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The Rudolf Steiner Archive

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The Apocalypse of John
GA 104

24 June 1908, Nuremberg

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Siebenter Vortrag

Seventh Lecture

[ 1 ] Es hat für den Menschen der Gegenwart immer etwas Bedenkliches, wenn eine prophetische Vorhersagung zukünftiger Ereignisse auftritt. Nun haben wir ja gesehen, daß wir schon bei den sieben Siegeln hinweisen mußten auf gewisse Entwickelungstatsachen der Menschheit, die da eintreten werden, daß wir also sozusagen prophetische Künste üben mußten. Wir werden, wenn wir die Apokalypse des Johannes selbst immer mehr und mehr enthüllen, solche prophetische Künste in ausgiebigstem Maße anzuwenden haben. Nun fragt es sich: Aus welchen Gründen heraus darf man überhaupt über diese Dinge sprechen? — Wir haben zum Teil, was da zugrunde liegt, gleich im Anfange unserer Vorträge erwähnt. Wir haben nämlich gesagt, daß sich auf gewisser Einweihungsstufe dem Eingeweihten in der geistigen Welt das zeigt, was dann heruntersteigt und physisches Ereignis wird. Aber wir haben mit den zwei Betrachtungen, die wir angestellt haben, mit der letzten und vorletzten, noch eine andere Grundlage geschaffen für solche prophetische Künste. Wir haben nämlich dargestellt, wie der Mensch sich aus geistigen Sphären herausentwickelt hat zu seinem heutigen Dasein. Und nun ist alle Zukunft in einer gewissen Beziehung auch eine Wiederholung der Vergangenheit. Nicht so, daß sich die Dinge der Vergangenheit in gleicher Weise noch einmal abspielen, aber in einem veränderten Sinn wiederholen sich vergangene Ereignisse in zukünftigen Zeiten.

[ 1 ] For people today, there is always something unsettling about a prophetic prediction of future events. Now we have seen that even when discussing the seven seals, we had to point out certain facts regarding the course of human development that will come to pass—that is to say, we had to engage in what might be called the art of prophecy. As we continue to unravel the Book of Revelation more and more, we will have to apply this art of prophecy to the fullest extent. Now the question arises: On what grounds is it permissible to speak of these things at all? — We have, in part, mentioned what lies at the basis of this right at the beginning of our lectures. We have said, in fact, that at a certain stage of initiation, what will later descend and become a physical event is revealed to the initiate in the spiritual world. But with the two considerations we have made—the last and the one before that—we have laid yet another foundation for such prophetic arts. We have, in fact, described how human beings have evolved from spiritual spheres to their present-day existence. And now, in a certain sense, the entire future is also a repetition of the past. Not in the sense that the events of the past will play out exactly the same way again, but in a transformed sense, past events repeat themselves in future times.

[ 2 ] Wenn wir in den letzten Betrachtungen darauf hingewiesen haben, daß der Mensch in der alten atlantischen Zeit eine Art Hellsehen hatte, daß er namentlich während seines Nachtzustandes bewußt hinaufstieg in geistige Welten, so müssen wir uns klar darüber sein, daß dieser Zustand eines gewissen Hellsehens sich für die Menschheit wiederholen wird. Wir haben zwischen dieser atlantischen Zeit und derjenigen, die nach dem Kriege aller gegen alle liegen wird, unseren Zeitraum, den wir ja beschrieben haben. In einer gewissen Weise wird sich nach unserem Zeitraum dasjenige, was vorher war, was in der atlantischen Zeit war, wiederholen, nur mit einem gewaltig großen Unterschied. Damals in der alten atlantischen Zeit hatte der Mensch ein traumhaftes, dämmerhaftes hellseherisches Bewußtsein, und wenn er hinaufstieg in höhere Welten, versank sein helles Selbstbewußtsein; dann fühlte er sich wie in der Gruppenseele darinnen. Nach dem großen Kriege aller gegen alle wird der Mensch wiederum in gewisser Art hineinsehen in die höhere Welt. Das, was er dazumal hatte als dämmerhaftes Hellsehen, wird er wieder haben nach dem großen Kriege, aber er wird zu diesem Hellsehen hinzugefügt haben, was er sich jetzt in der äußeren physischen Welt nach und nach erworben hat.

[ 2 ] If, in our previous reflections, we have pointed out that human beings in the ancient Atlantean era possessed a kind of clairvoyance—that they consciously ascended into spiritual worlds, particularly during their sleep—then we must be clear that this state of a certain kind of clairvoyance will recur for humanity. Between this Atlantean era and the one that will follow the war of all against all lies our era, which we have already described. In a certain sense, after our era, what existed before—what existed in the Atlantean era—will be repeated, but with one enormous difference. Back then, in the ancient Atlantean era, human beings possessed a dreamlike, twilight-like clairvoyant consciousness, and when they ascended into higher worlds, their clear self-consciousness receded; they then felt as though they were within the group soul. After the great war of all against all, human beings will once again, in a certain sense, be able to glimpse into the higher world. What they once possessed as a twilight-like clairvoyance, they will have again after the great war, but they will have added to this clairvoyance what they have now gradually acquired in the outer physical world.

[ 3 ] Der Mensch hat zwischen der atlantischen Flut und dem großen Krieg aller gegen alle eine Zeitlang verzichten müssen auf das Hineinschauen in die geistigen Welten. Er hat sich begnügen müssen damit, nur dasjenige zu sehen, was im sogenannten Tag-Wachbewußtsein für ihn zu sehen ist, was um ihn in der physischen Welt ist. Das ist jetzt der Normalzustand. Dafür aber ist dem Menschen möglich geworden, in dieser Zeit sein Selbstbewußtsein, sein individuelles Ich voll zu entwickeln, sich sozusagen innerhalb seiner Haut als eine abgeschlossene Ich-Persönlichkeit zu fühlen. Das hat er sich erobert. Nun behält er diese Individualität, auch wenn er wieder hinaufsteigt in höhere geistige Welten, und dieses Hinaufsteigen wird ihm möglich sein nach dem großen Kriege aller gegen alle. Aber es würde ihm dieses Hinaufsteigen nicht möglich sein, wenn er nicht in der Mitte unseres in der physischen Welt ablaufenden Zeitraumes teilhaftig geworden wäre jenes großen kosmischen Ereignisses, das wir gestern vor unsere Seele hingestellt haben. Der Mensch hätte in eine Art Abgrund hinuntersinken müssen, wenn er nicht bewahrt worden wäre vor diesem Hinuntersinken durch das Hereintreten des Christus in unsere Welt. Wir müssen uns so vorstellen, daß der Mensch in diesem unserem Zeitraum ganz heruntergestiegen ist in die physische Welt hinein.

[ 3 ] Between the Atlantean Flood and the great war of all against all, human beings had to forgo looking into the spiritual worlds for a time. They had to be content with seeing only what is visible to them in so-called waking consciousness—that is, what surrounds them in the physical world. That is now the normal state of affairs. In return, however, it has become possible for human beings during this time to fully develop their self-consciousness, their individual “I,” and to feel, so to speak, within their own skin as a self-contained personality. They have achieved this. Now he retains this individuality even as he ascends once more into higher spiritual worlds, and this ascent will be possible for him after the great war of all against all. But this ascent would not be possible for him if he had not, in the midst of our present period unfolding in the physical world, become a participant in that great cosmic event which we contemplated yesterday. Humanity would have had to sink into a kind of abyss had it not been preserved from this descent by the coming of Christ into our world. We must imagine that, during this period of ours, humanity has descended all the way into the physical world.

[ 4 ] Denken Sie sich einmal in einem Strich den physischen Plan und darüber das, was man die geistige, die himmlische Welt nennt. Darunter ist dasjenige, was man nennt den Abgrund. Eigentlich erreicht der Mensch die Linie, welche die geistige Welt vom Abgrund trennt, genau in dem vierten Zeitraum, den wir beschrieben haben.

[ 4 ] Imagine, in a single line, the physical plane, and above it what is called the spiritual, or heavenly, world. Below that lies what is called the abyss. In fact, human beings reach the line that separates the spiritual world from the abyss precisely in the fourth period we have described.

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[ 5 ] Wir haben beschrieben die altindische Zeit; da war der Mensch verhältnismäßig noch in einer geistigen Sphäre. Vorher war er oben in der geistigen Welt. In der Atlantis hatte er noch ein dämmerhaftes Hellsehen. Jetzt kommt er herunter und erreicht die Linie, als von Rom aus das Weltenreich sich ausbreitet und in diesem Weltenreich der Mensch sich voll bewußt wird als äußeres sinnliches Wesen, als Persönlichkeit. Das war dazumal, als der römische Rechtsbegriff in die Welt kam, als jeder eine Einzelpersönlichkeit, ein Einzelbürger sein wollte. Da hatte der Mensch diese Linie erreicht. In diesem Punkt war es möglich, entweder umzukehren oder aber hinunterzusinken.

