The Gospel of St. John
GA 103
25 May 1908, Hamburg
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The Gospel of John, tr. SOL
Sechster Vortrag
Sixth Lecture
[ 1 ] Es ist in diesen Vorträgen bereits darauf hingewiesen worden, daß wir in dem Gespräch des Christus Jesus mit Nikodemus die Unterredung zu sehen haben des Christus mit einer Persönlichkeit, die imstande ist, dasjenige wahrzunehmen, was man außerhalb des physischen Leibes durch bis zu einem gewissen Grade entwickelte höhere Erkenntnisorgane wahrnimmt. Klar und deutlich für den, der solche Dinge versteht, ist dies angedeutet im Evangelium dadurch, daß uns gesagt wird: Nikodemus kam zu dem Christus Jesus «bei der Nacht», das heißt in einem Bewußtseinszustand, innerhalb welchem sich der Mensch nicht seiner äußeren Sinnesorgane bedient. Wir wollen uns nicht auf triviale Erklärungen einlassen, die über dieses «bei der Nacht» von diesen oder jenen Leuten abgegeben worden sind. Nun wissen Sie, daß in diesem Gespräch die Rede davon ist, daß es eine Wiedergeburt des Menschen gibt - «aus Wasser und Geist». Es sind sehr wichtige Worte, die der Christus zu Nikodemus von der Wiedergeburt spricht im 3. Kapitel, Vers 4 und 5:
[ 1 ] It has already been pointed out in these lectures that we are to regard the conversation between Christ Jesus and Nicodemus as a dialogue between Christ and a person capable of perceiving what is perceived outside the physical body through higher organs of perception developed to a certain degree. This is clearly indicated in the Gospel—for those who understand such things—by the fact that we are told: Nicodemus came to Christ Jesus “at night,” that is, in a state of consciousness in which a person does not make use of their external sense organs. Let us not get caught up in trivial explanations that have been offered by various people regarding this “at night.” Now you know that this conversation speaks of the rebirth of the human being—“of water and the Spirit.” These are very important words that Christ speaks to Nicodemus about rebirth in chapter 3, verses 4 and 5:
«Nikodemus spricht zu ihm: Wie kann ein Mensch wiedergeboren werden, wenn er alt ist? Kann er auch wiederum in seiner Mutter Leib gehen und geboren werden?
Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, daß jemand geboren werde aus Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen!»
“Nicodemus said to him, ‘How can a person be born again when he is old? Can he enter his mother’s womb a second time and be born?’
Jesus answered, ‘Truly, truly, I say to you, unless one is born of water and the Spirit, he cannot enter the kingdom of God!’
[ 2 ] Daß diese Worte mit der Goldwaage zu wiegen sind, haben wir bereits gesagt, und es muß durchaus festgehalten werden, daß auf der einen Seite gilt: Die Worte einer solchen religiösen Urkunde müssen im buchstäblichen Sinne genommen werden; aber auf der anderen Seite gilt auch das: Wir müssen diesen buchstäblichen Sinn erst finden, erst kennen. Es wird oftmals der Satz zitiert: «Der Buchstabe tötet, der Geist aber macht lebendig» (2.Kor. 3, 6). Diejenigen Menschen, die diesen Satz zitieren, wenden ihn oftmals in einer sonderbaren Weise an. Sie betrachten diesen Satz als einen Freibrief, ihre eigene Phantasie, die sie den «Geist der Sache» nennen, aus diesen Worten herauszulesen, und sagen dann zu jemandem, der sich Mühe gibt, erst den Buchstaben zu kennen, ehe man zum Geist kommt: Ach, was geht uns der Buchstabe an; der Buchstabe tötet, der Geist aber macht lebendig! - Wer so redet, steht ungefähr auf der selben Höhe wie ein Mensch, der da sagen würde: Der Geist ist das eigentlich Lebendige, der Körper ist ein Totes; also zerschlagen wir den Körper, dann wird der Geist lebendig werden! — Wer so redet, weiß nicht, daß der Geist sich stufenweise bildet, daß der Mensch die Organe seines physischen Leibes benutzen muß, um das, was er in der physischen Welt erfährt, aufzunehmen und es dann in den Geist hinaufzutragen. Erst müssen wir also den Buchstaben kennen; dann können wir auch den Buchstaben töten, wie der Menschenleib vom Menschengeiste abfällt, wenn der menschliche Geist alles aus dem Leibe herausgeholt hat.
[ 2 ] We have already said that these words must be weighed with a golden scale, and it must be firmly established that, on the one hand, the words of such a religious document must be taken in their literal sense; but on the other hand, it is also true that we must first discover and understand this literal meaning. The following phrase is often quoted: “The letter kills, but the Spirit gives life” (2 Cor. 3:6). Those who quote this phrase often apply it in a peculiar way. They regard this phrase as a license to read into these words their own imagination—which they call the “spirit of the matter”—and then say to someone who takes the trouble to understand the letter first before arriving at the spirit: “Oh, what does the letter matter to us; the letter kills, but the Spirit gives life!”—Anyone who speaks this way is on roughly the same level as someone who would say: “The Spirit is what is truly alive; the body is dead; so let’s smash the body, and then the Spirit will come to life!” — Anyone who speaks this way does not realize that the spirit develops in stages, that a person must use the organs of their physical body to take in what they experience in the physical world and then carry it up into the spirit. So first we must know the letter; then we can also kill the letter, just as the human body falls away from the human spirit once the human spirit has drawn everything out of the body.
[ 3 ] Es liegt gerade in diesem Kapitel des Johannes-Evangeliums etwas außerordentlich Tiefes. Wir können in den Sinn dieses Kapitels nur eindringen, wenn wir die Evolution des Menschen noch weiter zurückverfolgen, als wir das schon zu denjenigen Zwecken getan haben, die bisher bei der Betrachtung des Johannes-Evangeliums die unsrigen waren. Wir müssen heute den Menschen in noch viel frühere Zeiträume der Erdenentwickelung zurückverfolgen.
[ 3 ] There is something extraordinarily profound in this very chapter of the Gospel of John. We can only grasp the meaning of this chapter if we trace human evolution even further back than we have already done for the purposes that have guided our study of the Gospel of John thus far. Today we must trace humanity back to even much earlier periods of Earth’s evolution.
[ 4 ] Damit Sie aber von Anfang an nicht gar zu sehr schockiert werden über das, was in bezug auf diese frühen Menschheitszustände zu sagen ist, möchte ich Sie noch einmal erst in die alte atlantische Zeit zurückführen.
[ 4 ] However, so that you are not too shocked from the outset by what needs to be said about these early stages of human existence, I would like to take you back once more to the ancient Atlantean era.
[ 5 ] Wir haben ja schon darauf aufmerksam gemacht, daß unsere Menschenvorfahren vor jener großen Umwälzung auf unserer Erde, die in den Sintflutsagen erhalten ist, drüben im Westen lebten auf einem Ländergebiete, das heute nicht mehr existiert, sondern den Boden des Atlantischen Ozeans bildet. Dieser Kontinent, den wir die alte Atlantis nennen, beherbergte unsere Vorfahren. Wenn wir die letzten Zeiten dieser atlantischen Menschheitsperiode durchforschen, finden wir allerdings in diesen sehr weit zurückliegenden Zeiten, daß der Mensch wenigstens nicht gar zu unähnlich war seiner heutigen Gestalt. Aber wenn wir in die ersten Zeiten dieser Atlantis zurückgehen, würden wir schon eine ganz und gar von der heutigen verschiedene Menschengestalt finden. Nun können wir noch weiter zurückgehen.
[ 5 ] We have already pointed out that our human ancestors, prior to that great upheaval on Earth—which is preserved in the flood legends—lived over in the West on a landmass that no longer exists today but now forms the floor of the Atlantic Ocean. This continent, which we call ancient Atlantis, was home to our ancestors. When we examine the final stages of this Atlantean period of human history, we find, however, that even in those very distant times, human beings were at least not entirely dissimilar to their present form. But if we go back to the earliest times of Atlantis, we would find a human form entirely different from that of today. Now we can go back even further.
