Paths and Goals of Spiritual Man
GA 125
4 June 1910, Copenhagen
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Wege und Ziele des geistigen Menschen, 2nd ed.
4. Wege und Ziele des geistigen Menschen II
4. Wege und Ziele des geistigen Menschen II
[ 1 ] Wenn man von den Wegen und Zielen des geistigen Menschen spricht, wird einem immer wieder die Frage entgegentreten: Warum soll man daran denken, solche besonderen Wege zu gehen? Warum werden wir durch die Geisteswissenschaft darauf hingewiesen, uns derartige Ziele zu stellen? - Was wir als Antwort zu geben haben, muß sich für uns in Empfindung und Gefühl verwandeln. Es wurde immer wieder darauf hingewiesen, daß in der menschlichen Wesenheit und Natur Kräfte schlummern, welche zur Entwickelung streben, welche entfaltet werden können. Jeder Mensch hat in sich außer dem Menschen, der in der physischen Welt sieht und hört, einen höheren Menschen. Dieser ist als eine Art Samen keimhaft vorhanden. Das bringt uns die Geisteswissenschaft immer eindringlicher zum Bewußtsein. Es ist ein Mensch, von dem das gewöhnliche Bewußtsein nicht viel weiß.
[ 1 ] Wenn man von den Wegen und Zielen des geistigen Menschen spricht, wird einem immer wieder die Frage entgegentreten: Warum soll man daran denken, solche besonderen Wege zu gehen? Warum werden wir durch die Geisteswissenschaft darauf hingewiesen, uns derartige Ziele zu stellen? - Was wir als Antwort zu geben haben, muß sich für uns in Empfindung und Gefühl verwandeln. Es wurde immer wieder darauf hingewiesen, daß in der menschlichen Wesenheit und Natur Kräfte schlummern, welche zur Entwickelung streben, welche entfaltet werden können. Jeder Mensch hat in sich außer dem Menschen, der in der physischen Welt sieht und hört, einen höheren Menschen. Dieser ist als eine Art Samen keimhaft vorhanden. Das bringt uns die Geisteswissenschaft immer eindringlicher zum Bewußtsein. Es ist ein Mensch, von dem das gewöhnliche Bewußtsein nicht viel weiß.
[ 2 ] Wir müssen uns folgendes klar zur Empfindung bringen: Was wir jetzt überschauen können, das ist unser gewöhnlicher alltäglicher Mensch. Derjenige aber, der in uns schlummert, der als Same in uns veranlagt ist, ist ein geistiger Mensch. Ob dieser sich entwickelt oder nicht, hängt von unserem gewöhnlichen Menschen ab. Wir können mit den Kräften unseres gewöhnlichen Menschen den Boden vorbereiten, wir können ihn aber auch unbebaut lassen und uns nicht um ihn kümmern. Dann versäumen wir unserem geistigen Menschen gegenüber unsere Pflicht. Durch die Geisteswissenschaft selber, durch das, was sie uns als Lehren und Mitteilungen geben kann, können wir für diesen höheren Menschen den Boden bereiten. Wenn wir diese Einsicht in Empfindung und Gefühl verwandeln, wird uns das die Antwort auf die Frage geben: Ist es nicht ein höherer Egoismus, uns in dieser Art mit uns selbst zu beschäftigen? — Solange wir nichts von Geisteswissenschaft erfahren haben, ist es unser Karma, zu warten. Haben wir aber einmal von dem in uns schlummernden höheren Menschen gehört, ist es unsere Pflicht, dasjenige zu tun, was seine Kräfte zur Entwickelung bringen kann, um unsere Aufgaben in der Welt besser zu erfüllen. Wir können also hier nicht von Egoismus sprechen, sondern nur von Verpflichtung unserem geistigen Menschen gegenüber.
[ 2 ] Wir müssen uns folgendes klar zur Empfindung bringen: Was wir jetzt überschauen können, das ist unser gewöhnlicher alltäglicher Mensch. Derjenige aber, der in uns schlummert, der als Same in uns veranlagt ist, ist ein geistiger Mensch. Ob dieser sich entwickelt oder nicht, hängt von unserem gewöhnlichen Menschen ab. Wir können mit den Kräften unseres gewöhnlichen Menschen den Boden vorbereiten, wir können ihn aber auch unbebaut lassen und uns nicht um ihn kümmern. Dann versäumen wir unserem geistigen Menschen gegenüber unsere Pflicht. Durch die Geisteswissenschaft selber, durch das, was sie uns als Lehren und Mitteilungen geben kann, können wir für diesen höheren Menschen den Boden bereiten. Wenn wir diese Einsicht in Empfindung und Gefühl verwandeln, wird uns das die Antwort auf die Frage geben: Ist es nicht ein höherer Egoismus, uns in dieser Art mit uns selbst zu beschäftigen? — Solange wir nichts von Geisteswissenschaft erfahren haben, ist es unser Karma, zu warten. Haben wir aber einmal von dem in uns schlummernden höheren Menschen gehört, ist es unsere Pflicht, dasjenige zu tun, was seine Kräfte zur Entwickelung bringen kann, um unsere Aufgaben in der Welt besser zu erfüllen. Wir können also hier nicht von Egoismus sprechen, sondern nur von Verpflichtung unserem geistigen Menschen gegenüber.
