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Myths and Legends
Occult Signs and Symbols
GA 101

21 October 1907 a.m., Berlin

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3. Absterbende und aufsteigende Organentwickelungen im menschlichen Leibe. Die Physiognomie des Todes

3. Declining and Ascending Organ Development in the Human Body. The Physiognomy of Death

anläßlich der Generalversammlung der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft

on the occasion of the General Assembly of the German Section of the Theosophical Society

[ 1 ] Aus den verschiedenen Vorträgen, die über Sagen und Mythen gehalten worden sind, können Sie ersehen, daß in solchen im Volke lebenden oder sonst durch den menschlichen Geist sich fortpflanzenden Erzählungen, Zeichen und dergleichen, uralte Erkenntnisse der geistigen Welt fortleben. Wir finden in den Sagen und Mythen einen Zustand des menschlichen Fühlens und Empfindens sozusagen konserviert, durch den die Menschheit im Besitz eines viel, viel höheren Wissens noch war, als dasjenige ist, das der Mensch gewinnen kann mit Hilfe der gewöhnlichen, an die äußeren Sinne gebundenen Beobachtungsgabe. Wer für solche Dinge eine Ahnung hat, dem können aus kurzen sagenhaften Erzählungen manchmal tiefe Weisheiten herausleuchten.

[ 1 ] From the various lectures that have been given on legends and myths, you can see that ancient insights into the spiritual world live on in such stories, symbols, and the like—whether they are passed down among the people or otherwise perpetuated by the human spirit. In the legends and myths, we find a state of human feeling and perception, so to speak, preserved, through which humanity was still in possession of a much, much higher knowledge than that which human beings can attain with the help of the ordinary powers of observation bound to the external senses. For those who have a sense of such things, profound wisdom can sometimes shine forth from brief legendary tales.

[ 2 ] Sie wissen ja aus den verschiedenen Vorträgen, die da und dort von mir gehalten worden sind, daß einstmals ein großer Zug von Westen nach Osten stattgefunden hat, wo ein gewisser Teil der atlantischen Bevölkerung von Westen nach Osten herüberzog, der mitgenommen hat die Erinnerung an Zustände der alten atlantischen Zeit und an noch ältere Zeiten. Wer mit durch Geisteswissenschaft geschärften Blicken die sagenhaften Andeutungen dieser verschiedenen, da und dort seßhaften Völker betrachtet, dem gehen in diesen Sagen tiefe Erkenntnisse alter Zeiten auf. Und dann lebt sich nicht nur unser Denken, nicht nur unser Philosophieren, sondern dann lebt sich auch unser Gefühl, das tief ergriffen werden kann von jenen Weisheiten, in die göttliche Weltordnung ein. Denn je mehr die Weisheit nach dem Verstande zueilt, desto kälter, desto gefühlloser wird sie; je mehr die Weisheit hinaufeilt, den höheren Regionen des eigentlichen Geisteslebens zu, desto wärmer, desto gefühldurchtränkter wird sie.

[ 2 ] As you know from the various lectures I have given here and there, a great migration once took place from west to east, during which a certain portion of the Atlantean population moved from west to east, carrying with them memories of conditions from the ancient Atlantean era and from even earlier times. Whoever observes the legendary allusions of these various peoples, settled here and there, with eyes sharpened by Spiritual Science, will find deep insights into ancient times unfolding within these legends. And then not only does our thinking, not only our philosophizing, but also our feeling—which can be deeply moved by those wisdoms—become part of the divine world order. For the more wisdom rushes toward the intellect, the colder, the more unfeeling it becomes; the more wisdom soars upward toward the higher regions of true spiritual life, the warmer, the more imbued with feeling it becomes.

[ 3 ] Wer vermöchte wohl eine abstrakte Theorie der materialistischen Naturwissenschaft, sei sie auch noch so sehr durchdrungen von wahren Beobachtungen wie der Darwinismus, wer vermöchte diese Theorien mit warmer Empfindung und warmem Gefühl zu verfolgen? Wem könnte wohl das Herz schneller schlagen, wenn er die Worte Vererbung, Anpassung und dergleichen hört? Er empfindet nichts dabei. Aber wer davon hört, wie die Erde hindurchgegangen ist durch die früheren Formzustände von Saturn-, Sonnen- und Mondenzeit, wer davon hört, wie die Menschheit aufgestiegen ist von der lemurischen zur atlantischen Zeit und so weiter —, wer davon hört und dabei unbewegt bliebe, der muß in einem ungesunden Seelenzustand sein. Wer unbefangen zu empfinden vermag, dem schneiden solche Erzählungen tief in das Herz. Wer solche Sagen und Märchen anhört, der ahnt die Tiefe der darin enthaltenen Weisheit in den Gefühlen, die sie in ihm erregen.

[ 3 ] Who could possibly follow an abstract theory of materialistic natural science—no matter how thoroughly grounded in true observations, such as Darwinism—with warm emotion and deep feeling? Whose heart could possibly beat faster upon hearing the words “heredity,” “adaptation,” and the like? They feel nothing at all. But whoever hears how the Earth has passed through the earlier stages of the Saturn, Sun, and Moon eras, whoever hears how humanity has ascended from the Lemurian to the Atlantean era and so on—whoever hears this and remains unmoved must be in an unhealthy state of mind. For those who are able to feel with an open heart, such tales cut deep into the heart. Whoever listens to such legends and fairy tales senses the depth of the wisdom contained within them in the feelings they stir within him.

[ 4 ] Es gibt eine einfache Erzählung, die unter den Mongolen Asiens lebt, und die auch bis nach dem Osten Europas sich verpflanzt hat, da wo mongolische Sagen und Erzählungen leben. Können wir nicht etwas tief Ergreifendes empfinden, selbst wenn wir noch nicht ahnen, welche Weisheit darin liegt, wenn uns diese mongolische Sage mitgeteilt wird, die da sagt:

[ 4 ] There is a simple tale that has been passed down among the Mongols of Asia and has also spread as far as Eastern Europe, where Mongolian legends and stories are still told. Can we not feel something deeply moving, even if we do not yet grasp the wisdom contained within, when we are told this Mongolian legend, which says:

[ 5 ] Es gibt eine Mutter, die hat ein einziges Auge oben am Kopfe. Diese Mutter eilt trostlos durch die Welt, denn sie hat ihr einziges Kind verloren. Sie eilt durch die Welt, sie hebt jeden Stein auf, führt ihn an ihr Auge oben am Kopfe, und enttäuscht wirft sie ihn wieder von sich auf den Boden, daß er in tausend Stücke zerspringt, denn sie hat sich überzeugen müssen, daß er nicht ihr verlorenes Kind ist. Mit jedem Gegenstand macht sie dasselbe, in jedem Gegenstande glaubt sie ihr verlorenes Kind zu finden; sie greift ihn auf, hält ihn an das Auge und wirft ihn enttäuscht von sich. So eilt sie rastlos durch die Welt, immer wieder diese Prozedur wiederholend.

[ 5 ] There is a mother who has a single eye at the top of her head. This mother wanders desolately through the world, for she has lost her only child. She rushes through the world, picking up every stone, holding it up to her eye at the top of her head, and, disappointed, she throws it back down onto the ground so that it shatters into a thousand pieces, for she has had to convince herself that it is not her lost child. She does the same with every object; in every object she believes she will find her lost child; she picks it up, holds it to her eye, and throws it away in disappointment. Thus she rushes restlessly through the world, repeating this procedure over and over again.

[ 6 ] Diese Erzählung ist nichts anderes als die Erinnerung jenes am meisten nach dem Osten getriebenen Volksstammes, der noch gewußt hat von der alten Atlantis, von dem Urzustande der Menschheit, wo der Mensch noch nähergestanden hat den geistigen Welten und noch selbst in die geistigen Welten hat hineinschauen können.

[ 6 ] This narrative is nothing other than the memory of that tribe, driven farthest to the east, which still knew of ancient Atlantis, of the primordial state of humanity, when people were still closer to the spiritual worlds and could still glimpse into them themselves.

[ 7 ] Sie wissen ja alle, daß beim Kinde nach der Geburt die Knochen hier oben am Kopfe sich nur langsam schließen. Da war in uralten Zeiten beim Menschen noch eine Verbindung mit der Außenwelt vorhanden. Hätte man damals sehen können wie heute, so hätte man an jener Stelle des Kopfes ein Organ hervorragen sehen können wie einen leuchtenden Körper, dessen Strahlen die menschliche Begrenzung durchdrangen und langsam in der Außenwelt verschwanden. Man würde etwas wie eine wundersame Laterne haben sehen können, was man nur mit Unrecht ein Auge nennt, denn ein Auge war jenes Organ nicht. Aber es war ein Empfindungs-, ein Wahrnehmungsorgan der Menschheit in jenen ur-uralten Zeiten, mit dem der Mensch noch frei und offen hinausschauen konnte in das, was wir die astralische Welt nennen, mit dem er nicht nur die Körper, sondern auch die Seelen hat sehen können und das, was in diesen Seelen um ihn herum gelebt hat.