[ 6 ] Vor der atlantischen Zeit hat der Mensch in einem Lande gelebt, das man nach heutigem Sprachgebrauche Lemurien nennt. Es ist ebenfalls durch mächtige Umwälzungen unserer Erde zugrunde gegangen. Es lag ungefähr an derjenigen Stelle, die heute zwischen dem südlichen Asien, Afrika und Australien liegt. Wenn wir die Menschengestalten prüfen, die in Lemurien gelebt haben, soweit sie sich dem hellseherischen Blicke darbieten, so sind sie sehr verschieden von den heutigen Menschen, und es ist nicht notwendig, daß ich Ihnen diese lemurischen Menschengestalten und diejenigen der ersten atlantischen Zeit genau beschreibe. Selbst wenn Sie sich manches schon gefallen lassen an Schilderungen in der Geisteswissenschaft, so würde Ihnen doch die grundverschiedene Gestalt dieser alten lemurischen Menschen von den heutigen wirklich recht unwahrscheinlich vorkommen. Aber in einer gewissen Beziehung müssen wir sie doch, wenn wir verstehen wollen, was mit dem Menschen im Laufe der Erdenentwickelung sich zugetragen hat, wenn auch recht äußerlich, beschreiben.
[ 6 ] Before the Atlantean era, humankind lived in a land that, according to modern terminology, is called Lemuria. It, too, was destroyed by massive upheavals on our Earth. It was located roughly where South Asia, Africa, and Australia lie today. If we examine the human forms that lived in Lemuria—insofar as they reveal themselves to the clairvoyant eye—they are very different from people today, and it is not necessary for me to describe these Lemurian human forms and those of the early Atlantean period in detail. Even if you are already accustomed to certain descriptions in spiritual science, the fundamentally different appearance of these ancient Lemurian people compared to those of today would still seem quite improbable to you. Yet, in a certain sense, if we wish to understand what has happened to humanity in the course of Earth’s evolution, we must describe them—albeit in a rather superficial manner.
[ 7 ] Nehmen Sie einmal an — was ja in Wirklichkeit nicht möglich ist, aber wir wollen es einmal zum Verständnis annehmen -, Sie könnten mit Ihren heutigen Sinnen, die Sie damals natürlich nicht gehabt haben, in die letzte lemurische und in die erste atlantische Zeit der Menschheit hineinsehen und die Erdoberfläche an ihren verschiedenen Teilen betrachten. Wenn Sie erwarten würden, daß für solche sinnliche Wahrnehmung der Mensch auf der Erde zu finden wäre, dann würden Sie sich täuschen. Der Mensch war damals noch nicht in einer solchen Form vorhanden, daß Sie ihn mit heutigen Sinnen hätten sehen können. Es würde sich Ihnen zwar der Anblick darbieten, daß gewisse Gebiete unserer Erdoberfläche schon annähernd so wie Inseln herausragen aus der im übrigen noch flüssigen, entweder vom Meerwasser umgebenen oder in Dampf gehüllten Erde. Aber diejenigen Gebiete, die als Inselgebiete herausragen, waren doch noch nicht solche feste Länder wie unsere heutigen Festländer, sondern weiche Erdmassen, zwischen denen Feuergewalten spielten, so daß solche Inselgebiete fortdauernd durch die damaligen vulkanischen Gewalten heraufgetrieben werden und wiederum untergehen. Kurz, es ist noch ein im Feuer tätiges Element in der Erde, lebendig flutet noch alles, wandelt sich. Sie würden finden, daß auf gewissen Gebieten, die schon da sind, die bis zu einem solchen Grade schon abgekühlt sind, Vorläufer unserer heutigen Tierwelt leben. Von denen könnten Sie da oder dort schon etwas wahrnehmen: groteske Gestalten würden Sie finden, Vorläufer unserer Reptilien und Amphibien. Aber vom Menschen würden Sie nichts sehen können, weil der Mensch in der damaligen Zeit einen so dichten, festen physischen Leib gar nicht hatte. Sie müßten den Menschen ganz woanders suchen, sozusagen in den Wassermassen und Dampfmassen, wie wenn Sie heute etwa ins Meer hinausschwimmen und von gewissen niederen Tieren kaum etwas sehen als eine weiche, schleimige Masse. So würden Sie eingebettet finden in den Wasserdampfgebieten den damaligen menschlichen physischen Leib. Je weiter Sie zurückkommen, desto dünner, ähnlicher seiner dampfförmigen, wässerigen Umgebung ist der Mensch dieser Epoche. Erst während der atlantischen Zeit verdichtet er sich immer mehr; und wenn man den ganzen Werdegang mit Augen verfolgen könnte, so könnte man sehen, wie dieser Mensch sich aus dem Wasser heraus verdichtet und immer mehr auf den Erdboden herunterkommt. So daß es in der Tat richtig ist, daß der physische Mensch verhältnismäßig spät den Boden unserer Erdoberfläche betrat. Er stieg aus dem Wasser-Luftraum herab, kristallisierte sich aus dem Wasser-Luftraum nach und nach heraus. So haben wir uns ein skizzenhaftes Bild dafür verschafft, daß es einen Menschen geben kann, der sich sozusagen noch gar nicht von seiner Umgebung unterscheidet, der aus demselben Elemente besteht, in dem er lebt. Wenn wir ganz weit zurückgehen in der Erdenentwickelung, finden wir, daß dieser Menschenleib immer dünner und dünner wird.
[ 7 ] Suppose—which is, of course, not actually possible, but let us assume it for the sake of understanding—that you could, with your present senses (which you naturally did not possess back then), look into the last Lemurian and the first Atlantean periods of human history and observe the Earth’s surface in its various parts. If you expected to find human beings on Earth capable of such sensory perception, you would be mistaken. Human beings did not yet exist in a form that would have allowed you to see them with your present-day senses. You would, however, see that certain areas of our Earth’s surface already protrude almost like islands from the otherwise still molten Earth, which is either surrounded by seawater or shrouded in steam. But those areas that protruded as islands were not yet solid landmasses like our present-day continents, but rather soft masses of earth between which fiery forces raged, so that such island regions were constantly being thrust up and then submerged again by the volcanic forces of that time. In short, there is still an element active in fire within the Earth; everything is still alive, surging, and transforming. You would find that in certain areas that already exist—which have already cooled to such a degree—precursors of our present-day animal world live. You might already perceive something of them here and there: you would find grotesque forms, precursors of our reptiles and amphibians. But you would not be able to see anything of human beings, because at that time human beings did not yet possess such a dense, solid physical body. You would have to look for human beings somewhere else entirely—in the masses of water and vapor, so to speak—just as if you were to swim out into the sea today and see little more of certain lower animals than a soft, slimy mass. In this way, you would find the human physical body of that time embedded in the water-vapor regions. The further back you go, the thinner the human being of that epoch becomes, and the more similar he is to his vaporous, watery surroundings. It was not until the Atlantean period that he began to condense more and more; and if one could follow the entire process with one’s own eyes, one would see how this human being condensed out of the water and descended further and further onto the earth’s surface. So it is indeed true that the physical human being set foot on the surface of our Earth relatively late. He descended from the water-air realm and gradually crystallized out of it. In this way, we have gained a rough picture of how there can be a human being who, so to speak, does not yet differ at all from his surroundings, who consists of the very same element in which he lives. If we go back very far in the Earth’s evolution, we find that this human body becomes thinner and thinner.
