The Occult Significance of the Bhagavad Gita
GA 146
31 May 1913, Helsinki
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Die okkulten Grundlagen der Bhagavad Gita
Vierter Vortrag
Vierter Vortrag
[ 1 ] Wir haben gesehen, daß der Mensch, wenn er einrücken will in jene Region, in welcher auch die Träume gewoben werden, mitbringen muß in diese Region aus der gewöhnlichen Welt dasjenige, was man nennen kann ein verstärktes Selbstbewußtsein, ein Mehr in dem Ich, als dieses Ich nötig hat für den physischen Plan, für die physische Welt. In unserer Gegenwart wird dieses Mehr von Selbstbewußtsein, dieser Überschuß aus unserer Seele durch dasjenige herausgebildet, was wir erleben können durch solche Übungen, wie sie erwähnt sind in dem Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten ?». Es findet zunächst also eine solche Verstärkung, Erkraftung des Selbstes statt. Weil der Mensch sozusagen empfindet, daß er das braucht, so überkommt ihn auch etwas wie eine Art Furcht, wie eine Art Angst, eine Art Scheu, hinauf sich zu entwickeln in die höheren Welten, wenn er diese Stärke im inneren Selbst noch nicht erlangt hat.
[ 1 ] Wir haben gesehen, daß der Mensch, wenn er einrücken will in jene Region, in welcher auch die Träume gewoben werden, mitbringen muß in diese Region aus der gewöhnlichen Welt dasjenige, was man nennen kann ein verstärktes Selbstbewußtsein, ein Mehr in dem Ich, als dieses Ich nötig hat für den physischen Plan, für die physische Welt. In unserer Gegenwart wird dieses Mehr von Selbstbewußtsein, dieser Überschuß aus unserer Seele durch dasjenige herausgebildet, was wir erleben können durch solche Übungen, wie sie erwähnt sind in dem Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten ?». Es findet zunächst also eine solche Verstärkung, Erkraftung des Selbstes statt. Weil der Mensch sozusagen empfindet, daß er das braucht, so überkommt ihn auch etwas wie eine Art Furcht, wie eine Art Angst, eine Art Scheu, hinauf sich zu entwickeln in die höheren Welten, wenn er diese Stärke im inneren Selbst noch nicht erlangt hat.
[ 2 ] Nun habe ich oftmals betont, daß die Menschenseele im Verlauf der Evolution die verschiedensten Stadien durchgemacht hat. Was heute durch die genannten Übungen eine solche Menschenseele der Gegenwart erlangen kann an Erhöhung, an Erkraftung des Selbstbewußtseins, das konnte sie auf dieselbe Art nicht eigentlich erreichen in der Zeit, in welche wir zu versetzen haben den erhabenen Sang, die Bhagavad Gita. Dafür war in alten Zeiten im menschlichen Selbst, im menschlichen Bewußtsein etwas anderes vorhanden: Es war noch die erste, uralte Hellsichtigkeit in der Menschenseele vorhanden. Hellsichtigkeit ist auch etwas, was man sozusagen für das gewöhnliche Selbst auf dem physischen Plan nicht eigentlich braucht, wenn man nur mit dem, was eben jeweilig der physische Plan enthält, sich zufrieden geben kann.
[ 2 ] Nun habe ich oftmals betont, daß die Menschenseele im Verlauf der Evolution die verschiedensten Stadien durchgemacht hat. Was heute durch die genannten Übungen eine solche Menschenseele der Gegenwart erlangen kann an Erhöhung, an Erkraftung des Selbstbewußtseins, das konnte sie auf dieselbe Art nicht eigentlich erreichen in der Zeit, in welche wir zu versetzen haben den erhabenen Sang, die Bhagavad Gita. Dafür war in alten Zeiten im menschlichen Selbst, im menschlichen Bewußtsein etwas anderes vorhanden: Es war noch die erste, uralte Hellsichtigkeit in der Menschenseele vorhanden. Hellsichtigkeit ist auch etwas, was man sozusagen für das gewöhnliche Selbst auf dem physischen Plan nicht eigentlich braucht, wenn man nur mit dem, was eben jeweilig der physische Plan enthält, sich zufrieden geben kann.
[ 3 ] Aber jene alten Zeiten, jene alten Menschen der Zeit, in welche wir die erhabene Gita zu versetzen haben, hatten eben noch die Reste uralten Hellsehens. Wir blicken auf der einen Seite zurück bis zu solchen Menschen, die Zeitgenossen waren der Entstehung der Bhagavad Gita. Diese Menschen konnten sich sagen: Wenn ich die physische Umwelt schaue, dann bekomme ich Eindrücke durch meine Sinne, dann können diese Eindrücke der Sinne durch den Verstand, der an das Gehirn gebunden ist, kombiniert werden. Aber ich habe außerdem noch eine andere Kraft, durch die ich hellsehend ein Wissen mir aneignen kann von anderen Welten. Und diese Kräfte bezeugen mir, daf die Menschen auch noch anderen Welten angehören, daß ich als Mensch noch hineinrage in andere Welten, über die gewöhnliche physische Welt hinaus. — Das aber ist eben das verstärkte Selbstbewußtsein, das unmittelbar in der Seele hervorsprießen läßt das Wissen, daß diese Seele nicht allein der physischen Welt angehört. Es ist gleichsam ein Überdruck im Selbst, was da hervorgerufen wird durch jene, wenn auch letzten Reste hellsichtiger Kraft. Und heute wiederum kann der Mensch solche Kräfte eines Überdruckes in sich entwickeln, wenn er entsprechende okkulte Übungen in seiner Seele vollzieht.
[ 3 ] Aber jene alten Zeiten, jene alten Menschen der Zeit, in welche wir die erhabene Gita zu versetzen haben, hatten eben noch die Reste uralten Hellsehens. Wir blicken auf der einen Seite zurück bis zu solchen Menschen, die Zeitgenossen waren der Entstehung der Bhagavad Gita. Diese Menschen konnten sich sagen: Wenn ich die physische Umwelt schaue, dann bekomme ich Eindrücke durch meine Sinne, dann können diese Eindrücke der Sinne durch den Verstand, der an das Gehirn gebunden ist, kombiniert werden. Aber ich habe außerdem noch eine andere Kraft, durch die ich hellsehend ein Wissen mir aneignen kann von anderen Welten. Und diese Kräfte bezeugen mir, daf die Menschen auch noch anderen Welten angehören, daß ich als Mensch noch hineinrage in andere Welten, über die gewöhnliche physische Welt hinaus. — Das aber ist eben das verstärkte Selbstbewußtsein, das unmittelbar in der Seele hervorsprießen läßt das Wissen, daß diese Seele nicht allein der physischen Welt angehört. Es ist gleichsam ein Überdruck im Selbst, was da hervorgerufen wird durch jene, wenn auch letzten Reste hellsichtiger Kraft. Und heute wiederum kann der Mensch solche Kräfte eines Überdruckes in sich entwickeln, wenn er entsprechende okkulte Übungen in seiner Seele vollzieht.
[ 4 ] Da könnte eingewendet werden — und Sie wissen ja, daß immer an der entsprechenden Stelle in anthroposophischen Vorträgen vorweggenommen werden solche Einwände, die der wahre Okkultist selber recht gut weiß —, da könnte eingewendet werden: Ja, wie kommt überhaupt der Mensch in unserer Zeit dazu, solche okkulten Übungen machen zu wollen? Warum ist er nicht zufrieden mit dem, was der Verstand bietet, der an das Gehirn gebunden ist? Warum will der Mensch solche okkulten Übungen? — Da berühren wir eine Frage, die nicht nur eine Frage, sondern eine Art Tatsache ist für jede sinnige Seele im gegenwärtigen Menschheitszyklus. Wenn der Mensch wirklich in seiner Seele zu nichts käme als zu dem, was nur die Sinne ihm zeigen, was ihm der Verstand gibt, der an das äußere physische Instrument, das Gehirn, gebunden ist, dann wäre er ganz sicher zufrieden mit seinem Dasein, ohne irgendeine Begierde zu entwickeln nach höheren übersinnlichen Welten. Der Mensch würde in einem solchen Falle sehen, wie sich die Dinge und Ereignisse um ihn herum verhalten und abspielen, er würde sie entstehen und vergehen sehen, nicht aber über Entstehen und Vergehen in sich eine Frage stellen, sondern damit zweifellos zufrieden sein, wie etwa zufrieden sein kann das einzelne Tier mit seinem Dasein. Das kann der Mensch im Grunde genommen ganz gut in der Lage, in welcher heute der materialistisch gesinnte Mensch den Menschen denken möchte. Das Tier ist in der Lage, mit seinem gewöhnlichen Bewußtsein nur aufzunehmen dasjenige, was vor den Sinnen entsteht und vergeht; auch ist das Tier zufrieden mit dem, was vor den Sinnen sich abspielt. So ist es aber nicht bei dem Menschen. Aber warum ist es nicht so beim Menschen?
[ 4 ] Da könnte eingewendet werden — und Sie wissen ja, daß immer an der entsprechenden Stelle in anthroposophischen Vorträgen vorweggenommen werden solche Einwände, die der wahre Okkultist selber recht gut weiß —, da könnte eingewendet werden: Ja, wie kommt überhaupt der Mensch in unserer Zeit dazu, solche okkulten Übungen machen zu wollen? Warum ist er nicht zufrieden mit dem, was der Verstand bietet, der an das Gehirn gebunden ist? Warum will der Mensch solche okkulten Übungen? — Da berühren wir eine Frage, die nicht nur eine Frage, sondern eine Art Tatsache ist für jede sinnige Seele im gegenwärtigen Menschheitszyklus. Wenn der Mensch wirklich in seiner Seele zu nichts käme als zu dem, was nur die Sinne ihm zeigen, was ihm der Verstand gibt, der an das äußere physische Instrument, das Gehirn, gebunden ist, dann wäre er ganz sicher zufrieden mit seinem Dasein, ohne irgendeine Begierde zu entwickeln nach höheren übersinnlichen Welten. Der Mensch würde in einem solchen Falle sehen, wie sich die Dinge und Ereignisse um ihn herum verhalten und abspielen, er würde sie entstehen und vergehen sehen, nicht aber über Entstehen und Vergehen in sich eine Frage stellen, sondern damit zweifellos zufrieden sein, wie etwa zufrieden sein kann das einzelne Tier mit seinem Dasein. Das kann der Mensch im Grunde genommen ganz gut in der Lage, in welcher heute der materialistisch gesinnte Mensch den Menschen denken möchte. Das Tier ist in der Lage, mit seinem gewöhnlichen Bewußtsein nur aufzunehmen dasjenige, was vor den Sinnen entsteht und vergeht; auch ist das Tier zufrieden mit dem, was vor den Sinnen sich abspielt. So ist es aber nicht bei dem Menschen. Aber warum ist es nicht so beim Menschen?