[ 5 ] We have described the ancient Indian era; at that time, human beings were still, relatively speaking, in a spiritual sphere. Before that, they were up in the spiritual world. In Atlantis, they still possessed a dim form of clairvoyance. Now humanity descends and reaches the point where, starting from Rome, the world empire spreads, and within this world empire, human beings become fully conscious of themselves as external, sensory beings—as personalities. That was the time when the Roman concept of law entered the world, when everyone wanted to be an individual personality, an individual citizen. At that point, humanity had reached this threshold. At this point, it was possible either to turn back or to sink downward.

[ 6 ] Jetzt sind wir in der Tat — und alles, was ich sage, entspricht durchaus der Darstellung der Apokalypse — an einem Punkte der Menschheitsentwickelung angelangt, wo die Menschheit vor einer Entscheidung steht in gewisser Beziehung. Wir haben ja schon gezeigt, wie in unserem Zeitraum ungeheure Geisteskräfte dazu verwendet werden, um für die niedersten Bedürfnisse zu sorgen. Wir haben gezeigt, wie Telephon, Telegraph, Eisenbahn, Dampfschiff und andere Dinge, die noch kommen werden, ungeheure Geisteskräfte absorbiert haben und absorbieren werden, die nur zur bloßen Befriedigung der niederen menschlichen Bedürfnisse verwendet werden. Der Mensch hat aber nur eine gewisse Summe von Geisteskräften. Betrachten Sie einmal folgendes: Der Mensch hat eine ungeheure Summe von Geisteskräften dazu verwendet, um Telegraphen zu erfinden und zu konstruieren, Eisenbahnen, Dampfschiffe, Luftballons und so weiter zu bauen, um die äußere Kultur zu fördern. — Das mußte so sein. Es würde der Menschheit schlecht ergangen sein, wenn es nicht so gekommen wäre. Der Mensch hat diese Geisteskräfte aber noch zu vielem anderen benützt. Denken Sie nur, wie der Mensch nach und nach dazu gekommen ist, auch alle gesellschaftlichen Zusammenhänge in ein ungeheuer feines Verstandesnetz einzuspinnen. Was haben für Geisteskräfte dazu gehört, es so weit zu bringen, daß man einen Scheck ausstellen kann in Amerika und wieder einlösen kann in Japan. Ungeheure Kräfte des Geistes sind hineingeflossen in diese Tätigkeit. Diese Kräfte mußten einmal sozusagen hinuntersteigen unter die Linie des physischen Plans, die das geistige Reich vom Abgrund trennt. Denn tatsächlich ist der Mensch in gewisser Weise schon hineingestiegen in den Abgrund, und wer vom geisteswissenschaftlichen Standpunkt aus die Zeit studiert, kann an den profansten Erscheinungen sehen, wie das von Jahrzehnt zu Jahrzehnt weitergeht, wie immer ein gewisser Punkt erreicht wird, wo gerade noch die Persönlichkeit sich selbst fangen kann. Überläßt sie sich an diesem Punkte dem Hinabsinken, dann verliert sich die Persönlichkeit, dann wird die Persönlichkeit nicht gerettet, um hinaufzusteigen in die geistigen Welten.

[ 6 ] We have now, in fact—and everything I say is entirely consistent with the account in the Apocalypse—reached a point in human development where humanity faces a decision in a certain respect. We have already shown how, in our era, immense spiritual forces are being used to provide for the basest needs. We have shown how the telephone, the telegraph, the railroad, the steamship, and other things yet to come have absorbed—and will continue to absorb—enormous intellectual powers that are used solely for the mere satisfaction of base human needs. But human beings have only a certain amount of mental energy. Consider the following: Human beings have used an immense amount of mental energy to invent and construct the telegraph, and to build railroads, steamships, hot-air balloons, and so on, in order to advance external civilization. — It had to be that way. Humanity would have fared poorly if it had not come to pass this way. But humanity has also used these mental powers for many other purposes. Just think how humanity has gradually come to weave all social relationships into an incredibly intricate web of intellect. What intellectual powers were required to bring things to the point where one can write a check in America and cash it in Japan? Immense spiritual powers have flowed into this activity. These powers had to descend, so to speak, below the line of the physical plane that separates the spiritual realm from the abyss. For in fact, human beings have, in a certain sense, already descended into the abyss, and anyone who studies the times from the perspective of spiritual science can see, even in the most mundane phenomena, how this process continues from decade to decade, how a certain point is always reached where the personality can just barely catch itself. If, at this point, the personality surrenders to the descent, then it is lost; then the personality is not saved to ascend into the spiritual worlds.

[ 7 ] Selbst in den weltlichsten Dingen kann man das nachweisen. Zum Beispiel könnte ich es Ihnen an den Einzelheiten der Entwickelung des Bankwesens in der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts nachweisen. Es ist nämlich vielleicht erst den zukünftigen Geschichtsschreibern vorbehalten, zur Klarheit zu bringen, daß da eine gründliche Veränderung eingetreten ist, die wir damit bezeichnen können: Im Bankwesen ist die Persönlichkeit allmählich zersplittert. — Da würde ich Sie hinweisen müssen auf jenen Zeitpunkt, wo die vier Rothschilds in die Welt ausgezogen sind von Frankfurt aus, der eine nach Wien, der andere nach Neapel, der dritte nach London, der vierte nach Paris, und wie da das ganze Bankwesen durch die eben darauf gerichtete persönliche Begabung in eine persönliche Sphäre hineingebracht worden ist. Da hat sich die Persönlichkeit eingesetzt für das Geldwesen. Heute sehen Sie das ganze Bankwesen unpersönlich werden. Das Kapital geht an die Aktiengesellschaften über, es wird nicht mehr von der Einzelpersönlichkeit verwaltet. Das Kapital fängt an, sich selbst zu verwalten. Wir haben rein objektive Kräfte, die innerhalb des Kapitals wirtschaften, und sogar schon Kräfte innerhalb dieses Gebietes, die allen Willen der Persönlichkeit an sich ziehen, so daß die Persönlichkeit ohnmächtig geworden ist. So kann man mit sehenden Augen bis hinein in diese weltlichen Dinge die Sache verfolgen und wird überall sehen können, wie die Menschheit in bezug auf die Persönlichkeit zu einem tiefsten Punkt herunterstieg.

[ 7 ] This can be demonstrated even in the most secular of matters. For example, I could demonstrate it to you through the details of the development of the banking system in the second half of the nineteenth century. Indeed, it may be left to future historians to clarify that a fundamental change has taken place, which we can describe as follows: In the banking system, individuality has gradually fragmented. — I would have to point you to that moment when the four Rothschilds set out into the world from Frankfurt—one to Vienna, another to Naples, the third to London, and the fourth to Paris—and how the entire banking system was brought into a personal sphere through the personal talents directed precisely toward that end. There, the individual took charge of the monetary system. Today you see the entire banking system becoming impersonal. Capital is passing into the hands of joint-stock companies; it is no longer managed by individual personalities. Capital is beginning to manage itself. We have purely objective forces operating within capital, and even forces within this realm that draw upon all the will of the individual, so that the individual has become powerless. Thus, with discerning eyes, one can trace the matter right into these worldly affairs and will be able to see everywhere how humanity has sunk to its lowest point with regard to the individual.

[ 8 ] Nun kann sich die Persönlichkeit retten und wieder hinaufsteigen. Sie kann sich dadurch retten, daß sie zum Beispiel durch Stärkung der inneren seelischen Kräfte wirklich lernt, sich auf sich selbst zu stellen, sich unabhängig zu machen von den objektiven Kapitalsmächten. Die Persönlichkeit kann sich aber auch hineinwerfen in diese Kräfte, kann in gewisser Weise hineinsegeln und hinunterdringen in den Abgrund, sich umgarnen lassen von den im Kapital wirksamen Kräften.

[ 8 ] Now the individual can save themselves and rise again. They can save themselves, for example, by truly learning—through the strengthening of their inner spiritual powers—to stand on their own two feet and become independent of the objective forces of capital. However, the personality can also throw itself into these forces; it can, in a sense, sail into them and plunge down into the abyss, allowing itself to be ensnared by the forces at work within capital.

[ 9 ] Der wichtigste Punkt, wo die menschliche Persönlichkeit heruntersteigt bis auf die Erde und wo sie umkehren müßte, ist der Punkt der Erscheinung des Christus Jesus auf der Erde. Der gab der Erde die Kraft, die der Menschheit es möglich machte, wieder hinaufzusteigen. Und in demselben Maße steigt die Menschheit hinauf, als sie Gemeinschaft hat mit Christus Jesus. In dem Maße, wie für einen größeren Teil der Menschheit das Verständnis aufgeht dafür, was dieses Ereignis war, wie für solche Menschen der Christus-Impuls zum eigenen Impuls in ihrer inneren Wesenheit wird, aus dem heraus sie wirken und ihr Dasein weben, in demselben Maße wird die Menschheit nach aufwärts steigen. Immer mehr und mehr muß der Mensch verstehen lernen, was Paulus gesagt hat: Nicht ich bin es, der wirkt, sondern Christus wirkt in mir.

