von jedem Tier, von jeder Pflanze, von jedem Mineral sagen kann, was ihnen im Menschen entspricht. Der Löwe ist auch im Menschen, aber überwunden. Daher die Entsprechungen und Analogien zwischen Körperorganen und Erdengegenstand, es sei Löwe, Tollkirsche oder Asbest. Paracelsus sagt: Draußen in der Erdenwelt, da sind lauter Buchstaben, der Mensch ist ihr zusammenhängender innerer Sinn, ihr Wort. Die ganze Natur ist nur der auseinandergelegte Mensch; im Menschen ist das Wort davon gebildet.

[ 28 ] Die vom Entwickelungsstrome der Menschheit Abgetriebenen sind nicht ohne alle Entwickelung geblieben; im Gegenteil, sie haben gewisse Entwickelungsziele sogar früher erreicht als der nicht spezialisierte Mensch. Zum Beispiel: es bereitet sich die künftige Härte des Menschenleibes vor; die hat die Holzpflanze längst erreicht in ihrer inferioren Art. Auch stellen gewisse Gifte einen Entwickelungsvorsprung dar dem Menschen gegenüber. Gift, das in einer Pflanze angetroffen wird, hat der Mensch auch einmal in sich gehabt. Hätte der Mensch sich in demselben Sinne entwickelt wie diese Stoffe, dann könnte er zum Beispiel das Arsen aus sich absondern. Wenn er an Cholera erkrankt, so stellen sich die gleichen Symptome ein, wie wenn er Arsen genommen hätte. Deshalb nannte Paracelsus den Cholerakranken einen Arsenikus.

[ 17 ] He had a kind of body of light and fire; he was embodied in etheric matter. His contemporaries on Earth are beings who stand somewhat above the animals, in physical bodies. A kind of cavity forms within the animal body. The etheric human descends into this cavity and fills the physical body. The light human had condensed into the air human, who then entered the physical body. This is the moment depicted in the story of creation with the words: “And God breathed into him the breath of life, and he became a living soul.” With each breath, we actually draw our etheric body into ourselves. The etheric human had condensed to the level of air by the time its union with the physical body could be accomplished, and it entered the lungs. With every breath, we actually draw our etheric body into ourselves.

[ 29 ] Wie das Holz, wie die Gifte, so ist ein der Menschenentwickelung vorausgeeilter Stoff der Pflanzensaft, der Wein. Das kann man noch genauer betrachten. Der Wein, der Saft, der durch die Weinrebe fließt, ist eine einseitige Entwickelung des Blutes. Was das Blut atmet, gibt Kohlensäure, Alkohol. Alkohol ist sozusagen Zukunftsblut. Der Kohlensäure ausatmende Pflanzensaft steht dem heutigen Blut gegenüber wie Zukunftsblut. Aus der kosmischen Erkenntnis heraus erleben wir die Verwandtschaft zwischen Wein und Blut. Christus darf zum Wein sagen: Dies ist mein Blut. - Denn Christus ist der Repräsentant der künftigen Menschheit. Seine Lehre selbst ist ein lebendiger Quell, zu dem sich die Menschheit hinaufentwickelt. Denken wir an das Gleichnis vom Weinstock und den Reben, an das Gleichnis der Verwandlung von Wasser in Wein. Der Weinstock stellt nur dar eine Entwickelungsvorausnahme, analog der antizipierten Verhärtung des Holzes. So wie heute die Pflanze ihre wässerigen Säfte in Wein verwandelt, so kann der Mensch es heute nicht, er wird aber später sein Blut verwandeln.

[ 18 ] The entire way of life for the early Lemurians was different from that of later times. Parts were constantly being shed from their etheric bodies, and new etheric substance was constantly flowing in: renewal and elimination took place. There were also constant, intense changes taking place within it, corresponding to the greater subtlety of the etheric body; this occurred continuously without the abrupt alternation of birth and death. Thus, there was no birth and death—only a transformation took place. Death and birth could only occur after the etheric body had entered into matter.

[ 30 ] Von hier aus fällt Licht auf das Mysterium der Verwandlung von Wasser und Wein auf der Hochzeit zu Kana. Warum gerade zu Kana in Galiläa? Galiläa (= el gojim) ist das Land der Vermischten, der nicht Rasseechten. Dort war Rassenmischung von je stark geschehen, also die Aufhebung trennender Völkerschranken; dort fand gerade statt die Hochzeit verschiedenen Blutes. Die Mutter Jesu, heißt es, ist auch dabei, ebenso wie später am Kreuz. Nie wird sie im Johannes-Evangelium «Maria» genannt. Im Gegenteil, die beiden anderen Frauen unter dem Kreuz werden ausdrücklich mit dem Namen «Maria» genannt, und die eine von ihnen, Maria, als Schwester der Mutter Jesu bezeichnet. Jesu Mutter ist nicht Maria.

[ 19 ] Birth and death are, strictly speaking, a change in the state of consciousness. Death can and must occur only where a soul dwells in a body that is essentially foreign to it and uses foreign organs. The soul’s former purpose in life dissolves when the physical body is cast off. These two bodies are subject to two entirely different laws and worlds, for the body belongs to the Earth, while the soul belongs to the astral realm. The higher spiritual being who dwells within the body receives it upon entering the world, and the Earth takes it back from him. It is as if I were renting a home on Earth: the rental property is subject to property regulations and laws—so too is the earthly body. Through it, a person can look outward. This looking outward is a prerequisite for knowledge; therefore, birth and death are inseparable from the emergence of knowledge. The Bible expresses this with the words: “Your eyes will be opened, and you will know what is good and what is evil.”