[ 5 ] Ich rede in diesem Zusammenhange immer von dem Menschen der Gegenwart. Denn noch im alten Griechenland war es im Grunde nicht so für die Menschenseele, wie es heute ist. Wenn wir heute wirklich mit voller Seele an die Naturwissenschaft herangehen, Naturwissenschaft uns erwerben, wenn wir an dasjenige herangehen, was im geschichtlichen Werden vor sich geht, uns die äußere Historiologie, Geschichtswissenschaft aneignen, dann kommt mit alle dem, was wir uns da aneignen, zugleich etwas in diese Menschenseele herein, es schleicht sich ganz verstohlen mit alldem etwas in die Menschenseele hinein, wofür eigentlich Zweck und Sinn fehlt im äußeren physischen Leben. Man hat daher mannigfache Vergleiche gebraucht für dasjenige, was sich da einschleicht. Einen solchen möchte ich doch erwähnen, weil er oftmals gemacht wird, ohne daß eigentlich wirklich nachgedacht wird über seine tiefere Bedeutung. Eine sehr berühmte medizinische Autorität hat im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts einmal, um sozusagen das Ehrwürdige der selbständigen Wissenschaft bedeutungsvoller an der Akademie der Wissenschaft hervorzuheben, aufmerksam gemacht auf einen griechischen Philosophen, der einmal gefragt worden ist: Wie ist es denn eigentlich mit dem philosophischen Nachdenken über des Lebens Sinn und Zweck? Wie verhält sich dieses Nachdenken zu den anderen Tätigkeiten der Menschen, die sich durch andere Arbeit, durch nützliche Tätigkeit beteiligen am allgemeinen Leben? — Da hat jener Philosoph folgende Antwort gegeben: Man betrachte sich einmal einen Jahrmarkt. Da kommen die Menschen zum Verkauf und Kauf. Diese sind alle beschäftigt. Aber auch einige andere finden sich ein, die wollen nichts verkaufen und auch nichts kaufen, sondern sie wollen betrachten, nur anschauen, wie es da zugeht auf dem Jahrmarkt. — Der Philosoph wollte nämlich sagen: Der Jahrmarkt sei das Leben. Da sind die Menschen beschäftigt in mannigfacher Form. Die Philosophen aber, die nicht beschäftigt sind mit dem, was andere Menschen beschäftigt, lungern herum, gehen herum und schauen sich alles bloß an, um alles kennenzulernen.
[ 5 ] Ich rede in diesem Zusammenhange immer von dem Menschen der Gegenwart. Denn noch im alten Griechenland war es im Grunde nicht so für die Menschenseele, wie es heute ist. Wenn wir heute wirklich mit voller Seele an die Naturwissenschaft herangehen, Naturwissenschaft uns erwerben, wenn wir an dasjenige herangehen, was im geschichtlichen Werden vor sich geht, uns die äußere Historiologie, Geschichtswissenschaft aneignen, dann kommt mit alle dem, was wir uns da aneignen, zugleich etwas in diese Menschenseele herein, es schleicht sich ganz verstohlen mit alldem etwas in die Menschenseele hinein, wofür eigentlich Zweck und Sinn fehlt im äußeren physischen Leben. Man hat daher mannigfache Vergleiche gebraucht für dasjenige, was sich da einschleicht. Einen solchen möchte ich doch erwähnen, weil er oftmals gemacht wird, ohne daß eigentlich wirklich nachgedacht wird über seine tiefere Bedeutung. Eine sehr berühmte medizinische Autorität hat im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts einmal, um sozusagen das Ehrwürdige der selbständigen Wissenschaft bedeutungsvoller an der Akademie der Wissenschaft hervorzuheben, aufmerksam gemacht auf einen griechischen Philosophen, der einmal gefragt worden ist: Wie ist es denn eigentlich mit dem philosophischen Nachdenken über des Lebens Sinn und Zweck? Wie verhält sich dieses Nachdenken zu den anderen Tätigkeiten der Menschen, die sich durch andere Arbeit, durch nützliche Tätigkeit beteiligen am allgemeinen Leben? — Da hat jener Philosoph folgende Antwort gegeben: Man betrachte sich einmal einen Jahrmarkt. Da kommen die Menschen zum Verkauf und Kauf. Diese sind alle beschäftigt. Aber auch einige andere finden sich ein, die wollen nichts verkaufen und auch nichts kaufen, sondern sie wollen betrachten, nur anschauen, wie es da zugeht auf dem Jahrmarkt. — Der Philosoph wollte nämlich sagen: Der Jahrmarkt sei das Leben. Da sind die Menschen beschäftigt in mannigfacher Form. Die Philosophen aber, die nicht beschäftigt sind mit dem, was andere Menschen beschäftigt, lungern herum, gehen herum und schauen sich alles bloß an, um alles kennenzulernen.
[ 6 ] Es ist schon einmal in das Fleisch und Blut der sogenannten intellektuellen Menschheit eingedrungen, daß man die Philosophen deshalb, weil sie nicht offensichtlich teilnehmen an der nützlichen Tätigkeit im Leben, gerade wegen ihrer auf sich selbst gestellten, selbständigen Wissenschaft, die sich vollkommen selbst genügt, ganz besonders schätzen will. Aber dieser Vergleich sollte denn doch einigermaßen zum Nachdenken anregen. Vielleicht könnte das banausisch scheinen, aber es ist doch nicht ganz banausisch, wenn man tiefer nachdenkt. Dieser Vergleich könnte nämlich recht gut zum Nachdenken anregen. Es ist denn doch recht bedenklich, daß man die Philosophen vergleicht mit den Herumlungerern auf dem Jahrmarkt des Lebens, die eigentlich zwecklos sind, die da herumgehen zwischen Leuten, die alle einen Zweck haben. Das wäre doch auch ein mögliches Nachdenken. Es werden eben durchaus oftmals Urteile gefällt, welche vielleicht an ihrem Ausgangspunkte ganz zweifellos richtig sind. Wenn sie sich aber durch Jahrhunderte oder, wie dieses, sogar durch Jahrtausende fortschleppen, dann können sie doch recht unrichtig werden. Daher darf die Frage aufgeworfen werden: Sind denn wirklich alle, über die so im allgemeinen ein Urteil gefällt wird, sind die wirklich zunächst die Herumlungerer im Leben?
[ 6 ] Es ist schon einmal in das Fleisch und Blut der sogenannten intellektuellen Menschheit eingedrungen, daß man die Philosophen deshalb, weil sie nicht offensichtlich teilnehmen an der nützlichen Tätigkeit im Leben, gerade wegen ihrer auf sich selbst gestellten, selbständigen Wissenschaft, die sich vollkommen selbst genügt, ganz besonders schätzen will. Aber dieser Vergleich sollte denn doch einigermaßen zum Nachdenken anregen. Vielleicht könnte das banausisch scheinen, aber es ist doch nicht ganz banausisch, wenn man tiefer nachdenkt. Dieser Vergleich könnte nämlich recht gut zum Nachdenken anregen. Es ist denn doch recht bedenklich, daß man die Philosophen vergleicht mit den Herumlungerern auf dem Jahrmarkt des Lebens, die eigentlich zwecklos sind, die da herumgehen zwischen Leuten, die alle einen Zweck haben. Das wäre doch auch ein mögliches Nachdenken. Es werden eben durchaus oftmals Urteile gefällt, welche vielleicht an ihrem Ausgangspunkte ganz zweifellos richtig sind. Wenn sie sich aber durch Jahrhunderte oder, wie dieses, sogar durch Jahrtausende fortschleppen, dann können sie doch recht unrichtig werden. Daher darf die Frage aufgeworfen werden: Sind denn wirklich alle, über die so im allgemeinen ein Urteil gefällt wird, sind die wirklich zunächst die Herumlungerer im Leben?
[ 7 ] Es kommt nur darauf an, wonach man das Leben bewertet. Ganz gewiß gibt es Menschen, die die Philosophen wirklich als unnütze Herumlungerer ansehen und glauben, daß es gescheiter wäre, irgendein nützliches Handwerk zu treiben. Von ihrem Standpunkte mögen diese Menschen sogar ganz recht haben. Aber es kommt darauf an, daß, wenn man das Leben mit den Sinnen betrachtet und mit dem Verstande, der an das Gehirn gebunden ist, dann wie verstohlen Dinge in die menschliche Seele hineinschleichen, die ganz offenkundig gar keinen Zusammenhang haben mit der Außenwelt, welche uns sinnlich umgibt. Man kann das sehr gut sehen bei der Lektüre solcher Bücher, die aus rein materialistischer Grundlage heraus eine befriedigende Weltanschauung zimmern wollen, welche die Welträtsel lösen soll. Dann stellt sich gewöhnlich heraus, daß am Ende dieser Bücher überhaupt erst Fragen auftauchen. Diese Bücher werfen im allgemeinen die Welträtsel erst auf an ihrem Ende. Es schleicht sich eben ein Gedanke ein mit der Aufnahme dessen, was diese Bücher behandeln, mit der Aufnahme der Außenwelt, ein Gedanke, mit dem man sich sagen muß: Entweder ist der Mensch noch für andere Welten da als nur für die physische Welt, oder diese physische Welt belügt, prellt einen fortwährend, indem sie uns Rätsel aufgibt, die wir nicht beantworten können. Eine ganze Summe unseres Seelenlebens ist sinnlos, wenn wirklich das Leben mit dem Tode abschließen würde, wenn der Mensch keinen Anteil, keinen Zusammenhang hätte mit der höheren Welt. Und die Sinnlosigkeit dessen, was er hat, nicht die Sehnsucht nach etwas, was er nicht hat, das ist es, was den Menschen dazu treibt, dem nachzugehen, wie es sich damit verhält, daß in die Seele etwas kommt, was gar kein Bürger unserer Sinnenwelt ist. Und das treibt ihn dazu, etwas auszubilden, wie es eben durch okkulte Übungen geschehen kann, etwas, was ganz offenkundig nicht mit der Außenwelt zusammenhängt. Wir würden nicht sagen, der Mensch habe die Sehnsucht nach der Unsterblichkeit in sich, und deshalb bilde er sich den Begriff der Unsterblichkeit, deshalb erfinde er sie, sondern: der Mensch hat so, wie er lebt, etwas von der Außenwelt hereinbekommen in seine Seele, was ganz sinnlos, zwecklos, wesenlos wäre, wenn das Dasein nur zwischen Geburt und Tod eingeschlossen wäre. Der Mensch muß fragen nach Sinn und Zweck, überhaupt nach der ganzen Wesenhaftigkeit von etwas, was er hat, und nicht von etwas, was er nicht hat.
[ 7 ] Es kommt nur darauf an, wonach man das Leben bewertet. Ganz gewiß gibt es Menschen, die die Philosophen wirklich als unnütze Herumlungerer ansehen und glauben, daß es gescheiter wäre, irgendein nützliches Handwerk zu treiben. Von ihrem Standpunkte mögen diese Menschen sogar ganz recht haben. Aber es kommt darauf an, daß, wenn man das Leben mit den Sinnen betrachtet und mit dem Verstande, der an das Gehirn gebunden ist, dann wie verstohlen Dinge in die menschliche Seele hineinschleichen, die ganz offenkundig gar keinen Zusammenhang haben mit der Außenwelt, welche uns sinnlich umgibt. Man kann das sehr gut sehen bei der Lektüre solcher Bücher, die aus rein materialistischer Grundlage heraus eine befriedigende Weltanschauung zimmern wollen, welche die Welträtsel lösen soll. Dann stellt sich gewöhnlich heraus, daß am Ende dieser Bücher überhaupt erst Fragen auftauchen. Diese Bücher werfen im allgemeinen die Welträtsel erst auf an ihrem Ende. Es schleicht sich eben ein Gedanke ein mit der Aufnahme dessen, was diese Bücher behandeln, mit der Aufnahme der Außenwelt, ein Gedanke, mit dem man sich sagen muß: Entweder ist der Mensch noch für andere Welten da als nur für die physische Welt, oder diese physische Welt belügt, prellt einen fortwährend, indem sie uns Rätsel aufgibt, die wir nicht beantworten können. Eine ganze Summe unseres Seelenlebens ist sinnlos, wenn wirklich das Leben mit dem Tode abschließen würde, wenn der Mensch keinen Anteil, keinen Zusammenhang hätte mit der höheren Welt. Und die Sinnlosigkeit dessen, was er hat, nicht die Sehnsucht nach etwas, was er nicht hat, das ist es, was den Menschen dazu treibt, dem nachzugehen, wie es sich damit verhält, daß in die Seele etwas kommt, was gar kein Bürger unserer Sinnenwelt ist. Und das treibt ihn dazu, etwas auszubilden, wie es eben durch okkulte Übungen geschehen kann, etwas, was ganz offenkundig nicht mit der Außenwelt zusammenhängt. Wir würden nicht sagen, der Mensch habe die Sehnsucht nach der Unsterblichkeit in sich, und deshalb bilde er sich den Begriff der Unsterblichkeit, deshalb erfinde er sie, sondern: der Mensch hat so, wie er lebt, etwas von der Außenwelt hereinbekommen in seine Seele, was ganz sinnlos, zwecklos, wesenlos wäre, wenn das Dasein nur zwischen Geburt und Tod eingeschlossen wäre. Der Mensch muß fragen nach Sinn und Zweck, überhaupt nach der ganzen Wesenhaftigkeit von etwas, was er hat, und nicht von etwas, was er nicht hat.