[ 8 ] Gehen wir nun zurück bis an den Anfang unseres heutigen Erdenplaneten. Wir wissen, daß unser Erdenplanet hervorgegangen ist aus dem alten Monde. Wir haben den alten Mond den «Kosmos der Weisheit» genannt. Dieser alte Mond hatte auf einer gewissen Stufe seiner Entwickelung das nicht, was wir heute Erde, feste Erde nennen; denn wir müssen uns durchaus klar sein, daß auf der der Erde vorangehenden Verkörperung des Planeten auch die physischen Verhältnisse ganz andere waren. Wenn wir zurückgehen bis zum alten Saturnzustande, dürfen: wir nicht die Vorstellung haben, daß es da so ausgesehen hätte wie heute auf unserer Erde, daß da Felsen gewesen wären, auf die Sie hätten treten können, Bäume, auf die Sie hätten klettern können. Das alles war gar nicht vorhanden. Wenn Sie aus dem Weltenraum von weit her sich dem alten Saturn genähert hätten im mittleren Zustande seiner Entwickelung, dann hätten Sie nicht etwa irgendeinen besonderen Weltenkörper schweben sehen, sondern Sie hätten etwas Sonderbares gespürt, nämlich, daß Sie in eine Region hineingekommen wären, wo Sie so etwas gefühlt hätten, wie wenn Sie in einen Backofen hineingekrochen wären. Die einzige Wirklichkeit des Saturn war die, daß er einen anderen Wärmezustand hatte als seine Umgebung. Durch etwas anderes hätte man ihn nicht wahrnehmen können.
[ 8 ] Let us now go back to the very beginning of our present-day Earth. We know that our Earth emerged from the ancient Moon. We have called the ancient Moon the “Cosmos of Wisdom.” At a certain stage of its development, this ancient Moon did not possess what we today call Earth—solid Earth—for we must be perfectly clear that on the planet’s incarnation preceding the Earth, the physical conditions were also entirely different. If we go back to the ancient Saturn stage, we must not imagine that it looked like it does on our Earth today—that there were rocks you could have stepped on, or trees you could have climbed. None of that existed at all. If you had approached ancient Saturn from far out in space during the middle stage of its development, you would not have seen any particular celestial body floating there, but you would have sensed something strange—namely, that you had entered a region where you would have felt as if you had crawled into an oven. The only reality of Saturn was that it had a different thermal state than its surroundings. It could not have been perceived in any other way.
[ 9 ] Der Okkultismus unterscheidet nicht so, wie die gegenwärtige triviale Physik, drei Zustände der Materie, sondern er unterscheidet noch mehr solcher Zustände. Der Physiker sagt: Gegenwärtig gibt es feste, flüssige und gasförmige Körper. Aber der Saturn war noch nicht einmal gasförmig. Der gasförmige Zustand ist viel dichter als der festeste Zustand des Saturn. Wir unterscheiden im Okkultismus noch den Wärmezustand, der nicht ein bloßer Bewegungszustand der Materie ist, sondern ein vierter substantieller Zustand. Nur aus Wärme bestand dieser Saturn; und wenn wir vom Saturn zur Sonne aufrücken, erleben wir zugleich eine Verdichtung dieses alten feurigen Planeten. Die Sonne ist die erste Verkörperung unseres Planeten, die gasig ist. Die Sonne erst ist ein gasförmiger oder luftförmiger Körper. Der Mond verdichtet sich dann weiter. Er ist ein flüssiger Körper, der später, als ihn die Sonne verläßt, erst einen dichteren Zustand annimmt; aber der eigentliche mittlere Zustand, wo er noch mit der Sonne vereinigt ist, ist der flüssige Zustand. Das aber, was wir die heutige mineralische Erde nennen, was Mineralien, Felsmassen sind, was Ackerkrume ist, das ist auf dem alten Mond noch nicht vorhanden gewesen. Das kommt erst auf unserer Erde, kristallisiert sich da heraus.
[ 9 ] Occultism does not distinguish, as current trivial physics does, between three states of matter, but rather distinguishes even more such states. The physicist says: At present, there are solid, liquid, and gaseous bodies. But Saturn was not even gaseous. The gaseous state is much denser than Saturn’s most solid state. In occultism, we also distinguish the state of heat, which is not merely a state of motion of matter, but a fourth substantial state. This Saturn consisted solely of heat; and as we move from Saturn to the Sun, we simultaneously witness a condensation of this ancient fiery planet. The Sun is the first gaseous embodiment of our planet. The Sun alone is a gaseous or air-like body. The Moon then condenses further. It is a liquid body that later, when the Sun leaves it, assumes a denser state; but the actual intermediate state, in which it is still united with the Sun, is the liquid state. But what we call the present-day mineral Earth—that is, minerals, rock masses, and topsoil—did not yet exist on the ancient Moon. This first appears on our Earth, where it crystallizes out.
[ 10 ] Als die Erde mit ihrer Entwickelung anfängt, muß sie noch einmal all die früheren verschiedenen Zustände wiederholen. Stets wiederholt jeder Körper und ein jedes Wesen im Kosmos auf einer neuen Entwickelungsstufe die früheren Zustände, so daß unsere Erde rasch durchläuft den Saturnzustand, den Sonnenzustand und den Mondenzustand. Als sie den Mondenzustand durchläuft, besteht sie aus Wasser mit Wasserdampf gemischt, nicht heutiges Wasser, aber wasserförmige, das heißt flüssige Substantialität; zum flüssigen Zustand bringt sie es als zum dichtesten. Diese wässerige Kugel, die im Weltenraume schwebte, ist nicht Wasser wie heute, aber Wasser mit Wasserdampf gemischt, also Gasiges und Flüssiges durcheinander, und da ist der Mensch schon darinnen. Weil noch keine festen Substanzen sich abgesetzt haben, kann der Mensch in dieser wässerigen Kugel darinnen sein. Vom heutigen Menschen ist darin sein Ich und sein astralischer Leib. Aber dieses Ich und dieser astralische Leib fühlen sich noch nicht als abgesonderte Wesenheit, sondern wie eingebettet im Schoß göttlich-geistiger Wesenheiten; sie fühlen sich noch nicht herausgelöst aus einer Wesenheit, deren Leib die wässerige, dampfförmige Erde ist. Nun bilden sich in diesen astralischen Leibern, die mit dem Ich ausgestattet sind, Einschlüsse, ganz dünne, feine Menschenanlagen. Das ist auf der ersten Figur gezeichnet.
[ 10 ] As the Earth begins its evolution, it must once again repeat all its earlier, various states. Every body and every being in the cosmos repeatedly goes through its earlier states at each new stage of evolution, so that our Earth rapidly passes through the Saturn state, the Sun state, and the Moon state. As it passes through the lunar stage, it consists of water mixed with water vapor—not water as we know it today, but water-like, that is, liquid substance; it brings it to the liquid state as the densest form. This watery sphere, which floated in outer space, is not water as we know it today, but water mixed with water vapor—that is, a mixture of gas and liquid—and humanity is already present within it. Because no solid substances have yet precipitated, humanity can exist within this watery sphere. Within it are the “I” and the astral body of modern man. But this “I” and this astral body do not yet perceive themselves as separate entities, but rather as embedded in the bosom of divine-spiritual beings; they do not yet feel detached from a being whose body is the watery, vaporous Earth. Now, within these astral bodies, which are endowed with the “I,” inclusions begin to form—very thin, delicate human embryos. This is depicted in the first figure.


[ 11 ] Was da oben ist, soll darstellen die für die äußere Betrachtung unsichtbaren astralischen Leiber und Iche, die so eingebettet sind in die wässerige Erdenkugel; und diese holen aus sich heraus die erste Anlage zum physischen Menschenleib, der mit dem Ätherleib in ganz, ganz dünnem Zustand da ist. Das gliedert sich da heraus. Wenn Sie das hellseherisch verfolgen würden, so würden Sie die erste Anlage des physischen und Ätherleibes sehen wie umgeben von astralischem Leib und Ich, wie das an der ersten Figur gezeichnet ist. Dasjenige, was heute, wenn Sie schlafen, von Ihnen im Bette liegen bleibt, Ihr physischer Leib und Ätherleib, das bildet sich in seinen ersten Anlagen in diesem Erdenzustand als erster Menschenkeim, der noch ganz umhüllt ist von Astralleib und Ich. Die wässerige Dampfmasse verdichtet sich da. Der Astralleib mit dem Ich geben Veranlassung, daß sich da überall die erste Menschenanlage eingliedert in dieser ursprünglichen Wassererde. Den Gang der Tiere und Pflanzen können wir dabei nicht weiter verfolgen.