[ 3 ] Dies ist der richtige Standpunkt des Theosophen gegenüber dem äußeren Leben. Theosophie gibt uns eine Anzahl von Mitteilungen, welche durch die Geistesforschung gewonnen sind. Doch deshalb braucht nicht jeder, welcher Theosophie leben will, ein Geistesforscher zu sein. Je mehr wir den Weg unserer inneren Entwickelung gehen können, desto besser ist es. Aber bevor wir selbst Resultate auf dem Gebiete der Geistesforschung erzielen, müssen wir uns ihre Inhalte von anderen erzählen lassen. Wenn wir uns genügend lange Zeit die Frage vorgelegt haben, bestätigt uns das äußere Leben die Mitteilungen der Geistesforscher. Haben wir diese Mitteilungen durch gesunde Logik begriffen, so ist uns die Möglichkeit gegeben, zu höheren Welten aufzusteigen. Vernunft und Logik sind dazu die sichersten Führer.
[ 3 ] Dies ist der richtige Standpunkt des Theosophen gegenüber dem äußeren Leben. Theosophie gibt uns eine Anzahl von Mitteilungen, welche durch die Geistesforschung gewonnen sind. Doch deshalb braucht nicht jeder, welcher Theosophie leben will, ein Geistesforscher zu sein. Je mehr wir den Weg unserer inneren Entwickelung gehen können, desto besser ist es. Aber bevor wir selbst Resultate auf dem Gebiete der Geistesforschung erzielen, müssen wir uns ihre Inhalte von anderen erzählen lassen. Wenn wir uns genügend lange Zeit die Frage vorgelegt haben, bestätigt uns das äußere Leben die Mitteilungen der Geistesforscher. Haben wir diese Mitteilungen durch gesunde Logik begriffen, so ist uns die Möglichkeit gegeben, zu höheren Welten aufzusteigen. Vernunft und Logik sind dazu die sichersten Führer.
[ 4 ] Die Frage kann entstehen: Wie sollen wir diese Mitteilungen verwenden? Wie uns zu ihnen verhalten? — Nehmen wir die Wahrheit, welche wir als das Gesetz von Karma bezeichnen. Es besagt, daß wir in späteren Erdenleben Ereignisse finden, die auf frühere Inkarnationen zurückweisen. Je mehr wir ein solches Gesetz der geistigen Forschung im Leben anwenden, um so mehr werden wir sehen, wie wahr es ist. Wie wir in der Sinneswelt niemals ein Dreieck finden, dessen Winkel nicht in der Totalsumme 180 Grad ergeben, so müssen uns die Verhältnisse des Lebens immer bestätigen, was in der geistigen Forschung als Gesetz erkannt wird. Und wenn die karmischen Wirkungen uns nicht übereinstimmend erscheinen, so wird dies allenfalls der geringfügigen Abweichung entsprechen, die sich beim Ausmessen eines Kreises mit Hilfe des Planimeters ergeben mag. Das Resultat wird vielleicht das eine Mal 361 Grad ergeben und das zweite Mal 359, aber das hebt nicht das Gesetz in sich selber auf. Ebensowenig wird das Gesetz der Schwerkraft umgestoßen, weil man durch einen Stoß das Lot einer Fallmaschine zur Seite schwingen läßt. Das beweist nur, daß ein anderes Resultat erreicht wird, wenn eine neue Kraft hinzutritt.
[ 4 ] Die Frage kann entstehen: Wie sollen wir diese Mitteilungen verwenden? Wie uns zu ihnen verhalten? — Nehmen wir die Wahrheit, welche wir als das Gesetz von Karma bezeichnen. Es besagt, daß wir in späteren Erdenleben Ereignisse finden, die auf frühere Inkarnationen zurückweisen. Je mehr wir ein solches Gesetz der geistigen Forschung im Leben anwenden, um so mehr werden wir sehen, wie wahr es ist. Wie wir in der Sinneswelt niemals ein Dreieck finden, dessen Winkel nicht in der Totalsumme 180 Grad ergeben, so müssen uns die Verhältnisse des Lebens immer bestätigen, was in der geistigen Forschung als Gesetz erkannt wird. Und wenn die karmischen Wirkungen uns nicht übereinstimmend erscheinen, so wird dies allenfalls der geringfügigen Abweichung entsprechen, die sich beim Ausmessen eines Kreises mit Hilfe des Planimeters ergeben mag. Das Resultat wird vielleicht das eine Mal 361 Grad ergeben und das zweite Mal 359, aber das hebt nicht das Gesetz in sich selber auf. Ebensowenig wird das Gesetz der Schwerkraft umgestoßen, weil man durch einen Stoß das Lot einer Fallmaschine zur Seite schwingen läßt. Das beweist nur, daß ein anderes Resultat erreicht wird, wenn eine neue Kraft hinzutritt.
[ 5 ] Die Geistesforschung zeigt ferner, wie uns innerhalb des Lebens zwischen Geburt und Tod Wiederholungen vorangegangener Zeitabschnitte entgegentreten. Was wir uns zum Beispiel in der ersten Kindheit zwischen dem dritten und siebenten Jahr aneignen, tritt uns in seiner karmischen Auswirkung im höchsten Lebensalter entgegen. Untersucht man, wie jemand seine erste Kindheit zubringen durfte, wird man in seinem Alter einen merkwürdigen Zusammenhang mit diesen Kindheitsjahren entdecken. Wenn er, statt unter dem äußeren Zwange gewisser Regeln gestanden zu haben, gesunde Bedürfnisse entwickelt hat, wird sich sein Alter anders gestalten. Vielfach pfropft man aber hinein, stopft hinein in die kindliche Seele, was man für richtig hält. Darauf kommt es jedoch nicht an, sondern das Kind muß das Bedürfnis bekommen, aus freiem Antrieb dies oder jenes zu tun. Es stellt sich dann heraus, daß der Mensch sich im Alter seine Gesundheit erhalten kann, daß er sich bis in seinen letzten Lebensabschnitt Frische und innere Kraft bewahrt.