[ 9 ] The most important point at which the human personality descends to Earth—and at which it would have to turn back—is the point of the appearance of Christ Jesus on Earth. He gave the Earth the power that made it possible for humanity to ascend once more. And humanity ascends to the same extent that it is in communion with Christ Jesus. To the extent that a greater portion of humanity comes to understand what this event was, and to the extent that for such people the Christ impulse becomes their own impulse within their inner being—from which they act and weave their existence—to that same extent will humanity ascend. More and more, human beings must learn to understand what Paul said: “It is not I who act, but Christ who acts in me.”

[ 10 ] Wenn also der Impuls, der damals in der vierten Periode heruntergestiegen ist auf unseren physischen Plan, sich einlebt in die Herzen der Menschen, wenn er zum Antrieb ihres Handelns wird, dann geschieht der Aufstieg nach oben. Und all die Seelen, die diesen Anschluß finden, die den Zusammenschluß mit dem ChristusPrinzip vollziehen, sie finden den Weg nach oben. Alle Seelen aber, die diesen Zusammenschluß nicht finden würden, müßten nach und nach in den Abgrund hinabtauchen. Sie würden das Ich, den Egoismus sich erobert ‚haben, aber nicht imstande sein, mit diesem Ich wiederum hinaufzusteigen in die geistige Welt. Und die Folge für einen solchen Menschen, der keinen Anschluß an das ChristusPrinzip findet, würde sein, daß er sich loslöst von dem geistigen Aufstieg. Er würde, statt hinaufzusteigen, hinuntersteigen und sich immer mehr verhärten in seinem Ich. Statt in der Materie nur die Gelegenheit gefunden zu haben, um das Ich zu erwerben, und dann wiederum hinaufzusteigen, würde er nur immer tiefer hinabtauchen in die Materie.

[ 10 ] So when the impulse that descended onto our physical plane during the fourth period takes root in people’s hearts, when it becomes the driving force behind their actions, then the ascent upward takes place. And all the souls who find this connection, who achieve union with the Christ Principle, will find the path upward. But all souls who fail to find this union will gradually sink into the abyss. They would have “conquered” the ego, but would be unable to ascend once more into the spiritual world with this ego. And the consequence for such a person, who finds no connection to the Christ Principle, would be that he becomes detached from spiritual ascent. Instead of ascending, he would descend and become increasingly hardened in his “I.” Instead of having found in matter merely the opportunity to acquire the “I” and then ascend again, he would only sink ever deeper into matter.

[ 11 ] Ja, alles wiederholt sich. Der Mensch ist in die Lage gekommen, in unsere physische Welt hereinzutreten. Dadurch, daß er die atlantische Flut überdauert hat, ist ihm die Möglichkeit geworden, sein heutiges Menschenantlitz herauszubilden. Das ist wirklich ein Abbild der im Menschen wohnenden geistigen Ich-Gottheit. Nur dadurch, daß gegen das Ende der atlantischen Zeit der Ätherleib sich mit dem physischen zusammengeschlossen hat und die Kräfte des Ätherleibes in den physischen Kopf eingezogen sind, hat er sein heutiges Menschenantlitz erhalten, das schon den Gottesgeist durchspiegeln läßt. Nehmen wir an, er würde das verleugnen, daß der Geist es ist, der ihm das Menschenantlitz gegeben hat. Dann würde er den Leib nicht benützen als eine Gelegenheit, um zum IchBewußtsein zu kommen und sich wieder zu vergeistigen, sondern er würde mit dem Leibe verwachsen, diesen so liebgewinnen, daß er nur in ihm sich daheim fühlen würde. Er würde verbunden bleiben mit dem Leib und hinuntergehen in den Abgrund, und es würde, weil er nicht benützt hat die Kraft des Geistigen, auch die äußere Gestalt wiederum ähnlich werden der früheren Gestalt. Tierähnlich würde der Mensch werden, der in den Abgrund hinuntersteigt. So wird die Menschheit das vollziehen, was wir schon angedeutet haben: Hinuntersteigen in den Abgrund werden diejenigen, die das Wohnen im Leibe nicht bloß als Gelegenheit benützen, um dadurch zum Ich-Bewußtsein zu kommen, und sie werden die böse Rasse bilden. Sie haben sich abgewendet von dem Impuls des Christus Jesus, und aus der Häßlichkeit ihrer Seele heraus werden sie wiederum die Tiergestalt herausbilden, die der Mensch in früheren Zeiten gehabt hat, und unten im Abgrund wird die Rasse der Bösen mit den wilden Trieben in Tiergestalt sein. Und wenn oben die Vergeistigten, die das Christus-Prinzip in sich aufgenommen haben, verkünden, was sie zu sagen haben in bezug auf ihren Zusammenschluß mit dem Namen Christus Jesus, so werden hier unten ertönen Namen der Lästerung, des Hinwegwollens von dem, was als geistige Verwandlung auftritt.

[ 11 ] Yes, everything repeats itself. Human beings have come to be able to enter our physical world. By surviving the Atlantean flood, they gained the opportunity to develop their present human form. This is truly a reflection of the spiritual “I”-deity dwelling within the human being. It is only because, toward the end of the Atlantean era, the etheric body united with the physical body and the forces of the etheric body entered the physical head that the human being acquired his present human form, which already allows the divine spirit to shine through. Suppose he were to deny that it is the Spirit that has given him the human form. Then he would not use the body as an opportunity to attain ego-consciousness and become spiritual again, but would become fused with the body, growing so attached to it that he would feel at home only within it. He would remain bound to the body and descend into the abyss, and because he has not made use of the power of the spiritual, his outer form would once again become similar to his former form. The human being who descends into the abyss would become animal-like. Thus, humanity will bring about what we have already indicated: those who do not use their sojourn in the body merely as an opportunity to attain self-consciousness will descend into the abyss, and they will form the evil race. They have turned away from the impulse of Christ Jesus, and out of the ugliness of their souls they will once again take on the animal form that human beings had in earlier times; and down in the abyss, the race of the wicked, with their wild instincts, will exist in animal form. And when, above, the spiritualized ones—who have absorbed the Christ principle within themselves—proclaim what they have to say regarding their union with the name of Christ Jesus, names of blasphemy will resound down here—names that seek to reject what appears as spiritual transformation.

[ 12 ] Ein Mensch, der nur halb denken würde, könnte jetzt sagen: Ja, es haben aber doch so viele gelebt, die nichts von dem ChristusImpuls erfahren haben, warum sollten diese des Impulses des Christus Jesus nicht teilhaftig geworden sein? — Das wird von materialistisch denkender Seite eingewendet: Warum sollte das Heil erst mit Christus Jesus gekommen sein? — Wenn das die Menschen sagen, welche keine Anthroposophen sind, so ist es begreiflich. Wenn aber die Anthroposophen das sagen, dann ist es unbegreiflich, denn die müßten wissen, daß der Mensch immer wieder und wiederkehrt. Und die Seelen, die vorher gelebt haben, sie werden in der Zeit nach der Erscheinung Christi in neuen Leibern wiederkehren, so daß es keine Menschen gibt, denen das Ereignis des Christus Jesus entgehen könnte. Nur wer nicht an Wiederverkörperung glaubt, kann solche Einwände erheben, wie sie oben gekennzeichnet worden sind.

[ 12 ] Someone who thinks only half-heartedly might now say: Yes, but so many people have lived who knew nothing of the Christ impulse—why shouldn’t they have shared in the impulse of Christ Jesus? — This is the objection raised by those with a materialistic outlook: Why should salvation have come only with Christ Jesus? — When people who are not anthroposophists say this, it is understandable. But when anthroposophists say this, it is incomprehensible, for they ought to know that the human being returns again and again. And the souls who have lived before will return in new bodies in the time following the appearance of Christ, so that there are no human beings who could miss the event of Christ Jesus. Only those who do not believe in reincarnation can raise objections such as those described above.

[ 13 ] So sehen wit, wie die Spaltung sich vollzieht und daß eine Zeit kommen wird, wo diejenigen, die nach Vergeistigung gestrebt haben, fähig sein werden, in der geistigen Welt zu leben; eine Zeit, wo heraustreten wird, was sie sich früher angeeignet haben, wo sie den Namen Christus an ihrer Stirn tragen werden, weil sie gelernt haben, zu ihm aufzuschauen. Nun wird, nachdem die Siegel entsiegelt sein werden, der Mensch in der äußeren Figur das abgebildet haben, was er innerlich im Herzen trägt. Derjenige, der innerlich in der Seele den Christus trägt, wird nach der Entsiegelung in seinem Antlitz das Malzeichen des Christus Jesus tragen, er wird äußerlich in der Gestalt dem Christus Jesus ähnlich sein. Diejenigen aber, die bleiben werden bei den Kulturen, welche vor der Erscheinung des Christus Jesus liegen, die werden anderes erleben müssen. Diese vier Kulturen, die altindische, die altpersische, die assyrisch-babylonisch-chaldäisch-ägyptisch-jüdische und die griechisch-lateinische Kultur, waren vorbereitende Zeiten. Die Seele hat durch die Leiber dieser Kulturen hindurchgehen müssen, um sich vorzubereiten für das große Ereignis der Erscheinung des Christus Jesus auf der Erde. Damals, in der Zeit der Vorbereitung, waren zwei Kräfte geltend. Die Kräfte, welche die Menschen zusammengeführt haben, das sind Kräfte, die ihre materielle Grundlage in dem Blute haben. Wenn die Menschen einfach in ihrer jetzigen Gestalt hereingestellt worden wären nebeneinander, niemals würde sich das herausgebildet haben, was sich in der Menschheit entwickeln sollte.