[ 7 ] As you all know, in children, the bones at the top of the head close only slowly after birth. In ancient times, humans still had a connection to the outside world. If one could have seen back then as we can today, one would have seen an organ protruding from that part of the head like a luminous body, whose rays penetrated the human boundary and slowly disappeared into the outside world. One would have seen something like a wondrous lantern, which is wrongly called an eye, for that organ was not an eye. But it was an organ of sensation and perception for humanity in those very ancient times, with which human beings could still look out freely and openly into what we call the astral world, with which they could see not only bodies but also souls, and what lived within those souls around them.

[ 8 ] Zusammengeschrumpft zu der sogenannten Zirbeldrüse ist dieses Organ, das von der Decke des Kopfes jetzt bedeckt ist. Der Mensch trägt aber heute als Erbstück dieses alten Organs, mit dem er die geistigen Welten um sich erleben konnte, eines in seiner Seele in sich, und das ist die Sehnsucht nach diesen Welten, für die sich ihm das Tor geschlossen hat, das Tor seines eigenen Kopfes. Die Sehnsucht nach dieser Welt ist geblieben, nicht die Möglichkeit des Hineinschauens. In den Religionen drückt sich diese Sehnsucht aus, die in den Menschenseelen lebt. Sah der Mensch früher in den geistigen Regionen warme, fühlende Wesenheiten um sich, so sieht er sich heute durch seine Augen umgeben von physischen, konturierten Gestalten.

[ 8 ] This organ, now covered by the top of the head, has shrunk into what is known as the pineal gland. But today, as a legacy of this ancient organ—with which he was once able to experience the spiritual worlds around him—the human being carries one thing within his soul, and that is the longing for these worlds, to which the gate has closed for him: the gate of his own head. The longing for this world has remained, but not the ability to look into it. This longing, which lives in human souls, finds expression in religions. Whereas in the past humans saw warm, sentient beings around them in the spiritual realms, today they see themselves surrounded by physical, contoured forms through their eyes.

[ 9 ] Wirkt nun nicht ergreifend jene Erzählung von der Frau, die die Mutter der Menschheit ist, die suchend durch die Welt geht, die sucht, was ihre Sehnsucht stillt, und es nicht findet in all den äußeren Gegenständen, weil sie das nicht mehr sieht, was sie einst wahrnehmen konnte, als das eine Auge oben am Kopfe noch funktionierte? In all den äußeren Gegenständen, die heute der Menschheit durch die Sinne gegeben sind, kann es nicht mehr gefunden werden. So tief spricht der Mund des Weltengeistes zu uns durch die Sagen und Märchen; und erst dann können wir deren tiefen Sinn verstehen, wenn wir sie vom Standpunkte wahrer Geisteswissenschaft betrachten. Wir könnten glauben, wenn wir eine solche Erzählung hören, diese Erklärung, die anknüpft an die Erinnerung eines wahren Tatbestandes bei der Menschheit, sei tief genug. Doch sie ist noch viel tiefer. Es kommt bei diesen Sagen auch nicht nur darauf an, was gesagt wird, sondern auch wie es gesagt wird. Wenn man wirklich ihren Weisheitskern erforscht, so sieht man, daß ein scheinbarer Widerspruch sich löst. Denn es könnte ja als Widerspruch erscheinen, daß die Frau, die sich dieses Organ bewahrt hat, die äußeren Gegenstände an das eine Auge hält und mit diesem Auge sieht und erkennt, während man doch die Dinge der Außenwelt nur mit den jetzigen zwei Augen sehen kann. Gerade darin liegt aber eine tiefe Mysterienwahrheit, die wir nur tief genug fassen müssen; dann können wir einen Blick hinein tun in das Geschehen, in das die Menschheit mit hineinverflochten ist. Wir werden sehen, wie praktisch und ganz alltäglich anwendbar eine solche Wahrheit ist, die wir herausholen aus den Tiefen der Mysterienweisheit.

[ 9 ] Is that story not deeply moving—the story of the woman who is the mother of humanity, who wanders the world in search of what will satisfy her longing, yet finds it not in all the external objects, because she can no longer see what she once could perceive when the single eye at the top of her head still functioned? It can no longer be found in all the external objects that are given to humanity today through the senses. So profoundly does the mouth of the World Spirit speak to us through legends and fairy tales; and only then can we understand their deep meaning when we view them from the standpoint of true Spiritual Science. We might believe, when we hear such a story, that this explanation, which ties in with humanity’s memory of a true historical fact, is profound enough. Yet it is far more profound. In these legends, it is not only what is said that matters, but also how it is said. If one truly explores their core of wisdom, one sees that an apparent contradiction is resolved. For it might indeed appear contradictory that the woman who has preserved this organ holds external objects up to one eye and sees and perceives with that eye, whereas one can only see the things of the external world with the two eyes we have today. Yet it is precisely here that a profound mystery truth lies, which we need only grasp deeply enough; then we can cast a glance into the events in which humanity is interwoven. We shall see how practical and applicable in everyday life such a truth is, which we draw from the depths of mystery wisdom.

[ 10 ] Der Wissenschaftler, der mit dem äußeren Blick den Menschen betrachtet, im Seziersaal oder sonst, nach den physiologischen und biologischen Bestandteilen, der hat das Gefühl, daß er an jedes der Organe mit der gleichen Stimmung herangeht; er legt in derselben Weise die Instrumente an, wenn er das Herz, das Hirn, die Leber, den Magen zerfasert. Er meint, es komme einzig darauf an zu begreifen, aus welchen chemischen Bestandteilen diese Organe bestehen und geformt seien. Er ahnt nichts davon, daß diese Organe grundverschieden sind, je nachdem, woraus sie gebildet sind. Die Nerven würden nicht da sein, wenn nicht dem Menschen ein astralischer Leib eingegliedert wäre, und diese innere Wesenheit ist es, die heraussondert das Nervensystem und dadurch die Nervensubstanz zu etwas von den anderen Substanzen Wesensverschiedenem macht. In der astralischen Welt wesen und leben die Bildner und Baumeister der Nervensubstanz, und sie bilden weise, sehr weise.

[ 10 ] The scientist who observes human beings from the outside—whether in the dissection room or elsewhere—focusing on their physiological and biological components, feels that he approaches each organ with the same attitude; he applies his instruments in the same manner when dissecting the heart, the brain, the liver, or the stomach. He believes that the only thing that matters is understanding the chemical components of which these organs are composed and formed. He has no inkling that these organs are fundamentally different depending on what they are made of. The nerves would not exist if an astral body were not integrated into the human being, and it is this inner being that distinguishes the nervous system and thereby makes the nervous substance something fundamentally different from the other substances. In the astral world dwell and live the formers and builders of the nervous substance, and they create wisely, very wisely.

[ 11 ] In gewissen noch höheren Gebieten des geistigen Daseins befinden sich Wesen, die identisch, gleichartig sind dem menschlichen Ich-Wesen selber, die zuerst Veranlassung gegeben haben zur Bildung des roten Blutes. Sie können das lesen in der Schrift «Blut ist ein ganz besondrer Saft». Ich-Wesen sind die Bildner und Baumeister dieses roten Blutes. Sie wirkten von außen, damit das Ich sich in den Menschen versenken konnte. Die Tiere haben das Ich noch nicht. Wo beim Tier rotes Blut ist, da wirken Wesen von außen; die Tiere sind vom roten Blute «besessen». Der Mensch aber kommt dadurch zur Freiheit, daß er von seinem Ich, von sich selbst «besessen» ist. Er mußte von sich selbst Besitz ergreifen, um die Herrschaft über sein Blut erlangen zu können.

[ 11 ] In certain even higher realms of spiritual existence there are beings who are identical and of the same nature as the human ego itself, and who were the first to give rise to the formation of red blood. You can read about this in the text “Blood Is a Very Special Fluid.” Ego-beings are the creators and architects of this red blood. They acted from the outside so that the ego could become immersed in human beings. Animals do not yet possess the ego. Where there is red blood in an animal, beings act from the outside; the animals are “possessed” by the red blood. Human beings, however, attain freedom through being “possessed” by their ego, by themselves. They had to take possession of themselves in order to gain dominion over their blood.

[ 12 ] In den Absonderungsorganen, die wir Drüsen nennen, wirkt der Ätherleib, das heißt, es wirken diejenigen Wesen, die im Ätherraum wirken. Um diese Drüsen zu verstehen, müssen wir uns etwas klarmachen. Würde der Mensch nur einen Ätherleib haben und keinen Astralleib, dann würden auch nur Wesen aus der Welt des Äthers im menschlichen Leibe wirken, und es könnten dann keineswegs die Organe entstehen, die wir als Drüsen bezeichnen, sondern nur solche Organe, die ähnlich wären denen, wie sie sich draußen im Pflanzenreich finden. Denn auch da wirkt der Ätherleib, der die Pflanzen durchsetzt und das Unorganische zum Leben aufruft. Jedes neue Prinzip, das dazukommt, wirkt umgestaltend auf alle vorhandenen. Dadurch, daß das Astralische in den Menschenleib eindringt und für sich selbst das Nervensystem konstruiert, wirkt es auch zurück auf die Welt des Äthers und gestaltet die ursprünglichen Pflanzenorgane um, so daß sie zu Drüsen werden.

