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Secrets of the Threshold
GA 147

26 August 1913, Munich

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Dritter Vortrag

Third Lecture

[ 1 ] Wenn man in einer solchen Weise, wie es hier in diesem Vortragszyklus geschieht, über die geistigen Welten spricht, dann ist es notwendig, daß man beachtet, daß das hellsichtige Bewußtsein, zu dem sich die Menschenseele entwickeln kann, insofern an der Natur und Wesenheit des Menschen nichts ändert, als alles dasjenige, was in dieses Bewußtsein hereintritt, schon vorher in der Menschennatur vorhanden war. Indem man eine Sache erkennt, schafft man sie nicht, sondern man lernt nur wahrnehmen, was als Tatsache schon vorhanden ist. So selbstverständlich dieses ist, so muß es doch hervorgehoben werden, weil man einmal den Gedanken darauf hinlenken soll, daß die Wesenheit des Menschen in den verborgenen Untergründen des Daseins liegt, und daß sie nur heraufgeholt wird aus diesen verborgenen Untergründen des Daseins durch das hellseherische Erkennen. Daraus folgt nämlich, daß die wirkliche, wahre Wesensnatur des Menschen durch nichts anderes an den Tag treten kann als durch das hellsichtige Bewußtsein. Durch keine Art von Philosophie kann man wissen, was eigentlich der Mensch ist, als nur durch ein solches Wissen, das sich auf das hellsichtige Bewußtsein stützt. Denn für das Beobachten in der Sinneswelt und für den Verstand, der an die Sinneswelt gebunden ist, liegt die Wesenheit des Menschen, die wahre, echte Wesenheit des Menschen, in verborgenen Welten. Wenn nun dieses hellsichtige Bewußtsein, von dessen Gesichtspunkt aus die Welten jenseits der sogenannten Schwelle betrachtet werden sollen, zunächst diese Schwelle überschreitet, dann werden an dasselbe, damit es wahrnehmen, erkennen kann, ganz andere Anforderungen gestellt als in der Sinneswelt. Und das ist die Hauptsache, daß die Menschenseele gewissermaßen sich daran gewöhnen muß, daß es nicht nur die Art des Anschauens, des Wahrnehmens gibt, die für die Sinneswelt die richtige, die gesunde ist.

[ 1 ] When speaking about the spiritual worlds in the manner done here in this lecture series, it is necessary to bear in mind that the clairvoyant consciousness to which the human soul can develop does not alter the nature and essence of the human being in any way, since everything that enters into this consciousness was already present in human nature beforehand. By recognizing something, one does not create it, but merely learns to perceive what already exists as a fact. As self-evident as this is, it must nevertheless be emphasized, because one’s thoughts should be directed toward the fact that the essence of the human being lies in the hidden depths of existence, and that it is brought up from these hidden depths of existence only through clairvoyant perception. For it follows from this that the real, true nature of the human being can be brought to light by nothing other than clairvoyant consciousness. No kind of philosophy can reveal what a human being actually is, except through such knowledge as is based on clairvoyant consciousness. For as far as observation in the sensory world and the intellect bound to the sensory world are concerned, the essence of the human being—the true, genuine essence of the human being—lies in hidden worlds. Now, when this clairvoyant consciousness—from whose perspective the worlds beyond the so-called threshold are to be viewed—first crosses this threshold, then entirely different demands are placed upon it, so that it may perceive and recognize, than in the sensory world. And this is the main point: that the human soul must, so to speak, accustom itself to the fact that there is not only one way of looking and perceiving that is the right and healthy one for the sensory world.

[ 2 ] Ich werde hier die erste Welt, welche des Menschen Seele, wenn sie hellsichtig wird, betritt, nachdem sie über die Schwelle gekommen ist, die elementarische Welt nennen. Nur derjenige, welcher die Gepflogenheiten der Sinneswelt auch in die höheren, in die übersinnlichen Welten hineintragen will, kann verlangen, daß eine gleichförmige Namengebung für alle Gesichtspunkte gewählt werde, von denen aus die höheren Welten betrachtet werden. Ich werde sowohl am Schlusse dieses Vortragszyklus, wie auch in der Schrift, die in den nächsten Tagen hier aufliegen und den Titel führen wird «Die Schwelle der geistigen Welt», darauf hinweisen, welches Verhältnis besteht zwischen der Namengebung, wie sie hier gewählt wird, zum Beispiel der Bezeichnung «elementarische Welt», und den Bezeichnungen zu den Schilderungen, die als Seelenwelt, als geistige Welt und so weiter in meiner «Theosophie» und in meiner «Geheimwissenschaft in Umriß» gegeben werden, damit man nicht in leichtfertiger Weise da Widersprüche suchen könne, wo in Wirklichkeit keine vorhanden sind. Ganz neue Anforderungen treten an das Seelenleben heran, wenn es über die Schwelle hinweg die elementarische Welt betritt. Würde die Menschenseele mit den Gepflogenheiten, mit den Gewohnheiten der Sinneswelt in die elementarische Welt eintreten wollen, so würden zwei Tatsachen eintreten können: entweder es würde sich im Umkreis des Bewußtseins, im Blickekreis, Nebelhaftigkeit oder völlige Verfinsterung ausbreiten, oder aber es würde die andere Tatsache eintreten: die Menschenseele würde, wenn sie unvorbereitet für die Gepflogenheiten und die Anforderungen der elementarischen Welt in diese eintreten wollte, wiederum zurückgeworfen werden in die Sinneswelt. Die elementarische Welt ist eine durchaus andere als die sinnliche Welt. In der sinnlichen Welt ist die Sache so, daß, wenn Sie innerhalb dieser Welt von Wesen zu Wesen, von Vorgang zu Vorgang schreiten, Sie zwar dann diese Wesenheiten, diese Vorgänge vor sich haben, sie betrachten können, daß Sie aber vor jedem Vorgang, vor jeder Wesenheit in der Beobachtung ganz deutlich Ihre in sich geschlossene Wesenheit, Ihr persönliches Sein behalten. Sie wissen in jedem Augenblick, Sie sind derselbe, der Sie gegenüber einem anderen Vorgang, einer anderen Wesenheit gewesen sind, wenn Sie einem Neuen gegenübertreten, und Sie können sich niemals verlieren in diesem Vorgang, in dieser Wesenheit. Sie stehen ihnen gegenüber, Sie stehen außerhalb derselben und Sie wissen, wo immer Sie auch in der Sinneswelt herumschreiten, daß Sie derselbe bleiben. Das wird sogleich anders, wenn man die elementarische Welt betritt. In der elementarischen Welt ist es notwendig, daß man mit dem ganzen Innenleben seiner Seele einem Wesen, einem Vorgang sich so weit anpaßt, daß man sich mit seinem Seelenleben in dieses Wesen, in diesen Vorgang selbst verwandelt. Anders kann man nichts erkennen in der elementarischen Welt, als wenn man den Wesen so gegenübertritt, daß man innerhalb jedes Wesens ein anderer wird, und zwar in hohem Grade ähnlich wird dem Wesen und dem Vorgang selber.

[ 2 ] I will refer here to the first world that the human soul enters—once it has crossed the threshold and become clairvoyant—as the elemental world. Only those who wish to carry the conventions of the sensory world into the higher, supersensory worlds can demand that a uniform nomenclature be chosen for all perspectives from which the higher worlds are viewed. I will point out, both at the end of this lecture series and in the book that will be available here in the coming days under the title “The Threshold of the Spiritual World,” the relationship between the naming conventions chosen here—such as the term “elemental world”— and the terms used in the descriptions given as the soul world, the spiritual world, and so on in my *Theosophy* and in my *Outline of Esoteric Science*, so that one may not lightly seek contradictions where in reality none exist. Entirely new demands are placed upon the life of the soul when it crosses the threshold into the elemental world. If the human soul were to attempt to enter the elemental world with the customs and habits of the sensory world, two outcomes could occur: either a haze or complete darkness would spread within the sphere of consciousness, within the field of vision, or the other outcome would occur: the human soul, if it were to attempt to enter the elemental world unprepared for its customs and demands, would be cast back into the sensory world. The elemental world is entirely different from the sensory world. In the sensory world, the situation is such that when you move from being to being, from event to event within this world, you do indeed have these beings and these events before you and can observe them; yet in your observation, you retain quite clearly your self-contained being, your personal self, before every event and every being. You know at every moment that you are the same person you were in relation to another event or another being when you encounter a new one, and you can never lose yourself in that event or that being. You stand before them, you stand outside of them, and you know that wherever you may wander in the sensory world, you remain the same. This changes immediately when one enters the elemental world. In the elemental world, it is necessary to adapt the entire inner life of one’s soul to a being or a process to such an extent that one transforms oneself, through one’s soul life, into that being or that process itself. There is no other way to perceive anything in the elemental world than by approaching the beings in such a way that one becomes someone else within each being, and indeed becomes highly similar to the being and the process itself.