[ 13 ] Thus we see how the division is taking place and that a time will come when those who have striven for spiritualization will be able to live in the spiritual world; a time when what they have previously acquired will come to light, when they will bear the name of Christ on their foreheads because they have learned to look up to him. Now, after the seals have been broken, a person’s outward appearance will reflect what he carries within his heart. Those who carry Christ within their souls will, after the unsealing, bear the mark of Christ Jesus on their faces; outwardly, in their appearance, they will resemble Christ Jesus. But those who remain rooted in the cultures that predate the appearance of Christ Jesus will have to experience something different. These four cultures—the ancient Indian, the ancient Persian, the Assyrian-Babylonian-Chaldean-Egyptian-Jewish, and the Greek-Latin cultures—were preparatory eras. The soul had to pass through the bodies of these cultures in order to prepare itself for the great event of the appearance of Christ Jesus on Earth. Back then, during the time of preparation, two forces were at work. The forces that brought people together are forces that have their material basis in blood. If people had simply been placed side by side in their present form, what was meant to develop within humanity would never have come into being.

[ 14 ] Vor der Erde war der Mond der Träger unserer Geschöpfe. Dieser alte Mond war der Kosmos der Weisheit, unsere Erde ist der Kosmos der Liebe. Unsere Entwickelung geht darauf hin, die Menschen in Liebe zusammenzuführen. Wenn einstmals die Erde sich auflösen wird, nachdem die siebente Posaune ertönt ist, wenn sie ihre physische Substantialität verlieren und sich in einen astralischen Himmelskörper umwandeln wird, dann wird eingeflößt sein dem ganzen Menschengeschlecht die Liebe, die Kraft der Liebe, die sie entwickelt hat an allem Irdischen. Denn diese Kraft der Liebe ist es, was als die Erdenmission der Menschheit eingeflößt werden muß, geradeso, wie Sie jetzt in ihrer Umgebung die Kraft der Weisheit sehen. Es wurde schon oft darauf hingewiesen: Wenn Sie nur ein Stück Oberschenkelknochen ansehen, welch ein wunderbares Gebilde ist das! Es besteht nicht aus einer kompakten Masse, sondern aus vielen feinen Gerüstfäden, die so wunderbar zusammengeordnet sind, daß unter Aufwand der geringsten Stoffmasse die größte Tragfähigkeit erzielt ist, wie es kein Ingenieur heute imstande wäre herzustellen. Und wenn wir alles durchsuchen würden, wir würden finden, daß dasjenige, was sich der Mensch im Laufe seiner Erdenentwickelung als seine Weisheit erobert, vorher schon der Erde eingeimpft war.

[ 14 ] Before the Earth, the Moon was the home of our creatures. That ancient Moon was the cosmos of wisdom; our Earth is the cosmos of love. Our evolution is directed toward uniting people in love. When the Earth is eventually dissolved after the seventh trumpet sounds—when it loses its physical substance and transforms into an astral celestial body—then the love that humanity has developed through all earthly things, the power of love, will be instilled in the entire human race. For it is this power of love that must be instilled as humanity’s earthly mission, just as you now see the power of wisdom in your surroundings. It has often been pointed out: If you look at just a piece of a thigh bone, what a marvelous structure it is! It does not consist of a compact mass, but of many fine skeletal fibers that are so wonderfully arranged that the greatest load-bearing capacity is achieved with the least amount of material—something no engineer today would be capable of producing. And if we were to search everything, we would find that what humanity has acquired as its wisdom in the course of its earthly evolution had already been instilled in the Earth beforehand.

[ 15 ] Immer wieder im Laufe des geschichtlichen Unterrichts wird uns gesagt, wie der Mensch Fortschritt auf Fortschritt gemacht hat, immer weiser und weiser geworden ist. Sie erinnern sich, wie Ihnen die einzelnen Etappen des Weisewerdens vorgeführt worden sind, wie Ihnen zum Beispiel gezeigt worden ist, daß im Beginn der neueren Zeit der Mensch dahin gelangt ist, das Schießpulver zu erfinden, das Leinenpapier, das Holzpapier und so weiter zu erfinden. Da hat sich Ihre Seele gefreut darüber, wie die Menschen aufgestiegen sind. Die Menschen haben aus ihrem Intellekt heraus das Papier bereiten gelernt; sie haben es völlig neu erfunden, so könnte man meinen. Wer aber die Welt in ihrem großen Zusammenhange überschaut, dem erscheint das in anderem Lichte. Die Wespen konnten das schon viel früher, denn das Wespennest ist genau dasselbe wie das Papier. So war Jahrtausende vorher im Wespenneste bereits vorhanden, was sich der Mensch hinterher in seiner subjektiven Weisheit erobert hat. Nicht die einzelne Wespe kann Papier erzeugen, aber die Gruppenseele, das Ich, das die ganze Gruppe der Wespen umfaßt, das ist so weise, wie der Mensch erst geworden ist. Und überall, wohin Sie sehen, wenn Sie nicht blind, sondern sehend sind, wird Ihnen die Weisheit aus den Dingen entgegentreten.

[ 15 ] Time and again in history class, we are told how humankind has made progress upon progress, becoming wiser and wiser. You recall how the individual stages of this process of becoming wiser were presented to you—how, for example, you were shown that in the early modern era, humanity succeeded in inventing gunpowder, linen paper, wood pulp paper, and so on. Your soul rejoiced at how humanity had advanced. People learned to make paper through their intellect; they invented it from scratch, one might think. But to anyone who surveys the world in its broader context, this appears in a different light. Wasps were already capable of this much earlier, for a wasp nest is exactly the same as paper. Thus, what humanity later attained through its subjective wisdom was already present in the wasp nest millennia earlier. It is not the individual wasp that can produce paper, but the group soul—the “I” that encompasses the entire group of wasps—which is as wise as humankind has only recently become. And everywhere you look—if you are not blind but truly seeing—the wisdom of things will meet you.

[ 16 ] Glauben Sie nicht, daß diese Weisheit nicht hat entstehen müssen. Oh, die Welt war nicht immer so durchtränkt von Weisheit. Während der Mondentwickelung ist nach und nach diese Weisheit eingeflossen in das, was uns heute umgibt. Während der Mondentwickelung hat sich das, was chaotisch durcheinanderwirkte, so ausgestaltet, daß es weise wurde. Könnten Sie den Blick hinwenden auf den alten Mond, so würden Sie da alles noch sozusagen drunter und drüber finden, gar noch nicht weise. Im Laufe der Mondentwickelung wurde die Weisheit den Wesen und Geschöpfen eingegossen, eingeflößt, und sie war da, als die Erde hervorging aus dem Dämmerdunkel. Jetzt erschienen alle Dinge mit Weisheit getränkt. Und wie der Mensch heute auf seine Umgebung schaut und überall die Weisheit hervorsprießen sieht, so wird er, wenn er auf dem Jupiter angelangt sein wird, alle Wesen, die um ihn herum sind, in einer merkwürdigen Weise schauen: sie werden etwas ausgießen wie den Duft beseligender Liebe. Liebe wird aus allen Dingen strömen, und es ist die Mission der Erdenentwickelung, diese Liebe zu entfalten. Liebe wird dann durch alle Dinge fließen, wie jetzt Weisheit in allen Dingen waltet. Und diese Liebe wird eingegossen der Erdenentwickelung dadurch, daß der Mensch nach und nach die Liebe entwickeln lernte. |

[ 16 ] Do not think that this wisdom did not have to come into being. Oh, the world was not always so steeped in wisdom. During the lunar phase of evolution, this wisdom gradually flowed into what surrounds us today. During the lunar phase of evolution, what was once a chaotic interplay of forces took shape in such a way that it became wise. If you could turn your gaze toward the ancient Moon, you would find everything there still in a state of chaos, so to speak—not yet wise at all. In the course of the Moon’s evolution, wisdom was poured into and instilled in beings and creatures, and it was already present when the Earth emerged from the twilight. Now all things appeared imbued with wisdom. And just as human beings today look at their surroundings and see wisdom springing forth everywhere, so too, when they reach Jupiter, they will perceive all the beings around them in a wondrous way: they will radiate something like the fragrance of blissful love. Love will flow from all things, and it is the mission of Earth’s evolution to unfold this love. Love will then flow through all things, just as wisdom now reigns in all things. And this love is infused into Earth’s evolution through the fact that humankind has gradually learned to develop love. |

[ 17 ] Aber der Mensch hat nicht gleich die geistige Liebe haben können, ihm mußte zuerst diese Liebe auf dem untersten Gebiete eingepflanzt werden. Einen materiellen Träger mußte die Liebe haben: das ist die Blutsverwandtschaft. Die Liebe auf dem Gebiete der Blutsverwandtschaft zu üben, das war die erste Schule. Dadurch wurden die getrennten Menschen zusammengeführt, daß dasjenige, was als gemeinsames Blut in den Adern rann, sich liebte. Das war die Vorschule der Liebe, das war die große Schule der Liebe. Und der große Impuls, der diese Liebe vergeistigt, der sie nicht nur da läßt, wo sie physisch wirkt als dessen Grundlage, sondern sie dem Seelischen mitteilt, das ist der Christus-Impuls in der Welt.