[ 5 ] Die Geistesforschung zeigt ferner, wie uns innerhalb des Lebens zwischen Geburt und Tod Wiederholungen vorangegangener Zeitabschnitte entgegentreten. Was wir uns zum Beispiel in der ersten Kindheit zwischen dem dritten und siebenten Jahr aneignen, tritt uns in seiner karmischen Auswirkung im höchsten Lebensalter entgegen. Untersucht man, wie jemand seine erste Kindheit zubringen durfte, wird man in seinem Alter einen merkwürdigen Zusammenhang mit diesen Kindheitsjahren entdecken. Wenn er, statt unter dem äußeren Zwange gewisser Regeln gestanden zu haben, gesunde Bedürfnisse entwickelt hat, wird sich sein Alter anders gestalten. Vielfach pfropft man aber hinein, stopft hinein in die kindliche Seele, was man für richtig hält. Darauf kommt es jedoch nicht an, sondern das Kind muß das Bedürfnis bekommen, aus freiem Antrieb dies oder jenes zu tun. Es stellt sich dann heraus, daß der Mensch sich im Alter seine Gesundheit erhalten kann, daß er sich bis in seinen letzten Lebensabschnitt Frische und innere Kraft bewahrt.
[ 6 ] Es gibt indessen noch viel bedeutsamere Zusammenhänge. Aus der Schrift der Menschen können Sie viel von dem erfahren, wie sich ihre Vergangenheit gestaltet hat.
[ 6 ] Es gibt indessen noch viel bedeutsamere Zusammenhänge. Aus der Schrift der Menschen können Sie viel von dem erfahren, wie sich ihre Vergangenheit gestaltet hat.
[ 7 ] Während des Alters von sieben bis vierzehn Jahren ist es nötig, daß der Mensch nicht zum vorzeitigen Gebrauch seiner Vernunft erzogen wird. Die Autorität muß bewirken, daß Wahrheit uns da als solche erscheint. Wenn wir die Menschen bewundern können, die uns in diesem Lebensabschnitt umgeben, kommt uns dies in unserem vorletzten Lebensabschnitt merkwürdig zustatten. Andächtiges Hinaufschauen zu Naturwundern, Stimmung zum Gebet sind segensreiche Faktoren für später. Frohe Anerkennung der Autorität kommt zurück, gewandelt in einer Weise, die selbstverständlich macht, daß ein solcher Mensch Autorität hat. Andacht, die Kinder in diesem Zeitabschnitt zu entwickeln imstande sind, hat zur Folge, daß sie zu Menschen werden, die ohne etwas zu tun, bloß in der Gemeinschaft anderer zu sein brauchen, um wie segnend zu wirken. Die Hand, die sich niemals in Andacht mit der anderen falten konnte, wird nie segnen können. Wer niemals gelernt hat, die Knie zu beugen, wird nie segnen können. Wenn Sie ein solches Gesetz durchdrungen haben, werden Sie es bestätigt finden. Auf diese Weise kann man die Wirkung des Karmagesetzes bereits im Zeitraum eines Menschenlebens verfolgen. So liefert uns das Leben überall Beweise für eine auf allen Gebieten wirkende Gesetzmäßigkeit.
[ 7 ] Während des Alters von sieben bis vierzehn Jahren ist es nötig, daß der Mensch nicht zum vorzeitigen Gebrauch seiner Vernunft erzogen wird. Die Autorität muß bewirken, daß Wahrheit uns da als solche erscheint. Wenn wir die Menschen bewundern können, die uns in diesem Lebensabschnitt umgeben, kommt uns dies in unserem vorletzten Lebensabschnitt merkwürdig zustatten. Andächtiges Hinaufschauen zu Naturwundern, Stimmung zum Gebet sind segensreiche Faktoren für später. Frohe Anerkennung der Autorität kommt zurück, gewandelt in einer Weise, die selbstverständlich macht, daß ein solcher Mensch Autorität hat. Andacht, die Kinder in diesem Zeitabschnitt zu entwickeln imstande sind, hat zur Folge, daß sie zu Menschen werden, die ohne etwas zu tun, bloß in der Gemeinschaft anderer zu sein brauchen, um wie segnend zu wirken. Die Hand, die sich niemals in Andacht mit der anderen falten konnte, wird nie segnen können. Wer niemals gelernt hat, die Knie zu beugen, wird nie segnen können. Wenn Sie ein solches Gesetz durchdrungen haben, werden Sie es bestätigt finden. Auf diese Weise kann man die Wirkung des Karmagesetzes bereits im Zeitraum eines Menschenlebens verfolgen. So liefert uns das Leben überall Beweise für eine auf allen Gebieten wirkende Gesetzmäßigkeit.