[ 12 ] The etheric body is at work in the secretory organs we call glands; that is to say, the beings that are active in the etheric realm are at work there. To understand these glands, we must clarify something. If human beings had only an etheric body and no astral body, then only beings from the world of the ether would be active in the human body, and the organs we call glands could not arise at all; instead, only organs similar to those found in the plant kingdom would develop. For there, too, the etheric body is at work, permeating the plants and bringing the inorganic to life. Every new principle that is added has a transforming effect on all existing ones. By penetrating the human body and constructing the nervous system for itself, the astral also acts back upon the world of the ether and transforms the original plant organs so that they become glands.

[ 13 ] Es ist nun möglich, die Organe des Menschen zu studieren in ihrer verschiedenen Wertigkeit, wenn man zurückgeht auf die Urgründe, die in den geistigen Welten zu finden sind. Wir finden, daß Leber, Galle, Milz und so weiter etwas ganz anderes sind, wenn man weiß, wie verschiedene Welten an ihrer Gestaltung beteiligt sind, als wenn wir sie bloß mit den gewöhnlichen Instrumenten der Wissenschaft physiologisch zergliedern. Sie sind Erbteile aus der geistigen Welt heraus. Es müssen alle Organe beim Menschen aus ihren geistigen Ursprüngen heraus von uns betrachtet werden, wenn wir deren Bedeutung richtig verstehen wollen. Da sehen wir hin auf eine zukünftige Behandlungsweise des menschlichen Leibes, wo man sich dieses geistigen Ursprunges der Organe bewußt sein wird und diese Erkenntnisse anwenden wird in der alltäglichen Medizin. Das ist ein Prozeß, der langsam und geduldig durchgemacht werden muß. Das kann nicht von heute auf morgen geschehen, aber es bereitet sich vor und wird in der Zukunft geschehen.

[ 13 ] It is now possible to study the human organs in terms of their varying significance by tracing them back to their primordial sources, which are to be found in the spiritual worlds. We find that the liver, gallbladder, spleen, and so on are something entirely different when one knows how various worlds are involved in their formation, compared to when we merely dissect them physiologically with the ordinary instruments of science. They are legacies from the spiritual world. We must view all human organs from their spiritual origins if we wish to understand their significance correctly. Here we look toward a future approach to treating the human body, in which one will be conscious of this spiritual origin of the organs and will apply these insights in everyday medicine. This is a process that must be undergone slowly and patiently. It cannot happen overnight, but it is being prepared and will take place in the future.

[ 14 ] Namentlich eines ist wichtig zu beachten bei der Betrachtung des menschlichen Leibes. Es gibt in ihm solche Organe, die ihre jetzige Gestalt erst verhältnismäßig spät bekommen haben, und andere, welche schon seit Urzeiten ihre jetzige Gestalt haben. Es gibt solche Organe, die durch ihre jetzige Gestalt dazu berufen sind, immer mehr und mehr zu vertrocknen und abzufallen, wegzufallen vom menschlichen Leibe; und es gibt solche Organe, die jetzt ihre Anfangsgestalt haben, die dazu berufen sind, diese mehr und mehr zu vervollkommnen und in der Zukunft geradezu eine wichtige Rolle zu spielen bei allem, was durch den Menschen geschieht. Zu den Organen, welche in der Zukunft geradezu schöpferisch sein werden, gehört alles, was mit dem menschlichen Herzen und dem menschlichen Kehlkopf zusammenhängt. Diese Organe stehen erst im Anfange ihrer Entwickelung, sie werden in Zukunft Reproduktionsorgane, Fortpflanzungsorgane sein. Sie finden das heute schon leise angedeutet dadurch, daß beim Manne sich die Stimme verändert, wenn die Geschlechtsreife eintritt. Herz und Kehlkopf werden sich verändern, sie werden sich vollkommener und vollkommener gestalten, und später werden ihnen menschliche Wesen entspringen.

[ 14 ] There is one point in particular that is important to note when considering the human body. It contains organs that acquired their present form relatively late, and others that have had their present form since time immemorial. There are organs whose present form is destined to wither away more and more and to fall away from the human body; and there are organs that are now in their initial form, which are destined to perfect this form more and more and to play a truly important role in the future in everything that happens through human beings. Among the organs that will be truly creative in the future are all those connected with the human heart and the human larynx. These organs are only at the beginning of their development; in the future, they will be reproductive organs. You can already see a faint hint of this today in the fact that a man’s voice changes when he reaches sexual maturity. The heart and larynx will change; they will become more and more perfect, and later human beings will spring from them.

[ 15 ] Die heutigen Fortpflanzungsorgane dagegen sind auf dem Aussterbeetat; sie werden sich immer mehr verhärten und schnüren sich ab vom menschlichen Leibe. Man versteht den menschlichen Leib nur dann in richtiger Weise, wenn man weiß, daß er zusammengesetzt ist aus einem absterbenden Teil und einem in der Entwickelung fortschreitenden Teil und wie sich der absterbende Teil zu dem fortschreitenden Teil verhält. Der menschliche Leib enthält etwas in sich, was immer mehr in den Tod hineingeht, und etwas, was immer mehr zu neuem Leben aufblüht. Wer den Menschen vom okkulten Standpunkte aus betrachtet, kann bei jedem Organ angeben, ob es ein solches ist, das zur abflutenden Entwickelung gehört, das dem Tode zueilt, das die Menschheit künftig nicht mehr haben wird, oder ob es ein solches ist, das auf der Jugendstufe steht und in Zukunft erst größer und gewaltiger ausgebildet sein wird. Sie können solche Organe im menschlichen Leibe sehen, die in ihrer Natur schon zusammengeschrumpft und in ihrer Tätigkeit abgestumpft sind, die nur noch eine spärliche Tätigkeit haben. Ein solches Organ ist die Zirbeldrüse. Sie hatte einstmals eine mächtige Tätigkeit und ist jetzt herabgesunken zu einem fast bedeutungslosen Organ. Gewisse Organe gehen fast bis zur Stufe des Todes und werden dann wieder neu belebt in anderer Weise. Andere Organe sterben ganz ab, sie verschwinden in ihrer Form vom physischen Plan und treten dann wieder auf in anderer Gestalt.

[ 15 ] Today’s reproductive organs, on the other hand, are on the verge of extinction; they will become increasingly rigid and detach themselves from the human body. One can only understand the human body correctly if one knows that it is composed of a dying part and a part that is progressing in its development, and how the dying part relates to the progressing part. The human body contains within itself something that is increasingly moving toward death, and something that is increasingly blossoming into new life. Anyone who views human beings from an occult perspective can indicate for each organ whether it is one that belongs to the ebbing phase of development, that is hastening toward death, that humanity will no longer possess in the future, or whether it is one that stands at the stage of youth and will only become larger and more powerful in the future. You can see such organs in the human body that have already shrunk in nature and become dulled in their activity, that now have only a sparse activity. One such organ is the pineal gland. It once had a powerful function and has now declined to an almost insignificant organ. Certain organs go almost to the point of death and are then revived in a different way. Other organs die off completely; they disappear in their form from the physical plane and then reappear in a different form.

[ 16 ] Nun betrachten wir einmal den menschlichen Leib, da wo er am deutlichsten auf der absteigenden Bahn dem Tode zueilt, und da, wo er in aufsteigender Bahn ein neues, junges Leben entfaltet. Diese beiden Dinge gehen durch einander hindurch. Die wichtigsten Organe sind hineingepreßt in diese Bahn der auf- und absteigenden Entwickelung, so daß sie beides, den Tod und das Leben, in sich haben. Ihre Behandlung ist unter Umständen im menschlichen Leben das Allerwichtigste. So wollen wir sie an einem signifikanten Beispiel anschauen.

[ 16 ] Let us now consider the human body, both where it is most clearly hurtling toward death along the descending path, and where it unfolds a new, young life along the ascending path. These two things intertwine. The most important organs are embedded in this path of ascending and descending development, so that they contain both death and life within themselves. Their treatment is, under certain circumstances, the most important thing in human life. Let us therefore examine them using a significant example.