[ 3 ] Das muß man für die elementarische Welt als eine Eigentümlichkeit seiner Seele haben: Verwandlungsfähigkeit des eigenen Wesens in fremde Wesenheiten. Die Möglichkeit der Metamorphosierung muß man haben. Man muß gleichsam untertauchen können und zu den Wesen selber werden und man muß verlieren können dieses Bewußtsein, das man in der Sinneswelt immer haben muß, wenn man in dieser seelisch gesund bleiben will, das Bewußtsein: du bist der und der. In der elementarischen Welt lernt man ein Wesen nur kennen, wenn man es in gewisser Weise innerlich mit seinem Seelenleben wird. So muß man schreiten durch die elementarische Welt, wenn man sie betreten hat über die Schwelle hinweg, indem man mit jedem Schritt sich selber verwandelt in jeden einzelnen Vorgang, in jedes Wesen gleichsam hineinkriecht. Was in der physischen Welt zur Gesundheit der Seele gehört, daß man sich selbst behauptet beim Durchschreiten der Sinneswelt in seiner ureigenen Wesenheit, das ist ganz unmöglich in der elementarischen Welt; das würde dort entweder zur Verfinsterung des Horizontes führen oder einen in die Sinneswelt wiederum zurück werfen.

[ 3 ] One must possess this as a characteristic of one’s soul in relation to the elemental world: the ability to transform one’s own being into other beings. One must possess the capacity for metamorphosis. One must, as it were, be able to submerge oneself and become the beings themselves, and one must be able to lose that consciousness which one must always have in the sensory world if one wishes to remain mentally healthy there—the consciousness: ‘You are so-and-so.’ In the elemental world, one comes to know a being only when one, in a certain sense, becomes one with its soul life inwardly. Thus one must proceed through the elemental world, once one has crossed the threshold into it, by transforming oneself with every step into every single process, by, as it were, crawling into every being. What in the physical world contributes to the health of the soul—namely, maintaining one’s own essential being while traversing the sensory world—is entirely impossible in the elemental world; there, this would either lead to a darkening of the horizon or cast one back into the sensory world.

[ 4 ] Nun können Sie sich leicht vorstellen, daß die Seele noch etwas anderes braucht, um diese Verwandlungsfähigkeit auszuüben, als was sie in der Sinneswelt schon hat. Die Seele des Menschen ist zu schwach, um sich fortwährend zu verwandeln, sich jedem Wesen anzupassen, wenn sie in derselben Weise hineingeht in die elementarische Welt, wie sie in der Sinneswelt ist. Daher müssen die Kräfte dieser Menschenseele verstärkt, erhöht werden, und daher sind jene Vorbereitungen notwendig, die beschrieben sind in meiner «Geheimwissenschaft» und in der Schrift «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?», die ja alle dazu führen, daß das Seelenleben in sich stärker, kraftvoller wird. Dann kann die Seele untertauchen in die anderen Wesenheiten, ohne sich selber in diesem Untertauchen zu verlieren. Indem so etwas erwähnt wird, sehen Sie zugleich, wie notwendig es ist, voll zu beachten dasjenige, was man die Schwelle nennt zwischen der Sinneswelt und den übersinnlichen Welten. Es ist schon gesagt worden, daß das hellsichtige Bewußtsein, solange der Mensch Erdenmensch ist, fortwährend sozusagen hinüber- und herübergehen muß: daß es außer dem physischen Leib beobachten muß in der geistigen Welt jenseits der Schwelle, dann wiederum zurückkehren muß in den physischen Leib und in gesunder Weise jene Fähigkeiten ausüben muß, welche zur richtigen Beobachtung der physischen Welt, der Sinneswelt führen.

[ 4 ] Now you can easily create a mental image of what the soul needs to exercise this capacity for transformation, in addition to what it already possesses in the sensory world. The human soul is too weak to transform itself continuously, to adapt to every being, if it enters the elemental world in the same way it exists in the sensory world. Therefore, the powers of this human soul must be strengthened and elevated, and therefore those preparations are necessary that are described in my *Esoteric Science* and in the treatise *How Does One Attain Knowledge of the Higher Worlds?*, all of which lead to the soul life becoming stronger and more powerful within itself. Then the soul can immerse itself in the other beings without losing itself in this immersion. By mentioning such things, you see at the same time how necessary it is to fully heed what is called the threshold between the sensory world and the supersensory worlds. It has already been said that, as long as a person is an earthly human being, the clairvoyant consciousness must, so to speak, continually pass back and forth: that it must observe, beyond the physical body, in the spiritual world beyond the threshold, and then return again to the physical body and exercise in a healthy way those abilities that lead to the correct observation of the physical world, the sensory world.

[ 5 ] Nehmen wir einmal an, ein hellsichtig gewordenes Bewußtsein würde jene Verwandlungsfähigkeit, die es haben muß, damit für dieses die geistige Welt überhaupt da ist, herübernehmen in die Sinneswelt, wenn es die Schwelle wiederum überschreitet zurück in diese Sinneswelt. Diese Verwandlungsfähigkeit, von der ich gesprochen habe, ist eine Eigentümlichkeit des menschlichen Ätherleibes, der vorzugsweise in der elementarischen Welt lebt. Nehmen wir also an, ein Mensch kehre zurück von der geistigen in die sinnliche Welt und er würde seinen Ätherleib so verwandlungsfähig lassen, wie er ihn haben muß in der elementarischen Welt. Was würde dann eintreten? Jede Welt hat ihre besondere Gesetzmäßigkeit. Die Sinneswelt ist die Welt der abgeschlossenen Formen; die Geister der Form regieren in der Sinneswelt. Die elementarische Welt ist die Welt der Beweglichkeit, die Welt der Metamorphose, der Verwandlung. Wie man sich selber, wenn man sich in der elementarischen Welt erfühlen will, fortwährend verwandeln muß, so verwandeln sich alle Wesen fortwährend in der elementarischen Welt. Es gibt keine geschlossene, keine abgegrenzte Form in der elementarischen Welt; alles ist in fortwährender Metamorphose. Und dieses sich metamorphosierende Dasein muß man mitmachen als Seele außerhalb des physischen Leibes, wenn man sich in der elementarischen Welt erleben will. In der physisch-sinnlichen Welt muß man seinen Ätherleib, der als Ätherleib ein Wesen der elementarischen Welt ist und die Verwandlungsfähigkeit hat, untertauchen lassen in den physischen Leib. Durch dieses Physische ist man eine bestimmte Persönlichkeit in der physisch-sinnlichen Welt; man ist diese oder jene bestimmte Persönlichkeit. Der physische Leib prägt einem die Persönlichkeit auf, der physische Leib und die Verhältnisse in der physisch-sinnlichen Welt, in die man gestellt ist, machen einen zur Persönlichkeit. In der elementarischen Welt ist man nicht eine solche Persönlichkeit, denn Persönlichkeit erfordert Formgeschlossenheit. Aber hier kommt es in Betracht, daß das, was das hellsichtige Bewußtsein erkennt in der menschlichen Seele, immer vorhanden ist. Durch die Kräfte des physischen Leibes wird jene Beweglichkeit des Ätherleibes nur zusammengehalten. Sobald der Ätherleib untertaucht in den physischen Leib, werden seine beweglichen Kräfte zusammengehalten, in die Form hineingepaßt. Und der Ätherleib, wenn er nicht im physischen Leib gleichsam wie in seiner Tüte stecken würde, hätte immer den Trieb zu fortwährender Verwandlung.