[ 11 ] What is shown there is intended to represent the astral bodies and “I”s—which are invisible to the external eye—that are thus embedded in the watery sphere of the Earth; and from within themselves these bring forth the first rudiment of the physical human body, which exists there together with the etheric body in a very, very subtle state. This takes shape there. If you were to observe this clairvoyantly, you would see the first rudiments of the physical and etheric bodies as if surrounded by the astral body and the “I,” as depicted in the first figure. That which remains behind in bed when you sleep—your physical body and etheric body—forms in its earliest stages within this earthly state as the first human embryo, which is still completely enveloped by the astral body and the I. The watery vapor mass condenses there. The astral body and the “I” cause the first human embryo to integrate itself everywhere into this primordial water-earth. We cannot follow the development of animals and plants any further in this context.
[ 12 ] Das nächste, was sich nun bildet, ist, daß sich das Wasser verdichtet und daß in einer gewissen Beziehung sich zeigen Luft und Wasser, so daß also nicht mehr Dampf und Wasser durcheinandergemischt sind, sondern Wasser und Luft sich voneinander scheiden. Die Folge davon ist, daß der Menschenleib - physischer und ätherischer Leib - wiederum etwas dichter wird, daß er, weil ja jetzt die Luft sich abgeschieden hat vom Wasser, selbst luftartig ist und in sich aufnimmt das Feuerelement, so daß dasjenige, was früher wasserartig war, jetzt luftförmig wird. Die physisch-ätherische Menschenanlage besteht jetzt aus Luft, die von Feuer durchströmt wird; astralischer Leib und Ich umgeben sie, und das alles bewegt sich in dem, was noch vom Wasser übrig geblieben ist, abwechselnd in Wasser und Luft hin und her (siehe Zeichnung I).
[ 12 ] What happens next is that the water condenses, and in a certain sense, air and water become distinct, so that steam and water are no longer mixed together, but rather water and air separate from one another. The result of this is that the human body—the physical and etheric bodies—becomes somewhat denser again; because the air has now separated from the water, the body itself takes on an airy quality and absorbs the element of fire, so that what was previously water-like now becomes air-like. The physical-etheric human constitution now consists of air through which fire flows; the astral body and the “I” surround it, and all of this moves back and forth—alternately in water and air—within what remains of the water (see Drawing I).
[ 13 ] Also wir haben den Menschen so vor uns, daß das, was heute beim schlafenden Menschen im Bette liegt, in einer solchen Anlage vorhanden ist, die selbst bis zur Luftdichte geraten und von Feuer durchglüht ist. Zu jedem solchen Feuermenschen gehört ein Astralleib und Ich. Die sind aber durchaus eingebettet in den Schoß der Gottheit, das heißt, sie fühlen sich auch noch nicht als ein besonderes Ich.
[ 13 ] So we see the human being in such a way that what lies within the sleeping person in bed today is present in a form that has itself become as dense as air and is glowing with fire. Every such “fire-being” has an astral body and an “I.” However, these are completely embedded in the bosom of the Deity; that is to say, they do not yet perceive themselves as a distinct “I.”


[ 14 ] Sie müssen über solche Sachen tief nachdenken. Denn es unterscheiden sich diese Zustände so sehr von dem heutigen Erdenzustand, daß sie den Menschen schockieren und wie unbegreiflich erscheinen. - Nun werden Sie fragen: Was ist denn das Feuer, das da hineingezeichnet ist in die Luft? Dieses Feuer, das der Mensch damals schon hatte, lebt heute noch in Ihnen. Das ist das Feuer, das Ihr Blut durchpulst, ist die Blutwärme. Und auch die Reste der alten Luft leben noch in Ihrem Organismus. Wenn Sie einatmen und ausatmen, dann haben Sie in Ihrem sonst festen Leibe Luft, die aus- und einströmt. Denken Sie sich, Sie atmen ganz tief ein; dann wird diese Luft aufgenommen in Ihr Blut; dadurch ist das warme Luft. Jetzt denken Sie sich diese Luft durch den ganzen Körper dringend, überall dringt sie hinein. Denken Sie sich jetzt aber alles Feste und Flüssige fort, und denken Sie sich nur die Gestalt, die da bleibt: ein Mensch, der eben eingeatmet hat, das heißt den Sauerstoff bis in die äußersten Körperteile getrieben hat. Es bleibt Ihnen dann übrig eine Gestalt, die dem Menschen sehr ähnlich ist, die aber aus Luft besteht. Die Luft, die den Menschen durchströmt, nimmt ganz die Formen des Leibes an. Eine Art Schattenleib bleibt Ihnen übrig, bestehend aus Luft, mit Wärme durchzogen. Damals hatten Sie nicht diese Gestalt, aber ein solcher Mensch waren Sie: physischer und Ätherleib waren eingehüllt von dem mit dem Ich ausgestatteten Astralleibe. Dieser Zustand dauerte bis hinein in die atlantische Zeit. Derjenige, der sich der Illusion hingibt, daß in den ersten Zeiten der Atlantis die Menschen schon so wie heute umhergewandelt seien, der irrt sich. Die Menschen sind erst heruntergestiegen aus den Luftregionen in die dichtere materielle Region. Dazumai waren höchstens Tiere auf der Erde, die nicht warten konnten mit der Verkörperung im Physischen und die daher stehen geblieben sind, da die Erde noch nicht reif war, das Material für die Menschen herzugeben. Daher sind die Tiere auf niederen Formen stehen geblieben, weil sie nicht warten konnten mit dem Heruntersteigen.
[ 14 ] You must reflect deeply on such matters. For these conditions differ so greatly from the present state of the Earth that they shock people and seem incomprehensible. — Now you will ask: What, then, is the fire that is depicted there in the air? This fire, which humans already possessed back then, still lives within you today. It is the fire that pulses through your blood—it is the warmth of your blood. And the remnants of the ancient air also still live within your organism. When you inhale and exhale, you have air flowing in and out of your otherwise solid body. Imagine that you take a very deep breath; this air is then absorbed into your blood, making it warm air. Now imagine this air rushing through your entire body, penetrating everywhere. But now imagine that everything solid and liquid disappears, and imagine only the form that remains: a person who has just inhaled—that is, who has driven the oxygen all the way to the outermost parts of the body. What remains is a form very similar to a human being, but one consisting of air. The air flowing through the human being takes on the exact shape of the body. What remains is a kind of shadow body, consisting of air, permeated with warmth. Back then you did not have this form, but you were such a human being: the physical and etheric bodies were enveloped by the astral body, which was endowed with the “I.” This state lasted well into the Atlantean era. Anyone who succumbs to the illusion that in the early days of Atlantis people already walked about as they do today is mistaken. Human beings first descended from the airy regions into the denser material region. At that time, there were at most animals on Earth that could not wait to incarnate in the physical realm and therefore remained in their current forms, since the Earth was not yet ripe to provide the material substance for human beings. Thus, the animals remained in lower forms because they could not wait to descend.
[ 15 ] Das nächste war, daß der Mensch seinem physischen Leibe nach sich gliederte in Luft und Wärme und flüssige Bestandteile, das heißt aber im okkulten Sinne: er wurde ein Wassermensch. Sie könnten nun sagen: Der Mensch war doch früher auch schon ein Wassermensch. Da würden Sie aber nicht ganz richtig sprechen. Früher war die Erde eine Wasserkugel, und darin waren - nur geistig - Astralleib und Ich; die schwammen im Wasser als geistige Wesenheiten; sie waren nicht abgesonderte Wesenheiten. Jetzt sind wir erst auf dem Punkt, wo Sie den physischen Menschenleib finden würden in dem Wasser enthalten, sozusagen quallenförmig darin. Sie könnten in diesem Urmeer schwimmen und würden darin finden aus dem Wasser heraus verdichtete Gestalten, durch die Sie hindurchschauen könnten. So waren sie zuerst, diese Menschen: sie haben erst einen Wasserleib, und indem sie den Wasserleib haben, ist noch immer ihr astralischer Leib und ihr Ich sehr eingebettet in die göttlich-geistigen Wesenheiten.