[ 17 ] Sie wissen alle aus meinen sonstigen Vorträgen die ganz elementare Tatsache, daß der Mensch besteht aus dem physischen Leib, dem Ätherleib, dem Astralleib und dem Ich. Sie wissen, daß das Ich zunächst am Astralleib arbeitet und immerfort einen Teil desselben umgestaltet. Wenn Sie zurückblicken auf jenen Zeitpunkt der Menschheitsentwickelung, wo das Ich sozusagen heruntergestiegen ist aus dem Schoße der Gottheit und zum ersten Male angefangen hat, am astralischen Leibe zu arbeiten, da geht Ihnen doch die Anschauung auf, daß einstmals der astralische Leib ein Geschenk der Gottheit an den Menschen war. Wenn wir uns schematisch diesen Menschen klarmachen wollen in dem Moment, wo eben das Ich eingepflanzt worden ist in ihn, so können wir sagen: Es war vorhanden sein physischer Leib (es wird gezeichnet), sein Atherleib und sein astralischer Leib.

[ 17 ] You all know from my other lectures the very basic fact that the human being consists of the physical body, the etheric body, the astral body, and the I. You know that the I first works on the astral body and is constantly transforming a part of it. If you look back to that point in human evolution when the I, so to speak, descended from the bosom of the Deity and began for the first time to work on the astral body, you will realize that the astral body was once a gift from the Deity to humanity. If we wish to visualize this human being schematically at the very moment when the ego was implanted within him, we can say: There was his physical body (it is drawn), his etheric body, and his astral body.

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[ 18 ] Dann schlägt das Ich von oben ein in den astralischen Leib und beginnt zu arbeiten im Menschen, und wir haben dann einen Teil des astralischen Leibes, der vom Ich selbst geformt ist. Dieser astralische Leib besteht heute aus zwei Gliedern, einem Gliede, das auch das Tier hat, und einem anderen, das nur der Mensch hat, das dadurch entsteht, daß der Mensch durch viele Verkörperungen hindurch mit seinem Ich gearbeitet hat am astralischen Leibe. Nun wirkt im Menschen etwas anderes als im Tier. Das Tier hat diesen Einschlag des Ich in den astralischen Leib nicht. Es hat seinen astralischen Leib nur in einer ganz bestimmten Weise geformt, wie es ihn eben von den äußeren Mächten bekommen hat. Nun wirkt alles, was aus den höheren Welten kommt, wieder auf das Ganze des menschlichen Organismus ein, gestaltet alles in einer gewissen Weise um und bewirkt Neugestaltungen der alten Organe, es wandelt die alten Organe um.

[ 18 ] Then the I descends from above into the astral body and begins to work within the human being, and we then have a part of the astral body that is formed by the I itself. This astral body consists today of two parts: one part that the animal also has, and another that only the human being has, which arises because the human being has worked on the astral body with his or her ego through many incarnations. Now something different is at work in the human being than in the animal. The animal does not have this impact of the ego on the astral body. It has shaped its astral body only in a very specific way, just as it received it from the outer forces. Now everything that comes from the higher worlds acts back upon the whole of the human organism, reshapes everything in a certain way, and brings about new formations of the old organs; it transforms the old organs.

[ 19 ] Betrachten wir einmal das Verhältnis dieser drei Leiber von diesem Gesichtspunkte aus. Der physische Leib besteht aus ähnlichen Stoffen und Kräften, wie sie in der mineralischen Welt draußen ausgebreitet sind, aus physischen, aus chemischen Stoffen und Kräften. Würde er nur diese haben, wäre er ein Mineral, wenn auch noch so kunstvoll geformt. Ihn durchsetzt von allen Seiten der Äther- oder Lebensleib. Was tut dieser Lebensleib? Er wirkt in jedem Moment dem Zerfall des physischen Leibes entgegen, er ist der Kämpfer gegen diesen Zerfall des physischen Leibes. Ohne ihn würde der physische Leib, wenn er nur sich selbst überlassen bliebe, den physischen Kräften folgen und nach und nach zerfallen. Während des Lebens sind physischer Leib und Ätherleib verbunden, und der Ätherleib kämpft fortwährend gegen den Zerfall des physischen Leibes.

[ 19 ] Let us consider the relationship between these three bodies from this perspective. The physical body consists of substances and forces similar to those found in the mineral world outside—physical and chemical substances and forces. If it possessed only these, it would be a mineral, however artfully formed. It is permeated on all sides by the etheric or Life-Body. What does this Life-Body do? It counteracts the decay of the physical body at every moment; it is the fighter against this decay of the physical body. Without it, the physical body, if left to its own devices, would follow the physical forces and gradually decay. During life, the physical body and the etheric body are connected, and the etheric body continually fights against the decay of the physical body.

[ 20 ] Was tut nun der astralische Leib? Es ist außerordentlich wichtig, das zu wissen. Der astralische Leib ist in gewisser Beziehung während des bewußten Lebens — nicht während des Schlafes — damit beschäftigt, den Ätherleib fortwährend zu töten, fortwährend die Kräfte, die der Ätherleib entwickelt, herabzusetzen, abzudämpfen. Daher ist der Ausdruck für das Leben des Astralleibes die Ermüdung, die Abmüdung des Körpers während des Tages. Der astralische Leib zerstört fortwährend den Ätherleib. Würde er das nicht tun, dann entstünde kein Bewußtsein, denn Bewußtsein ist nicht möglich, ohne daß das Leben fortwährend wieder stufenweise zerstört wird. Das ist außerordentlich wichtig zu beachten. Diese geistige Tätigkeit — das Leben in der Ätherwelt, das wunderbare Aufflackern des Lebens in der Ätherwelt, das sich in den herrlichsten Bewegungen und Rhythmen auslebt, und die fortwährende Dämpfung dieses Rhythmus des Ätherleibes durch den astralischen Leib das ist dasjenige, was das Bewußtsein hervorbringt, auch schon das einfachste tierische Bewußtsein. Diese geistigen Vorgänge drücken sich in der physischen Welt nun so aus, daß in dem Augenblick, wo in das bloße Leben Bewußtsein einschießt, Verhärtung, Verknöcherung im physischen Leibe eintritt. Es gibt natürlich Übergänge, Weichtiere und so weiter; diese haben auch ein ganz eigentümliches Bewußtsein. Das Bewußtsein wird erst dadurch ein eigenes, es nähert sich um so mehr dem Selbstbewußstsein, je mehr sich die weichen, organischen Lebensmassen mit harten, knöchernen Einschlüssen innerlich durchsetzen. Es ist also der astralische Leib in seiner Wirkung auf den Ätherleib, der — wie bei den Weichtieren, Schnecken, Muscheln und so weiter — nach außen die harten Schalenteile absondert, um in ihnen jenes dumpfe Bewußtsein zu erzeugen, das in diesen Tieren lebt. Bei den höheren Tieren, bei denen das Selbstbewußtsein stärker wird, ist es eine Nebentätigkeit des astralischen Leibes neben der Bildung des Nervensystems, alles Knöchertige, Verhärtende abzusondern. In demselben Maße, in dem das Selbstbewußitsein stärker wird, sondert sich aus der weichen, gallertartigen Masse das feste Knorpel- und Knochenartige heraus. Bei den höchsten Tieren ist diese Bildung ungefähr fertig; der astralische Leib hat da ein Knochensystem herausgebildet, das in seiner Art beinah abgeschlossen ist.

[ 20 ] What, then, does the astral body do? It is extremely important to know this. In a certain sense, during waking life—not during sleep—the astral body is occupied with constantly killing the etheric body, constantly diminishing and dampening the forces that the etheric body develops. Therefore, the expression of the astral body’s activity is fatigue, the weariness of the body during the day. The astral body is constantly destroying the etheric body. If it did not do so, no consciousness would arise, for consciousness is not possible without life being constantly and gradually destroyed. It is extremely important to note this. This spiritual activity—life in the etheric world, the wondrous flickering of life in the etheric world, which expresses itself in the most magnificent movements and rhythms, and the constant dampening of this rhythm of the etheric body by the astral body—this is what brings forth consciousness, even the simplest animal consciousness. These spiritual processes now express themselves in the physical world in such a way that the moment consciousness enters mere life, hardening and ossification occur in the physical body. There are, of course, transitional forms, mollusks, and so on; these also possess a quite peculiar consciousness. Consciousness only becomes distinct through this process; the more the soft, organic masses of life assert themselves internally with hard, bony inclusions, the closer it comes to self-consciousness. It is thus the astral body, in its effect on the etheric body, that—as in the case of mollusks, snails, mussels, and so on—secretes the hard shell parts outwardly in order to generate within them that dull consciousness which lives in these animals. In higher animals, where self-consciousness becomes stronger, it is a secondary activity of the astral body—alongside the formation of the nervous system—to secrete all that is bony and hardening. To the same extent that self-consciousness grows stronger, the firm, cartilaginous, and bony elements separate from the soft, gelatinous mass. In the highest animals, this formation is nearly complete; the astral body has developed a skeletal system that is, in its kind, almost fully formed.