[ 17 ] But human beings could not immediately possess spiritual love; this love first had to be instilled in them at the lowest level. Love needed a material vehicle: that is, kinship by blood. Practicing love within the realm of kinship by blood—that was the first school. Through this, separated human beings were brought together, so that those who shared the same blood flowing through their veins would love one another. That was the preparatory school of love; that was the great school of love. And the great impulse that spiritualizes this love—that does not merely leave it where it acts physically as its foundation, but communicates it to the soul—that is the Christ impulse in the world.

[ 18 ] Nun würde es die ganze Vorzeit hindurch dem Menschen sonderbar gegangen sein, wenn nur dieser eine Impuls der Liebesgemeinschaft im Blute gewirkt hätte. Die Wesenheiten, welche die Lenker der alten Zeiten waren, vor allen Dingen Jahve, führten die Menschen in Liebe zusammen, daß sie sich vereinigten in der Blutsverwandtschaft. Wenn aber der Mensch vor der Erscheinung des Christus Jesus nur vereinigt worden wäre durch die Blutsverwandtschaft, so hätte der einzelne nie zur Persönlichkeit fortschreiten können. Der einzelne wäre im Volk untergegangen. Es ist ja auch der einzelne tatsächlich recht sehr untergegangen in dem Ganzen. Wirklich war das Bewußtsein, daß man Einzelmensch ist, etwas, was sich erst nach und nach heranbildete. In der atlantischen Zeit konnte noch keine Rede davon sein, daß der Mensch als einzelner sich fühlte, aber auch später klang das noch nach. Die Menschen verstehen nur nicht die alte Namengebung, sonst würden sie darauf kommen, wie die Menschen sich fühlten. Denken Sie an die Bekenner des Alten Testaments: sie fühlten in der vorchristlichen Zeit ihr Ich, wenn sie es so recht fühlen wollten, gar nicht in ihrer Einzelpersönlichkeit. Jeder, der ganz fühlte den Impuls, der aus dem Alten Testamente strömt, der sagte sich: «Ich und der Vater Abraham sind eins.» Denn er fühlte sich geborgen in dieser Gemeinschaft, die hinaufreichte bis Abraham, dessen Blut bis herunter zum jüngsten Gliede durch alle Adern floß. Und da sagte er: Da fühle ich, daß ich nicht ein verlorenes Glied bin, wenn ich spüre, daß mein Blut dasselbe ist wie das des Vaters Abraham.

[ 18 ] Throughout all of prehistory, human life would have taken a strange course if only this one impulse of loving communion had been at work in the blood. The beings who were the guides of ancient times—above all, Yahweh—brought people together in love so that they might unite through blood ties. But if, before the coming of Christ Jesus, human beings had been united solely through kinship, the individual would never have been able to develop into a personality. The individual would have been lost in the masses. Indeed, the individual was actually very much lost in the whole. In truth, the awareness of being an individual was something that developed only gradually. In the Atlantean era, there could be no question of human beings feeling themselves as individuals, but even later this sentiment still resonated. People simply do not understand the ancient naming conventions; otherwise, they would realize how people felt. Think of the believers of the Old Testament: in pre-Christian times, when they sought to truly feel their “I,” they did not perceive it at all in terms of their individual personality. Anyone who fully felt the impulse flowing from the Old Testament would say to himself: “I and Father Abraham are one.” For they felt secure in this community that reached all the way back to Abraham, whose blood flowed through every vein down to the youngest member. And so they said: “I feel that I am not a lost member when I sense that my blood is the same as that of Father Abraham.”

[ 19 ] Und noch weiter hinauf versuchte man zurückzuverfolgen die Gemeinschaft. In der Gruppenseele fühlte man sich geborgen. Man wies hin auf Noah, auf Adam. Die Menschen wissen nicht mehr, was diese Namen bedeuten. Sie wissen nicht, daß in jenen alten Zeiten noch immer das Bewußtsein der Menschen anders war als heute. Der Mensch kann sich heute zur Not an das erinnern, was in seine Kindheit zurückreicht, und sicher reißt alle Erinnerung mit der Geburt ab. Dazumal, in der Patriarchenzeit, in der Zeit der alten Erzväter, war das nicht so. Da erinnerte sich der Mensch nicht nur an das, was er selbst, sondern was sein Vater, Großvater, Urgroßvater erlebt hatte. Das war ihm so in der Erinnerung wie Ihnen die Erinnerung Ihrer Kindheit. Er wußte nicht, daß sein Leben besonders anfing mit seiner Geburt. Durch Jahrhunderte ging das Gedächtnis hinauf. Man gab dem abgesonderten Bewußtsein keinen Namen, man hätte darin keinen Sinn gefunden. Weil man sich erinnerte an Vater, Großvater, Urgroßvater und so weiter, so umfaßte ein Gesamtname die ganze Kette. «Adam», «Noah» bedeuten die Erinnerung durch die Generationen. Soweit man sich erinnerte an Noah, nannte man die Kette Noah. Das war ein innerer Mensch, ein geistiges Wesen, das durch die Generationen lebte. Dem äußeren Menschen einen Namen zu geben, hätte man sinnlos gefunden. So umfaßt der Name Adam ein geistiges Wesen.

[ 19 ] And people tried to trace the community even further back. They felt secure within the group soul. They pointed to Noah, to Adam. People no longer know what these names mean. They do not know that in those ancient times, human consciousness was still different from what it is today. Today, at best, a person can remember what goes back to his childhood, and certainly all memory ends with birth. Back then, in the time of the patriarchs, in the time of the ancient forefathers, it was not so. Then, a person remembered not only what he himself had experienced, but also what his father, grandfather, and great-grandfather had experienced. This was as present in their memory as your memories of your childhood are to you. They did not know that their life began specifically with their birth. Their memory stretched back through the centuries. People did not give a name to this separate consciousness; they would have seen no point in doing so. Because they remembered their father, grandfather, great-grandfather, and so on, a single collective name encompassed the entire chain. “Adam” and “Noah” signify the memory passed down through the generations. As far back as people could remember Noah, they called the chain “Noah.” This was an inner human being, a spiritual being who lived through the generations. They would have found it meaningless to give the outer human being a name. Thus, the name “Adam” encompasses a spiritual being.

[ 20 ] Es war also der Einzelmensch sich noch nicht seines Ichs bewußt. Er wäre aufgegangen in der Gemeinschaft, wenn nicht Impulse dagewesen wären, die fortwährend Angriffe richteten gegen dieses Verschwimmen in der Gemeinschaft, die darauf hinarbeiteten, den Menschen herauszureißen aus den Blutsbanden, die ihn zur Selbständigkeit bringen sollten. In seinen Astralleib haben sich eingenistet solche geistige Wesenheiten, die ihm die Impulse gaben, sein Bewußtsein nicht verschwimmen zu lassen. Diese Wesenheiten sind die luziferischen Wesenheiten. Sie waren es, die in der vorchristlichen Zeit entgegengewirkt haben der eigentlichen Vereinheitlichung, denen der Mensch seine Selbständigkeit, die werdende Persönlichkeit verdankt. Es ist durchaus wichtig, einzusehen, daß dasjenige, was zusammenstrebte, dem Jahve zu verdanken ist, und das, was auseinanderstrebte, den luziferischen Geistern.

[ 20 ] The individual was thus not yet conscious of his or her own self. He would have been absorbed into the community had it not been for impulses that constantly countered this dissolution into the community, working to tear the human being away from the blood ties that were meant to lead him to independence. Such spiritual beings took up residence in his astral body, giving him the impulses to prevent his consciousness from becoming blurred. These beings are the Luciferic beings. It was they who, in pre-Christian times, counteracted the actual unification to which human beings owe their independence and emerging personality. It is absolutely essential to realize that what brought people together is attributable to Yahweh, and what drove them apart is attributable to the Luciferic spirits.