[ 8 ] Es können natürlich Umstände eintreten, welche das Gesetz kaschieren. In der Physik kennen wir zum Beispiel das Gesetz des Falles. Denken wir uns einen Gegenstand, der in einem beliebigen Augenblick ohne Stütze, ganz sich selbst überlassen sich durch den Raum bewegt. Infolge des erwähnten Gesetzes wird sich dieser Gegenstand mit zunehmender Schnelligkeit der Erde nähern, bis er auf die Erde stößt. Der Gegenstand wird sich nach ganz bestimmten Gesetzen in der Richtung nach dem Mittelpunkt der Erde zu bewegen, er wird fallen. Denken wir uns weiter, daß plötzlich der im Fallen begriffene Gegenstand von einem horizontal gerichteten Schlag getroffen wird. Der naive Beobachter, der an der betreffenden Stelle der Erde die Ankunft des infolge des Gravitationsgesetzes senkrecht fallenden Gegenstandes erwartet, wird in diesem Falle vergebens warten. Der Gegenstand bleibt weg. Ist darum das Gesetz des Falles aufgehoben? Durchaus nicht. Durch den horizontal geführten Schlag ist nur eine neue Kraft hinzugetreten, und der Gegenstand bewegt sich unter deren Wirkung nunmehr in einer Kurve, welche dem Resultat der Schwerkraft und der später hinzugekommenen Kraft ganz gesetzmäßig entspricht, der Erde zu. An der Stelle, wo der Gegenstand unter diesen Umständen den Boden trifft, wird sein Fallen von einem beliebigen Beobachter als etwas ganz Zufälliges, Unberechenbares betrachtet. Dem ist aber nicht so. Die Gesetzmäßigkeit ist vollständig und unbestechlich.
[ 8 ] Es können natürlich Umstände eintreten, welche das Gesetz kaschieren. In der Physik kennen wir zum Beispiel das Gesetz des Falles. Denken wir uns einen Gegenstand, der in einem beliebigen Augenblick ohne Stütze, ganz sich selbst überlassen sich durch den Raum bewegt. Infolge des erwähnten Gesetzes wird sich dieser Gegenstand mit zunehmender Schnelligkeit der Erde nähern, bis er auf die Erde stößt. Der Gegenstand wird sich nach ganz bestimmten Gesetzen in der Richtung nach dem Mittelpunkt der Erde zu bewegen, er wird fallen. Denken wir uns weiter, daß plötzlich der im Fallen begriffene Gegenstand von einem horizontal gerichteten Schlag getroffen wird. Der naive Beobachter, der an der betreffenden Stelle der Erde die Ankunft des infolge des Gravitationsgesetzes senkrecht fallenden Gegenstandes erwartet, wird in diesem Falle vergebens warten. Der Gegenstand bleibt weg. Ist darum das Gesetz des Falles aufgehoben? Durchaus nicht. Durch den horizontal geführten Schlag ist nur eine neue Kraft hinzugetreten, und der Gegenstand bewegt sich unter deren Wirkung nunmehr in einer Kurve, welche dem Resultat der Schwerkraft und der später hinzugekommenen Kraft ganz gesetzmäßig entspricht, der Erde zu. An der Stelle, wo der Gegenstand unter diesen Umständen den Boden trifft, wird sein Fallen von einem beliebigen Beobachter als etwas ganz Zufälliges, Unberechenbares betrachtet. Dem ist aber nicht so. Die Gesetzmäßigkeit ist vollständig und unbestechlich.
[ 9 ] Dasselbe gilt in vollem Maße für das Karmagesetz, obwohl wir ihm nur selten in allen seinen zusammengesetzten und verwickelten Wirkungen folgen können. Darum ist der Mensch stets geneigt, an seinem Karma zu zweifeln. Aber wie uns auch die äußere Maja verwirrt, wir sollen uns nur von dem belehren lassen, was Gesetz in unserer Seele geworden. Viele, welche in sich die Kräfte des Geistigen entwickeln wollen, werden es nicht für leicht halten, denn immer drängt sich das Leben, das physische, hinein. Da braucht nur etwas in unserem Dasein ein Hemmnis zu sein, wie leicht werden wir uns durch verkehrtes Urteil etwa zu Beleidigungen hinreißen lassen, ohne an die Folgen unseres Handelns zu denken. Wir geben einem Menschen einen Schlag und wissen nicht, daß wir die Hand gegen uns selbst erhoben, denn dieser Schlag wird uns zu seiner Stunde wieder treffen. Überall wirkt das Karmagesetz. Alles was uns im Leben trifft, geschieht unter dem Gesetz des Karma. Aber dadurch, daß wir dieses Gesetz bloß als eine Lehre, als Theorie betrachten, werden wir noch nicht Theosophen.
[ 9 ] Dasselbe gilt in vollem Maße für das Karmagesetz, obwohl wir ihm nur selten in allen seinen zusammengesetzten und verwickelten Wirkungen folgen können. Darum ist der Mensch stets geneigt, an seinem Karma zu zweifeln. Aber wie uns auch die äußere Maja verwirrt, wir sollen uns nur von dem belehren lassen, was Gesetz in unserer Seele geworden. Viele, welche in sich die Kräfte des Geistigen entwickeln wollen, werden es nicht für leicht halten, denn immer drängt sich das Leben, das physische, hinein. Da braucht nur etwas in unserem Dasein ein Hemmnis zu sein, wie leicht werden wir uns durch verkehrtes Urteil etwa zu Beleidigungen hinreißen lassen, ohne an die Folgen unseres Handelns zu denken. Wir geben einem Menschen einen Schlag und wissen nicht, daß wir die Hand gegen uns selbst erhoben, denn dieser Schlag wird uns zu seiner Stunde wieder treffen. Überall wirkt das Karmagesetz. Alles was uns im Leben trifft, geschieht unter dem Gesetz des Karma. Aber dadurch, daß wir dieses Gesetz bloß als eine Lehre, als Theorie betrachten, werden wir noch nicht Theosophen.