[ 15 ] The next stage was that, in terms of his physical body, man was divided into air, heat, and liquid components; but in the occult sense, this means he became a water being. You might now say: But man was already a water being in the past. However, that would not be entirely correct. In the past, the Earth was a sphere of water, and within it were—only in a spiritual sense—the astral body and the I; these floated in the water as spiritual beings; they were not separate entities. Now we have reached the point where you would find the physical human body contained within the water, so to speak, in the form of a jellyfish. You could swim in this primordial ocean and would find within it condensed forms emerging from the water, through which you could see right through. That is how these human beings were at first: they first had a watery body, and while they had this watery body, their astral body and their “I” were still deeply embedded in the divine-spiritual beings.
[ 16 ] Dazumal, als der Mensch diesen Wasserleib hatte, war die Verteilung seiner Bewußtseinszustände eine ganz andere, als sie später geworden ist. So wie heute war die Verteilung von bewußtloser Nacht und bewußtem Tage nicht, sondern dazumal, als der Mensch noch eingebettet war in die göttlich-geistigen Wesenheiten, hatte er in der Nacht ein dämmerhaftes, astralisches Bewußtsein. Wenn er bei Tag untertauchte in seinen flüssigen physischen Leib, da wurde es für ihn Nacht; und wenn er wieder heraus war aus seinem physischen Leibe, da ging ihm das blendende astralische Licht auf. Wenn er untertauchte des Morgens in den physischen Leib, da wurde es dämmerig und trübe, da fing eine Art von Bewußtlosigkeit an. Immer mehr aber bildeten sich in seinem physischen Leibe die heutigen physischen Organe aus. Damit lernte der Mensch nach und nach sehen. Das Tagesbewußtsein wurde immer heller, und dadurch schnürte er sich ab von dem göttlichen Schoße. Und erst gegen die Mitte der atlantischen Zeit ist der Mensch so weit verdichtet, daß er Fleisch und Bein wird, nachdem sich zuerst die Knorpel verdichtet haben, die Knochen nach und nach herauskommen. Und damit wird außen die Erde auch immer fester, und der Mensch steigt herunter auf den Erdboden. Damit verschwindet immer mehr das Bewußtsein, das er gehabt hatte in den göttlich-geistigen Welten; er wird immer mehr ein Beobachter der äußeren Welt und bereitet sich vor, ein eigentlicher Erdenbürger zu werden. Im letzten Drittel der atlantischen Zeit wird dann die Menschengestalt immer ähnlicher der heutigen.
[ 16 ] Back when human beings had this watery body, the distribution of their states of consciousness was quite different from what it later became. The division between unconscious night and conscious day was not as it is today; rather, back then, when human beings were still embedded within the divine-spiritual beings, they possessed a twilight-like, astral consciousness at night. When he immersed himself in his fluid physical body during the day, it became night for him; and when he emerged again from his physical body, the dazzling astral light dawned upon him. When he immersed himself in the physical body in the morning, it became dim and gloomy, and a kind of unconsciousness set in. But more and more, the physical organs we know today took shape within his physical body. Through this, man gradually learned to see. Daytime consciousness grew ever brighter, and through this he severed himself from the divine bosom. And it was not until around the middle of the Atlantean epoch that human beings had become sufficiently condensed to take on flesh and bone, after the cartilage had first solidified and the bones gradually emerged. And with this, the Earth itself also becomes increasingly solid, and human beings descend to the Earth’s surface. Consequently, the consciousness they had possessed in the divine-spiritual worlds gradually fades; they increasingly become observers of the external world and prepare themselves to become true citizens of the Earth. In the final third of the Atlantean epoch, the human form then becomes increasingly similar to what it is today.
[ 17 ] So steigt der Mensch buchstäblich, wörtlich aus Sphären herunter, die wir bezeichnen müssen als Wasser- und Wasserdampfsphären, Wasser- und Luftsphären usw. Solange er in den Wasser-Luft-Sphären war, war sein Bewußtsein eine astralisch-helle Wahrnehmungsfähigkeit, weil er, so oft er heraus war aus dem physischen Leibe, oben bei den Göttern war, aber durch das Dichtwerden des physischen Körpers schnürte er sich sozusagen von der göttlichen Substanz ab. Wie etwas, was eine Schale bekommt, so schnürte sich der Mensch langsam heraus aus dem früheren Zusammenhange, als er aufhörte, wasser- und luftförmig zu sein. Solange er wässerig und luftförmig war, war er oben bei den Göttern. Er hat zwar nicht sein Ich entwickeln können, aber hatte sich noch nicht losgelöst von dem göttlichen Bewußtsein. Indem er herunterstieg in das Physische, verdunkelte sich sein astralisches Bewußtsein immer mehr.
[ 17 ] Thus, the human being literally descends from spheres that we must designate as spheres of water and water vapor, spheres of water and air, and so on. As long as he was in the water-air spheres, his consciousness was an astral, luminous faculty of perception, because whenever he was out of his physical body, he was up among the gods; but as his physical body became denser, he cut himself off, so to speak, from the divine substance. Just as something that is placed in a shell, so did the human being slowly separate himself from his former connection when he ceased to be of a watery and airy nature. As long as he was watery and air-like, he was up among the gods. Although he had not yet been able to develop his “I,” he had not yet detached himself from divine consciousness. As he descended into the physical realm, his astral consciousness grew increasingly dark.
[ 18 ] Wenn wir den Sinn dieser Entwickelung charakterisieren wollen, können wir sagen: Ehemals, als der Mensch noch bei den Göttern war, war der physische Leib und Ätherleib wässerig und luftförmig, und nach und nach hat er sich erst mit der Verdichtung der Erde verdichtet zu seiner heutigen Materialität. Das ist der Abstieg. Ebenso wie der Mensch heruntergestiegen ist, wird er auch wieder hinaufsteigen. Nachdem er das hier erfahren hat, was er in der festen Materie erfahren kann, wird er wieder hinaufsteigen in die Regionen, wo sein physischer Leib wässerig und luftförmig ist. Dieses Bewußtsein muß der Mensch in sich tragen, daß, wenn er sich wiederum verbinden will in seinem Bewußtsein mit den Göttern, sein wahres Sein in den Regionen sein wird, aus denen er entstammt. Herausverdichtet ist der Mensch aus Wasser und Luft; hineinverdünnen wird er sich wiederum. Geistig nur kann er sich diesen Zustand heute vorausnehmen, indem er sich innerlich das Bewußtsein von dem verschafft, was er später körperlich sein wird. Aber nur dadurch empfangen die Menschen die Kraft dazu, daß sie das bewußt heute aufnehmen. Wenn der Mensch sich dieses Bewußtsein erwirbt, wird er sein Erdenziel, seine Erdenmission erreichen. Was heißt denn das? Das heißt, der Mensch ist einstmals nicht geboren worden aus Fleisch und Erde, sondern aus Luft und Wasser. Und er muß später im Geiste wirklich wiedergeboren werden aus Luft und Wasser. — Der Sprachgebrauch der Zeiten, als die Evangelien entstanden sind, den wir auch studieren müssen, ist so, daß man «Wasser» auch Wasser genannt hat; aber «Pneuma», was heute als «Geist» gebraucht wird, war «Luft»; das Wort hatte dazumal durchaus eine solche Bedeutung. Man muß das Wort «Pneuma » übersetzen mit «Luft» oder mit «Dampf»; sonst ruft man ein Mißverständnis hervor. Man muß daher diesen Satz des Nikodemusgespräches so sagen:
[ 18 ] If we wish to characterize the meaning of this development, we can say: In the past, when human beings were still with the gods, the physical body and the etheric body were watery and airy, and only gradually, as the Earth became denser, did they solidify into their present material form. This is the descent. Just as humanity has descended, so too will it ascend again. After experiencing here what it can experience in solid matter, it will ascend once more into the regions where its physical body is watery and airy. Humanity must carry this awareness within itself: that when it wishes to reconnect in its consciousness with the gods, its true being will be in the regions from which it originated. Humanity has condensed out of water and air; it will once again diffuse back into them. Today, he can only anticipate this state spiritually by inwardly acquiring an awareness of what he will later be physically. But it is only through this that human beings receive the strength to consciously embrace this today. When a person acquires this awareness, he will achieve his earthly goal, his earthly mission. What does this mean? It means that human beings were not originally born of flesh and earth, but of air and water. And later they must truly be reborn in spirit from air and water. — The linguistic usage of the time when the Gospels were written—which we must also study—was such that “water” was simply called “water”; but “pneuma,” which is used today to mean “spirit,” meant “air”; the word certainly had that meaning back then. One must translate the word “pneuma” as “air” or “vapor”; otherwise, one causes a misunderstanding. One must therefore phrase this sentence from the conversation with Nicodemus as follows:
«Amen, Amen, ich sage dir: Es sei denn, daß jemand geboren werde aus Wasser und Luft, sonst kann er nicht in die Reiche der Himmel kommen.» (3, 5) |
“Amen, amen, I say to you: Unless one is born of water and air, he cannot enter the Kingdom of Heaven.” (3:5) |
[ 19 ] So weist der Christus auf den Zukunftszustand hin, in den der Mensch sich hineinentwickeln soll, und so haben wir in dieser Unterredung ein tiefes Geheimnis unserer Entwickelung vor uns. Wir müssen nur die Worte richtig verstehen und sie anwenden durch das, was uns die Anthroposophie geben kann. In der trivialen Sprache ist noch etwas davon übriggeblieben, indem man leichtflüchtige Substanzen «Geister» nennt. Aber ursprünglich heißt das Wort «Pneuma»: Luft. - Sie sehen also, daß es sich recht sehr darum handelt, daß man die Worte in ganz genauem, exaktem Sinne auffaßt und auf die Goldwaage legt. Dann aber geht gerade aus dem buchstäblichen Sinne die wunderbarste geistige Bedeutung hervor.