[ 21 ] Beim Menschen geschieht mit dem astralischen Leibe etwas besonderes, da findet ein neuer Einschlag statt. Der Astralleib wird durch das Ich teilweise umgewandelt, und das bewirkt die Umsetzung der Tendenz der Verknöcherung, die früher da war. Hätte der Mensch den Astralleib unverändert gelassen und weiter fortgearbeitet an der Skelettbildung, so gäbe es keine menschliche Kultur auf der Erde. Aller Fortschritt in der menschlichen Entwickelung ist dadurch bedingt, daß Teile des menschlichen Astralleibes herausgesondert und dem Ich unterworfen werden. Dieser abgesonderte Teil des Astralleibes hat eine besondere Aufgabe, er bewirkt eine neue Tendenz; dadurch kommt die Skelettbildung, die Verknöcherung unter die Herrschaft des abgesonderten Teiles des astralischen Leibes.

[ 21 ] Something special happens to the astral body in human beings; a new influence takes hold. The astral body is partially transformed by the ego, and this reverses the tendency toward ossification that existed previously. If human beings had left the astral body unchanged and continued to develop the skeletal structure, there would be no human culture on Earth. All progress in human development is conditioned by the fact that parts of the human astral body are separated out and subjected to the ego. This separated part of the astral body has a special task; it brings about a new tendency, whereby skeletal formation—ossification—comes under the dominion of the separated part of the astral body.

[ 22 ] Wie äußert sich das? Sehr merkwürdig. Während früher die Tendenz des Astralleibes dahin gegangen ist, das Wesen mehr und mehr zu verhärten, gleichsam einen Schlußpunkt in der Entwickelung des Knochensystems zu setzen, behält der Astralleib des Menschen eine Kraft zurück, eine Tendenz, wiederum zu erweichen, so daß ein Fortschreiten der Entwickelung wiederum möglich ist. Gäbe es das nicht, würde alles das, was fest werden kann, in das menschliche Knochensystem einfließen, so gäbe es keinen menschlichen Fortschritt, keine Kultur. Ebenso wie die tierische Art keinen Fortschritt kennt — die Art der Löwen, der Tiger ist fertig, abgeschlossen —, so würde es auch beim Menschen sein. Der Mensch aber kann mit dem abgesonderten Teil des Astralleibes wiederum das zurücknehmen, was sich verhärtet hat. Neben der Tendenz der Verhärtung, der Knochenbildung, ist im menschlichen Leibe immer die Tendenz vorhanden, etwas zurückzubehalten, so daß neue Organe gebildet werden können, die weich sind. Das ist außerordentlich wichtig zu beachten. Diese Tendenz ist beim Tiere nicht vorhanden.

[ 22 ] How does this manifest itself? Very strange. Whereas in the past the tendency of the astral body was to harden the being more and more, as it were, to bring the development of the skeletal system to a close, the human astral body retains a force, a tendency to soften again, so that further development becomes possible once more. If this were not the case, if everything that can become solid were to flow into the human skeletal system, there would be no human progress, no culture. Just as the animal species knows no progress—the species of lions and tigers is complete, finished—so it would be with human beings. But humans can, through the separate part of the astral body, take back what has hardened. Alongside the tendency toward hardening, toward bone formation, there is always a tendency in the human body to retain something, so that new organs can be formed that are soft. It is extremely important to note this. This tendency is not present in animals.

[ 23 ] Betrachten wir jetzt einmal einen Menschen mitten im Leben drinnen, wie er dasteht auf der einen Seite mit seiner Tendenz zu verhärten, und auf der anderen Seite mit seiner Tendenz, etwas zurückzubehalten. Wir sehen diese beiden Tendenzen sich da scheiden, wo der Mensch um das siebente Jahr herum seine zweiten Zähne bekommt. Die Tendenz, in die Knochenbildung hineinzugehen, sich abzuschließen in der Verhärtung, findet ihren Ausdruck in den Zähnen, die das Kind um das siebente Lebensjahr herum bekommt. Der abgesonderte Teil des Astralleibes bewirkt, daß der Mensch abweichend vom Tier — gewisse Lebenskräfte zurückbehält, so daß er sich weiterbilden kann. Bis zum siebenten Jahre kam beim Menschen nur das Artmäßige, das Gattungsmäßige zum Ausdruck; jetzt tritt der Zeitpunkt ein, wo er sich in den Kulturfortschritt unserer Zeit hineinleben kann. Es beginnt die Schulzeit. Diese zwei Dinge hängen wesenhaft zusammen: die Tendenz zur Verhärtung, die sich ausdrückt in der Zahnbildung, und die Tendenz zur Erweichung, die etwas zurückbehalten muß, was der Ätherleib, der im siebenten Jahr frei wird, zu seiner Fortentwickelung braucht. Diese zwei Tendenzen sind aneinandergefesselt, das zeigt sich klar und deutlich im Leben.

[ 23 ] Let us now consider a person in the prime of life, standing on one side with a tendency to harden, and on the other side with a tendency to hold something back. We see these two tendencies diverge around the time a person gets their second set of teeth, around the age of seven. The tendency to move into bone formation, to close off in hardening, finds its expression in the teeth that the child gets around the age of seven. The separate part of the astral body causes the human being—unlike the animal—to retain certain life forces so that he can continue to develop. Up to the age of seven, only the species-specific, the generic, was expressed in the human being; now the time comes when he can live into the cultural progress of our time. School begins. These two things are intrinsically linked: the tendency toward hardening, which is expressed in tooth formation, and the tendency toward softening, which must retain something that the etheric body—which becomes free in the seventh year—needs for its further development. These two tendencies are bound together; this is clearly evident in life.

[ 24 ] Man kann leicht die Beobachtung machen, daß manche Erscheinungen im Leben vorkommen, die man schwer miteinander verbinden kann, wenn man sie nicht vom Standpunkt der Geisteswissenschaft aus betrachtet. Wer zum Beispiel das sogenannte Kindbettfieber beobachtet, kann finden, daß es meistens mit schadhaften Zähnen verbunden ist. Frauen, die Kindbettfieber haben, haben oft schadhafte Zähne. Warum? Weil diese zwei Tendenzen — die Tendenz zur Verhärtung, die sich in der Zahnbildung ausdrückt, und die Tendenz, sich fortzuentwickeln, sich aufzuschließen und über sich hinauszuwachsen, die in der Reproduktionskraft, in der Fortpflanzung zum Ausdruck kommt — zusammenhängen. Ist die eine geschädigt, so ist auch die andere mit geschädigt.

[ 24 ] It is easy to observe that certain phenomena occur in life that are difficult to connect with one another unless viewed from the perspective of Spiritual Science. For example, anyone observing what is known as puerperal fever may find that it is usually associated with defective teeth. Women who have puerperal fever often have defective teeth. Why? Because these two tendencies—the tendency toward hardening, which is expressed in tooth formation, and the tendency to develop further, to open up, and to transcend oneself, which is expressed in reproductive power and procreation—are interconnected. If one is impaired, the other is also impaired.

[ 25 ] Überall im menschlichen Leben tritt uns das entgegen, wie diese zwei Tendenzen, die nach Verhärtung und die nach dem Weichbleiben gewisser Organe, zusammenhängen. Es ist wichtig, daß diese zwei Tendenzen sich ausgleichen. Man muß das Leben so einzurichten trachten, daß sie sich die Waage halten, denn durch die Kulturverhältnisse, in die der Mensch hineingestellt ist, kommt es oft zu wesentlichen Veränderungen. Holt man zum Beispiel Landarbeiter vom Land weg, aus einem Leben in der freien Natur, aus einer Umgebung, in der schon ihre Vorfahren lebten, und verpflanzt sie in die Stadt, beschäftigt sie in Fabriken und so weiter, so verlieren sie durch die ganz veränderten Lebensbedingungen das Zusammenstimmen, das Äquilibrium zwischen den verhärtenden und erweichenden Kräften in ihrem Organismus. Und was ist die Folge? Eine der beiden Tendenzen wird dann die Oberhand gewinnen, entweder die verhärtenden oder die erweichenden Kräfte. Das sind die Ursachen in der geistigen Welt; die Wirkungen in der physischen Welt können Sie selbst sehen. Nehmen Sie an, die erweichenden Kräfte nehmen die Oberhand, dann treten Kulturkrankheiten auf wie Rachitis und ähnliche Krankheiten. Wenn dagegen die verhärtenden Tendenzen die Oberhand erlangen, dann werden gewisse Weichteile des Organismus anfangen, sich in ganz merkwürdiger Weise zu verhärten. Wenn der Verhärtungsprozeß in ungeeigneter Weise in den Vordergrund tritt, dann entsteht die Tuberkulose. Bei Tieren, die in der Natur leben, finden Sie solche Krankheiten nicht. Versetzen Sie sie aber aus ihrer gewohnten Umgebung in die unsere, zum Beispiel Affen, und sperren Sie sie auch noch ein, da bekommen sie sehr häufig Tuberkulose und gehen in der Gefangenschaft daran zugrunde. Warum geschieht das? Weil da die Verhärtungstendenzen überwiegen, wenn der Affe in eine Umgebung gestellt ist, in die er nicht hineinpaßt.