[ 8 ] So ist der Mensch der Gegenwart in der Tat nicht mehr ganz in der Lage — und darum kann er sich in der heutigen Zeit nicht auf den griechischen Philosophen berufen —, er ist nicht mehr ganz in der Lage eines bloßen Herumlungerers, eines bloßen Strabanzers, sondern er ist in einer anderen Lage: in der Lage, daß man ihn vergleichen kann mit einer Persönlichkeit, die nur Worte verleiht demjenigen, was eigentlich in allen lebt. Im alten Griechenland paßte tatsächlich der Vergleich des Philosophen. Heute paßt er nicht mehr, heute ist die Sache anders. Wenn wir das Leben wiederum mit einem Jahrmarkt vergleichen, so können wir auch heute sagen: Da kommen Käufer und Verkäufer. Wenn sie nun den Jahrmarkt abschließen und abzählen, ob alles stimmt, dann finden sie — so wunderbar das klingt, aber jeder Vergleich hinkt ja ein wenig, und dieser ist sogar in gewissem Sinne um so besser, je mehr er hinkt —, dann finden sie etwas, was da ist, was aber weder gekauft noch verkauft hat werden können, wovon nicht zu ergründen ist, woher es kommt. So ist es zwar nicht bei einem Jahrmarkt, aber so ist es beim Jahrmarkt des Lebens. Indem wir das Leben durchleben, finden wir fortwährend Dinge, die aus dem Leben heraussprießen, für die es aber keine Erklärung in der Sinnenwelt gibt. Das ist der tiefere Grund, warum es heute in der Welt Menschen gibt, die an dem Dasein verzweifeln können, die unbestimmte Sehnsüchte haben können: weil eben beim Menschen der Gegenwart etwas in der Seele wirkt, was keine Bürgerschaft hat in der physischen Welt, was aber Fragen nach anderen Welten aufwirft.
[ 8 ] So ist der Mensch der Gegenwart in der Tat nicht mehr ganz in der Lage — und darum kann er sich in der heutigen Zeit nicht auf den griechischen Philosophen berufen —, er ist nicht mehr ganz in der Lage eines bloßen Herumlungerers, eines bloßen Strabanzers, sondern er ist in einer anderen Lage: in der Lage, daß man ihn vergleichen kann mit einer Persönlichkeit, die nur Worte verleiht demjenigen, was eigentlich in allen lebt. Im alten Griechenland paßte tatsächlich der Vergleich des Philosophen. Heute paßt er nicht mehr, heute ist die Sache anders. Wenn wir das Leben wiederum mit einem Jahrmarkt vergleichen, so können wir auch heute sagen: Da kommen Käufer und Verkäufer. Wenn sie nun den Jahrmarkt abschließen und abzählen, ob alles stimmt, dann finden sie — so wunderbar das klingt, aber jeder Vergleich hinkt ja ein wenig, und dieser ist sogar in gewissem Sinne um so besser, je mehr er hinkt —, dann finden sie etwas, was da ist, was aber weder gekauft noch verkauft hat werden können, wovon nicht zu ergründen ist, woher es kommt. So ist es zwar nicht bei einem Jahrmarkt, aber so ist es beim Jahrmarkt des Lebens. Indem wir das Leben durchleben, finden wir fortwährend Dinge, die aus dem Leben heraussprießen, für die es aber keine Erklärung in der Sinnenwelt gibt. Das ist der tiefere Grund, warum es heute in der Welt Menschen gibt, die an dem Dasein verzweifeln können, die unbestimmte Sehnsüchte haben können: weil eben beim Menschen der Gegenwart etwas in der Seele wirkt, was keine Bürgerschaft hat in der physischen Welt, was aber Fragen nach anderen Welten aufwirft.
[ 9 ] Das aber, was wir heute in der Seele erwerben müssen, damit Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit gegenüber dem Leben nicht aufkomme, gegenüber einer Sache, die sonst sinnlos wäre, das hatte ein Mensch wie Arjuna einfach deshalb, weil seine Seele noch herausragte aus einer Zeit, wo das uralte menschliche, primitive Hellsehen noch da war. Aber Arjuna befindet sich gleichzeitig in einem Übergangszeitpunkt — und das ist das Wesentliche, das Bedeutungsvolle, wenn die Bhagavad Gita verstanden werden soll —, Arjuna befindet sich in jener Zeitentwickelung, wo nur noch Reste, letzte Nachklänge des uralten Hellsehens vorhanden waren. Die Menschen rückten in der Zeit, in der etwa die Bhagavad Gita entstand, in eine Zeit der Evolution, in der dieses alte Hellsehen allmählich verlorenging. Und das ist der ganz tiefe Grundzug der Bhagavad Gita, der Hauch, der über die Bhagavad Gita ausgegossen ist, daß aus ihr die Töne herausklingen, die von jener Zeitenwende kommen, in der das alte Hellsehen der Menschheit in seinem Absterben war, wo dem Abendrot des alten Hellsehens gegenüber jene Nacht beginnen sollte, in der diejenige menschliche Kraft erst geboren werden konnte, welche die alte Menschenseele noch nicht hatte und in unserer Zeit die gewöhnliche Menschenseele hat.
[ 9 ] Das aber, was wir heute in der Seele erwerben müssen, damit Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit gegenüber dem Leben nicht aufkomme, gegenüber einer Sache, die sonst sinnlos wäre, das hatte ein Mensch wie Arjuna einfach deshalb, weil seine Seele noch herausragte aus einer Zeit, wo das uralte menschliche, primitive Hellsehen noch da war. Aber Arjuna befindet sich gleichzeitig in einem Übergangszeitpunkt — und das ist das Wesentliche, das Bedeutungsvolle, wenn die Bhagavad Gita verstanden werden soll —, Arjuna befindet sich in jener Zeitentwickelung, wo nur noch Reste, letzte Nachklänge des uralten Hellsehens vorhanden waren. Die Menschen rückten in der Zeit, in der etwa die Bhagavad Gita entstand, in eine Zeit der Evolution, in der dieses alte Hellsehen allmählich verlorenging. Und das ist der ganz tiefe Grundzug der Bhagavad Gita, der Hauch, der über die Bhagavad Gita ausgegossen ist, daß aus ihr die Töne herausklingen, die von jener Zeitenwende kommen, in der das alte Hellsehen der Menschheit in seinem Absterben war, wo dem Abendrot des alten Hellsehens gegenüber jene Nacht beginnen sollte, in der diejenige menschliche Kraft erst geboren werden konnte, welche die alte Menschenseele noch nicht hatte und in unserer Zeit die gewöhnliche Menschenseele hat.
[ 10 ] So ist Arjuna eine Seele, von der man sagen kann: Altes Hellsehen ist in letztem Nachklang noch in seiner Seele vorhanden, aber immer so, daß es wie verglimmt in der Seele, nicht mehr so recht da sein will, daß es braucht ein solches erschütterndes Ereignis, wie ich es geschildert habe, um wieder wachgerufen zu werden, wieder hervorgerufen zu werden. Was ist es also, was da in dem Moment, wo Arjuna momentan hellsichtig dem Krishna gegenüberrtritt, was ist es, was da die hellseherische Kraft aus der Seele des Arjuna hervorruft? Es ist das erschütternde Ereignis, das ich erzählt habe. Und jene hellseherische Kraft holt es hervor, die in alten Zeiten dem Menschen allgemein eigentümlich war. Was kann nun Arjuna sehen, schauen dadurch, daß bei ihm hervorgerufen wird die alte hellseherische Kraft, die sonst sich schon dem Uhntergange neigte in seiner Seele? Trocken und rein historisch gesprochen, soll Arjuna der geistigen Wesenheit entgegentreten, welche wir im Sinne der Bhagavad Gita als Krishna anzusprechen haben.
[ 10 ] So ist Arjuna eine Seele, von der man sagen kann: Altes Hellsehen ist in letztem Nachklang noch in seiner Seele vorhanden, aber immer so, daß es wie verglimmt in der Seele, nicht mehr so recht da sein will, daß es braucht ein solches erschütterndes Ereignis, wie ich es geschildert habe, um wieder wachgerufen zu werden, wieder hervorgerufen zu werden. Was ist es also, was da in dem Moment, wo Arjuna momentan hellsichtig dem Krishna gegenüberrtritt, was ist es, was da die hellseherische Kraft aus der Seele des Arjuna hervorruft? Es ist das erschütternde Ereignis, das ich erzählt habe. Und jene hellseherische Kraft holt es hervor, die in alten Zeiten dem Menschen allgemein eigentümlich war. Was kann nun Arjuna sehen, schauen dadurch, daß bei ihm hervorgerufen wird die alte hellseherische Kraft, die sonst sich schon dem Uhntergange neigte in seiner Seele? Trocken und rein historisch gesprochen, soll Arjuna der geistigen Wesenheit entgegentreten, welche wir im Sinne der Bhagavad Gita als Krishna anzusprechen haben.
[ 11 ] Nun muß, damit völliiges Verständnis ausgebreitet werden kann über dasjenige, was eigentlich in der Seele des Arjuna vorgeht, aufmerksam gemacht werden darauf, daß jenes Erheben der Menschenseele in die Region, aus welcher sonst die Träume gewoben werden, heute eigentlich nicht mehr ganz dazu führt, Krishna oder die Wesenheit des Krishna voll zu verstehen. Wenn wir auch wirklich all die Kräfte ausbilden, die uns bewußt hinüberführen in die Region, die wir im vorigen Vortrag charakterisiert haben als die Region des Traumbewußtseins, können wir doch nicht heute sozusagen die volle Entdeckung machen dessen, was Krishna ist.
[ 11 ] Nun muß, damit völliiges Verständnis ausgebreitet werden kann über dasjenige, was eigentlich in der Seele des Arjuna vorgeht, aufmerksam gemacht werden darauf, daß jenes Erheben der Menschenseele in die Region, aus welcher sonst die Träume gewoben werden, heute eigentlich nicht mehr ganz dazu führt, Krishna oder die Wesenheit des Krishna voll zu verstehen. Wenn wir auch wirklich all die Kräfte ausbilden, die uns bewußt hinüberführen in die Region, die wir im vorigen Vortrag charakterisiert haben als die Region des Traumbewußtseins, können wir doch nicht heute sozusagen die volle Entdeckung machen dessen, was Krishna ist.