[ 19 ] In this way, Christ points to the future state toward which human beings are to evolve, and thus in this discussion we are presented with a profound mystery of our evolution. We need only understand the words correctly and apply them through what anthroposophy can offer us. In everyday language, a trace of this remains in the way we refer to volatile substances as “spirits.” But originally, the word “pneuma” meant “air.” - So you see that it is very much a matter of understanding the words in a very precise, exact sense and weighing them on the scales of gold. But then, precisely from the literal sense, the most wonderful spiritual meaning emerges.
[ 20 ] Nun versuchen wir noch eine kleine Weile unseren geistigen Blick auf eine andere Tatsache der Evolution zu richten.
[ 20 ] Now let's try for a little while longer to turn our attention to another aspect of evolution.
[ 21 ] Blicken wir noch einmal weit zurück bis dahin, wo der menschliche Astralleib mit dem Ich eingesenkt waren in den Schoß des all‘gemein Göttlich-Astralischen. Die Herausentwickelung geschah ja so -— wenn Sie diesen Gang der Entwickelung verfolgen -, daß wir sie uns schematisch beschreiben können. Da war ursprünglich Ihr ganzes Astralisches eingebettet in das allgemeine Astralische, und durch die Vorgänge, die wir eben geschildert haben, bildeten sich das Physische und Ätherische wie Schalen herum. Dadurch wurden die einzelnen Menschen als abgesonderte Partien aus dem allgemein Astralischen herausgeschnürt, wie wenn Sie eine flüssige Substanz vor sich haben, und Sie schöpfen Teile heraus. Parallel ging mit dieser Bildung des physischen Leibes die Abschnürung des einzelnen menschlichen Bewußtseins vom göttlichen Bewußtsein. So daß wir, je weiter wir vorwärtsschreiten, sagen können: Wir sehen, wie - in die Schale des physischen Leibes eingeschlossen - die einzelnen individuellen Menschen sich herausbilden als Partien, die sich absondern aus der allgemeinen Astralität. Freilich muß der Mensch dieses Selbständigwerden dadurch bezahlen, daß sein astralisches Bewußtsein verdunkelt wird; dafür schaut er aus der Schale seines physischen Leibes hinaus und sieht den physischen Plan. Aber das alte hellscherische Bewußtsein geht ihm nach und nach verloren.
[ 21 ] Let us look back once more to the time when the human astral body, together with the “I,” was immersed in the bosom of the universal divine-astral. The process of evolution unfolded in such a way—if you follow this course of development—that we can describe it schematically. Originally, your entire astral body was embedded in the universal astral realm, and through the processes we have just described, the physical and etheric bodies formed around it like shells. As a result, individual human beings were carved out of the universal astral realm as separate parts, as if you were looking at a liquid substance and scooping out portions of it. Parallel to this formation of the physical body was the separation of the individual human consciousness from the divine consciousness. So that, the further we proceed, we can say: We see how—enclosed within the shell of the physical body—the individual human beings emerge as parts that separate themselves from the general astral realm. Of course, human beings must pay for this becoming independent by having their astral consciousness darkened; in return, they look out from the shell of their physical body and see the physical plane. But the old, luminous consciousness is gradually lost to them.
[ 22 ] So sehen wir das entstehen, was des Menschen Inneres ist, selbständiges individuelles Menscheninneres, was Ich-Träger ist. Wenn Sie heute den schlafenden Menschen betrachten, haben Sie in dem physischen Leibe und Ätherleibe, die im Bette zurückbleiben, dasjenige, was aus diesen Schalen, die sich da gebildet hatten im Laufe der Zeit, durch die Verdichtung entstanden ist. Was sich früher abgesondert hat aus dem allgemein Astralischen, kehrt jede Nacht zurück, um sich zu stärken in der allgemeinen göttlichen Substanz. Es geht natürlich nicht so weit darin auf, als es dazumal darin aufgegangen war, sonst wäre es ja hellseherisch. Es bewahrt sich seine Selbständigkeit. Diese selbständige Individualität ist also etwas, was im Laufe der Erdentwickelung entstanden ist.
[ 22 ] Thus we see the emergence of what constitutes the inner being of the human being—an independent, individual human inner being that is the bearer of the “I.” When you look at a sleeping person today, what remains in the bed—the physical body and the etheric body—is that which has arisen through densification from these shells that had formed over time. What had previously separated from the general astral realm returns every night to draw strength from the general divine substance. Of course, it does not merge into it as completely as it once did; otherwise, it would be clairvoyant. It retains its independence. This independent individuality is thus something that has arisen in the course of Earth’s evolution.
[ 23 ] Wem verdankt denn dieses selbständige, individuelle Menscheninnere, welches außerhalb des physischen Leibes und Ätherleibes Stärkung sucht, sein Dasein? Es verdankt sein Dasein dem physischen Leibe und dem Ätherleibe des Menschen, der sich nach und _ nach im Laufe der Erdenentwickelung gebildet hat. Er hat das herausgeboren, was bei Tag untertaucht in die physischen Sinne und hinaussieht in die physische Welt, was aber bei Nacht in einen bewußtseinslosen Zustand untersinkt, weil es sich herausgelöst hat aus dem Zustande, in dem es früher war. Der okkulte Sprachgebrauch nennt das, was heute im Bette liegt, den eigentlichen Erdenmenschen. Das war der «Mensch». Und das, in dem das Ich drinnen steckt Tag und Nacht, was aber herausgeboren ist aus dem physischen und Ätherleib, nannte man das «Menschenkind» oder den «Menschensohn». Menschensohn ist Ich und astralischer Leib, wie sie herausgeboren sind im Laufe der Erdenevolution aus dem physischen und Ätherleibe. Dafür ist der technische Ausdruck « Menschensohn ». Wozu ist der Christus Jesus auf die Erde gekommen? Was sollte durch seinen Impuls der Erde mitgeteilt werden?