[ 5 ] Let us suppose that a consciousness that has become clairvoyant were to carry over into the sensory world—when it crosses the threshold back into this sensory world—that capacity for transformation which it must possess in order for the spiritual world to exist for it at all. This capacity for transformation, of which I have spoken, is a characteristic of the human etheric body, which lives primarily in the elemental world. Let us therefore assume that a human being returns from the spiritual world to the sensory world and leaves his etheric body as capable of transformation as it must be in the elemental world. What would then happen? Every world has its own particular laws. The sensory world is the world of closed forms; the spirits of form reign in the sensory world. The elemental world is the world of mobility, the world of metamorphosis, of transformation. Just as one must constantly transform oneself if one wishes to feel one’s way in the elemental world, so all beings are constantly transforming in the elemental world. There is no closed, no delimited form in the elemental world; everything is in constant metamorphosis. And one must participate in this metamorphosing existence as a soul outside the physical body if one wishes to experience oneself in the elemental world. In the physical-sensory world, one must allow one’s etheric body—which, as an etheric body, is a being of the elemental world and possesses the capacity for transformation—to be immersed in the physical body. Through this physical body, one is a specific personality in the physical-sensory world; one is this or that specific personality. The physical body imprints one’s personality; the physical body and the conditions in the physical-sensory world into which one is placed make one a personality. In the elemental world, one is not such a personality, for personality requires a fixed form. But here it is important to note that what the clairvoyant consciousness perceives in the human soul is always present. It is only through the forces of the physical body that the mobility of the etheric body is held together. As soon as the etheric body sinks into the physical body, its mobile forces are held together and fitted into the form. And the etheric body, if it were not enclosed within the physical body as if in a bag, would always have the impulse toward constant transformation.

[ 6 ] Nehmen wir nun an, eine hellsichtig gewordene Seele trüge in ihrem Ätherleib diesen Trieb zur Verwandlungsfähigkeit in die physisch-sinnliche Welt herüber. Dann ist dieser Ätherleib mit seiner Tendenz zur Beweglichkeit gleichsam locker im physischen Leib darinnen, und man gerät dadurch als Menschenseele durch die Kräfte seines Ätherleibes in einen Widerspruch mit den Anforderungen der physischen Welt, die einen zu einer bestimmten Persönlichkeit prägen will, weil der Ätherleib, der sich frei bewegen will, dann, wenn er die Schwelle von der geistigen Welt zur physisch-sinnlichen Welt in unrichtiger Weise zurücküberschreitet, alle Augenblicke etwas anderes sein will, etwas, was in Widerspruch stehen kann mit der festen Prägung des physischen Leibes. Um es etwas exakter auszudrücken, man kann vermöge des physischen Leibes, sagen wir, ein europäischer Bankbeamter sein, aber weil der Ätherleib den Trieb zur Befreiung vom physischen Leib herübergetragen hat in die physische Welt, kann man sich einbilden, man sei der Kaiser von China. Oder, um ein anderes Beispiel zu gebrauchen, kann man, sagen wir, Präsident in der Theosophischen Gesellschaft sein, und, wenn der Ätherleib locker geworden ist, sich einbilden, man sei vor dem Direktor des Globus gestanden. Da sehen wir, wie in der entschiedensten Weise beachtet werden muß die Schwelle, die sich zwischen der sinnlichen und übersinnlichen Welt genau ergibt; wie man die Anforderungen einer jeglichen Welt ins Seelenauge fassen muß und wie man sich anpassen muß diesen Anforderungen; wie die Seele anders sich verhalten muß, je nachdem sie jenseits oder diesseits der Schwelle steht. Das hängt also damit zusammen, daß man immer und immer wiederum betont, es dürfen nicht in unrechtmäßiger Weise zurückgetragen werden die Gepflogenheiten der übersinnlichen Welten in die sinnliche Welt, wenn man zurückschreitet über die Schwelle. Wenn ich mich flach auszudrücken mir erlauben darf, so kann ich sagen: Man muß sich in der richtigen Weise in beiden Welten zu benehmen verstehen, man darf nicht das Beobachten, das in der einen Welt richtig ist, in die andere hinübertragen.

[ 6 ] Let us now suppose that a soul that has become clairvoyant carries this impulse toward adaptability into the physical-sensory world within its etheric body. Then this etheric body, with its tendency toward mobility, is, as it were, loosely embedded within the physical body, and as a result, the human soul, through the forces of its etheric body, comes into conflict with the demands of the physical world, which seeks to shape one into a specific personality, because the etheric body, which wants to move freely, when it crosses back over the threshold from the spiritual world to the physical-sensory world in an improper manner, wants to be something different at every moment, something that may stand in contradiction to the fixed character of the physical body. To put it more precisely, by virtue of the physical body, one can be, say, a European bank clerk, but because the etheric body has carried over into the physical world the impulse to liberate itself from the physical body, one can imagine oneself to be the Emperor of China. Or, to use another example, one can, say, be president of the Theosophical Society, and, once the etheric body has become loose, imagine that one has stood before the director of the Globe. Here we see how the threshold that precisely separates the sensory and supersensory worlds must be observed in the most decisive manner; how one must grasp the demands of each world in the soul’s eye and how one must adapt to these demands; how the soul must behave differently depending on whether it stands beyond or within the threshold. This is therefore connected to the fact that it must be emphasized again and again: the customs of the supersensible worlds must not be carried back in an improper manner into the sensory world when one steps back across the threshold. If I may be permitted to put it bluntly, I can say: One must know how to behave correctly in both worlds; one must not carry over into the other world the way of observing that is correct in one world.

[ 7 ] Das also ist zunächst zu beachten, daß eine Grundfähigkeit für das Sich-Erleben, für das Sich-Erfühlen der Seele in der elementarischen Welt die Verwandlungsfähigkeit ist. Nun aber könnte die menschliche Seele niemals dauernd in dieser Eigenschaft der Verwandlungsfähigkeit leben; der ätherische Leib könnte der elementarischen Welt ebensowenig dauernd angehören im Zustand der Verwandlungsfähigkeit, wie der Mensch in der physischen Welt fortwährend wachen könnte. In der physischen Welt kann der Mensch auch nur diese wahrnehmen, wenn er wacht; wenn er schläft, nimmt er sie nicht wahr. Dennoch muß der Mensch den Wachzustand abwechseln lassen mit dem Schlafzustand. Etwas Ähnliches ist auch für die elementarische Welt notwendig. Ebensowenig wie es für die physische Welt angeht, fortwährend zu wachen, wie das Leben gleichsam im Pendelschlag in der physischen Welt verlaufen muß zwischen Wachen und Schlafen, so ist etwas Ähnliches auch für das Leben des Ätherleibes in der elementarischen Welt notwendig. Es muß gleichsam ein Gegenpol, eine Gegenwirkung gegen die Verwandlungsfähigkeit, die zum Wahrnehmen in der geistigen Welt führt, da sein. Dasjenige, was einen verwandlungsfähig macht für die geistige Welt, das ist das Vorstellungsleben des Menschen, das ist die Fähigkeit, das Vorstellen, das Denken beweglich zu machen, so daß man durch das beweglich gewordene Denken in die Wesen und Vorgänge untertauchen kann. Für den anderen Zustand, der sich da vergleichen läßt mit dem Schlafe in der Sinneswelt, muß ausgebildet, erkraftet sein das menschliche Wollen. Für die Verwandlungsfähigkeit also das Denken oder Vorstellen, für den anderen Zustand das Wollen.

[ 7 ] The first thing to note, then, is that the soul’s fundamental capacity for self-experience—for sensing itself—in the elemental world is its ability to transform. However, the human soul could never live permanently in this state of transformability; the etheric body could no more belong permanently to the elemental world in a state of transformability than a human being could remain awake continuously in the physical world. In the physical world, a human being can perceive it only when awake; when asleep, they do not perceive it. Nevertheless, a human being must alternate the waking state with the sleeping state. Something similar is also necessary for the elemental world. Just as it is not appropriate for the physical world to be constantly awake—just as life must, as it were, oscillate in the physical world between waking and sleeping—so something similar is also necessary for the life of the etheric body in the elemental world. There must, as it were, be a counterpole, a counterforce to the capacity for transformation that leads to perception in the spiritual world. That which makes one capable of transformation for the spiritual world is the human life of mental images; it is the ability to make imagination and thinking flexible, so that through this flexible thinking one can immerse oneself in the beings and processes there. For the other state, which can be compared to sleep in the sensory world, human volition must be developed and strengthened. Thus, for the capacity for transformation—that is, thinking or a mental image—and for the other state—volition.