[ 12 ] Rufen wir uns noch einmal ins Gedächtnis, was ich gestern geschildert habe. Das gewöhnliche alltägliche Bewußtsein wollen wir als diese untere Region bezeichnen. Darüber liegt eine Region, die für die Alltäglichkeit unbewußt bleibt, die nur bewußt wird gleichsam in einem Scheingebilde, als Maya, als Traumbewußtsein. Wenn wir aber in der Art, wie es im vorigen Vortrage dargestellt worden ist, sozusagen die Träume herausschaffen, die Maya zu tilgen versuchen, dann kommen Eindrücke aus einer anderen Welt in diese Region des menschlichen Bewußtseins hinein.
[ 12 ] Rufen wir uns noch einmal ins Gedächtnis, was ich gestern geschildert habe. Das gewöhnliche alltägliche Bewußtsein wollen wir als diese untere Region bezeichnen. Darüber liegt eine Region, die für die Alltäglichkeit unbewußt bleibt, die nur bewußt wird gleichsam in einem Scheingebilde, als Maya, als Traumbewußtsein. Wenn wir aber in der Art, wie es im vorigen Vortrage dargestellt worden ist, sozusagen die Träume herausschaffen, die Maya zu tilgen versuchen, dann kommen Eindrücke aus einer anderen Welt in diese Region des menschlichen Bewußtseins hinein.
[ 13 ] In der Tat mischt sich aber nun für den Menschen in alle diese Erlebnisse, die er hat, alles dasjenige von der physischen Umwelt herein, was eben eigentlich wie ein Überschuß in der Seele anderen, inneren, übersinnlichen Welten angehört, von denen der Mensch nur Kenntnis erhalten kann, wenn er eben dieses Bewußtsein entwickelt. Da macht der Mensch in der Tat die Erfahrung, die nur derjenige als Reminiszenz des täglichen Lebens beschreiben wird, der materialistisch gesinnt ist und als solcher keine Ahnung hat, wie eigentlich die Erfahrungen sind, die der Mensch dann macht. Denn die Welt schaut eben doch etwas anders aus, als sie aussieht, wenn man nur den physischen Plan um sich hat. Man macht die Entdeckung, daß man etwas sieht, was man eigentlich in der gewöhnlichen Welt nie sieht. Wenn man sich auch oftmals denkt, man sehe etwas, die Menschen glauben, sie sehen Licht, in Wahrheit sieht der Mensch ja auf dem physischen Plane nicht Licht, sondern er sieht Farben, Farbennuancen, hellere und dunklere Farben, er sieht nur die Wirkung des Lichtes, aber Licht selber durchschweift unsichtbar den Raum. Wenn der Mensch nur in den Raum, durch den das Licht geht, schaut, so sieht er das Licht nicht. Wir können uns ja leicht davon überzeugen durch das ganz grobklotzige Erlebnis, daß, wenn wir durch ein Fenster Licht lassen, wir eine Art Strahlenbündel im Zimmer sehen. Aber dann muß eben Staub in der Luft sein. Wir sehen den Widerglanz, die Reflexion des Lichtes, aber das Licht sehen wir nicht. Das Licht selbst bleibt unsichtbar. Jetzt aber, nach solchen Erfahrungen, bekommt man das Licht wirklich zu sehen, man nimmt es wirklich wahr. Das kann man aber erst, wenn man eben in die höheren Welten aufrückt. Dann ist man wirklich von flutendem Licht umgeben, wie man in der physischen Welt in flutender Luft ist. Nur kommt man nicht mit seinem physischen Leibe herauf, man braucht da oben nicht zu atmen, aber mit dem Teil seines Wesens kommt man herauf, welcher das Licht so braucht, wie der Leib in der physischen Welt die Luft braucht. Das Lebenselement ist da oben das Licht, man möchte sagen Lichtluft, die dort Bedürfnis des Daseins ist, wie die Luft Bedürfnis des Daseins ist für den Menschen der physischen Welt. Durchdrungen, durchsetzt wird dieses Licht in der Tat von so etwas, wie die Luft in unserem Umkreise durchsetzt ist von Wolkenbildungen. Die sind aber Wasser. Doch dieses Wasser auf dem physischen Plane läßt sich auch mit etwas, was da oben ist, vergleichen. Dasjenige, was uns da entgegenkommt wie schwimmende, schwebende Gebilde im flutenden Licht, wie hier Wolken durch die flutende Luft schweben, das ist webender, lebender Ton, webendes TTongebilde, das ist Sphärenmusik. Und dasjenige, was man weiter wahrnehmen wird, das ist fließendes, webendes Leben selber.
[ 13 ] In der Tat mischt sich aber nun für den Menschen in alle diese Erlebnisse, die er hat, alles dasjenige von der physischen Umwelt herein, was eben eigentlich wie ein Überschuß in der Seele anderen, inneren, übersinnlichen Welten angehört, von denen der Mensch nur Kenntnis erhalten kann, wenn er eben dieses Bewußtsein entwickelt. Da macht der Mensch in der Tat die Erfahrung, die nur derjenige als Reminiszenz des täglichen Lebens beschreiben wird, der materialistisch gesinnt ist und als solcher keine Ahnung hat, wie eigentlich die Erfahrungen sind, die der Mensch dann macht. Denn die Welt schaut eben doch etwas anders aus, als sie aussieht, wenn man nur den physischen Plan um sich hat. Man macht die Entdeckung, daß man etwas sieht, was man eigentlich in der gewöhnlichen Welt nie sieht. Wenn man sich auch oftmals denkt, man sehe etwas, die Menschen glauben, sie sehen Licht, in Wahrheit sieht der Mensch ja auf dem physischen Plane nicht Licht, sondern er sieht Farben, Farbennuancen, hellere und dunklere Farben, er sieht nur die Wirkung des Lichtes, aber Licht selber durchschweift unsichtbar den Raum. Wenn der Mensch nur in den Raum, durch den das Licht geht, schaut, so sieht er das Licht nicht. Wir können uns ja leicht davon überzeugen durch das ganz grobklotzige Erlebnis, daß, wenn wir durch ein Fenster Licht lassen, wir eine Art Strahlenbündel im Zimmer sehen. Aber dann muß eben Staub in der Luft sein. Wir sehen den Widerglanz, die Reflexion des Lichtes, aber das Licht sehen wir nicht. Das Licht selbst bleibt unsichtbar. Jetzt aber, nach solchen Erfahrungen, bekommt man das Licht wirklich zu sehen, man nimmt es wirklich wahr. Das kann man aber erst, wenn man eben in die höheren Welten aufrückt. Dann ist man wirklich von flutendem Licht umgeben, wie man in der physischen Welt in flutender Luft ist. Nur kommt man nicht mit seinem physischen Leibe herauf, man braucht da oben nicht zu atmen, aber mit dem Teil seines Wesens kommt man herauf, welcher das Licht so braucht, wie der Leib in der physischen Welt die Luft braucht. Das Lebenselement ist da oben das Licht, man möchte sagen Lichtluft, die dort Bedürfnis des Daseins ist, wie die Luft Bedürfnis des Daseins ist für den Menschen der physischen Welt. Durchdrungen, durchsetzt wird dieses Licht in der Tat von so etwas, wie die Luft in unserem Umkreise durchsetzt ist von Wolkenbildungen. Die sind aber Wasser. Doch dieses Wasser auf dem physischen Plane läßt sich auch mit etwas, was da oben ist, vergleichen. Dasjenige, was uns da entgegenkommt wie schwimmende, schwebende Gebilde im flutenden Licht, wie hier Wolken durch die flutende Luft schweben, das ist webender, lebender Ton, webendes TTongebilde, das ist Sphärenmusik. Und dasjenige, was man weiter wahrnehmen wird, das ist fließendes, webendes Leben selber.
[ 14 ] Man kann also schon diese Welt, in die man da eintaucht mit der Seele, beschreiben, aber die Dinge, durch die man beschreiben muß, die müssen eigentlich sinnlos sein für die physische Welt. Daher wird vielleicht derjenige diese Welt, die zwar für die physische Vorstellung sinnlos ist, darum aber doch eine höhere Wirklichkeit hat, am besten beschreiben, der die für den physischen Plan sinnlosesten Worte gebrauchen wird. Nun haben es ja selbstverständlich alle materiellen Philisterseelen leicht, zu widerlegen. Deshalb nehmen sich auch diese Widerlegungen so plausibel aus, welche die materialistisch Gesinnten gegenüber demjenigen machen, was der Okkultist über die höheren Welten zu sagen hat. Er weiß es schon selber, daß diese Widerlegungen sehr leicht zu machen sind, denn man beschreibt ja die höheren Welten am besten, wenn man Worte gebrauchen muß, die gar nicht passen für dasjenige, was der Mensch im Auge hat, wenn man vom physischen Plan redet.
[ 14 ] Man kann also schon diese Welt, in die man da eintaucht mit der Seele, beschreiben, aber die Dinge, durch die man beschreiben muß, die müssen eigentlich sinnlos sein für die physische Welt. Daher wird vielleicht derjenige diese Welt, die zwar für die physische Vorstellung sinnlos ist, darum aber doch eine höhere Wirklichkeit hat, am besten beschreiben, der die für den physischen Plan sinnlosesten Worte gebrauchen wird. Nun haben es ja selbstverständlich alle materiellen Philisterseelen leicht, zu widerlegen. Deshalb nehmen sich auch diese Widerlegungen so plausibel aus, welche die materialistisch Gesinnten gegenüber demjenigen machen, was der Okkultist über die höheren Welten zu sagen hat. Er weiß es schon selber, daß diese Widerlegungen sehr leicht zu machen sind, denn man beschreibt ja die höheren Welten am besten, wenn man Worte gebrauchen muß, die gar nicht passen für dasjenige, was der Mensch im Auge hat, wenn man vom physischen Plan redet.
[ 15 ] Man möchte zum Beispiel reden von «Lichtluft» oder «Luftlicht». Das gibt es nicht auf dem physischen Plan. Da oben aber gibt es Luftlicht, Lichtluft. Auch lernt man in der Welt, in die man da hineindringt, kennen die Abwesenheit des Lebenselementes, der nötigen Menge von Lichtluft und Luftlicht, dadurch, daß man sich beklommen fühlt, schmerzlich berührt fühlt in der Seele: ein Zustand, der sich vergleichen läßt mit dem Zustand auf dem physischen Plan, wenn man aus Luftmangel keinen Atem findet. Und auch den entgegengesetzten Zustand trifft man dort an, den Zustand wahrer, echter, man möchte sagen heiliger Lichtluft, den Zustand, zu leben in diesem Reinen, Heiligen, und zu schauen geistige Wesenheiten, die sich innerhalb dieser Lichtluft recht gut bemerkbar machen können und da ihr Wesen treiben. Es sind alle diejenigen Wesenheiten, die unter der Führung des Luzifer stehen. In dem Augenblicke, wo wir ohne gehörige Vorbereitung in diese Region hineinkommen, durch nicht gehörige oder auch nicht ordentliche Vorbereitung, bekommt Luzifer die Macht, uns die Lichtluft zu entziehen. Er versetzt uns sozusagen seelisch in Atemnot. Das hat zwar nicht die Wirkung der Atemnot auf dem physischen Plane, sondern eine andere Wirkung, nämlich die, daß wir jetzt, etwa wie ein Eisbär, wenn er nach dem Süden gebracht wird, lechzen nach dem, was uns von dem geistigen Schatz, von dem geistigen Licht des physischen Planes kommen kann. Das ist nämlich gerade das, was Luzifer haben will: daß wir uns nicht befassen mit demjenigen, was von den höheren Hierarchien kommt, sondern dürstend hängen an dem, was er in den physischen Plan gebracht hat, wenn wir durch unsere Vorbereitung uns nicht genügend geschult haben. Stehen wir dann vor Luzifer, dann entzieht er uns das Luftlicht, dann bekommen wir seelische Atemnot, dann lechzen wir nach dem, was geistig aus dem physischen Plane kommt.