[ 23 ] To what does this independent, individual human inner being—which seeks sustenance outside the physical body and the etheric body—owe its existence? It owes its existence to the physical body and the etheric body of the human being, which have gradually formed over the course of Earth’s evolution. It has given birth to that which, by day, immerses itself in the physical senses and looks out into the physical world, but which, by night, sinks into a state of unconsciousness because it has detached itself from the state in which it formerly existed. In occult terminology, what lies in bed today is called the actual Earth human. That was the “human being.” And that which contains the “I” day and night—but which has emerged from the physical and etheric bodies—was called the “human child” or the “Son of Man.” The Son of Man is the “I” and the astral body, as they have emerged in the course of Earth’s evolution from the physical and etheric bodies. This is what the technical term “Son of Man” refers to. Why did Christ Jesus come to Earth? What was to be communicated to the Earth through his impulse?
[ 24 ] Dieser «Menschensohn », der sich losgeschnürt hat aus dem Schoße der Gottheit, der sich losgelöst hat aus dem Zusammenhange, worin er früher war, aber dafür sich das physische Bewußtsein erobert hat, er soll durch die Kraft des Christus, der auf der Erde erschienen ist, wiederum zum Bewußtsein der Geistigkeit kommen. Er soll nicht nur sehen mit physischen Sinnen in der physischen Umgebung, sondern es soll ihm aufleuchten durch die Kraft seiner eigenen inneren Wesenheit, die ihm jetzt unbewußt ist, das Bewußtsein des göttlichen Daseins. Durch die Kraft des Christus, der auf die Erde gekommen ist, soll der Menschensohn wiederum zum Göttlichen erhöht werden. Vorher konnten nur einzelne Auserlesene auf die Art der alten Mysterien-Einweihung hineinschauen in die göttlich-geistige Welt. Für solche hatte man in alten Zeiten einen technischen Ausdruck. Die hineinschauen durften in die göttlich-geistige Welt und Zeugen werden konnten für sie, nannte man die «Schlangen ». « Schlangen » sind diejenigen Menschen in alten Zeiten, die auf diese Weise in den Mysterien eingeweiht wurden. Diese «Schlangen » waren die Vorläufer der Tat des Christus Jesus. Moses zeigte seine Sendung dadurch, daß er vor seinem Volke das Symbolum aufrichtete der Erhöhung derjenigen, die hineinschauen konnten in die geistigen Welten: die Schlange erhöhte er (4. Mose 21, 8-9). Was diese Einzelnen waren, das sollte durch die Kraft des Christus auf der Erde ein jeglicher Menschensohn werden. Das drückt der Christus aus im weiteren Verfolg des Nikodemusgespräches, indem er sagt:
[ 24 ] This “Son of Man,” who has broken free from the bosom of the Godhead, who has detached himself from the context in which he formerly existed, but who has in return attained physical consciousness, is to return to an awareness of the spiritual through the power of Christ, who appeared on Earth. He is to do more than merely perceive his physical surroundings with his physical senses; rather, through the power of his own inner being—which is currently unconscious to him—the awareness of divine existence is to dawn upon him. Through the power of Christ, who came to Earth, the Son of Man is to be raised once more to the divine. Previously, only a select few could glimpse into the divine-spiritual world through the ancient mystery initiations. In ancient times, there was a technical term for such individuals. Those who were permitted to glimpse into the divine-spiritual world and become witnesses to it were called “serpents.” “Serpents” are those people of ancient times who were initiated into the mysteries in this way. These “serpents” were the forerunners of the work of Christ Jesus. Moses demonstrated his mission by raising before his people the symbol of the exaltation of those who could glimpse into the spiritual worlds: he raised up the serpent (Numbers 21:8–9). What these individuals were, every son of man was to become through the power of Christ on earth. Christ expresses this in the further course of the conversation with Nicodemus, saying:
«Wie einstmals durch Moses die Schlange ist erhöht worden, so soll der Menschensohn erhöht werden!» (3, 14)
“Just as the serpent was lifted up in the days of Moses, so must the Son of Man be lifted up!” (3:14)
[ 25 ] Durchaus bedient sich der Christus Jesus der technischen Ausdrücke der damaligen Zeit. Man muß nur den Buchstabensinn seiner Worte erst erforschen; dann versteht man den wirklichen Sinn, der sich auch deckt mit der anthroposophischen Lehre. Daher konnte in alten Zeiten auch nur eine Vorherverkündigung jener «Ich-bin »-Lehre Platz greifen. Nur auf die äußere Autorität der Eingeweihten hin konnten die Völker etwas hören von der Kraft des Ich-bin, die in jedem Menschensohn angefacht werden sollte. Aber auch darüber werden wir genügend unterrichtet.
[ 25 ] Christ Jesus certainly makes use of the technical terms of his time. One need only first explore the literal meaning of his words; then one understands the true meaning, which also coincides with the anthroposophical teaching. That is why, in ancient times, only a preliminary proclamation of that “I Am” teaching could take hold. Only through the external authority of the initiates could the peoples hear anything about the power of the “I Am,” which was to be kindled in every son of man. But we will also be sufficiently instructed on this point.
[ 26 ] Wir haben gesehen, was das «Ich-bin» in dem Johannes-Evangelium bedeutet. Ist auch dieses «Ich-bin» dem Menschen nach und nach beigebracht worden? Ist es nach und nach angekündigt worden? Wird wirklich im Alten Testamente prophetisch hingewiesen und vorbereitet auf das, was durch das Herabkommen des verkörperten Ich-bin dem Menschen als Impuls gebracht wird?
[ 26 ] We have seen what the “I Am” means in the Gospel of John. Was this “I Am” also gradually revealed to humankind? Was it announced step by step? Are there truly prophetic references and preparations in the Old Testament for what is brought to humanity as an impulse through the descent of the incarnated “I Am”?
[ 27 ] Erinnern wir uns, daß alles, was im Laufe der Zeit geschieht, langsam und allmählich vorbereitet wird. Was durch den Christus Jesus gebracht wird, mußte — wie im Mutterschoße das Kind - langsam heranreifen in den alten Mysterien, in den Bekennern des Alten Testamentes. Und das, was da vorbereitet wurde in den Bekennern des Alten Testamentes, im alten jüdischen Volk, das reifte wiederum heran bei den alten Ägyptern. Und die Ägypter hatten tiefe Eingeweihte, die da wußten, was da kommen sollte auf Erden. Wir werden hören, wie bei den Ägyptern, die die dritte Unterrasse der nachatlantischen Rasse waren, sich nach und nach der volle Impuls des Ich-bin ausbildete, wie sie gleichsam den Mutterschoß, das äußere Gefüge zu dem Ich-bin hergaben, aber nicht so weit kamen, daß aus ihnen heraus das Christus-Prinzip geboren werden konnte; wie dann endlich aus ihnen sich loslöste das alte hebräische Volk. Es wird uns dargestellt, wie Moses innerhalb der Ägypter ausersehen wird, der Vorherverkünder des Gottes zu sein, der das verkörperte «Ich-bin » ist. Er sollte es denen, die etwas davon verstehen konnten, vorher verkünden. Er sollte verkünden, daß der Spruch «Ich und der Vater Abraham sind eins» ersetzt wird durch den anderen: «Ich und der Vater sind eins!», das heißt: Ich und der geistige Urgrund der Welt sind unmittelbar eins. In ihrer Mehrzahl sah die Bekennerschaft des Alten Testamentes auf die Gruppenseele des Volkes hin, und der einzelne fühlte sich wie in einem Göttlichen geborgen in dieser Gruppenseele. Aber vorherverkündet wurde durch Moses, als einen im alten Sinne Eingeweihten, daß der Christus kommen werde, mit anderen Worten, daß es ein Gottesprinzip gibt, das höher ist als das durch die Generationen hinunterrinnende Blutsprinzip. Zwar wirkt der Gott im Blute seit Abraham, aber das ist nur die äußere Offenbarung des geistigen Vaters, dieser Blutsvater.