[ 10 ] Es gibt zwei Gefühle, welche wir uns aneignen müssen, wenn wir an unserem geistigen Menschen arbeiten wollen. Auf der einen Seite müssen wir uns sagen: Alles an uns kann noch vollkommener sein, nirgends ist eine Grenze im Aufsteigen. — In jedem Augenblick muß das Gefühl der Unvollkommenheit uns anspornen, höher und höher steigen zu wollen auf der Leiter der Vollkommenheit, die keine höchste Sprosse kennt. Das müssen wir uns immer wieder vor die Seele führen, sonst kommen wir in unserer Arbeit an unserem geistigen Menschen keinen Schritt weiter. Andererseits sollen wir uns sagen: Noch ein zweiter Schritt ist notwendig. — In jedem Augenblick sollen wir fühlen, daß eine unendliche Möglichkeit zur Vervollkommnung in uns liegt. Wir sollen unseren verborgenen Menschen so groß als möglich machen. Das ist ein scheinbarer Widerspruch, und der Mensch muß ihn als solchen fühlen. Zwischen diesen beiden Punkten, dem Gefühl der eigenen Unvollkommenheit und dem Streben, den verborgenen Menschen so groß als möglich zu machen, liegt die Entwickelung eingeschlossen.
[ 10 ] Es gibt zwei Gefühle, welche wir uns aneignen müssen, wenn wir an unserem geistigen Menschen arbeiten wollen. Auf der einen Seite müssen wir uns sagen: Alles an uns kann noch vollkommener sein, nirgends ist eine Grenze im Aufsteigen. — In jedem Augenblick muß das Gefühl der Unvollkommenheit uns anspornen, höher und höher steigen zu wollen auf der Leiter der Vollkommenheit, die keine höchste Sprosse kennt. Das müssen wir uns immer wieder vor die Seele führen, sonst kommen wir in unserer Arbeit an unserem geistigen Menschen keinen Schritt weiter. Andererseits sollen wir uns sagen: Noch ein zweiter Schritt ist notwendig. — In jedem Augenblick sollen wir fühlen, daß eine unendliche Möglichkeit zur Vervollkommnung in uns liegt. Wir sollen unseren verborgenen Menschen so groß als möglich machen. Das ist ein scheinbarer Widerspruch, und der Mensch muß ihn als solchen fühlen. Zwischen diesen beiden Punkten, dem Gefühl der eigenen Unvollkommenheit und dem Streben, den verborgenen Menschen so groß als möglich zu machen, liegt die Entwickelung eingeschlossen.
[ 11 ] Derjenige, der als Mystiker strebt, der in sein eigenes Innere hineinsteigt, der durch eine innere Vertiefung vorwärts will, muß durch den ersten Punkt hindurchgehen. Er muß sich die Demut aneignen. Die beste Regel, welche ein Mystiker sich setzen kann, ist die: sich alles, was ihm im eigenen Inneren entgegentritt, so unvollkommen wie möglich zu denken, ganz und gar abzusehen von der eigenen Persönlichkeit. Denn wer in sein eigenes Innere hineinsteigt, muß darauf vorbereitet sein, furchtbare Dinge zu erleben. Geschichten tragischen Erlebens spielen sich in der inneren Welt des Menschen ab, der sich in die Tiefen seines eigenen Wesens wagt. Ein Tauler, ein Eckhart, ein Paulus können davon Kunde geben. Und wie war die Hilfe, welche diese gegen die Gefahren suchten? Paulus sagt: Nicht ich, sondern der Christus in mir will handeln. - Nehmen Sie mit sich den Meister, das Ideal, aber empfinden Sie daneben, daß die Egoität ausgetrieben werden muß. Nicht von ihrem eigenen Ich sollte alles gefühlt, gewollt und ausgedacht sein. Ihr unwürdiges Ich mußte hinausgetrieben werden. Dieses Gefühl ist sehr ähnlich dem Schamgefühl beim gewöhnlichen Menschen. Ein anderer sein wollen, ein anderes in die eigene Seele hineinorganisieren wollen, das ist der Weg der Mystik.
[ 11 ] Derjenige, der als Mystiker strebt, der in sein eigenes Innere hineinsteigt, der durch eine innere Vertiefung vorwärts will, muß durch den ersten Punkt hindurchgehen. Er muß sich die Demut aneignen. Die beste Regel, welche ein Mystiker sich setzen kann, ist die: sich alles, was ihm im eigenen Inneren entgegentritt, so unvollkommen wie möglich zu denken, ganz und gar abzusehen von der eigenen Persönlichkeit. Denn wer in sein eigenes Innere hineinsteigt, muß darauf vorbereitet sein, furchtbare Dinge zu erleben. Geschichten tragischen Erlebens spielen sich in der inneren Welt des Menschen ab, der sich in die Tiefen seines eigenen Wesens wagt. Ein Tauler, ein Eckhart, ein Paulus können davon Kunde geben. Und wie war die Hilfe, welche diese gegen die Gefahren suchten? Paulus sagt: Nicht ich, sondern der Christus in mir will handeln. - Nehmen Sie mit sich den Meister, das Ideal, aber empfinden Sie daneben, daß die Egoität ausgetrieben werden muß. Nicht von ihrem eigenen Ich sollte alles gefühlt, gewollt und ausgedacht sein. Ihr unwürdiges Ich mußte hinausgetrieben werden. Dieses Gefühl ist sehr ähnlich dem Schamgefühl beim gewöhnlichen Menschen. Ein anderer sein wollen, ein anderes in die eigene Seele hineinorganisieren wollen, das ist der Weg der Mystik.