[ 25 ] Throughout human life, we encounter how these two tendencies—one toward hardening and the other toward remaining soft—are interrelated in certain organs. It is important that these two tendencies balance each other out. One must strive to organize life in such a way that they remain in balance, for the cultural conditions in which a person is placed often lead to significant changes. For example, if farmworkers are taken away from the countryside, from a life in the open air, from an environment where their ancestors already lived, and transplanted to the city, employed in factories and so on, they lose—due to the completely changed living conditions—the harmony, the equilibrium between the hardening and softening forces in their organism. And what is the consequence? One of the two tendencies will then gain the upper hand, either the hardening or the softening forces. These are the causes in the spiritual world; you can see the effects in the physical world for yourselves. Suppose the softening forces gain the upper hand; then civilizational diseases such as rickets and similar illnesses arise. If, on the other hand, the hardening tendencies gain the upper hand, then certain soft tissues of the organism will begin to harden in a very peculiar way. If the hardening process comes to the fore in an inappropriate manner, then tuberculosis arises. You will not find such diseases in animals that live in nature. But if you remove them from their natural environment and place them in ours—for example, monkeys—and then confine them as well, they very often contract tuberculosis and perish in captivity. Why does this happen? Because the hardening tendencies prevail when the monkey is placed in an environment where it does not belong.

[ 26 ] So sehen Sie die geistigen Kräfte in unser physisches Leben hineinwirken, und so verstehen wir die äußeren physischen Wirkungen aus ihren geistigen Ursachen. Ich müßte noch viel reden, wenn ich diese Zusammenhänge noch genauer erklären wollte. Da aber die wenigsten von Ihnen Mediziner sind, werden Sie sich damit zufrieden geben können.

[ 26 ] In this way, you can see how spiritual forces influence our physical lives, and in this way we understand the external physical effects in terms of their spiritual causes. I would have much more to say if I wanted to explain these connections in greater detail. However, since very few of you are medical professionals, you will have to be satisfied with this explanation.

[ 27 ] Und nun bedenken Sie, wie alles das, was jetzt gesagt wurde, zusammenhängt mit des Menschen Glück oder Leid, wie das Äquilibrium des ganzen menschlichen Lebens davon abhängt, daß seine Organe zur rechten Zeit der Entwickelung die richtige Gestalt angenommen haben. Bleibt ein Organ auf einer früheren Stufe zurück, wird die Erweichung oder Verhärtung in unregelmäßiger Weise hervorgerufen, so ist ein unglückliches Leben die Folge. Jedes Organ muß die Ausbildung seiner bestimmten Form auf einer bestimmten Stufe des Lebens erreichen. Wird ein altes Organ auf seiner früheren Stufe erhalten, muß Unglück, Leid kommen. Auch die verborgenen, die nicht ganz sichtbaren Organe des Menschen können in der Entwickelung entweder nachhinken oder vorauseilen. Die Tuberkulose ist etwas, was in der Zukunft den Menschen nicht mehr schaden wird, sie ist nur ein zu frühes Auftreten eines Zustandes, der später selbstverständlich sein wird. Heute ist der Zustand krankhaft, später wird er gesund sein. Von den gewöhnlichen Krankheiten, die auch im Tierleben zu finden sind, unterscheiden sich diese eigentlichen Kulturkrankheiten.

[ 27 ] And now consider how everything that has just been said is connected to human happiness or suffering, how the equilibrium of the whole of human life depends on the fact that one’s organs have taken on the correct form at the right stage of development. If an organ remains at an earlier stage, and softening or hardening is caused in an irregular manner, an unhappy life is the result. Every organ must achieve the formation of its specific shape at a specific stage of life. If an old organ is retained at its earlier stage, misfortune and suffering must follow. Even the hidden, not entirely visible organs of the human being can either lag behind or run ahead in development. Tuberculosis is something that will no longer harm humans in the future; it is merely a premature manifestation of a condition that will later become natural. Today the condition is pathological; later it will be healthy. These so-called diseases of civilization differ from the common diseases also found in the animal kingdom.

[ 28 ] Hören Sie nicht nachklingen diese Wahrheit in dem mongolischen Märchen von der Frau, die vergebens ihr verlorenes Kind sucht? Zur Unzeit hat sie noch das Organ oben am Kopfe. Es bringt ihr Unglück. Rastlos eilt sie durch die Welt, sie findet nicht das, was ihr entspricht, was zu ihr gehört. Welche Weisheit ist da hineingeheimnißt in die einfachen Volkssagen durch die Führer der Menschheit.

[ 28 ] Do you not hear this truth echoing in the Mongolian folktale of the woman who searches in vain for her lost child? She still has the organ at the top of her head at the wrong time. It brings her misfortune. Restlessly she rushes through the world, yet she cannot find what suits her, what belongs to her. What wisdom is hidden in these simple folk tales by the guides of humanity.

[ 29 ] Wir können nun noch weitergehen. Betrachten Sie den Menschen, wie er heute ist, wie er besteht aus Organen in aufsteigender und Organen in absteigender Linie der Entwickelung. Nicht immer hat der Mensch den astralischen Leib gehabt; dieser wurde ihm erst nach und nach eingegliedert. Bevor er den astralischen Leib eingegliedert hatte, waren seine Organe pflanzenähnlich, sie waren von pflanzlichem Wesen. Dadurch, daß der Mensch sich eingegliedert hat den astralischen Leib, hat er sich das Fleisch in den ganzen Organismus des Pflanzenleibes hineingegliedert. Dieses Hineinarbeiten des astralischen Leibes in den Pflanzenleib, das ist die Fleischwerdung. Aber dies hat nach und nach stattgefunden, es hat sich nach und nach entwickelt, es hat nicht alle Organe zu gleicher Zeit ergriffen.

[ 29 ] We can now go even further. Consider human beings as they are today, how they consist of organs in an ascending line of development and organs in a descending line. Human beings did not always have an astral body; it was incorporated into them only gradually. Before he had incorporated the astral body, his organs were plant-like; they were of a plant nature. By incorporating the astral body, human beings have woven the flesh into the entire organism of the plant body. This weaving of the astral body into the plant body is the Incarnation. But this took place gradually; it developed step by step; it did not affect all organs at the same time.

[ 30 ] Wenn wir zurückgehen in der Menschheitsentwickelung durch die ganze atlantische und Teile der lemurischen Zeit und noch weiter zurück, so würden wir da einen Menschenleib finden, der noch deutlich Pflanzenorgane an sich trug. Teile des menschlichen Leibes waren schon umgewandelt in Fleisch, als andere noch pflanzlicher Natur waren. Alle diejenigen Organe des Menschenleibes, die die Begierden weniger stark in sich tragen, sind am frühesten in Fleisch umgewandelt worden; und die, welche die Begierden am stärksten in sich tragen, die Sexualorgane, sind am spätesten umgewandelt worden. Sie waren lange, lange pflanzlicher Natur, und sie werden auch am frühesten wieder zur pflanzlichen Natur zurückkehren. Erst als in der Entwickelung des Menschen das Ich schon tief in den Astralleib hinuntergestiegen war und die eigensüchtigen Begierden tief eingedrungen waren, da gestalteten sich die ehemals pflanzlichen Organe um und wurden fleischliche Organe.

[ 30 ] If we trace human evolution back through the entire Atlantean period and parts of the Lemurian period, and even further back, we would find a human body that still clearly bore plant organs. Parts of the human body had already been transformed into flesh, while others were still of a plant nature. All those organs of the human body that carry the desires within them to a lesser degree were transformed into flesh earliest; and those that carry the desires within them most strongly—the sexual organs—were transformed latest. They were of a plant nature for a long, long time, and they will also be the first to return to a plant nature. It was only when, in the course of human evolution, the ego had already descended deep into the astral body and selfish desires had penetrated deeply that the formerly plant-like organs transformed and became fleshly organs.

[ 31 ] Auf jene uralte heilige Zeit blickt die Geisteswissenschaft zurück, als der Mensch noch nichts von den sexuellen Kräften wußte. In den alten Mysterien wurde ein Bild verehrt, das den Menschen darstellt, der noch ungeschlechtlich war, bei dem noch nicht umgestaltet war das Geschlechtliche. An der Stelle des Leibes, wo heute die Sexualorgane sind, können wir rankenartige, pflanzliche Organe erblikken, die bloß vom Ätherleib durchzogen sind und noch nichts vom Astralleib in sich tragen. Der Hermaphrodit der antiken Kunst tritt uns so entgegen. Er wurde so abgebildet, wie man den früheren Menschen auch aus der Geistesforschung heraus schildern kann. Er hat Pflanzenorgane an der Stelle der jetzigen Fortpflanzungsorgane, und aus seinem Rücken treiben rankenförmige Pflanzengebilde heraus. Jetzt begreifen wir — in anderer Weise, als es die kindliche Art ist, in der man dies gewöhnlich versteht —, warum die alten Mythen und die biblische Geschichte vom Feigenblatt sprechen: Nicht um etwas zu verdecken, zu verhüllen, sondern um auf eine wirkliche Tatsache in der Menschheitsentwickelung hinzudeuten, auf jenen uralten heiligen Zustand, von dem die Alten noch wußten, daß der Mensch da auf einer höheren Stufe gestanden hatte und die Organe an dieser Stelle noch pflanzlicher Natur gewesen waren.