[ 21 ] In den ersten Zeiten des Christentums hatte man einen Spruch, der lautete: «Christus verus Lucifer», Christus ist der wahre Lichtträger —, denn Lucifer heißt Lichtträger. Warum wird Christus der wahre Lichtträger genannt? Weil jetzt durch ihn berechtigt worden ist, was früher unberechtigt war. Früher war es ein Auseinanderreißen; die Menschen waren noch nicht reif zur Selbständigkeit. Jetzt waren die Menschen durch den Ich-Impuls, den sie durch den Christus Jesus bekommen haben, so weit, daß sie trotz des Ichs sich in Liebe zueinander entwickeln konnten. So wurde das, was Luzifer sozusagen vorausnehmend der Menschheit geben wollte, als diese noch unreif war, durch den wahren Lichtträger, durch den Christus Jesus, der Menschheit gebracht. Er brachte den Impuls zur Verselbständigung, aber auch die geistige Liebe, die zusammenführt, was nicht blutsverwandt ist. Durch ihn kam die Epoche, wo die Menschheit heranreifte zu dem, was Luzifer früher schon bewirken wollte. Dieser Ausspruch: «Christus verus Lucifer» ist später nicht mehr verstanden worden. Derjenige allein, der ihn richtig versteht, lernt die ersten Lehren des Christentums kennen.

[ 21 ] In the early days of Christianity, there was a saying that went: “Christus verus Lucifer”—Christ is the true bearer of light—for Lucifer means “bearer of light.” Why is Christ called the true bearer of light? Because what was once unjustified has now been justified through him. In the past, there was a tearing apart; people were not yet ready for independence. Now, through the “I” impulse they received from Christ Jesus, people had reached a point where, despite the “I,” they could develop in love toward one another. Thus, what Lucifer, so to speak, had sought to give humanity prematurely—when humanity was still immature—was brought to humanity by the true Bringer of Light, by Christ Jesus. He brought the impulse toward independence, but also the spiritual love that unites those who are not related by blood. Through him came the era in which humanity matured into what Lucifer had previously sought to bring about. This saying, “Christus verus Lucifer,” was later no longer understood. Only those who understand it correctly come to know the first teachings of Christianity.

[ 22 ] So also haben wir diesen Impuls aufzufassen, so haben wir einzusehen, wie die Menschheit vorbereitet wurde zu dem Standpunkt, zu dem sie gelangen sollte. So waren diese vier Zeiten, die indische, persische, ägyptische, griechisch-lateinische, Zeiten der Vorbereitung, der Hinweisung auf das große christliche Ereignis. Es ist aber möglich für den Menschen, sich sozusagen zu versteifen. Denken wir uns einen Menschen zur Zeit des Christus Jesus lebend, und stellen wir uns vor, er könnte mit Bewußtsein entscheiden über das, was er will. Da könnte er, wenn der Christus Jesus käme, so sprechen: Oh, mir ist das genügend, was vorher war. Ich will nichts von ihm wissen, ich will keine Gemeinschaft haben mit dem Christus Jesus. — Da würde er in seiner Seele haben diejenigen Kräfte, diejenigen Impulse, die man in der Zeit vor dem Christus Jesus gewinnen konnte. Er würde alle Impulse haben, die man durch die indische, persische, ägyptische, griechisch-lateinische Kultur erlangen konnte. Aber man darf im kosmischen Werdegang solche Impulse nur so lange haben, bis ein neuer Impuls kommt. Bleibt man stehen, dann bleibt man eben auf dieser Stufe zurück. Also darf man nicht Unverständnis für die geschichtliche Entwickelung an den Tag legen, man darf nicht sagen: Es ist in allen Kulturen dasselbe Prinzip. — Nicht umsonst wird eine Kultur auf der anderen aufgebaut.

[ 22 ] This, then, is how we must understand this impulse; this is how we must recognize how humanity was prepared for the stage it was to reach. Thus, these four epochs—the Indian, Persian, Egyptian, and Greco-Latin—were times of preparation, pointing toward the great Christian event. But it is possible for a person to become, so to speak, set in their ways. Let us imagine a person living at the time of Christ Jesus, and let us imagine that he could consciously decide what he wants. Then, when Christ Jesus came, he might say: “Oh, what came before is enough for me. I want nothing to do with him; I want no communion with Christ Jesus.” — In that case, he would possess within his soul those forces, those impulses that could be acquired in the time before Christ Jesus. He would possess all the impulses that could be gained through Indian, Persian, Egyptian, and Greco-Latin culture. But in the course of cosmic development, one may possess such impulses only until a new impulse arrives. If one stands still, then one simply remains behind at that stage. Therefore, one must not display a lack of understanding for historical development; one must not say: “The same principle applies in all cultures.” — It is not for nothing that one culture is built upon another.

[ 23 ] Nehmen wir an, es hätte so jemand verschlafen wollen die christliche Entwickelung, dann würde er hinüberleben in die zukünftige Zeit bis nach dem großen Kriege aller gegen alle. Da aber würde er nichts haben von dem großen Liebe-Prinzip des Christus, das die Iche zusammenführt, das aus den Menschen Gemeinschaften macht. Er würde alles das haben, was die Iche gerade hinunterführt in den Abgrund. Er würde die auseinandertreibenden Kräfte haben, die auseinandersplitternden Kräfte. Und das zeigt uns der eine Umstand, der uns zu der Frage führen kann: Warum gibt uns die Enthüllung der ersten vier Siegel ein so trostloses Bild? — Weil da herauskommen diejenigen Menschen, die stehenbleiben wollen bei diesen vier vorbereitenden Kulturen, in denen die alte Form des Luzifer drinnen ist, die sie auseinandertreibt. Daher wird uns gezeigt durch die Enthüllung der Siegel, wie sie auch die Gestalt bekommen, die sie sich erworben haben. Sie haben verschlafen das Ereignis des Christus Jesus, sie werden wiedergeboren in den Gestalten, die ihnen gegeben werden können ohne den Einfluß des Christus-Prinzipes. Daher erscheint wieder dasjenige, was die bloße Intelligenz, den bloßen Verstand anzeigt: Viermal hintereinander erscheint das Pferd! — Es erscheint die alte Gestalt des Menschen, die er dadurch bekommen hat, daß er die Pferdenatur angenommen hat. Diese Gestalt erscheint bei der Entsiegelung der ersten vier Siegel.

[ 23 ] Let’s suppose someone like that had wanted to sleep through Christian development; then he would live on into the future, beyond the great war of all against all. But there he would have nothing of Christ’s great principle of love, which unites the “I’s” and transforms people into communities. He would possess everything that actually drags the “I” down into the abyss. He would possess the forces that drive people apart, the forces that shatter them. And this is shown to us by the one circumstance that can lead us to the question: Why does the unveiling of the first four seals present us with such a bleak picture? — Because it reveals those people who wish to remain stuck in these four preparatory cultures, in which the old form of Lucifer is present, driving them apart. Thus, through the unveiling of the seals, we are shown how they take on the forms they have acquired. They have slept through the event of Christ Jesus; they are reborn in the forms that can be given to them without the influence of the Christ principle. Therefore, what mere intelligence, mere reason, indicates appears once again: the horse appears four times in a row! — The old form of humanity appears, the form it has acquired by embracing the horse-like nature. This form appears when the first four seals are unsealed.

[ 24 ] Und in dem Augenblick, wo das fünfte Siegel entsiegelt wird, worauf werden wir da aufmerksam gemacht? Auf diejenigen, die im vorhergehenden Zeitraum erfassen gelernt haben das Ereignis des Christus Jesus. Sie sind mit weißen Kleidern angetan, sie sind unberücksichtigt geblieben, sie sind bildlich erwürgt worden, sie sind diejenigen, die aufbewahrt werden für die Vergeistigung der Welt. So ist es die Verbindung mit dem Christus Jesus-Prinzip, welche die Menschen dahin bringt, diese weißen Kleider anzuhaben und zu erscheinen, wenn das fünfte Siegel gelöst wird. Da sehen wir, wie uns klar und deutlich angedeutet wird, daß in diesem Zeitpunkt, wo der Christus Jesus erscheint, eine wichtige Epoche der Menschheit ist, jene Epoche, die da bewirkt, daß nach dem Kriege aller gegen alle die vier Zeiträume wieder erscheinen, wo diejenigen, die zurückgeblieben sind, geplagt werden von der Materialität, die mit der Entwickelung mitgegangen ist und an die sie sich gefesselt haben, wo sie geplagt werden von all den Übeln und Qualen der verhärteten, in sich vergröberten Materialität. Und alles, was uns nun weiter beschrieben wird bei der Enthüllung der Siegel, stellt nichts anderes dar als das Hineingehen in den Abgrund. Während wir im fünften Zeitraum nur kurz hingewiesen werden auf diejenigen, die auserwählt sind, werden uns im übrigen alle jene gezeigt, die in der Materialität bleiben, die in den Abgrund hineingehen, die jene Gestalten, die vorher da waren, annehmen, weil sie nicht mitgekommen sind, weil sie nicht die Kraft in sich aufgenommen haben, diese Gestalten umzuwandeln.