[ 12 ] Und was gehört zum Weg des Okkultismus? Der Weg der Okkultisten führt in die Außenwelt. Will der Mensch den okkulten Weg verfolgen, muß er so leben, daß er sich allmählich gewöhnen lernt, wenn er während des Schlafes aus seinem Körper herausgetreten ist, die höhere Welt zu ertragen. Er muß sich ein Gefühl aneignen, ins Unendliche sich zu vervollkommnen. Aber auch hier kommt ihm eine Gefahr entgegen, wie dem Mystiker, wenn er in sein eigenes Innere hinuntersteigt. Die Gefahren, welche den Mystiker treffen, durften wir nennen; der Mystiker selbst berichtet darüber. Von den Wegen des Okkultisten wird nicht erzählt. Ein jeder muß sich selbst mit dieser Gefahr bekanntmachen.
[ 12 ] Und was gehört zum Weg des Okkultismus? Der Weg der Okkultisten führt in die Außenwelt. Will der Mensch den okkulten Weg verfolgen, muß er so leben, daß er sich allmählich gewöhnen lernt, wenn er während des Schlafes aus seinem Körper herausgetreten ist, die höhere Welt zu ertragen. Er muß sich ein Gefühl aneignen, ins Unendliche sich zu vervollkommnen. Aber auch hier kommt ihm eine Gefahr entgegen, wie dem Mystiker, wenn er in sein eigenes Innere hinuntersteigt. Die Gefahren, welche den Mystiker treffen, durften wir nennen; der Mystiker selbst berichtet darüber. Von den Wegen des Okkultisten wird nicht erzählt. Ein jeder muß sich selbst mit dieser Gefahr bekanntmachen.
[ 13 ] Wenn wir in unser eigenes Innere blicken, so wäre es schlimm, wenn wir nicht gelernt hätten, uns als eine Einheit zu empfinden, die ausgegossen über unser ganzes Wesen ist. Dieses Sich-halten-Können an eine Einheit wird durch jede Leidenschaft, die uns überkommt, zerrissen. Zorn, Neid, Haß zerstören unsere Kraft, den Blick auf die Einheit richten zu können. Und am schlimmsten ist es, wenn wir nicht gelernt haben, uns zu konzentrieren, wenn wir bald hierhin, bald dorthin getrieben werden. Fest und unbeeinflußt müssen wir lernen, uns als Einheit zu fühlen.
[ 13 ] Wenn wir in unser eigenes Innere blicken, so wäre es schlimm, wenn wir nicht gelernt hätten, uns als eine Einheit zu empfinden, die ausgegossen über unser ganzes Wesen ist. Dieses Sich-halten-Können an eine Einheit wird durch jede Leidenschaft, die uns überkommt, zerrissen. Zorn, Neid, Haß zerstören unsere Kraft, den Blick auf die Einheit richten zu können. Und am schlimmsten ist es, wenn wir nicht gelernt haben, uns zu konzentrieren, wenn wir bald hierhin, bald dorthin getrieben werden. Fest und unbeeinflußt müssen wir lernen, uns als Einheit zu fühlen.
[ 14 ] Suchen wir aber als Okkultist den Weg in die Außenwelt, so müssen wir unsere Persönlichkeit, wie sie eben charakterisiert wurde, ausscheiden. Hier darf man nicht eine Einheit suchen, welche der ganzen Außenwelt zugrunde liegt. Denn wenn wir uns in die geistige Welt hinauswenden, treffen wir auf eine unendliche Mannigfaltigkeit von Wesen und Verhältnissen. Wollte der Okkultist versuchen, in die Alleinheit einzudringen, welche hinter der ganzen manifestierten Welt liegt, so würde er zugrunde gehen. Denke man sich den Tropfen einer roten Flüssigkeit, und dieser Tropfen würde hineingegossen in ein großes Bassin mit Wasser. Flüssig, wie der Tropfen ist, würde er sich sofort in der Wassermasse auflösen, er würde zerfließen. So ergeht es dem ungefestigten Ich, wenn es in die Welt der Alleinheit eintreten will. Wir dürfen nicht wagen, allein dort eindringen zu wollen, denn wir verlieren uns, wie der rote Tropfen sich in der Wassermasse verliert. Wenn wir in das Astralreich eintreten wollen, werden wir auf eine Vielheit hingewiesen. Bei der Vielheit müssen wir anfragen, bei den Wesen, die höher stehen als wir, bei denen, die stufenweise selbst eine höhere Entwickelung durchgemacht haben, bei den Hierarchien jener Welt. Wir dürfen nichts überspringen wollen, denn eine Vermessenheit würde es sein, gleich bis zum Höchsten vordringen zu wollen. Wir müssen stufenweise lernen, mit Hilfe der höheren Wesen zu studieren, wenn wir die Alleinheit begreifen wollen. Der Hochmut zum Höchsten vordringen zu wollen, bringt sicher zu Fall. Wir müssen nicht aus unseren monotheistischen Vorstellungen heraus uns verleiten lassen zu glauben, daß wir, wenn der Schleier, der uns von der geistigen Welt trennt, zur Seite gleitet, nur eine einzige göttliche Alleinheit sehen. Es ist die Vielfältigkeit, in welche wir schauen, und auf die Vielfältigkeit müssen wir unseren Blick richten.