[ 31 ] Spiritual Science looks back to that ancient, sacred time when human beings knew nothing of sexual forces. In the ancient mysteries, an image was venerated that depicted human beings who were still asexual, in whom the sexual aspect had not yet been transformed. In the part of the body where the sexual organs are today, we can glimpse vine-like, plant-like organs that are merely permeated by the etheric body and do not yet contain anything of the astral body. The hermaphrodite of ancient art appears before us in this way. He was depicted as early humanity can also be described through spiritual research. He has plant organs in the place of today’s reproductive organs, and vine-like plant formations sprout from his back. Now we understand—in a different way than the childish way in which this is usually understood—why the ancient myths and the biblical story speak of the fig leaf: Not to cover or conceal anything, but to point to a real fact in human evolution, to that ancient sacred state of which the ancients still knew that humanity had stood at a higher level there, and that the organs in that region had still been of a plant-like nature.

[ 32 ] Aber gehen wir noch weiter. Wir können das Erobern der Verhärtungstendenz beim Menschen noch in anderer Weise beobachten. Es ist merkwürdig, daß in den okkulten Schulen in einer ganz eigenartigen Weise darauf Rücksicht genommen ist. Als das Menschen-Ich hinabgestiegen war auf die Erde aus dem Schoße der Gottheit, da mußte diese Verhärtungstendenz von ihm erobert werden. Aber es gibt andere Wesen, die viel früher den Abschluß ihrer Entwickelung schon erlangt hatten. Das sind die Vögel. Sie haben auch ein Ich, aber ein solches, das viel mehr in der Außenwelt lebt. Sie haben deshalb auch etwas nicht mitgemacht, was wichtig ist für alle menschliche Höherentwickelung, für die okkulte Entwickelung des Menschen. Sie haben nicht mitgemacht dasjenige, was seinen Ausdruck findet in der Herausbildung gewisser Teile des Knochenbaues, des Knochenmarkes, des innersten Inhaltes der Knochen. Vögel haben viel hohlere Knochen als der Mensch und als die anderen Tiere; sie haben einen viel älteren Zustand konserviert. Der Mensch ist über diesen Zustand hinaus-, hinweggeschritten; auch die höheren Tiere sind darüber hinweggeschritten. Es sendet der Mensch die Kräfte des Ich bis in das Knochenmark hinein, und ein guter Teil der okkulten Entwickelung besteht darin, durch Übungen darauf Rücksicht zu nehmen, daß der Mensch jene passive, untätige Art, wie er sich zu seinem Knochenmark verhält, verlebendigt, in eine bewußte umändert. Heute kann er nur wirken auf den Inhalt der Knochenkapsel seines Schädels, auf sein Gehirn. Aber vorbereiten wird sich ein zukünftiger Zustand der Menschheit dadurch, daß er Gewalt bekommen wird über das Element, das als halbflüssiges Element seine Knochen durchsetzt. Die Konstruktion der Knochen hat dem Menschen — und auch den Tieren — auf der Erde die Gestalt gegeben. Daß der Mensch die Knochen so ausgebildet hat, gab ihm die Möglichkeit seiner jetzigen Entwickelung. In Zukunft muß der Mensch die Kräfte gewinnen, seine Knochen wieder zu beleben, ihnen die Verhärtungstendenz zu nehmen und sie umzuwandeln. Er wird die Herrschaft über sein Blut gewinnen, so daß in viel größerem Maße die Kraft des Ich darin sein wird, und dieses Blut wird dann das Instrument sein, mit dem der Mensch wirken kann bis in die Umgestaltung der Knochensubstanz. Was ist denn die Knochenbildung anderes als eine Vermineralisierung? Wenn der Mensch die Tendenz zur Erweichung, die sich heute zur Unzeit als Rachitis ausdrückt, beherrschen wird, wenn er das Blut so beherrschen wird, daß er wirken kann bis in die Knochensubstanz, dann wächst er über die Mineralisierungstendenz hinaus; er wird sich selbst die Gestalt geben, er wird seinen physischen Leib umgestalten bis zu dem, was wir Atma oder Geistesmensch nennen. Da besiegt der Mensch das Verhärtungsprinzip, jenes starke Prinzip, das zum Tode führt, dessen eigentliche Physiognomie ausgedrückt ist im menschlichen Skelett. Es ist eine Intuition richtiger Art, wenn man den Tod im Bilde des Skeletts anschaulich macht. Diese Physiognomie des Todes wird der Mensch unter seine Herrschaft bringen. Er wird sie besiegen, wenn er seine Gestalt, so wie er sie jetzt von außen durch die mechanische Kraft der Muskeln beherrscht, von innen durch die Kraft des Geistes beherrschen und sich selbst die Gestalt geben wird. Heute kann der Mensch erst seine Gedanken bis in seine Knochen schicken; wenn später seine Gefühle in den Knochen wirken werden und noch später der bewußte Wille, dann wird er die Physiognomie des Todes überwunden haben.

[ 32 ] But let us go even further. We can observe the overcoming of the tendency toward hardening in human beings in yet another way. It is remarkable that the occult schools take this into account in a very peculiar way. When the human ego descended to Earth from the bosom of the Deity, this tendency toward hardening had to be overcome by it. But there are other beings who had already reached the completion of their development much earlier. These are the birds. They also have an ego, but one that lives much more in the external world. They have therefore also missed out on something that is important for all human higher development, for the occult development of the human being. They have not undergone what finds its expression in the development of certain parts of the skeletal structure, the bone marrow, the innermost contents of the bones. Birds have much more hollow bones than humans and than other animals; they have preserved a much older state. Human beings have moved beyond this state; the higher animals have also moved beyond it. Human beings send the forces of the ego right into the bone marrow, and a significant part of occult development consists in ensuring, through exercises, that human beings transform that passive, inactive way in which they relate to their bone marrow into a conscious one. Today they can only act upon the contents of the bony cavity of their skull, upon their brain. But a future state of humanity will be prepared by the fact that he will gain power over the element that permeates his bones as a semi-fluid substance. The structure of the bones has given human beings—and also animals—their form on Earth. The fact that human beings have developed their bones in this way has given them the possibility of their present development. In the future, human beings must gain the power to revitalize their bones, to remove their tendency to harden, and to transform them. They will gain mastery over their blood, so that the power of the ego will be present in it to a much greater degree, and this blood will then be the instrument with which human beings can act to the point of transforming the bone substance. What, after all, is bone formation other than mineralization? When human beings master the tendency toward softening—which today manifests inappropriately as rickets—and when they master the blood to such an extent that they can act down to the bone substance, then they will grow beyond the tendency toward mineralization; he will shape himself, he will transform his physical body into what we call the Atma or Spirit-Man. There, humanity will overcome the principle of hardening, that powerful principle leading to death, whose true physiognomy is expressed in the human skeleton. It is a correct intuition to visualize death in the image of the skeleton. Humanity will bring this physiognomy of death under its control. It will overcome it when it masters its form—just as it now masters it from the outside through the mechanical power of the muscles—from the inside through the power of the spirit, and shapes itself. Today, humans can only send their thoughts down into their bones; when later their feelings take effect in the bones, and even later their conscious will, then they will have overcome the physiognomy of death.

[ 33 ] Nun denken Sie sich einmal, wie segensreich die Wissenschaften werden wirken können für die Menschen, wenn die, welche dazu berufen sind, die Wissenschaften zu repräsentieren, wieder wissen werden, wie die menschlichen Organe diesem Verhärtungs- und Erweichungsprinzip unterliegen. In diesem Sinne ist es gemeint, daß das, was die Geisteswissenschaft sagt, praktisch anwendbar sei in seiner Wirkung auf das Leben. Wenn diese Dinge Anwendung finden und Wirkung haben im Leben, und wenn man solche Wahrheiten, wie sie angedeutet sind in dem alten mongolischen Märchen, mit geisteswissenschaftlichem Blick durchdringt, dann wird man manches jetzt rätselhaft Erscheinende wieder besser verstehen und seine Wahrheit erkennen können. Man wird mit anderen Sinnen die Welt betrachten und wird zum Beispiel die merkwürdige Erscheinung des Vogelfluges verstehen lernen. Auf wunderbaren Bahnen ziehen die Vögel mit der einbrechenden kalten Herbsteszeit vom äußersten Norden nach dem wärmeren Süden, manchmal Hunderte von Meilen, und gelangen im Frühling zurück auf anderen Wegen. Wir haben gesagt, daß die Vögel ein Geschlecht sind, das auf einer früheren Stufe der Entwickelung stehengeblieben ist. Sie wissen, daß der eigentliche Fortschritt auf der Erde erst begann in dem Zeitpunkt, als sich der Mond von der Erde abtrennte. Früher, als die Erde noch mit dem jetzigen Monde zusammen einen Himmelskörper bildete, den sogenannten Erden-Mond oder die Mond-Erde, da bewegte sich dieser Körper um die Sonne in einer bestimmten Bahn und in einer gewissen Zeit, indem er ihr stets eine Seite zuwendete. In dieser Zeit wanderten alle Lebewesen einmal um den Mond herum, um einmal die Sonneneinwirkung zu empfangen. Jener Zug um den Planeten hat sich heute noch erhalten im Vogelflug, weil die Vögel damals, bevor das Ich in die Erdenentwickelung eintrat, sich abgespalten haben von der fortschreitenden Entwickelung auf der Erde.