[ 8 ] Wir werden uns da verstehen, wenn wir beachten, daß in der sinnlich-physischen Welt der Mensch ein Selbst ist, ein Ich ist. Dadurch, daß der physisch-sinnliche Leib das Nötige dazu tut, sofern der Mensch wacht, fühlt er sich als ein Selbst, als ein Ich. Es sind die Kräfte des physisch-sinnlichen Leibes so, daß dieser ihm die Kräfte liefert, wenn der Mensch in den physisch-sinnlichen Leib untertaucht, die ihn sich empfinden lassen als ein Selbst, als ein Ich. So ist es nicht in der elementarischen Welt. Da muß der Mensch das, was in der physisch-sinnlichen Welt der physische Leib leistet, selber leisten bis zu einem gewissen Grade. Man kann kein Selbstgefühl entwickeln in der elementarischen Welt, wenn man sein Wollen nicht anstrengt, wenn man sich nicht selber will. Das erfordert allerdings eine Überwindung der menschlichen Bequemlichkeit, einer Bequemlichkeit, die ungeheuer tief eingewurzelt ist. Das Sich-selber-Wollen ist notwendig für die elementarische Welt; und ebenso wie Schlafen und Wachen abwechseln in der physisch-sinnlichen Welt, so muß der eine Zustand des Sich-in-die-Wesen-Hineinverwandelns in der elementarischen Welt mit diesem im Wollen erstarkten Selbstgefühle abwechseln. Wie man in der physisch-sinnlichen Welt durch die Tagesarbeit müde wird, wie einem da schließlich die Augen zufallen, kurz, wie die Übermannung durch den Schlaf eintritt, so kommen Momente in der elementarischen Welt für den Ätherleib, wo dieser fühlt: ich kann mich jetzt nicht fortwährend verwandeln, ich muß jetzt alles ausschließen, was an anderen Wesen und Vorgängen da ist. Ich muß das alles aus meinem Blickekreis heraustreiben, ich muß absehen von allen anderen Wesenheiten und Vorgängen und mich, mein Selbst, wollen, einmal ganz, ganz in mir leben und nichts wissen von den anderen Wesenheiten und Vorgängen der elementarischen Welt. Das würde entsprechen dem Schlaf der physischen Welt: dieses Wollen seiner selbst mit Ausschluß der anderen Wesenheiten und Vorgänge.

[ 8 ] We will understand this if we consider that, in the physical-sensory world, the human being is a self, an “I.” Because the physical-sensory body provides what is necessary for this, as long as the human being is awake, he feels himself as a self, as an “I.” The forces of the physical-sensory body are such that, when a human being immerses themselves in the physical-sensory body, it supplies them with the forces that allow them to perceive themselves as a self, as an “I.” This is not the case in the elemental world. There, the human being must, to a certain extent, perform for themselves what the physical body performs in the physical-sensory world. One cannot develop a sense of self in the elemental world unless one exerts one’s will, unless one wills oneself. This, however, requires overcoming human complacency—a complacency that is immensely deeply rooted. The will to be oneself is necessary for the elemental world; and just as sleeping and waking alternate in the physical-sensory world, so must the state of transforming oneself into beings in the elemental world alternate with this sense of self strengthened by the will. Just as one becomes tired in the physical-sensory world through the work of the day, just as one’s eyes eventually close there, in short, just as one is overcome by sleep, so there come moments in the elemental world for the etheric body when it feels: I cannot transform myself continuously now; I must now exclude everything that pertains to other beings and processes. I must drive all of that out of my field of vision; I must disregard all other beings and processes and will myself, my self, to live once completely, completely within myself and know nothing of the other beings and processes of the elemental world. This would correspond to sleep in the physical world: this will to oneself with the exclusion of other beings and processes.

[ 9 ] Nun würde man sich unrichtig vorstellen, wenn man dächte, daß in solcher Weise, gleichsam naturgesetzlich geregelt, die Abwechslung von Verwandlungsfähigkeit und erstarktem Ich-Gefühl in der elementarischen Welt vorhanden wäre wie Wachen und Schlafen in der physisch-sinnlichen Welt. Es ist alles für das hellsichtige Bewußtsein — und für dieses ist es nur wahrnehmbar — willkürlich; nicht daß es von selbst übergeht wie das Wachen in den Schlaf, sondern nachdem man eine mehr oder weniger lange Zeit in der Verwandlung gelebt hat, empfindet man das Bedürfnis in sich, nun wieder zu erleben, zu entfalten gleichsam den anderen Pendelschlag des elementarischen Lebens. So wechselt in einer viel willkürlicheren Weise als Wachen und Schlafen in der physisch-sinnlichen Welt Verwandlungsfähigkeit und In-sich-Leben mit erstarktem Selbstgefühl in der elementarischen Welt. Ja, das Bewußtsein kann es dazu bringen, daß gleichsam durch eine Elastizität dieses Bewußtseins beide Zustände unter gewissen Voraussetzungen gleichzeitig vorhanden sind, daß man sich gewissermaßen auf der einen Seite verwandelt und dennoch gewisse Teile seiner Seele zusammenhält und in sich ruht. Man kann, was man in der sinnlich-physischen Welt nicht gerade zum Vorteil des Seelenlebens unternehmen soll, in der elementarischen Welt zugleich wachen und schlafen. So sehen wir, daß auch in dieser elementarischen Welt ein solcher Pendelschlag des Seelenlebens notwendig ist, wie in der physischen Welt Wachen und Schlafen notwendig ist.

[ 9 ] It would be a mistake to form a mental image of the world in which the alternation between the capacity for transformation and a strengthened sense of self exists in the elemental world just as waking and sleeping do in the physical-sensory world. To the clairvoyant consciousness—and it is perceptible only to this—it is all arbitrary; it does not transition of its own accord, as waking does into sleep, but rather, after having lived in the state of transformation for a more or less extended period, one feels within oneself the need to now experience once more, to unfold, as it were, the other swing of the pendulum of elemental life. Thus, in a far more arbitrary manner than waking and sleeping in the physical-sensory world, the capacity for transformation and inner life with a strengthened sense of self alternate in the elemental world. Indeed, consciousness can bring about a situation where, as it were, through a certain elasticity of this consciousness, both states are simultaneously present under certain conditions—so that one transforms oneself, as it were, on the one hand, yet holds certain parts of one’s soul together and remains at rest within oneself. One can, in the elemental world, simultaneously wake and sleep—something one should not undertake in the physical-sensory world for the sake of the soul’s life. Thus we see that even in this elemental world such a pendulum swing of the soul’s life is necessary, just as waking and sleeping are necessary in the physical world.

[ 10 ] Man muß ferner berücksichtigen, daß, wenn das Denken sich zur Verwandlungsfähigkeit entwickelt, also sich einlebt in die elementarische Welt, dieses Denken selber, so wie es in der physisch-sinnlichen Welt gesund und richtig ist, für die elementarische Welt nicht zu brauchen ist. Wie ist denn dieses Denken in der physisch-sinnlichen Welt? Verfolgen Sie einmal, wie es ist. Man erlebt in seiner Seele Gedanken. Man weiß, daß man innerlich diese Gedanken erfaßt, erzeugt, verbindet, trennt. Man fühlt sich innerlich in der Seele Herr dieser Gedanken. Diese Gedanken verhalten sich gleichsam passiv, lassen sich verbinden und trennen, lassen sich machen und wieder fortschaffen. Dieses Denkleben, dieses Gedankenleben muß sich in der elementarischen Welt um eine Stufe weiter entwickeln. In der elementarischen Welt ist man nicht in der Lage, solchen passiven Gedanken gegenüberzustehen wie in der physisch-sinnlichen Welt. Wenn man sich wirklich mit der hellsichtigen Seele einlebt in die elementarische Welt, dann ist das so, wie wenn die Gedanken nicht Dinge wären, die man beherrscht, sondern die Gedanken werden wie lebendige Wesen. Stellen Sie sich einmal vor, Ihre Gedanken wären nicht so, daß) Sie sie machen und verbinden und trennen, sondern in Ihrem Bewußtsein fingen die Gedanken, jeder derselben, ein Eigenleben an, ein wesenhaftes Leben. Sie steckten gleichsam Ihr Bewußtsein hinein in etwas, wo Sie gar nicht die Gedanken so haben können wie in der physisch-sinnlichen Welt, sondern wo die Gedanken lebendige Wesenheiten sind. Ich kann nicht anders, als ein groteskes Bild gebrauchen; aber dieses Bild kann uns ein wenig aufmerksam machen, wie anders das Denken werden muß in der elementarischen Welt, als es in der physisch-sinnlichen Welt ist. Denken Sie sich, Sie steckten Ihren Kopf in einen Ameisenhaufen, und das Denken hörte auf. Dafür hätten Sie Ameisen statt Ihrer Gedanken im Kopfe. So werden die Gedanken, wenn Sie untertauchen mit Ihrer Seele in die elementarische Welt, daß sie sich selber verbinden und trennen, daß sie ein Eigenleben für sich führen. Nun, wahrhaftig, man braucht eine stärkere Kraft der Seele, um mit seinem Bewußtsein lebendigen Gedankenwesen gegenüberzustehen, als den passiven Gedanken der physischen Welt, die mit sich machen lassen, was man will, die sich sogar gefallen lassen, daß sie sich nicht nur gescheit verbinden und trennen lassen, sondern auch manchmal recht töricht. Das sind geduldige Dinger, diese Gedanken der physisch-sinnlichen Welt; sie lassen sich von der Seele alles gefallen. Das wird ganz anders, wenn man sozusagen die Seele hineinsteckt in die elementarische Welt. Da leben die Gedanken ihr selbständiges Leben. Da muß man sich aufrecht erhalten und behaupten mit seinem Seelenleben — nicht passiven Gedanken gegenüber, sondern einem aktiven, in sich selber regsamen Gedankenleben. Es ist durchaus so, daß man in der physisch-sinnlichen Welt etwas recht Dummes denken kann; das tut in der Regel nicht weh. In der elementarischen Welt kann es sehr gut vorkommen, wenn man mit seinem Denken Dummheiten dort macht, daß das, was da als selbständige Wesen herumkriecht, einem recht weh tut, einem recht Schmerzen macht.