[ 24 ] And at the very moment the fifth seal is unsealed, what is brought to our attention? Those who, during the preceding period, have come to understand the event of Christ Jesus. They are clothed in white garments; they have been spared; they have been figuratively slain; they are the ones who are preserved for the spiritualization of the world. Thus, it is the connection with the Christ Jesus principle that leads people to wear these white garments and to appear when the fifth seal is broken. Here we see how it is clearly and distinctly indicated to us that this moment, when Christ Jesus appears, marks an important epoch in human history—the epoch that brings about, after the war of all against all, the reappearance of the four periods, during which those who have been left behind are tormented by the materiality that has accompanied evolution and to which they have become bound—where they are tormented by all the evils and torments of hardened, coarsened materiality. And everything that is now further described to us in the unveiling of the seals represents nothing other than the descent into the abyss. While in the fifth period we are given only a brief reference to those who are chosen, we are otherwise shown all those who remain in materiality, who descend into the abyss, who take on the forms that were there before, because they did not come along, because they did not absorb within themselves the power to transform those forms.

[ 25 ] Sie können sich ein Bild davon machen: Denken Sie sich heute alle Ihre Menschengestalten aus Kautschuk und innerhalb dieser Kautschuk-Menschenleiber Ihre innere Seelenkraft, die diesen Kautschukleibern Ihre Menschengestalt gibt. Denken Sie sich, wir nehmen die Seelenkraft heraus: Da würden die Kautschukleiber zusammenschrumpfen, Tiergestalten würden die Menschen erhalten. — In dem Augenblicke, wo Sie die Seele herausziehen aus dem Menschen-Kautschukleibe, da würde der Mensch Ihnen die Tiergestalt zeigen. Was der Mensch sich errungen hat, ist wie etwas, was er durch seine eigene Kraft heute hervorbringt. Wenn Sie das, was er früher im astralischen Leib erzeugt hat, betrachten könnten, dann würden Sie sehen, wie diese Tierähnlichkeit vorhanden ist. Es ist wirklich etwas wie solch eine innerliche Kraft, die dem Kautschukmenschen die heutige Gestalt gibt. Denken Sie sich diese Kraft entfernt, denken Sie sich den Menschen nicht befruchtet von der Christus-Kraft — und der Mensch zuckt zurück in die Tiergestalt. So wird es solchen ergehen, die zurückfallen. Die werden nachher eine Welt bilden, die sozusagen unter der heutigen Welt liegt, eine Welt des Abgrundes, wo der Mensch wiederum Tiergestalt angenommen haben wird.

[ 25 ] You can picture it this way: Imagine, today, that all human forms are made of rubber, and within these rubber human bodies lies your inner soul force, which gives these rubber bodies their human form. Imagine we were to remove that soul force: the rubber bodies would shrink, and the human beings would take on animal forms. — The moment you draw the soul out of the human rubber body, the human being would reveal his animal form to you. What the human being has attained is like something he brings forth today through his own power. If you could observe what they once created in their astral body, you would see how this animal-like quality is present. It is truly something like an inner force that gives the rubber-like human being their present form. Imagine this force removed; imagine humanity not fertilized by the Christ force—and humanity would recoil into its animal form. This is what will happen to those who fall back. They will subsequently form a world that lies, so to speak, beneath the present world—a world of the abyss, where humanity will once again have assumed an animal form.

[ 26 ] So lernen wir begreifen, wie in der Tat die Entwickelung sein wird. Stück um Stück wird dasjenige herauskommen, was jetzt vorbereitet wird, wie in unserer Zeit auch Stück für Stück herausgekommen ist, was in der atlantischen Zeit sich veranlagt hat. Ich habe erzählt, daß im letzten Drittel der atlantischen Zeit sich eine kleine Kolonie gebildet hat, von der unsere Kulturen sich abgeleitet haben, von denen auch noch die späteren zwei Kulturen, die folgen werden, abstammen. Für den nächsten Zeitraum, der alle diese Kulturen ablösen wird, wird das etwas anders sein. Da wird nicht eine auf einen Ort beschränkte Kolonie sein, sondern es werden aus der gesamten Masse der Menschen sich überall diejenigen herausrekrutieren, die reif sind, die gute, die edle, die schöne Seite der nächsten Kultur nach dem Kriege aller gegen alle zu bilden. Das ist wiederum der Fortschritt gegenüber der früheren atlantischen Zeit, daß damals an einem kleinen Orte die Kolonie sich entwickelte, bei uns aber die Möglichkeit gegeben ist, daß über die ganze Erde hin aus allen Stämmen sich diejenigen herausrekrutieren, die wirklich den Ruf der Erdenmission verstehen, die es verstehen, den Christus in sich lebendig zu machen, das Prinzip der Bruderliebe zu entfalten über die ganze Erde hin, und zwar entfalten im richtigen Sinn, nicht im Sinne der christlichen Konfessionen, sondern im Sinne des wahren esoterischen Christentums, das aus allen Kulturen hervorgehen kann. Diejenigen, die dieses christliche Prinzip verstehen, die werden da sein in jener Zeit, die dem großen Kriege aller gegen alle folgen wird. Auf unsere jetzige Kultur, auf unsere reine Verstandeskultur, auf alles das, was sich in der Gegenwart immer mehr und mehr nach dem Abgrund des Verstandes hin entwickelt — und das können Sie auf allen Gebieten des Lebens erfahren —, wird eine Zeit kommen, in welcher der Mensch ein Sklave der Intelligenz sein wird, in der er als Persönlichkeit untergehen wird. Es gibt heute nur ein einziges Mittel, die Persönlichkeit zu bewahren, das ist die Spiritualisierung. Diejenigen, die es verstehen, das spirituelle Leben zu entwickeln, werden zu dem Häuflein der Wohlversiegelten aus allen Nationen und Stämmen gehören, welche erscheinen werden in den weißen Kleidern nach dem großen Kriege aller gegen alle.

[ 26 ] This is how we come to understand what the course of development will actually be. Bit by bit, what is now being prepared will come to light, just as, in our own time, what had been laid down during the Atlantean era has also come to light bit by bit. I have explained that in the last third of the Atlantean era, a small colony formed from which our cultures are derived, and from which the two later cultures that will follow are also descended. For the next era, which will succeed all these cultures, things will be somewhat different. There will not be a colony confined to a single location; rather, from the entire mass of humanity, those who are ready will be drawn from everywhere to form the good, the noble, and the beautiful aspects of the next culture following the war of all against all. This, in turn, represents progress compared to the earlier Atlantean era, when the colony developed in a small place; whereas now we have the opportunity for those from all tribes across the entire Earth to be recruited—those who truly understand the call of the Earth’s mission, who understand how to bring Christ to life within themselves, and how to unfold the principle of brotherly love across the entire Earth, and to unfold it in the true sense—not in the sense of the Christian denominations, but in the sense of true esoteric Christianity, which can emerge from all cultures. Those who understand this Christian principle will be there in the time that will follow the great war of all against all. A time will come for our present culture—our culture of pure intellect, everything that is increasingly developing toward the abyss of the intellect in the present—and you can observe this in all areas of life—when human beings will be slaves to intelligence, and their individuality will perish. There is only one way today to preserve the personality, and that is spiritualization. Those who understand how to develop the spiritual life will belong to the small band of the well-sealed from all nations and tribes who will appear in white robes after the great war of all against all.

[ 27 ] Jetzt fangen wir an, aus unserer unmittelbar gegenwärtigen Kultur des Verstandes heraus die geistige Welt zu begreifen. Das ist das wahre anthroposophische Streben, aus der heutigen Verstandeskultur heraus zu begreifen die spirituelle Welt, zu sammeln die Menschen, die den Ruf nach Spiritualisierung der Welt verstehen können. Nicht eine abgeschlossene Kolonie werden diese bilden, sondern aus allen Nationen heraus werden sie sein, und nach und nach werden sie hinüberleben in den sechsten Zeitraum, also noch nicht etwa über den großen Krieg hinüber, sondern zunächst in den sechsten Zeitraum hinein. Da sind vorläufig noch immer Notwendigkeiten vorhanden, die mit alten Rassennotwendigkeiten zusammenhängen. In unserem Zeitraum spielen ja Rasse- und Kulturepoche noch durcheinander. Der eigentliche Rassebegriff hat seine Bedeutung verloren, aber er spielt noch immer hinein. Es ist keineswegs möglich, daß eine jede Mission in gleichwertiger Weise von einem jeden Volk bei uns schon ausgeübt wird. Manches Volk ist besonders dazu prädestiniert.

[ 27 ] Now we are beginning to comprehend the spiritual world from within our immediate, present culture of the intellect. This is the true anthroposophical endeavor: to comprehend the spiritual world from within today’s culture of the intellect, and to bring together those who can understand the call for the spiritualization of the world. They will not form a closed colony, but will come from all nations, and little by little they will carry on into the sixth epoch—not yet beyond the Great War, but first into the sixth epoch. For the time being, there are still necessities there that are connected with old racial necessities. In our era, racial and cultural epochs are still intertwined. The actual concept of race has lost its meaning, but it still plays a role. It is by no means possible for every mission to be carried out in an equivalent manner by every people among us. Some peoples are particularly predestined for this.