[ 33 ] Now just imagine how beneficial the sciences could be for humanity if those who are called upon to represent the sciences were once again aware of how the human organs are subject to this principle of hardening and softening. In this sense, it is meant that what Spiritual Science says is practically applicable in its effect on life. When these things are applied and have an effect in life, and when one penetrates such truths—as they are hinted at in the old Mongolian fairy tale—with a spiritual-scientific gaze, then one will be able to better understand many things that now appear mysterious and recognize their truth. One will view the world with different senses and will, for example, learn to understand the remarkable phenomenon of bird flight. Along wondrous paths, the birds migrate with the onset of the cold autumn season from the far north to the warmer south, sometimes hundreds of miles, and return in the spring by different routes. We have said that birds are a species that has remained at an earlier stage of development. You know that true progress on Earth only began at the moment when the Moon separated from the Earth. In the past, when the Earth and the present Moon together formed a single celestial body—the so-called Earth-Moon or Moon-Earth—this body moved around the Sun in a specific orbit and over a certain period of time, always keeping one side facing the Sun. During that time, all living beings circled the Moon once in order to receive the Sun’s influence. That movement around the planet is still preserved today in the flight of birds, because the birds, back then, before the ego entered Earth’s evolution, separated themselves from the ongoing development on Earth.

[ 34 ] Etwas anderes ist noch viel merkwürdiger. Mit der fortschreitenden physischen Entwickelung des Menschen und der höheren Tiere hat sich das Geschlechtliche des einzelnen Leibes bemächtigt. Jene Begierde, die im einzelnen Leibe sitzt, die heute ganz im Geschlechtlichen lebt, war vorher dort nicht vorhanden, sie war eine kosmische Kraft. Dem alten Erden-Monde strömte sie von der Sonne zu. Sie war die Ursache jener Umgänge um den Planeten, mit denen die Art zusammenhing, wie sich die Fortpflanzung vollzog. Der Frühlingszug der Vögel ist in Wirklichkeit nichts anderes als eine Art Brautzug. Bei diesen Wesen ist das Geschlechtliche noch in der Umwelt, und die kosmische Kraft ist die dirigierende Macht, die den Zug von außen lenkt und leitet, während bei den anderen Wesen diese Kraft eingezogen ist in die einzelnen Leiber. Dieselben Kräfte, die im Innern des Menschen, in seinem Leibe wirken, wirken auch im äußeren Makrokosmos. Dieselbe Kraft, die Mensch und Mensch zusammenführt, die im Leibe des Menschen als Geschlechtskraft wirkt, wirkt bei der Vogelspezies nicht im Innern der Wesen, sondern von außen und drückt sich in dem äußeren Zuge der Vögel um den Planeten aus.

[ 34 ] Something else is even more remarkable. As humans and higher animals have progressed physically, sexuality has taken hold of the individual body. That desire, which resides within the individual body and is now entirely centered on sexuality, did not exist there before; it was a cosmic force. It flowed from the Sun to the ancient Earth-Moon. It was the cause of those orbits around the planet that were connected to the way reproduction took place. The spring migration of birds is in reality nothing other than a kind of nuptial procession. In these beings, the sexual force is still in the environment, and the cosmic force is the directing power that steers and guides the migration from the outside, whereas in other beings this force has been drawn into the individual bodies. The same forces that act within the human being, in his body, also act in the outer macrocosm. The same force that brings human beings together, which acts in the human body as sexual force, does not act within the birds but from the outside, and expresses itself in the birds’ outer migration around the planet.

[ 35 ] So wandern die Kräfte, die außen sind, in das Innere der Wesenheiten hinein, um im Menschen die Möglichkeit zu finden, wiederum hinauszuwirken, wenn er die Fähigkeit erobert haben wird, wieder eins zu werden mit dem ganzen Kosmos, dem Außerirdischen. Was die Menschen an solchen großen Wahrheiten in so ergreifender Weise in den alten Sagen und Märchen ausdrückten — wie in dem mongolischen Märchen von der Frau mit dem einen Auge —, das wird eine zukünftige Menschheit in anderen Formen ausdrücken. Die Kraft des geistigen Schauens wird im Menschen wieder lebendig werden. Jene Kraft des geistigen Schauens, die eine Eigenschaft des Kopfauges ist, sie wird nicht mehr den Menschen sich unbefriedigt fühlen lassen beim Schauen der physischen Dinge der uns umgebenden Welt, wie die Frau in der Legende, die jedes Wesen, das in ihre Nähe gebracht wird, wegwirft. Diese Kraft wird durchdringen des Menschen jetziges Wesen, und er wird dann nicht nur das Äußere, Physische der Dinge sehen, sondern das, was sich in den äußeren Gegenständen an Geistigem ausdrückt. Was heute materiell geworden ist, wird geistig für ihn sein; sein jetzt verhärteter physischer Leib wird dann wiederum vergeistigt sein. Jene Frau aus der mongolischen Legende wird wieder leben und hinausschauen in die Welt. Und während sie heute die Wesen, die ihr nur ihre sinnliche Seite zeigen, wegwirft, weil sie in ihnen nicht findet, was sie sucht, wird der Mensch der Zukunft wieder den Geist in der Materie sehen und in den Wesen das finden, was zu ihm gehört; er kann es ergreifen und liebevoll ans Herz drücken. Er wird an den Wesen das Geistige der Welt finden, dasjenige, was er liebend umfassen kann.

[ 35 ] Thus the forces that are external migrate into the inner being of human beings, so that they may find within the human being the possibility of acting outward again once he has acquired the ability to become one once more with the entire cosmos, with the extraterrestrial. What people expressed in such a moving way in the ancient legends and fairy tales—as in the Mongolian fairy tale of the woman with one eye—future humanity will express in other forms. The power of spiritual vision will come alive again in human beings. That power of spiritual vision, which is a quality of the eye of the head, will no longer leave people feeling unsatisfied when looking at the physical things of the world around us, like the woman in the legend who casts away every being brought near her. This power will permeate the human being’s present nature, and he will then see not only the outer, physical aspect of things, but also what is expressed in the outer objects as spiritual. What has become material today will be spiritual for him; his now hardened physical body will then be spiritualized once more. That woman from the Mongolian legend will live again and look out into the world. And while today she casts aside beings who show her only their sensory side, because she does not find in them what she seeks, the human being of the future will once again see the spirit in matter and find in beings what belongs to him; he will be able to grasp it and press it lovingly to his heart. He will find in beings the spiritual aspect of the world, that which he can lovingly embrace.

[ 36 ] Des Menschen Entwickelung wird eine Entwickelung zu einem langsamen Aufgehen in den Kosmos hinein sein. Sehr langsam muß sie sein, nicht im Fluge kann sie erhascht werden. Würde der Mensch sie nicht in Geduld mitmachen wollen, dann würde die Kraft des Auges, das da sitzt am Kopfe der Alten, nicht sein ganzes Wesen, alle seine Organe durchströmen als Fluidum der Liebe. Diese Kraft würde sich erschöpfen, und der Mensch müßte dann in Lieblosigkeit dem Äußeren sich verschließen und verdorren. Der Mensch ist aber berufen, alles, was auf seinem Planeten ist, liebend zu durchdringen, den Planeten mit sich zu nehmen und zu erlösen. Die Erlösung des Innern kann sich nicht vollziehen ohne die Erlösung dessen, was außer uns ist. Der Mensch muß seinen Planeten zusammen mit sich selbst erlösen. Die Erlösung kann nur sein, wenn der Mensch seine Kräfte in den Kosmos hineingießt, er muß nicht nur werden ein Erlöster, sondern er muß werden ein Erlöser.

[ 36 ] Human development will be a process of slowly merging into the cosmos. It must be very slow; it cannot be seized in a flash. If humanity were not willing to undergo it with patience, then the power of the eye that sits upon the head of the Ancients would not flow through its entire being, through all its organs, as a fluid of love. This power would be exhausted, and humanity would then have to close itself off from the outside world in lovelessness and wither away. But man is called to lovingly permeate everything that is on his planet, to take the planet with him and to redeem it. The redemption of the inner self cannot take place without the redemption of that which is outside of us. Humanity must redeem its planet along with itself. Redemption can only occur if humanity pours its powers into the cosmos; it must not only become a redeemed being, but it must become a redeemer.