[ 10 ] One must also take into account that when thinking develops the capacity for transformation—that is, when it becomes attuned to the elemental world—this very thinking, just as it is healthy and proper in the physical-sensory world, is not needed in the elemental world. What, then, is this thinking like in the physical-sensory world? Consider for a moment what it is like. One experiences thoughts within one’s soul. One knows that one internally grasps, generates, connects, and separates these thoughts. One feels oneself to be the master of these thoughts within the soul. These thoughts behave, as it were, passively; they can be connected and separated, created and then removed again. This life of thought must develop one step further in the elemental world. In the elemental world, one is not in a position to face such passive thoughts as in the physical-sensory world. When one truly immerses oneself in the elemental world with a clairvoyant soul, it is as if thoughts were not things one controls, but rather the thoughts become like living beings. Imagine for a moment that your thoughts were not such that you create them, connect them, and separate them, but rather that in your consciousness each thought began to lead a life of its own, an essential life. You would, as it were, place your consciousness into a realm where you cannot have thoughts in the same way as in the physical-sensory world, but where thoughts are living beings. I cannot help but use a grotesque image; but this image can make us a little aware of how different thinking must become in the elemental world compared to the physical-sensory world. Imagine you stuck your head into an anthill, and thinking ceased. Instead, you would have ants in your head instead of your thoughts. That is how thoughts become when you immerse your soul in the elemental world: they connect and separate on their own, leading a life of their own. Now, truly, one needs a stronger power of the soul to face living thought-beings with one’s consciousness than the passive thoughts of the physical world, which let one do with them as one pleases, which even tolerate not only being connected and separated sensibly, but sometimes quite foolishly as well. These thoughts of the physical-sensory world are patient things; they put up with everything from the soul. It is quite different when one, so to speak, plunges the soul into the elemental world. There the thoughts live their independent lives. There one must hold oneself upright and assert oneself with one’s soul life—not in the face of passive thoughts, but in the face of an active, self-generating life of thought. It is certainly true that one can think something quite foolish in the physical-sensory world; that usually does no harm. In the elemental world, it can very well happen that if one commits foolish acts with one’s thinking there, what crawls about there as independent beings will cause one real harm, inflict real pain.

[ 11 ] So sehen wir, wie durchaus die Gepflogenheiten des Seelenlebens anders werden müssen, wenn man die Schwelle von der physisch-sinnlichen in die übersinnliche Welt überschreitet. Würde man mit den Gepflogenheiten, die man den lebendigen Gedankenwesen der elementarischen Welt entgegenbringt, herüberkommen in die physisch-sinnliche Welt, die Schwelle überschreiten und zurückgehen und würde dann nicht das gesunde Denken mit den passiven Gedanken entfalten, sondern festhalten wollen das Verhalten für die elementarische Welt, dann gingen einem die Gedanken fortwährend durch, dann liefe man den Gedanken nach; dann würde man der Sklave seiner Gedanken werden.

[ 11 ] Thus we see how the customs of the soul life must necessarily change when one crosses the threshold from the physical-sensory world into the supersensory world. If one were to bring the habits one applies to the living thought-beings of the elemental world over into the physical-sensory world, cross the threshold and return, and were then not to develop healthy thinking with passive thoughts, but instead to cling to the behavior suited for the elemental world, then one’s thoughts would constantly run through one’s mind; one would chase after one’s thoughts; then one would become a slave to one’s thoughts.

[ 12 ] Wenn man sich mit der hellsichtigen Seele hineinbegibt in die elementarische Welt und die Verwandlungsfähigkeit entwickelt, dann also taucht man, in bezug auf das Innenleben sich verwandelnd unter, je nachdem man diesem oder jenem Wesen gegenübersteht. — Was erlebt man denn da, wenn man so untertaucht? Sehen Sie, wenn man so untertaucht, wenn man sich in das eine oder andere Wesen verwandelt, dann erlebt man etwas, was man nennen könnte: Sympathien und Antipathien, welche wie aus den Seelentiefen herauffluten und sich als Erlebnisse in der hellsichtig gewordenen Seele ausnehmen. Ganz bestimmte Arten von Antipathien oder Sympathien erlebt man, indem man sich in das eine Wesen verwandelt oder in das andere. Indem man so von Verwandlung zu Verwandlung schreitet, erlebt man fortwährend andere Sympathien und Antipathien. Und so, wie man in der physisch-sinnlichen Welt die Wesen, die Dinge charakterisiert, beschreibt, erkennt, überhaupt wahrnimmt, dadurch, daß man sie durch das Auge in Farben sieht, durch das Ohr in Tönen hört, so würde man dementsprechend, wenn man innerhalb der geistigen Welten selber beschreiben würde, in bestimmten Sympathien und Antipathien beschreiben. Nur ist dabei zu beachten zweierlei: Erstens, wenn man mit den Gewohnheiten der physisch-sinnlichen Welt spricht, so unterscheidet man gewöhnlich nur Grade von Sympathien und Antipathien, stärkere und schwächere Sympathien und Antipathien. So ist es nicht in der elementarischen Welt, sondern da sind die Sympathien und Antipathien nicht nur dem Grade nach voneinander verschieden, sondern qualitativ, so daß es verschiedenartige Sympathien und Antipathien gibt. Wie die gelbe und rote Farbe verschiedenartige Farben sind, qualitativ verschieden sind, so sind die mannigfaltigen Sympathien und Antipathien, die man erlebt in der elementarischen Welt, auch qualitativ verschieden, nicht bloß daß die eine stärker und die andere schwächer ist. Daher würde man nicht richtig beschreiben, wenn man, von den Gepflogenheiten der physisch-sinnlichen Welt ausgehend, sagen würde, beim Untertauchen in das eine Wesen verspürt man größere, beim Untertauchen in das andere geringere Sympathie. Nein, verschieden sind die Sympathien!

[ 12 ] When one enters the elemental world with a clairvoyant soul and develops the ability to transform, one then immerses oneself, transforming one’s inner life as one encounters this or that being. — What does one experience there when one immerses oneself in this way? You see, when one immerses oneself in this way, when one transforms into one being or another, one experiences something that could be called: sympathies and antipathies, which well up as if from the depths of the soul and manifest as experiences in the soul that has become clairvoyant. One experiences very specific kinds of antipathies or sympathies by transforming into one being or another. By proceeding from one transformation to the next in this way, one continually experiences different sympathies and antipathies. And just as in the physical-sensory world one characterizes, describes, recognizes, and perceives beings and things by seeing them through the eye in colors and hearing them through the ear in sounds, so too, if one were to describe them within the spiritual worlds themselves, one would describe them in terms of specific sympathies and antipathies. However, two things must be noted here: First, when speaking in terms of the physical-sensory world, one usually distinguishes only degrees of sympathies and antipathies—stronger and weaker sympathies and antipathies. This is not the case in the elemental world; there, sympathies and antipathies differ not only in degree but also qualitatively, so that there are different kinds of sympathies and antipathies. Just as the colors yellow and red are different kinds of colors, qualitatively different, so too are the manifold sympathies and antipathies experienced in the elemental world qualitatively different, not merely that one is stronger and the other weaker. Therefore, it would not be a correct description to say, based on the conventions of the physical-sensory world, that when one immerses oneself in one being one feels greater sympathy, and when one immerses oneself in another, lesser sympathy. No, the sympathies are different!