[ 27 ] Let us remember that everything that happens over the course of time is prepared slowly and gradually. What was brought about through Christ Jesus had to—like a child in the womb—mature slowly within the ancient mysteries and among the believers of the Old Testament. And what was prepared there among the followers of the Old Testament, among the ancient Jewish people, in turn matured among the ancient Egyptians. And the Egyptians had deeply initiated individuals who knew what was to come upon the Earth. We shall hear how, among the Egyptians—who were the third subrace of the post-Atlantean race—the full impulse of the “I Am” gradually took shape; how they, as it were, provided the womb, the outer structure, for the “I Am,” but did not progress far enough for the Christ principle to be born from within them; and how, finally, the ancient Hebrew people emerged from among them. We are shown how Moses was chosen from among the Egyptians to be the forerunner of the God who is the incarnated “I Am.” He was to proclaim this in advance to those who were able to understand it. He was to proclaim that the saying “I and Father Abraham are one” would be replaced by the other: “I and the Father are one!”—that is to say, I and the spiritual source of the world are directly one. For the most part, the Old Testament faithful looked to the group soul of the people, and the individual felt sheltered within this group soul as if in something divine. But it was foretold by Moses—as one initiated in the ancient sense—that the Christ would come; in other words, that there is a divine principle higher than the blood principle flowing down through the generations. True, God has been at work in the blood since Abraham, but that is only the outer manifestation of the spiritual Father, this Father of the blood.
«Moses sprach zu Gott: Wer bin ich, daß ich zu Pharao gehe, und führe die Kinder Israels aus Ägypten?
Er sprach: Ich will mit dir sein. Und das soll das Zeichen sein, daß ich dich gesandt habe: Wenn du mein Volk aus Ägypten geführt hast, werdet ihr Gott opfern auf diesem Berge.
Moses sprach zu Gott: Siehe, wenn ich zu den Kindern Israels komme und spreche zu ihnen: Der Gott eurer Väter hat mich zu euch gesandt! und sie mir sagen: Wie heißt sein Name? Was soll ich ihnen sagen?» (2.Mose 3, 11-13)
“Moses said to God, ‘Who am I that I should go to Pharaoh and bring the children of Israel out of Egypt?’
He said, ‘I will be with you. And this shall be the sign that I have sent you: When you have brought my people out of Egypt, you shall offer sacrifices to God on this mountain.’
Moses said to God: “Suppose I go to the Israelites and say to them, ‘The God of your fathers has sent me to you,’ and they ask me, ‘What is His name?’ What shall I say to them?” (Exodus 3:11–13)
[ 28 ] Er soll prophetisch einen höheren Gott verkünden, der in dem Gott des Vaters Abraham drinnen steckt, aber gleichsam wie ein höheres Prinzip. Wie heißt sein Name?
[ 28 ] He is to prophetically proclaim a higher God who is present within the God of Abraham’s Father, but as it were, as a higher principle. What is his name?
«Gott sprach zu Moses: Ich bin der «Ich-bin» !» (2. Mose 3, 14)
“God said to Moses, ‘I am who I am!’” (Exodus 3:14)
[ 29 ] Da ist vorausverkündet die tiefe Wahrheit des Wortes, die später verkörpert in dem Christus Jesus erscheint.
[ 29 ] Here the profound truth of the Word is foretold, which later appears embodied in Christ Jesus.
«Und sprach: Also sollst du zu den Kindern Israels sagen: Der «Ich-bin» hat es mich gelehrt.» (2. Mose 3, 14)
“And He said, ‘Thus you shall say to the children of Israel: “The “I Am” has told me to tell you.”’” (Exodus 3:14)
[ 30 ] So steht es wörtlich da. Das heißt mit anderen Worten: Der «Name», derjenige Name, der zugrunde liegt dem Blutsnamen, ist das «Ich-bin»; und der erscheint verkörpert in dem Christus des JohannesEvangeliums.
[ 30 ] That is exactly what it says. In other words: The “Name”—the Name that underlies the blood name—is the “I Am”; and it appears incarnated in the Christ of the Gospel of John.
«Und Gott sprach weiter zu Moses: Also sollst du zu den Kindern Israels sagen: Der Herr, eurer Väter Gott, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks, der Gott Jakobs hat mich zu euch gesandt.» (2. Mose 3, 15)
“And God said to Moses, ‘Thus you shall say to the children of Israel: “The Lord, the God of your fathers, the God of Abraham, the God of Isaac, and the God of Jacob, has sent me to you.”’” (Exodus 3:15)
[ 31 ] Also, was ihr bisher nur äußerlich gesehen habt, was durch das Blut rann, das ist in seinem tieferen Sinne der «Ich-bin».
[ 31 ] So, what you have seen so far only on the surface—what flowed through the blood—is, in its deeper sense, the “I Am.”
[ 32 ] So kündigt sich an, was durch den Christus Jesus eintritt in die Welt. Wir hören den Namen des Logos, wir hören ihn rufen damals zu Moses: «Ich bin der ‹Ich-bin›!» Da ruft der Logos seinen Namen, da ruft er dasjenige, was man durch den Verstand, durch den Intellekt zunächst von ihm begreifen kann. Was da gerufen wird, das erscheint im Fleische als der verkörperte Logos in dem Christus Jesus.
[ 32 ] This is how what comes into the world through Christ Jesus is announced. We hear the name of the Logos; we hear him calling out to Moses back then: “I am the ‘I Am’!” There the Logos calls out his name; there he calls forth that which can initially be grasped about him through the mind, through the intellect. What is called forth there appears in the flesh as the incarnated Logos in Christ Jesus.
[ 33 ] Nun schauen wir uns das äußere Zeichen an, durch das auf die Israeliten herunterrinnt der Logos, soweit sie ihn rein begrifflich, in Gedanken erfassen können. Dieses äußere Zeichen ist das « Manna » der Wüste. Manna ist in Wahrheit — diejenigen, welche die Geheimwissenschaft kennen, wissen das — dasselbe Wort wie Manas, das Geistselbst. So strömt in diejenige Menschheit, die nach und nach sich errungen hat das Ich-Bewußtsein, der erste Anflug von dem Geistselbst ein. Das aber, was im Manas selbst lebt und kommt, darf sich noch anders benennen. Es ist nicht bloß das, was man wissen kann, sondern eine Kraft, die man selbst aufnehmen kann. Als der Logos bloß seinen Namen ruft, da muß man ihn verstehen, ihn fassen mit der Vernunft. Als der Logos Fleisch wird und innerhalb der Menschheit erscheint, da ist er ein Kraftimpuls, der unter die Menschen gebracht wird, der nicht nur als Lehre und Begriff lebt, sondern der in der Welt als ein Kraftimpuls enthalten ist, an dem der Mensch teilnehmen kann. Da nennt er sich aber nicht mehr «Manna», sondern das «Brot des Lebens» (6, 48), das ist der technische Ausdruck für Buddhi oder Lebensgeist.
[ 33 ] Now let us look at the outward sign through which the Logos flows down to the Israelites, insofar as they can grasp it purely conceptually, in thought. This outward sign is the “manna” of the desert. Manna is, in truth—as those who know the esoteric science are aware—the same word as Manas, the spiritual self. Thus, the first glimmer of the spiritual self flows into that humanity which has gradually attained self-consciousness. But that which lives and arises within Manas itself may be called by another name. It is not merely that which one can know, but a force that one can absorb oneself. When the Logos merely calls out His name, one must understand Him, grasp Him with reason. When the Logos becomes flesh and appears within humanity, he is a force impulse brought among human beings—one that lives not only as a teaching and a concept, but is contained in the world as a force impulse in which human beings can participate. There, however, he no longer calls himself “manna,” but rather the “bread of life” (6:48)—which is the technical term for buddhi, or the spirit of life.
[ 34 ] Das durch den Geist verwandelte Wasser, das der Samariterin im Symbolum gereicht wird, und das Brot des Lebens sind die erste Verkündigung des Einfließens der Buddhi oder des Lebensgeistes in den Menschen. An diese Auseinandersetzung werden wir morgen anknüpfen.
[ 34 ] The water transformed by the Spirit, which is offered to the Samaritan woman in the Symbolum, and the bread of life are the first proclamation of the inflow of Buddhi, or the Spirit of Life, into human beings. We will continue this discussion tomorrow.