[ 15 ] Man möchte zum Beispiel reden von «Lichtluft» oder «Luftlicht». Das gibt es nicht auf dem physischen Plan. Da oben aber gibt es Luftlicht, Lichtluft. Auch lernt man in der Welt, in die man da hineindringt, kennen die Abwesenheit des Lebenselementes, der nötigen Menge von Lichtluft und Luftlicht, dadurch, daß man sich beklommen fühlt, schmerzlich berührt fühlt in der Seele: ein Zustand, der sich vergleichen läßt mit dem Zustand auf dem physischen Plan, wenn man aus Luftmangel keinen Atem findet. Und auch den entgegengesetzten Zustand trifft man dort an, den Zustand wahrer, echter, man möchte sagen heiliger Lichtluft, den Zustand, zu leben in diesem Reinen, Heiligen, und zu schauen geistige Wesenheiten, die sich innerhalb dieser Lichtluft recht gut bemerkbar machen können und da ihr Wesen treiben. Es sind alle diejenigen Wesenheiten, die unter der Führung des Luzifer stehen. In dem Augenblicke, wo wir ohne gehörige Vorbereitung in diese Region hineinkommen, durch nicht gehörige oder auch nicht ordentliche Vorbereitung, bekommt Luzifer die Macht, uns die Lichtluft zu entziehen. Er versetzt uns sozusagen seelisch in Atemnot. Das hat zwar nicht die Wirkung der Atemnot auf dem physischen Plane, sondern eine andere Wirkung, nämlich die, daß wir jetzt, etwa wie ein Eisbär, wenn er nach dem Süden gebracht wird, lechzen nach dem, was uns von dem geistigen Schatz, von dem geistigen Licht des physischen Planes kommen kann. Das ist nämlich gerade das, was Luzifer haben will: daß wir uns nicht befassen mit demjenigen, was von den höheren Hierarchien kommt, sondern dürstend hängen an dem, was er in den physischen Plan gebracht hat, wenn wir durch unsere Vorbereitung uns nicht genügend geschult haben. Stehen wir dann vor Luzifer, dann entzieht er uns das Luftlicht, dann bekommen wir seelische Atemnot, dann lechzen wir nach dem, was geistig aus dem physischen Plane kommt.
[ 16 ] Wie nimmt sich das aber im Konkreten aus? Nehmen wir an, irgend jemand macht Vorbereitungen, die ihn geführt haben dazu, in die höheren Welten wirklich hinaufzukommen, das heißt, diese obere Region wirklich zu erreichen. Aber nehmen wir an, er macht nicht die gehörigen Vorbereitungen dazu, vergißt zum Beispiel, daß der Mensch neben allen Übungen zugleich seine moralischen Empfindungen, seine moralischen Gefühle veredeln muß, daß der Mensch irdische, ehrgeizige Machtgefühle aus seiner Seele ausreißen muß — man kann in die höheren Welten hinaufkommen, auch wenn man ein ehrgeiziger, eitler, machtlüstiger Mensch ist, aber dann trägt man irdische Eitelkeit, irdische Machtlust in diese höheren Welten hinauf —, wenn ein Mensch so seine moralischen Empfindungen und Gefühle nicht geläutert hat, dann nimmt ihm oben Luzifer die Lichtluft, das Luftlicht. Dann nimmt man nichts wahr da oben von dem, was in Wirklichkeit oben ist, dann lechzt man nach dem, was unten auf dem physischen Plane ist; man atmet gleichsam dasjenige, was man auf dem physischen Plan hat wahrnehmen können. Man glaubt dann zum Beispiel, man überschaue dasjenige, was nur auf geistige Weise, eben in der Lichtluft, zu überschauen ist, nur dann zu überschauen ist, wenn man Luftlicht atmet. Man glaubt, verschiedene Inkarnationen verschiedener Menschen zu überschauen. Das ist aber nicht wahr, man überschaut sie nicht, weil einem eben Luftlicht fehlt. Man saugt aber wie lechzend, was unten auf dem physischen Plan vorgeht, herauf in diese Region und schildert allerlei Dinge, die man unten auf dem physischen Plan erworben hat, wie Vorgänge in höheren Welten. Es gibt sozusagen kein besseres, oder besser gesagt, kein schlimmeres Mittel, als mit irdischen, eitlen Machtgelüsten in die höheren Welten hinaufzuheben seine Seele. Wenn man das aber tut, so wird man niemals wahre Forschungsergebnisse aus diesen höheren Welten herunterbringen können, sondern was man herunterbringt, wird nur ein Scheinbild dessen sein, was man sich auf dem physischen Plan ausgedacht, ausgesonnen hat und dergleichen.
[ 16 ] Wie nimmt sich das aber im Konkreten aus? Nehmen wir an, irgend jemand macht Vorbereitungen, die ihn geführt haben dazu, in die höheren Welten wirklich hinaufzukommen, das heißt, diese obere Region wirklich zu erreichen. Aber nehmen wir an, er macht nicht die gehörigen Vorbereitungen dazu, vergißt zum Beispiel, daß der Mensch neben allen Übungen zugleich seine moralischen Empfindungen, seine moralischen Gefühle veredeln muß, daß der Mensch irdische, ehrgeizige Machtgefühle aus seiner Seele ausreißen muß — man kann in die höheren Welten hinaufkommen, auch wenn man ein ehrgeiziger, eitler, machtlüstiger Mensch ist, aber dann trägt man irdische Eitelkeit, irdische Machtlust in diese höheren Welten hinauf —, wenn ein Mensch so seine moralischen Empfindungen und Gefühle nicht geläutert hat, dann nimmt ihm oben Luzifer die Lichtluft, das Luftlicht. Dann nimmt man nichts wahr da oben von dem, was in Wirklichkeit oben ist, dann lechzt man nach dem, was unten auf dem physischen Plane ist; man atmet gleichsam dasjenige, was man auf dem physischen Plan hat wahrnehmen können. Man glaubt dann zum Beispiel, man überschaue dasjenige, was nur auf geistige Weise, eben in der Lichtluft, zu überschauen ist, nur dann zu überschauen ist, wenn man Luftlicht atmet. Man glaubt, verschiedene Inkarnationen verschiedener Menschen zu überschauen. Das ist aber nicht wahr, man überschaut sie nicht, weil einem eben Luftlicht fehlt. Man saugt aber wie lechzend, was unten auf dem physischen Plan vorgeht, herauf in diese Region und schildert allerlei Dinge, die man unten auf dem physischen Plan erworben hat, wie Vorgänge in höheren Welten. Es gibt sozusagen kein besseres, oder besser gesagt, kein schlimmeres Mittel, als mit irdischen, eitlen Machtgelüsten in die höheren Welten hinaufzuheben seine Seele. Wenn man das aber tut, so wird man niemals wahre Forschungsergebnisse aus diesen höheren Welten herunterbringen können, sondern was man herunterbringt, wird nur ein Scheinbild dessen sein, was man sich auf dem physischen Plan ausgedacht, ausgesonnen hat und dergleichen.
[ 17 ] Da habe ich gleichsam nur die allgemeine Szenerie geschildert. Aber man begegnet auch Wesenheiten, die man elementarische Wesenheiten nennen kann. Während man hier in der physischen Welt von Naturkräften spricht, bekommen da oben diese Kräfte etwas Wesenhaftes. Und man macht vor allem da eine ganz bestimmte Entdeckung, man macht die Entdeckung — jetzt aber durch die Tatsachen, die einem entgegentreten —: ja, hier auf dem physischen Plan gibt es Gutes und Böses, da oben aber gibt es gute und böse Kräfte. Hier in der physischen Welt ist Gutes und Böses in der Menschenseele gemischt, vereint, bei dem einen mehr, bei dem anderen weniger nach der guten Seite hin, da oben aber gibt es Wesenheiten, die als böse Wesenheiten gegen dasjenige kämpfen, was von Wesenheiten, die man gute Wesenheiten nennen muß, hervorgebracht wird. Man kommt da in eine Region hinein, wo man sozusagen das gesteigerte Selbstbewußtsein schon brauchen kann, wo man brauchen kann eine geschärfte Urteilskraft, die eben mit diesem gesteigerten Selbstbewußtsein verbunden sein muß. So daß man zum Beispiel wirklich sich sagen kann: Es müssen da oben auch Wesenheiten sein, die sozusagen die Mission des Bösen haben, neben den Wesenheiten, die die Mission des Guten haben.
[ 17 ] Da habe ich gleichsam nur die allgemeine Szenerie geschildert. Aber man begegnet auch Wesenheiten, die man elementarische Wesenheiten nennen kann. Während man hier in der physischen Welt von Naturkräften spricht, bekommen da oben diese Kräfte etwas Wesenhaftes. Und man macht vor allem da eine ganz bestimmte Entdeckung, man macht die Entdeckung — jetzt aber durch die Tatsachen, die einem entgegentreten —: ja, hier auf dem physischen Plan gibt es Gutes und Böses, da oben aber gibt es gute und böse Kräfte. Hier in der physischen Welt ist Gutes und Böses in der Menschenseele gemischt, vereint, bei dem einen mehr, bei dem anderen weniger nach der guten Seite hin, da oben aber gibt es Wesenheiten, die als böse Wesenheiten gegen dasjenige kämpfen, was von Wesenheiten, die man gute Wesenheiten nennen muß, hervorgebracht wird. Man kommt da in eine Region hinein, wo man sozusagen das gesteigerte Selbstbewußtsein schon brauchen kann, wo man brauchen kann eine geschärfte Urteilskraft, die eben mit diesem gesteigerten Selbstbewußtsein verbunden sein muß. So daß man zum Beispiel wirklich sich sagen kann: Es müssen da oben auch Wesenheiten sein, die sozusagen die Mission des Bösen haben, neben den Wesenheiten, die die Mission des Guten haben.