[ 13 ] Das ist das eine, was zu beachten ist. Das andere ist, daß man das Verhalten zu Sympathien und Antipathien, wie es ganz naturgemäß ist für die physisch-sinnliche Welt, nicht hinübertragen kann in die elementarische Welt. In der physisch-sinnlichen Welt fühlt man sich angezogen von Sympathien und abgestoßen von Antipathien; man geht zu Wesenheiten hin, die einem sympathisch sind, man will mit denen zusammen sein; von Wesen und Dingen, die einem antipathisch sind, flieht man hinweg, man will mit ihnen nichts zu tun haben. Das kann nicht der Fall sein mit den Sympathien und Antipathien der elementarischen Welt, daß einem, wenn ich mich grotesk ausdrücken darf, die Sympathien sympathisch und die Antipathien antipathisch sind; das darf nicht eintreten in der elementarischen Welt. Das wäre da gerade so, als wenn in der physisch-sinnlichen Welt etwa jemand sagen würde: Ich kann nur die blauen, grünen Farben leiden, ich mag aber nicht die roten und gelben Farben, vor denen laufe ich, was ich laufen kann. — Daß ein Wesen antipathisch ist in der elementarischen Welt, bedeutet, daß es eine bestimmte Eigenschaft dieser elementarischen Welt hat, die man eben als antipathisch bezeichnen muß. Und man muß sich zu diesem Antipathischen so verhalten, wie man sich in der sinnlichen Welt gegenüber von Blau und Rot verhält, nicht daß einem das eine sympathischer und das andere antipathischer ist. So wie man in der physisch-sinnlichen Welt allen Farben mit einer gewissen Gelassenheit entgegentritt, weil sie zum Ausdruck bringen, was die Dinge sind, und nur, wenn man ein Nervösling ist, vor den einen oder anderen Farben davonläuft, oder, wenn man ein Stier ist, die Farbe Rot nicht leiden kann — so wie man da in der physisch-sinnlichen Welt mit Gelassenheit die Farben hinnimmt, so muß man die Sympathien und Antipathien in der elementarischen Welt als Eigenschaften dieser Welt in vollständigem Gleichmut beobachten können. Dazu ist notwendig, daß das Verhalten der Seele, wie es naturgemäß in der physisch-sinnlichen Welt ist, daß dieses Verhalten der Seele, die von Sympathien sich angezogen und von Antipathien abgestoßen fühlt, zu einem ganz anderen wird. Jene Gemütsstimmung, jene Gefühlsverfassung, welche den Sympathien und Antipathien in der physisch-sinnlichen Welt entspricht, muß abgelöst werden gegenüber der elementarischen Welt durch das, was man Seelenruhe, Geistesfriedsamkeit nennen könnte. Mit innerlich geschlossenem Seelenleben, mit geistesfriedsamem Seelenleben muß man untertauchen in die Wesenheiten und dann beim Untertauchen, indem man sich in sie verwandelt, herauftauchen fühlen aus den eigenen Seelentiefen die Eigenschaften dieser Wesen als Sympathien und Antipathien. Dann erst, wenn man dieses alles kann, wenn sich die Seele so verhalten kann zu Sympathien und Antipathien, ist diese Seele fähig, in ihren Erlebnissen das Sich-sympathisch- oder -antipathisch-Erleben, -Erfühlen in den Dingen der elementarischen Welt bildhaft richtig vor sich hintreten zu lassen. Das heißt: dann erst ist man imstande, nicht bloß dasjenige zu fühlen, was eben das Erfühlen in Sympathien und Antipathien ist, sondern wirklich das Erleben seiner selbst, verwandelt in ein anderes Wesen, aufschießen zu sehen als dieses oder jenes farbige Bild oder dieses oder jenes Tonbild der elementarischen Welt. Wie Sympathien oder Antipathien in bezug auf das Erleben der Seele in der geistigen Welt eine Rolle spielen, können Sie auch gewahr werden, wenn Sie mit einem gewissen inneren Verständnis das Kapitel in meiner «Theosophie» verfolgen, das von der Seelenwelt handelt. Da werden Sie sehen, daß die Seelenwelt gerade aus den Sympathien und Antipathien aufgebaut ist.

[ 13 ] That is one thing to keep in mind. The other is that one cannot carry over the attitudes of sympathy and antipathy—which are entirely natural in the physical-sensory world—into the elemental world. In the physical-sensory world, one is drawn to sympathies and repelled by antipathies; one moves toward beings who are sympathetic to one, one wants to be with them; from beings and things that are antipathetic to one, one flees, one wants nothing to do with them. This cannot be the case with the sympathies and antipathies of the elemental world, that—if I may put it grotesquely—the sympathies are sympathetic and the antipathies are antipathetic; this must not occur in the elemental world. That would be just as if, in the physical-sensory world, someone were to say: I can only stand the blue and green colors, but I don’t like the red and yellow colors; I run away from them as fast as I can. — For a being to be antipathetic in the elemental world means that it possesses a certain quality of this elemental world that one must simply describe as antipathetic. And one must relate to this antipathy in the same way one relates to blue and red in the sensory world—not that one finds one more agreeable and the other more disagreeable. Just as in the physical-sensory world one approaches all colors with a certain composure, because they express what things are, and only if one is a nervous person does one shy away from one color or another, or, if one is a Taurus, cannot stand the color red—just as one accepts the colors with equanimity in the physical-sensory world, so must one be able to observe the sympathies and antipathies in the elemental world as characteristics of that world with complete equanimity. For this, it is necessary that the soul’s disposition—as it naturally is in the physical-sensory world—that this disposition of the soul, which feels drawn by sympathies and repelled by antipathies, become something entirely different. That state of mind, that emotional disposition which corresponds to the sympathies and antipathies in the physical-sensory world, must be replaced in relation to the elemental world by what one might call serenity of soul, peace of mind. With an inwardly centered soul life, with a spiritually peaceful soul life, one must immerse oneself in the beings and then, upon immersing oneself—by transforming into them—feel the qualities of these beings emerge from the depths of one’s own soul as sympathies and antipathies. Only then, when one is able to do all this, when the soul can relate in this way to sympathies and antipathies, is this soul capable of allowing the experience of feeling oneself as sympathetic or antipathetic toward the things of the elemental world to emerge before one’s mind in a pictorially accurate way. That is to say: only then is one able not merely to feel what it is to sense in sympathies and antipathies, but to actually see the experience of oneself, transformed into another being, springing up as this or that colored image or this or that sound image of the elemental world. You can also become aware of how sympathies and antipathies play a role in relation to the soul’s experience in the spiritual world if you follow, with a certain inner understanding, the chapter in my *Theosophy* that deals with the soul world. There you will see that the soul world is built up precisely from sympathies and antipathies.

[ 14 ] Aus meiner Darstellung haben Sie ersehen können, daß das, was einem bekannt ist in der physisch-sinnlichen Welt als das Denken, eigentlich nur der äußere, durch den physischen Leib hervorgerufene schattenhafte Abdruck ist desjenigen Denkens, das in den okkulten Untergründen ruht und das eigentlich Lebewesenheit genannt werden kann. Sobald wir mit unserem ätherischen Leib in der elementarischen Welt uns bewegen, werden die Gedanken, ich möchte sagen dichter, lebendiger, selbständiger, wahrer in ihrer Wesenheit. Was man innerhalb des physisch-sinnlichen Leibes als Denken erlebt, verhält sich zu diesem wahreren Element des Denkens wie ein Schattenbild an der Wand zu den Gegenständen, von denen es geworfen wird. Es ist in der Tat der Schatten des elementarischen Gedankenlebens, der hereingeworfen wird in die physisch-sinnliche Welt durch die Einrichtung des physischen Leibes. Wir denken gleichsam in den Gedankenwesensschatten, wenn wir in der physisch-sinnlichen Welt denken. Da eröffnet das übersinnliche, das hellsichtige Erkennen einen Ausblick in die wahre Natur des Denkens. Keine Philosophie, keine äußere Wissenschaft, wenn sie noch so geistreich auftritt, kann über diese wahre Natur des Denkens irgend etwas Richtiges erkunden; allein die Erkenntnis, die auf dem hellsichtigen Bewußtsein beruht, kann etwas Richtiges erkennen.

[ 14 ] From my description, you have seen that what is known in the physical-sensory world as “thinking” is actually only the outer, shadowy imprint—brought about by the physical body—of that thinking which lies in the occult depths and which can truly be called “living beinghood.” As soon as we move with our etheric body in the elemental world, thoughts become—I would say—more dense, more alive, more independent, and truer in their essence. What is experienced as thinking within the physical-sensory body relates to this truer element of thinking like a shadow on the wall relates to the objects from which it is cast. It is, in fact, the shadow of the elemental life of thought that is cast into the physical-sensory world through the constitution of the physical body. We think, as it were, within the shadow of the thought-being when we think in the physical-sensory world. Here, the supersensible, the clairvoyant perception, opens a view into the true nature of thought. No philosophy, no external science, however ingenious it may appear, can discover anything true about this true nature of thinking; only knowledge based on clairvoyant consciousness can perceive the truth.