[ 14 ] Suchen wir aber als Okkultist den Weg in die Außenwelt, so müssen wir unsere Persönlichkeit, wie sie eben charakterisiert wurde, ausscheiden. Hier darf man nicht eine Einheit suchen, welche der ganzen Außenwelt zugrunde liegt. Denn wenn wir uns in die geistige Welt hinauswenden, treffen wir auf eine unendliche Mannigfaltigkeit von Wesen und Verhältnissen. Wollte der Okkultist versuchen, in die Alleinheit einzudringen, welche hinter der ganzen manifestierten Welt liegt, so würde er zugrunde gehen. Denke man sich den Tropfen einer roten Flüssigkeit, und dieser Tropfen würde hineingegossen in ein großes Bassin mit Wasser. Flüssig, wie der Tropfen ist, würde er sich sofort in der Wassermasse auflösen, er würde zerfließen. So ergeht es dem ungefestigten Ich, wenn es in die Welt der Alleinheit eintreten will. Wir dürfen nicht wagen, allein dort eindringen zu wollen, denn wir verlieren uns, wie der rote Tropfen sich in der Wassermasse verliert. Wenn wir in das Astralreich eintreten wollen, werden wir auf eine Vielheit hingewiesen. Bei der Vielheit müssen wir anfragen, bei den Wesen, die höher stehen als wir, bei denen, die stufenweise selbst eine höhere Entwickelung durchgemacht haben, bei den Hierarchien jener Welt. Wir dürfen nichts überspringen wollen, denn eine Vermessenheit würde es sein, gleich bis zum Höchsten vordringen zu wollen. Wir müssen stufenweise lernen, mit Hilfe der höheren Wesen zu studieren, wenn wir die Alleinheit begreifen wollen. Der Hochmut zum Höchsten vordringen zu wollen, bringt sicher zu Fall. Wir müssen nicht aus unseren monotheistischen Vorstellungen heraus uns verleiten lassen zu glauben, daß wir, wenn der Schleier, der uns von der geistigen Welt trennt, zur Seite gleitet, nur eine einzige göttliche Alleinheit sehen. Es ist die Vielfältigkeit, in welche wir schauen, und auf die Vielfältigkeit müssen wir unseren Blick richten.
[ 15 ] Aber wie sollen wir uns zurechtfinden? Pythagoras hat gesagt: Suchet die Vielfältigkeit nicht mit euren Augen, Ohren und Sinnen, suchet sie durch die Zahl! — Gerüstet mit der Zahl, sollen wir uns der Vielfältigkeit nähern. Wie der Mystiker das Ideal der höheren Vervollkommnung' in sein Inneres gießen muß, so muß der Okkultist an die Zahl appellieren. Und hier ist eine Eigenschaft absolut notwendig, nämlich die Sicherheit. Wir müssen uns sicher fühlen. Denn wenn der Mensch schwankt, was ist er da? Ein Irrlicht, ein flackerndes Licht, und die Welt ist ein Labyrinth. Wir brauchen einen Ariadnefaden, um zurückfinden zu können. Die Zahl macht uns fest, sie müssen wir im Auge haben. — Wenn du in die geistige Welt eintreten willst, mußt du aus dir selbst heraustreten, du mußt zunächst in das Chaos des Vielen gehen. — Wie finden wir den Faktor? Wo ein ordnendes Prinzip? Durch die Zahl, durch die Gesetzmäßigkeit der Zahl finden wir es. Wir müssen in das Wesen der Zahl eindringen und ihren wirklichen Wert kennenlernen. Die Zahl allein kann uns in dem Labyrinth zum Führer werden. Die Zahl kann uns vieles lehren, und gewissen Zahlen liegen tiefe Geheimnisse zugrunde.
[ 15 ] Aber wie sollen wir uns zurechtfinden? Pythagoras hat gesagt: Suchet die Vielfältigkeit nicht mit euren Augen, Ohren und Sinnen, suchet sie durch die Zahl! — Gerüstet mit der Zahl, sollen wir uns der Vielfältigkeit nähern. Wie der Mystiker das Ideal der höheren Vervollkommnung' in sein Inneres gießen muß, so muß der Okkultist an die Zahl appellieren. Und hier ist eine Eigenschaft absolut notwendig, nämlich die Sicherheit. Wir müssen uns sicher fühlen. Denn wenn der Mensch schwankt, was ist er da? Ein Irrlicht, ein flackerndes Licht, und die Welt ist ein Labyrinth. Wir brauchen einen Ariadnefaden, um zurückfinden zu können. Die Zahl macht uns fest, sie müssen wir im Auge haben. — Wenn du in die geistige Welt eintreten willst, mußt du aus dir selbst heraustreten, du mußt zunächst in das Chaos des Vielen gehen. — Wie finden wir den Faktor? Wo ein ordnendes Prinzip? Durch die Zahl, durch die Gesetzmäßigkeit der Zahl finden wir es. Wir müssen in das Wesen der Zahl eindringen und ihren wirklichen Wert kennenlernen. Die Zahl allein kann uns in dem Labyrinth zum Führer werden. Die Zahl kann uns vieles lehren, und gewissen Zahlen liegen tiefe Geheimnisse zugrunde.
[ 16 ] Nehmen wir die Zahl Zwei. Alles was ins Leben tritt, offenbart sich in der Zweizahl. Rechts nicht ohne Links, Licht nicht ohne Dunkel. Alles was nach außen sich manifestiert, steht unter der Zweizahl. Die Zweizahl ist die Zahl der Offenbarung, die Zahl der Manifestation.
[ 16 ] Nehmen wir die Zahl Zwei. Alles was ins Leben tritt, offenbart sich in der Zweizahl. Rechts nicht ohne Links, Licht nicht ohne Dunkel. Alles was nach außen sich manifestiert, steht unter der Zweizahl. Die Zweizahl ist die Zahl der Offenbarung, die Zahl der Manifestation.
[ 17 ] Die Dreizahl ist die Zahl der Gesetzmäßigkeit des Seelischen: Denken, Fühlen und Wollen. Insofern etwas sich im Seelischen organisiert und gliedert, steht es unter der Dreizahl. Wo die Dreizahl sich als ein Gesetzmäßiges enthüllt, liegt ein Seelisches zugrunde. In unzähligen Beziehungen können wir die Dreizahl finden. In den drei Logoi haben wir die drei Grundkräfte, die auf etwas Göttlich-Seelisches zurückweisen.