[ 18 ] Auf dem physischen Plane wird einem immer entgegnet: Warum hat denn die allweise Weltengottheit nicht bloß das Gute geschaffen, warum ist denn nicht immer und überall nur das Gute vorhanden? — Wenn nur das Gute vorhanden wäre, dann würde die Welt davon überzeugt man sich — eine einseitige Richtung nehmen müssen, dann würde die Welt durchaus nicht all die Fülle hervorbringen können, die sie hervorbringt. Das Gute muß eine Widerlage haben. Gewiß, man kann das schon auf dem physischen Plane einsehen. Aber man lernt erkennen: Nur so lange kann man glauben, daß die guten Wesenheiten allein die Welt zu Rande bringen würden, solange man auskommt mit der Sentimentalität, mit der Welt der Phantasie. Mit der Sentimentalität kann man noch in der Region des Alltags auskommen, aber nicht, wenn man in die ernsten Realitäten der übersinnlichen Welt hineinkommt. Da weiß man, daß die guten Wesenheiten die Welt allein nicht machen könnten, daß sie zu schwach wären, um die Welt zu gestalten, daß beigesetzt werden müssen der gesamten Evolution diejenigen Kräfte, die aus den bösen Wesenheiten kommen. Das ist weisheitsvoll, daß das Böse beigemischt ist der Weltenevolution. Daher muß man neben die Dinge, die man sich abgewöhnt, die man bekämpft, auch das Abgewöhnen einer jeglichen Sentimentalität setzen. Man muß erkennen, daß das notwendig ist. Unerschrocken und mutig muß man jenen gefährlichen Wahrheiten entgegengehen können, die man einsieht durch das Wahrnehmen des Kampfes, der sich gerade in dieser Region abspielt, der einem da offenbart werden kann von seiten der guten und bösen Wesenheiten. Das alles sind solche Dinge, die man erlebt, wenn man seine Seele geeignet macht, bewußt in diese Region einzudringen. Aber dann sind wir eigentlich erst in die Traumregion hineingekommen.
[ 18 ] Auf dem physischen Plane wird einem immer entgegnet: Warum hat denn die allweise Weltengottheit nicht bloß das Gute geschaffen, warum ist denn nicht immer und überall nur das Gute vorhanden? — Wenn nur das Gute vorhanden wäre, dann würde die Welt davon überzeugt man sich — eine einseitige Richtung nehmen müssen, dann würde die Welt durchaus nicht all die Fülle hervorbringen können, die sie hervorbringt. Das Gute muß eine Widerlage haben. Gewiß, man kann das schon auf dem physischen Plane einsehen. Aber man lernt erkennen: Nur so lange kann man glauben, daß die guten Wesenheiten allein die Welt zu Rande bringen würden, solange man auskommt mit der Sentimentalität, mit der Welt der Phantasie. Mit der Sentimentalität kann man noch in der Region des Alltags auskommen, aber nicht, wenn man in die ernsten Realitäten der übersinnlichen Welt hineinkommt. Da weiß man, daß die guten Wesenheiten die Welt allein nicht machen könnten, daß sie zu schwach wären, um die Welt zu gestalten, daß beigesetzt werden müssen der gesamten Evolution diejenigen Kräfte, die aus den bösen Wesenheiten kommen. Das ist weisheitsvoll, daß das Böse beigemischt ist der Weltenevolution. Daher muß man neben die Dinge, die man sich abgewöhnt, die man bekämpft, auch das Abgewöhnen einer jeglichen Sentimentalität setzen. Man muß erkennen, daß das notwendig ist. Unerschrocken und mutig muß man jenen gefährlichen Wahrheiten entgegengehen können, die man einsieht durch das Wahrnehmen des Kampfes, der sich gerade in dieser Region abspielt, der einem da offenbart werden kann von seiten der guten und bösen Wesenheiten. Das alles sind solche Dinge, die man erlebt, wenn man seine Seele geeignet macht, bewußt in diese Region einzudringen. Aber dann sind wir eigentlich erst in die Traumregion hineingekommen.
[ 19 ] Wir leben aber noch in einer weitaus anderen Region als Menschen, in einer Region, für die wir als Seelen im normalen Leben so wenig geeignet sind, daß wir in ihr überhaupt gar nichts wahrnehmen können. Das ist die Region, die wir als Seelen durchleben im traumlosen, tiefen Schlaf, die Region, in die niemals Träume hineinreichen können: die Region des gewöhnlichen Schlafbewußtseins. Hier beginnt schon der absolute Widerspruch, denn der Schlaf ist doch eigentlich dadurch charakterisiert, daß das Bewußtsein eben völlig aufhört. Schlafbewußtsein, ein vollkommenes Paradoxon, ist jener Zustand, in dem wir sind, wenn wir vom Einschlafen bis zum Aufwachen leben. Diesen Zustand wollen wir zunächst das Schlafbewußtsein nennen. Dieses Schlafbewußtsein ist für das normale menschliche Leben ja in der Tat so, daß der Mensch eben aufhört, bewußt zu sein, wenn er in dieses Leben hineingeht, und mit dem Aufwachen erst wieder bewußt wird. Aber in uralten Zeiten des Hellsehens war auch diese Region für die Menschenseele etwas Erlebbares. Da gab es, wenn wir in diese alten Zeiten unserer Erdenentwickelung, sogar noch in nachatlantische Zeiten zurückgehen, durchaus einen Zustand, der für das gewöhnliche Leben dem Schlafe gleich war, in welchem aber wahrnehmbar war eine noch höhere, noch geistigere Welt, als diejenige ist, die in der Traumregion wahrzunehmen ist. Wir können zu solchen Zuständen kommen, die für das gewöhnliche menschliche Leben ganz gleich sind dem Schlafzustande, die aber kein Schlaf sind, weil sie von Bewußtsein durchdrungen sind. Dann sehen wir, wenn wir so hoch hinaufgekommen sind, nicht die physische Welt. Allerdings sehen wir noch die Welt der Lichtluft, die Welt der Töne, die Welt der Weltenharmonie, die Welt des Kampfes der guten und bösen Wesenheiten. Aber diese Welt, die wir da sehen, ist, man möchte sagen, noch verschiedener, noch grundverschiedener von allem, was in der physischen Welt besteht. Es ist eine Welt, welche daher noch schwieriger zu beschreiben ist als diejenige Welt, die man antrifft, wenn man in die Region des Traumbewußtseins kommt.
[ 19 ] Wir leben aber noch in einer weitaus anderen Region als Menschen, in einer Region, für die wir als Seelen im normalen Leben so wenig geeignet sind, daß wir in ihr überhaupt gar nichts wahrnehmen können. Das ist die Region, die wir als Seelen durchleben im traumlosen, tiefen Schlaf, die Region, in die niemals Träume hineinreichen können: die Region des gewöhnlichen Schlafbewußtseins. Hier beginnt schon der absolute Widerspruch, denn der Schlaf ist doch eigentlich dadurch charakterisiert, daß das Bewußtsein eben völlig aufhört. Schlafbewußtsein, ein vollkommenes Paradoxon, ist jener Zustand, in dem wir sind, wenn wir vom Einschlafen bis zum Aufwachen leben. Diesen Zustand wollen wir zunächst das Schlafbewußtsein nennen. Dieses Schlafbewußtsein ist für das normale menschliche Leben ja in der Tat so, daß der Mensch eben aufhört, bewußt zu sein, wenn er in dieses Leben hineingeht, und mit dem Aufwachen erst wieder bewußt wird. Aber in uralten Zeiten des Hellsehens war auch diese Region für die Menschenseele etwas Erlebbares. Da gab es, wenn wir in diese alten Zeiten unserer Erdenentwickelung, sogar noch in nachatlantische Zeiten zurückgehen, durchaus einen Zustand, der für das gewöhnliche Leben dem Schlafe gleich war, in welchem aber wahrnehmbar war eine noch höhere, noch geistigere Welt, als diejenige ist, die in der Traumregion wahrzunehmen ist. Wir können zu solchen Zuständen kommen, die für das gewöhnliche menschliche Leben ganz gleich sind dem Schlafzustande, die aber kein Schlaf sind, weil sie von Bewußtsein durchdrungen sind. Dann sehen wir, wenn wir so hoch hinaufgekommen sind, nicht die physische Welt. Allerdings sehen wir noch die Welt der Lichtluft, die Welt der Töne, die Welt der Weltenharmonie, die Welt des Kampfes der guten und bösen Wesenheiten. Aber diese Welt, die wir da sehen, ist, man möchte sagen, noch verschiedener, noch grundverschiedener von allem, was in der physischen Welt besteht. Es ist eine Welt, welche daher noch schwieriger zu beschreiben ist als diejenige Welt, die man antrifft, wenn man in die Region des Traumbewußtseins kommt.
[ 20 ] Ich möchte Ihnen nun eine Art von Vorstellung geben, wie praktisch eigentlich das Bewußtsein in dieser Region arbeitet, wie es wirkt. Wenn man das schildert, worüber ich Andeutungen gemacht habe von einer hohen Welt, in welche Träume hereinragen, da wird man von der gewöhnlichen Philistrosität als Phantast erklärt. Wenn man aber gar beginnt, von den Erfahrungen zu sprechen aus dieser Region heraus, die sonst der Mensch nur durchschläft, dann werden die Menschen schon nicht mehr nur so gehässig, daß sie einem Phantasterei vorwerfen, nein, dann werden sie, wenn sie überhaupt sich irgend einlassen darauf und keine Bösartigkeit haben, schon ganz wild.
[ 20 ] Ich möchte Ihnen nun eine Art von Vorstellung geben, wie praktisch eigentlich das Bewußtsein in dieser Region arbeitet, wie es wirkt. Wenn man das schildert, worüber ich Andeutungen gemacht habe von einer hohen Welt, in welche Träume hereinragen, da wird man von der gewöhnlichen Philistrosität als Phantast erklärt. Wenn man aber gar beginnt, von den Erfahrungen zu sprechen aus dieser Region heraus, die sonst der Mensch nur durchschläft, dann werden die Menschen schon nicht mehr nur so gehässig, daß sie einem Phantasterei vorwerfen, nein, dann werden sie, wenn sie überhaupt sich irgend einlassen darauf und keine Bösartigkeit haben, schon ganz wild.
[ 21 ] Wir haben ein kleines, oder vielmehr ein großes Beispiel auf diesem Gebiete schon erleben können. Während ja zunächst, als in Deutschland meine Bücher erschienen sind, die öffentliche, sich gelehrt nennende Kritik selbstverständlich gehässig und allerlei Dinge vermutend diese Bücher beurteilte, wurde die Kritik auf einem Punkte wirklich ganz wild, schon bis zu dem Grade wild, daß man sagen kann: Eine gewisse Kritik wird, wenn sie gar zu wild wird, eiinfach töricht. Dieser Punkt war ein solcher, wo einmal aufmerksam gemacht werden sollte auf etwas, was wirklich nur aus der erwähnten Region des Geistes kommen kann. Das war die Sache, die ausgesprochen ist in meinem Buche: «Die geistige Führung des Menschen und der Menschheit», die Sache von den zwei Jesusknaben. Für diejenigen der lieben Freunde, die damit nicht bekannt sind, möchte ich wiederholend erwähnen, daß sich ergab als okkultes Forschungsresultat, daß geboren wurde im Beginne unserer Zeitrechnung nicht nur ein Jesusknabe, sondern zwei. Der eine abstammend aus der sogenannten nathanischen Linie des Hauses David, der andere aus der sogenannten salomonischen Linie. Diese beiden Jesusknaben wuchsen miteinander auf. In dem Leibe des salomonischen Knaben lebte die Zarathustraseele, die in dem zwölften Jahre überging — und das ist etwas tief Bedeutsames — in den anderen Jesusknaben, und da bis zum dreißigsten Jahre dieses Leibes lebte. Sie lebte also in dem Leibe, der bis zum zwölften Jahre eingenommen worden war von einer geheimnisvollen Seele, bis zum dreißigsten Jahre dieses Leibes. Von dem dreißigsten Jahre an lebte dann in diesem Leibe diejenige Wesenheit, die wir die Christuswesenheit nennen, solange sie überhaupt auf der Erde lebte: drei Jahre.