[ 15 ] Ebenso ist es auch mit dem Wollen. Das Wollen muß erstarken, weil man es in der elementarischen Welt nicht so bequem hat wie in der physisch-sinnlichen Welt, wo einem das Ich-Gefühl durch die Kräfte des physischen Leibes gegeben wird. Man muß dieses IchGefühl selber wollen, man muß erleben in der elementarischen Welt, was es heißt, in der Seele ausgefüllt sein mit dem Bewußtseinsinhalt: Ich will mich. — Man muß es erleben, daß es ein Bedeutsamstes ist, daß in dem Augenblick, wo man nicht stark genug ist, nicht den Gedanken, sondern den wirklichen Willensakt zu entfalten: Ich will mich —, man sich wie in eine Ohnmacht verfallend empfindet. Hält man sich nicht selber in der elementarischen Welt, verfällt man in dieser Welt gleichsam wie in eine Ohnmacht. Da blickt man hinein in die wahre Natur des Wollens, die wiederum nicht gegeben werden kann durch äußere Wissenschaft, durch äußere Philosophie, sondern nur durch das hellsichtige Erkennen. Das, was wir den Willen nennen in der physisch-sinnlichen Welt, ist eine Abschattung jenes starken wesenhaften Willens, der sich so entfaltet, daß er das Selbst aufrecht erhält aus der Willkür heraus, nicht durch äußere Kräfte gestützt. Alles wird willkürlicher — so dürfen wir sagen — in dieser elementarischen Welt, wenn wir uns in dieselbe hineinleben.

[ 15 ] The same is true of the will. The will must grow stronger, because life in the elemental world is not as comfortable as it is in the physical-sensory world, where the sense of self is provided by the forces of the physical body. One must will this sense of self oneself; one must experience in the elemental world what it means to be filled in the soul with the content of consciousness: I will myself. — One must experience that it is of the utmost importance that, at the moment when one is not strong enough to unfold not the thought but the actual act of will: I will myself —, one feels as if falling into a state of powerlessness. If one does not hold oneself in the elemental world, one falls into a state of powerlessness in this world, as it were. There one looks into the true nature of willing, which in turn cannot be given by external science, by external philosophy, but only through clairvoyant knowledge. What we call the will in the physical-sensory world is a shadow of that strong, essential will which unfolds in such a way that it sustains the self out of its own volition, unsupported by external forces. Everything becomes more volitional—so we may say—in this elemental world when we live ourselves into it.

[ 16 ] Vor allen Dingen erwacht durch die ureigene Natur des ätherischen Leibes, wenn man den physischen Leib verläßt und dann in seinem Ätherleibe die elementarische Welt zur Umwelt hat, der Trieb nach Verwandlung. Man will in die Wesenheiten untertauchen. Aber wie im Tagwachen das Bedürfnis sich erzeugt nach Schlafen, so erwacht im Wechsel damit das Bedürfnis in der elementarischen Welt, bei sich selbst zu sein, alles auszuschließen, wo hinein man sich verwandeln könnte. Dann aber wiederum, wenn man sich eine Weile in der elementarischen Welt bei sich gefühlt hat, wenn man eine Weile jenes starke Willensgefühl entwickelt hat: Ich will mich —, dann tritt etwas ein, was man nennen kann eine furchtbare Einsamkeitsempfindung, ein Verlassensein, welches die Sehnsucht hervorruft, aus diesem Zustand des Sich-selber-nur-Wollens wiederum gleichsam aufzuwachen zur Verwandlungsfähigkeit. Im physischen Schlaf ruht man, und die Kräfte sorgen dafür, daß man aufwacht, ohne daß man etwas dazu tut. In der elementarischen Welt muß man, wenn man sich in den Schlafzustand des Sich-selber-nur-Wollens versetzt hat, durch die Aufforderung des Gefühls des Verlassenseins sich wiederum in den Zustand der Verwandlungsfähigkeit zurückversetzen, das heißt: aufwachen wollen. Sie sehen aus alledem, wie verschieden die Bedingungen des Sich-Erlebens, des Sich-Erfühlens in der elementarischen Welt von denen der physisch-sinnlichen Welt sind. Und Sie können ermessen, wie notwendig es ist, immer wieder und wiederum zu beachten, daß das hellsichtige Bewußtsein, das von der einen Welt in die andere hinüber- und herübergeht, wirklich sich richtig den Anforderungen der entsprechenden Welt fügt und nicht beim Übertreten der Schwelle die Gepflogenheiten der einen Welt in die andere mit hinüberträgt. Erstarkung, Erkraftung des Seelenlebens gehört daher zu den auch von uns schon oft erwähnten Vorbereitungen für das Erleben der übersinnlichen Welten. Erstarkung und Erkraftung des Seelenlebens.

[ 16 ] Above all, when one leaves the physical body and finds oneself surrounded by the elemental world in one’s etheric body, the urge for transformation arises from the very nature of the etheric body. One wants to immerse oneself in the beings. But just as waking in the day gives rise to the need for sleep, so too does the need arise in the elemental world to be with oneself, to shut out everything into which one might transform. Then again, however, once one has felt at home in the elemental world for a while, once one has developed that strong sense of will for a while: I want to—, then something occurs that one might call a terrible sense of loneliness, a feeling of abandonment, which evokes the longing to awaken, as it were, from this state of merely wanting oneself back to the capacity for transformation. In physical sleep one rests, and the forces ensure that one wakes up without one having to do anything. In the elemental world, once one has placed oneself in the sleep-like state of merely wanting oneself, one must, through the prompting of the feeling of abandonment, return oneself to the state of transformability—that is to say: want to wake up. From all this you can see how different the conditions of self-experience, of feeling oneself, are in the elemental world from those of the physical-sensory world. And you can appreciate how necessary it is to bear in mind again and again that the clairvoyant consciousness, which passes back and forth from one world to the other, truly adapts itself correctly to the demands of the respective world and does not carry the customs of one world over into the other when crossing the threshold. The strengthening and invigoration of the soul life therefore belongs to the preparations for experiencing the supersensible worlds that we have often mentioned. The strengthening and invigoration of the soul life.

[ 17 ] Und vor allen Dingen müssen stark und kraftvoll werden diejenigen Erlebnisse der Seele, die man bezeichnen könnte als die höheren moralischen Erlebnisse, Erlebnisse, die sich ausdrücken in der Seelenstimmung der Charakterfestigkeit, der inneren Sicherheit und Ruhe. Innerer Mut und Charakterfestigkeit müssen vor allen Dingen in der Seele ausgebildet werden, denn durch Charakterschwäche schwächt man das ganze Seelenleben, und man kommt mit einem schwachen Seelenleben in die elementarische Welt hinein. Das darf man aber nicht, wenn man richtig und wahr in der elementarischen Welt erleben will. Daher wird niemand, der es wahrhaftig ernst nimmt mit dem Erleben in den höheren Welten, jemals außer acht lassen, zu betonen, daß zu jenen Kräften, ‚welche das Seelenleben verstärken müssen, damit es richtig eintritt in die höheren Welten, die Stärkung der moralischen Seelenkräfte gehört. Und es gehört zu den traurigsten Verirrungen, die der Menschheit vorgemacht werden, wenn man es unternimmt zu sagen, daß Hellsichtigkeit angeeignet werden solle mit Außerachtlassung der Verstärkung des moralischen Lebens. Es muß durchaus betont werden, daß dasjenige, was ich charakterisiert habe in der Schrift «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» als die Ausbildung der Lotusblumen, die bei dem sich heranbildenden Hellseher gleichsam in dem Geistleib des Menschen sich kristallisieren, daß dieses Heranbilden der Lotusblumen auch geschehen kann — aber eben nicht geschehen sollte — mit Außerachtlassung der moralischen Stärkungsmittel.

[ 17 ] Above all, those experiences of the soul that might be described as higher moral experiences—experiences that express themselves in a state of mind characterized by strength of character, inner security, and calm—must become strong and powerful. Inner courage and strength of character must above all be cultivated in the soul, for weakness of character weakens the entire life of the soul, and one enters the elemental world with a weak soul life. But one must not do this if one wishes to experience the elemental world correctly and truly. Therefore, no one who takes experiencing the higher worlds truly seriously will ever fail to emphasize that among those forces ‘which must strengthen the soul life so that it may enter the higher worlds correctly’ is the strengthening of the moral powers of the soul. And it is one of the saddest delusions presented to humanity when one attempts to say that clairvoyance should be acquired without regard for the strengthening of the moral life. It must be emphatically stated that what I have characterized in the treatise “How Does One Attain Knowledge of the Higher Worlds?” as the formation of lotus flowers, which crystallize, as it were, in the spiritual body of the developing clairvoyant, that this formation of lotus flowers can indeed take place—but should not take place—without regard for the moral strengthening agents.