[ 28 ] Die Nationen, die heute die Kulturträger des Westens sind, waren ausersehen, den fünften Zeitraum auf die Höhe zu führen. Das waren die Nationen, die den Verstand ausbilden sollten. Daher haben wir da, wo diese westliche Kultur sich ausbreitet, vorzugsweise die Verstandeskultur, und die ist noch nicht zu Ende. Diese Intelligenz wird sich noch ausbreiten. Noch mit viel mehr geistigen Kräften werden die Menschen das, was für des Leibes Notdurft ist, erringen, mit viel mehr geistigen Kräften werden sie sich gegenseitig erwürgen vor dem großen Kriege aller gegen alle. Viele Entdeckungen werden gemacht werden, um die Kriege besser führen zu können, unendliche Intelligenz wird aufgeboten werden, um den niedrigen Trieben Genüge zu leisten. Aber es bereitet sich mittendrinnen doch dasjenige vor, wozu gewisse Nationen des Ostens, des nördlichen Ostens veranlagt sind. Es bereiten sich Nationen vor, aus einer gewissen Stumpfheit aufzuerstehen und in großen gewaltigen Impulsen zu bringen, was ein spiritueller Impuls sein wird, etwas wie der entgegengesetzte Pol zur Intelligenz. Wir werden vor dem sechsten Kulturzeitraum, der repräsentiert ist durch die Gemeinde zu Philadelphia, etwas erleben wie eine gewaltige Völkerehe, eine Ehe zwischen Intelligenz und Verstand und Spiritualität. Heute erleben wir erst die Morgenröte dieser Ehe, und niemand soll das, was eben gesagt wird, wie ein Loblied auf unsere Zeit auffassen, denn man singt nicht Loblieder auf die Sonne, wenn erst die ersten Anzeichen der Morgenröte da sind. Aber wir haben doch merkwürdige Erscheinungen, wenn wir Osten und Westen vergleichen, wenn wir da in die Tiefen und Untiefen und Untergründe der Nationen hineinschauen.

[ 28 ] The nations that are today the bearers of Western culture were chosen to bring the fifth epoch to its zenith. These were the nations that were to develop the intellect. That is why, wherever this Western culture spreads, we find primarily a culture of the intellect, and this has not yet come to an end. This intelligence will continue to spread. With even greater intellectual power, people will acquire what is necessary for the body’s needs; with even greater intellectual power, they will tear one another apart in the great war of all against all. Many discoveries will be made to wage wars more effectively; boundless intelligence will be mobilized to satisfy base instincts. But in the midst of all this, what certain nations of the East—of the northeastern East—are predisposed toward is already taking shape. Nations are preparing to rise from a certain dullness and, in great and mighty surges, to bring forth what will be a spiritual impulse—something like the opposite pole to intelligence. Before the sixth cultural epoch—represented by the church in Philadelphia—we will experience something like a mighty marriage of nations, a marriage between intelligence, reason, and spirituality. Today we are only experiencing the dawn of this marriage, and no one should take what has just been said as a hymn of praise to our time, for one does not sing hymns of praise to the sun when only the first signs of dawn are visible. Yet we do observe remarkable phenomena when we compare the East and the West, when we look into the depths, shallows, and underlying currents of the nations.

[ 29 ] Fassen wir das nicht auf wie ein Partei-Ergreifen-Wollen. So fern wie nur möglich sind diese Vorträge, die objektiv sein wollen, von irgendeinem Partei-Ergreifen. Aber objektiv können Sie vergleichen das, was im europäischen Westen als Wissenschaft, als Philosophie erreicht wird, mit demjenigen, was im Osten auftaucht, sagen wir bei Tolstoi. Man braucht nicht Anhänger von Tolstoi zu sein, aber das eine ist wahr: In einem solchen Buch wie Tolstois Buch «Über das Leben» können Sie eine Seite lesen, wenn Sie zu lesen verstehen, und das vergleichen mit ganzen Bibliotheken im westlichen Europa. Und Sie können sich dann folgendes sagen: In Westeuropa macht man mit dem Verstande geistige Kultur, man ziseliert aus Einzelheiten zusammen irgendwelche Dinge, welche die Welt verständlich machen sollen. Und in dieser Beziehung hat die westeuropäische Kultur solches geleistet, daß es kein Zeitalter mehr überbieten wird. Aber Sie können das, was durch dreißig Bände solcher westeuropäischer Bibliotheken gesagt werden kann, manchmal in zehn Zeilen zusammengedrängt erhalten, wenn Sie so ein Buch wie «Über das Leben» von Tolstoi verstehen. Da wird mit primitiver Kraft etwas gesagt, aber da haben wenige Zeilen Stoßkraft, die gleichkommt demjenigen, was dort aus den Einzelheiten zusammenziseliert wird. — Da muß man beurteilen können, was aus der Tiefe des Geistes dringt, was spirituelle Untergründe hat und was nicht. Geradeso wie überreife Kulturen etwas Verdorrendes haben, so haben solche aufgehende Kulturen frisches Leben und neue Stoßkraft in sich. Tolstoi ist ja eine vorzeitige Blüte einer solchen Kultur, viel früher gekommen, als daß es möglich wäre, jetzt schon ausgebildet werden zu können. Daher ist er mit allen Fehlern einer unzeitigen Geburt behaftet. All das, was er aufbringt an grotesker Darstellung mancher westeuropäischer Dinge, was unbegründet ist, alles das, was er auch aufbringt an törichten Urteilen, zeigt eben, daß große Erscheinungen die Fehler ihrer Tugenden haben, daß große Gescheitheit die Torheit ihrer Weisheit hat.

[ 29 ] Let’s not interpret this as an attempt to take sides. These lectures, which aim to be objective, are as far removed as possible from taking any side. But objectively, you can compare what has been achieved in Western Europe as science and philosophy with what emerges in the East—let’s say, in Tolstoy. You don’t have to be a follower of Tolstoy, but one thing is true: in a book like Tolstoy’s On Life, you can read a single page—if you know how to read—and compare it to entire libraries in Western Europe. And you can then say to yourself: In Western Europe, intellectual culture is built with the mind; people piece together various things from details, which are meant to make the world understandable. And in this regard, Western European culture has achieved so much that no future age will surpass it. But what can be expressed in thirty volumes of such Western European libraries is sometimes condensed into ten lines when you understand a book like Tolstoy’s On Life. There, something is said with primal power, yet a few lines possess an impact equal to that which is meticulously crafted from details in those libraries. — One must be able to discern what springs from the depths of the spirit, what has spiritual foundations, and what does not. Just as overripe cultures have something withering about them, so do such emerging cultures possess fresh life and new vitality within them. Tolstoy is, after all, a premature blossom of such a culture, having arrived far too early for it to be possible for him to be fully formed at this stage. Consequently, he is afflicted with all the flaws of a premature birth. All the grotesque depictions of certain Western European phenomena that he presents—which are unfounded—and all the foolish judgments he offers, demonstrate precisely that great phenomena have the flaws of their virtues, and that great cleverness has the folly of its wisdom.

[ 30 ] Das sollte nur als Symptom hingestellt werden für die zukünftige Zeit, wo sich zusammenschließen werden das Spirituelle des Ostens und das Intellektuelle des Westens. Aus diesem Zusammenfluß wird hervorgehen die Zeit von Philadelphia. Alle diejenigen werden sich in diese Ehe hineinfinden, die in sich aufnehmen den Impuls des Christus Jesus, und sie werden die große Bruderschaft bilden, welche hinüberleben wird über den großen Krieg, welche angefeindet sein wird, die mannigfaltigsten Verfolgungen erleben wird, aber die Grundlage abgeben wird zu der guten Rasse. Nachdem dieser große Krieg gebracht haben. wird den Aufgang der Tierheit innerhalb derer, die in den alten Formen geblieben sind, wird diese gute Rasse erstehen. Sie werden hinübertragen in die künftige Zeit dasjenige, was die geistig erhöhte Kultur dieser künftigen Zeit sein soll. So werden wir auch erleben, daß in unserer Zeit zwischen der großen atlantischen Flut und dem großen Kriege aller gegen alle, in dem Zeitraum, der durch die Gemeinde zu Philadelphia repräsentiert wird, eine Kolonie sich bildet, die nicht auswandern wird, sondern überall sein wird, so daß überall im Sinn der Gemeinde von Philadelphia, im Sinn des Zusammenschlusses der Menschheit, im Sinne des christlichen Prinzips gewirkt werden wird.

[ 30 ] This should be viewed merely as a sign of the times to come, when the spirituality of the East and the intellectualism of the West will unite. From this convergence will emerge the Age of Philadelphia. All those who embrace the impulse of Christ Jesus will find their place in this union, and they will form the great brotherhood that will survive the great war, that will be opposed, that will endure the most varied persecutions, but that will lay the foundation for the good race. After this great war has brought about the rise of bestiality among those who have remained in the old ways, this good race will arise. They will carry into the future what is to be the spiritually elevated culture of that future age. Thus we will also witness that in our time—between the great Atlantean flood and the great war of all against all, during the period represented by the Church of Philadelphia—a colony will form that will not emigrate but will be present everywhere, so that everywhere work will be carried out in the spirit of the Church of Philadelphia, in the spirit of the union of humanity, and in the spirit of the Christian principle.