[ 17 ] Die Dreizahl ist die Zahl der Gesetzmäßigkeit des Seelischen: Denken, Fühlen und Wollen. Insofern etwas sich im Seelischen organisiert und gliedert, steht es unter der Dreizahl. Wo die Dreizahl sich als ein Gesetzmäßiges enthüllt, liegt ein Seelisches zugrunde. In unzähligen Beziehungen können wir die Dreizahl finden. In den drei Logoi haben wir die drei Grundkräfte, die auf etwas Göttlich-Seelisches zurückweisen.
[ 18 ] In bezug auf alles Zeitliche gilt die Siebenzahl: Saturn, Sonne, Mond, Erde, Jupiter, Venus und Vulkan, welche die sieben aufeinanderfolgenden Evolutionszustände bezeichnen.
[ 18 ] In bezug auf alles Zeitliche gilt die Siebenzahl: Saturn, Sonne, Mond, Erde, Jupiter, Venus und Vulkan, welche die sieben aufeinanderfolgenden Evolutionszustände bezeichnen.
[ 19 ] Wo wir etwas gleichzeitig zusammenwirken sehen, bekommen wir die Zwölfzahl: die zwölf Götter, die zwölf Apostel und so weiter. Hiermit hängt auch die Reduktion der Fixsterne auf die zwölf Zeichen des Tierkreises zusammen. Die Zwölfzahl lehrt uns noch eine andere Gesetzmäßigkeit. Denken wir an den Materialismus. Ist der Materialismus falsch? Er braucht es nicht zu sein, solange der Mensch ihn nicht in das Seelische hineinträgt. Will man Materialist sein, so muß man dem Vitalismus huldigen, dann lernt man das materielle Leben begreifen. Einen anderen Gesichtspunkt muß man aber für das Seelische und für das Geistige wählen. Wollen wir die Welt in ihrer Fülle begreifen, so müssen wir in der Lage sein, uns auf verschiedene Standpunkte zu stellen. Wir müssen den praktischen Geistesweg gehen.
[ 19 ] Wo wir etwas gleichzeitig zusammenwirken sehen, bekommen wir die Zwölfzahl: die zwölf Götter, die zwölf Apostel und so weiter. Hiermit hängt auch die Reduktion der Fixsterne auf die zwölf Zeichen des Tierkreises zusammen. Die Zwölfzahl lehrt uns noch eine andere Gesetzmäßigkeit. Denken wir an den Materialismus. Ist der Materialismus falsch? Er braucht es nicht zu sein, solange der Mensch ihn nicht in das Seelische hineinträgt. Will man Materialist sein, so muß man dem Vitalismus huldigen, dann lernt man das materielle Leben begreifen. Einen anderen Gesichtspunkt muß man aber für das Seelische und für das Geistige wählen. Wollen wir die Welt in ihrer Fülle begreifen, so müssen wir in der Lage sein, uns auf verschiedene Standpunkte zu stellen. Wir müssen den praktischen Geistesweg gehen.
[ 20 ] Nun hört man wohl einen Menschen den Grundsatz aussprechen: Du mußt dir ein gewisses System machen, wenn du in die höheren Welten eindringen willst. — Das ist aber der schlechteste Weg, den man gehen kann. Man soll dagegen erst aus seiner eigenen Persönlichkeit heraustreten: von dem Mittelpunkt, den diese Persönlichkeit in ihrem Dasein einnimmt, bis an den Horizont unseres physischen Daseins, und erst hier im Horizont sollen wir uns auf einen bestimmten Standpunkt stellen, zunächst den materialistischen, und diesen von innen heraus, von dem einen Gesichtspunkt betrachten, wodurch wir, wie schon erwähnt, das materielle Leben kennenlernen. Dann erst können wir um den Horizont herumschreiten und uns zwölf verschiedene Gesichtspunkte wählen. Das ist der einzige Weg, der zur eigentlichen Erkenntnis führen kann. Der praktische Okkultist muß sehr selbstlos werden, ehe er den Horizont im Kreise abschreiten kann. Dadurch, daß er zwölfmal sein persönliches Ich vergessen muß, erhält er die Einheitlichkeit im Äußeren wie im Inneren.
[ 20 ] Nun hört man wohl einen Menschen den Grundsatz aussprechen: Du mußt dir ein gewisses System machen, wenn du in die höheren Welten eindringen willst. — Das ist aber der schlechteste Weg, den man gehen kann. Man soll dagegen erst aus seiner eigenen Persönlichkeit heraustreten: von dem Mittelpunkt, den diese Persönlichkeit in ihrem Dasein einnimmt, bis an den Horizont unseres physischen Daseins, und erst hier im Horizont sollen wir uns auf einen bestimmten Standpunkt stellen, zunächst den materialistischen, und diesen von innen heraus, von dem einen Gesichtspunkt betrachten, wodurch wir, wie schon erwähnt, das materielle Leben kennenlernen. Dann erst können wir um den Horizont herumschreiten und uns zwölf verschiedene Gesichtspunkte wählen. Das ist der einzige Weg, der zur eigentlichen Erkenntnis führen kann. Der praktische Okkultist muß sehr selbstlos werden, ehe er den Horizont im Kreise abschreiten kann. Dadurch, daß er zwölfmal sein persönliches Ich vergessen muß, erhält er die Einheitlichkeit im Äußeren wie im Inneren.