[ 18 ] Diese Lotusblumen müssen da sein, wenn der Mensch die Verwandlungsfähigkeit haben will; denn letztere besteht darin, daß die Lotusblumen ihre Blätter in Bewegung von dem Menschen hinweg entfalten und die geistige Welt umfassen, sich an sie anschmiegen. Was man als Verwandlungsfähigkeit entwickelt, drückt sich für das hellseherische Anschauen in der Entfaltung der Lotusblumen aus. Was man als verstärktes Ich-Gefühl heranbildet, ist innere Festigkeit, die man nennen könnte ein elementarisches Rückgrat. Beides muß man entsprechend entwickelt haben: Lotusblumen, daß man sich verwandeln kann, und etwas Ähnliches wie ein Rückgrat in der physischen Welt, ein elementarisches Rückgrat, damit man sein verstärktes Ich in der elementarischen Welt entwickeln kann. So wie gestern erwähnt worden ist, daß dasjenige, was — in geistiger Art entwickelt zu hohen Tugenden in der geistigen Welt führen kann, wenn man es in die Sinneswelt hinunterströmen läßt, zu den stärksten Lastern führen kann, so ist es auch in bezug auf die Lotusblumen und das elementarische Rückgrat. Es ist auch möglich, daß man durch gewisse Verrichtungen die Lotusblumen und auch das elementarische Rückgrat erweckt, ohne daß man moralische Festigkeit sucht, aber kein gewissenhafter Hellseher wird das anempfehlen. Denn es handelt sich nicht bloß darum, daß man für die höheren Welten dieses oder jenes erreicht, sondern darum, daß man alles beachtet, was in Betracht kommt.

[ 18 ] These lotus flowers must be present if a person is to possess the capacity for transformation; for this capacity consists in the lotus flowers unfolding their petals away from the person and embracing the spiritual world, nestling against it. What one develops as the capacity for transformation is expressed, to the clairvoyant eye, in the unfolding of the lotus flowers. What one cultivates as a strengthened sense of self is inner firmness, which one might call an elemental backbone. Both must be developed accordingly: lotus flowers, so that one can transform oneself, and something akin to a backbone in the physical world—an elemental backbone—so that one can develop one’s strengthened self in the elemental world. Just as it was mentioned yesterday that what—when developed spiritually—can lead to high virtues in the spiritual world, if allowed to flow down into the sensory world, can lead to the strongest vices, so it is also with regard to the lotus flowers and the elemental backbone. It is also possible to awaken the lotus flowers and the elemental backbone through certain practices without seeking moral steadfastness, but no conscientious clairvoyant would recommend this. For it is not merely a matter of achieving this or that for the higher worlds, but of taking everything into account that is relevant.

[ 19 ] In dem Augenblick, wo man die Schwelle zur geistigen Welt überschreitet, kommt man in ganz anderer Weise, als man ihnen in der physisch-sinnlichen Welt gegenübertritt, in die Nähe der luziferischen und ahrimanischen Wesenheiten, von denen wir schon gesprochen haben. Und man erlebt das Eigentümliche, sobald man die Schwelle überschritten hat, das heißt, sobald man Lotusblumen und ein Rückgrat hat, daß man sogleich die luziferischen Mächte herankommen sieht. Diese haben das Bestreben, die Blätter der Lotusblüten zu ergreifen. Sie strecken die Fangarme aus nach unseren Lotusblüten, und man muß in der richtigen Weise sich entwickelt haben, damit man diese Lotusblüten zur Erfassung der geistigen Vorgänge verwendet, und daß sie einem nicht erfaßt werden von luziferischen Mächten. Daß sie nicht erfaßt werden von luziferischen Mächten, ist aber nur möglich, wenn man mit Befestigung der moralischen Kräfte in die geistige Welt hinaufsteigt.

[ 19 ] The moment one crosses the threshold into the spiritual world, one comes into contact with the Luciferic and Ahrimanic beings we have already spoken of in a manner entirely different from how one encounters them in the physical-sensory world. And one experiences something peculiar as soon as one has crossed the threshold—that is, as soon as one has lotus flowers and a spine—in that one immediately sees the Luciferic forces approaching. These forces strive to seize the petals of the lotus flowers. They stretch out their tentacles toward our lotus blossoms, and one must have developed in the right way so that one can use these lotus blossoms to grasp spiritual processes, and so that they are not seized by Luciferic forces. However, preventing them from being seized by Luciferic forces is only possible if one ascends into the spiritual world with a firm foundation of moral strength.

[ 20 ] Ich habe schon angedeutet, daß in der physisch-sinnlichen Welt die ahrimanischen Kräfte mehr von außen, die luziferischen mehr von innen in der Seele an den Menschen herankommen. In der geistigen Welt ist es umgekehrt: da kommen die luziferischen Wesenheiten von außen und wollen die Lotusblumen ergreifen, und die ahrimanischen Wesenheiten kommen von innen und setzen sich fest in dem elementarischen Rückgrat. Und jetzt schließen, wenn man nicht in Moralität hinaufgestiegen ist in die geistige Welt, einen merkwürdigen Bund miteinander die ahrimanischen und die luziferischen Mächte. Wenn man mit Ehrgeiz, Eitelkeit, mit Machtgelüsten, mit Stolz hinaufgestiegen ist, dann gelingt es Ahriman und Luzifer miteinander einen Bund zu schließen. Ich werde zwar ein Bild gebrauchen für das, was dann Ahriman und Luzifer tun, aber dieses Bild entspricht der Wirklichkeit, und Sie werden mich verstehen. Es geschieht wirklich, was ich durch dieses Bild andeute: Ahriman und Luzifer schließen einen Bund, und Luzifer mit Ahriman zusammen knüpfen die Blätter der Lotusblumen an das elementarische Rückgrat an. Alle Blätter der Lotusblumen werden mit dem elementarischen Rückgrat zusammengebunden, der Mensch wird in sich selber zusammengeschnütrt, in sich selber gefesselt durch seine entwickelten Lotusblumen und durch sein elementarisches Rückgrat. Und das hat zur Folge, daß ein Grad von Egoismus und ein Grad von Liebe zur Täuschung eintritt, die ganz undenkbar sind, wenn der Mensch in der physischen Welt nur stehenbleibt. Das ist es also, was passieren kann, wenn hellsichtiges Bewußtsein nicht in der gehörigen Weise herangebildet wird: Ahriman und Luzifer schließen den Bund, durch den die Blätter der Lotusblumen an das elementarische Rückgrat angebunden werden. Und so wird man in sich selber gefesselt durch seine eigenen elementarischen oder ätherischen Fähigkeiten. Das sind alles Dinge, die man wissen muß, wenn man versuchen will, in die wirkliche geistige Welt erkennend einzudringen.

[ 20 ] I have already indicated that in the physical-sensory world, the Ahrimanic forces approach human beings more from the outside, while the Luciferic forces approach them more from within the soul. In the spiritual world, it is the reverse: there the Luciferic beings come from the outside and seek to seize the lotus flowers, while the Ahrimanic beings come from within and take firm hold in the elemental backbone. And now, if one has not ascended into the spiritual world through morality, the Ahrimanic and Luciferic powers form a strange alliance with one another. If one has ascended with ambition, vanity, lust for power, and pride, then Ahriman and Lucifer succeed in forming an alliance with one another. I will indeed use an image to describe what Ahriman and Lucifer then do, but this image corresponds to reality, and you will understand me. What I am hinting at through this image actually happens: Ahriman and Lucifer form an alliance, and together Lucifer and Ahriman bind the petals of the lotus flowers to the elemental backbone. All the petals of the lotus flowers are bound together with the elemental backbone; the human being is tied up within themselves, bound within themselves by their developed lotus flowers and by their elemental backbone. And the consequence of this is that a degree of selfishness and a degree of love of deception arise that are completely unthinkable if the human being remains only in the physical world. So this is what can happen if clairvoyant consciousness is not developed in the proper way: Ahriman and Lucifer form an alliance through which the petals of the lotus flowers are bound to the elemental spine. And so one becomes bound within oneself by one’s own elemental or etheric faculties. These are all things one must know if one wishes to attempt to penetrate the real spiritual world with discernment.