[ 21 ] Wir haben ein kleines, oder vielmehr ein großes Beispiel auf diesem Gebiete schon erleben können. Während ja zunächst, als in Deutschland meine Bücher erschienen sind, die öffentliche, sich gelehrt nennende Kritik selbstverständlich gehässig und allerlei Dinge vermutend diese Bücher beurteilte, wurde die Kritik auf einem Punkte wirklich ganz wild, schon bis zu dem Grade wild, daß man sagen kann: Eine gewisse Kritik wird, wenn sie gar zu wild wird, eiinfach töricht. Dieser Punkt war ein solcher, wo einmal aufmerksam gemacht werden sollte auf etwas, was wirklich nur aus der erwähnten Region des Geistes kommen kann. Das war die Sache, die ausgesprochen ist in meinem Buche: «Die geistige Führung des Menschen und der Menschheit», die Sache von den zwei Jesusknaben. Für diejenigen der lieben Freunde, die damit nicht bekannt sind, möchte ich wiederholend erwähnen, daß sich ergab als okkultes Forschungsresultat, daß geboren wurde im Beginne unserer Zeitrechnung nicht nur ein Jesusknabe, sondern zwei. Der eine abstammend aus der sogenannten nathanischen Linie des Hauses David, der andere aus der sogenannten salomonischen Linie. Diese beiden Jesusknaben wuchsen miteinander auf. In dem Leibe des salomonischen Knaben lebte die Zarathustraseele, die in dem zwölften Jahre überging — und das ist etwas tief Bedeutsames — in den anderen Jesusknaben, und da bis zum dreißigsten Jahre dieses Leibes lebte. Sie lebte also in dem Leibe, der bis zum zwölften Jahre eingenommen worden war von einer geheimnisvollen Seele, bis zum dreißigsten Jahre dieses Leibes. Von dem dreißigsten Jahre an lebte dann in diesem Leibe diejenige Wesenheit, die wir die Christuswesenheit nennen, solange sie überhaupt auf der Erde lebte: drei Jahre.
[ 22 ] Wie gesagt, wild geworden sind diejenigen, die sich überhaupt von der Außenwelt her eingelassen haben auf diese Geschichte der zwei Jesusknaben. Wir können ihnen das ja weiter auch gar nicht übelnehmen, denn die Leute wollen doch natürlich etwas kontrollieren mit der Wissenschaft, die sie haben. Aber das, was sie kritisieren wollen, stammt eben aus einer Region, die sie halt immer verschlafen. Deshalb kann man ihnen ja gar nicht übelnehmen, daß sie davon nichts wissen. Allerdings reicht eigentlich die gesunde Vernunft schon aus, dies zu begreifen. Aber auf solches Begreifen lassen die Leute sich nicht ein, sie wandeln dieses Begreifens Kraft gleich um in Wildheit und Gehässigkeit.
[ 22 ] Wie gesagt, wild geworden sind diejenigen, die sich überhaupt von der Außenwelt her eingelassen haben auf diese Geschichte der zwei Jesusknaben. Wir können ihnen das ja weiter auch gar nicht übelnehmen, denn die Leute wollen doch natürlich etwas kontrollieren mit der Wissenschaft, die sie haben. Aber das, was sie kritisieren wollen, stammt eben aus einer Region, die sie halt immer verschlafen. Deshalb kann man ihnen ja gar nicht übelnehmen, daß sie davon nichts wissen. Allerdings reicht eigentlich die gesunde Vernunft schon aus, dies zu begreifen. Aber auf solches Begreifen lassen die Leute sich nicht ein, sie wandeln dieses Begreifens Kraft gleich um in Wildheit und Gehässigkeit.
[ 23 ] Solche Wahrheiten, wie diese von den zwei Jesusknaben, die eben in dieser höheren Region gefunden werden, entsprechen niemals einer Sympathie oder Antipathie. Solche Wahrheiten findet man in der Tat immer nur in einer solchen Weise, daß man sie eigentlich als Erfahrung nie macht, wenn ich «machen» dasjenige nennen darf, was sozusagen mit der Erkenntnisweise der physischen Welt zu tun hat, ja, eigentlich sogar mit der Erkenntnisweise derjenigen Region, in welcher das Traumleben ist. Da ist man sozusagen bei der Entstehung der Erkenntnis dabei, wie man dabei ist bei dem physischen Bewußtsein. Das gilt auch noch für denjenigen Okkultisten, der nur in diese Traumregion mit seinem Bewußtsein hereinragt. So daß man sagen kann: Wenn die Erkenntnisse dieser Region entstehen, ist man unmittelbar dabei. In einem solchen Dabeisein lassen sich solche Wahrheiten nicht finden, wie diese Wahrheit von den zwei Jesusknaben. Wenn man in der höheren Region solche Wahrheiten bekommt — und zwar so, daß sie in das Bewußtsein hineinkommen —, dann ist der Zeitpunkt, in dem man sie eigentlich erworben hat, längst vorbei, wenn man sie erkennt. Man hat sie früher schon erlebt, bevor man ihnen bewußt entgegentritt — und das soll man ja eben in unserer Zeit —, man hat sie schon in sich. So daß man zu den wichtigsten, wesenhaftesten, bedeutsamsten Wahrheiten so kommt, daß man das deutliche Bewußtsein in sich trägt: Als man sie erworben hat, war man in einem früheren Zeitpunkte als in dem jetzigen, wo man das, was man früher erworben hat, aus den Tiefen der Seele holt und sich bewußt macht. Solche Wahrheiten trifft man in sich an, wie man in der Außenwelt antrifft eine Blume oder irgendein anderes Ding. Wie man in der Außenwelt denken kann über eine Blume oder über einen sonstigen Gegenstand, der eben zunächst einfach da ist, so kann man denken über die Wahrheiten, wenn man sie in sich selbst angetroffen hat, wenn sie in einem selbst einem entgegentreten. Wie man in der Außenwelt erst urteilen kann, nachdem man die Wahrnehmung eines Gegenstandes vollzogen hat, so findet man auch solche Wahrheiten in sich objektiv, und dann erst studiert man sie in sich selbst. Man studiert sie in sich selbst, wie man äußere Tatsachen studiert. Und so wenig es einen Sinn hat zu sagen: Diese Blume, ist sie wahr oder falsch? —, so wenig hat es einen Sinn, über das, was man da eigentlich in sich antrifft, zu fragen, ob es wahr oder falsch sei. Die Wahrheit oder Falschheit bezieht sich nur darauf, ob man fähig ist, das, was man findet, was einem bewußt wird, zu beschreiben. Die Beschreibung kann wahr oder falsch sein. Wahr sein und falsch sein bezieht sich ja nicht auf die Tatsache, sondern darauf, wie irgendein denkendes Wesen sich zu der Tatsache stellt. Auf die Tatsachen sind die Worte «wahr» oder «falsch» gar nicht anwendbar.
[ 23 ] Solche Wahrheiten, wie diese von den zwei Jesusknaben, die eben in dieser höheren Region gefunden werden, entsprechen niemals einer Sympathie oder Antipathie. Solche Wahrheiten findet man in der Tat immer nur in einer solchen Weise, daß man sie eigentlich als Erfahrung nie macht, wenn ich «machen» dasjenige nennen darf, was sozusagen mit der Erkenntnisweise der physischen Welt zu tun hat, ja, eigentlich sogar mit der Erkenntnisweise derjenigen Region, in welcher das Traumleben ist. Da ist man sozusagen bei der Entstehung der Erkenntnis dabei, wie man dabei ist bei dem physischen Bewußtsein. Das gilt auch noch für denjenigen Okkultisten, der nur in diese Traumregion mit seinem Bewußtsein hereinragt. So daß man sagen kann: Wenn die Erkenntnisse dieser Region entstehen, ist man unmittelbar dabei. In einem solchen Dabeisein lassen sich solche Wahrheiten nicht finden, wie diese Wahrheit von den zwei Jesusknaben. Wenn man in der höheren Region solche Wahrheiten bekommt — und zwar so, daß sie in das Bewußtsein hineinkommen —, dann ist der Zeitpunkt, in dem man sie eigentlich erworben hat, längst vorbei, wenn man sie erkennt. Man hat sie früher schon erlebt, bevor man ihnen bewußt entgegentritt — und das soll man ja eben in unserer Zeit —, man hat sie schon in sich. So daß man zu den wichtigsten, wesenhaftesten, bedeutsamsten Wahrheiten so kommt, daß man das deutliche Bewußtsein in sich trägt: Als man sie erworben hat, war man in einem früheren Zeitpunkte als in dem jetzigen, wo man das, was man früher erworben hat, aus den Tiefen der Seele holt und sich bewußt macht. Solche Wahrheiten trifft man in sich an, wie man in der Außenwelt antrifft eine Blume oder irgendein anderes Ding. Wie man in der Außenwelt denken kann über eine Blume oder über einen sonstigen Gegenstand, der eben zunächst einfach da ist, so kann man denken über die Wahrheiten, wenn man sie in sich selbst angetroffen hat, wenn sie in einem selbst einem entgegentreten. Wie man in der Außenwelt erst urteilen kann, nachdem man die Wahrnehmung eines Gegenstandes vollzogen hat, so findet man auch solche Wahrheiten in sich objektiv, und dann erst studiert man sie in sich selbst. Man studiert sie in sich selbst, wie man äußere Tatsachen studiert. Und so wenig es einen Sinn hat zu sagen: Diese Blume, ist sie wahr oder falsch? —, so wenig hat es einen Sinn, über das, was man da eigentlich in sich antrifft, zu fragen, ob es wahr oder falsch sei. Die Wahrheit oder Falschheit bezieht sich nur darauf, ob man fähig ist, das, was man findet, was einem bewußt wird, zu beschreiben. Die Beschreibung kann wahr oder falsch sein. Wahr sein und falsch sein bezieht sich ja nicht auf die Tatsache, sondern darauf, wie irgendein denkendes Wesen sich zu der Tatsache stellt. Auf die Tatsachen sind die Worte «wahr» oder «falsch» gar nicht anwendbar.
[ 24 ] Es ist in der Tat das Kommen zu Forschungsergebnissen auf diesem Gebiete ein Hineinschauen in eine Seelenregion, in der man vorher auch gelebt hat, in die man nur nicht mit dem Bewußtsein hineingeschaut hat. Man kann am besten im Fortschreiten okkulter Übungen in diese Region hineinkommen, wenn man geradezu acht gibt auf solche Momente, in denen sich in den Tiefen der Seele nicht bloß Urteile, sondern Tatsachen ergeben, von denen man weiß, daß man nicht mitgewirkt hat mit dem Bewußtsein an ihrem Entstehen. Je mehr man verwundert sein kann über dasjenige, was sich da einem enthüllt wie ein ganz objektiver Gegenstand der Außenwelt, je überraschender das für einen ist, desto mehr ist man vorbereitet, in diese Region hineinzukommen. Daher ist es in der Regel so, daß man mit alldem, was man sich zusammenkonstruiert hat, was man vermutet, nur schlecht in diese Region hineinkommt. Sie haben kein besseres Mittel, nichts zu finden, zum Beispiel über vorherige Inkarnationen dieser oder jener Persönlichkeit, als nachzudenken, was diese in den vorherigen Inkarnationen gewesen sein könnte. Wenn Sie zum Beispiel untersuchen wollten, sagen wir, die früheren Inkarnationen des Robespierre, dann wäre es das beste Mittel, nichts über ihn zu erfahren, wenn Sie historische Persönlichkeiten aufsuchten, von denen Sie vermuten, daß sie vorherige Inkarnationen von Robespierre sein könnten. Das beste Mittel wäre das, um niemals das Richtige zu erfahren. Man muß sich in energischer Weise abgewöhnen, Meinungen, Vermutungen, Hypothesen sich zu machen. Immer mehr und mehr muß derjenige, der ein wirklicher Okkultist werden will, sich daran gewöhnen, möglichst wenig über die Welt zu urteilen. Denn dann kommt er am schnellsten dazu, daß ihm die Tatsachen entgegenkommen. Je mehr der Mensch sich schweigend in seinen Vermutungen, in seiner Meinung verhält, desto mehr erfüllt sich das Innere seiner Seele mit Tatsachen der geistigen Welt.
[ 24 ] Es ist in der Tat das Kommen zu Forschungsergebnissen auf diesem Gebiete ein Hineinschauen in eine Seelenregion, in der man vorher auch gelebt hat, in die man nur nicht mit dem Bewußtsein hineingeschaut hat. Man kann am besten im Fortschreiten okkulter Übungen in diese Region hineinkommen, wenn man geradezu acht gibt auf solche Momente, in denen sich in den Tiefen der Seele nicht bloß Urteile, sondern Tatsachen ergeben, von denen man weiß, daß man nicht mitgewirkt hat mit dem Bewußtsein an ihrem Entstehen. Je mehr man verwundert sein kann über dasjenige, was sich da einem enthüllt wie ein ganz objektiver Gegenstand der Außenwelt, je überraschender das für einen ist, desto mehr ist man vorbereitet, in diese Region hineinzukommen. Daher ist es in der Regel so, daß man mit alldem, was man sich zusammenkonstruiert hat, was man vermutet, nur schlecht in diese Region hineinkommt. Sie haben kein besseres Mittel, nichts zu finden, zum Beispiel über vorherige Inkarnationen dieser oder jener Persönlichkeit, als nachzudenken, was diese in den vorherigen Inkarnationen gewesen sein könnte. Wenn Sie zum Beispiel untersuchen wollten, sagen wir, die früheren Inkarnationen des Robespierre, dann wäre es das beste Mittel, nichts über ihn zu erfahren, wenn Sie historische Persönlichkeiten aufsuchten, von denen Sie vermuten, daß sie vorherige Inkarnationen von Robespierre sein könnten. Das beste Mittel wäre das, um niemals das Richtige zu erfahren. Man muß sich in energischer Weise abgewöhnen, Meinungen, Vermutungen, Hypothesen sich zu machen. Immer mehr und mehr muß derjenige, der ein wirklicher Okkultist werden will, sich daran gewöhnen, möglichst wenig über die Welt zu urteilen. Denn dann kommt er am schnellsten dazu, daß ihm die Tatsachen entgegenkommen. Je mehr der Mensch sich schweigend in seinen Vermutungen, in seiner Meinung verhält, desto mehr erfüllt sich das Innere seiner Seele mit Tatsachen der geistigen Welt.
[ 25 ] Man kann zum Beispiel sagen, daß derjenige, der in einem bestimmten religiösen Vorurteile aufgewachsen ist, der ganz bestimmte Gefühle und Empfindungen, vielleicht auch Vermutungen über den Christus hat, nicht sehr geeignet wäre, von vornherein solch eine Wahrheit zu finden wie die Geschichte von den zwei Jesusknaben. Gerade wenn man etwas neutral fühlt gegenüber dem Christus-Ereignis, dann ist dies eine gute Vorbereitung, wenn man nur auf der andern Seite die anderen notwendigen Vorbereitungen macht. Vorurteilsvolle Buddhisten werden am wenigsten etwas Vernünftiges über Buddha zu sagen wissen, ebenso wie vorurteilsvolle Christen am wenigsten über den Christus zu sagen wissen werden. So ist es auf allen Gebieten. Man muß schon einmal gewissermaßen alle für das gewöhnliche Leben so zu nennenden Bitternisse durchmachen, gleichsam ein doppelter Mensch werden, wenn man in diese Region, die jetzt als eine dritte geschildert worden ist, eintreten will. Ein doppelter Mensch ist man ja auch im gewöhnlichen Leben, wenn man auch von der einen Hälfte seines Seins keinen bewußten Gebrauch macht. Man ist auch im gewöhnlichen Leben ja ein wachender und ein schlafender Mensch. Wahrhaftig: so verschieden Wachen und Schlafen ist, so verschieden ist diese Region von der physischen Welt, diese dritte Region in den höheren Welten. Diese Region ist etwas Besonderes für sich. Sie ist auch eine Umwelt, aber eine völlig neue Welt, die wir am besten dann erkennen, wenn wir nicht nur dasjenige auszulöschen vermögen, was die Sinne an Eindrücken der physischen Außenwelt übermitteln, sondern auch alles das, was wir fühlen und empfinden können, wofür wir uns leidenschaftlich erregen können in bezug auf Dinge der Sinnenwelt. Im gewöhnlichen Leben ist der Mensch so wenig geeignet zum Erleben dieser Welt, daß sein Bewußtsein ausgelöscht wird jede Nacht. Dazu gelangt er nur, wenn er imstande ist, wirklich aus sich einen Doppelmenschen zu machen. Und derjenige Mensch, der vergessen kann, der ausschalten kann zunächst alles, was ihn interessiert in dieser physischen Welt, der kann dann in diese andere, höhere Welt eindringen. Die mittlere Welt, die Welt, in der auch die Träume gewoben werden, sie ist gleichsam gemischt aus den beiden anderen Welten. In sie ragen sowohl Elemente der höheren Welt, die der Mensch sonst verschläft, als auch die Elemente des Alltagsbewußtseins.. Deshalb kann auch niemand die wahren Ursachen der physischen Welt erkennen, wenn er nicht in seinem Erkennen einzudringen vermag in diese dritte Region. Wenn aber der Mensch durch eigene Erfahrung heute die Entdeckung machen will, wer zum Beispiel Krishna ist, so kann er das nur in dieser dritten Region. Und jene Eindrücke, die Arjuna bekommen hat, und die uns geschildert werden in dem erhabenen Sang, in der Bhagavad Gita, dadurch, daß sie dem Krishna in den Mund gelegt werden, sie stammen aus dieser Welt. Daher mußte ich heute zunächst vorbereitend sprechen von dem Aufrücken des Menschen in diese dritte Region, damit wir begreiflich finden können, woher eigentlich die wunderbare und doch grotesk klingende Wahrheit stammt, die Krishna dem Arjuna sagt, und die doch sehr unähnlich klingt demjenigen, was gewöhnlich gehört werden kann. Kennenzulernen den Krishna und damit den Nerv der Bhagavad Gita, das soll die eine Seite dieser Vorträge sein. Auf der anderen Seite sollten Sie aber in den okkulten Grundzügen dieses wunderbaren Sanges etwas haben, das Sie, wenn Sie es wirklich gebrauchen, auch wirklich den Weg in die höheren Welten finden lassen kann. Denn der Weg in die höheren Welten ist jedem Menschen offen, wenn er nur verstehen will, wie das Körnchen Gold, das man erst haben muß, in dem Bewußtsein besteht, daß in das alltägliche Leben Dinge hineinspielen, in denen die höchsten geistigen Wesenheiten leben und weben.
[ 25 ] Man kann zum Beispiel sagen, daß derjenige, der in einem bestimmten religiösen Vorurteile aufgewachsen ist, der ganz bestimmte Gefühle und Empfindungen, vielleicht auch Vermutungen über den Christus hat, nicht sehr geeignet wäre, von vornherein solch eine Wahrheit zu finden wie die Geschichte von den zwei Jesusknaben. Gerade wenn man etwas neutral fühlt gegenüber dem Christus-Ereignis, dann ist dies eine gute Vorbereitung, wenn man nur auf der andern Seite die anderen notwendigen Vorbereitungen macht. Vorurteilsvolle Buddhisten werden am wenigsten etwas Vernünftiges über Buddha zu sagen wissen, ebenso wie vorurteilsvolle Christen am wenigsten über den Christus zu sagen wissen werden. So ist es auf allen Gebieten. Man muß schon einmal gewissermaßen alle für das gewöhnliche Leben so zu nennenden Bitternisse durchmachen, gleichsam ein doppelter Mensch werden, wenn man in diese Region, die jetzt als eine dritte geschildert worden ist, eintreten will. Ein doppelter Mensch ist man ja auch im gewöhnlichen Leben, wenn man auch von der einen Hälfte seines Seins keinen bewußten Gebrauch macht. Man ist auch im gewöhnlichen Leben ja ein wachender und ein schlafender Mensch. Wahrhaftig: so verschieden Wachen und Schlafen ist, so verschieden ist diese Region von der physischen Welt, diese dritte Region in den höheren Welten. Diese Region ist etwas Besonderes für sich. Sie ist auch eine Umwelt, aber eine völlig neue Welt, die wir am besten dann erkennen, wenn wir nicht nur dasjenige auszulöschen vermögen, was die Sinne an Eindrücken der physischen Außenwelt übermitteln, sondern auch alles das, was wir fühlen und empfinden können, wofür wir uns leidenschaftlich erregen können in bezug auf Dinge der Sinnenwelt. Im gewöhnlichen Leben ist der Mensch so wenig geeignet zum Erleben dieser Welt, daß sein Bewußtsein ausgelöscht wird jede Nacht. Dazu gelangt er nur, wenn er imstande ist, wirklich aus sich einen Doppelmenschen zu machen. Und derjenige Mensch, der vergessen kann, der ausschalten kann zunächst alles, was ihn interessiert in dieser physischen Welt, der kann dann in diese andere, höhere Welt eindringen. Die mittlere Welt, die Welt, in der auch die Träume gewoben werden, sie ist gleichsam gemischt aus den beiden anderen Welten. In sie ragen sowohl Elemente der höheren Welt, die der Mensch sonst verschläft, als auch die Elemente des Alltagsbewußtseins.. Deshalb kann auch niemand die wahren Ursachen der physischen Welt erkennen, wenn er nicht in seinem Erkennen einzudringen vermag in diese dritte Region. Wenn aber der Mensch durch eigene Erfahrung heute die Entdeckung machen will, wer zum Beispiel Krishna ist, so kann er das nur in dieser dritten Region. Und jene Eindrücke, die Arjuna bekommen hat, und die uns geschildert werden in dem erhabenen Sang, in der Bhagavad Gita, dadurch, daß sie dem Krishna in den Mund gelegt werden, sie stammen aus dieser Welt. Daher mußte ich heute zunächst vorbereitend sprechen von dem Aufrücken des Menschen in diese dritte Region, damit wir begreiflich finden können, woher eigentlich die wunderbare und doch grotesk klingende Wahrheit stammt, die Krishna dem Arjuna sagt, und die doch sehr unähnlich klingt demjenigen, was gewöhnlich gehört werden kann. Kennenzulernen den Krishna und damit den Nerv der Bhagavad Gita, das soll die eine Seite dieser Vorträge sein. Auf der anderen Seite sollten Sie aber in den okkulten Grundzügen dieses wunderbaren Sanges etwas haben, das Sie, wenn Sie es wirklich gebrauchen, auch wirklich den Weg in die höheren Welten finden lassen kann. Denn der Weg in die höheren Welten ist jedem Menschen offen, wenn er nur verstehen will, wie das Körnchen Gold, das man erst haben muß, in dem Bewußtsein besteht, daß in das alltägliche Leben Dinge hineinspielen, in denen die höchsten geistigen Wesenheiten leben und weben.
